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januar 16 februar märz april mai juni juli august september oktober november dezember

januar 16 februar märz april mai juni juli august september oktober november dezember ar s enal

arsenal

institut für film und videokunst e.V.

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januar 16

inhalt

Pursuits Of Happiness Screwball Comedy (2) > 4
Pursuits Of Happiness
Screwball Comedy (2)
> 4
Weltreisen > 21
Weltreisen
> 21

Arsenal Filmatelier: Großes Kino, Kleines Kino #1

> 23

Die DEFA-Stiftung Produktion: Mag Bodard > 10 präsentiert > 24
Die DEFA-Stiftung
Produktion: Mag Bodard
> 10
präsentiert
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Magical History Tour Klänge, Töne und Geräusche – Sound im Film > 16
Magical History Tour
Klänge, Töne und Geräusche –
Sound im Film
> 16

FilmDokument: Die filmische

Rezeption des Dritten Kinos in

Westdeutschland > 24
Westdeutschland
> 24

Berliner Premiere: ZAPLYV –

DIE SCHWIMMER

> 25

2 januar 16 inhalt Pursuits Of Happiness Screwball Comedy (2) > 4 Weltreisen > 21 Arsenal
Things to Come – Science · Fiction · Film > 25
Things to Come –
Science · Fiction · Film
> 25

Filmspotting: Erkundungen

im Filmarchiv der Deutschen

Kinemathek

> 26

UdK-Seminar:

Krasse Filme

> 26

Vaginal Davis präsentiert

Rising Stars, F alling Stars –

Briefe aus der Garderobe

> 27

editorial

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Klassiker nicht nur für Kinder > 27
Klassiker
nicht nur für Kinder
> 27
editorial januar 16 3 Klassiker nicht nur für Kinder > 27 Living Archive im silent green

Living Archive im silent green

Kulturquartier

> 28

News

> 29

Kalendarium

> 30

Die Basis des Make-Up

(Nr. 327)

> 35

arsenal freundeskreis – Sind Sie dabei?

> 36

Impressum

> 39

D ie Nähe des Reisens zur filmischen Erfahrung ist offen- kundig. In beiden setzt man sich einer Vielzahl von Eindrü- cken aus, öffnet seine Sinne, nimmt seine Umwelt idealer- weise in einem Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Durchlässigkeit wahr. Das Kino erlaubt uns, entfernte Orte, vergangene Zeiten und andere Erfahrungsräume zu betre- ten, zu denen wir sonst keinen Zugang hätten. Eine große Reisende ist Ulrike Ottinger. Ihre filmische Arbeit hat sie an viele Orte der Welt geführt, vor allem nach Asien, aber auch bei ihren in Deutschland angesiedelten Filmen findet sie Fremdes im Vertrauten. Seit dem 2. Dezember und noch bis zum 27. Februar 2016 ist Ulrike Ottingers Ausstellung „Weltreise. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger“ in der Staatsbibliothek Berlin zu sehen, die wir zum Anlass ge- nommen haben, Ulrike Ottingers filmische Expeditionen zu zeigen und ihnen auf Reisen entstandene Filme anderer Regisseur_innen gegenüberzustellen. Einer Entdeckungs- reisenden gleich betrat Mag Bodard in den 60er Jahren als Produzentin Neuland, gründete in Frankreich eine Produk- tionsfirma und behauptete sich in einer Männerdomäne. Mit den von ihr produzierten Filmen bewies sie künstleri- schen Mut und Weitblick. Wir gratulieren Mag Bodard zum 100. Geburtstag am 3. Januar und widmen ihr ein Pro- gramm mit neun von ihr pr oduzierten Filmen.

The similarities between travel and cinematic experience are clear. They both expose us to a variety of impressions, ideally enabling us to perceive our environment in a state of enhanced attention. Cinema allows us to enter remote places, times past and other spaces of experience, to which we would otherwise not have had access. Ulrike Ottinger is

a great traveller. Her work with film has led her to many parts of the world, especially to Asia. Her exhibition “Around the World. Forster – Humboldt – Chamisso – Ottinger” is on at the Berlin State Library until 27th February, the perfect occasion for us to screen her filmic expeditions.

Ihr Arsenal-Team

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pursuits of happiness – screwball comedy

BRINGING UP BABY

(Howard Hawks, USA 1938)

HIS GIRL FRIDAY

(Howard Hawks, USA 1940)

Pursuits Of Happiness Screwball Comedy (2)

D er battle of the sexes – der ewige Kampf darum, den anderen zu verstehen, trieb in den Screwball Comedies der goldenen Ära des klassischen Hollywoodfilms schillernde Blüten. Vor dem Hintergrund der Großen Depression und den konservativen Richtlinien des Motion Picture Production Code, besser bekannt unter dem Na- men Hays-Code, lösten diese Beziehungskomö- dien mit rasanten Dialogen, respektlosem Hu- mor, schnellem Rhythmus und exzentrischen Charakteren die anarchischen Komödien etwa der Marx Brothers oder Mae Wests ab. Mit der ihnen eigenen Kunst der Andeutung und Anspie- lung, des Innuendo, vermochten sie einerseits den Production Code zu unterlaufen und ande- rerseits trotz ihrer Respektlosigkeit systembe- stätigend zu wirken. Die sozialen Komödien un- ter ihnen thematisieren die Kluft zwischen Arm und Reich, kritisieren humorgefiltert High Soci- ety und unkontrollierten Finanzkapitalismus und sympathisieren mit der Politik des New Deal, die höchst unterschiedlichen Lebensge- fährten (in spe) klassendurchlässig neu mi- schend. Das Genre, das sich zu Beginn der 30er

Jahre aus der Bühnentradition der Broadway- Farce heraus entwickelt hat und seine Blütezeit Anfang der 40er Jahre erreichte, lebt von der iro- nischen Konfrontation vielerlei Widersprüche und ungleicher Partner, die beim Zusammen- prall mit ihren Mitmenschen seltsame Kettenre- aktionen auslösen und selbst erst außer Fas- sung geraten müssen, um schließlich vereinigt zur Ruhe zu kommen und in die Liebesheirat ge- führt zu werden. Wir führen bis Ende Januar unsere umfassende Retrospektive fort und feiern mit 20 Filmen aus den Jahren 1934 bis 1949 den anhaltenden Charme des Genres der Klassen- und Ge- schlechtergegensätze. BRINGING UP BABY (Leoparden küsst man nicht, Howard Hawks, USA 1938 | 1. & 22.1.) Das Leben des Paläontologen David Huxley (Cary Grant) verläuft in geregelten Bahnen. Seit Jahren baut er in einem Museum am Skelett eines riesigen Brontosauriers, zu dessen Vollendung ihm nur noch ein letzter Knochen fehlt. Am Tag vor der geplanten Hochzeit mit seiner treuen Mitar- beiterin lernt Huxley die exzentrische Erbin

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(Katharine Hepburn) eines Millionenvermögens kennen. Die Bekanntschaft ändert Huxleys Le- ben schlagartig. Ein Plot, der an Verwicklungen und eine Inszenierung, die an Tempo kaum zu überbieten sind, kennzeichnen den wohl be- rühmtesten aller Screwball-Klassiker. BACHELOR MOTHER (Garson Kanin, USA 1939 | 2.1.) Polly Parrish (Ginger Rogers) ist für das Weihnachtsgeschäft als Aushilfsverkäuferin in der Spielwarenabteilung von Merlin’s Depart- ment Store angestellt. Auf dem Nachhauseweg verhindert sie, dass ein vor dem Waisenhaus abgelegter Säugling die Treppen hinunterfällt – und wird fortan wider Willen für die Mutter ge- halten. Um schlechter Publicity wegen der Ent- lassung einer alleinerziehenden Mutter an Weihnachten zu entgehen, sorgt der Sohn des Firmeninhabers, David Merlin (David Niven) da- für, dass Polly den Job behalten kann. Das ver- anlasst jedoch den Seniorchef J.B. Merlin (Charles Coburn) anzunehmen, dass sein Sohn der leibliche Vater des Kindes ist. Garson Kanins „Interesse an sozial provokanten Fragen ist un- übersehbar und zieht sich hier vom großen The-

ma (werktätige Mutter) bis zu gelungenen De- tails wie der Enttäuschung über einen Pokalsieg im Tanzwettbewerb, weil der zweite Preis Geld gewesen wäre. Vor allem aber gab Kanin den Darstellern großen Freiraum: Ginger Rogers brilliert als Komödiantin, David Niven ist ein ex- zellenter Widerpart und Charles Coburn ent- zückt als dessen kauziger Papa.“ (Christoph Huber) VIVACIOUS LADY (George Stevens, USA 1938 | 2. & 6.1.) Peter Morgan Jr. (James Stewart), ein schüchterner Lehrer für Botanik am College der Kleinstadt Old Sharon, steht im großen Schatten seines strengen Vaters (Charles Coburn). Als er mit dem Auftrag nach New York geschickt wird, seinen lebenslustigen Cousin Keith zurückzuho- len, partizipiert er selbst an der Freiheit, die die große Stadt bietet. Er verliebt sich in die Nacht- clubsängerin Francey (Ginger Rogers) und nimmt sie nach einer Blitzheirat mit nach Hause. Doch dort verlässt ihn der Mut, seinem domi- nanten Vater, der ihn kaum zu Wort kommen lässt, eine „Tingeltangelkünstlerin“ als Ehefrau zu präsentieren. Francey wird zunächst als Bo-

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pursuits of happiness – screwball comedy

THE TALK OF THE TOWN

(George Stevens, USA 1942)

THE MAD MISS MANTON

(Leigh Jason, USA 1938)

THE LADY EVE

(Preston Sturges, USA 1941)

tanikstudentin ausgegeben, bis Peters Mutter sich hinter die nicht standesgemäße Verbindung stellt und Peter Morgan Sr. jedes Mal eine Herz- attacke vorspielt, sobald er in Wut gerät. HIS GIRL FRIDAY (Howard Hawks, USA 1940 | 3.1.) Walter Burns (Cary Grant), Herausgeber einer Tageszeitung und Journalist mit Leib und Seele, will es nicht akzeptieren, dass seine Ex-Frau, die Reporterin Hildy Johnson (Rosalind Russell), ih- ren Beruf aufgibt, um mit einem Versicherungs- vertreter (Ralph Bellamy) ein beschauliches Leben in der Provinz zu führen. Mit allen Mitteln versucht er Hildys Abreise nach Albany und die bevorstehende Hochzeit zu verhindern. Er über- redet sie zu einem letzten Interview mit einem verurteilten Mörder, der gehängt werden soll, damit der Sheriff und der Bürgermeister die nächste Wahl gewinnen. HIS GIRL FRIDAY ist ei- ner der seltenen Fälle, in denen ein Remake die Vorlage – Lewis Milestones The Front Page (1930) – eindeutig übertrifft. Hawks ersetzte in seinem politischsten, medien- und gesellschaftskriti- schen Film den zweiten Protagonisten durch eine Protagonistin und realisierte so eine der

schönsten und rasantesten Screwball-Komö- dien. THE TALK OF THE TOWN (George Stevens, USA 1942 | 4. & 7.1.) Nach dem Brand einer Mühle wird das schwarze Schaf des Ortes, Leopold Dilg (Cary Grant), der Brandstiftung und des Mordes beschuldigt. Er flüchtet sich mit einer Fußverlet- zung vor dem Lynchmob in das Ferienhaus der Lehrerin Nora Shelly (Jean Arthur), die die Räu- me gerade für ihren neuen Mieter, den Straf- rechtsprofessor Lightcap, herrichtet. Der steife und überkorrekte Rechtsgelehrte fühlt sich durch die Störungen der Vermieterin und ihres vermeintlichen Gärtners zunächst in seiner Ruhe gestört, taut aber langsam auf, je mehr Zeit er mit Nora und Leopold verbringt und über die humane Anwendung von Rechtsvorschriften dis- kutiert. „Der turbulente Witz in THE TALK OF THE TOWN ist doppelter Natur. Genormte Lebensart und der Glaube an eine ,unpolitische‘ Lehre von Recht und Ordnung sind die Zielscheiben des Films (wobei Cary Grant zugleich Pfeil und Bogen repräsentiert), aber sein Substrat ist der Lern- prozess im erotischen Dreieck.“ (Harry Tomicek)

