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Im Jahr 1950 waren die zwei Missionare Wieland und Short in Wa- shington D.C. Dort haben die Adventisten ihre Generalkonferenz. Diese zwei Missionare hatten die Bedeutung des Werkes und der Botschaft von Waggoner und Jones erkannt, und es war ihnen klar geworden, daß die Gemeinde diese Botschaft studieren und annehmen müsse. Gleich- zeitig waren sie über die Lehren, die in der Adventgemeinde aufzutreten begannen, sehr beunruhigt. Sie sahen, daß die Adventisten mehr und mehr dasselbe Evangelium verkündeten, das auch in den babylonischen Kirchen zu hören war. So gingen sie zu den leitenden Brüdern und teilten ihnen ihre Besorgnis über diese Entwicklung mit. Die Leiter sagten: "Wir sind an euren Aussagen interessiert. Ihr mögt Recht haben. Schreibt al- les nieder!" Und so schrieben Wieland und Short ein Manuskript: 1888 Re- examined [deutsch: 1888 erneut untersucht]. In diesem Manuskript ho- ben sie einen Punkt besonders stark hervor. Sie betonten, daß Gott die Adventisten niemals mit dem Spätregen segnen könne, es sei denn, sie täte Buße von den Sünden der Vergangenheit. Das ist die Wahrheit. Bu- ße tun von den Sünden der Vergangenheit bedeutet, den Fehler zu be- reuen, der 1888 gemacht wurde, als die Botschaft von Waggoner und Jones mehrheitlich verworfen wurde. Bereuen bedeutet hier, diese Bot- schaft anzunehmen. Die leitenden Adventisten lasen das Manuskript und erkannten den zentralen Punkt, den Wieland und Short heraushoben. Sie schrieben zu- rück, daß es nicht nötig sei, die Taten der Väter zu bereuen und zu 1888 zurückzukehren. Sie sagten: "Wir haben doch heute die Wahrheit, und das Werk geht sehr gut voran. Gott segnet uns doch, und wir haben kein Bedürfnis, Buße zu tun. Außerdem hat Gott von seinen Kindern niemals verlangt, daß sie die Sünden ihrer Väter bekennen sollten." Als ich die Antwort las, fragte ich mich, ob diese Männer wohl jemals die Bibel gelesen hätten. Laßt uns 3.Mose 26,40 aufschlagen: "Da wer- den sie denn bekennen ihre Missetat und ihrer Väter Missetat." Sind die- se Worte nicht sehr deutlich? Dennoch behaupteten jene Leiter, daß es niemals Gottes Wille sei, daß die Kinder die Sünden der Väter bereuen. Natürlich erwartet Gott von uns nicht, daß wir für die einzelnen, persönli- chen Sünden unserer Väter Buße tun. Verwerfen aber unsere Väter die Wahrheit Gottes, und werden wir in diesem Geist erzogen, dann wird die Sünde unserer Väter auch unsere Sünde. Dann müssen wir dorthin zu- rückkehren, wo unsere Väter den Pfad verlassen haben, dort müssen wir ihre und unsere Sünden bekennen und die Wahrheit wieder aufnehmen. Die großen Führer in Israel taten das. Als Josia König wurde, stellte er

das Heiligtum wieder her und bekannte sowohl seine eigenen, als auch seiner Väter Sünden. Was war die Folge? Israel wurde gesegnet. Lest auch die Geschichte von Esra und Nehemia. Auch sie bekannten die Sünden ihrer Väter und wurden wunderbar gesegnet. Daniel tat ebenfalls Buße für die Sünden seiner Väter. Lest einmal das wunderbare Gebet in Daniel 9. Aber die Leiter der Generalkonferenz sagten: "Nein, wir brauchen kein Bekenntnis abzulegen." Ihr Bericht ist in dem Buch A Warning and its Reception [Eine Warnung und seine Annahme] wiedergegeben. Die- ses Buch enthält das Manuskript 1888 Re-examined von Wieland und Short und die Antworten der leitenden Brüder der Generalkonferenz. Darum ist dieses Dokument so wertvoll. Kurz nachdem sich die Adventisten geweigert hatten, die Botschaft von Waggoner und Jones