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LEKTÜRE

Le ich te Lektüre fü r
f \
Deutsch als F rem dsprache
u ö tb u c h .
S tu fe 2

L ang ensch eidt


Leo & Co.

Oktoberfest - und zurück

ш
Langenscheidt
B erlin • M ünchen • W ien • Z ü rich
London • M a drid • New York ■W arschau
Leichte Lektüren
für Deutsch als Fremdsprache in drei Stufen
Oktoberfest - und zurück Stufe 2

Von T heo Scherling und Elke Burger

Illustrationen und Umschlagbild: Johann Büsen


Layout: K om m unikation+ Design Andrea Pfeifer
Redaktion: Sabine W enkums

Fotos:
getty images (S. 61 li.)
Andrea Pfeifer (S. 60, 61 re., 62, 63)
T h eo Scherling (S. 20, 28-30, 45, 46, 59)

CD: Laufzeit 45 45
Sprecher/innen:
Ulrike Arnold, Jan Faszbender, D etlef Kügow, Charlotte M örtl, Ruth Stefani,
Jakob Riedl, Jenny Stölken, Ememkut Zaotschnyj
Regie: T h eo Scherling und Sabine W enkums
Aufnahme, Schnitt, Mischung: Andreas Scherling
Tonstudio: Erik Weissberg, W hite M ountain Studio, M ünchen
Produktion: Bild und Ton, M ünchen
© © 2011 Langenscheidt KG, Berlin und M ünchen

www.langenscheidt.de

© 2011 Langenscheidt KG, Berlin und M ünchen

D ruck und Bindung: Stürtz G m bH , W ürzburg


11010

ISBN 978-3-468-46508-6
Leo & Co.

Oktoberfest - und zurück


INHALT

Die Hauptpersonen dieser Geschichte 6

Kapitel 1 8
© Ü bungen 48

! 2 9 i ^ e s e i j | t. Kapitel 2 12
: и :: :: :: x x t: с z t
_LS_С_LI_ц g.a LVД И—ш»

Kapitel 3 15
■ n - h j f » ©Übungen 49

J Kapitel 4
©Übungen
19
51

' Kapitel 5 24
шшй ! ©Übungen 52

1и ш | Kapitel 6
j © Ü bungen
27
54

Kapitel 7 31
©Übungen 55

im Kapitel 8
©Übungen
36
55

- Щ j Kapitel 9
| ©Übungen
39
56

j Kapitel 10 41

»ItJll J ©Übungen 57

О Landeskunde 59
DIE H A U P TP E R S O N E N DIESER G ESCHICHTE:

Leo
Leo ist Maler, aber er ist auch ein le id e n ­
sch aftlich er Koch.
Seine Kneipe Leo & Co. ist ein g e ­
m ütliches Lokal, da kann man g u t und
p re isw e rt essen.
Eine Postkarte aus M ünchen ver­
schafft Leos ju n g e n Freunden Benno
und Paco einen Jo b auf dem O k to b e r
fe st und Leo den Besuch von einer
alten Freundin.

Anna und Paco


Anna ist S tud en tin und jo b b t
in Leos Kneipe.
Anna und ihr Freund Paco
studieren an d e r Uni und ha­
ben im m e r viel zu w en ig Z e it
füreinander.
A b e r nach d e r A rb e it ko m m t
das V ergnügen.

Benno
Benno w o h n t bei Leo im Haus, über
d e r Kneipe.
W eil er Leo m anchm al h ilft, muss er
n ich t viel M ie te bezahlen.
In d ieser G eschichte tauscht Benno
seine W o hnung m it zwei Frauen aus
M ünchen - und seine Jeans m it einer
Lederhose.

6
Felipe
Felipe ist 17 und g e h t noch zur
Schule - aber ungern. Lieber
trä u m t er von Jobs, w o man
schnell viel G e ld ve rd ie n en kann.
A b e r fü r einen 10.000 Euro-Job
ist er noch zu ju n g .

Maria und Conny


M aria M oser und ihre Tochter
C onny leben in M ünchen. Sie sind
d o rt g e b o re n und das O k to b e rfe s t
kennen sie g ut.
Dieses Jahr b ie te n sie ihre W o h ­
nung w ährend d e r W ie sn-Z eit zum
Tausch an.

Robert
R obert ist Bayer.
Er ist d e r P ersonalchef in einem
großen B ierzelt auf dem O k to b e r­
fe st und er hat ein g olde ne s Herz.

7
о

„M ann, еу, hast du das gelesen? Das ist ja der H am m er!“


„N erv nicht, Felipe! D u kannst ruhig im In tern et surfen, aber
bitte leise!“
„Schon gut, h o m b re1, aber das muss ich dir vorlesen!“
Paco legt sein Buch weg.
„Na, dann schieß mal los2“, seufzt er.

„Am nächsten Samstag beginnt in München das Oktoberfest. Suchst


du einen Job? Wenn du gut bist, kannst du als Kellner bis zu 10.000 €
verdienen.
„Das gibt’s doch nicht, oder?“
„Kann schon sein, aber ich habe keine Ahnung. Ich war noch nie
auf dem O ktoberfest.“
Felipe klickt sich w eiter durchs Internet.
„W ie lange dauert denn das O ktoberfest?“
„M ensch Felipe, hast du was auf den O hren? Ich muss lernen!
Ruhe bitte!!“
Aber nach ein paar Sekunden fügt Paco hinzu: „Ich glaube, zwei
W ochen oder so. A ber jetzt halt bitte die K lappe3.“
Paco liest weiter.
Plötzlich seufzt Felipe und schaltet den Laptop aus: „Mist, das
T h em a hat sich sowieso erledigt, m an muss m indestens 21 Jahre
alt sein.“
„N a also.“

1 hombre: span. Mensch, Mann


2 schieß m al los: ugs. für fan g m al an
3 die Klappe halten: ugs. für still/ruhig sein

8
„Ich geh’ dann mal, Alter. M it dir ist heute ja nicht viel anzufan­
gen.“
„M ann, ich muss einfach lernen. Ich schreibe überm orgen eine
Klausur.“
„K om m st du heute Abend zu Leo & Co.}“
„Ja, später, wenn ich fertig bin. Ich hole Anna ab.“
„So viel kannst du gar nicht lernen, wie du als K ellner auf dem
O ktoberfest verdienen w ürdest!“
Felipe grinst und verabschiedet sich.

Paco studiert an der U niversität. Im M o m en t hat er viel zu tun:


in zwei Tagen ist eine wichtige Klausur. Felipe ist Pacos Cousin.
Felipe ist 17 und geht noch zur Schule - aber ungern.
Pacos Freundin heißt Anna. Sie geht auch zur U ni und nebenbei
jobbt sie in der K neipe Leo Co. D ie beiden haben w enig Z eit
OÜ1 füreinander, aber heute Abend sind sie verabredet.
OÜ2
In der K neipe Leo & Co. ist am N achm ittag noch nicht viel los.
Ein paar G äste sitzen auf der Terrasse und trinken Kaffee.
Anna räum t die G eschirrspülm aschine aus. Sie stellt die Teller in
den Schrank und so rtiert das Besteck.
„Leo, ist die Speisekarte für heute Abend schon fertig?“
Sie bekom m t keine Antwort.

Leo ist eigentlich M aler, aber er ist auch ein leidenschaftlicher


Koch. Vor ein paar Jahren hat er sein H obby zum B eruf gemacht.
Seine K neipe Leo & Co. ist ein gem ütliches Lokal, in dem man gut
und preisw ert essen kann.
Im M om en t ist Leo aber nicht in der Küche, er sitzt in seinem
Büro im 1. Stock und liest die Post.

10
schimpft ег.еП' ЕеС1ШШ,8еП’ " Ur ^ „ n u g e n ! « ,
„Ah - und ein Brief] Ein richtiger Brief.“
E r liest den A bsender und lächelt: „M aria'“
Leo öffnet den Brief: ein Blatt Papier und eine Postkarte!

Lieber Leo,
wir haben lauge nichts, Mehr voneinander
gehört - geht es dir gut?
Aber vielleicht sehen wir uns ja bald?
In einer Woche beginnt bei uns in München
das Oktoberfest.
Wir Möchten während dieser Zeit unsere An
Wohnung verMietenltauschen. Kennst du
vielleicht jeManden, der Lust auf ein paar Leo к Co.
Tage München hat? Oder Möchtest du die
Anzeige in deiner Kneipe aufhängen? Postfach 2.001
Bis bald, ich Melde Mich.
Lieben 6ruß хякз НамЬигд
Maria

°der Mail
an: mar/a&coi
'nny@web.de

OÜ3

11
©

Leo liest die Anzeige.


