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Eddie Fox und die Schüler von Stormy


Castle - Teil 2
Eine Geschichte von Antje Szillat, mit Illustrationen von Susanne Göhlich,
erschienen bei arsEdition.
Hier kommt der zweite Teil der Geschichte.
Lewin Lewondur
So schnell wie möglich rannte Eddie zur Burg, zog die verborgene Hintertür

auf, die durch einen schmalen, dunklen Gang in die Speisekammer führte.

Bloß nicht von noch irgendwem gesehen werden! Deshalb hatte er schließlich

den Eingang gewählt, durch den früher nur die Lebensmittel angeliefert

worden waren.

Woran Eddie allerdings nicht gedacht hatte, war, dass er von hier aus durch

den großen Speisesaal gehen musste, um in sein sicheres Turmzimmer zu

gelangen. Und in genau diesen kam nun ausgerechnet Mrs Plumbelly

hereinspaziert.

Sacrebleu, ist die denn heute einfach überall?, schoss es Eddie total genervt
durch den Kopf, während er schnell unter einen der langen Tische kroch.
Keine Sekunde zu früh, denn von der anderen Seite betrat Hausmeister Quitte
in genau diesem Moment den Speisesaal.

„Mrs Plumbelly, gut, dass ich Sie treffe“, brummte er. „Es geht um das

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Zimmer, das eigentlich für das Lehrerehepaar Miller gedacht war. Jemand hat

es komplett verwüstet. Wobei, verwüstet stimmt nicht ganz, nur eben alles

wieder so hingestellt, wie es vorher war. Ich weiß absolut nicht, wie das

möglich …“

„AUFHÖREN!“, fiel Mrs Plumbelly ihm ins Wort. „Bitte keine schlechten

Nachrichten mehr, Hausmeister Quitte. Davon hatte ich heute wahrlich schon

genug. Erst muss ich mich mit diesem unverschämten Lewin Lewondur

herumärgern und dann ereilt mich auch noch gerade die Absage des

Lehrerehepaares Miller. Die beiden benötigen das Zimmer also überhaupt

nicht mehr. Und so was fällt denen zwei Tage vor Schulbeginn ein. So

kurzfristig bekomme ich doch jetzt keinen Ersatz. Was bedeutet, ich selbst

muss Mathematik und Französisch unterrichten, und das, Hausmeister

Quitte, halten meine eh schon völlig strapazierten Nerven nicht aus.“

Erschöpft sank Mrs Plumbelly auf einen der Stühle. „Was soll ich bloß tun?“,

murmelte sie und klang dabei so verzweifelt, dass sie Eddie fast schon ein

bisschen leidtat. „Es kommt mir so vor, als hätte sich die ganze Welt gegen

mich verschworen. Als läge ein unheimlicher Fluch auf Stormy Castle …“

In diesem Moment wurden Schritte laut. Sie kamen von der großen Burghalle
näher und erinnerten Eddie eindeutig an die Trippelschritte seiner Maman.

„Bonjour messieurs dames“, hörte Eddie nun tatsächlich Gräfin Guinevere.

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„Mein Name ist Guinevere Foxwood. Ich habe gehört, dass hier eine
Anstellung als Lehrerin frei geworden ist.“

„Das stimmt“, hauchte Mrs Plumbelly völlig verdattert. „Für Französisch und

Mathematik …“

„Nun ja, ich unterrichte Französisch, und mein Gatte Edward Foxwood, der

jeden Augenblick hier eintreffen wird, ist Professor der Mathematik.“

Eddie blieb die Luft weg. Das war wirklich seine Maman. Und es wurde noch

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verrückter, denn als er jetzt wagte, ein wenig unter der Tischplatte
hervorzulugen,
da erkannte er sie kaum wieder.

Wie Mrs Plumbelly steckte sie in einem eleganten Kostüm. Ihre Haare waren
zu einem kunstvollen Knoten hochgesteckt. Keine Lockenperücke, kein
vornehmes Kleid mit rauschendem Rock, keine langen Spitzenhandschuhe –
seine Maman war völlig verändert.

Und jetzt betrat auch noch Eddies gräflicher Papa mit großen Schritten den

Speisesaal. Er sah genauso verändert, ja, fast schon modern aus in seiner

dunklen Cordhose, dem braunen Jackett aus grober Schurwolle und dem

Hemd samt Pullunder darunter.

„Verzeihen Sie meine Verspätung, Mrs Plumbelly, ich musste nur noch das

Automobil parken.“

„Sie unterrichten tatsächlich Mathematik und Französisch?“, japste Mrs

Plumbelly hoffnungsvoll. „Und Sie könnten auch sofort anfangen?“

Eddies Eltern nickten im Takt.

