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Legierungselemen

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Wie entstehen Elemente?

Einfluss verschiedener Elemente auf Stahllegierungen

Welche Elemente haben einen positiven Einfluss und


welche schaden der Legierung?

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"Wir sind Sternenstaub"
Novalis

Alles auf unserer Welt und im Universum besteht aus Atomen. Und die Sterne,
die wir in der Nacht bewundern sind der Ursprung für alle Elemente, die wir
kennen.

In der Frühzeit unseres Universums existierten hauptsächlich nur Wasserstoff und


ein wenig Helium. Es dauerte viele Jahrmillionen, bis sich das Gas zu Wolken
verdichtete. Diese nahmen so lange an Größe und Gewicht zu, bis der innere Teil
der Wolken riesige Gaskugel ausbildeten. Durch den immer größer werdenden
Einfluss der Schwerkraft nahmen diese Kugeln weiter Wasserstoff auf, bis der
Druck in ihrem Inneren so groß wurde und schließlich der Kern zündete. Dieser
Prozess fand im gesamten Universum gleichzeitig statt und nach über 500
Millionen Jahren der Dunkelheit leuchteten die ersten Sterne.

Doch diese Sterne waren, im Vergleich zu den heute existierenden Sonnen,


wahre Giganten. Sie hatten einen Durchmesser, der dem unserer Sonne um den
Faktor 2000 übertrafen. Die erste Generation dieser Sterne waren so hell und
heiß, dass sie ihre gesamte Energie in weniger als 5 Millionen Jahren
verbrauchten und in gigantischen Explosionen vergingen.

Durch extreme Hitze und Druck im inneren dieser Sterne wurden einfache
Wasserstoffatome zu höheren Elementen fusioniert. Ein Stern schaffte im Laufe
seines Lebens immerhin die Produktion des Elementes Eisen. Für alle schwereren
Elemente sind weitaus größere Energiemengen nötig und so wird ein Großteil der
Materie erst bei der Explosion (Supernova) von sehr schweren Sternen gebildet.
Der Tod dieser großen Sterne ist die Grundlage unseres Lebens.

Im Laufe von Milliarden Jahren lebten viele Sternengenerationen, die durch ihr
Sterben unser Universum mit all den wichtigen Elementen bereicherten, die wir
zum Leben benötigen. So wurden mit der Zeit die Gaswolken immer
"schmutziger" und brachten nicht mehr so große Sterne hervor. Unsere Sonne ist
so ein Stern. Der angesammelte Staub reichte sogar aus, dass sich daraus
Planeten bilden konnten.

Die Idee, dass alles aus kleinsten, unteilbaren Teilchen bestehen könnte, wurde
das erste Mal von den griechischen Philosophen vor 2600 Jahren erdacht.
Alchemisten versuchten jahrtausendelang den Geheimnissen der Elemente auf
die Spur zu kommen. Durch ausgiebige Experimente konnten
Materialeigenschaften verändert werden. Ein bekanntes Beispiel ist Bronze - eine
Legierung aus Kupfer und Zinn, welche schon seit über 5000 Jahren von
Menschen hergestellt werden kann. Durch die Beigabe von Zinn erhöht sich die
Festigkeit von Kupfer.

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Stahllegierungen
Einfluss von Elementen auf Stahl

Im Lauf der Jahrhunderte wurden viele unterschiedliche Legierungen entwickelt,


die den verschiedensten Anforderungen gerecht werden. Die Metallurgie ist eine
komplexe Wissenschaft und heute können genaue Aussagen über den
Einfluss einzelner Elemente auf die Beschaffenheit der Legierung getroffen
werden. Doch nicht jedes Element hat einen positiven Einfluss auf die
Materialeigenschaften. Es gibt auch schädliche Stoffe, die möglichst aus der
Schmelze entfernt werden sollten, da zum Beispiel Arsen und Schwefel die
Zähigkeit herabsetzen.

