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GreenpeaceGreenpeaceGreenpeaceGreenpeace weistweistweistweist VorwürfeVorwürfeVorwürfeVorwürfe desdesdesdes HeinrichHeinrichHeinrichHeinrich vonvonvonvon ThünenThünen-ThünenThünen--Instituts-InstitutsInstitutsInstituts inininin InterviewInterviewInterviewInterview ‚Prima‚Prima‚Prima‚Prima fürfürfürfür dasdasdasdas Klima’Klima’Klima’Klima’ zurück!zurück!zurück!zurück!

Im Auftrag der Vorstandszentrale der Bayrischen Staatsforsten (BaySF) wurde ein Interview mit dem Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Hamburg geführt (http://bit.ly/HrmY75). Dem Befragten wurden vom BaySF-Mangement „Greenpeace-Positionen“ vorgelegt, die die tatsächlichen Positionen von Greenpeace zum Teil falsch darstellen. Das vTI ist eine nachgeordnete, also weisungsgebundene Behörde des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV) von Ilse Aigner und kein unabhängiges Forschungsinstitut. Es vertritt die forstpolitische Linie des BMELV. Im Folgenden werden im Anschluss an Ausschnitte aus dem Interview die tatsächlichen Greenpeace-Positionen erklärt und belegt. Greenpeace ruft sowohl den Vorstandsvorsitzenden der BaySF, Dr. Rudolf Freidhager, als auch das vTI auf, sich sachlich und nicht polemisch mit den Konzepten zu Klimaschutz und Biodiversitätsschutz im öffentlichen Wald auseinander zu setzen.

AusAusAusAus demdemdemdem InterviewInterviewInterviewInterview durchdurchdurchdurch diediediedie BaySF:BaySF:BaySF:BaySF: Heiß diskutiert ist derzeit das Thema, ob

bewirtschaftete Wälder mehr CO2 binden als Urwälder. Die Hamburger Umweltgruppe Greenpeace stellt wiederholt die Behauptung auf, dass nicht bewirtschaftete Wälder hier eine bessere Klimabilanz hätten. Was sagen Sie dazu?

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Diese These ist vom BaySF Management (bewusst?) nicht richtig wiedergegeben. Wir sagen, dass zehn Prozent der öffentlichen Wälder (und fünf Prozent der Wälder Deutschlands insgesamt) ohne Nutzung und 90 (95) Prozent mit maßvoller Holznutzung mit gleichzeitigem Vorratsaufbau die beste Klimabilanz haben. Greenpeace bezieht sich nicht – wie in dem Interview behauptet - auf die Forschungsarbeiten von Dr. Joachim Krug, sondern auf die offiziellen Submissionen und Zahlen der Bundesrepublik Deutschland zum UN Klimasekretariat, die Dr. Krug in einem AFZ Artikel dargestellt hat und die auf der Homepage der UN für jedes Jahr nachgelesen werden können. Hätte der BaySF Vorstand bei uns nachgefragt, hätten wir klären können, dass wir sagen, dass unbewirtschaftete Wälder mehr Kohlenstoff speichern. Das sagt Herr Krug ebenfalls (siehe unten).

AusAusAusAus

Derart pauschal

ausgedrückt ist das nicht richtig, bzw. irreführend: unbewirtschaftete Wälder binden (im

Sinne von „halten“) durchaus mehr Kohlenstoff (C) in der Biomasse und im Boden. Das ist quasi wie ein Sparbuch. Dieses Sparbuch hat aber nur geringe Zinsen, da jeder weitere Zuwachs durch Zerfallsprozesse wieder (größtenteils) zunichte gemacht wird.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Das bedarf unseres Erachtens einer Präzisierung, denn erst wenn der Vorrat so hoch ist wie der von Urwäldern, stellt sich die von Dr. Krug beschriebene Situation ein. Davor bleibt der Zinsertrag noch lange sehr hoch - auch noch in höherem Alter wie Waldwachstumsforschungen zeigen.

