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TSCHECHISCHE

REPUBLIK -
BASISDATEN
1. Vorlesung
Der Staatsname

 Česká republika (Tschechische Republik)


 Offizielle Bezeichnung in der Verfassung.

 Česko (Tschechien)
 Diese Kurzbezeichnung
 ist in der UNO-Datenbank eingetragen.
 ist nicht in der Verfassung verankert.
 wurde analog zu anderen Staatsnamen gebildet, z.B. Slovensko, Polsko, Maďarsko ...
 Tschechen bevorzugen zum Teil nach wie vor die offizielle Langform Česká republika.
 Mai 2016: offizielle Genehmigung der Regierung, die Kurzform in Englisch (Chechia) und andere
Weltsprachen zu übersetzen (z. B. frz. Tchéquie, span. Czechia usw.).

Tschechische Republik - Basisdaten 2


Česko – fremdsprachige Übersetzungen
Sprache Bezeichnung Sprache Bezeichnung Sprache Bezeichnung

Afrikaans Tsjeggië Französisch Tchéquie (la) Polnisch Czechy

Albanisch Çekia Friesisch Tsjechje Portugiesisch Chéquia

Aragonesisch Chequia Deutsch Tschechien Rumänisch Cehia

Weißrussisch Чэхія Griechisch Τσεχία Russinisch Чесько

Bretonisch Tchekia Ungarisch Csehország Russisch Чехия

Bulgarisch Чехия Isländisch Tékkland Serbisch Чешка

Kroatisch Češka Interlingua Chechia Slowakisch Česko

Dänisch Tjekkiet Italienisch Cechia Slowenisch Češka

Niederländisch Tsjechië Latein C(z)echia Spanisch Chequia

Esperanto Ĉeĥujo Litauisch Čekija Schwedisch Tjeckien

Estnisch Tšehhi Lettisch Čehija Türkisch Çekya

Finnisch Tšekki Norwegisch Tsjekkia Ukrainisch Чехія

Bosnisch
Serbokroatisch Чешка Makedonisch Чешка Češka

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Die Landesteile

Tschechische Republik – heute Corona regni Bohemiae oder


Drei historische Landesteile: Země Koruny české
• Böhmen Name erstmals verwendet im April 1348
von Kaiser Karl IV.
• Mähren
Bestehend aus:
• Der tschechische Teil Schlesiens
 Böhmen
 Mähren
 Herzogtum Schlesien
 Stadt Vratislav (Wroclaw)
 Andere Besitzungen in ständiger Verbindung mit
den tschechischen Ländern

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Die Länder der tschechischen Krone

Corona regni Bohemiae

oder

Země Koruny české

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Tschechische Republik - heute

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Die Lage innerhalb Europas

 Tschechien ist ein mitteleuropäischer Binnenstaat.

 Nachbarländer
 Im Westen Deutschland Grenze 810 km

 Im Norden Polen Grenze 762 km

 Im Osten Slowakei Grenze 252 km

 Im Süden Österreich Grenze 466 km

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Geografische und demografische Basisdaten

 Fläche
 78.866 km2
 Vergleichbare Größe haben z.B. Österreich, Griechenland, Belgien, Portugal, Ungarn

 Einwohner
 10.610.000 (Jänner 2018– Statistisches Amt Tschechien ).

 Einwohner pro km2


 134,6 (Vergleichswert Österreich: 105,2)

 Hauptstadt
 Prag – 1.294.500 Einwohner (Jänner 2018– Statistisches Amt Tschechien ).

 Höchster Punkt
 Sněžka (Schneekoppe) – 1602 m

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Der Staat

 Staatsform
 Parlamentarische Republik

 Staatsgründung
 28.10.1918 – Erste Tschechoslowakische Republik

 Erster tschechoslowakischer Präsident


 Tomáš Garrigue Masaryk

 1.1.1993 – Teilung der Tschechoslowakei


 Teilung in zwei selbständige Staaten: Tschechische Republik und Slowakische Republik
 Erste Verfassung der Tschechischen Republik

 Erster Präsident der Tschechischen Republik


 Václav Havel

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Tschechische Republik - heute

 Präsident
 Miloš Zeman
 Direktwahl für 5-jährige Amtszeit

 Regierungschef
 Andrej Babiš

 Verfassungsmäßiger Aufbau
 Exekutivgewalt – Präsident und Regierung (Premierminister und Minister)
 Gerichtsbarkeit – unabhängige Gerichte
 Gesetzgebende Gewalt – Parlament mit zwei Kammern:
 Abgeordnetenhaus (Unterhaus) und Senat (Oberhaus)

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Zeitzone, Währung und Telefonvorwahl

 Zeitzone
 MEZ Normalzeit (UTC + 1)
 MEZ Sommerzeit (UTC + 2)