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THE MAD MISS MANTON (Leigh Jason, USA 1938 | 11. & 16.1.) Die Titelheldin Melsa Manton (Bar- bara Stanwyck), eine exzentrische Erbin der New Yorker High Society, ist für ihre Späße und Extravaganzen berüchtigt. Deswegen glaubt ihr die Polizei auch nicht, dass sie nach einer Kos- tümparty eine Leiche in einem leer stehenden Haus gefunden haben will. Als auch noch der Journalist Peter Ames (Henry Fonda) sich in ei- nem Leitartikel über die „reiche Nichtstuerin“ lustig macht, beschließt Miss Manton mit ihren sieben Clubfreundinnen auf eigene Faust zu er- mitteln. Eine Film-Noir-Parodie, entstanden, bevor das Noir-Genre überhaupt etabliert wur- de: Barbara Stanwycks und Henry Fondas erstes Zusammentreffen, von Kameraspezialist Nick Musuraca mit unheimlichen Schatten versehen, ist eine völlig durchgeknallte Mischung aus Screwball Comedy und Murder Mystery mit un- durchsichtiger, verwickelter Handlung und ab- surdem, zum Teil kindischem Humor: Fehlzün- dungen, die mit Schüssen verwechselt werden, Upper Class Ladies, die in High Heels, Pelzmän- teln und extravaganten Hüten auf Verbrecher-

jagd gehen, Leichen, die in Kühlschränken und Polizeikofferräumen versteckt werden und ei- nem Henry Fonda, der mit einer Gabel traktiert wird und vor allem als gefesselt und geknebelt in Erinnerung bleibt. THE LADY EVE (Preston Sturges, USA 1941 | 16. & 20.1.) Der Schlangenforscher und Erbe eines Brauerei-Imperiums Charles Pike (Henry Fonda) kehrt von einer einjährigen Amazonas-Expedi- tion zurück und begegnet auf einem Luxusliner der attraktiven Trickbetrügerin Jean (Barbara Stanwyck). Zusammen mit ihrem Vater, „Colonel“ Harrington (Charles Coburn), nimmt sie den na- iven Charles solange beim Kartenspiel aus, bis ihm sein Diener steckt, was ihm geschieht. Aus Rache über Charles’ Abwendung nähert Jean sich ihm erneut, diesmal verkleidet als engli- sche Lady Eve Sidwich, die Nichte von Sir Alfred McGlennan Keith, und macht ihm Avancen. Trotz der frappierenden Ähnlichkeit und aller Warnun- gen ist der treuherzige Charles überzeugt, dass so dreist keine Frau sein kann. Preston Sturges schuf in seinem hinreißend komischen Meister- werk mit Charles Pike die wohl lächerlichste

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pursuits of happiness – screwball comedy

Männerfigur aller Screwball Comedies. Henry Fonda stolpert und tapst so wunderbar unbe- darft durch den Film, dass man ihm am liebsten die Hand auf die Stirn legen möchte und fragen:

„Jemand zu Hause?“

I WAS A MALE WAR BRIDE (Howard Hawks, USA

1949 | 22. & 30.1.) Im besetzten Nachkriegs- deutschland – gedreht on location in Heidelberg, Mannheim, Frankfurt und Schwetzingen – wird dem französischen Offizier Capt. Henri Rochard (Cary Grant) der weibliche Leutnant Catherine Gates (Ann Sheridan) der US-Armee als Über- setzerin zugeteilt. Gates lässt sich von der männlich-arroganten Autorität Rochards wenig beeindrucken. Weil Rochard keinen amerikani- schen Führerschein besitzt, übernimmt Gates den Lenker des Motorradgespanns und Rochard muss auf der Suche nach Schwarzmarkthänd- lern im Beiwagen Platz nehmen. Nachdem sich die beiden schließlich doch nähergekommen sind, und Gates den Marschbefehl in die USA erhält, sieht sich das Paar mit den Hürden der US-Militärbürokratie konfrontiert: Die Einreise einer „männlichen Kriegsbraut“ sehen die Pa-

ragraphen nicht vor. Howard Hawks’ turbulente Komödie zählt zu den späten Höhepunkten des Genres.

YOU CAN’T TAKE IT WITH YOU (Frank Capra, USA

1938 | 24.1.) Der Titel des gleichnamigen Büh- nenstücks von Moss Hart und George S. Kauf- man ist auch das Leitmotiv von Frank Capras Adaption: „Man kann nichts mitnehmen.“ Der Film ist eine Hohelied auf den gegenwärtigen Augenblick und die Kostbarkeit des Lebens und preist die Verspieltheit, den Nonkonformismus und die Freiheit, das zu tun, wonach einem der Sinn steht, fern von Rentabilitätsdenken und Arbeitszwängen. Das erste „Hippie Movie“ nann- te Frank Capra rückblickend YOU CANT TAKE IT WITH YOU, das in einer selten leichten Art Kritik an einem kapitalistischen System artikuliert, in dem die Menschen meist nicht mehr sind, als ein Rädchen im Getriebe, und in einer einzigar- tigen Mischung aus Warmherzigkeit, Witz und Engagement eine Utopie aufscheinen lässt. Martin Vanderhof (Lionel Barrymore) kehrt eines Tages auf dem Weg zur Arbeit um und lässt das tägliche Hamsterrad hinter sich. Fortan widmet

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er sich nur noch dem, was ihm sinnvoll erscheint und Spaß macht. Freunde und Familie ermun- tert er, dasselbe zu tun. So wird in dem großen, offenen Haus gemalt, getanzt, musiziert, mit Explosivstoffen hantiert. Kompliziert wird es al- lerdings, als sich Vanderhofs Enkelin Alice (Jean Arthur) in Tony (James Stewart), den Sohn des Wall-Street-Magnaten A.P. Kirby (Edward Ar- nold) verliebt. Der ist im Begriff, seine Pläne für das größte Rüstungseinzelmonopol umzuset- zen, benötigt dafür aber noch das Vanderhof’sche Grundstück. UNFAITHFULLY YOURS (Preston Sturges, USA 1948 | 27. & 30.1.) Der ebenso berühmte wie ego- manische Dirigent Sir Alfred De Carter (Rex Har- rison) lässt seine Frau (Linda Darnell) von einem Privatdetektiv beschatten, weil er sie verdäch- tigt, eine Affäre mit seinem hübschen jungen Sekretär Tony zu haben. Während er drei Musik- werke eines Konzerts dirigiert, spielt er in seiner Fantasie drei Möglichkeiten der Rache durch – bis zum Mord, der den Verdacht auf den ver- meintlichen Nebenbuhler lenken soll. Die Um- setzung in die Tat scheitert jedoch bereits daran,

I WAS A MALE WAR BRIDE

(Howard Hawks, USA 1949)

YOU CAN’T TAKE IT WITH YOU

(Frank Capra, USA 1938)

UNFAITHFULLY YOURS

(Preston Sturges, USA 1948)

bei einer Schallplattenaufnahme die richtige Geschwindigkeit einzustellen und gerät zum slapstickartigen Desaster. Quentin Tarantino

führt UNFAITHFULLY YOURS in seinen Top Ten der Greatest Movies of All Time; neben HIS GIRL FRIDAY die einzige Komödie der Liste. (hjf/mf) Men and women have seldom feuded in such spirited, witty fashion as in the screwball com- edies of the golden era of classic Hollywood cin- ema. Eccentric protagonists, the inversion of traditional roles, and verbal battles as rapid-fire as they are innuendo-filled characterize these relationship comedies, which used puns to un- dermine the rigid morals of the period and formed a cheerful realm worlds apart from the Great Depression. Arsenal presents 20 high- points of this genre of gender and class opposi- tions from 1934 to 1949.

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produktion: mag bodard

DEUX OU TROIS CHOSES QUE JE SAIS D’ELLE

(Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß, Jean-Luc Godard, F 1967)

AU HASARD BALTHAZAR

(Zum Beispiel Balthasar, Robert Bresson, F/Schweden 1966)

Produktion: Mag Bodard

D ie Karriere der hierzulande weitgehend unbe- kannten Produzentin Mag Bodard (*1916 als Marguerite Perato in Turin) zählt zu den außer- gewöhnlichsten der französischen Filmge- schichte. Als die Journalistin Anfang der 60er Jahre mit Mitte 40 die Produktionsfirma Parc Films gründete, war sie weit und breit die einzige Frau in dem von Männern dominierten Metier. Mit großem Enthusiasmus, Mut, Vertrauen und freundschaftlicher Verbundenheit zu ihrer „künstlerischen Familie“ produzierte sie Filme, an deren Qualität sie glaubte – und die in vielen Fällen anderen Produzenten zu riskant bzw. zu wenig lukrativ waren. Ihre Risikobereitschaft wurde mit der Goldenen Palme 1964 für ihre

zweite Produktion LES PARAPLUIES DE CHER-

BOURG belohnt. In dem folgenden „magischen Jahrzehnt“ produzierte Mag Bodard mehr als 30 Kinofilme, darunter Werke von Robert Bresson, Jacques Demy, Jean-Luc Godard, Maurice Pialat, Alain Resnais und Agnès Varda. Mitte der 70er Jahre zog sie sich aus dem Kinogeschäft zurück, um sich ihrem ursprünglichen Interesse, dem Fernsehen zu widmen und realisierte mit ihrer

Gesellschaft Ciné Mag Bodard bis heute mehr als 100 TV-Produktionen. Wir gratulieren sehr herzlich zum 100. Geburts- tag am 3. Januar 2016 und zeigen neun von Mag Bodard produzierte Filme.

DEUX OU TROIS CHOSES QUE JE SAIS D’ELLE

(Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß, Jean- Luc Godard, F 1967 | 8.1., Einführung: Volker Pantenburg & 14.1.) liegt Godards Auffassung zugrunde: „Um heutzutage in der Pariser Ge- sellschaft leben zu können, muss man sich auf die eine oder andere Art prostituieren bzw. nach Gesetzen leben, die an solche der Prostitution erinnern“. Das Pronomen ELLE (dt. „sie“) des Titels bezieht sich dabei weniger auf die Prota- gonistin Juliette (Marina Vlady), deren Alltag als Ehefrau, Mutter und Gelegenheitsprostituierte der Film skizziert, sondern vielmehr auf die Re- gion Paris, die „Brutalität des Neokapitalismus“, die Zirkulation von Ideen, die Hochhaussiedlun- gen der Banlieue, die Prostitution und ein halbes Dutzend weiterer Themenfelder, die Godard im Trailer zum Film auflistet. Juliette spricht frontal in die Kamera von ihrer Situation, der Verstri-

produktion: mag bodard

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ckung ins kapitalistische System, Godard kom- mentiert flüsternd aus dem Off.

LES PARAPLUIES DE CHERBOURG (Die Regen-

schirme von Cherbourg, Jacques Demy, F/BRD 1964 | 10. & 23.1.) Eineinhalb Jahre benötigte Mag Bodard, um das nötige Geld für ein Projekt zu be- schaffen, das kein anderer Produzent finanzieren wollte: „Die erste Volksoper, die für den Film ge- schrieben wurde“ (Jacques Demy), mit gesunge- nen, gut verständlichen Dialogen. Cherbourg, No- vember 1957: Die 18-jährige Geneviève (Catherine Deneuve), die Regenschirme im Geschäft ihrer Mutter verkauft, liebt den Automechaniker Guy. Die erste Liebesnacht bedeutet gleichzeitig den Abschied von ihrem zum Kriegsdienst in Algerien einberufenen Liebhaber. Von ihrer Mutter wird die schwangere Geneviève zur Heirat mit einem wohl- habenden Juwelier gedrängt. Jacques Demy machte durch die aufwendige Farbdramaturgie aus Cherbourg einen märchenhaften Ort. Der Film wurde in Cannes mit der Goldenen Palme ausge- zeichnet und verhalf Mag Bodard, Jacques Demy sowie der 19-jährigen Catherine Deneuve zu Be- rühmtheit. Wir zeigen die restaurierte Fassung.

AU HASARD BALTHAZAR (Zum Beispiel Baltha- sar, Robert Bresson, F/Schweden 1966 | 9. & 26.1.) Jacques Demy, Jean-Luc Godard und François Truffaut überzeugten Mag Bodard mit vereinten Kräften zur Finanzierung von Robert Bressons ungewöhnlichem Projekt, einen Esel zum Protagonisten eines Spielfilms zu machen. Anhand der Titelfigur, dem Esel Balthazar, so- wie des Schicksals seiner Besitzer schildert Bresson den Zyklus des Lebens: Als Balthazar klein ist, umgibt ihn Zärtlichkeit; Kinder spielen mit ihm und geben ihm seinen Namen. Später bestimmt harte Arbeit auf einem Bauernhof sein Dasein. Er wird gepeitscht, tritt dressiert im Zir- kus auf, trägt bei einer Prozession die Reliquien und stirbt, als Lasttier eines Schmugglers, von einer Kugel getroffen auf einer Bergwiese inmit- ten einer Schafherde. Bressons thematisch reichste Arbeit ist der am weitesten deutbare seiner Filme. „Jeder, der diesen Film sieht, wird absolut erstaunt sein, denn dieser Film ist wahr- haftig die Welt in anderthalb Stunden.“ (Jean- Luc Godard) UNE FEMME DOUCE (Die Sanfte, Robert Bresson,

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produktion: mag bodard

F 1969 | 13. & 15.1.) Mag Bodard ermöglichte Ro- bert Bresson die produktivste Schaffensphase seiner Karriere. Von den insgesamt 13 Filmen, die er im Laufe von 40 Jahren drehte, realisierte er drei innerhalb von vier Jahren: AU HASARD

BALTHAZAR, Mouchette und UNE FEMME DOUCE.

