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Zusammengestellt und bearbeitet von Frau Prof in . Mag a . Dr in . iur. Gertrude Allmer.

Bundesgesetz über Gesundheits- und Krankenpflegeberufe

(Gesundheits- und Krankenpflegegesetz - GuKG)

StF: BGBl I 108/1997, idF BGBl l 95/1998, BGBl I 116/1999, BGBl I 65/2002, BGBl I 6/2004, BGBl I 69/2005, BGBl I 90/2006, BGBl I 57/2008, BGBl I 101/2008, BGBl I 130/2009, BGBl I 61/2010, BGBl I 74/2011, BGBl I 89/2012, BGBl I 80/2013, BGBl I 185/2013, BGBl I 8/2016, BGBl I 75/2016 und BGBl I 87/2016

Inhaltsverzeichnis

1. Entstehungsgeschichte zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz.

2. Schwerpunkte der Reformmaßnahmen im Bereich der Pflege

3. Anerkennung von Ausbildungsnachweisen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum

4. Kostenprognose zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz

1. Hauptstück

1. Abschnitt

Allgemeine Bestimmungen

§ Gesundheits- und Krankenpflegeberufe

§ Allgemeine Bestimmungen

§ Umsetzung von Unionsrecht

§ Geltungsbereich

§ Sozialbetreuungsberufe – Basisversorgung

§ Personenbetreuung

§ Persönliche Assistenz

§ Pflegepraktikum von Studierenden

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3 b

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2. Abschnitt

Berufspflichten

§ Allgemeine Berufspflichten

§ Pflegedokumentation

§ Verschwiegenheitspflicht

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§ 7

Anzeigepflicht

§ 8

Meldepflicht

§ Auskunftspflicht

§ entfällt. (BGBl I 87/2016)

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2. Hauptstück

Gehobener Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege

1. Abschnitt

Berufsbezeichnungen

§ Berufsbezeichnungen

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2. Abschnitt

Berufsbild und Kompetenzbereich

§ Berufsbild

§ Kompetenzbereich

§ Pflegerische Kernkompetenzen

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§ Kompetenz bei Notfällen

§ Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie

§ Weiterverordnung von Medizinprodukten

§ Kompetenzen im multiprofessionellen Versorgungsteam

§ Spezialisierungen

§ Kinder- und Jugendlichenpflege

§ Psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege

§ Intensivpflege, Anästhesiepflege, Pflege bei Nierenersatztherapie

§ Pflege im Operationsbereich

§ Krankenhaushygiene

§ Wundmanagement und Stomaversorgung

§ Hospiz- und Palliativversorgung

§ Psychogeriatrische Pflege

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§ 23

Lehraufgaben

§ 24

Lehraufgaben

§ 25

Lehraufgaben

§ Führungsaufgaben

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3. Abschnitt Berufsberechtigung

§ Berufsberechtigung

§ Qualifikationsnachweise – Inland

§ EWR-Anerkennung

§ EWR-Anerkennung – Europäischer Berufsausweis

§ EWR-Qualifikationsnachweise – allgemeine Gesundheits- und

Krankenpflege

§ EWR-Qualifikationsnachweise – Spezial-, Lehr- und Führungsaufgaben

§ EWR-Anerkennung – Partieller Zugang

§ Qualifikationsnachweise - außerhalb des EWR

§ Nostrifikation entfällt mit 1. Jänner 2020

§ entfällt. (BGBl I 57/2008)

§ Ergänzungsausbildung und –prüfung entfällt mit 1. Jänner 2020

§ Fortbildung bei Ausbildung im Ausland

§ Berufsausübung

§ Freiberufliche Ausübung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege

§ Berufssitz

§ Werbebeschränkung

§ Vorübergehende Erbringung von Dienstleistungen

§ Vorübergehende Erbringung von Dienstleistungen – Europäischer

Berufsausweis

§ Entziehung der Berufsberechtigung

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4. Abschnitt entfällt mit 1. Jänner 2024 Ausbildung

§ Ausbildung in der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege

§ Ausbildungsinhalt

§ Praktische Ausbildung

§ Verkürzte Ausbildung für Pflegeassistenten

§ Verkürzte Ausbildung für Sanitätsunteroffiziere

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§ Verkürzte Ausbildung nach einer speziellen Grundausbildung

§ Verkürzte Ausbildung für Hebammen

§ Verkürzte Ausbildung für Mediziner

§ Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege

§ Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege

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§ 51

Schulleitung

§ 52

Schulordnung

§ Schülervertretung

§ Aufnahme in eine Schule für Gesundheits- und Krankenpflege

§ Aufnahmekommission

§ Ausschluss von der Ausbildung

§ Ausbildungsverordnung

§ Prüfungen

§ Diplomprüfungskommission

§ Anrechnung von Prüfungen und Praktika

§ Diplom

§ Prüfungsverordnung

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5. Abschnitt Fort-, Weiter- und Sonderausbildungen

§ Fortbildung

§ Weiterbildungen

§ Spezialisierungen – Ausbildung

§ Anerkennung – Lehr- und Führungsaufgaben

§ entfällt. (BGBl I 185/2013)

§ Gesundheits- und Krankenpflege-Beirat

§ Sonderausbildung in der Kinder- und Jugendlichenpflege

§ Sonderausbildung in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege

§ Sonderausbildung in der Intensivpflege, in der Anästhesiepflege und in der Pflege bei Nierenersatztherapie

§ Spezielle Sonderausbildung in der Kinderintensivpflege

§ Sonderausbildung in der Pflege im Operationsbereich

§ Sonderausbildung in der Krankenhaushygiene

§ Spezialisierungen

§ Sonderausbildung für Lehraufgaben entfällt mit 1. Jänner 2017

§ Sonderausbildung für Führungsaufgaben entfällt mit 1. Jänner 2017

§ Weiterbildungs- und Sonderausbildungsverordnung

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6. Abschnitt entfällt mit 1. Jänner 2018 Spezielle Grundausbildungen

§ Spezielle Grundausbildungen

§ Grundausbildung in der Kinder- und Jugendlichenpflege

§ Grundausbildung in der Kinder- und Jugendlichenpflege

§ Grundausbildung in der Kinder- und Jugendlichenpflege

§ Grundausbildung in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege

§ Grundausbildung in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege

§ Grundausbildung in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege

§ Ausbildungs- und Prüfungsverordnung

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3. Hauptstück

Pflegeassistenzberufe

1. Abschnitt

Allgemeines

§ Berufsbild

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§ Tätigkeitsbereich der Pflegeassistenz

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§ Tätigkeitsbereich der Pflegefachassistenz

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§ Berufsbezeichnungen

84

2.

Abschnitt

Berufsberechtigung

§ Berufsberechtigung

85

§ Qualifikationsnachweis – Inland

86

§ Qualifikationsnachweis – EWR

87

§ Qualifikationsnachweis - außerhalb des EWR

88

§ Nostrifikation

89

§ Berufsausübung

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§ Entziehung der Berufsberechtigung

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3.

Abschnitt

Ausbildung

§ Ausbildung in den Pflegeassistenzberufen

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§ entfällt. (BGBl I 75/2016)

93

§ Verkürzte Ausbildung für Mediziner

94

§ Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege

95

§ Lehrgänge für Pflegeassistenz

96

§ Berufliche Erstausbildung

97

§ entfällt. (BGBl I 75/2016)

98

§ entfällt. (BGBl I 75/2016)

99

§ Prüfungen

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§ entfällt. (BGBl I 75/2016)

101

§ entfällt. (BGBl I 75/2016)

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§ Zeugnis und Diplom

103

§ Ausbildungs- und Prüfungsverordnung

104

4.

Abschnitt

Fort- und Weiterbildungen

§ Weiterbildungen

104 a

§ Weiterbildungsverordnung

104 b

§ Fortbildungspflicht der Pflegeassistenzberufe

104 c

4.

Hauptstück

Strafbestimmungen

§ Strafbestimmungen

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Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Schluss- und Übergangsbestimmungen

§ Übergangsbestimmung zum Gesundheitsberuferegister-Gesetz

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Inkrafttreten

§ 117

Inkrafttreten

 

Vollziehung

§ 118

Vollziehung

1. Entstehungsgeschichte zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Die Forderung nach einer Neuregelung des Krankenpflegegesetzes wird schon seit mehreren Jahren von den betroffenen Berufsgruppen an das Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales herangetragen. Reformpläne bestehen bereits seit längerer Zeit, da das Krankenpflegegesetz trotz zahlreicher Novellierungen sowohl in inhaltlicher als auch in legistischer Hinsicht nicht mehr den aktuellen Anforderungen gerecht wird.

Bis zum Jahr 1992 waren die Ausbildung und das Berufsrecht von 22 Gesundheitsberufen im Krankenpflegegesetz geregelt, wobei insbesondere die Berufsbilder und Tätigkeitsbereiche der einzelnen Berufe nur allgemein umschrieben waren und daher zu mannigfaltigen Auslegungsproblemen führten.

Die Schaffung des Berufes des Pflegehelfers/der Pflegehelferin mit der Novelle zum Krankenpflegegesetz, BGBl 449/1990, war ein erster Schritt zur Verbesserung der Ausbildung und der Berufsausübung der nichtärztlichen Gesundheitsberufe.

Mit der Erlassung des MTD-Gesetzes, BGBl 460/1992, wurde ein weiterer Schritt zu einer umfassenden Reformierung der Gesundheitsberufe durch die Ausgliederung der gehobenen medizinischtechnischen Dienste aus dem Krankenpflegegesetz getroffen.

Die zentrale Stellung der Pflege im Rahmen des Gesundheitswesens erforderte eine umfassende Reformierung der Pflegeberufe.

Nach jahrelangen fachlichen Vorarbeiten wurde im August 1993 ein Arbeitskreis „Eigenständigkeit der Krankenpflege“ eingesetzt, der mit der Ausarbeitung eines Positionspapiers zur Gesundheits- und Krankenpflege beauftragt wurde.

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Der Arbeitskreis, der sich aus VertreterInnen des leitenden Krankenpflegepersonals aus ganz Österreich, des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, des Österreichischen Krankenpflegeverbandes, der Österreichischen Ärztekammer und der ARGE der Pflegedienstleitungen Österreichs zusammensetzte, erarbeitete innerhalb von sechs Monaten ein entsprechendes Diskussionspapier. Dieses wurde in einer Enquete, die Anfang März 1994 in Klagenfurt stattfand und an der über 200 Personen aus dem Krankenpflegebereich teilnahmen, zur Diskussion gestellt. Auf Grund der Ergebnisse der Enquete wurde das Positionspapier finalisiert.

Das Positionspapier zur Gesundheits- und Krankenpflege enthält die Forderungen des Arbeitskreises hinsichtlich des Berufsbildes, des Tätigkeitsbereiches und einer neuen Berufsbezeichnung des bisherigen Krankenpflegefachdienstes. Unter Zugrundelegung des Positionspapiers und der im Rahmen einer Befragung von primär betroffenen Einrichtungen und Gebietskörperschaften dazu ergangenen Stellungnahmen wurde ein Gesetzesentwurf erarbeitet und dem allgemeinen Begutachtungsverfahren zugeleitet.

In zahlreichen Sitzungen wurden die Ergebnisse des Begutachtungsverfahrens insbesondere mit VerteterInnen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, des Österreichischen Krankenpflegeverbandes, der Österreichischen Ärztekammer, des leitenden Krankenpflegepersonals und anderen betroffenen Ressorts erörtert. Dabei gelang es, Missverständnisse zu klären und grundsätzliche Einigung hinsichtlich ursprünglich divergierender Meinungen zu erzielen. Die Länder wurden auch hinsichtlich der finanziellen Implikationen des Gesetzes miteinbezogen. Auf die finanziellen Erläuterungen ist zu verweisen.

Von einer Novellierung des Krankenpflegegesetzes, das in weiten Zügen aus dem Jahre 1961 stammt und durch die zahlreichen Novellierungen, insbesondere die Ausgliederung der gehobenen medizinischtechnischen Dienste, und durch die Fortentwicklung der Rechtsetzungstechnik nicht mehr den legistischen Anforderungen entspricht, wurde Abstand genommen. Eine Novellierung im Rahmen des Krankenpflegegesetzes hätte zweckdienlicher Weise insbesondere mit einer gleichzeitigen Neuregelung aller im Krankenpflegegesetz verbliebenen Berufe einhergehen sollen, was im Hinblick auf den Umfang der Reformmaßnahmen eine mehrjährige Verzögerung der legistischen Umsetzung zur Folge gehabt hätte.

Auf Grund der starken Bindung an das diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonal wurde auch die Pflegehilfe in das neue Gesetz integriert. Für beide Berufsgruppen wurden Berufsbild und Tätigkeitsbereiche ausführlich umschrieben, wobei hinsichtlich der Pflegehilfe die vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen erstellte Expertise zum Pflegehilfsdienst als fachliche Grundlage diente.

Regelungen über die Kostentragung wurden im Rahmen des vorliegenden Gesetzes vor allem im Hinblick auf die Möglichkeit für Private, Gesundheits- und Krankenpflegeschulen sowie Pflegehilfelehrgänge zu führen, nicht getroffen, da dies einen verfassungsrechtlich bedenklichen Eingriff in die Erwerbsausübungsfreiheit bzw Privatautonomie des Trägers der Ausbildungseinrichtung bedeuten würde; dies umso mehr, als auch keine gesetzlichen Grundlagen für finanzielle Zuwendungen von Gebietskörperschaften an allfällige private Betreiber vorgesehen sind.

2. Schwerpunkte der Reformmaßnahmen im Bereich der Pflege (Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Folgende Schwerpunkte der Reformmaßnahmen im Bereich der Pflege sind zusammenfassend hervorzuheben:

Schaffung eines eigenständigen Gesetzes für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe;

Festlegung von Berufsrechten und Berufspflichten;

Neuformulierung der Berufsbilder;

Änderung der Berufsbezeichnungen;

detaillierte Umschreibung der Tätigkeitsbereiche;

umfassende Regelungen über die Berufsberechtigung und die Berufsausübung;

Festlegung der Ausbildungsbedingungen (Zugang, Ausschluss, Anrechnungen, Prüfungen);

Aufhebung der Internatspflicht;

Einrichtung einer Schülervertretung;

Regelungen über Fort- und Weiterbildungen;

verpflichtende

Sonderausbildungen

für

die

Ausübung

von

Spezial-,

Lehr-

und

Führungsaufgaben;

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Sonderausbildungen auch in der Kinder- und Jugendlichenpflege und in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege neben den bisherigen Grundausbildungen;

Neufassung der Nostrifikationsbestimmungen;

Ergänzung der EWR-Bestimmungen.

Bei der Umschreibung der Tätigkeitsbereiche unterscheidet das Gesetz zwischen dem eigenverantwortlichen, mitverantwortlichen, interdisziplinären und den erweiterten Tätigkeitsbereichen. In diesen erfolgt die Abgrenzung des Pflegepersonals von anderen Gesundheitsberufen, wobei die Berührungspunkte mit dem ärztlichen Personal naturgemäß besonders zahlreich sind. Auch dem Teamgedanken bei der Berufsausübung im intra- und extramuralen Bereich wurde Rechnung getragen.

Im Zuge der Definition von erweiterten Tätigkeitsbereichen wird die Verpflichtung zur Absolvierung von Sonderausbildungen für die Ausübung von Spezial-, Lehr- oder Führungsaufgaben normiert.

Das bedeutet, dass im Sinne der Qualitätssicherung Lehr- und Führungsaufgaben nach Auslaufen der Übergangsbestimmungen nur mit entsprechender Sonderausbildung verrichtet werden dürfen. Spezialaufgaben – ausgenommen Kinder- und Jugendlichenpflege und psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege, für deren Ausübung die Ausbildung weiterhin unabdingbare Voraussetzung ist – dürfen nur für beschränkte Dauer ohne entsprechende Sonderausbildung ausgeübt werden.

Anders als in dem in Begutachtung ausgesandten Entwurf, in dem der kardiotechnische Dienst als erweiterter Tätigkeitsbereich der Gesundheits- und Krankenpflege mit der entsprechenden Sonderausbildung vorgesehen war, wird nunmehr auf Grund der negativen Stellungnahmen der Berufsangehörigen von der Integrierung des kardiotechnischen Dienstes in die Gesundheits- und Krankenpflege Abstand genommen. Regelungen über den kardiotechnischen Dienst bleiben daher einem zukünftigen eigenen Gesetz vorbehalten.

