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Aktivisten sind selten. In der Mehrzahl sind doch die Passivisten, die, die vom Leben gelebt
werden.
Peter E. Schumacher (*1941)

Das Passiv

In der aktiven Form ist die handelnde Person wichtig:

Der Gemüsehändler schließt um sechs Uhr abends seinen Laden.


„Burger Queen“ eröffnet immer mehr Fast Food-Restaurants.

In der passiven Form tritt die Person in den Hintergrund. Wichtig ist die Aktion:

Um sechs Uhr abends wird der Gemüseladen geschlossen.


Immer mehr Fast Food-Restaurants werden eröffnet.

Man bildet das Passiv mit „werden“ + Partizip II. Wie im Perfekt kommt auch im Passiv die
typische „Satzklammer“ zur Anwendung:

Hilfsverb Objekt(e) Partizip II


Hier wird ein neues Hotel gebaut. Präsens
Hier wurde ein neues Hotel gebaut. Präteritum
Hier ist ein neues Hotel gebaut worden. Perfekt
Hier war ein neues Hotel gebaut worden. Plusquamperfekt
Satzklammer

Das Partizip II enthält den Inhalt des Verbs:

regelmäßige Verben ge + Stamm + t


Der Frosch wurde von der Prinzessin geküsst.

unregelmäßige Verben ge + Stamm + en


Der Baum wurde von einem Blitz getroffen.

trennbare Verben Präfix + ge + Stamm + t/en


Wann wurde sein Büro ausgebaut?

untrennbare Verben Stamm + t/en


Die Qualität der Artikel wurde merklich verbessert.

In Sätzen mit Modalverben steht das Modalverb an der zweiten Stelle:

Modalverb Objekt(e) Hilfsverb + Partizip II


Die Küche muss heute aufgeräumt werden. Präsens
Die Küche musste bis heute aufgeräumt werden. Präteritum
Die Küche hat bis heute aufgeräumt werden müssen. Perfekt
Die Küche hatte bis vorige Woche aufgeräumt werden müssen. Plusquamperfekt
Satzklammer

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Man kann statt des Passivs mit dem Modalverb „können“ auch andere Formen verwenden:

Das Autoradio kann nachträglich eingebaut werden.


Die Autoradios können noch nicht in großen Mengen verkauft
werden.

sein + zu + Inf. Das Autoradio ist nachträglich einzubauen. (auch im Sinne von
„muss eingebaut werden“)
Die Autoradios sind noch nicht in großen Mengen zu verkaufen.

lassen + sich + Inf. Das Autoradio lässt sich nachträglich einbauen.


Die Autoradios lassen sich noch nicht in großen Mengen verkaufen.

sein + Adjektiv Das Autoradio ist nachträglich einbaubar.


auf -bar und –lich Die Autoradios sind noch nicht in großen Mengen verkäuflich.

Beim Wechsel zwischen Aktiv- und Passivform tauschen Subjekt und Akkusativobjekt ihre
Plätze:

Subjekt (N) Objekt (A)


Aktiv Die Ärztin untersucht den Patienten vor der Operation.

Objekt (D)
Passiv Der Patient wird von der Ärztin vor der Operation untersucht.

Das Dativobjekt bleibt jedoch im Dativ:

Subjekt (N) Objekt (D)


Aktiv Wir gratulieren dem Geburtstagskind.

Objekt (D)
Passiv Dem Geburtstagskind wird gratuliert.

Gibt es im Aktivsatz kein Objekt, wird im Passivsatz der Platzhalter „es“ verwendet:

Aktiv Die Österreicher arbeiten sehr viel.


Passiv Es wird viel gearbeitet.

Sätze, in denen die Person unbekannt ist, formuliert man im Aktiv mit dem Pronomen man:

Passiv Hier wird ein neues Wohnhaus gebaut.


Aktiv Hier baut man ein neues Wohnhaus.

Die handelnde Person (Agens) kann im Passivsatz mit „von“ + Dativ (direkte Person, Täter,
Urheber) oder „durch“ + Akkusativ (indirekte Pers., Ursache, Maßnahme) genannt werden:

Die Frau wurde von einem Auto angefahren. (von wem?)