„Hm , wer m öchte nach M ünchen zum O ktoberfest? Klaus? D er
hat bestim m t keine Z eit.“
т j — r.*.------u ы — л a n ^ ег

Jch bin hier, Anna! Was g ib t’s?“


„Da steckst du! Ist die Speisekarte für
heute Abend schon
fertig?“

Г
^
„Ja, ja, ich kom m e
gleich. W arte mal, ich lese
dir kurz was vor.“

OÜ4

Leo und Anna gehen in die Küche. Leo gibt Anna einen Z ettel m it
den G erichten für den Abend. D ann h olt er T öpfe und Pfannen
aus dem Regal und stellt sie auf den H erd.
E r blickt kurz auf die U hr: 18 U hr.
„So, dann wollen wir mal, oder, wie m an auf dem O ktoberfest
sagt: Auf g eh t’s!“
Anna lächelt, dann geht sie ins Lokal und hängt die Anzeige für den
W ohnungstausch an das Schwarze B rett4. Anschließend schreibt
sie die A bendgerichte an die Tafel.

4 das Schwarze Brett: eine Tafel o d er eine Pinw and; da kann m an A nzeigen o d er andere
in fo rm atio n en aufhängen

12
„H ola, que tal5?“
„M uy bien6!“ antw ortet Anna.
„D ein Spanisch wird im m er besser.“
„O bw ohl ich fast keine Z eit zum Ü ben habe.“
Felipe kom m t in die Küche.
„Hallo, Felipe, suchst du Paco? D er ist nicht da, er muss lernen.
A ber er kom m t später und holt mich ab.“
„Ich weiß, ich war vorhin bei ihm. Ich wollte dir n u r einen T ip p
geben, wo du als K ellnerin richtig Kohle m achen kannst!“
„Aha? Je tz t bin ich aber neugierig!“
„Ich sage nur: Oktoberfest! 10 M ille in zwei W ochen! N a, jetzt
bist du platt7, oder?“
„W ie, 10 M ille?“
„Zehntausend Scheine, Piepen, Mäuse! Z ehntausend E uro!“

„Das nenne ich D uplizität der Ereignisse!“, lacht Leo und kom m t
aus der Küche.
„D upli- was?“, fragt Felipe. „K annst du das auch auf D eutsch
sagen?“
„D uplizität der Ereignisse sagt m an, w enn zwei gleiche oder
ähnliche Ereignisse zur gleichen Z eit passieren. Vor fünf M inuten
haben wir auch über das O ktoberfest gesprochen. H ier, lies m al.“

Oktoberfest
Vom 18. September bis 4.0ktober findet in München das Oktoberfest statt!
Wer möchte in dieser Zeit die Wohnung mit uns tauschen?
Wir haben eine 21 /2 Zimmer-Wohnung mit Küche, Bad und Balkon in München
und suchen eine ähnliche Wohnung in Hamburg.

Interessenten bitte melden:


0171 - 48832992
oder Mail an: maria&conny@web.de

5 Hola, que ta!?: span. Hallo, wie geh t’s?


6 M uy bien!: span, sehr gut!
7 pla tt sein-, ugs. h ier für sehr überrascht sein, sprachlos sein

13
03=000 ..,
Д о о о о о о о а а

!V » . ■ ■ » о о о о .

*» >".*» « а о о ..-••• г * *

^ 4 ц « р »

Leo deutet zum Schwarzen Brett.


Felipe liest den Zettel.
„Wow! W ir Spanier sagen dazu einfach: coincidencia! Ah, por
favor8, kann ich eine Cola haben, Anna?“

8 por favor. span, bitte

14
©

„H ola, mi am or9!“
„Paco! Ist es schon elf?“
„N ein, erst halb, aber ich habe es einfach nicht m ehr ausgehalten
ohne dich.“
„Angeber!“ Anna lacht und gibt Paco einen Kuss.
„M öchtest du was trinken?“
„Ach ja, ein kleines Bier vielleicht. G ib t es auch noch etwas zu
essen?“
„Da muss ich Leo fragen. Aber am besten kom m st du m it in die
K üche.“

Anna trägt das T ablett m it den leeren G läsern in die Küche. Paco
geht hinterher. Am Schwarzen B rett bleibt er stehen.
„Ich glaub’ es nicht!“
„Das n ennt man D uplizität der Ereignisse!“, ruft Anna aus der
Küche.
„W ie bitte? W oher w eißt du ...?“
„Felipe war hier.“
„Ach so, na, dann bist du ja bestens inform iert. Aber das A ngebot
m it dem W ohnungstausch klingt doch wirklich interessant, und
aufs O ktoberfest w ollten wir doch schon im m er mal!“
„Ich weiß, m ein Lieber, aber ich habe in den nächsten zwei W o­
chen einfach keine Z eit.“

9 m i amor!\ span, meine Liebe

15
Anna stellt die G läser in die G eschirrspülm a­
schine.
„Was m acht eigentlich deine V orbereitung
auf die Klausur? Paco?“

Aber Paco h ö rt nicht zu. E r n im m t sein


H andy und w ählt eine N um m er.

„M öchtest du jetzt noch was essen oder nicht?“


Anna ruft aus der Küche.
„Entschuldige, mi amor. Aber ich musste Benno kurz Bescheid
geben. Das muss er sofort lesen, wenn er nach H ause kom m t. E r
könnte doch seine W ohnung tauschen.“
„Du spinnst, die ist doch viel zu klein.“
„Wieso? Sein A ppartem ent hat im m erhin eineinhalb Z im m er.“
„Aber keinen Balkon, eine winzige Küche und das Bad ist n u r
eine D usche.“
„Aber dafür können die beiden D am en jeden Tag in der K neipe
frühstücken.“

Anna brin g t einen Teller m it Lasagne an den Tisch.


„Oh, Lasagne! Kann ich dazu ein Glas Rotwein haben? Rotwein
passt besser als Bier.“
„W ie Sie wünschen. Bei uns ist der G ast K önig!“, antw ortet Anna
und lacht.

16
Anna stellt zwei G läser Rotw ein auf den Tisch.
„D u m einst also, Benno tauscht seine W o hnung und fährt nach
M ünchen. U nd w er fährt m it?“
„Ich!“, antw ortet Paco m it vollem M und.
„Du? Ich dachte, du m usst für die Klausur lernen.“
„Tu ich ja. Aber in zwei Tagen ist die K lausur vorbei, da könnte
ich nächste W oche doch m it Benno nach M ünchen fahren. D u
hast ja sowieso keine Zeit. U nd in zwei W ochen kom m st du uns
besuchen.“

17
„U nd was, bitte, m acht ihr zwei W ochen lang in M ünchen? W ollt
ihr etwa jeden Tag aufs O ktoberfest?? M ünchen ist auch ohne O k­
toberfest schon teuer genug. Ich glaube, das ist sogar die teuerste
Stadt in D eutschland.“
„Vielleicht finden wir ja einen Jo b auf der W ies’n 10?“
„Ach so: 10 M ille in zwei W ochen, wie sich dein Cousin aus­
drückt.“
„N a ja, das ist bestim m t übertrieben. Aber ich check das mal im
In tern et.“
„Jetzt iss endlich die Lasagne, sonst wird sie kalt.“
OÜ7 „Ach, Anna!“

10 die Wies’n: die Theresienw iese, ein gro ß er P latz in M ünchen, d o rt findet das O ktoberfest statt

18
о

Es ist schon ziemlich spät, fast ein U h r nachts, als Benno nach
H ause kom m t.
E r w ohnt bei Leo im H aus, direkt über der Kneipe. Weil Benno
Leo m anchm al in der K neipe hilft, muss er nicht viel M iete be­
zahlen.

Benno sperrt die H austür auf.


Im ersten Stock h ö rt er laute Rockmusik. Leo arbeitet im Atelier.
Benno geht durch die Küche in die Kneipe. E r m acht L icht und
sucht den Zettel am Schwarzen Brett.
E r liest den Text. M ehrm als. D ann m acht er das L icht aus und
geht in den ersten Stock.

In der W ohnung holt er sich eine große Flasche M ineralwasser aus


dem K ühlschrank, geht in das kleine A rbeitszim m er und schaltet
den C om puter ein.

Benno geht ins In tern et und sucht zuerst die H om epage der Bahn:
www.bahn.de.
D ann recherchiert er die Eahrkosten nach M ünchen. Es dauert
eine W eile, bis er die billigste Reiseverbindung gefunden hat. Aber
er findet noch Tickets zum Sparpreis von 29,- €.
D ann tippt er den Suchbegriff ein: O ktoberfest.
„D u m eine Güte! Fast 10 M illionen E inträge.“

19
Benno klickt gleich den ersten E intrag an.
Eine W ebseite n u r zum O ktoberfest - zur
W ies’n, wie es hier heißt.
E r findet viele Inform ationen zur Geschich­
te, Bilder von M enschen in L ederhosen
und D irndln, W ebcams und O ktoberfest-

20
Benno klickt die Links an und schon der erste E intrag passt: Ar­
beiten auf der W ies’n.
„Treffer!“, m urm elt Benno und trinkt einen großen Schluck Wasser.
D ann klickt er w eiter und findet eine Liste m it Jobs auf dem
O ktoberfest.

