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Physik klasse 10/11 Till Hardenbicker, 13.

November 2010

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Die gleichförmig beschleunigte Bewegung s= at²+v0t+s0
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Ist ja nichts weiter als eine Quadratische Funktion, oder? Nur dass man anstelle von x mit t rechnet. Und anstelle von
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y mit s. a wird zu 2a, b wird zu v0 und c wird zu s0. y=ax²+bx+c  s= at²+v0t+s0.
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𝑠 1
Die Möglichkeiten für den Proportionalitätstest sind hier relativ vielfältig: 𝑡 2 hätte das konstante Ergebnis 2a. Dass die
𝑣
Strecke proportional zum Quadrat der Zeit ist bedeutet dass die Strecke hier quadratisch größer wird. hätte das
𝑡
konstante Ergebnis a, das heißt, die Geschwindigkeit ist proportional zur Zeit... die Geschwindigkeit nimmt konstant
zu, das Objekt wird immer schneller, daher auch beschleunigte Bewegung.
Dieser Zusammenhang lässt sich auch im Zeit-Geschwindigkeitsgesetz darstellen v(t)=at+v0 (Lineare Funktion!)

Graphische Zusammenhänge
Bei diesem Bewegungstyp ist ja nichtmehr v konstant, dafür ist a während der Bewegung gleichbleibend. a kann ich
ganz einfach am Graphen von v(t)=at ablesen, weil a hier ja die Steigung ist. Steigungsdreieck und fertig. Das geht hier
natürlich auch wieder mit zwei Punkten. Aber Achtung. Mit so einem Steigungsdreieck berechnet man auch nur die
Durchschnittsbeschleunigung 𝑎̅ innerhalb des Zeitraums über dem man das Steigungsdreieck abträgt.
Im Zeit-Weg Diagramm kann ich erstmal keine Steigung ablesen, weil das hier ja ein Parabelast ist, und Steigung ist da
ja Essig. Deshalb geht man hin, und quadriert alle t-Werte (x-Werte). So wird aus dem Zeit-Weg Diagramm ein
Zeitquadrat-Weg Diagramm, und da man die x-Werte quadriert hat, hat man sich eine lineare Funktion geschaffen.
Und bei der kann man (wie sollte es auch sonst sein) die Steigung ablesen. Diese ist aber nicht direkt die
Beschleunigung, sondern nur die Hälfte davon. Kein Problem für jemanden, der mit zwei multiplizieren
kann.

So, wir haben jetzt schon:


s(t)=½at²+v0t+s0 <=> Die Strecke ist proportional zum Quadrat der Zeit
v(t)= at +v0 <=> Die Geschwindigkeit ist proportional zur Zeit selbst.
fehlt noch:
v=√2𝒂𝒔 <=> Die Geschwindigkeit ist proportional zur Wurzel aus der Strecke.
Bei negativer Beschleunigung allerdings v0-√2|𝑎|𝑠 mit dem Betrag von a

Das ist sehr schön, weil man jetzt mehrere Formeln, mit unterschiedlichen Variablen hat. Man kann jetzt, egal was
gegeben ist, immer in mindestens eine Formel einsetzen.
Ich hab bei Bewegungstyp I was davon erzählt, dass man die Geschwindigkeit 𝑣̅ in der Mitte von zwei Zeitwerten
eintragen muss. Das ist hier auch so. Die Geschwindigkeit bleibt zwischen den Zeitpunkten, und zwischen diesen
𝑣2−𝑣1
Punkten wiederum, muss man die Beschleunigung 𝑎̅ mit 𝑡2−𝑡1 abtragen.

Vermutlich kommt in der Arbeit was von zwei Bewegungen die sich schneiden (überholen oder Zusammenstoß).
Keine Panik! Das ist genau wie in Mathe. Die x-Koordinate des Schnittpunkts ist die Zeit des Zusammenstoß, und die
y-Koordinate der Ort davon.
• Bei zwei Bewegungen von Typ I kann man ganz easy einsetzen/gleichsetzen und auflösen. Das sind nur lineare
Funktionen, mehr nicht!
• Wenn mindestens eine beschleunigte Bewegung im Spiel ist, muss man die Funktionen gleichsetzen. Elegant sind
Floskeln wie s1(t)=s2(t). Dann zieht man beide Terme auf eine Seite, sodass auf der anderen =0 stehe. Dann teilt man
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die nicht-null-Seite durch die Zahl die vor dem t² steht. Jetzt müsste da sowas stehen wie t²+8t+1300=0. Dann setzt
man p und q in die pq-Formel ein und erhält zwei t Werte von denen einer nicht sein kann (z.B. weil er negativ ist).
Den anderen setzt man in eine der Bewegungsgleichungen ein, um an den entsprechenden s-Wert (Ort des
Zusammenstoßes) zu kommen.

Man muss übrigens IMMER IMMER IMMER die Einheiten dazuschreiben und mit ausmultiplizieren, quadrieren und
bla bla. Das sind wertvolle Punkte, die sicherlich über eine Teilnote entscheiden.