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Auch Wälder haben kein unbegrenztes Wachstum. Ein bewirtschafteter Wald hingegen befindet sich in einer ständigen Aufbauphase, hier wird laufend „neues“ Kohlenstoffdioxid (CO2) der Atmosphäre entnommen und Kohlenstoff gebunden:

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Spendenkonto GLS Gemeinschaftsbank eG, KTO: 33 400, BLZ: 430 609 67 Greenpeace ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Spenden sind steuerabzugsfähig.

KTO: 33 400, BLZ: 430 609 67 Greenpeace ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Spenden sind

bewirtschaftete Wälder binden also aktiv (im Sinne von „entnehmen“) Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre, und zwar vielfach mehr als unbewirtschaftete Wälder.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Das haben wir nie anders dargestellt. Das ist der Grund warum wir für den allergrößten Teil der Wälder eine moderate Holznutzung mit weiterem Aufbau des Kohlenstoffspeichers bei gleichzeitiger Wertholznutzung für langlebige Produkte auf 90 Prozent der öffentlichen Waldfläche fordern.

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Das ist dann sozusagen die Lohntüte, die das Sparbuch erst auffüllt. Es ist also ungemein wichtig, sowohl Urwälder zu schützen (um den Vorrat an gespeicherten Kohlenstoff zu bewahren) UND produktive Wälder zu bewirtschaften, um aktiv CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen: Erst durch das Entnehmen von CO2 aus der Atmosphäre können wir dem Klimawandel entgegentreten.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZU:DAZU:DAZU:DAZU: Das ist richtig und auch die Position von Greenpeace. Die Konzepte unterscheiden sich dadurch, ob weiterhin der Speicher aufgefüllt werden soll – wie wir das für sinnvoll erachten – oder ob der komplette Zuwachs oder mehr als Holzprodukte aller Art bzw. als Energierohstoff verwendet werden soll. Der Anteil langlebiger Holzprodukte ist immer noch viel zu gering.

langlebiger Holzprodukte ist immer noch viel zu gering. K R U G : K R U

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Es ist also falsch, das Ganze nur aus einem gewünschten Blickwinkel heraus zu bewerten: Dies lässt auch noch weitere wichtige Einflussgrößen wissentlich außer Acht. Dadurch münden die Auslegungen in nicht haltbare Aussagen.

GGREENPEACEGGREENPEACEREENPEACEREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Die Aussage von Dr. Krug weißen wir zurück. Greenpeace betrachtet die Wälder in Deutschland und ein daran angepasstes klimagerechtes Management sehr differenziert und aus verschiedenen Blickwinkeln. Klimaschutz, Biodiversität, Recht der BürgerInnen auf Mitsprache im öffentlichen Wald, Wertholzproduktion in einem ökologisch, wirklich naturnah bewirtschafteten Wald spielen dabei eine große Rolle. Dass der Wald – ohne die Betrachtung der Holzprodukte und der Substitution - eine Senke für CO2 bleiben soll, beschreibt selbst die Waldstrategie 2020 von Ilse Aigner (verantwortlich für das vTI).

BaySFBaySFBaySFBaySF: Welche anderen Einflussgrößen meinen Sie?

KRUGKRUG:KRUGKRUG Greenpeace geht davon aus, dass ein Baum die Fähigkeit verliert, Kohlenstoff zu binden, wenn er gefällt wird. Das ist natürlich Unsinn.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Diese Aussage weisen wir zurück: Greenpeace hat sich seit Anfang der 90er-Jahre für die Verwendung von Wertholz in langlebigen Holzprodukten auf 90 Prozent der Betriebsfläche und gegen eine Verwendung von Urwäldern und Naturwäldern in Papier und anderen kurzfristigen Produkten eingesetzt. Bei den UN-Klimaverhandlungen hat Greenpeace immer die Auffassung vertreten, dass Holzprodukte nicht in die Kyoto-Bilanzierung mit aufgenommen werden sollen, um die Klimabilanz der Industrieländer zu ‚beschönigen’. Gerade die Raubbaunationen Kanada, Finnland und Schweden haben zusammen mit Österreich und Deutschland darauf gedrängt, das Kyoto-Referenzjahr 1990 für alle Klimagase und Sektoren für Wälder loszuwerden. Wenn selbst nach Aussagen vom vTI selber (Mantau et al. 2010) schon jetzt über 40 Prozent in die energetische Verwertung hinein gehen und zukünftig über 50 Prozent innerhalb weniger Jahre verbrannt und als CO2 wieder in die Atmosphäre gehen, sollte mit der Anrechenbarkeit vom Holzspeicher extrem vorsichtig

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umgegangen werden. Bei der BaySF gehen nur etwa 20 Prozent des Laubholzes in den Rund- und Sägeholzbereich. Der Rest ist kurzlebiges Energie- und Industrieholz!