„D rrring! D rrring!“
Benno dreht sich in seinem Bett um und sucht das Handy.
Irgendw o muss es doch liegen.
„D rrring! D rrring!“
„Ja, M ann!“
Endlich findet er das H andy und m eldet sich.
„Ja, Benno.“
„G uten M orgen, du Schlafm ütze!“
„O h M ann, Paco. W eißt du eigentlich, wie spät
es ist?“
„Ja, kann ich dir genau sagen: 10 U h r
und 17 M inuten.“
„Was? Schon so spät?“

„Und, hast du gestern die Anzeige noch gelesen? W ie findest du


das Angebot? Das wäre doch eine gute G elegenheit für einen Trip
nach M ünchen. U nd die beiden ...“
„Langsam, langsam, Paco. Ich bin gerade erst aufgewacht. Sehen
wir uns in einer halben Stunde u nten bei Leo? D ann besprechen
wir alles. Ich habe auch N euigkeiten!“
„Da bin ich aber gespannt! Also, bis gleich.“

„Espresso, Cappuccino, M ilchkaffee, L atte ...?“


„Einen M ilchkaffee, b itte.“
„M öchtest du auch was frühstücken?“
„N ein, danke. Ich habe heute M orgen m it Anna gefrühstückt.“
„O.k., ich hole m ir n u r noch schnell ein Brötchen aus der K üche.“

Benno bringt das T ablett m it dem M ilchkaffee und einem doppel­


ten Espresso an den Tisch. D ann schneidet er das Brötchen auf,
streicht B utter u n d M arm elade darauf und beißt hinein.
„So, jetzt!“, sagt er m it vollem M und.
Benno räum t den Tisch ab und bringt das T ablett in die Küche.
Leo steht am H erd und bereitet die M ittagsgerichte vor.

N ach einer W eile bem erkt er Benno.


„Was ist los m it dir? H ast du etwas auf dem H erzen?“
„N ein, nicht wirklich. Ich wollte dich n u r was fragen.“
„Zuerst bringst du m ir bitte die Kartoffeln aus dem Keller, dann
sagst du mir, wie spät es ist, und dann darfst du mich alles fragen,
was du m öchtest.“
Leo grinst.

Benno bringt die Kartoffeln.


„Es ist kurz vor halb 12.“
„G ut, dann kom m t Anna gleich. Also, was g ibt’s?“
„Kann ich für zwei W ochen meine W ohnung tauschen? Ahm, am
Schwarzen Brett hängt so ein Z ettel und ...“
„Ich weiß, den hab’ ich da hingehängt!“
„Ach so?“
„Ja, das sind alte Bekannte. Zwei reizende D am en“, erklärt Leo.
„Am besten rufst du sofort an, sonst ist die W o hnung weg!“

23
©

Sß melden:
JfrteiBb'Söi ilei i -Mte nr
0171 - 48832992
)2 i
pggHVlail an- mar.ta&conny@web.de

Zufrieden schaltet Benno sein H andy aus.

Frau M oser war sehr n ett und findet die W ohnung von Benno
auch nicht zu klein. A ußerdem hatte Benno den Eindruck, dass
OÜ9 sie sehr gern direkt gegenüber von Leo w ohnen würde.

Benno überlegt, ob er Paco sofort eine SMS schreiben soll, aber


dann schaltet er doch zuerst seinen C om p u ter ein und klickt sich
in ein online-F orum zum T h em a W iesnjobs.

©o e о
Hey Leute, wie b e ko m m t m an einen Job a u f dem O ktoberfest?
Cindy

Geh m al a u f die hom epage: w w w .in fo -w ie sn io b s .d e , da g ib t es In fo s und


Tipps.
Sascha

Mein T ipp: d ire k t beim W irt eines Zeltes bew erben! Hast du schon m al in der
G astronom ie g ea rb eite t? D er Job ist nix fü r W eicheier11!! Z iem lich viel Stress
und ein rau e r Ton! Ich m ach ' das s e it drei Jahren - e cht h a rt! A ber ich v e rd ie ­
ne g u t!!
© Ronny

ich bin bedienung im h ofb rä u , ich glaube, das größ te fe s tz e lt a u f d e r w iesn. ich
fa h re je d e s ja h r 600 km zu r wiesn und es m ach t m ir großen spaß, du m usst
dich bald beim g e s c h ä fts fü h re r/w irt m elden, letztes ja h r habe ich m eine fre u n -
din m itg e b ra ch t, die haben sie dann auch gleich genom m en.
Verona

о и ю l i das Weichei: ugs. für schwacher, kraftloser Mensch

24
Benno liest noch einige T ipps und dann klickt er die em pfohlene
H om epage an.
Es gibt wirklich noch viele Jobs:

Wies'n-Jobs
TI
Souvenirverkäufer/in in den Bierzelten 12:00 - 22:00 Uhr (Lederhose oder Dirndl
als Arbeitskleidung sind ausdrücklich erwünscht)
► Fahrer für Warenlieferung (6:00 - 21:00 Uhr), Führerschein Klasse 3
► Küchenpersonal für die Speisenzubereitung und Ausgabe 6:00 - 21:00 Uhr,
Erfahrung in der Gastronomie ist erwünscht
► Servicekräfte/Aushilfskellner/innen (ausdauernd, schnell und sportlich):
11:00-22:00 Uhr
► Servicekräfte zum Gläser sammeln: 22:00 - 2:00 Uhr
► Reinigungskolonne von 02:00 Uhr - ca. 05:00 Uhr

Bewerbungen ab sofort!
^ Hier gibt es die Bewerbungsformulare - Jobs auf der Wies’nl)

OÜ11
Zufrieden schaltet Benno den C om puter aus. OÜ12
D ann schreibt er die SMS an Paco:

„G ibt es noch etwas zu essen?“


„Chef, was haben wir noch im Angebot?
H ier ist ein hungriger junger M ann!“
„Chili con C arne oder G em üsepfanne“, ruft Leo aus der Küche.
„Lieber ein Chili con C arne.“
„Such dir einen Platz, ich b ring’s gleich. Ach so, Benno, kannst
du heute Abend für mich einspringen? Paco schreibt m orgen die
K lausur und wir lernen zusam m en.“
„Klar, m ach’ ich. Kein Problem ! U nd sag Paco, dass der W o h ­
nungstausch klappt. Jetzt muss ich nur noch wissen, w ann wir
fahren. Das heißt, wenn du es erlaubst!“

26
о

17. Septem ber


„Aufwachen! W ir sind da!“
„Was? W o sind w ir?“
„W ir sind in M ünchen! H auptbahnhof. Alles aussteigen!“, lacht
Benno.

Paco reibt sich die Augen und blickt aus dem Fenster. Tatsächlich:
M ünchen H auptbahnhof.
Sie m ussten sehr früh los heute M orgen. U m 4 U h r 32 ging der
Zug. D afür hat die Fahrkarte auch n u r 29,- E uro gekostet. Jetzt
ist es kurz vor elf.

D ie beiden Freunde nehm en ihr G epäck und steigen aus.


Paco ist im m er noch m üde und geht wie ein Schlafwandler zum
Ausgang.
„H e, wo gehst du hin?“, ruft Benno.
„W ir m üssen doch zur U -B ahn, oder?“
„Ja, aber zuerst treffen wir hier M aria M oser.“
„H ier im Bahnhof?“
„Klar, M ann! D irekt hier. Sie gibt uns ihren Schlüssel und ich
gebe ihr m einen Schlüssel. D er perfekte Plan oder? - Hey, ich
glaube, das sind sie!“

Benno w inkt und eine attraktive Frau M itte 40 w inkt zurück.


N eben ihr geht ein M ädchen, vielleicht 17, 18 Jah re alt.

27
-------!—и—

OÜ13

Eine gute halbe Stunde später sind Benno und Paco in der W oh­
nung.
Sie finden sich schnell zurecht und packen ihre Sachen aus. Paco
will unbedingt un ter die Dusche, und Benno geht einkaufen. Sie
haben H unger.
U m ein U h r sitzen beide auf dem Balkon.
„Was ist das?“, fragt Paco.
„Das sind frische W eißwürste, das
sind Brezen und das ist süßer Senf.“
„Ah ja. H m . U nd das soll schm e­
cken?“
Benno lacht:
„Am besten, du gew öhnst dich
gleich an die bayerische Küche. In
der nächsten Z eit gibt es nämlich
nichts anderes.“

28
N ach dem Essen gehen sie zur T h e -
resienwiese.
D o rt findet jedes Ja h r das O ktober­
fest statt. U nd weil es hier früher
tatsächlich eine W iese gab, heißt das
O ktoberfest auch W ies’n.
D er W eg ist nicht weit, zu Fuß nur
zehn M inuten.
Pünktlich um 14 U h r stehen die beiden vor
einem großen Bierzelt.
Viele junge L eute w arten vor dem Eingang.
D ie m eisten Frauen tragen D irndl.

Endlich sind Paco und Benno dran.

An einem Tisch sitzt ein kräftiger M ann. E r schwitzt. Auf dem


T isch liegen O rd n er und viele Bewerbungsschreiben.

29
„Servus"!“, sagt der M ann.
„Ah, guten Tag“, antw ortet Paco und zeigt ihm seinen Personal­
ausweis.

