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Lokale Präpositionen Deutsch – Ortsangaben: Wo? Wohin? Woher?

Präpositionen mit lokaler Bedeutung – Präpositionen mit Orten


Präpositionen mit lokaler Bedeutung sind:
mit Dativ:
ab, aus, bei, gegenüber, nach
mit Akkusativ:
bis, durch, entlang, gegen, um
mit Dativ oder Akkusativ (Wechselpräpositionen):
an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen
Wann folgt auf eine Wechselpräposition ein Dativ, wann ein Akkusativ?
Wo? => Dativ
Wohin? => Akkusativ
mit Genitiv:
außerhalb, innerhalb
Welche Präposition verwenden wir mit welchem Ort?
Die Präposition hängt von den Eigenschaften des Ortes ab, an dem wir uns befinden oder
an den wir uns begeben.
an, auf oder in?
Auf diese Präpositionen kann ein Dativ (Wo?) oder ein Akkusativ (Wohin?) folgen.
an = in unmittelbarer Nähe; ganz nah; am Rand von etwas; am Rand von Wasser
am/ans Meer
am/ans Wasser
am/an den Platz
am/an den Strand
an der/an die Haltestelle
am Fenster/ans Fenster
am Computer/an den Computer
auf = ein Ort ist eben und offen; ein Ort, der höher ist
auf dem Boden/auf den Boden
auf dem/auf den Platz
auf dem/auf den Spielplatz
auf der/auf die Wiese
auf dem/auf das Feld
auf dem/auf den Tisch
auf dem/auf den Berg
auf der/auf die Treppe
in = (geschlossene) Räume; Gebäude; etwas ist um uns herum; Gebirge;
Landschaften; Orte; Länder; Himmelsrichtungen
im/ins Haus
im/ins Wasser
in der/in die Luft
im/in den Wald
im/in den Park
in den Bergen/in die Berge
im Schwarzwald/in den Schwarzwald
in Berlin
in Deutschland
in der Schweiz/in die Schweiz
im Westen/in den Westen
Wir verwenden also sehr oft dieselbe Präposition, einmal mit dem Dativ (Wo?) und
einmal mit dem Akkusativ (Wohin?).
Aber nicht immer!
in oder nach?
Bei Ländernamen ohne Artikel, Namen von Regionen ohne Artikel und Städtenamen
verwenden wir auf die Frage Wohin? die Präposition nach.
Mit Himmelsrichtungen kann bei der Frage Wohin? sowohl die Präposition in +
Akk. (in den Süden = Wir erreichen den Süden) als auch die Präposition nach (nach
Süden = Richtung Süden) stehen.
in Spanien (Wo?) – nach Spanien (Wohin?)
in Berlin (Wo?) – nach Berlin (Wohin?)
im Süden (Wo?) – nach Süden/in den Süden (Wohin?)
in/an/auf oder zu?
Verwenden wir die Präpositionen in, an und auf mit Akkusativ, so betreten wir den Ort.
Bei der Präposition zu liegt der Fokus auf dem Weg bis zu einem Ort. Ob wir den Ort
dann auch wirklich betreten, bleibt in vielen Fällen offen.
Wir gehen ins Theater.
Wir fahren mit dem Auto zum Theater.
Wir verwenden die Präposition zu auch, wenn wir zu einer Person gehen.
Ich gehe zu Paul.
Ich bin zum Arzt gegangen.
von oder aus?
Sprechen wir über die Herkunft (Woher? Von wo?), so benutzen wir die
Präpositionen von oder aus. Auf diese beiden Präpositionen folgt immer ein Dativ.
Fast immer ist es so:
Wo? ⇒ in + Dativ
Wohin? ⇒ in + Akkusativ
Woher? ⇒ aus
Wo? ⇒ auf + Dativ
Wohin? ⇒ auf + Akkusativ
Woher? ⇒ von
Wo? ⇒ an + Dativ
Wohin? ⇒ an + Akkusativ
Woher? ⇒ von
Wo? ⇒ bei
Wohin? ⇒ zu
Woher? ⇒ von
Das ist die Theorie, natürlich ist es nicht immer so einfach und logisch.
Manchmal könnt ihr mehrere Präpositionen verwenden, in anderen Fällen ist es aber
wichtig, sehr präzise zu sein, weil es feine Bedeutungsunterschiede gibt.
Viel mehr Beispiele und Erklärungen findet ihr in den Tabellen weiter unten.
Wo genau befinden wir uns, wenn wir eine bestimmte Präposition benutzen?
Wir können aber dank der Präpositionen noch viel genauer beschreiben, wo sich jemand
oder etwas befindet.
Die Kinder sitzen am Tisch.
Das Essen steht auf dem Tisch.
Die Lampe hängt über dem Tisch.
Wir haben die Füße unter dem Tisch.
In den folgenden Tabellen können wir natürlich nicht alle diese Positionen und
Präpositionen berücksichtigen.
Lokale Präpositionen Deutsch: Wo? Wohin? Woher?
Die folgenden Tabellen sollen euch helfen, die lokalen Präpositionen zu lernen und
richtig zu verwenden. Wir haben die Orte in 15 Kategorien zusammengefasst und in
jeder Kategorie Orte als Beispiele aufgeführt.
Anmerkung: Es ist unmöglich, alle Präpositionen aufzuführen, die wir mit einem
bestimmten Ort verwenden können. Wir beschränken uns hier auf die wichtigsten
Präpositionen.
Mehr Informationen und Erklärungen bekommt ihr als Tooltips, wenn ihr mit der
Maus auf den Stern * geht.