Er wurde von einem Betrunkenen beschimpft.

Der Patient wurde durch eine Operation gerettet. (wodurch?)


Der Fluss wurde durch die heftigen Regenfälle überschwemmt.

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Wenn das Subjekt im Hauptsatz und im Nebensatz gleich ist, kann man
Infinitivkonstruktionen im Passiv bilden:

Ich freue mich darauf, dass ich bald entlassen werde.


Ich freue mich darauf, bald entlassen zu werden.

Er hofft, dass er vom Flughafen abgeholt wird.


Er hofft, vom Flughafen abgeholt zu werden.

Das Zustandspassiv ist eine besondere Form des Passivs. Es drückt aus, dass eine Aktion
abgeschlossen ist. Der Blickwinkel ist auf das Resultat der Handlung gerichtet:

Vorgangspassiv Wie ärgerlich! Die Bank wird gerade geschlossen!


Im Zoo: Schau! Die Löwen werden gerade gefüttert.

Zustandspassiv Die Bank ist geschlossen. (die geschlossene Bank)


Die Löwen sind gefüttert. (die gefütterten, satten Löwen)

Was ist in den letzten Wochen in der Stadt geschehen? Schreiben Sie Sätze im Präteritum
oder Perfekt!

Wiedereröffnung des Landestheaters


Das Landestheater wurde wiedereröffnet._____________________

1. Ausstellung von Bildern von Friedensreich Hundertwasser


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2. Errichtung eines Denkmals für Wolfgang Amadeus Mozart


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3. Einweihung des neuen Kurbades


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4. Veranstaltung einer Misswahl


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5. Ehrung des Schauspielers Roland Stammhäuser


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6. Aufführung der ersten Oper von Giuseppe Verdi


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Morgens in der Schnellbahn. Was passiert?

Zeitung durchblättern
Die Zeitung wird durchgeblättert.______________________________________________

1. Musik hören
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2. andere Leute beobachten


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3. einer alten Dame beim Einsteigen helfen


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4. über andere Leute schimpfen


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5. das Wahlergebnis vom letzten Sonntag diskutieren


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6. ein Buch lesen


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Ein Obstkuchen wird gebacken! Setzen Sie das Rezept dafür bitte ins Passiv:

Mehl mit Backpulver mischen und auf ein Brett legen.


Mehl wird mit Backpulver gemischt und auf ein Brett gelegt._ _____________

Mehl mit Backpulver mischen und auf ein Brett legen. In der Mitte des Mehls
eine Vertiefung machen. Zucker und Eier mit einem Teil des Mehls zu einem
Brei verarbeiten. Auf diesen Brei die kalte Butter in kleinen Stückchen geben
und etwas Mehl darüber streuen.
Alles mit der Hand zusammendrücken und schnell zu einem glatten Teig
verarbeiten. Den Teig vorläufig kalt stellen. Dann etwas Mehl auf das Brett
geben, den Teig ausrollen und in die gefettete Form legen.
Auf dem Teigboden Semmelbrösel ausstreuen und das Obst darauf legen. Im
Backofen den Kuchen bei 200 Grad etwa 30 bis 35 Minuten backen.

Eine Krankenschwester erzählt von ihren Aufgaben:

„Ich muss einige Patienten waschen und füttern.“


Einige Patienten müssen gewaschen und gefüttert werden.__________________________

1. „Ich muss den Puls und das Fieber der Patienten messen.“
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2. „Ich muss die Krankenakten der Patienten ausfüllen.“


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3. „Ich muss die Kranken und ihre Angehörigen trösten und beruhigen.“
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4. „Ich muss Injektionen geben und Medikamente austeilen.“


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5. „Ich muss Blut abnehmen und es zur Untersuchung ins Labor schicken.“
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6. „Ich muss die Patienten auf Operationen vorbereiten.“


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Vorsicht beim Sonnenbaden! Was muss, soll oder darf nicht getan werden?

Den richtigen Sonnenschutzfaktor wählen.


Der richtige Sonnenschutzfaktor soll gewählt werden. ____________________________

1. Am Anfang des Urlaubs ein Mittel mit höherem Sonnenschutzfaktor benutzen.


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2. Nach dem Baden die Haut erneut eincremen.


