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Unsere Uni

Michael Herrmann, Landrat FDP, Gelterkinden Zwei Ziele will die FDP-Landratsfraktion mit ihren sieben Vorstössen zur Universität Basel erreichen: Erstens die Beiträge des Kantons reduzieren und zweitens die Uni längerfristig im Bildungswettbewerb stärken. Beides ist möglich. Sogar ohne dass dazu das Leistungsportfolio der Uni erheblich angefasst werden muss. Der Abwehrreflex der Uni-Beschützer kommt nicht unerwartet. Zum Teil aber schon, bevor die Studie eines renommierten Instituts auf der die Vorstösse basieren gelesen wurde. Die Uni Basel braucht jedoch keine Beschützer, sondern offene Geister, die kritisch hinterfragen. Dieser Weg führt in die erfolgreiche Zukunft. Wer sich schon länger mit der Politik beschäftigt, der erkennt Muster. Unbequeme Ideen werden verniedlicht, als nicht umsetzbar oder zerstörerisch gebrandmarkt, das Ganze natürlich mit einer Weltuntergangsstimmung untermalt. Liberale Menschen stehen aber dafür ein, offen Themen aufzunehmen und zu diskutieren. Ein grosses Missverständnis ist, zu meinen, dass jeder Steuerfranken, der in die Bildung investiert wird, auch ein sinnvolles Ergebnis erzielt. Der Bildungsfranken muss aber zuerst verdient und dann effizient eingesetzt werden. Was hat denn die von der FDP-Fraktion in Auftrag gegebene Studie herausgefunden respektive belegt?

1) Die Anzahl der Studierenden aus dem Ausland hat sich in den vergangenen 35 Jahren verachtfacht. Baselbieter und Basler sind es immer noch genau gleich viele. Das ist nicht das Problem. Problematisch ist, dass die ausländischen Studierenden praktisch «nichts» an die Kosten ihres Studiums beitragen. Eine moderate Anpassung ist eine legitime Forderung.

2) Steigt die Zahl der Studierenden bis zur Kapazitätsgrenze, braucht es in der Regel zusätzliche Investitionen, etwa für Hörsäle oder Anstellungen beim Personal. Man spricht von sogenannten sprungfixen Kosten. Zu einer besseren Planbarkeit kann eine Beschränkung der Zahl der Studierenden beitragen.

3) Die Kostendeckung der einzelnen Fachbereiche an der Uni ist heute sehr unterschiedlich. Zudem decken die Herkunftskantone der Schweizer Studierenden die anfallenden Kosten nur teilweise. Hier soll der Deckungsgrad auf 100 Prozent erhöht werden.

4) Die Räume der Uni stehen in vielen Zeiten leer. Mit einer konsequenten Vermietung der unieigenen Räumlichkeiten können Mehrerträge erzielt werden. 5) Eine stärkere Fokussierung auf Schwerpunkte in der Forschung würde nicht nur eine finanzielle Entlastung bringen, sondern auch die Position der Uni stärken.

6) Gemessen am Gesamtertrag haben sich die Drittmittel in den vergangenen zwölf Jahren nicht verbessert. Die Uni Basel nimmt hier schweizweit eine unterdurchschnittliche Position ein. Deshalb soll die Akquisition von Drittmitteln erhöht werden.

7) Adäquate Anreize finanzieller Natur für unsere Uni fehlen. Es müssen Strukturen und Instrumente gefunden werden, die das Kostenbewusstsein fördern und die betriebswirtschaftliche Verantwortung erhöhen. Das schwächt die Uni nicht, das stärkt sie!

Unmögliche Forderungen? Entscheiden Sie selbst! Solange die Kantone einen wesentlichen Beitrag übernehmen dem Kanton Baselland ist die Uni Basel pro Jahr knapp 170 Millionen Franken wert ist es Verantwortung und Pflicht, uns politisch einzubringen. Die Diskussion ist eröffnet.

«Der Bildungsfranken muss effizient eingesetzt werden.»

uns politisch einzubringen. Die Diskussion ist eröffnet. «Der Bildungsfranken muss effizient eingesetzt werden.»