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Achalasie - Der Begriff Achalasie bezeichnet per Definition eine Funktionsstörung der

Speiseröhre, die wie folgt gekennzeichnet ist:


 Der untere Schließmuskel (Sphinkter) der Speiseröhre (Ösophagus) befindet sich in einem
erhöhten Spannungszustand, sodass er beim Schlucken – anders als bei gesunden Menschen
– nicht erschlafft.
 Oft sind gleichzeitig die Bewegungen der mittleren und unteren Speiseröhre, die den
Speisebrei weiterbefördern (sog. Peristaltik), vermindert.
Bei 2 Prozent der Menschen mit Achalasie liegt eine familiäre Veranlagung und bei etwa 1
Prozent eine Nervenerkrankung (wie Parkinson) vor. Meistens tritt die Achalasie im mittleren
Lebensalter auf.
Die typischen Achalasie-Symptome sind Schluckbeschwerden, Aufstoßen von Nahrungsresten
(Regurgitation) und Völlegefühl; heilbar ist die Achalasie jedoch nicht.
Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) ist ein chronischer Krankheitszustand, bei dem sich im
Körper über das Normalmaß hinausgehend Fettgewebe ansammelt und so das Körpergewicht
erhöht ist. Übergewicht ist der Übergang von Normalgewicht zu Adipositas. Zur Definition von
Adipositas und Übergewicht dient der sogenannte Body-Mass-Index (BMI, dt.:
Körpermassenindex), der sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße
in Meter zum Quadrat ergibt: Ein BMI über 25 kg/m2 gilt per Definition als Übergewicht, ein BMI
von 30 kg/m2 und höher als Adipositas (siehe Tabelle):
Risiko für
Kategorie Body-Mass-Index (BMI)
Begleiterkrankungen
Untergewicht <18,5 niedrig
Normalgewicht 18,5-24,9 durchschnittlich
Präadipositas 25-29,9 gering erhöht
Adipositas Grad I 30-34,5 erhöht
Adipositas Grad II 35-39,9 hoch
Adipositas Grad III 40 und höher sehr hoch
Für Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht kommen als Ursachen mehrere
Faktoren infrage, die für eine positive Energiebilanz sorgen: Essverhalten, Mangelnde
körperliche Bewegung, Psychische Faktoren, Erbliche Ursachen, Medikamente, Hormonelle
Erkrankungen (kommen Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sogenannte Cushing-
Syndrom infrage)
Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht können verschiedene Symptome auslösen:
Geringere Belastbarkeit, Schwitzen, Gelenkbeschwerden, Psychosoziale Folgen.
Die Aerophagie bezeichnet einen Luftüberschuss im Magen-Darm-Trakt. In der Regel
gelangt beim Sprechen, Essen oder Trinken immer etwas Luft in den Verdauungstrakt, beim
Krankheitsbild Aerophagie ist die Menge an verschluckter Luft jedoch so groß, dass dies zu
Blähungen, Bauchschmerzen und übermäßigem Aufstoßen führt.
AIDS und HIV bezeichnen nicht das Gleiche. AIDS und HIV-Infektion bezeichnen
unterschiedliche Zustände:
 AIDS ist die Abkürzung für den englischen
Begriff Acquired Immuno Deficiency Syndrome (erworbenes Immunschwäche-Syndrom).
 HIV steht für Humanes Immundefizienz-Virus
HIV ist der Erreger von AIDS. Eine Infektion mit dem HI-Virus – die HIV-Infektion – kann nach
mehreren Jahren in die Immunschwäche AIDS übergehen.
Eine Person ist dann HIV-positiv, wenn sie das HI-Virus in sich trägt. «Positiv» bedeutet, dass sich
Antikörper im Blut nachweisen lassen, die der Körper als Antwort auf die HI-Viren gebildet hat.
«Positiv» besagt in diesem Zusammenhang also keineswegs, dass es sich um etwas Gutes handelt.
Die HIV-Übertragung kann auf unterschiedliche Arten erfolgen:
 sexuell,
 durch verunreinigte Spritzen, etwa wenn Rauschgiftabhängige gemeinsam Spritzbestecke
benutzen,

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 durch Blutprodukte und durch nicht desinfizierte medizinische Geräte
Mediziner unterscheiden drei Stadien der HIV-Infektion beziehungsweise AIDS-
Erkrankung: Stadium A, B und C.
Stadium A: HIV-Neuinfektion und/oder HIV-Infektion ohne Symptome.
Nach Ansteckung mit HIV kann sich das sogenannte Lymphadenopathie-Syndrom (LAS) bilden,
bei dem die Lymphknoten in verschiedenen Körperregionen schwellen.
Unabhängig davon kommt es ein bis sechs Wochen nach der Infektion in 70 Prozent der
Fälle zur sogenannten akuten HIV-Erkrankung, deren Symptome einer Erkältung (grippaler
Infekt) ähneln. Dabei treten Symptome auf wie: Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen,
Durchfälle, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Fieber, Halsentzündung, geschwollene Lymphknoten.
Stadium B: Auftreten HIV-typischer Begleiterkrankungen
Das mittlere Stadium einer HIV-Infektion zeichnet sich durch folgende Symptome aus: wiederholte
Fieberschübe über 38,5 Grad Celsius, die keine andere Ursache haben; Durchfall, der länger als
einen Monat andauert und keine andere Ursache hat; Pilzbefall des Mund- und Rachenraums;
Gürtelrose, die gleichzeitig an mehreren Stellen oder wiederholt auftritt; Nervenerkrankungen an
Armen und Beinen; weißliche, nicht abwischbare Beläge am Zungenrand (sog. Orale
Haarleukoplakie); Infektion mit speziellen Bakterien (Listerien): Listeriose; bakterielle Infektion
von Blutgefäßen; Pilzbefall der weiblichen Geschlechtsorgane; Schleimhautveränderungen am
Gebärmutterhals
Stadium C: AIDS (früher auch «Vollbild AIDS» genannt) äußert sich durch Symptome wie
starken Gewichtsverlust und lang andauernde Durchfälle (sog. Wasting-Syndrom). Das HI-Virus
kann auch direkt das Nervengewebe angreifen und Funktionsstörungen des Gehirns bis hin
zur Demenz verursachen (sog. HIV-assoziierte Enzephalopathie, HIVE).
AIDS geht außerdem mit weiteren Symptomen und Beschwerden einher, die durch sogenannte
opportunistische Infektionen ausgelöst werden: Die immungeschwächten Patienten leiden an
verschiedenen, oft schwerwiegenden Infektionen mit Parasiten, Viren, Bakterien, Pilzen oder
Protozoen (bestimmte Einzeller).
Diese Infektionen führen zu Erkrankungen wie Tuberkulose, Toxoplasmose, wiederholten
Salmonellen-Infektionen und wiederholten bakteriellen Lungenentzündungen. Ebenfalls möglich
sind ein Pilzbefall von Speiseröhre, Luftröhre, Bronchien oder Lunge sowie Herpes-
Infektionen/Geschwüre in Lunge, Speiseröhre oder Magen.
Bei der Akromegalie handelt es sich um eine spezielle Wachstumshormonerkrankung, die
bei den Betroffenen in der Regel um das 50. Lebensjahr herum auftritt. Derzeit wird davon
ausgegangen, dass in Deutschland unter einer Millionen Menschen circa 50 Betroffene vorzufinden
sind.
Die Hauptursache der Erkrankung stellt dabei ein Überschuss an Wachstumshormonen im
Blut dar, welche aus der Hirnanhangsdrüse, der sogenannten Hypophyse, entstammen und den
Gewebeaufbau ermöglichen.
Zu diesen Wachstumshormonen können das sogenannte Human Growth Hormon (HGH),
das Growth-Hormon (GH), das Somatotrope Hormon (STH) und das Somatotropin gezählt werden.
Oft ist ein Zeitraum von bis zu zehn Jahren notwendig, um die Krankheit endgültig zu
diagnostizieren. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die äußeren Anzeichen der Erkrankung erst
spät sichtbar werden.
Typische Symptome und Anzeichen Akromegalie
• Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Knochenschmerzen
• Gigantismus oder hypophysären Riesenwuchs
• Vergrößerung der Organe Viszeromegalie
• Hautverdickung
• gesteigerter Haarwuchs
• Überschuss der Gelenkknorpel, Gelenkerkrankungen
• Erektionsprobleme beim Mann, Sexualstörungen der Frau (Frigidität)
• Ausbleiben der Periode bei Frauen
• oft Bluthochdruck

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• ggf. Taubheitsgefühle, Kribbeln und vermehrtes Schwitzen
Die akute Bronchitis ist eine Entzündung der Schleimhäute in den unteren Atemwegen.
Betroffen sind meistens die größeren Atemwege (Bronchien). Die Entzündung kann sich jedoch
von der Luftröhre bis hin zu den kleinen Verästelungen der unteren Atemwege (Bronchiolen)
ausbreiten. Vor allem Viren rufen eine akute Bronchitis hervor. Bakterien oder Umwelteinflüsse
(Luftverschmutzung, Zigarettenrauch) können die Entstehung einer akuten Bronchitis aber auch
begünstigen.
Die akute Bronchitis kann unterschiedliche Ursachen haben: Häufigste Ursache ist der
Befall mit Viren (ca. 90%). Bei Erwachsenen wird die Erkrankung meist durch Influenza- (Grippe),
Parainfluenza-, Rhino- und Coronaviren ausgelöst. Die akute Bronchitis bei Kindern hat meist
andere Ursachen: Hier kommen am häufigsten Infektionen mit sogenannten RS- (Respiratory
Syncitial Virus), Adeno-, Coxsackie - und ECHO-Viren vor. Auch im Rahmen einer Masern-
Erkrankung kann eine akute Bronchitis auftreten
Eine akute Bronchitis verursacht Symptome, die typischen Erkältungsbeschwerden
entsprechen:
• Husten (vor allem in den Morgenstunden) • Schnupfen
• Fieber • Heiserkeit
• Gliederschmerzen • manchmal ein Brennen hinter dem
• Brennen in den Augen Brustbein

heimtückische und sich schnell ausbreitende Form des Blutkrebses, von der häufig auch Kinder
betroffen sind. Leukämie heißt übersetzt "weißes Blut" und beschreibt die unkontrollierte
Ausbreitung von unfertigen weißen Blutkörperchen, den sogenannten Leukozyten, im Blut und die
damit einhergehende Zurückdrängung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der Blutplättchen
(Thrombozyten) sowie der fertigen weißen Blutkörperchen
Typische Symptome und Anzeichen bei akuter myeloische Leukämie
• Geringe Belastbarkeit • Fieber
• Allgemeine Schwäche • Müdigkeit
• Nachtschweiß (nächtliches • Gewichtsverlust
Schwitzen) • Blässe
Die akute Pankreatitis ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, die im Gegensatz zu
der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung vor allem durch starke Oberbauchschmerzen,
Übelkeit, Brechreiz, Verstopfung sowie Fieber gekennzeichnet ist. Zur ersten
Behandlungsmaßnahme einer akuten Pankreatitis gehört die Ernährung über intravenöse
Flüssigkeitsgabe sowie die Behandlung durch hochdosierte Schmerzmittel.
Bei der akuten Pankreatitis kommt es zu einer Selbstverdauung, während der
Verdauungsenzyme einige Zeit zu früh freigesetzt wird. Die eigentliche Aufgabe der freisetzten
Enzyme ist es, die Nährstoffe wie Proteine, Fett und Kohlenhydrate zu verdauen und zu verwerten.
Da dieser Vorgang jedoch noch vor der Nahrungsaufnahme stattfinden kann, verdaut das Organ
sich selbst.
Die Bezeichnung akutes Abdomen ist keine eigenständige Krankheit, sondern beschreibt
einen Komplex aus mehreren Symptomen. Deshalb wird in der modernen Medizin häufig von
einem Syndrom gesprochen. Beim akuten Abdomen geht es um schmerzhafte Beschwerden, welche
sich vorrangig in der Zone des Bauches einstellen. Das akute Abdomen ist daher der "plötzlich oder
akute Bauch".
Im Einzelnen können organische Erkrankungen wie ein Magengeschwür oder ein Ulkus,
eine Blinddarm- oder Gallenblasenentzündung, ein Tumor, eine Colitis ulcerosa oder Entzündung
der Divertikel im Dickdarm hinter einem akuten Abdomen stecken.
Weitere Krankheiten, die zu einem akuten Abdomen beitragen, sind Erkrankungen der
inneren weiblichen Geschlechtsorgane, eine Mangeldurchblutung des Darms, eine
Bauchhöhlenentzündung, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und ein Myokardinfarkt sowie
Nieren- und Gallenkoliken sein.

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Typische Symptome und Anzeichen bei akutem Abdomen
 Bauchschmerzen, Magenschmerzen Unterleibsschmerzen
 Stechende Schmerzen
 Übelkeit, Erbrechen
 Durchfall oder Verstopfung
 Fieber
Der Begriff «akutes Nierenversagen» (ANV) beschreibt eine vorübergehende
(reversible), akut auftretende unzureichende oder völlig ausgefallene Nierenfunktion. Die Nieren
können dann – aufgrund unterschiedlicher Ursachen – das Blut nicht mehr ausreichend reinigen und
Schadstoffe beziehungsweise Abbauprodukte des Stoffwechsels reichern sich an. Beim akuten
Nierenversagen versiegt in der Regel die Harnproduktion – die Betroffenen lassen wenig (Oligurie)
oder keinen Urin (Anurie). Allerdings gibt es auch Verläufe, bei denen die Urinausscheidung
normal (Normourie) oder sogar phasenweise gesteigert ist (Polyurie).
Akutes Nierenversagen teilt man je nach Ursache in folgende Kategorien ein:
 Prärenales akutes Nierenversagen: Ursachen vor der Niere, also im Kreislaufsystem.
In 60 Prozent der Fälle von ANV handelt es sich um ein prärenales akutes Nierenversagen. Dabei
führen beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine Blutvergiftung (Sepsis) oder Wasser- und
Elektrolytverluste (Erbrechen, Durchfall) zu einer mangelhaften Durchblutung und somit
verminderter Sauerstoffversorgung der Niere. Das Nierengewebe kann nicht mehr ausreichend
Giftstoffe und Wasser filtern und die Filterfunktion versagt.
 Renales akutes Nierenversagen: Ursachen im Nierengewebe. Das Nierengewebe kann
aufgrund von Durchblutungsstörungen oder Giftstoffen (z.B. Medikamente) geschädigt und so in
seiner Funktion gestört sein. Ungefähr 35 Prozent der ANV-Fälle fallen in diese Untergruppe.
 Postrenales akutes Nierenversagen: Ursachen "nach" der Niere (Nierenbecken,
Harnleiter, Blase, Harnröhre). Dabei handelt es sich vorwiegend um Behinderungen im Urinfluss
durch verengte Harnwege. Ursachen hierfür können Nieren-, Harn- oder Blasensteine sein sowie
Tumoren oder eine Prostatavergrösserung. Der so entstehende Urinstau schädigt das Nierengewebe.
Akutes Nierenversagen ist in circa 5 Prozent der Fälle postrenal bedingt.
Akutes Nierenversagen – Stadium I: - Im ersten Stadium des akuten Nierenversagens
werden es die Nieren aufgrund einer Grunderkrankung (prärenal, renal oder postrenal) geschädigt.
Die Urinmenge beträgt etwa 500 Milliliter pro Tag.
Akutes Nierenversagen – Stadium II: - Innerhalb von neun bis elf Tagen verringert sich die
Harnmenge deutlich auf unter 500 Milliliter pro Tag (Oligurie). Im Urin können Eiweiß und Blut
nachgewiesen werden. Akutes Nierenversagen im Stadium II weist zum Beispiel folgende
Symptome auf:
 akute Übersäuerung (Azidose)
 Muskelschwächen
 Herzrhythmusstörungen
Akutes Nierenversagen – Stadium III - kommt es innerhalb von zwei bis drei Wochen zu einer
übermäßigen Harnausscheidung von über zwei Litern pro Tag.
Akutes Nierenversagen – Stadium IV: - Stadium vier des ANV bezeichnet das Abheilen. Die
Nierenfunktion wird weitestgehend wieder hergestellt, kann jedoch eingeschränkt bleiben. Die
Harnmenge normalisiert sich auf 1 bis 1,5 Liter pro Tag.
Kommt es durch den Rückstau des Urins zu einer Harnvergiftung – Urämie genannt –
können folgende Symptome auftreten:
 Ödembildung: Durch vermehrte Flüssigkeitsansammlungen im Körper kommt es zunächst
zu geschwollenen Augen, später auch zu geschwollenen Beinen.
 Bluthochdruck (Hypertonie) kann sich durch Kopfschmerzen und Sehstörungen äußern.
 Müdigkeit
 Fieber
 Schmerzen und eventuell Juckreiz in der Nierengegend
Eine Alkalose bezeichnet also die Abweichnung des pH-Wertes auf Werte oberhalb von 7,45.
Sie kann respiratorische oder metabolische Ursachen haben und wird langfristig im Körper durch

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Puffersysteme verhindert oder bekämpft. Bleibt der pH-Wert lange oberhalb des gesunden Wertes
oder weicht er kurzfristig massiv ab, so hat dies fatale Folgen für fast alle Körperzellen.
Die häufigste Ursache einer Alkalose ist mit Abstand die psychogene Hyperventilation. Das
Tückische ist, dass die hierbei ursprünglich unnötig erhöhte Atemfrequenz zur Abatmung von CO2
und damit zur Alkalose führt, was beim Betroffenen dann das Gefühl von Panik und Luftnot
verstärkt und wiederum einen erhöhten Atemantrieb bewirkt. Ein Teufelskreis entsteht.
Des Weiteren kann bei schwerem oder häufigem Erbrechen viel Magensäure verloren
gehen, was zu einer metabolischen Alkalose führt.
Eine Allergie ist eine spezifische Reaktion des Immunsystems auf bestimmte, eigentlich
harmlose Stoffe aus unserer Umwelt, die dann als Allergene bezeichnet werden. Das Immunsystem
reagiert auf diese Stoffe wie auf einen Krankheitserreger. Im Unterschied zu der normalen Reaktion
auf etwa Bestandteile eines Krankheitserregers ist die Reaktion auf ein Allergen jedoch deutlich
übersteigert und überschießend.
Grundsätzlich kann jeder Stoff aus der Umwelt zum Allergieauslöser werden. Dabei kann es
sich sowohl um Pflanzen (z.B. Gräserpollen), Tierprodukte (z.B. Bienengift), aber auch Metalle
(z.B. Nickel) oder Chemikalien (z.B. Konservierungsstoffe) handeln.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Allergien in Formen einzuteilen. Häufig unterscheidet man
nach dem jeweiligen Aufnahmeweg:
 Inhalationsallergie: hervorgerufen durch das Einatmen von Allergenen, z.B. Pollen,
Hausstaub, Schimmelpilzen, Tierhaaren
 Nahrungsmittelallergie: hervorgerufen durch den Verzehr von allergenhaltigen
Nahrungsmitteln, z.B. Nüsse, Meeresfrüchte, Äpfel, Hühnerei
 Arzneimittelallergie: als Reaktion auf bestimmte Medikamente, unabhängig von ihrer
Darreichungsform als Tablette, Zäpfchen, Infusion usw.; ein besonders häufiges Allergen ist
z.B. Penicillin
 Insektengiftallergie: nach Insektenstichen von z.B. Bienen oder Wespen
 Kontaktallergie: durch Hautkontakt mit Allergenen, wie z.B. Nickel oder Kosmetika
Mediziner teilen Allergien dagegen in der Regel nach den zugrunde liegenden Reaktionen des
Immunsystems ein. Der britische Pathologe Robin Coombs beschrieb 1963 gemeinsam mit seinem
Kollegen Philip Gell vier Typen allergischer Reaktionen (Typ I bis Typ IV), die auch als
Mischformen auftreten können.
Allergie Typ I (Soforttyp- IgE-Antikörper); Allergie Typ II (Zytotoxischer Typ- IgG-
(Immunglobulin G) beziehungsweise IgM-Antikörper (Immunglobulin M)); Allergie Typ III
(Immunkomplextyp - sich Immunkomplexe bilden. Beispiele: Immunkomplex-Erkrankungen
(z.B. Vaskulitis, Serumkrankheit), Exogene allergische Alveolitis, eine Entzündung des
Lungengewebes nach Einatmen von Allergenen (z.B. sog. Farmerlunge); Allergie Typ IV
(Spättyp); Pseudoallergie - Eine Allergie entsteht normalerweise erst nach wiederholtem Kontakt
mit einem Allergen (sog. Sensibilisierung). Beim ersten Kontakt treten noch keine Beschwerden
auf.
Bei der Typ-II-Allergie handelt es sich nach dieser Klassifikation um eine Reaktion vom
sogenannten "zytotoxischen Typ", bei der im Blut zirkulierende Antikörper zellständige Antigene
erkennen und zu einer oft biologisch unnötigen oder überschießenden Abwehrreaktion des
Organismus führen. Klassisches Beispiel hierfür ist die Blutgruppenunverträglichkeit bei
Bluttransfusionen.
Bei der Typ-III-Allergie handelt es sich um eine sogenannte Reaktion vom
"Immunkomplextyp". Hierbei lagern sich Antigen-Antikörper-Komplexe in Gefäßwänden der
Blutgefäße ab und führen dort zu einer lokalen Entzündung, aufgrund der die Gefäße verengt und
verstopft und die betroffenen Organe zerstört werden können.
Die Typ-IV-Allergie ist dabei die sogenannte "Reaktion vom verzögerten Typ" oder auch
vom "zellvermittelten Typ". Es handelt sich um manchmal tagelang dauernde Reaktionen von
Immunzellen gegenüber Fremdantigenen, die sich zum Beispiel an der Haut zeigen können.
Klassisches Beispiel sind Kontaktallergien wie die Nickelallergie, aber auch
Transplantatabstoßungen gehören in diese Kategorie.