D er M ann sucht Pacos Bew erbungsschreiben, dann w irft er noch


mal einen Blick auf den Personalausweis.
„Paco Garcia, aha. K annst du auch D eutsch?“
„Ja, sogar H ochdeutsch!“, antw ortet Paco.
„Ha, ha!“, lacht der M ann. „Ein ganz Lustiger! K annst autofah-
ren?“
„Ja, a b e r ...“
D er M ann unterb rich t ihn und gibt ihm eine Personal-K arte.
„K om m st m orgen früh um acht, gleicher Eingang, gell. Servus!
U nd der N ächste!“

Bei Benno ist die V orstellung genauso kurz. E r


I bekom m t auch eine Karte.
„M ann, Alter! W ir haben den Job! Super!“
I „U nd was m achen wir jetzt?“
I „Sightseeing in M ünchen! D afür w erden wir
in den nächsten zwei W ochen wohl keine Z eit
m ehr haben.“

OÜ14

11 servus: süddt. hallo, guten Tilg

30
о

Am nächsten M orgen klingelt Bennos H andy um sieben.


Verschlafen m eldet er sich.
„Ja, Benno ...“
A ber das H andy klingelt weiter.
„Mist, der Wecker! O h, M an n .“
Benno schaltet den W ecker aus, gähnt und steht auf. E r klopft an
die T ü r zu Pacos Zimmer.
„Aufstehen!“

U m acht U h r stehen sie w ieder vor dem Bierzelt.


Ein O rd n er steht am Eingang und kontrolliert die
Personal-K arten.
„Alles o.k. W artet hier, ihr seid bald
dran.“
Benno m acht seine Jacke zu. Es ist kalt.
D ann wird er aufgerufen.

Paco will m it Benno ins Z elt gehen, aber der O rd n er


hält ihn zurück.
„Einer nach dem anderen!“
„Aber wir wollen hier zusam m en arbeiten“, protestiert
Benno.
„Das entscheidet der C hef!“
Endlich ist Paco dran.
E r geht in das Büro. Am T isch sitzt der M ann von gestern.
„Ah, der H e rr Gonzales, oder?“
„Garcia!“
„Stimmt, Garcia. Ich bin der R obert, servus!“
Paco gibt ihm die H and und sagt ebenfalls: „Servus!“
„So, setz dich her da. D u kannst Auto fahren, gell?“
„Ja.“
„U nd Spanisch?“
„Si, äh, ja klar.“
„Englisch?“
„Ziemlich gu t.“
„Französisch?“
„Auch.“

D er M ann öffnet einen kleinen K arton und gibt Paco einen


Ausweis.
„So, dann bist du jetzt unser neuer V IP -S huttler!“
Paco betrachtet den Ausweis. D arauf stehen sein N am e, seine
Adresse und über seinem Bew erbungsfoto ist ein Stempel des
Bierzelts.
„U nd was ist bitte ein V IP -S huttler?“
„Ha, ha!“, lacht Robert. „M eine Erfindung! Also VIPs, das sind
die very im portant persons. P rom inente halt, die man aus dem
Fernsehen kennt. U nd ein Shuttle ist so was wie ein Taxi. U nd
der Fahrer, der die P rom inenten vom H o tel abholt und zu uns
ins Bierzelt bringt, der ist dann halt ein V IP-S huttler, ha, ha!“
Paco ist sprachlos.

„So und jetzt gehst du da rüber, da bekom m st du deine U niform


und die Autoschlüssel. U nd dann kannst dich ein bisserl einfahren.

32
Um halb elf holst du den ersten VIP! Aber das erklärt dir alles der
Speedy, der ist von unserer Security. Deine erste Schicht geht bis
um vier, also bis um 16 Uhr. Dann hast Pause. U nd deine zweite
Schicht geht von acht bis ultimo!“
„Ultimo?“
„Ja, halt bis zum Schluss, bis wir zusperren. Meistens ist um eins
Schluss. H ast noch Fragen?“
„Ahm, was macht eigentlich mein Kumpel, der Benno?“

Der Mann sieht auf seine Liste und lacht wieder.


„Der schält schon Kartoffeln! D er ist in der Küche und schält ab
jetzt 12 Stunden Kartoffeln, ha, ha! Ja mei, Fremdsprachen muss
OÜ15 man halt können, gell, Gonzales!“

„Bist du fertig? Dann komm mal mit zum Parkplatz.“


Speedy, ein junger M ann m it einer schwarzen Jacke, auf der
,Security’ steht, begleitet Paco zum Parkplatz. Vor einer großen
Limousine bleibt er stehen.
„Bist du so einen Schlitten schon mal gefahren?“
„Nee, noch nicht mal mitgefahren!“, antwortet Paco ehrlich.
„Ist kinderleicht, komm, wir machen mal eine Probefahrt. Du
fährst!“

Eine Stunde später wartet Paco vor dem Hotel Central. Davor
ist er die Strecke zwischen dem H otel und dem Oktoberfest m in­
destens zehnmal hin- und hergefahren. Die Limousine hat ein
Navigationsgerät, Automatik und fährt fast von alleine.
Aber jetzt ist er doch aufgeregt: Seine erste offizielle Fahrt!

Eine elegante Frau mit großer Sonnenbrille kommt aus dem


Hotel.

34
Paco steigt aus und öffnet ihr die Autotür.
Sie nickt kurz und steigt ein.
Paco wartet, bis sie im Auto sitzt, dann macht er vorsichtig die
T ü r zu.
Er geht zur Fahrerseite, steigt
ein und lässt den M otor an.

Langsam fährt er los, Richtung


Theresienwiese.
U nd er sieht immer wieder
mal in den Rückspiegel: Eine
Filmschauspielerin? Ein M o­
del? Irgendwie kommt sie ihm
bekannt vor.

Vor der Theresienwiese ist alles abgesperrt. Aber der VIP-Shuttle


darf passieren. An einer Einfahrt wird noch einmal kontrolliert
und dann fährt er langsam zur Rückseite vom Bierzelt. D ort stehen
bereits andere Limousinen und viele Fotografen.
Paco hält an. Ein junger M ann in Portier-U niform kommt zum
Auto.

Bevor die Dame aussteigt, lächelt sie und sagt:


„Muchas gracias12!“
Paco überlegt: „Genau, das ist sie! Wow!“

12 muchas gracias!: span, vielen Dank

35
о

Расо kocht Kaffee.


Eigentlich sollte er sich hinlegen und schlafen, oder ausruhen.
Um 20 U hr beginnt seine zweite Schicht.
Aber Paco ist kein bisschen müde.
Er holt seinen Laptop und schreibt eine Mail an seinen Cousin
Felipe:

в oe
Hombre!
Ich hab' den Traumjob: V lP - C h a u f fe u r !!
Und heute habe ich Penelope Cruz zu r Wies'n gefahren!!!
G uck mal, mein Foto!
Bei dir alles klar?
G rüße
Paco

Dann ruft Paco Anna an.


Aber ihr Handy ist ausgeschaltet.
Also schreibt er ihr auch gleich eine Mail.

36
»е е ________________________________ о
C a rin o 13!
Ich m uss dir sofort die Neuigkeiten schreiben!

W ir waren heute Morgen w ieder im Büro bei dem netten Bayern


- hab' dir ja von ihm erzählt. Heute hat er die Jobs verteilt!
Und weißt du, was ich je tz t bin? Na?

Da k o m m s t du nie drauf: Ich bin VIP-Chauffeur.


Dein Paco in Uniform, mit weißen H andschuhen und Limousine!
Ich fahre Prom inente vom Hotel zum O ktoberfest und zurück.
Ich glaube, heute war Penelope Cruz in m einem Wagen!

Jetzt habe ich Pause und um 20 Uhr beginnt die zw eite Schicht.
Danach ist es zum Telefonieren b e stim m t zu spät, da schläfst du
sicher schon.
A be r vielleicht gibt es eine Pause, dann m elde ich mich noch mal.

Ach so, Benno hatte leider nicht so viel Glück. Er hat nur einen
Job in der Küche und schält Kartoffeln ...

Tausend Küsse!
Dein Paco

Um halb acht geht Paco zurück zur Wiesn. Tausende von M en­
schen sind unterwegs. Die einen gehen, die anderen kommen.
Alle haben gute Laune.

Paco zieht sich um und bekommt von Speedy eine Liste mit seinen
Terminen.
Bis weit nach M itternacht holt Paco Leute vom H otel ab, fährt
sie zum Oktoberfest - und umgekehrt.

N iemand spricht mit Paco. Manche begrüßen ihn, andere bedan­


ken sich für die Fahrt, in Englisch, Französisch, Spanisch oder
13 carino: span, mein Liebes

37
Deutsch. Einige kommen Paco sehr bekannt vor, aber die meisten
hat er noch nie gesehen. N icht im Fernsehen, nicht im Kino, auch
nicht in Magazinen.

W er nicht ins H otel will, sondern zu einer der vielen,After- Wiesn-


Partys’14, muss mit einem anderen Chauffeur fahren. Paco darf
immer nur dieselbe Strecke fahren: vom Hotel zum Oktoberfest
und zurück.

