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Liebe Leser, Leserbriefe/Impressum

Stadtgeschichten
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die „Frau mit Bart“ war in früheren Zeiten eine Jahrmarktsensation. Mitt-
Titel 8
lerweile diskutiert sogar die Hamburger Bürgerschaft über das Thema
Intersexualität, der Deutsche Bundestag hat jüngst ein neues Transse-
Hamburg 18
xuellengesetz verabschiedet. Und selbst bei Günther Jauch wird offen
über das Leben jenseits der Geschlechtergrenzen gesprochen. Ganz all-
Mahlzeit 24
mählich rückt das Thema in den Blickpunkt der öffentlichen Diskussion.
Was treibt Menschen zu einer Geschlechtsangleichung? Was geschieht,
Kultur 26
wenn nach der Geburt keine eindeutige Zuschreibung möglich ist, weil die gängigen Schubladen nur
Mann oder Frau zulassen? Wie reagiert die Gesellschaft, welchen Spielraum gewährt der Gesetzge-
ber? hinnerk stellt in seiner Juli-Ausgabe drei Menschen vor, die abseits der Norm leben. Wir geben
Beautiful People 38
denen ein Gesicht, die im politischen Forderungsportfolio stets unter dem Begriff Transgender mit
aufgeführt werden, aber selten in Erscheinung treten. Denn auch um sie geht es in der aktuellen Szene 40
CSD-Saison, wenn die zentrale Forderung lautet, den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung um die
sexuelle Identität zu erweitern. Programm 44
Transsexuellen Männern und Frauen ist in Hamburg oft übel mitgespielt worden, nicht nur während
des Nationalsozialismus. „Auch in der Bundesrepublik führte der Staat die Bekämpfung des ‚Trans- City Guide 58
vestiten-Unweses' nahtlos fort“, schreiben Ulf Bollman und Bernhard Rosenkranz in ihrem neuen
Buch zur Homosexuellenverfolgung in Hamburg. Und: „Paradox war, dass sich Damenimitatoren in Kleinanzeigen 68
der Adenauer-Ära einerseits großer Beliebtheit erfreuten und andererseits von der Sittenpolizei ver-
folgt wurden.“ Die Szene, auch ihre käufliche Seite, hat sich bis heute auf dem Kiez gehalten. Vor- Portfolio 70
urteile, Unsicherheit und Ausgrenzung begleiten sie noch immer, und das gilt auch für jene, die nicht
als Showgirls das Publikum amüsieren, sondern ein ganz unauffälliges, ja: normales Leben führen. Sex 72
Die Zeiten, in denen die „Frau mit Bart“ für Aufsehen sorgte, sind gottlob Geschichte. Von der
Selbstverständlichkeit, mehr als zwei Geschlechter zu akzeptieren, sind wir dennoch weit entfernt. Reise 74
Intersexuelle und Transsexuelle bekommen dies oft brutal zu spüren. Ihr Kampf um gesellschaftli-
che Anerkennung hat gerade erst begonnen. Berlin 76

Fernsehen 78
Viel Spaß beim Lesen!
Verlosung 80
Stefan Mielchen
Chefredakteur Lange Reihe 82

8 18 30 76
Titel Hamburg Kultur Berlin
Glücklich auf Umwegen: Wie leben Flashmob mit anderen Mitteln: Er überschreitet ständig alle Grenzen: Kitschkunst: Eine große Retrospektive
trans- und intersexuelle Menschen? Eine private T-Shirtaktion soll den Sacha Baron Cohen gibt im Kino die zeigt die Kitschkunst von Pierre et
Wir stellen HamburgerInnen vor. CSD noch bunter machen. österreichische Volltunte Brüno. Gilles in der Hauptstadt.

hinnerk 07/09 3