Frei nach Dostojewskis Novelle Die Sanfte re- konstruiert Robert Bresson in seinem ersten Farbfilm die Beziehung einer namenlosen Frau aus armen Verhältnissen zu einem Pfandleiher im Paris der 60er Jahre. Am Beginn des Films steht der Freitod der jungen Frau; in einem der eindrücklichsten Bilder Bressons schwebt ihr Schal vom Balkon, von dem sie sprang. Neben der aufgebahrten Toten rekapituliert ihr Mann die gemeinsame Geschichte: das Kennenlernen im Leihhaus, die Hochzeit, das ritualisierte All- tagsleben, ihr Protest gegen sein Bestreben, sie in seine Lebensweise einzupassen: „Ich will et- was Größeres, Weiteres.“ – „Ich will ein sicheres, gefestigtes Glück.“ Aufkommende Eifersucht, Entfremdung, Krankheit, Versuche der Wieder- annäherung und schließlich der unerwartete Sprung, der Schal im Wind.

PAUL (Diourka Medveczky, F 1969 | 9. & 15.1.) Durchtränkt vom Geist des Jahres 1968 erzählt Diourka Medveczky, Bildhauer und Ehemann von Bernadette Lafont, in ruhigen Bildern und mit einem Minimum an Dialog von Rückzugsver- suchen junger Menschen aus der Konsumge- sellschaft. Paul (Jean-Pierre Léaud) verlässt sein bürgerliches Elternhaus und Paris, um sich einer vegetarischen Gemeinschaft um den „Pil- ger“ Yvan (Jean-Pierre Kalfon) in den Cevennen anzuschließen. Dort kennt man keine Hast, trägt einheitliche dunkle Gewänder, lange Haare und die Männer Bärte. Doch gemeinschaftliches Pil- ze sammeln und Eier stehlen ist auf Dauer nicht für alle befriedigend. Yvan nutzt den Erlös einer gestohlenen Ziege, um sich allein im Restaurant mit riesigen Steaks den Bauch vollzuschlagen, woraufhin sich seine Gefährtin Marianne (Ber- nadette Lafont) und Paul von der Gruppe abset- zen. Auf einer einsamen bretonischen Insel wähnen sie sich fernab der Zivilisation. Das Auf- tauchen einer Gruppe von Geschäftsleuten ver- heißt nichts Gutes. Medveczkys erster Langfilm blieb seine letzte filmische Arbeit. Trotz einiger

produktion: mag bodard

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Festivaleinladungen, Auszeichnungen und posi- tiver Besprechungen fand der Film keinen Ver- leih und wurde nie im Kino gestartet. LE BONHEUR (Agnès Varda, F 1965 | 17. & 28.1., Einführung: Stefanie Schlüter) Das titelgebende Glück wird mit leuchtenden Farben, Sonnenblu- men und Musik von Mozart eingeführt. Das jun- ge Ehepaar François und Thérèse verbringt mit seinen beiden Kindern einen Sonntag im Grünen. Der Umgang ist geprägt von gegenseitigem Re- spekt, Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit fürein- ander. Eines Tages verliebt sich François in die Telefonistin Emilie und beginnt ein Verhältnis mit ihr. Er will Thérèse nicht verheimlichen, dass sein „Glück noch größer geworden ist“ und bietet ihr an, die Beziehung zu beenden, sofern sie da- runter leide. Thérèse lehnt ab: „Du sollst ganz glücklich sein“. Entgegen der Intention der Au- torin, die sich jeder Wertung, Psychologisierung und Moral enthält, erhielt der Film in Deutsch- land den wertenden Titel „Glück aus dem Blick- winkel des Mannes“. L’ENFANCE NUE (Nackte Kindheit, Maurice Pia- lat, F 1968 | 14. & 29.1.) Mag Bodard verhalf dem

UNE FEMME DOUCE

(Die Sanfte, Robert Bresson, F 1969)

PAUL

(Diourka Medveczky, F 1969)

LE BONHEUR

(Agnès Varda, F 1965)

42-jährigen Maurice Pialat zu seinem Langfilm- debüt, der Grundstein eines des bemerkenswer- testen Werks der französischen Filmgeschichte. Mit Laiendarstellern in ihrer in einem Bergbau- revier gelegenen Heimatstadt gedreht, be- schreibt Pialat den Weg eines Jungen, der ohne Familie aufwächst in nahezu dokumentari- schem Stil. Weil er sich nicht den Erwartungen entsprechend verhält, wird der zehnjährige François zweimal von seinen jeweiligen Pflege- eltern ans Jugendamt zurückgegeben und kommt danach ins Heim. Maurice Pialat reiht einzelne Episoden abrupt aneinander und bietet keine Sinn stiftenden Zusammenhänge. Das Verhalten des Jungen, schwankend zwischen Heimtücke und Zärtlichkeit, wird nicht psycho- logisch oder soziologisch erklärt. Pialats Blick bleibt (vor-)urteilsfrei. UN SOIR UN TRAIN (Ein Abend … ein Zug, André Delvaux, F/B 1968 | 21. & 29.1., Einführung: Chris- toph Terhechte) „Inmitten hitziger Unruhen zwi- schen Flamen und Wallonen nimmt Linguistik- professor Mathias (Yves Montand) den Zug von einem Landesteil Belgiens in den anderen.

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produktion: mag bodard

Überraschend begleitet ihn seine Lebensge- fährtin Anne (Anouk Aimée). So naturalistisch André Delvaux’ emblematischer Film beginnt – ein Besuch im Altenheim, eine Vorlesung an der von flämischen Studenten bestreikten Universi- tät, eine Visite bei einer Theaterprobe, ein hefti- ger Streit zwischen den Liebenden –, so alp- traumhaft entwickelt er sich: Der Zug bleibt plötzlich stehen, Mathias und zwei Reisegefähr- ten bleiben auf freier Strecke zurück. Sie kämp- fen sich durch eine unwirtliche winterlich düs- tere Landschaft und gelangen in ein geisterhaft morbides Dorf, in dem niemand sie zu verstehen und die Welt anderen Regeln als den gewohnten zu gehorchen scheint. Man mag die mannigfa- chen Symbole des Films zu interpretieren ver- suchen, die Ereignisse als Mathias’ Traum deu- ten, der im Zug eingeschlafen ist. Diese Lesart übersieht allerdings, dass das fantastische Ele- ment des Films von Anfang an an die Oberfläche drängt. Es gibt bei Delvaux keine Schranke zwi- schen Traum und Realität. Die unterschwellig bedrohliche Wirklichkeit ist Alptraum genug.“ (Christoph Terhechte)

PEAU D’ÂNE (Eselshaut, Jacques Demy, F 1970 | 23. & 31.1.) Am Sterbebett seiner Gemahlin ver- spricht der Herrscher über das blaue Königreich (Jean Marais) der sterbenden Königin, sich nur mit einer Frau wiederzuverheiraten, die ebenso schön sei wie sie. Wegen der großen Ähnlichkeit hält der König folgerichtig um die Hand seiner Tochter (Catherine Deneuve) an. Um seinem Wunsch nicht entsprechen zu müssen, stellt sie, beraten von der Flieder-Fee (Delphine Seyrig), scheinbar unerfüllbare Bedingungen an ihren Vater: Kleider in den Farben der Sonne, des Mondes und der Zeit sowie die Haut des Königs Goldesel. Als der König selbst den letzten Wunsch erfüllt, flieht sie, gehüllt in die Esels- haut, in das benachbarte rote Königreich. Jacques Demys eigenwillige Interpretation des Märchens von Charles Perrault aus dem Jahr 1715 ist der persönliche Lieblingsfilm Mag Bodards: ein zeitloser Film für Kinder wie Er- wachsene, der dank einer aufwendigen Farbre- konstruktion wieder in den atemberaubendsten Farben der Psychedelic-Ära erstrahlt. (hjf)

The career of the producer Mag Bodard (born

produktion: mag bodard

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Marguerite Perato in Turin in 1916), who remains rather unknown in Germany, is one of the most unusual in French film history. She was a jour- nalist in her mid-40s when she founded Parc Films at the beginning of the 1960s – at the time she was the only woman in this male-dominated profession. Showing plenty of enthusiasm, cour- age, trust and friendship towards her “artistic family”, she produced films in which she be- lieved but that others had considered too risky or not sufficiently lucrative. Her willingness to take risks paid off and many doors opened up when her second production THE UMBRELLAS OF CHERBOURG received the Palme d’Or. In the next “magic decade” she produced over 30 mov- ies, including other works by Jacques Demy, as well as Robert Bresson, Jean-Luc Godard, Mau- rice Pialat, Alain Resnais and Agnès Varda. She withdrew from the cinema industry in the mid- 1970s and returned to her first love, television. Her company Ciné Mag Bodard has since pro- duced over 100 TV works. We wish Mag Bodard a very happy 100th birthday on 3. January 2016 and are showing nine films

L’ENFANCE NUE

(Nackte Kindheit, Maurice Pialat, F 1968)

UN SOIR UN TRAIN

(Ein Abend … ein Zug, André Delvaux, F/B 1968)

PEAU D’ÂNE

(Eselshaut, Jacques Demy, F 1970)

that she produced to celebrate. Seven of them have English subtitles.

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magical history tour

LA CHIENNE

(Die Hündin, Jean Renoir, F 1931)

MEEK'S CUTOFF

(Kelly Reichardt, USA 2010)

REAR WINDOW

(Alfred Hitchcock, USA 1954)

Magical History Tour

Klänge, Töne und Geräusche – Sound im Film

D ie Klangwelt der Tonspuren verbunden mit ei- ner Einladung zum Hinhören steht im Mittel- punkt der Magical History Tour zu Jahresbeginn. Ob On-screen- oder Off-screen-Töne, diegetisch oder nicht, ob komplexe Audio-Arrangements, Überwältigungssound oder atemlose Stille: Die Tonspur ist integraler Bestandteil der Filmerfah- rung. Sie produziert Atmosphäre oder Irritation, greift den Bildern vor oder widerspricht ihnen, verstärkt oder erdrückt. Sie schafft eine Welt, ei- nen Klangraum, in den der Zuschauer je nach Tonsystem und Audio-Ausstattung des Kinos eintauchen kann. Seit Mitte der 70er Jahre er- möglichen zahlreiche tontechnische, von der Musikindustrie übernommene Innovationen das Gestalten hochkomplexer Klangarchitekturen, an denen Sounddesigner, Soundeditoren, Ge- räuschemacher und Tonmischmeister monate- lang arbeiten. Doch auch jenseits der großen Produktionen und Budgets entstehen und ent- standen vielschichtige, souveräne Tonspuren, die unsere Aufmerksamkeit verdienen und wich- tige Fragen zum Verhältnis von Bild und Ton auf- werfen.

LA CHIENNE (Die Hündin, Jean Renoir, F 1931 | 1. & 2.1.) Als so früher wie leidenschaftlicher Ver- fechter des Direkttons experimentiert Renoir auch in seinem zweiten Tonfilm mit den Möglich- und Notwendigkeiten der direkten Tonaufnahme an den jeweiligen Drehorten. Die lärmigen Stra- ßen von Montmartre grundieren Renoirs Tra- gödie in Gestalt einer Farce um einen braven Kleinbürger und Sonntagsmaler, der von seiner nörgelnden Ehefrau tyrannisiert wird und einer Prostituierten verfällt. Als er entdeckt, dass sie, für die er gestohlen und seine Anstellung als Kassierer verloren hat, ihn betrügt, bringt er sie um. Der Verdacht fällt auf ihren Zuhälter, der verurteilt und hingerichtet wird. Künstler, ohne es zu wissen, und Mörder, ohne es zu wollen, wird der Kleinbürger schließlich zum Clochard. MEEK’S CUTOFF (Kelly Reichardt, USA 2010 | 3. & 8.1.) Der Sound der klassischen Western ist von Krieg und Eroberungen bestimmt, durchzogen von Kugelhagel und Kampfgeschrei, Saloonge- töse und Streitereien. Kelly Reichardt setzt die- sem Sound-Mythos einen stillen Weste(r)n ent- gegen und geht dem Klang dieser Stille in der

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mittelamerikanischen Prärie nach, in der sich Mitte des 19. Jahrhunderts ein Trapper und drei Familien auf der Suche nach einer Abkürzung nach Oregon verirren. Die aufwendig aufgenom- menen Umweltgeräusche – das Rauschen des Windes, das Knarren der Räder, das Knistern des Feuers – evozieren einen noch nie vernom- menen Klangraum des amerikanischen Wes- tens.