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Diese vier Reaktionstypen sind normale Reaktionsformen des menschlichen Immunsystems,
die im Falle einer Allergie allerdings «über ihr Ziel hinausschießen», so dass Beschwerden
auftreten. Die Typen I bis III werden ausgelöst, weil das Immunsystem Antikörper gegen ein
Allergen bildet. Der Typ IV hingegen wird durch die sogenannten T-Zellen vermittelt, weiße
Blutkörperchen, die für die Immunabwehr zuständig sind.
Die Alt
sind und häufige Todesursachen innerhalb dieser Generationen darstellen.
Typische und häufige Alterskrankheiten
• Gebrechlichkeit • Inkontinenz (Harninkontinenz)
• Demenz • Altersbedingte Makuladegeneration
• Parkinson • Altersflecken
• Alzheimer • Presbyopie (Altersweitsichtigkeit)
• Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) • Altersvergesslichkeit
Alzheimer (Alzheimer-Krankheit, Morbus Alzheimer) ist eine schwere Erkrankung des Gehirns.
Die Betroffenen sind geistig weniger leistungsfähig. Außerdem treten
Persönlichkeitsveränderungen auf. Alzheimer gehört zu den sogenannten Demenzerkrankungen.
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Demenz-Form.
Alzheimer ist eine typische Alterserkrankung: Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit
steigendem Lebensalter zu. Bei den über 90-Jährigen ist mindestens jeder Dritte betroffen. Warum
Alzheimer entsteht, ist bislang noch nicht vollständig geklärt. Experten vermuten, dass genetische
Faktoren, Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und verschiedene beeinflussbare Risikofaktoren
wie Bluthochdruck und starkes Übergewicht das Risiko erhöhen können, an der Alzheimer-
Krankheit zu erkranken. Häufig zeigen Betroffene Außerdem psychische Anzeichen der Alzheimer-
Krankheit, zum Beispiel Angst, Reizbarkeit oder Wahnvorstellungen.
Der Arzt stellt Alzheimer fest, indem er den Betroffenen und Angehörige zu den
Symptomen befragt. Außerdem führt er eine körperliche Untersuchung und verschiedene
neuropsychologische Tests durch. Bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie
(MRT) oder eine Computertomographie (CT) ergänzen die Diagnose.
Die Alzheimer-Krankheit verläuft in der Regel schleichend: Schon Jahre bevor die ersten
Symptome auftreten, lagern sich schädliche Eiweiße (sog. Amyloide) im Gehirn ab.
Wissenschaftler vermuten, dass diese Ablagerungen die Kommunikation zwischen den
Nervenzellen stören. Eine Heilung für Alzheimer gibt es derzeit nicht, aber durch eine gute
Betreuung und Medikamente lässt sich der Verlauf verzögern.
Experten unterscheiden grundsätzlich drei Stadien:
 Leichte Demenz
 Mittelgradige Demenz
 Schwere Demenz
Ein typisches Frühsymptom der Demenz vom Alzheimer-Typ ist der zunehmende Verlust der
Fähigkeit, neue Informationen zu speichern. Symptome:
 Aphasie: Sprachstörungen aufgrund fehlerhafter Hirnfunktion
 Apraxie: Unfähigkeit, erlernte (motorische) Handlungen richtig auszuführen
 Agnosie: Betroffene erkennen beispielsweise Gegenstände nicht, obwohl ihre Sinne
funktionieren (z.B. Prosopagnosie)
 Störungen der sogenannten Exekutivfunktionen, das heißt Schwierigkeiten beim Planen,
Organisieren oder Einhalten von Reihenfolgen
Derzeit werden bei Alzheimer zur Therapie die sogenannten Acetylcholinesterase-Hemmer
und der Wirkstoff Memantin eingesetzt.
Manche Risikofaktoren, die möglicherweise begünstigen, dass eine Alzheimer-Krankheit
entsteht, kann man vermeiden. Dazu zählen unter anderem Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte oder
ein zu hoher Blutdruck. In Zukunft ist möglicherweise auch eine Impfung möglich, die verhindert,
dass sich Eiweiße im Gehirn ablagern und die Alzheimer-Krankheit auslösen.
Das Analkarzinom (Analkrebs) ist eine bösartige Gewebeneubildung im drei bis sechs
Zentimeter langen Analkanal vor dem After. Auch wenn das Analkarzinom den Dickdarmtumoren
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zugeordnet wird, unterscheidet es sich doch grundlegend von den Karzinomen des Rektums und
des übrigen Dickdarms.
Ein Analkarzinom (Analkrebs) ist anhand der folgenden Symptome, den Frühzeichen zu
erkennen:
 Blutauflagerungen auf dem Stuhl
 Schmerzen beim Stuhlgang
 Juckreiz im Analbereich
 Stuhlunregelmäßigkeiten
 Probleme, den Stuhlgang zu kontrollieren (Inkontinenzprobleme)
 Vergrößerte Leistenlymphknoten
 Auffällig geformter Stuhl (Einkerbungen, «Bleistiftstuhl»)
Grundlage für die Tumor Stadieneinteilung ist die Größe und der Bezug des Tumors zu
Nachbarorganen:
 Tumorstadium T1 liegt vor, wenn die Größe des Tumors zwei Zentimeter nicht
überschreitet.
 Bei einer Größe zwischen zwei und fünf Zentimeter liegt ein T2-Tumorstadium vor.
 Ist der Tumor grösser als fünf Zentimeter, wird das Tumorstadium als T3 bezeichnet.
 Wenn der Tumor Nachbarorgane betrifft, zum Beispiel Blase/Darm oder die
Beckenknochen, dann liegt das Tumorstadium T4 vor.
Die Anencephalie ist eine schwere angeborene Fehlbildung: Den betroffenen Kindern fehlen
große Teile des Gehirns und das Schädeldach, wodurch der Kopf eine typische
(einem Froschkopf bzw. Krötenkopf ähnelnde) Form hat.
Die Ursachen für die Entstehung der Anenzephalie sind nicht bekannt. Als mögliche Auslöser
gelten eine Störung im Folsäure-Stoffwechsel, in der Schwangerschaft eingenommene
Medikamente gegen epileptische Anfälle sowie erbliche Faktoren.
Ein Aneurysma (Mehrzahl: Aneurysmen) ist eine spindel- oder sackförmige Gefäßerweiterung
einer Arterie. Es entsteht infolge einer Ausbuchtung oder Ausweitung der Gefäßwand. Ein
Aneurysma tritt vor allem bei älteren Menschen auf – wichtige Risikofaktoren
sind Bluthochdruck und eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung).
Die häufigste Form des Aneurysmas stellt die Ausweitung der Hauptschlagader, das
sogenannte Aortenaneurysma dar. Etwa ein bis zwei Prozent aller Menschen haben ein solches
Aortenaneurysma – oft ohne davon zu wissen.
Am häufigsten kommt ein Aneurysma an der Bauchaorta vor. Auch in herznahen Blutgefäßen
oder im Gehirn kann ein Aneurysma auftreten. Reißt es, kann es zum Teil zu lebensbedrohlichen
Komplikationen wie schweren inneren Blutungen kommen. Je grösser ein Aneurysma ist, desto
höher ist das Risiko, dass es reißt, da der Druck auf die Gefäßwand mit dem Durchmesser der
Ausweitung ebenfalls zunimmt. Das Risiko für lebensbedrohliche Folgen ist besonders hoch, wenn
ein Aneurysma im Kopf beziehungsweise im Gehirn oder in den herznahen Blutgefäßen reißt.
Insgesamt lassen sich drei verschiedene Formen von Aneurysmen unterscheiden:
 Aneurysma verum (echtes Aneurysma): Die gesamte Wand des Blutgefäßes ist ausgesackt.
 Aneurysma dissecans: Die Aussackung entsteht, weil sich Blut in die verschiedenen
Schichten der Gefäßwand einwühlt und so die Wandschichten aufspaltet. Häufigste Aneurysma-
Ursachen sind Bluthochdruck sowie eine angeborene Bindegewebsschwäche wie zum Beispiel
das Marfan-Syndrom und die sogenannte zystische Medianekrose Erdheim-Gsell. Das Aneurysma
dissecans kommt ausschließlich an der Hauptschlagader vor – Mediziner sprechen auch von einer
Aortendissektion.
 Aneurysma spurium oder falsum (unechtes Aneurysma): Die Aussackung entsteht nach
einer Gefäßwandverletzung und Bildung eines Blutergusses (Hämatom) um das Gefäß, der sich
verkapselt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Aneurysma zu behandeln: Hat ein Aortenaneurysma
einen kleinen Durchmesser oder ist ein mögliches Operationsrisiko zu hoch, kann der Arzt das

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Aneurysma konservativ (also ohne Operation) behandeln. Bei einem großen Durchmesser und
wenn die Gefahr besteht, dass es sich vergrößert oder reißt, muss ein Aneurysma operativ behandelt
werden. Hierbei ersetzt der Chirurg den erweiterten Gefäßabschnitt durch eine Gefäßprothese, also
ein künstliches Gefäß, welches die Funktion des natürlichen Blutgefäßes übernimmt.
Angina abdominalis ist der Schmerz bei einer Durchblutungsstörung des Darms, welche
meist aufgrund von Arteriosklerose der versorgenden Blutgefäße entsteht. Sie tritt normalerweise
als diffuser Bauchschmerz direkt nach dem Essen auf und kann somit ein Warnsignal für einen
drohenden Mesenterial Infarkt sein. "Angina" bezeichnet dabei den Schmerzzustand, "Abdomen"
ist der medizinische Fachbegriff für den Bauch.
Der Begriff «koronare Herzkrankheit» (KHK) steht für eine Durchblutungsstörung des
Herzmuskels, die als Folge verengter Herzkranzgefäße (Koronararterien) entsteht. Wenn der
Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, verspürt der Betroffene in der
Regel Schmerzen in der Brust (sog. Angina-pectoris-Symptome). Angina pectoris bedeutet
übersetzt «Brustenge» oder «Herzenge».
Besonders bei erhöhtem Sauerstoffbedarf des Herzens durch körperliche oder seelische
Belastungen kommt es zu den Beschwerden. In manchen KHK-Fällen sind die Schmerzen auch nur
gering oder bleiben ganz aus.
Die typischen Schmerzen einer Angina pectoris sind meist von kurzer Dauer. Sie enden
innerhalb weniger Minuten in Ruhe oder durch Einnahme eines Nitro-Präparats. Bessern sich
die Schmerzen nicht, kann dies auf einen Herzinfarkt hindeuten.
Die Ursache einer KHK ist in der Regel eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der
Herzkranzgefäße. Zu den wichtigsten Risikofaktoren, welche die koronare Herzkrankheit
begünstigen, gehören:
 Rauchen  Diabetes mellitus
 Bluthochdruck  Übergewicht (Adipositas)
 erhöhte Blutfettwerte  Bewegungsmangel
(Hypercholesterinämie)
 Lebensalter (Männer > 45 Jahre, Frauen > 55 Jahre)
 Herzinfarkte bei Familienangehörigen ersten Grades (Männer vor dem 55. Lebensjahr,
Frauen vor dem 65. Lebensjahr)
 Thromboseneigung
 Stress
Magersucht (Anorexie bzw. Anorexia nervosa) ist eine krankhafte Essstörung. Sie
beginnt meistens bei pubertierenden Mädchen, selten können auch Mädchen vor der
Pubertät, Jungen oder erwachsene Frauen betroffen sein.
Die Magersucht ist gekennzeichnet durch einen starken selbst verursachten
Gewichtsverlust und gleichzeitig durch eine große Angst vor einer Gewichtszunahme.
Zugrunde liegen der Essstörung, nach heutiger Sicht, familiäre Konflikte. Dass sich bei
diesen Konflikten eine Magersucht als Ventil ausbildet (und nicht Kopfschmerzen, Esssucht
oder Drogenabhängigkeit), scheint auf eine Erbanlage zurückzugehen.
Zur Behandlung der Magersucht kommen psychotherapeutische und
ernährungstherapeutische Maßnahmen zum Einsatz. In erster Linie besteht das Ziel jedoch,
das Untergewicht mit seinen Folgen für alle Organe zu behandeln. Da dies nicht immer
rechtzeitig gelingt, verläuft die Magersucht in 10 bis 15 Prozent der Fälle tödlich.
Bei einer Anämie (Blutarmut) – wie beispielsweise bei der Eisenmangelanämie – finden
sich im Blut zu wenige rote Blutkörperchen (Erythrozyten). Da die roten Blutkörperchen
den Sauerstoff von den Lungen über das Blut zu den Organen und Geweben transportieren,
führt ihr Mangel zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Körpers.
Es gibt verschiedene Formen der Anämie, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben.
So kann etwa der Verlust von Eisen durch Blutungen oder ein Mangel an Substanzen, die an
der Blutbildung beteiligt sind, zu einer Blutarmut führen. In Europa ist
die Eisenmangelanämie mit 80 Prozent die häufigste Form der Blutarmut. In 80 Prozent
der Fälle sind Frauen vom Eisenmangel betroffen. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter
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weisen einen Mangel an Eisen auf, da sie über die Monatsblutung immer wieder Blut
verlieren und damit auch Eisen, das in den roten Blutkörperchen gebunden ist.
Menschen mit einer Anämie sind oft blass, ermüden rasch, fühlen sich schwach und
verspüren Atemnot. Manchen ist schwindelig. Die Therapie der Blutarmut richtet sich nach
der jeweiligen Ursache. Die Eisenmangelanämie etwa lässt sich durch die Einnahme von
Eisenpräparaten gut behandeln.
Zu den Formen von Anämie, die auf einer gestörten Bildung der roten Blutkörperchen
beruhen, gehören beispielsweise:
 die Mangelanämie, die entsteht, wenn wichtige Stoffe für die Bildung von roten
Blutkörperchen fehlen: Durch diesen Mangel entstehen zu wenige oder fehlgeformte rote
Blutkörperchen. Zu den Mangelanämien zählen:
o Eisenmangelanämie (sideropenische Anämie)
o Vitamin-B12-Mangelanämie (Cobalamin-Mangelanämie, Perniziöse Anämie)
o Folsäuremangelanämie
o Proteinmangelanämie
o Vitamin-B6-Mangelanämie
o Vitamin-C-Mangelanämie (Ascorbinsäure-Mangelanämie)
 die hämolytische Anämie, zu der es kommt, weil die roten Blutkörperchen frühzeitig
zugrunde gehen (z.B. bei Sichelzellkrankheit)
 die Renale Anämie infolge von Nierenerkrankungen
 die aplastische Anämie, eine seltene Erkrankung, bei der das Knochenmark keine
Blutzellen mehr produziert.
Liegt eine Anämie vor, sind diese Blutwerte deutlich niedriger als im Normalfall. Die
Normalwerte betragen:
 Blutfarbstoff bei Frauen: 12,1 bis 15,1 Gramm pro Deziliter
 Blutfarbstoff bei Männern: 12,1 bis 16,6 Gramm pro Deziliter
 Anzahl roter Blutkörperchen bei Frauen: 4,1 bis 5,1 Millionen pro Mikroliter
 Anzahl roter Blutkörperchen bei Männern: 4,2 bis 5,6 Millionen pro Mikroliter
 Anteil der festen Blutbestandteile bei Frauen: 35 bis 44 Prozent
 Anteil der festen Blutbestandteile bei Männern: 35 bis 49 Prozent
Das Aortenbogen Syndrom ist eine Stenose von einer oder mehrerer Arterien des
Aortenbogens. Als Ursache kommen angeborene Fehlbildungen der Blutbahnen,
Autoimmunerkrankungen und Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose in Frage. Die
Behandlung erfolgt je nach Ursache und beinhaltet meist einen gefäßchirurgischen Eingriff.
Als Aortenklappeninsuffizienz wird eine Insuffizienz der Aortenklappe in der linken
Herzkammer bezeichnet. Ein Teil des Aorten Blutes kann während der Entspannungsphase
der Kammer wieder zurückströmen, was je nach Schweregrad auf Dauer erhebliche
Auswirkungen auf das Herz und den gesamten Herz-Kreislauf hat.
Eine Undichtigkeit der Aortenklappe, die als Ventil zwischen linker Herzkammer und
der Aorta fungiert, der Hauptschlagader des Körpers, wird als Aorteninsuffizienz oder
besser Aortenklappeninsuffizienz bezeichnet. Während der systolischen
Kontraktionsphase der Herzkammer öffnet sich die Aortenklappe und gibt den Weg frei für
das mit Sauerstoff angereicherte Blut aus dem Lungenkreislauf.
Die Aortenklappe ist als sogenannte Taschenklappe ausgebildet mit drei Taschen, die
sich nach Beendigung der Druckphase mit Blut füllen und die Aorta quasi verschließen, so
dass während der Entspannungsphase der Kammern (Diastole) kein Blut aus der Aorta in
die linke Kammer zurückfließen kann. Falls die Aortenklappe nicht vollständig schließt und
mehr als 15 % des in die Aorta gepumpten Blutes zurückfließt, liegt eine
Aortenklappeninsuffizienz vor.
Die häufigste Ursache für eine Aortenklappeninsuffizienz ist eine direkte
bakterielle Infektion des Klappengewebes (Endokarditis) oder eine vorausgegangene
Streptokokken-Infektion, die Rheumatisches Fieber auslösen und auf die Herzklappen übergreifen

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können. Eine überwundene Infektion kann zu Vernarbungen an den Taschen der Aortenklappe
führen, die dadurch nicht mehr dicht schließen kann.
Die Aortenklappe gehört zu den vier Herzklappen, deren Aufgabe es ist, dafür zu sorgen,
dass der Blutstrom nicht in die falsche Richtung fließen kann. Sie besteht aus drei
halbmondförmigen Semilunarklappen und sitzt am Beginn der Aorta. Tritt
eine Aortenklappenstenose (Verengung) auf, wird die normale Funktion der Aortenklappe
beeinträchtigt.
Eine Aortenklappenstenose ist durch eine Einengung der
Aortenklappenöffnungsoberfläche gekennzeichnet. Häufig sind hierbei die Herzklappen
deformiert. Die dadurch auftretende erhöhte Druckbelastung am linken Ventrikel, die zur
Aufrechterhaltung des systolisch-arteriellen Blutdrucks nötig ist, führt zur
Linksherzhypertrophie und Koronarinsuffizienz. Typisch für eine Aortenklappenstenose ist
eine niedrige Blutdruckamplitude die mit verzögertem Duckanstieg und
niedrigamplitudigem Puls, welcher zudem eine niedrige Anstiegssteilheit aufweist, einher
geht.
Bei der Aortenklappenstenose wird zwischen der angeborenen und der erworbenen
Form unterschieden. Zu den angeborenen Defekten zählen beispielsweise die Verengung
des Klappenrings, eine Verwachsung oder Verdickung der Klappentaschen sowie eine statt
mit drei nur mit zwei Taschen angelegte Herzklappe. In letzterem Fall hat das von den
Taschen gebildete Ventil nur eine spaltförmige Öffnung.
Bei den meisten Patienten fällt diese bikuspidale Klappe erst im Erwachsenenalter
auf. Eine derartig fehlgebildete Klappe neigt zur Verkalkung und bietet Keimen eine bessere
Ansiedlungsmöglichkeit als gesunde Klappen, was bei einigen Betroffenen zu einer
sogenannten Endokarditis führen kann. Meist treten solche angeborene
Aortenklappenstenosen bei Patienten in Erscheinung, die jünger als 60 Jahre sind.
Der Schlaganfall – auch Apoplex, Hirnschlag, Hirninfarkt oder Insult genannt – ist ein
medizinischer Notfall und betrifft vor allem ältere Menschen.
Auslöser für einen Schlaganfall ist entweder ein plötzlicher Verschluss eines
Blutgefäßes im Gehirn (Hirnthrombose oder Hirnembolie) oder eine Hirnblutung. In beiden
Fällen erhält das betroffene Hirngewebe zu wenig Sauerstoff und stirbt ab. Wichtigster
Risikofaktor für einen Hirninfarkt ist Bluthochdruck. In der Schweiz zählt
der Hirnschlag neben Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen zu den häufigsten
Todesursachen.
Die Symptome bei einem Schlaganfall richten sich nach der betroffenen Region im
Gehirn. Häufig kommt es zur halbseitigen Lähmung und zu Sprachstörungen. Treten solche
sogenannten neurologischen Ausfälle nur vorübergehend und ohne bleibenden Schaden zu
hinterlassen auf, kann es sich um eine Vorstufe eines Schlaganfalls handeln. Die Apoplex-
Behandlung zielt in den ersten Stunden der Erkrankung darauf ab, die Sauerstoffversorgung
der betroffenen Hirnregion wiederherzustellen, damit möglichst wenig Hirngewebe Schaden
nimmt.
Langfristig kann nach einem Schlaganfall eine konsequent durchgeführte
Rehabilitation zur Besserung oder gar Rückbildung der Symptome beitragen.
Bei einer Appendizitis ist das Anhängsel des Blinddarms (Wurmfortsatz) entzündet.
Unter einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) versteht man die bakterielle Entzündung des
Wurmfortsatzes des Blinddarms Umgangssprachlich wird die Appendizitis auch fälschlicherweise
als Blinddarmentzündung bezeichnet. Die Blinddarmentzündung ist eine sehr häufige Erkrankung –
oft sind jüngere Menschen davon betroffen.
Eine Blinddarmentzündung kann vielfältige Ursachen haben, so zum Beispiel eine Verstopfung des
Wurmfortsatzes durch Fremdkörper. Aber auch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus
Crohn können die Ursache für eine solche Entzündung sein.
Symptome, die bei einer Appendizitis auftreten, sind besonders Schmerzen im
Unterbauch und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit weiteren Anzeichen wie
Übelkeit und Erbrechen.

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Anhand charakteristischer Druck- und Schmerzpunkte kann der Arzt in der
körperlichen Untersuchung häufig schon vermuten, ob es sich um
eine Blinddarmentzündung handelt. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann bei
der Diagnose helfen, im Zweifelsfall erfolgt bei einer Blinddarmentzündung aber
eine Bauchspiegelung. Sie kann die Entzündung eindeutig bestätigen und der Arzt kann
sofort operieren.
Eine Blinddarmentzündung kann verschiedene Stadien durchlaufen, die zeitlich
aufeinander folgen. Der Übergang in ein nächstfolgendes Stadium bedeutet, dass der
Schweregrad der Erkrankung zunimmt. Prinzipiell kann man zwischen
einer einfachen Blinddarmentzündung (Appendizitis simplex) und
einer zerstörerischen Blinddarmentzündung (Appendizitis destructiva) unterscheiden.
Besteht eine Blinddarmentzündung, ist meist eine rasche Therapie erforderlich, um
Komplikationen und das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Die Therapie besteht in
erster Linie in der operativen Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes.
Die Prognose ist in der Regel gut, aber auch davon abhängig, wie schnell die
Erkrankung erkannt wird und wie weit sie bei Beginn der Therapie fortgeschritten ist. Der
Großteil der Erkrankten erholt sich vollständig.
Einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) kann man nicht generell vorbeugen. Bei
Verdacht auf diese Entzündung sollte man rasch handeln und den Arzt aufsuchen.
Die Arterien und Venen sind zentrale blutführende Systeme, welche den gesamten
Organismus des Menschen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen und giftige
Stoffwechselendprodukte abführen. Durch eine ganze Reihe äußerer und innerer Faktoren kann
eine arterielle Hypertonie entstehen, welche alle Organe in Mitleidenschaft ziehen kann.
Eine arterielle Hypertonie ist eine Erkrankung, welche die Arterien betrifft und
sich durch einen zu hohen Blutdruck mit den spezifischen Symptomen bemerkbar macht.
Wird der Blutdruck gemessen, tritt bei der arteriellen Hypertonie ein systolischer Wert von
mehr als 140 mmHg auf.
Der zweite Parameter, der diastolische Blutdruck liegt über 90 mmHg. Eine
arterielle Hypertonie wird als eine primäre und eine sekundäre Hypertonie nach deren
Ursachenfaktoren klassifiziert.
Darüber hinaus existieren noch andere Einteilungssysteme für eine arterielle
Hypertonie, welche durch die Weltgesundheitsorganisation und die Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaft e.V. begründet wurden.
Typische Symptome und Anzeichen bei arterieller Hypertonie
 Kopfschmerzen  Nasenbluten  Schlafstörungen
 Schwindel  Allgemeine  Atemnot
 Übelkeit Schwäche  Sehstörungen
Bei einer Arteriosklerose (auch als Atherosklerose und im Volksmund
als Arterienverkalkung bezeichnet) sind bestimmte Blutgefäße – die Arterien – verengt. Diese
Gefäßverengung entsteht, wenn sich Blutfette, Blutgerinnsel, Bindegewebe und Kalk in den
Gefäßwänden ablagern.
Die Arteriosklerose-Entstehung beginnt bereits im Jugendalter; später können sich durch
die Atherosklerose dann die Gefäße durch Wandauflagerungen (sog. atherosklerotische Plaques)
verdicken. Arterienverkalkung kann alle Arterien im Körper betreffen und zu vielfältigen
Folgeschäden führen. Die durch Arteriosklerose ausgelösten Symptome hängen davon ab, welche
Arterien betroffen sind: Verengte Herzkranz Gefäße beispielsweise können ein Engegefühl im
Brustkorb oder linksseitige Brustschmerzen (sog. Angina pectoris) bis hin zu
einem Herzinfarkt auslösen. Betrifft die Arterienverkalkung die Halsschlagader, kann sie
einen Schlaganfall mit entsprechenden Anzeichen hervorrufen. Und verengte Becken- und
Beinarterien verursachen eine Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) mit starken
Muskelschmerzen nach kurzen Gehstrecken (sog. Schaufensterkrankheit). Auch Erektionsstörungen
wie die erektile Impotenz können die Folge einer Arteriosklerose sein.

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Die Arteriosklerose ist in Ländern mit hohem Lebensstandard die häufigste Ursache für
Krankheit und Tod. Durch eine gesunde Lebensweise lassen sich eine Arteriosklerose und ihre
Folgen weitgehend verhindern: Die besten Maßnahmen zum Vorbeugen
einer Arteriosklerose bestehen darin, auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten,
regelmäßig körperlich aktiv zu sein und Risikofaktoren zu verringern beziehungsweise
auszuschalten. Als Risikofaktoren für die Entwicklung der Arteriosklerose gelten ein hoher
Cholesterinspiegel (sog. Hypercholesterinämie), Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes mellitus
sowie Übergewicht.
Die vorbeugend wirksamen Maßnahmen sind auch zur Arteriosklerose-Behandlung
empfehlenswert. Daneben kommen Medikamente gegen die Arterienverkalkung zum Einsatz, um
die Ablagerungen an den Innenwänden der Gefäße zu stabilisieren oder die Bildung
von Blutgerinnseln zu bremsen. Frühe Arteriosklerose-Schäden lassen sich sogar ganz heilen. Oft
reichen konservative Maßnahmen gegen Atherosklerose aus; eine Operation kann manchmal
notwendig sein, wenn die Gefäßveränderungen weit fortgeschritten sind und Komplikationen
wie Herzinfarkt oder Schlaganfall drohen. Die operative Arteriosklerose-Therapie kann zum
Beispiel darin bestehen, das verengte Gefäß zu erweitern (z.B. durch Ballondilatation) oder einen
Bypass zu legen, um eine neue Verbindung für das verengte/verstopfte Gefäß zu schaffen.
Die Entzündung eines Gelenks bezeichnet man als Arthritis. Eine Arthritis
(Gelenkentzündung) kann zahlreiche Ursachen haben. So kann sie durch eine Infektion mit
Bakterien ausgelöst werden oder durch eine Stoffwechselerkrankung wie Gicht verursacht sein. Die
häufigste Form der Gelenkentzündung ist die Rheumatoide Arthritis, im Volksmund
kurz Rheuma genannt.
Typische Symptome einer Gelenkentzündung sind Schmerzen, Schwellung, Überwärmung,
Rötung und eine eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks. Generell
können Gelenkentzündungen das betroffene Gelenk zerstören und zu dauerhaften Fehlstellungen
und Behinderungen führen. Entzündet sich nur ein Gelenk, etwa das Kniegelenk, sprechen
Mediziner von einer Monarthritis. Sind viele Gelenke betroffen, handelt es sich um
eine Polyarthritis. Neben dieser Einteilung unterscheidet man auch akute und
chronische Gelenkentzündungen. Akute Entzündungen treten plötzlich auf und können
beispielsweise durch eine Infektion bedingt sein. Ein chronischer Verlauf ist dadurch
gekennzeichnet, dass die Gelenke dauerhaft betroffen sind und die Entzündung gegebenenfalls in
Schüben immer wieder aufflammt.
Zur Diagnose der Arthritis befragt der Arzt den Patienten genau nach den Symptomen und
zum Beispiel auch danach, welche Gelenke betroffen sind. So kann er bereits rückschließen, welche
Form der Gelenkentzündung vorliegt. Ist zum Beispiel das Gelenk der großen Zehe gerötet und
schmerzhaft angeschwollen, gilt dies schon als Hinweis auf eine durch Gicht verursachte Arthritis.
Weitere Untersuchungen, zum Beispiel eine Röntgenaufnahme oder spezielle Blutuntersuchungen,
können ebenfalls nötig sein, um die genaue Ursache herauszufinden und die geeignete Therapie
einzuleiten. Denn die Behandlung einer Gelenkentzündung richtet sich nach ihrer Ursache.
Aufgrund der vielen unterschiedlichen Gründe für eine Arthritis können deshalb auch viele
verschiedene Maßnahmen hilfreich und angebracht sein. Die Bandbreite reicht von Ruhigstellung
und Kühlung über schmerz- und entzündungshemmende Medikamente und Gelenkspülungen bis
hin zum künstlichen Gelenk.
Als Arthrose (Gelenkverschleiß) bezeichnet man den fortschreitenden,
altersbedingten Knorpelabrieb in den Gelenken Arthrose (Gelenkverschleiß) entwickelt sich
schleichend – und trifft nicht nur ältere Menschen. Typisch für eine beginnende Arthrose sind
Gelenkschmerzen, die vor allem nach Ruhephasen auftreten: ein scharfer, plötzlicher Schmerz, der
schließlich bei weiterer Bewegung nachlässt.
Bei Arthrose kommt es zu einem Schaden am Gelenkknorpel – Ursachen sind häufig eine
übermäßige oder falsche Belastung des Gelenks, aber auch Bewegungsmangel. Ebenso können
Verletzungen oder angeborene Knorpeldefekte einen vermehrten Gelenkverschleiß bewirken.
Oft betrifft die Arthrose das Hüftgelenk oder das Kniegelenk. Sie beginnt damit, dass sich der
Gelenkknorpel langsam, aber fortlaufend abbaut. Hinzu treten Umbauprozesse im angrenzenden