Zur Erleichterung der Anerkennung der österreichischen Ausbildungen in der Kinder- und Jugendlichenpflege und in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege im EWR und zum erleichterten Umstieg in eine andere Sparte der Pflege wird die gesetzliche Möglichkeit geschaffen, diese nach der Ausbildung in der allgemeinen Pflege als Sonderausbildungen zu absolvieren.

Damit wird auch dem von der WHO für die Mitgliedsländer empfohlenen Trend Rechnung getragen, eine breite Basis von „generalist nurses“ zu schaffen. Aufbauend auf dieser Basis sollen Spezialisierungen möglich sein. Nicht nur die Mobilität zwischen verschiedenen Berufssparten soll so gefördert werden, sondern auch das Verständnis und damit die berufliche Kooperation der Sparten.

Daneben werden die bisherigen Ausbildungen als spezielle Grundausbildungen weiter angeboten.

Die verpflichtende Internatsunterbringung ist als nicht mehr zeitgemäß und als zwingende Konsequenz der Modernisierung der Ausbildung aufzuheben.

Es ist festzuhalten, dass den Trägern der Ausbildungseinrichtungen, der Krankenanstalten oder jedem Privaten selbstverständlich weiterhin die Möglichkeit offensteht, den Schülern Unterbringungsmöglichkeiten anzubieten.

Unter Bedachtnahme auf die Entschließung des Nationalrates 16. Juli 1994, E 163 – NR/XVIII. GP, werden Regelungen für die Berufsausübung im Rahmen einer offenen Erwerbsgesellschaft getroffen, die eine Erweiterung der Berufsausübungsmöglichkeiten mit sich bringen.

Ein weiteres Ziel des Gesetzes ist es, zur Erleichterung der Vollzugspraxis beizutragen. Die gesetzlichen Regelungen wurden daher in Anlehnung an das MTD-Gesetz und das Hebammengesetz getroffen.

Damit werden übergreifende Standards für den Berufszugang und die Berufsausübung im Bereich der Gesundheitsberufe geschaffen, die den nicht rechtskundigen Normadressaten den Umgang mit den gesetzlichen Grundlagen in diesem Bereich erleichtern sollen.

Die Neugestaltung der Nostrifikationsbestimmungen baut auf den bisherigen Erfahrungen der Vollzugspraxis des MTD-Gesetzes, des Krankenpflegegesetzes und des Hebammengesetzes auf. Die Regelung erfolgt in Anlehnung an die Bestimmungen des Allgemeinen Hochschul-Studiengesetzes

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und weicht somit wesentlich von den bisher geltenden Bestimmungen ab. Es werden ähnliche Anforderungen festgelegt, wie sie im Hochschulbereich für die Nostrifikationen bereits üblich sind. Die detaillierten Nostrifikationsbestimmungen sollen zur Erleichterung der Vollzugspraxis beitragen.

3. Anerkennung von Ausbildungsnachweisen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Es ist notwendig, die bisherigen Regelungen hinsichtlich der Anerkennung von Ausbildungsnachweisen aus dem Europäischen Wirtschaftsraum zu ergänzen. Folgende Richtlinien sind dabei in innerstaatliches Recht umzusetzen:

Richtlinie 77/452/EWG des Rates vom 27. Juni 1977 über die gegenseitige Anerkennung der Diplome, Prüfungszeugnisse und sonstigen Befähigungsnachweise der Krankenschwester und des Krankenpflegers, die für die allgemeine Pflege verantwortlich sind, und über Maßnahmen zur Erleichterung der tatsächlichen Ausübung des Niederlassungsrechts und des Rechts auf freien Dienstleistungsverkehr, zuletzt geändert durch den EU-Beitrittsvertrag,

Richtlinie 77/453/EWG des Rates vom 27. Juni 1977 zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Tätigkeiten der Krankenschwester und des Krankenpflegers, die für die allgemeine Pflege verantwortlich sind, geändert durch die Richtlinie 89/595/EWG,

Richtlinie 89/48/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung der Hochschuldiplome, die eine mindestens dreijährige Berufsausbildung abschließen, und

Richtlinie 92/51/EWG des Rates vom 18. Juni 1992 über eine zweite allgemeine Regelung zur Anerkennung beruflicher Befähigungsnachweise in Ergänzung zur Richtlinie 89/48/EWG, zuletzt geändert durch die Richtlinie 95/43/EG.

In der allgemeinen Krankenpflege war die österreichische Ausbildung auch bisher schon EG-konform. Daher ist das österreichische Krankenpflegediplom im Rahmen des EWR-Abkommens in die Richtlinie 77/452/EWG aufgenommen worden und ist von allen Mitgliedstaaten ohne inhaltliche Prüfung anzuerkennen.

Anderes gilt für die Kinderkranken- und Säuglingspflege und für die psychiatrische Krankenpflege, die von den sektoriellen Richtlinien nicht erfasst sind. Eine Anerkennung erfolgt daher im Rahmen der allgemeinen Anerkennungsrichtlinien. Eine Berücksichtigung dieser beiden Berufe im Anhang C der Richtlinie 92/51/EWG, der eine Auflistung der anerkannten Ausbildungsgänge auf Diplomniveau enthält, konnte bisher nicht erreicht werden, insbesondere auf Grund der nicht ausreichend normierten schulischen Vorbildung in der psychiatrischen Krankenpflege.

Auf der Grundlage des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes wird neuerlich im Rahmen des Art. 15 Verfahrens die Berücksichtigung der Kinder- und Jugendlichenpflege und der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege im Anhang C der Zweiten allgemeinen Anerkennungsrichtlinie angestrebt werden, um eine erleichterte Anerkennung dieser Ausbildungen in den anderen Mitgliedstaaten zu erzielen.

Die Anerkennung der reglementierten Sonderausbildungen wird auch im Rahmen der zweiten Anerkennungsrichtlinie erfolgen.

Zu erwähnen ist weiters die Verordnung (EWG) Nr. 1612/68 des Rates vom 15. Oktober 1968 über die Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Gemeinschaft. Diese Verordnung sieht den freien Zugang zur Ausbildung für alle Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten unter den gleichen Voraussetzungen wie für inländische Staatsangehörige vor.

Auch der auf Art. 6 des EG-Vertrages basierenden Judikatur des Europäischen Gerichtshofes ist zu entnehmen, dass die Verpflichtung von EG-Staatsangehörigen zur „diskriminierenden“ Zahlung von Ausbildungskosten nicht zulässig ist.

Für Staatsangehörige aus EWR-Staaten, die nicht Mitglieder der Europäischen Union sind – das sind Norwegen, Island und Liechtenstein – gilt die im Protokoll 29 des EWR-Abkommens über die berufliche Bildung (460 der Beilagen zu den Sten. Prot. des NR XVIII. GP, S. 389) festgelegte Sondervereinbarung betreffend Studiengebühren, die besagt, dass die Bestimmungen betreffend das Aufenthaltsrecht für Studenten die vor Inkrafttreten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum bestehenden Möglichkeiten einzelner Vertragsparteien in Bezug auf die von ausländischen Studenten erhobenen Studiengebühren nicht berühren.

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Das bedeutet, dass die Einhebung von Einschreibe- und Studiengebühren von Staatsangehörigen aus Norwegen, Island und Liechtenstein, die in Österreich eine Ausbildung an einer Krankenpflegeschule auch dann zulässig ist, wenn österreichische Studierende nicht die Ausbildungskosten zu tragen haben. Für EU-Staatsangehörige hingegen kommt auch hinsichtlich der Ausbildungskosten das Diskriminierungsverbot gemäß Art. 6 EG-Vertrag uneingeschränkt zur Anwendung.

Für die Gestaltung der Ausbildungsinhalte ist insbesondere auf folgende Empfehlungen des Beratenden Ausschusses für die Ausbildung in der Krankenpflege Bedacht zu nehmen:

Bericht und Empfehlungen über Leitlinien für die Ausbildung in der Pflege älterer Menschen

(XV/E/8301/4/94)

Empfehlungen für Fort- und Weiterbildungen in der Krankenpflege (III/F/5004/5/93)

Leitlinien für die Einbeziehung der primären Gesundheitsversorgung in die Ausbildung von Krankenschwestern und Krankenpflegern, die für die allgemeine Pflege verantwortlich sind

(III/F/5370/5/90)

Leitlinien über die Verringerung der Kluft zwischen Theorie und Praxis in der Ausbildung von Krankenschwestern/Krankenpflegern für die allgemeine Pflege (III/D/5011/6/89)

Bericht und Empfehlungen über die krebsspezifische Ausbildung (III/D/248/3/88).

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die österreichische Ausbildung dem Europäischen Übereinkommen über die theoretische und praktische Ausbildung von diplomierten Krankenpflegepersonen, BGBl 53/1973, entspricht.

4. Kostenprognose zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Im Zuge der Erarbeitung des vorliegenden Gesetzes wurde besonders auf mögliche finanzielle Implikationen von neuen Regelungen Bedacht genommen. Bereits im Rahmen des Begutachtungsverfahrens wurden die Länder ersucht, Zahlenmaterial zu den kostenrelevanten Bestimmungen bekanntzugeben. Dabei wurden insbesondere Daten über den Ausbildungsstand der in Spezial-, Lehr- und Führungsaufgaben tätigen diplomierten Pflegepersonen sowie der Bedarf an Berufsausweisen erhoben. Weiters wurden Erhebungen zu der damals noch geplanten Regelung über den kardiotechnischen Dienst im Rahmen des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes sowie zur Aufschulung der StationsgehilfInnen durchgeführt.

In der Folge wurden im Frühjahr 1996 die Länder mit den auf Grund der Ergebnisse des Begutachtungsverfahrens überarbeiteten kostenrelevanten Bestimmungen befasst und neuerlich um Mitwirkung bei der Erhebung der finanziellen Implikationen gebeten. Dabei wurde insbesondere die Frage der Berufsausweise, die Aufhebung der Internatspflicht, der Ausbildungsumfang sowie die erweiterten Übergangsbestimmungen hinsichtlich der verpflichtenden Sonderausbildung zur Diskussion gestellt.

Auf Grund der Ergebnisse dieser Umfrage wurde von der Erweiterung des Adressatenkreises für Berufsausweise Abstand genommen und lediglich die bisher im Krankenpflegegesetz enthaltene Regelung übernommen.

Da hinsichtlich der finanziellen Folgen der Aufhebung der Internatspflicht sowie der Einführung einer verpflichtenden Sonderausbildung kein ausreichendes Datenmaterial durch die Länder zur Verfügung gestellt wurde, wurden anlässlich der Landessanitätsdirektorenkonferenz im Herbst 1996 die finanziellen Auswirkungen neuerlich erörtert und weitere Unterlagen durch die Länder beigebracht.

In Ergänzung dazu wurden der Österreichische Gewerkschaftsbund-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe, die Gewerkschaft öffentlicher Dienst sowie der Österreichische Krankenpflegeverband um Mitwirkung bei der Erhebung von weiteren Daten im Gegenstand ersucht.

Auf Grund der teilweise divergierenden und nicht vollständigen Angaben war es erforderlich, bei den Berechnungen ergänzendes Datenmaterial, beispielsweise die KRAZAF - Kostenstellenstatistik und die UNESCO-Schülerstatistik, heranzuziehen. Weiters erwies es sich als unabdingbar, telephonisch stichprobenartige Umfragen durchzuführen und erweitertes Zahlenmaterial einzuholen.

Zur Erzielung vergleichbarer österreichweiter Kostenberechnungen musste bei jenen Bundesländern und Kostenfaktoren, für die kein ausreichendes und kompatibles Datenmaterial vorlag, auf durchschnittliche Berechnungswerte aus anderen Bundesländern zurückgegriffen werden.

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Am 29. Jänner 1997 wurden letztendlich § 5 FAG-Verhandlungen geführt. Auf Grund der „Nebenabrede zur Vereinbarung gemäß Art. 15 a B-VG über die Reform des Gesundheitswesens und der Krankenanstaltenfinanzierung für die Jahre 1997 bis 2000“, die neben dem Konsultationsmechanismus weiterhin Anwendung findet, war es erforderlich, das Einvernehmen mit den Gebietskörperschaften herzustellen.

Dieser Nebenabrede entsprechend dürfen Gesetze und Verordnungen des Bundes, die unmittelbare finanzielle Belastungen im Krankenanstaltenwesen verursachen, nur mit Zustimmung der Landesregierungen und des Österreichischen Städtebundes sowie des Österreichischen Gemeindebundes beschlossen bzw erlassen oder geändert werden.

Im Lichte dieser Vereinbarung wurden den Ländern, dem Österreichischen Gemeindebund und dem Österreichischem Städtebund sowie der Verbindungsstelle der Bundesländer die detaillierten Kostenberechnungen des Ressorts mit dem Ersuchen zugeleitet, allfällige Einwände mit Begründung und unter Vorlage entsprechender Unterlagen und detaillierter Berechnungen vorzulegen. Mit jenen Gebietskörperschaften, die eine Stellungnahme abgaben bzw die Bedenken und Einwände gegen die Berechnungen vorbrachten, wurden vereinbarungsgemäß bilaterale Gespräche geführt. Trotz unterschiedlicher Auffassungen gelang es in zahlreichen konstruktiven Gesprächen, ein einvernehmliches Ergebnis zu erzielen.

Auswirkungen auf die Gesamtberechnungen bzw die Berechnungen für jede einzelne Gebietskörperschaft hatten diese Verhandlungen insofern, als eine Reduktion der Mindeststunden zur Ausbildung für die Intensivpflege von 1 600 auf 1 200 Stunden, der Anästhesiepflege von 1 200 auf 1 000 Stunden und der Pflege bei Nierenersatztherapie von 1 200 auf 1 000 Stunden erfolgte. Diese Reduktion wurde den weiteren Berechnungen zugrunde gelegt. Demnach wurde beim Personalersatzbedarf einheitlich von einem Durchschnittswert von 500 Stunden ausgegangen.

Schwierig gestaltete sich insbesondere die Erhebung der finanziellen Implikationen der Aufhebung der Internatspflicht, zumal Gebietskörperschaften diese bestehende gesetzliche Verpflichtung unterschiedlich umgesetzt und teils die geplanten Neuregelungen bereits vorweggenommen haben. Auch die politische Umsetzbarkeit der Aufhebung der Internatspflicht einschließlich Verpflegung wurde divergierend beurteilt.

Gemäß § 14 BHG wurden die Angaben über die finanziellen Auswirkungen für den laufenden Budgetprognosezeitraum (4 Jahre) beziffert. Berücksichtigt wurde infolge auch, dass das Einsparungspotential bzw. die Einnahmemöglichkeiten bedingt durch das Auslaufen der bisherigen Ausbildungen mit Internatspflicht und Verpflegung erst ab dem dritten Jahr der Neuerungen voll wirksam werden. Im Hinblick auf die wachsenden Einsparungs- bzw Einnahmemöglichkeiten wurden daher die Berechnungen für einen Zeitraum von vier Jahren sowie für den Folgezeitraum durchgeführt.

In den modifizierten Berechnungen wurden, sofern entsprechendes Zahlenmaterial vorlag, anstelle der ursprünglichen, auf Grund der bestehenden Rechtslage gegebenen Einsparungspotentiale, die tatsächlichen Einsparungs- bzw Einnahmemöglichkeiten und Einnahmen bzw die budgetwirksamen Mehrkosten ausgewiesen.

Die Berechnungen selbst sind hinsichtlich der einzelnen Gebietskörperschaften nicht einheitlich, zumal auf die unterschiedlichen Wünsche der Gebietskörperschaften hinsichtlich der Berechnungen eingegangen worden ist. Darüber hinaus weicht das vorhandene Zahlenmaterial sowie dessen Erhebung in den Gebietskörperschaften voneinander ab, so dass für gleiche Fragestellungen verschiedene Berechnungsmethoden gewählt werden mussten. Dabei war auch der Zeitpunkt der Erhebungen zu berücksichtigen.

Den Berechnungsergebnissen entsprechend überwiegen die Einsparungspotentiale bzw die Einnahmemöglichkeiten und die tatsächlichen Einnahmen die tatsächlichen bzw. theoretischen Mehrkosten durch das neue GuKG.

Eine Sonderstellung bildeten Wien und das Bundesland Steiermark. Die budgetwirksamen Mehrausgaben belaufen sich laut Angaben der Stadt Wien lediglich auf 300 000 S Schulungskosten pro Jahr (für zwei zusätzliche Kurse pro Jahr im OP-Bereich), da die Stadt Wien die geplanten Sonderausbildungen fast im gesamten Umfang bereits verwirklicht hat. Die Umsetzungsmöglichkeit der Einsparungspotentiale wird allerdings verneint. Vereinbarungsgemäß wurden daher

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budgetwirksame Mehrausgaben den Berechnungen zugrunde gelegt. Beim Bundesland Steiermark wurden hinsichtlich der Internate nur die bestehenden Einnahmen berücksichtigt.

