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Tétel 1:

Friedens- und Integrationsideen vom „Karl der Grosse” bis zur Ende des I. Weltkrieges
(800 – 1918)

♦ 800: Kaiser „Karl der Große“ hat


♦ das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation” als alleinherschende Macht Europas
betrachtet
♦ die „Treuga Dei”- es ist ein Verbot von Kriegshandlungen in Wochenenden und Feiertagen,
bei Exkommunikation- streng verwirklicht.
♦ 1308: Dante (Alighieri), der größter italienischer Dichter arbeitet den Plan einer
„Europäischen Union” aus
♦ 1517: Erasmus von Rotterdam, der großer niederländischer Humanist fordert ein einiges
Europa
♦ 1620: Sully (Maximilian de Béthume,), der protestantischer französischer Staatsmann
betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit europäischer Staaten
♦ 1761; Rousseau (Jean Jaques) wollte eine föderalistische Regierung für Europa
♦ 1795: Kant (Immanuel ), der deutscher Philosoph wollte einen ”föderalistischen
Staatenbund zum ewigen Frieden”
♦ 1849: Hugo (Victor), , der französische Schriftsteller fordert an der 2 Friedenskonferenz in
Paris die „Vereinigte Staaten Europas”
♦ Die Etappe von 1850 bis zum I. Weltkrieg kann von schwachen, erfolglosen
Friedensbestrebungen (Friedenskonferenzen, bilateralen Verhandlungen, Demonstrationen
usw.) charakterisiert werden.

Tétel 2a:
Integrationbestrebungen zwischen den zwei Weltkriegen

Nach dem ersten Weltkrieg setzte man zunächst große Hoffnungen in den „Völkerbund“. Als seine
Machtlosigkeit offenbar wurde, entstanden auch andere Organisationen, die der regionalen
europäischen Einigung dienen wollten. Die bekannteste wurde die Paneuropa-Union, die Graf
Coudenhove-Calgerhi in 1922 gründete. Auch Aristide Briand, Frankreichs Ministerpräsident legt
einen Plan für die Vereinigung Europas vor. Nationalismus, Rassenwahn und Antisemitismus
triumphierten aber in Europa.

Tétel 2b:
Integrationsbestrebungen zwischen 1945 und 1951

♦ Unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg war Europa zerstört und die Staaten und Völker -
und das gilt ebenso für die Besiegten, als für die Sieger - in wirtschaftlicher Not. Die
europäische Einigung war damals nur eine Vision für ein friedliches Zusammenleben der
Völker.
♦ 1945: Nach unfangreichen Vorarbeiten wurde ein neuer völkerrechtlicher Zusammenschluss
mit Unterzeichnung der Charta der Vereinigten Nationen(UNO) in San Francisco
geschaffen.
♦ 1946: Winston Churchill sagte in seiner Rede in Zürich: „Wir müssen eine Art Vereinigten
Staaten von Europa schaffen”.
♦ 1947: Mit den so genannten Marshall-Plan Hilfe der USA im sollte der Wiederaufbau der
europäischen Volkswirtschaften und die wirtschaftliche Zusammenarbeit der europäischen
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Länder gefördert werden. Den organisatorischen Rammen für diese Zusammenarbeit


schufen sich die europäischen Staaten im 1948 mit der Gründung der OEEC, aus der später
die auch heute funktionierende OECD hervorging.
♦ 1949: Der sowjetische Außenminister Molotow lehnte das amerikanische Hilfsprogramm
ab; die Sowjetunion gründete mit einigen osteuropäischen Ländern (Albanien, Bulgarien,
DDR, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarn) ebenfalls eine multilaterale
Wirtschaftsvereinigung: den Rat der Gegenseitigen Wirtschaftshilfe (COMECOM)
♦ 1949: Zehn europäische Staaten (Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Italien,
Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Schweden und Vereinigtes Königreich)
unterzeichneten in London das Statut des Europarates. Europarat ist eine internationale
Organisation, in derer Rahmen kein Mitgliedstaat Souveränität aufgegeben hat. Ziel des
Europarates ist der Zusammenschluss aller gleichgesinnten Völker Europas zur Sicherung
und weiteren Verwirklichung rechtsstaatlichen und demokratischen Denkens, Wahrung der
europäischen Kultur und Förderung des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts und der
lokalen und regionalen Demokratie. Europarat hat gegenwärtig 46 Mitgliedstaaten (Alle
EU-Mitgliedstaaten sind gleichzeitig auch Mitgliedstaaten des Europarates).1948:
♦ Fünf westeuropäische Länder (B, F, L, NL,UK)haben den so genannten „Brüsseler Pakt“
geschlossen; es handelt über einen Vertrag zwecks wirtschaftlicher, sozialer und kultureller
Zusammenarbeit und ebenso kollektiver Selbstverteidigung
♦ 1949: Zur Erhaltung des Friedens, der Freiheit auf Grundlage der Demokratie und der
Sicherheit der Völker schlossen sich im nordatlantischen Raum 12 Länder (Belgien,
Dänemark, Frankreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen,
Portugal, USA und Vereinigtes Königreich) in der Nord-Atlantikpakt-Organisation
„NATO“. Die NATO ist keine überstaatliche Institution. Sie beruht vielmehr auf einem Pakt
(Vertrag), in dem kein Mitgliedstaat Souveränität aufgegeben hat. (Ungarn ist auch NATO-
Mitglied)

♦ 1951:Die europäischen Einheitsbestrebungen der 50er Jahren verfolgten im wesentlichen


drei Zielsetzungen:
- Die politische Aussöhnung der ehemaligen Gegner, insbesondere Deutschlands und
Frankreichs.
- Die Förderung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus durch eine enge Zusammenarbeit.
- Die Stärkung des freien Europas gegenüber der kommunistischen Bedrohung im
Osten.
♦ Im diesen Sinne stellte vor Robert Schulman französischer Außenminister den vom Jean
Monet ausgearbeiteten Plan über einem gemeinsamen Markt führ Kohle und Stahl und hat
damit den Grundstein für die europäische Gemeinschaftsbildung, mit anderen Worten: den
Weg zur Europäischen Union abgelegt.
Tétel 3:
Die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, oder „Montanunion”)
– 1951, Paris

In 1951 wurde in Paris die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS oder
„Montanunion”) gegründet. Mitgliedstaaten waren: Belgien, die Bundesrepublik Deutschland,
Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande. Sie haben von Anfang an etwas Größeres vor, als
nur ein gemeinsamer Markt für Kohle und Stahl, die damals die zentrale Wirtschaftsbereiche waren,
zu schaffen. Die betroffenen Regierungen akzeptierten auf diesem vertraglich genau begrenzten
Gebiet eine Übertragung nationaler Hoheitsrechte auf übernationale Organe.

Tétel 4:
Die Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft( Euratom) und der Europäischen
Wirtschaftsgemeinschaft(EWG) -1957, Rom

In 1957: gründeten die sechs EGKS-Staaten in Rom:


die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom), die die Ausdehnung der gemeinsamen Politik auf
den Zustande bringen und die Einstellung in den Dienst der technischen Entwicklung von den
Kernindustrie und Ausarbeitung einheitlicher Sicherheitsnormen bedeutet, und
die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), dadurch wurde die gemeinsame Politik auf
weitere Bereiche ausgedehnt, z.B. auf die Landwirtschaft, die Fischerei, das Verkehrswesen, das
Wettbewerbsrecht, der Außenhandel. Die Mitgliedstaaten beschlossen, innerhalb von zwölf Jahren
einen gemeinsamen Markt zu bilden: das dauerte aber bis 1993.

Entwicklung und Funktionieren der EG bis zur Gründung der EU


Zeittafel der Erweiterung der EU/EG bis 2005
♦ Die sechs Gründerstaaten: B, D, F, I, L, Nl (1951)
♦ Von sechs auf neun: DK, IRL, UK (1973)
♦ Von neun auf zehn: Griechenland(GR) (1981)
♦ Von zehn auf zwölf: Spanien , Portugal (P) (1986)
♦ Von zwölf auf fünfzehn: Finnland (SF), Österreich (A),
♦ Schweden (S)(1995)
♦ Von fünfzehn auf fünfundzwanzig: EST, LV, LT, M, PL, SK, CZ, H,,CY.

Tétel 5:
Fakten und Daten der Entwicklung der europäischen Integration bis zur Gründung der EU:

Durch den „Pariser Vertrag 1954“ wurden I und D in den im 1948 gegründeten „Brüsseler Pakt“
aufgenommen und dadurch entstand die „Westeuropäische Union“; später haben sich noch GR, E
und P angeschlossen ( Die „Westeuropäische Union“ ist aber im Schatten der NATO nie lebendig
geworden).
Die drei Gemeinschaften (EWG,EGKS und Euratom) sind zur Europäischen Gemeinschaft (EG)
zusammengeschlossen .(1967)
Die EWG hat die Zollunion vollendet: Seither sind Importe und Exporte zwischen EWG-Staaten
zollfrei, und gleichzeitig im Handel mit Drittländer ein gemeinsamer Außenzoll eingeführt. So ist
die Handelspolitik auch Gemeinschaftspolitik geworden. (1968)
Der Rat der EG hat beschlossen, dass der Haushalt der EG künftig nicht mehr aus Finanzbeiträgen
der Mitgliedstaaten, sondern aus neu zu schaffenden Eigenmitteln der Gemeinschaft finanziert wird.
(1970)
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Die EWG-Staaten beschlossen, dass sie auf weitere Gebieten der Politik zusammenarbeiten:
Energiepolitik, Regionalpolitik, Umweltpolitik. (1972)
: Die EG-Mitgliedstaaten richteten -zwecks der Einführung einer gemeinsamen Währungspolitik -
einen Wechelskursverbund ein, was sich der Stabilität und dem Geldwert der Währungen positiv
langfristig niedergeschlagen hat. (1973)
Es wurde der „Lome-Vertrag” zwischen der EG und 70 Entwicklungsländern in Afrika, der Karibik
und dem Pazifik (AKP-Staaten), die ehemals Kolonien der EWG-Staaten waren,
unterzeichnet.(1975)
Zum ersten Mal wurden die Abgeordneten des Europäischen Parlaments(EP) direkt von den
Wahlberechtigten in neun Staaten der Gemeinschaft gewählt (Die sechsten EP-Wahlen werden in
Juni 2004 stattfinden woran schon die Wahlbürger der zehn neuen EU-Länder teilnehmen werden
können) (1979)
Die Mitgliedstaaten der EG beschlossen eine erste umfassende Reform und Erweiterung der
Gründungsverträge: die „Einheitliche Europäische Akte”. Dadurch eröffnete sich die Möglichkeit,
den Binnenmarkt endlich aufzubauen und auf ihrem Gebiet die Freiheit des Personen-, Waren-,
Dienstleistung und Kapitalverkehrs zu begründen. (1986)
Die weltpolitischen Umwälzungen Anfang der 90-er Jahre, die in Europa mit der Auflösung des
osteuropäischen Staatensystems und dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu einer Neuordnung
der politischen Landkarte geführt habe, stellten die EG vor großen Herausforderungen: (1990 –
1992) Mit der Vereinigung Deutschlands war in Herzen Europas ein neuer Machtfaktor entstanden..
Die mittel- und osteuropäischen Staaten erwarten von der Gemeinschaft nicht nur Hilfe beim
Aufbau demokratischen Strukturen und tragfähigen Volkswirtschaften, sonder auch Zugang zur EG.
Es stand die Forderung nach einer stärkeren Beteiligung der Europäer bei Bewältigung regionaler
und globaler Krisen). Zwei Regierungskonferenzen haben in Rom Änderungen an den europäischen
Verträgen ausgearbeitet

Tétel 6:
Die durch den Maastrichter Vertrag verwirklichten Neuregelungen im Bereich der europäischen
Integration

Die Regierungen der Staaten haben den „Vertrag über die Europäischen Union”(auch „Maastrichter
Vertrag” genannt) unterzeichnet und ratifiziert, der im Jahr 1993 in Kraft getreten ist.
Dadurch ist der Binnenmarkt ab 1. Januar 1993 verwirklicht worden, das Wegfall aller Binnenzölle,
aller mengenhaftige Beschränkungen, aller Finanz- und Warenkontingente und sonstigen
technischer Handelshemmnisse.
Außerdem werden allen Personen und Unternehmen die so genannten vier Freiheiten eingeräumt.
Es wurde die EG in eine Europäische Union umgewandelt. Zu den Bereichen der gemeinsamen
Politiken sind noch Bildung, Kultur, Gesundheitswesen, Verbraucherschutz, Industrie,
Entwicklungshilfe, Außen- und Sicherheitspolitik, Justiz, Innere zugekommen.

Tétel 7:
Die so genannten „Kopenhagener EU-Beitrittskriterien“

Der Europäische Rat in 1993 in Kopenhagen hat die Voraussetzungen genannt, die ein Staat für den
EU-Beitritt erfüllen muss. Diese „Kopenhagen Kriterien” sind
politische Kriterien (Stabile staatliche Institutionen als Garantie der rechtsstaatlichen Ordnung, für
die Wahrung der Menschenrechte und den Schutz von Minderheiten)
wirtschaftliche Kriterien (Eine funktionsfähige Marktwirtschaft,, die in der Lage ist, dem
Wettbewerbsdruck im Binnenmarkt standzuhalten),und
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sonstige Kriterien (Der Staat muss alle Verpflichtungen einer EU-Mitgliedschaft und damit
„aquis communataire” übernehmen und sich die Ziele der politischen Union und der Wirtschafts-
und Währungsunion zu eigen machen.
3.3.3 Die Erweiterung der EU in 1995
Drei weitere Staaten (Finnland, Österreich und Schweden) sind in 1995 der EU beigetreten. So hat
die EU bis dem 1. Mai als „EU der fünfzehnen „ funktioniert.

Vom „Amsterdam” bis „Nizza”


Die Schaffung vom „Stabilitäts- und Wachstumspakt”
Entsprechend dem Vorschlag des deutschen Finanzministers Theo Weigel auf der Sitzung des ER in
Dublin im Dezember 1997, beschloss der ER im Juni 1998 in Amsterdam den aus einer
Entschließung und zwei Verordnungen bestehenden „Stabilitäts- und Wachstumspakt”, mit dem die
Haushaltsdisziplin in der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion gewährleistet werden
sollte. Danach können bei einem Teilnehmerland in Falle der Überschreitung der Neuverschuldung
um mehr als 3% seines Bruttosozialproduktes automatische Sanktionen ergriffen und
gegebenenfalls Geldbußen verhängt werden (Ausgenommen sind Verschuldungen durch
Naturkatastrophen und starker Rezession)
3.4.2 Die umfassende Änderungen der bestehenden EU/EG–Verträge durch den Vertrag von
Amsterdam
Der Vertrag von Amsterdam, der von den Staats- und Regierungchens der Mitgliedsländer am 17.
Juni 1997 vereinbart und am 1. Januar 1999 in Kraft getreten ist, war der dritte Änderungsvertrag
der EG und - seit dem Vertrag in Maastricht –der EU. Ziel des Vertrages war es, die EU im Hinblick
auf die Erweiterung vorzubereiten. Wichtigste Vertragsänderungen bzw. Vertragsergänzungen:
durch den Vertrages von Amsterdam:
Einbeziehung des Schengener Abkommens in den Vertrag
Stärkung der Europol
Einführung eines Beschäftigungskapitels
Errichtung einer Planungseinheit für die GASP unter der Leitung des Generalsekretärs
Stärkung des EP und Vereinfachung des Beschlussverfahrens
Vereinbarung einer Flexibilitätsklausel
Wahl des Komissionspräsidenten durch das EP
Verzicht auf einem Mitglied der Kommission, bei möglicher Erweiterung von denjenigen Staaten,
die zwei Kommissare entsenden.
3.4.3 Beginn der Europäische Währungsunion
Gemäß der im Vertrag von Maastricht endgültig vereinbarte Absicht, in Zukunft eine koordinierte
Wirtschaftspolitik mit einer gemeinsamen Währungspolitik und Währung anstelle der nationalen
Währungen einzuführen, wurde die Europäische Währungsunion (mit einem anderen Ausdruck:
„Euro-Zone”) in 1999 für die folgenden elf EU-Mitgliedstaaten eingeführt: B, D, FIN, F, IRL, I, L,
NL, A, P, E. Ab 1. Januar2002 wurde auch GR in die Euro-Zone aufgenommen. Laut Vertrag von
Maastricht müssen diejenigen Mitgliedstaaten, die an der vollständigen Wirtschafts- und
Währungsunion teilnehmen, die folgenden vier Konvergenzkriterien erfüllen:
Der Anstieg der Verbraucherpreise darf nicht mehr als 1,5 % über die Teuerungsrate der drei
preisstabilsten Mitgliedstaaten legen
Die Staatsverschuldung und das Budgetdefizit dürfen 60% des Jahresbudgets bzw. 3 % des BIP
nicht überschreiten
Die Einhaltung der normalen Bandbreite des Wechselkursmechanismus des EWS seit mindestens
zwei Jahren ohne starke Spannungen, ínsbesondern ohne Abwertung gegenüber der Währung eines
anderen Mitgliedstaates auf eigenen Vorschlag.
Die langfristigen Zinssätze dürfen nicht höher liegen als zwei % über dem Durchschnitt der drei
preisstabilsten Mitgliedstaaten.
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Beginn der neuen EU-Erweiterung; Inhalt vom Dokument „Agenda 2000”


In 1998 sind die Beitrittsverhandlungen mit sechs Staaten - die auch als „Luxemburg-Gruppe”
genannt wurde, also mit EST, PL, CZ, SL, HU und CY begonnen.
ER hat in 1997 im Dokument „Agenda 2000” ein umfangreiches Arbeitsprogramm zur
Weiterentwicklung der „EU von den 15“ festgelegt. Hauptteile vom „Agenda 2000 „ sind: Die
Stellungnahme zu den insgesamt 10 Beitrittsanträge, und die Vorschläge zur Reform der
Haushaltspolitik der Agrarpolitik und zur Zukunft des Strukturfonds .Form und Finanzierung der
Struktur-Förderung für die Jahre 2000-2006

3.5 Vom „ Nizza-Vertrag” bis Ende 2004


„Neuerungen” des Nizza-Vertrages
Die Staats- und Regierungschefs der fünfzehn Mitgliedstaaten einigten sich bei ihrer
Zusammenkunft in 2000 in Nizza auf eine Revision der Verträge, wie zum Beispiel:
Die Verstärkung der Gesetzgebungsfunktion des Europäischen Parlaments durch die Ausdehnung
des Mitentscheidungsverfahrens auf weitere Arbeitfelder
Einführung des Verfahrens der qualifizierten Mehrheit auf weiteren Arbeitfelder, wie zum Beispiel
Handelspolitik, Zusammenarbeit in zivilrechtlichen Sachen, wirtschaftliche und soziale Kohäsion
Vereinfachung des Verfahrens des Europäischen Gerichtshofes
Festlegung der Anzahl von Parlamentsabgeordneten-Mandate und von der Stimmenzahl der
Beitrittskandidaten
Die Ausgestaltung der Reformen im Nizza-Vertrag wurde von einigen Seiten als unreichenden
angesehen und auf dieser Weise hat der ER eine umfassende und tiefer greifende Debatte über die
Zukunft derEU eingeleitet, die eine erneuerte Überarbeitung der Verträge zum Ziel hatte.
Fortsetzung der Vorbereitungen de neuen EU-Erweiterung
Beginn der Beitritts-Verhandlungen mit neuen sechs Staaten (BG ,LV ,LT, MT, RO und SK), das
heißt: mit der so genannten „Helsinki-Gruppe”. in 2002
In Dezember 2002 beschloss der ER 10 neue Mitglieder in die EU im Jahr 2004 aufzunehmen.
Im April 2003 wurde in Athen der Beitrittsvertrag mit 10 Staaten unterzeichnet.
EU-Beitritt von 10 MOE-Ländern am 1. Mai 2004 und die ab 01.05.2004 eingeleiteten Änderungen
innerhalb der EU
Der erste Mai, wann - durch den Beitritt von 10 neuen Mitglieder –das Festlandgebiet der EU mit
23 %, ihre Einwohnerzahl mit 75 Millionen und die Zahl ihrer Mitgliedstaaten mit 66,66 %
angewachsen ist, wurde überall mit Freundschafts-Veranstaltungen (Grenztreffen, Besuche von
Massendelegationen aus Partnergemeinden usw.) gefeiert.
Die 162 Abgeordneten aus den nationalen Parlamenten der neuen Beitrittsländer, die vorher nur als
Beobachter in der Tätigkeit des EP teilnehmen dürften, sind seit diesem Zeitpunk als „normale” EP-
Abgeordnente betrachtet ( Im Juni haben in allen 25 EU-Staaten Europawahlen -einheitlichen
Grundsätzen nach, aber gemäß den gesetzlichen Regelungen der einzelnen Mitgliedstaaten.-
stattgefunden Seit 01.05.2004 können die Staats- und Regierungchens der neuen Mitgliedsländer an
der Sitzungen des ER und ebenso die betreffenden Minister der neuen Mitgliedstaaten an der
Sitzungen der verschiedenen Formationen des Ministerrates gleichrangig teilnehmen.
Die neuen Mitgliedstaaten schickten sofort nach ihrem Beitritt je ein EK-Mitglied („Kommissar”),
einen Richter an den EuGH und ebenso einen Richter an das Gericht Erster Instanz, und Vertreter
an den EuGH , den AdR, den WSA und an allen anderen europäischen Einrichtungen.
Sie öffneten in Brüssel Ständige Vertretungen
Auch die Amtsprachen der neuen Mitgliedstaaten so auch die ungarische Sprache -sind amtliche
Sprachen der EU geworden.
Vorbereitung der EU-Reform und der EU- Verfassung
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Der ER hat ein Jahr nach dem Gipfel in Nizza, in Laeken (in Dezember 2001) „die Erklärung zur
Zukunft der Europäischen Union” angenommen, mit der sich die Union verpflichtet,
demokratischer, transparenter und effizienter zu werden.
Diese ER-Tagung hat den „europäischen Konvent für die Zukunft Europas” einberufen, der den
Auftrag erhielt, Vorschläge zu vier Angelegenheiten zu unterbreiten, nämlich:
den Bürgern das europäische Projekt und die europäischen Organe näher zu bringen;
das politische Leben und den europäischen politischen Raum in einer erweiterten EU zu
strukturieren;
die EU zu Stabilitätsfaktor und zu einem Vorbild in der neuen Weltordnung machen, und das zu
überprüfen, ob die Vereinfachung und Verordnung der EG/EU-Verträge nicht zur Annahme einer
„Europäischen Verfassung” führen konnte.
Die Hauptakteure der Tätigkeit des Konvents waren die Vertreter der Regierungen der fünfzehn
Mitgliedstaaten und der dreizehn Kandidatenländer, Vertreter ihrer Nationalparlamente, Vertreter
des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission, sowie dreizehn Beobachter aus
dem Ausschuss der Regionen und dem Wirtschafts- und Sozialausschusses und auch Vertreter der
europäischen Sozialpartner und ebenso der Europäische Bürgerbeauftragte.
Nach Beratungen von mehr als einem Jahr gelangte V.Giscard d, Estaign, Vorsitzende des Konvent
als Ergebnis nicht nur theoretisch formulierten Reform-Vorschläge, sondern auch den „Entwurf
eines Vertrages über eine Verfassung für Europa” auszuarbeiten und diesen Entwurf auf die ER-
Tagung von Thessaloniki am 20. Juni 2003 vorzulegen.
In der II. Hälfte des Jahre 2003 hat eine Regierungskonferenz sich mit der Formulierung der EU-
Verfassung beschäftigt, eine gemeinsame Meinung über den Verfassungsentwurf konnte aber weder
diese Regierungskonferenz noch die ER-Sitzung im Dezember 2003 erreichen. Eben deshalb hat
der ER im Dezember 2003 eine neue Regierungskonferenz einberufen, die sich mit dem
Verfassungsentwurf befasste und die entsprechende Änderungen der Grundverträge vorbereitete.
Am 18.und 19. Juni 2004 hat der ER den Verfassungstext bestätigt.
Am 28. Oktober haben den „Vertrag über die Europäischen Verfassung die Staats- und
Regierungschefs der 15 „klassischen“ und 10 neuen EU-Mitgliedsländer in Rom feierlich
unterzeichnet Der Festakt fand im” Saal der Horatier und Curiatier” auf den Kapitol statt, in dem
Saal also, in dem bereits die sechs ersten Mitgliedstaaten 1957 den Vertrag zur Gründung der
Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft unterzeichnet haben. Neben der Vertreter der 25
Mitgliedstaaten waren auch die Vertreter der Bewerberländer BG, HR, RO und TR anwesend und
haben – ausgenommen Kroatien – den Schlußdokument
der Tagung unterschreiben.
3.5.5 Beitrittschanchen einiger anderen MOE - Länder:
Rumänien: Die schwersten Fragen der Beitrittsverhandlungen waren: Mangel an
Rechtsstaatlichkeit; demokratische Verwaltung Justiz , und ebenso Umweltschutz, der aufgrund der
Initiative Ungarns –diese Initiative wurde durch die schlechten Erfahrungen bei der Theiß–
Verschmutzung mit Zyanid vor einigen Jahren -wurden weitergeleitet Doch wurden diese
Verhandlungen zwischen der EU und Rumänien in 2004 erfolgreich beendet, und man kann mit der
EU –Mitgliedschaft Rumäniens in 2007 rechnen.
Bulgarien: Die politische und wirtschaftliche Entwicklung ist im Lande in einer guten Richtung
gegangen, so hat auch Bulgarien die besten Chancchen in 2007 EU-Mitgliedstaat zu werden.
Die Türkei: Sie haben schon Assoziationsvertrag mit der EU seit 1963, bilden mit der EU seit 1966
eine Zollunion und ist Mitglied der NATO. Wegen verschiedenen Problemen (der größter Teil des
Landes gehört geographisch zur Asien; es gibt Problemen mit der Rechtsstaatlichkeit, im Land sind
fundamentalistische Islam-Gruppen tätig; ein Teil des Gebietes von Zypern ist noch immer unter
türkischer Okkupation; das Land hat heute noch eine schwache Marktwirtschaft usw.) werden aber
die Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der EU , die gemäß der Entscheidung des ER in
Dezember 2004 aufgenommen wurden , erschwert.. Deshalb ist es schwer einzuschätzen, wann
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diese so genannten „Beitrittsverhandlungen mit offener Ende” beendet werden. Einigen Experten
nach wird die Türkei frühestens in 2020 in die EU eingelassen.
Auch Kroatien hat einen Beitritts-Antrag eingereicht; die Beitrittsverhandlungen haben laut
Entscheidung des ER im März 2005 begonnen, und wurden nicht vom Urteil vom Internationalen
Gericht(Den Haag) gegenüber kroatischen Kriegsverbrecher abhängig gemacht, wie es vorher noch
vorgesehen war.
Die Schweiz entspricht allen politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Aufnahmebedingungen
die für ein Beitrittskandidat vorgeschrieben ist, doch hat die Mehrheit der Bevölkerung des Landes
den EU-Beitritt durch Referendum abgelehnt. Die Schweiz ist auch kein Mitglied des Europäischen
Wirtschaftsraumes, aber als Mitglied der EFTA und mittels einer Reihe von bilateralen Verträgen
können fast alle Möglichkeiten und Begünstigungen der EU ausnutzen, ohne, dass sie ihre
politische und wirtschaftliche Souveränität aufgeben musste.
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Teil 4 Grundlegende Merkmale der EU
4.1 Grundbegriffe und Gründung der EU
4.1.1 Grundbegriffe
„Europäische Integration”: Es ist eine Idee, die die Notwendigkeit der Verschmelzung von den
europäischen Staaten in einem gemeinsamen Staat und dadurch die Entstehung der „Vereinigten
Staaten von Europa” verkündigt; demzufolge sollten die Mitgliedstaaten auf ihre Souveränität
schließlich im vollem Maß verzichten.
„Euratlantische(Nordatlantische) Integration”: Besonders in den vierzigen und fünfzigen Jahren des
20. Jahrhunderts und danach in den ersten Jahrzehnten der Europäischen Gemeinschaften wurde
auch die Wichtigkeit der „Euratlantischen (Nordatlantischen) Integration” betont, Unter diesem
Begriff verstand man die gemeinsamen Ziele einerseits der westeuropäischen Staaten, anderseits der
nordamerikanischen Staaten (USA und Kanada) - einer anderen Meinung nach die Ziele von der
NATO und der EU – und die Bestrebungen und Handlungen, diese Ziele zu erreichen. In der
gegenwärtigen weltpolitischen und weltwirtschaftlichen Lage kann man aber eine gewisse
Entwertung dieses Begriffes behaupten.
„Europäische Gemeinschaft(en)”: Unter „Europäische Gemeinschaften” hat man bis Ende 2002 drei
zusammengehörige internationalen Organisationen verstanden. Heute verseht man aber man nur
zwei Organisationen:
die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die seit1993 Europäische Gemeinschaft (EG)
heißt, und
die Europäische Atomgemeinschaft(EAG oder Euratom)
Rechtsgrundlagen sind die jeweiligen Gründungsverträge, die auf unbegrenzte Zeit gelten; von
denen ist in der Praxis der frühere EWG Vertrag (jetzt nennt man es EG-Vertrag) wichtiger. Die
EAG und die EG haben Rechtspersönlichkeit.
„Europäische Freihandelszone” (EFTA) und Europäischer Wirtschaftsraum(EWR)
Sieben der Europäischen Gemeinschaften ausgebliebenen westeuropäischen Staaten, die damals
Freihandel schon, aber keine politische Integration wollten(DK,N, A, P, S,CH, UK), begründeten
die EFTA
Die Mitglieder von EFTA haben sich in der Zwischenzeit gewechselt; heute gehören nur
Island, Liechtenstein und CH zur EFTA
Seit 1972 besteht eine enge Verbindung zwischen EFTA und EG.
Seit 1994 sind die EFTA-Mitgliedstaaten –mittels des „Vertrages über den EWR“ –in den
Binnenmarkt aufgenommen, ausgenommen: CH.
Begriff von „EU“
Aus politischem Gesichtspunkt gesehen:
die EU ist die bisher höchste Stufe der Europäischen Integration. die geleitet von den Willen der
Bürgerinnen und Bürger und den Staaten Europas, ihre Zukunft gemeinsam zu stallten, gegründet
wurde;
inmitten der Rahmen der EU handeln und fassen Beschlüsse die Mitgliedstaaten in einigen
Bereichen der Politik (in den so genannten gemeinschaftlichen Politiken) gemeinsam, die für alle
Mitgliedstaaten bindend sind.
in anderen Bereichen der Politik arbeiten die Mitgliedstaaten eng zusammen (das nennt man
“Kooperation“).
in allen übrigen Bereichen der Politik entscheiden die Mitgliedstaaten weiterhin allein, dabei
müssen sie jedoch aufeinander Rücksicht nehmen(das nennt man. „Koordination“)
Aus völkerrechtlichem Gesichtspunkt ist die EU ein Staatenbund von 25 selbständigen Staaten, der
die Mitgliedstaaten Zuständigkeiten zur Verwirklichung ihrer gemeinsamen Ziele übertragen Die
EU hat noch heute - bis zum Inkrafttreten der Europäischen Verfassung - keine
Rechtspersönlichkeit und sie benützt den organisatorischen Rahmen der EG.
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Aus weltökonomischen Gesichtspunkt ist die EU


