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DEIN NEUES

LEBEN

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FINDE DICH SELBST. GEHE DEINEN WEG. ERREICHE DEINE ZIELE.

99WOCHEN
Coaching mit Dr. Stefan Frädrich
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LEVEL 1 : GEH DEINEN WEG

DIE TAGEBUCH-
TECHNIK
WERDE DEIN LEBENSREGISSEUR!

Bevor du das Video anschaust:


Reflexion von Lektion 2
Erinnerst du dich an die Geschichte vom Wanderer, der Rast machen
will? Es gibt Unkrautjäter, die Probleme sehen – und Pflanzer, die
das Schöne sehen und wachsen lassen.

Und denk noch mal an die Episode über starre und flexible Pläne.
Wie ist es bei dir? Hältst du starr an Plänen fest, oder bist du bereit,
deinen Plan im Notfall anzupassen?

Hast du denn auch drei Wünsche formuliert, die du dem Flaschen-


geist sagen würdest? Und du erinnerst dich bestimmt an die Über-
legung, dass es oft leichter ist, groß zu denken, als klein zu denken.
Angst musst du dabei nicht haben. Angst kannst du analysieren und
dann konkret etwas gegen die Dinge tun, die möglicherweise drohen.

Du hast die Tagesimpulse nicht gehört? Bitte hol das nach, bevor
du mit Lektion 3 beginnst.

Teste dein Wissen! Die Lösung


Und hier die Lösung für das Quiz aus Lektion 2: d. Es
geht bei deinem Gegenüber um den Geist. Die Frage ist:
Versteht jemand die Welt oder nicht?

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Wir sind immer die Ruine von gestern und die Baustelle von morgen.
Milton H. Erickson

Wie ging es dir mit deinem Lebensrad? Es bezeichnet deinen


momentanen Status quo. Das „bist“ aber nicht „du“. Sondern du darfst
dich verwandeln. Also: Wo hast du Baustellen?

Ein Tagebuch nur mit dem, was du


konkret tust
Ein guter Weg, sich die Baustellen bewusst zu machen, ist die Tage-
buch-Technik. Ich schreibe seit mehr als zwanzig Jahren ein Tagebuch.
Wobei es ein besonderes Tagebuch ist: Ich schreibe vor allem auf,
was ich getan habe. Weil ich weiß, dass mein Handeln mich zu dem
Menschen macht, der ich bin. Es geht oft nicht so sehr darum, was
ich denke – das sieht ja niemand. Wenn ich eine gute Idee haben,
schreibe ich die natürlich auf, klar. Aber ich entscheide dann auch
irgendwann, ob ich sie umsetze. Und wenn ja, dann setze ich sie auch
um. So wird Denken zum Handeln.

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Wenn du ein solches Tagebuch führst, zwingst du dich richtig dazu,
zum Regisseur deines Lebens zu werden. Du merkst jeden Tag,
dass es ums Handeln geht. Um das, was du konkret tust (und auch
bleiben lässt). Ich merke das besonders am Jahresende, wenn ich mir
mein Tagebuch des zu Ende gehenden Jahres noch einmal vergegen-
wärtige. Da siehst du sofort, welche Schwerpunkte du hattest. Was
du an sinnvollen und auch an sinnlosen Dingen getrieben hast.

Nicht grübeln, problematisieren


und psychologisieren!
Mein Tagebuch unterscheidet sich noch in einem anderen wichtigen
Punkt von üblichen Tagebüchern. Ich problematisiere darin nicht. Ich
verbeiße mich nicht in Grübeleien. Ich breite also keine weitläufigen
Textteppiche aus, in denen es um irgendwelche Probleme geht. Weil
mich Probleme nicht interessieren. Lösungen mag ich viel mehr!

Wenn du so willst, gibt es in der Psychologie zwei grundlegende


Ansätze: den problemorientierten und den lösungsorientierten
Ansatz. Schau mal:

Der problemorientierte Ansatz


Dominant in unserer Gesellschaft ist der problemorientierte Ansatz.
Du gehst zu einem Therapeuten, und der bohrt wie ein Zahnarzt
in deinem Problem herum. Es geht darum, die Ursache deines
Problems zu identifizieren. Und weil alles auf der Welt einen Grund
hat, geht die Auseinandersetzung – logischerweise – immer tiefer.
Oft geht sie so tief, dass du wochenlang Sitzungen besuchst, ohne
auch nur zur Spur einer Lösung zu kommen. Manchmal wird sogar
alles immer schlimmer. Der Fokus des problemorientierten Ansatzes
geht in die Vergangenheit und thematisiert, was nicht so gut läuft.
Der berühmteste problemorientierte Ansatz ist die Psychoanalyse
nach Sigmund Freud (1856–1939), und der dominiert noch immer
weite Teile der Psychologie.

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Der lösungsorientierte Ansatz
Seltener ist traditionell der lösungsorientierte Ansatz – auch wenn er
sich derzeit allmählich durchzusetzen scheint. Dabei geht es natür-
lich auch darum, Probleme zu erkennen. Aber statt sie bis ins letzte
Detail zu analysieren, liegt der Fokus auf der Lösung. Die Frage ist,
was du konkret tun kannst, um ein bestimmtes Problem loszuwerden.
In vielen Fällen ist es gar nicht nötig, sich besonders tief damit zu be-
fassen. Wenn du dich noch mehr für den lösungsorientierten Ansatz
interessierst, empfehle ich dir das Buch „Der kleine Taschentherapeut.
In 60 Sekunden wieder ok“ von Arnold A. Lazarus und Clifford N.
Lazarus. Die beiden praktizieren mehr oder weniger das Gegenteil
Sigmund Freuds. Es geht darum, was funktioniert.