 Währung
 CZK – Tschechische Krone

 Internationale Telefonvorwahl
 +420 …

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Die Staatlichkeit

 Die Staatlichkeit Tschechiens knüpft an die ersten Staatsgebilde auf dem


Gebiet der heutigen Tschechischen Republik an, vor allem an …
 das Großmährische Reich im 9. Jahrhundert
 die Herrschaft der Přemysliden im 10. Jahrhundert

 Wesentlichen Anteil an der Idee der tschechischen Staatlichkeit hatten …


 der Hl. Wenzel /Svatý Václav – der tschechische Landespatron
 Das Christentum trug in hohem Ausmaß zur Entwicklung der Nation bei.
 Karl IV. – Vater des Vaterlands
 František Palacký – Vater der Nation
 Tomáš Garrigue Masaryk – „Väterchen“

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Die Staatssymbole der Tschechischen Republik

 Staatsflagge
 Die Tschechische Republik übernahm nach der Teilung auch die Originalflagge der Tschechoslowakei.
 Die Slowakei war an der Verwendung dieser Flagge nicht interessiert.
 Großes und kleines Staatswappen
 Präsidentenstander
 Staatssiegel
 Staatsfarben
 Staatshymne – Kde domov můj?
 Die Staatssymbole sind zurückzuführen auf …
 die Tradition des mittelalterlichen böhmischen Staates  Wappen
 die hussitische Bewegung  Spruch auf dem Präsidentenstander – Pravda vítězí! (Wahrheit siegt)
 die nationale Wiedergeburt  Hymne
 die Tschechoslowakei - Flagge

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Die Flagge der Tschechischen Republik

• Symbolik der Farben:


Inoffizielle
Interpretation
Offizielle
Interpretation

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Das große Staatswappen

Jiří Louda – Autor des Konzeptes

1. Teil: Silberner, zweischwänziger (männlicher) Löwe


beim Springen auf rotem Hintergrund –
Symbol für Böhmen
2. Teil: Silber-rote Adlerin auf blauem Hintergrund –
Symbol für Mähren
3. Teil: Schwarze Adlerin – Symbol für Schlesien
4. Teil: Wieder ein Löwe, Symbol für die ganze
Tscheschische Republik. Dieses Staatssymbol benutzt
man für die offizielle Repräsentation des Staates und
ist auch auf dem Reisepass abgebildet.

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Das kleine Staatswappen

Autor des Konzeptes: Jiří Louda


Wird bei Siegeln und Amtsstempeln benutzt, außerdem
von Gerichten, Exekutoren, Hygienestationen und
für Baumdenkmäler

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Der Präsidentenstandarte

Wird nur vom Präsidenten benutzt


Autor des Konzeptes: Jiří Louda
Symbole:
1. In der Mitte befindet sich das große
Staatswappen
2. Unten: Rotes Band mit silberner Aufschrift
„Pravda vítězí“ ( Wahrheit siegt!)
3. Trikolore
4. Lindenblätter – lípa (Linde).
Die Linde ist der inoffizielle Nationalbaum

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Das Staatssiegel

Das Staatssiegel wird vom Präsidenten verwahrt und


benutzt. Es entstand aus dem Siegel des
Böhmischen Königreiches (1429 – 1432). Im Mittelalter
hatte jeder König ein eigenes Siegel.

•Internationale Verträge
•Beglaubigung von Botschaftern

Symbole:
1. Das große Staatswappen
2. Lindenblätter
3. Aufschrift „Česká republika“
(Tschechische Republik)

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Die Staatsfarben - Trikolore

Seit 1960 wird die Trikolore nicht


mehr offiziell benutzt.
Nur wie Protest gegen Regime,
z.B. 1968 oder 1989.

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Die tschechische Nationalhymne (1834) „Kde domov můj“
Text: Josef Kajetán Tyl
Musik: František Škroup

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Der tschechische Nationalcharakter

 Die Tschechen haben eine hohe Wertschätzung für das kulturelle


Vermächtnis ihrer Vorfahren.

 Sie sind stolz auf ihre Tradition, Kultur und Sprache.

 Merkmale des Nationalcharakters:


 + Geselligkeit, Improvisationsvermögen, Allgemeinwissen – Bildung
 - Misstrauen, schwarzer Humor, Sarkasmus, Gerissenheit
 Unterschiedlichkeit Böhmen : Mähren

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Die Sprache der Tschechischen Republik
und sogenannte „falsche Freunde“

 Die einzige Amtssprache ist Tschechisch. Sie wird von etwa 96 % der Einwohner
gesprochen.
 Die Einwohner der tschechischen Republik heißen „Češi“ (Tschechen) bzw. „Češky“
(Tschechinnen).
 Weitere Sprachen auf dem Gebiet der tschechischen Republik sind Slowakisch, Deutsch,
Polnisch und Romanes.
 Die Tschechen verstehen meistens Slowakisch, aber auch hier gibt es viele Wörter, welche
die neue Generation der Sprecher nicht kennt, z.B. „čučoriedka” (Heidelbeere) oder
„topánky“ (Schuhe)

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Slowakisch vs. Tschechisch

 bábetko: miminko
 bielizeň: prádlo
 bosorka: čarodejnice
 bozk: polibek
 bozkávať: líbat
 brat: bratr
 bravčové: vepřové
 cencúľ: rampouch
 cintorín: hřbitov
 čučoriedka: borůvka
Falsche Freunde

 Vorsicht bei sogenannten „falschen Freunden“ *), z. B.