Um zwei U hr nachts kommt Paco in die Wohnung. Jetzt ist er


müde. Benno schläft bestimmt schon.
Auf dem Küchentisch liegt ein Zettel.

Paco, wo steckst du???


Ich habe d a u e rn d v e rs u c h t d ich a u f d c M H an d y zu e rre ic h e n !!
Mann, lass es doch an!
je M a n d h a t g e s a g t, d u jobbst als A u sfah rer? ?
P er Job in d e r Küche i s t z ie M lic h s tre s s ig !
H eu te w a r d ie H ölle los1r - a b e r das i s t wohl iM M e r so
а м E rö ffn u n g s ta g .
Ich bin völlig k a p u tt und geh' je tz t schlaf en.
B itte n ic h t a u f w e c k e n !!! - M orgen m u ss ich um sechs Uhr ra u s !
Benno
P.S. Im Kühlschrank is t ein halbes Hähnchen (Hendl heißt das hier!)
- k a l t - a b e r le c k e r!

Paco geht zum Kühlschrank und holt sich das Hähnchen.


Er hat den ganzen Tag fast nichts gegessen.
Das Hähnchen schmeckt wirklich sehr gut.
OÜ16 Paco sucht einen Zettel und schreibt Benno einen kurzen Brief.

14 Afier-Wiesn-Party: after: engl, nach: After-Partys finden nach dem offziellen Ende einer
Veranstaltung statt
15 es ist/war die Hölle los: ugs. für es ist/war sehr viel los

38
о

Die beiden Freunde arbeiten nun schon seit über einer Woche
auf dem Oktoberfest.
Und sie haben sich die ganze Zeit noch kein Mal treffen können.
Benno muss jeden Tag um sechs U hr aufstehen und Paco kommt
erst spät in der N acht nach Hause.
Auch heute ist es schon halb zwei. Paco sucht müde den Schlüssel
und öffnet die Wohnungstür.
In der Küche brennt Licht. Benno sitzt am Küchentisch und isst.

39
„Hallo! Na, hast du auch H unger?“
„Benno! Kannst du nicht schlafen?“
„Doch! N achher bestimmt. Aber erst muss ich was essen. Das
war ein langer Tag heute. Ich bin auch eben erst nach Hause
gekommen.“
„Wieso? Was war los?“
Paco blickt auf Bennos Kleider.
„Steht dir übrigens gut!“
Langsam fährt Paco mit der großen Limousine am Flughafen
entlang.
Am Terminal 2 parkt er direkt vor dem Schild ,Arrival16’.
Paco wartet. Anna müsste schon angekommen sein.
Er sieht auf die Uhr: Kurz nach zwei. Wenn er sich beeilt, kann
er Anna zur W ohnung bringen und pünktlich um drei seinen
nächsten Fahrgast am Hotel abholen.

Zwei Sicherheitsbeamte gehen langsam am Gebäude entlang.


Soll Paco vielleicht doch besser auf den Parkplatz fahren? Aber
die beiden nicken nur freundlich.
Paco lässt den Ausgang nicht aus den Augen.

Da kommt sie ja! Seine Anna! Endlich! W ie schön sie aussieht!


Paco setzt seine M ütze auf, steigt aus und öffnet ihr die Tür.
Anna lächelt, gibt ihm zuerst ihre Reisetasche, dann einen Kuss
und dann steigt sie ein.
Andere Fluggäste beobachten die Szene neugierig.

Paco lässt den M otor an und sieht in den Rückspiegel.


Beide fangen an zu lachen.
„Und das machst du den ganzen Tag?“, lacht Anna.
„Si, mi amor! Aber du bist mein hübschester Fahrgast! Ich fahr’
mal lieber los, die Leute gucken schon.“
Paco gibt Gas und fährt los.
16 arrival. engl. A nkunft

41
„Pass auf, das Taxi!“
Das Taxi fährt mit einem lauten Krach in die Limousine.

Zwei Stunden später sitzen Paco und Anna in der S-Bahn vom
Flughafen zum Hauptbahnhof.

In der S-Bahn sitzen viele Leute m it Tracht: die M änner mit


Lederhosen, die Frauen im Dirndl.
Paco findet die Situation peinlich. A m a amüsiert sich köstlich.
„Ich finde das nicht so lustig.“
„Ich schon! Du siehst aus wie mein Bodyguard“, lacht Anna,„mein
Bodyguard, der gerade einen Unfall mit seiner Super-Limousine
hatte und jetzt seine Chefin mit der S-Bahn nach Plause bringt!“
W ieder lacht Anna.

42
Auch Paco muss lachen.
„Und was machen wir jetzt?“
„M öchtest du zur W ohnung fahren? Ich muss jetzt zuerst zu
Robert.“
„Robert?“
„Ja, der Personalchef. Ich hab’ dir doch von ihm erzählt.“
„Ah, der nette Bayer?“, fragt Anna laut.

Paco sieht sich um und antwortet leise:


„Ja, ja. Ich muss das mit dem Unfall klären.“
„Dann fahren wir doch gleich zum Oktoberfest. Du sprichst mit
Robert und ich sehe mir schon mal die W ies’n an!“

„Servus!“
„Hallo, äh, servus, Robert. Das ist Anna, meine Freundin.“
„Grüß Gott, Anna!“, sagt Robert erfreut und drückt Anna die
Hand.

Dann sieht er sie lange an und nickt.


„Ja, ja, Sie hätt’ ich auch persönlich abgeholt!“

Paco weiß nicht, was er sagen soll.


„Waren Sie schon mal auf der W ies’n, Anna?“
„Ahm, nein
„Dann schau’n Sie sich doch ein bisserl um. W ir zwei haben noch
was zu regeln - und dann ruft Sie der Gonzales an.“
„Er meint mich“, sagt Paco. OÜ18

43
OÜ19
Paco fällt ein Stein vom Herzen.
„Danke, Robert! Vielen Dank! U nd Entschuldigung, es tut mir

„Schon gut!“ O K T O B E R F E S T -F E S T H A L L E
Robert gibt Paco ein
paar Gutscheine für
Hendl und Bier. ----- i Q e S C h e n k -
Gutschein
für

Anna steht an der 1/2 Brathendl


Kasse vom Riesen- я м н 135683
rad. Sie hat in dem
G edränge fast nichts
von den Buden, Geschäften und Attraktionen
gesehen und jetzt will sie sich das Oktoberfest von oben ansehen.

44
Endlich ist sie dran. M it sechs anderen
Leuten steigt sie in eine Gondel.
Das Rad dreht sich und bald sind sie
ganz oben. Die Aussicht ist toll und ihre
M itreisenden sind begeistert.

M it ihrem Handv macht Anna Fotos.


„Ein Kettenkarussell! Da muss ich hin!
Aber vorher rufe ich Paco an.“
Sie versucht es ein paarmal, aber Pacos
H andy ist ausgeschaltet.

Nach der Fahrt mit dem Ket­


tenkarussell versucht Anna
noch ein paarmal Paco zu
erreichen.
Im m er m ehr M enschen
kommen auf die W ies’n.
Alle sind guter Laune.
N u r Anna bekommt lang­
sam Panik.
Wo findet sie Paco?
Sie weiß nicht einmal die
Adresse von der W ohnung.

U nd allmählich wird es dunkel.


Sie drängt sich durch die Menschen
und kommt an eine Bude mit Leb­
kuchenherzen.
Sie liest die Aufschriften und lächelt.

45
Endlich klingelt ihr Handy.

Eine halbe Stunde später sitzen


Paco und Anna im Bierzelt.
Ein Orchester spielt, die M en­
schen singen, lachen, essen,
trinken, und es ist unglaublich
laut.
Beide haben eine Mass Bier und
ein H ähnchen vor sich.

„Brezen, frische Brezen!“


„Sieh mal, wer da kommt!“, lacht Paco.
„Ich glaub’ es nicht. Ist das Benno?“
„Benno, Benno!“
Paco winkt.

Benno kommt zum Tisch: „Möchten Sie eine frische ...? Paco?
Anna? Was macht ihr denn hier?“
„Das gleiche wie alle anderen!“, ruft Paco und hebt seinen Mass-
krug.
Und im selben Augenblick spielt das Orchester:
0ü20 „Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit!“

ENDE

46
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47
ÜBUNGEN

K A P IT E L 1

1 W ie la n g e d a u e r t das O k to b e r fe s t? W is s e n S ie es?

1. Ich denke, den ganzen O ktober. Deshalb heißt es ja


O ktoberfest. □
2. Zwei W ochen im O ktober. dl
3. Ich glaube, ungefähr 16 bis 18 Tage. Ca. zwei W ochen
im S eptem ber und dann noch ein paar Tage im O ktober. О

2 N o tie r e n S ie In fo rm a tio n e n zu P aco u n d F e lip e .

3 W a s ist ric h tig ? K re u z e n S ie an.

1. M aria w ohnt in M ünchen.


2. Sie m öchte nach H am burg um ziehen und sucht einen
M ieter für Ihre W ohnung.
3. D er M ieter soll zum O ktoberfest kom m en und sich
die W o hnung ansehen.
4. M aria m öchte, dass L eo ihre Anzeige in der K neipe
aufhängt.