KRUGKRUG:KRUGKRUG Holz als Baustoff oder in der Verwendung für Möbel oder Böden bindet Kohlenstoff über viele Jahre, in besonderen Fällen sogar für viele Jahrhunderte.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Das hat Greenpeace auch immer wieder gesagt, siehe oben.

KRUGKRUG:KRUGKRUG Darüber hinaus berücksichtigt Greenpeace den Substitutionseffekt nicht: Holz ersetzt fossile Energieträger wie Kohle oder Erdöl und andere energieintensiv hergestellte Baustoffe. Damit verhindert das Holzprodukt, bzw. der Wald als „grünes Kraftwerk“, Treibhausgase, die woanders entstehen würden.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Die Bundesregierung darf bei der Bilanzierung der Kyoto- Gase den Substitutionseffekt nicht bei der Wald-/Holzbilanzierung im Rahmen von Kyoto berücksichtigen. Dies schlägt bei anderen, fossilen Energiestoffen durch Minderverbrauch zu Buche. Es gibt Wissenschaftler (siehe Edenhofer http://www.pik- potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/climate-risks-of-bioenergy-underestimated), die die Klimabilanz von immer stärker genutzter Biomasse aus Landwirtschaft und Wäldern äußerst kritisch sehen. Die Verbrennung von Holz ist zudem nicht klimaneutral, denn die Holz-Gewinnung ist immer mit Energieeinsatz verbunden. Zudem kann ein zu starkes Absenken der Holzvorräte für verstärkte Biomassegewinnung zu einer negativen Klimabilanz der Wälder führen. Perverse Züge nimmt es an, wenn Biomasse in Kohlekraftwerken eingesetzt wird, um diese am Energieversorgungstropf zu halten. Holzenergie kann nur eine dezentrale, beschränkte Rolle in der Energie- und Wärmeversorgung als Übergang ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien einnehmen. Denn auch bei der Verbrennung von Holz entsteht CO2.

Denn auch bei der Verbrennung von Holz entsteht CO2. K R U G : K R

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Dieser Substitutionseffekt kann auch den Effekt der zusätzlichen CO2 Entnahme aus der Atmosphäre deutlich übertreffen.

BaySF:BaySF:BaySF:BaySF: Haben Sie Greenpeace darauf hingewiesen?

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Ja, das ist auch alles schon lange bekannt und auch z.B. durch Veröffentlichungen und Forschungen meiner Kollegen in Eberswalde und Hamburg ausführlich belegt.

BaySF:BaySF:BaySF:BaySF: Und wie hat Greenpeace reagiert?

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Nur ansatzweise: Greenpeace hat zwar eine Grafik, die auf der Arbeit von meinen Kollegen und mir beruht und für die Greenpeace Kampagne herangezogen wurde, verbessert, aber die irreführende Auslegung wird nach wie vor auf der Greenpeace-Seite zum Download angeboten.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU „Die Kollegen in Eberswald und Hamburg“ bezeichnen nachgeordnete Behörden von Bundesforstministerin Ilse Aigner und keine unabhängigen wissenschaftlichen Institute. Greenpeace hat auf Bitte von und in Absprache mit dem vTi und BMELV den Referenzbezug der zugrunde liegenden Daten von ‚Greenpeace Graphik, Quelle:…’ in ‚Greenpeace Graphik, Daten von …’ geändert. Die Daten jedoch entsprechen exakt und genau den Submissionen Deutschlands an das UN-Klimasekretariat! Diese sind für jeden in den Quellenangaben nachzuvollziehen. In der Graphik ist ein Balken ‚nachhaltige Holzentnahme’ zu sehen, der weder im gekennzeichneten Artikel der AFZ noch in der Submission 2011 der Bundesregierung enthalten ist. Dieser Bereich ist die Greenpeace-Empfehlung eines wirklich nachhaltigen Nutzungsniveaus, das die Ziele des Klima- und Biodiversitätsschutzes aus unserer Sicht