Im Detail ist auf die durchgeführten Einzelberechnungen zu verweisen. Diese werden den Herrn Präsidenten des Nationalrates und des Bundesrates zur Information der Mitglieder der Gesundheitsausschüsse zugeleitet. Ein Anschluss des Gesamtkonvoluts der Berechnungen an die Regierungsvorlage erscheint im Hinblick auf den Umfang derselben nicht zweckdienlich, eine Übersicht ist jedoch aufgenommen worden. Somit besteht hinsichtlich allfälliger finanzieller Implikationen der zu erlassenden Verordnungen ein budgetärer Spielraum, wobei selbstredend das Mitwirken der Gebietskörperschaften bei Erheben allfälliger finanzieller Implikationen sowie eine Befassung der Gebietskörperschaften vor Erlassung der entsprechenden Durchführungsverordnungen erfolgen wird.

Bei der Berechnung der finanziellen Auswirkungen dieses Gesetzes waren im einzelnen folgende Regelungen zu beurteilen:

1. verpflichtende Sonderausbildung,

2. Aufhebung der Internatspflicht,

3. verpflichtende Fortbildung,

4. Weiterbildung,

5. Berufsausweise,

6. geänderte Vollziehungsbestimmungen,

7. Ergänzungsausbildung für Sanitätsunteroffiziere.

Während die Punkte 3 bis 7 keine zu berücksichtigenden Kostenwirkungen nach sich ziehen werden, sind die Punkte 1 und 2 kostenrelevant.

Im einzelnen ist zu den genannten Bereichen folgendes auszuführen:

1. Obwohl die Absolvierung von Sonderausbildungen bisher im Krankenpflegegesetz nicht verpflichtend vorgesehen war, verfügt ein Großteil der in Spezial-, Lehr- oder Führungsaufgaben tätigen Pflegepersonen bereits jetzt auf Grund der gestiegenen Anforderungen in diesen Bereichen über entsprechende Sonderausbildungen.

Um eine zu weitgehende Spezialisierung der Disziplinen in der Krankenpflege zu vermeiden, erfolgt eine taxative Aufzählung der erweiterten Tätigkeitsbereiche. Die Wahl wurde für jene Bereiche getroffen, deren Ausübung zur Gewährleistung der erforderlichen Qualität eine zusätzliche Ausbildung unbedingt erfordert. Alle übrigen Zusatzausbildungen gelten als Weiterbildungen und können auf freiwilliger Basis absolviert werden.

Zur Quantifizierung der durch diese Regelung entstehenden Mehrkosten wurde seitens des Bundesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales eine Erhebung hinsichtlich des Ist-Standes des in Spezial-, Lehr- und Führungsaufgaben ausgebildeten Krankenpflegepersonals in allen Bundesländern durchgeführt.

Diese Erhebung ergab, dass bereits die Mehrzahl von Krankenpflegepersonen, die in Spezial-, Lehr- und Führungsaufgaben tätig sind, eine entsprechende Sonderausbildung absolviert haben.

In Lehr- und Führungsaufgaben eingesetztes Krankenpflegepersonal hat der Umfrage zufolge weitgehend (regional sogar bis zu 100%) eine entsprechende Sonderausbildung absolviert, während die Zahl der in Spezialaufgaben eingesetzten Krankenpflegepersonen mit Sonderausbildung von Bundesland zu Bundesland divergiert.

Um in den nächsten Jahren Personalengpässe sowie übermäßige Kostenbelastungen zu verhindern, werden mehrjährige Übergangsbestimmungen geschaffen, die Personen, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes bereits eine bestimmte Zeit lang im erweiterten Tätigkeitsbereich eingesetzt sind, zur weiteren Ausübung dieser Tätigkeiten berechtigen.

Zu den Spezialaufgaben ist festzuhalten, dass Angehörige des gehobenen Dienstes verpflichtet sind, innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme einer Tätigkeit in der Intensivpflege, in der Anästhesiepflege, in der Pflege bei Nierenersatztherapie, in der Pflege im Operationsbereich oder in der Krankenhaushygiene die entsprechende Sonderausbildung zu absolvieren.

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Auf Grund dieser Bestimmungen werden Mehrkosten im Berechnungszeitraum lediglich für jene Personen entstehen, die ohne Absolvierung der entsprechenden Sonderausbildung seit weniger als drei Jahren Spezialaufgaben ausgeübt haben. Diese müssen die Sonderausbildung bis 31. Dezember 2001 absolvieren, um weiterhin in diesem Bereich tätig sein zu dürfen. Alle übrigen in Spezialbereichen eingesetzten Personen sind entweder ohne weitere Voraussetzungen oder nach Absolvierung der kommissionellen Abschlussprüfung berechtigt, diese Tätigkeiten auszuüben (Näheres dazu ist § 108 zu entnehmen).

Hinsichtlich der in Lehr- und Führungsaufgaben eingesetzten Personen wird in § 109 eine generelle Berechtigung für alle bereits in diesen Bereichen tätigen Personen normiert. Nach Inkrafttreten des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes dürfen Lehr- und Führungsaufgaben bis 31. Dezember 2006 berufsmäßig bereits vor Absolvierung der entsprechenden Sonderausbildung ausgeübt werden. Die erfolgreiche Absolvierung der Sonderausbildung ist innerhalb von drei Jahren nach Aufnahme der Tätigkeit nachzuweisen.

Für den Berechnungszeitraum resultieren keine Mehrkosten aus diesem Bereich. Auf Grund des hohen Prozentsatzes an Ausgebildeten, die sich ihre Ausbildung teils selbst finanziert haben, wird aber auch in weiterer Folge kaum mit Mehrbelastungen zu rechnen sein.

Festzuhalten ist, dass die Länder zur Frage der finanziellen Implikationen der verpflichtenden Sonderausbildungen im Zuge der Erhebungen äußerst divergierende Aussagen getroffen haben: Von der Einschätzung, dass die vorgesehenen Regelungen zu überhaupt keinen Mehrbelastungen führen werden, bis zur Angabe von unbestimmten Mehrkosten für die Länder wurden die unterschiedlichsten Standpunkte vertreten. Auf Grund dieser Angaben war es teils erforderlich, Angaben einzelner Bundesländer auf andere Bundesländer, bei denen entsprechendes Datenmaterial fehlte, hochzurechnen.

Aus diesen Berechnungen ergaben sich jährliche österreichweite Mehrkosten von zirka 19 260 125 S:

Diese Summe berücksichtigt sowohl die Ausbildungskosten pro auszubildender Person sowie die Personalersatzkosten, wobei eine Umfrage bei Krankenanstalten ergeben hat, dass tatsächlich kaum Personalersatz für in Sonderausbildung stehendes Pflegepersonal erfolgt. Die bei den Berechnungen vorgenommene Schätzung von durchschnittlich 50% Personalersatz ist daher eher hoch gegriffen.

Für den Berechnungszeitraum von vier Jahren ist daher insgesamt mit Mehrkosten in der Höhe von 77 040 500 S zu rechnen. Klarzustellen ist, dass diese Kosten sukzessive vom Inkrafttreten des Gesetzes bis 31. Dezember 2001 anfallen und sich je nach Aufschulungsmaßnahmen der Länder unterschiedlich auf die einzelnen Jahre verteilen können. Die angeführten jährlichen Kosten sind daher als Durchschnittswert zu sehen.

2. Die Aufhebung der Internatspflicht in Krankenpflegeschulen wird weitreichende Kosteneinsparungen für die Schulträger zur Folge haben.

Auf Grund der bisherigen Bestimmungen des Krankenpflegegesetzes waren freie Unterkunft und Verpflegung für alle KrankenpflegeschülerInnen zur Verfügung zu stellen (vgl. § 11 Krankenpflegegesetz samt Erl., 345 der Beil. zu den Sten. Prot. des NR IX. GP). Externes Wohnen war nur in Ausnahmefällen zulässig.

Der Wegfall der Internatspflicht ermöglicht nunmehr sowohl eine kostendeckende wirtschaftliche Führung von Internaten oder Wohnheimen oder ähnlichen Einrichtungen als auch die Auflösung bestehender Einrichtungen, sofern Bedarf, Auslastung bzw. Infrastruktur dies angezeigt erscheinen lassen. Eine tiefgreifende Einsparung von Kosten ist in jedem Fall gegeben.

Bei den Berechnungen wurden anfangs die tatsächlichen Schülerzahlen und die tatsächliche Anzahl der Internatsplätze sowie deren Auslastung, nicht jedoch die auf Grund der bisherigen gesetzlichen Regelungen geforderten fiktiven Internatsplätze zugrunde gelegt, wobei – wie bereits festgehalten – die Realisierungsmöglichkeit der Einsparungspotentiale durch die Gebietskörperschaften unterschiedlich beurteilt wurde. Infolge wurden teils auf Grund weiteren Datenmaterials die tatsächlichen und die seitens der Gebietskörperschaften für realisierbar erachteten Einnahmen und Einsparungsmöglichkeiten berücksichtigt. Diese Vorgangsweise erklärt die Unterschiedlichkeit der Berechnungen.

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Die Berechnungen ergaben ein österreichweites Einsparungspotential von zirka 67 299 173 S jährlich. Für den gesamten Berechnungszeitraum von vier Jahren sind dies 269 196 692 S, mittelfristig für den Folgezeitraum 87 317 951 S pro Jahr.

Würde man für alle SchülerInnen die Internatskosten berechnen, so läge das Einsparungspotential selbstredend um vieles höher. Österreichweit waren zum Stichtag 31. Dezember 1995 9 072 SchülerInnen an allgemeinen Krankenpflegeschulen und Kinderkrankenpflegeschulen beim Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales gemeldet.

3. Bisher war im Berufsgesetz keine ausdrückliche Verpflichtung zur Fortbildung von diplomiertem

Krankenpflegepersonal normiert. Diese Verpflichtung ergab sich aber aus den allgemeinen Berufspflichten zur gewissenhaften Ausübung des Berufes, denen die regelmäßige Fortbildung über

die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse der Krankenpflege sowie der medizinischen und anderer berufsrelevanter Wissenschaften immanent ist.

Aus diesem Grund ist im Bereich des Krankenanstaltenrechts eine Fortbildungspflicht als Pflicht des Spitalsträgers bereits normiert (vgl nunmehr § 11d KAG idgF BGBl 801/1993).

Die im vorliegenden Gesetz zu treffenden Regelungen setzen lediglich die Pflicht zur Fortbildung auch im Berufsgesetz der Pflegeberufe um und lassen daher keine über die auf Grund der bestehenden Regelungen hinausgehenden Mehrkosten für die Krankenanstaltenträger erwarten und sind daher als kostenneutral zu beurteilen.

4. Die vorgesehenen Weiterbildungen werden für die Länder jedenfalls keine Mehrkosten verursachen, da diese nicht obligatorisch zu absolvieren sind und bereits bisher als Sonderausbildungen durchgeführt wurden.

5. Zu den Berufsausweisen wird festgehalten, dass diese in der gleichen Form und mit dem gleichen

Kreis an Anspruchsberechtigten bereits im derzeit geltenden Gesetz vorgesehen sind und daher zu

keinen Mehrkosten führen werden. Von einer Ausdehnung des Bezieherkreises auf alle Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe wurde auf Grund der Stellungnahmen im Rahmen des Begutachtungsverfahrens Abstand genommen.

6. Im Bereich der Vollziehung sind folgende gesetzliche Modifikationen vorgesehen:

Die Zulassung zur Berufsausübung für EWR-Staatsangehörige in den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen wird durch den Bundesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales durchgeführt. Dadurch reduzieren sich die Vollziehungsagenden der Länder im Bereich der Nostrifikationen. Dem Bund erwächst insofern ein Mehraufwand, als das Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales zentraler Ansprechpartner und zuständige Behörde für die Krankenpflegeberufe aus dem EWR ist. Es entsteht dadurch allerdings kein weiterer Personalbedarf, da der Arbeitsanfall durch Umschichtungen innerhalb des genannten Ressorts bewältigt werden kann.

Im Bereich der Nostrifikationen sind einerseits durch die nunmehr detaillierten Bestimmungen Vereinfachungen im Verwaltungsverfahren zu erwarten, andererseits wird die neugeschaffene Möglichkeit der Nostrifikation von Sonderausbildungen eine geringe Mehrbelastung der vollziehenden Länderbehörden darstellen.

Für die vorübergehende freiberufliche Berufsausübung von EWR-Staatsangehörigen ist eine Anzeigepflicht an den Landeshauptmann vorgesehen, die allerdings keinen zusätzlichen Personalbedarf bewirken wird. Die seitens des Bundesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales auszustellenden Bestätigungen an österreichische Staatsbürger werden durch das vorhandene Personal zu bewältigen sein.

Die Wiedererteilung der Berufsberechtigung nach Entziehung erfolgt nunmehr auf Antrag und nicht mehr von Amts wegen. Dies bedeutet eine Entlastung der zuständigen Länderbehörden.

Die bisher für den Zugang zur verkürzten Diplomausbildung für Sanitätsunteroffiziere geforderte zivile Anerkennung entfällt. Hierdurch ergeben sich weitere Einsparungen für die Länder.

Ein weiteres Einsparungspotential für die Länder stellt der Wegfall der formellen Ernennung der Mitglieder der Aufnahmekommissionen und der Prüfungskommissionen dar.

Die rein privatrechtliche Gestaltung des Ausbildungsverhältnisses und in Folge der Ausschluss der Berufungsmöglichkeit an den Landeshauptmann bei Ausschluss aus der Ausbildung bringt geringfügige Einsparungen mit sich, eine allfällige Überprüfung im zivilgerichtlichen bzw im arbeitsgerichtlichen Verfahren könnte jedoch erfolgen.

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Die Anzeige von Fortbildungskursen an den Landeshauptmann entfällt, hierdurch ergeben sich Einsparungen für die Länderbehörden.

Die in den Übergangsbestimmungen vorgesehenen auf Antrag auszustellenden Bestätigungen über eine Berufspraxis in Spezialaufgaben stellen eine einmalige, zeitlich limitierte geringfügige Mehrbelastung für die Länder dar.

Bescheide gemäß § 53 Abs 2 Krankenpflegegesetz sind nicht mehr auszustellen, was zu

einer Reduzierung der Vollziehungsagenden der Länder führt. Insgesamt sind die angeführten Modifikationen im Bereich der Vollziehung als kostenneutral zu beurteilen und werden daher zu keinen Folgewirkungen im Personalbereich führen. 7. Hinsichtlich der Ergänzungsausbildung für Sanitätsunteroffiziere gemäß § 107 dieses Gesetzes ist aus budgetärer Sicht folgendes festzuhalten:

Derzeit kommen 268 Sanitätsunteroffiziere für eine Ergänzungsausbildung gemäß § 107 GuKG in Frage. Die Ausbildungskosten pro Bediensteten werden 15 000 S betragen, so dass ein Gesamtaufwand von zirka 4 Millionen Schilling für die kommenden vier Jahre anfallen wird. Die dafür erforderlichen Mittel können durch Umschichtungen im Sachaufwand innerhalb des Budgetkapitels 40 des Bundesministeriums für Landesverteidigung aufgebracht werden. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass jährlichen Kosten in der Höhe von 19 260 125 S jährliche

Einsparungen von 67 299 173 S für den Zeitraum von vier Jahren, mittelfristig jährlich von 87 317 951

S

gegenüberstehen. Die Gesamteinsparungen pro Jahr betragen daher 48 039 048 S bzw 68 057 826

S

mittelfristig.

Gesundheits- und Krankenpflegeberufe 1)

§ 1 Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sind:

1. der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege,

2. die Pflegefachassistenz und

3. die Pflegeassistenz.

1) Im Sinne der oa Beschlüsse der LandesgesundheitsreferentInnenkonferenz werden die Gesundheits- und Krankenpflegeberufe an die Erfordernisse einer modernen Gesundheitsversorgung durch die Regelung abgestimmter Kompetenzprofile und die Qualifikationskaskade der unterschiedlichen Pflegeberufe angepasst.