О K A P IT E L 2
5

4a W a s lie s t L e o A n n a v o r? H ö re n S ie u n d m a rk ie re n S ie.
Leo liest Anna einen Brief/ eine Anzeige / ein neues Rezept vor.

48
4 b H ö re n S ie noch e in m a l u n d e rg ä n z e n Sie.
O ktoberfest
„V o m _______________________________ bis
_______________________________ findet in M ünchen das
O ktoberfest statt! W er m öchte in dieser Z eit die W o h ­
nung m it uns tauschen? W ir haben e in e ____________
Z im m er-W ohnung m i t _____________ , _____________ und
_____________ in M ünchen und suchen eine ähnliche W ohnung in

Interessenten bitte m elden:


__________________________________ oder Mail an:
m aria& conny@ web.de
Also, w enn du jem anden kennst - ist doch eine tolle Gelegenheit!
U nd noch dazu um sonst!“
„W ir wollten schon im m er mal aufs O ktoberfest! A ber in den
_________________________________________________________ hab’
ich a b so lu t_______________________________ “

»----------------------------------
„Ja, leider. Ich muss für die Zwischen________________________
lernen.“
„U nd Paco?“
„D er ist auch g e ra d e _______________________, e r _____________ für
eine Klausur. F rag doch B enno.“
„Benno? H m . - N a ja, fragen kann ich ihn ja m al.“
„U nd w enn nicht, hängen wir d i e ________________ einfach in der
________________ auf. D a findet sich bestim m t jem and.“
„N a dann, auf in die K üche ...“

K A P IT E L 3

5 W e n r u ft P aco w o h l an?

Ich glaube, er r u f t ____________

49
Е UBUNGEN

6а W o jo b b t B e n n o u n d w a ru m ? H ö re n S ie.

6 b W a s sind B e n n o s A u fg a b e n ? H ö re n S ie noch e in m a l und


8 n o tie re n S ie.

6c Lesen S ie u n d v e rg le ic h e n S ie m it Ih re n A n g a b e n .
„H allo, Paco.“
„H ola, Benno, was m achst du gerade?“
„Ich sitze hier und langweile m ich.“
„U nd wo ist ‘h ier’?“
„Ich sitze hier an der Kasse vom M e tro p o l..."
„... vom K ino?“
„G enau!“
„U nd was m achst du da?“
„H ab ’ ich doch eben gesagt: Ich langweile m ich!“
„Je tz t kom m , erzähl schon.“
„Also, ein Kum pel von m ir jobbt hier im Kino. Aber heute Abend hat
er keine Z eit und ich vertrete ihn sozusagen.“
„Aha. U n d was m usst du m achen?“
„Na ja, E intrittskarten verkaufen, G etränke, Süßigkeiten und Eis,
alles, was so zu einem K inobesuch geh ö rt.“
„U nd wie lange m usst du dich noch langweilen?“
„Vor einer halben Stunde hat die N achtvorstellung angefangen. Die
d auert noch bis halb zwölf. D ann m ache ich den Kinosaal sauber, räu­
me ein bisschen auf und fahre nach H ause. Aber w arum fragst du?“
„H m , da sind wir schon weg. H ö r mal, w enn du nach H ause kom m st,
geh unbedingt noch kurz in die Kneipe. Am Schwarzen B rett hängt
ein Z ettel. Lies den mal, ein interessantes A ngebot!“

50
„K lingt ja spannend. W orum g eh t’s?“
„Verrate ich nicht. R uf m ich m orgen mal an. Ich bin zu H ause, muss
lernen, o.k.? C iao!“
„N a dann, gute N acht, Alter. Bis m orgen.“

7 W ie w a r das noch m al? N u m m e rie re n Sie d ie ric h tig e R e ih e n fo lg e .


___ Anna ist erstaunt. Sie weiß nicht, was Paco und Benno zwei W o ­
chen in M ünchen m achen sollen.
___ Paco besucht Anna in der Kneipe.
___ Paco will im In tern et recherchieren V ielleicht gibt es Jobs auf dem
O ktoberfest.
___ Paco h at Lust, m it B enno nach M ünchen zu fahren.
___ Paco m eint, B enno kann seine W ohnung zum Tausch anbieten.

K A P IT E L 4

8a W ie fin d e t B e n n o d ie Id e e m it d e m W o h n u n g s ta u s c h u n d w o
ist d as P ro b le m ? H ö re n S ie.

8 b W a s h a t B e n n o schon h e ra u s g e fu n d e n ? H ö re n S ie noch e in m a l
u n d n o tie re n S ie.
Preis B ah n tick et:________________________________________________
Anzahl der Jobs auf dem O k to b erfest:____________________________
A rbeit au f dem O ktoberfest (wie und wie lange?):__________________
Jobangebote (w elche?):__________________________________________

Bewerbung (w ann?):____________________________________________

8c Lesen S ie u n d v e rg le ic h e n S ie m it Ih re n A n g a b e n .
„N a, dann erzähl mal von deinen N euigkeiten.“
„Also, ich finde die Idee m it dem W ohnungstausch super! W ir beide
fahren nach M ünchen zum O ktoberfest!! Ich habe schon alles ge­

51
ÜBUNGEN

checkt: Es gibt sogar noch Sparpreis-Tickets bei der Bahn. Da kostet


die F ah rt n u r 29 E uro, Alter! U nd au f dem O ktoberfest gibt es jede
M enge Jobs!“
„Als K ellner?“
„Q uatsch! D u m einst die G eschichte, wo m an in zwei W ochen mal
eben schnell zehntausend E uro verdient?“
„G enau! Felipe ...“
„Ja, ja, ich weiß. Da war mal so ein Typ in einer Talkshow. Aber das ist
Quatsch! W enn m an wirklich so viel verdient, red et m an doch nicht
darüber. Sonst kom m t am E nde noch das F inanzam t.“
„Ach so, du m einst, das ist Schwarzgeld?“
„Keine A hnung. A ber ich glaube schon. U n d der zweite P unkt ist, dass
die A rbeit auf dem O ktoberfest wohl richtig hart ist. 16 Stunden am
Tag sind da ganz norm al.“
„U nd was für Jobs gibt es da?“
„W irklich alles M ögliche: M an kann als Verkäufer in den B uden oder
im Bierzelt arbeiten. O d er in der Küche. D a gibt es jede M enge Jobs.
W ir m üssen nur schnell sein.“
„W ieso?“
„Na, weil die Jobs sonst weg sind. D ie Angebote stehen im Internet,
und w er zuerst kom m t, m ahlt zuerst.“
„Na, dann suchen w ir uns zwei gute Jobs aus und sagen zu!“
„Tja, es gibt da n u r noch ein kleines P roblem .“
„U nd was für eins?“
„Ich weiß nicht, ob die beiden D am en die W ohnung in M ünchen ü b er­
haupt m it m einer tauschen w ollen.“

K A P IT E L 5

9 W a s m e in e n S ie , w a s h a t B e n n o m it F rau M o s e r a m T e le fo n b e ­
s p ro c h e n ? S c h re ib e n S ie d as T e le fo n a t u n d s p ie le n Sie.

Maria Moser.
Hallo, Frau Moser, ftuten Tag. Mein Маме ist Вето и Ы ich
habe ...

52
11 W e lc h e J o b s sind fü r B e n n o u n d P aco in te re s s a n t? M a r k ie re n
Sie a u f S e ite 2 5 .

1 2 S ie m ö c h te n sich auch fü r e in e n J o b a u f d e m O k t o b e r f e s t b e ­
w e r b e n . B itte fü lle n S ie d a s B e w e r b u n g s fo r m u la r aus.
600
Q-Г---------------------------
D -G D G D ® 1

A n r e d e ____________________

V o rn a m e ___________________________ N a c h n a m e .

S tr a ß e ______________________________________________________ H a u s n u m m e r.

P o s tle itz a h l____________________ O r t _______________________________________

T e le fo n n u m m e r.

E -M a il A d r e s s e .

Jo b w u n sc h ___

W a s ich besonders gut k a n n :.

Ich bin d e rz e it________________

S o n s tig e s ___________________

Bitte fügen Sie Ihren L e b enslauf an und schicken Sie ein Foto mit.

53
ÜBUNGEN

K A P IT E L 6

1 3a W a s h a t F rau M o s e r fü r B e n n o v o r b e r e ite t? H ö re n Sie.


18

^ 1 3 b H ö re n S ie noch e in m a l u n d e rg ä n z e n Sie.
Im U m schlag von F rau M oser s in d ______________________________
A uf dem U m schlag i s t __________________________________________
zur W ohnung. B enno und Paco m üssen m it der U -B ahn (U)
N r . ____ bis zum H eim eranplatz fahren. Das s in d _______________
_____________________ Von da bis zur W o hnung sind es dann noch
ein paar M in u te n ____________________ Frau M oser hat aufgeschrie­
ben, w a s ___________________ ist. Die Liste finden Benno und Paco
______ ______ _________ _________Sie m üssen z. B.
d ie ________________ gießen und den M ü ll_______________________ ,
aber F rau M oser hat auch notiert, wo m an g u t _______________ kann.

