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DER MENSCHENENTWICKLER | BORIS GRUNDL > ÜBUNGEN: MIT FALSCHEN Deine Notizen

DENKMUSTERN AUFRÄUMEN

Übungen: Mit falschen


Denkmustern aufräumen
Falsche Annahmen hinterfragen
Prinzipiell handeln Menschen nach Regelmodellen. Ein
„Regelmodell“ bezeichnet die Regeln, die für uns als richtig gelten.
Das bedeutet: Unsere Regeln sind nicht richtig, wir erachten sie als
richtig.

Ein Beispiel für ein gängiges Regelmodell ist das Modell „Meine-
meine“. Das heißt: „Für mich gelten meine Regeln, und auch für dich
gelten meine Regeln.“ Möglicherweise ist es in vielen Situationen
klüger zu sagen: „Für mich gelten meine Regeln, und für dich gelten
deine Regeln.“ Das kann das Zusammenleben schon viel einfacher
machen!

Viele gängige Denkmuster in der Führung sind tückisch:

• „Menschen wollen sich keine Ansagen machen lassen.“ Doch!


Viele schon. Viele Menschen brauchen einen Rahmen. Den musst
du vorge- ben.

• „Führungskräfte müssen beliebt sein.“ Stimmt das denn?


Führungskräfte sollen in erster Linie Ergebnisse fürs Unternehmen
bewirken. Um Beliebtheit geht es nicht.

• „Unternehmer dürfen keine Angst haben.“ Doch! Nahezu alle


haben Angst. Es geht darum, die Angst zum Treiber zu machen,
sie also zu transformieren.

Viele solche Denkmuster sind reine Trends. Die Falle bei Trends ist:
Wir lassen uns davon blenden, dass sie neu sind. Wir sehen darin
etwas Neues, also einen Fortschritt – und weil Fortschritt gemeinhin
als gut gilt, interpretieren wir auch das Neue per se als gut. Wie schon
Hermann Hesse (1877–1962) in seinem Gedicht „Stufen“ schrieb: „Und
jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns

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hilft, zu leben.“

Trends zu folgen, ist oberflächlich, nicht tief. Tiefe bedeutet, die


Dinge immer weiter zu durchdenken und zu hinterfragen. Das
bedeutet am Ende auch Verantwortung

Aktive und passive Verantwortung


Bist du aktiv oder passiv verantwortungsvoll? Aktive Verantwortung
heißt: Du ergreifst von dir aus Verantwortung. Passive Verantwortung
heißt: Man muss dich darauf aufmerksam machen. Es ist übrigens
falsch zu sagen, die passiv Verantwortlichen seien nicht gut. Aber du
solltest wissen, wo du stehst.

Inwiefern also hinterfragst du Moden und Trends?

Loyalität oder Integrität?


Spannend: Männer gelten als verantwortungsbewusst, wenn sie loyal
sind. Frauen gelten als verantwortungsbewusst, wenn sie hilfsbereit,
lieb und nett sind. Wir reden also über unterschiedliche Dinge und
glauben, wir sprächen über das Gleiche. Welchen grundlegenden
Irrtümern unterliegst du? Denkfallen können zum Beispiel sein:

• der Bestätigungsfehler: Du wählst Informationen so aus und


interpretierst sie so, dass sie deine Erwartungen erfüllen.

• die emotionale Beweisführung: Du betrachtest deine Emotionen


als Beweise für deine Annahmen.

• der Halo-Effekt: Du schließt von bekannten Eigenschaften einer


Person auf unbekannte.

• die Truthahn-Illusion: Du richtest dich nach Trends und bist


aufgeschmis- sen, wenn ein Trend sich plötzlich als falsch
herausstellt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Truthahn-Illusion

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Ängste transformieren
„Transformieren“ ist ein Hauptgedanke in diesem Kurs.
Möglicherweise solltest du viele bisherige Annahmen und auch
deine Ängste transformieren. Damit du sie nutzen kannst.

Menschen sind angstbesetzte Wesen. Das heißt: Auch die anderen


haben Probleme. Und wir kompensieren alle. Jetzt sollten wir uns
diesen Ängsten stellen. Hast du den Mut, dich selbst mit deinen
Ängsten anzuschauen und nicht zu kompensieren? Dann bist du
Weltklasse. Das ist wirklicher Mut.

Kompensieren oder transformieren?


Etwas zu kompensieren, gilt in der Psychologie nicht als sinnvolle
Verarbeitung. „Kompensation“ bedeutet, dass du Negatives nicht
bearbeitest, sondern durch andere Faktoren ausgleichst – zum
Beispiel ein Gefühl der Minderwertigkeit durch Angeberei. Das
Negative verschwindet so nicht, sondern wirkt verdeckt weiter fort.
Sinnvoller ist das Transformieren: Du machst dir das Negative
schonungslos bewusst und gehst ihm auf den Grund. Dann leitest
daraus über eine Entscheidung ein Verhalten ab, das dich weiter-
bringt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kompensation_(Psychologie)

Der Punkt bei Ängsten ist: Angst kann alles überstrahlen. Im Leben
gibt es verschiedene Stränge: Gesundheit, Finanzen, Beziehungen,
Talente und vieles mehr. Diese Stränge gehen ineinander über.
Finanzielle Angst beispielsweise kann sich auf Beziehungen
auswirken – darum ist es so wichtig, Ängste aktiv zu transformieren.

Alle haben die Hosen voll. Alle.


Boris Grundl

1. Annahmen

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Welche unzutreffenden Annahmen


sind dir eingefallen, die du bisher
vertrittst?

Inwiefern bist du aktiv oder passiv


verantwortungsvoll?

2. Ängste
Übrigens: Die Ängste anderer Menschen sind irrelevant! Es geht nur
um deine Ängste.

Welche Ängste hast du?

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Was ist die größte Angst, die du


hast?

Wie kannst du diese Ängste in


Treiber transformieren?

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