Buch-Tipp
Arnold A. Lazarus und Clifford N. Lazarus: „Der kleine Taschenthera-
peut. In 60 Sekunden wieder ok“. Klett-Cotta 2019 (7. Auflage)

Der Irrtum der komplizierten Lösung


Erfordern komplizierte Probleme unbedingt komplizierte Lösungen?
Unter vielen Leuten, auch Fachleuten, gilt diese Annahme als Fakt.
Aber stimmt sie denn? Die Welt ist kausal – das heißt, Ursachen
bewirken Folgen. Gibt es einfache Ursachen, die schwerwiegende
Folgen bewirken? Na klar! Wenn du zum Beispiel zu wenig Wasser zu
dir nimmst. Die Folgen gehen bis hin zu Halluzinationen. Die Lösung
des Problems ist dabei viel einfacher als das Problem: Trink Wasser.

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Das Zwiebelschalendilemma
Einer Sache auf den Grund zu gehen, ist, wie eine Zwiebel zu schä-
len. Das Dilemma dabei ist: Weil Gründe ihrerseits Gründe haben,
geraten wir ins Grübeln. Einen Ausweg finden wir dabei selten. Wenn
man dabei nicht aufpasst, kommt man rasch dazu, sich in Problemen
zu suhlen. Das solltest du möglichst bleiben lassen.

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Erfinde dich selbst!
Ja, sicher: Dingen auf den Grund zu gehen, ist schon wichtig. Aber
irgendwann sollte mit dem Zwiebelschälen Schluss sein. Es geht in
meinen Augen weniger darum, dass du dich mit all deinen Prägungen
irgendwann in der Tiefe der Zwiebel findest und sagst: „Hey! Nach
endlosem Graben habe ich endlich mein Wesen gefunden!“ Das halte
ich mit Verlaub für Blödsinn. Es geht eher darum, dass du dich selbst
neu erschaffen kannst. Es ist nämlich gar nicht gesagt, dass deine
Probleme dein Leben bestimmen. Das Innere der Zwiebel spielt mögli-
cherweise gar keine Rolle. Du kannst dich auch von Möglichkeiten und
Lösungen leiten lassen.

Sich selbst zu finden, ist ein schöpferischer Akt. Wer sich nur analysiert,
nimmt sich auseinander und erschafft sich nicht neu.

Also: Es ist egal, wo du herkommst und wie deine Geschichte aussieht.


Du kannst und darfst dich dazu entscheiden, etwas Neues zu tun und
zu erschaffen. Siehst du das im Kern ein? Das ist wichtig!

Noch mal zu deinem Tagebuch. Dein Tagebuch dokumentiert deine


Persönlichkeitsentwicklung. Ich habe es mir als Textdokument im Rech-
ner angelegt, das ist für mich das Einfachste. Weil du im Rückblick
merkst, welche relevanten Dinge du tust oder ob manche Tage nur
so dahinplätschern, wird dein Tagebuch ein ziemlich wichtiges Steue-
rungsinstrument für dein Leben sein. Du kannst sogar deine persönli-
che Statistik aufbauen, die dir über lange Zeit hinweg zeigt, wie es um
deine acht Lebensbereiche aus Lektion 2 steht.

Das Tagebuch wird dich zu Veränderungen motivieren, damit du deine


Lebensbereiche in Ordnung bringst. Spannend dabei ist: Schon kleine
Veränderungen im Handeln führen manchmal zu einem anderen Out-
put im Leben. Oft reicht eine kleine Veränderung der Richtung, und
du prallst doch nicht auf den Eisberg.

Wenn ein Problem immer wieder auftaucht, machst du dir das mit der
Tagebuch-Technik besonders klar. Probleme kommen so häufig wieder,
bis du sie gelöst hast.

Also: Leg los! Fang einfach an mit deinem Tagebuch, und es wird eine
positive Gewohnheit, die du schon bald nicht mehr missen willst.

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Aufgabe
•  Beginne dein eigenes Lebenstagebuch!
•  Schreibe täglich mehrmals hinein!
•  Reflexionen: Sammle Momente, Erfahrungen, Wünsche, Optionen!
•  Mach eine Gewohnheit daraus!

Teste dein Wissen!


Warum hält Stefan seine Hand in Säure?

Er steht drauf, dass es erst prickelt und dann langsam weh tut.
Stefan ist ein Masochist.
So wäscht Stefan seine Hände.
Um zu demonstrieren, dass die Säure die kleinen Risse in der
Hand deutlich spürbar macht – eine Metapher für die
Konzentration auf Probleme.
Um seine Durchblutung anzuregen.

Die Lösung erfährst du auch dieses Mal wieder zu Beginn der nächs-
ten Lektion. Bis morgen! Da hörst du dann den nächsten Tagesimpuls.

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ANHANG

IMPRESSUM

Inhalte:
Dr. Stefan Frädrich

Produktmanagement
Kerstin Müller, Sarah Schneider, Köln

Redaktion
Thilo Baum, Köln

Layout und Gestaltung


Natasha Cvetkovic, Eric Greven, Köln

Herausgeber
GEDANKENtanken GmbH, Köln

© 2019 by GEDANKENtanken
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede
Verwertung ist ohne Zustimmung des Herausgebers unzulässig. Dies gilt
insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung,
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