Dieser Zielsetzung entsprechend wird zur Entlastung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege und auch von Ärzten/-innen aufbauend auf die Pflegeassistenz die Pflegefachassistenz geschaffen, die mit einer zweijährigen Gesamtausbildung, die einerseits kompetenzvertiefende pflegerische Qualifikationen und andererseits kompetenz- bzw befugniserweiternde Qualifikationen im Bereich der Diagnostik und Therapie vermitteln und eine weitergehende Delegationsmöglichkeit ohne verpflichtende Aufsicht eröffnen wird. Im Bereich der pflegerischen Kernkompetenzen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie im Bereich der Diagnostik und Therapie werden Pflegefachassistenten/-innen umfassender eingesetzt und mit komplexeren Aufgaben betraut werden können. Damit wird insbesondere auch den besonderen Bedürfnissen im Langzeitpflegebereich, in der Behindertenbetreuung und in der Palliativversorgung Rechnung getragen.

Die Beibehaltung der Pflegehilfe als Pflegeassistenz ist insbesondere im Zusammenhang mit den Sozialbetreuungsberufen zu sehen, von denen der überwiegende Anteil auch über eine Pflegehilfeausbildung verfügt. Da diese durch eine zwischen dem Bund und den Ländern abgeschlossene Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG österreichweit harmonisiert sind und der Schwerpunkt der beruflichen Tätigkeit im jeweiligen sozialbetreuerischen (Altenarbeit, Familienarbeit, Behindertenarbeit) und nicht im medizinisch-pflegerischen Feld liegt, ist die Beibehaltung der einjährigen pflegerischen Ausbildung dieser Berufe derzeit noch erforderlich. Eine Änderung der harmonisierten Ausbildungen würde darüber hinaus ein Aufschnüren dieser Vereinbarung erforderlich machen und eine Änderung der entsprechenden landesgesetzlichen Regelungen nach sich ziehen. Hervorzuheben ist, dass den Sozialbetreuungsberufen die Durchlässigkeit zur Pflegefachassistenz selbstverständlich offen steht. Die Umsetzung des Beschlusses der LandessozialreferentInnenkonferenz vom 16. Mai 2014, mit dem die zuständigen Bundesminister ersucht werden, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um einen Gesetzesvorschlag zur Kompatibilität der Gesundheits- und Sozialberufe unter Einbeziehung der bisher noch nicht gesetzlich verankerten Sozialberufe zu erarbeiten, verbleibt abzuwarten.

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Durch das Medizinische Assistenzberufe-Gesetz (MABG), BGBl I 89/2012, das mit 1. Jänner 2013 in Kraft getreten ist, erfolgte die Umbenennung der bisherigen Sanitätshilfsdienste von „Gehilfen/-innen“ in „Assistenten/-innen“ der nunmehrigen medizinischen Assistenzberufe. Der Tatsache, dass es sich bei der derzeitigen „Pflegehilfe“ ebenfalls um einen qualifizierten Gesundheitsberuf handelt, der im Rahmen von 1600 Stunden eine fundierte pflegerisch-medizinische Ausbildung erhält, wird durch die Umbenennung in „Pflegeassistenz“ Rechnung getragen. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

Allgemeines

§ 2 (1) Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter. Die weibliche Form von „Krankenpfleger" lautet „Krankenschwester" 1) .

(2) Soweit in diesem Bundesgesetz auf Bestimmungen anderer Bundesgesetze

verwiesen wird, sind diese in ihrer jeweils geltenden Fassung anzuwenden

2)

.

1) Zur klaren, verständlichen und für den Anwender gut lesbaren sprachlichen Gestaltung wird im gesamten Gesetzestext die männliche Form für alle personenbezogenen Bezeichnungen verwendet.

Die weibliche Form „Krankenschwester“ ist auch auf alle zusammengesetzten Wörter, insbesondere „Gesundheits- und Krankenschwester“ anzuwenden.

Lediglich in den Bestimmungen über Berufsbezeichnungen und über Diplome bzw Zeugnisse ist sowohl die weibliche als auch die männliche Form ausdrücklich angeführt. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

2) Auch Abs 2 dient – ebenso wie Abs 1 – einer sprachlich-legistischen Vereinfachung und damit der Verständlichkeit und Lesbarkeit für den Normanwender. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Umsetzung von Unionsrecht 1)

§ 2 a Durch dieses Bundesgesetz werden

1. .die Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen,

ABl. Nr. L 255 vom 30.09.2005 S. 22, zuletzt geändert durch die Richtlinie 2013/55/EU, ABl. Nr. L 354 vom 28.12.2013 S. 132, in der Fassung der Berichtigung ABl. Nr. L 305 vom 24.10.2014 S. 115;

2. das Abkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit, ABl. Nr. L 114 vom 30.04.2002 S. 6,

zuletzt geändert durch den Beschluss Nr. 1/2015 des Gemischten Ausschusses, ABl. Nr. L 148 vom 13.06.2015 S. 38;

3. die Richtlinie 2011/24/EU über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung, ABl L 88 vom 04.04.2011 S.

45;

4. die Durchführungsverordnung (EU) 2015/983 betreffend das Verfahren zur Ausstellung des Europäischen Berufsausweises und die Anwendung des Vorwarnmechanismus gemäß der Richtlinie 2005/36/EG, ABl. Nr. L 159 vom 25.06.2015 S. 27; d

5. ie Verordnung (EU) Nr. 1024/2012 über die Verwaltungszusammenarbeit mit Hilfe des Binnenmarkt-Informationssystems und zur Aufhebung der Entscheidung 2008/49/EG der Kommission („IMI-Verordnung“), ABl. Nr. L 316 vom 14.11.2012 S. 1, zuletzt geändert durch die Richtlinie 2014/67/EU, ABl. Nr. L 159 vom 28.5.2014 S. 11;

in österreichisches Recht umgesetzt.

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1) Die in den Berufsgesetzen enthaltenen Umsetzungshinweise auf das EU-Recht sind entsprechend anzupassen. Hinsichtlich der Durchführungsverordnung (EU) 2015/983 betreffend das Verfahren zur Ausstellung des Europäischen Berufsausweises und die Anwendung des Vorwarnmechanismus gemäß der Richtlinie 2005/36/EG, ABl. Nr. L 159 vom 25.6.2015 S. 27, ist klarzustellen, dass diese zwar unmittelbar gilt und damit nicht der Verpflichtung zur innerstaatlichen Umsetzung unterliegt, allerdings dient die Zitierung der Rechtssicherheit und Rechtsklarheit betreffend das anzuwendende EU-Recht.

Auch die Verordnung (EU) Nr. 1024/2012 über die Verwaltungszusammenarbeit mit Hilfe des Binnenmarkt-Informationssystems und zur Aufhebung der Entscheidung 2008/49/EG der Kommission („IMI-Verordnung“), ABl. Nr. L 316 vom 14.11.2012 S. 1, zuletzt geändert durch die Richtlinie 2014/67/EU, ABl. Nr. L 159 vom 28.5.2014 S. 11, wird in die Umsetzungshinweise aufgenommen, da die Verwaltungszusammenarbeit sowie die Verfahren über den Europäischen Berufsausweis und den Vorwarnmechanismus nunmehr verpflichtend im Wege des IMI abzuwickeln sind und damit die IMI- Verordnung anzuwenden ist (vgl Erl RV 881 der Beilagen XXV. GP)

Geltungsbereich

§ 3 (1) Die Gesundheits- und Krankenpflegeberufe dürfen nur nach Maßgabe dieses Bundesgesetzes ausgeübt werden.

1)

(2) Auf die Ausübung dieser Berufe findet die Gewerbeordnung 1994, BGBl 194, keine Anwendung.

(3) Hilfeleistungen in der Nachbarschafts-, Familien- und Haushaltshilfe sowie die der Gewerbeordnung 1994 unterliegenden Tätigkeiten der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure werden durch dieses Bundesgesetz nicht berührt. 2 )

(4) Durch dieses Bundesgesetz werden das

1. Apothekengesetz , RGBI 5/1907,

2. Ärztegesetz 1998 – ÄrzteG 1998, BGBl I 169,

3. Zahnärztegesetz – ZÄG, BGBl I 126/2005,

4. Hebammengesetz – HebG, BGBl 310/1994,

5. Kardiotechnikergesetz – KTG, BGBl I 96/1998,

5a.Medizinische Assistenzberufe-Gesetz – MABG, BGBl I 89/2012 3) ,

6. Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz – MMHmG, BGBl I

169/2002,

7. MTF-SHD-G, BGBl 102/1961,

8. MTD-Gesetz, BGBl 460/1992,

8a. Musiktherapiegesetz – MuthG, BGBl I 93/2008, 4)

9. Psychologengesetz 2013, BGBl I 182/2013,

10. Psychotherapiegesetz, BGBl 361/1990,

11. Sanitätergesetz – SanG, BGBl I 30/2002,

nicht berührt 5) .

(5) entfällt. (BGBl I 57/2008)

1) § 3 normiert ausdrücklich, dass dieses Bundesgesetz die Ausbildung und die Berufsausübung der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe ausschließlich und abschließend regelt. Sofern in anderen gesetzlichen Bestimmungen verwandte Begriffe wie „Krankenbetreuung“, „Altenbetreuung“, Heimhilfe“ und ähnliche verwendet werden (vgl zB § 3 Abs 2 Zivildienstgesetz 1986, in der Fassung der Novelle BGBl 788/1996), wird keinesfalls eine Berufsberechtigung im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege begründet.

Im § 3 wird korrespondierend zu § 2 Abs 1 Z 11 Gewerbeordnung 1994, § 2 Abs 6 Ärztegesetz 1984 und § 2 Abs 3 Hebammengesetz klargestellt, dass die Ausübung der Gesundheits- und

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Krankenpflegeberufe nur den Bestimmungen des vorliegenden Entwurfes unterliegt und die Gewerbeordnung 1994 nicht anzuwenden ist. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

2) Die im Abs 3 angeführten „Hilfeleistungen in der Nachbarschafts-, Familien- und Haushaltshilfe“ sind nicht berufsmäßig ausgeübte Tätigkeiten, die üblicherweise von Angehörigen oder Freunden zur Hilfestellung für kranke oder behinderte Menschen durchgeführt werden. Die Grenze dieser „Hilfeleistungen“ liegt dort, wo die Fähigkeiten eines Laien typischerweise ihr Ende finden, wobei aber im Einzelfall subjektive Kenntnisse und Fertigkeiten zu berücksichtigen sind. Während diese nur im privaten Bereich erfolgenden Hilfstätigkeiten erlaubt sind und nicht im Widerspruch zu diesem Gesetz stehen, dürfen Angehörige von Sozialberufen, wie Heimhilfen, FamilienhelferInnen, BehindertenbetreuerInnen, AltenbetreuerInnen usw, keinesfalls den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen vorbehaltene Tätigkeiten ausüben. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

3) Der Verweis auf die Berufsgesetze der anderen Gesundheitsberufe in § 3 Abs 4 GuKG wird um das MABG erweitert (vgl Erl RV 1808 der Beilagen XXIV. GP).

4) Zu den in § 3 Abs. 4 angeführten Berufsgesetzen von Gesundheitsberufen wird das Musiktherapiegesetz, BGBl I 93/2008, das mit 1. Juli 2009 in Kraft tritt, hinzugefügt. (vgl Erl. 316 der Beilagen XXIV.GP)

4) Der Verweis auf die Berufsgesetze der anderen Gesundheitsberufe in § 3 Abs 4 GuKG wird um das MABG erweitert (vgl Erl RV 1808 der Beilagen XXIV. GP).

5) Im Abs 4 wird klargestellt, dass die Berufsgesetze der anderen Gesundheitsberufe durch das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz nicht berührt werden. Diese Bestimmung ist lediglich eine interpretative Hilfe für die in diesem Gesetz normierten berufsrechtlichen Bestimmungen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe. Die Aufzählung der Gesetze im Abs 4 erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Sozialbetreuungsberufe – Basisversorgung 1)

§ 3 a (1) Angehörige von Sozialbetreuungsberufen nach der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe, BGBl I 55/2005, die

1. nicht zur Ausübung der Pflegeassistenz berechtigt sind und

2. das Ausbildungsmodul gemäß Anlage 2 Punkt 2 der Vereinbarung über Sozialbetreuungsberufe absolviert haben 2) ,

sind zur Durchführung unterstützender Tätigkeiten bei der Basisversorgung gemäß

Anlage 2 Punkt 3 der Vereinbarung über Sozialbetreuungsberufe berechtigt

3)

.

(2) Der Bundesminister für Gesundheit, Familie und Jugend hat durch Verordnung nähere Bestimmungen über die Durchführung des Ausbildungsmoduls gemäß Abs 1

Z 2, insbesondere über Lehrkräfte, Prüfungen und Zeugnisse, festzulegen

4)

.

(3) Darüber hinaus sind Personen, die im Rahmen eines Dienstverhältnisses zu Trägern von Einrichtungen der Behindertenbetreuung, die behördlich bewilligt sind oder der behördlichen Aufsicht unterliegen, behinderte Menschen in multiprofessionellen Teams, deren Aufgabe die ganzheitliche Begleitung und Betreuung der behinderten Menschen ist, in einer Gruppe von höchstens zwölf behinderten Menschen betreuen, nach Maßgabe der Abs 4 bis 6 zur Durchführung unterstützender Tätigkeiten bei der Basisversorgung an den von ihnen betreuten

Personen berechtigt

5)

.

(4) Personen gemäß Abs 3 dürfen die unterstützenden Tätigkeiten bei der Basisversorgung nur durchführen, sofern sie

1. das Ausbildungsmodul gemäß Abs 1 Z 2 absolviert haben,

2. diese Tätigkeiten nicht überwiegend durchführen,

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3. nicht im Rahmen der Personenbetreuung gemäß § 3 b oder der Persönlichen Assistenz gemäß § 3 c tätig sind und

4. zur Ausübung dieser Tätigkeiten nicht ohnehin als Angehörige eines Gesundheits- und Krankenpflegeberufs oder eines Sozialbetreuungsberufs berechtigt sind.

(5) Personen gemäß Abs 3 dürfen die unterstützenden Tätigkeiten bei der Basisversorgung nur nach schriftlicher Anordnung eines Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege oder eines Arztes durchführen.

(6) Personen gemäß Abs 3 sind verpflichtet,

1. die Durchführung der angeordneten Tätigkeiten ausreichend und regelmäßig zu dokumentieren und die Dokumentation den Angehörigen der Gesundheitsberufe, die die betreute Person pflegen und behandeln, zugänglich zu machen, sowie

2. der anordnenden Person unverzüglich alle Informationen zu erteilen, die für die Anordnung von Bedeutung sein könnten, insbesondere Veränderung des Zustandsbilds der betreuten Person oder Unterbrechung oder Beendigung der Betreuungstätigkeit.

1) Eingefügt durch die Novelle BGBl I 57/2008. Der Text des bisherigen § 3 Abs 5 wird aus inhaltlich-systematischen Gründen zu einem neuen § 3 a mit entsprechender Überschrift.

2) Ausbildungsmodul „Unterstützung bei der Basisversorgung“

I. Allgemeines

Der Entwurf der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe enthält in Artikel 3 Abs 3 und Artikel 7 eine Verpflichtung des Bundes zur Schaffung von Regelungen eines Ausbildungsmoduls „Unterstützung bei der Basisversorgung“. Dieses Ausbildungsmodul soll im Rahmen der Ausbildung von Fach-Sozialbetreuer/innen und Diplom- Sozialbetreuer/innen der Ausbildungsrichtung Behindertenbegleitung sowie von Heimhelfer/innen absolviert werden. Die Regelungen fallen in den Kompetenzbereich des Bundes (Artikel 10 Abs 1 Z. 12 B-VG – Gesundheitswesen).

Durch das Ausbildungsmodul „Unterstützung bei der Basisversorgung“ soll Angehörigen dieser Sozialbetreuungsberufe ein pflegerisches Grundwissen vermittelt werden, welches die Einräumung von einzelnen Befugnissen rechtfertigt, die derzeit nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz den Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe vorbehalten sind. Diese Befugnisse bedürfen einer Anpassung im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz.

Da die Verabreichung von Arzneimitteln eine ärztliche Tätigkeit ist, fällt die in diesem Ausbildungsmodul vorgesehene „unterstützende Mitwirkung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln“ in den Bereich des Ärzterechts. Allfällige erforderliche Anpassungen sind daher im Ärztegesetz 1998 zu treffen.