13c Lesen S ie u n d v e rg le ic h e n S ie m it Ih re n A n g a b e n .
„H allo, ich bin M aria und das ist m eine T ochter C onny.“
„H allo, ich bin B enno und das ist m ein Kum pel Paco.“
„W ie war die F ahrt?“
„D ie F ah rt w ar o.k., n u r das frühe Aufstehen w ar ätzend. W ann geht
Ih r Z ug?“
„U m kurz nach halb. W ir haben noch Zeit. Ich h ab ’ dir einen U m ­
schlag vorbereitet - ich d arf doch du sagen, oder?“
„Klar. Leos F reunde sind auch m eine F reunde.“
„Also, hier drin sind zwei Schlüssel für die W ohnung. U nd auf den
U m schlag habe ich einen kleinen Plan gezeichnet. Schau mal, ihr
n eh m t die U5 R ichtung L aim er Platz und fahrt drei Stationen, bis
zum H eim eranplatz. D o rt steigt ihr aus. U nd dann sind es nur noch
ein paar M inuten zu Fuß bis zur H eim eranstraße.
In der Küche findet ihr eine Liste. D a steht alles W ichtige drauf:
Blumen gießen, M üll w egbringen, wo m an gut einkaufen kann und so
weiter.“

54
1 4 W a s h a b e n B e n n o u n d P aco an ih re m e rs te n Tag in M ü n c h e n
g e m a c h t? Fassen S ie z u s a m m e n .

K A P IT E L 7

1 5 W e lc h e J o b s h a b e n B e n n o u n d P aco b e k o m m e n ? W ie s ie h t ih re
A r b e it aus?

Paco arbeitet a ls ...


Br...
В е т о ...

K A P IT E L 8

1 6 W a s s c h re ib t P aco in s e in e m B rie f an B e n n o ? S c h re ib e n Sie d e n


B rie f.

55
ÜBUNGEN

K A P IT E L 9

17a B e n n o h a t e in e N e u ig k e it. W e lc h e ? H ö re n S ie.


24

1 7 b B rin g e n S ie d e n D ia lo g in d ie ric h tig e R e ih e n fo lg e . N u m m e ­


rie re n S ie.
1 „Ich habe seit heute einen neuen Job!
Schluss m it Kartoffelschälen! Ich bin
jetzt Brezenverkäufer! U nd da verdiene
ich auch m ehr. U nd das Beste ist, ich
muss nicht m ehr um sechs aufstehen!
M eine A rbeit beginnt erst am M ittag.“
___ „Stim m t!“
___ „M eine Lederhose? Die hat m ir R obert
geliehen. - U nd, wie ist dein Jo b so, als
V IP -S huttler?“
___ „Cool! U n d deine V erkleidung?“
___ „Ach so. F ährst du die L eute gar nicht
durch die Stadt? Ich dachte, du bist ein
Privat-C hauffeur.“
___ „N ee, hab’ ich dir doch gerade erklärt, dass ich das nicht darf.“
___ „U nd du holst sie vom Flughafen ab?“
___ „N a ja, am Anfang w ar das alles ziem lich aufregend, die ganzen
Prom is und so. A ber eigentlich ist der Jo b eher langweilig: dau­
ernd hin und her, vom H o tel zum Bierzelt und w ieder zurück.“
___ „Aber es wäre eine tolle Ü berraschung!“
___ „N ee, d arf ich doch nicht. D azu braucht m an einen sogenannten
P ersonenbeförderungsschein, wie das auf Am tsdeutsch heißt. -
Ü b erm orgen kom m t Anna! Sie hat endlich ihre Sem esterarbeit
fertig. Im In tern et hat sie einen ganz billigen Flug bekom m en und
jetzt kom m t sie spontan nach M ünchen.“

^ 17c H ö re n S ie noch e in m a l u n d v e rg le ic h e n S ie.

56
K A P IT E L 1 0

18 W a s ist p a s s ie rt? Fassen S ie z u s a m m e n .

19a W ie r e a g ie r t R o b e rt? H ö re n Sie.


R obert re a g ie rt____________________

1 9 b R ic h tig o d e r fa lsc h ? H ö re n Sie noch e in m a l u n d k re u z e n


26 S ie an.
R F
1. Paco ist ein Rindvieh. □ □
2. Es war falsch, dass Paco Anna m it seiner Lim ousine
abgeholt hat. □ □
3. Paco ist nicht schuld an dem Unfall. □ □
4. D ie R echnung muss der Taxifahrer bezahlen. □ □
5. Pacos Jo b ist zu Ende, weil R obert kein Auto m ehr hat. □ □

57
ÜBUNGEN

19c Lesen S ie u n d v e rg le ic h e n S ie m it Ih re n A n g a b e n .

„Tut m ir leid. Ich habe gedacht, dass ...“


„D enken sollst du den R indviechern überlassen. D ie haben größere
K ö p f’. - Also, w arum du w ährend deiner A rbeitszeit zum Flughafen
fährst, das habe ich ja gerade gesehen ... A ber dir ist auch klar, dass
das nich t geht! A uf keinen Fall! - Z um G lück warst du nicht schuld an
dem Unfall, denn w er von rechts kom m t, hat V orfahrt. Das muss auch
ein Taxifahrer lernen. U nd die R eparatur zahlt die Versicherung. Aber
ein P roblem g ib t’s doch. Ich hab’ kein Auto
m ehr. U nd ein V IP -S h u ttler ohne Shuttle
ist ja wie ein O ktoberfest ohne Bier, gell!“
„Das h e i ß t ...?“
„Das heißt, jetzt hast (du) frei und gehst m it
deiner F reundin auf die W ies’n .“
„U nd m orgen?“
„M orgen kom m st du ins Büro und holst
dein G eld.“

2 0 M ö c h te n S ie auch e in m a l a u f d as O k to b e r fe s t? W a ru m (n ich t)?


O d e r w a re n S ie schon e in m a l d a ? W ie h a t es Ih n en g e fa lle n ?
E rz ä h le n S ie.

58
©LANDESKUNDE О

OKTOBERFEST

1 W a s w is s e n S ie ü b e r d a s O k to b e r fe s t? S a m m e ln S ie.

A Z U R G E S C H IC H T E

König Max I. Joseph von Bayern fei­ veranstaltet vom „Landwirtschaft­


erte die H ochzeit seines Sohnes, lichen Verein Bayern“, der das Fest
K ronprinz Ludwig von Bayern, mit auch noch für eine Ausstellung
Prinzessin Therese von Sachsen­ nutzte. Dieses Landwirtschaftsfest
Hildburghausen am 12. Oktober 1810. gibt es heute noch, alle vier Jahre,
Das anschließende Volksfest mit parallel zum Oktoberfest. Pferderen­
Pferderennen fand am 17. Oktober nen gibt es heute übrigens nicht mehr.
1810 auf einer W iese am Stadtrand N u r zweimal fanden sie nach dem
von M ünchen statt. Dieser O rt heißt zweiten W eltkrieg noch statt, 1960
Theresienwiese und erinnert an den zum 150. und 2010 zum 200. G e­
N am en der Braut, Prinzessin Therese. burtstag des Oktoberfests im Rahmen
Das Pferderennen hat aber nicht das der „historischen W ies’n“. Aber noch
Königshaus, sondern ein wohlhaben­ heute geht m an auf die W ies’n, wenn
der Bankier und M ajor organisiert. m an das O ktoberfest besucht, die zu
E in Jah r später fanden Volksfest und dieser Z eit offiziell auch Festwiese
Pferderennen wieder statt, diesmal heißt.

2 B e a n tw o r te n S ie d ie F ra g e n .
a Seit w ann gibt es das O k to b erfest?_________________
b Z u welchem Anlass w urde es zum ersten M al gefeiert?

с W o h er h at die T heresienw iese ihren N am en?

59
Die ersten Oktoberfeste wurden pri­
vat finanziert. 1819 bestim m t die
Stadt M ünchen, dass das O ktoberfest
jedes Jah r stattfinden soll, und über­
nim m t die Leitung. M it jedem Jahr
wird das Fest größer.
Es gibt Buden1, wo man etwas trin ­
ken kann, 1818 das erste Karussell
und viele weitere A ttraktionen für
die Besucher. Z ur Silberhochzeit von
Ludwig und Therese im Jahr 1835
gibt es den ersten
Trachtenum zug. Das heutige Riesenrad ist 48m hoch.
E r findet seit 1950
jedes Jah r am er­ steller zum ersten Mal gemeinsam
sten W ies’n- zur Festwiese und eröffnen so das
Sonntag statt, und Oktoberfest.
er gehört inzwi­
schen zu den
H auptattrakti­
onen des O kto­
berfestes. 1850
wird die Bavaria
eingeweiht, eine
20 m hohe Statue
auf der T heresi­
enwiese, die
Die Bavaria überblickt W ächterin über
die Theresienwiese. das Oktoberfest.
1880 erstrahlt das Oktoberfest mit
seinen 400 Buden und Zelten zum
ersten M al in elektrischem Licht.