 Monatsbezeichnungen: poln. kwiecień (April) – tsch. květen (Mai)

 poln. dziwak (Sonderling, Kauz) – tsch. divák (Zuseher) – sl. diviak/tsch. divočák (Wildschwein)

 serb. stan (Wohnung) – tsch. stan (Zelt)


*)(Pančíková, Marta oder Lotko, Edvard)
Die Enklaven der tschechischen Sprache

 In Österreich leben derzeit ca. 17.000 Tschechischsprachige (v.A. in Wien, ca. 4.000).
 Einige 10.000 Tschechen leben in der Slowakei, wo sie nach der Trennung von der
tschechischen Republik (1992) geblieben sind.
 Weitere Enklaven: Polen, Deutschland, Ukraine (wolhynische Tschechen), Kroatien
(insbesondere bei Daruvar) und West-Rumänien (Banat).
 Tschechisch wird auch in Australien und Kanada, vor allem aber in den USA, gesprochen.
Dort befindet sich die größte tschechische Minderheit überhaupt. Die bedeutendsten
Gemeinden sind in New York, Chicago und Cleveland, aber auch in den Landwirtschafts-
gebieten in Texas, Wisconsin, Minnesota und Nebraska. Insgesamt leben in den USA
ungefähr 90.000 Tschechen (lt. Volkszählung 1990).
 Auf der ganzen Welt gibt es zahlreiche Lektorate für Tschechisch sowie tschechische
Landsmannschaften, Kindergärten, Schulen …

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Tschechisch heute

 Das heutige Tschechisch gehört zur Gruppe der westslawischen Sprachen.

 Es zählt zu den am stärksten flektierenden Sprachen, d.h. Wörter werden


„gebeugt“:  Deklination und Konjugation.

 Für Ausländer ist Tschechisch eine sehr komplizierte Sprache


 Probleme bereiten Aussprache, Deklination, Konjugation, Aspekt, Wortfolge usw.

 In der Liste der auf der Welt meistverbreiteten Sprachen liegt Tschechisch
am 83. Platz

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Substantiv - Besonderheiten

 Kasus:
 7 Fälle

 Genus
 Maskulina belebt, Maskulina unbelebt, Feminina, Neutra

 Numerus:
 Singular und Plural, aber es gibt auch
 den Dual für paarweise angeordnete Körperteile, z.B.
 Sg. ruka  Pl. ruce ≠ Dual rukama, Sg. noha  Pl. nohy ≠ Dual nohama
 Singularia tantum: werden nur in im Singular gebraucht, z.B.
 uhlí, mládež , vojsko
 Pluralia tantum: stehen im Plural, bezeichnen aber nur eine Sache, z.B.
 Pardubice, dveře

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Verb - Besonderheiten

 Tempus
 Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft

 Aspekt
 Typisches Phänomen der slawischen Sprachen.
 Bezeichnet vollendete (perfektive) bzw. unvollendete (imperfektive) Handlungen
 Für Ausländer relativ schwierig.
 Zukunft bei perfektiven und imperfektiven Verben - spezifische Präfixe bilden die Zukunft,
z.B. jít – půjdu, jet – pojedu.

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Schriftsprache und Dialekte

 Großer Unterschied zwischen der traditionellen Schriftsprache und der


gesprochenen Sprache (Umgangssprache, Dialekte) – Codewechsel 
Diglossie
 Besonderheiten der tschechischen Sprache:
 Konsonant ř – Probleme mit der Aussprache, z.B. Řehoř, řeřicha
 Silbenbildende Laute r und l : vrh, vlk, strhl, svršky usw.
 Aber auch andere im Tschechischen häufige Konsonanten bereiten Ausländern Probleme:
zvlášť, vzplane
 Zungenbrecher: pštros s pštrosicí, strč prst skrz krk
 In der Rechtschreibung werden diakritische Zeichen verwendet
 Háčky, čárky, kroužky, z.B.: č, ž, á, é, ú, ů

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Internationale Beziehungen

 Die tschechische Republik ist Mitglied aller wichtigen internationalen


Organisationen, z.B. UNO, NATO, Schengenraum, Višegrad-Gruppe
 Seit 2004 Mitglied der EU
 Außenpolitik: Bekenntnis zu den demokratischen Werten der europäischen
Zivilisation.
 Der Rechtsstaat ist aufgebaut auf Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und
Demokratie.
 Aktive Mitarbeit bei humanitären Hilfsprogrammen
 Medizinisch, finanziell, materiell, militärisch (Schutz- und Friedensmission)

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DANKE FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT
 Mgr. Markéta Schürz Pochylová, Ph.D.

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