M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER (Fritz

Lang, D 1931 | 5. & 10.1.) Gellende Schreie, ein gepfiffenes Leitmotiv, rhythmisierte Dialoge und immer wieder plötzliche Stille: In seinem ersten Tonfilm nutzt Lang das neue Gestaltungsmittel konsequent als zusätzliches dramaturgisches Element, das die Bilder erweitert, statt sie nur zu begleiten. Zentrale Gestalt in dieser Mischung aus Gangsterfilm, Psychodrama und Thriller:

Peter Lorre in der Rolle des triebhaften und ge- triebenen Kindermörders, den zunächst die Po- lizei und bald auch die kriminelle Unterwelt verfolgt. Als „M“ den Ganoven ins eng gespann- te Netz geht, wird kurzerhand ein Gangster- Tribunal einberufen.

REAR WINDOW (Alfred Hitchcock, USA 1954 | 6. & 9.1.) Der deutsche Verleihtitel DAS FENSTER ZUM HOF ist einer der wenigen Glücksgriffe der deutschen Synchronbranche. Er verweist auf einen zentralen Ton-Ort des Films: den Hof. Hier trifft eine Vielzahl von Geräuschen und Stimmen aufeinander, die das Leben in den (auf den Hof führenden) Wohnungen hörbar machen. Nur eine Wohnung bleibt tonlos – die des Mode- schmuckverkäufers Thorwald, dessen verdäch- tige Machenschaften die Aufmerksamkeit eines temporär an einen Rollstuhl gefesselten Foto- journalisten (James Stewart) erregt. Gemein- sam mit seiner Verlobten (Grace Kelly) geht er den verschiedenen Verdachtsmomenten nach. WAVELENGTH (USA 1967 | 7. & 14.1.) und SEATED FIGURES (Kanada 1988 | 7. & 14.1.), die beiden halblangen Filme des kanadischen Filmema- chers, Künstlers und Komponisten Michael Snow – Meilensteine des amerikanischen Avant- gardefilms – reflektieren, markieren und verwi- schen die Grenzen zwischen Bild und Ton. Wäh- rend in WAVELENGTH ein ansteigender und lauter werdender Sinuston (sowie andere Ge-

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räusche) mit einem Zoom auf die Fensterwand einer Wohnung verschränkt werden, was glei- chermaßen hypnotisierend wie irritierend wirkt, kontrastiert Snow in SEATED FIGURES Aufnah- men rasend vorbeiziehender Straßenoberflä- chen mit den Geräuschen, die ein Kinopublikum samt Projektor von sich geben. THE BIRDS (Alfred Hitchcock, USA 1963 | 12. & 17.1.) Unheilverkündende Geräusche, deren Quelle das Filmbild nicht oder erst verzögert frei- gibt – ein klassischer Kunstgriff bei Hitchcock. So auch in seinem – je nach Interpretationsweise – ökologischen oder Mutter-Sohn-Horrorklassi- ker THE BIRDS: Der kollektive Schrei der Vögel, das Hämmern der Schnäbel gegen das Haus, in dem sich Familie Brenner und die kurz zuvor an- gereiste Melanie Daniels (Tippi Hedren) vor dem Angriff der Tiere verbarrikadiert haben, das Ge- räusch der schlagenden Flügel wird hörbar, aber nicht sichtbar. Ein Angriff des Tons – konzipiert vom deutschen Sounddesigner Oskar Sala und realisiert auf seinem selbst entwickelten Mixtur- trautonium, einer frühen Form des Synthesizers, an keinem anderen Ort als in Berlin.

BRAND UPON THE BRAIN! (Guy Maddin, Kanada

2006 | 13. & 23.1.) Einer der Höhepunkte des Fo- rums der Berlinale 2007 war die Live-Vertonung von Maddins „Stummfilm“ BRAND UPON THE BRAIN! Unter der Leitung des Regisseurs Maddin und des Komponisten Jason Staczek schufen das 30-Personen-Orchester, der Knabenchor, die Ki- noerzählerin Isabella Rossellini und vier Ge- räuschemacher eine Klangebene, die sich auf die Tradition der Stummfilmbegleitung in den 10er und 20er Jahren bezog und sie aus einer heutigen Perspektive neu definierte. Das damalige spekta- kuläre Live-Event liegt mittlerweile als Bild-Ton- kombinierte Kopie vor: ein expressionistischer Detektivfilm um junge Forscher im Gefühlsstru- del der ersten Liebe, herrsch- und experiment- süchtige Eltern, Waisenkinder mit rätselhaften Wunden und eine Insel mit Leuchtturm. ENTUSIASM (Simfonija Donbassa, Dsiga Wertow, UdSSR 1930 | 15. & 18.1.) Wertow sah im Tonfilm die Vervollkommnung des Mediums. „ENTU- SIASM demonstriert die Möglichkeiten von Ge- räusch und Musik mit solch programmatischer Brillanz, dass der Film noch heute wie ein un-

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überholtes Lehrstück in Sachen Bild-Ton-Mon- tage erscheint. Der Beginn, in dem die Gesänge des alten orthodoxen Russlands mit Einstellun- gen von Kirchen, Betenden und Alkoholikern gekoppelt sind, und die darauffolgenden ‚Gesän- ge‘ von Hochöfen, Kolben und Erntemaschinen zählen zum Faszinierendsten in Wertows Schaf- fen.“ (Harry Tomicek) THE ELEPHANT MAN (David Lynch, USA/GB 1980 | 16. & 21.1.) Wummernde Fabrikgeräusche des viktorianisch-industriellen Londons und das knistrige Rauschen der Gasbeleuchtung domi- nieren die bedrohlich-allgegenwärtige Sound- stimmung der Welt des titelgebenden „Ele- fantenmenschen“ John Merrick, der aufgrund seines deformierten Gesichts ein Leben als verspottete und gedemütigte Jahrmarktsattrak- tion fristen muss. Der Arzt Dr. Treves bringt ihn zwecks wissenschaftlicher Forschung in einem Hospital unter. Bald aber merkt er, dass er es mit einem feinfühligen und intelligenten Mann zu tun hat, der durch seine erzwungene Isolie- rung jahrelang stumm blieb, und versucht, ihm ein würdevolles Leben zu ermöglichen.

THE BIRDS

(Alfred Hitchcock, USA 1963)

BRAND UPON THE BRAIN!

(Guy Maddin, Kanada 2006)

ENTUSIASM

(Simfonija Donbassa, Dsiga Wertow, UdSSR 1930) © Österreichisches Filmmuseum

APOCALYPSE NOW REDUX (Francis Ford Coppola, USA 1979/2001 | 19. & 28.1.) Eineinhalb Jahre ar- beiteten Dutzende Toningenieure, Sounddesig- ner und Cutter an einer Tonspur, die schließlich aus bis zu 200 Spuren in einem acht Monate dauernden Prozess zusammengesetzt wurde. Vor allem in der 2001 bearbeiteten, 50 Minuten längeren Fassung von Coppolas Vietnam-Drama entfaltet sich ein fulminantes, eigenständiges Klangmonument. DOUBLE TIDE (Sharon Lockhart, USA 2009 | 20. & 25.1.) Das schmatzende Geräusch des Watten- schlicks, das Vögelzwitschern und das Nebel- horn in der Bucht von Maine wurden für die Künstlerin und Filmemacherin Lockhart zur Inspirationsquelle des Films. Für den Zuschau- er werden sie zu wichtigen Koordinaten eines aufregend-schönen Klangraums, einer im Ge- gensatz zu den Bildern verlässlichen, auditiven Orientierungshilfe. Aus den poetischen Land- schaftstönen taucht langsam das Arbeitsfeld einer Muschelsammlerin auf, die zweimal am Tag, morgens und abends, bei Sonnenauf- und -untergang ins weitläufige Watt zieht, um im

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Schlick der Bucht in mühsamer Handarbeit Mu- scheln zu sammeln. „Nur eine kontrapunktische Verwendung des Tons in Beziehung zum Bild wird neue Möglich- keiten der Montage-Entwicklung eröffnen.“ So Eisenstein, Pudowkin und Alexandrow in ihrem Manifest zum Tonfilm (1928). Die praktische Um- setzung erfolgte 1933 in Wsewolod Pudowkins erstem Tonfilm DESERTIR (UdSSR 1933 | 24. & 29.1.), in dem die Tonspur einen eigenständigen, vom Bild unabhängigen Rhythmus entwickelt. Zum Teil in Deutschland gedreht, handelt der Film von einem Hafenarbeiter, der zum Streik- brecher wird, dann jedoch von seinen kommu- nistischen Kollegen eine zweite Chance erhält. KING KONG (Merian C. Cooper, Ernest B. Schoed- sack, USA 1933 | 27. & 30.1.) Der Sounddesigner und Autor Dirk Schaefer hat den für die Sound- effekte in diesem frühen Monster-/Ton-Film verantwortlichen Murray Spivack als einen der „ersten Sounddesigner“ der Filmgeschichte be- zeichnet. Seine auf unkonventionellste Weise entstandenen Toneffekte und die Kompositionen Max Steiners, denen sie in einer frühen Form

DOUBLE TIDE

(Sharon Lockhart, USA 2009)

des Mixens zugespielt wurden, erweisen sich bei genauem Hinhören als essentielle Informatio- nen für das sich entspannende Drama um den König einer Insel mit urtümlicher Flora und Fau- na, den Riesengorilla Kong. Von einem Abenteu- erfilmteam entdeckt und gefangen, wird er als Attraktion nach New York verschifft. (mg)

Early experiments with film sound, experimental noise-tracks, or overwhelming soundscapes form the focus of our Magical History Tour excur- sion into the world of audio tracks and sound in film. Its on- or off-screen, diegetic or non-dieget- ic variants, complex audio arrangements form an integral part of the film experience. Since the mid-1970s, numerous audio-engineering innova- tions have facilitated the shaping of highly com- plex sound architectures. But also beyond sound effects, multi-channel sound, surround sound, and Dolby stereo, multilayered, commanding au- dio tracks have been and are being created that deserve our attention and raise important ques- tion pertaining to the relation of image and sound.

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CHINA. DIE KÜNSTE – DER ALLTAG

(Ulrike Ottinger, BRD 1985) © Ulrike Ottinger

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„W eltreise. Forster – Humboldt – Chamisso – Ot- tinger“ lautet der Titel der Ausstellung von Ulri- ke Ottinger, die vom 2. Dezember 2015 bis 27. Fe- bruar 2016 in der Staatsbibliothek zu Berlin zu sehen ist. „Weltreise(n)“ könnte aber auch eines der Leitmotive der filmischen Arbeit Ottingers sein. Als „Expediteurin zu den Rändern der Wahrnehmung unserer Welt“ (Christina Til- mann), Grenzgängerin zwischen Genres und Gattungen, als filmische Kartografin ferner und näherer Regionen sowie realer und imaginierter Räume hat sie sich für ihr jüngstes Ausstel- lungsprojekt auf Adelbert von Chamissos Spu- ren in das pazifische Nordmeer begeben. Die Bilderwelten dieser Expedition fließen in ihre Weltreise-Ausstellung ein wie Reisetagebücher, Notizsammlungen und Artefakte europäischer Forschungsreisen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ausstellungsbegleitend präsentieren wir fünf Werke von Ulrike Ottinger sowie fünf Entde- ckungsreisen anderer Regisseur_innen (von Chantal Akerman bis Nikolaus Geyrhalter). Die Reihe wird im Februar fortgesetzt. D’EST (Aus dem Osten, Chantal Akerman, Frank-

reich 1993 | 5.1.) Eine Reise von Ostdeutschland nach Moskau, die im Sommer beginnt und im tiefsten Winter endet. Statische Einstellungen wechseln sich ab mit Kamerafahrten vorbei an Landschaften, Menschen und Gesichtern. Ein Strom von Bildern gibt die Eindrücke der subjek- tiven Fahrt wieder, Wartehallen, Bahnhöfe, Stra- ßenfluchten, Tanzhallen, Küchen, Landschaften, Kartoffelernte, Gesichter – die Orte bleiben un- benannt, kein ordnender Kommentar, kaum ein Wort, aber eine Ordnung der Dinge und der Bli- cke und ein Widerhall von Tönen: da Geräusch des Windes, das Dröhnen von Autos, eine Musik.