Im selben Jah r wird das Riesenrad


aufgestellt (damals 12 m, heute 48 m
hoch), und 1881 eröffnet die erste
H endlbraterei2. An die Stelle der Bu­ Blick aus dem Riesenrad aufs Oktobeifest
den kommen Bierzelte m it M usikka­
pellen und die Fahrgeschäfte werden Bis heute beginnt das Oktoberfest
im mer m oderner und spektakulärer. m it dem feierlichen Einzug der
1887 fahren die W irte und Schau­ W irte und Schausteller in prächtigen

1 die Bude: ein Getränkestand aus H olz


2 das Hendl: bayerisch für das Hähnchen

60
е

Pferdekutschen, begleitet von den 7,1 M illionen


Musikkapellen der Festzelte. Gäste besuchen
Z um 100. G eburtstag des O ktober­ das Oktoberfest.
festes im Jahre 1910 erleben die Be­ Den Rekord im
sucher dann eine weitere A ttraktion: Bierverkauf gibt
das bis heute größte Bierzelt der W elt es 2010 zum
mit 12.000 Plätzen (zum Vergleich: 200. G eburtstag
das größte Z elt heute hat 10.000 mit 7 M illionen
Plätze). 12.000 Hektoliter, also 1,2 Litern. Aus dem
M illionen Liter Bier schenkt der Volksfest wurde
W irt in seinem Riesenzelt 1910 aus. m ehr und m ehr
Seit 1950 zapft der O berbürgerm eis­ ein Bierfest. Das
ter der Stadt M ünchen das erste Fass kann m an vor
Bier an und eröffnet dam it das O kto- allem in den
großen Bierzel­ Зш ш ш ж
ten sehen; Alko­
Altes Riesenrad a u f der
holisiertes
„Historischen Wies‘n “
Publikum , über­
laute Partym usik und Tanzen auf T i­
schen und Bänken sind charakteri­
stisch für die Stim m ung in den
Zelten.
Das mögen nicht alle. Deshalb gibt
es seit 2005 eine neue Regelung: die
ruhige Wiesen. D. h., in den Zelten
wird erst ab 18.00 U h r Partym usik
gespielt. Davor gibt es, wenn über­
haupt, bayerische Blasmusik.
Oberbürgermeister Christian Ude bei der Eröffnung
Das O ktoberfest steht aber nicht nur
berfest offiziell m it dem Spruch: für Spaß und Freude. Am späten
„O ’zapft is“3. Erst jetzt darf in allen Abend des 26. September 1980 verü­
Zelten Bier ausgeschenkt werden. ben rechtsextrem e Terroristen am
Die erste M aß (11) Bier bekommt Haupteingang der Festwiese ein
traditionell der bayerische M inister­ Bom benattentat. Die Bombe tötet 13
präsident. Menschen und verletzt 211 weitere
zum Teil schwer. Seit 2008 erinnert
Das O ktoberfest ist m it ca. sechs am T atort ein neues Denkmal an den
M illionen Besuchern jährlich das Anschlag.
größte Volksfest der W elt. D er Besu­
cherrekord wird 1985 aufgestellt:

3 (Уzapft is: es (das Fass) ist au gezapft, jetzt kann getrunken werden

6i
©LANDESKUNDE

3 N o tie r e n S ie w ic h tig e E re ig n is s e zu d e n J a h re s z a h le n .

1813:

ПЗГ:
1850:
1110:
1ll1\
im -.
1310:
1350:
1380:
1385:
1005:
1010 :

В A L L E S B U N T G E M IS C H T

U ber 90 % der M enschen weltweit


kennen den Begriff Oktoberfest.
Entsprechend bunt gemischt ist das
Publikum. 72 % der Besucher kom­
men zwar aus Bayern, davon 60 %
aus M ünchen, aber 19 % kommen
aus der ganzen W elt. Die größte An­
zahl der ausländischen Besucher
kommt aus Italien.
Und was zieht man an, wenn man auf
die W ies’n geht? N un, die meisten
machen sich wieder fein. Tracht ist
der neue Trend. Ob aus Bayern,
Ham burg, Südamerika oder Japan,
viele Damen tragen ein D irndl, die
H erren Lederhosen in unterschied-

62
lichsten Varianten, von modisch
schräg bis zum Festtagsgewand. Ziwtr'i bnatttto

Bunt gemischt sind auch die M en­


schen, die auf dem Oktoberfest ar­
beiten. 12.000 sind es insgesamt,
8000 sind fest angestellt. Für die
4000 W ies’n-Jobs kommen die Be­
werbungen auch aus dem Ausland.
Die gut zwei W ochen sind ein loh­
nendes Geschäft. D er Verdienst
hängt vom Job ab, bei Bedienungen
auch vom jeweiligen Zelt, aber rich­
tig unzufrieden scheint niemand zu
sein. Die Regel heißt dennoch: über
Geld spricht man nicht. Bunt gemischt ist alles auf der
Bei Fachleuten aus der Gastronom ie, W ies’n, nur eines nicht: das Bier. Das
Studenten und H ilfskräften sind die kommt ausschließlich aus M ünchen.
Jobs begehrt. Selbst Leute aus Be­ H ier haben die sechs M ünchener
rufszweigen, in denen m an gut ver­ Brauereien das M onopol. Bei durch­
dient, wie z.B. Kaufleute, Manager, schnittlich 6,5 M illionen verkauften
Zahnärzte, nehmen ihren Urlaub in Litern allein auf der W ies’n, dazu
der fünften Jahreszeit und jobben auf kommt der Ex­
dem Oktoberfest. Sogar ein Pfarrer port des O kto-
aus M ünchen arbeitet seit 2006 als berfest-Biers,
Bedienung in einem Bierzelt. D er wünschen sich
Kirche gefällt zwar nicht, wie er sei­ manche ande­
nen Urlaub verbringt, aber das stört ren Brauereien
ihn nicht. Dieser Pfarrer ist eben ein auch in diesem
bisschen anders. Seinen W ies’n- P unkt eine
L ohn spendet er für ein soziales P ro ­ buntere M i­
jekt in Afrika. schung.

4 R ic h tig o d e r fa lsc h ? K re u z e n Sie a n .


R F
1. Das O ktoberfest kennt m an auf der ganzen W elt. О П
2. Viele O ktoberfest-B esucher tragen Tracht. □ □
3. N u r M anager verdienen auf der W iesn gut. U _J
4. Als P farrer d arf m an nicht als B edienung arbeiten. I 1 i_
5. Auf dem O ktoberfest gibt es n u r M ünchener Bier zu trinken, ö О

63
Ü b e r s ic h t ü b e r d ie in d ie s e r R e ih e e r s c h e in e n d e n B ä n d e :

Stufe 1 ab 50 L ernstunden
G ebrochene H erzen 64 Seiten Bestell-N r. 49745
Die N eue 64 Seiten Bestell-N r. 49746
Schwere Kost 64 Seiten Bestell-N r. 49747
D er 80. G eburtstag 64 Seiten Bestell-N r. 49748
M iss H am b urg 64 Seiten Bestell-Nr. 46501
Das schnelle G lück 64 Seiten Bestell-Nr. 46502
Die Prinzessin 64 Seiten Bestell-Nr. 46506
Ein H undeleben 64 Seiten Bestell-Nr. 46507

Stufe 2 ab 100 L ernstunden


Schöne Ferien 64 Seiten Bestell-N r. 49749
D er Jaguar 64 Seiten Bestell-N r. 49750
G roße G efühle 64 Seiten Bestell-N r. 49752
U n te r V erdacht 64 Seiten Bestell-N r. 49753
Liebe im M ai 64 Seiten Bestell-N r. 46503
D er E inbruch 64 Seiten Bestell-N r. 46504
O ktoberfest - und zurück 64 Seiten Bestell-N r. 46508
In G efahr 64 Seiten Bestell-N r. 46509

Stufe 3 ab 150 L ernstunden


Stille N ach t 64 Seiten B estell-N r. 49754
L eichte Beute 64 Seiten Bestell-N r. 49755
H in te r den Kulissen 64 Seiten Bestell-N r. 46505
Speed D ating 64 Seiten Bestell-N r. 46510

64
Leo & Co.
Oktoberfest - und zurück
Ein Job auf dem O ktoberfest in M ünchen - dem größten Volksfest
der Welt - ist fü r viele ein Traum. Für Paco und Benno wird er
Realität, wenn auch m it H indernissen.

Willkommen bei „Leo & C o.“ , der unterhaltsamen Lektürereihe für


Deutsch als Fremdsprache in 3 Stufen:

• G eschichten m itten aus dem Leben


• M it H örbuch und zusätzlichen Hörspielsequenzen
• Übungsteil m it Aufgaben zu Lese- und Hörverstehen
(Niveau A2)
• M it Landeskunde-Inform ationen

w w w .la n g e n s c h e id t.d e
w w w .la n g e n s c h e id t-u n te rric h ts p o rta l.d e

ISBN 978-3-468-46508-6