Einerseits eine Zollunion: es gibt innerhalb der EU keine Zölle mehr, auf Einfuhren und Ausfuhren
werden gemeinsame Zölle angewendet.
Anderseits ein gemeinsamer Markt: Am 1 Januar 1993 wurde das Projekt eines großen und
einheitlichen Marktes im Innern der EU vollendet. Mit über 370 Millionen Verbrauchern und einer
Bruttoinhaltsprodukts(GDP) von über 5,5 Billionen Euro ist der europäische Binnenmarkt der
größte einheitliche Markt der industrialisierten Welt
Vor der EU-Verfassung wurde die EU mit den so genannten „drei Säulen“ charakterisiert - erste
Säule: europäische Gemeinschaften, zweite Säule: Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik;
dritte Säule: Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten in der Sachen der inneren Sicherheit und der
Justitzpolitik. Mit der EU-Verfassung wird explizit diese „Pfeilenstruktur“ aufgehoben.

4.1.3 Gründung der EU.


Die EU wurde ursprünglich durch den ”Vertrag der Europäischer Union„ (EU-Vertrag) vom 7.
Februar 1992 - der am 1.November 1993 in Kraft getreten ist –gegründet. Sie funktioniert seit
dieser Zeit parallel und eng mit der EG verbunden. Der EU-Vertrag wurde durch den
Amsterdamer Vertrag, den Nizza-Vertrag und die Beitrittsverträge mit zehn Staaten (2003) gewissen
maßen geändert und wird bis zum Inkrafttreten der EU-Verfassung wirkend sein.
Artikel I-1 der EU hat auch den Titel: “Gründung der EU „ und lautet wie folgt: „Geleitet von dem
Willen der Bürgerinnen und Bürger und der Staaten Europas, ihre Zukunft gemeinsam zugestalten,
begründet diese Verfassung die Europäische Union, die die Mitgliedstaaten Zuständigkeiten zur
Verwirklichung ihrer gemeinsamen Ziele übertragen. Die Union koordiniert die diesen Zielen
dienende Politik der Mitgliedstaaten und übt die ihr von den Mitgliedstaaten übertragenen
Zuständigkeiten in gemeinschaftlicher Weise aus.
Aus einem Vergleich dieser oben zitierten Sätzen folgt es, dass es in der EU-Verfassung doch nicht
über eine „nagelneue ”EU handelt, sondern über eine „reformierte” EU, die einen eigenen
organisatorischer Rahmen und eigene Rechtspersönlichkeit und ebenso neue oder neuartige
Zuständigkeiten besitzt, aber eindeutig die Rechtsnachfolge der durch die bisherigen Verträge
gegründeten Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft.

4.2 Werte, Ziele und Symbole der EU


Werte der EU
Schon in den Gründungs-Verträge, in anderen EG/EU-Rechtsnormen und in den Erklärungen der
Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsstaaten kann man eine immer mehr vollständigere
Darstellung der Werte der Europäischen Gemeinschaften und der Europäischen Union finden. Diese
Werte sind laut EU-Verfassung:
Achtung der Menschenwürde
Freiheit
Demokratie
Gleichheit
Rechtsstaatlichkeit
Wahrung der Menschenrechte, einschließlich derMinderheitsrechte
Diese Werte sind für alle Mitgliedstaaten im Rahmen einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch
folgende Eigenschaften auszeichnen:
Pluralismus
Toleranz
Gerechtigkeit
Solidarität
Nichtdiskriminierung
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4.2.2 Ziele der EU


Ebenso wie die Werte sind auch die Ziele der EU in der EU-Verfassung viel eindeutlicher
dargestellt, wie es in den vorigen Jahrzehnten gewesen war. Die folgende Aufzählung ist zwar nicht
vollständig aber stellt die wichtigsten Ziele der EU in Vordergrund:
Förderung des Friedens, der EU-Werte und des Wohlgehens der Völker Europas
Anbietung des Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes ohne Binnengrenzen
Binnenmarkt mit freiem und unverfälstem Wettbewerb
Nachhaltige Entwicklung Europas auf die Grundlage eines ausgewogenen Wirtschaftswachstums
und einer Preisstabilität
Eine in hohem Maße wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft, die auf Vollbeschäftigung und
sozialen Fortschritt abzielt (Diese Zielsetzung wurde durch die EU-Verfassung eingeführt)
Ein hohes Maß an Umweltschutz und der Verbesserung der Umweltqualität
Förderung des wissenschaftlichen und technischen Fortschrittes
Bekämpfung sozialer Ausgrenzung und Diskriminierungen
Förderung der sozialen Gerechtigkeit und sozialen Schutz
Die Gleichstellung von Frauen und Männer
Die Solidarität zwischen der Generationen; Schutz der Rechte des Kindes
Wirtschaftlicher, sozialer und territorialer Zusammenhalt
Solidarität der Mitgliedsstaaten
Wahrung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt ;Schutz und Entwicklung der persönlichen
Minderheitsrechte und des kulturellen Erbes Europas
In ihren Beziehungen zur übrigen Welt schützt und fördert die EU ihre Werte und Interessen. Sie
leistet einen Beitrag zu Frieden, Sicherheit, globaler nachhaltiger Entwicklung, Solidarität und
gegenseitige Achtung unter den Völkern, zu freiem und gerechtem Handel, zu Beseitigung der
Armut und zum Schutz der Menschenrechte, insbesondere die Rechte des Kindes, sowie zur strikter
Einhaltung und Entwicklung des Völkerrechts, insbesondere zur Wahrung der Grundsätze der
Charta der Vereinigten Nationen.
Die EU verfolgt ihre Ziele mit geeigneten Mitteln, entsprechend den Zuständigkeiten, die ihr in der
Verfassung übertragen ist.

4.2.3 Symbole der EU


Die Europa - Flagge: Die Organe der Europäischen Gemeinschaft übernahmen 1986 vom Europarat
dessen Europaflagge. Sie zeigt einen Kreis auf zwölf goldenen, fünfzackigen Sternen auf
dunkelblauen Hintergrund. Die zwölf ist ein altes Sinnbild der Vollkommenheit(zwölf Monate,
zwölf Tages- und Nachtsstunden, die zwölf Arbeiten von Herakles, bekanntestem Held der
griechischen Mythologie, Personifikator des Krautes.); der Kreis stellt die Einigkeit der
europäischen Völker dar. Weil das Ziel der Einigkeit unabhängig von den Zahl der Staaten ist, es ist
auch nach der Erweiterung von 12 auf 15 Staaten 1995 beim Zwölferkranz geblieben.
Die Europa-Devise (Europa-Leitspruch) lautet: „ In Vielfalt geeint”.
Die Europahymne: Europarat und EU teilen sich seit 1986 die Ode „An die Freude” aus Beethovens
9. Symphonie, - Text von Friedrich Schiller, musikalisch bearbeitet von Herbert von Karajan - als
Europahymne. Sie steht für Freiheit, Gemeinschaft und Frieden zwischen den Bürgern der
Mitgliedstaaten der EU.
Der Europa-Tag: Der Europäischer Rat beschloss 1985 den 9. Mai als Europatag feiern. An diesem
Tag des Jahres unterbreitete der französischer Außenminister Robert Schulman seinen Vorschlag für
die europäische Montanunion.
Das gemeinsame Geld: Euro(€): Der Namen wurde an der Ende der neunziger Jahre „empfunden”.
Das Zeichen von Euro - der den vorherigen EU-Zahlungsmittel „ECU” gewechselt hat,
-symbolisiert die Wiege der europäischen Zivilisation und die Stabilität des gemeinsamen
europäischen Geldes.
12

Seit 1 Januar 2002 ist Euro das alleinige gesetzliche Zahlungsmittel in 12 EU-Mitgliedstaaten,
daneben werden innerhalb der ganzen EU alle Gelder auch in Euro ausgerechnet oder umgerechnet
Ungarn möchte auch zur „Euro-Zone, aber kann die „Konvergenz-Kriterien nur in einigen Jahren
erfüllen und so können wir mit Euro, als offizieller Zahlungsmittel Ungarns frühestens in 2008
-2010 rechnen
Die Regel der EU-Verfassung haben nur zweierlei „Neuerungen” bezüglich der Symbole eingeführt
Die Festlegung, das die obgenannte Symbole tatsächliche EU-Symbole sind
Die Aufnahme der Europa-Devise als Symbol der EU

4.3 Zugehörigkeit der EU


4.3.1 Beitrittskriterien und Verfahren für den EU –Beitritt laut EU-Verfassung
Die EU steht allen europäischen Staaten offen, die ihre Werte achten und sich verpflichten, ihnen
gemeinsam Geltung zu verschaffen.
Europäische Staaten, die Mitglied der EU werden möchten, richten ihren Antrag an den Ministerrat:
Das EP und die nationalen Parlamente der Mitgliedstaaten werden von diesem Antrag unterrichtet.
Der Ministerrat beschließt einstimmig nach Anhörung der EK und nach Zustimmung des EP.
Die Bedingungen und Modalitäten der Aufnahme werden durch ein Abkommen zwischen den
Mitgliedstaaten und dem antragstellenden Staat geregelt. Dieses Abkommen bedarf die Ratifikation
durch allen Vertragsstaaten, gemäß ihren verfassungsrechtlichen Vorschriften

4.3.2 Aussetzung der mit der Zugehörigkeit zur EU verbundenen Rechte


Der „leichterer Fall”: Auf begründeten Vorschlag eines Drittels der Mitgliedstaaten, des EP und der
der EK kann der Ministerrat mit der Mehrheit vorn vier Fünfteln seiner Mitglieder nach
Zustimmung des EP feststellen, dass die eindeutige Gefahr einer schwerwiegenden Verletzung der
Werte der EU durch einen Mitgliedstaat besteht.
Der „schwererer” Fall: Auf Vorschlag eines Drittels der Mitgliedstaaten oder der EK kann der ER
einstimmig feststellen, das eine schwerwiegende und anhaltende Verletzung der Werte der EU durch
einem Mitgliedstaat vorliegt. Demzufolge können bestimmte Rechte, die sich aus der Abwendung
der Verfassung auf den betroffenen Mitgliedstaat herleiten, einschließlich der Stimmrechte des
Mitgliedstaates im Ministerrat, ausgesetzt werden.
Die Details des diesbezüglichen Verfahrens sind in der EU- Verfassung geregelt
4.3.3 Freiwilliger Austritt aus der EU
Laut EU-Verfassung - und das ist eine "Erneuerung „ gegenüber der heutigen Lage - kann jeder
Mitgliedstaat im Einklang mit seinem verfassungsrechtlichen Vorschriften beschließen, aus der EU
auszutreten. Ein Mitgliedstaat, der austreten beschließt, teilt dem ER seine Absicht mit. Die EU
handelt mit diesem Staat ein Abkommen über die Einzelheiten des Austritts aus und schließt es ab,
wobei der Rahmen für die künftigen Beziehungen dieses Staates zur EU berücksichtigt wird.
Dieses Abkommen wird vom Ministerrat geschlossen; der Ministerrat beschließt mit qualifizierter
Mehrheit; als qualifizierte Mehrheit gilt diesbezüglich eine Mehrheit von mindestens 72 %
derjenigen Mitglieder des Ministerrates, die die beteiligten Mitgliedstaaten vertreten, sofern die
betreffenden Mitgliedstaaten zusammen mindestens 65 % der beteiligten Mitgliedstaaten
ausmachen
Ein Staat, der aus der EU ausgetreten ist, und erneut Mitglied werden möchte, muss dies nach dem
Verfahren der EU-Verfassung beantragen.

4.4 Die Rechtspersönlichkeit der EU


4.4.1 Die gegenwärtige Rechtspersönlichkeit der EU
Bei der Erfüllung ihrer vielseitigen Aufgaben soll die EU viele Kontakte mit nationalen und
internationalen Organisationen (zum Beispiel: Nationalparlamente, Regierungen der einzelnen
Mitgliedstaaten, Organisationen der UNO, Europarat usw.), aber auch mit Privatpersonen schaffen,
13

die rechtlichen Charakter haben. Die EU hat aber - laut der gültigen Gründungs-Verträge - weder
eine völkerrechtliche noch eine privatrechtliche Rechtspersönlichkeit.
Diese Probleme müssen gegenwärtig so überbrückt werden, dass alle Rechtsgeschäfte „unter dem
Dach” der Europäischen Gemeinschaft laufen, derer Rechtspersönlichkeit hinwieder zweifellos ist.
Diese Situation macht aber die Rechtsgeschäfte (Verträge, Prozesse usw.) der EU zu kompliziert,
anderseits ist es sehr schwer zu erklären für diejenigen, die - mit Recht - die Durchschaubarkeit des
Aufbaus und der Tätigkeit der EU verlangen.
4.4.2 Rechtspersönlichkeit der EU laut EU-Verfassung
Eben deshalb wird laut EU-Verfassung der EU Rechtspersönlicheit zuerkannt; um in ihren
Beziehungen zur übrigen Welt ihre Werte und Interessen schützen und fördern zu können. So besitzt
die EU zukünftig in jedem Mitgliedstaat die weitest gehende Rechtsfähigkeit, die juristischen
Personen nach dessen Rechtsvorschriften zuerkannt ist, sie kann Mobilien und Immobilien
erwerben und veräußern, sowie vor Gericht stehen.

4.5 Die Finanzen der EU


4.5.1 Die Bedeutung der EU-Finanzen
Da der EU wurden immer mehr Aufgaben übertragen, die früher Sache der Mitgliedstaaten waren,
und die EU muss jährlich fast 100 Milliarden € verwalten, sind die Grundsätze, gesetzliche
Regelung und praktische Durchführung der Finanztätigkeiten der EO-Organe/Institutionen und der
Mitgliedstaaten von immer größerer Bedeutung. Die EU-Verfassung wird diesbezüglich einige
wesentlichen Änderungen eingeführten

4.5.2 Haushalts- und Finanzgrundsätze


Sämtliche Ausgaben und Einahmen sind in einem einzigen, einheitlichen Dokument
zusammengefasst.
Die Haushaltsmaßnahmen beziehen sich auf ein Haushaltsjahr. Das Haushaltsjahr beginnt am 1
Januar und endet am 31. Dezember.
Die Ausgaben dürfen nicht höher, als die Einnahmen sein.
Die Ausführung der in den Haushaltsplan eingesetzten Aufgaben setzt den Erlass eines
verbindlichen Rechtsakt der EU voraus, mit dem die Maßnahmen der EU und die Ausführung der
entsprechenden Ausgabe gemäß dem Europäischen Gesetz über den Jahreshaushalt eine
Rechtsgrundlage erhalten, soweit nicht dieses Gesetz Ausnahmen vorsieht.
Damit die Haushaltdisziplin gewährleistet wird, erlässt die EU keine Rechtsakte, die erhebliche
Auswirkungen auf den Haushaltsplan haben könnten, ohne die Gewähr zu bieten, das die mit diesen
Rechtsakten verbundenen Ausgaben im Rahmen der Eigenmittel der EU und unter Erhaltung des
mehrjährigen Finanzrahmen s finanziert werden können
Der Haushaltsplan wird entsprechend dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit durchgeführt
Die EU und die Mitgliedstaaten bekämpfen Betrügereien und sonstige gegen die finanziellen
Interessen der EU gerichtete rechtswidrige Handlungen.

Der mehrjährige Finanzrahmen und der jährlicher Haushaltsplan (Budget)


In der EU-Verfassung ist vorgesehen, dass ein Europäisches Gesetz des Ministerrates, der nach
Zustimmung des EP einen einstimmigen Beschluss fasst, den so genannten „mehrjährigen
Finanzrahmen – der an die Stelle der gegenwärtigen „Finanziellen Vorschau” tritt - aussetzt.
Der mehrjährige Finanzrahmen regelt die jährlichen Obergrenzen für Verpflichtungen (Ausgaben)
der EU je Ausgabenkategorie für einen Zeitraum von 5 Jahren innerhalb der EU- Eigenmittel.
Bei der Aufstellung des jährlichen Haushaltsplans der EU ist der mehrjähriger Finanzrahmen
einzuhalten
Es obliegt der EK den Entwurf des jährlichen Haushaltsplans der EU vorzulegen; in der EU-
Verfassung ist vorgesehen, das der Hauhaltsplan vom EP und dem Ministerrat, die die
14

Haushaltsbehörde bilden, nach einem Verfahren verabschiedet wird, das erheblich einfacher ist, als
das derzeitig in Kraft befindliche.

4.5.4 Anteile der EU-Einnahmen am Budget (2003)


Zölle (die an den Aussengrenzen der EU bei der Einfuhr und Ausfuhr erhoben werden: 11 %
Agrarzölle und Abgabe für Zucker und Isoglukose, die in der Union hergestellt werden, zusammen:
1,5 %
Mehrwertsteueanteil (Die Mitgliedstaaten haben einen Prozentanteil an einer statistisch erfassbaren
Summe, die „Mehrwertsteuer-Bemessungsgrundlage” genannt wird, an die Union abzuführen.; die
Summe wird überall nach der gleichen Methode errechnet und entspricht etwa O,5 % des
Endverbrauches): 24,7 %
Anteile GDP (bis zur vereinbarten Höchstgrenze für Ausgaben wird ein Anteil der wirtschaftlichen
Leistung der einzelnen Staaten während eines Jahres, erhoben.) 60,9%
Sonstiges:1,9 %,

4.5.5 Anteile der EU-Ausgaben am Budget (2003)


Agrarpolitik (Garantie): 45,9 %
Strukturmaßnahmen : 34.2 %
Externe Politikbereiche: 7,9 %
Interne Politikbereiche:
Verwaltungsausgaben: 5,4 %
Reserve: 0,5 %

Insgesamt: 100,0 %

4.5.6 Finanzbilanz der einzelnen Mitgliedstaaten der EU gegenüber


Jeder Mitgliedstaat kann am Jahresende ausrechnen, wie viel Geld er an die EU abgeführt hat, und
er kann abschätzen, wie viel aus den Unionskassen wieder an ihn zurückgeflossen ist. Zieht man
das eine von den anderen ab, kann der Saldo für den einen Staat positiv sein (er bekommt mehr
zurück, als abfließt und ist ein „Nettoempfänger”) für andere aber negativ( er ist „Nettozahler”)
Richtig ist aber auch, dass Leistung und Gegenleistung in der EU lassen sich nicht einfach durch
Vergleich von Zahlung und Rückfluß gegeneinander aufrechnet. (Zum Beispiel Deutschland ist
Nettozahler, gleichzeitig hat aber - als größtes Exportland Europas - von der Möglichkeit des
zollfreien Handels im Binnenmarkt große Vorteile. Rund 60 Prozent Deutschlands Ausfuhren gehen
in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union; das sichert Arbeitsplätze.)

4.5.7 Die Ausführung des Jahresfinanzplanes und die Kontrolle der Finanztätigkeit
Die EK verwaltet die Ausführung des Jahreshaushaltsplanes, gibt also das Geld aus
Das EuRH und das EP prüfen später, ob die Mittel korrekt eingenommen und ausgegeben wurden.
Um Betrug zu Lasten der EU-Hauhalts besser bekämpfen zu können, wurde „O L A F” (abgekürzt
aus „Office Européen de Lutte Anti Fraude) gegründet , das unabhängiger Europäische Amt zur
Betrugsbekämpfung mit Ermittlungsbefugnisse( O-L-A.F. hat ein Amt in Ungarn, im Rahmen des
Finanzministeriums)
24
Teil 5 Die Zuständigkeiten und das Rechtssystem der EU/EG
Wesentliche Grundsätze
5.1.1 Grundsatz der Subsidiarität und Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
Mit Hilfe des „Grundsatzes der Subsidiarität“ soll sichergestellt werden, das dann, wenn die EU
von ihren Zuständigkeiten Gebrauch macht, sie nur dann tätig wird, wenn ihr Tätigwerden sich als
wirklich erforderlich erweist und einen zusätzlichen Nutzen zur Aktion der Mitgliedstaaten erbringt.
Dieser Grundsatz besagt, dass die Entscheidungen auf einer möglichts bürgernahen Ebene zu
treffen sind, wobei stets zu prüfen ist, ob ein gemeinsames Vorgehen angesichts der nationalen,
regionalen oder lokalen Handlungsmöglichkeiten wirklich rechtfertigt ist.
Auch dem „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ liegt dieselbe Ansicht zu Grunde, nämlich die
ordnungsgemäße Wahrnehmung der Zuständigkeiten sicherzustellen; dabei ist zu beachten, dass das
Tätigwerden der EU inhaltlich und in der Form nicht über für die Erreichung der Ziele des Vertrags
erforderliche Maß hinausgeht.
Laut EU-Verfassung werden diese zwei Grundsätze für das Handel der EU bleiben, sogar in noch
größerem Maßstab, wie vor. In der EU-Verfassung ist eine neue Verfahrensweise festgelegt, um für
die Einhaltung des Grundsatzes der Subsidiarität und der Verhältnismäßigkeit festgelegt. Legt
die EK einen Vorschlag vor, so muss sie nachweisen, dass sie die beiden Grundsätze Rechnung
getragen hat. Zum ersten Mal ist es vorgesehen, dass die nationalen Parlamente die Vorschläge
überprüfen können und die Möglichkeit haben, eine mit Gründen versehene Stellungnahme
abzugeben, wenn sie der Meinung sind, dass das Subsidiaritätsprinzip nicht gewahrt wurde. Ist ein
Drittel derselben Meinung, so muss die EK ihren Vorschlag überarbeiten. Eine letzte
Kontrollmöglichkeit ist nach der Verabschiedung von Rechtsakten gegeben, und zwar dem
Klagerecht vor dem EuGH

5.1.2 Grundsatz der begrenzten Einzelmächtigung


Nach dem „Grundsatz der begrenzten Einzelmächtigung“ wird die EU nur innerhalb der Grenzen
der Zuständigkeiten tätig, die die Mitgliedstaaten ihr zur Verwirklichung der darin niedergelegten
Ziele vertraglich zugewiesen haben. Alle der EU nicht zugewiesene Zuständigkeiten verbleiben bei
den Mitgliedstaaten.

Grundsätze der Beziehungen der EU und der Mutgliedstaaten


Die EU achtet die Gleichheit der Mitgliedstaaten vor der EU-Verfassung sowie die nationale
Identität der Mitgliedstaaten, die in deren grundlegende politische und verfassungsrechtliche
Struktur, einschließlich der regionalen und kommunalen Selbstverwaltungen, zum Ausdruck
kommt.
Nach dem „Grundsatz der loyalen Zusammenarbeit“ achten und unterstützen sich die EU und die
Mitgliedstaaten gegenseitig bei der Erfüllung der Aufgaben, die sich aus der EU-Verfassung
ergeben. Die Mitgliedstaaten erleichtern der EU die Erfüllung ihrer Aufgabe. Sie unterlassen alle
Maßnahmen, welche die Verwirklichung der in der EU-Verfassung genannten Ziele gefährden
können.
Vorrang des EU- Rechts gegenüber dem nationalen Recht
Nach diesem Grundsatz hat das Gemeinschaftsrecht („aquis communataire”) – das nach dem
Inkrafttreten der EU-Verfassung eindeutig „EU-Recht“ genannt wird – Vorrang, gegenüber der
Rechtsnormen der Einzelstaaten, ungeachtet darauf, ob dieses Rechtsnorm auf National-, Regional-
oder Gemeindeebene geschaffen wurde. Dieses Prinzip soll auch von den Justizorgane(Gerichte)
der Mitgliedstaaten in Betracht genommen werden.

5.1.5 Verpflichtung der Mitgliedstaaten, die Ausführung des EU-Rechtes zu gewährleisten


16

Dieser Grundsatz ist im Einklang mit dem Prinzip des Vorranges des EU-Rechtes und verlangt nicht
nur etwas Passives – nämlich Verzicht von Verletzungen der EU-Rechtsnormen, sondern auch etwas
Aktives, nämlich die möglichst beste Vollziehung nicht nur der Buchstaben sondern auch des
Geistes des ganzen EU-Rechtes.