„Sie hat doch der Himmel geschickt, stimmt’s?!“

„So ist es, Mrs Plumbelly“, gab Graf Edward zurück. „Ganz genau so ist es!“

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Mrs Plumbelly lachte. „Und Humor haben Sie auch noch. Was für ein Glück.“

Nun lachten alle drei, und selbst Hausmeister Quitte stimmte schließlich mit

ein – auch wenn sich sein Lachen wie der Motor eines altersschwachen

Traktors anhörte.

„Ich schlage vor, wir gehen in mein Büro und erledigen schnell noch den

Papierkram. Danach zeige ich Ihnen Ihr Zimmer. Sie wünschen doch

bestimmt ein Doppelzimmer, oder?“, fragte Mrs Plumbelly.

„Das trifft zu“, gab Graf Edward zurück. „Aber bitte machen Sie sich

unseretwegen nur keine Umstände. Ich habe bereits unsere Habseligkeiten

hinaufgebracht und den Raum nach unserer Vorstellung umgestaltet.“

Was Mrs Plumbelly daraufhin sagte, verstand Eddie nicht mehr, denn seine

Eltern, Mrs Plumbelly und Hausmeister Quitte hatten den Speisesaal bereits

verlassen.

In Windeseile kam er unter dem Tisch hervor und sprintete durch die breite

Flügeltür hinaus. Von hier aus flitzte er durch die Burghalle und verschwand

im geheimen Treppenhaus, wo er immer zwei Stufen auf einmal nehmend

hinauf in das obere Stockwerk rannte. Unbemerkt von allen gelangte Eddie

zum Turmzimmeraufgang, schlüpfte geschickt durch die geheime Lücke in

der vom Hausmeister davor errichteten Absperrung hindurch und erreichte

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schließlich seinen geliebten Sessel, in den er sich erschöpft fallen ließ.

„Tilla, es ist etwas Schreckliches


passiert. Maman und Papa, meine
Eltern, der Graf und die Gräfin, sie …“

„Sind ab sofort Lehrer auf Stormy

Castle“, beendete Tilla den Satz für

ihn. „Ich weiß! Und es kommt noch

besser, Eddie, du bist ihr Sohn.“

Eddie guckte Tilla verständnislos an.

„Tilla, das ist mir bekannt. Warum erwähnst du es und warum guckst du dabei

so … eigenartig?“

„Du bist der Sohn des Lehrerehepaares Foxwood. Ich schätze, gerade melden

sie dich in der Schule an. Gräfin Guinevere meinte, ein wenig Unterricht würde

dir mal wieder ganz guttun.“

„WAS?“, Eddie kippte fast aus seinem Sessel.

Tilla nickte. „Allzu lange dürfte das jedoch nicht dauern, Eddie. Denn sie sind

fest entschlossen, Stormy Castle zurückzuerobern …“

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Der schaurige Ritter Artur


Eddie wälzte sich von links nach rechts und von rechts nach links, weil er

einfach nicht einschlafen konnte. Es war zum Kirschkernweitspucken, denn

Gräfin Guinevere und Graf Edward wollten sich unter allen Umständen als

Lehrer die Familienburg zurückholen. Davon konnte sie nichts und niemand

abbringen.

„Morgen Abend reist du offiziell an, Edward Donald Darius Ignatz Eliot, und

wirst zum ganz normalen Schüler von Stormy Castle. Dein Papa und ich

haben Mrs Plumbelly mitgeteilt, dass du zurzeit noch auf unserer

Familienburg weilst, während wir hier alles regeln.“ Gräfin Guinevere hatte

hinter ihrer behandschuhten Hand gekichert. „Was ja auch durchaus

zutreffend ist. Nur dass diese verschusselte Schulleiterin keine Ahnung hat,

von welcher Burg die Rede ist. Unser Plan ist nahezu perfekt. Einzig der

Gedanke, dass ich dich nun Eddie nennen muss, missfällt mir sehr.“

Bevor Eddie wieder Luft bekam, um seiner Maman zu sagen, dass er dabei
auf gar keinen Fall mitmachen würde, waren seine gräflichen Eltern schon
aus dem Turmzimmer in ihr altes Schlafgemach gerauscht.

„Schreckliche Dickköpfe …“, murmelte Eddie gedankenverloren. „Und

schreckliche Schlaflosigkeit noch dazu.“

Tilla lag auf dem Baldachin und schnarchte längst. Golfo hatte sich zu

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seinem Frauchen ins gräfliche Gemach verzogen. Aber erst nachdem er es

geschafft hatte, jede einzelne Seite des goldenen Zauberbuchs trocken zu

pusten, ohne dabei die wertvollen Seiten erneut anzukokeln.