anzunehmen, erhielten sie (1954/1955) den Besuch von Barnhouse und Martin. Diese beiden Männer waren Führer in den Evangelikalen und erklärten: "Wir sind der Ansicht, daß die Siebenten- Tags-Adventisten keine Christen sind und ordnen sie darum in dieselbe Kategorie wie die Zeugen Jehovas und die Mormonen ein. Über eure Reli- gion möchten wir ein Buch schreiben und es Die Wahrheit über die Sie- benten-Tags-Adventisten überschreiben. Wir würden euch gern über eu- ren Glauben ausfragen, um einen genauen Bericht erstellen zu können." Die adventistischen Lehrer erklärten sich bereit, die Fragen zu beant- worten. Und so wurden eine Menge Fragen gestellt: über die Natur Chri- sti, über den Geist der Weissagung und über die Frage, wer Babylon sei. Die Antworten der leitenden Brüder waren jedoch nicht in Übereinstim- mung mit den Grundpfeilern der adventistischen Lehren. Sie machten in einem erschreckenden Ausmaß Kompromisse in der Lehre. Deshalb än- derten die babylonischen Führer ihre Ansicht über die Adventisten und zählten sie nicht mehr zu jener Kategorie der nichtchristlichen Gemein- schaften. Sie sagten: "Wir waren im Irrtum. Adventisten sind genau sol- che Christen wie wir. In den Hauptpunkten des Evangeliums unterschei- den wir uns nicht. Wir hatten einige alte adventistische Schriften gelesen, die unchristlich waren. Aber offenbar habt ihr euch inzwischen geändert. Darum können wir euch jetzt zu den Christen zählen." Wenn Babylon sagen kann, daß wir Christen sind wie sie, dann ist das eine sehr bedenkliche Angelegenheit. Wir lesen in dem Buch Aus der Schatzkammer der Zeugnisse II, 137: "Wie vor alters das Volk Israel, so hat Gott in unserer Zeit seine Gemeinde berufen, ein Licht auf Erden zu sein. Die Botschaften des ersten, zweiten und dritten Engels sind das mächtige Schwert (engl.: Spaltbeil) der Wahrheit, durch das er seine Gemeinde von den Kirchen und von der Welt abgesondert hat, um sie in heilige Gemeinschaft mit sich selbst zu bringen." Im Jahr 1844 hatte die dreifache Engelsbotschaft eine gewaltige Trennung zwischen den Kir- chen und Adventisten bewirkt. Inzwischen fiel Babylon tiefer und tiefer

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und entfernte sich immer weiter von Gott. Die Adventgemeinde hätte sich immer mehr zu Gott hinwenden sollen. Darum sollte die Trennung heute umso größer sein. Anstatt Verfolgung zu erleiden, befreundete sich die Gemeinde mit Babylon. Babylon hat sich nicht verändert. Wer hat sich also verändert? Die Adventgemeinde. In der Zeit, in der Barnhouse und Martin in Washington D.C. die Ad- ventisten aufsuchten, fanden in der Welt noch andere Ereignisse statt. In Australien arbeiteten einige junge Brüder in der Bibliothek eines Col- leges, von wo aus man sie in ein Lagerhaus sandte, um alte Bücher zu sortieren. Die wertlosen sollten weggeworfen und die wertvollen Bücher aufbewahrt werden. Beim Durchsuchen der alten, verstaubten und von Spinnweben überzogenen Bücherkisten fanden sie einige Bücher von Waggoner und Jones. Diese Bücher waren schon vor Jahrzehnten aus den Bücherregalen entfernt worden. Die Gemeinde hatte sie sorgfältig außer Reichweite aufbewahrt, damit sie niemand lesen konnte. Genauso waren auch in den Tagen vor Josia die Gesetzbücher vom Volk fern gehalten worden. Diese jungen Australier lasen diese Bücher und sagten: "Hier ist eine wunderbare Botschaft." Sie nahmen die Bücher in ihre Zimmer, um sie zusammen mit ihren Freunden zu studieren. Es entwickelte sich darauf- hin eine wunderbare Erweckung. Gott hatte