5.2 Die Zuständigkeiten der EU


5.2.1 Abgrenzung und Klassifikation der Zuständigkeiten
Einer der wichtigsten Errungenschaften der EU-Verfassung ist, dass sie eine Abgrenzung der EU-
Zuständigkeiten für einzeln genannten Politikbereiche fest und unterschiedet zwischen den
verschiedenen Zuständigkeitsarten.
Die Arten der Zuständigkeiten sind die Folgenden: a) ausschließliche EU-Zuständigkeiten;
b)geteilte Zuständigkeiten von EU und Mitgliedstaaten; c) unterstützende Zuständigkeiten der EU
und d) Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten

5.2.2 Die ausschließlichen EU- Zuständigkeiten


Das ist bis jetzt die weitgehendste Form der Integration. In Politiken dieser Art übertragen die
einzelne Mitgliedstaaten sowohl die gesetzgeberischen /legislativen) Rechte als auch das Recht der
Ausführung (das exekutive Recht) auf die gemeinsamen Organe: Ministerrat, EK, EP. Bei dieser
Kategorie geht es um einige genau abgegrenzte Bereiche, in denen die EU alleine - im Nahmen
sämtlicher Mitgliedstaaten - gesetzgeberisch tätig werden und verbindliche Rechtsakte erlassen.
Kann. Auf diesen Gebieten dürfen die Mitgliedstaaten erst dann tätig werden, wenn sie von der EU
hierzu ermächtigt werden oder sie die Aufgabe haben, eine oder mehrere Rechtsakten der EU
durchzuführen. Hierbei handelt es sich um „die ausschließlichen Zuständigkeiten”, die folgenden
Kategorien umfassen:
Die Zollunion
Die Festlegung der für die Funktionsweise des Binnenmarkts erforderlichen
Wettbewerbsregelungen
Die Geldpolitik für die Mitgliedstaaten, die den Euro als Währung eingeführt haben
Die Erhaltung der biologischen Meeresrerssourcen im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik
Die Gemeinsame Handelspolitik

5.2.3 Die zwischen der EU und den Mitgliedstaaten geteilten Zuständigkeiten


In diese Kategorie der geteilten Zuständigkeiten fallen Bereiche, in denen die EU tätig wird, wenn
ihr Tätigwerden einen zusätzlichen Nutzen zur Aktion der Mitgliedstaaten erbringt, was unter
Umständen weit gehen kann. Diese Kategorie betrifft:
den Binnenmarkt
bestimmte Aspekte der Sozialpolitik;
den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt (Kohäsion);
Landwirtschaft
Fischerei, mit Ausnahme der Erhaltung des biologischen Meereresressourcen;
die Umwelt;
den Verbraucherschutz;
den Verkehrstruktur;
die Transeuropäische Netze,
die Energieversorgung;
den Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts;
bestimmte Aspekte der gemeinsamen Sicherheitsanliegen im Bereich des Gesundheitswesens;
bestimmte Zuständigkeiten in den Bereich Forschung, technologische Entwicklung und Raumfahrt;
bestimmte Zuständigkeiten in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
17

5.2.4 Die unterstützenden EU-Zuständigkeiten


Bei der Kompetenzkategorie der „unterstützenden Zuständigkeiten“ greift die EU ausschließlich zur
Koordinierung oder Ergänzung der Maßnahmen der Mitgliedstaaten ein. Dieser verbleibt somit ein
sehr beträchtliches Maß an Aktionsfreiheit und die hauptsächliche Verantwortung gegenüber ihren
Bürgern. In diesen Bereichen ist es der EU nicht gestattet, eine Harmonisierung der nationalen
Rechtsvorschriften vorzunehmen. Diese Kategorie betrifft:
Schutz und Verbesserung der menschlichen Gesundheit;
Industrie;
Tourismus;
Bildung, Jugend, Sport und Berufsausbildung;
Katastrophenschutz;
Verwaltungszusammenarbeit.

Ergänzung des Systems der EU-Zuständigkeiten durch den „Flexibilitätsklausel“


Um eine gewisse Flexibilität des Systems der Zuständigkeiten zu erhalten, ist es dem Ministerrat
möglich, gegebenfalls eine Lücke bei den der EU zugewiesenen Zuständigkeiten zu füllen, falls ein
Vorgehen auf der Ebene der EU erforderlich ist, um eines der Ziele der EU-Verfassung zu
verwirklichen. Als eine Garantie der Rechtsstaatlichkeit der EU ist in der EU-Verfassung festgelegt,
das bei der Anwendung des Flexibilitätsklausul trifft der Ministerrat erst nach Zustimmung des EP
und einstimmig seine Entscheidung.

5.2.6 Verstärkte Zusammenarbeit einiger Mitgliedstaaten


Eine verstärkte Zusammenarbeit ist darauf ausgerichtet, die Verwirklichung der Ziele der EU zu
fördern, ihr Interesse zu schützen und ihren Integrationsprozess zu stärken. Sie steht allen
Mitgliedstaaten offen. An die im Rahmen einer verstärkten Zusammenarbeit erlassene Rechtsakte
sind aber nur die an dieser Zusammenarbeit beteiligten Staaten gebunden. Sie gelten nicht als
Bestandteil von „aquis communataire”, der von beitrittswilligen Länder angenommen werden muss.

5.3 Bedeutung der Rechtsordnung und des Rechssystems der EU

Obwohl die EU keinen Staat verkörpert, sind Rechtsordnung und Rechtssystem der EU doch von
größter Bedeutung, aus verschiedenen Gründen, wie zum Beispiel:
die Werte der EU (Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit,
Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte usw) können ohne ein Rechtssystem nicht aufbewahrt und
entwickelt werden;
das Funktionieren des politischen, wirtschaftlichen und institutionellen Mechanismus der EU kann
ohne ein gesetzmäßig und systematisch aufgebautes Rechtssystem nicht verwirklicht werden.
besonders für die in der EU neu beigetretenen Länder - darunter auch für Ungarn - ist es
lebenswichtig, dass die EU-Rechtsnormen eindeutig , transparent und zugänglich seien, weil das
erleichtert die Rechtsharminisierung des inneren Rechtes und das Einhalten der EU-Vorschriften,
die Ausnutzung der daraus ergebenen Vorteile und Vermeidung ihrer unangenehmen Folgen.

5.4 Durchblick des gegenwärtig – bis zum Inkrafttreten der EU-Verfassung - gültigen EU-
Rechtes („Aquis communataire”)
5.4.1 Die Gruppierung der EU/EG-Rechtsnormen
Die gegenwärtigen Rechtsquellen des EU-Rechtes können in fünf Gruppen geteilt werden:
Primäres Recht: Gründungsverträge
Sekundäres Recht: Rechtsakte der EU
Völkerrechts-Abkommen der EU und Übereinkommen zwischen den Mitgliedstaaten
Übereinkommen zwischen Mitgliedstaaten
18

Rechtsprechung von EuGH

5.4.2 Primäres Recht der EU/EG: Grundverträge und Vertrags -Änderungen


Der Ausdruck „primäres Gemeinschaftsrecht” bedeutet die Gesamtheit der gültigen Regelungen, die
im Laufe der letzten 53 Jahren von den Mitgliedstaaten geschaffen wurden, sich in den
Gründungsverträgen und ihren Änderungen befinden und unmittelbar des inneren Rechtes allen
Mitgliedstaaten sind.
Dazu gehören:
Grundungsverträge der drei Gemeinschaften (EGKS, EG, Euratom)
Die Beitrittsverträge von neuen Mitgliedsländer ( von 1973 bis 2004)
Die Einheitliche Europäische Akte(1986)
Der Maastrichter Vertrag (1993)
Der Amsterdamer Vertrag (1999)
Der Vertrag von Nizza (2001)

Sekundäres Recht der EU: Rechtsvorschriften der EU


Die EU kann Rechtsvorschriften erlassen, die in allen Mitgliedstaaten - entweder unmittelbar oder
mittelbar - Gesetzeskraft erlangen. Wenn man aber von „Gesetze” oder „Gesetzgebung” der EU
spricht, muss man allerdings darauf hinweisen, dass keine einzige Vorschrift sich wirklich „Gesetz”
nennt. Im gegenwärtig gültigen sekundärem europäischen Recht kennt man nur „Verordnungen”,
„Richtlinien”, „Entscheidungen„ und „Sonstige Direktiven ohne Rechtskraft”:
Verordnungen gelten nach ihrer Verabschiedung -genau so wie die Vorschriften der obgenannten
Gründungsverträge - direkt in allen Mitgliedstaaten. Sie sind für die Mitgliedstaaten, ihre Behörden,
Organe und Staatsbürger unmittelbar verbindlich. Steht eine Verordnung im Konflikt mit einem
nationalen Gesetz, so hat die EU-Verordnung Vorrang.
Richtlinien legen ein Ziel und den Zeitrahmen für die Umsetzung dieses Zieles in nationales Recht
der Mitgliedstaaten fest. Welche Mittel der Mitgliedstaat dabei einsetzt, bleib ihm überlassen. Wird
eine Richtlinie nicht, unvollständig oder nicht rechtzeitig ins nationale Recht umgesetzt, gilt sie
unmittelbar, und Unionsbürger können sich unter bestimmten Voraussetzungen vor den nationalen
Gerichten direkt auf diese Richtlinie berufen.
Entscheidungen richten sich direkt an einen bestimmten Adressatenkreis und sind für diesen direkt
in allen ihren Teilen verbindlich
Es gibt noch eine Reihe sonstigen Direktiven ohne Rechtskraft innerhalb der EU: sie haben
verschiedene Nennungen („Empfehlung”, „Meinung”, „Erklärung„ „Stellungnahme”,
„Bekanntmachung” usw.) Gemeinsame Eigenschaft dieser Direktiven ist, dass sie
Meinungsäußerungen, Informationen oder Orientierungen usw. beinhalten, und nicht verbindlich für
natürliche und juristische Personen sind.
Gesetzgebungsverfahren: Die Regel des Gesetzgebungsverfahrens schreiben die Vertage vor.
Gesetzentwürfe vorlegen dürfen weder Ministerrat, noch EP; das ist das alleinige Recht der EK
(„Initiativmonopol”) Über die Entwürfe („Vorschläge”) der EK entscheiden - in den meisten Fällen
- Ministerrat und EP gemeinsam. Sie können die Gesetzentwürfe auch ändern oder ablehnen. Sie
verabschieden in der Mehrzahl der Fälle die Gesetze in enger Zusammenarbeit. Ministerrat kann
Gesetze in der Regel nicht gegen die Mehrheit der EP-Mitglieder verabschieden. Nur wenn beide
Organe sich einigen, kommt in den wichtigen Bereichen der Politik ein Gesetz zustande.

Völkerrechtsabkommen der EU und Übereinkommen zwischen den Mitgliedstaaten


Völkerrechtsabkommen der EU mit Drittstaaten
Da die EU sich auch um seine wirtschaftlichen, sozialen und politischen Beziehungen zu
„Nichtmitgliedstaaten”, - die mit einem anderen Wort auch als „Drittstaaten” genannt werden, - und
anderen internationalen Organisationen bemühen muss, schließt sie mit denen
19

Völkerrechtsabkommen. Drei Formen verträglicher Beziehungen der EU zu Drittstaaten verdienen


besondere Erwägung:

Assoziierungsabkommen sind auf eine enge wirtschaftliche Kooperation mit weit reichender
finanziellen Unterstützung des Vertragspartners durch die EU ausgerichtet
Kooperationsabkommen gehen nicht so weit, wie Assoziioerungsabkommen und sind allein auf
eine intensive wirtschaftliche Zusammenarbeit gerichtet. Solche Abkommen verbinden die EU
unter anderen mit den Maghreb-Staaten(Marokko, Algerien, Tunis), mit den Masrick-Staaten
(Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien) und mit Israel
Handelsabkommen, die mit einzelnen Drittstaaten, Gruppen von Drittstaaten oder im Rahmen
internationaler Handelsorganisationen(z.B. WTO) auf zoll- und handelspolitischem Gebieten.
Übereinkommen zwischen den Mitgliedstaaten
Die Übereinkommen zwischen den Mitgliedstaaten werden zwecks Regelungen von Fragen, die
zwar in einem engen Zusammenhang zur Tätigkeit der EU stehen, für die aber den EU-Organen
keine Kompetenz übertragen worden ist, geschlossen.
Echte völkerrechtliche Abkommen zwischen den Mitgliedstaaten
Auch echte völkerrechtliche Abkommen können die Mitgliedstaaten miteinander schließen, mit
denen insbesondere die territoriale Beschränktheit nationaler Regelungen überwunden und
gemeinschaftliches Recht geschaffen werden soll (Dies ist vor allem von Bedeutung im Bereich des
internationalen Privatrechtes)

5.4.5 Ungeschriebene Rechtsquellen in der EU/EG


Wie jede andere Rechtsordnung, auch die EU-Rechtsordnung kann nicht ausschließlich aus
geschriebenen Normen bestehen, weil jede Rechtsordnung Lücken aufweist, die durch
ungeschriebenes Recht ausfüllen ist. Ungeschriebene Quellen des EU-Rechtes sind:
Die allgemeinen Rechtsgrundsätze, die den elementaren Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit
zum Ausdruck bringen, denen jede Rechtsordnung verpflichtet ist.
Das Gewohnheitsrecht,- mit anderen Worten: durch Übung und Rechtsüberzeugung erstandenes
Recht - das primäres oder sekundäres Recht ergänzt oder ändert.
Das ungeschriebene Recht hat aber heute nur kleine Wichtigkeit im EU-Leben und wird noch
kleinere haben, als die EU-Verfassung von den Mitgliedstaaten ratifiziert wird.

5.4 6 Die Urteile des EuGH als Bestandteil des EU/EG-Rechtes


Obwohl EuGH kein Gesetzgebungsorgan der EU ist und seine Urteile keine Rechtsnormen sind,
EuGH übt doch eine indirekte aber bedeutsame Wirkung auf die Legislatur der EU und auf die
Rechtsanwendung. Als Beispiele möchten wir folgende erwähnen:
Das „Cassis-de Dijon-Urteil”
„Was in einem Mitgliedstaat der EU nach dortigem Recht verkauft werden darf, das darf auch in
allen anderen Mitgliedsländern verkauft werden”
Das „ Bier-Urteil”
Das Cassis-de Dijon-Urteil wurde noch präzisiert in einer Entscheidung des EuGH, die die Import
von Bieren nach Deutschland erlaubte, die dem deutschen „Reinheitsgebot” für Biere nicht
entsprechen.
Das „ Bosman-Urteil”
„Staatsangehörige aus anderen EU-Ländern dürfen nicht als Ausländer betrachtet werden, denn die
EU-Verträge verbieten innerhalb des Binnenmarktes jede Diskriminierung, also Schlechterung eines
Unionsbürgers aufgrund der Nationalität” (Eine Folge dieses „Bosman-Urteils” ist, dass auf
deutschen Fussbalplätzen für Spieler aus anderen Staaten der EU nicht mehr die „Ausländer-Regel”
gilt, die es einem Verein verbietet, mehr als drei ausländischen Fussballprofis pro Spiel
einzusetzen.)
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Das „ Soldatinnen-Urteil”
Das deutsche Soldatengesetz Frauen nur den Zugang zum Sanitäts- und Musikdienst erlaubte;
Bewerbung von Frauen um Einstellung in die Bundeswehr als Berufssoldatinnen in anderen
Einweiten wurde deshalb stets abgelehnt. Im „Soldatinnen-Urteil „ vom EuGH wurde aber
festgelegt, dass der vollständige Ausschluss von Frauen aus allen bewaffneten Einheiten der
Bundeswehr widerspricht der EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung von Man und Frau (Das
deutsche Soldatengesetz wurde dementsprechend geändert)
Das „Getränkesteuer -Urteil”
In Österreich war Getränkesteuer eine traditionelles Steuergattung; eine Art vom Umsatzsteuer, die
für in den Städten und Gemeinden verkauften Getränke zu zahlen war (in der Höhe von cca. 10-15
% des Verkaufspreises), und bundesweite ein mehr Milliarden Schilling Einkommen der
Gemeinden bedeutete. Gemäß dem Urteil vom EuGH ist diese Steuergattung nicht im Einklang mit
dem Umsatzsteuer-Regelung der EU und so wurde es abgeschafft.

5.5 Das System des EU-Rechtes nach dem Inkrafttreten der EU- Verfassung
Aufbau der EU-Verfassung
Die EU-Verfassung tritt aus Gründen der Verständlichkeit und Klarheit als einheitlicher Text an die
Stelle sämtliche bestehenden Verträge. Sie umfasst vier Teile:
Die Präambel geht der EU-Verfassung voraus, in der - unter anderen – auf die „kulturellen,
religiösen und humanitären Überlieferungen Europas“ Bezug genommen wird.
Im ersten Teil werden die EU sowie ihre Ziele, Zuständigkeiten, Entscheidungsverfahren und
Organe definiert
Die feierlich auf den Tagung des ER in Nizza in Dezember 2000 verkündigte Charta der
Grundrechte wurde als Teil II in die EU-Verfassung integriert
Im dritten Teil der EU-Verfassung der die Politikbereiche und Maßnahmen der EU betrifft, werden
zahlreiche Bestimmungen – einigermaßen ergänzt oder geändert - aus den derzeitigen Verträgen
übernommen
Der vierte Teil enthält die Schlussbestimmungen, darunter die Verfahren zur Annahme und
Überarbeitung der EU-Verfassung
Zur EU-Verfassung sind beigefügt - und sind Bestandteile der EU-Verfassung -:
die zur EU-Verfassung beigelegten sechsunddreißig verschiedene Protokolle (zum Beispiel über die
Rolle der nationalen Parlamente innerhalb der EU ; über die Anwendung der
Grundprinzipien „Subsidiarität „ und „Verheltnissmäßigkeit“; über das System der europäischen
Bankern, über den Sitz der Institutionen, einiger Organe, Ämter und organisatorischen
Einheiten )
Anhang Nr. 1: Liste der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, auf die die Vorschriften der Artikeln 227
– 232 der EU-Verfassung anzuwenden sind
Anhang Nr. 2: Die Liste der außereuropäischen Länder und Hoheitsgebiete, die mit der EU
assoziiert sind.( Zum Beispiel: Grönland, Französich-Polinesien, Falkland-Inseln, Insel Sankt
Helena, Bermuda)

Aufzählung der durch die EU-Verfassung eingeführten neuen oder wesentlich geänderten Regel des
EU-Rechtes
Die EU und die Europäische Gemeinschaft, bisher rechtlich getrennt, werden vertraglich vereint; es
wird dann noch „die Europäische Union” geben.
Jeder Mitgliedstaat kann aus der EU wieder austreten.
Die Charta der Grundrechte ist in die EU-Verfassung aufgenommen, womit sie rechtsverbindlich
wird.
Der EU wird Rechtspersönlichkeit zuerkannt.
Im Vergleich zu den gegenwärtigen Verträgen
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In Vergleich zu den gegenwärtigen Verträgen wird die EU-Verfassung auf vielfacher Ebene eine
Stärkung des demokratischen Charakters der EU vorgenommen.
Subsidiarität und Verhältnissmässigkeit werden Grundsätze für das Handel der EU bleiben, sogar in
noch größerem Maßstab, wie vor;
Die EU-Verfassung legt eine Abgrenzung der EU-Zuständigkeiten für einzeln genannten
Politikbereiche fest, und bleibt dabei, dass die EU nur dort tätig werden kann, wo ihr die
Mitgliedstaaten nach dem Grundsatz der begrenzten Einzelermächtigung vertraglich eine
Zuständigkeit zuweisen;
Die Rechtsakten der EU werden vereinfacht und für den Bürgern durchschaubarer, als bisher;
Das System der halbjährlich wechselnden Präsidentschaft im Ministerrat wird ersetzt durch einen
von den Regierungen gewählten hauptamtlichen Präsidenten der EU, der den Vorsitz für zwei und
halb Jahre innehat.
Im Ministerrat wird der Vorsitz ein Jahr dauern und nach einem Rotationssystem unter den
Mitgliedstaaten ausgewählt;
Es wird ein europäischer Außenminister ernannt, der zugleich Vizepräsident der EK ist und den
Vorsitz im Rat der Außenminister hat, sofern sich dieser Rat mit Fragen der GASP befasst;
Das EP und der Ministerrat werden in nahezu allen Bereichen der Politik gemeinsam die
Gesetzgeber sein; im Ministerrat wird die Mehrheitsentscheidung zur Regel werden;
Die EK wird in der Weise verkleinert, dass aus den Staaten neben den Präsidenten und dem
Vizepräsidenten nach einem Rotationsprinzip weitere 13 stimmenberechtigte Kommissare ernannt
werden, während alle übrigen EU-Staaten je einen Kommissar ohne Stimmrecht nach Brüssel
entsenden.;
Der Präsident der EK erhält mehr Rechte und wird vom EP gewählt;
Die EU-Verfassung führt neue Rechtsgrundlagen ein, die es der EU ermöglichen,
eroforderlichenfalls in bestimmten Bereichen tätig zu werden.
Besondere Aufmerksamkeit wurde in der EU-Verfassung auch darauf verwendet, die Kohärenz der
Tätigkeiten der EU aufrecht zu erhalten. Die soll über Bestimmungen geschehen, mit denen
gewährleistet wird, das übergeordnete Zielsetzungen – insbesondere Gleichstellung der
Geschlechter, Umwelt- und Verbraucherschutz – bei der Festlegung und Umsetzung aller
spezifischen politischen Maßnahmen berücksichtigt werden.
Das Neue in der Regelung der EU-Symbole besteht darin, dass die bisherigen, vom Europarat
übernommenen Symbole in der EU-Verfassung und als eindeutig EU-Symbole geregelt sind.

5.5.3 Ratifikation, Inkrafttreten und Änderung der EU-Verfassung


Die EU-Verfassung bedarf der Ratifikation durch allen einzelnen EU-Mitgliedstaaten im Einklang
mit ihren verfassungsrechtlichen Vorschriften. Dia Ratifikationsurkunden werden bei der Regierung
der Italienischen Republik hinterlegt.
Die Ratifikation wird in einzelnen EU-Mitgliedstaaten entweder durch Entscheidung des nationalen
Parlaments oder durch Referendum verwirklicht, abhängig der Verfassungs-Vorschriften des
betreffenden Landes (Der bisherigen Informationen nach (Stand: Januar 2005) wird in neun
Mitgliedstaaten über die Ratifikation der EU-Verfassung durch Referendum entscheidet)
Die EU-Verfassung tritt am. November 2006 in Kraft, sofern alle Ratifikationsurkunden hinterlegen
worden sind, oder andernfalls am ersten Tag des zweiten auf die Hinterlegung des lenzten
Ratufikationsurkunde folgenden Monats.
Wenn zwei Jahre nach der Unterzeichnung nur vier Fünftel der Mitgliedstaaten den Vertrag
ratifiziert haben, befasst sich der ER mit der Angelegenheit.(Es kann nicht nur theoretisch sondern
auch praktisch vorkommen, da es bei fast der Hälfte der Mitgliedsstaaten wird die Bevölkerung,
unmittelbar durch Referendum über die Ratifikation der EU-Verfassung Entscheidung treffen )
Das Verfahren für die Revision der EU-Verfassung ist wie folgt geregelt: Das EP erwirbt
gleichberechtigt mit der EK und dem Mitgliedstaaten das Initiativrecht auf dem Gebiet der EU-
22

Verfassung; der Konvent wird zum regulären Gremium für die Ausarbeitung der Empfehlungen, die
der Konferenz der Regierungen der Mitgliedstaaten zu unterbreiten sind, welche die Änderungen an
der EU-Verfassung einstimmig annehmen muss. Allerdings kann der ER mit qualifizierten Mehrheit
nach Zustimmung des EP beschließen, dass der Umfang der vorgeschlagenen
Verfassungsänderungen keine Einberufung des Konvents gerechtfertigt (Ein „vereinfachtes“
Verfahren zur Änderung der EU-Verfassung wird für die Änderungen bei den „internen
Politikbereichen in Teil III. der EU-Erfassung vorgesehen)

5.5.4 Struktur und Rechtsnormstypen des EU-Rechtes nach Inkrafttreten der EU-Verfassung und
das Gesetzgebungsverfahren.
Mittels der EU-Verfassung werden die Rechtsakte der EU vereinfacht und für den Bürgern
durchschaubarer als vorher gestaltet.
In der EU-Verfassung wird auf der Grundlage einer Normenhierarchie eine Klärung der Rechtsakte,
mit denen die Organe die Zuständigkeiten der Union ausüben, sowie der Verfahren für ihre
Annahme vorgenommen, wobei nacheinander unterschieden wird:
zwischen Rechtsakten mit allgemeiner Geltung (Gesetze, Rahmengesetze, Verordnungen und
Beschlüsse) und Rechtsakten, die rechtlich nicht bindend sind (Stellungnahmen und
Empfehlungen);
innerhalb der rechtlich bindenden Rechtsakte zwischen Gesetzgebungsakten („Gesetze“ und
„Rahmengesetze“) und Rechtsakten ohne Gesetzescharakter („Verordnungen“ und „Beschlüsse“).
Die legislative Initiativbefugnis liegt weiterhin bei der EK; sie wird allerdings in bestimmten
Bereichen im Zusammenhang mit dem Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts mit
mindestens einem Viertel der Mitgliedstaaten geteilt.
In der EU-Verfassung ist als allgemeine Regel festgelegt, dass die Gesetze und Rahmengesetze im
Wege der Mitentscheidung von EP und Ministerrat angenommen werden, wobei letzterer mit
qualifizierter Mehrheit beschließt. Dieses so genannte „ordentliche Gesetzgebungsverfahren“
entspricht praktisch ohne Änderung dem gegenwärtigen Verfahren der Mitentscheidung
Im Zusammenhang mit den Durchführungsrechtsakten im engen Sinne wird im Entwurf einer
Verfassung zunächst darauf verwiesen, dass es in erster Linie den Mitgliedstaaten obliegt, die
rechtlich bindenden Rechtsakte der europäischen Organe umzusetzen. In dem Maße, wie es
einheitlicher Bedingungen für die Ausführung bedarf, wird im Verfassungsentwurf grundsätzlich
der Kommission oder ausnahmsweise dem Rat (unmittelbar auf der Grundlage der Verfassung
erlassene Durchführungsrechtsakte mit Ausnahme der GASP) die Befugnis übertragen,
entsprechende Durchführungsmaßnahmen zu erlassen.
Es werden in einem europäischen Gesetz vorab die allgemeinen Regeln und Grundsätze für die
Modalitäten der Kontrolle dieser Durchführungsrechtsakte durch die Mitgliedstaaten festgelegt
Dem EP wird folglich eine entscheidende Rolle in diesem Bereich zukommen.
In der EU-Verfassung sind ebenfalls delegierte Verordnungen eingeführt, die von der EK(es gibt
keine delegierte Verordnung des Ministerrates!) aufgrund einer Übertragung durch die
Legislativbehörde, das .heißt: EP und Rat, erlassen werden. Diese delegierten Verordnungen, mit
denen bestimmte Aspekte der Gesetze oder Rahmengesetze geändert oder vervollständigt werden
können, ohne dass allerdings ihre wesentlichen Elemente berührt werden, erfordern folglich eine
spezifische Ermächtigung, die im fraglichen Basistext erteilt wird, und unterliegen einem
besonderen Kontrollmechanismus seitens des Ko-Gesetzgebers: Jeder der beiden Teile kann die
Übertragung widerrufen; die delegierte Verordnung kann erst dann in Kraft treten, wenn innerhalb
einer im Gesetz oder im Rahmengesetz festgelegten Frist keiner der beiden Teile der
Gesetzgebungsbehörde Einwände erhebt.
23

Teil 6 Organe und Institutionen der EU


6.1 Bedeutung und Klassifikation der EU-Organe und - Institutionen
Die Verfassung eines Staates bestimmt, welche Organe die Staatsaufgaben erfüllen und wie die
Aufgaben unter ihnen verteilt werden. In der EU schreiben heute noch die Verträge vor, welche
Aufgaben die EU hat, von welchen Organen/Institutionen diese Aufgaben wahrgenommen werden,
und wie diese Organe mit anderen gemeinschaftlichen und nationalen Organen zusammenarbeiten
sollen.
Die heutige Konstruktion und Aufgaben - bzw. Kompetenz-Verteilung der EU-Organe - die
gleichzeitig auch Organe der Europäischen Gemeinschaft sind - ist Ergebnis einer mehr als
fünfzigjährigen Entwicklung und widerspiegelt es einige Mangelhaftigkeiten und Inkonsequenzen.
Will man das europäische Projekt nach der größten Erweiterung der EU am 01.05.2004
voranbringen und die EU in der Lage versetzen, ihre Ziele zu verwirklichen, so muss man über
einen wirksamen und legitimen institutionellen Rahmen verfügen.
Laut EU-Verfassung verfügt die EU über einen institutionellen Rahmen, mit dem angestrebt wird,
die Ziele der EU zu verfolgen,
ihren Werte Geltung schaffen,
den Interessen der Union EU, ihrer Bürgerinnen und Bürger und ihrer Mitgliedstaaten zu vertreten.,
und
die Kohärenz, Effizienz und Kontinuität der Politik der EU und der von ihr zur Erreichung ihrer
Ziele getroffenen Maßnahmen sicherzustellen.
In der EU-Verfassung wird die jeweilige Rolle der Organe und Einrichtungen der EU geklärt. Die
EU-Verfassung nimmt die wesentlichen Bestandteile der bestehenden institutionellen Regelungen
auf, führt aber auch einige neue Elemente ein.
Gemäß der Verfassung umfasst die intitutionelle Rahmen im eigentlichen Sinne: das ER, den EP,
den Ministerrat, die EK und den EuGH. Alles, was in der EU beschlossen wird, geschieht im
„Zusammenspiel” vom EP, ER, Ministerrat und EK; EuGH übt dagegen eine
„Verfassungskontrolle” aus, ähnlich wie z. Beispiel das Verfassungsgericht in Ungarn.
Die beratenden Einrichtungen der EU sind: der AdR und der WSA
Die sonstige Institutionen der EU haben die verschiedensten Nahmen und Aufgabenkreise