In diesem Periodensystem sind die einzelnen Elemente aufgelistet. Grün


markierte Elemente verbessern die Materialeigenschaften, rot Markierte sind
Schädlinge.

H He
Li Be B C N O F Ne
Na Mg Al Si P S Cl Ar
K Ca Sc Ti V Cr Mn Fe Co Ni Cu Zn Ga Ge As Se Br Kr
Rb Sr Y Zr Nb Mo Tc Ru Rh Pd Ag Cd In Sn Sb Te I Xe
Cs Ba Lu Hf Ta W Re Os Ir Pt Au Hg Ti Pb Bi Po At Rn
Fr Ra Lr Rf Db Sg Bh Hs Mt Ds Rg
La Ce Pr Nd Pm Sm Eu Gd Tb Dy Ho Er Tm Yb Lu
Ac Th Pa U Np Pu Am Cm Bk Cf Es Fm Md No Lr

Die grün markierten Elemente eignen sich hervorragend für die Herstellung
von Stahllegierungen. Nickel und Mangan machen Stahl weicher, in dem sie
die Streckgrenze erhöhen. Bleche aus solchen Legierungen lassen sich sehr gut
durch Abkanten und Rundbiegen umformen.

Baustähle können mit Chrom und Molybdän zäher und widerstandsfähiger


gemacht werden. So können dünnere Bleche verwendet werden, ohne die
Stabilität der Konstruktion zu verringern. Das spart Material und Gewicht und ist
außerdem wirtschaftlicher.

Mit Aluminium und Kalzium kann die Zunderbildung reduziert werden. Das ist
besonders wichtig, wenn Blechteile durch Laserschneiden bearbeitet werden
müssen. Beim Laserzuschnitt wird das Blech in einem sehr engen Bereich stark
erhitzt. Unlegierte Stähle neigen durch die extreme Hitzeeinwirkung zur Bildung
von Zunderablagerungen, die in einem nachfolgenden Arbeitsschritt entfernt
werden müssen. Durch Zugeben von Kalzium und Aluminium wird das Material
hitzebeständiger bildet beim Laserschneiden weniger Zunder aus. Auch auf das
Schweißen haben diese Elemente einen positiven Effekt.

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Stahllegierungen
Kohlenstoff ist eines der wichtigsten Legierungselemente. Kohlenstoff erhöht
die Härte und Festigkeit von Stahl. Eine bekannte Anwendung ist Damast-Stahl,
bei dem ein sehr kohlenstoffreicher Stahl mit einem kohlenstoffarmen Stahl
verschweißt, gefaltet und zu Klingen geschmiedet wird. Durch die Kombination
dieser beiden Stahlsorten lassen sich Festigkeit, Härte und Flexibilität
miteinander kombinieren.

Es gibt mittlerweile auch Stahllegierungen, die den widrigen Wetterbedingungen


auf hoher See problemlos trotzen können. Sogar jahrelange
Salzwassereinwirkung macht dieser Legierung nichts aus. Diese Stähle sind
extrem schwefel- und phosphorarm und wurden mit Titan und Nickel
angereichert.

Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und durch die unterschiedliche Kombination
dieser nutzbringenden Elemente können Legierungen für jeden
Anwendungsbereich hergestellt werden.

Der Anteil der Elemente, die die Eigenschaften von Stahl negativ beeinflussen ist
wesentlich geringer als die Menge der nutzbringenden Elemente. Der Einfluss der
Stahlschädlinge ist immer sehr ähnlich. Sind Stähle mit diesen Elementen
versetzt, rosten diese schneller, sind schlag- und bruchempfindlicher und lassen
sich dadurch nicht mehr gut bearbeiten. Abkanten, biegen und andere
Umformverfahren führen häufig zu Rissen an den Rändern oder zu
muschelförmigen Brüchen auf der Oberfläche. Arsen und Phosphor behindern die
Schweißfähigkeit. Bei der Stahlherstellung wird deshalb der Anteil dieser
Elemente so weit wie möglich verringert.

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