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am besten gewährleistet. Die Forstwirtschaft in Deutschland steht kurz davor aus Wäldern eine Quelle von CO2 zu machen. Die Industrialisierung der Forstwirtschaft durch den Vorstand der BaySF hat daran ihren Anteil.

BaySF:BaySF:BaySF:BaySF: Die Senkenleistung der Wälder beschreibt – vereinfacht gesagt - die Fähigkeit der Wälder, zusätzliches Kohlenstoffdioxid zu binden. Das ist die zweite wichtige Größe neben der Speicherfähigkeit, also der Menge des bereits gebundenen Kohlenstoffs.

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Genau. Bei der Senkenleistung stellen wir tatsächlich seit 1990 und insbesondere in den letzten zehn Jahren einen deutlichen Rückgang fest. Die Gründe dafür liegen unter anderem in der Altersklassenstruktur unserer Wälder:

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Warum benennt das vTI nicht die Gründe ‚unter anderem’? Hier liegt der Hase im Pfeffer, den die Bundesregierung verheimlichen will:

die maßlose Nutzung in der deutschen Forstwirtschaft, Auf Druck der Holzindustrie hat die Holzentnahme zum Teil bereits den Zuwachs weit überschritten (z.B. Dieter 2011) bzw. wurde das „Potential“ bereits ausgeschöpft.

2011) bzw. wurde das „Potential“ bereits ausgeschöpft. K R U G : K R U G

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Nach dem ersten und zweiten Weltkrieg wurden viele Wälder neu aufgeforstet. Vor allem in den ersten Jahrzehnten ihres Wachstums entziehen Bäume der Atmosphäre viel mehr Kohlenstoffdioxid als in späteren Jahren, d.h. die Senkenleistung junger Wälder ist sehr hoch. Diese Fähigkeit nimmt später ab, das heißt die Senkenleistung geht zurück. Und das bekommen wir inzwischen zu spüren. Die Behauptung von Greenpeace, dass die nachlassende Senkenleistung auf eine Übernutzung der Wälder zurückzuführen ist, ist falsch.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Hier hätte es dem vTI gut angestanden zu erklären, was ‚später’ heißt und mit welchen Modellen und Waldwachstumsparametern gerechnet wird. Jeder Forstmensch weiß mittlerweile, dass das Wachstum alter Wälder früher und in den Wachstumsmodellen weit unterschätzt wurde und wird. Auch vorratsreiche Bestände über 140 Jahre entziehen der Atmosphäre noch immer enorme Mengen an CO2 trotz etwas verminderter Rate. Das heißt: Nicht allein die höchste Senkenrate pro Baum oder Bestand ist das entscheidende, sondern eine Kombination aus Kohlenstoff-Speicher und Senkenleistung. Leider lässt das Heinrich von Thünen Institut auch offen, was genau daran ‚falsch’ sein soll, dass die nachlassende Senkenleistung auf eine Übernutzung der Wälder zurückzuführen ist: Stört es sich am Begriff ‚Übernutzung’ oder daran, dass die nachlassende Senkenleistung ‚alleinig’ auf eine Übernutzung zurückzuführen ist? Tatsache ist, dass die Holzentnahme-Kurve höchst signifikant mit der Abnahme der CO2-Aufnahme-Kurve korreliert. Die Inventurstudie von 2008 hat z.B. eine 112-prozentige Nutzung des Fichtenvorrats bescheinigt! Was in den Buchenwäldern allein in Bayern in den letzten fünf Jahren abgelaufen ist, war laut Statistischem Bundesamt eine knapp 50-prozentige Einschlagssteigerung, davon über 90 Prozent Steigerung im Privat- und Körperschaftswald! Da diese Entwicklungen weder in der zweiten Bundeswaldinventur (BWI2) von 2002 noch in der Inventurstudie von 2008 abgebildet werden, werden erst die Ergebnisse der BWI3 (erwartet für 2014) dies für Deutschland widerspiegeln. Aber mal ganz einfach: Wenn in Deutschland jedes Jahr mehr als doppelt soviel Holz

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entnommen wird als noch vor 20 Jahren, muss das doch einen negativen Einfluss auf die Nettosenke der Wälder in Deutschland haben.