6.2 Europäisches Parlament (EP)


6.2.1 Geschichte und Funktion des EP
Die Entstehung der Vorgänger vom EP ist infolge des Wunsches stattgefunden, dass in den Organen
der Gemeinschaften auch die Bürger repräsentiert werden sollen .Das EP ist aus der
Versammlungen der EGKS, der EWG und der EURATOM hervorgegangen, die durch das
Abkommen über gemeinsame Organe für die Europäischen Gemeinschaften (1957) zu einer
einheitlichen „Versammlung” vereinigt worden. Die offizielle Umbenennung in „Europäischen
Parlament” erfolgt erst mit dem Maastrichter Vertrag über die EU(1993) Während diesen fast
fünfzig Jahren wurde die Rolle vom EP schrittenweise erhöht und sein Kompetenzkreis - zwecks
der Demokratisierung der EU - ausgedehnt.
EP trat es als „Sprachrohr der Bürger” vom Anfang an für ein „Europa der Bürger” ein, für
Verbesserungen und Erleichterungen, die jedem einzelnen zugunsten kommen (z.B. Abschaffung
der Kontrollen an den Binnengrenzen, sozialer Ausgleich im Binnenmarkt, Abbau der
Arbeitslosigkeit, Schutz der Umwelt, Gleichberechtigung von Mann und Frau usw.)
EP ist „Motor der Integration”, vor allem, weil es von jeher neben der wirtschaftlichen die
politische Einigung fordert und fördert

Konkrete Befugnisse des EP


EP ist schon heute gemeinsam mit dem Ministerrat als Gesetzgeber tätig. .Durch die EU-Verfassung
werden die Befugnisse des EP als Mitgesetzgeber verstärkt, dazu wird der Anwendungsbereich des
24

so genannten „Mitentscheidungsverfahrens erweitert, mittels dessen das EP gemeinsam mit dem


Ministerrat Entscheidungen trifft.
EP übt - gemeinsam mit dem Ministerrat - die Haushaltsbefugnisse aus
EP erfüllt Aufgaben der politischen Kontrolle und ebenso Beratungsfunktionen
Laut EU –Verfassung wählt das EP den Präsidenten der EK auf Vorschlag des ER, (der mit
qualifizierten Mehrheit angenommen wird.) wobei der ER dem Ergebnis der Wahl Rechnung tragen
muss; das EP erteilt ferner seine Zustimmung zur Kommission in ihrer Gesamtheit

6.2.3 Wahl der Abgeordneten des EP


Die Abgeordneten des EP werden alle fünf Jahre gewählt, das nächste Mal im Juni 2004. Jede
Bürgerin, jeder Bürger der Union hat entweder im Land des Vohnsitzes, oder im Heimatland das
aktive und passive Wahlrecht.
Ein Entwurf für ein Wahlverfahren, das in allen EU-Staaten einheitlich ist, oder zumindest in
Einklang steht mit den allen Mitgliedstaaten gemeinsamen Grundsätzen bei Wahlen - z. B. die
Allgemeinheit und die Gleichheit des Wahlrechtes, die Direktwahl , die geheime Abstimmung -hat
das EP ausgearbeitet; er muss vom Ministerrat angenommen und von allen Mitgliedstaaten
ratifiziert werden.
Im Juni haben auch die ungarischen Staatsbürger ihre EP-Abgeordneneten gewählt; dazu hat das
ungarische Parlament ein Europa-Wahlgesetz geschafft. Es waren Parteilisten geöffnet für die
Wähler; ganz Ungarn war eineinheitlicher Wahlkreis und die der Anzahl der gültigen Stimmen nach
aufgeteilt.

6.2.4 Anzahl der Abgeordneten; die Fraktionen; der Präsident des EP.
Laut EU-Verfassung wird für die Anzahl der EP-Abgeordneten eine Obergrenze von 750 festgelegt.
In der EU-Verfassung wird keine Verteilung der Sitze je Mitgliedstaat vorgesehen, wie es heute der
Fall ist (Ungarn hat gegenwärtig 24 EP-Mandate.) Stattdessen enthält die EU-Verfassung eine
Rechtsgrundlage, mit der der ER beauftragt wird, vor en Wahlen im Jahre 2009auf Vorschlag des
EP und mit dessen Zustimmung einen Beschluss über die Verteilung der Sitze zu fassen; Dabei gilt
es der Grundsatz der „degressiv proportionalen Vertretung“ der Mitgliedstaaten.
Die Abgeordneten schließen sich im EP in Fraktionen, die übernational sind, sie stehen also den
Abgeordneten aus allen Mitgliedstaaten offen; Abgeordnete aus dem gleichen Mitgliedstaat können
innerhalb einer Fraktion eine Gruppe bilden. Im jetzigen Parlament haben sich acht Fraktionen
gebildet. Die zwei stärkste Fraktionen : waren im EP-Cyklus 1999-2004 die Europäische
Volksparteien 233 und die Europäische Sozialistischen Parteien
Das EP wählt aus seiner Mitte einen Präsidenten für jeweils die Hälfte einer Legislaturperiode, also
für zwei und halb Jahre. (Der Präsident des EP ist derzeitig – Stand: Januar 2005- Joseph
BORRELL.)

6.2.5 Tätigkeitsmethoden des EP


Zwölf Wochen im Jahr sind für Plenarsitzungen in Strassburg eingeplant. Dazwischen tagen die
Ausschüsse und die Fraktionen in Brüssel. Dort können auch weitere Plenarsitzungen abgehalten
werden. Die Reden in Plenarsitzungen werden simultan in alle elf Amtssprachen nach dem Beitritt
der 10 neuen Länder in allen 21 Amtssprachen - übersetzt.
Strassburg ist Sitz des Europäischen Parlaments. Das Generalsekretariat (heute ca. 3500
Bediensteten) sitzt in Luxemburg. Das Parlament unterhält Außenstellen in Brüssel und
Informationsbüros in den Hauptstädten der Mitgliedstaaten: ein EP-Informationsbüro wird auch in
Budapest eingerichtet.
Um Themen fachkundig beraten zu können, spezialisieren sich die Abgeordneten; sie werden in
Ausschüsse gewählt, die für bestimmte Fachbereiche zuständig sind und die Arbeit der
Plenarsitzungen vorbereiten.
25

6.3 Europäischer Rat (EU-Gipfeltreffen – ER)


6.3.1 Geschichte und Funktionen des ER
ER ist der Gipfeltreffen von Chefs aller Staaten und Regierungen (Kanzler, Premierminister,
Präsident.)Solche Treffen der Staaten der Europäischen Gemeinschaft fanden in der Anfangszeit
eher sporadisch, zu gegebenen Anlass statt. Erst 1974 fasste man den Beschluss sich künftig
regelmäßig zu treffen. Die Einheitliche Europäische Akte (1986) war der erste rechtlich
verbindliche Vertrag, der den Europäischen Rat erwähnte, er definierte jedoch nicht seine Rolle.
Das holte erst der EU-Vertrag von 1993 nach und es wurde durch die EU Verfassung zu einem
vollwertigen „Organ“
ER kümmert sich in der Regel nicht um die Alltagsgeschäfte, sondern um die großen Fragen, die
zukunftbestimmend sind. ER gibt der Union die für ihre Entwicklung erforderlichen Impulse und
legt ihre allgemeinen politischen Zielvorstellungen und Prioritäten fest, an die der Ministerrat sich
bei seinen Entscheidungen zu halten hat.(Doch wird aber ER nicht gesetzgeberisch tätig) So hat ER
die entscheidenden Anstöße gegeben, zum Beispiel:
für die erste Direktwahl des EP(1979),
für das Europäische Währungssystem (1979),
für die Reform der Agrarpolitik (1987).
für den Beitritt neuer Mitgliedstaaten,
für die Gründung der Europäischen Union.
Wenn es aber sein muss, packt ER die Probleme an, die der Ministerrat nicht lösen konnte. Bei so
schwierigen Fragen, wie Finanzierung der Gemeinschaft, Agrarreform, Währungsunion oder
Steuerharmonisierung macht die Autorität der Staats- und Regierungschefs Lösungen eher möglich.
ER ist also sozusagen ein Ministerrat auf höchster Ebene, gewissermaßen ein „Premierministerrat”:
die oberste Instanz in der EU, aber - ER wird nicht gesetzgeberisch tätig. Einige wichtigen
Personalentscheidungen - zum Beispiel die Bennennung des Präsidenten der EK - sind ebenso
Sachen des ER.

Zusammensetzung Vorsitz und Tätigkeitsordnung des Europäischen Rates


ER setzt sich zusammen aus den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten, seinem
Präsidenten, den Präsidenten des ER, dem Präsidenten der EK. Entsprechend der EU-Verfassung
nimmt der neu zu bestimmende Außenminister der EU ebenfalls an den Beratungen teil. Auch die
Außenminister der EU-Mitgliedstaaten nehmen an den ER-Sitzungen teil
ER tritt derzeitig halbjährlich und zwar in den Monaten Juni und Dezember zusammen; in der
Verfassung- ist es vierteljährlich vorgesehen. gegebenfalls konnten aber auch außerordentliche ER-
Sitzungen einberufen werden.
Die Sitzung wird gegenwärtig von der - in jedem Halbjahr wechselnden – „Präsidentschaft der EU
einberufen. Diese Präsidentschaft rotiert in jedem halben Jahr; im Jahr 2005 haben L und danach
UK die Präsidentschaft, im Jahr 2006 Österreich und Finnland.
Nach Inkrafttreten der EU-Verfassung wird aber der rotierende Vorsitz aufgehoben, und es wird ein
ständiger Präsident des ER – mit beschränkten Befugnissen –eingestellt, der mit der qualifizierten
Mehrheit des Mitglieder des ER für eine Amtszeit für zweieinhalb Jahren gewählt wird; er kann
einmal wiedergewählt werden. Dieser Präsident soll den Vorsitz führen und die Beratungen des ER
leiten. Er soll auch Aufgaben der Repräsentation der EU auf einer hohen Ebene in Angelegenheiten
von GASP wahrnehmen.
Wenn es die Tagesordnung erfordert, können die Mitglieder des ER beschließen, sich von einem
Minister oder - im Fall des Präsidenten der Kommission - von einem europäischen Kommissar
unterstützen zu lassen. Wenn es die Lage erfordert, beruft der Präsident eine außerordentliche
Tagung des ER ein.
26

ER erstattet dem EP nach jeder Tagung einen Bericht, und außerdem alljährlich einen schriftlichen
Bericht über die „Fortschritte der Union” vor.
Den allgemeinem Regel nach entscheidet ER durch Konsens , - mit anderen Worten : einstimmig

6.4 Ministerrat der EU (Rat)


6.4.1 Funktionen und Zusammensetzung des Ministerrates
Der Ministerrat ist das Organ der EU, in dem die Regierungen der Mitgliedstaaten vertreten sind. Es
wird gemeinsam mit dem Europäischen Parlament als Gesetzgeber tätig und übt gemeinsam mit
ihm die Haushaltsbefugnisse aus. Es ist auch die Institution, die vorrangig Entscheidungen in der
Gemeinsamen Außer- und Sicherheitspolitik trifft.
Der Ministerrat besteht aus auf je einem von jedem Mitgliedstaat auf Ministerebene ernannten
Vertreter , zum Beispiel
den Landwirtschaftsminister für den Rat, der Entscheidungen auf dem Gebiet der Gemeinsamen
Agrarpolitik -„Rat der Landwirtschaftsminister” -
den Verkehrsminister für den Rat, der Entscheidungen auf Gebiet des Verkehrs - „Rat der
Verkehrsminister”,
den Unweltminister für den Rat, der Entscheidungen auf dem Gebiet der Umweltpolitik der EU - -
„Rat der Umweltminister
In der EU-Verfassung ist die Einsetzung eines Rates „Auswärtigen Angelegenheiten „ vorgesehen,
in dem der Europäische Außenminister den Vorsitz führt; zu unterscheiden ist zwischen dem Rat
„auswärtige Angelegenheiten“ und dem Rat „Allgemeine Angelegenheiten“ (Letzterer gewährleistet
weiterhin die Kohärenz der Arbeiten des Rates und stützt sich dabei auf dem „COREPER“ (Rat der
ständiger Vertreter der Regierungen in Brüssel)
„ Rat „Wirtschaft- und Finanzen - ECOFIN” ist, wo die kompetenten Minister der Mitgliedstaaten
über die Wirtschafts- und Finanzfragen der EU tagen.( Die ECOFIN-Minister der gegenwärtig
zwölf Mitgliedsländer, die zur „Euro-Zone” gehören können auch getrennt zusammenkommen, um
ihre Wirtschaftspolitik verstärkt zu koordinieren)

6.4.2 Vorsitz innerhalb des Ministerrates


In der EU sind alle Staaten gleich und gleichberechtigt. Aber ein halbes Jahr für jeweils ist ein
Staat” der erste unter Gleichen”: er hat die Präsidentschaft in der EU (Im I. Halbjahr 2005 ) Die
Präsidentschaft umfasst die organisatorische Tätigkeit und die Durchführung der Sitzungen vom ER
und ebenso von allen Formationen des Ministerrates, angefangen von den offiziellen und
unoffiziellen Ministerrat-Sitzungen (Ministertreffen) - die formell von der Präsidentschaft
einberufen wird - über den wöchentlichen Treffen von „COREPER“ bis den rund 1500 Sitzungen
der Rats-Arbeitsgruppen. Die Präsidentschaft ist auch für die laufenden Obligheiten der Außen- und
Sicherheitspolitik, sowie die der Justiz und des Inneres verantwortlich Die Präsidentschaft vertritt
der EU nach außen und ist Ansprechpartner für Drittstaaten.
Der Mitgliedstaat, der in der Präsidentschaft an der Reihe kommt, legt am Beginn seiner
Präsidentschaft sein „Präsidentschafts-Programm” vor und stellt es im EP zur Diskussion, und ab.
Zur als sein halbjährige Tätigkeit zu Ende ist, legt vor dem EP einen Rechenschaftsbericht
Kontinuität der EU-Tätigkeit arbeiten die vorherige, die gegenwärtige und die zukünftige EU-
Präsidentschaft miteinander eng zusammen , die drei Staaten bilden das so genannte „Troika”
Gemäß der EU-Verfassung wird aber der Vorsitz in den Formationen des Ministerrates für die
Dauer eines Jahres nach der gleichberechtigten Rotation von den Ministern der Mitgliedstaaten
wahrgenommen. Der ER muss die Regeln dieser Rotation unter den Mitgliedstaaten mit der
Berücksichtigung unter anderem des geografischen Gleichgewichtes in Europa festlegen.

6.4.3 Beschlussfassung im Ministerrat


27

Die Verträge der Union schreiben vor, in welchen Bereichen der Politik Beschlüsse einstimmig
gefasst werden und wann qualifizierte Mehrheitsbeschlüsse möglich sind. Bei einstimmigen
Beschlüssen hat jedes Land eine Stimme. Bei Beschlüssen mit qualifizierter Mehrheit haben die
Länder ein unterschiedliches, in etwa ihrer Größe entsprechendes Gewicht.

Stimmengewicht der Mitgliedstaaten: bei Entscheidungen mit qualifizierten Mehrheit


Gegenwärtig haben die 25 Mitgliedstaaten insgesamt 321 Stimmen und ist für eine qualifizierte
Mehrheit folgendes nötig
einerseits 232 Stimmen aus Minimum 13 Länder
anderseits muss auf Antrag eines Ministers im Rat geprüft werden, ob in den Staaten, die für einen
Beschluss eine qualifizierte Mehrheit bilden, mindestens 62 % der Gesamtbevölkerung der EU
wohnen. Sind es weniger, kommt der Beschluss nicht zustande.
Die EU-Verfassung legt fest, dass die qualifizierte Mehrheit im Rat bedeutet eine Mehrheit von 55
% der Mitgliedstaaten, die eine Bevölkerungsmehrheit von 65 % aufweist.
6.5 Außenminister der EU
Die Einrichtung des Postens eines Außenministers ist eine der wichtigen Neuerungen in der EU-
Verfassung. Mit Hilfe dieser Funktion wird es zu einer stärkeren Kohärenz bei der
Aussenbeziehungen der EU kommen, sowohl auf politischer als auch wirtschaftlicher Ebene. Die
übrigen Länder werden die Stimme der EU leichter ausmachen.
Dieser Minister trägt sozusagen „zwei Hüten”. Er nimmt nämlich Aufgaben wahr, die derzeit drei
Personen zugewiesen sind: dem Generalsekretär des Rates, dem Hohen Vertreter für die
Gemeinsame Außen und Sicherheitspolitik(GASP), und dem für Aussenbeziehungen zuständigen
Kommissar. Der Außenminister ist somit gleichzeitig Beauftragter des Rates für die Gemeinsame
Außen- und Sicherheitspolitik und die für die Außenbeziehungen zuständigen Komissionsmiglied.
Sogar ist er Vizepräsident der EK, und in dieser Eigenschaft unterliegt er dem kollektiven
Zustimmungsvotum des EP und gegebenfalls dem Misstrauensvotum. Er hat den Vorsitz im Rat der
Außenminister und trägt für die Schlüssigkeit des außenpolitischen Handels der Union in ihrer
Gesamtheit Sorge.
Der Außenminister wird vom Europäischen Rat mit qualifizierter Mehrheit mit Zustimmung des
Präsidenten der Kommission ernannt. Er hat das Vorschlagsrecht und vertritt die EU allein oder mit
der EK; erstützt sich auf einen „Europäischen Auswärtigen Dienst.“

6.6 Europäische Kommission (EK)


6.6.1 Funktion und Verantwortlichkeit der EK
Die Europäische Kommission (kurz: EK) ist geschaffen worden, um in völliger Unabhängigkeit und
frei von nationalen Eigenwünschen die allen Mitgliedstaaten der EU gemeinsamen europäischen
Interessen zu vertreten.
EK ist die treibende Kraft bei der Gesetzgebung. Sie allein hat das Recht (und die Pflicht), Entwürfe
für europaweit geltende Gesetze zu formulieren und vorzugehen. EK hat also großen Einfluss
darauf, wie und wie schnell die Union sich entwickelt. ER und EP können EK auffordern,
Gesetzentwürfe zu bestimmten Aufgaben vorzulegen.
EK übernimmt die Programmplanung und Durchführung der gemeinsamen Politiken (wie zum
Beispiel der Gemeinsamen Agrarpolitik).
EK führt den Haushaltsplan aus und verwaltet die Gemeinschaftsprograme. Bei der konkreten
Umsetzung der gemeinschaftlichen Maßnahmen und Programme stützt sich die EK sehr weit auf
die einzelstaatlichen Verwaltungen.
EK übt die Vertretung der EU auf internationaler Ebene (zum Beispiel im Rahmen der WTO). Es
gilt gegenwärtig auch für die Vertretung der EU nach außen, im Rahmen der Außen- und
Sicherheitspolitik (Diese Funktion wird die EK nach dem Inkrafttreten der EU-Verfassung mit dem
Außenminister der EU geteilt ausgeübt)
28

Schließlich EK trägt die Verantwortung für die ordnungsgemäße Anwendung der Bestimmungen
der EG und EU-Verträge (später auch für die Anwendung der EU-Verfassung), sowie den von den
Organen der Gemeinschaft getroffenen Beschlüsse Sorge, zum Beispiel im Bereich des
Wettbewerbes.
Die Kommission ist als Kollegium dem EP verantwortlich. EP kann das Misstrauensantrag gegen
EK aussprechen und damit geschlossen (nicht einzelne Kommissare) zum Rücktritt zwingen. Im
solchen Fall führt die zurückgetretene EK die laufenden Geschäfte bis zur Ernennung eines neuen
EK weiter. ( Diesbezüglich war ein konkreter Fall im März 1999: EK musste nach heftiger Kritik
und der Entscheidung des EP zufolge zurücktreten, erstmals in der Geschichte der EU)
Wahl des Präsidenten der EK und der Kommissare
Derzeitig benennen die Regierungen der EU-Länder einen Kandidaten für das Amt des Präsidenten
der EK, dem das EP zustimmen muss. Der designierte Präsident benennt dann auf Vorschlag der
Mitgliedstaaten die übrigen Kandidaten der EK, die sich eine eingehende Prüfung durch das EP
stellen. Wenn das Parlament der neuen EK zustimmt, kann sie von den Regierungen der
Mitgliedstaaten ernannt werden.( So ist es vorgekommen, dass wegen heftigen Kritiken des EP
konnte der designierte EK-Präsident die Annahme der Liste der Kommissar-Kandidaten durch das
EP nur nach einer Änderung dieser Liste „durchboxen“(Der Präsident der EK ist derzeitig –Stand:
Januar 2005 –José Manuel BAROSSO)
Laut der EU-Verfassung schlägt ER dem Europäischen Parlament – mit Berücksichtigung der
Ergebnissen der Europäischen Wahlen und nach entsprechenden Konsultationen - mit qualifizierten
Mehrheit einen Kandidaten für das Amt des Präsidenten der EK vor: dabei berücksichtigt er das
Ergebnis der Wahlen des EP. Das EP wählt diesen Kandidaten mit der Mehrheit seiner Mitglieder.
Erhält dieser Kandidat nicht die Mehrheit, so schlägt der ER dem EP innerhalb eines Monats mit
qualifizierten Mehrheit einen neuen Kandidaten vor, für dessen Wahl das EP dasselbe Verfahren
anwendet
Aufgaben und kompetenten des EK-Präsidenten Laut EU-Verfassung: er legt die Leitlinien fest,
nach denen die EK ihre Aufgabe ausübt; beschließt über die interne Organisation der EK, um die
Kohärenz, die Effizienz und das Kollegialitäts-Prinzip im Rahmen ihrer Tätigkeit sicherzustellen;
ernennt, mit Ausnahme des Außenministers der EU, den Vizepräsidenten aus dem Kreis der EK;
und hat die Möglichkeit, ein Mitglied der EK zum Rücktritt auszufordern.(Präsident der EK ist
derzeitig (Stand: Januar2005):José Manuel BAROSSO
Früher setzte sich EK aus 20 Personen: je zwei Vertreter von D, F, UK, I, und S, und dazu noch je
ein Vertreter der übrigen 10 Mitgliedstaaten zusammen.
In der gegenwärtigen, ab November 2004 begonnen Amtsperiode besteht EK aus 25 Mitglieder:
alle Mitgliedstaten haben je einen Kommissar gestellt.
In der EU-Verfassung ist niedergelegt, dass ab 2014 die Anzahlt der EK-Mitglieder reduziert
werden und der Zahlt von zwei Dritten der Mitgliedstaaten entsprechen soll. Die Kommissare
werden dann nach einem Rotationssystem ausgewählt, bei dem alle Mitgliedstaaten gleichberechtigt
behandelt werden.

Beschlussfassung; Geschäftsordnung; Bericht über die Tätigkeit der EU in der EK


EK trifft ihre Beschlüsse mit der einfachen Mehrheit ihrer Mitglieder. Die Beschlussfähigkeit wird
in der Geschäftsordnung festgelegt.
Die EK gibt sich eine Geschäftsordnung, um ihr ordnungsgemäßes Arbeiten und das ihrer
Dienstellen zu gewährleisten. Sie sorgt für die Veröffentlichung dieser Geschäftsordnung.
Die EK veröffentlicht jährlich, und zwar spätestens einen Monat vor Beginn der Sitzungsperiode
des EP, einen Gesamtbericht über die Tätigkeit der EU.
Die EK hat Vertretungen in allen Mitgliedstaaten. Ihre Verwaltung ist in 36 Generaldirektionen und
hochrangige Dienststelle gegliedert. Der EK unterstehen ferner Außenstellen und
Forschungseinrichtungen sie hat den größten Übersetzungs- und Dolmetscherdienst der Welt.
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6.7 Gerichtshof der EU(EuGH)


6.7.1 Funktionen von EuGH
Kennzeichnend für das Rechtsstaastprinzip ist: Unabhängige Gerichte wachen darüber, dass die
Rechtsstaatlichkeit gewahrt bleibt; sie garantieren jedem Bürger, jeder Bürgerin umfassenden
Rechtsschutz gegen Missbrauch der öffentlichen Gewalt.
EuGH sorgt für die Einhaltung des Rechts der Union, eingerechnet die künftige Verfassung der EU
und allen anderen Rechtsnormen der EU. Seine Funktion kann man als eine Mischung von
Funktionen betrachten, die in Ungarn vom Verfassungsgericht und von allem anderen Gerichte
ausgeübt werden.

6.7.2 Zuständigkeiten des EuGH


In seine Zuständigkeit fallen
Rechtsstreitigkeiten zwischen den Mitgliedstaaten, zwischen der EU und den Mitgliedstaaten, und
zwischen Privatpersonen und der EU und zwischen EU-Organe
Klagen, die von natürlichen oder juristischen Personen gegen Entscheidungen der EU-Organe oder
Einrichtungen eingeleitet werden (Bisher ist so eine Klage nur dass möglich, wenn diese beklagte
Entscheidungen diese Personen „persönlich” treffen. Aber laut EU-Verfassung müssen die Bürger
und die Unternehmer in die Lage gesetzt werden, leichter gegen die Regelungen der EU
vorzugehen, die als Grundlage der Sanktionen dienen, auch wenn diese sie nicht persönlich treffen.
Fragen der Auslegung des Unionsrechts, die von einem einzelstaatlichen Gericht im Rahmen eines
abhängigen Verfahrens aufgeworfen werden. Diese letztgenannte Zuständigkeit im Wege der
„Vorabentscheidung” ist von grundlegender Bedeutung, um eine gleichmäßige Auslegung des
Unionsrechts auf dem gestammten Unionsgebiet sicherzustellen.
Endgültige Entscheidungen darüber, wie strittige Texte in den Verträgen zu verstehen sind, auch
wenn diese Streitigkeiten nicht innerhalb eines Gerichtsverfahrens vorgekommen sind.
Dienstrechtsklagen, die bei Streitsachen zwischen EU und deren Bediensteten von beiden Seiten
eingereicht werden können.

6.7.3 Die Gliederung des EuGH


Das EuGH gliedert an folgendem Gerichte:
der Gerichtshof der EU
das Gericht (heute noch: Gericht erster Instanz)
die Fachgerichte

6.7.4 Sonstige Regel betreffs EuGH


Der Gerichtshof und das Gericht setzen sich aus mindestens einem Richter je Mitgliedstaat
zusammen und werden von den Regierungen der Mitgliedsstaaten in gegenseitigem Einvernehmen
für sechs Jahre ernannt,
Ebenso werden die Generalanwälte ernannt, derer Aufgabe ist die Tätigkeit der Gerichte zu
unterstützen.
Klagen beim EUGH haben keine aufschiebende Wirkung. EuGH kann jedoch, wenn er den
Umständen nach für nötig hält, die Durchführung der angefochtenen Handlung aussetzen.
Die Urteile des EuGH sind vollstreckbar
Die Satzung des EuGH wird in einem Protokoll festgelegt.