II. Ausbildung gemäß Artikel 3 Abs 3

Die für das Modul relevanten Ausbildungsinhalte wurden dem Curriculum für Pflegehilfe entnommen und unterscheiden sich bezüglich der Anzahl der Unterrichtseinheiten nur in dem Fach Medikamentenlehre, das im Gegensatz zur Pflegehilfeausbildung nur 20 statt 30 Stunden umfasst. Begründet wird dies mit der Tatsache, dass für die angeführten Berufsgruppen nur eine unterstützende Mitwirkung bei der oralen Verabreichung von Arzneimitteln vorgesehen ist und keine Durchführung von Insulininjektionen. Die Ausbildung umfasst insgesamt 100 Unterrichtseinheiten (UE) Theorie, die sich wie folgt zusammensetzen :

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Sich pflegen 20 UE

Körperpflege

Unterstützung bei der Körperpflege

Haarwäsche und-pflege

Zahnpflege

Pediküre und Maniküre

Beobachtung der Haut

Pflegeutensilien und Hilfsmittel

Essen und Trinken 15 UE

Beobachtung – Ernährungszustand

Beobachtung – Verdauungsstörungen

Beobachtung – Schluckstörungen

Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme

Flüssigkeitsbilanz

Verabreichung von Arzneimitteln

Ausscheiden 20 UE

Bedeutung

Beobachtung der Urinausscheidung

Beobachtung der Stuhlausscheidung

Obstipation

Erbrechen

Anwendung von Inkontinenzhilfsmitteln

Sich kleiden 5 UE

Umgang mit der Kleidung

Hilfestellung bei der Auswahl der Kleidung

Hilfsmittel zum Ankleiden

Methoden und Techniken zum An- und Auskleiden

Sich bewegen 20 UE

Bedeutung der Bewegung

Beobachtung – Körperhaltung etc.

Risikofaktoren

Prophylaxen – Dekubitus, Thrombose, Kontraktur

Unterstützung bei der Bewegung

Medikamentenlehre 20 UE

Inhalte konform mit der Pflegehilfeausbildung exklusive der Insulininjektionen

Das Praktikum umfasst 40 Stunden und muss in einer Behindertenbetreuungseinrichtung oder einem Pflegeheim unter Anleitung und Aufsicht einer diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson absolviert werden. (vgl Vereinbarung gemäß Artikel 15 a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe)

3) III. Tätigkeiten

Die erfolgreiche Absolvierung des Ausbildungsmoduls „Unterstützung bei der Basisversorgung“ berechtigt zur Durchführung nachstehender Tätigkeiten:

1. Unterstützung bei der Körperpflege

Assistenz beim Aufstehen aus dem Bett

Assistenz beim Waschen

Assistenz beim Duschen

Assistenz beim Baden in der Badewanne

Assistenz bei der Zahnpflege

Assistenz bei der Haarpflege

Assistenz beim Rasieren

Erkennen von Veränderungen des Allgemeinzustandes oder der Haut und sofortige Meldung an den zuständigen Arzt/die zuständige Ärztin oder an die/den zuständige/n Angehörige/n des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege

2. Unterstützung beim An- und Auskleiden

Assistenz bei der Auswahl der Kleidung

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Bereitlegen der Kleidung

Assistenz beim Anziehen bzw. Ausziehen von

Kleidungsstücken

Strümpfen, Strumpfhosen, Socken etc.

Stützstrümpfen

3. Unterstützung bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme

Zubereiten und Vorbereiten von Mahlzeiten wie

Wärmen von Tiefkühlkost

Portionieren und eventuell Zerkleinern der Speisen

Herrichten von Zwischenmahlzeiten etc.

Beachtung von Diätvorschriften

Assistenz beim Essen

Assistenz beim Trinken

Achten auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Erkennen von Essstörungen, Schluckstörungen, nicht ausreichender

Flüssigkeitsaufnahme und sofortige Meldung an den zuständigen Arzt/die zuständige Ärztin oder an die/den zuständige/n Angehörige/n des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege

4. Unterstützung im Zusammenhang mit Ausscheidungen

Assistenz beim Toilettengang

Assistenz bei der Intimpflege nach dem Toilettengang

Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln wie

Wechseln von Schutzhosen

Assistenz bei der Verwendung von Einlagen

Erkennen einer Veränderung von Ausscheidungen und sofortige Meldung an den zuständigen Arzt/die zuständige Ärztin oder an die/den zuständige/n Angehörige/n des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege

5. Unterstützung und Förderung der Bewegungsfähigkeit

Assistenz beim Aufstehen oder Niederlegen

Assistenz beim Niedersetzen

Assistenz beim Gehen

6. Unterstützung beim Lagern

Anwendung von Hilfsmitteln zur Dekubitusprophylaxe bei Menschen im Rollstuhl

Anwendung von Hilfsmitteln bei Menschen mit rheumatischen Veränderungen zur Erleichterung täglicher Verrichtungen

7. Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln

Assistenz bei der Einnahme von oral zu verabreichenden Arzneimitteln, dazu zählt auch das Erinnern an die Einnahme von Arzneimitteln oder das Herausnehmen der Arzneimittel aus dem Wochendispenser

Assistenz bei der Applikation von ärztlich verordneten Salben, Cremen, Lotionen etc. oder

von Pflegeprodukten, die von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege angeordnet wurden. (vgl Vereinbarung gemäß Artikel 15 a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe)

4) vgl GuK – BAV, BGBl II 281/2006.

Abs 4, 5 und 6 eingefügt durch die GuKG-Novelle BGBl I 130/2009.

5) Nach der derzeitigen Rechtslage sind entsprechend der Vereinbarung gemäß Art. 15 a B-VG über Sozialbetreuungsberufe nur Angehörige der Sozialbetreuungsberufe, die nicht zur Ausübung der Pflegehilfe berechtigt sind und das Ausbildungsmodul „Unterstützung bei der Basisversorgung" absolviert haben (Heimhelfer/innen, Diplom- und Fach-Sozialbetreuer/innen Behindertenbegleitung), zur Durchführung unterstützender Tätigkeiten bei der Basisversorgung berechtigt.

Auf Grund der teamorientierten Organisation und des Personaleinsatzes im Behindertenbereich, insbesondere im Bereich des betreuten Wohnens von Behinderten, ist es allerdings erforderlich, dass auch weiteren Betreuungskräften in Behinderteneinrichtungen, die behördlich bewilligt sind bzw der behördlichen Aufsicht unterliegen, unter bestimmten Voraussetzungen die Durchführung dieser unterstützenden Tätigkeiten ermöglicht wird, ohne dass diese eine gesamte Ausbildung im entsprechenden Sozialbetreuungsberuf absolvieren müssen. Die behördliche Bewilligung bzw Aufsicht ergibt sich aus bundes- oder landesgesetzlichen Regelungen, wie zB das Wiener Behindertengesetz, LGBl 16/1986, idgF LGBl 30/2007. Die zahlenmäßige Limitierung der Größe der Gruppe der betreuten Menschen der in den in Frage kommenden Einrichtungen ist aus Gründen der

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Qualitätssicherung unabdingbar. Bei einer Gruppengröße von maximal zwölf Personen sind die

Überschaubarkeit der Gruppe gegeben, die fachgerechte Betreuung gewährleistet und das Fehlerrisiko, das mit der Anzahl der betreuten Personen steigt, minimiert. In diesem Sinne kann die Durchführung von unterstützenden Tätigkeiten bei der Basisversorgung durch Personen, die die erforderlichen medizinischen und pflegerischen Kenntnisse und Fertigkeiten lediglich im Rahmen des

140 stündigen Ausbildungsmoduls erworben haben, qualitätsgesichert nur im Rahmen der Betreuung

von einem überschaubaren Personenkreis, der mit höchstens zwölf behinderten Menschen festgesetzt wird, vorgenommen werden.

Daher wird im Rahmen des § 3 a GuKG auch für diese Personen die Möglichkeit geschaffen, die Berechtigung zur Durchführung unterstützender Tätigkeiten bei der Basisversorgung zu erwerben, wenn sie das Ausbildungsmodul „Unterstützung bei der Basisversorgung" in der Dauer von 140 Stunden absolviert haben. Eine entsprechende Anpassung der Gesundheits- und Krankenpflege- Basisversorgungs-Ausbildungsverordnung (GuK-BAV), BGBl II 281/2006, wird durch den Bundesminister für Gesundheit zu erfolgen haben.

In der Vereinbarung gemäß Art. 15 a B-VG über Sozialbetreuungsberufe ist das Tätigwerden der von der Vereinbarung erfassten Sozialbetreuungsberufe im Rahmen der Unterstützung bei der Basisversorgung geregelt. Die genannte Vereinbarung bzw die umsetzenden landesrechtlichen Regelungen sind nicht für die von der Erweiterung des § 3 a GuKG betroffenen Personen anwendbar. Aus Gründen der Qualitätssicherung werden daher im GuKG entsprechende Berufsausübungsregelungen für die in der Begleitung und Betreuung behinderter Menschen tätigen Personen bei der Durchführung von Tätigkeiten der Basis Versorgung geschaffen. Diese Regelungen gewährleisten auch die erforderliche begleitende Kontrolle durch die anordnende Person im Sinne eines Case-Managements. In diesem Sinne wird auch § 14 GuKG entsprechend angepasst. (vgl Erl.

316 der Beilagen XXIV.GP)

Personenbetreuung

§ 3 b (1) Personen, die betreuungsbedürftige Menschen

1. als Betreuungskräfte nach den Bestimmungen des Hausbetreuungsgesetzes,

BGBl I 33/2007, oder

2. im Rahmen des Gewerbes der Personenbetreuung nach den Bestimmungen

der Gewerbeordnung 1994, unterstützen, sind befugt, einzelne pflegerische Tätigkeiten an der betreuten Person im Einzelfall nach Maßgabe der Abs 2 bis 6 durchzuführen, sofern sie zur Ausübung dieser Tätigkeiten nicht ohnehin als Angehöriger eines Gesundheits- und Krankenpflegeberufs oder eines Sozialbetreuungsberufs berechtigt sind.

(2) Zu den pflegerischen Tätigkeiten gemäß Abs 1 zählen auch

1. die Unterstützung bei der oralen Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie bei der Arzneimittelaufnahme,

2. die Unterstützung bei der Körperpflege,

3. die Unterstützung beim An- und Auskleiden,

4. die Unterstützung bei der Benützung von Toilette oder Leibstuhl einschließlich Hilfestellung beim Wechsel von Inkontinenzprodukten und

5. die Unterstützung beim Aufstehen, Niederlegen, Niedersetzen und Gehen,

sobald Umstände vorliegen, die aus medizinischer Sicht für die Durchführung dieser

Tätigkeiten durch Laien eine Anordnung durch einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege erforderlich machen.

(3) Tätigkeiten gemäß Abs 1 dürfen nur

1. an der jeweils betreuten Person im Rahmen deren Privathaushalts,

2. auf Grund einer nach den Regeln über die Einsichts- und Urteilsfähigkeit gültigen Einwilligung durch die betreute Person selbst oder durch die gesetzliche Vertretung oder den Vorsorgebevollmächtigten,

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3. nach Anleitung und Unterweisung im erforderlichen Ausmaß durch einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege,

4. nach schriftlicher, und, sofern die Eindeutigkeit und Zweifelsfreiheit

sichergestellt sind, in begründeten Fällen auch nach mündlicher Anordnung durch einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, bei unverzüglicher, längstens innerhalb von 24 Stunden erfolgender nachträglicher schriftlicher Dokumentation, unter ausdrücklichem Hinweis auf die Möglichkeit der Ablehnung der Übernahme der Tätigkeit, im Einzelfall ausgeübt werden, sofern die Person gemäß Abs 1 dauernd oder zumindest regelmäßig täglich oder zumindest mehrmals wöchentlich über längere Zeiträume im Privathaushalt der betreuten Person anwesend ist und in diesem Privathaushalt höchstens drei Menschen, die zueinander in einem Angehörigenverhältnis stehen, zu betreuen sind. In begründeten Ausnahmefällen ist eine Betreuung dieser Menschen auch in zwei Privathaushalten zulässig, sofern die Anordnung durch denselben Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege oder durch mehrere Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, die vom selben Anbieter von Hauskrankenpflege entsandt worden sind, erfolgt.

(4) Der Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege hat sich im erforderlichen Ausmaß zu vergewissern, dass die Person gemäß Abs 1 über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt. Dies ist ebenso wie die Anleitung und Unterweisung und die Anordnung gemäß § 5 zu dokumentieren.

(5) Die Anordnung ist nach Maßgabe pflegerischer und qualitätssichernder Notwendigkeiten befristet, höchstens aber für die Dauer des Betreuungsverhältnisses, zu erteilen. Sie ist schriftlich zu widerrufen, wenn dies aus Gründen der Qualitätssicherung oder auf Grund der Änderung des Zustandsbildes der betreuten Person erforderlich ist; in begründeten Fällen und, sofern die Eindeutigkeit und Zweifelsfreiheit sichergestellt sind, kann der Widerruf mündlich erfolgen. In diesen Fällen ist dieser unverzüglich, längstens innerhalb von 24 Stunden, schriftlich zu dokumentieren.

(6) Personen gemäß Abs 1 sind verpflichtet,

1. die Durchführung der angeordneten Tätigkeiten ausreichend und regelmäßig zu dokumentieren und die Dokumentation den Angehörigen der Gesundheitsberufe, die die betreute Person pflegen und behandeln, zugänglich zu machen, sowie

2. der anordnenden Person unverzüglich alle Informationen zu erteilen, die für die Anordnung von Bedeutung sein könnten, insbesondere Veränderung des Zustandsbilds der betreuten Person oder Unterbrechung der Betreuungstätigkeit.

Persönliche Assistenz

§ 3 c (1) Einzelne pflegerische Tätigkeiten an Menschen mit nicht nur vorübergehenden körperlichen Funktionsbeeinträchtigungen oder Beeinträchtigung der Sinnesfunktionen, die geeignet sind, diesen Menschen eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Lebensführung zu verwehren, dürfen von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege im Einzelfall nach Maßgabe der Abs 2 bis 5 Laien angeordnet und von diesen ausgeübt werden. Dies gilt nicht

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1. im Rahmen institutioneller Betreuung, wie in Krankenanstalten, Wohn- und Pflegeheimen sowie

2. bei einem Betreuungsverhältnis des Laien zu mehr als einer Person.

(2) Eine Anordnung gemäß Abs 1 ist nur zulässig, sofern

1. eine nach den Regeln über die Einsichts- und Urteilsfähigkeit gültige Einwilligung durch die betreute Person selbst oder durch die gesetzliche Vertretung oder den Vorsorgebevollmächtigten vorliegt,

2. eine Anleitung und Unterweisung durch einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege erfolgt ist,

3. ein Angehöriger des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege unter ausdrücklichem Hinweis auf die Möglichkeit der Ablehnung der Übernahme der Tätigkeit diese Tätigkeit schriftlich, in begründeten Fällen und, sofern die Eindeutigkeit und Zweifelsfreiheit sichergestellt sind, mündlich bei unverzüglicher, längstens innerhalb von 24 Stunden, erfolgender schriftlicher Dokumentation, anordnet.

(3) Der Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege hat sich im erforderlichen Ausmaß zu vergewissern, dass die Person gemäß Abs 1 über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt. Dies ist ebenso wie die Anleitung und Unterweisung und die Anordnung gemäß § 5 zu dokumentieren.

(4) Die Anordnung ist nach Maßgabe pflegerischer und qualitätssichernder Notwendigkeiten befristet, höchstens aber für die Dauer des Betreuungsverhältnisses, zu erteilen. Sie ist schriftlich zu widerrufen, wenn dies aus Gründen der Qualitätssicherung oder auf Grund der Änderung des Zustandsbildes der betreuten Person erforderlich ist; in begründeten Fällen und, sofern die Eindeutigkeit und Zweifelsfreiheit sichergestellt sind, kann der Widerruf mündlich erfolgen. In diesen Fällen ist dieser unverzüglich, längstens innerhalb von 24 Stunden, schriftlich zu dokumentieren.

(5) Die Person gemäß Abs 1 ist verpflichtet, der anordnenden Person unverzüglich alle Informationen zu erteilen, die für die Anordnung von Bedeutung sein könnten, insbesondere Veränderung des Zustandsbilds der betreuten Person oder Unterbrechung der Betreuungstätigkeit.

Pflegepraktikum von Studierenden

§ 3 d Studierende einer Ausbildung in einem Gesundheitsberuf sind berechtigt, im Rahmen eines in den Studienvorschriften vorgesehenen Pflegepraktikums unterstützende Tätigkeiten bei der Basisversorgung gemäß Anlage 2 Punkt 3 der Vereinbarung über Sozialbetreuungsberufe unter Anleitung und Aufsicht eines Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege durchzuführen, sofern sie die theoretische Ausbildung des Ausbildungsmoduls „Unterstützung bei der Basisversorgung“ gemäß GuK-BAV, eine gleichwertige theoretische Ausbildung oder eine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf erfolgreich absolviert haben. Die berufsmäßige Ausübung dieser Tätigkeiten ist untersagt.