zuerst den leitenden Brüdern der Generalkonferenz die Gelegenheit gegeben, die Botschaft anzuneh- men. Diese nahmen die Gelegenheit aber nicht wahr. Nachdem sie von den leitenden Brüdern verworfen worden war, gab Gott sie den australi- schen Studenten. Natürlich waren diese in den Augen der leitenden Brü- der sehr unbedeutend. Sehr bald wurden Kopien dieser Bücher herge- stellt. Die Kopien selber waren nicht besonders gut, doch enthielten sie die Botschaft. Sie wurden in Australien und Neuseeland verbreitet. Als dies den leitenden Brüdern zu Ohren kam, wurden sie sehr ärgerlich. Den Gemeindegliedern wurde gesagt, daß das gefährliche Bücher seien, die nicht gelesen werden sollten. Wurde jemand beim Lesen dieser Bü- cher entdeckt, so wurde er als Ketzer, Enthusiast, Fanatiker usw. abge- stempelt. Einer von diesen jungen Australiern hieß Robert Brinsmead. Zu derselben Zeit unterrichtete ich in einem College in Neuseeland. Jahrelang hatte ich erfolglos gegen persönliche Sündenprobleme ge- kämpft. Die Gemeinde besaß nicht das Evangelium, das mich von die- sen Sündenproblemen hätte befreien können. Als ich die Botschaft von Waggoner und Jones hörte, erlangte ich in weniger als einer Woche das Verständnis und den Sieg über die Sünde. Das war ungefähr im Jahre 1955. Den detaillierten Bericht darüber könnt ihr in dem Büchlein Aus der Knechtschaft in die Freiheit lesen. Als diese Botschaft an mich heran- kam, hatte ich nicht die Absicht, sie anderen Menschen zu predigen. Zur gleichen Zeit entstand eine Bewegung in der Gemeinde, welche die Lehren veränderte. Dies geschah, um die Lehre in Übereinstimmung

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mit den Antworten zu bringen, welche die leitenden Brüder der General- konferenz den babylonischen Führern gegeben hatten. Es sollte NICHT mehr gelehrt werden, daß -- Christus in sündlichem Fleisch kam (sondern daß er in heiligem Fleisch kam), -- die anderen Kirchen Babylon waren, -- das Adventvolk zur gegenwärtigen Zeit das einzige Volk Gottes ist, -- die letzte Versöhnung im Allerheiligsten stattfindet (sondern daß die vollständige Versöhnung am Kreuz stattgefunden hat). -- Auch wurde der Grundsatz verworfen, daß der alte Mensch ausge- rottet und stattdessen ein neues Herz eingepflanzt werden müsse. So begann in der Gemeinde die Streitfrage aufzutreten, ob man bei den alten Lehren bleiben oder sich zu den neuen bekennen sollte. Die Studenten vom College und die Gemeindeglieder im Lande waren sehr verwirrt. Viele Fragen wurden in jener Zeit gestellt. Ich wurde aufgerufen, meinen Glauben zu begründen, und es entwickelte sich ein sehr großes Interesse. Als die Botschaft das erste Mal an mich herankam, war ich durch sie sehr ermutigt. Ich hatte vollkommenes Vertrauen in die Ad- ventgemeinde und war sicher, daß sie die Botschaft freudig annehmen und sie überall in der Welt verkünden würde. Bald aber schwanden mei- ne Hoffnungen dahin. Die Botschaft wurde mehrheitlich wieder nicht an- genommen; dafür wurde ich als Ketzer und als gefährliche Person hin- gestellt. Ich war der Einzige im ganzen College, der für diese Botschaft einstand. So sprach ich zu mir selbst: Wie kann das sein? Wer bin ich denn? Ich kann doch nicht im Recht sein und all diese Gelehrten im Unrecht. Das ist unmöglich. -- Und so weigerte ich mich, irgendein Wort über die- se Botschaft zu sagen. Dieser Zustand dauerte etwa 3 Monate. Während dieser Zeit verbrachte ich viele Stunden damit, das Wort Gottes zu erfor- schen. Ich versuchte herauszufinden, wo ich mich