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Die Bedeutung des Sonntags ca/tf/mm

Der Sonntag – ein notwendiger arbeitsfreier Tag?


Der Sonntag wird nicht umsonst als Familientag bezeichnet. Die Eltern haben an diesem Tag keine Arbeit und
die Kinder müssen nicht zur Schule oder in den Kindergarten. Oft wird dieser Tag zu gemeinsamen Aktionen
oder einfach zum Entspannen vom Alltag genutzt. Doch heutzutage zeigen sich auch ganz andere Bilder an
einem Sonntag. Städte rufen zum „Verkaufsoffenen Sonntag“ auf, wo dann einige Personen arbeiten müssen.
Angestellte von Restaurants oder von anderen Einrichtungen müssen sowieso schon länger auch sonntags
arbeiten. So stellt sich nun die Frage, ob es überhaupt noch notwendig ist, den Sonntag als einen freien Tag der
Woche zu haben.

Pro:

Der Sonntag, der Tag der Familie. An diesen Tagen können Familien etwas zusammen unternehmen und so
ihren Familienzusammenhalt stärken. Auch wenn aufgrund der Zunahme der Ein-Personen- Haushalte und des
veränderten Bildes der Familie in der Gesellschaft viele Dinge, wie Ladenöffnungszeiten, angepasst wurden,
darf dieser Tag nicht wegfallen. Die Liberalisierung des Sonntagsschutzes darf also nicht weiter ausgeweitet
werden, da sonst der Ausgleich für den Menschen zwischen Arbeit und Ruhe fehlen würde.

Der Sonntag hat seit langer Zeit einige gewisse Bedeutungen, so gilt er zum Beispiel als Ruhetag vor dem Alltag
und als Start in die neue Woche. Natürlich kann man sagen, dass der Sonntag wirtschaftlich gesehen zu nichts
nützt, trotzdem sollte man den Tag wahren um ihn als Freiraum vor dem stressigen Alltag zu haben und so
einfach mal entspannen kann. Doch trotzdem sieht man heutzutage immer öfters die Reklame für einen „Ver-
kaufsoffenen Sonntag“, an dem Mütter und Väter arbeiten müssen. Studien haben belegt, dass es vor allem
Frauen, Teilzeit- und Geringbeschäftigte sind, die an Sonntagen arbeiten. An dieser Stelle jedoch wäre es doch
mehr förderlich wenn die Frauen und die anderen Arbeiter Zeit mit ihrer Familie verbringen, so die schon ange-
sprochene Stärkung der Familie wahrzunehmen. Auch der Schweizerische Evangelische Kirchenbund, der sich
schon öfters zum Thema Sonntagsschutz ausgesprochen hat, sagt, dass „von Ladenöffnungssonntagen (…) vor
allem sozial schwächere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Niedriglohnsektor (…)“ (Quelle:
http://www.kath.ch/sbk-ces-cvs/text_detail.php?nemeid=85748&sprache=d)betroffen sind. Man kann erken-
nen, dass die Gesellschaft immer mehr nach einer Lebensweise lebt, bei der man sich keine Zeit mehr für sich,
das Gemeinwohl und seine Mitmenschen nimmt, sondern nur noch mit der Zeit hetzt und so viel wie möglich
arbeitet oder seinen Konsumgewohnheiten nachgeht.

Religiös gesehen kann man auch anmerken, dass der Sonntag den Tag der Woche darstellt, an dem sich die
Christinnen und Christen gemeinsam an die Schöpfung und die Erlösung erinnern. Schon das Volk Israels hat
am Sabbat dem göttlichen Ruhegebot Folge geleistet und hat an diesem Tag Gott gedenkt. An diesem Sonntag
soll also die von Gott und Jesus geschenkte Gemeinschaft ausgelebt werden, um so den Tag als einen Tag der
Besinnung, Entspannung und Ruhe auszuleben.

So muss man von diesem Standpunkt aus sagen, dass man zum Wohle der Gesellschaft den Sonntag beibehal-
ten muss. Der Tag der Familie und der Gemeinschaft muss als Rückzug zum stressigen Alltag vorhanden blei-
ben, um nicht vollkommen in der heutigen schnellen Lebensweise der Menschen unterzugehen und den Wert
der Familie nicht noch mehr zu vernachlässigen.