Allgemeine Berufspflichten

§ 4 (1) Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe haben ihren Beruf ohne Unterschied der Person gewissenhaft auszuüben. Sie haben das Wohl und die

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Gesundheit der Patienten, Klienten und pflegebedürftigen Menschen unter Einhaltung der hiefür geltenden Vorschriften und nach Maßgabe der fachlichen und wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfahrungen zu wahren. Jede eigenmächtige Heilbehandlung ist zu unterlassen 1) .

(2) Sie haben sich über die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der medizinischen und anderer berufsrelevanter Wissenschaften regelmäßig fortzubilden 2) .

(3) Sie dürfen im Falle drohender Gefahr des Todes oder einer beträchtlichen Körperverletzung oder Gesundheitsschädigung eines Menschen ihre fachkundige Hilfe nicht verweigern 3) .

1) Die im Abs 1 normierten allgemeinen Berufspflichten basieren auf der Berufsethik aller Gesundheitsberufe, die Tätigkeiten am kranken bzw pflegebedürftigen Menschen ausüben und damit eine spezielle, über das durchschnittliche Maß hinausgehende Verantwortung für den Menschen übernehmen. Das Verbot der eigenmächtigen Heilbehandlung korrespondiert mit den für alle Normadressaten geltenden § 110 StGB. Eine ausdrückliche Normierung auch im Verwaltungsgesetz ist auf Grund der Besonderheit der beruflichen Tätigkeiten in der Gesundheits- und Krankenpflege erforderlich. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

2) Aus Abs 2 ergibt sich bereits explizit die Verpflichtung aller Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe, sich durch entsprechende ständige Fortbildung Kenntnisse über den jeweiligen Stand der berufsrelevanten Wissenschaften anzueignen. Diese Bestimmung ist im Zusammenhang mit der in § 63 und § 104 c GuKG verankerten Fortbildungsverpflichtung zu sehen. Im übrigen ist auch auf die Sorgfaltspflichten zu verweisen, die sich aus § 6 StGB und § 1299 ABGB ergeben. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

3) Abs 3 ist eine berufsrechtliche lex specialis zu § 95 StGB (Unterlassung der Hilfeleistung) für Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe und verpflichtet diese zur Gewährung fachkundiger Hilfe in den angeführten Gefahrensituationen. Die allfällige strafrechtliche Verantwortung bleibt unberührt. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP) (Diese Bestimmung ist im Zusammenhang mit § 14 a GuKG und § 84 a GuKG, - „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ – zu sehen.).

Pflegedokumentation

§ 5 (1) Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe haben bei Ausübung ihres Berufes die von ihnen gesetzten gesundheits- und krankenpflegerischen Maßnahmen zu dokumentieren 1) .

(2) Die Dokumentation hat insbesondere die Pflegeanamnese, die Pflegediagnose,

die Pflegeplanung und die Pflegemaßnahmen zu enthalten

2)

.

(3) Auf Verlangen ist

1. den betroffenen Patienten, Klienten oder pflegebedürftigen Menschen,

2. deren gesetzlichen Vertretern oder

3. Personen, die von den betroffenen Patienten, Klienten oder pflegebedürftigen Menschen bevollmächtigt wurden,

Einsicht in die Pflegedokumentation zu gewähren und gegen Kostenersatz die Herstellung von Kopien zu ermöglichen 3) .

(4) Bei freiberuflicher Berufsausübung (§ 36) sind die Aufzeichnungen sowie die sonstigen der Dokumentation dienlichen Unterlagen mindestens zehn Jahre aufzubewahren 4) .

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1) Erstmals wird auch für die Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe eine Dokumentationspflicht normiert, die für alle Formen der Berufsausübung, sowohl im intra- als auch im extramuralen Bereich, gilt. Die gesetzliche Normierung der Pflegedokumentation trägt der Professionalisierung, die in der Gesundheits- und Krankenpflege in den letzten Jahren auf internationaler Ebene und auch in Österreich stattgefunden hat, Rechnung. Eine eigenständige Pflegedokumentation ist unverzichtbar für Maßnahmen der Qualitätssicherung, die auch im Krankenanstaltengesetz verankert sind, und trägt zur Verbesserung der Pflegequalität im intra- und extramuralen Bereich bei.

Mit dieser Bestimmung wird für den Bereich der Krankenanstalten dem § 10 Krankenanstaltengesetz Rechnung getragen. In diesem Zusammenhang wird auch auf die bereits in einigen Pflegeheimgesetzen der Länder normierte Pflicht zur Pflegedokumentation hingewiesen. Eine korrespondierende bundesgesetzliche Bestimmung als Berufspflicht für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe trägt somit auch zur Qualitätssicherung in Pflegeheimen bei. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

2) Zur Erstellung einer umfassenden interdisziplinär geführten Patientendokumentation und zur ganzheitlichen Erfassung der PatientInnen oder KlientInnen muss auch der Pflegeprozess – abgestimmt auf den Behandlungsprozess – aufgezeichnet werden. Die Dokumentation hat daher – entsprechend den Bestimmungen über den eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich – die Pflegeanamnese, die Pflegediagnose, die Pflegeplanung, die Pflegemaßnahmen und die Pflegeevaluierung zu enthalten. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

3) Auf Grund der EU-Richtlinie 2011/24/EU über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung besteht folgender Umsetzungsbedarf im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz:

Artikel 4 Abs 2 lit f der Richtlinie 2011/24/EU sieht die Erstellung einer schriftlichen oder elektronischen Patientenakte durch die Gesundheitsdienstleister sowie das Recht der Patienten/- innen auf Zugang zu mindestens einer Kopie dieser Akte vor. Die in § 5 GuKG normierte Pflegedokumentation entspricht der EU-rechtlich geforderten Patientenakte. Die Regelung ist allerdings um das Recht zur Ermöglichung der Herstellung von Kopien zu erweitern (vgl Erl RV 2444 der Beilagen XXIV.).

4) Abs 4 regelt die Aufbewahrungspflicht der Pflegedokumentation im Zuge der freiberuflichen Berufsausübung. Die Dauer der Aufbewahrung wird analog § 22 a Abs 2 Ärztegesetz 1984 mit zehn Jahren festgelegt.

Nähere Bestimmungen über die Weiterführung der Dokumentation bei Ableben oder Beendigung der freiberuflichen Berufsausübung der Berufsangehörigen bleiben einer späteren Regelung vorbehalten. Hiezu wären in den kommenden Jahren Erfahrungswerte zu sammeln. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Verschwiegenheitspflicht

§ 6 (1) Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sind zur Verschwiegenheitspflicht über alle ihnen in Ausübung Ihres Berufes anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse verpflichtet

1)

.

(2) Die Verschwiegenheitspflicht besteht nicht 2) , wenn

1. die durch die Offenbarung des Geheimnisses betroffene Person den Angehörigen eines Gesundheits- und Krankenpflegeberufes von der Geheimhaltung entbunden hat oder

2. die Offenbarung des Geheimnisses für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist oder

3. Mitteilungen des Angehörigen eines Gesundheits- und Krankenpflegeberufes über den Versicherten an Träger der Sozialversicherung und

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Krankenfürsorgeanstalten zum Zweck der Honorarabrechnung, auch im automationsunterstützten Verfahren, erforderlich sind.

1) Die Verpflichtung zur Verschwiegenheit ist allen Gesundheitsberufen immanent und ist daher auch als Wesenselement der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe zu sehen. Dem Vertrauensverhältnis zwischen pflegender Person und PatientIn oder KlientIn kommt entscheidende Bedeutung zu. Dieses bildet die Basis für die Ausübung des Berufes.

Diese Bestimmung entspricht dem in § 1 Datenschutzgesetz verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf Datenschutz, welches auch im Verhältnis zwischen Privatpersonen gilt, sowie dem in Art. 8 EMRK verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf Achtung des Privatlebens. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

2) Abs 2 umschreibt die Tatbestände, bei denen die Verschwiegenheitspflicht nicht besteht. Eine Verpflichtung zur Offenbarung des Geheimnisses ist aber aus dieser Bestimmung jedenfalls nicht ableitbar.

Während in Z 1 die betroffene Person ausdrücklich von der Geheimhaltung entbinden muss, führt bereits das Vorliegen eines Tatbestandes gemäß Z 2 unmittelbar zur Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht. Z 2 zählt entsprechend Art. 8 Abs 2 EMRK die Gründe für eine Einschränkung der Geheimhaltungspflicht taxativ auf. Die Offenbarung des Geheimnisses muss weiters im Sinne der dort genannten Gründe nicht bloß „gerechtfertigt“, sondern im Sinne eines „zwingenden sozialen Bedürfnisses“ „erforderlich“ sein.

Auf vergleichbare Regelungen im ÄrzteG, MTD-Gesetz und Hebammengesetz wird hingewiesen. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Anzeigepflicht

§ 7 (1) Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sind verpflichtet, der Sicherheitsbehörde unverzüglich Anzeige zu erstatten, wenn sich in Ausübung ihres

Berufes der Verdacht ergibt, dass durch eine gerichtlich strafbare Handlung der Tod

oder die schwere Körperverletzung eines Menschen herbeigeführt wurde

1)

.

(2) Die Anzeigepflicht besteht nicht 2) , wenn die Anzeige in den Fällen schwerer Körperverletzung eine Tätigkeit der Gesundheits- und Krankenpflege beeinträchtigte, deren Wirksamkeit eines persönlichen Vertrauensverhältnisses bedarf. In diesem Fall hat der Angehörige des Gesundheits- und Krankenpflegeberufes die betroffene Person über bestehende anerkannte Opferschutzeinrichtungen zu informieren 3) .

1) Erstmals wird auch für Pflegepersonal eine Anzeigepflicht normiert, wie sie bereits im Ärztegesetz 1984 (§ 27) und in eingeschränktem Ausmaß auch im Hebammengesetz (§ 6 Abs 5) besteht. Diese Bestimmung wurde den Anforderungen der Praxis entsprechend gestaltet und wird den bisherigen Erfahrungen in diesem Bereich gerecht.

Eine selbständige Anzeigepflicht wird auf freiberuflich tätige Pflegepersonen eingeschränkt, für Tätigkeiten im Rahmen eines Dienstverhältnisses wird lediglich eine Meldepflicht festgelegt (siehe § 8). Klargestellt wird, dass die Anzeigepflicht auch für Personen gilt, die als Gesellschafter einer offenen Erwerbsgesellschaft gemäß § 35 Abs 1 Z 6 oder im Dienstverhältnis zu einer Privatperson gemäß § 35 Abs 1 Z 7 tätig sind, da in diesen Fällen das dienstliche Verhältnis zu einer Einrichtung, in deren Zuständigkeit die Anzeige fällt, nicht gegeben ist.

Nachdem im Bericht des Justizausschusses zur Änderung des § 84 StPO (JAB 1157 Blg. NR XVIII. GP, S. 8) die Ansicht vertreten wurde, dass die Wendung „begründeter Verdacht“ das Missverständnis nahelegen könnte, wonach das Gesetz eine besondere Prüfung der Qualität des Tatverdachts verlange, wurde davon Abstand genommen, das Erfordernis eines „begründeten“ Verdachts zu normieren. Jede Verpflichtung zur Anzeigeerstattung setzt nämlich einen substanziierten konkreten Tatverdacht voraus. Ob ein „begründeter“ Verdacht auf ein bestimmtes Delikt vorliegt, kann erst nach Ermittlungen festgestellt werden. Zu solchen ist das Gesundheitspersonal nicht berufen und auch

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nicht

Jugendwohlfahrtsträger.

ausgebildet,

sondern

nur

die

Sicherheitsbehörden,

unter

Umständen

auch

die

Die Anzeigepflicht besteht nur hinsichtlich solcher Verdachtsfälle, die der Pflegeperson in Ausübung ihres Berufes zur Kenntnis gelangen.

Die Anzeigepflicht ist auf bestimmte schwerwiegende strafrechtliche Tatbestände eingeschränkt. Neben den in § 27 ÄrzteG angeführten Delikten gegen Leib und Leben sind auf Grund der jüngsten Ereignisse auch bestimmte strafbare Handlungen gegen die Sittlichkeit von der Anzeigepflicht umfasst.

Da Fundament jeder effektiven Beratungs- oder Betreuungstätigkeit die Möglichkeit zur Sicherung und Wahrung der Vertraulichkeit ist, sieht Abs 2 – entsprechend § 84 Abs 1 Z 1 StPO – eine Ausnahme von der Anzeigepflicht für jene Fälle vor, in denen die Anzeige eine Tätigkeit beeinträchtigen würde, deren Wirksamkeit eines persönlichen Vertrauensverhältnisses bedarf.

Grundlage für zahlreiche pflegerische Tätigkeiten ist das besondere Vertrauensverhältnis zwischen der Pflegeperson und dem pflegebedürftigen Menschen. Für die Beurteilung des Bestehens bzw der Erforderlichkeit eines besonderen Vertrauensverhältnisses wird für Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege auf ihren konkreten Tätigkeitsbereich abzustellen sein. Dabei ist im Einzelfall zu beurteilen, ob eine Tätigkeit vorliegt, die das Bestehen bzw den Aufbau eines besonderen – über das für die Aufnahme der Pflegetätigkeit hinausgehenden – persönlichen Vertrauensverhältnisses dergestalt voraussetzt, dass die Inanspruchnahme der pflegerischen Tätigkeit andernfalls unterbliebe.

Letztlich wird nach Vornahme einer berufsspezifischen Interessenabwägung zu entscheiden sein, ob überwiegende Interessen für oder gegen eine Anzeige sprechen. Die Erforderlichkeit einer Anzeige wird im Einzelfall in erster Linie anhand fachlicher und weniger anhand juristischer Kriterien zu messen sein.

Aus dem Zusammenhalt von §§ 6 und 7 ergibt sich eine abschließende Regelung über Verschwiegenheits- und (eng begrenzte) Anzeigepflicht, die als lex specialis in ihrem Anwendungsbereich das sonst im § 86 Abs 1 StPO vorgesehene allgemeine Recht auf Anzeige ausschließt. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

2) Im Abs. 2 wird als Alternative zur Anzeigepflicht bei den in Abs 1 genannten Delikten eine Verständigungspflicht des zuständigen Jugenwohlfahrtsträgers vorgesehen, der die dem Kindeswohl entsprechenden Maßnahmen zu setzen hätte. Sämtliche Verdachtsgründe, die auf eine von der Anzeigepflicht umfasste strafbare Handlung gegen Minderjährige hindeuten, sollten eine Pflicht zur Verständigung des Jugendwohlfahrtsträgers auslösen, sofern nicht durch eine gerichtlich strafbare Handlung der Tod des Unmündigen oder Minderjährigen herbeigeführt wurde.

Auf

Verwaltungsübertretung geahndet.

Grund

der

Sensibilität

dieser

Materie

wird

eine

Verletzung

der

Anzeigepflicht

nicht

als

Klarzustellen ist in diesem Zusammenhang, dass die generelle Verschwiegenheitspflicht gemäß § 6 gemeinsam mit der berufsrechtlichen Anzeigepflicht gemäß § 7 als lex specialis die Anwendbarkeit des § 86 Abs 1 StPO, der das allgemeine Recht auf Anzeige normiert, ausschließt. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

3) Mit diesen Bestimmungen erfolgt eine Anpassung der Bestimmungen des GuKG betreffend Anzeige- und Meldepflicht analog dem ÄrzteG 1998. Im übrigen bleibt § 37 Abs. 3 Jugendwohlfahrtsgesetz 1989, idgF BGBl I 53/1999, unberührt. (vgl Erl RV 1777 der Beilagen XX. GP)

Meldepflicht

§ 8 (1) Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe sind ermächtigt, persönlich betroffenen Personen, Behörden oder öffentlichen Dienststellen Mitteilung zu machen, wenn sich in Ausübung ihres Berufes der Verdacht ergibt, dass

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1. durch eine gerichtlich strafbare Handlung der Tod oder die Körperverletzung eines Menschen herbeigeführt wurde oder

2. ein Minderjähriger oder eine sonstige Person, die ihre Interessen nicht selbst

wahrzunehmen vermag, misshandelt, gequält, vernachlässigt oder sexuell missbraucht wurde, sofern das Interesse an der Mitteilung das Geheimhaltungsinteresse überwiegt 1) .

(2) Im Falle des Abs 1 Z 2 sind Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe verpflichtet 2) ,

1. an den zuständigen Jugendwohlfahrtsträger bei Minderjährigen oder

2. an das Pflegschaftsgericht bei sonstigen Personen, die ihre Interessen nicht

selbst wahrzunehmen vermögen, Meldung zu erstatten, sofern dies zur Verhinderung einer weiteren erheblichen Gefährdung des Wohls der betroffenen Person erforderlich ist 3) .

