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Verliebtheit und Hochzei

3.1 Verliebtheit - Politik


Das Mädchen Kriemhild haftet sich an die Frauenrolle, die ihr
im Mittelalter, als der Text verfasst wurde, zugedacht ist. Sie
verhält sich ruhig, sittsam, folgsam und zufrieden. Die
jugendliche Schönheit ist, der mittelalterlichen Zeit
entsprechend, abergläubisch. Im Frühmittelalter war diese Art
der Spiritualität im Christentum weit verbreitet. Der Vorsatz,
sich niemals zu verlieben, zeigt sie ihre jugendliche Naivität,
denn ihr Vorhaben, niemals zu heiraten, um der Weissagung
Utes zu entgehen, stand im Mittelalter nicht zur Wahl.
Eine Lebensplanung ohne Heirat wurde nicht akzeptiert, schon gar nicht bei einer
Prinzessin, durch deren Heirat schließlich Heiratspolitik betrieben wird und das Reich
ausgedehnt werden kann. Auch der Wunsch, für immer „schön“, also jungfräulich, zu bleiben,
zeichnet das kindische Bild Kriemhilds zu Anfang des Textes. Ihre jugendliche Neugierde kann
das Mädchen nur stillen, indem sie ihre einzige Verbindung in den Hof zu Worms für sich
ausnutzt, ein Fenster im Schloss, aus dem sie des öfteren auf den Hof blickt. Die Verliebtheit
ist auf beiden Seiten sehr unaufgefordert, dies ist ein weiteres Merkmal der mittelalterlichen
Literatur. Jemals hörte Siegfried auf Kriemhild und wollte sie seitdem kennenlernen, als
Siegfried nach Worms an den Rhein kam, vergisst sie, unerwartet, wie es für die Jugendlichen
zu allen Zeiten üblich ist, ihren Vorsatz, und verliebt sich unvermeidbar in ihn. Wie es mit
Siegfried geschah, sie verliebte sich bald. Ein Jahr lang schwärmt sie von Siegfried und
beobachtet ihn.
Kriemhild und Siegfried gewinnen nur
dank eines Eides, den Gunther und er tun,
zusammen zu sein: Siegfrid wird ihm helfen, die
Frau, die er will, zu bekommen, das heißt,
Brünhild, die Königin von Island; sie wird nur mit
dem Mann, der sie siegen könnte, heiraten, jeder
andere Mann wird in ihren Händen sterben.
Siegfried ist derjenige, der sie wirklich besiegt,
durch diese Täuschung sind Hochzeiten möglich und auch Probleme..., dieses Thema wird im
nächsten Abschnitt behandelt.
Die Königstochter heiratet ihren
Siegfried schließlich und feiert eine
Doppelhochzeit mit ihrem Bruder Gunther und
seiner Frau Brünhild. Das Fest wird für beide
Paare nach gleichem Stand ausgerichtet. Zu
dieser Zeit ahnt Kriemhild noch nichts von der
Skepsis Brünhilds gegenüber der gleichrangigen
Hochzeit. In den Augen von Brunhild ist die
Hochzeit Siegfrieds mit Kriemhild eine Mesalliance, weil sie ihn als Vasallen ihres Mannes
sieht.
3.2 Die Zustandsänderung von Kriemhild
Die Hochzeit endet Kriemhilds Kindheit, sie wird eine Frau. Als solche verlangt sie, dass ihre
Brüder ihr Königreich mit ihr teilen. Der alte jugendliche Einfallsreichtum wird durch den
Wunsch des Eigentums ersetzt. Hagen ist jedoch gegen die Spaltung des Reiches, Siegfried ist
dagegen auch. Kriemhild zeigt zum ersten Mal ihr kämpferisches Wesen und versucht mit Hilfe
einer List und Schlauheit, an ihre Mitgift zu gelangen. Sie zieht sich nicht beharrlich, sondern
wirft Siegfried allen Burgundern vor, dass ihm vielleicht seine Wormser Ritter nicht gut genug
sind. Mit dieser intelligenten Aussage kann die Frau auch zurückzuführen auf einen
manipulativen Versuch, den eine Frau in jenen Tagen verwenden muss, um ihre Ziele zu
erreichen. Schließlich sollte die Frau völlig untergeordnet sein.
Deshalb entwickelt sie Strategien, um unterwürfig zu sein und trotzdem ihre Wünsche
zu erfüllen. Sie bleibt jedoch ihres Teiles des burgundischen Reiches verweigerten aber
zumindest können sie 1000 Männern zu ihren Diensten erreichen.
Die Laune der Königin wird auch eine wichtige Rolle in
der Tragödie spielen.
3.3 Minne
Ein weiterer Punkt, der berührt werden kann, wenn von der
Hochzeit gesprochen wird, nachdem die Entfaltung der
Persönlichkeit von Kriemhild (die mit der Entwicklung der
Geschichte im Allgemeinen zusammenhängt), ist die klare
Präsenz der Minne. Die Minne ist ein charakteristisches Element
der mittelalterlichen Literatur, bekannt für die Verwendung
wiederkehrender Handlungsmuster, Motive, Sprachformeln und viele andere herkömmliche
Erzählelemente, die in den verschiedenen Gedichten vorkommen und von einer Vielfalt von
Verfasser verwendet wurden.
Dies führte auch zu wichtigen sozialen Funktionen für die höfliche Dame, da diese
Tradition die Werte maß, die den Frauen für den Männer
darstellten. Von ihrer Schönheit entwickelte der Mann Mut,
Heldentat, Heldentum und Ritterlichkeit, seinerseits kümmerte sie
sich um ihn. Der Dienst der Frau ist Teil der Hofkultur und
Vorbedingung für ein vorbildliches Leben für den Hof. Wenn der
Herrscher die Frau vermisst, leidet der ganze Hof und das ganze
Land, die Freudlosigkeiten der Frauen sind auch die Ursache des
Leidens Königreiches, im text können wir diese Situation immer
wieder bemerken.
Auf der anderen Seite sah der Adel die Ehe vor allem
als Instrument der dynastischen Politik an, eine politische Institution, deren wichtigste
Funktion die Fortsetzung der eigenen Linie und auch die Ausdehnung des Königreichs war,
aus diesem Grund stimmt Brünhild nicht mit der Beziehung überein, die Siegfried und
Kriemhild versprachen. Sie drückt Gunter aus:
„Ich mac wol balde weinen“, sprach diu schone meit.
„úmb dîne swester ist mir von herzen leit.
die sihe ich sitzen nâhen dem eigenholden dîn.
daz muoz ich immer weinen, sol si alsô verderbet sîn.“ (Nibelungenlied, 620)
Die Idee von Brünhild wird sehr bedeutsam, weil sich durch sie der Streit der
Königinnen angenähert werden wird.