geirrt hatte. Ich wollte ganz genau wissen, was die Schrift sagt. Doch ich konnte das Wort Got- tes nicht verändern. Ganz deutlich hieß es in der Heiligen Schrift: "Die Sünde soll nicht herrschen über euch", "wir können ein gerechtes Leben leben", "wir können Vollkommenheit erlangen", usw. Die Entscheidung fiel während einer Sabbatschullektion. Ich war Sabbatschullehrer. Das Thema der Lektion war: Gerechtigkeit aus Glau- ben. Ein vorgeschriebener Text war Matthäus 5,48: "Darum sollt ihr voll- kommen sein wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." Hier mußte ich sehr vorsichtig sein, denn dieser Text gefiel meiner Sabbatschulklasse überhaupt nicht. Diese Schriftstelle zitierte man besser nicht, wenn man nicht in eine hitzige Diskussion verwickelt werden wollte. So sagte ich zu mir: Ich muß jetzt klug sein wie eine Schlange und ohne Falsch wie eine Taube. -- Und so sprach ich zur Klasse: "Hier ist eine Schriftstelle, über die es viele Meinungen gibt. Was sagt ihr dazu?" An jenem Tag war das

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Klassenzimmer voll. Alle Collegelehrer, und sogar der Präsident der Schule waren anwesend. Der Präsident hieß Alfred Crans; man hielt ihn in jener Zeit für den besten Theologen der Australischen Division. Kaum hatte ich die Frage gestellt, bekam ich schon eine Antwort. Einer der füh- renden Brüder sagte: "Na ja, Bruder Wright, das bedeutet nicht, daß man nicht mehr sündigt. Wir sündigen jeden Tag, das steht fest. Das bedeutet aber nicht, daß wir uns ändern. Gott wird uns vergeben, aber morgen werden wir wieder sündigen." Ohne lange nachzudenken, zitierte ich ei- nige Schriftstellen und fragte: "Wie erklären wir dann diese Schriftstellen:

>Die Sünde soll nicht herrschen können über euch<, >Christus wird un- sere Sünde wegnehmen<, >Dank sei Gott, der uns den Sieg gibt< usw.?" In der Klasse wurde es sehr still. Niemand sagte ein Wort. Schließlich meldete sich der Präsident Alfred Crans und sagte: "Bruder Wright, wir müssen sehr darauf bedacht sein, daß wir die Leute nicht da- durch entmutigen, indem wir ihnen einen zu hohen Standard vorhalten." Aber nun folgt das Schlimmste. Er fügte hinzu: "Ich weiß nicht, was die eben zitierten Schriftstellen bedeuten, aber so viel weiß ich: Sie bedeu- ten nicht, was sie aussagen!" Ich war über diese Antwort so verblüfft, daß ich meinen Ohren nicht traute. Trotzdem fuhr ich mit der Lektion fort. Aber seit jenem Tag wußte ich, daß mein Glaube über Gerechtigkeit aus Glauben richtig war. Wenn ein leitender Prediger sagen kann, daß die Schriftstellen der Bibel nicht das bedeuten, was sie aussagen, dann ist er im Unrecht. An jenem Tag verließen mich sämtliche Zweifel über meine Einstellung, die ich seither nicht bereut habe. Ich blieb bis 1960 auf diesem College. Doch der Kampf wurde härter und härter, und schließlich kam noch im selben Jahr die Frage auf, ob Ich bleiben oder gehen solle. Dann fiel die Entschei- dung, und ich ging. Bis 1960 unterrichtete ich in Neuseeland auf dem College. Zu Beginn dieses Jahres standen die Collegelehrer einem sehr ernsten Problem gegenüber. Die Evangelisten predigten im ganzen Land eine neue Bot- schaft, und die "Neubekehrten" hatten einen sehr niedrigen geistlichen Stand. Ich ging z. B. an einem Sabbat in die Gemeinde. Dort taufte der Evangelist drei Personen, die durch diese Evangelisation "gewonnen" worden waren. Ein Täufling war ein Mann, der immer noch rauchte und der noch am selben Sabbatnachmittag nach Hause ging, um an seinem Haus weiterzubauen. Außerdem