1) Wie bereits in den Ausführungen zu § 7 festgehalten, wird für Tätigkeiten im Rahmen eines Dienstverhältnisses lediglich eine Meldepflicht festgelegt, um beispielsweise mehrfache Anzeigen in derselben Sache zu vermeiden.

Diese Meldepflicht gilt sowohl für Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege als auch für Angehörige der Pflegehilfe, die im Rahmen eines Dienstverhältnisses tätig sind. Ausgenommen sind aus sachlichen Gründen Dienstverhältnisse gemäß § 35 Abs 1 Z 6 und 7.

Die Meldung hat an den Dienstgeber zu erfolgen, der seinerseits über die Erforderlichkeit einer Anzeige zu entscheiden hat. Dienstrechtliche Bestimmungen sowie Haus- und Anstaltsordnungen sind dabei zu beachten.

Der Meldepflicht unterliegen dieselben Straftatbestände wie der Anzeigepflicht gemäß § 7. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

2) Auch die in Abs 2 geregelte Ausnahme von der Meldepflicht entspricht dem im § 7 Abs 2 Z 1 geregelten Ausnahmetatbestand.

Auf die entsprechenden erläuternden Bemerkungen zu § 7 wird verwiesen. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

3) Mit diesen Bestimmungen erfolgt eine Anpassung der Bestimmungen des GuKG betreffend Anzeige- und Meldepflicht analog dem ÄrzteG 1998. Im übrigen bleibt § 37 Abs. 3 Jugendwohlfahrtsgesetz 1989, idgF BGBl I 53/1999, unberührt. (vgl Erl RV 1777 der Beilagen XX. GP)

Auskunftspflicht 1)

§ 9 (1) Angehörige der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe haben

1. den betroffenen Patienten, Klienten oder pflegebedürftigen Menschen,

2. deren gesetzlichen Vertretern oder

3. Personen, die von den betroffenen Patienten, Klienten oder pflegebedürftigen Menschen als auskunftsberechtigt benannt wurden, alle Auskünfte über die von ihnen gesetzten gesundheits- und krankenpflegerischen Maßnahmen zu erteilen 2) .

(2) Sie haben anderen Angehörigen der Gesundheitsberufe, die die betroffenen Patienten, Klienten oder pflegebedürftigen Menschen behandeln oder pflegen, die für die Behandlung und Pflege erforderlichen Auskünfte über Maßnahmen gemäß Abs 1

zu erteilen 3) .

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1) Diese Bestimmung ist im Zusammenhang mit der Verschwiegenheitspflicht und der Dokumentationspflicht zu sehen. Die Auskunftspflicht ist eine der Grundlagen für das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen PatientIn oder KlientIn und der Pflegeperson. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

2) Den im Abs 1 angeführten Personen ist über sämtliche pflegerische Maßnahmen Auskunft zu erteilen.

Hiebei obliegt es der sozialen und menschlichen Verantwortung der Pflegeperson zu entscheiden, in welcher Form die notwendigen Informationen gegeben werden. Dabei ist auf die geistigen Fähigkeiten der Patientin oder Klientin/des Patienten oder Klienten Bedacht zu nehmen, wobei von der Pflegeperson erwartet werden kann, die gesetzten Maßnahmen auch in einfachen Worten darzulegen.(Aufklärungspflicht im Rahmen des Pflegeprozesses) (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

3) Die im Abs 2 normierte Auskunftspflicht gegenüber anderen Angehörigen von Gesundheitsberufen trägt zur funktionierenden interdisziplinären Zusammenarbeit im Gesundheitswesen bei und entspricht der im Gesundheitsbereich typischen multiprofessionellen Teambetreuung des Patienten. Die Auskunft ist jedoch auf das für die Behandlung und Pflege des betroffenen Menschen erforderliche Ausmaß zu beschränken. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Berufsausweis 1)

§ 10 entfällt. (BGBl I 87/2016)

Berufsbezeichnungen 1)

§ 11 (1) Personen, die nach den Bestimmungen dieses Bundesgesetzes zur Ausübung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege berechtigt sind (§ 27), sind berechtigt, die Berufsbezeichnung „Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger“/„Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin“ zu führen.

(2) Personen, die

1. eine Sonderausbildung oder Spezialisierung gemäß §§ 65 bis 72,

2. eine gemäß § 65 a oder § 65 b gleichgehaltene oder anerkannte Ausbildung,

3. eine spezielle Grundausbildung nach den Bestimmungen des 6. Abschnitts

des 2. Hauptstücks in der Fassung vor der Novelle BGBl I 75/2016,

4. eine Weiterbildung gemäß § 64 oder

5. eine Sonderausbildung gemäß § 57b Krankenpflegegesetz

erfolgreich absolviert haben, sind berechtigt, nach der Berufsbezeichnung gemäß Abs 1 die absolvierte Fachrichtung in Klammer als Zusatzbezeichnung anzufügen. Personen, die eine Sonderausbildung für Lehraufgaben oder eine gemäß § 65 a oder § 65 b gleichgehaltene oder anerkannte Ausbildung für Lehraufgaben erfolgreich absolviert haben, können auch die Zusatzbezeichnung „Lehrer für Gesundheits- und Krankenpflege“/„Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege“ führen.

(3) Staatsangehörige eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR-Staatsangehörige) oder der Schweizerischen Eidgenossenschaft, die auf Grund dieses Bundesgesetzes zur Ausübung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege berechtigt sind (§ 27), dürfen die im Heimat- oder Herkunftsstaat gültigen rechtmäßigen Ausbildungsbezeichnungen bzw. deren Abkürzung führen, sofern

1. diese nicht mit der Berufsbezeichnung gemäß Abs 1 identisch sind und nicht mit einer Bezeichnung verwechselt werden können, die in Österreich eine zusätzliche Ausbildung voraussetzt, und

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2. neben der Ausbildungsbezeichnung Name und Ort der Lehranstalt oder des Prüfungsausschusses, der diese Ausbildungsbezeichnung verliehen hat, angeführt werden.

(4) Die Führung

1. einer Berufs- oder Ausbildungsbezeichnung gemäß Abs 1 bis 3 durch hiezu nicht berechtigte Personen,

2. anderer verwechselbarer Berufs- und Ausbildungsbezeichnungen durch hiezu nicht berechtigte Personen oder

3. anderer als der gesetzlich zugelassenen Berufsbezeichnungen ist verboten.

1) Die gegenständliche Novelle wird zum Anlass genommen, in § 11 die nicht mehr zeitgemäße und vielseits kritisierte Berufsbezeichnung „…schwester“ zugunsten einer der männlichen Bezeichnung entsprechenden weiblichen Bezeichnung „Gesundheits- und Krankenpflegerin“ zu ersetzen.

Beibehalten wird einstweilen der Titel „Diplomierte/r“. Mit der abschließenden Überführung der Ausbildung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege in den Tertiärbereich, im Rahmen dessen kein Diplom, sondern eine Bachelorurkunde ausgestellt wird, wird eine allfällige Streichung zu gegebener Zeit zur Diskussion zu stellen sein. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

Berufsbild 1)

§ 12 (1) Der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege trägt die Verantwortung für die unmittelbare und mittelbare Pflege von Menschen in allen Altersstufen, Familien und Bevölkerungsgruppen in mobilen, ambulanten, teilstationären und stationären Versorgungsformen sowie allen Versorgungsstufen (Primärversorgung, ambulante spezialisierte Versorgung sowie stationäre Versorgung). Handlungsleitend sind dabei ethische, rechtliche, interkulturelle, psychosoziale und systemische Perspektiven und Grundsätze.

(2) Der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege trägt auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse durch gesundheitsfördernde, präventive, kurative, rehabilitative sowie palliative Kompetenzen zur Förderung und Aufrechterhaltung der Gesundheit, zur Unterstützung des Heilungsprozesses, zur Linderung und Bewältigung von gesundheitlicher Beeinträchtigung sowie zur Aufrechterhaltung der höchstmöglichen Lebensqualität aus pflegerischer Sicht bei.

(3) Im Rahmen der medizinischen Diagnostik und Therapie führen Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege die ihnen von Ärzten übertragenen Maßnahmen und Tätigkeiten durch.

(4) Im Rahmen der interprofessionellen Zusammenarbeit tragen Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege zur Aufrechterhaltung der Behandlungskontinuität bei.

(5) Der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege entwickelt, organisiert und implementiert pflegerische Strategien, Konzepte und Programme zur Stärkung der Gesundheitskompetenz, insbesondere bei chronischen Erkrankungen, im Rahmen der Familiengesundheitspflege, der Schulgesundheitspflege sowie der gemeinde- und bevölkerungsorientierten Pflege.

1) Das Berufsbild des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege (§ 12) wird hinsichtlich der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden präventiven, gesundheitsfördernden, kurativen, rehabilitativen und palliativen Pflegekompetenzen, die sich auf die gesamte Lebensspanne und die

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unterschiedlichen Versorgungsformen, Versorgungsstufen, Settings und Zielgruppen erstrecken, aktualisiert. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

2) Im Hinblick auf das Auslaufen der speziellen Grundausbildungen in der Kinder- und Jugendlichenpflege und in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege werden deren spezielle derzeit in § 12 Abs 2 und 3 vorgesehenen Berufsbezeichnungen zugunsten der Gleichstellung mit der Bezeichnung für die übrigen Spezialisierungen geändert. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

§

Krankenpflege umfasst

13

Der

Kompetenzbereich

Kompetenzbereich 1)

des

gehobenen

Dienstes

für

Gesundheits-

und

1. die pflegerischen Kernkompetenzen (§ 14),

2. Kompetenz bei Notfällen (§ 14 a),

3. Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie (§ 15),

4. Weiterverordnung von Medizinprodukten (§ 15 a),

5. Kompetenzen im multiprofessionellen Versorgungsteam (§ 16),

6. Spezialisierungen (§ 17).

1) Zudem wird durch die Auflösung der Tätigkeitsbereiche zugunsten der Beschreibungen des Kompetenzbereichs des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege verdeutlicht, dass die Durchführung von Maßnahmen bei der medizinischen Diagnostik und Therapie, bei Maßnahmen in Notfallsituationen sowie Maßnahmen im Rahmen der Berufsausübung als Mitglied eines multiprofessionellen Versorgungsteams ebenso wie die pflegerischen Kernkompetenzen integraler Bestandteil des Berufsbildes der Gesundheits- und Krankenpflege sind (§ 13). (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

Pflegerische Kernkompetenzen 1)

§ 14 (1) Die pflegerischen Kernkompetenzen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege umfassen die eigenverantwortliche 2) Erhebung des Pflegebedarfes sowie Beurteilung der Pflegeabhängigkeit, die Diagnostik, Planung, Organisation, Durchführung, Kontrolle und Evaluation aller pflegerischen Maßnahmen (Pflegeprozess) in allen Versorgungsformen und Versorgungsstufen, die Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsberatung im Rahmen der Pflege sowie die Pflegeforschung.

(2) Die pflegerischen Kernkompetenzen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege umfassen im Rahmen der Gesundheits- und Krankenpflege insbesondere:

1. Gesamtverantwortung für den Pflegeprozess,

2. Planung und Durchführung von Pflegeinterventionen bzw -maßnahmen,

3. Unterstützung und Förderung der Aktivitäten des täglichen Lebens,

4. Beobachtung und Überwachung des Gesundheitszustandes,

5. theorie- und konzeptgeleitete Gesprächsführung und Kommunikation,

6. Beratung zur Gesundheits- und Krankenpflege sowie die Organisation und Durchführung von Schulungen,

7. Förderung der Gesundheitskompetenz, Gesundheitsförderung und Prävention,

8. Erstellen von Pflegegutachten,

9. Delegation, Subdelegation und Aufsicht entsprechend dem Komplexitäts-, Stabilitäts- und Spezialisierungsgrad der Pflegesituation,

10. Anleitung und Überwachung von Unterstützungskräften sowie Anleitung, Unterweisung und begleitende Kontrolle von Personen gemäß §§ 3 a bis 3 d,

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11. Anleitung, Begleitung und Beurteilung von Auszubildenden,

12. ethisches, evidenz- und forschungsbasiertes Handeln einschließlich Wissensmanagement,

13. Weiterentwicklung der beruflichen Handlungskompetenz,

14. Mitwirkung an fachspezifischen Forschungsprojekten und Umsetzung von fachspezifischen Forschungsergebnissen,

15. Anwendung komplementärer Pflegemethoden,

16. Mitwirkung im Rahmen von Qualitäts- und Risikomanagement,

17. Psychosoziale Betreuung in der Gesundheits- und Krankenpflege.

1) Die Formulierung der pflegerischen Kernkompetenzen (§ 14) verdeutlicht neben dem Pflegeprozess (Erhebung und Beurteilung des Pflegebedarfs und -abhängigkeit ua im Rahmen des Pflegeassessments, Pflegediagnostik, Planung von Pflegeinterventionen, Durchführung von Pflegeinterventionen und Beurteilung der Ergebnisse) ua auch Maßnahmen im Zusammenhang mit der Delegation, Anleitung und Schulung von Auszubildenden sowie die Verpflichtung zur Weiterentwicklung der beruflichen Handlungskompetenz durch die Umsetzung fachspezifischer Forschungsergebnisse. Die Anwendung komplementärer Pflegemethoden ist bereits integraler Bestandteil der Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege und daher ebenso in der Anlage 1 der GuK-AV ausgewiesen. Zudem sind einschlägige Weiterbildungen zu komplementären Pflegemethoden in der Anlage 1 GuK-WV gelistet. Hinsichtlich der Befugnisse anderer Gesundheitsberufe wird auf § 3 Abs 4 GuKG hingewiesen, wonach die Berufsgesetze der anderen Gesundheitsberufe von den Regelungen des GuKG unberührt bleiben.

Klargestellt wird allerdings, dass die pflegerischen Kernkompetenzen gemäß § 14 GuKG in den Vorbehaltsbereich des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege fallen und daher nicht von anderen Gesundheitsberufen wahrgenommen werden dürfen. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

2) Zum richtigen Verständnis des Begriffes „Eigenverantwortlichkeit“ ist klarzustellen, dass die Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege bei der Ausübung der Tätigkeiten, die ihr Berufsbild umfasst, eigenverantwortlich handeln. Der rechtliche Begriff der Eigenverantwortlichkeit bedeutet die fachliche Weisungsfreiheit jedes zur Berufsausübung berechtigten Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege im Rahmen seines Berufsbildes, freilich unbeschadet allfälliger grundlegender Anordnungen im Rahmen der Organisation des Pflegedienstes. Mit dem Wort „eigenverantwortlich“ wird aber auch zum Ausdruck gebracht, dass Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege für den Schaden, den sie infolge nicht fachgemäßer Behandlung verursacht haben, selbst haften.

Hingewiesen wird in diesem Zusammenhang auch auf die strafrechtliche Einlassungs- und Übernahmsfahrlässigkeit. Entsprechend diesem Grundsatz muss jede Person, die eine Tätigkeit übernimmt, erkennen, ob sie die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt, und danach handeln.

Die Eigenverantwortlichkeit ist nicht als verzichtbares Recht, sondern als eine unverzichtbare Pflicht bei der Berufsausübung zu sehen. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Kompetenz bei Notfällen 1)

§ 14 a (1) Die Kompetenz bei Notfällen umfasst:

1. Erkennen und Einschätzen von Notfällen und Setzen entsprechender Maßnahmen und

2. eigenverantwortliche Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen, solange und soweit ein Arzt nicht zur Verfügung steht; die unverzügliche Verständigung eines Arztes ist zu veranlassen.

(2) Lebensrettende Sofortmaßnahmen gemäß Abs 1 Z 2 umfassen insbesondere

1. Herzdruckmassage und Beatmung,

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2. Durchführung der Defibrillation mit halbautomatischen Geräten oder Geräten im halbautomatischen Modus sowie

3. Verabreichung von Sauerstoff.

1) Zur Kompetenz bei Notfällen (§ 14 a): Notfall ist jede Situation, in der eine drohende physische und/oder psychische Gefährdung des Menschen eintritt, welcher dieser nicht ohne entsprechend handelnde Akteure/-innen überwinden kann. Notfälle müssen hierbei nicht zwingend eine unmittelbare vitale Gefährdung darstellen, die lebensrettende Sofortmaßnahmen erforderlich machen, können jedoch ohne das entsprechende Handeln zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.