CHINA. DIE KÜNSTE – DER ALLTAG (Ulrike Ottin-

ger, BRD 1985 | 12.1.) Im Februar und März 1985 bereiste Ulrike Ottinger Peking und die Provinzen Sichuan und Yunnan. Sie besuchte Dörfer und Städte, Märkte und Tempel und beobachtete die Menschen in ihrem Alltag. Der daraus entstan- dene, viereinhalbstündige Film ist weitgehend auf genaue Beobachtungen der Menschen ge- stützt und verzichtet auf jeden Kommentar. Lan- ge Einstellungen, die der Dramaturgie realer Vorgänge folgen, und Originalton bekommen im

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ELSEWHERE

(Nikolaus Geyrhalter, Österreich 2002)

Kontext dieses Films eine besondere Bedeutung. „In ihrem ersten Dokumentarfilm über China, sei- nen Alltag und seine Künste inszeniert Ulrike Ottinger bereits jenen Gestus eines frei umher- schweifenden Blicks der Reisenden, der für all ihre Filme charakteristisch ist.” (Gertrud Koch) EXIL SHANGHAI (Ulrike Ottinger, Deutschland/ Israel 1997 | 19.1.) berichtet von Lebensläufen deutscher, österreichischer und russischer Ju- den, die sich im gemeinsamen Fluchtpunkt Shanghai kreuzen. Aus Erzählungen, Fotos, Do- kumenten und neuen Bildern aus der größten und widersprüchlichsten Metropole des Fernen Os- tens wird ein Ganzes, in dem das historische Exil aktuelle Brisanz gewinnt. Ulrike Ottinger: „Es ging mir darum, für das, was die Menschen mir von damals erzählt haben, Entsprechungen und Bilder im heutigen Shanghai zu finden, das sich zur Zeit in einem unglaublichen Umbruch befin- det. Shanghai war immer ein Nahtstelle, zwi- schen dem alten und neuen China, zugleich war es der Ort, an dem China auf das Ausland traf.“ ELSEWHERE (Nikolaus Geyrhalter, Österreich 2002 | 26.1.) Das Anderswo des Titels umspannt

zwölf Stationen einer Reise um die Welt, die Ni- kolaus Geyrhalter mit seinem Filmteam im Jahr 2000 unternommen hat. In Niger, Finnland, Na- mibia, West-Papua, Grönland, Australien, Nord- indien, Sibirien, China, Sardinien, Kanada und Mikronesien finden sie fernab von urbanen Zen- tren autarke, minoritäre Lebensformen und be- obachten die Menschen bei ihren alltäglichen

Verrichtungen in der Wüste, im Eis, im Dschun- gel oder in den Bergen. In zwölf Episoden à 20 Minuten zeigt sich der Einfluss der Moderne auf Tradition, spielen Kinder im Regenwald Ninten- do und kaufen Inuit Fisch im Supermarkt. Bild- gewaltige Tableaus von verschiedenen Formen der Zivilisation zu Beginn des 21. Jahrhunderts. (mg/al)

To coincide with the Ulrike Ottinger exhibition “Weltreise. Forster – Humboldt – Chamisso – Ot- tinger” at the Staatsbibliothek, we are present- ing ten hugely different cinematic travelogues:

five works by Ulrike Ottinger herself and five voyages of discovery by other directors.

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Arsenal Filmatelier: Großes Kino, Kleines Kino #1

B eginnend mit dem Monat Januar 2016 zeigt das Arsenal Filmatelier jeden letzten Sonntag im Monat ein Filmprogramm, das sich an Kinder unterschiedlichen Alters richtet. In diesen Pro- grammen gesellen sich zu Künstler-, Experi- mentalfilmen und anderen filmischen Gattungen immer wieder auch Filme, die in Zusammenar- beit mit Filmemacher_innen, Musiker_innen und Vermittler_innen in der schulischen und au- ßerschulischen Filmvermittlung des Arsenal entstanden sind. Im ersten Filmprogramm der Reihe lädt Stefanie Schlüter die jüngsten Kino- besucher_innen, Kinder ab 4 Jahren, am 31.1. zu einer Expedition durch die Experimentalfilm- Sammlung des Arsenal ein. „Auf der Leinwand erwarten dich erstaunliche Ereignisse, im Saal überraschende Klänge: Der

Film A MAN AND HIS DOG OUT FOR AIR (Robert

Breer, USA 1957) verstrickt dich in ein fröhliches Linienspiel mit Vogelgezwitscher. Siehst du den Mann, der seinen Hund spazieren führt? In DWIGHTIANA (Marie Menken, USA 1959) unter- nehmen Perlen, Steine, Glitter, Farben und an- dere Dinge einen klingenden Spaziergang über

die Bilder des Künstlers Dwight Ripley. Was für ein Spaß! Können wir unseren Augen noch trau- en? Die lose Ecke in LOOSE CORNER (Anita Tha- cher, USA 1986) lässt Menschen verschwinden; aus einer Frau werden plötzlich zwei; ein Hund wächst so lange, bis er größer ist als ein Mensch. Was glaubst du: Was passiert als nächstes in der losen Ecke? In TRICKFILM (D 2007) hat ein Löwe einen überraschenden Auftritt. 22 Kinder aus Berlin haben in einem Wochenend-Workshop im Arsenal diese zwei kurzen Trickfilme herge- stellt.Im Anschluss an die Filmvorführung sind alle zum Malen und Zeichnen ins Rote Foyer des Arsenal eingeladen. (sts) Die Gruppe Arsenal Filmatelier gibt es seit 2014. Sie zeigt Kindern und Jugendlichen Filmpro- gramme im Arsenal und führt Film-Workshops an Schulen und anderswo durch. Das Arsenal Filmatelier sind Ute Aurand, Robert Beavers, Anna Faroqhi, Eunice Martins, Laura Mello, Haim Peretz und Stefanie Schlüter.

Arsenal Filmatelier presents experimental films for young children. (31.1.)

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DER NACKTE MANN AUF DEM SPORTPLATZ

(Konrad Wolf, DDR 1973) © DEFA-Stiftung, Alexander Kühn, Wolfgang Bangemann

ZAPLYV – DIE SCHWIMMER

(Kristina Paustian, D/RUS/HU 2015)

HELL

(Tim Fehlbaum, D/CH 2011)

Die DEFA-Stiftung präsentiert

J unges Kino trifft „alte“ DEFA-Filme – Christoph Hochhäusler präsentiert: Aus Anlass des 70. Jah- restages der DEFA-Gründung im Mai 2016 lädt die DEFA-Stiftung junge Regisseur_innen ein, ei- nen DEFA-Film vorzustellen, der sie besonders beeindruckt und beeinflusst hat. DER FALL GLEI- WITZ (Gerhard Klein, DDR 1961) schildert in kühl stilisierten Bildern und avantgardistischer Mon- tage den als Vorwand für den deutschen Feldzug gegen Polen inszenierten Überfall auf den Sen- der Gleiwitz. Optische Anleihen bei Riefenstahl- Filmen und deutschen Wochenschauen sollten die ästhetischen Strategien der NS-Propaganda

entlarven. DER NACKTE MANN AUF DEM SPORT-

PLATZ (Konrad Wolf, DDR 1973) beschäftigt sich mit lakonischem Humor mit dem brisantem Thema „Der Künstler in der sozialistischen Ge- sellschaft“. Erzählt wird vom Alltag eines eigen- brötlerischen Bildhauers (Kurt Böwe), seinen Begegnungen mit der Bevölkerung und deren Reaktionen auf seine Arbeiten. (jr) A program of significant DEFA films, curated by the German di- rector Christoph Hochhäusler. (4.1.)

FilmDokument: Die filmische Rezeption des Dritten Kinos in Westdeutschland

E nde der 60er Jahre eroberte das neue Kino aus Lateinamerika die Filmfestivals in Europa. Die lateinamerikanischen Filme der 60er und 70er Jahre hinterließen weltweit Spuren im politi- schen Film der folgenden Jahre. Der Publizist Peter B. Schumann war ein zentraler Akteur der Rezeption des sogenannten Dritten Kinos aus Lateinamerika in Westdeutschland. 1970 reali- sierte Schumann die beiden Dokumentarfilme

KINO IN OPPOSITION und KINO IM UNTERGRUND,

die zentral waren für die Vermittlung der Entste- hungsbedingungen dieser neuen Filmbewegung in Westdeutschland. In Interviews mit Filmema- chern wie Jorge Sanjinés, Fernando Solanas, Mario Handler arbeitet Schumann die persönli- chen Schwerpunkte und gemeinsamen Inten- tionen heraus. (ft) Two documentaries central to the reception of the Third Cinema from Latin America in West- Germany. Interviews with a range of filmmakers give an idea of the intentions of the films. (11.1.)

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Berliner Premiere:

ZAPLYV – DIE SCHWIMMER Wer lebt glücklich in Russland? Die Suche nach Sinn, Glück und Halt in der Gemeinschaft kann wunderliche Gestalt annehmen – so wenn eine große Gruppe erwachsener Menschen im Gänse- marsch ins Meer läuft, um dann mit seltsamen Be- wegungen durch das Wasser zu hüpfen oder sich nächtlichen psychedelischen Theaterperforman- ces hingibt. Die Bade- und Tanzrituale werden an- geleitet von Boris Zolotov, zu Sowjetzeiten ein be- kannter Physiker, der den Wissenschaftsbetrieb verließ, um seine kosmologischen Weisheiten zu verbreiten. Ohne ausdeuten oder entlarven zu wol- len, stellt Kristina Paustian in ZAPLYV (D/RUS/HU 2015) dokumentarische Beobachtungen aus dem Alltag in der Kommune des Gurus im Süden Russ- lands neben Archivaufnahmen von Auftritten Zolo- tovs in einem überfüllten Auditorium oder bei einer TV-Show. Außerdem führt sie eine junge Frau als Protagonistin ein, die sich mit Zolotov über das Glück im heutigen Russland auseinandersetzt. (bik) A documentary about the search for meaning and happiness in today’s Russia. (18.1.)

Things to Come – Science · Fiction · Film I m Rahmen des Symposiums der Deutschen Ki- nemathek und des Einsteinforums Potsdam zeigt die Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen das außergewöhnliche Regiedebüt HELL (D/CH 2011) von Tim Fehlbaum. Der dystopi- sche Science-Fiction-Film spielt in naher Zukunft in Deutschland: Die Sonne hat die Erde mit ihrer extremen Strahlung und gewaltigen Sonnenstür- men in lebloses Ödland verwandelt. Nichts wächst mehr, alle Tiere sind tot, Wälder und Wie- sen versengt, nur wenige Menschen haben über- lebt. Eine Chance dieser Katastrophe zu entkom- men haben nur die, die sich gegen das blendende Licht der Sonne schützen können und Wasser fin- den. So macht sich Marie (Hannah Herzsprung) mit ihrer kleinen Schwester Leonie (Lisa Vicari) und Philipp (Lars Eidinger) in einem alten abge- dunkelten Auto auf die Suche nach Wasserquel- len. (gw) Screening of the film HELL – a story of a dystopian future on earth – presented in the con- text of the symposium Things to Come. Science · Fiction · Film. (22.1., zu Gast: Hannah Herzsprung, Tim Fehlbaum, Moderation: Rainer Rother)

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Filmspotting: Erkundungen im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek M it seinen Leipzig-Filmen wurde der Filmema- cher Andreas Voigt zu einem der wichtigsten Chronisten des Untergangs der DDR und des Umbruchs nach der Wende. Seine jugendlichen Protagonisten erwischte die Wende zwischen Protest und Kapitulation. 18 Jahre nach der letz- ten Episode hat der Filmemacher einige der Protagonisten wieder aufgesucht, um festzu- stellen, was aus ihnen geworden ist. Ein Panora- ma der Nachwendezeit entfaltet sich anhand von drei Biografien, drei exemplarisch wirkenden Schicksalen, die jedoch nie verallgemeinert wer- den: Andreas Voigt begegnet den Protagonisten zugewandt und respektvoll. ALLES ANDERE

ZEIGT DIE ZEIT (D 2015) eröffnete das Leipziger Dokumentar- und Animationsfilmfestival 2015 und ist nun über den Verleih der Deutschen Ki- nemathek buchbar. (ah) In TIME WILL TELL (G 2015), Andreas Voigt resumes the life journey of three protagonists from his earlier films about Leipzig at the time of Germany’s reunification.

(25.1., Andreas Voigt zu Gast)

UdK-Seminar: Krasse Filme

I m Zentrum des zweiten Filmprogramms zum Seminar „Krass filmen“ des Studiengangs Kunst und Medien an der UdK steht die praktische und experimentierfreudige Arbeit mit der Anima- tions-Filmkamera von Krass im Speziellen und dem Medium Film im Allgemeinen. Industrielle Animationen bedienen sich nun anderer Techno- logien, so dass Film als Medium und Objekt Frei- räume anbietet. Ein besonderes Interesse weckt in unserem Seminar das Wechselverhältnis zwi- schen dem projizierten Einzelbild und dem

Zelluloid als ein wirklich langes Dauerbild. Die daraus resultierenden Filme sind vitale Erzäh- lungen von der doppelten Leinwand: dem Film- streifen als physische Wirklichkeit des Bildes und die Projektionsfläche als latentes Bild-Er- eignis. Aus beinahe einem Jahrhundert kom- men Filme zur Aufführung, die vor allem in dem Spannungsverhältnis von Material (WEISSFILM, 1977) und Licht (PASTORAL, 1950) stehen, ergänzt mit einigen Ergebnissen des Seminars. (bs)

Films influenced by work with the legendary Krass (later Crass) animated film camera. (28.1.)

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ALLES ANDERE ZEIGT DIE ZEIT

(Andreas Voigt, D 2015)

MOTHLIGHT

(Stan Brakhage, USA 1963)

SAFETY LAST!