Eddie hatte also seine Ruhe. Nur irgendwie war Ruhe gerade etwas, das er

überhaupt nicht gebrauchen konnte. Genervt warf er die dicke Bettdecke zur

Seite.

Nachdem er eine Ewigkeit in seinem Turmzimmer auf und ab gerannt war,

dann lange aus dem Fenster geguckt hatte und dabei zufällig am Rand des

StormyCastle-Forstes einem Hirsch und einer Hirschkuh beim

Naseaneinanderreiben zusehen konnte, hielt er es in seinem Zimmer nicht

mehr aus.

Schon früher war Eddie bei Schlaflosigkeit stundenlang die Gänge von Stormy

Castle entlanggelaufen. So lange, bis er müde und erschöpft zurück in sein

Bett gekrochen war, wo ihm dann augenblicklich die Augen zugefallen waren.

Doch heute Nacht wollte selbst das nicht funktionieren. Eddie lief und lief und

wurde nur immer wacher statt müde.

Sacrebleu! Vielleicht bringt es ja was, wenn ich ein bisschen frische Luft
schnappen gehe?, überlegte er – und war auch schon auf dem Weg zur
Hintertür. Von dort aus lief er zum großen Burgtor und dann weiter über die
imposante Burgbrücke nach draußen. Eddie atmete tief die kühle Luft ein. Er

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lief ein paar Schritte vorwärts, blieb stehen, schnappte erneut nach Luft und
ließ sie dann stoßweise wieder entweichen. Und tatsächlich, nach dem er das
dritte Mal so ein- und ausgeatmet hatte, beruhigten sich die wirren Gedanken
in seinem Kopf ein wenig und auch das Magenzwacken ließ nach.

Hier vor der Burg war die Nacht so pechschwarz, wie sie schwärzer nicht sein

konnte. Das einzige Licht kam von einem Zimmer ganz weit oben in der Burg,

dem Zimmer von Eddies Eltern. Da seine gräflichen Lehrereltern anscheinend

ebenso schlaflos waren, konnte er ihnen auch jetzt gleich einen Besuch

abstatten und ihnen noch mal klipp und klar sagen, was er von ihrem Plan

hielt: nämlich NIX!

Entschlossen machte sich Eddie auf den Weg zurück in die Burg. Er war

schon auf der Mitte der Brücke, als …

RUUUAHHH!

Was war das?

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Sacrebleu, woher kam das Fauchen?

War das eine Katze?

Nein, es hatte nach etwas viel, viel Größerem geklungen.

Eddie spürte, wie sich ihm die Nackenhaare aufstellten. Und dann kroch ihm

auch schon ein eiskalter Schauer vom karierten Hosenbund hoch bis in die

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Haarspitzen.

„Hallo, was ist denn mit dir los?“, versuchte er sich zu beruhigen. Bist du jetzt
ganz und gar neben der Spur, Eddie? Wenn hier einer bei stockdunkler Nacht
herumspukt, dann bist du das. Außer dir gibt es hier nämlich keine Geister –
okay, natürlich auch noch Maman und Papa.

Hinter deren Fenster erlosch nun aber das Licht, und somit war klar, dass sie
nicht diejenigen waren, die hier draußen auf der Burgbrücke herumspukten.
Zumal das eh nicht ihre Art war. Viel zu gewöhnlich, würde seine elegante
Maman sagen. Und von Graf Edward konnte man so etwas auch nicht
erwarten, denn dafür war er schlicht und einfach viel zu … ähm … faul.

Entschlossen straffte Eddie die Schultern – was man sich in finsterer Nacht

doch so alles einbildete – und machte den nächsten Schritt.

TIPP-TIPP!

Hatte ihm da gerade jemand von hinten an die Schulter getippt?

Quatsch mit Dinkelgrütze! Alles nur EINBILDUNG!!! Wahrscheinlich, weil er

total übermüdet war.

„Diiies iiist meine Buuurg!“, zischte die unheimlichste Stimme, die Eddie
jemals gehört hatte. „Verschwiiinde von hiiier und niiimm diiie anderen
gefälligst miiit!“

Eddie biss sich vor Schreck auf die Zunge, machte so etwas wie „Grumpf!“

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und wollte weglaufen. Doch nach dem ersten Schritt blieb er entschlossen

stehen. „Wenn schon, dann bin ich hier der Geist von Stormy Castle!“, knurrte

er und wandte sich um.

WAS WAR DAS???

„Eine Ritterrüstung! Die Rüstung des ehrenwerten Ritters Artur. Der vor vielen,

vielen Jahren auf Stormy Castle zu Hause gewesen ist und seine geliebte

Burg mit Speer und Schild zu jeder Zeit mutig verteidigt hat“, murmelte Eddie

ziemlich baff.