hatte er ein Verhältnis mit einer der Frauen, die mit ihm getauft worden waren. Die jungen Leute im College, die aus solchen Familien stammten, waren alles andere als bekehrt. Bei unserer ersten Lehrerversammlung sagte der Präsident des Colleges: "In diesem Jahr sind viele unbekehrte Studenten in diese Schule gekom- men. Wir werden Probleme haben. Wir müssen das Evangelium predi- gen, um diese jungen Menschen zu bekehren." Er glaubte natürlich an das Evangelium, das auch Billy Graham predigt. So beobachtete ich mit

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großem Interesse, welche Wirkung dieses Evangelium auf die jungen Leute haben würde. Wie erwartet traten dann auch im Laufe des Jahres viele Probleme auf. Etwa 25 Studenten wurden wegen schlechten Ver- haltens von der Schule verwiesen. Ich bemerkte: Je eifriger die Prediger dieses falsche Evangelium predigten, desto schlechter benahmen sich die Studenten. Zur gleichen Zeit hielt ich Versammlungen und predigte diese Botschaft. Die Studenten, die sie hörten, erfuhren in ihrem Leben eine Veränderung vom Schlechten zum Guten. Diese Veränderung fiel sogar dem Präsidenten des Colleges auf, und er gab zu, daß die Studen- ten, welche die Botschaft gehört hatten, zu den besten der Schule gehör- ten. Da die Lage sich dermaßen zuspitzte, erkannte ich, daß ich im nächsten Jahr nicht mehr unterrichten konnte. So verließ ich auf Grund meines eigenen freien Willens die Schule. Hätte ich das nicht getan, wä- re ich natürlich entlassen worden. Ich kam dem einfach zuvor. Während dieser Zeit war Bob Brinsmead in Australien sehr aktiv. Sei- ne Predigten konnte ich damals noch unterstützen. Seine Botschaft war:

-- Waggoner und Jones haben die dritte Engelsbotschaft gebracht. -- Das Heiligtum ist das Herz der adventistischen Lehre. -- Christus kam in sündlichem Fleisch. -- Wir müssen den Stand der Vollkommenheit erreichen. Damit stimmte ich völlig überein und tue es auch heute noch. Nachdem ich das College verlassen hatte, arbeitete ich auf einem Bauernhof. Niemals hatte ich die Absicht, diese Arbeit aufzugeben, um nur noch die Botschaft zu predigen. Als Bob Brinsmead mir schrieb und mich dazu aufforderte, weigerte ich mich, es zu tun. Ich bin sehr froh darüber, denn dann wäre der Ruf von Menschen und nicht von Gott ge- kommen. Einige Monate später, im September 1961, erging an mich der Ruf Gottes, meine Arbeit auf dem Bauernhof aufzugeben und meine ganze Zeit der Verkündigung des Evangeliums zu widmen. Zuerst zöger- te ich sehr, diesen Auftrag anzunehmen, und versuchte, ihn zu umge- hen. Erst als der Herr mir einige sehr deutliche Zeichen gab, sah ich mich außer Stande, diesem Ruf nicht nachzukommen. Und schließlich machte ich einen Bund mit Gott; ich würde dahin gehen, wohin er mich sendet, das predigen, was er mir zu sagen gibt, und nichts anderes als das. In jenen Tagen verstand ich die Grundsätze der Sabbatruhe (Heb 4,9) noch nicht. Dennoch machte ich mit Gott einen Bund, der mit diesen Grundsätzen übereinstimmt. Ich glaube, daß ich in all den nachfolgenden Jahren diesem Bund treu geblieben bin. Im Jahre 1962 kehrte ich nach Australien zurück. In jenem Jahr tagte die Generalkonferenz in San Francisco. In Australien verfolgten wir mit großem Interesse diese Konferenz, weil wir erkannten, daß für die Ge- meinde die letzte Gelegenheit gekommen war, die Botschaft anzuneh- men und die Sünden der Vergangenheit zu bereuen. Obwohl ein starker Aufruf an die Generalkonferenz erging, vermochte er nichts zu bewirken.