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Knochen. Unbehandelt führt die Erkrankung im Spätstadium zu einer beschädigten oder zerstörten
Gelenkfläche.
Durch den Gelenkverschleiß kommt es zu Gelenkschmerzen. Zudem können sich die Gelenke
im weiteren Verlauf versteifen und verformen. Unter bestimmten Bedingungen verstärken sich
die Schmerzen, etwa bei kühlem und feuchtem Wetter sowie bei bestimmten körperlichen
Belastungen (z.B. bei stoßartigen Bewegungen wie beim Hinabsteigen einer Treppe). Typisch für
eine Arthrose ist auch der sogenannte Anlaufschmerz, der nach längerem Ruhen bei Bewegungen
auftritt, aber rasch nachlässt. Zudem fühlen sich die Gelenke in der ersten halben Stunde nach dem
Aufstehen oft steif an.
Mediziner unterscheiden zwei Formen von Arthrose in der Hüfte:
 Primäre Koxarthrose: Sie macht 25 Prozent der Hüftarthrose-Fälle aus. Die meisten
Betroffenen sind zwischen 50 und 60 Jahre alt, wenn bei ihnen diese Form der Hüftgelenksarthrose
diagnostiziert wird.
 Sekundäre Koxarthrose: Sie ist weitaus häufiger – 75 Prozent der Menschen
mit Arthrose in der Hüfte fallen in diese Gruppe. Die Hüftarthrose ist bei ihnen als Folge einer
Gelenkfehlstellung oder eines Unfalls oder im Rahmen von Durchblutungs-
und Stoffwechselstörungen entstanden.
Arthrose in Finger- und Handgelenken
Arthrose in Wirbelgelenken (Spondylarthrose) - Eine Arthrose in Gelenken der
Wirbelsäule
Um eine Arthrose festzustellen, fragt der Arzt den Betroffenen nach seinen Beschwerden:
 Wo tut es genau weh?
 In welchen Situationen kommt es zu den Schmerzen?
 Wann sind die Beschwerden erstmals aufgetreten?
Nach der Befragung untersucht der Arzt den Arthrose-Patienten. Bei dieser körperlichen
Untersuchung kann der Arzt zum Beispiel feststellen, ob das Gelenk sich normal und schmerzfrei
bewegen lässt.
Außerdem wichtig: Mithilfe eines Röntgenbildes lässt sich das Ausmaß
des Gelenkverschleißes gut beurteilen. Das Röntgen zählt daher zu den Standarduntersuchungen bei
Verdacht auf eine Arthrose.
Erfolgt eine geeignete Therapie früh genug, kann dies Schmerzen lindern und verhindern
oder zumindest hinauszögern, dass das Gelenk versteift. Bessern nicht-operative (konservative)
Therapien die Schmerzen nicht, oder ist das Gelenk in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, kann
ein operativer Gelenkersatz nötig sein. Solche Operationen erfolgen sehr häufig und zählen zu
den Routineeingriffen der Orthopädie und Unfallchirurgie. Typische Beispiele sind ein künstliches
Kniegelenk oder ein künstliches Hüftgelenk, meist in Form einer sogenannten Totalendoprothese
(TEP), bei der der Operateur das gesamte Gelenk durch ein künstliches ersetzt.
Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der die
Schleimhäute der Atemwegswände – insbesondere der Bronchien – chronisch entzündet sind..
Diese Teile der Lunge reagieren bei Asthmatikern auf bestimmte Reize, zum Beispiel psychische
Belastung oder Überanstrengung, überempfindlich und verengen sich krampfartig.
Durch die Überempfindlichkeit gegenüber eigentlich harmlosen Stoffen sind die Atemwege
bei Asthma bronchiale ständig entzündet. Deshalb bildet die Schleimhaut in den Bronchien sehr
viel zähen Schleim und schwillt an. In der Folge verengen sich die Atemwege. Zusätzlich
verkrampft sich die Atemmuskulatur. Das führt zu einer in Anfällen auftretenden Atemnot.
Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. Bei ihnen ist das Asthma
überwiegend allergisch bedingt und auch bei Erwachsenen sind Allergene oft die Auslöser von
Asthma. Bei etwa 30 bis 50 Prozent der erwachsenen Asthmatiker liegt dagegen ein sogenanntes
nicht-allergisches Asthma vor – hier sind oft Atemwegsinfektionen die Auslöser. Nicht-allergisches
Asthma tritt erst im mittleren Erwachsenenalter auf. Es gibt auch Mischformen von allergischem
und nicht-allergischem Asthma.

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Ein Asthmaanfall dauert von wenigen Sekunden bis zu mehreren Stunden (schwerer
Asthmaanfall). Auslöser sind zum Beispiel Allergien, Infektionen der oberen
Atemwege, Überanstrengung, psychische Belastung, Kälte, Medikamente oder verunreinigte Luft.
Um eine Diagnose zu stellen, nimmt der Arzt die Krankengeschichte auf und untersucht den
Betroffenen körperlich. Er prüft die Lunge mithilfe eines Lungenfunktionstests und klärt
mögliche Allergien ab. Ist der Auslöser für das Asthma bekannt (z.B. Staub, Haustier-Allergie,
Zigarettenrauch), ist es wichtig, diesen so gut wie möglich zu meiden.
Bei der Asthma-Therapie unterscheidet man zwischen zwei Behandlungen:
 Behandlung eines akuten Asthmaanfalls
 Behandlung in den Zeiträumen zwischen den Anfällen (Intervalltherapie)
In der Regel verschreibt der Arzt Bronchialsprays zum Inhalieren, selten Tabletten
beziehungsweise Kapseln. Wichtige Wirkstoffe entstammen hier der Gruppe der Beta-2-
Sympathomimetika, Kortison-Präparate, Antileukotriene und gegebenenfalls des Wirkstoffs
Cromoglicinsäure. Bei schweren Asthma-Fällen kann es notwendig werden, Medikamente
gegebenenfalls über eine Vene zu verabreichen.
Ataxien sind Störungen der Bewegungskoordination, für die unterschiedliche Erkrankungen
der Auslöser sind. Es kommt zu einem Funktionsverlust von bestimmten Teilen des
Nervensystems. Meist ist das Kleinhirn betroffen, aber auch Schädigungen des Rückenmarks oder
der peripheren Nerven können zu Ataxien führen.
Die normale Anzahl von Atemzügen bei einem durchschnittlichen Erwachsenen liegt bei
etwa 16 bis 20 Atemzügen pro Minute.
Von einer Atemdepression spricht man dann, wenn die Frequenz der Atemzüge vermindert
ist, also bei verlangsamter Atmung mit minütlich weniger als 10 getätigten Atemzügen. Diese
enthalten jedoch nicht zwangsläufig auch weniger Volumen, als das bei einer Atmung in normaler
Geschwindigkeit der Fall ist, weshalb eine Atemdepression normalerweise nicht zu einer Atemnot
des Betroffenen führt.
Problematisch ist jedoch, dass der Gasaustausch des Körpers hierdurch nicht optimal
ablaufen kann, was zu Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Organfunktionen des
Menschen führen kann.
Das schwere akute Atemnotsyndrom,
englisch Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS), ist eine Infektionskrankheit, die mit
plötzlich auftretendem hohen Fieber, Atembeschwerden, Heiserkeit, Husten, Halsschmerzen und
schwerem Krankheitsgefühl einhergeht (die zu grippeähnlichen Krankheitszuständen führt). Der
Verlauf von SARS ähnelt dem einer sogenannten atypischen Lungenentzündung.
Die Ursache von SARS ist eine Virusinfektion. Bei dem Erreger handelt es sich um ein
Virus aus der Familie der Coronaviren.
Das schwere akute Atemnotsyndrom verläuft meist in zwei Phasen: In der ersten Woche der
Erkrankung treten vor allem unspezifische Krankheitssymptome – ähnlich einer Grippe
(Influenza) – auf, zum Beispiel allgemeines Unwohlsein, hohes Fieber und Kopfschmerzen. In der
zweiten Woche treten weitere Symptome auf wie Durchfall und trockener Husten, der zu
Kurzatmigkeit bis hin zu schwerer Atemnot führen kann. Bei solchen SARS-Fällen ist eine
intensivmedizinische Behandlung notwendig. SARS kann einen lebensbedrohlichen Verlauf
nehmen.
Eine spezifische Therapie gegen das SARS-Virus existiert derzeit nicht, weshalb lediglich
die Symptome der Krankheit behandelt werden können. Ärzte setzten während der SARS-Epidemie
vor allem das Hepatitis C-Medikament Ribavirin in Kombination mit einem Kortisonpräparat und
Antibiotika ein. Eine gezielte medikamentöse Therapie gegen den SARS-Erreger ist aber nach wie
vor nicht verfügbar.
Um SARS vorzubeugen sollten Reisende in Ländern, in denen SARS auftritt,
Menschenansammlungen und Tierstallungen meiden. Zudem ist eine gute Hygiene mit häufigem
Händewaschen wichtig, um einer Infektion vorzubeugen. Medikamente, die einer SARS-
Erkrankung vorbeugen, gibt es bislang nicht.

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Mit Atemstillstand oder Apnoe wird eine vollständige Unterbrechung der äußeren Atmung
bezeichnet. Ein Atemstillstand kann sehr viele verschiedene Ursachen haben, die von willentlicher
Unterbrechung über Krankheiten bis hin zu bestimmten Traumata oder Vergiftungen mit
Neurotoxinen reichen. Bereits nach wenigen Minuten wird ein Atemstillstand aufgrund der
einsetzenden Sauerstoffunterversorgung kritisch.
Ein vollständiges Aussetzen der äußeren Atmung wird
als Atemstillstand oder Apnoe bezeichnet. Der Atemstillstand kann durch einfaches Luftanhalten
willentlich erfolgen oder durch äußere Faktoren verursacht werden. Bei einem nicht willentlich
erzeugten Atemstillstand ist entweder der Atemreflex kurzzeitig oder nachhaltig gestört oder die
Atemmuskulatur ist gelähmt. In den weitaus meisten Fällen wird der Atemstillstand von einem
Schädelhirntrauma (SHT) ausgelöst.
Auch durch eine mechanische Blockade der Atemwege kann die Atmung unterbrochen
werden wie zum Beispiel bei der Schlafapnoe. Der Gasaustausch in den Kapillaren der
Lungenbläschen bleibt, wie auch der Gasaustausch in den Kapillaren innerhalb des Gewebes,
zunächst kurzzeitig erhalten.
Erst nach einem Aufbrauchen des Sauerstoffs der verbleibenden Luftmenge in der Lunge
kommt der Austausch Kohlendioxid gegen molekularen Sauerstoff und umgekehrt zum Erliegen.
Es stellt sich dann nicht nur eine Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) ein, sondern auch eine
gefährliche Überkonzentration von Kohlendioxid, die eine Übersäuerung bewirkt.
Eine Atemwegsinfektion ist eine meist durch Krankheitserreger ausgelöste Erkrankung
der Atemwege. Die Atemwege lassen sich in obere und untere Bereiche einteilen:
 Zu den oberen Atemwegen gehören Nase, Nebenhöhlen, Rachen und Kehlkopf. Sie sind
am häufigsten von einer Atemwegsinfektion betroffen.
 Zu den unteren Atemwegen zählen Luftröhre und Bronchien. Sie sind seltener
von Infektionen betroffen, jedoch sind Symptome und Verlauf einer solchen Atemwegsinfektion
meist schwerwiegender als die einer Infektion der oberen Atemwege.
Eine Atemwegsinfektion tritt häufig nicht alleine auf, sondern zusammen mit
weiteren Infektionen. So ist zum Beispiel die Akute Bronchitis oft eine Begleiterkrankung
von Keuchhusten oder Masern. Und als Folge einer Infektion der oberen Atemwege kann zum
Beispiel eine Mittelohrentzündung auftreten. Außerdem kann eine Atemwegsinfektion wie etwa
eine Chronische Bronchitis in weitere Atemwegsinfektionen übergehen, wie beispielsweise in
ein Lungenemphysem oder eine Chronisch obstruktive Bronchitis.
Akute Atemwegsinfektion - Eine akute Atemwegsinfektion zeigt in der Regel einen milden
Verlauf. Meist heilt sie nach einer Weile von selbst aus: Eine unkompliziert
verlaufende Erkältung dauert etwa vier bis zehn Tage. Breitet sich ein akuter Atemwegsinfekt
jedoch auf andere Gebiete aus, können Komplikationen entstehen, welche den Krankheitsverlauf
verlängern.
Chronische Atemwegsinfektion - Eine chronische Atemwegsinfektion mit langwierigem
beziehungsweise dauerhaftem Verlauf kann vorübergehend scheinbar abklingen. Nach kurzer Zeit
kommt es jedoch zu einem erneuten Krankheitsschub. Chronische Atemwegsinfektionen mit
dauerhaft verengten (obstruktiven) Bronchien sind für gewöhnlich nicht heilbar und erfordern ein
Leben lang eine begleitende medizinische Therapie.
Eine Atrophie ist eine Verkleinerung eines Gewebes, oder Organs. Die Zellen der
betroffenen Stelle verlieren an Volumen und Masse. Dies kann sowohl physiologische als auch
pathologische Ursachen haben. Möglich ist dies durch die Apoptose, also dem programmierten
Zelltod. unterschiedliche Ursachen, die sowohl physiologischer als auch pathologischer Natur sein
können. Die pathologische Form entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen Aufbau und Abbau
der Struktur. Die Altersatrophie hat genetische Ursachen und der Moment des Eintreffens hängt
vom Alter des Patienten und der Organdisposition ab. Einige Organe haben ihr Nutzen früh erfüllt
und werden frühzeitig abgebaut. Diese Atrophie nennt sich Involution. Der Thymus wird nach
Erwerb der Geschlechtsreife atrophiert und durch Fettgewebe ersetzt. Auch das Knochenmark

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verändert sich im Laufe des Lebens. Im Kindesalter befindet sich in der gesamten Markhöhle
blutbildendes Parenchyma, also roter Mark. Mit zunehmendem Alter atrophiert das rote Mark an
den meisten Stellen und wird ebenfalls durch Fettgewebe ersetzt.
Ein Ausfluss beim Mann erfolgt aus der Harnröhre. Hierbei handelt es sich um eine
abgesonderte Flüssigkeit, die unterschiedliche Konsistenz aufweisen kann; so kann die Flüssigkeit
etwa glasig bzw. klar sein, ebenfalls kann ein Ausfluss beim Mann sich aber weißlich, gelb oder
auch grün darstellen.
Bei Autoimmunhepatitis handelt es sich um eine seltene Erkrankung der Leber. Im
weiteren Verlauf entwickelt der Organismus Antikörper, welche die eigene Leber schädigen.
Unbehandelt kann es zum Tod des Patienten kommen.
Autoimmunhepatitis wird nicht durch Viren verursacht. Stattdessen kommt es zu einer
Fehlregulation, die dazu führt, dass der Körper bestimmte Zellen nicht mehr als körpereigenes
Gewebe ansieht. Aus dem Prozess resultiert eine Leberentzündung mit chronischem Verlauf.
Ungefähr 80 Prozent der Patienten sind Frauen.
Besonders häufig treten Krankheitsfälle im mittleren Alter auf. Aber auch die Entstehung
bei Kindern kann nicht ausgeschlossen werden. Neben spezifischen Symptomen existieren zudem
welche, die eher weniger typisch sind für Lebererkrankungen. Die Symptome des
Autoimmunhepatitis gelten größten Teils als uncharakteristisch. Es kommt zu Erscheinungen wie
Müdigkeit, Leistungsminderung, Übelkeit oder einer leichten Verfärbung der Haut, die einen
Gelbton annimmt. Einige Patienten klagen über Schmerzen im rechten Oberbauch oder
Temperaturerhöhungen. Häufig können diese jedoch keinen physischen Erscheinungen zugeordnet
werden, weshalb eine Autoimmunhepatitis nicht selten erst relativ spät diagnostiziert wird.
Eine autonome Neuropathie ist eine Nervenstörung, die unerwünschte Auswirkungen auf
die unkontrollierten Körperfunktionen hat, bspw. auf Herzrate, Blutdruck, Transpiration und
Verdauung. Es ist keine spezifizierte Krankheit.
Der menschliche Körper kann dank seiner Puffersysteme den Säure-Basen-Haushalt
normalerweise ausgleichen, wenn plötzlich Säuren anfallen. Störungen dieser Regulierung können
jedoch zu einer Übersäuerung (Azidose) des Körpers führen: Dann ist der Körper so übersäuert,
dass der pH-Wert im Blut unter 7,36 sinkt.
Eine Übersäuerung (Azidose) besteht per Definition, wenn der Säure-Basen-Haushalt des
Körpers so gestört ist, dass der pH-Wert im Blut unter 7,36 sinkt.
Das Gegenstück zur Übersäuerung beziehungsweise Azidose bildet die sogenannte Alkalose,
bei welcher der pH-Wert im Blut über 7,44 liegt.
Im Normalfall liegt der pH-Wert zwischen 7,36 und 7,44. Für diesen mehr oder weniger
gleichbleibenden Wert sorgen unter anderem die Atmung (sog. respiratorische Kompensation)
und die Nieren (sog. renale Kompensation). Entsprechend kann sowohl eine Lungen- als auch
eine Nierenfunktionsstörung eine Azidose verursachen – es können aber auch andere Gründe hinter
einem Säureüberschuss im Körper stecken. Je nach Ursache unterscheidet man zwei akute Formen
der Übersäuerung, die teils unterschiedliche Symptome hervorrufen:
 Die häufigere respiratorische Azidose beruht auf der Atmung – mögliche Ursachen sind
zum Beispiel Lungenerkrankungen, eine Lähmung des Atemzentrums oder Rippenbrüche, die die
Atmung behindern. Kennzeichnende Symptome für diese Form der Übersäuerung sind Atemnot,
Blaufärbung der Lippen und vermehrte Wasserausscheidung.
 Die seltenere Metabolische Azidose ist durch den Stoffwechsel bedingt. Diese Form von
Übersäuerung äußert sich durch eine besonders tiefe Atmung.
Unabhängig von ihrer Ursache wirkt sich eine akute Übersäuerung Außerdem auf Herz und
Blutgefäße aus: Bei Azidose sind die peripheren (d.h. von der Körpermitte entfernten) Gefäße
erweitert und die Herzleistung verringert. Mögliche Folgen sind ein niedriger
Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und Bewusstlosigkeit.
Um eine akute Übersäuerung festzustellen, kommt eine sogenannte Blutgasanalyse zum
Einsatz, mit der man unter anderem den pH-Wert und den Säure-Basen-Haushalt des Blutes misst.
Die Azidose-Therapie besteht zum einen aus Sofortmaßnahmen gegen die akuten Symptome. Zum

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anderen zielt die Behandlung darauf ab, die Erkrankung zu heilen, die zur Übersäuerung des
Körpers geführt hat.
Die bakterielle Ruhr, Shigellose oder Shigellenruhr ist eine meldepflichtige Infektion des
Darms, die in ihrer schweren Variante bei bis zu 10 Prozent der betroffenen Patienten zum Tod
führen kann. Ausgelöst wird diese Dickdarminfektion durch Bakterien der Gattung Shigella. Die
bakterielle Ruhr ist nicht mit der Amöbenruhr zu verwechseln, an der besonders Reisende in
tropische und subtropische Regionen erkranken.
Eine Bandscheibendegeneration oder ein Bandscheibenverschleiß ist durch
Abnutzungserscheinungen von Bandscheiben gekennzeichnet. Ein hauptsächliches therapeutisches
Augenmerk liegt in der Bekämpfung auftretender Symptome.
Ein Bandscheibenvorfall (Prolaps) entsteht in den meisten Fällen infolge
von Verschleißerscheinungen der Bandscheibe. Die Bandscheiben dienen als elastische Puffer
zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule. Dort fangen sie wie
kleine Stoßdämpfer Erschütterungen ab. In ihrem Inneren befindet sich ein gallertartiger Kern.
Außen umschließt ein knorpeliger Faserring mit angrenzenden Längsbändern (vorderes und
hinteres Längsband) diesen Kern.
Eine Vielzahl von Erkrankungen geht mit mehreren Krankheitszeichen einher, welche unter
der Bezeichnung Syndrom zusammengefasst werden. Eine dieser gesundheitlichen
Beeinträchtigungen ist das sogenannte Barrett-Syndrom bzw. Barrett-Ösophagus.
Der Verdauungsapparat des Menschen ist ein kompliziertes System, welches aus teilweise
äußerst empfindlichen Gewebsarten besteht. Entzündliche Vorgänge, die in der Speiseröhre
stattfinden, sind deshalb wie beim Barrett-Syndrom keine Seltenheit.
Das Barrett-Syndrom ist eine gesundheitliche Abnormität, welche als Folgeerscheinung der
sogenannten Refluxkrankheit auftritt und als einer der typischen Komplikationen behandelt wird.
Nicht nur Frauen, sondern auch Männer leiden unter dem Barrett-Syndrom, welches meist
chronisch verläuft und daher ständig wiederkehren kann.
Die wissenschaftliche Bezeichnung für das Barrett-Syndrom ist nach dem Arzt Norman
Rupert Barrett gewählt worden.
Die Basilaristhrombose entsteht auf Grund verkalkter Arterien. Eine sofortige
medizinische Indikation ist äußerst wichtig, da eine Basilaristhrombose lebensgefährlich ist. Die
Basilaristhrombose ist eine Sonderform des Insults (Schlaganfall).
Diese Schlaganfall-Sonderform betrifft in erster Linie das Gehirn. Der
sogenannte Hirnstamminfarkt tritt oftmals direkt im Zentrum des Hirnstamms auf, der die
Bewusstseinslage des Menschen sowie auch dessen Atemsteuerung regelt.
Auf Grund dieser Faktoren ist eine Basilaristhrombose lebensbedrohlich und muss sofort
medizinisch behandelt werden. Wie bei einem Schlaganfall gilt auch hier: je früher die Behandlung,
umso besser die Erfolgschancen auf eine komplette Genesung. Somit sollte der Patient, bei den
ersten Anzeichen einer Basilaristhrombose, nicht zögern und sofortige medizinische Hilfe
anfordern. Eine der Hauptursachen, weshalb es überhaupt zu einer Basilaristhrombose kommt, ist
die Arteriosklerose.
Eine Bauchfellentzündung, Bauchhöhlenentzündung oder Peritonitis ist eine
schmerzhafte Entzündung des Bauchfelles. Die Krankheit kann unbehandelt tödlich verlaufen und
sollte bei Verdacht schnellsten von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Typische
Beschwerden und Anzeichen für eine Bauchfellentzündung sind starke Schmerzen im Oberbauch
bei Bewegung und eine Verspannung der Bauchdecke.
Die Bauchfellentzündung ist häufig eine Folgeerkrankung anderer ursächlicher
Erkrankungen im Bauchraum. In diesem Zusammenhang können Ansammlungen von Bakterien
aus Eiter- und Entzündungsherden aus angrenzenden Organen in das Bauchfell gelangen. Typische
Auslöser sind beispielsweise die akute Blinddarmentzündung oder wenn ein Magengeschwür durch
die Wand des Magens getreten ist. In eher selteneren Fällen kann eine Peritonitis durch die
Verletzung von benachbarten Hohlorganen während medizinischer Untersuchungen entstehen,
sodass sich deren Inhalte an das Bauchfell ergießen.