Im Rahmen der Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen fallen unter „Beatmung“ nach dem derzeitigen state of the art neben Beatmungsmasken insbesondere oropharyngeal und nasopharyngeal Tuben und der supraglottische Larynxtubus.

Die Möglichkeit des Einsatzes weiterer Beatmungshilfen (z.B. supraglottische und endotracheale Tuben) im Rahmen der cardio-pulmonalen Reanimation besteht insofern, als die anatomischen und (patho)physiologischen Kenntnisse bereits derzeit integraler Bestandteil der Ausbildung zum gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege sind. Diese Befugniserweiterung ist ausschließlich auf die cardio-pulmonale Reanimation beschränkt. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie 1)

§ 15 (1) Die Kompetenzen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege bei medizinischer Diagnostik und Therapie umfassen die eigenverantwortliche Durchführung medizinischdiagnostischer und medizinisch- therapeutischer Maßnahmen und Tätigkeiten nach ärztlicher Anordnung 2) .

(2) Im Rahmen der Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie haben ärztliche Anordnungen schriftlich zu erfolgen. Die erfolgte Durchführung ist durch den Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege zu dokumentieren.

(3) Die ärztliche Anordnung kann mündlich 3) erfolgen, sofern

1. die Dringlichkeit der Maßnahmen und Tätigkeiten dies erfordert oder diese bei

unmittelbarer Anwesenheit des anordnenden Arztes vorgenommen werden und

2. die Eindeutigkeit und Zweifelsfreiheit der Anordnung sichergestellt sind.

Eine Übermittlung der schriftlichen Anordnung per Telefax oder im Wege automationsunterstützter Datenübertragung ist nach Maßgabe des Gesundheitstelematikgesetzes 2012, BGBl I 111/2012, zulässig, sofern die Dokumentation gewährleistet ist. Die schriftliche Dokumentation der ärztlichen Anordnung hat unverzüglich zu erfolgen.

(4) Die Kompetenzen bei medizinischer Diagnostik und Therapie 4) umfassen insbesondere:

1. Verabreichung von Arzneimitteln, einschließlich Zytostatika und Kontrastmitteln,

2. Vorbereitung und Verabreichung von Injektionen und Infusionen,

3. Punktion und Blutentnahme aus den Kapillaren, dem periphervenösen Gefäßsystem, der Arterie Radialis und der Arterie Dorsalis Pedis sowie Blutentnahme aus dem zentralvenösen Gefäßsystem bei liegendem Gefäßzugang,

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4. Legen und Wechsel periphervenöser Verweilkanülen, einschließlich Aufrechterhaltung deren Durchgängigkeit sowie gegebenenfalls Entfernung derselben,

5. Wechsel der Dialyselösung im Rahmen der Peritonealdialyse,

6. Verabreichung von Vollblut und/oder Blutbestandteilen, einschließlich der patientennahen Blutgruppenüberprüfung mittels Bedside-Tests,

7. Setzen von transurethralen Kathetern zur Harnableitung, Instillation und Spülung bei beiden Geschlechtern sowie Restharnbestimmung mittels Einmalkatheter,

8. Messung der Restharnmenge mittels nichtinvasiver sonographischer Methoden einschließlich der Entscheidung zur und Durchführung der Einmalkatheterisierung,

9. Vorbereitung, Assistenz und Nachsorge bei endoskopischen Eingriffen,

10. Assistenztätigkeiten bei der chirurgischen Wundversorgung,

11. Entfernen von Drainagen, Nähten und Wundverschlussklammern sowie Anlegen und Wechsel von Verbänden und Bandagen,

12. Legen und Entfernen von transnasalen und transoralen Magensonden,

13. Durchführung von Klistieren, Darmeinläufen und -spülungen,

14. Absaugen aus den oberen Atemwegen sowie dem Tracheostoma,

15. Wechsel von suprapubischen Kathetern und perkutanen gastralen Austauschsystemen,

16. Anlegen von Miedern, Orthesen und elektrisch betriebenen Bewegungsschienen bei vorgegebener Einstellung des Bewegungsausmaßes,

17. Bedienung von zu- und ableitenden Systemen,

18. Durchführung des Monitorings mit medizin-technischen Überwachungsgeräten einschließlich Bedienung derselben,

19. Durchführung standardisierter diagnostischer Programme,

20. Durchführung medizinisch-therapeutischer Interventionen (z B Anpassung von Insulin-, Schmerz- und Antikoagulantientherapie), insbesondere nach Standard Operating Procedures (SOP),

21. Anleitung und Unterweisung von Patienten sowie Personen, denen gemäß § 50 a oder § 50 b ÄrzteG 1998 einzelne ärztliche Tätigkeiten übertragen wurden, nach Maßgabe der ärztlichen Anordnung.

(5) Im Rahmen der Kompetenzen bei Diagnostik und Therapie sind Angehörige des

gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege berechtigt, nach Maßgabe der ärztlichen Anordnung

1. an Angehörige eines Pflegeassistenzberufs, der Desinfektionsassistenz, der Ordinationsassistenz und der Operationsassistenz und

2. an in Ausbildung zu einem Gesundheitsberuf stehende Personen

einzelne ärztliche Tätigkeiten weiter zu übertragen 5) , sofern und soweit diese vom Tätigkeitsbereich des entsprechenden Gesundheitsberufs umfasst sind, und die

Aufsicht über deren Durchführung wahrzunehmen.

(6) Im Rahmen der Kompetenzen bei Diagnostik und Therapie sind Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege berechtigt, nach Maßgabe

der ärztlichen Anordnung folgende Tätigkeiten im Einzelfall an Personen gemäß § 3 b und § 3 c weiter zu übertragen:

1. Verabreichung von Arzneimitteln,

2. Anlegen von Bandagen und Verbänden,

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3. Verabreichung von subkutanen Insulininjektionen und subkutanen Injektionen von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln,

4. Blutentnahme aus der Kapillare zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels mittels Teststreifens,

5. einfache Wärme- und Lichtanwendungen.

§ 3 b Abs 3 bis 6 und § 3 c Abs 2 bis 5 sind anzuwenden.

(7) Im Rahmen der Kompetenzen bei Diagnostik und Therapie sind Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege berechtigt, nach Maßgabe der ärztlichen Anordnung an Personen gemäß § 50 a ÄrzteG 1998 einzelne ärztliche Tätigkeiten weiter zu übertragen und die erforderliche Anleitung und Unterweisung zu erteilen. Sie haben sich zu vergewissern, dass diese über die erforderlichen Fähigkeiten zur Durchführung der Tätigkeiten verfügen, und auf die Möglichkeit der Ablehnung der Übertragung der entsprechenden ärztlichen Tätigkeiten gesondert hinzuweisen. Familien- und pflegschaftsrechtlich gebotene Maßnahmen bleiben unberührt.

1) Kompetenzen bei der medizinischen Diagnostik und Therapie (§ 15): Gemäß § 49 Abs 3 ÄrzteG 1998 kann der/die Arzt/Ärztin im Einzelfall an Angehörige anderer Gesundheitsberufe oder in Ausbildung zu einem Gesundheitsberuf stehende Personen ärztliche Tätigkeiten übertragen, sofern diese vom Tätigkeitsbereich des entsprechenden Gesundheitsberufes umfasst sind. Er trägt die Verantwortung für die Anordnung. Die Diktion des GuKG korreliert somit mit jener dieser ärzterechtlichen Bestimmung im Hinblick auf die Verwendung der Begriffe „Anordnung“ und „übertragen“.

Von der bisher im § 15 Abs. 2 GuKG enthaltenen Wiederholung der Regelung des § 49 Abs 3 ÄrzteG 1998 betreffend die Anordnungsverantwortung des/der Arztes/Ärztin wird verzichtet, die Durchführungsverantwortung ergibt sich bereits aus Abs 1.

Die in der Begutachtung zur Diskussion gestellte Änderung im Hinblick auf eine praxisnähere Vorgangsweise, wonach nicht mehr jede ärztliche Anordnung zwingend im Vorhinein schriftlich zu erfolgen hätte, wurde von den meisten begutachtenden Einrichtungen klar abgelehnt. Daher wird das Erfordernis der Schriftlichkeit der Anordnung entsprechend der bisherigen Rechtslage beibehalten. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

2) Zum Begriff „ärztliche Anordnung“ wird klargestellt, dass darunter keine generelle Delegation durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt zu verstehen ist, vielmehr hat die Vornahme der diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen nach eingehender Untersuchung und Beurteilung des Zustandes der Patientin/des Patienten durch die Ärztin/den Arzt zu erfolgen. Zusätzlich hat sich die Ärztin/der Arzt zu vergewissern, dass die betreffende Pflegeperson die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten zur Durchführung der angeordneten Tätigkeit besitzt. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Die Anordnungsverantwortung bleibt also bei der Ärztin/beim Arzt, die/der Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege trägt die Durchführungsverantwortung. Sie/er hat auf Grund der Diagnose der Ärztin/des Arztes die angeordnete Maßnahme eigenverantwortlich durchzuführen. Dies bedeutet, dass bei Auftreten von Fragestellungen, die den Wissen- bzw Ausbildungsstand des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege überschreiten, umgehend die anordnende Ärztin/der anordnende Arzt zu befassen ist. Korrespondierend dazu steht die Einlassungs- und Übernahmsfahrlässigkeit, die – wie bereits in den Erläuterungen zu § 14 umschrieben – auch das diplomierte Pflegepersonal zu verantwortungsvollem Handeln verpflichtet. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

Um allfällige Haftungsprobleme zu vermeiden, hat jede ärztliche Anordnung schriftlich vor Durchführung der entsprechenden Maßnahme durch die diplomierte Pflegeperson zu erfolgen. So muss zB bei der Verordnung von Arzneimitteln sowohl Menge, Dosis, Verabreichungsart als auch Zeitpunkt der Verabreichung von der anordnungsberechtigten Ärztin/vom anordnungsberechtigten Arzt schriftlich in der Patientendokumentation festgehalten werden. Die sogenannte „Bedarfsmedikation“ kann daher nicht mehr zur Anwendung kommen. Die Gegenzeichnung durch die

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diplomierte Pflegeperson nach Durchführung der entsprechenden Maßnahme ist einerseits für die Vollständigkeit und Transparenz der Krankengeschichte erforderlich, andererseits erfolgt dadurch eine klare Trennung der Verantwortungsbereiche. (vgl Erl RV 709 der Beilagen XX. GP)

3) Die Fälle der möglichen mündlichen Anordnung werden gegenüber der bisherigen schwer vollziehbaren Regelung („in medizinisch begründeten Ausnahmefällen“) nunmehr in Abs 3 klar definiert: Einerseits ist ein Absehen von der Schriftlichkeit der Anordnung auf Grund der Dringlichkeit der Maßnahme möglich, die sich aus medizinischen Notwendigkeiten ergibt. Andererseits kann eine mündliche Anordnung erfolgen, wenn der/die anordnende Arzt/Ärztin unmittelbar anwesend ist, dies wird beispielsweise in bestimmten ärztlichen (Einzel)Ordinationen der Fall sein ebenso wie bei Eingriffen, bei denen die diplomierte Pflegeperson Assistenztätigkeiten übernimmt (zB Abs 4 Z 9 und 10). In jedem Fall muss die Eindeutigkeit und Zweifelsfreiheit der Anordnung sichergestellt sein.

Bei der Übermittlung der schriftlichen Anordnung sind die Bestimmungen des Gesundheitstelematikgesetzes 2012, BGBl I 111/2012, zu beachten. Klargestellt wird, dass die „unverzügliche“ Dokumentation der mündliche Anordnung möglichst zeitnah zu erfolgen hat, dies jedenfalls vor dem Dienstende sowohl des/der anordnenden Arztes/Ärztin als auch der durchführenden Pflegeperson. Die Festlegung auf 24 Stunden ist daher entbehrlich. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

4) Die im Absatz 4 enthaltene demonstrative Auflistung der im Rahmen der Kompetenzen bei der medizinischen Diagnostik und Therapie übertragbaren Maßnahmen und Tätigkeiten basiert auf den Ergebnissen der Evaluierungsstudie sowie den Erfahrungen aus der Praxis. Die hiefür erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten sind integraler Bestandteil der Ausbildung und erfordern keine wesentlichen Änderungen in den Curricula.

Zu Z 2: Die Vorbereitung und Verabreichung von Injektionen und Infusionen umfasst insbesondere sub- und intrakutan, intramuskulär, intravenös, intraateriell und intrathekal sowie über Plexuskatheter zu applizierende Arzneimittel.

Zu Z 5: Die Peritonealdialyse ermöglicht Patienten/-innen die Nierenersatztherapie im häuslichen Umfeld durchzuführen. Der Wechsel der Dialyseflüssigkeit ist im Hinblick auf zB die Gefahrengeneigtheit und hygienischen Anforderungen mit der Verabreichung anderer Infusionen vergleichbar. Die Möglichkeit, den Wechsel auch von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege ohne Sonderausbildung für Nierenersatztherapie zu eröffnen, bedeutet für die Betroffenen daher eine deutliche Verbesserung in der Versorgung.

Zu Z 12: Die ausdrückliche Nennung der Applikationswege von Magensonden dient der klaren Abgrenzung von Magensonden anderer Applikationsformen, wie zB perkutan applizierte Sonden (PEG).

Zu Z 15: Während die Anlage einer suprapubischen Fistel, die Erstanlage eines suprapubischen Katheters, die Durchführung der Gastrotomie und die endoskopische Anlage der (PEG-)Sonde von Ärzten/-innen nicht auf Angehörige des gehobenen Dienstes übertragen werden können, ist hingegen der Wechsel von suprapubischen Kathetern und perkutanen gastralen Austauschsystemen (zB GastroTube, Button-Sonde) übertragbar, sofern die Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege über die erforderlichen manuellen Fertigkeiten verfügen. Die erforderlichen anatomischen, (patho)physiologischen und hygienischen Kenntnisse werden bereits in der Ausbildung vermittelt.

Zu Z 17: Von der „Bedienung von zu- und ableitenden Systemen“ sind beispielsweise elektrische Infusionspumpen und Infusionsspritzenpumpen, PDA, PCA und Drainagen umfasst.

Zu Z 18: Von der „Durchführung des Monitorings mit medizin-technischen Überwachungsgeräten einschließlich Bedienung derselben“ ist beispielsweise die Überwachung der Vitalzeichen und Infusionssysteme umfasst.

Zu Z 19: Von der „Durchführung standardisierter diagnostischer Programme“ sind beispielsweise Lungenfunktionstests, Elektrokardiogramme, Elektroenzephalogramme, Bioelektrische Impedanzanalysen, Cardiotokographien und automatisierte Untersuchungen im augenärztlichen Bereich ohne Kontakt mit dem Bulbus oculi umfasst. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

Zusammengestellt und bearbeitet von Frau Prof in . Mag a . Dr in . iur. Gertrude Allmer.

5) Die Regelungen betreffend die Möglichkeiten der Weiterdelegation ärztlicher Tätigkeiten an bestimmte andere Gesundheitsberufe und Auszubildende (Abs 5), Personen im Rahmen der Personenbetreuung und der Persönlichen Assistenz (Abs 6) und Laien gemäß § 50 a ÄrzteG 1998 (Abs 7) entsprechen inhaltlich im Wesentlichen der geltenden Rechtslage. Für eine Weiterdelegation kommen selbstverständlich ausschließlich ärztliche Tätigkeiten in Frage, die in den Kompetenzbereich des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege fallen und von dem entsprechenden Personenkreis erbracht werden können. Zum Personenkreis gemäß Abs 5 ist klarzustellen, dass an Angehörige anderer Gesundheitsberufe im Rahmen der Berufsausübung (Z 1) nur nach Maßgabe der entsprechenden berufsrechtlichen Regelungen der Pflegeassistenzberufe sowie der genannten medizinischen Assistenzberufe weiterdelegiert werden darf. Hinsichtlich der Auszubildenden gemäß Abs 5 Z 2 kann eine Weiterdelegierung im Rahmen der Ausbildung auch zu anderen Gesundheitsberufen erfolgen, zB an Studierende der Medizin. Hinsichtlich der Weiterdelegierung an Laien gemäß § 50 a ÄrzteG 1998 wird auf den erweiterten Geltungsbereich dieser Bestimmung im Sinne des Artikel 4 hingewiesen. (vgl Erl RV 1194 der Beilagen XXV. GP)

Weiterverordnung von Medizinprodukten 1)

§ 15 a (1) Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sind berechtigt, nach Maßgabe der ärztlichen Anordnung vom Arzt verordnete Medizinprodukte in den Bereichen Nahrungsaufnahme, Inkontinenzversorgung,