01. Präpositionen mit Eigennamen


Präpositionen mit Namen von Ländern, Städten, Regionen, Inseln, Bergen und Gebirgen,
Flüssen, Kontinenten und Organisationen.
Zu Hause oder nach Hause?

Verwechselt ihr die Präpositionen auch manchmal? Fragt ihr euch, warum wir
manchmal Hause und manchmal Haus sagen? Wann schreiben wir Zuhause und wann zu
Hause? Wann sagen wir bei mir zu Hause bzw. zu mir nach Hause? Und welche
Präpositionen verwende ich, wenn ich zum Haus einer anderen Person gehe?
Hier bekommt ihr die Antworten.

Wo oder wohin?
Wo bist du? – Ich bin zu Hause.
Wohin gehst du? – Ich gehe nach Hause.
Zu Hause kann ich sein, bleiben, essen, arbeiten, schlafen…
Nach Hause kann ich gehen, fahren, laufen, kommen…
So weit, so gut. Wenn ich das Subjekt des Satzes bin und zu Hause bin bzw. nach Hause
gehe, so spreche ich von dem Haus oder der Wohnung, wo ich lebe. Es geht also
um mein Zuhause, es geht um das Zuhause des Subjekts.
Er war gestern den ganzen Abend zu Hause.
Wir bleiben heute mal zu Hause und gehen nicht weg.
Ich komme jeden Abend um 17 Uhr nach Hause.
Doch es gibt noch mehr gute Fragen.
Wo ist mein Zuhause?
Mein Zuhause umfasst natürlich auch den Garten vor oder hinter meinem Haus. Auch
wenn ich in meinem Garten arbeite, spiele,  grille oder einfach nur in der Sonne liege, bin
ich zu Hause.

Das Zuhause ist also das Substantiv, das die Wohnung (mit oder ohne Garten)
bezeichnet, in der ich wohne und mich meist auch wohlfühle.

Hause oder Haus?


In meinem Garten bin ich also auch zu Hause, obwohl ich nicht in meinem Haus bin.
Wenn es dann aber anfängt zu regnen, gehe ich natürlich nicht nach Hause, denn da bin
ich ja schon, sondern ins Haus.
Sprechen wir vom Gebäude, so schreiben wir Haus immer ohne e am Ende.

Zu dir oder zu mir?