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3. Kosmetika, Deodorants oder Parfums während des


Sonnenbadens nicht verwenden.
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4. Die Mittagszeit, wenn die Sonne am intensivsten strahlt, im


Schatten verbringen.
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5. Beim Aufenthalt in der Sonne den Augenschutz und die Kopfbedeckung nicht vergessen.
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6. Sonnencremes, die älter als zwei Jahre sind, besser nicht mehr verwenden.
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Setzen Sie richtig ein: „von“ oder „durch“?

Der Frosch wurde ___von der___ Prinzessin geküsst.

1. __________ Feuer wurde großer Schaden verursacht.

2. Solch eine Frage wurde mir noch __________ niemandem gestellt.

3. Die Maus wurde __________ Gift getötet.

4. Das Holz wird __________ Arbeitern gesägt.

5. Das Meer wird __________ Atommüll verseucht.

6. Die Jugendlichen wurden __________ Feuerwehr aus der Donau gerettet.

Was muss vor dem Urlaub noch alles erledigt werden? Setzen Sie das Zustandspassiv mit
entsprechenden Zeitangaben ein.

Wecker stellen (gestern Abend)


Hast du den Wecker gestellt? Natürlich, der ist schon seit gestern Abend gestellt.________

1. Visum beantragen (eine Woche)


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2. Schlüssel beim Nachbarn abgeben (heute Morgen)


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3. Taxi bestellen (eine Stunde)


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4. Koffer packen (Mittag)


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5. Blumen gießen (gestern Abend)


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6. Fische füttern (zehn Minuten)


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Alarm für die Städtische Feuerwehr! Setzen Sie diesen Zeitungstext ins Passiv. Nennen Sie
den Agens aber nicht, wenn er kursiv gedruckt ist!

Brand in der Markthalle

Gestern Abend meldete man der Feuerwehr einen Brandgeruch in der Nähe der Markthalle
Wien-Mitte. Sofort schickte man vier Einsatzwagen an den Ort, aber man konnte zuerst den
Brandherd nicht feststellen, weil die Marktverkäufer den Eingang zur Markthalle mit Kisten und
Handwagen versperrt hatten.
Als man die Sachen endlich weggeräumt hatte, musste man noch das
Eisengitter vor dem Hallentor aufsägen, denn man hatte in der Eile
vergessen, die Schlüssel zu besorgen. Immer wieder mussten
Polizeibeamten neugierige Zuschauer zurückdrängen.

Nachdem man endlich die Türen aufgebrochen hatte, richteten die


Feuerwehrmänner ihre Schläuche in das Innere der Halle. Erst nach drei
Stunden konnten die Männer das Feuer unter Kontrolle bringen.
Die Einsatzleitung gab bekannt, dass das Feuer etwa die Hälfte aller
Waren in der Markthalle vernichtet hat. Erst spät in der Nacht rief man
die letzten Brandwachen vom Unglücksort ab.

Markieren Sie in den folgenden Zeitungsartikeln die Passivsätze und formen Sie diese
danach ins Aktiv um:

Woher kommt der Klammeraffe?

Bekannt wurde das Zeichen @ durch Internet und E-Mail. Es trennt in jeder E-Mail-Adresse den
Namen des Empfängers von seinem „elektronischen Postamt“, zum Beispiel: Mayer@aon.at.
Ausgesprochen wird das Zeichen „ät“, wie Englisch „at“ („zu“ oder „bei“).

Dieses Zeichen, das Klammeraffe genannt wird, hat seinen Ursprung im Mittelalter. Um sich
die Arbeit in den Schreibstuben zu erleichtern, wurden Kurzzeichen für häufig vorkommende
Wörter erfunden. So wurde das lateinische Wort „ad“ (Deutsch: zu, an, bei) durch ein
Kurzzeichen ersetzt, das dem @ sehr ähnlich war. Im 16. Jahrhundert wurde das Zeichen von
Kaufleuten bei Preisangaben verwendet: 3 Ziegenhäute @ (zu) 1 Krone.
Später erschien es auf den Schreibmaschinen und wurde von Buchhaltern benutzt. Schließlich
gelangte es in die Computerwelt. Programmierern gefiel das Kurzzeichen, weil es nicht
gebräuchlich ist und keine Gefahr der Verwechslung besteht. Am PC wird das Zeichen
aufgerufen mit den Tasten „Alt Gr“ und „Q“ oder „Alt“ und „Shift“ und „1“.