KRUGKRUG:KRUGKRUG Auch die weiteren Ausführungen der Greenpeace Kampagne sind aus forstwissenschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar, bzw. erscheinen frei erfunden.

BaySF:BaySF:BaySF:BaySF: Welche weiteren Ausführungen meinen Sie?

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Zum Beispiel die pauschale Behauptung, dass es unter C02-Gesichtspunkten sinnvoller sei, die Wälder älter werden zu lassen.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Diese Aussage von Greenpeace ist weder ‚pauschal’ noch ‚eine Behauptung’, denn es ist ein Konzept, das schon länger und auch aktuell in Forst- und Wissenschaftskreisen ernsthaft diskutiert wird (zuletzt Speich A. 2012. Klima-Schutzwälder. Nationalpark 1/2012). Das Konzept fußt auf der Dringlichkeit, bereits in diesem Jahrzehnt den Wendepunkt bei der Verschmutzung der Atmosphäre mit allen Anstrengungen in allen Sektoren zu erreichen. Dazu wäre es sinnvoll, auf zehn Prozent der öffentlichen Wälder die Säge ruhen zu lassen und auf 90 Prozent die Wälder so maßvoll durch hohe Zielstärken zu nutzen, dass der Gesamtvorrat kontinuierlich und signifikant ansteigen kann. Das Konzept der Intensivierung und Gewinnmaximierung birgt das Risiko, dass der Abbau von Kohlenstoffvorräten von älteren Beständen durch eine leicht höhere Senkenrate pro Baum bei jungen Beständen nicht mehr kompensiert werden kann.

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darstellen könnte, ist so

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Oder auch die Aussage, dass eine "moderate Nutzung der Wälder [ "

signifikante Senke für 10 Prozent der fossilen Emissionen pauschal in keiner Weise haltbar.

der fossilen Emissionen pauschal in keiner Weise haltbar. GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Haltbar sind (hoffentlich) die Zahlen, die die Bundesrepublik Deutschland beim UN-Klimasekretariat eingereicht hat. Demnach sind noch 1990 80 Millionen Tonnen CO2 in den Wäldern Deutschlands pro Jahr aufgenommen worden. Das entsprach damals etwa sechs bis sieben Prozent der fossilen CO2-Emissionen und würde heute etwa zehn Prozent entsprechen. Die Zahlen sind auf nationaler Ebene aggregiert, also sicher ‚pauschal’. Warum soll es heute nicht möglich sein, mit einer maßvollen Holznutzung auf 90 Prozent der Waldfläche und ohne Holznutzung auf zehn Prozent der öffentlichen Wälder einen solchen, gesellschaftspolitisch sinnvollen Beitrag der Forstwirtschaft anzustreben? Richtig, die Papierindustrie mit ihren globalen zu erzielenden Profitmargen wäre nicht begeistert!

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Rein vom Aspekt der Speicherleistung her betrachtet, müsste man hierzu sogar die Wälder eher intensiv nutzen und stark verjüngen als zu alt werden zu lassen – oder zumindest die Bestandesstrukturen sehr deutlich ändern.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Genau das passiert ja gerade bei vielen, auch öffentlichen Waldbesitzern, wie der BaySF, dass der Aspekt der ‚Leistung’ als Argument missbraucht wird, um die Bedürfnisse der Holzindustrie besser befriedigen und legitimieren zu können. Eine eindimensionale Betrachtung rein der maximalen ‚Leistung’ wäre ein Irrweg für den Klimaschutz, wie vom vTI oben bereits bestätigt (Stichwort ‚Sparbuch’).