6.8 Die Europäische Zentralbank (EZB)


Die EZB und die Zentralbanken der EU-Mitgliedstaaten bilden das Europäische System der
Zentralbanken.
30

Die Währungsunion und die einheitliche Währung „Euro“ haben zur Errichtung der EZB geführt.
Seit dem 1. Januar 1999 besteht die Aufgabe darin, die vom ESZ festgelegte europäische
Währungspolitik – zum Beispiel die Steuerung der Menge von Euro zu betreiben. Auf der Ebene
der konkreten Umsetzung leiten die Beschlussorgane der EZB das ESZ, das für die Erarbeitung um
Umsetzung der Geldpolitik, die Wechselkurssteuerung, die Verwaltung der Devisenreserven der
Mitgliedstaaten sowie das ordnungsmäßige Funktionieren der Zahlungssysteme zuständig ist. Sein
vorrangiges Ziel ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten.
Die EZB ist ein Organ, das Rechtspersönlichkeit besitzt. Sie allein ist befugt, die Ausgabe des Euro
zu genehmigen.
Die EZB erlässt die für die Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Maßnahmen. Gemäß diesen
Bestimmungen behalten die Mitgliedstaaten, die die Euro nicht eingeführt haben, sowie deren
Zentralbanken ihre Zuständigkeiten im Währungsbereich
Die EZB wird in ihrem Zuständigkeitsbereich zu allen Vorschlägen für Rechtsakte der Union sowie
zu allen Entwürfen für Rechtsvorschriften auf einzelstaatlicher Ebene angehört, und kann
Stellungnahmen abgeben.

6.9 Die Europäische Investitionbank (EIB)


Die EIB ist eine Finanzinstitution für die „ ausgewogene und reibungslose Entwicklung der EU”,
und gleichzeitig die größte Finanzierungsinstitution weltweit. Die EIB finanziert mit ihrem
langfristigen Darlehen mit niedrichstmöglichen Zinsen und mit ihrer Bürgschaft
Investitionsvorhaben in der EU, die einem oder mehreren der nachstehenden Ziele dienen:
Entwicklung der wirtschaftliche schwächeren Regionen
Ausbau der transeuropäischen Netze für Verkehr, Telekommunikation und Energieübertragung
Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Förderung
ihrer Integration auf europaweiter Ebene ebenso Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen.
Schutz der Umwelt, Sicherung der Lebensqualität, Strukturverbesserung städtischen Gebiete und
Bewahrung des architektonischen Erbe in der EU
Sicherung der Energieversorgung. Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur-Einrichtungen in
den Bereich Bildung und Gesundheit, sowie Städterrneuerung im Rahmen des so genannten
„Amsterdamer Sonder-Aktionsprograms” zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung.

Der Europäische Rechnungshof(EuRH)


EuRH ist „der Anwalt der europäischen Steuerzahler“; das Organ der EU, das die
Rechnungsprüfung wahrnimmt: er kontrolliert die Rechnung über alle Einnahmen und Ausgaben
der EU. EuRH prüft im Laufe der Kontrolle
die Rechtsmäßigkeit der Einnahmen und Ausgaben des Gemeinschaftshaushalts; sie müssen auf
Rechtsakten der EU zurückzuführen sein;
Die Ordnungsmäßigkeit der Ausgaben; sie müssen mit Zahlungsermächtigungen übereinstimmen;
und
Die Wirtschaftlichkeit der Hauhaltsführung; vor allem Sparsamkeit und Wirksamkeit
EuRH stellte seit Jahrzehnten immer wieder Missbrauch von EU-Geldern fest. Für das Aufdecken
von Betrügereien in Bezug auf EU-Gelder in den Mitgliedstaaten waren bis 1999 die
Mitgliedstaaten allein verantwortlich, nicht „Brüssel”. Dann wurde aber ein neues, unabhängiges
Europäisches Amt zur Betrugsbekämpfung gegründet: „OLAF”. Es kann auf eigene Initiative
Untersuchungen einleiten, erstmals auch in Mitgliedstaaten.
Weder ein EU-Organ, noch eine Regierung hat gegenüber dem EuRH und gegenüber OLAF ein
Weisungsrecht.
EuRH besteht aus einem Staatsangehörigen je Mitgliedstaat. Seine Mitglieder üben ihre Aufgaben
in voller Unabhängigkeit aus
31

EuRH verwirklicht eine vielseitige Kooperation mit den nationalen Rechnungshöfen auf dem
Gebiet der EU-Gelder.

6.11 Ausschuss der Regionen (AdR)


AdR setzt sich aus gewählten Vertretern der lokalen, regionalen und zwischengeordneten
Gebietskörperschaften der einzelnen Mitgliedstaaten zusammen. Die Mitglieder vom AdR sind
während ihrer Arbeit im Ausschuss an keine Weisungen gebunden; sie üben ihre Tätigkeit in voller
Unabhängigkeit zum allgemeinen Wohl der EU aus.
Mittels der AdR wollten einen „heißen Dran” zwischen den Organen der EU und den 206 Regionen
und durch die Regionen der mehr als 100 000 Städten und Gemeinden schaffen, als sie in
Maastricht beschlossen, einen „Ausschuss der Regionen” einzurichten. Die Gebietskörperschaften
und derer Bürger sollten stärker in den europäischen Einigungsprozess eingebunden werden
AdR wird vom Ministerrat, EP und EK zu Fragen angehört, die regionale und lokale Interessen
berühren, insbesondere auf den Gebieten: Bildung, öffentliche Gesundheit, wirtschaftlicher und
sozialer Zusammenhalt. In einigen Fällen ist die Anhörung vom AdR sogar obligatorisch.
Die Zahl der Mitglieder des AdR ist laut EU-Verfassung auf 350 vorgesetzt. (Ungarn hat
gegenwärtig 12 Mitglieder und 12 stellvertretende Mitglieder im AdR) -Sie werden vom Ministerrat
auf Vorschlag der jeweiligen Mitgliedstaaten und nach Stellungnahme der EK, für vier Jahre
ernannt.
Der Präsident des WSA ist derzeitig –Stand: Januar 2005- Peter STRAUB

6.12 Europäisches Wirtschafts- und Sozialausschuss (WSA)


WSA setzt sich zusammen aus Vertretern der Organisationen der Arbeitgeber, von Organisationen
der Arbeitnehmer und aus anderen Vertreter der Zivilgesellschaft
WSA sorgt dafür, dass die verschiedenen Gruppen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens,
insbesondere: Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Landwirte, Verkehrsunternehmer, Kaufleute,
Handwerker,, die freien Berufe, die Leiter von kleinen und mittleren Betriebe, die Verbraucher, die
Umweltschützer und das Verbandswesen institutionell im der EU vertreten sind.
WSA nimmt gegenüber den anderen EU-Organen beratend Stellung, insbesondere im Rahmen des
Gesetzgebungsverfahrens. WSA wird in zahlreichen Fällen vom EP, dem Ministerrat oder die EK
vor der Verabschiedung von Rechtsakten angehört, die auf den Gebieten Binnenmarkt, Bildung,
Verbraucherschutz, Umwelt, Regionalentwicklung und Soziales erlassen werden. In einigen Fällen
ist die Anhörung vom WSA sogar obligatorisch.
Die Zahl der Mitglieder der WSA ist laut EU-Verfassung in 350 festgesetzt. Die WSA-Mitglieder
stammen aus den repräsentativsten einzelstaatlichen Organisationen und werden vom Ministerrat
für vier Jahre ernannt.
Ungarn hat 12 Mitglieder und 12 stellvertretende Mitglieder im WSA
Die Präsidentin des WSA ist derzeitig – Stand: Januar 2005 – Anne-Marie SIGMUND

6.13 Sonstige Einrichtungen und Stellen der EU


Die sonstigen Einrichtungen und Stellen der EU haben die verschiedensten Nahmen („Agentur”,
„Zentrum”, „Institut”, „Stiftung”, „Amt”, „Behörde”, ”Stelle”) und die verschiedensten Aufgaben.
Sie sind (unter anderen):
Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs: Ihr Auftrag besteht in der Steigerung der
Seeverkehrssicherheit in den Gewässern der EU, um das Risiko von Unfällen auf See, die
Verschmutzung der Meere durch Schiffe und des Verlusts von Menschenleben auf See zu
verringern. Zu ihrer vielfältigen Aufgaben zählt auch die Erarbeitung einer einheitlichen Methode
für die Untersuchung von Seeunfällen für die EU und die Festlegung eines EU-weiten
Informationssystems für den Schiffverkehr.
32

Europäische Agentur für Flugsicherheit: Ihre Aufgabe ist es, die EU bei der Ausarbeitung von
Rechtsvorschriften und Regeln für die Flugsicherheit zu unterstützen und die EK bei der
Überwachung der ordnungsgemäßen Einhaltung der EU-Regelungen zu helfen. Außerdem wird die
Agentur internationalen Organisationen, die für die Sicherheit und Umweltverträglichkeit der
Zivilluftfahrt zuständig sind, technische Hilfe bieten und Luffahrtbehörden aus Drittstaaten
unterstützen.
Europäische Umweltagentur Ihre Aufgabe ist es, Informationen über den Zustand: der Entwicklung
der Umwelt in Europazusammenzutragen und zu verbreiten. Sie steht auch Ländern offen, die nicht
zur EU gehören. So zählen Island, Liechtenstein und Norwegen von Anfang an zu ihren
Mitgliedern. Die Agentur arbeitet aktiv mit internationalen Einrichtungen und Organisationen auf
dem Gebiet des Umweltschutzes zusammen.
Europäische Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln: Durch die Beurteilung von
Arzneimitteln für Menschen und Tier trägt sie zum Schutz und Förderung der Gesundheit in Europa
bei. Sie bündelt wissenschaftliche Ressourcen aus allen EU-Staaten. Wenn die Agentur ein Produkt
für sicher und qualitativ einwandfrei befindet, kann die EK den Verkauf in allen EU-Staaten
genehmigen.
Europäische Beratungsstelle für Drogen und Drogensucht: Ihre Aufgabe ist es, objektive,
zuverlässige und vergleichbare Informationen über Drogen und Drogensucht in Europa
zusammenzutragen und zu verbreiten. Zu diesem Zweck arbeitet sie auch mit Ländern außerhalb
der EU sowie mit internationalen Organisationen zusammen.
Europäische Stiftung für Berufsausbildung: Sie trägt zur Verbesserung der Berufsausbildung in
mehr als 40 Staaten außerhalb der EU bei. Dazu gehören die Beitrittsstaaten und Länder in
benachbarten Regionen wie Nordafrika, Naher Osten, Balkan und die ehemalige Sowjetunion. Die
Stiftung bietet diesen Ländern Erkenntnisse, Fachwissen und Erfahrungen in Bezug auf die
Ausbildung von Arbeitnehmern für neue Arbeitsplätze und die Entwicklung von Programmen für
das lebensgeleitende Lernen.
Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (Marken, Muster und Modelle): führt Anmeldeverfahren
für Gemeinschaftsmarken, -muster und -modelle durch. Die „Gemeinschaftsmarke erleichtert
europäischen Unternehmen die Arbeit und spart ihnen Geld, da Hersteller, die ihre Marken
europaweit schützen wollen, sie nun nicht mehr in jedem einzelnen EU-Staat eintragen lassen
müssen.
Gemeinschaftliches Sortenamt): erwaltet ein System von Sortenschutzrechten, einer besonderen
Form der gewerblichen Schutzrechte für neue Pflanzensorten. Das Sortenamt arbeitet ähnlich wie
das Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt: es gewährt Schutzrechte für neue Pflanzensorten in
der ganzen EU führ einen Zeitraum von 25 bis 30 Jahren.
Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitbedingungen : Ihre Aufgaben
bestehen darin:
Entscheidungsträger aus den Bereichen Sozial- und Arbeitspolitik zu beraten
Lebens- und Arbeitsbedingungen zu analysieren und zu beurteilen
über Entwicklungen und Trends zu berichten und
Zur Verbesserung der Lebensqualität beizutragen.
Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz: Sie wurde eingerichtet,
um die unfangreichen Fachkenntnisse und Informationen zu bündeln, die es in Europa insbesondere
in Hinblick auf Präventivmassnahmen gibt. Neben dem Aufbau eines umfangreichen Netzes von
Websides zum Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz gibt die Agentur zahlreiche
Veröffentlichungen heraus, die von Sachverständigenberichten bis zu Material für
Informationskampagnen reichen.
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit: Sie ist in erster Linie für die Entstehung
unabhängiger wissenschaftlicher Gutachten zu allen Fragen, die die Lebensmittelsicherheit
betreffen, verantwortlich. In diesem Zusammenhang beurteilt sie Risiken für die Nahrungskette und
33

nimmt wissenschaftliche Bewertungen aller Sachverhalte vor, die sich auf die
Lebenmittelversorgung in Europa auswirken können.
Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit Ihre Hauptaufgabe
besteht darin, der EU und ihrer Mitgliedstaaten objektive, zuverlässige und vergleichbare Daten
über den Rassismus, die Fremdenfeindlichkeit und den Antisemitismus in Europa vorzulegen und
EU-weite Strategien für die Lösung dieser Probleme auszuarbeiten. Sie zeigt Beispiele für bewährte
Verfahren bei der Integration von Zuwanderern und Angehörigen ethnischer und religiöser
Minderheiten auf und verbreitet diese.
Europäische Agentur für den Wiederaufbau: Ihre Aufgabe besteht in der Verwaltung der wichtigsten
Programme der EU zur Unterstützung des Wiederaufbaus in allen Ländern des Balkanraums, die
von den Kriegen der letzten Jahre betroffen waren.
Übersetzungszentrum: Das Übersetzungszentrum, das über eigene Finanzmittel verfügt, wurde
errichtet, um den Übersetzungsbedarf der anderen dezentralen Agenturen der EU zu decken. Im
Rahmen freiwilliger Kooperationsabkommen erbringt es auch Dienstleistungen für die Organe und
anderen Einrichtungen der EU mit eigenem Übersetzungsdienst.
48
Teil 7 Demokratische Grundlagen der EU (Grundrechte; Unionbürgerschaft; das
demokratische Leben der EU)
7.1. Allgemeine Bemerkungen
In der EU-Verfassung werden zum ersten Mal die demokratischen Grundlagen der EU festgelegt
und ihre konkrete Ausgestaltung verstärkt.
Die Präsidenten des Europäischen Parlaments, des Ministerrates und der Kommission haben zum
Auftakt des Europäischen Rates von Nizza am 7. Dezember 2000 die Charta der Grundrechte der
Europäischen Union proklamiert.
Diese Charta ist in die EU-Verfassung aufgenommen, womit sie rechtsverbindlich ist. Die Charta
fast zusammen, was den Menschen in den Verfassungen der EU-Mitgliedstaaten an Grundrechten
garantiert wird, und ergänzt sie um spezielle Rechte der Unionbürger.
Diese Charta basiert auf den „Europäischen Menschenrechten Konvention(EMRK)“ die als
Konvention des Europarates am 4 November in Rom unterzeichnet wurde. In der EU-Verfassung
ist unter anderen der Beitritt der EU zur EMRK vorgesehen
Die Charta der Grundrechte der EU fasst in sechs Kapiteln die allgemeinen Menschen- und
Bürgerrechte und die wirtschaftlichen und sozialen Rechte in einem überstaatlichen Dokument
zusammen:
7.2 Aufbau und Inhalt der Charta der Grundrechte
7.2.1 Kapitel 1 der Charta („Würde des Menschen”)
Dieses Kapitel enthält die Rechte auf Menschenwürde, auf Leben, auf körperliche und geistliche
Unversehrheit sowie das Verbot von Folter und Sklaverei. Hier werden auch die in der Medizin
und Biologie zu wahrenden Grundrechte genannt, z.B. „das Verbot des reproduktiven Klonens
vom Menschen”)
7.2 2 Kapitel 2 der Charta („Freiheiten ")
In diesem Kapitelwerden bürgerliche, politische und wirtschaftliche Rechte normiert: das Recht
auf Freiheit und Sicherheit, die Achtung des Primats- und Familienlebens, der Schutz
personbezogenen Daten, das Ehe- und Familiengründungsrecht, die Gedanken. Gewissens- und
Religionsfreiheit, die Freiheit der Meinungsäußerung und der Information, die Versammlungs- und
Vereinigungsfreiheit, die Freiheit von Kunst und Wissenschaft, das Recht auf Bildung und das
Recht zu arbeiten, die Berufs- und unternehmerische Freiheit, das Recht auf Asyl sowie der Schutz
gegen Abschiebung, Ausweisung und Auslieferung.
7.2.3 Kapitel 3 der Charta („Gleichheit”)
Dieses Kapitel behandelt das Gleichheitsrecht von der Gesetz, die Diskriminierungsverbote, die
Vielfalt von Kulturen, Religionen und Sprachen, die Gleichstellung von Männer und Frauen, die
Rechte von Kindern und älteren Menschen, sowie die Integration von Behinderten.
7.2.4 Kapitel 4 der Charta („Solidarität“)
Dieses Kapitel führt die Rechte aus dem Arbeitsleben, das Verbot der Kinderarbeit, der Schutz des
Familien und Berufslebens, das Recht auf Zugang zu Leistungen der sozialen Sicherheit und
soziale Unterstützung, den Gesundheits-, Verbrauchers- und Umweltschutz sowie das Recht auf
Zugang zu Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse auf.

7.2.5 Kapitel 5 der Charta („Bürgerrechte”)


Dieses Kapitel enthält die Wahlrechte bei den Wahlen zum Europäischen Parlament,, und zu den
Kommunalwahlen, die Rechte auf gute Verwaltung, durch die EU-Organe und Einrichtungen und
den Zugang zu EU-Dokumenten, das Recht auf Anrufung des Bürgerbeauftragten und das
Petitionsrecht, die Freizügigkeit und das Aufenthaltsrecht sowie den diplomatischen und
konsularen Schutz.. (Die Unionbürgerschaft - die seit 1 Mai 2004 auch die ungarischen
Staatsbürger haben - ergänzt aber ersetz nicht die nationale Bürgerschaft.)
7.2.6 Kapitel 6 der Charta (“Justitielle Rechte“)
35

Dieses Kapitel nennt die spezielle Rechte der Unionbürger: das Recht auf einen wirksamen
Rechtsbehelf bei Gericht, ein unparteiisches Gericht, die Unschuldvermutung und das
Verteidigungsrecht der Angeklagten, die Grundsätze des Gesetz- und Verhältnismäßigkeit für
Strafen und Straftaten, sowie das Verbot der Doppelbestrafung.
7.2.7 Kapitel 7 der Charta („Allgemeine Bestimmungen”)
Dieses Kapitel klärt den Anwendungsbereich, die Tragweite der garantierten Rechte, das
Schutzniveau und das Verbot des Missbrauchs der Rechte

Unionbürgerschaft
7.3.1 Grundsätze der Unionbürgerschaft
Die Unionbürgerschaft ergänzt die Staatsbürgerschaft, ersetzt sie aber nicht
die Verfassung bestätigt eindeutig die sich aus der Unionbürgerschaft ergebenen Rechte
7.3.2 Die einzelnen Rechte der Unionbürgerinen und Unionbürger
das Recht auf Freizügigkeit und freien Aufenthalt;
das aktive und passive Wahlrecht bei den Wahlen zum EP und bei den Kommunalwahlen;
das Recht auf den Schutz durch die diplomatischen und konsularischen Stellen;
das Recht, Petitionen an das EP zu richten;
das Recht, sich an den Europäischen Bürgerbeauftragten zu wenden;
das Recht Schreiben in einer der Sprachen der EU an denen Institutionen zu richten und eine
Antwort in derselben Sprache zu erhalten.
Diese Auflistung ist nicht erschöpfend; solche weitere Rechte, die aber innerhalb der EU nicht
ausschließlich für EU-Bürgern zur Verfügung stehen, sind:
die Möglichkeit, Meinungen zu sämtlichen Tätigkeitsbereichen der EU zu äußern und an
einem Meinungsaustausch teilzunehmen
das Recht auf Zugang zu Dokumenten der Organe der EU

7.4 Das demokratische Leben der EU


In der EU-Verfassung werden zum ersten Mal die demokratischen Grundlagen der EU festgelegt
und ihre konkrete Ausgestattung wird verstärkt.

7.4.1 Grundsatz der demokratischen Gleichheit


Die EU achtet in ihrem gestammten Handeln den Grundsatz der Gleichheit ihrer Bürgerinnen und
Bürger, denen ein gleiches Maß an Aufmerksamkeit seitens der Organe, Einrichtungen und
sonstigen Stellen der Union zuteil wird.
7.4.2 Grundsatz der repräsentativen Demokratie
Die Arbeitweise der EU beruht auf repräsentativen Demokratie
Die Bürgerinnen und Bürger sind auf EU-Ebene unmittelbar im EP vertreten
Die Mitgliedstaaten werden im ER von ihnen Staats- oder Regierungchens und im Ministerrat von
ihrer jeweiligen Regierung vertreten, die ihrerseits in demokratischer Weise gegenüber ihrem
nationalen Parlament oder gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern Rechenschaft ablegen
müssen
Alle Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, am demokratischen Leben der EU teilzunehmen.
Die Entscheidungen werden so offen und bürgernah wie möglich getroffen.
Politischen Parteien auf europäischer Ebene tragen zur Herausbildung eines europäischen
Bewusstseins und zum Ausdruck des Willens der Bürgerinnen und Bürger der EU bei.
7.4.3 Grundsatz der partizipativen Demokratie
Die Organe geben der Bürgerinnen und Bürgern und den repräsentativen Verbänden in geeigneter
Weise die Möglichkeit, ihre Ansichten in allen Bereichen des Handels der EU öffentlich bekannt
zu geben und auszutauschen
36

Die Organe pflegen einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog mit den repräsentativen
Verbänden und der Zivilgesellschaft.
Um die Kohärenz und die Transparenz des Handelns der EU zu gewährleisten. Führt die EK
umfangreiche Anhörungen der Betroffenen durch.
Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, deren Anzahl mindestens eine Million betragen und bei
denen es sich um Staatsangehörige einer erheblichen Anzahl von Mitgliedstaaten handeln muss,
können die Initiative ergreifen und die EK auffordern, im Rahmen ihrer Befugnisse geeignete
Vorschläge zu Themen zu unterbreiten, zu denen es nach Ansicht jener Bürgerinnen und Bürger
eines Rechtsakt der EU bedarf, um die Verfassung umzusetzen.
7.4.4 Die Sozialpartner und der autonome soziale Dialog
Die EU anerkennt und fördert die Rolle der Sozialpartner auf Ebene der EU unter
Berücksichtigung der Unterschiedlichkeit der nationalen Systeme. Sie fördern den sozialen Dialog
und achtet dabei die Autonomie der Sozialpartner.
Der „Dreigliederige Sozialgipfel für Wachstum und Beschäftigung” – das ist eine im März 2003
vom ER gegründete und aus dem Präsidenten der EK, Mitglieder von „Troika” und Leiter des
Europäischen Gewerkschaftsbundes, des Verbandes der Arbeitgeber der öffentlichen Sektor und
des Verbandes der Privatsektor bestehende „Gipfelkonferenz”, die nach Bedarf und parallel mit
ER-Sitzungen einberufen wird -trägt zum sozialen Dialog bei.
7.4.5 Der Europäische Bürgerbeauftragte
Das EP wählt einen Europäischen Bürgerbeauftragten, der Beschwerden über Missstände bei der
Tätigkeit der Organe, Einrichtungen und sonstigen Stellen der EU nach Maßgabe der Verfassung
entgegennimmt.
Der Europäische Bürgerbeauftragte untersucht diese Beschwerden und erstattet darüber Bericht.
Der Europäische Bürgerbeauftragte übt sein Amt in völliger Unabhängigkeit aus.
7.4.6 Transparenz der Tätigkeit der Organe, der Einrichtungen und der sonstigen
Stellen der EU
Um eine verantwortungsvolle Verwaltung zu fördern und die Beteiligung der Zivilgesellschaft
sicherzustellen, handeln die Organe, Einrichtungen und sonstige Stellen der EU unter
weitergehender Beachtung des Grundsatzes der Offenheit.
Das EP tagt öffentlich; das gilt auch für den Rat, wenn er über Entwürfe zu Gesetzgebungsakten
berät oder abstimmt.
Jede Unionbürgerin und jeder Unionbürger sowie jede natürliche oder juristische Person mit
Wohnsitz oder satzungsmäßigem Sitz in einem Mitgliedstaat hat das Recht auf Zugang zu
Dokumenten der Organe, Einrichtungen und sonstige Stellen der Union, unabhängig von den
Form der für diese Dokumente verwendeten Träger
Durch Europäisches Gesetz werden die allgemeinen Grundsätze und die aufgrund öffentlicher
oder privater Interessen geltenden Einschränkungen für die Ausübung des Rechts auf Zugang zu
solchen Dokumenten festgelegt. Im Einklang mit diesem Gesetz legen die Organe, Einrichtungen
und sonstige Stellen in ihren jeweiligen Geschäftsordnungen besondere Bestimmungen für den
Zugang zu ihren Dokumenten fest.
7.4.7 Schutz personbezogenen Daten
Jede Person hat das Recht auf Schutz der sie betreffenden personenbezogenen Daten
Durch Europäisches Gesetz oder Rahmengesetz werden Vorschriften über den Schutz natürlichen
Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten durch die Organe, Einrichtungen und
sonstigen Stellen der EU sowie durch die Mitgliedstaaten in Rahmen der Ausübung von
Tätigkeiten, die in den Anwendungsbereich des Unionsrecht fallen, und über den freien
Datenverkehr festgelegt.
7.4.8 Status der Kirchen und weltanschaulichen Gemeinschaften
Die EU achtet den Status, den Kirchen und religiöse Vereinigungen oder Gemeinschaften in den
Mitgliedstaaten nach deren Rechtsvorschriften genießen, und beeinträchtigt ihn nicht.
37

Die EU achtet in gleicher Weise den Status, den weltanschaulichen Gemeinschaften nach den
einzelstaatlichen Rechtvorschriften genießen.
Die EU pflegt mit diesen Kirchen und Gemeinschaften in Anerkennung ihre Identität und ihres
besonderen Beitrags einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog.
38

Teil 8 Politiken der EU I. - Verwirklichung des Binnenmarktes, der Wirtschaftspolitik und


der Währungspolitik
Verwirklichung des Binnenmarktes
8.1.1 Allgemeine Bemerkungen
Der Europäische Binnenmarkt, der im Jahr 1993 eröffnet worden ist, bedeutet ein „Raum der
Freiheit”, dass heißt ein Raum ohne Binnengrenzen. Er schließt die EU-Mitgliedstaaten und
ebenso Island, Norwegen und Liechtenstein ein, die mit der EU den Europäischen
Wirtschaftsraum (EWR) bilden. In Binnenmarkt gelten die „vier Freiheiten”:
Freizügigkeit für Personen
Freier Verkehr von Wahren
Freier Verkehr von Dienstleistungen
Freier Kapitalverkehr