Der Trabant – von den Anfängen bis zum Aus

Am 7. November 1957 rollten die ersten Kleinwagen in der Automobilstadt Zwickau vom Band.
Es war der vierzigste Jahrestag der Oktoberrevolution. Mehr als drei Millionen Exemplare
wurden bis 1991 gebaut.
Der Trabant war für zwei Erwachsene und zwei Kinder gedacht. Er war das Kultauto der
kleinen Leute und wurde liebevoll „Trabi“ genannt. Die Bundesbürger hatten ihren „Käfer“, die
DDR-Bürger ihren „Sachsen-Porsche“, den Trabant.

Dann kam der Fall der Mauer. Den hat der Kleinwagen miterlebt, aber nicht lange überlebt. Um
die Wendezeit wurde der Trabi noch begeistert gefeiert. Aber bald kam das Aus. Das „Auto des
Jahres 1989“ war nicht umweltfreundlich und verpestete die Luft. Die Produktion wurde
eingestellt und 12.000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz.
Fahrzeuge und Materialien wurden in Automobilmuseen ausgestellt. Einzelne Exemplare
wurden poppig angemalt, Kult und Nostalgie gaben sich die Hand. Nostalgisch waren auch die
Filme, die über den Trabant und seine Geschichte gedreht wurden.

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Benutzen Sie in folgenden Passivsätzen alternative Formen:

Der Spareffekt des Drei-Liter-Motors kann am Benzinverbrauch abgelesen werden.


Der Spareffekt des Drei-Liter-Motors ist am Benzinverbrauch abzulesen. _______________
Der Spareffekt des Drei-Liter-Motors lässt sich am Benzinverbrauch ablesen.____________
Der Spareffekt des Drei-Liter-Motors ist am Benzinverbrauch ablesbar. ________________

1. Einige neue Entwicklungen können kaum bezahlt werden.


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2. Eine zu komplizierte Erfindung kann nicht realisiert werden.


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3. Viele neue Modelle können gut im Ausland verkauft werden.


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Werden diese Sätze im Passiv mit „müssen“ oder „können“ gebildet?

Die Hausaufgabe ist nicht zu lösen.


Die Hausaufgabe kann nicht gelöst werden. ______________________ _______________

Die Hausaufgabe ist bis Dienstag zu machen.


Die Hausaufgabe muss bis Dienstag gemacht werden.______________________________

1. Der Antrag ist vollständig auszufüllen. Andernfalls kann keine Unterstützung ausbezahlt
werden.
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2. Die Deutschprüfung ist leicht zu bestehen.


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3. Die Verkehrsregeln sind genau zu beachten.


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4. Das Obst ist schnellstens zu essen, ansonsten verdirbt es.


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5. Eine Mikrowelle ist sehr praktisch; Essen ist darin schnell aufzuwärmen.
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6. Dafür sind allerdings Teller ohne Metallrand zu verwenden.


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Wie lauten die richtigen Adjektive? Haben sie die Endung „-lich“ oder „-bar“?

Zucker kann in Wasser gelöst werden.


Zucker ist in Wasser löslich. __________________________________________________

1. Das Verschwinden der Dokumente lässt sich nicht erklären.


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2. Diese Regel kann man nicht auf alle Substantive anwenden.


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3. Dieses Produkt ist einfach nicht zu verkaufen.


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4. Der Pullover kann bei 30 Grad in der Maschine gewaschen werden.


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5. Dieser Stift kann nachgefüllt werden.


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6. Kann man den Text an der Tafel auch in der letzten Reihe sehen?
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7. Die heutige Mathematikaufgabe ist nicht zu verstehen.


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8. Jeder Gegenstand kann ersetzt werden, ein Mensch nicht.


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9. Seine Aussage kann man nicht nachprüfen.


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10. Dieser alte Staubsauger kann nicht mehr verwendet werden.


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