Kontra:

Zu der schon seit mehreren Jahren heiß diskutierten Debatte gibt es jedoch auch eine andere Seite. In vielen
Sektoren der Arbeitswelt, wie zum Beispiel in Krankenhäusern, Polizeistationen, Restaurants oder Hotels ist es
für die Mitarbeiter vollkommen normal auch sonntags arbeiten zu müssen. Ohne sie würden am Sonntag bei-
spielsweise Kranke nicht mehr versorgt, Verbrechen nicht mehr aufgeklärt beziehungsweise verhindert oder
Menschen nicht mehr die Möglichkeit gegeben werden, außer Haus zu essen oder andernorts in einem Hotel
zu übernachten. Nun stellt sich daher die Frage, warum dann die Menschen in anderen Sektoren nicht auch
sonntags arbeiten sollten, damit eine Gleichheit für alle besteht.
Die Bedeutung des Sonntags ca/tf/mm

Auch in „Tourismus-Zonen“ arbeiten Menschen sieben Tage die Wochen, um den Touristen oder Einheimischen
dort alles zu bieten, was sie auch an jedem anderen Tag unter der Woche bekommen würden. Dadurch können
sie auch mehr Umsatz machen, was eine sichere Einnahme garantiert. Da die Bezahlung dort meist dieselbe ist
und es dort auch oft keinen Wochenendzuschlag oder ähnliches gibt, ist dies ebenfalls ihnen gegenüber nicht
gerechtfertigt. – Große Fabriken, die täglich teilweise viele Hunderttausend bis Millionen Produkte herstellen,
ist es ebenfalls nicht möglich, die Produktion am Sonntag einzustellen. Die Kosten, die dadurch anfallen wür-
den, sei es durch enorme Kosten, die allein beim Ausschalten der Geräte schon aufkommen würden, oder sei
es durch den Verlust, den sie durch einen produktionsfreien Tag einfahren würden, wären für sie nicht zu de-
cken oder würden einen enormen Verlust für sie bedeuten. Daher ist es auch dort notwendig, neben dem
Schichtbetrieb unter der Woche auch einen Dienst für den Sonntag einzuführen, damit eine Betreuung der
Produktionsabläufe für alle 24 Stunden jedes einzelnen der 7 Tage der Woche zu gewährleisten ist. Durch einen
weltweiten produktionsfreien Sonntag würden außerdem enorme Mengen an Produkten fehlen, die die Men-
schen zum Leben brauchen. – Es stellt sich außerdem noch die Frage, warum man den Sonntag als arbeitsfreien
Tag ansehen solle, wenn an weiteren Feiertagen wie zum Beispiel Weihnachten ebenfalls viele Menschen, zum
Beispiel auch in fast allen Geschäften, arbeiten müssen. – Außerdem kommt es immer mehr dazu, dass die
Menschen unter der Woche länger arbeiten müssen, wodurch ihnen das Einkaufen zum Beispiel erschwert
wird, da die Geschäfte nach ihrem Feierabend schon geschlossen haben. Durch eine Öffnung der Geschäfte an
Sonntagen, hätten sie dann die Möglichkeit ihre Einkäufe dann zu erledigen, wenn sie an diesem Tag nicht
arbeiten müssen.

Fazit:

Abschließend sind wir als Gruppe zu dem Entschluss gekommen, dass der Sonntag nicht abgeschafft werden
sollte, obwohl die Funktion des Sonntags, Familien zu stärken, durch die Modernisierung der Gesellschaft, die
auch unter dem Aspekt des demographischen Wandels zunehmend zu mehr Ein-Person-Haushalten (vgl. Pro)
führt, weitestgehend verloren geht. Auch der Aspekt der Ungerechtigkeit, die durch den Sonntag als normaler-
weise arbeitsfreien Tag gegenüber der Erwerbstätigen in bestimmten Branchen (vgl. Kontra) entsteht, über-
zeugt uns nicht, zu sagen, dass der Sonntag abgeschafft werden sollte. Grund ist, dass dies nur einen nicht allzu
großen Teil der gesamten Bevölkerung betrifft. Außerdem müssen die meisten Menschen nicht den ganzen Tag
arbeiten.

Viel wichtiger ist uns, dass der Sonntag als Ruhetag erhalten bleibt. Man sollte diesen Tag nutzen, um sich vom
Alltagsstress zu erholen, sich mit gewissen Dingen auseinandersetzten, über Dinge nachdenken und die Woche
revue passieren lassen. Des Weiteren bietet der Sonntag für die meisten Menschen Freizeit. Unserer Meinung
nach besteht das Leben nämlich nicht nur aus Arbeiten, sondern auch daraus, Spaß zu haben, sich zu erholen
und einfach mal abzuschalten.

Außerdem denken wir, dass man das, was von Gott geschaffen ist, nicht grundlos abschaffen sollte (vgl. Schöp-
fungsgeschichte in dem Alten Testament), obwohl Religion und Glaube zunehmend unbedeutender für die
Gesellschaft wird.

Zu dem Thema "Verkaufsoffener Sonntag", der einen zusätzlich wirtschaftlichen Gewinn einbringt und mit der
Abschaffung des Sonntags regulär eingeführt würde , beziehen wir eine negativ eingestellte Position, da wir der
Auffassung sind, dass man die restlichen sechs Tage der Woche nutzen kann, um einzukaufen. Des Weiteren
stellen wir uns die Frage, warum der Sonntag dafür "geopfert" werden sollte. Spielt der Konsum von Gütern
eine so große Rolle für unsere Gesellschaft, dass wir es vorziehen, in die Stadt zu gehen, anstatt mit unserer
Familie etwas zu unternehmen oder uns zu erholen?