War der mutige Artur etwa zurückgekommen und nun stinksauer, weil er

festgestellt hatte, was aus seiner schönen Burg geworden war?

Im nächsten Moment erklang ein scheußliches Kichern, heiser und hohl.


Wirklich schaurig. Und dann fing der Kopf von Ritter Artur plötzlich zu
leuchten an. „Weeenn duuu an deiiinem Leeeben hääängst, daaann
verschwiiindeee!“

Eddie hatte sein Leben zwar schon lääängst verloren, aber dennoch hing er

daran. Also, an seinem jetzigen. Und deshalb beschloss er, lieber erst einmal

das Feld … ähm, die Brücke zu räumen.

Doch bevor er dazu kam, packte ihn die eisige Hand von Ritter Artur und zog

ihn mit sich. Über die Brücke. Zur Burg. In die große Eingangshalle. Dann eine

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steile Treppe hinunter. Vorbei an Lanzen, Schwertern, Morgensternen – die

inzwischen allesamt von Mrs Plumbelly in Glasvitrinen verbannt worden

waren. Noch ein paar Stufen, und der zornige Ritter Artur stand mit Eddie im

Klammergriff vor der schweren Kerkertür.

Nun kam endlich wieder Leben in Eddie. Er stemmte sich mit aller Gewalt

gegen die Eisenhand und brüllte: „Lass mich los, Ritter Artur! Sonst – sonst …

ähm, sonst bekommst du meinen Zauberstab zu spüren!“

Das wirkte zu Eddies Überraschung. Plötzlich erstarrte der wütende Ritter

Artur samt seiner Rüstung.

„Zauberstab?“, flüsterte er.

Eddie nickte. „Ich bin Graf Edward junior, falls dir das nicht klar ist, Ritter

Artur. Da du lange Jahre auf und über Stormy Castle gewacht hast, sollte dir

auch bekannt sein, dass es sich bei den von Fox und Woods um eine

urururalte blaublütige Zauberer-Familie handelt. Also ist es doch nur logisch,

dass ich im Besitz eines Zauberstabs bin, den ich jetzt gleich auch gegen dich

einsetzen werde, wenn du mich nicht endlich loslässt!“

Was für eine Ansprache! Eddie wunderte sich selbst, woher er den Mut dazu

genommen hatte. Und seine Worte zeigten auch gleich Wirkung: Ritter Artur

ließ Eddie los, trat einen wackligen Schritt zurück und zog sich mit einem

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unangenehmen Knirschen den Ritterhelm vom Kopf. Doch statt des Ritters

kam ein Blondschopf mit stechend blauen Augen zum Vorschein.

„Du bist bitte schön wer? Und kannst was?“, keuchte Lewin Lewondur.

„Grumpf“, machte Eddie – mehr bekam er vor Schreck nicht über die Lippen.

„Ey, du verarschst mich doch?! Jetzt sag schon was!“

Ganz bestimmt würde Eddie das nicht tun. Er hatte eh schon viel zu viel über

sich verraten.

„Rede, Junge, sonst kracht es!“, drohte Lewin mit finsterem Blick.

Und es krachte tatsächlich. Nur ganz anders als gedacht.

Golfo, der Flugdrache


„HEEEJA!“, brüllte plötzlich jemand hinter Eddie. Im nächsten Moment schoss

irgendwer oder irgendwas an ihm vorbei und direkt auf Lewin in seiner

Ritterrüstung zu.

Es schepperte und krachte im nächsten Augenblick ganz gewaltig …

Danach war es still. So still, dass man die Mäuse im Kerker hinter der dicken

Tür piepsen hören konnte. Dann schnappte Eddie hektisch nach Luft.

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„So, dem hab ich es aber gezeigt“, triumphierte Golfo und warf sich dabei

stolz in die Brust. „Erst wollte ich ja Feuer spucken. Aber dann hab ich im

letzten Moment überlegt, ob es nicht doch besser ist, einen meiner

Drachenkampfsprünge anzuwenden. Und wie man sieht, mit umwerfendem

Erfolg!“

„Argh“, stöhnte Lewin in der rostigen Ritterrüstung am Boden. „Was … was

war das?“

„Schnell weg hier!“, zischte Eddie Golfo zu.

Doch Golfo sonnte sich noch immer in seinem Sieg über Ritter Artur und

bewegte sich nicht von der Stelle. Eddie blieb nichts anderes übrig, als sich

den Drachen unter den Arm zu klemmen und mit ihm davonzusprinten.

Hinter sich hörte er das Knirschen der rostigen Rüstung und Lewins

Gejammer. Unter seinem Arm quengelte Golfo herum. Von wegen, dass er

gerne noch einen zweiten Drachenkampfsprung hingelegt hätte!