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Eine Bauchmuskelzerrung ist eine Zerrung der Skelettmuskulatur im Bereich des Bauches.
Die Bauchmuskeln wirken mit den Rückenmuskeln zusammen und bestehen aus geraden und
schrägen Muskeln.
Die geraden Muskeln bewirken eine gute Körperhaltung und erlauben ein Vorbeugen des
Oberkörpers. Die schrägen Bauchmuskeln erlauben ein Seitwärtsdrehen. Die Skelettmuskeln
bestehen aus verschiedenen Bausteinen. Die kleinste Einheit dieser Bausteine sind die Sarkomere.
Wenn eine übermäßige Dehnung darauf einwirkt, können diese Muskelfasern gezerrt werden und
reißen. Dies beeinträchtigt die Funktion der Muskulatur.
Bauchmuskelzerrungen entstehen oft bei sportlichen Aktivitäten. Anzeichen
sind Schmerzen im Muskelbereich. Diese Schmerzen sind jedoch geringer als
beim Muskelfaserriss und beim Muskelriss. Bei der Zerrung ist nur die kleinste Einheit des
Muskels betroffen. Dennoch soll der Muskel geschont werden.
Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist eine seltene Erkrankung, die
akut (plötzlich und einmalig) oder chronisch (wiederkehrend und dauerhaft) auftreten kann. Bei der
akuten Form verursachen meist Erkrankungen der Gallenwege (z.B. Gallensteine) die Entzündung
– bei der chronischen Form ist der Auslöser in der Regel dauerhafter Alkoholmissbrauch.
Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung verläuft bei 9 von 10 Patienten mild und ohne
Komplikationen. Wiederholte Bauchspeicheldrüsenentzündungen schädigen die
Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) dauerhaft und können unter Umständen zu Diabetes mellitus
(Zuckerkrankheit) führen.
Symptome der akuten Pankreatitis sind:
 Heftige, gürtelförmig um den Leib ziehende Oberbauchschmerzen
 Übelkeit
 Erbrechen
 Möglicherweise Darmverschluss (Ileus)
Bei der fortgeschrittenen chronischen Pankreatitis kommt es wiederholt zu:
 Oberbauchschmerzen
 Verdauungsproblemen
 Gewichtsabnahme
 Diabetes mellitus – wenn das geschädigte Organ das blutzuckerregulierende Hormon
Insulin nicht mehr bilden kann
Die Diagnose der Bauchspeicheldrüsenentzündung erfolgt anhand der Krankengeschichte, einer
körperlichen Untersuchung, durch Blutuntersuchungen, Ultraschall und eventuell eine
endoskopische Untersuchung oder eine Computertomographie (CT).
Die Behandlung einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung erfolgt im Krankenhaus: Der
Betroffene darf nichts essen, bis er schmerzfrei ist. In dieser Zeit bekommt er Flüssigkeit,
Elektrolyte und Nährstoffe über eine Vene (Infusion). Schmerzmittel lindern die Beschwerden –
später erfolgt ein langsamer Kostaufbau. Bei Komplikationen kann eine Operation erforderlich sein.
Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung führt zumeist nicht zu Komplikationen, schwere
Verläufe sind aber möglich. Bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung ist es besonders
wichtig, dass der Betroffene strikt auf die Auslöser der Entzündung verzichtet, etwa Alkohol.
Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist ein bösartiger Tumor der
Bauchspeicheldrüse. Der Krebs entsteht meist im Pankreaskopf nahe dem Gallengang. Er betrifft
in über 95 Prozent der Fälle den sogenannten exokrinen Teil der Drüse, der Verdauungsenzyme
herstellt und absondert. Man spricht dann vom exokrinen Pankreaskarzinom. Viel seltener geht
der Krebs von hormonproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse aus (sog.
endokrines Pankreaskarzinom). Ein Beispiel für eine Form des endokrinen Pankreaskarzinoms ist
das sogenannte Insulinom, bei dem der Tumor das Hormon Insulin im Übermass produziert. Dieser
Text behandelt das exokrine Pankreaskarzinom
Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) oder auch post TraumaTic stress
disorder (PTSD) ist laut Definition eine verzögerte und lang anhaltende Reaktion auf mindestens
ein Traumatisches Erlebnis. Diese Reaktion ist durch intensive Angst, Gefühlen von Hilflosigkeit
und Entsetzen gekennzeichnet. Menschen mit einer PTBS durchleben das Traumatische Ereignis

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immer wieder, so zum Beispiel durch plötzliche Erinnerungen an das Erlebte (Intrusionen) oder
sich wiederholende Albträume.
Von Bettnässen (Enuresis) als Krankheit spricht man, wenn ein Kind in einem Alter von
fünf Jahren oder älter noch regelmäßig einnässt. Wenn das Kind nach dem fünften Lebensjahr noch
regelmäßig einnässt, besteht häufig eine ernste Störung, die ärztlich abgeklärt werden muss.
Das Binge Eating beziehungsweise die Binge-Eating-Störung (BES oder BED = Binge
Eating Disorder) gehört zu der Gruppe der Essstörungen. Die Betroffenen konsumieren dabei
innerhalb von kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln, die häufig sehr
kalorienreich sind.
Bei einer Zystitis ist die Schleimhaut oder die gesamte Wand der Harnblase entzündet.
Mediziner unterscheiden je nach Verlauf die akute und die chronische (d.h. immer
wiederkehrende) Blasenentzündung.
Die Harnblase bildet zusammen mit Harnröhre, Harnleitern und Nieren den
sogenannten Harntrakt, wobei Harnröhre und Blase die unteren Harnwege und Harnleiter und
Nieren die oberen Harnwege ausmachen. Daher ist die Blasenentzündung, die man auch
als Blasenkatarrh bezeichnet, ebenso wie die Harnröhrenentzündung
(Urethritis) ein unterer Harnwegsinfekt.
Eine Blasenentzündung hat ihre Ursachen meistens in einer Infektion mit Bakterien. Vor
allem das Bakterium Escherichia coli nistet sich gerne in die Harnwege ein, wandert in die Blase
und führt dort zu einer Entzündung. Aber auch Viren, Pilze und Würmer können hinter
einer Infektion der Harnblase stecken.
Blasenkrebs (Blasenkarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der in der Harnblase entsteht –
deshalb finden auch die Bezeichnungen Harnblasenkrebs oder Harnblasenkarzinom Verwendung.
In der Mehrzahl der Fälle entwickelt sich Blasenkrebs aus speziellen Schleimhautzellen der Blase,
den sogenannten Übergangszellen. In der Fachsprache heissen die Übergangszellen Urothel.
Der Krebs heißt folglich Übergangszellkarzinom oder Urothelkarzinom. Diese Zellen kleiden die
Harnblase von innen aus und bilden gewissermassen die Innenhaut der Blase.
Sehr viel seltener bildet sich das Harnblasenkarzinom aus anderen Zelltypen (z.B.
Plattenepithel- oder Drüsenzellen). Es handelt sich dann entsprechend um Plattenepithelkarzinome
oder Adenokarzinome
Die Blasenmole stellt eine schwerwiegende Komplikation in der Schwangerschaft dar.
Aufgrund eines Fehlers bei der Befruchtung kommt es zu einem starken Wachstum der
Chorionzotten, ohne dass sich ein vollständiger Embryo entwickelt. Die Schwangerschaft muss
mittels eines kleinen operativen Eingriffs beendet werden.
Unter Blasensteinen versteht man Harnsteine, die sich in der
Harnblase befinden. Harnsteine sind krankhafte Gebilde (sog. Konkremente), die aus
verschiedenen Kristallen bestehen können – die meisten Harnsteine bestehen aus Kalziumoxalat.
Sie entstehen in der Niere und können sich dort ablagern (Nierensteine). Die Harnsteine können
auch aus der Niere hinaus in die Harnwege und die Harnblase gelangen, sich dort weiterentwickeln
– also grösser oder kleiner werden – und ablagern. In letzterem Fall spricht man
von Harnleitersteinen oder Blasensteinen. Seltener lagern sich die Harnsteine in der Harnröhre ab.
Blindheit ist die schwerwiegendste Sehbehinderung: Obwohl viele Hilfsmittel für blinde
Menschen im Alltag für Erleichterung sorgen, bedeutet blind zu sein einen Verlust an
Lebensqualität. Umso wichtiger ist es, eine Erblindung durch Erkrankungen (z.B. der Netzhaut) –
hierzulande die häufigste Ursache für Blindheit – nach Möglichkeit zu vermeiden.
Blindheit kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein: Wenn ein Auge überhaupt kein Licht
wahrnehmen kann, gilt es als völlig blind – diesen Zustand bezeichnet man
als Amaurose oder Amaurosis. In der Schweiz gelten Menschen jedoch nicht nur bei
vollständiger Erblindung als blind, sondern auch bei einer Sehschärfe, die auf dem besseren Auge
nicht mehr als zwei Prozent der Norm beträgt. Blindheit kann angeboren sein oder im Lauf des
Lebens entstehen.
Eine Blockierung kann in allen Gelenken auftreten. Der betroffene Bereich ist dann
unbeweglich und befindet sich in einer Fehlstellung, die starke Schmerzen verursacht. Hinzu

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kommen schmerzhafte Muskelverspannungen rund um das Gelenk. Diese sind einerseits die Folge
der sich durch die auftretende Fehlstellung zusammenziehenden Muskulatur sowie der vom
Patienten eingenommenen Schonhaltung.
Ein plötzlicher Blutdruckabfall macht sich meist durch einsetzenden Schwindel, Zittern,
Schweißausbruch und Übelkeit bemerkbar. Ursachen und Krankheitsverlauf können mannigfaltig
sein.
Das Krankheitsbild wird auch akute Hypotonie genannt. Tonus ist der Blutdruck und Hypo-
bedeutet „unter dem Maß“. Ein unkontrollierter Blutdruckabfall passiert, wenn aus noch genauer zu
erläuternden Ursachen das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Schwindel,
Zittern, Ohrensausen und Augenflimmern sind die ersten Anzeichen.
Ein Kreislaufkollaps, Ohnmacht oder eine Schocksymptomatik sind die schwereren Fälle.
Als rechnerische Größe wird der Blutdruck innerhalb einer bestimmten Druckspanne als normal
angesehen. Die beiden Blutdruck-Werte, die ermittelt werden, sind der diastolische und systolische
Blutdruck.
Ersterer ist im entspannten Herzen gemessen. Letzterer misst den Druck bei Ausstoß des
Blutes aus dem Herzen. Bei einer akuten Hypotonie sinkt der Blutdruck aus einem akzeptablen
Blutdruck-Rahmen auf einen weit geringeren Wert zurück.
Ein Hämatom (Bluterguss) ist eine Ansammlung von Blut im weichen Gewebe (z.B.
Muskel- oder Fettgewebe). Ein Hämatom bildet sich, wenn Blut aus einem oder mehreren
verletzten Blutgefäßen in das umgebende Gewebe austritt. Hämatome, die relativ nahe an der
Hautoberfläche liegen, zeigen nach kurzer Zeit das typische Verfärbungsmuster (blauer Fleck). In
einigen Fällen kann es jedoch auch einige Tage dauern, bis der Bluterguss sichtbar wird.
Bei der Bluterkrankheit (Hämophilie) handelt es sich um eine Erbkrankheit, bei der die
Blutgerinnung gestört ist. Das heisst, aus Wunden austretendes Blut gerinnt nicht oder nur sehr
langsam. Man unterscheidet die Hämophilie A, die etwa 80 Prozent der Fälle ausmacht und
den Gerinnungsfaktor VIII betrifft, und die seltenere Hämophilie B, die durch Faktor-IX-
Mangel entsteht. Sowohl Faktor VIII als auch Faktor IX sind unersetzliche Bestandteile in der
Blutgerinnung.
Eine weitere Art der Blutgerinnungsstörung ist das von-Willebrand-Jürgens-Syndrom.
Bei einer Thrombose verschließt ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Gefäß.
Häufig treten Thrombosen in den Venen (Phlebothrombose) auf, also in den Blutgefäßen, die zum
Herzen führen. Betroffen sind hier vor allem die Venen der unteren Körperhälfte, die tiefen Bein-
und Beckenvenen. Bei einer Thrombose kommt es zu typischen Symptomen
wie Schmerzen und Schwellung der Wade oder des Beins, abhängig vom Sitz der Thrombose.
Blutgerinnsel können allerdings auch in den Herzhöhlen und den Armen entstehen. In den
Gefäßen, die vom Herzen wegführen (Arterien), kann ebenfalls eine Thrombose auftreten – zum
Beispiel in den Herzkranzgefäßen. In diesem Fall sprechen Mediziner allerdings nicht von
einer Thrombose sondern von einem Herzinfarkt. Thrombosen der Arterien in den Armen und
Beinen kommen dagegen eher selten vor und werden oft – anders als bei einem Herzinfarkt oder
venösen Thrombosen – durch Bakterien verursacht.
Unter Blutgerinnungsstörungen versteht man entweder eine zu schwache oder eine zu
starke Gerinnung (Hämostaste) des Blutes im Falle einer Verletzung eines oder mehrerer
Blutgefäße.
Normalerweise geschieht die Gerinnung durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren: zum
Einen findet eine Verengung der Blutgefäße statt, die den weiteren Zufluss von Blut, das dann aus
der Wunde austreten würde, eindämmen soll.
Zum Anderen verkleben sich die Thrombozyten, also die Blutplättchen, an der
entsprechenden Stelle und sorgen so für einen raschen Wundverschluss, der dann durch die
sogenannten Fibrin-Fäden verstärkt wird. Diese Fäden sind das Produkt von 12 Gerinnungsfaktoren
im Blutplasma, die im Notfall aktiviert werden.
Bei einer eingeschränkten Funktionstüchtigkeit dieser Gerinnungsfaktoren liegt eine
Blutgerinnungsstörung vor, die entweder zu einer zu starken Gerinnung (z.B. Thrombose) oder
einer zu schwachen (z.B. Bluterkrankheit) führen kann.

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Typische Symptome und Anzeichen bei Blutgerinnungsstörung
Symptome bei Hämophilie (Bluterkrankheit):
 Blutungen  Blutergüsse
Symptome bei Thrombose:
 Gliederschmerzen  Schwellungen
 Muskelkater  Warme Extremitäten
Bluthochdruck, hoher Blutdruck oder Hypertonie ist eine sehr verbreitete Krankheit.
Druck der entsteht, wenn das Herz Blut in die Arterien pumpt. Der Blutdruck, ist die Kraft, mit der
das Blut gegen die Arterienwände stößt und durch die Adern fließt. Was
den Bluthochdruck bedeutungsvoll macht ist, dass er anfangs keine Symptome, langfristig jedoch
ernste Komplikationen verursachen kann.
Der Begriff Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) bezeichnet per Definition
den Druck in den Arterien , wenn dieser eine bestimmte Grenze überschreitet. Arterien sind
Blutgefäße, die das Blut vom Herzen weg befördern. Die genaue medizinische Bezeichnung für zu
hohen Druck in den Arterien lautet Arterielle Hypertonie. Den vom Herzschlag und von der
Anspannung der Gefäßwände erzeugten Blutdruck gibt man in der Masseinheit Millimeter
Quecksilbersäule (mmHg) an und beschreibt ihn anhand von zwei Werten.
Bluthochdruck besteht laut Definition, wenn die Werte mindestens 140 zu 90
mmHg betragen.
Formen von Bluthochdruck
Es gibt zwei Formen von Bluthochdruck (Hypertonie): die primäre und die sekundäre Hypertonie.
 Die sekundäre Hypertonie kann zum einen durch bestimmte Medikamente entstehen
(durch Hormonpräparate wie die Antibabypille). Zum anderen kann aber auch eine andere
Erkrankung dazu führen, dass der Blutdruck steigt. Dies kann zum Beispiel bei einer
Nierenerkrankung oder einer Stoffwechselstörung wie dem sogenannten Cushing-Syndrom
der Fall sein.
 Die primäre oder essentielle Hypertonie ist eine Ausschlussdiagnose: Der Arzt geht nur
dann von dieser Form aus, wenn er keine direkte Ursache für den Bluthochdruck findet. Die
primäre Hypertonie entsteht ohne eine von außen erkennbare Ursache.
Eine weitere häufig vorkommende Bluthochdruck-Variante ist die isolierte klinische
Hypertonie (oder auch Weißkittel-Bluthochdruck). Die vom Arzt gemessenen Blutdruckwerte
liegen hierbei über denen, die der Patient zu Hause selbst gemessen hat. Der Grund hierfür ist
möglicherweise die Anspannung, die man beim Betreten einer Arztpraxis und im Gespräch mit dem
Arzt oder Praxispersonal manchmal verspürt und die den Blutdruck in die Höhe treibt.
Ist der Blutdruck dauerhaft erhöht, muss das Herz mehr arbeiten bzw. leisten. Dies führt
dann zu bleibenden Schäden an den Blutgefäßen. Die Blutgefäße werden enger und der systolische
Blutdruck steigt, da das Herz gegen den immer stärker werdenden Widerstand pumpen muss.
Dies führt auf Dauer zu Komplikationen, wie: Herzinfarkt, Schlaganfall,
Nierenversagen, Angina pectoris oder Augenschäden. Um nicht an einer der genannten
Auswirkungen zu erkranken, ist die Prävention, verbunden mit einer Therapie, sehr wichtig.
Hypertonie stellt ein hohes Risiko dar, daran ernsthaft zu erkranken oder sogar zu sterben.
Vorsorgeuntersuchungen sind lebensnotwendig.
Leukämie (Blutkrebs) ist eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems. Dank
moderner Therapieverfahren ist in vielen Fällen eine Heilung möglich. Dabei kommt es zu
Symptomen wie:
 Müdigkeit  erhöhter Infektanfälligkeit
 Blässe  Blutungsneigung
Eine Leukämie zeichnet sich durch eine überschießende Vermehrung weißer Blutkörperchen
(Leukozyten) im Knochenmark aus, die jedoch unreif und nicht funktionstüchtig sind. Dies stört die
normale Blutbildung und führt zu einem Mangel an reifen und gesunden Leukozyten, roten
Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Die Diagnose stellt der Arzt
durch eine Blutuntersuchung. Zur genaueren Einordung, welche Leukämie-Variante vorliegt, ist

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meist die Entnahme einer Knochenmarkprobe (Knochenmarkbiopsie) notwendig. Bei der Leukämie
(Blutkrebs) kann man vier Formen unterscheiden:
 akute lymphatische Leukämie (ALL): Sie tritt vor allem bei Kindern auf. Die ALL befällt
im Verlauf oft auch das Gehirn und die Hirnhäute, deshalb können neurologische Symptome wie
Lähmungen vorkommen. Als Therapie ist eine Chemotherapie geeignet – in manchen Fällen
kombiniert mit einer Bestrahlung. In 80 Prozent der ALL-Fälle im Kindesalter erzielen die
behandelnden Ärzte eine komplette Heilung.
 Akute myeloische Leukämie (AML): Die AML geht aus unreifen myeloischen Zellen
hervor. Myeloische Zellen sind bestimmte Stammzellen der weißen Blutkörperchen. Die AML
kann aber auch aus entarteten roten Blutkörperchen (Erythrozyten) entstehen (Erythroleukämie).
Die AML tritt vor allem bei Erwachsenen auf.
 chronisch myeloische Leukämie (CML): Bei der CML vermehren sich zunächst noch
funktionsfähige Granulozyten sehr stark. Granulozyten sind eine Unterform der weißen
Blutkörperchen. Geht die CML in ein akutes Stadium über, kommt es zur sogenannten
Blastenkrise. Dabei werden viele nun unreife und nicht funktionsfähige Granulozyten-Vorstufen
(Blasten) ins Blut geschwemmt. Weil sich die entarteten Zellen auch in Leber oder Milz ansiedeln,
sind diese Organe bei der CML oft geschwollen. Typisches Merkmal der CML ist das sogenannte
Philadelphia-Chromosom – eine genetische Veränderung, die bei über 90 Prozent der CML-
Patienten nachweisbar ist.
 chronisch lymphatische Leukämie (CLL): Mediziner rechnen die CLL zu den
sogenannten Non-Hodgkin-Lymphomen. Sie tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Im Blut und
im Knochenmark, in den Lymphknoten, Leber und Milz häufen sich sogenannte B-Lymphozyten
an. Im gesunden Zustand bilden diese weißen Blutkörperchen Antikörper und sind somit ein
wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Bei der CLL sind die angehäuften B-Lymphozyten aber
nicht intakt und damit funktionslos. Deshalb ist das Abwehrsystem der Betroffenen besonders
geschwächt.
Blutkrebs wird vor allem mittels Chemotherapie und Knochenmarktransplantation behandelt.
Nach der Therapie ist eine regelmäßige Nachsorge wichtig.
Eine Blutvergiftung (Sepsis) ist eine umfassende, sich auf den gesamten Körper auswirkende
(systemische) Entzündungsreaktion auf eine Infektion (meist mit Bakterien, seltener mit Pilzen oder
Viren). Dabei bleibt die Infektion nicht örtlich begrenzt, sondern breitet sich auf dem Blutweg im
Körper aus und bereitet massive Schäden an lebenswichtigen Organen.
Eine Blutvergiftung kann sich vom Krankheitsbild einer reinen Entzündungsreaktion, die
sich auf den gesamten Körper auswirkt, zu einer schweren Sepsis bis hin zu einem septischen
Schock entwickeln:
 Die Sepsis ist durch Anzeichen der umfassenden Entzündungsreaktion gekennzeichnet. -
SIRS infolge einer Infektion- SIRS (= systemisches Inflammationsreaktionssyndrom,
engl.: Systematic Inflammatory Response Syndrome). Dieses Syndrom kann auch nicht-
infektiös entstehen (z.B. durch eine schwere Entzündung der Bauchspeicheldrüse, durch
Verbrennungen oder andere Arten von Schock).
 Eine schwere Sepsis liegt vor, wenn zusätzlich mindestens ein Organ in seiner Funktion
akut eingeschränkt ist.
 Ein Septischer Schock ist dadurch charakterisiert, dass Außerdem (trotz Infusionstherapie)
der Blutdruck zu niedrig ist.
Für eine Blutvergiftung sind meistens Bakterien verantwortlich, seltener Viren oder Pilze.
Dabei kommen die unterschiedlichsten Infektionsherde als Sepsis-Ursachen infrage, zum Beispiel:
 Lungenentzündungen
 Hirnhautentzündungen
 infizierte Wunden
 Katheterinfektionen
 Infektionen durch chirurgische Eingriffe
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Eine Blutvergiftung kann unterschiedliche Symptome verursachen, die sich schnell
verschlimmern können. So kann die Sepsis im weiteren Verlauf zu schwerwiegenden Schäden in
lebenswichtigen Organen wie Lunge, Herz, Niere und Leber führen. Typische Anzeichen
einer Blutvergiftung sind zum Beispiel:
 schneller Herzschlag
 niedriger Blutdruck
 Fieber oder Unterkühlung (evtl. mit Schüttelfrost)
 Schmerzen
 schnelle oder erschwerte Atmung
 Unruhe, Verwirrtheit
 leichte Benommenheit bis hin zum Koma
Entgegen der landläufigen Meinung tritt bei einer Blutvergiftung kein roter Streifen auf, der
in Richtung Herz wandert. Dies ist vielmehr das Anzeichen für eine Lymphangitis.
Eine Blutvergiftung gilt als medizinischer Notfall, für dessen Heilungsaussichten eine schnelle
Behandlung ausschlaggebend ist. In der Regel kommen Antibiotika gegen die Erreger zum
Einsatz, da die meisten Blutvergiftungen bakteriell entstehen. Bei einer schweren Sepsis oder einem
septischen Schock ist eine unterstützende Therapie notwendig: Dann ist zunächst vor allem dafür zu
sorgen, dass die Sauerstoffversorgung und der Blutdruck ausreichend hoch sind. Daneben können
weitere Maßnahmen (wie Dialyse oder künstliche Beatmung) erforderlich sein.
Mit dem umgangssprachlichen Wort Blähbauch wird eine Aufblähung der Magengegend in
kugelförmigem Ausmaß beschrieben. Dieses Krankheitsbild wird oftmals auch
als Gasbauch bezeichnet und geht in der Regel mit unangenehmen Schmerzen für den oder die
Betroffene einher.
Bläschen (in der Medizin auch als Vesicula bezeichnet) sind Flüssigkeitsansammlungen,
die beispielsweise unter der sogenannten Lederhaut oder auch unter der Hornhaut entstehen
können.
Als Bläschen werden diese Flüssigkeitsansammlungen bezeichnet, wenn einzelne Vesicula
Durchmesser haben, die nicht größer sind als 5 Millimeter. Die Flüssigkeit, die in Bläschen
enthalten ist, kann blutig-wässrig oder auch klar sein.
Brandwunden können die Haut, Muskeln, Sehnen oder auch Organe verletzen und
schädigen. Je nach Art der Verletzung, nach ihrer Ausdehnung und ihrer Tiefe teilt man
Brandverletzungen in spezifische Schweregrade ein und behandelt sie dementsprechend.
Brennende Füße besitzen den medizinischen Fachbegriff Burning-Feet. Es kommt dabei
meistens zu brennenden und schmerzhaften, kribbelnden oder juckenden Füßen. Dieses Gefühl
ähnelt beispielsweise "eingeschlafenen" Händen und Füßen, welche im Verlauf wieder
"aufwachen".
Zusätzlich zeigen sich eventuell Rötungen, Schwellungen oder Veränderungen auf
verschiedenen Hautbereichen sowie zyanotische bis zu lividen Verfärbungen. Oftmals handelt es
sich hierbei um eine Reaktion auf ausgiebigen Alkohol- und/oder Zigarettenkonsum. Dieser wirkt
sich auf das Gefäßsystem sowie periphere Nervensystem aus.
Andererseits kann es sich bei brennenden Füßen auch um eine allergische Reaktion handeln,
welche beispielsweise durch die Materialien der Schuhe oder Strümpfe hervorgerufen wird.
Bei dem Brenner-Tumor handelt es sich um einen Tumor im Bereich der Eierstöcke.
Meistens ist dieser gutartig, kann sich aber auch bösartig entwickeln, jedoch ist das seltener der Fall
(in unter 10% der Fälle).
Lungenkrebs – auch Bronchialkarzinom oder Lungenkarzinom genannt – ist ein bösartiger
Tumor der Lunge. Ein Bronchialkarzinom entwickelt sich aus den Zellen der Atemwege, den
Bronchien. Die Zellen entarten und vermehren sich unkontrolliert. Sie sehen anders aus als normale
Zellen der Bronchien, teilen sich schneller und zerstören durch ihr rasches Wachstum das gesunde
Gewebe.
Je nach
kleinzelligen Bronchialkarzinome weiter unterteilt werden:

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 Plattenepithelkarzinome sind mit 40 Prozent aller Fälle die häufigste Form
von Lungenkrebs.
 Adenokarzinome haben 35 Prozent Anteil an allen Bronchialkarzinomen. Das
Adenokarzinom ist das häufigste Lungenkarzinom bei Nichtrauchern.
 Großzellige Bronchialkarzinome sind relativ selten und machen nur bis zu 10 Prozent
aller Fälle von Lungenkrebs aus.
In welchem Stadium sich der Lungenkrebs befindet, stellen Mediziner anhand der TNM-
Klassifikation dar:
 T bezeichnet dabei die Größe des Tumors (T1 - T4)
 N beschreibt die Zahl und die Lage befallener Lymphknoten (N0 - N3)
 M das Vorhandensein (M1) oder das Fehlen (M0) von Metastasen
Bronchiektasen sind krankhafte Ausweitungen in der Lunge, in denen sich vermehrt
Bronchialschleim absetzt, den die Erkrankten nicht oder nur schwer abhusten können. Im
Bronchialsekret können sich Bakterien ansiedeln und gut vermehren. Die Atemwege sind dadurch
anfälliger für Infektionen.
Bronchiektasen können angeboren sein – entweder ist die Lunge nicht richtig entwickelt oder
die Bronchiektasen entstehen infolge von angeborenen Erkrankungen wie Mukoviszidose
(cystische Fibrose) oder einem Alpha-1-Antitrypsinmangel, welche die Lungenfunktion
beeinträchtigen. Häufiger sind jedoch häufig wiederkehrende Atemwegsinfekte oder
andere erworbene Ursachen. Durch Impfungen und die Antibiotikatherapie und der damit
verbundene Rückgang von Infektionserkrankungen wie Mumps, Masern und Tuberkulose, treten
Bronchiektasen heute seltener auf.
Betroffene mit Bronchiektasen haben starken Husten und in den Atemwegen sammeln
sich große Mengen zähen Sekrets, die nicht abtransportiert werden können.
Bei der Bronchiolitis handelt es sich um eine virale Infektionserkrankung. Meist heilt die
Erkrankung nach mildem Verlauf selbstständig.
Die Bronchiolitis ist eine Entzündung der Bronchiolen (kleine Bronchienäste der unteren
Atemwege). Vor allem tritt die Bronchiolitis bei Säuglingen und Kleinkindern unter 2 Jahren auf,
da deren Atemwege noch vergleichsweise anfällig sind. Gehäuft zeigt sich die Erkrankung während
der Winter- und Frühjahrsmonate.
Zu den möglichen Symptomen einer Bronchiolitis zählen etwa Husten und erschwertes
Atmen; eine solche Atemstörung kann sich beispielsweise zeigen in Form einer abgeflachten
und/oder beschleunigten Atmung oder eines Aufstellens der Nasenflügel während des Einatmens.
Auch Fieber und ein beschleunigter Herzschlag können mit einer Bronchiolitis einhergehen.
Neben weiteren Symptomen wie Müdigkeit und Reizbarkeit kommt es in einigen Fällen
außerdem zum Erbrechen. Unterschieden werden kann unter anderem zwischen der akuten und der
persistierenden (anhaltenden) Bronchiolitis. Deutlich häufiger tritt die Erkrankung dabei in ihrer
akuten Form auf.
Die Chronisch obstruktive Bronchitis ist eine dauerhafte Erkrankung der Lunge, die durch
verengte Bronchien gekennzeichnet ist. Diese Verengung (= Obstruktion) ist für die
Hauptsymptome Husten, Atemnot und Auswurf verantwortlich.
Typischerweise verengen sich die Bronchien im weiteren Verlauf der chronisch
obstruktiven Bronchitis zunehmend, was sich durch keine Behandlung vollständig rückgängig
machen lässt. Wegen dieser kennzeichnenden Atemwegsverengung zählt die Chronisch obstruktive
Bronchitis zu den COPD (= chronic obstructive pulmonary diseases bzw. Chronisch obstruktive
Lungenerkrankungen). Als ihre Vorstufe gilt die einfache Chronische Bronchitis.
Die Chronische Bronchitis ist eine Dauererkrankung der Atemwege: Per Definition ist
jeder ständige oder oft auftretende Hustenreiz mit Auswurf, der an den meisten Tagen während
mindestens drei Monaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftritt, eine Chronische Bronchitis.
Somit ist die Chronische Bronchitis klar von anderen Lungenerkrankungen wie Asthma
bronchiale oder einem Lungenemphysem unterscheidbar: Die einfache Chronische Bronchitis führt
nur zu Husten mit Auswurf, nicht zu einer Verengung der Bronchien und damit nicht zur Atemnot.

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Die Brucellose ist eine Infektionskrankheit, die durch bestimmte Bakterien vor allem über
Tiere und tierische Produkte übertragen wird. Bei rechtzeitigem Therapiebeginn verläuft die
Krankheit zumeist harmlos.
Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) handelt es sich um einen bösartigen Tumor der
Brustdrüse. In der Schweiz erkranken jährlich rund 5300 Frauen an Brustkrebs. In sehr seltenen
Fällen bekommen auch Männer Brustkrebs.
Die Ursachen von Brustkrebs sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt aber einige
Risikofaktoren, welche begünstigen, dass ein Mammakarzinom entsteht. Dazu gehören neben
einem ungesunden Lebensstil auch hormonelle Einflüsse. Auch eine erbliche Veranlagung erhöht
das Brustkrebsrisiko. Allerdings spielen die Gene nur bei einem sehr kleinen Teil der Betroffenen
eine Rolle. Für Frauen, bei denen mehrere Fälle von Brustkrebs in der Familie vorgekommen sind,
kann deshalb ein Gentest sinnvoll sein. Allerdings gibt es bislang keine besondere Behandlung für
Frauen mit genetisch bedingtem Brustkrebs.
Die Brustkrebs-Früherkennung durch eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust, und
Kontrollen beim Gynäkologen sowie durch Röntgenaufnahmen der Brust (Mammographien) in den
empfohlenen Intervallen sind von großer Bedeutung. Je früher man ein Mammakarzinom erkennt,
umso besser sind die Heilungschancen.
Weitere Untersuchungen, um Brustkrebs festzustellen und die Diagnose zu sichern, sind
Ultraschall (Sonographie), Biopsie (Gewebeprobeentnahme) und die Magnetresonanztomographie
(MRT).
Tumoren der Brust lassen sich grob unterteilen in:
 Milchgangskarzinome (duktale Karzinome) wachsen in den Milchgängen
 Läppchenkarzinome (lobuläre Karzinome) wachsen in den Milchdrüsen
Die Mastodynie als zyklusabhängiger Brustschmerz gehört zu den sogenannten funktionellen
Störungen der Brust. Funktionelle Beschwerden sind körperliche Beschwerden, für die sich kein
organischer Befund finden lässt. Zyklusunabhängige Brustschmerzen (Mastalgie) können viele
verschiedene Ursachen haben – auch organische wie Herzerkrankungen oder Veränderungen der
Wirbelsäule
Die bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) ist eine Erkrankung des Gehirns, die
ursprünglich nur bei Rindern auftrat (Rinderwahn). Durch den Verzehr von infiziertem Rindfleisch
können die Erreger (Prionen) jedoch auch den Menschen infizieren und eine neue Art der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD bzw. CJK) auslösen: Die sogenannte Variante der Creutzfeldt-
Jakob-Krankheit (vCJD).
Beim Budd-Chiari-Syndrom (BCS) handelt es sich um einen Verschluss der abführenden
großen Lebervene. Unbehandelt verläuft ein BCS äußerst schmerzhaft und mündet in einem
Leberversagen. Das BCS kommt sehr selten vor, häufiger kommt es zu einem Verschluss von
mehreren kleinen Lebervenen. Von diesem Befund wird das BCS jedoch strikt abgegrenzt.
Der Begriff Bulimie (Bulimia nervosa) bezeichnet per Definition eine Essstörung, die durch
wiederkehrende Essanfälle gekennzeichnet ist. Bulimie bedeutet sinngemäß Ochsenhunger. Das
Wort nervosa deutet auf die psychische Komponente der Bulimie hin. Umgangssprachlich nennt
man dieses Krankheitsbild häufig auch Ess-Brech-Sucht. Menschen mit Bulimie verzehren
während einer typischen Essattacke große Mengen kalorienhaltiger Nahrungsmittel. Da die
Betroffenen sich stark mit ihrem Gewicht beschäftigen und große Angst vor der Gewichtszunahme
haben, erbrechen sie nach dem Essen häufig oder nehmen Abführmittel ein. Zwischen den
Essattacken versuchen die Betroffenen, eine Diät einzuhalten. Das Gewicht liegt bei Menschen
mit Bulimia nervosa in der Regel im unteren Normbereich; häufig zeigen sich aber Zeichen
der Mangelernährung.
Das Burkitt-Lymphom ist eine Krebserkrankung, die zu den bösartigen (malignen) Non-
Hodgkin-Lymphomen (NHL) zählt. Besonders häufig erkranken Personen in Zentral- und Ostafrika
sowie Menschen mit einer HIV-Infektion. In frühen Stadien kann das Burkitt-Lymphom mithilfe
einer Chemotherapie gut behandelt werden.

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Maligne Lymphome sind bösartige Tumoren, die aus Lymphozyten, also Zellen des
lymphatischen Gewebes, bestehen. Im Volksmund werden maligne Lymphome heutzutage oft –
nicht ganz korrekt – als Lymphdrüsenkrebs oder Lymphknotenkrebs bezeichnet.
Warum Burkitt-Lymphome entstehen ist noch ungeklärt, jedoch scheinen Infektionen mit
dem Epstein-Barr-Virus, genetische Faktoren sowie ein geschwächtes Immunsystem eine Rolle zu
spielen. Während das sogenannte endemische Burkitt-Lymphom vorwiegend in Zentral- und
Ostafrika vorkommt, tritt das seltenere sporadische Burkitt-Lymphom weltweit auf. Am HIV-
assoziierten Burkitt-Lymphom erkranken vor allem Personen mit HIV.
Die Prognose des Burkitt-Lymphoms hängt vom Krankheitsstadium ab. Da Burkitt-
Lymphome sehr schnell wachsen, sollte die Therapie so rasch wie möglich eingeleitet werden.
Das Burnett-Syndrom ist auch als Milch-Alkali-Syndrom bekannt. Dabei handelt es sich
um eine Störung des Kalzium-Stoffwechsels, die mit einem Überangebot an Kalzium und leicht
aufzunehmenden Alkalien in Zusammenhang steht. Das Syndrom tritt in den meisten Fällen in
Folge der Behandlung anderer Erkrankungen auf.
Bei der Byssinose handelt es sich um eine Erkrankung der Lungen, die auch unter den
Bezeichnungen Weberhusten, Montagsfieber oder Baumwollfieber bekannt ist. Her-vorgerufen
wird die Krankheit durch das Einatmen von Hanf-, Baumwoll- oder Flachsstäuben über einen
längeren Zeitraum. Die Byssinose zählt zu den Staublungen (Pneumokoniosen) und gilt in
Deutschland als anerkannte Berufskrankheit.
Eine Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose) ist eine Darmentzündung (Enteritis),
ausgelöst durch Bakterien der Gattung Campylobacter. Die Erreger der Infektion stammen vor
allem von Haus- und Nutztieren, in denen sie ihren natürlichen Lebensraum haben. Damit gehört
die Enteritis durch Campylobacter zu den sogenannten Zoonosen – den von Tieren auf Menschen
übertragbaren Erkrankungen.
Soor ist eine Candidose der Haut oder Schleimhaut, also eine durch Pilze der Gattung Candida
ausgelöste Pilzerkrankung (Mykose). Eine weitere Bezeichnung für Soor lautet daher mukokutane
Candidose: Der Begriff mukokutan setzt sich zusammen aus dem Wort Mukosa (= Schleimhaut,
lat. mucus = Schleim) und dem Wort kutan (von lat. cutis = Haut). Soor kann zum Beispiel in der
Mundhöhle, der Speiseröhre oder der Scheide (Scheidenpilzinfektion) auftreten.
Soor ist nicht die einzige mögliche Form von Candidose: Neben Haut und Schleimhäuten
können die für Candidose verantwortlichen Pilze auch andere Gewebe oder Organe befallen. In
dem Fall liegt eine systemische Candidose vor.
Cellulite, oft auch Cellulitis oder Orangenhaut genannt, ist eine Erscheinung, mit der vor
allem Frauen mit dem Voranschreiten des Alters zu kämpfen haben.
Ein Lymphom im Gehirn (zerebrales Lymphom) ist eine Geschwulst aus bestimmten
Zellen des Immunsystems. Hirnlymphome sind – verglichen mit anderen Hirntumoren – selten: Nur
etwa drei Prozent aller Tumoren des Gehirns sind Lymphome.
Ein Lymphom im Gehirn entsteht entweder innerhalb des Gehirns (primär) oder außerhalb
(sekundär) aus entarteten Lymphozyten, die zu den weißen Blutkörperchen gehören. Dabei sind
primäre Hirnlymphome seltener als sekundäre. Primäre Lymphome im Gehirn zählen in der Regel
zur Gruppe der bösartigen Non-Hodgkin-Lymphome.
Die Cheilitis ist eine Entzündung, die die Lippen betrifft. In der Medizin werden
verschiedene Formen der Cheilitis unterschieden. Zu diesen Formen zählen beispielsweise die
sogenannte Cheilitis simplex (die am häufigsten auftretende Form der Entzündung) und die
Cheilitis angularis. Bei Letzterer sind die Mundwinkel von einer Entzündung betroffen.Die
Cheilitis kann als eigenständige Erkrankung oder als Symptom anderer Krankheiten auftreten.
Cholesterinembolie tritt ein, wenn Cholesterin freigesetzt wird, normalerweise von
atherosklerotischem Plaque, und mit dem Blutstrom zu anderen Stellen des Körpers fließt.
Eine Cholesterinembolie bzw. Cholesterinembolie-Syndrom ist eine schwerwiegende
Erkrankung, die ausgelöst wird durch eine Arterienverengung und Entzündung.
Dort setzt es sich fest und verengt die Blutgefäße. Cholesterinembolie äußert sich meist in
Hautproblemen, Gangräne (Absterben von Gewebe) oder Nierenversagen. Auch Probleme mit
anderen Organen können eintreten, abhängig davon an welcher Stelle des Körpers das Cholesterin

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in die Blutbahn eintritt. Die Diagnose erfolgt in der Regel über eine Biopsie (Entnahme und
Analyse von Gewebe) des betroffenen Organs.
Die Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) ist eine überwiegend durch
Gallenblasensteine ausgelöste Entzündung der Gallenblasenwand. Per Definition liegt dann eine
durch Gallensteine bedingte akute Cholezystitis vor, wenn Folgendes zutrifft:
 länger als sechs Stunden anhaltende Gallenschmerzen
 Fieber beziehungsweise eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut
(sog. Leukozytose)
 eine im Ultraschall erkennbare Verdickung der Gallenblasenwand zusammen mit örtlichem
Druckschmerz (sog. Murphy-Zeichen)
Kommt es häufiger zu einer Gallenblasenentzündung, kann sie sehr langwierig sein: Es entsteht
die sogenannte chronische Cholezystitis.
Bei der Gallenblasenentzündung ist die Gallenblasenwand entzündet. Häufigste Auslöser
hierfür sind Gallenblasensteine: Wenn sich die Gallenblasenflüssigkeit durch Gallensteine staut,
löst dies eine Entzündungsreaktion aus. Die Cholezystitis ist zu 90 Prozent auf einen Gallenstein
zurückzuführen, der den Gallenblasengang (Ductus cysticus) Verschließt. Da Frauen
öfter Gallensteine haben als Männer, sind sie entsprechend häufiger von Gallenblasenentzündungen
betroffen. In selteneren Fällen kommt es infolge von großen Bauchoperationen, Infektionen und
Unfällen zu einer Gallenblasenentzündung. Eine solche Entzündung der Gallenblase, die
ohne Gallensteine entsteht, bezeichnet man als akalkulöse Cholezystitis.
Der Begriff Chondrokalzinose (Pseudogicht) bezeichnet per Definition eine
Gelenkerkrankung, bei der sich Kristalle aus Kalziumpyrophosphat in den Gelenken ablagern –
dabei sind vor allem Knie, Hände und Hüfte betroffen. Die Verkalkung kann neben den Gelenken
auch in Sehnen, Bänder und Bandscheiben
Die COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), deren Hauptursache das
Rauchen ist, lässt sich auf einfache Weise vermeiden. Dennoch hat keine andere Krankheit eine
höhere Steigerungsrate als diese Atemwegserkrankung: Weltweit ist die COPD die vierthäufigste
Todesursache.
Die Abkürzung COPD steht für chronic obstructive pulmonary disease (übersetzt: chronisch
obstruktive Lungenkrankheit) und bezeichnet mehrere Atemwegserkrankungen, die alle durch
eine ähnliche Symptomatik gekennzeichnet sind, sich aber in ihrer Entstehung, Diagnose und
Therapie unterscheiden. Zu den als COPD zusammengefassten Lungenerkrankungen gehören:
 Lungenemphysem (krankhafte Überblähung der Lunge)
 Chronisch obstruktive Bronchitis (mit oder ohne begleitendes Lungenemphysem)
 Chronische Bronchitis mit Asthmatischer Komponente
Ursache für die COPD ist meist eine lang anhaltende Schadstoffbelastung der Lunge durch
jahrelanges Einatmen schädlicher Stoffe. Der größte Risikofaktor für chronisch obstruktive
Lungenkrankheiten ist das Rauchen. Auch äußere Umweltfaktoren und erbliche Ursachen kommen
als (seltenere) Auslöser für eine COPD infrage. Meist steht vor Beginn einer COPD eine
einfache Chronische Bronchitis. Im weiteren Verlauf können sich die Bronchien verengen und es
entsteht eine Chronisch obstruktive Bronchitis.
Die wichtigsten COPD-Symptome sind: chronischer Husten, Auswurf, Atemnot (vor allem
bei Belastung) und eine deutliche Leistungsminderung. Hat sich die chronisch obstruktive
Lungenerkrankung erst einmal entwickelt, ist eine vollständige Heilung meist nicht mehr möglich.
Eine geeignete Behandlung kann jedoch das Leben mit COPD vereinfachen, indem sie das
Fortschreiten der Lungenkrankheit aufhält, ihre Symptome mildert und somit Lebenserwartung und
Lebensqualität der Betroffenen erhöht.
Eine chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist eine bösartige Erkrankung des
lymphatischen Systems, die mit einer vermehrten Synthese von nicht funktionsfähigen
Lymphozyten einhergeht. Hierbei stellt die chronische lymphatische Leukämie mit über 30 Prozent
die häufigste Leukämieform im erwachsenen Alter, insbesondere ab dem 70. Lebensjahr dar.
Als chronische lymphatische Leukämie (CLL) wird eine niedrigmaligne Erkrankung des
lymphatischen Systems (B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom) mit leukämischem Verlauf bezeichnet,

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die auf eine klonale Zellproliferation der Lymphozyten (weißen Blutkörperchen) zurückzuführen
ist.
Chronische Magenschleimhautentzündung - Die chronische Gastritis oder der chronische
Magenkatarrh ist eine fortdauernde Schleimhauterkrankung des Magens mit Verminderung der
Verdauungsleistung. Die Kranken klagen über anhaltendes Druck und Völlegefühl im Oberbauch,
besonders nach dem Essen, über Widerwillen gegen die schmerzauslösende Nahrungsaufnahme,
saures Aufstoßen, über eine belegte Zunge, mitunter auch über Sodbrennen. Der Umgebung des
Kranken fallen seine Blässe, seine gedrückte Stimmung und ein übler Geruch aus dem Mund auf.
Er selbst ist arbeitsunlustig, da er leistungsgemindert und nie beschwerdefrei ist. Nach
längerer Krankheitsdauer kommt es zum Gewichtsverlust, in schweren Fällen zum Erbrechen, das
sogar blutig sein kann. Diese Beschwerden sind nicht kontinuierlich anhaltender Natur, sie treten
vielmehr periodisch auf.
Eine chronische Niereninsuffizienz (Chronisches Nierenversagen) ist dadurch
gekennzeichnet, dass sich die Funktion der Niere über einen langen Zeitraum (über Monate und
Jahre) mehr und mehr vermindert, bis die Niere ihre Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen kann.
Durch frühzeitige Gegenmaßnahmen lässt sich dieser Vorgang meist stoppen oder sogar rückgängig
machen.
Eine gesunde Niere bildet in jeder Minute etwa 125 Milliliter Primärharn. Dieser Vorgang
heißt glomeruläre Filtration, da er in den als Glomeruli bezeichneten Gefäßknäueln der Niere
stattfindet. Eine chronische Niereninsuffizienz schädigt fortschreitend funktionsfähiges Gewebe, so
dass die Niere immer weniger Primärharn bildet. Ein vollständiges Nierenversagen mit völligem
Ausfall der Harnproduktion ist eine sogenannte terminale Niereninsuffizienz. In diesem Stadium
bildet die Niere dann weniger als 15 Milliliter Primärharn pro Minute.
Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) dient zur Einteilung chronischer Nierenerkrankungen.
Die chronische Niereninsuffizienz durchläuft unbehandelt fünf Stadien mit unterschiedlichem
Schweregrad:
 Stadium I: Nierenerkrankung, GFR normal
 Stadium II: leichte Niereninsuffizienz, GFR = 60 bis 89 ml
 Stadium III: mäßige Niereninsuffizienz, GFR = 30 bis 59 ml
 Stadium IV: schwere Niereninsuffizienz, GFR = 15 bis 29 ml
 Stadium V: terminale Niereninsuffizienz, GFR < 15 ml
Wenn die Niere nicht mehr richtig funktioniert, können vielfältige Beschwerden auftreten:
Eine chronische Niereninsuffizienz kann sich durch Symptome der Überwässerung wie Ödeme
und Bluthochdruck, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Blutarmut oder Potenzstörungen äußern.
Chronische Schmerzen werden von vielen Patienten nicht als solche wahrgenommen,
weshalb oft kein Arzt aufgesucht wird. Grundsätzlich sollten alle Schmerzen, die länger als zwei
Wochen andauern, ernst genommen werden. Auf eine Selbsttherapie mit Schmerzmitteln sollte
verzichtet werden, denn hinter chronischen Schmerzen können ernstzunehmende Ursachen stehen.
Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CSF), auch als Chronic-Fatigue-
Syndrom oder chronisches Müdigkeitssyndrom bekannt, ist eine chronische Erkrankung mit
einem vielseitigen Krankheitsbild. Die Hauptsymptome zeigen sich in einer anhaltenden geistigen
und körperlichen Erschöpfung, welche auch durch Ruhe und Schonung nicht verschwindet.
Typische Symptome und Anzeichen bei chronischem Erschöpfungssyndrom
 Erschöpfung  Geringe  Depressive
 Müdigkeit Belastbarkeit Verstimmungen
 Stress
Der Cluster-Kopfschmerz ist ein schwerer, einseitiger Schmerz, der sich meist hinter dem
Auge befindet. Er tritt in gehäuften Attacken (Clustern) bis zu achtmal täglich auf und kommt
geballt nachts vor. Eine solche Cluster-Kopfschmerz-Attacke dauert unbehandelt etwa zwischen 15
und 180 Minuten.
Per Definition handelt es sich nur dann um einen Cluster-Kopfschmerz, wenn die Betroffenen
(anders als bei Migräne) gleichzeitig eine Bewegungsunruhe zeigen und/oder auf der vom Schmerz
betroffenen Kopfseite mindestens eins der folgenden Anzeichen auftritt:

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 tränendes Auge (Lakrimation)
 gerötete Augenbindehaut
 verengte Pupille (Miosis)
 herabhängendes oberes Augenlid (Ptosis)
 geschwollenes Augenlid (Lidödem)
 laufende Nase (Rhinorrhö)
 verstopfte Nase (Kongestion)
 verstärktes Schwitzen im Bereich von Stirn und Gesicht
Der Begriff Colitis ulcerosa bezeichnet per Definition eine chronische Entzündung der
Schleimhaut des Dickdarms, bei der sich nicht heilende Geschwüre bilden (griech. Kolon =
Dickdarm beziehungsweise Grimmdarm, -itis = Entzündung, lat. Ulkus = Geschwür). Damit ist die
Colitis ulcerosa – ebenso wie der Morbus Crohn – eine chronisch-entzündliche
Darmerkrankung (CED).
Die Colitis ulcerosa beginnt stets im Mastdarm (Rektum) und breitet sich in etwa der Hälfte
der Fälle in Richtung des linksseitigen Dickdarms aus. Die Darmentzündung kann aber auch den
gesamten Dickdarm stetig befallen. Ein Übergang der Colitis ulcerosa auf den Dünndarm ist sehr
selten. Die fortschreitende und auf den Dickdarm beschränkte Ausbreitung grenzt die Colitis
ulcerosa gegenüber dem Morbus Crohn ab.
Bei einer Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) erleidet eine Person ein leichtes
Schädel-Hirn-Trauma, das durch einen Sturz oder einen Schlag auf den Kopf ausgelöst wurde
(eine häufige Kopfverletzung). Auch ein kräftiger Anprall mit dem Kopf, etwa an einem
Türrahmen, kann der Auslöser sein. Die Gehirnerschütterung verursacht keine bleibenden Schäden
am Hirngewebe, das heißt, die Verletzung ist reversibel.
Die Gehirnerschütterung ist – im Gegensatz zu einer Schädelprellung – in der Regel mit einer
kurzen Bewusstlosigkeit und einer Erinnerungslücke verbunden. Weitere Symptome
einer Gehirnerschütterung können Übelkeit und Erbrechen, Benommenheit, Kopfschmerzen und
Schwindelgefühle sein. In der Regel klingen die Symptome einer Gehirnerschütterung innerhalb
weniger Tage ohne Folgen wieder ab.
Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung, die von
den Zellen der Gebärmutterschleimhaut ausgeht.
Man unterscheidet zwei Typen von Gebärmutterkrebs:
 Typ I-Karzinom: Östrogenabhängiges Karzinom
 Typ II-Karzinom: Östrogenunabhängiges Karzinom
Die Rosacea (Rosazea, lat. rosaceus = rosenfarben) ist eine meist schubweise auftretende
entzündliche Hauterkrankung, die sich vorwiegend im vierten bis fünften Lebensjahrzehnt
manifestiert. Rosacea verläuft in der Regel chronisch und kann nicht geheilt, sondern nur
kontrolliert werden
Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) gehört zu den sogenannten Prionen Erkrankungen.
Prionen sind spezielle, strukturell veränderte Eiweiße, die eine Schädigung des Gehirns
verursachen. Sie können entweder zufällig (sporadisch) entstehen oder sich durch Vererbung
(genetisch) oder Infektion (übertragene Form) verbreiten. Die sporadische Creutzfeldt-Jakob-
Erkrankung ist sehr selten und nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
Das CRPS ist eine nach einer Weichteil- oder Nervenverletzung auftretende neurologisch-
orthopädisch-Traumatologische Erkrankung. Häufig steht sie in Zusammenhang mit Frakturen von
Extremitäten. Beim CRPS (Complex regional pain syndrome) handelt es sich um Schmerzen, die
nach einer Verletzung, also posttraumatisch auftreten. Hierbei werden zwei Formen unterschieden.
Zum einen das CRPS Typ I, welches früher auch Algodystrophie, sympathische
Reflexdystrophie oder Morbus Sudeck genannt wurde und zum anderen das CRPS Typ II, das auch
als Kausalgie bekannt ist.
Das Cushing-Syndrom (Hyperkortisolismus) entsteht durch ein Überangebot des in der
Nebennierenrinde gebildeten Hormons Kortisol. Kennzeichnende Symptome sind
Gewichtszunahme mit Stammfettsucht, ein rundes, gerötetes Gesicht (sog. Vollmondgesicht)
sowie Bluthochdruck (Hypertonie).