(Ausgerechnet Wolkenkratzer, Fred Newmeyer, Sam Taylor, USA 1923)

Vaginal Davis präsentiert Rising Stars, Falling Stars – Briefe aus der Garderobe I m zweiten Teil der nur dreiteiligen Reihe prä- sentiert Filmexpertin Vaginal Davis den Film DIE KLAGE DER KAISERIN, eine 1989 entstandene Regiearbeit der Tänzerin und Choreografin Pina Bausch. Im 35-mm-Format und in den farbigs- ten Kostümen choreografiert sie Menschen und Tiere. Musik von verschiedenen Orten und aus verschiedenen Zeiten begleitet die kaleidosko- pische Struktur von Stimmungen und Atmo- sphären, ein mal unheimliches, dann wieder ko- misches Lamento, erzählt von Körpern oder Körperteilen, Gesten, Mimik und Bewegungen. Wie immer lädt Vaginal Davis ihre Gäste im An- schluss an die Vorführung zu einem Drink ein. (stss) Film expert Vaginal Davis presents THE COM- PLAINT OF AN EMPRESS (1989) by dancer and choreographer Pina Bausch. “Pina Bausch transfers her pioneering brilliance to the screen with this metaphoric series of images that follow the changing seasons.” (Luminato Festival) Fol- lowed by drinks! (31.1.)

Klassiker nicht nur für Kinder

S AFETY LAST! (Ausgerechnet Wolkenkratzer, Fred Newmeyer, Sam Taylor, USA 1923 | 3., 10., 17. & 24.1.) Harold Lloyds berühmteste Komödie: Mit großen Ambitionen zieht der junge Harold vom Land in die Großstadt. Dort hofft er auf berufli- chen Erfolg, um seine Freundin möglichst bald heiraten zu können. Bald behauptet er in seinen Briefen, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu sein – obwohl er sich als kleiner Verkäufer mit lästigen Kundinnen und einem schwierigen Chef herumschlagen muss. Als seine Freundin ihren Besuch ankündigt, muss er handeln und ersinnt eine spektakuläre Werbestrategie für sein Kauf- haus: die Ersteigung eines Wolkenkratzers! Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände befindet er sich plötzlich selber in der Rolle des Fassadenkletterers und erklimmt in einer atem- beraubend spannungsgeladenen Szene die zwölf Stockwerke voller Hindernisse. (al)

In our “Classics Not Just for Children” pro- gramme, we are screening Harold Lloyd’s most famous comedy with the spectacular scene of him scaling a 12-storey skyscaper.

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Living Archive im silent green Kulturquartier

U nsere analogen Filmkopien haben ein neues Zuhause: das silent green Kulturquartier. Im ehemaligen Krematorium Wedding kann ge- forscht und experimentiert werden. Zu unseren Nachbarn zählen u.a. das in Gründung befindli- che Harun-Farocki-Institut, SAVVY Contempo- rary, das Musicboard Berlin sowie das Label !K7. Auf 525 m 2 lagern Filme, zusätzlich stehen vier Sichtungsstationen mit Schneidetischen und Monitoren zur Verfügung. Filmwissenschaftle- r_innen, Kurator_innen, Künstler_innen und alle anderen Interessierten können sich hier stun- den-, tage-, wochen- oder monatsweise einmie- ten. Damit die Kopien keinen Schaden nehmen, steht für die Sichtungen fachliche Betreuung zur Verfügung. Der Umgang mit analogem Filmma- terial soll nach unserer großen Eröffnung im Frühjahr 2016 in Workshops vermittelt werden. Warum ein Filmarchiv inmitten von Produk- tions-, Veranstaltungs-, Ausstellungs-, Seminar- und Gastronomieräumen? Weil es Denk- und Möglichkeitsräume sind, die die Arbeit in unse- ren beiden Kinos am Potsdamer Platz erweitern:

Der Umzug dient nicht nur der besseren Lage-

rung, sondern der Verstetigung der Idee eines lebendigen Archivs. Jedes Archiv ist nur so rele- vant wie sein Bezug zur Gegenwart. Viele Filme sind vergessen oder waren ihrer Zeit voraus und erhalten erst jetzt ihre Bedeutung. Mit dem Blick auf unser Archiv eröffnet sich eine neue, ganz besondere Filmlandschaft: Jeder Film kann als Versuch einer Ästhetik des Kinos gesehen werden, die sich seinerzeit als gesell- schaftliche und politische Praxis der Gegenwart verstand, um in die Zukunft hineinzuwirken. Vielleicht ist jenes Utopiemoment der Schlüssel zu einem lebendigen Archiv: Im gleichen Maße, wie Zugänglichmachung und Restaurierung der Erschließung von Filmgeschichte dienen, die- nen sie unserer Selbstreflexion und Neuerfin- dung: Was sonst ist Kino? (stss) Our analogue film collection is now located at the silent green Kulturquartier in Wedding, a new space for art and culture. 525 m 2 of storage space plus four viewing stations allow us to fur- ther establish our idea of a “Living Archive”. Stay tuned for the grand opening in 2016!

news

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News

Vorschau Februar: Unter dem Titel „The Hitch- cock 9“ hat das British Film Institute alle neun noch existierenden Stummfilme Alfred Hitch- cocks restauriert. Wir zeigen die neun zwischen 1926 und 1929 gedrehten Filme im Februar vor der Berlinale, live begleitet am Flügel von Eunice Martins. February preview: The British Film In- stitute has restored all of Alfred Hitchcock’s re- maining silent films. Ahead of the Berlinale, we will show all of “The Hitchcock 9” – which were made between 1926 and 1929. Eunice Martins will accompany them live on the grand piano. Vor- schau März: Entrückt, cool, von hinreißender Schönheit, unnahbar, ätherisch – nach vier Jah- ren und ebenso vielen Filmen mit Regisseur und Lebenspartner Michelangelo Antonioni hatte sich Monica Vitti Anfang der 60er Jahre als her- ausragende Schauspielerin etabliert und war zugleich zum Inbegriff der undurchdringlichen „Diva der Stille“ geworden. Ein Image, was sie im zweiten Teil ihrer Schauspielkarriere überra- schend unterwanderte: In einer Reihe berühm- ter italienischer Komödien präsentierte sich eine völlig andere Monica Vitti: witzig, tempera-

mentvoll, lebenslustig. In der zweiten Märzhälf- te widmen wir der großen italienischen Schau- spielerin Monica Vitti unter der Überschrift „Mo- nica Vitti – Ikone, Diva… Komödiantin!“ eine Reihe mit acht Filmen aus den 60er und 70er

Jahren. March preview: Ethereal, cool, enchant- ingly beautiful, aloof – by the beginning of the 1960s, after four years and just as many films with her partner of the time, the director Michel- angelo Antonioni, Monica Vitti had established herself as an outstanding actress and was the epitome of the opaque “silent diva”. She sup- pressed this image insistently during the second half of her career: In a series of famous Italian comedies, she presented a very different Monica Vitti: witty, spirited, full of life. – In the second half of March, we will present “Monica Vitti – Icon, Diva … Comedian!”, a series of eight films featuring the Italian actress, from the 1960s and

70s.

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programm

  • 1 Fr

19.30

»1 Screwball Comedy

Bringing Up Baby

Ho ward Hawks

 
 

USA 1938

Mit Car y Grant, Katharine Hepburn

Preserved by the Library of Congress

35 mm | OmU | 94 min |   22.1.

 

S. 4

20.00

»2 Magical History Tour

La Chienne

Jean R enoir

F 1931

 
 

Mit Michel Simon, Janie Marèse, Georges Flamant

DCP | OmE | 91 min |   2.1. | S. 16

  • 2 Sa

19.00

»1 Screwball Comedy

Vivacious Lady

Geor ge Stevens

USA 1938

 
 

Mit Ginger Rogers, James Stewart, Charles Coburn

35 mm | OmF | 90 min |   6.1. | S. 5

 

20.00

»2 Magical History Tour

La Chienne

Jean R enoir

F 1931

 
 

Mit Michel Simon, Janie Marèse, Georges Flamant

DCP | OmE | 91 min | S. 16

 

21.00

»1 Screwball Comedy

Bachelor Mother

Gar son Kanin

 
 

USA 1939

Mit Ging er Rogers, David Niven, Charles Coburn

35 mm | OmF | 82 min | S. 5

  • 3 »1 Klassiker nicht nur für Kinder

So

16.30

Mit Harold Lloyd

Mit Musik

Safety Last!

Fred Newmeyer, Sam Taylor

USA 1923

DCP | OmU | 73 min |   10., 17. & 24.1. | S. 27

 

19.30

»1 Screwball Comedy

His Girl Friday

Ho ward Hawks

 
 

USA 1940

Mit Car y Grant, Rosalind Russell, Ralph Bellamy

35 mm | OmU | 92 min | S. 6

20.00

»2 Magical History Tour

Meek’s Cutoff

K elly Reichardt

 
 

USA 2010

Mit

Michelle W illiams

35 mm | OmU | 104 min |   8.1. | S. 16

  • 4 Mo

19.00

»2 DEFA ­ Stiftung

Der Fall Gleiwitz

Gerhar d Klein

DDR 1961

35 mm | 67 min

Zu Gast: Christoph Hochhäusler, Moderation: Ralf Schenk

S. 24

 

19.30

»1 Screwball Comedy

The Talk of the Town

Geor ge Stevens

 
 

USA 1942

Mit Car y Grant, Jean Arthur

Preserved by the Library of Congress

35 mm | OmU | 94 min |   7.1.

S. 6

 

21.00

»2 DEFA ­ Stiftung

Der nackte Mann auf dem Sportplatz

K onrad Wolf

DDR 1973

Zu Gast: Christoph Hochhäusler, Moderation: Ralf Schenk

35 mm | 101 min | S. 24

  • 5 *D’Est

Di

19.30

»1 Weltreisen

Frankreich/Belgien 1993

Aus dem Osten

Chantal Ak erman

16 mm | ohne Dialog | 115 min | S. 21

 

20.00

»2 Magical History Tour

*M – Eine Stadt sucht einen Mörder

Fritz Lang

 

D 1931

 

Mit Peter Lorre

R estaurierte Fassung

DCP | 117 min |   10.1. | S. 17

  • 6 Mit James Ste wart, Grace Kelly

Mi

USA 1954

19.30

»2 Magical History Tour

Rear Window

Alfr ed Hitchcock

DCP | OF | 112 min |   9.1. | S. 17

 

20.00

»1 Screwball Comedy

Vivacious Lady

Geor ge Stevens

 
 

USA 1938

Mit Ging er Rogers, James Stewart, Charles Coburn

35 mm | OmF | 90 min | S. 5

  • 7 *Seated Figures

Do

19.30

»2 Magical History Tour

*Wavelength

Kanada 1988

Michael Sno w

USA 1967

16 mm | OF | 45 min

16 mm | OF | 40 min |   14.1. | S. 17

 

20.00

»1 Screwball Comedy

The Talk of the Town

Geor ge Stevens

 
 

USA 1942

Mit Car y Grant, Jean Arthur

35 mm | OmU | 94 min

Preserved by the Library of Congress

S. 6

»1 arsenal 1

|

»2 arsenal 2

|

OF Originalfassung

|

DF Deutsche Fassung

|

Om U Original mit deutschen Unter­

titeln

|

Om E Original mit engl. Untertiteln

|

OmF Original mit französischen Untertiteln

|

Zwt. Zwischentitel

Kalendarium

programm

januar 16

31

  • 8 Fr

 
  • 19.30 Meek’s Cutoff

»2 Magical History Tour

K elly Reichardt

 

USA 2010

Mit

Michelle W illiams

35 mm | OmU | 104 min | S. 16

 
  • 20.00 Deux ou trois choses que je sais d’elle

»1 Mag Bodard

Er öffnung

 

Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß

Jean ­ Luc Godard

Frankreich 1967

Mit Marina Vlady

35 mm | OmU | 87 min |   14.1.

Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums

Einführung: Volker Pantenburg

S. 10

  • 9 Sa

 
  • 19.00 Zum Beispiel Balthasar

»1 Mag Bodard

Au hasard Balthazar

 

Robert Bresson

F/Schw eden 1966

35 mm | OmE | 95 min |   26.1. | S. 11

 

Rear Window

  • 20.00 Alfr ed Hitchcock

»2 Magical History Tour

USA 1954

 

Mit James Stewart, Grace Kelly

DCP | OF | 112 min | S. 17

  • 21.00 Paul

»1 Mag Bodard

Diourk a Medveczky

Frankreich 1969

 

Mit Jean ­ Pierre Léaud, Bernadette Lafont

Kopie der Cinémathèque française

35 mm | OmE | 92 min |   15.1. | S. 12

10

 
  • 16.30 »1 Klassiker nicht nur für Kinder

Safety Last!