„Den Handkantenschlag nach dem großen Drachenkämpfer Lunndolfo

Rulinngo hab ich auch drauf, Eddie. Wir müssen also gar nicht wegrennen –

lass mich kämpfen!“

„Und ob wir das müssen, Golfo!“, bestimmte Eddie und legte noch einen Zahn

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zu. „Und wir können nur hoffen, dass dieser Lewin das alles nur für einen

bösen Traum hält. Oder wie sonst willst du einem ganz normalen Jungen

erklären, dass er von einem Flugdrachen angegriffen wurde, nachdem ich ihm

blöderweise erzählt habe, wer ich bin. Also, wer ich in Wirklichkeit bin?!“

Golfo machte „Ups!“ – und begann dann aus beiden Ohren zu puffen.

„Golfo!“, warnte Eddie ihn. „Untersteh dich. Kein Feuer. Wag es bloß nicht! Wir

haben schon genug Probleme.“

Doch trotz Eddies ermahnender Worte folgte dem Puffen ein gleißender

Feuerstrahl, der prompt einen der schweren Nischen-Vorhänge in Flammen

aufgehen ließ.

„Golfooo!“, knurrte Eddie fassungslos,

während er den Vorhang von der

Stange riss. Hektisch warf er ihn auf

den Boden und trat mit den Füßen das

Feuer aus.

„Tut mir leid“, murmelte Golfo

verschämt. „Kommt nicht wieder vor … versprochen …“

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Eddie wollte gerade so richtig losmotzen, da hörte er ein immer lauter

werdendes metallisches Knirschen, das ihm leider sehr, sehr bekannt vorkam.

Ritter Artur … ähm, Lewin war tatsächlich schon wieder im Anmarsch!

Anscheinend hatte er es zurück auf die Beine geschafft, auch wenn das in so

einer starren Rüstung alles andere als einfach war. Oder hatte er etwa

irgendwelche versteckten Helfer gehabt? Die Eddie und Golfo dann natürlich

ebenfalls gesehen haben mussten!

„Sacrebleu“, keuchte Eddie, „wie – wie soll ich das bloß erklären …?“

„Also, wenn du mich fragst“, meinte Golfo, „ich hätte da noch so zwei, drei

richtig gute Flugtreter drauf, mit denen ich locker mehrere Angreifer auf

einmal außer Gefecht setzen kann. Soll ich?“

„Nein!“, knurrte Eddie – bevor er die nächstbeste Tür aufzog und mit Golfo in

der Dunkelheit eines Zimmers verschwand.

„Wo sind wir?“

„Pssst, sei leise!“, flüsterte Eddie.

„Aber …“

PLING! – Und plötzlich war es taghell.

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„Hey, spinnst du?“, motzte eine verschlafene Mädchenstimme.

Und eine zweite nölte: „Was soll das denn? Wer hat das Licht angemacht?“

Eddie war wie zur Salzsäule erstarrt, und das nicht nur, weil er durch die

plötzliche Helligkeit völlig geblendet war. Er stand mitten in einem

Dreibettzimmer, und in den Betten lagen – natürlich drei MÄDCHEN!!! Und die

starrten ihn jetzt mit einem Gemisch aus Verwirrung und Empörung an.

URGS!

„Ich … ich“, begann Eddie.

„Eddie, du wolltest bestimmt zu mir“, hörte er da auf einmal Pia sagen. Wie

die beiden anderen Mädchen hatte sie sicher schon fest geschlafen. Aber

jetzt reagierte sie sofort.

„Mädels, das ist mein Freund Eddie“, wandte sie sich an ihre beiden

Zimmergenossinnen.

„Und was will er hier mitten in der Nacht?“, brummte die eine verständnislos.

„Und was hat er da eigentlich unter seinem Arm klemmen. Ist das ein …

Drache???“, wunderte sich die andere.

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Pia lachte übertrieben laut auf. „Klar doch, ein Drache. Hast du schon mal so

einen kleinen Drachen gesehen? Nein, nein, das ist Eddies Plüschfreund Luis.

Den hat er schon, seit er zwei Jahre alt ist.“ Mit einem Satz war Pia aus dem

Bett gehüpft und an Eddies Seite getreten. „Dann hast du ihn also

wiedergefunden, Eddie?!“ Sie knuffte ihm freundschaftlich gegen den

Oberarm. „Das hättest du mir aber ruhig auch morgen früh sagen können und

nicht mitten in der Nacht in unser Zimmer stürmen müssen.“ Dann wandte sie

sich wieder an die beiden Mädchen. „Wir haben Luis heute den ganzen Tag

gesucht.“

Die Mädchen nickten, auch wenn sie nicht so aussahen, als würden sie

irgendwas kapieren.