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Kortisol gehört zur Gruppe der Glukokortikoide, die unter anderem Stoffwechsel, Herz-
Kreislauf-System und Nervensystem beeinflussen. Ein zum Cushing-Syndrom führendes Kortisol-
Überangebot kann verschiedene Ursachen haben: Ein Hyperkortisolismus kann entstehen, weil die
Nebennierenrinde aus unterschiedlichen Gründen zu viel Kortisol abgibt oder weil man dem Körper
im Rahmen einer Langzeitbehandlung ständig Glukokortikoide (z.B. Kortison) zuführt. Je nach
Entstehungsweise unterscheidet man eine exogene (von außen verursachte) und endogene (von
innen entstandene) Form von Cushing-Syndrom:
 Exogenes Cushing-Syndrom: Diese häufig vorkommende Form von Hyperkortisolismus
entsteht durch die medikamentöse Langzeitbehandlung mit Glukokortikoiden oder dem
Hormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon), das die Freisetzung von Glukokortikoiden
anregt.
 Endogenes Cushing-Syndrom: Für diese eher seltene Form von Hyperkortisolismus sind
in den meisten Fällen Tumoren in der Nebennierenrinde, in der Hirnanhangsdrüse am
Gehirn oder in den Bronchien verantwortlich.
Eine Darmatonie ist der Tonusverlust des Darms, also ein Verlust der muskulären Spannung
der Darmwand und somit einfach gesagt eine Darmlähmung. Diese verhindert den weiteren
Speisetransport, führt somit zu Verstopfung und Darmverschluss und zu einer ganzen Reihe
weiterer Komplikationen.
Die Darmentzündung, die wie alle entzündlichen Erkrankungen durch die Endung -itis
bezeichnet wird, läuft im Darm ab. Die Darmentzündung, die ebenfalls unter den Benennungen
entzündliche oder infektiöse oder nicht-infektiöse Darmerkrankung oder medizinisch exakt
als Enteritis bezeichnet wird, betrifft hauptsächlich den Dünndarmbereich innerhalb des
komplexen Darmgefüges.
Wenn der Magen in eine Dünndarmentzündung (Enteritis) involviert ist, dann wird von einer
Gastroenteritis gesprochen. Ist der Dickdarm bei einer Darmentzündung auch von den
entzündlichen Beeinträchtigungen betroffen, dann ist die Bezeichnung Enterokolitis
kennzeichnend. Bei den abweichenden Verläufen einer Darmentzündung sind sowohl die akuten als
auch die chronischen, infektiösen und nicht ansteckenden Formen typisch.
Typische Symptome und Anzeichen bei Darmentzündung
 Durchfall  Appetitlosigkeit
 Übelkeit  Fieber
 Erbrechen  Schwindel
 Bauchschmerzen  Allgemeine Schwäche
 Magenschmerzen
Besonders häufig sind der Magen und der Dünndarm von einem Geschwür betroffen.
Ein Darmgeschwür befindet sich meist im Zwölffingerdarm, dem Duodenum. In der
medizinischen Fachsprache wird ein Zwölffingerdarmgeschwür als Ulkus duodeni bezeichnet.
Ein Geschwür ist ein tief greifender Defekt in der Haut oder einer Schleimhaut. Es entsteht in
der Regel auf vorgeschädigten Gewebestrukturen und hat eine sehr schlechte Tendenz zur
Selbstheilung.
Unter Darmkoliken versteht man Krämpfe im Darmbereich, die durch Kontraktionen der
Darmmuskulatur entstehen und in der Regel 20 bis 30 Minuten anhalten. Verschiedene Ursachen
lösen die Darmkoliken aus, die häufigsten sind Reizungen und Blockaden im Darm. Die Therapie
richtet sich nach Dauer, Schweregrad und Ursache der Erkrankung.
Der Darm wird in Dünndarm, Dickdarm und Analbereich unterteilt. Der Dickdarm lässt sich
noch weiter in Blinddarm (Caecum), Grimmdarm (Kolon) und Mast- oder Enddarm (Rektum)
aufteilen. Grundsätzlich kann Darmkrebs (Kolonkarzinom, kolorektales Karzinom) in jedem
Darmabschnitt entstehen; bösartige Tumoren entwickeln sich dabei hauptsächlich aus der
Darmschleimhaut.
Als Darmkrebs (Kolonkarzinom, kolorektales Karzinom) bezeichnet man Krebserkrankungen
des Dickdarms (Kolon) und des Mastdarms (Rektum).
Risikofaktoren, die ein Kolonkarzinom begünstigen, sind erbliche Veranlagung, chronisch
entzündliche Darmerkrankungen (wie Colitis ulcerosa) und eine ballaststoffarme Ernährung.

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Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Änderungen der Stuhlgewohnheiten und
Stuhlunregelmäßigkeiten können erste Anzeichen von Darmkrebs sein.
Der Darmpilz ist ein natürliches Segment des menschlichen Darms und kommt in
gemäßigten Mengen in der Darmflora vor. In der Regel verursacht der Pilz keine Beschwerden.
Kommt es jedoch zu einer starken Vermehrung des Candida albicans, ist eine ärztliche Behandlung
unumgänglich.
Darmpolypen sind gutartige Vorwölbungen der Darmschleimhaut, die von wenigen
Millimetern bis zu mehreren Zentimetern groß sein können. Mit einem Anteil von über 90 Prozent
sind die häufigsten aller gutartigen Geschwülste.
` Darmstenose - Der Darm ist als Hohlraum das wichtigste Element des menschlichen
Verdauungssystems, durch den täglich große Mengen an verzehrten Mahlzeiten fließen. Hat sich
erst einmal aus welchen Gründen auch immer eine Verengung eingestellt, unternimmt der Körper
selbst Versuche, die Verengung zu durchbrechen, indem er die natürlichen Darmbewegungen
verstärkt. Als Stenose wird die Verengung eines Hohlkörpers bezeichnet. Im Falle
einer Darmstenose ist es der Darm, der infolge von verschiedensten Gründen verengt sein kann
(Als Beispiel seien die chronischen Darmentzündungen Colitis ulcerosa sowie der Morbus
Crohn genannt).
Bei einem Darmverschluss (Ileus) ist der Dünndarm oder der Dickdarm verschlossen, so
dass sich Nahrungsbrei nicht weitertransportieren lässt.
Einem Darmverschluss können mechanische und/oder funktionelle Ursachen zugrunde
liegen: Ein mechanischer Darmverschluss entsteht durch ein Hindernis, das von außen oder von
innen die natürliche Darmpassage teils oder vollständig verhindert. Ein funktioneller
Darmverschluss entwickelt sich durch eine Störung oder Lähmung der Darmmuskulatur.
Ein gemischter Darmverschluss ist die Folge einer Kombination aus mechanischen und
funktionellen Faktoren.
Der Begriff Dekubitus oder Wundliegen bezeichnet per Definition eine Schädigung der
Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch länger einwirkenden Druck entstanden ist. Die
Haut- und Gewebeveränderung ist mit bloßem Auge erkennbar. Der Dekubitus gehört (wie z.B. der
diabetische Fuß) zu den chronischen Wundarten.
Ursache für die Entstehung eines Dekubitus ist Druck, der länger auf Hautgebiete einwirkt, ohne
dass eine Entlastung der betroffenen Region durch Umlagern des Körpers stattfindet. Daher
bezeichnet man ein Dekubitalgeschwür (bzw. Dekubitalulkus) auch als Druckgeschwür (bzw.
Druckulkus). Alle Körperstellen, die nicht durch Muskeln oder Fettgewebe vor dem Auflagedruck
geschützt sind, können Druckgeschwüre entwickeln: die Kreuzbeinregion, die Fersen, die Rollhügel
der Oberschenkelknochen und die Knöchel. Eine durch Wundliegen entstandene Wunde gehört –
ebenso wie beispielsweise ein diabetischer Fuß – zu den chronischen Wunden.
Erstes Anzeichen für ein drohendes Wundliegen ist eine bleibende Rötung; dabei kann die
Haut auch erwärmt sein. In diesem Anfangsstadium bereitet der Dekubitus oft keine oder nur
geringe Beschwerden.
In späteren Stadien, die von einer oberflächlichen Hautschädigung bis hin zu einer tiefen
Wunde mit Absterben von Gewebe sowie geschädigtem Muskel- und Knochengewebe reichen,
kann der betroffene Bereich jucken, brennen und stark Schmerzen. Wenn sich der Dekubitus
infiziert, kann er Außerdem übel riechen. Vor allem danach, wie tief sich der Dekubitus im Gewebe
ausgedehnt hat, richtet sich die Gradeinteilung:
 Ein Dekubitus vom Grad I befindet sich im Anfangsstadium und ist durch eine Hautrötung
gekennzeichnet, die auch nach Entlastung der betroffenen Stelle nicht verschwindet,
 Grad II bezeichnet ein oberflächliches Druckgeschwür (zu sehen ist eine Blase, eine
Hautabschürfung oder oberflächliche Wunde),
 Grad III bezeichnet eine Wunde, die durch alle Gewebsschichten bis in die umliegenden
Muskeln, Sehnen oder Fettgewebe reicht,
 Grad IV bezeichnet eine tiefe, bis zu den Knochen gehende Schädigung, wobei das
betroffene Gewebe oft abgestorben (nekrotisch) und blauschwarz verfärbt ist.

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Demenz (lat. Dementia, von de mente = ohne Geist, von Sinnen) ist eine
krankheitsbedingte Störung der Leistungsfähigkeit des Gehirns, durch die Gedächtnis und
Denkfähigkeit abnehmen. Eine Demenz liegt per Definition vor, wenn neben einem
beeinträchtigten Gedächtnis mindestens eines der folgenden Merkmale zutrifft:
 Sprachstörung (sog. Aphasie)
 beeinträchtigte Fähigkeit zur Ausführung motorischer Aktivitäten (sog. Apraxie)
 Unfähigkeit zum Erkennen/Wiedererkennen von Gegenständen (sog. Agnosie)
 Störung der zur Ausführung von Handlungen über mehrere Stufen hinweg nötigen
Hirnleistungen (sog. Exekutivfunktionen) wie Planung, Organisation, Einhaltung von
Reihenfolgen
Die Demenz zählt zu den folgenschwersten Alterskrankheiten
Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die zu den als Affektive
Störungen bezeichneten Stimmungsstörungen gehört: Eine affektive Störung ist eine Erkrankung,
bei der es häufig zu Schwankungen der Stimmung und des Antriebs kommt. Häufig sind
Depressionen mit dem Gefühl einer tiefen Traurigkeit verbunden. Gefühle von Traurigkeit und
Niedergeschlagenheit kennt jeder Mensch.
Beim Diabetes insipidus (Wasserharnruhr) ist der Wasserhaushalt des Körpers gestört, da
die Nieren vermehrt Wasser ausscheiden. Die Folge der Erkrankung: Die Betroffenen verspüren
starken Harndrang, haben großen Durst und trinken entsprechend viel.
Beim gesunden Menschen besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Menge der zu
sich genommenen Flüssigkeit und der Höhe der Urinausscheidung. Dabei spielt ein
als antidiuretisches Hormon (ADH) oder auch Vasopressin bezeichnetes Hormon eine wichtige
Rolle: Seine Wirkung besteht darin, für die Wiederaufnahme (Rückresorption) von Wasser in den
Nieren und somit für die Steuerung der Flüssigkeitsausscheidung zu sorgen. Beim Diabetes
insipidus liegt eine Störung dieses Steuerungsmechanismus vor.Je nachdem, warum dies so ist,
lassen sich zwei Formen von Wasserharnruhr unterscheiden:
 Beim Diabetes insipidus centralis ist die Herstellung des Hormons ADH in der Hypophyse
des Gehirns gestört, es liegt also ein Hormonmangel vor.
 Beim selteneren Diabetes insipidus renalis sind die Gründe für die Erkrankung in den
Nieren selbst zu finden: Das Hormon ADH ist zwar vorhanden, doch die Nieren sprechen
nicht darauf an.
Achtung: Trotz ähnlich klingender Namen sind Diabetes insipidus und Diabetes mellitus
(Zuckerkrankheit) zwei voneinander unabhängige Krankheitsbilder. Im Gegensatz zum Diabetes
insipidus liegt beim Diabetes mellitus eine Störung bei der Insulinproduktion beziehungsweise
-verarbeitung vor.
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die
durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist.(Hyperglykämie)
Eine umgangssprachliche Bezeichnung für Diabetes lautet «Zuckerkrankheit» – sie lässt
sich historisch erklären: Der Begriff geht darauf zurück, dass unbehandelte Diabetiker mit ihrem
Urin Zucker ausscheiden und dieser dadurch süßlich schmeckt. Medizinisch korrekter ist jedoch der
Ausdruck Diabetes mellitus.
Glukose gelangt über die Nahrung ins Blut. Damit die Zellen Zucker aufnehmen und
verarbeiten können, ist das Hormon Insulin notwendig. Insulin wird in bestimmten Zellen der
Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Nach einer Mahlzeit schüttet die Bauchspeicheldrüse
Insulin ins Blut aus. Das Insulin dockt an bestimmten Rezeptoren der Zellen an und sorgt dafür,
dass die Zellwände die mit der Nahrung aufgenommene Glukose passieren lassen. Ohne Insulin
verbleibt die Glukose im Blut – und kann somit die Zellen auch nicht mit Energie versorgen. In
diesem Fall steigt der Blutzuckerspiegel.
Die Zellen, in denen Insulin hergestellt wird, sind die nach ihrem Entdecker Paul
Langerhans benannten langerhansschen Inseln (auch Inselzellen oder Beta-Zellen genannt). Sie
liegen inselartig gruppiert über die gesamte Bauchspeicheldrüse verteilt. Ein gesunder Erwachsener
hat etwa eine Million solcher Inselzellen.

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Insulin ist nicht nur für die Verwertung von Glukose von Bedeutung. Es spielt auch für den
Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle sowie für die Verwertung von Aminosäuren, aus denen sich
Eiweiße zusammensetzen.
Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Formen von Diabetes mellitus: Diabetes Typ 1
und Diabetes Typ 2. Darüber hinaus gibt es noch einige seltenere Diabetes-Sonderformen und den
sogenannten Schwangerschaftsdiabetes.
Typische Symptome von Diabetes – insbesondere Typ-1-Diabetes – sind starker Durst,
vermehrtes Wasserlassen, Heißhunger und Juckreiz. Die Betroffenen fühlen sich abgeschlagen und
sind anfälliger für Infekte. Wer ein paar Dinge beachtet (vor allem hinsichtlich der Ernährung) und
seinen Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert, kann trotz Zuckerkrankheit ein beschwerdefreies
Leben führen und Folgeschäden vermeiden beziehungsweise hinauszögern.
Diabetes Typ 1 beginnt meist in der Jugend und führt zu ausgeprägten Beschwerden.
Bei Diabetes mellitus Typ 1 werden bestimmte Zellen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
zerstört, die das Hormon Insulin bilden. Insulin ist notwendig, damit Zucker, der über die Nahrung
ins Blut gelangt, von Zellen aufgenommen und verarbeitet werden kann. Ist zu wenig Insulin
vorhanden, verbleibt der Zucker im Blut – der Blutzuckerspiegel steigt.
Diabetes Typ 2 betrifft dagegen meist ältere Menschen, weswegen er früher
häufig Altersdiabetes genannt wurde. Dieser Begriff ist jedoch nicht ganz korrekt, denn zunehmend
sind auch jüngere Personen und sogar Kinder betroffen. Beim Typ-2-Diabetes schüttet die
Bauchspeicheldrüse zwar meist ausreichend Insulin aus. Die Körperzellen, die Insulin brauchen,
um den Zucker aus dem Blut aufzunehmen, reagieren jedoch zunehmend unempfindlicher auf das
Insulin. Auch in diesem Fall steigt der Blutzuckerspiegel. Diabetes mellitus Typ 2 kann lange Zeit
ohne Symptome verlaufen und erst durch Spätschäden auf sich aufmerksam machen.
Personen mit Diabetes Typ 1 müssen regelmäßig Insulin spritzen, um den Mangel dieses
Hormons auszugleichen. Menschen mit Diabetes Typ 2 können dagegen zu Beginn der Erkrankung
viel bewirken, indem sie ihren Lebensstil ändern: Mit viel Bewegung, einem normalen Gewicht und
ausgewogener Ernährung können diese Diabetiker den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Bei weit
fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes helfen Medikamente in Tablettenform oder auch Insulinspritzen,
den Blutzucker zu regulieren.
Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Blutgefäße, sodass infolge des Diabetes
Folgeerkrankungen auftreten können. Zu solchen Spätschäden der Zuckerkrankheit gehören:
 Herzinfarkt,
 Schlaganfall,
 Durchblutungsstörungen der Beine und Füße,
 Veränderungen der Netzhaut,
 Störungen der Nierenfunktion und
 Erektionsstörungen.
Durch geschädigte Nerven kann es infolge eines Diabetes mellitus zu Taubheitsgefühlen
und Gefühlsstörungen kommen. Um solchen Beschwerden vorzubeugen, ist eine
Auch wenn Diabetes melltius Typ 1 nicht heilbar ist, wird den Patienten es ermöglicht,
aufgrund der weit vorangeschrittenen Medizin ein langes Leben mit einer hohen Lebensqualität zu
führen.
Bei der Autoimmunkrankheit Diabetes mellitus Typ 1 wendet sich das Immunsystem des
Körpers gegen die Bauchspeicheldrüsenzellen, die Insulin produzieren, und zerstört diese. Die
Insulinproduktion kann nicht mehr fortgesetzt werden und es kommt zum Ausbleiben des Hormons
innerhalb kürzester Zeit.
Dieser Vorgang kann fatale Folgen haben, denn das Hormon Insulin ist dafür
verantwortlich, den Zucker, der durch die Nahrung in das Blut aufgenommen wurde, abzubauen
und ihn zur Energiegewinnung zu verwenden. Bei einer Zerstörung der Insulinzellen staut sich der
Zucker in den Adern, sodass der Blutzuckerspiegel in die Höhe schießt.
Typische Symptome und Anzeichen bei Diabetes mellitus Typ 1
 Häufiges Wasserlassen  Gewichtsverlust
 Vermehrter Durst  Geringe Belastbarkeit

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 Allgemeine Schwäche
Die diabetische Gastroparese ist eine der Spätkomplikationen eines Diabetes mellitus Typ II
(Zuckerkrankheit). Es handelt sich dabei um eine Funktionsstörung der Magenbeweglichkeit,
welche sich durch Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen bemerkbar macht. Ursächlich ist eine
Schädigung von kleinsten Nervenfasern durch die jahrelang überhöhten Blutzuckerspiegel. Eines
der Hauptprobleme der diabetischen Gastroparese ist, dass aufgrund der Magenlähmung
gleichzeitig die Aufnahme von wichtigen Diabetesmedikamenten behindert wird.
Typische Symptome und Anzeichen bei diabetischer Gastroparese
 Völlegefühl, Sodbrennen  erhöhter Blutzuckerspiegel
 Übelkeit, Erbrechen
Die diabetische Ketoazidose ist eine Stoffwechselentgleisung. Insulinpflichtige (Typ-1)
Diabetiker sind besonders betroffen. Die diabetische Ketoazidose kann dann auftreten, wenn die
Blutzuckerwerte nicht gut eingestellt sind.
Jedoch kann das Versagen des Stoffwechsels auch plötzlich auftreten. Ein Mangel an Insulin
lässt die Blutzuckerwerte stark ansteigen. Dieser Zustand wird auch als Hyperglykämie bezeichnet.
Aufgrund eines übermäßigen Dursts und ständigem Wasserlassen, verliert der Körper Flüssigkeit
und trocknet langsam aus (Exsikkation).
Neben Herz-Kreislauf- und Nierenproblemen, kommt es zu Bewusstseinsstörungen, die
unbehandelt zum Koma führen können. Eine diabetische Ketoazidose muss sofort im Krankenhaus
behandelt werden, da sie unbehandelt oder auch nur unzureichend behandelt zum Tod führen kann.
Typische Symptome und Anzeichen bei diabetischer Ketoazidose
 Vermehrter Durst
 Häufiges Wasserlassen
 tiefes Einatmen (Kussmaul Atmung)
 Betroffene riechen Luft wie Nagellack
 Müdigkeit
 Übelkeit und Erbrechen
 Bauchschmerzen
 Bewusstseinsstörungen oder gar Diabetisches Koma
Eine diabetische Nephropathie ist eine Schädigung der versorgenden Nierengefäße infolge
zu hoher Blutzuckerwerte, die zu einer ausgeprägten Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen
kann.
Als diabetische Nephropathie wird eine Schädigung der glomerulären (knäuelförmigen)
Kapillaren der Niere bezeichnet, die oftmals im Zusammenhang mit einem langjährigen,
insbesondere schlecht eingestellten und mehr als zehn bis 15 Jahren bestehenden Diabetes mellitus
(Typ I und II) beobachtet werden kann. Dabei manifestieren sich die Symptome einer diabetischen
Nephropathie in vielen Fällen erst nach Jahren im fortgeschrittenen Verlauf.
Zu diesen gehören Kopfschmerzen, Leistungsschwäche, Anämie (Blutarmut), Ödembildungen
in den Beinen (Schwellungen durch Wassereinlagerungen), Gewichtszunahme, Juckreiz sowie
milchkaffeefarbene Hautveränderungen. Bei etwa einem Drittel der von Diabetes mellitus
Betroffenen geht eine Nephropathie mit einer Retinopathia diabetica einher.
Im fortgeschrittenen Stadium einer diabetischen Nephropathie können aufgrund der
ausgeprägten Nierenschädigung Dialyse und Nierentransplantationen erforderlich werden. Über 30
Prozent der dialysepflichtigen Menschen in Deutschland sind von einer diabetischen Nephropathie
betroffen, womit die Erkrankung der häufigste Grund für eine Dialysepflicht ist.
Bei der diabetischen Neuropathie handelt es sich um eine Erkrankung der Nerven, die im
Rahmen einer langjährigen Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) entstehen kann. Die Symptomatik
beginnt typischerweise zunächst im Bereich der Füße und kann sich mit einem Verlust der
Sensibilität und Kribbeln, aber auch mit Lähmungserscheinungen äußern.
Typische Symptome und Anzeichen bei diabetischer Neuropathie
 Beinschmerzen
 Missempfindungen, z.B. Kribbeln
 Überempfindlichkeit der Berührungsreize (Hyperästhesie)

