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Bratkartoffeln – Wikipedia https://de.wikipedia.

org/wiki/Bratkartoffeln

Bratkartoffeln ist eine allgemein gehaltene Bezeichnung


verschiedener Rezepturen, in denen rohe oder vorgegarte Kartoffeln
gebraten werden. In der traditionellen Hochküche bezeichnen
Bratkartoffeln in der Schale gekochte, anschließend geschälte und in
nicht zu dünne Scheiben geschnittene Kartoffeln, die in Butter
goldbraun gebraten werden (pommes sautées).[1]

Verbreitet sind indes auch Rezepte, in denen zu den Kartoffeln noch


gebratene Zwiebeln, Bauchfleisch oder Speck hinzugefügt werden.
Bratkartoffeln

Zubereitung
Beilagen und Verwendung
Varianten
Sonstiges
Weblinks
Einzelnachweise

Bratkartoffeln mit Speckwürfeln


Die deutsche Kochbuchautorin Henriette Davidis beschrieb
Bratkartoffeln 1845 folgendermaßen:

„Bratkartoffeln Bratkartoffeln sind stets am besten von frisch gekochten Pellkartoffeln, die bis
zum Braten heiß gehalten werden. Doch kann man auch übrig gebliebene Salz- oder
Pellkartoffeln verwenden. Man schneidet die Kartoffeln in Scheiben und bratet sie in einer
flachen Pfanne in reiner Butter oder in Kochfett oder auch mit Speck. Nach Belieben kann man
auch in Scheiben geschnittene Zwiebel mitbraten, die man kurz vor den Kartoffeln in das
zerlassene Fett gibt. Man bestreut die Kartoffeln mit Salz und röstet sie hellbraun, wobei man sie
vorsichtig rüttelt und umrührt, um sie vor dem Anbrennen zu schützen.“
– HENRIETTE DAVIDIS: Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere
Küche, Verlag von W. Herlet, G. m. b. H. 1845, Seite 6,107-110 Nr. 107

Hinsichtlich Art und Zerkleinerung der zu benutzenden Kartoffeln, der „richtigen“ Pfanne, des Bratfetts, der
Würzung und schließlich der Konsistenz und des Geschmacks beim fertigen Gericht gibt es unterschiedliche
Ansichten. Allgemein wird aber eher ein knuspriges als ein zu weiches Bratergebnis gewünscht. Hierzu empfehlen
sich festkochende Kartoffeln, eine gut vorgeheizte Pfanne, ausreichend Fett, nicht zu viele Schichten Kartoffeln in
der Pfanne, eine längere Garzeit mit sparsamem Wenden und die Zugabe von Zwiebeln oder Speck erst gegen Ende
der Bratzeit Allerdings können Zwiebeln und Speck auch getrennt angebraten werden da man sie so besser als mit
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den Kartoffeln zusammen nach Wunsch zubereiten kann.

Zum Würzen/Aromatisieren des Gerichts werden Salz, Pfeffer, Kümmel, Majoran, Rosmarin, Knoblauch oder
manchmal auch Zucker verwendet. Süße Bratkartoffeln (auch als Röstkartoffeln oder karamellisierte Kartoffeln
bezeichnet) sind eine zumeist nur in Norddeutschland als wichtiger Bestandteil eines winterlichen Grünkohlessens
bekannte Spezialität. Hierzu werden vorzugsweise so genannte „Grünkohlkartoffeln“ verwendet: kleinste
Kartoffeln bis ca. 30 mm Durchmesser, die unzerteilt in der Pfanne mit Zucker überstreut werden und zum
Karamellisieren in dem durch die Brathitze entstehenden Sud gewälzt werden.

Als einfaches Gericht eignen sie sich sehr gut zusammen mit Spiegel-
oder Rührei, Sülze, Wurst (Leber- sowie Blut- bzw. Griebenwurst),
Knipp, Brathering oder Matjes. Sie sind zudem sehr gut als Beilage zu
allen Fleisch- und Gemüsegerichten geeignet. Beliebt ist auch das
Bauernfrühstück mit Bratkartoffeln als Grundlage.

In den USA sind home fries (grob geschnittene, häufig mit Schale
gebratene Kartoffeln) und die der Rösti ähnlichen Hash Browns oft
Bestandteil eines vollständigen Frühstücks. In England sind fried
potatoes bekannt. Bratheringe mit Bratkartoffeln

Eingeschnittene sind im Vogtland und Westerzgebirge „in den Tiegel


geschnittene gekochte Kartoffeln“.[2] Im Badischen sind sie traditionell mit Speck als „Brägele“ bekannt.[3]

Im Elsass wird ein ähnliches Gericht als Roigabrageldi bezeichnet. Der Name kommt aus dem Alemannischen
und bedeutet so viel wie „rohes Gebratenes“. Es gibt verschiedene Zubereitungsarten, sowohl in der Pfanne als
auch im Topf. So werden zum Beispiel Kartoffeln, Speck und Zwiebeln abwechselnd übereinandergeschichtet.
Traditionell isst man Roigabrageldi mit grünem Salat und geräucherter Schweineschulter.

Bratkartoffeln waren im 19. Jahrhundert das „Festessen“ der Arbeiter in den rasch wachsenden Industriestädten.
Die meisten Menschen waren ländlicher Herkunft und hatten in der Stadt nur selten Gelegenheit, sich warme
Mahlzeiten zuzubereiten. Das sprichwörtliche Bratkartoffelverhältnis, die Bratkartoffelliebe oder gar -ehe
entstanden aus dem Heimweh bzw. der Sehnsucht nach einer warmen Mahlzeit – „wie bei Muttern“ – und dem
Geruch der nach Zwiebeln und Speck duftenden Pfanne, welche der Industriearbeiter bereit war, auch materiell zu
honorieren. Solche oder ähnliche „Bratkartoffelliebe“ sicherte zahlreichen Witwen, auch noch vor der Einführung
der Sozialversicherung, das Überleben durch die Zuwendungen der so miternährten und zahlenden Ess- und
Wohngäste. Die Arbeiter hatten nicht selten zuhause auf dem Lande ihre Familien. Die „Bratkartoffelehe“ war
daher meist nur eine schlichte Zweckgemeinschaft.

Commons: Bratkartoffeln (https://commons.wikimedia.org


/wiki/Category:Home_fries?uselang=de) – Sammlung von Bildern
Wikibooks: Kochbuch/ Bratkartoffeln – Lern- und Lehrmaterialien
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Übersetzungen

1. Richard Hering, Walter Bickel (Hrsg.): Herings Lexikon der Küche. 18., überarbeitete Auflage. Fachbuchverlag
Dr. Pfanneberg, & Co., Giessen 1978, ISBN 3-8057-0218-3, S. 567 ff.
2. Günter Bergmann: Kleines sächsisches Wörterbuch. Bibliographisches Institut, Leipzig 1989. „Geit ohmd gibts
Eigeschnietene.“
3. Brägel aus der Riesenpfanne. (http://www.badische-zeitung.de/todtnau/braegel-aus-der-riesenpfanne--
46748541.html) Badische Zeitung, 27. Juni 2011, abgerufen am 15. April 2012.

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Diese Seite wurde zuletzt am 7. März 2018 um 12:51 Uhr bearbeitet.

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