8.1.2 Freizügigkeit und freier Dienstleistungsverkehr


Für Personen i innerhalb des Binnenmarktes schließt es ein:
freie Einreise
freien Aufenthalt
freies Wohnrecht
Niederlassungsfreiheit
Freiheit der Arbeitsplatzwahl
Freizügigkeit gilt grundsätzlich für alle: für abhängig Beschäftigte, für Selbstständige, für allen
gewerblichen Berufe, für Studenten, Rentner, und Nichterwerbstätige (auch derer Angehörige),
wenn sie über ausrechende Mittel verfügen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und eine
Krankenversicherung abgeschlossen haben, die im Aufenthaltstaat der EU alle Risiken abdeckt.
Diesbezüglich müssen aber auch die folgenden Sonderregelungen in Betracht genommen werden:
Viele Berufe können nur nach Erwerb eines Hochschulabschlusses oder nach Absolvierung einer
staatlich vorgeschriebenen Prüfung ausgeübt werden. Solche Befähigungsnachweise werden in
allen Ländern der Union anerkannt
Die „”Hochschuldiplom-Richtlinie” regelt die Anerkennung der meisten Diplome, die in einem
Land der EU erworben wurden und für die ein mindestens dreijähriges Studium vorgesehen ist.
Sie werden allerdings nicht in jedem Falle automatisch anerkannt: Wenn Studiengänge sich von
Land zu Land inhaltlich oder in der vorgeschriebenen Mindestdauer unterscheiden, können
Anpassungen verlangt werden. Für einige Berufe kann eine Eignungsprüfung oder wahlweise ein
Anpassungslehrgang vorgeschrieben sein,
Für einige Berufe, so für Ärzte, Tierärzte, Apotheker und Architekten, ist die Anerkennung der
Diplome in Einzelnrichtlinien geregelt.
Eine weitere Diplom-Richtlinie, die im Mai 1999 vom Ministerrat verabschiedet wurde,
ermöglicht die unionsweite Anerkennung von Diplomen, Prüfungszeugnissen und
Befähigungsnachweisen des Industrie und des freien Gewerbes. Wer eine Berufserfahrung von
rund sechs Jahren in einem EU-Land nachweisen kann, darf diesen Beruf in jedem anderem EU-
Land ausüben, selbst, wenn er keine Lehre gemacht hat In manchen Fällen können Eignungstests
oder Anpassungs-Lehrgänge verlangt werden.
Wer arbeitslos ist, darf sich außerhalb seiner Heimat in einigen EU-Staaten drei, in den anderen
sechs Monate aufhalten, um dort eine Arbeit zu suchen; länger als sechs Monate dann, wenn die
ernsthafte Suche nach Arbeit nachweisbar bar ist und Aussicht auf Erfolg hat.
Die 15 „klassische” EU-Mitgliedsländer dürfen bis 2011 die Arbeitsnehmensrechte der Bürger der
neu beigetretenen Länder beschränken. Besonders Österreich und Deutschland, aber vielleicht alle
anderen Länder werden aus dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Es gibt dreifache Ursachen für
die Beschränkungen (Fremdenhass, Furcht von billigen Arbeitskräften von Osten, Furch von
Verschlechterung der öffentlichen Sicherheit und des öffentlichen Gesundheitswesens).
39

8.1.3 Freier Wahrenverkehr


Architekten, Gutachter, Banken, Versicherungen, Softwarefirmen, Werbeagenten usw. können ihre
Dienstleistungen innerhalb der Binnengrenzen der EU anbieten. Jeder soll die Möglichkeit haben,
sich aus einem europaweiten Angebot das führ ihn günstigste herauszusuchen.
8.1.4 Freier Kapital und Zahlungsverkehr
Das Kapital kann ungehindert fließen, und die europäischen Bürger und Unternehmen haben
freien Zugang zu den Finanzleistungen in allen Mitgliedstaaten. Steuerhinterziehung und
Geldwäscherei sollen aber mit entsprechenden Vorschriften und Maßnahmen gemeinsam bekämpft
werden.
8.1.5 Wettbewerbsregel
Bei der Verwirklichung des gemeinsamen Binnenmarktes spielt der Wettbewerb als Basis der
freien Marktwirtschaft eine wichtige Rolle. Verbraucher haben eine bedeutend größere Auswahl an
Produkten und Dienstleistungen, wenn viele Anbieter miteinander konkurrieren. Die Folge dieser
Konmkurrenzsituation sind oft auch niedrigere Preise
Im EU-Vertrag werden solche Verhaltensweisen der Unternehmen untersagt, die den freien Handel
beträchtigen: Preisabschprachen: Aufteilung der Märkte, Einschränkung oder Kontrolle der
Erzeugung. Grundsätzlich sind die Unternehmen dazu verpflichtet, jegliches Vorgehen, das den
Wettbewerb beeinträchtigen könnte, bei der EK anzumelden.
Wettbewerbswidriges Verhalten wird mit Geldbussen in Höhe von bis zu 10% des Jahresumsatzes
des betroffenen Unternehmens geahndet. Die Unternehmen wiederum können gegen das Vorgehen
der EK vor dem EuGH klagen.
Durch die „Fusionskontrollverordnung” kann die EK potentielle wettbewerbsbeschränkende
Fusionen kontrollieren. Dabei geht es nur um Zusammenschlüsse von gemeinschaftsweiter
Bedeutung.
Das Wettbewerbsrecht der EU untersagt auch den Regierungen der Mitgliedsstaaten, in den freien
Wettbewerb durch Beihilfen an die Unternehmen einzugreifen. Lediglich Beihilfen, die auf
sozialen Aspekten basieren - so zum Beispiel Beihilfen für kommunale Versorgungs-
Dienstleistungen - oder wirtschaftlich benachteiligte Regionen fördern, sind erlaubt.
8.2 Wirtschafts- und Währungspolitik
8.2.1 Wirtschaftspolitik
Schon am Anfang an haben die Staaten der EG verpflichtet mit ihrer Wirtschaftspolitik
gemeinsame Ziele zu verfolgen. Die Mitgliedstaaten haben aber im Mastrichter Vertrag in
Richtung einer Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) weitergegangen und sich verpflichtet,
ihre Wirtschaftspolitik als eine „Angelegenheit von gemeinsamen Interesse” zu betrachten und sie
zu koordinieren.
8.2.2 Währungspolitik
Innerhalb der ersten Stufe auf dem WWU(1990 - 1993) haben die einzelnen Staaten ihre
Wirtschafts- und Währungspolitik stärker einander abgestimmt (koordiniert)
Innerhalb der zweiten Stufe zur WWU (1994-1998) haben sich die EU-Staaten bemüht, die
folgenden vier strengen „Konvergenzkriterien” für die dann folgenden Währungsunion zu erfüllen
Preisstabilität: Der Anstieg der Verbraucherpreise darf nicht mehr als 1,5 % über den
durchschnittlichen Teuerungsgrate der preisstabilsten EU-Länder liegen
Haushaltsdisziplin: Das Haushaltsdefizit des Staates soll 3 % von GDP und die
Staatsverschuldung 60 % von GDP nicht überschreiten
Die langfristige Zinssätze dürfen nicht höher liegen als 2 % über den Durchschnitt der zwei
preisstabilsten Ländern
Währungsstabilität: Die Währung muss in den letzten zwei Jahren vor Eintritt in die
Währungsunion gegenüber den anderen Währungen der EU-Länder stabil geblieben sein.
40

Als dritte Stufe der gemeinsamen Währungspolitik hat die Währungsunion am 1 Januar 1999
begonnen und „Euro” zuerst als einheitlicher Zahlungsmittel, ab 1 Januar 2002 aber auch als
Bargeld eingeführt für 12 Mitgliedstaaten, die Mitglieder der „Euro-Zone” sein wollten und die
obgenannten die Konvergenzkrireien erfüllt haben (DK, S und UK haben ihre traditionelle
Wähnungen aufbewahrt und bisher keine „Euro-Länder” geworden.)
Die Euro-Banknoten -5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Noten - sind für die ganze Euro-Zone
einheitlich
Die Münzen -1, 2, 5, 10, 20 und 50 Eurocernt, sowie 1 und 2 Euro - haben aber eine für die ganze
Euro-Zone gemeinsame und auch eine nationale Seite. Auf der nationalen Seite erscheinen neben
dem nationalen Thema die „zwölf Sterne”, das Münzzeichen, das Land und das Prägejahr. Da die
Münzen auch eine nationale Seite haben, es sind EU-weit insgesamt 96 verschieden Münzen
Falls EU-Mitgliedstaaten auch zur Euro-Zone gehören möchten, müssen neben der Erfüllung der
Konvergenzkriterien auch eine Empfehlung besitzen, di von der qualifizierten Mehrheit der
Mitgliedstaaten ausgesprochen wird, di bereit zur Euro-Zone gehören.
55
Teil 9 Politiken der EU II – Andere Bereiche der gemeinsamen EU-Politik
9.1 Sozialpolitik
Auf dem Gebiet der Sozialpolitik sind im Laufe der Zeit in jedem Staat auffällige Unterschiede zu
anderen Staaten herausgebildet, die sich im ganzen Binnenmarkt nicht völlig ausgleichen werden
können. Krasse Benachteiligungen müssen aber abgebaut, neue vermieden werden. Deshalb
erklärte der ER in 1988, dass es ein „europäischer Sozialraum” mit möglichst geringen sozialen
Unterschieden entstehen soll.
Schon 1989 hatte der ER eine „Gemeinschafts-Charta sozialen Grundrechte der Arbeitnehmer”
verabschiedet. Soziale Grundrechte sind unter anderen:
Recht auf Freizügigkeit, freie Berufsausübung und gleiche Behandlung im ganzen Binnenmarkt
Anspruch auf gerechte Entlohnung, auf bezahlten Jahresurlaub und wöchentliche Ruhezeit, auf
einen Arbeitsvertrag
Recht auf sozialen Mindestschutz, insbesondere auf ein Mindesteinkommen bei Arbeitslosigkeit
oder im Rentenalter
Recht, Mitglied in einer Gewerkschaft zu werden
Recht auf Informationen, Mitsprache und Mitwirkung im Betrieb, auf ausreichenden Gesundheits-
und Sicherheitsschutz am Arbeitsplatz, insbesondere auch auf Gleichbehandlung von Mann und
Frau
Recht für Jugendlichen auf besondere Schutz
Die Erfüllung dieser Erfordernisse bilden die grundlegenden Ziele der Sozialpolitik der EU. Die
sozialen Vorschriften der EU sichern ein bestimmtes Mindestniveau, das nicht unterschritten
werden darf. Weiter entwickelte Länder können aber frei höhere Schutzniveau festzusetzen oder
beizubehalten

9.2 Beschäftigungspolitik
Der Amsterdamer Vertrag von 1997 hat die Beschäftigungspolitik in die Zuständigkeit der EU
eingeführt. Weder die Regierungen der Staaten noch die EU können durch Gesetze und
Förderungsmassnahmen die Vollbeschäftigung innerhalb der EU sichern (Arbeitslosenquote ist cca
9 % innerhalb der EU, die 15 Millionen Arbeitlosen bedeutet). Sie können aber die
Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt beeinflussen, mit dem Ziel das
Wirtschaftswachstum zu fördern und damit Arbeitsplätze zu schaffen.
Ministerrat legt jedes Jahr eine „Beschäftigunspolitische Leitlinie” fest, die von den
Mitgliedstaaten bei ihrer nationalen Beschäftigungspolitik berücksichtigt werden müssen.
Laut EU-Verfassung soll die EU bei Festlegung und Durchführung ihrer Politiken die folgenden
Erfordernissen erfüllen:
Förderung eines hohen Beschäftigungsniveaus
Gewährleistung eine angemessenen sozialen Schutzes
Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung
Hohes Niveau der allgemeinen und beruflichen Bildung und des Gesundheitsschutzes
1999 hat der ER einen „Europäischen Beschäftigungspakt” verabschiedet. Er fasst alle
beschäftigungspolitischen Maßnahmen der EU in einem Gesamtkonzept zusammen. Um
nachhaltiges Wirtschaftswachstum ohne Inflation zu fördern, wurde ein „Makroökonomischer
Dialog” geschaffen, also ein Runder Tisch mit Vertretern des Ministerrates, der EK der EZB und
der Sozialpartner aus den Mitgliedstaaten.

9.3 Wirtschaftlicher, sozialer und territorialer Zusammenhalt


Am Wertmassstab gemessen ist die EU eine große und starke Wirtschaftsmacht. Ihre
Wirtschaftskraft ist aber auf verhältnismäßig kleine Räume konzentriert. Am Südrand der EU -
42

von Portugal und Südspanien über Süditalien bis Griechenland - haben die Menschen ein Prokopf-
Einkommen, das halb so groß ist wie in den reichen Regionen.
Ein gemeinsamer Binnenmarkt funktioniert umso besser, je angeglichener die Lebens- und
Wirtschaftsbedingungen in allen EU-Staaten sind. Die Struktur oder auch Regionalpolitik soll
helfen, Rückstände aufzuholen und Disparitäten auszugleichen. Letztlich kommt das der EU
insgesamt und damit auch den „reicheren” zugute, die dadurch bessere Exportchancen haben.
Die Hilfe entspricht aber auch dem Selbstverständnis der EU als einer Solidaritätsgemeinschaft.
Die EU hat für entsprechende Förderungsmassnahmen die so genannten „Strukturfonds”
eingerichtet:
Europäischer Fond für regional Entwicklung
Europäischer Sozialfonds
Abteilung Ausrichtung des Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft
Finanzierungsinstrument für die Ausrichtung der Fischerei
Aus diesen „Strukturfonds” werden in der Zeit zwischen 2000 und 2006 an erster Stelle drei
wichtigen Ziele unterstützt
Ziel 1: Die Regionen mit Entwicklungsrückstand sollen den Anschluss finden. Dazu werden die
noch fehlenden Basiseinrichtungen geschaffen und Investitionen in Unternehmen gefördert, um
die wirtschaftlichen Aktivitäten anzuschiebenden. Gefördert werden Regionen, - und solche sind
in der gegenwärtigen EU etwa 50 - in denen das Durchschnittseinkommen pro Kopf unter 75
Prozent des Durchschnittseinkommens aller EU-Länder liegt.
Ziel 2: Die wirtschaftliche und soziale Umstellung von Gebieten mit Strukturproblemen wird
unterstützt, unabhängig davon, ob sie industriell geprägt, ländlich, städtisch oder auf den
Fischfang ausgerichtet sind.
Ziel 3: Die Bildungs- - und Ausbildungssysteme sollen modernisiert und die Beschäftigung
gefördert werden. Die Finanzierung dieses Ziels erstreckt sich auf die gesamte Union mit
Ausnahme der Ziel- Regionen. Dort sind Maßnahmen zur Bildungs-, Ausbildungs- und
Beschäftigungsförderung bereits in den Anpassungsprogrammen erhalten.
Aus den Strukturfonds werden auch vier „Gemeinschaftsinitiativen” (Sonderprogramme)
gefördert, die gemeinsame Lösungen für Problemen bringen sollen, die überall in der EU
bestehen:
„INTERREG III” unterstützt die grenzübergreifende, transnationale und interregionale
Zusammenarbeit, d.h. die Bildung von Partnerschaften über die Grenzen hinweg zur Förderung
einer ausgewogenen Raumordnung überregionalerGebiete
„LEADER plus” soll die sozioökonomischen Akteure in ländlichen Gebieten
zusammenbringen, um über neue lokale Strategien für eine nachhaltige nachzudenken
„URBAN II.”: unterstützt vor allem innovative Strategien zur Wiederbelebung von
kriesenbetroffenen Städten und Stadtvierteln
„EQUAL” soll die Ursachen für Ungleichheit und Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt
beseitigen.
Auch für Unterstützung für die Fischerei werden Gelder aus den Strukturfonds benutzt
Um die Qualität der Entwicklungsstrategien zu verbessern gibt die EK aus den Strukturfonds
finanzielle Unterstützung für neuen, noch nicht genutzten Ideen. Diese Maßnahmen sollen den
Regionen den Raum für Experimente bieten, an dem es oft mangelt, aber notwendig ist, damit den
Herausforderungen der Informationsgesellschaft stellen und die Wettbewerbsfähigkeit der
Wirtschaft verbessern können.
1993 wurde mit dem so genannten „Kohäsionsfond” ein besonderer Solidaritätsfond geschaffen,
um den vier am wenigsten wohlhabenden Mitgliedstaaten Griechenland, Portugal, Irland und
Spanien zu helfen. Damit sollen in diesen Staaten Großprojekte in den Bereichen Umweltschutz
und Verkehr finanziert werden.
43

Mit dem Beitritt der 10 neuen Mitgliedsländer muss die Form der Finanzierung der Struktur- und
Kohäsionsförderung wesentlich geändert werden. Einerseits, weil viele neue Regionen in die EU
eintreten werden, die viel ärmer, als die bisherige „arme” EU-Regionen sind Anderseits ist aber
das Finanzpotenzial und dadurch die Größe der Gelder, die für Struktur- und Kohesionspolitik der
EU zur Verfügung gestellt werden können, begrenzt.

9.4 Gemeinsame Agrarpolitik /Landwirtschaft und Fischerei/ (GAP)


Der Politikbereich, für den die EU die meiste Kritik einstecken muss, ist die GAP. Fast die Hälfte
des EU-Haushaltes wird ausgegeben, um die Landwirtschaft zu stützen, die aber weniger als drei
Prozent zum Bruttoinlandprodukt(GDP) beiträgt
Die Grundsätze von GAP wurden 1962 festgelegt, als Lebensmittelknappheit den Europäern noch
lebhaft in Verringerung war. Die seit dem 19. Jahrhundert entstandenen nationalen
Marktordnungen wurden innerhalb der EG vereinheitlicht und garantierten den Bauern bis in die
Achzigen Jahre die Annahme von Getreide, Zucker, Milch und Rindfleisch zu Garantiepreisen in
unbegrenzten Menge. Daneben wurden mittel Schutzzöllen die Preise der Import-Lenebsmittel auf
das Niveau des Binnenmarktes angehoben.
In den siebziger und achtziger Jahren nahm aber die Agrarproduktion auf gleich bleibende
Anbaufläche erheblich zu, vor allem dank Fortschritten in der Züchtung von Pflanzen und Tieren
und immer besseren Produktionstechniken. Deshalb wurden die Garantiepreise schrittweise
gesenkt und Anbauflächen stillgelegt. Die dadurch entstehenden Einkommenverluste wurden
durch Direktzahlungen an die Bauer ausgeglichen.
Ab 2000 wurde ein Agrarreform durchgeführt, die Schutzpreise weiter gesenkt, anderseits aber die
Entwicklung des ländlichen Raumes und seine Anpassung an veränderte Bedingungen stärker
gefördert werden, um neu Arbeitsplätze für die ehemaligen Bauern sicher zu können.
Die Erweiterung der EU stellt die Gemeinsame Agrarpolitik vor großen Aufgaben. Die
Landwirtschaft in den Beitrittsländern muss tief greifend geändert werden; für viele Kleinbauern
in Osteuropa kann das das „Aus” bedeuten. Nach dem Beitritt sollen vor allem die Entwicklung
des ländlichen Raumes, das Stilllegen von Landwirtschaftsflechen, die Vorruhestandregelung für
Landwirte und die Modernisierung von Bauerhöfen, die bisher hauptsächlich für den Eigenbedarf
produzieren, gefördert werden.
Gegenwärtig unterliegen sämtliche Beschlüsse auf dem Gebiet der GAP der qualifizierten
Mehrheit, wobei das EP lediglich mittel der einfachen Anhörung beteiligt ist. Die EU-Verfassung
hat diesbezüglich eine Bifurkation durchgeführt:
Fragen betreffs der gemeinsamen Organisation der Agrarmärkte sowie die übrigen Vorschriften,
die zur Verfolgung der Zielvorgaben der Gemeinsamen Agrar- und Fischereipolitik notwendig
sind, werden im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahren und deshalb bei gleichrangiger
Teilname des EP entscheidet;
Andere notwendige Regelungen werden aber vom Ministerrat und ohne Anhörung des EP
entscheidet.

9.5 Umwelt
9.5.1 Die Bedeutung des Umweltschutzes in der EU:
Der Umweltschutz ist eine der wichtigsten und schwersten Aufgaben der EU
Umweltschutz ist eine „Querschnittaufgabe” der EU: Er muss bei der Festlegung und
Durchführung aller Gemeinschaftspolitiken einbezogen werden
Unbeschadet bestimmter Maasnahmen der EU tragen die Mitgliedstaaten für die Finanzierung und
Durchführung der Umweltpolitik Sorge.
Im Bereich Umweltschutz müssen solche Grundsätze, wie Vorsorge und Vorbeugung. Lösung von
Umweltbeeinträchtigungen mit Vorrang an ihrem Ursprung. Verursacherprinzip
9.5.2 Die Ziele der EU-Umweltpolitik:
44

Erhaltung und Schutz der Umwelt sowie Verbesserung ihrer Qualität


Schutz der menschlichen Gesundheit
Umsichtige und rationelle Verwendung der natürlichen Ressourcen
Die EU auf ein hohes Umweltschutzniveau zu bringen, unter Berücksichtigung der
unterschiedlichen Gegebenheiten der einzelnen Regionen
Zusammenarbeit zwischen EU, Mitgliedstaten und Drittländer im Bereich Umwelt und Förderung
von Maßnahmen auf internationaler Ebene zur Bewältigung regionaler oder globaler
Umweltprobleme.
9.5.3 Tatsachen, die bei der Erarbeitung der EU-Umweltpolitik berücksichtigt werden
müssen:
Die verfügbaren wissenschaftlichen und technischen Daten
Die Umweltbedingungen in der einzelnen Regionen der EU
Die Vorteile und die Belastung aufgrund des Tätigwerdens oder Nichttätigwerdens
Die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Union insgesamt sowie die ausgewogene
Entwicklung ihrer Regionen.

9.5.4 Schwerpunkte der bisherigen Umweltpolitik der EU:


die Abfallentsorgung
der Lärmschutz
die Reinhaltung von Luft
die Reinhaltung von Wasser; Abwasserentsorgung
Schutz von wild lebenden Tieren
Schutz von Pflanzen

9.5.5 EU-Erweiterung und Umwelt


Seit Jahren schon passen die Länder, die im Mai 2004 in die EU eingetreten sind, ihre Vorschriften
und Instrumente zum Umweltschutz dem Rechtsstand der EU an. Es wird aber noch lange Zeit
dauern, bis dort - vor allem in den Bereichen Luft, Wasser und Abfall - der heutige Standard der
EU erreicht sein wird. Den Beitrittsländern wurden dafür Fristen bis 2015 eingeräumt.

9.6 Verbraucherschutz
9.6.1 Bedeutung und Charakter des Verbraucherschutzes
Innerhalb des freien Binnenmarktes sind vielerlei Waren und vielen Dienstleistungen von den
verschiedensten Unternehmen, Privatpersonen usw. angeboten werden und so können die einzelne
Verbraucher ihre wahre Interessen allein nur schwer verteidigen. Deshalb ist ein wichtiges
Anliegen der Europäischen Union und besonders des EP, die Wahrung der wirtschaftlichen
Interesse der Verbraucher und die Sicherung des Verbraucherschutzes
Verbraucherschutz ist eine der so genannten Querschnittsaufgaben, das heißt, seine Belange
müssen bei der Festlegung und Durchführung aller Gemeinschaftspolitiken und -maßnahmen zur
Unterstützung, Ergänzung und Überwachung der Politik der Mitgliedstaaten beschließen. Die
diesbezügliche EU-Vorschriften darstellen einen Minimum im Berech Verbraucherschutz-
Maßnahmen

9.6.2 Ziele der Verbraucherschutztätigkeit der EU


Diese Ziele, die schon in 1999 in einem allgemeinen Rahmen festgelegt und jetzt in der EU-
Verfassung verstärkt bzw. ergänzt wurden, sind die folgenden:
Förderung der Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher in Bezug auf Waren und
Dienstleistungen
Schutz der wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen der Verbraucher einschließlich des Zugangs
zur Streitbelegung
45

Förderung der Rechte der Verbraucher auf Information, Erziehung und Bildung von
Vereinigzungen zur Wahrung ihrer Interessen (Verbraucherorganisationen ohne Erwerbezweck
können Finanzbeihilfen erhalten.)

9.6.3 Mittel der EU für Erreichung ihrer Ziele im Bereich Verbraucherschutz


Die EU leistet ihren Beitrag zur Erreichung dieser Ziele durch Maßnahmen, die im Rahmen der
Verwirklichung des Binnenmarktes erlassen werden Maßnahmen zur Unterstützung, Ergänzung
und Überwachung der Politik der Mitgliedstaaten (durch Europäische Gesetze und Anhörung des
Wirtschafts- und Sozialausschusses)
Die Rechtsakte der EU hindern die einzelnen Mitgliedstaaten nicht daran, strengere
Schutzbestimmungen beizuhalten oder erlassen. Diese Bestimmungen müssen mit der EU-
Verfassung vereinbar sein. Sie werden der Kommission notifiziert

9.7 Verkehr; Fernmeldewesen; Informationstechnologie


9.7.1 Die Vorgeschichte der EU-Verkehrspolitik
Verkehrsleistungen werden in der EU heute noch zum Teil von der öffentlichen Hand angeboten
(Post und Bahn) oder unterliegen staatlichen Konzessionen (Güterstrassenverkehr). Um einen
einheitlichen Markt für Verkehrsleistungen herzustellen, haben die Mitgliedstaaten dem EG-
Vertrag nach eine gemeinsame Verkehrspolitik entwickelt.
Es war eine sehr schwere Sache gewesen, den freien Markt für „Kabotage” (nationale Transport
ohne Staatsgrenzen-Überschreitung) für Unternehmens aus dem Ausland zu öffnen. Einerseits
deshalb, weil die Kabotage traditionell inländischen Fuhrunternehmen vorbehalten wurde.
Anderseits, weil in den EU-Staaten diesbezüglich unterschiedliche Steuersätze oder
Umweltnormen vorgeschrieben waren.
Mit einem 1993 verabschiedeten Massnahmenpaket wurde auch der Luftverkehr-Sektor
liberalisiert. Preiskontrolle für Flugtarife und die Abmachung zwischen nationalen
Fluggesellschaften, Einnahmen auf bestimmten Strecken zu teilen wurden aufgehoben.
Einheitliche Anforderungen gelten für Betriebsgenehmigungen und im Bereich der Sicherheit und
Umweltschutz.
Die Prüfung für die Fahrerlaubnis erfolgt inzwischen nach gleichen Kriterien und die Unionbürger
erhalten den gleichen Führerschein. Das Führen der EU-Kennzeichen ist für Autobesitzer in der
gestammten EU freiwillig.

Ziele der Verkehrespolitik laut der EU-Verfassung


Diese Ziele der Verkehrspolitik der EU, die auf Grund der Festlegungen der Verfassung in einem –
nach Anhörung des ArD und WSA geschaffen Europäischem Gesetz oder Rahmengesetz geregelt
werden sollen –sind folgenden:
Gemeinsame Regel für den internationalen Verkehr aus oder nach dem Hoheitsgebiet eines
Mitgliedstaats oder für den Durchgangsverkehr durch das Hoheitsgebiet eines oder mehreren
Mitgliedstaaten zu schaffen;
Bedingungen festzulegen für die Zulassung von Verkehrsunternehmen zum Verkehr innerhalb
eines Mitgliedstaats, in den sie nicht ansässig sind;
Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit durchzuführen;
anderen sonstigen zweckmäßigen Maßnahmen zur Verwirklichung der Verkehrspolitik der EU
durchzuführen.

9.8 Transeuropäische Netze (TEN)


9.8.1 Begriff und Vorgeschichte von TEN
Im Mittelpunkt der Verkehrspolitik der EU steht seit einigen Jahren der Aufbau von
„Transeuropäischen Netzen (TEN)”:
46

Die grenzüberschreitenden Eisenbahn- und Straßennetze sollen ausgebaut und miteinander


verbunden werden.
Der Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Bahnnetzen (wie zum Beispiel „ICE” in Deutschland oder
„TGV” in Frankreich) und die Verlagerung des Straßenverkehrs auf Schienen hat bei den Teen-
Projekten besondere Aufmerksamkeit.
Ausbau des transeuropäischen Autobahnnetzes ist Teil der TEN-Programm,- worin Ungarn durch
den Ausbau der mitteleuropäischen Nord-Süd und West-Ost Autobahnen stärkt interessiert ist.
Bei den Energieinfrastrukturen geht es in erster Linie die Versorgung mit Strom und Ergas, aber
immer wichtiger ist das traneseuroäischen Netz auch für Fernmeldewesen und Telekommunikation
auszubauen.

9.8.2 Ziele der Politik der EU hinsichtlich TEN


In der Europäischen Verfassung (Artikel III) ist es festgelegt, dass die EU –den EU-Bürger, den
Wirtschaftsbeteiligten sowie den regionalen und lokalen Gebietskörperschaften in vollem Umfang
die Vorteile zugute kommen zu lassen, die sich aus der Schaffung eines Raums ohne
Binnengrenzen ergeben -trägt zum Auf- und Ausbau transeuropäischen Netze in den Bereichen der
Verkehrs-, Telekommunikation und Energieinfrastruktur bei.
Die Tätigkeit der EU zielt im Rahmen eines Systems offener und wettbewerbsorientierter Märkte
auf duze Förderung des Verbunds in der Interoperatibilität der einzelstaatlichen Netze sowie des
Zugangs zu diesen Netzen ab. Sie trägt insbesondere der Notwendigkeit Rechnung, insulare,
eingeschlossene und am Rande gelegene Gebiete mit den zentralen Gebieten der EU zu verbinden.