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 Taubheitsgefühl
Das diabetische Fußsyndrom ist eine teils schwere Folgeerkrankung des Diabetes mellitus, bei
der entweder die Nerven oder die Blutgefäße im Fuß geschädigt werden. Dies kann
zu Durchblutungsstörungen und/oder Druckgeschwüren führen. In schweren Fällen kann die
Funktionstüchtigkeit des Fußes so stark beeinträchtigt werden; teilweise kommt es dann sogar zu
Amputationen.
Das neuropathische Fußsyndrom bezeichnet eine Schädigung der Nerven, durch die
Druckstellen, Taubheitsgefühle oder auch Geschwüre am Fuß auftreten. Die Muskulatur wird
geschwächt und die Funktionstüchtigkeit des Fußes beeinträchtigt. Beim ischämischen Fuß ist die
Durchblutung des Fußes gestört. Dadurch können ganze Teile des betroffenen Gewebes absterben
und müssen schlimmstenfalls amputiert werden.
Typische Symptome und Anzeichen bei diabetischem Fußsyndrom
 Durchblutungsstörungen
 Taubheitsgefühl in den Füßen
 Muskelschwund im Bereich der Füße
 Hornhaut an den Füßen
 Fußgeschwüre oder Entzündungen am Fuß
 oft Kalte Füße
Ein diabetisches Koma kann bei Patienten auftreten, die unter Diabetes mellitus leiden. Nach
einer Entgleisung des Stoffwechsels verlieren sie das Bewusstsein und fallen ins Koma. Dieser
Zustand ist eine Notfallsituation, die zwingender Behandlung bedarf.
Bleibt ein Patient mit dem auch als Coma diabeticum bezeichneten Zustand unbehandelt, kann
dies zum Tod führen. Es gibt eine Reihe von Anzeichen, auf die der Patient möglichst frühzeitig
reagieren sollte, um ein diabetisches Koma zu vermeiden. Diese sind unter anderem
Appetitlosigkeit und Erbrechen, aber auch ein vermehrtes Durstgefühl bei gleichzeitigem Anstieg
der ausgeschiedenen Urinmenge.
Allgemeine Schwäche, eine erhöhte Atemfrequenz und die Anzeichen einer beginnenden
Austrocknung des Körpers zählen ebenfalls zu den Warnzeichen des diabetischen Komas.
Typische Symptome und Anzeichen bei diabetisches Koma
 Mundgeruch (riecht nach faulem Apfel)
 Vermehrter Durst  Erbrechen
 häufiges Wasserlassen  Bauchschmerzen
 Müdigkeit  Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
 Übelkeit  Muskelschwäche
Bösartige Tumore im Bereich des Dickdarms werden als Dickdarmkrebs
(Kolonkarzinom) bezeichnet. Der Dickdarm wiederum beginnt im Bereich des rechten
Unterbauchs. Dort schließt er sich an den Dünndarm und endet schließlich am After.
Diese Krebsform als bösartige Wucherung von Zellen entwickelt sich überwiegend aus der
Schleimhaut des Darms. Teilweise entsteht die Entartung von anfangs gutartigen Wucherungen an
der Darmschleimhaut. Meist tritt diese Erkrankung erst nach dem 40. Lebensjahr auf.
Typische Symptome und Anzeichen bei Dickdarmkrebs
 Blut im Stuhl
 Durchfall oder Verstopfung im Wechsel
 Stuhl hat die Form eines dünnen Bleistiftes (sogg. Bleistiftstuhl)
 Bauchschmerzen  Abgeschlagenheit
 Gewichtsabnahme  Müdigkeit
 Blutarmut
Polypen als eine Form von Geschwülsten können grundsätzlich überall dort entstehen, wo
Schleimhaut vorhanden ist, wie beispielsweise Dickdarmpolypen, die im Dickdarm (Kolon)
wachsen. Auch wenn es sich um gutartige Zellansammlungen handelt, können sie lebensbedrohlich
werden, da sie das Risiko in sich tragen, zu Krebszellen zu entarten.
Dabei werden unterschiedliche Arten differenziert. Mit etwa neun Zehnteln stellen die
sogenannten Adenome die häufigste Art dar. Ihre Größe kann zwischen wenigen Millimetern bis zu

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mehreren Zentimetern variieren, wobei angenommen wird, dass die Größe mit dem
Entartungsrisiko korreliert: Je größer der Adenom-Polyp ist, desto wahrscheinlicher ist, dass sich
dieser im Laufe der nächsten Jahre zu einem bösartigen Tumor entwickeln kann.
Als diffuser Ösophagusspasmus wird in Fachkreisen eine meist chronische
Bewegungsstörung der Speiseröhre bezeichnet. In der Fachsprache wird diese Störung als
'Motilitätsstörung bezeichnet. Es kommt dabei wiederholt zu anfallsartigen Muskelkontraktionen
der Speiseröhre, dabei können auch Schmerzen am Brustbein auftreten. Die genauen Ursachen für
den diffusen Ösophagusspasmus sind nicht geklärt.
Symptome und Anzeichen bei Diffusem Ösophagusspasmus
 Schmerzen hinter dem Brustbein auftreten (Non-Cardiac-Chest-Pain)
 Dysphagie, Schluckbeschwerden
 ggf. Atemnot
Die Diphtherie ist eine akute, manchmal lebensbedrohliche Infektionserkrankung, die durch
Corynebacterium Diphtheriae, ein toxinbildendes Bakterium ausgelöst wird. Dieses kommt
ausschließlich beim Menschen vor. Die Diphtherie ist laut Definition eine
akute Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Corynebacterium Diphtheriae verursacht wird.
Der Krankheitserreger kann die Krankheit nur auslösen, wenn er bestimmte Toxine (Giftstoffe)
produzieren kann. Diese stören die Stabilität der Zellmembran und schädigen oder zerstören so die
Zellen. Die Toxine wirken auch auf Organe ein, die von der eigentlichen Entzündungsstelle weiter
entfernt liegen, wie zum Beispiel Herz, Niere oder Leber. Dies begründet die gefährlichen
Komplikationen der Diphtherie.
Betroffene der antisozialen oder dissozialen Persönlichkeitsstörung, kurz APS genannt,
missachten in ihrem Verhalten soziale Normen und besitzen kein oder wenig
Einfühlungsvermögen. Das Verhalten Betroffener kann nicht durch positive oder negative
Verstärkung von außen geändert werden, im Gegenteil wird Bestrafung Trotzreaktionen auslösen.
Die Psychopathie ist eine schwere Form der antisozialen/dissozialen Persönlichkeitsstörung.
Die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) – früher auch multiple
Persönlichkeitsstörung (MPS) genannt – bezeichnet per Definition das Vorhandensein von zwei
oder mehr unterscheidbaren Identitäten oder Persönlichkeitszuständen, die wiederholt die Kontrolle
über das Verhalten der Betroffenen übernehmen (sog. multiple Persönlichkeit).
Divertikel im Darm sind Ausstülpungen der Darmwand und treten vor allem im Dickdarm
auf. Liegen viele Darmdivertikel vor, sprechen Mediziner von einer Divertikulose.
Experten unterscheiden echte und unechte Divertikel:
 Echte Divertikel: Als echte Divertikel im Darm bezeichnet man Ausstülpungen aller
Darmwandanteile. Sie sind in der Regel angeboren und treten einzeln auf (z.B. das sog. Meckel-
Divertikel des Dünndarms).
 Unechte Divertikel: Bei unechten Darmdivertikeln sind nur die innersten Schichten der
Darmwand ausgestülpt, nämlich die Schleimhaut (Mukosa) und die darunterliegende Schicht
(Submukosa). Sie werden auch als falsche Divertikel oder Pseudodivertikel bezeichnet. Unechte
Divertikel im Darm sind nicht angeboren, sondern entstehen meist erst im Laufe der Zeit, sind also
erworben. Herrscht innerhalb des Darms ein größerer Druck oder ziehen bindegewebige Strukturen
wie zum Beispiel Narben von außen an der Wand des Organs, dann können schwache Stellen der
Wand nachgeben, sich nach außen wölben und somit zu einem Divertikel führen.
Die meisten Divertikel im Darm sind Pseudodivertikel.
In den Darmdivertikeln kann sich Stuhl ablagern und diese Verschließen. Die Divertikel im
Darm können sich dadurch entzünden und zu einer sogenannten Divertikulitis führen.
Das Down-Syndrom fällt in die Kategorie der Chromosomenanomalien und ist mit 1 auf 700
Geburten die häufigste. Das Erbgut der Betroffenen weist dabei in den meisten Fällen 47 statt 46
Chromosomen auf. Eines der Chromosomen, das Chromosom 21, ist dabei dreifach vorhanden
(Trisomie). Grund ist ein Fehler bei der Zell- beziehungsweise Reifeteilung – die
Chromosomenpaare sind in diesem Fall nicht gleichmäßig auf die Tochterzellen aufgeteilt worden.

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Das Down-Syndrom kann unterschiedlich in Erscheinung treten. Charakteristisch sind
körperliche Auffälligkeiten und eine geringere Intelligenz. Trisomie 21 ist die häufigste Ursache
geistiger Behinderungen. Die geistigen Fähigkeiten sind aber individuell sehr unterschiedlich
ausgeprägt. Zusätzlich treten gehäuft Fehlbildungen innerer Organe wie zum
Beispiel Herzfehler oder Fehlbildungen des Darms auf. Außerdem kommen Seh- und Hörstörungen
sowie Leukämie häufiger vor als bei Menschen ohne Trisomie 21. Die Prognose des Down-
Syndroms hat sich einerseits durch die mögliche Behandlung der Folgeerkrankungen, andererseits
aber auch durch intensive Förderungsmöglichkeiten der Betroffenen und ein umfassenderes
Krankheitsverständnis in der Bevölkerung verbessert.
Das Dreitagefieber wird auch als Exanthema subitum oder Roseola infantum bezeichnet und ist
eine akute Viruserkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern, die besonders im Frühjahr und
Herbst auftritt. Charakteristisch ist der plötzliche Fieberanstieg auf 40 Grad Celsius oder höher, der
nach drei bis vier Tagen wieder abrupt abfällt. Anschließend kommt es zu einem typischen
Hautausschlag, der ebenso wie eventuelle Begleitbeschwerden (z.B. Durchfall) ohne Folgeschäden
abklingt.
Das duktale Karzinom in situ, kurz DCIS, ist eine sehr früh entdeckte Brustkrebsform. Der
Brustkrebstumor ist noch auf die Milchgänge beschränkt und konnte keine Metastasen bilden.
Daher das duktales Karzinom in situ immer heilbar und weist gute Prognosen auf.
Durchblutungsstörungen sind – meist durch verengte oder verstopfte Arterien entstandene
– Behinderungen des Blutflusses, was zu einer schlechteren Versorgung der betroffenen
Körperbereiche mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut führt: Eine gute Durchblutung ist
notwendig, um die Organe und Gewebe mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Darüber hinaus
nimmt das Blut Substanzen auf beziehungsweise gibt diese ab, damit Organe und Gewebe optimal
arbeiten können. Andere Substanzen wiederum, zum Beispiel Kohlendioxid, transportiert das Blut
aus den Organen wieder ab. Grundsätzlich gilt: Je weniger Sauerstoff ein Organ erhält, desto
weniger leistungsfähig ist es. Die Fähigkeit der Zellen, ohne Sauerstoff zu überleben, unterscheidet
sich von Organ zu Organ, so dass sich auch eine massive Durchblutungsstörung unterschiedlich
auswirkt: Während das Gehirn nur wenige Minuten ohne Sauerstoff überlebt, können Niere und
Leber drei bis vier Stunden und das ruhende Herz sogar mehrere Stunden überleben.
Zu den typischen Erkrankungen, die mit Durchblutungsstörungen einhergehen, gehören unter
anderem die sogenannte Schaufensterkrankheit und die koronare Herzkrankheit (KHK):
 Bei der Schaufensterkrankheit, die man auch als Periphere Arterielle
Verschlusskrankheit (pAVK) bezeichnet, sind die Beine nicht ausreichend durchblutet.
 Die koronare Herzkrankheit ist hingegen durch eine mangelnde Durchblutung des
Herzmuskels gekennzeichnet.
Durchblutungsstörungen können unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel:
 Arteriosklerose
 Gefäßverschluss (Embolie)
 Gefäßentzündung (Vaskulitis)
Außerdem fördern Faktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette oder Diabetes mellitus
das Risiko für Durchblutungsstörungen.
Die Behandlung von Durchblutungsstörungen verfolgt zwei Ziele:
1. die Beschwerden lindern und
2. die zugrunde liegende Gefäßerkrankung aufhalten.
Bei einem sogenannten Durchgangssyndrom handelt es sich um eine Erkrankung, innerhalb
derer die Betroffenen meist mit einem schweren und langen Leidensdruck zurechtkommen müssen.
Dies hat verschiedene Gründe, die auch in der extremen Komplexität dieser gesundheitlichen
Beeinträchtigung liegen. Da es sich bei Durchgangssyndrom um eine Anhäufung verschiedener
Krankheitsbilder handelt, ist die eindeutige Diagnosestellung oftmals erschwert. Zu den eher
untypischen Symptomen, die in ihrer Gesamtheit für eine Definition des Durchgangssyndroms
wichtig sind, gehören die allgemeine Desorientiertheit und Verwirrtheit der Betroffenen sowie ein
unter Umständen aggressives Auftreten.

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Als körperliche Anzeichen des Durchgangssyndroms treten meist ein Bluthochdruck, ein
erhöhter Puls und ein übermäßiges Schwitzen auf.
Typische Symptome und Anzeichen bei Durchgangssyndrom
 Innere Unruhe  Schweißausbrüche
 Orientierungsstörungen  Bluthochdruck
 Stimmungsschwankungen  Herzrasen
 Bewusstseinsstörungen  Gedächtnisstörungen
 Verwirrtheit  Halluzinationen
Bei einer Dysbakterie ist die natürliche Bakterienflora im Darm, Mundhöhle, auf der Haut oder
in der Scheide gestört. Störungen der Bakterienflora führen häufig zu Erkrankungen, die den
gesamten Organismus in Mitleidenschaft ziehen können.
Ist das Mengenverhältnis innerhalb der Darmflora gestört und pathogene Keime breiten sich
aus, dann liegt eine Dysbiose vor. In der Fachliteratur wird an dieser Stelle auch von
einer Dysbakterie oder einer Darmflorastörung gesprochen.
einer Dysbakterie oder einer Darmflorastörung gesprochen.
Nützliche Mikroorganismen im Darm besitzen eine Reihe von Aufgaben:
1. Sie halten die Ansiedlung und Ausbreitung von Krankheitserregern in Grenzen. Das gelingt
ihnen mit der Ausschüttung bestimmter Substanzen wie Schwefelwasserstoff, Wasserstoffperoxid
und kurzkettrigen Fettsäuren.
2. Sie stimulieren und trainieren das Immunsystem. Durch ihre Anwesenheit bilden sich ständig
neue Antikörper. Auch Makrophagen (Fresszellen) entstehen nun in größerer Anzahl.
3. Sie produzieren in geringen Mengen Vitamine: Vitamin K (Coli-Bakterien), Vitamine B3, B5,
Folsäure (Clostridien), Vitamin B12 (Lactobazillen), Biotin (Bacteroides).
4. Mit ihrer Arbeit nähren und versorgen sie die Dickdarmschleimhaut.
5. Sie fördern den Stoffwechsel der Darmwand durch bestimmte Substanzen, die sie ausscheiden.
Die Artenvielfalt dieser Mikroben ist somit groß und ihre Aufgaben sind ausgesprochen
vielfältig.
Die Dysenterie ist eine Entzündung des Darms, die oft zu starker Diarrhö, Magenschmerzen
und Erbrechen führt. Verursacht wird sie meist durch eine bakterielle Infektion, kann jedoch auch
durch Viren- und Parasitenbefall erfolgen.
Regelschmerzen (Dysmenorrhö) sind eines der häufigsten gynäkologischen Probleme.
Einige Frauen leiden sogar unter so starken Regelschmerzen, dass sie zeitweise nicht zur Arbeit
gehen oder alltägliche Tätigkeiten wie den Haushalt verrichten können.
Der Begriff Reizmagen oder Funktionelle Dyspepsie (griech. dys = Störung eines Zustands
oder einer Funktion, pepsis = Verdauung) beschreibt eine Störung der Magenfunktion, die vor
allem zu Magenbeschwerden beziehungsweise Oberbauchbeschwerden führt und für die keine
organische Ursache festzustellen ist. Nach internationaler Definition liegt dann ein Reizmagen vor,
wenn die typischen Beschwerden wie Völlegefühl, Druck im Oberbauch, vorzeitiges
Sättigungsgefühl, Übelkeit und Erbrechen innerhalb eines halben Jahres mindestens drei Monate
bestehen und nach ärztlichen Untersuchungen andere Erkrankungen des Magens
wie Magengeschwüre oder Entzündungen als Auslöser ausgeschlossen sind.
Dysphagie ist der medizinische Fachbegriff für Schluckbeschwerden. Diese können sowohl
akut auftreten oder sich zu einem chronischen Symptom entwickeln, das mehrere Ursachen haben
kann. Die Behandlung von Dysphagie zielt auf die Ursache der Beschwerden und kann
Schlucktherapie, Medikation und Chirurgie umfassen.
Zu den Stimmstörungen (Dysphonie) zählen alle Störungen der Stimmerzeugung, die ihre
Ursache in organischen Schädigungen der Stimmwerkzeuge (z.B. Kehlkopf) haben oder durch
deren falschen Gebrauch hervorgerufen werden (usogene Ursache). Außerdem können
psychologische Ursachen zu einer Dysphonie führen. Verwendet ein Mediziner den
Ausdruck funktionelle Stimmstörung, dann sind damit alle Dysphonien gemeint, denen keine
organischen Ursachen zu Grunde liegen. Aufgrund der Stimmstörungen verändert sich die Qualität
der Stimme, welche von schwach über rau bis angestrengt, zitternd oder hauchig klingen kann.
Auch Tonlagenänderungen oder ein kompletter Ausfall der Stimme sind möglich.

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Bei einer Dystonie leitet sich die Definition aus dem Begriff selbst ab. So steht Dystonie für
«fehlregulierte Anspannung» (griech. dys = fehlreguliert, tonus = Spannung). Es handelt sich um
ein Krankheitsbild, bei dem es zu unwillkürlich ausgeführten oder
anhaltenden Muskelkontraktionen kommt. Diese Muskelkontraktionen zeigen sich in
ungewöhnlichen Bewegungen und Körperhaltungen.
Mediziner zählen Dystonien aufgrund der krankhaften (pathologischen)
Muskelkontraktionen zu den Bewegungsstörungen.
Man unterscheidet verschiedene Typen der Dystonie. Es gibt generalisierte Dystonien, die
größere Teile oder auch den ganzen Körper befallen können, und fokale Dystonien, die nur einzelne
Muskelgruppen betreffen. Eine generalisierte Dystonie beginnt häufig im Kindes- oder
Jugendalter und kann zu schweren Behinderungen führen.
Eine fokale Dystonie kann verschiedene Muskelgruppen betreffen und typische Symptome
auslösen.
Mediziner benennen sie entsprechend danach, welche Muskeln vorwiegend betroffen sind:
 zervikale Dystonie: Schiefhals (Torticollis spasmodicus)
 Blepharospasmus: Lidkrampf
 spasmodische Dysphonie: Stimmbandkrampf
 oromandibuläre Dystonie: Mund-, Zungen-, Schlundkrampf
 aktionsspezifische fokale Dystonien: zum Beispiel Schreibkrampf
Der Dünndarmkrebs oder Dünndarmtumor kann als Geschwulst definiert werden, die sich in
einem spezifischen Bereich des Darmes, also im Verdauungstrakt manifestiert. Der Dünndarmkrebs
kann in Abhängigkeit von seiner typischen Beschaffenheit und der enthaltenen Zellarten sowohl als
gutartiger als auch bösartiger Tumor erkannt werden.
Ein gutartiger Dünndarmtumor wird als Dünndarmpolyp, eine bösartig Geschwulst als
Dünndarmkrebs bezeichnet. Da der Dünndarm aus verschiedenen Zonen besteht, muss
der Dünndarmtumor nicht auf ein spezielles Areal beschränkt sein und kann im kompletten
Dünndarm lokal begrenzt auftreten.
Aus diesem Grund erfolgte eine Klassifizierung beim Dünndarmtumor in Abhängigkeit von
dessen Lokalisierung. Neben dem Dünndarmtumor im Zwölffingerdarm kann sich ein
Dünndarmkrebs auch im Leerdarm oder im Krummdarm entwickeln. Die bösartige Form
beim Dünndarmtumor ist typisch für den Bereich des Zwölffingerdarms.
Ein Dünndarmtumor ist eine Geschwulst im zu den Verdauungsorganen zählenden
Dünndarm. Zu den Dünndarmtumoren zählen:
 Dünndarmpolypen (gutartige Geschwulste im Dünndarm)
 Dünndarmkrebs (bösartige Geschwulste im Dünndarm)
Ursprungsgewebe gutartiger Dünndarmtumor
Schleimhaut Adenom
Muskelgewebe Leiomyom
Bindegewebe Fibrom
Fettgewebe Lipom
Gefäße Angiom
Nerven Neurogener Tumor
Mischtumor Hamartom
Ebola zählt zu den sogenannten hämorrhagischen Fiebern. Das sind teils sehr
schwere Infektionskrankheiten, die zu hohem Fieber führen und innere Blutungen auslösen
können. Ebola wird von dem gleichnamigen Ebola-Virus verursacht. Es verbreitet sich über
Körperflüssigkeiten – insbesondere Blut – von Mensch zu Mensch. In 50 bis 80 Prozent der Fälle
endet dieses hämorrhagische Fieber tödlich.
Die Trisomie 18 (Edwards-Syndrom) ist laut Definition eine schwere
Entwicklungsstörung, die durch eine Chromosomenstörung verursacht wird. Kinder mit Edwards-
Syndrom sind bei der Geburt stark untergewichtig. Sie haben schwere Organfehlbildungen.
Insbesondere Herz, Nieren, Magen-Darm-Trakt und Gehirn sind betroffen. Meistens sterben die
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Kinder bereits während der Schwangerschaft oder in den ersten Lebensmonaten. Wenige Kinder
überleben das erste Lebensjahr. In Ausnahmefällen erreichen sie das Jugendalter.
Das Ehlers-Danlos-Syndrom ist eine sehr seltene Bindegewebserkrankung. Es handelt sich
dabei um eine vererbbare Krankheit, die im Rahmen eines Gendefekts auftritt. Dabei liegt eine
Kollagensynthese-Störung vor. Da das Bindegewebe im ganzen Körper vorhanden ist, können die
Symptome und Anzeichen des Ehlers-Danlos-Syndroms sehr unterschiedlich und vielfältig sein.
Mitunter kann der Betroffene über eine überdehnbare Haut klagen; in einigen Fällen ist sogar von
einem Reißen der Gefäße sowie inneren Organe die Rede. Es gibt zehn Typen des EDS, welche
unterschiedliche Symptome sowie Verläufe mit sich bringen.
Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung) sind häufige
Hauterkrankungen des Penis:
 Bei einer Balanitis ist die Eichel (Glans) des Penis entzündet,
 bei einer Posthitis ist die Vorhaut beziehungsweise das innere Vorhautblatt (Posthion) des
Penis entzündet.
In der Regel entstehen Entzündungen der Penisvorhaut und der Eichel durch eine Infektion mit
Bakterien oder anderen (teils sexuell übertragbaren) Mikroorganismen.
Typische Merkmale der Balanitis und Posthitis sind:
 Rötung  Juckreiz
 Schwellung  Nässen
 Brennen  evtl. wässrige/eitrige Absonderung
Eine Adnexitis ist laut Definition eine Entzündung von Eileiter und Eierstock. Beide
Organe werden unter dem Begriff «Adnexe» zusammengefasst, was so viel
wie «Gebärmutteranhängsel» bedeutet. Die beiden Eileiter sind etwa bleistiftdicke Schläuche,
die seitlich von der Gebärmutter abgehen und mit ihrem freien trichterförmigen Ende den
Eierstöcken anliegen. Von dort nehmen sie nach dem Eisprung die Eizelle auf und
transportieren sie zur Gebärmutter. Eine Befruchtung der Eizelle findet bereits im Eileiter statt.
Eierstockkrebs ist ein bösartiger Tumor der Eierstöcke. Die Eierstöcke sind die Keimdrüsen
der Frau und werden auch als Ovarien bezeichnet – daher verwenden Mediziner für
diese Krebserkrankung auch den Begriff Ovarialkarzinom.
Die sogenannte FIGO-Klassifikation (International Federation of Gynecology and Obstetrics)
teilt den Eierstockkrebs je nach Ausdehnung in vier verschiedene Tumorstadien ein:
 FIGO I: Der Eierstockkrebs befällt nur Eierstockgewebe (es können ein Eierstock, aber
auch beide Eierstöcke betroffen sein).
 FIGO II: Das Ovarialkarzinom hat sich bereits im Becken ausgebreitet.
 FIGO III: Der Eierstockkrebs hat bereits Metastasen in die Bauchhöhle (sogenannte
Peritonealkarzinose) oder in die Lymphknoten gestreut.
 FIGO IV: Es gibt bereits Metastasen außerhalb der Bauchhöhle (zum Beispiel in der
Lunge).
Eine Eierstockzyste (Ovarialzyste) ist eine von einer Kapsel umgebene, sackartige Geschwulst
am Eierstock mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt. Der Begriff «Zyste» hat rein beschreibenden
Charakter. Er sagt nichts darüber aus, ob die Veränderung gutartig oder bösartig ist. Dies kann
der Arzt erst durch die Untersuchung einer Gewebeprobe feststellen.
Die meisten Eierstockzysten sind sogenannte funktionelle Zysten. Funktionelle Zysten können
durch körpereigene Hormone infolge der normalen, zyklusbedingten Veränderungen am Eierstock
entstehen. Außerdem kann eine funktionelle Eierstockzyste auch als Nebenwirkung einer
Hormontherapie auftreten. In anderen Fällen sind Störungen oder Erkrankungen, die den
Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen, die Ursache. Funktionelle Eierstockzysten
betreffen fast ausschließlich geschlechtsreife Frauen, besonders häufig während
beziehungsweise kurz nach der Pubertät und in den Wechseljahren (Klimakterium). Eine
Therapie ist selten erforderlich, da sich die Ovarialzyste oft spontan zurückbildet und nur selten
Komplikationen auftreten. Manchmal verursacht eine Eierstockzyste Schmerzen. Zu Beschwerden
kommt es aber meist erst, wenn die Ovarialzyste bereits eine gewisse Größe erreicht hat, sodass sie
auf andere Organe drückt.