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Danach durchlebten wir eine kurze Periode großer Prüfungen und Schwierigkeiten. Im Jahre 1964 ging ich das erste Mal nach Amerika. Nachdem ich 5 Monate dort verbracht hatte, glaubten drei Personen an die Botschaft. Diese drei waren jedoch sehr aktive Missionare, und als ich sie im Jahr 1965 wieder besuchte, hatte sich eine große Zuhörer- schaft eingefunden. Im Jahr 1965 kam ich für ein Wochenende nach Europa. Hier traf ich Dr. Vorndran, mit dem ich dann einige Jahre zusammenarbeitete. Seither besuchte ich Europa jedes Jahr. Wenn es Gottes Wille ist, werde ich nächstes Jahr wieder hier sein. Als ich 1961 meinen Bund mit Gott schloß, sagte ich: „Gott, hast du mich zu diesem Werk berufen. Du bist für die Finanzierung verantwort- lich. Es liegt nicht an mir, das Geld aufzubringen.“ Wenn ihr z.B. für einen Unternehmer tätig seid und er von euch verlangt, daß ihr Spenden ein- sammelt, damit das Arbeitsmaterial und eure Löhne finanziert werden können, so denkt ihr bestimmt: Das ist ein seltsamer Arbeitgeber. Würdet ihr für ihn arbeiten? Nein. Genau das tun aber die Kirchen. Sie arbeiten für Gott und übernehmen selbst die Verantwortung für die Finanzierung des Werkes. Das ist nicht richtig. Ich habe Gott gesagt: „Wenn du auf- hörst mich zu finanzieren, dann erachte ich es als ein Zeichen, daß ich mir einen anderen Arbeitgeber suchen muß.“ Seit 1964 reise ich mindestens einmal jährlich um die ganze Welt, manchmal sogar zweimal, aber noch nie haben wir zu Spenden aufgeru- fen, und noch nie waren wir in Geldnot. Manchmal wurde das Geld sehr knapp, doch es blieb immer so viel, daß alle Einladungen angenommen werden konnten. Das bedeutet, daß Gott oder Satan die Predigttätigkeit finanziert. Wir wissen natürlich, wer es finanziert. Satan kann nicht ein- mal seine eigenen Bewegungen finanzieren. Die katholischen und die protestantischen Kirchen müssen um Geld betteln. Wie sollte Satan für mich aufkommen können, wenn er nicht einmal in der Lage ist, alle seine Bewegungen zu finanzieren? Nach all den Jahren kann ich nur sagen:

Was hat Gott nicht alles vollbracht! Er hat wunderbare Dinge getan. Wenn wir all den Grundsätzen treu bleiben, dann haben wir erst den An- fang gesehen. Schwester White schreibt in Zeugnisse für die Gemeinde IX, daß wir uns keine Vorstellungen über die Erfahrungen von Gottes Volk machen können, wenn sich die Verfolgung von unten mit der Herr- lichkeit von oben vermischt.

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