Pia hatte unterdessen Eddie zur Tür geschoben. „Was auch immer passiert

ist, Eddie, du musst jetzt wieder gehen“, flüsterte sie ihm leise zu.

Doch Eddie machte keinerlei Anstalten. „Das geht nicht“, flüsterte er zurück.

„Draußen ist Lewin. Als Ritter Artur verkleidet.“

Pia bekam Augen wie Untertassen. „Nicht dein Ernst?“

Eddie nickte. „Leider doch.“

Für einen kurzen Moment schloss Pia die Augen. Eddie nahm an, dass sie so

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besser nachdenken konnte. Und tatsächlich, als sie die Augen wieder

aufmachte, erklärte sie laut und deutlich: „Verstehe, es geht um eine Wette.

Warum sagst du das nicht gleich, Eddie?!“ Verschwörerisch drehte sie sich zu

den Mädchen um. „Ihr habt ja gehört, die Jungs haben mal wieder

irgendwelche albernen Wetten laufen. Halt das typische Internatsleben. Ihr

kennt das ja. Die Jungs haben nichts als Unfug im Kopf.“

„Ach sooo“, meinte nun auch eines der Mädchen. „Die haben wohl gewettet,

dass wir wie aufgeschreckte Hühner loskreischen und dich in hohem Bogen

rauswerfen würden.“

Pia nickte und rollte dabei vielsagend die Augen.

„Pah“, machte das andere Mädchen und bestimmte: „Eddie, du bleibst. Und

wir kreischen ganz sicher nicht. Da können die von mir aus die halbe Nacht

auf dem Gang stehen und darauf hoffen.“

„Genau, du bleibst!“, sagte Pia und grinste Eddie verschwörerisch zu.

„Aber das Licht machen wir bitte wieder aus“, verlangte das Mädchen im

linken Bett. „So kann ich nicht schlafen.“

„Schon geschehen“, gab Pia zurück, löschte das Licht und raunte Eddie leise

zu: „Ewig wird dieser blöde Lewin bestimmt nicht draußen herumlungern.

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Schleich dich dann einfach raus, okay?!“

Eddie gab ein leises Ja zurück – obwohl das eine glatte Flunkerei war, denn

okay war absolut nichts auf Stormy Castle! Außer vielleicht, dass Golfo

ausnahmsweise den Ernst der Lage gecheckt hatte und unter Eddies Arm

tatsächlich zum reglosen Kuscheltierdrachen geworden war.

Wendeltreppenbeobachtungen
Eddie und Tilla saßen zusammen ganz oben auf der Treppe, die hinauf zum

Turmzimmer führte, und starrten angestrengt nach unten. Im ersten

Stockwerk hatten sich einige neue Schüler von Stormy Castle um

Hausmeister Quitte herum versammelt. Er war gerade dabei, ihnen eine Haus-

… ähm, Burgführung zu geben.

„Da ist er!“, rief Eddie aufgeregt.

„Wo?“

„Etwas abseits von den anderen lehnt er am Treppengeländer. Der große

Blonde.“

„Und du bist dir sicher, dass er es war, der heute Nacht in Ritter Arturs

Rüstung gesteckt hat?“, fragte Tilla. „Also, ich meine ja nur, weil er doch ein

ganz normaler Junge ist. Warum sollte ein ganz normaler Junge nachts als

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rostiger Ritter verkleidet durch die Burg schleichen und ausgerechnet dich

packen und irgendwohin verschleppen wollen?“

Eddie raufte sich die Haare. „Was weiß denn ich, Tilla. Vielleicht konnte er

nicht schlafen. Und vielleicht machen Internatsschüler so etwas ständig, also

anderen irgendwelche Streiche spielen. Auf jeden Fall kann ich jetzt

unmöglich heute Nachmittag hatso tun, als wäre ich Lehrersohn und gerade

erst angereist. Er weiß es schließlich besser und wird dann bestimmt

misstrauisch werden. Und nicht nur er, Tom und Archie haben mich ebenfalls

gesehen. Und die beiden Mädchen, mit denen Pia sich ein Zimmer teilt, auch.

Die stehen übrigens direkt neben ihr. Die mit den dunklen Locken und die

andere mit den kurzen blonden Haaren, Jill und Meggi.“

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Tilla beugte sich etwas vor. „Hm … die beiden sehen aber sehr sympathisch

aus, finde ich. Und dass sie so gut mitgespielt haben und du in ihrem Zimmer

bleiben konntest, ist doch auch richtig nett.“

Natürlich hatte Tilla als Erstes von Eddie erfahren wollen, woher er bitte

schön erst im Morgengrauen gekommen war, und Eddie hatte ihr noch immer

etwas geschockt von seinen nächtlichen Begegnungen berichtet.