Fred Newmeyer, Sam Taylor

So

 

USA 1923

Mit Har old Lloyd

Mit Musik

DCP | OmU | 73 min |   17. & 24.1. | S. 27

 
  • 19.00 Les parapluies de Cherbourg

»1 Mag Bodard

 

Die Regenschirme von Cherbourg

Jacques Demy

F/BRD 1964 Mit Catherine Deneuv e

DCP | OmE | 91 min |   23.1. | S. 11

 
  • 19.30 *M – Eine Stadt sucht einen Mörder

»2 Magical History Tour

Fritz Lang

 

D 1931

Mit P eter Lorre

R estaurierte Fassung

DCP | 117 min | S. 17

 
  • 19.00 Die f ilmische Rezeption des Dritten Kinos in Westdeutschland

»2 FilmDokument

  • 11 Mo

*Kino in Opposition (Der unabhängige Spielfilm in Lateinamerika)

 

Peter B. Schumann

BRD 1970

16 mm | 51 min

*Kino im Untergrund (Der politische Film in Lateinamerika)

Peter B. Schumann

BRD 1970

Einführung: Fabian Tietke

16 mm | 36 min

S. 24

 
  • 19.30 The Mad Miss Manton

»1 Screwball Comedy

Leigh Jason

 

USA 1938

Mit Barbar a Stanwyck, Henry Fonda

35 mm | OmF | 80 min |   16.1. | S. 7

  • 12 Di

  • 19.00 *China. Die Künste – Der Alltag

»1 Weltreisen

 

Ulrike Ottinger

BRD 1985

DCP | OmE | 270 min | S. 21

 
  • 19.30 The Birds

»2 Magical History Tour

Alfr ed Hitchcock

 

USA 1963

Mit Tippi Hedr en, Rod Taylor

DCP | OF | 119 min |   17.1. | S. 18

  • 13 Mi

  • 19.30 *Brand Upon the Brain!

»2 Magical History Tour

 

Guy Maddin

Kanada 2006

35 mm | OmU | 95 min |   23.1. | S. 18

   
  • 20.00 »1 Mag Bodard

Une femme douce

Die Sanfte

F 1969

Mit Dominique Sanda

DCP | OmE | 88 min |   15.1. | S. 12

Robert Bresson

  • Wiederholung

|

Veranstaltung mit Gästen

|

Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben

werden

|

Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge

|

* Kopie des Arsenal – Institut für

Film und Videokunst

|

* Kopie der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen

32

januar 16

programm

  • 14 Maurice Pialat

Do

  • 19.00 »1 Mag Bodard

L’enfance nue

Frankreich 1968

»2 Magical History Tour

 

Kanada 1988

»1 Mag Bodard

Nackte Kindheit

35 mm | OmE | 83 min |   29.1. | S. 13

 
  • 20.00 *Wavelength

Michael Sno w

USA 1967

16 mm | OF | 45 min

 

*Seated Figures

16 mm | OF | 40 min | S. 17

 
  • 21.00 Deux ou trois choses que je sais d’elle

 

Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß

Jean ­ Luc Godard

Frankreich 1967

Mit Marina Vlady

35 mm | OmU | 87 min

Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums

S. 10

  • 15 Fr

  • 19.00 Une femme douce

»1 Mag Bodard

Die Sanfte

R obert Bresson

 
 

Frankreich 1969

Mit Dominique Sanda

DCP | OmE | 88 min | S. 12

 
  • 20.00 Entusiasm – Simfonija Donbassa

»2 Magical History Tour

 
 

Dsiga Wertow

UdSSR 1930

Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums

35 mm | OmU | 68 min |   18.1.

S. 18

 
  • 21.00 Paul Diourk a Medveczky Frankreich 1969

»1 Mag Bodard

 
 

Mit Jean ­ Pierre Léaud, Bernadette Lafont, Jean ­ Pierre Kalfon

35 mm | OmE | 92 min

Kopie der Cinémathèque française

S. 12

  • 16 Mit Barbara Stanwyck, Henry Fonda, Charles Coburn

Sa

  • 19.00 »1 Screwball Comedy

The Lady Eve

Pr eston Sturges

USA 1941

35 mm | OmU | 90 min |   20.1.

 

Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums

S. 7

 
  • 20.00 The Elephant Man

»2 Magical History Tour

Da vid Lynch

USA/GB 1980

Mit Anthony Hopkins,

 

John Hurt, Anne Bancroft, John Gielgud

DCP | OF | 124 min |   21.1. | S. 19

  • 21.00 The Mad Miss Manton

»1 Screwball Comedy

Leigh Jason

 
32 januar 16 programm 14 Maurice Pialat Do 19.00 »1 Mag Bodard L’enfance nue Frankreich 1968
 

USA 1938

Mit Barbar a Stanwyck, Henry Fonda

35 mm | OmF | 80 min | S. 7

17

So

 
  • 16.30 »1 Klassiker nicht nur für Kinder

Safety Last!

Fred Newmeyer, Sam Taylor

 
 

USA 1923

Mit Har old Lloyd

Mit Musik

DCP | OmU | 73 min |   24.1. | S. 27

 
  • 19.00 Le bonheur

»1 Mag Bodard

A gnès Varda

F 1965

DCP | OmU | 79 min |   28.1. | S. 13

  • 19.30 The Birds

»2 Magical Histor y Tour

Alfr ed Hitchcock

 
 

USA 1963

Mit Tippi Hedr en, Rod Taylor

DCP | OF | 119 min | S. 18

  • 18 UdSSR 1930

Mo

Dsiga Wertow

  • 19.30 »2 Magical History Tour

Entusiasm – Simfonija Donbassa

Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums

 

35 mm | OmU | 68 min S. 18

 
  • 20.00 Zaplyv

»1 Berliner Premiere

Swimmers

Kristina Paustian

D/Ungarn/Russland 2015

 

Im Anschluss Diskussion mit Kristina Paustian

DCP | OmE | 77 min | S. 25

  • 19 *Exil Shanghai

    • 19.00 »1 Weltreisen

Ulrike Ottinger

D/Isr ael 1997

DCP | OmU | 275 min | S. 22

Di

  • 19.30 »2 Magical History Tour

Apocalypse Now Redux

Francis Ford Coppola

Mit Marlon Brando, Martin Sheen, Robert Duvall

USA 1979/2001

DCP | OmU | 202 min |   28.1. | S. 19

  • 20 USA 2009

Mi

Sharon Lockhart

  • 19.30 »2 Magical History Tour

*Double Tide

Blu ­ ray | ohne Dialog | 99 min |   25.1. | S. 19

 

»1 Screwball Comedy

  • 20.00 The Lady Eve

Pr eston Sturges

 
 

USA 1941

Mit Barbar a Stanwyck, Henry Fonda, Charles Coburn

35 mm | OmU | 90 min

Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums

S. 7

»1 arsenal 1

|

»2 arsenal 2

|

OF Originalfassung

|

DF Deutsche Fassung

|

Om U Original mit deutschen Unter­

titeln

|

Om E Original mit engl. Untertiteln

|

OmF Original mit französischen Untertiteln

|

Zwt. Zwischentitel

programm

januar 16

33

  • 21 »2 Magical History Tour

19.30

The Elephant Man

Da vid Lynch

USA/GB 1980

 

Do

Mit Anthony Hopkins, John Hurt, Anne Bancroft, John Gielgud

DCP | OF | 124 min | S. 19

 

20.00

»1 Mag Bodard

Un soir, un train

Andr é Delvaux

Mit Y ves Montand, Anouk Aimée

Kopie der Cinémathèque française

F/Belgien 1968

35 mm | OmE | 86 min |   29.1.

 

S. 13

  • 22 »1 Screwball Comedy

19.00

Fr

USA 1938

Bringing Up Baby

Ho ward Hawks

Mit Car y Grant, Katharine Hepburn, Charles Ruggles

Preserved by the Library of Congress

 

35 mm | OmU | 94 min S. 4

 

19.30

»2 Things to Come – Science · Fiction · Film

Hell

 
 

Tim Fehlbaum

D/CH 2011

Mit Hannah Herzsprung, Lar s Eidinger

Blu ­ ray | OmE | 89 min

Zu Gast: Hannah Herzsprung, Tim Fehlbaum, Moderation: Rainer Rother

S. 25

21.00

»1 Screwball Comedy

I Was A Male War Bride

Ho ward Hawks

 
 

USA 1949

Mit Car y Grant, Ann Sheridan

Kopie der Cinémathèque royale

35 mm | OF | 105 min |   30.1.

S. 8

  • 23 Sa

19.00

»1 Mag Bodard

Les parapluies de Cherbourg

Die R egenschirme von Cherbourg

Jacques Demy

F/BRD 1964

Mit Catherine Deneuv e

DCP | OmE | 91 min | S. 11

 

20.00

»2 Magical History Tour

*Brand Upon the Brain!

 
 

Guy Maddin

Kanada 2006

35 mm | OmU | 95 min | S. 18

 

21.00

»1 Mag Bodard

Peau d’âne

Eselshaut

Jacques Demy

Mit Catherine Deneuve, Jean Marais, Delphine Seyrig

F 1970

DCP | OmE | 100 min |   31.1 | S. 14

24

 

16.30

»1 Klassiker nicht nur für Kinder

Safety Last!

So

USA 1923

Mit Har old Lloyd

Mit Musik

Fred Newmeyer, Sam Taylor DCP | OmU | 73 min | S. 27

 

19.30

»1 Screwball Comedy

You Can’t Take It With You

Frank Capra

 
 

USA 1938

Mit Jean Arthur, James Stewart, Edward Arnold

DCP | OmU | 126 min | S. 8

20.00

»2 Magical History Tour

*Desertir

Deserteur

 
 

Wsewolod Pudowkin

UdSSR 1933

35 mm | OmU | 95 min |   29.1. | S. 20

  • 25 Mo

19.00

»1 Filmspotting

*Alles andere zeigt die Zeit

Andr eas Voigt

D 2015

DCP | 95 min

Zu Gast: Andreas Voigt

S. 26

 

19.30

»2 Magical History Tour

*Double Tide

 
 

Sharon Lockhart

USA 2009

Blu ­ ray | ohne Dialog | 99 min | S. 19

  • 26 Di

19.00

»2 Weltreisen

Elsewhere

Nik olaus Geyrhalter

Österr eich 2001

DCP | OmU | 240 min | S. 22

20.00

»1 Mag Bodard

Au hasard Balthazar

Zum Beispiel Balthasar

 

Robert Bresson

F/Schw eden 1966

35 mm | OmE | 95 min | S. 11

  • 27 Mi

19.30

»2 Magical History Tour

King Kong

Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack

 
 

USA 1933

R estaurierte Fassung

35 mm | OmU | 93 min |   30.1. | S. 20

 

20.00

»1 Screwball Comedy

Unfaithfully Yours

Pr eston Sturges

 
 

USA 1948

Mit R ex Harrison, Linda Darnell

Kopie der Cinémathèque royale

35 mm | OmF | 105 min |   30.1. S. 9

Wiederholung

|

Veranstaltung mit Gästen

|

Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben

werden

|

Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge

|

* Kopie des Arsenal – Institut für

Film und Videokunst

|

* Kopie der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen

34

januar 16

programm

Do

  • 28 *Weissfilm

17.00

»2 UdK ­ Seminar Krasse Filme

Bir git & Wilhelm Hein

BRD 1977

16 mm | 5 min

 

*Artype

*Mothlight

Geor ge Macunias

USA 1966

USA 1963

16 mm | 3 min

Stan Br akhage

16 mm | 3 min

*Begone Dull Care

Norman McLar en

Kanada 1949

16 mm | 8 min

*Trade Tattoo

Len Lye

GB 1937

16 mm | 3 min

*Blinder Fleck

Björn Speidel

Deutschland 2012

16 mm | 6–12 min

*T.O.U.C.H.I.N.G

P aul Sharitz

USA 1968

16 mm | 12 min

*Colour Flight

*Pastoral

Len Lye

GB 1938

USA 1950

16 mm | 4 min

Mar y Ellen Bute

16 mm | 7 min

*Kosmos

Thor sten Fleisch

Deutschland 2004

16 mm | 5 min

*Le retour à la raison

*Der genähte Film

Man R ay

Frankreich 1923

BRD 1983

16 mm | 2 min

Andr ea Hillen

Super8 | 6 min

*End After 9

Geor ge Macunias

USA 1966

16 mm | 1 min

Einführung: Björn Speidel

S. 26

19.30

»2 Magical History Tour

Apocalypse Now Redux

Francis Ford Coppola

USA 1979/2001

 

Mit Marlon Brando, Martin Sheen, Robert Duvall, Dennis Hopper

DCP | OmU | 202 min | S. 19

 

20.00

»1 Mag Bodard

Le bonheur

A gnès Varda

Frankreich 1965

DCP | OmU | 79 min

Einführung: Stefanie Schlüter

S. 13

  • 29 »1 Mag Bodard

19.00

Fr

Un soir, un train

Frankreich/Belgien 1968

Mit Y ves

Andr é Delvaux

Kopie der Cinémathèque française

Montand, Anouk Aimée

35 mm | OmE | 86 min

 

