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2010

Jörg Becker
Stellhebel für Standorterfolge

Erfolgssteigerung
durch Ausschöpfung
immaterieller
ort-Vermögen.

www.beckinfo.de
Germany
Stellhebel für Standorterfolge
Erfolgshebel systematisch identifizieren
Wirkungsbeziehungen bündeln
von
Jörg Becker
www.beckinfo.de

BoD Verlag
ISBN 978 3 8391 1823 8

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Standort-Erfolgsfaktoren (GE) bündeln, hebeln

Standort-Geschäftserfolge ergeben sich nicht automa-


tisch, sondern müssen gezielt angestrebt werden: in die-
sem Fall geht es um mehr Transparenz über erfolgswirk-
same Standortfaktoren. Wer im Standortwettbewerb er-
folgreich sein will, muss seine Erfolgshebel zuvor syste-
matisch identifiziert haben. Standortentscheidungen wer-
den aufgrund von
1. operativen Kriterien
2. allgemeinem wirtschaftlichen Umfeld
3. finanziellen Kriterien
getroffen. Unter operative Kriterien fallen jene Faktoren,
die den geschäftlichen Ablauf unmittelbar beeinflussen
können (Qualität der Infrastruktur mit Trans-
port/Logistik, Qualifikation/Flexibilität der Arbeitneh-
mer, Verfügbarkeit von Gewerbeflächen u.a.). Unter Kri-
terien zum allgemeinen wirtschaftlichen Umfeld fallen
Faktoren wie soziale Struktur, regionale Kompetenzen,
Lebensqualität. Finanzielle Kriterien beinhalten Aspekte,
die einen direkten Einfluss auf die Kostenstruktur eines
potenziellen Investments haben (z.B. Arbeitskosten,
Steuerlast, Verfügbarkeit von Fördermitteln.

Weiterführend zur Definition/Beschreibung der Kernpro-


zesse des Standortes müssen die Faktoren identifiziert
und beschrieben werden, mit denen diese Prozesse letzt-
endlich zum Erfolg geführt werden können. Daraus folgt:
Die Erfolgsfaktoren des Standortes leiten sich von den

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zuvor definierten Kernprozessen ab. D.h. Hauptfaktoren,
die den Standort nach vorne bringen, an denen der Erfolg
des Standortes festgemacht werden kann. Fragen: Welche
sind die wichtigsten Standort-Erfolgsfaktoren ?, z.B.
Gewerbesteuereinnahmen, Arbeitskosten, Kundenzufrie-
denheit (Standortimage, Wachstums-/Ausbaupotential,
Anpassungsgeschwindigkeit/ Innovations- und Reakti-
onsfähigkeit bezüglich Wandel der Rahmenbedingungen,
Flexibilität hinsichtlich Kundenbedürfnissen u.a.).

Somit geht es bei den auch quantitativ zu bewerten-


den/messenden Erfolgsfaktoren des Standortes insbeson-
dere um Zielerreichung (d.h. wieviel % der Standort-
Zielplanung wurden -von der Startlinie Eröffnungsbilanz
aus gemessen- erreicht ? Erfolgsfaktoren sind vor allem
auch Erfolgspotentiale. Für die Messung werden daher
Indikatoren zur %-Ausschöpfung der Erfolgspotentiale
(Potentialausschöpfungs-Indikatoren) abgeleitet. Die Er-
mittlung von Potentialen zur Performanceverbesserung
ist sowohl wesentlicher Bestandteil der Geschäftspro-
zessoptimierung als auch einer tragfähigen Prozesssteue-
rung. Die Ermittlung von Potenzialen erfolgt durch Ge-
genüberstellung des eigenen Ist-Wertes mit einem Refe-
renzwert (Benchmark). Nach der Justierung des Bench-
mark-Wertes erhält man das realistische Potenzial, für
das konkrete, umsetzbare Optimierungsmaßnahmen ab-
geleitet werden können.

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Die detaillierte und umfassende Identifizierung aller er-
folgswirksamen Standortfaktoren ist ein Muss, weil übli-
che Bilanzen nur die finanzielle/materielle Vergangenheit
widerspiegeln. Ziel ist somit eine Erfolgssteigerung
durch Ausschöpfung auch immaterieller Vermögenswer-
te, über die in der Regel wenige o. keine verlässliche Da-
ten vorliegen. Der Standort muss eine klare Vorstellung
davon erlangen, welche Stellhebel für seinen Erfolg von
Bedeutung sind. Es geht darum, den Überblick über in-
terne und externe Daten, Informationen und Fähigkeiten
zu behalten. Denn mangelnde Transparenz führt zu Inef-
fizienzen, uninformierten Entscheidungen und
Doppelspurigkeiten.

Wenn der Standort seine Fähigkeiten nicht kennt, ver-


passt er auch die Gelegenheit, sie zu nutzen. Die Schaf-
fung interner Wissenstransparenz umfasst die Feststel-
lung des Status-Quo. Eine Bestandsaufnahme mit einer
sorgfältigen Identifikation und Evaluation kritischer
Fähigkeiten ist somit eine unerlässliche Voraussetzung
für das Management der Standortressourcen. Das In-
strument der Standortbilanz ermöglicht eine ansonsten
sehr aufwendige Analyse von Kausalnetzen, deren Kno-
ten innerhalb und außerhalb des Standortes liegen
können. Dabei treten viele, ansonsten kaum erkennbare
Zusammenhänge, Kausalbeziehungen und Vernetzun-
gen zutage.

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Für eine Standortbilanz werden beispielsweise folgende
Erfolgsfaktoren GE-1 bis GE-5 ausgewählt:

GE-3
Standortbezogene
GE-1 Kosten- und
Existenzgründungshilfen, Steuerkonditionen
Mittelstandsförderung, GE-4
Förderprogramme Attraktivität, Image,
GE
sonstige Standort-
Standort-
Rahmenmerkmale
Erfolgsfaktoren
GE-2 GE-5
Nähe zu Forschung und Haushaltslage, finanzielle
Entwicklung Handlungsspielräume
Innovationsmanagement des Standortes

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Ein Zahlenkleid eines Standortes muss vielen
Anforderungen und Wünschen gerecht werden.
Als da wären:

- Es soll ein möglichst zeit- und wirklich-


keitsnahes Abbild zu vielfältigen und
komplexen Sachverhalten abgeben
- Es soll möglichst transparent und nach-
vollziehbar sein, um als breite Kommuni-
kations- und Diskussionsplattform die
Vorbereitung von oft kontroversen Stand-
ortentscheidungen unterstützen zu können
- Es die Basis für Vergleiche mit anderen
Standorten bereitstellen
- Es soll Entscheidungs- und Informations-
hilfe für Ansiedlungsinteressierte gleich-
zeitig sein
- Es soll potentielle Investoren aufmerksam
machen und für den Standort einnehmen