BBayBBayaySF:aySF:SF:SF:

Im

Rahmen

der

„Ausgebucht“-Kampagne

behauptet

Martin

Kaiser

von

Greenpeace,

dass

die

Wälder

in

Deutschland

„ausgeplündert

werden

wie

im

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Mittelalter“(3). Wenn man weiß, dass im Mittelalter ganze Landstriche entwaldet wurden, ist das ein schwerer Vorwurf. Hat Herr Kaiser Recht?

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Das ist Unsinn. Die deutschen Wälder weisen europaweit schon jetzt mit die höchsten Vorräte auf.

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Das mag überzogen klingen und war eine Zuspitzung der Tatsache, dass einige Waldbesitzer wie der Vorstandsvorsitzende der BaySF, Rudolf Freidhager, sowohl das Maß als auch die ökologische Sensibilität für das Management der Bürgerwälder verloren haben. Die Kahlschläge im Spessart auf über zwei Hektar und der systematische Unterbau mit Douglasien unter älteste Buchenwald-Ökosysteme bestätigen dies. Die Wälder in Deutschland haben sich dank eines maßvollen Handelns der Försterinnen und Förster von einem extrem niedrigen Vorratsniveau nach dem Krieg auf ein mittleres Vorratsniveau bis zur Jahrtausendwende begeben. Der Vergleich mit den degradierten Wäldern Europas ist deshalb kein Vergleich, an dem wir uns messen sollten. Stattdessen sollten wir uns an denjenigen Wäldern orientieren, die hier von Natur aus stehen und wachsen würden. Das ist übrigens auch das Leitbild der BaySF.

KRUGKRUG:KRUGKRUG Unsere Wälder werden im Rahmen der Nachhaltigkeit genutzt: Es wird noch nicht einmal so viel entnommen wie nachwächst.

Es wird noch nicht einmal so viel entnommen wie nachwächst. GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT

GREENPEACEGREENPEACEGREENPEACEGREENPEACE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Das ist regional und je nach Waldbesitzer sehr unterschiedlich und reduziert die Nachhaltigkeit auf die primitive Massennachhaltigkeit. Vor 20 Jahren ist die Nachhaltigkeit erweitert worden auf die Biologische Vielfalt, den Klimaschutz, aber auch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungsprozessen. In all diesen Bereichen besteht im Einflussbereich des Vorstands der BaySF großer Nachholbedarf. Insbesondere bei der Umsetzung der „Nationalen Biodiversitätsstrategie“ und bei der Bürgerbeteiligung ist der BaySF- Vorstandsvorsitzende kein guter Verwalter eines Bürgerwalds.

KRUG:KRUG:KRUG:KRUG: Der Wald als Lebensraum mit höchster Biodiversität und vielfältigsten Umweltleistungen ist das Produkt und das Ergebnis der bereits über Jahrhunderte andauernden Waldbewirtschaftung.

GREENPEACGREENPEACEGREENPEACGREENPEACEEE SAGTSAGTSAGTSAGT DAZUDAZU:DAZUDAZU Die Altersklassenwirtschaft, die Degradierung von Wäldern, das Experimentieren mit nicht standortheimischen Baumarten oder die Kahlschlagwirtschaft waren keine Ruhmesblätter in der Forstgeschichte Deutschlands. Aber gerade in Bayern gab es in der Vergangenheit immer wieder hervorragende Waldbauer sowie Forstleute innerhalb der Bayerischen Staatsforstverwaltung, die einen hervorragenden Waldbau geplant und umgesetzt haben. Der maßvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen war hierbei auffällig. Noch heute gibt es exzellent ausgebildete Forstleute und Waldarbeiter. Leider ist das Maß bei der Holznutzung und das Verständnis für Waldökosysteme dem Vorstandsvorsitzenden der BaySF verloren gegangen.

Autor: Martin Kaiser

(1) vgl. AFZ-Der Wald: Ausgabe 17, 2010, S. 30 ff (2) http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/waelder/CO2-

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(3)

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Podcast ist am Ende der Seite, Zitat bei Minute 2:36

www.greenpeace.de/themen/waelder/kampagnen/  

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