Einführung: Christoph Terhechte

S. 13

 

20.00

»2 Magical History Tour

*Desertir

Deserteur

 
 

Wsewolod Pudowkin

UdSSR 1933

35 mm | OmU | 95 min | S. 20

21.00

»1 Mag Bodard

L’enfance nue

Nackte Kindheit

 

Maurice Pialat

Frankreich 1968

35 mm | OmE | 83 min | S. 13

Sa

  • 30 »1 Screwball Comedy

19.00

USA 1949

I Was A Male War Bride

Mit Car y Grant, Ann Sheridan

Kopie der Cinémathèque royale

Ho ward Hawks

 

35 mm | OF | 105 min S. 8

 

20.00

»2 Magical History Tour

King Kong

Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack

 

USA 1933

R estaurierte Fassung

35 mm | OmU | 93 min | S. 20

 

21.15

»1 Screwball Comedy

Unfaithfully Yours

Pr eston Sturges

 
 

USA 1948

Mit R ex Harrison, Linda Darnell

35 mm | OmF | 105 min

Kopie der Cinémathèque royale

S. 9

31

 

16.00

»1 Arsenal Filmatelier zeigt: Experimentalfilme für Kinder ab 4 Jahren

No #1

 

So

A Man and His Dog Out for Air

Dwightiana

Loose Corner

Marie Menken

Anita Thacher

R obert Breer

USA 1957

16 mm | 2 min

 

USA 1959

16 mm | 4 min

USA 1986

16 mm | 10 min

Trickfilm

22 Kinder im Filmworkshop

mit Ute Aurand und Robert Beavers

D 2007

16 mm | 3 min

Moderation: Stefanie Schlüter

S. 23

 

19.00

»1 Mag Bodard

Peau d’âne

Eselshaut

Jacques Demy

F 1970

Mit Catherine Deneuve, Jean Marais, Delphine Seyrig

DCP | OmE | 100 min | S. 14

20.00

»2 Rising Stars, Falling Stars

*Die Klage der Kaiserin

Pina Bausch

F/BRD 1989

heinz emigholz

januar 16

35

heinz emigholz januar 16 35 Die Basis des Make-Up (Nr. 327) S elbstportrait mit langen Haaren,

Die Basis des Make-Up (Nr. 327)

Selbstportrait mit langen Haaren, Neapel 1971. Die Wüste ohne Adverbien der Zeit und des Ortes, eine schwere Depression zersetzt eine toskanische Landschaft. Blitzeinschlag in einen der mittelal- terlichen Wehrtürme von San Gimignano. Ein Stein in der Form des Oktaeders aus Albrecht Dü- rers Melencolia I löst sich von einer Dachbrüstung und fällt mir auf den Kopf. Auch Dürer muß diesen Zustand gekannt haben. Die Sonne hinterläßt uns als Gemüse. Das ist der Nutzen im Laufe der Zeit. Man denke an den Ballonflug über die ägyptischen Pyramiden, zu dem Michael Jackson seine Göttin- nen Jackie Onassis, Diana Ross und Elizabeth Tay- lor einlud, um die Schöpfung westlicher Prägung zu krönen. Wer jeden Ort dieser Welt gesehen hat, muß sich auf die Landschaft seiner Träume ver- lassen. Um dann daran zu verzweifeln, daß sich Träume nicht auf Wunsch bruchlos fortsetzen las- sen. Ihre Logik ist eine andere, sie läßt die Synap- sen immer wieder neu kombinieren. Dann hilft nur noch Milk, das milchig-weiße Propofol, um dem Alb zu entrinnen. Mehr unter www.pym.dee.

A self-portrait that shows me with long hair in Na- ples in 1971. A desert without adverbs of either time or place, a severe depression corroding the Tuscan landscape. Lighting strikes one of San Gimignano’s medieval defense towers, while a stone in the form of the octahedron from Albrecht Dürer’s Melencolia I dislodges itself from the roof parapet and falls on my head. Dürer too must have known this feeling. The sun leaves us as vegetables. That’s what’s use- ful about the course of time. One is reminded of the hot air balloon flight over the Egyptian pyramids that Michael Jackson invited his goddesses Jackie Onassis, Diana Ross, and Elizabeth Taylor to join him on so that they could crown the creation of the Western character. Who has seen every place in the world must rely on the landscape of his dreams, in order to later despair at the fact that dreams can- not be dreamed on seamlessly as one desires. They follow a different logic, they allow the synapses to be recombined again and again. The only thing that can help now is Milk, milky-white Propofol, perfect for escaping nightmares. More at www.pym.de.

36

januar 16

arsenal freundeskreis

arsenal freundeskreis – Sind Sie dabei?

Helfen Sie uns durch eine Mitgliedschaft im Freundeskreis, das Angebot des Arsenal – Ins- titut für Film und Videokunst aufrecht zu erhal- ten und ständig weiterzuentwickeln! Für Mitglieder und Premium-Mitglieder im ar- senal freundeskreis haben wir attraktive Ange- bote. Studierende und FilmemacherInnen im arsenal freundeskreis erhalten Specials.

Mitglied im arsenal freundeskreis:

Jahresbeitrag 100 € Welcomepackage (zwei Kinogutscheine) Ermäßigter Eintrittspreis zu allen Vorführun- gen (5 €) Freier Eintritt mit einer Begleitperson zu aus- gewählten Veranstaltungen der Reihe „Magi- cal History Tour“ nach Einladung Freier Eintritt in Wiederholungsvorführungen des Forums der Berlinale Möglichkeit des Erwerbs vergünstigter Sam- melkarten Zusendung des Monatsprogramms und des Newsletters Einladung zu Eröffnungsveranstaltungen und Sonderveranstaltungen 20 % Ermäßigung auf ausgewählte Publikatio- nen und Merchandisingprodukte Sonderkonditionen für die Kinovermietung

StudentIn im arsenal freundeskreis:

Jahresbeitrag 50 € Alle genannten Vergünstigungen für Mitglieder im arsenal freundeskreis sowie Sonderpreis beim Eintritt zu Vorführungen der Reihe „Magical History Tour“ (3 €)

2 Stunden freier Zugang zur Materialsichtung am Schneidetisch

Premium-Mitglied im arsenal freundeskreis:

Jahresbeitrag 250 € Alle genannten Vergünstigungen für Mitglieder im arsenal freundeskreis sowie Privatpersonen: Freier Eintritt zu Vorführun- gen der Reihe „Magical History Tour“ und Frei- karten für Sie und Ihre Begleitung bei reprä- sentativen Einzelveranstaltungen Institutionen: Freikartenkontingent für die Mit- arbeiterInnen Nennung auf der Website des Arsenal unter www.arsenal-berlin.de

FilmemacherIn im arsenal freundeskreis:

Jahresbeitrag 100 € Alle genannten Vergünstigungen für Mitglieder im arsenal freundeskreis sowie 1 Testscreening frei und 2 Testscreenings zu 50 % des üblichen Mietpreises im Kino 1 oder 2 5 Stunden freier Zugang zur Materialsichtung am Schneidetisch

Anmeldung bitte mit dem Anmeldeformular auf www.arsenal-berlin.de oder an der Kasse.

Support our work and purchase a membership! We have attractive offers for members and pre- mium members in the arsenal freundeskreis. Students and filmmakers in the arsenal freun- deskreis receive specials. Further information as well as details on the various ways of joining can be found at www.arsenal-berlin.de, mail@ arsenal-berlin.de or at the box office.

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  • CI NEMA

INSTITUT FRANÇAIS

6,000 screenings 100 partner festivals AFRICAN FILM HERITAGE
6,000 screenings 100 partner festivals AFRICAN FILM HERITAGE
6,000 screenings
100 partner festivals
AFRICAN FILM
HERITAGE
IFCINEMA
IFCINEMA

15,000 films downloaded

since 2011

Subtitles in 20 languages

FRENCH FILM

15,000 films 30,000 film screenings Support for 300 festivals in 80 countries
15,000 films
30,000 film screenings
Support for 300 festivals
in 80 countries
CI NEMA INSTITUT FRANÇAIS 6,000 screenings 100 partner festivals AFRICAN FILM HERITAGE IFCINEMA 15,000 films downloaded

WORLD CINEMA

Fabrique des Cinémas du Monde

  • 46 countries, 52 projects and

  • 90 directors and producers

World Cinema Support

  • 41 countries and 89 projects supported

SPECTACLE VIVANT / ARTS VISUELS / ARCHITECTURE CINÉMA / LIVRE / PROMOTION DES SAVOIRS / LANGUE FRANÇAISE / RÉSIDENCES / SAISONS CULTURELLES COOPÉRATION AVEC LES PAYS DU SUD

CI NEMA INSTITUT FRANÇAIS 6,000 screenings 100 partner festivals AFRICAN FILM HERITAGE IFCINEMA 15,000 films downloaded

L’Institut français est l’opérateur du ministère des Affaires étrangères et du Développement international pour l’action culturelle extérieure de la France.

www.institutfrançais.com

 

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www.goethe.de/berlin

38 januar 16 anzeigen www.goethe.de/berlin You talking to me? Learn German in Ber Lin! For more
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E-mail: bErlin@goE thE .dE

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Sprache. Kultur. Deutschland

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Die Programmbroschüre des Arsenal – Institut für Film und Videokunst erscheint elf Mal im Jahr in einer Auflage von 17.000 Exemplaren. Sie ist in den Auslagen von rund 300 Berliner Kulturstandorten, an allen Berliner Universitäten, in Bibliotheken und an anderen Bildungs- einrichtungen in der Stadt zu finden.

Auf dieser Seite veröffentlichen wir regelmäßig kulturaffine Anzeigen zu moderaten Preisen.

Die Mediadaten und die Preisliste schicken wir auf Anfrage gern zu. Kontakt: marketing@arsenal-berlin.de

Impressum

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Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. im Filmhaus am Potsdamer Platz

Das Arsenal im Internet: www.arsenal-berlin.de | Eintrittspreise: Gäste: 7,50 € | Mitglieder: 5 € | Kinder:

3 € | Berlin-Pass: 3 € | Mitgliedsbeitrag für sechs Monate: 12 € | Mitgliedsbeitrag für sechs Monate ermäßigt: 9 € | Sammelkarte für Mit glieder (6 Vor- stellungen): 24 € | Fördermitgliedschaft: 100 € | Die Mitgliedschaft kann an der Abendkasse erworben werden und beinhaltet den Programm versand. Die Kasse öffnet 30 Minuten vor Beginn der ersten Vorfüh- rung | Vorbestellungen per Mail an: ticket@arsenal- berlin.de (Mo–Fr bis 17 Uhr) oder telefonisch unter (030) 269 55-100 | Verkehrsverbindungen: U-Bahn / S- Bahn Potsdamer Platz, Bus M41, M48, M85, 200, 347 | Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft, Konto 33 44 300, BLZ 100 205 00 | Anzeigen im Programmheft:

marketing@ arsenal-berlin.de

Texte: Hans-Joachim Fetzer (hjf), Matthias Fetzer (mf), Milena Gregor (mg), Anke Hahn (ah), Birgit Kohler (bik), Annette Lingg (al), Johannes Roschlau (jr), Stefanie Schlüter (sts), Stefanie Schulte Strathaus (stss), Björn Speidel (bs), Fabian Tietke (ft), Gerlinde Waz (gw)

Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V. wird gefördert durch:

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aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Medienpartner:

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Partner am neuen Archiv-Standort:

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Dank an unsere Partner und Unterstützer:

Konzept, Layout, Repro: satzinform Berlin | Papier:

Profisilk 135 g / m 2 | Druck: Oktoberdruck, Berlin

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DEUTSCHLAND
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40 januar 16 impressum UN SOIR, UN TRAIN (Ein Abend … ein Zug, André Delvaux, F/Bw w w . a r s e n a l -berlin.de | Tel. (030) 269 55-100 " id="pdf-obj-39-10" src="pdf-obj-39-10.jpg">
40 januar 16 impressum UN SOIR, UN TRAIN (Ein Abend … ein Zug, André Delvaux, F/Bw w w . a r s e n a l -berlin.de | Tel. (030) 269 55-100 " id="pdf-obj-39-12" src="pdf-obj-39-12.jpg">

UN SOIR, UN TRAIN (Ein Abend … ein Zug, André Delvaux, F/B 1968 | 21. & 29.1.)

40 januar 16 impressum UN SOIR, UN TRAIN (Ein Abend … ein Zug, André Delvaux, F/Bw w w . a r s e n a l -berlin.de | Tel. (030) 269 55-100 " id="pdf-obj-39-19" src="pdf-obj-39-19.jpg">

arsenal

institut für film und videokunst e.V.

Potsdamer Straße 2 | 10785 Berlin | www.arsenal-berlin.de | Tel. (030) 269 55-100