„Dieser Lewin hingegen ist mir wirklich nicht ganz geheuer“, fuhr Tilla fort.

„Ich weiß auch nicht, warum, aber wenn ich den angucke, dann wird mir ganz

mulmig. An irgendwen erinnert mich der … hickshicks.“

„Oh nein, Tilla, bitte nicht schon wieder dieses Dauerhicksen.“

„Meinst du, das … hicks-hicks … mache ich mit Absicht?!“, gab Tilla beleidigt

zurück.

Eddie zuckte mit den Schultern, während unten Lockenkopf Archie von

Hausmeister Quitte wissen wollte: „Und warum ist hier so eine hohe

Absperrung vor der Treppe? Was hat das zu bedeuten?“

„Was hat eine Absperrung wohl zu bedeuten?!“, raunzte Hausmeister Quitte

schlecht gelaunt zurück und deutete vielsagend auf das große Schild

„ACHTUNG! BETRETEN STRENGSTENS VERBOTEN! EINSTURZGEFAHR!“, das

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er davor aufgestellt hatte. Nicht nur die Schüler, auch Mrs Plumbelly wunderte

sich über die hohe Absperrung, vor allem, weil Hausmeister Quitte immer

richtig wütend wurde, sobald man ihn darauf ansprach. Aber der Schreck, den

Eddie, Tilla und Pia ihm vor einiger Zeit eingejagt hatten, damit er bloß nicht

wagte, hinauf ins Turmzimmer zu gehen, hielt noch an, und das war auch gut

so!

Sehr gut, dachte Eddie. Wenigstens etwas, worüber er sich keine Sorgen

machen musste.

„Dass man hier nicht drüberklettern darf?“, wisperte Archie leicht

eingeschüchtert.

„SO IST ES! Betreten für absolut jeden verboten! Wer es dennoch wagt, der

bekommt es mit mir höchstpersönlich zu tun!“, drohte Hausmeister Quitte.

Daraufhin beeilten sie sich allesamt, hoch und heilig zu beteuern, dass sie

sich der Absperrung niemals und unter gar keinen Umständen nähern

würden.

„Wenn das also geklärt wäre, folgt mir bitte runter ins Erdgeschoss, damit ich

euch die Klassenzimmer zeigen kann“, bestimmte Quitte nun wieder etwas

versöhnlicher. „Eigentlich wollte Mrs Plumbelly das selbst machen. Aber dann

ist ihr im letzten Moment etwas Wichtiges dazwischengekommen.“

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Folgsam setzte sich die Schülerschar in Bewegung. Nur einer blieb von Quitte

unbemerkt zurück.

Lewin! TYPISCH!

Sobald die anderen außer Sichtweite waren, trat er ganz nah an die

Absperrung heran. Eddie und Tilla machten einen Satz nach hinten – und das

keine Sekunde zu früh. Lewin unterzog der Absperrung einer genaueren

Musterung.

Hoffentlich entdeckt er nicht die geheime Lücke, durch die Pia und er sich

immer hindurchzwängten, hoffte Eddie inständig.

Doch als Lewin nun auch noch versuchte, über die Absperrung zu klettern, rief

Pia hinter ihm: „Hey, was soll das?! Hast du nicht gehört, was Hausmeister

Quitte gerade gesagt hat? Betreten verboten. Strengstens! Für jeden! Ohne

Ausnahme!“

„Und bist du diejenige, die dafür sorgt, dass hier alles ganz genau so gemacht

wird, wie der Quitte es will? Sozusagen sein kleiner Spitzel, oder was?!“, gab

Lewin höhnisch zurück.

„Erstens bin ich, wenn schon, eine Spitzelin und zweitens rein zufällig die
Tochter der Internatsleiterin – wie du ja gestern bereits mitgekriegt hast. Und

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du bist voll geliefert, wenn ich ihr jetzt gleich verklickere, dass du schon
wieder Probleme machst, weil du dich einfach nicht an die Regeln halten
kannst“, gab Pia schlagfertig zurück.

„Was ist denn da los?“, motzte Hausmeister Quitte. „Braucht ihr beiden

vielleicht eine Extraeinladung?“

Einen Moment lang blickten sich Lewin und Pia fest in die Augen: Wer zuerst

wegguckt, der verliert! Und zwar nicht nur das Augenduell!

Herrjeh, Eddie und Tilla oben vorm Turmzimmer hielten die Luft an.

„Der hat nichts Gutes im Sinn, ich sag’s dir, Eddie, der macht uns noch richtig

Ärger. Wie fies der Pia anstarrt. Als wolle er sie verfluchen oder sonst was

Höllisches“, krächzte Tilla schwer besorgt.

