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2017 – III

1.1) Dass bei der Produktion von Grabsteinen die es in Deutschland zu kaufen
gibt, Kinder beteiligt sein könnten, klingt zunächst weit hergeholt – Niemand
würde wohl in diesem Wissen einen Grabstein kaufen. In einer von der
Verweltlichung gezeichneten Gesellschaft ist die Herkunft eines Produkts nicht
immer sofort ersichtlich. Eine Internetrecherche könnte Aufschluss über die
Herstellung der Grabsteine liefern. Viele Konsumenten gehen jedoch davon
aus, dass Produzenten, Staat und Zwischenhändler schon dafür sorgen würden,
dass menschenunwürdig hergestellte Steine nicht in den Verkehr kommen. Es
gibt im Moment keine rechtlich bindenden Siegel, sondern nur solche die sich
selbst regulieren. Menschenwürdig hergestellte Steine sind zwar teurer,
würden aber von den meisten Verbrauchern bevorzugt werden. Ferner sollten
sich die Verbraucher überlegen, wie es zu so einer misslichen Lage überhaupt
erst gekommen ist.

1.2) Die Pflichtethik nach Kant besagt, dass jeder Mensch nach jener Maxime
handeln sollte, von der er möchte, dass sie allgemeines Gesetz wird. Wenn man
also Kinderarbeit nicht gutheißt und nicht möchte, dass Kinder
menschenunwürdigen Bedingungen ausgesetzt sind, darf man in der
Konsequenz keine Steine aus fragwürdiger Herkunft kaufen. Man sollte in
gutem Beispiel vorangehen und nicht gegen seine Prinzipien handeln.
Schaut man sich die Kinderarbeit unter dem Standpunkt des Utilatirismus an,
sucht man nach dem Komprommiss der den größtmöglichen Vorteil für alle
beteiligten bringt. Dabei muss zum Beispiel auch berücksichtigt werden, dass
viele Familien den Lohn aus der Kinderarbeit dringend benötigen. Außerdem ist
ein weiterer Aspekt, dass sich Angehörige möglicherweise keinen „fair“
produzierten Stein leisten könnten. Der Hauptaugenmerk ist dennoch auf das
Leiden der Kinder gerichtet. In einer Gesellschaft in der die Ausbeutung von
Kindern einfach so hingenommen wird, kann etwas nicht stimmen. Es gilt also:
Man sollte keine Kinderarbeit unterstützen, da es im Interesse aller ist, die
schwächsten Glieder einer Gesellschaft zu schützen.

2.2) Die Familien schicken die Kinder nicht aus Spaß zum arbeiten. Für viele
Familien gibt es schlichtweg keine andere Lösung. Wenn man versucht die
Menschenrechtsstandards in Entwicklungsländern, versucht dem westlichen
Verständnis anzupassen, kann es sein, dass eine solche Regelung mehr schadet
als nützt.
Die Globalisierung hat dazu geführt, dass es schwerer ist nachzuvollziehen,
woher bestimmte Produkte stammen. Entsprechende Siegeln nutzen aufgrund
ihrer Freiwilligkeit nur bedingt. Also auch Personen die
Menschenrechtsstandards sichern wollen, können unbewusst Kinderarbeit
unterstützen.

2.2) Um in der Nachfolge Jesu zu handeln, sollte ein Christ das Doppelgebot der
Gottes- und Nächstenliebe beachten. Laut der Radikalisierung der
Nächstenliebe in der Bergpredigt, sollte man alle Handlungen unter der
Vorraussetzung dieser betrachten. Eine Mehrausgabe für einen Grabstein ist
zweitrangig, wenn man dabei dieses Gebot bricht.
Jesus hat sich außerdem immer den Schwächeren zugewendet und diese unter
einen besonderen Schutz gestellt. „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie
sollen getröstet werden.“ (Mt 5,1-12)

Aber Jesus sprach: Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu
kommen; denn solchen gehört das Himmelreich.
Matthäus 19:14

3.1) Laut Marx wird Religion überflüssig, wenn soziale Gerechtigkeit hergestellt
ist. Der Mensch hat laut diesem eine große Bedeutung auf der Erde und eine
große Möglichkeit Dinge zu erschaffen. Der Mensch sollte nicht aufs Jenseits
vertröstet werden.
- Missbrauch Gottes führt nicht zu dessen Widerlegung
Wenn es keine Kinderarbeit mehr gäbe, hätte Religion ihre
Daseinsberechtigung laut Marx verloren.

3.2) Theodiee-Frage?