9.8.3 Maßnahmen und Verhalten der EU hinsichtlich TEN


Sie stellt eine Reihe von Richtlinien auf, in denen die Ziele, die Prioritäten und die Grundzüge der
im Bereich der TEN in Betracht bezogenen Aktionen erfasst werden; in diesen Leitlinien werden
Vorhaben von gemeinsamen Interesse ausgewiesen
Sie führt jede Aktion durch, die sich gegebenfalls als notwendig erweis, um die Interoperatibilität
der Netze zu gewährleisten, in Bereich der Harmonisierung der technischen Normen;
Sie kann von den Mitgliedstaaten unterstützte Vorhaben von gemeinsamen Interesse, die im
Rahmen der Leitlinien ausgewiesen sind, insbesondere in Form von Durchführbarkeitsstudien,
Anleihebürgerschaften oder Zinszuschüssen unterstützen: die EU kann auch über den
Kohäsionsfonds zu spezifischen Verkehrsinfrastrukturvorhaben in den Mitgliedstaaten finanziell
beitragen;
Die Mitgliedstaaten koordinieren untereinander –mittels der Unterstützung der EK –in den
einzelnen Bereichen der Verkehrspolitik;
Die EU kann zur Förderung von Vorhaben von gemeinsamem Interesse sowie zur Sicherstellung
der Interoperatibilität der Netze mit Drittländern zusammenarbeiten.
Zwecke, zur derer Verwirklichung die EU zum Auf- und Ausbau transeuropäischen Netze beiträgt,
sind die folgenden:
den Binnenmarkt zu verwirklichen,
den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhaltes der EU zu stärken;
den Bürgern der Union, den Wirtschaftsbeteiligten, sowie den regionalen und lokalen
Gebietskörperschaften im vollem Unfang die Vorteile zugute kommen zu lassen, die sich aus der
Schaffung eines Raumes ohne Binnengrenzen ergeben.)

9.9 Forschung, technische Entwicklung und Raumfahrt


Ergänzend zur nationalen Forschungspolitik setzt sich die EU ein
für Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der Industrie,
für Förderung der Entwicklung ihrer internationaler Wettbewerbsfähigkeit, und
für Verbesserung der Lebensqualität.
47

Mitteln, die die Verwirklichung dieser Ziele dienen sind die folgenden:
Die fünfjährige Rahmenprogramme für den Bereich der Forschung; (gegenwärtig ist das sechste
Rahmenprogramm für den Zeitraum 2003-2007 gültig.), das künftig die Form eines europäischen
Gesetzes haben wird und soll mit qualifizierten Mehrheit angenommen werden
Parallel dazu wird mit Hilfe von Gesetzen, die nach dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren
angenommen werde, „ein europäischer Raum der Forschung” geschaffen, in dem Freizügigkeit für
Forscher herrscht und wissenschaftliche Kenntnisse und Technologien an jedem Ort der EU
zugänglich sind.
Mit Hilfe eines Gesetzes oder eines Rahmengesetzes kann ein europäischer Raumfahrtprogramm
angenommen werden

Direkte Aktionen im Rahmen der Forschungs- und Technologiepolitik der EU werden von der
„Gemeinsame Forschungstelle durchgeführt, die fünf Anlagen betriebt:
Ispra in Italien (Raumfahrt, Informatik, Umwelt)
Geel in Belgien (Kernmessungen)
Peten in Niederland(Werkstoffe)
Karlsruhe in Deutschland (Transurane)
Sevilla in Spanien (Zukunftsforschung)
In der EU-Verfassung- wird es betont, dass die Unterstützung von allen Forschungsmassnahmen in
verschiedenen EU-Politikbereichen gewährleistet werden soll.

9.10 Energie
9.10.1 Ziele der Energiepolitik der EU:
Die Energiepolitik der EU hat laut der Europäischen Verfassung im Rahmen der Verwirklichung
des Binnenmarkts und unter Berücksichtigung der Erfordernisse der Erhaltung und der
Verbesserung folgende Zielen:
Sicherstellung des Funktionierens des Energiemarkts;
Gewährleistung der Energieversorgungssicherheit und Kontinuität in der EU; Sicherung eines
verbreiteten Zuganges zur öffentlichen Versorgung der Bevölkerung und der Betriebe auf dem
Gebiet Energie
Förderung der Energieeffiziens und von Energiesparungen;
Entwicklung neuer und erneubarer Eregiequellen ((zum Beispiel Sonneneregie, Windenergie)

9.10.2 Festlegung von für die Errechnung der energiepolitischen Ziele erforderlichen
Maßnahmen:
Diese Maßnahmen werden durch - nach Anhörung des Ausschusses der Regionen, sowie des
Wirtschafts- und Sozialausschusses erlassene Europäische Gesetze oder Rahmengesetze
festgelegt;
Jedwede Maßnahme, die überwiegend steuerlicher Natur ist, durch ein einstimmig vom Rat
angenommenes Gesetz festgelegt wird, wobei lediglich die Anhörung des EP vorgesehen ist.
Die EU darf nicht das Recht eines Mitgliedstaates berühren, die Bedingungen für die Nutzung
seinen Enegrieressous, seine Wahl zwischen verschiedenen Eregiequellen und die allgemeine
Struktur seiner Energieversorgung zu bestimmen.
64
Teil 10 Politiken der EU III. - Bereiche, in denen die Union beschlossen kann
Koordinierungs-, Ergänzungs- und Unterstützungsmassnahmen durchzuführen
10.1 Gesundheitswesen
Der Schutz der Gesundheit muss stets berücksichtigt werden und sichert sein, wenn die EU in
irgendeinen Politikbereich Maßnahmen festlegt oder durchführt.
Die EU-Verfassung präzisiert, dass bei der Tätigkeit der EU die Verantwortung der
Mitgliedstaaten für die Festlegung ihrer Gesundheitspolitik gewahrt wird; diese Verantwortung der
Mitgliedstaaten umfasst die Verwaltu7ng des Gesundheitswesens und der medizinischer
Versorgung sowie die Zuweisung der dafür bereitgestellten Mittel.
Die EU ergänzt darüber hinaus die Gesundheitspolitik der Mitgliedstaten. Und fördert die
Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten besonders diejenige Zusammenarbeit, die
Komplimentität ihrer Gesundheitsdienste in den Grenzgebieten zu verbessern. Sie soll Ursachen
für die Gefährdung der menschlichen Gesundheit beseitigen. Sie soll die weltverbreiteten
schwären Krankheiten (wie zum Beispiel AIDS, SARS)bekämpfen. Sie fördert die Erforschung
der Ursachen und Übertragung dieser Krankheiten. Sie ergänzt die Maßnahmen der EU-Staaten,
um Gesundheitsschäden aufgrund von Drogenkonsum, Tabakkonsum und Alkoholmissbrauch zu
verringern. (Diese Aufgabe dient auch die Tätigkeit der Europäischen Beratungsstelle für Drogen
und Drogensucht).
Die EU hilft den Mitgliedstaaten die Bevölkerung gegen einen eventuellen Bioterrorismus zu
schützen.
Mittels der Gesundheitspolitik soll ein hohes Gesundheitsschutzniveau innerhalb der EU erreicht
werden.
Es soll die Gesundheitsinformation und Gesundheitserziehung gefördert werden;
Ebenso sollen diese Maßnahmen in den Bereichen Veterinärwesen und Pflanzenwesen gefördert
werden, die unmittelbar den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung zum Ziel haben

10.2 Industrie
Die EU und die Mitgliedstaaten sorgen dafür, dass die notwendigen Voraussetzungen für die
Wettbewerbsfähigkeit der Industrie der EU gewährleistet werden. Zu diesem Zweck zielen ihre
Tätigkeit entsprechend einem System offener und wettbewerbsorientierte Märkte auf folgenden
ab:
Beschleunigung der Anpassung der Industrie an die strukturellen Veränderungen
Förderung eines günstigen Umfeldes für die Weiterentwicklung der Unternehmen,
insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen in der gestammten EU
Förderung eines günstigen Umfeldes für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen
Förderung einer besseren Nutzung des industriellen Potenzials in den Bereichen Innovation¸
Forschung und technologische Entwicklung
10.3 Kultur
Die EU leistet einen Beitrag zur Erfaltung der Kulturen ihrer Mitgliedstaaten unter Wahrung der
nationalen und regionalen Vielfalt, wiegleichzeitiger Hervorhebung des gemeinsamen kulturellen
Erbes. Sie unterstützt und ergänzt die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten in folgenden
Bereichen:
Verbesserung der Kenntnis und Verbreitung der Kultur und Geschichte der europäischen Völker
Erhaltung und Schutz des kulturellen Erbes von europäischer Bedeutung
Nichtkommerzieller Kulturaustausch
Künstliches und literarisches Schaffen., einschließlich im audiovisuellen Bereich

Die bisherige Kulturförderungsprograme, die eine Laufzeit bis Ende 2004 hatte:
Kaleidoskop (darstellende, bildende oder visuelle Kunst),
49

Ariane (literarisches Schaffen, mit Hilfe der Übersetzungen,


Raphael(Erhaltung des europäischen Kulturerbes).

Um den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa
herauszustellen und einen Beitrag zum besseren Verständnis der Bürger Europas füreinander zu
leisten, werden seit 1985 jedes Jahr „Europäische Kulturstädte” benannt, ab 2005 eine
„Kulturhauptstadt Europas”

10.4 Allgemeine und berufliche Ausbildung, Weiterbildung, Jugend, und Sport:


Über 60 Millionen junge Menschen gehen heute in den EU-Länder zur Schule, zwölf Millionen
studieren, sieben Millionen erlernen einen Beruf (Mit dem EU-Beitritt von 10 neuen Ländern
werden diese Zahlen mit ein Drittel höher)
Die EU trägt zur Entwicklung einer qualitativ hoch stehenden Bildung bei, in dem sie die
Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten fördert und derer Ausbildungs- und
Weiterbildungstätigkeit - unter strikter Beachtung der Verantwortung der Mitgliedstaaten - führ,
Lehrinhalte und die Gestaltung des Bildungssystems, sowie der Vielfalt ihrer Kulturen und
Sprachen unterstützt und ergänzt. Dabei sollen vor allem gefördert werden:
das Erlernen der Sprachen der EU-Länder,
die Mobilität von Schülern und Pädagogen,
die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen und Schüleraustausch

Für diese Ziele hat die EU eine Reiche von Förderungsprogrammen eingerichtet.
Das Förderunsprogram „SOKRATES” umfasst alle Förderungsmassnahmen für die allgemeine
Ausbildung und Weiterbildung und teilt sich auf fünf Teilprograme:
Das Programm „ERASMUS” soll die europäische Dimension in den Hochschulbildung stärken,
u.a. durch Förderung der Zusammenarbeit von Hochschulen (Aktion 1) und der Mobilität von
Studenten(Aktion 2)
Das Programm „COMENIUS” soll die europäische Dimension in der Schulbildung fördern, unter
anderen durch Förderung der Zusammenarbeit von Schulen in verschiedenen Staaten. Das
Programm ist in drei Aktionbereiche unterteilt: Aktion l: Schulpartnerschaften. Aktion 2: Aus- und
Weiterbildung des Schulpersonals; Aktion 3: Aufbau von Netzen für Schulpartnerschaften
Das Programm „GRUNDTVIG” soll die europäische Dimension in lebensbegleitenden Lernen,
also nach Schule und Hochschule fördern. Ziel ist es, das Angebot, den Zugang und die Qualität
von Bildungswegen für Erwachsene zu verbessern und zum Erwerb von
Fremdsprachenkenntnissen anzuregen.
Das Programm „LINGUA soll alle Bereiche der Bildung (Schule, Hochschule, Erwachsene)
umfassen und Maßnahmen zum Spracherwerb unterstützen, um die sprachliche Vielfalt in Europa
zu bewahren, die Qualität von Sprachunterricht zu verbessern und den Zugang zu lebenslangem
Sprachunterricht zu erleichtern
Das Programm „MINERVA” unterstützt Maßnahmen im Bereich des offenen Unterrichts und der
Fernlehre und fördert die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien im
Bildungswesen
Die EU- Verfassung ergänzt die obgenannten Zielsetzungen mit zwei Zielen:
Förderung der verstärkten Beteiligung der Jugendlichen im demokratischen Leben in Europa
Entwicklung der europäischen Dimension des Sports(besonders die Bildungsdimension des Sports
zu verstärken und die Bekämpfung des Doping zu koordini9eren.

10..5 Katastrophenschutz
Die Regelung der Europäischen Verfassung hinsichtlich Katastrophenschutzes hat dreierlei
Ausgangspunkte:
50

Erstens, das der Grundsatz der Solidarität und gegenseitigen Hilfe zwischen den Mitgliedstaaten
bei Naturkatastrophen (wie zum Beispiel Erdbeben,, Überschwemmungen, Brandfälle) und vom
Menschen ausgelösten Katastrophen (z.B. Katastrophen von Atomkraftwerken,
Luftverschmutzung), die in der EU eintreten können, eine elementare moralische Pflicht einer
Staatengemeinschaft ist, der dieser Grundsatz zugrunde liegt und sie als solche qualifiziert.
Zweitens, das es in den letzten Jahren eine spürbare Zunahme der Katastrophengefahr innerhalb
und außerhalb der EU zu verzeichnen ist und daher müssen die Koordinierungs- und
Hilfekapazitäten der einzelnen Mitgliedstaaten und die der EU gestärkt werden.
Drittens, das im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit die EU auch gegenüber Drittländer,
die von einer der Katastrophen betroffen sind, das höchste Solidaritätsniveaum entfalten muss.
Zur Verhütung von Katastrophen und zum Schutz von solchen Katastrophen hat die EU –
Verfassung –folgende Ziele zu erreichen:
Unterstützung und Ergänzung der Tätigkeit der Mitgliedstaaten auf nationaler, regionaler und
kommunaler Ebene im Hinblick auf die Risikoprävention, auf die Ausbildung der in den
Mitgliedstaaten am Katastrophenschutz Beteiligten und auf Einsätze im Falle von
Naturkatastrophen oder vom Menschen verursachten Katastrophen in der EU.
Förderung einer schnellen und effizienten Zusammenarbeit in der EU zwischen der
einzelstaatlichen Katastrophenschutzstellen
Verbesserung der Kohärenz der Katastrophenschutzmassnahmen auf internationaler Ebene
Durch Europäisches Gesetz oder Rahmengesetz werden die Maßnahmen, die für die Erreichung
dieser Ziele erforderlich sind, unter Ausschluss jeglicher Harmonisierung der Rechtsvorschriften
der Mutgliedstaaten festgelegt

10.6 Tourismus
Laut der EU-Verfassung die EU ergänzt die Maßnahmen der Mitgliedstaaten im Tourismussektor,
insbesondere durch die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der unternehmen der EU in diesem
Sektor.
Die EU verfolgt zu diesem Ziel mit ihrer Tätigkeit das Ziel,
Die Schaffung eines günstigen Umfelds für die Entwicklung der Unternehmen in diesem Sektor
anzuregen;
Die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten insbesondere durch den Austausch bewährten
Praktiken zu unterstützen
10.7 Verwaltungszusammenarbeit
Die territoriale Gliederung des Staates, Aufbau und Funktionieren der öffentlicher Verwaltung auf
landes-, regional- und örtlichem Ebene ist und bleibt an erster Stelle Sache der einzelnen EU-
Mitgliedstaaten. Aber wegen der effektiven Durchführung des Unionsrechts und ebenso wegen
der Erfüllung eines wichtigen Grundrechtes (jeder Mensch hat Recht darauf, dass seine
Angelegenheiten von den Organen, Einrichtungen, Ämter und Agenturen der Union und ebenso
die der einzelnen Nationalstaaten unparteiisch , gerecht und innerhalb einer angemessenen Frist
behandelt werden) ist die Verwaltungszuzammenarbeit einerseits zwischen den Mitgliedstaaten
anderseits zwischen der EU-Organe und der Verwaltungsorganen der einzelnen Mitgliedstaaten
eine Frage von wichtigem gemeinsamen Interesse
Gebiete der Unterstützung in der Verwaltungzusammensarbeit
durch die EU-Unterstützung der Bemühungen der Mitgliedstaaten um eine Verbesserung ihrer
Verwaltungskapazität im Hinblick auf die Durchführung Unionsrechtes und ebenso des inneren
Rechtes des
Erleichterung des Austauschs von Informationen und Beamten
Unterstützung von Aus- und Weiterbildungsprogrammmen
Förderung der grenzüberschreitenden Partnerschaften der territorialen Gebietskörperschaften
51

Teil 11 Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes


11.1 Allgemeine Zielsetzungen und Aufzählung der Tätigkeitsbereiche der Mitgliedstaaten und
der EU auf diesen Politikfeldern
11.1.1 Allgemeine Zielsetzungen
Das Konzept des Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes existiert bereits in den
derzeitigen Verträgen. Ursache dafür, dass Terrorismus, illegaler Drogenhandel, illegaler
Fahrzeughandel, Menschenhandel einschließlich Kinderpornografie, Fälschung von Geld und
anderen Zahlungsmittel, illegaler Handel mit radioaktiven und spaltbaren Material usw. die EU-
Staaten dazu gezwungen haben, in bestimmten Bereichen dieser Politiken gemeinsam zu handeln
und auch in anderen Bereichen eng miteinander zu kooperieren. Ein Zeichen dafür war, dass der
ER -wegen der wesentlichen Verstärkung vom Weltterrorismus und nur nach einigen Tagen der
grausamen Bombenattentat in Madrid Anfang 2004 - einen „Aktionsplan der EU für einen
gemeinsamen Auftritt der Mitgliedstaaten gegenüber Terrorgefahr” verabschiedet hat.
Die EU-Verfassung hat auf diesem Gebiet bedeutende „Erneuerungen” eingeführt ( Aufhebung der
Unterscheidung zwischen den Vorschriften des EG-Vertrages und den Vorschriften des so
genannten „dritten Pfeilers”; Gebot von angemessener Mittel, um Lösungen zu finden, die
Herausforderungen entsprechen, mit denen sich die EU auf diesen Politikberechen konfrontiert
seht; Sicherung des Zuganges zur Justiz; Einführung des Mitentscheidungsverfahrens und den
Beschlussfassung mit qualifizierter Mehrheit als allgemeine Regel bei Entscheidungen der EU-
Organe betreffs dieser Politikbereiche ; Gestaltung der einschlägigen Verfahren wirksamer,
demokratischer und transparenter)
11.1.2 Aufzählung der Tätigkeitsbereiche:
Kontrolle an den Außengrenzen der EU
Gemeinsame Asylpolitik
Gemeinsame Einwanderungspolitik
Verwirklichung einer solidarischen EU und demokratischer Verfahren
Justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen
Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen
Gemeinsame Sanktionen gegen Straftaten mit grenzüberschreitendem Bezug
Möglichkeit der Einrichtung einer „Europäischen Staatsanwaltschaft’
Polizeiliche Zusammenarbeit

11.2 Die einzelnen Tätigkeitsbereiche im „Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes“
11.2.1 Kontrollen an den Aßengrenzen der EU
Wie es schon in den derzeitigen Verträgen der Fall ist, sieht die EU-Verfassung für den
Mitgliedstaaten, die zum „Schengen-Raum” gehören, keine Kontrollen an den Binnengrenzen der
EU vor , legt aber den Regeln für die Kontrolle fest, denen Personen unterliegen, die die
Außengrenzen überschreiten. Darüber hinaus kann die EU ihre Grenzen auf integrierte Weise
überwachen. Dies bringt es zum Beispiel mit sich, dass eine Einheit aufgestellt wird, die die
nationalen Grenztruppen bei ihrer schwierigen Aufgabe der Grenzkontrolle und
-Grenzüberwachung unterstützen kann.
Ungarn ist ein EU-Mitgliedstaat, aber gehört noch nicht zum „Schengen-Raum“. Deshalb können
die ungarisch-ukrainische, die ungarisch-rumänische, die ungarisch-serbische und die ungarisch-
kroatische Grenzen nicht als vollgesicherten EU-Außengrenzen betrachtet werden. Die
gegenwärtige provisorische Lösung ist, dass , obwohl eine Grenzkontrolle an den obgenannten
Grenzen für die Staatsbürger der erwähnten Staaten und selbstverständig für die von allen
anderen Drittstaaten der Welt durchgeführt wird, aber diese Einreisenden werden nochmals an der
ungarisch-österreichischen Grenze nach den strengen Vorschriften des „Schengen-Aquis“ von der
österreichischen Grenzpolizei kontrolliert. Hier werden aber die ungarischen Staatsbürger und
ebenso die Staatsbürger der anderen 9 neuen EU-Mitgliedstaaten nur einer vereinfachten
52

Grenzkontrolle unterstellt und sie können die österreichische Grenze mit einem Personalausweis
übertreten

11.2.2 Gemeinsame Asylpolitik


Die EU muss sich unter Beachtung der „Genfer Flüchtlingskonvention” mit einer echten
Gemeinsamen Asylpolitik ausstatten, mit der gewährleistet wird, das alle diejenigen, die eines
internationalen Schutzes bedürfen, auch tatsächlich geschützt werden. In Gegensatz zu den
derzeitigen Verträgen, die lediglich die Festlegung eines Mindestbestands an Regel vorsehen, zielt
die EU-Verfassung darauf ab, ein gemeinsames europäisches Asylsystem einzurichten, das
insbesondere einen einheitlichen Flüchtlingsstatus und gemeinsame Verfahren einschließt.

11.2.3 Gemeinsame Einwanderungspolitik


Die EU wird auch eine Gemeinsame Einwanderungspolitik aufbauen. In der Verfassung werden
Leitlinien dieser gemeinsamen Politik festgelegt, was in den derzeitigen Verträgen nicht der Fall
war. Es geht darum, die Migrationsströme wirksam zu steuern, eine angemessene Behandlung der
Einwanderer zu gewährleisten, die sich rechtsmäßig in der EU aufhalten, sowie illegale
Einwanderung und Menschenhandel zu bekämpfen. Der Ministerrat und das EP werden
entsprechenden Maßnahmen verabschieden. zum Beispiel hinsichtlich der Bedingungen, die für
eine Einwanderung in die Mitgliedstaaten erfüllt sein müssen, oder bezüglich der Rechte von
Einwanderern. Desgleichen kann die EU Manßnahmen ergreifen, um die Bemühungen der
Mitgliedstaaten bei der Eingliederung von Staatsangehörigen von Drittländer zu unterstützen.

11.2.4 Verwirklichung einer solidarischen EU und demokratische Verfahren


Alle Maßnahmen im Rahmen dieser Politikbereiche werden im Geiste des in der EU-Verfassung
niedergelegten „Solidaritätsprinzip” durchgeführt, einschließlich des finanziellen Aspekts. Es wird
zu einer erheblichen Verstärkung der demokratischen Legitimität kommen. Gemäß der derzeitigen
Verträgen wird nämlich das EP lediglich geröhrt, während in der EU-Verfassung vorgesehen ist,
dass sämtliche einschlägige Maßnahmen vom EP und dem Ministerrat verabschiedet werden. Eine
weitere bedeutsame Änderung betrifft den Gerichtshof, der sämtliche verabschiedeten Rechtsakte
seiner gerichtlichen Kontrolle unterziehet. Schließlich wird die EK die einzige Initiatorin von
Legislativcrschlägen darstellen und auch ihre Aufgabe als Hüterin der Verträge wahrnehmen.

11.2.5 Justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen


Wie bereits heute, wird die EU weiterhin bei der Justitielle Zusammenarbeit in Zivilsachen tätig
sein, vorausgesetzt, es handelt sich von Angelegenheiten grenzüberschreitender Bedeutung.
Schon 1999 wurde in Tampere ein unfangreiches Arbeitsprogram gebildet, den Bürgerinnen und
Bürger ebenso den Unternehmen größere Rechtsicherheit im Emu-Raum zu bieten (erleichterter
Zugang zur Rechts; Anerkennung der Urteile von Gerichten in Zivil- und Strafsachen,
Mindeststandards für Schadenersatzansprüche und für Prozesskostenhilfe usw.)
Die EU-Verfassung -in Gegensatz zu den derzeitigen Verträgen - überträgt dem Ministerrat und
dem EP die Zuständigkeit für die Verabschiedung von Gesetzen und Rahmengesetzen, mit denen
ein einheiterters Zugang zu Gerichten gewährleistet werden soll.

11.2.6 Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen


Gemäßß der derzeitigen Verträgen konnte die EU bereits im Bereich der polizeilichen und
Justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen tätig werden. Allerdings wurde dieser Bereich, wie
GASP, in einem gesonderten Teil des EU-Vertrages behandelt, der als „Dritte Säule bezeichnet
wird; kennzeichnend für ihm ist die Methode der zwischenstaatlichen Vereinbarungen.
53

Hier wirkt die EU-Verfassung als Innovation: sie schafft nämlich die ‘Dritte Säule” ab und fasst
sämtliche Politikbereiche der EU in einer einzigen Struktur zusammen, womit demokratischere,
wirksamere und transparente Verfahren anwendbar macht. Eine Besonderheit besteht darin, dass
eine Gruppe von Mitgliedstaaten (ein Viertel) genau wie die EK ein Initiativrecht hat. Das
Vetorecht ist zugunsten der qualifizierten Mehrheit aufgegeben worden: Das EP ist mit dem
Ministerrat als Mitgesetzgeber tätig und die verabschiedeten Rechtsakte unterliegen der
gerichtlichen Kontrolle durch den Gerichtshof.
Das EP und der Ministerat können somit Definitionen und gemeinsame Sanktionen für
schwerwiegende Formen der internationalen Kriminalität festlegen, die in der EU-Verfassung
aufgeführt sind. Es geht dabei um äusserst schwere Vergehen wie Terrorismus, Drogenhandel,
Menschenhandel, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, sexuelle Ausbeutung von Kindern und
Umweltstraftaten.

11.2.7 Möglichkeit der Einrichtung einer „Europäischen Staatsanwaltschaft für die Fandung
nach Urhebern von Straftaten mit grenzüberschreitenden Bezug
Dank der EU-Verfassung kann die EU auch Rahmengesetze für die Strafprozessordnung
verabschieden, die die Rechte der Opfer und die Rechte des Einzelnen im Strafverfahren betreffen.
Die bereits bestehenden Mechanismen der Justizielle Zusammenarbeit zwischen Mitgliedstaaten,
wie „Eurojust”, sollen verstärkt werden.
Eurojust wurde 2002 geschaffen, um die Zusammenarbeit der Gerichte und Staatsanwälte zu
erleichtern. Das geschieht zum Beispiel durch Vereinfachung des Informationsaustausches unter
nationalen Behörden, den gegenseitigen Rechtshilfe und der Auslieferung von Personen, die
verhört werden sollen. Das Führungsgremium von Eurojust setzt sich aus einem Vertreter aus
jedem Mitgliedstaat zusammen.
.Die Verstärkung und Ausbreitung des gemeinsamen Auftretens gegen internationaler Kriminalität
wird zukünftig durch den Regel der EU-Verfassung gesichert, dass der Ministerrat kann in der
Zukunft die Einsetzung einer Europäischen Staatsanwaltschaft beschliefßen. Diese wäre zuständig
für Fandung und strafrechtliche Verfolgung von Personen, die als Täter schwerer Straftaten mit
grenzüberschreitenden Bezug begannen haben. Dieser Beschluss wird einstimmig von den
Mitgliedstaaten getroffen.

