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Fachvortrag zur Wirtschaftskrise

© Christof Wahner 2009

Heute is das Thema Wirtschaftskrise. Dabei geht es in erster Linie um die folgenden Fragen:
Was is eigentlich die Wirtschaftskrise, woher kommt sie und wie äußert sie sich?
Man kann also sagen, dass es sich hier quasi um eine Art Fachvortrag handelt.

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Die Wirtschaftskrise – man weiß es, selbst wenn man nich immer so ganz regelmäßig die BILD-Zeitung
liest – wie gesagt, man weiß es, dass die Wirtschaftskrise in der Wirtschaft entstanden is und als zen-
tralen Ort des Geschehens wiederum die Wirtschaft heimsucht, quasi wie ein Bumerang. Das Stichwort
is "heimsuchen". Wenn ich z.B. mal wieder die Krise habe, dann is das bei mir ja genauso der Fall:
Dann such ich die nächste Wirtschaft heim, weil ich ja prinzipiell Orte suche, wo ich mich so halbwegs
heimisch fühlen kann. Wenn ich mich da so locker rein hocke, rück ich natürlich nich gleich mit der
ganzen Wahrheit raus, sondern sag einfach, dass ich warte. Is ja nich verboten einfach so zu warten,
oder? Im Grunde kann man aber durchaus behaupten, das ich mich durch meine ganze Wartererei
quasi selber zu einer regelrechten Wirtschaftskrise entwickle: zu einer Krise in der Wirtschaft.
Dann brauch ich nur noch einige Bier und noch 'n paar Klare, um mich voll und ganz in die Lage von
der Weltwirtschaft rein zu versetzen. Dann bin ich selber quasi Welt.
Die Frage is natürlich, was eine Welt so alles macht: Ersmal is hinlänglich bekannt, dass sich der blaue
Planet auch abends und nachts weiterdreht. Das braucht man eigentlich überhaupt nich zu erklären,
weil man es einfach spürt. Das is so ein Art Instinkt. Und das interessante is, dass dieser Instinkt erst
durch Alkohol ausgelöst, sprich aktiviert wird. Das heißt: Ohne Alkohol würde sich in der Milchstraße
gar nix drehen. Milchstraße is die jugendfreie Bezeichnung, sozusagen eine Art Euphorismus.
Die amerikanische Firma Mars hat ja seinerzeit den größten Teil der Alkstraße aufgekauft und in
"Milchstraße" umbenannt. Man weiß es. Ne?
Jetz aber zurück zum Thema: Das Stichwort is immer noch "Welt". Also will sagen, ich als Welt warte
halt einfach auf bessere Zeiten. Was bitteschön soll eine Welt im Universum sonst anderes machen?
Is klar, ne?
Falls in der Kneipe irgendwelche Weltverbesserer zugegen sind, dann sag ich denen einfach, dass die
gleich mal bei mir anfangen können, weil ich bin ja selbst eine Welt, ein richtig blauer Planet, mit Maus
und Mond etc. pp – das ganze Programm. Das Stichwort is dann "Idealismus", weil wegen diese
Weltverbesserer. Dann kommt aber natürlich noch die Dialektik dazu, d.h. die norddeutsche Dialektik,
umso mehr wenn die eingenommenen geistigen Getränke in meiner Welt ihre volle Wirkung entfalten.
Das Stichwort is dann "Weltgeist", sprich "Hegel". Und was reimt sich auf Hegel? – Na bitte: Pegel.
Es is wichtig, dass man seinen Pegel einigermaßen konstant hält.
Zum Höhepunkt bestell ich mir noch'n Whiskey oder so. Und dann kommt meistens auch schon die
Frage von diesen Abzockern, die aus friedvollen Weltbürgern wie mir Kapital schlagen wollen, dann
kommt die Frage, ob ich eigentlich genug Moos zum Bezahlen hab und worauf ich eigentlich noch
warte. Dann kann ich nur antworten:
"Ey Meister, ich warte schon die ganze Zeit auf diese blöde Frage. Sorry, du weißt ja, wegen der globa-
len und persönlichen Finanzkrise läuft jetz bei mir überhaupt nix. Nix. Oder seh ich etwa aus wie einer
von diesen verdammten kapitalistischen Abzockern? Was kann schon eine wandelne Weltwirtschafts-
krise für ihr unverschuldetes Dasein? Will mir hier jemand meine Existenzberechtigung absprechen
oder wie oder was?"
Dank einer reichlichen Menge Alkohol bekomme ich nie so richtig mit, wie der restliche Abend von
Statten geht, wenn es wieder mal heißt "Schluss mit lustig, aus die Maus, Ende Gelände."
So gegen später Nachmittag am nächsten Tag macht sich meistens die persönliche Wirtschaftskrise
am stärksten bemerkbar. Das Stichwort is dann "Finanzen". Dann entwickelt sich die Wirtschaftskrise
unvermeidlich zur Finanzkrise. Aber das is das Thema für den nächsten existenzphilosaufischen
Fachvortrag.

Prost allerseits!