Bei zu Hause und nach Hause geht es also immer um das Zuhause des Subjekts.
Ich bin heute früher nach Hause gekommen.
Warum willst du schon nach Hause gehen?
Er ist zu Hause geblieben.
Aber was sage ich, wenn ich nach der Arbeit meine sympathische Arbeitskollegin noch
zu einem Kaffee bei mir zu Hause einladen will?
Sage ich nichts, dann geht sie nach Hause und ich gehe auch nach Hause, jeder allein zu
sich nach Hause, ich zu mir und sie zu sich.
Um das zu verhindern frage ich meine Kollegin:

Hast du Lust auf einen Kaffee bei mir zu Hause?


Und wenn ich Glück habe, antwortet die Kollegin:

Ich komme gerne noch auf einen Kaffee mit zu dir nach Hause. Wenn du möchtest
können wir den Kaffee aber auch bei mir zu Hause trinken, denn ich wohne hier gleich
um die Ecke.

Zu/bei + Person
Egal ob wir zu ihr oder zu mir gehen, den Kaffee bei mir oder bei ihr trinken, es geht
immer um das Zuhause, entweder meins oder ihres. Und daher reichen die
Präpositionen zu bzw. bei + mir/dir vollkommen aus und den Zusatz zu/nach
Hause können wir auch weglassen.
Wir gehen dahin, wo eine andere Person wohnt:
Ich komme um 5 Uhr zu dir.
Er besucht regelmäßig seine Mutter. Er geht dreimal pro Woche zu ihr.
Wann kommt ihr zu uns?
Wir sind da, wo eine andere Person wohnt:
Ich war noch nie bei dir, daher freue ich mich sehr über die Einladung zu dir.
Er war gestern vier Stunden bei mir.
Bei uns wird immer um halb eins zu Mittag gegessen.
Wenn klar ist, dass wir über jemandes Zuhause sprechen, müssen wir das nicht extra
sagen. Ist das aber nicht ganz klar, dann fügen wir ein zu Hause oder nach Hause an:
Er war gestern den ganzen Abend bei mir zu Hause.
Bei uns zu Hause essen wir immer um ein Uhr zu Mittag.
Ich war noch nie bei ihm zu Hause.

Zu Hause oder woanders?


Und das tun wir, weil sich bei/zu + Person auch auf einen anderen Ort beziehen kann,
nämlich auf den Ort, an dem sich die andere Person gerade befindet.
Auch hier gilt: Wissen alle Gesprächsteilnehmer, um welchen Ort es geht, muss dieser
nicht genannt werden. Ist das nicht der Fall, müssen wir den Ort aber nennen.
Du sollst sofort zum Chef (ins Büro) kommen.
Er liegt seit drei Tagen im Krankenhaus. Heute Nachmittag fahren wir zu ihm.
Ich war gestern bei ihr (im Krankenhaus).
Bei uns (in Österreich) sagt man Adventkalender statt Adventskalender.

Bei sich zu Hause oder bei ihm zu Hause?


Ist er bei sich zu Hause oder bei ihm zu Hause? Auch das ist eine gute Frage, die ihr euch
vielleicht schon einmal gestellt habt.

Drei Personen: Anton, Paul und Maria.


Anton geht (zu sich) nach Hause. Er ist (bei sich) zu Hause,
Anton geht zu Paul (nach Hause). Er geht zu ihm (nach Hause). Er ist bei ihm (zu
Hause).
Anton geht zu Maria (nach Hause). Er geht zu ihr (nach Hause). Er ist bei ihr (zu
Hause).
04. Präpositionen im Gebäude

Welche Präpositionen verwenden wir mit Räumen, Teilen von Gebäuden und
Möbeln?
05. Präpositionen in der Stadt
Parks, Straßen, Kreuzungen, Baustellen, Vororte, Stadtzentrum… In einer Stadt
gibt es viele Orte. Hier seht ihr, welche Präpositionen wir mit diesen Orten
verwenden.