11.2.8 Die Rolle von „Europol“ in der polizeilichen Zusammenarbeit


Auf dem Gebiet der polizeilichen Zusammenarbeit stellt das Europäische Polizeiamt „Europol”
eine Struktur zur Verfügung, um die polizeiliche Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei der
Prävention und Bekämpfung der schweren Formen der internationalen organisierten Kriminalität
auszubauen.
Europol hat seine Tätigkeit im 1999 begonnen; es hat seinen Sitz in Den Haag. Und zählt zu
seinem Personal Vertreter von nationalen Polizei-, Strafvollzugs-, Zoll- und
Einwanderungsbehörden. Eine seiner wichtigsten Pflichte ist die Betreuung eines automatisierten
Informationssystems für die Eingabe, Abfrage und Auswertung von Daten. Das Führungsorgan
besteht aus einem Vertreter aus jedem Mitgliedstaat. Europol ist in enger Zusammenarbeit mit
„Interpol” tätig.
Gegenwärtig ist Europol gegenüber dem Ministerrat verantwortlich. Die EU-Verfassung sieht aber
vor, dass Europol der Kontrolle durch das EP und die nationalem Parlamente unterliegt.
72
Teil 12 Auswärtiges (außenpolitisches) Handeln der EU
12.1 Allgemeine Bemerkungen zum auswärtigen Handel der EU
Die EU ist neben den USA die größte Wirtschaftsmacht, aber ihre politische Bedeutung in der
Welt entspricht dieser Wirtschaftskraft noch nicht. Es haben 168 Staaten der Erde diplomatische
Beziehungen zur EU und sind in Brüssel mit Missionen vertreten; die EU unterhält Delegationen
im Rang von Botschaften in 123 Ländern und bei fünf internationalen Organisationen.
Die Regierungen der EU-Staaten arbeiten allerdings schon seit langem in der Außenpolitik
zusammen, seit einigen Jahren auch in der Sicherheitspolitik und seit kurzem in der
Verteidigungspolitik. Trotzdem spricht die EU in der Weltpolitik nicht immer mit einer Stimme.
Außen und -Sicherheitspolitik sind sensible Bereiche, in denen die EU-Staaten sich bisher alle
Entscheidungsrechte selbst vorbehalten haben. Es gibt also noch keine einheitliche „europäische”
Außenpolitik (Beweise dafür sind die verschiedenen Meinungen der EU-Mitgliedsländer in den
Frage des Irak-Krieges), anderseits aber man kann derer Anfangsinitiativen behaupten (wie es bei
der gemeinsamen Hilfeleistung von EU-Staaten bei der südostasiatischen Flutkatastrophe in
Dezember 2004 der Fall war)
Für das auswärtigen Handel der EU enthält die EU-Verfassung besonders wichtige Neuerungen,
die eher auf bestimmte institutionelle Änderungen (insbesondere durch Einsetzung des
Außenministers) und weniger auf die Verbesserung der Verfahren, der praktisch unverändert
geblieben sind, ,zurückzuführen Die Rolle des EP im Bereich der Außenpolitik hat sich nicht
grundlegend geändert, selbst wenn sie im Zusammenhang mit der gemeinsamen Handelspolitik
und dem Abschluss von internationalen Abkommen gestärkt wird.

12.2 Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)


12.2.1 Allgemeine Fragen von GASP
Laut EU-Verfassung wird – aber frühestens erst nach 2006 -GASP gemeinsame Politik der EU
sein.
EK und EP sind in diese gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik einbezogen, aber nicht an
Entscheidungen beteiligt. Die Durchführung von GASP fällt nicht unter das „ordentliche
Gesetzgebungsverfahren“, das EP wird auch zukünftig nur regelmäßig konsultiert.
12.2.2 Die Ziele von GASP
Wahrung der gemeinsamen Werte, der grundlegenden Interesse, der Unabhängigkeit und der
Unversehrtheit der EU
Stärkung der Sicherheit der Union und ihrer Mitgliedstaaten
Wahrung des Friedens und Stärkung der internationalen Sicherheit im Einklang mit den
Grundsätzen der Charta der Vereinigten Nationen
Förderung der internationalen Zusammenarbeit
Entwicklung und Stärkung der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie die Achtung der
Menschenrechte und Freiheiten
12.2.3 Besondere Komponente der Modernisierung der Sicherheitspolitik aufgrund der EU-
Verfassung
Aktualisierung der so genannten Petersberg-Missionen (Die damalige EU-Mitgliedstaaten haben
die in 1954 gegründete aber nie wirksam gewordene WSU „aufgefrischt“ und sich in 1992 in
Petersburg/Deutschland über Rettungs- und humanitären Maßnahmen, über Maßnahmen über
Friedens-Erhaltung und über Einsatz von Truppen zwecks Krisenbehandlung und
Friedensschaffung geeinigt) Die EU-Verfassung hat zu diesen Missionen ein Verweis auf
Abrüstungsmaßnahmen, Aufgaben der militärischer Beratung, Operationen zur
Stabilisierung der Lage nach Konflikten und Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus auch
auf dem Hoheitsgebiet von Drittstaaten hingefügt.
Schaffung neuen Formen der Flexibilität und der Zusammenarbeit in Bereich der Verteidigung
55

Einführung einer engeren Zusammenarbeit im Bereich der gegenseitigen Verteidigung


Einrichtung eines Abschubfonds für die militärische Verteidigung unabgängig vom Haushalt der
EU
Einrichtung eines Europäischen Amtes für Rüstung, Forschung und militärische Fähigkeiten
Festlegung eines Verfahrens für einen schnellen Zugang zu den Haushaltsmitteln der EU

12.3 Gemeinsame Außenhandelspolitik


12.3.1 Die gegenwärtige Außenhandelspolitik der EU
Die Außenhandelspolitik wurde schon vor der Ausarbeitung der EU-Verfassung
„vergemeinschaftet”, die Mitglieder entscheiden also nicht mehr allein, ob Zollsätze geentert,
Handelsabkommen geschlossen oder handelspolitische Schutzmassnahmen, zum Beispiel im Fall
von Dumping, getroffen werden.
Der internationale Handel wird vor allem durch die Welthandelsorganisation (World Trade
Organisation, WTO) geregelt, der 134 Staaten und die EU angehören. Soweit darüber hinaus
zwischenstaatliche Vereinbarungen möglich sind, werden sie von der EK mit Einzelstaaten oder
mit Gruppen der Staaten geregelt: in Handels-, Kooperations- oder Assoziierungsabkommen; sie
können auch Vereinbarungen über Freihandelszonen oder Zollunionen erhalten.

12.3.2 Neuerungen der EU-Verfassung auf dem Gebiet der Gemeinsamen Außenhandelspolitik
Die Verfassung ergänzt diese Regel mit der Zielsetzungen der Außenhandelspolitik der EU: zur
harmonischen Entwicklung des Welthandels, zur schrittweise Beseitigung der Beschränkungen im
internationalen Handelsverkehr und bei den ausländischen Direktinvestitionen, sowie zum Abbau
der Zoll - und anderer Schranken beizutragen ,
Die EU-Verfassung regelt, wie die für die Umsetzung der gemeinsamen Handelspolitik
erforderlichen Maßnahmen vorbereitet und durchgeführt werden.
Die Regel der Entscheidungsfindung des Ministerrates wird eindeutig gestaltet, um die EU in der
Lage zu versetzen bei der Regelung der Weltwirtschaft als Akteur von unumstößlicher Bedeutung
aufzutreten.
Gleichzeitig verstärkt aber die EU-Verfassung die Rolle des EP, das fast auf dieselbe Ebene
gestellt wird, wie der Ministerrat
Die EK handelt auch in der Zukunft mit Drittländer, um die europäischen Interesse auf dem Gebiet
Waren- und Dienstleistungsverkehr, an geistigen Eigentum und Investitionen zu vertreten

12.4 Zusammenarbeit mit Drittländer und humanitäre Hilfe


12.4.1 Die gegenwärtigen Lage der Zusammenarbeit mit Drittländern und der humanitären Hilfe
Die EU und die Mitgliedstaaten bringen mehr als die hälfte der weltweiten Mittel zur
Entwicklungshilfe auf.
Die EU fördert, ergänzt zur Entwicklungspolitik der Mitgliedstaaten: die nachhaltige
wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Entwicklungsländer, insbesondere der am meisten
benachteiligten Länder; ihre Gliederung in der Weltwirtschaft; und die Bekämpfung der Armut.
Ein besonderes, vertraglich geregeltes Verhältnis pflegt die EU mit den so genannten „AKP-
Staaten”. AKP -Staaten sind mit der EU assoziierten 77 afrikanischen, karibischen und Pacifik-
Staaten , die ehemalig Kolonien der EU-Mitgliedstaaten waren und seit 1957 der EWG assoziiert -
also mit bestimmten Vorrechten angegliedert -sind Als sie selbstständige Staaten geworden sind,
hat die EU mit ihnen im 1975 den Lomé-Abkommen für 25 Jahren geschlossen, das im 2000 im
Cotonou mit einem 20-jährigen Partnerschaftsabkommen abgelöst worden ist
Ebenso pflegt ein besonderes Verhältnis die EU mit außeneuropäischen Länder und
Hoheitsgebiete, die mit Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich
besondere Beziehungen unterhalten. Diese sind die folgenden:
56

Mit der im 1995 in Barcelona gegründeten „Europa-Mittelmeer-Partnerschaft” hat die EU einen


Rahmen für eine umfassende Zusammenarbeit mit 12 europäischen, asiatischen und afrikanischen
Mittelmeerländern (230 Millionen Einwohner) geschaffen, mit dem Ziel, einen Raum des Friedens
und der Stabilität rund um Mittelmehr zu schaffen.
1976 begann die EG mit ihrer Entwicklungshilfe für Länder in Asien und Lateinamerika. Sie
umfasst finanzielle und technische Hilfe sowie Projekte der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die
Hilfe wendet sich vor allem an besonders benachteiligten Ländern und soll in erster Linie den
ländlichen Raum fördern und zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion beitragen.
Weitere Schwerpunkte sind :die Nahrungsmittelhilfe für die ärmeren Länder und die Hilfe bei
Katastrophen.( Ein guter Beispiel dafür war die EU-Unterstützung in Dezember 2004 für die
südasiatischen Opfer der Flutkatastrophe in der Höhe von 1,5 Milliarden Euro)
Wichtige Behauptungen der EU-Verfassung betreffs dieser Poltikbereiche
Eine Bestimmung der EU-Verfassung ist der Politik der humanitärer Hilfe der EU gewidmet (die
von der EU-Organisation ECHO verwaltet wird); damit soll ihre spezielle Natur deutlich
herausgestellt werden. (Sie unterlegten dem humanitären Volkerrecht und stellten kein politisches
Druckmittel dar).
Laut EU-Verfassung kommen die EU und die Mitgliedstaaten im Rahmen der UNO und anderer
zuständiger internationaler Organisationen gegebenen Zusagen nach und berücksichtigen die in
diesem Rahmen gebilligten Zielsetzungen.
Die EU-Verfassung enthält genaue Bestimmungen dafür, unter welchem Umständen die EU
internationale Abkommen aushandeln kann und sie gibt das entsprechende Verfahren eindeutig
vor; die EK (oder der Außenminister)verhandelt und Ministerrat und Parlament beschließen
gemeinsam, ob sie das Ergebnis annehmen.
76
Teil 13 Ungarn und die EU
13.1 Ungarns Kontakte zur EG/EU bis Ende 2002
Zwischen Ungarn und die EG wurden im August 1988 die diplomatischen Beziehungen
aufgenommen.
Denen folgte im September 1988 das Handels und Wirtschaftsabkommen, das im Vertragssystem
zwischen die EG und der MOE-Staaten) vom Beispielhaften wert war.
Das PHARE-Program - eine nicht rückzuerstattende Unterstützung der EG an den MOE-Ländern -
wurde 1990 auch für Ungarn geöffnet und bis Ungarns EU-Beitritt verwirklicht
Ungarns Assoziationsvertrag trat am 1. Februar 1994 in Kraft, nachdem er sowohl von den EU-
Mitgliedstaaten als auch vom ungarischen Parlament ratifiziert wurde. Damit entstand zwischen
Ungarn und der EU ein Assoziationsverhältnis
Anschließend reichte die ungarische Regierung - noch in 1994 - mit der einstimmigen Vollmacht
des ungarischen Parlaments dem ER Ungarns offiziellen Beitrittsantrag ein. Danach sind mehrere
assoziierten Institutionen ins Leben gerufen wurden: die bis Ungarns EU-Beitritt funktionierten
und einen gossen Anteil in Ungarns EU-Beitritt hatten.
Die einander wechselnde Regierungen Ungarns haben eine umfassende Beitrittsstrategie des
Landes ausgearbeitet und beabsichtigten es - unter der Kontrolle des Parlaments
In der zusammenfassenden Meinung der EK über Ungarn (Juli 1997) wurde es vorgeschlagen, die
Beitrittsverhandlungen mit Ungarn zu beginnen die im März 1998 im Rahmen einer bilateralen
Regierungskonferenz tatsächlich begannen. Diese Verhandlungen mit Ungarn wurden in 31
Problemenbereichen („Kapitel”) fast vier Jahren lang geführt, im Dezember 2002 erfolgreich
beendet und der ER hat im Dezember 2002 auch Ungarns EU-Beitritt gebilligt.

13.2 Ungarns-Beitrittsvorbereitungen in 2003 und in 2004


Am 12 April 2003 wurde eine Volksabstimmung in Ungarn über den Beitritt des Landes gehalten.
Die Wahlbeteiligung erreichte einen Negativrekord, da nur 45,62% der Wahlberechtigten zur Wahl
gingen. Alle vier im ungarischen Parlament vertretenen Parteien hatten sich ja für den EU-Beitritt
ausgesprochen, aber die dennoch halbherzige Kampagne für den EU-Beitritt hat zur niedrigen
Beteiligung beigetragen. 83,76 % der abgegebenen gültigen Stimmen haben „ja” für den EU-
Beitritt des Landes ausgesprochen.
Am 16 April hat EU mit Ungarn - und gleichzeitig mit neun anderen Kandidaten-Ländern - den
Beitrittsabkommen unterzeichnet. Damit wurde Ungarns EU-Beitritts-Absicht offiziell bestärkt
und ebenso die Absicht der EU, Ungarn als EU-Mitgliedstaat zu empfangen offiziell deklariert
Die EK hat seit 1997 jährlich ein Gesammtbericht über Ungarns EU-Beitritt-Vorbereitungen
veröffentlicht. Die wichtigsten Feststellungen des EK-Berichte in Oktober 2003 waren die
folgenden
Aus diesem Bericht kann man es behaupten, dass Ungarn die politischen, wirtschaftlichen und
anderen Kriterien der EU-Mitgliedschaft meistens verwirklicht hat und die diesbezügliche
Bestrebungen in den lenzten Jahren konsekvent und erfolgreich weitergeführt wurden, so dass
Ungarn bezüglich der Mehrheit der einzelnen EU-Politiken ein hohes Niveau erreicht hat. So ist es
eine reale Hoffnung, dass die noch diesbezüglich vorhandenen Probleme bis Ungarns EU-Beitritt
gelöst werden können.
Gleichzeitig hat dieser Monotoring-Bericht besonders auf fünf Gebieten Mangelhaften entdeckt
und dargestellt, für die die Leitungsorgane Ungarns eine ausserst große Aufmerksamkeit widmen
müssen:
den allgemeinen wirtschaftlichen Gleichgewicht des Landes zu verbessern;
das System der Liquidation die EU- Landwirtschaftsförderungs-Gelder und ebenso
eines das System der integrierten Verwaltung und Kontrolle dieser EU-Gelder auszubauen und in
Betrieb zu setzen;
58

Verwirklichung von Entwicklungsmassnahmen für ländlichen Gebiete;


Einhaltung der EU-Forderungen der öffentlichen Gesundheitswesen in den
Lebensmittelverarbeitungs-Betrieben.

13.3 Finanzbilanz Ungarns hinsichtlich der EU


Summen in Mio. Euro
Nennung Jahre
2004 2005 2006
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
-
Gesammte-Einzahlung in die EU 553 845 865
Gesammte-Auszahlung von der EU 824 1342 1487
Aktivsaldo für Ungarn 271 497 622

13.4. Zeitweilige Befreiungen (Derogartionen)hinsichtlich Ungarn bei der obligatorischen


Erfüllung der EU-Vorschriften in den einzelnen Politikbereichen
13.4.1 Befreiungen auf dem Gebiet “ Freiheit der Arbeitsplatzwahl”
Innerhalb 2 Jahren entscheidet jeder EU-Mitgliedstaat selbst über die Einlassung von ungarischen
Arbeitssuchenden.(Irland, Schweden, Vereinigtes Königreich und die 9 mit Ungarn eingetretenen
Länder haben eine „offene Tür” für ungarischen Arbeitssuchenden gesichert)
Eine diesbezügliche Beschränkung kann vom jedem EU-Mitgliedstaat für noch 3 Jahren verlängert
werden, mit einer vorherigen Information für EK
Für noch andere 3 Jahre kann diese Beschränkung verlängert werden von denjenigen EU-
Mitgliedstaaten, die es beweisen können, dass die Entströmung von Arbeitsuchenden aus den
neuen EU-Mitgliedstaaten eine bedeutende Störung am Arbeitmarkt des Landes verursachen
würde.

13.4.2 Befreiungen auf dem Gebiet „Freier Verkehr von Dienstleistungen”


Die Höchtssumme von Konkurs-Versicherung für ausländische Investoren ist bis Ende 2007
anstatt 20.000 Euro nur 1 Million Forint.
Die Genossenschafts-Sparkassen dürfen bis Ende 2007 mit einem niedrigeren Stammkapital
funktionieren, als das innerhalb der EU vorgeschrieben ist.

13.4.3 Befreiungen auf dem Gebiet „Freier Kapitalvertkehr”


Ungarn kann das Verbot des Eigentumerwerbes von Ackererde für ausländische natürliche und
Rechtspersonen noch bis 7 Jahren aufrechterhalten und dieses Verbot kann danach - unter
gewissen Bedingungen - mit 3 Jahren verlängert werden.
Fünf Jahren lang nach dem EU-Beitritt dürfen in Ungarn ausländische natürliche oder
Rechtspesrsonen Immobilien zwecks Zweitwohnung oder Standort nur mit vorherigen
behördlichen Genehmigung kaufen.

Befreiungen auf dem Gebiet „Wettbewerbspolitik”


Das System der für den ausländischen Investoren früher gegebenen Gesellschaftssteuer-
Begüntigungen kann bis Ende 2010 reformier werden
Auch das System der Kommunalsteuer-Begünstigungen kann bis Ende 2007 aufrechterhalten
werden

13.4.5 Befreiungen auf dem Gebiet „Landwirtschaft”


44 ungarische Schlachthöfe mit großer Kapazität müssen gewisse EU-Vorschriften erst ab 1 Januar
2007 einhalten.
59

21 ungarische landwirtschaftlichen Betriebe müssen die EU-Vorschriften hinsichtlich


Hünenstelgen erst ab1 Januar 2010 einhalten
Traubenmost darf überall in Ungarn freigeliefert werden
Ungarische Vorschriften für Tafelweine dürfen für 10 Jahren aufrechterhalten werden
Traubenmost darf ohne einer zeitlichen Grenze gezuckert werden

13.4.6 Befreiungen auf dem Gebiet „Verkehr”


”Cabotage” im Straßenverkehr ist für ungarische Fuhrunternehmen in anderen EU-Staaten und für
Fuhrunternehmen aus anderen EU-Staaten in Ungarn nicht genehmigt: dieser Verbot kann danach
mit 3 Jahren verlängert werden.
Das ungarische Genehmigungs- und Abgabe-System für Fahrzeuge mit Übergewicht darf bis Ende
2008 verlängert werden.
Ungarn darf die Anspruchsnahme der ungarischen „TERNF”-Netzes (Transeuropäischer
Wahrenfuhr-Netz) bis Ende 2006 auf 20% begrenzen.
13.4.7 Befreiungen auf dem Gebiet „Steuer“
Bis Ende 2007 darf in Ungarn für einige Heizungsmaterial-Sorten, für Fernheizung und für
Gaststätten-Dienstleistungen ein günstigerer Umsatzsteuer-Fuß angewandt werden, als das
innerhalb der EU vorgeschrieben ist.
Das EU-Minimum von Regaliensteuer-Fuss auf Zigaretten muss in Ungarn nur bis Ende 2008
erreicht werden
Bei Branntweinbrennereien 50 Liter pro Familie und pro Jahr darf in Ungarn steuerfrei bleiben.

13.4.8 Befreiungen auf dem Gebiet „Umwelt”


Die Vorschriften für Wiederverabeitung von Packungs-Abfälle müssen seitens Ungarn erst ab 1
Januar 2006 eingehalten werden
Die Vorschriften für Verbrennungsanlagen für gefährliche Abfällen müssen in Ungarn erst ab 1 Juli
2005 eingehalten werden.
Einige Abwasswerreiniguns-Vorschriften müssen in Ungarn -schrittweise - bis Ende 2008, bis
Ende 2010 bzw. bis Ende 2015 eingehalten werden.

13.4.9 Befreiungen auf dem Gebiet ”Zollunion”


Beim Rohaluminum-Zollkontingent wird Ungarns für 3 Jahren eine Begünstigung erhalten
Beim Zollerlass, und bei der Zollerstattungkann das ungarische nationale System bis die
Verjährung der Ansprüche noch aufrechterhalten werde, aber auf Lasten des ungarischen
Staatsbudgets.
Bis dem Erlass der EU-konform Erlaubnisse, aber höchstens bis 1 Mai 2005 werden die schon
vorher ausgegeben Genehmigungen hinsichtlich Zollverfahren und zollfreien Zonen akzeptiert

.-.-.-.-.-.-
80
Beilage 1
Liste der Abkürzungen
Abkürzung Englische Begriff auf Deutsch Begriff auf Ungarisch
in Leitfaden Abkürzung
A A Österreich Ausztria
AdR COR Ausschuss der Regionen Régiók Bizottsága
ASTV COREPER Ausschuss der Ständigen Vertreter Állandó Képviselők Bizottsága
B B Belgien Belgium
COSAC COSAC Konferenz der Europa-Ausschüsse Nemzeti Parlamentek Európai
der nationalen Parlamente Bizottságainak Konferenciája
CY CY Zypern Ciprus
CZ CZ Tschechische Republik Cseh Köztársaság
D D Deutschland Németország
DK DK Dänemark Dánia
E E Spanien Spanyolország
EBRE EBRD Europäische Bank für Európai Ujjáépítési és Fejlesztési
Rekonstruktion und Entwicklung Bank
EST EE Estland Észtország
EEA SEA Einheitliche Europäische Akte Egységes Európai Okmány
EFTA EFTA Kleine Europäische Kis Európai Szabadkereskedelmi
Freihandelszone Övezet
EG EC Europäische Gemeinschaft(en) Európai Közösség(ek)
EIB Europäische Investitionsbank Európai Berházási Bank
EK EC Europäische Kommission Európai Bizottság
EWS EMS Europäisches Währungssystem Európai Monetáris Rendszer
EWU EMU Europäische Währungsunion Európai Monetáris Unió
EP EP Europäisches Parlament Európai Parlament
ER Europäischer Rat Európai Tanács
ESZB ESCB Europäisches System der Európai Központi Bankok
Zentralbanken Rendszere
EU EU Europäische Union Európai Unió
EuGH CJEU Europäischer Gerichtshof Európai Biróság
EuRH Europäischer Rechnungshof Európai Számvevőszék
Europarat CoE Europarat Európa-Tanács
Eurostat Eurostat Europäisches Statistische Amt Európai Statisztikai Hivatal
EWI EMI Europäisches Währungsinstitut Európai Monetáris Intézet
EWR EEA Europäischer Wirtschaftsraum Európai Gazdasági Térség
EZB ECB Europäische Zentralbank Európai Központi Bank
F F Frankreich Franciaország
FAO Welternährungsrat ÉlelmezésiVilágszervezet (ENSZ)
61

FIN FIN Finnland Finnország


GAP CAP Gemeinsame Agrarpolitik Közösségi Mezőgazdasasági Politika
GASP CFSP Gemeinsame Außen- und Közös Kül-és Biztonságpolitika
Sicherheitspolitik
GATT GATT Allgemeiner Zoll- und Általános Vámtarifa- és
Handelsabkommen Kereskedelmi Egyezmény
GIP GDP Bruttoinlandprodukt Bruttó hazai össztermék
GR GR Griechenland Görögország
HU HU Ungarn Magyarország
I I Italien Olaszország
IWF IMF Internationale Währungsfond Nemzetközi Valutaalap
IRL IRL Irland Irország
JIZ JHA Justitielle und Innere Bel- és igazságügyi együttműködés
Zusammenarbeit
L L Luxemburg Luxemburg
LT LT Litauen Litvánia
LV LV Lettland Lettország
Ministerrat Rat der EU (Ministerrat) Az EU Tanácsa (Miniszterek
Tanácsa)
MOE MIE Mittel- und Osteuropa Közép és Kelet Európa
MT MT Malta Málta
NATO NATO Nordatlantikpakt NATO
NL NL Niederlande Hollandia
OECD OECD Organisation für Wissenschaftliche Gazdasági Együttműködés és
Zusammenarbeit und Entwicklung Fejlesztés Szervezete
P P Portugal Portugália
PL PL Polen Lengyelország
S S Schweden Svédország
SIS SIS Schengener Informationssystem Schengeni Információs Rendszer
SK SK Slowakische Republik Szlovákia
SL SL Slowenien Szlovénia
UK UK Vereinigtes Königreich Nagy-Britannia és Észak-Írország
Großbritannien und Nord-Irland Egyesült Királyság
UNO UNO Organisation der Vereinigten Egyesült Nemzetek Szervezete
Nationen
WGO WHO Weltgesundheitsorganisation Egészségügyi Világszervezet (ENSZ)
WSA ESC Wirtschafts- und Sozialausschuss Gazdasági és Szociális Bizottság
WTO WTO Welthandelsorganisation Kereskedelmi Világszervezet
83
Beilage 2

Statistische Daten

Einige charakteristische Daten der EU:


Neue
Datentyp Europa der 15 EU-Staaten Europa der 25
Fläche in 1000 qkm 3233,9 740,9 3974,8
Einwohner in Mio. 01.01.2003 376,5 74,8 451,3
Bruttoinhaltprodukt (Milliarde €) 8864 404 9268
Bruttoinhaltprodukt pro Kopf ( € ) 23500 5400 20500
Zur EU gehören außerhalb Europa:
Ceuta und Melilla in Nordafrika
Madeira und die Azoren
Die Kanarischen Inseln
Französisch-Guayana in Südamerika
Die französische Insel Guadeloupe und Martinique
Reunion im indischen Ozean
Nicht zur EU gehören in Europa:
Andorra
Färöer
Monaco
San Marino
Vatikanstaat
Die Insel Man
Die Kanalinsel
Gibraltar
Einige charakteristische Daten der EU – Mitgliedstaaten:
Fläche in 1000 Einwohner in Bruttoinhaltproduk Hauptstadt
Land qkm Mio. t pro Kopf(€)
(01.01.2003) (2001)
Belgien /B) 30,2 10,31 24700 Brüssel
Dänemark /DK) 43,1 5,39 27500 Kopenhagen
Deutschland /D) 356,9 82,56 24.100 Berlin
Estland (EST) 45,2 1,36 9800 Tallin
Finnland (FIN) 338,0 5,21 24.300 Helsinki
Frankreich (F) 544,0 59,64 23600 Paris
Griechenland 132,0 11.02 15800 Athen
/GR)
Irland (IRL) 70,3 3,93 27.500 Dublin
Italien (I) 301,3 56,46 24300 Rom
Lettland (LV) 64,6 2,33 7700 Riga
Litauen (LT) 65,3 3,46 8700 Vilnius
Luxemburg (L) 2,6 0,45 45500 Luxemburg
Malta (MT) 0,3 0,40 11900 Valetta
Niederlande (NL) 41,5 16,20 26000 Amsterdam
Regierungssitz:
Den Haag
63

Österreich (A) 83,9 8,16 26300 Wien


Polen (PL) 312,7 38,6 9.200 Warschau
Portugal (P) 91,9 10,41 16900 Lissabon
Schweden (S) 450,0 8,94 23100 Stockholm
Slowakische 49,0 5,38 11100 Bratislava
Republik (SK)
Slowenien (SL) 20,3 2,0 16000 Ljubljana
Spanien (E) 506,0 40,68 19100 Madrid
Tschechische 78,9 10,14 13300 Prag
Republik (CZ)
Ungarn (HU) 93,0 10,16 11900 Budapest
Vereinigtes 244,1 59,09 23200 London
Königreich (UK)

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