„Bei Fidelius, das lass ich nicht zu!“, brummte Eddie und sprang auf. Doch
genau in diesem Moment ließ Lewin den Blick sinken.

WOW! Pia ist wirklich das unerschrockenste Mädchen der Welt, bewunderte

Eddie sie.

„Schon gut, schon gut, wenn es dir so wichtig ist, dass ich mich an diese

albernen Regeln halte“, meinte Lewin gönnerhaft, „dann will ich mal nicht so

sein.“ Betont lässig schlappte er davon. Pia blieb dicht hinter ihm. Als würde

sie einen ausgebüxten Ziegenbock zurück zu seiner Herde treiben.

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Als die beiden nicht mehr zu sehen waren, ließ Eddie sich schwerfällig auf die

oberste Stufe sinken.

„Sacrebleu, was für eine doofe Knallschote.“

Tilla setzte sich neben ihn. „Sag ich doch die ganze Zeit schon.“

Eddie holte tief Luft. „Bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als …“, begann

Eddie, wurde aber von Tilla sofort unterbrochen.

„Nein, Eddie, jetzt fang nicht wieder damit an, dass wir unsere geliebte Burg

verlassen werden. Da mache ich nicht mit! Ich protestiere!“

Eddie grinste – obwohl ihm eigentlich kein bisschen danach zumute war.

Aber wie Tilla sich gleich wieder aufregte, und das völlig umsonst, amüsierte

ihn schon ein bisschen.

„Tilla, du musst mich auch mal zu Ende reden lassen. Ich wollte sagen, dass

wir noch mehr aufpassen müssen als bisher. Ob nun bei Tag oder Nacht,

irgendwo in der Burg herumlaufen oder -flattern, das können wir vergessen.

Es ist nämlich verflixt schwer, es danach unbemerkt zurück ins Turmzimmer

zu schaffen.“

„Wie recht du doch hast, Edward Dari…, Eddie, wollte ich natürlich sagen.“

Gräfin Guinevere biss sich auf die Zunge und seufzte dann kummervoll: „Ob

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mir das wohl immer gelingen wird, dich nicht bei deinem vollständigen

Namen zu nennen? Ich weiß nicht, ich weiß nicht.“

Von Eddie und Tilla völlig unbemerkt, war Gräfin Guinevere hinter den beiden

aufgetaucht. Natürlich war das reine Zauberei, wie sie die Absperrung und

anderweitige Hindernisse überwand – und für eine hochadelige Zaubergräfin

war das noch die kleinste aller Übungen.

„Dein Vater und ich haben uns beratschlagt und sind zu der Erkenntnis

gekommen, dass du bereits heute Nacht angereist sein musst. Die

nächtlichen Flattertierchen haben uns nämlich zugetragen, dass es auf

Stormy Castle schon zu einigen sonderbaren Begegnungen zwischen dir und

anderen Schülern gekommen ist. Deshalb kannst du unmöglich erst heute

Abend eintreffen.“ Die Gräfin klatschte in ihre unbehandschuhten Hände, was

Eddie zusammenzucken ließ, denn dadurch hörte sich das Klatschen viel

lauter und auch entschlossener an.

„Aber …“

„Keine Widerrede. Mrs Plumbelly erwartet dich in ihrem Büro, um dich

kennenzulernen. Sie wird dir auch dein Zimmer zeigen. Wir haben schon alles

mit ihr besprochen.“

„Mein Zimmer?“ Eddie blieb die Luft weg. „Ich kenne mein Zimmer bereits.“

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„Natürlich kannst du nicht im Turmzimmer bleiben, sondern musst wie alle

anderen Schüler in ein Mehrbettzimmer umziehen“, erklärte Gräfin Guinevere.

„Doch tröste dich, Edward Dari…, Eddie, der Graf und ich sind äußerst

zuversichtlich, dass bereits Ende dieser Woche Stormy Castle wieder das ist,

was es schon immer war: der gräfliche Landsitz der von Fox und Woods. Bis

dahin müssen wir allerdings leider ein paar kleine Einschränkungen und

Unannehmlichkeiten hinnehmen.“

Die Gräfin klatschte erneut in die Hände, zauberte Eddie einen kleinen Koffer
mit seinen Sachen herbei, und dann – Filumbus-Razumbus – war sie auch
schon wieder verschwunden.

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Wie es weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Teil!

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Eddie Fox und die Schüler von Stormy Castle - Teil 2


Geschichte aus: Eddie Fox und die Schüler von Stormy Castle
Autor: Antje Szillat
Illustration: Susanne Göhlich
Verlag: arsEdition
Alterseinstufung: ab 7 Jahren
ISBN: 978-3-8458-3442-9

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