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Die Eileiterschwangerschaft ist wie die Bauchhöhlenschwangerschaft eine Schwangerschaft,
die sich außerhalb der Gebärmutter entwickelt – der Fachbegriff hierfür lautet
 ektope Schwangerschaft (griech.: ektos = außen, topos = Ort) oder auch
 extrauterine Schwangerschaft beziehungsweise
 Extrauteringravidität (lat.: extra = außerhalb, uterus = Gebärmutter, graviditas =
Schwangerschaft).
Eingerissene Mundwinkel sind im Allgemeinen hartnäckig, unästhetisch und entzünden sich
in den meisten Fällen. Sie verursachen Schmerzende, vermehrt auch brennende Empfindungen.
Die Zöliakie, auch einheimische Sprue genannt, ist eine Unverträglichkeit des Dünndarms
gegenüber Gluten, einem Getreideeiweiß aus Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und Dinkel.
Bei den Betroffenen ruft diese Erkrankung Symptome wie Durchfall, Völlegefühl, Übelkeit,
Blutarmut, Vitamin- und Eiweißmangel hervor. Vor allem im Kindesalter kann es durch die
Zöliakie, die eine gestörte Dünndarmfunktion verursacht, zu Mangelernährung und damit
Wachstums- und Entwicklungsstörungen kommen.
Unter dem Begriff Einschlafzuckungen werden verschiedene Phänomene zusammengefasst,
die während des Einschlafens oder in der ersten Schlafphase beobachtet werden können.
Die Zytomegalie ist eine Infektionskrankheit, die durch das Zytomegalie-Virus (CMV)
verursacht wird. In Europa sind etwa 50 Prozent der Menschen mit dem Virus infiziert – in
Entwicklungsländern sind es über 90 Prozent. Zytomegalie-Erkrankungen in der Schwangerschaft
können gefährlich für das Ungeborene sein.
Zytomegalie-Viren (CMV) als Ursachen der Zytomegalie gehören zur Gruppe der
Herpesviren. Dabei handelt es sich um kleine Partikel, deren Erbinformation in Form von DNA
vorliegt – sogenannte DNA-Viren.
Das Virus verbreitet sich über
 Sperma  Urin
 Speichel  Blut und Blutbestandteile
Der Begriff Eisenspeicherkrankheit (bzw. Siderose) bezeichnet per Definition
verschiedene Erkrankungen, die zu einem Eisenüberschuss im Körper führen. Man
unterscheidet erbliche (primäre) und erworbene (sekundäre) Eisenspeicherkrankheiten:
 Primäre Eisenspeicherkrankheit: Die klassische erbliche Siderose ist die sogenannte
erbliche (hereditäre) Hämochromatose. Sie ist durch eine erhöhte Aufnahme (Resorption) von
Eisen aus dem Darm ins Blut gekennzeichnet. Die primäre Eisenspeicherkrankheit bricht selten vor
dem 20. Lebensjahr aus, meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Tritt die Erkrankung vor dem
30. Lebensjahr auf, handelt es sich um die sogenannte juvenile Hämochromatose. Sehr selten ist
die neonatale Hämochromatose, bei der bereits Ungeborene Symptome zeigen, sodass in der
Regel innerhalb der ersten drei Monate eine Lebertransplantation notwendig ist.
 Sekundäre Eisenspeicherkrankheit: Eine erworbene Siderose kann aufgrund
verschiedener Vorerkrankungen wie zum Beispiel Alkoholismus oder Hepatitis C entstehen, wenn
der Körper mit Eisen überlastet ist.
Per Definition ist die Impetigo contagiosa eine bakterielle, durch Staphylokokken oder
Streptokokken herbeigeführte, hochinfektiöse Hauterkrankung bei Kindern. Sie wird aufgrund ihres
Erscheinungsbildes unter anderem auch Eiterflechte, Pustelflechte oder Borkenflechte genannt.
Es gibt drei Formen der Impetigo contagiosa:
 Die kleinblasige Impetigo contagiosa (auch Grindflechte oder Impetigo vulgaris) ist die
häufigste Infektion der Haut bei Kindern. Sie befällt vorwiegend das Gesicht, die Kopfhaut
und die Hände.
 Die großblasige Impetigo contagiosa (auch Impetigo bullosa) breitet sich am Bauch, unter
den Achseln, am Hals oder im Genitalbereich aus.
 Die nicht-bullöse Impetigo contagiosa bildet nur sehr kleine Bläschen aus, die nicht bis
kaum zu sehen sind; hier überwiegen die gelblichen Krusten. Sie kann an allen Hautstellen
auftreten, die bei den ersten beiden Formen betroffen sind.

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Von einem Eiweißmangel spricht man, wenn dem Körper weniger Eiweiße als erforderlich
zur Verfügung stehen.
Dies kann über eine unzureichende Ernährung ebenso geschehen wie über einen Enzymmangel,
aufgrund bestimmter Krankheiten (zum Beispiel Sprue, Zöliakie, Schilddrüsenerkrankungen) und
bei erhöhtem Verbrauch (zum Beispiel bei Fieber).
Von einem Eiweißmangel am ehesten betroffen sind die sogenannten Albumine. Sie sind
unentbehrlich für den menschlichen Organismus und sorgen für den notwendigen Druck in allen
Zellen. Aus diesem Grunde besteht bei einem länger anhaltenden und deutlich ausgeprägten
Eiweißmangel stets auch Lebensgefahr.
Bei einer Eklampsie handelt es sich um die schwerste Form einer
Schwangerschaftsvergiftung. Es kommt bei der Schwangeren unter Umständen zu Krampfanfällen,
bei denen die Patientin sogar ins Koma fallen kann. Bevor es zur Eklampsie kommt, besteht in der
Regel eine Präeklampsie. Diese äußert sich meist durch einen erhöhten Blutdruck sowie eine
gesteigerte Ausscheidung von Eiweiß durch die Nieren.
Das Ekzem ist eine Reaktion der Haut, die an eine Entzündung erinnert, allerdings nicht
infektiös bedingt ist. Zunächst rötet sich dabei die Haut, bildet anschließend Bläschen und nässt.
Das Abklingen der Krankheit ist von starker Schuppung der Haut und einer Krustenbildung
gekennzeichnet. Zwar ist das Ekzem nicht infektiös bedingt, wird allerdings mit entzündlichen
Reaktionen der Haut, die ähnlich verlaufen, unter dem moderneren Sammelbegriff Dermatitis
zusammengefasst.
Die Ellenbogenverrenkung oder Ellenbogen-Luxation ist die vollständige Ausrenkung
des Ellenbogengelenks. Zumeist wird sie durch Traumata ausgelöst und liegen zusätzlich
Verletzungen der Seitenbänder, Nerven oder Knochenbrüchen vor. Bei Kindern ist die Ellenbogen-
Luxation die häufigste Verrenkung, bei Erwachsen nach der Auskugelung des Schultergelenks die
zweithäufigste.
Die Embolia cutis medicamentosa ist eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation,
die in aller Regel im Anschluss an eine intramuskuläre Injektion zu beobachten ist. Die Erkrankung
wird mit lokalisierten, teilweise großflächigen Hautnekrosen assoziiert, deren Therapie langwierig
ist.
Eine Embolie ist per Definition ein plötzlicher Verschluss eines Blutgefäßes durch einen
über die Blutbahn verschleppten Pfropf. Der Begriff Embolie leitet sich von dem griechischen
Wort embole (= das Hineindringen) ab.
Der für die Embolie verantwortliche Pfropf, der sogenannte Embolus, ist dabei in einem Gefäß
eingekeilt, dessen Durchmesser kleiner ist als der des Embolus selbst. Der Embolus ist im Blut
nicht löslich und kann fest, flüssig oder gasförmig sein:
 feste Emboli: Blutgerinnsel (Thromben), Gewebe, Parasiten, Tumorzellen
 flüssige Emboli: Fetttropfen, Fruchtwasser
 gasförmige Emboli: Luftblasen
Als Enanthem wird im medizinischen Fachjargon jegliche Form eines Ausschlages im
Bereich der Schleimhäute bezeichnet, wobei in den meisten Fällen die Mundschleimhaut betroffen
ist. Im Verlauf der Entstehung eines Enanthems schwellen die winzigen Gefäße der Schleimhäute
(sog. Kapillaren) durch eine Reaktion des Immunsystems entzündlich an. Dies führt zu der roten,
fleckigen Färbung der Schleimhaut, die typisch für ein Enanthem ist und mit Schwellung, Brennen,
Jucken oder auch Schmerzen einhergehen kann.
Eine Bakterielle Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut, dem
sogenannten Endokard. Dort schädigt sie durch die stattfindenden entzündlichen
Veränderungen vor allem die Herzklappen.
Die Bakterielle Endokarditis wird durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst. Die
Erkrankung lässt sich entsprechend ihrer Verlaufsformen in eine subakute und eine akute Form
unterteilen. Die subakute Endokarditis verläuft im Gegensatz zur akuten Form wesentlich
langsamer, mit weniger Symptomen, im Allgemeinen also leichter als eine akute Endokarditis.
Herzfehlbildungen, Herzklappenersatz-Operationen und andere Erkrankungen des Herzens
steigern das Risiko, an einer Endokarditis zu erkranken. Die Symptome der bakteriellen

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Endokarditis können sehr uncharakteristisch sein, bei beinahe allen Erkrankten treten jedoch im
Laufe der Erkrankung Fieber oder ein neu aufgetretenes beziehungsweise ein verstärktes oder
verändertes Herzgeräusch auf. Es kann allerdings auch zu einem schweren Krankheitsbild mit
Kreislaufversagen kommen.
Eine Bakterielle Endokarditis behandelt der Arzt mit Antibiotika. Für eine effektive
Behandlung der bakteriellen Endokarditis sollte der genaue Erreger bestimmt werden. Die Therapie
richtet der Arzt dann genau auf den Erreger aus. Eine Bakterielle Endokarditis kann unbehandelt
zum Tod führen. Ist das Risiko für eine Bakterielle Endokarditis erhöht – etwa durch
einen Herzfehler oder vorgeschädigte Herzklappen – ist es ratsam, selbst vor kleinen Eingriffen wie
zum Beispiel einer Zahnsteinentfernung mit Antibiotika einer Infektion vorzubeugen.
Neben der bakteriellen Endokarditis gibt es Außerdem die sogenannte postinfektiöse
Endokarditis, die nicht durch Bakterien, sondern durch Kreuzreaktionen des Immunsystems nach
Infektionen oder Entzündungen ausgelöst wird. Das Abwehrsystem bildet sogenannte Antikörper,
um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Diese reagieren manchmal aber auch mit körpereigenen
Zellen, zum Beispiel denen der Herzinnenhaut. Häufig sind davon die Herzklappen betroffen, die
sich dann verdicken. An diesen Stellen lagern sich dann Blutplättchen (Thrombozyten) und
Gerinnungsfaktoren (Fibrin) ab und verstopfen die Klappen. Die postinfektiöse Endokarditis gehört
zu den möglichen Symptomen des Rheumatischen Fiebers, das infolge einer Streptokokken
Infektion auftreten kann.
Die Rheumatische Endokarditis (postinfektiöse Endokarditis) ist eine Entzündung der
Herzinnenhaut (Endokard) als Symptom für das sogenannte Rheumatische Fieber. Dies ist eine
Autoimmunreaktion, die nach einer Infektion mit bestimmten Bakterien auftreten kann.
Endometriose ist eine gutartige Frauenkrankheit, bei der sich Gebärmutterschleimhaut
(Endometrium) außerhalb der inneren Höhle der Gebärmutter findet – zum Beispiel in der
Gebärmuttermuskulatur oder ganz außerhalb der Gebärmutter in anderen Organen.
Grundsätzlich können Endometriosen jedes Organ betreffen. Am häufigsten findet sich die
Endometriose jedoch in den Organen des kleinen Beckens in unmittelbarer Nähe zur Gebärmutter
(wie Eileiter und Eierstöcke) beziehungsweise in einer Bauchfellhöhle zwischen Darm und
Hinterseite der Gebärmutter (sog. Douglas-Raum). Die Ursachen der Endometriose sind noch nicht
abschließend geklärt.
Das bei einer Endometriose verlagerte Gewebe nimmt wie die normale Gebärmutterschleimhaut
am Menstruationszyklus teil und führt besonders während der Menstruation zu Beschwerden.
Wesentliches Anzeichen der Endometriose ist daher eine schmerzhafte Regelblutung, begleitet
durch schwere Krämpfe. Wie sich die Endometriose noch äußert, hängt unter anderem davon ab,
in welchen Organen sich das verlagerte Gebärmuttergewebe befindet. Weitere mögliche
Endometriose-Symptome sind zum Beispiel:
 Zyklusstörungen
 Unfruchtbarkeit
 bei Endometriose in der Bauchfellhöhle zwischen Darm und Gebärmutter:
o Kreuzschmerzen
o Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
 bei Endometriose in der Blase:
o Blut im Urin
o erschwertes Wasserlassen
 bei Endometriose im Darm:
o Blut im Stuhl
o Entleerungsstörungen
Eine Gebärmutterentzündung ist eine – meist bakterielle – Entzündung. Sie kann sich auf
den Gebärmutterhals beschränken oder auf das Innere der Gebärmutter übergreifen.
Eine Gebärmutterentzündung ist selten und tritt vorwiegend dann auf, wenn
Schleimhautveränderungen im Bereich der Scheide das Aufsteigen von Krankheitserregern in die
Gebärmutter begünstigen. Die Entzündungen der Gebärmutter unterteilt man in:
 Entzündungen des Gebärmutterhalses (Zervizitis)

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 Entzündungen der Schleimhautauskleidung der Gebärmutter (Endometritis)
 Entzündungen der Gebärmuttermuskulatur (Myometritis)
Gebärmutterkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die von den Zellen der
Gebärmutterschleimhaut ausgeht. Aus der Sammelbezeichnung «Karzinom» für bösartige
Geschwulste von zum Beispiel Haut und Schleimhautgewebe und dem lateinischen Namen
«Endometrium» für Gebärmutterschleimhaut ergibt sich der
Fachbegriff Endometriumkarzinom für diesen Tumor. Aber auch die
Begriffe Uteruskarzinom oder Korpuskarzinom sind geläufig.
Man unterscheidet zwei Typen von Gebärmutterkrebs:
 Typ I-Karzinom: Östrogenabhängiges Karzinom
 Typ II-Karzinom: Östrogenunabhängiges Karzinom
Der Begriff Impingementsyndrom (Engpasssyndrom) steht laut Definition für eine vor
allem durch Schmerzen verursachte eingeschränkte Funktion oder Beweglichkeit eines Gelenks.
Sehr häufig betrifft das Impingement (engl. impingement = Aufprall, Zusammenstoß, Anstoß)
die Schulter; es kann auch an anderen Gelenken auftreten, etwa am Hüftgelenk.
Eine Nebenhodenentzündung (Epididymitis) ist eine durch Bakterien oder Viren
hervorgerufene Infektion des Nebenhodens. Oft breitet sich die Entzündung auf den Hoden aus,
sodass zusätzlich eine Hodenentzündung (Orchitis) entsteht: Diese gleichzeitige Entzündung von
Hoden und Nebenhoden bezeichnen Mediziner als Orchiepididymitis. Ein schmerzhaft
geschwollener Nebenhoden und Hoden ist meistens auf eine akute Entzündung zurückzuführen.
Eine Epiglottitis (Kehldeckelentzündung) ist eine akut lebensbedrohliche bakterielle
Erkrankung - Entzündung des Kehldeckels (Epiglottis) und dessen unmittelbarer Umgebung. Die
Schleimhaut des Kehldeckels schwillt dabei massiv an.
Die Epiglottitis tritt heutzutage aber immer seltener auf und heilt, frühzeitig behandelt,
folgenlos aus. Die Kehldeckelentzündung tritt vorwiegend bei Kindern im Vorschulalter auf,
kommt aber auch bei Erwachsenen vor.
Die Epiglottitis ist eine bakterielle Infektion, deren Erreger bei Kindern meist das
Bakterium Haemophilus Influenzae Typ B ist. Bei Erwachsenen wird die Epiglottitis überwiegend
durch Pneumokokken (Streptococcus Pneumoniae)  oder Staphylococcus aureus ausgelöst. Seitdem
immer mehr Kinder gegen Haemophilus Influenzae Typ B geimpft werden, wird die Epiglottitis
immer seltener.
Epilepsie ist eine Erkrankung chronische Erkrankung, die auf einer Störung im Gehirn
beruht: Eine unnormale nervliche Erregungsbildung im Gehirn löst Anfälle aus –
sogenannte epileptische Anfälle. Ein epileptischer Anfall wirkt häufig dramatisch, klingt jedoch
meist nach wenigen Minuten ab.
Als Epilepsie-Ursachen kommen beispielsweise erblich bedingte
Veranlagung, Stoffwechselstörungen, Missbildungen beziehungsweise Schäden am Gehirn,
Entzündungen, Traumata oder Hirntumoren infrage. Je nachdem, worin eine Epilepsie ihre Ursache
hat, unterscheidet man folgende Formen:
 Die idiopathische Epilepsie ist nicht mit krankhaften Veränderungen des Gehirns
verbunden; ihre Ursachen sind nicht bekannt.
 Eine symptomatische Epilepsie hingegen ist die Folge einer zugrunde liegenden Krankheit
oder Gehirnschädigung.
Erbkrankheiten sind Krankheitsbilder oder Erkrankungen, die durch Fehler in den
Erbanlagen entstehen oder sich durch Mutationen (Spontanmutation aufgrund von
Umwelteinflüssen, Infekten in der Schwangerschaft etc.) neu bilden.
Unter einer erektilen Dysfunktion (erektile Impotenz) versteht man die Unfähigkeit des
Mannes, Geschlechtsverkehr auszuüben. Dabei kommt es beim Mann zu keiner ausreichend langen
Erektion (Versteifung des Glieds) für den Beischlaf. Erst wenn diese Potenzprobleme seit sechs
Monaten oder länger auftreten, handelt es sich per Definition um eine erektile Dysfunktion. Ein
veralteter Begriff für die erektile Dysfunktion ist Impotentia coeundi.
Der Cholesterinspiegel trifft eine Aussage über die Menge des im Blut enthaltenen
Cholesterins. Ein erhöhter Cholesterinspiegel oder Hypercholesterinämie bezeichnet somit eine

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krankhafte oder gestörte Menge an Cholesterin im Blut. Cholesterin ist ein Fettstoff, der für den
Aufbau der jede Zelle umgebenden Zellmembranen, für etliche Hormone sowie für die Produktion
von Gallensäure bedeutsam ist.
HDL-Cholesterin („gutes Cholesterin“), eine bestimmte Cholesterin-Art entfernt Fettstoffe
aus den Blutgefäßen. LDL-Cholesterin („schlechtes Cholesterin“) führt den Blutgefäßen dagegen
Fettstoffe zu, die dort gesundheitsschädliche Ablagerungen bilden können. Wird von
einem erhöhten Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie) gesprochen, so ist das schädliche
LDL-Cholesterin gemeint.
Welcher LDL-Cholesterinspiegel für den einzelnen Menschen noch gesundheitsverträglich
ist, hängt davon ab, ob noch weitere Risikofaktoren existieren, die eine Arteriosklerose fördern
können. Solche Risikofaktoren sind z. B. Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und Rauchen.
Bei einem mittleren Risikoprofil wird ein LDL-Cholesterinspiegel von bis zu 115
Milligramm pro Deziliter als unbedenklich angesehen. Bei erhöhtem Risiko sollte der
Cholesterinspiegel 100 mg/dl nicht überschreiten. Menschen mit Erkrankungen der
Herzkranzgefäße, Diabetis mellitus oder einer mindestens mittelschweren, chronischen
Nierenschädigung sollten einen Cholesterinspiegel von höchstens 70 mg/dl aufweisen.
Der Begriff Erkältung (auch grippaler Infekt genannt) bezeichnet eine meist durch Viren
ausgelöste, akute Infektion der oberen Atemwege. Das Auftreten von Erkältungskrankheiten steht
in direktem Zusammenhang mit einem – etwa durch Stress oder Einwirkung von Kälte –
geschwächten Immunsystem.
Ein Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) ist – anders als akute Knochenbrüche – die Folge
einer lang andauernden und sich ständig wiederholenden Belastung des Knochens.
Ermüdungsbrüche kann man in zwei Arten unterteilen:
 Stressfraktur: kann bei dauerhafter Überlastung von gesunden Knochen auftreten
 Insuffizienzfraktur: entsteht durch Überlastung erkrankter Knochen
Das chronische Erschöpfungssyndrom zeichnet sich vor allem durch einen chronischen, stark
belastenden Erschöpfungszustand mit begleitendem Krankheitsgefühl aus, der plötzlich beginnt und
länger als sechs Monate andauert. Auch nach ausreichend Schlaf fühlen sich Betroffene nicht
erholt.
Ein Erysipel ist laut Definition eine bakterielle Entzündung der Haut. Sie wird meist durch
sogenannte A-Streptokokken verursacht, die sich in den Lymphgefäßen der Haut ausbreiten. Ein
Erysipel wird oft auch als Wundrose oder – wenn es im Gesicht auftritt – auch
als Gesichtsrose bezeichnet. Wundrosen können zu schmerzhaften Rötungen und gefährlichen
Komplikationen führen. Dabei sind vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem
gefährdet.
Es handelt sich beim Erythema chronicum migrans um die sogenannte "Wanderröte", einen
rötlichen kreisförmigen Hautausschlag, welcher einige Tage bis Wochen nach Zeckenbiss im
Bereich der Bissstelle auftritt, sich zentrifugal nach außen ausbreitet, dabei zentral abblasst und als
erstes Stadium der Borreliose gilt.
Als Ringelröteln (Erythema infectiosum) bezeichnet man eine durch Viren ausgelöste
Erkrankung, die meist im Kindesalter auftritt. Ringelröteln sind durch ein charakteristisches
Exanthem (Hautausschlag) gekennzeichnet. Wie auch bei anderen Virusinfektionen, die häufig im
Kindesalter vorkommen (z. B. Röteln oder Masern) sind Personen, die einmal Ringelröteln
bekommen haben, lebenslang gegen das Virus geschützt – sie sind immun. Ringelröteln
(Erythema infectiosum) sind eine Viruserkrankung, die meist im Kindesalter (Klein- und
Schulkinder) vorkommt. Das Virus wird per Tröpfcheninfektion übertragen, zum Beispiel durch
Husten oder Niesen. Der Erreger der Ringelröteln ist das Parvovirus B19, welches weltweit
verbreitet ist.
Erythema nodosum oder Knotenrose ist eine entzündliche Hauterkrankung, die zu
weichen, knotigen und schmerzhaften Entzündungsreaktionen im Unterhautfettgewebe führt. Die
Knotenrose tritt an den Vorderseiten der Unterschenkel auf. Hauptsächlich gehören Frauen zu den
Betroffenen eines Erythema nodosum. Eine Knotenrose wird oftmals, aufgrund von ähnlichen
Beschwerden und Symptomen, von Ärzten mit einer Wundrose verwechselt und falsch therapiert.

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Die Erythromelalgie ist eine selten auftretende Durchblutungsstörung, die mit anfallartig
wiederkehrenden schmerzhaften Schwellungen in Beinen, Füßen, Armen und/oder Händen
einhergeht. Männer und Frauen können gleichermaßen von einer Erythromelalgie betroffen sein.
Der Begriff Erythroplasie bezeichnet in der Medizin eine Krebsvorstufe der Haut bzw.
insbesondere der genitalen Schleimhäute. Verursacht wird diese in den meisten Fällen durch eine
vorhergehende Infektion mit Papillomaviren. Unbehandelt kann sich die Erythroplasie zu einer
schweren Krebserkrankung entwickeln.
Im Rahmen einer Definition der unter der Abkürzung ESBL-Infektion bekannten
Erkrankung ist es wichtig, diese Abkürzung auszuschreiben. Eine ESBL-Infektion bedeutet eine
Beeinträchtigung des Organismus durch Bakterien, die auf Extended Spectrum Beta Laktamase
spezialisiert sind. Diese lassen sich auf den ersten Augenschein recht schlecht mir einer infektiösen
Erkrankung in Verbindung bringen.
Die ESBL-Infektion vollzieht sich vorrangig im Darmsystem und basiert auf einer
Beeinträchtigung durch die Inaktivierung von antibiotischen Medikamenten durch Enterobakterien.
Dies basiert bei der ESBL-Infektion auf der durch krankheitserregende Bakterien erzielten
Veränderung des Enzyms Beta Laktamase, wodurch die Wirkung von Antibiotika unterbrochen
wird.
Als Essstörung oder Ernährungsstörung wird jedes abnormale Essverhalten bezeichnet.
Allerdings gibt es unterschiedliche Formen von Essstörungen.
Wachstumsschmerzen stellen bei Kindern meist keinen Grund zur Sorge dar. Treten
die Schmerzen jedoch wiederholt nicht nur nach Aktivitäten sondern auch in Ruhe auf, sollte ein
Arzt konsultiert werden. Das Ewing-Sarkom kann diese Beschwerden verursachen.
Das Ewing-Sarkom  ist eine Form von Knochenkrebs, der meist in den
Oberschenkelknochen oder im Becken entsteht. Seltener sind die Rippen davon betroffen. Das
Sarkom kann jedoch auch alle anderen Knochen des menschlichen Skeletts befallen. Der äußerst
bösartige Tumor tritt dabei vor allem bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 25
Jahren auf, wobei Jungen wesentlich häufiger betroffen sind als Mädchen.
Kennzeichnend ist beim Ewing-Sarkom vor allem das schnelle Wachstum und damit die
Gefahr, sich ungehindert auf andere Knochen und die Lunge auszubreiten. Unbehandelt führt das
Ewing-Sarkom innerhalb weniger Monate zum Tod.
Als exogene allergische Alveolitis wird eine Entzündung der Alveolen bezeichnet. Sie
entsteht durch das Einatmen von Feinstaub.
Bei der exogenen allergischen Alveolitis (EAA) oder exogen-allergischen Alveolitis
handelt es sich um eine Alveolen Entzündung, die allergisch bedingt ist. Die Alveolen sind
Lungenbläschen, die durch das Einatmen von Feinstaub in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei
kann es sich um chemische Stoffe oder organischen Staub handeln. Wird der schädliche Stoff im
Rahmen einer Berufstätigkeit eingeatmet, lässt sich die exogene allergische Alveolitis zu den
Berufskrankheiten rechnen. In Deutschland sind ca. 5 bis 15 Prozent der Bevölkerung von einer
EAA betroffen. Am häufigsten zeigt sich die Entzündung der Alveolen bei Taubenzüchtern und
Landwirten.
Eine pathologische Vorwölbung des Augapfels wird als Exophthalmus bezeichnet und ist
auf viele verschiedene Ursachen zurückführbar. In aller Regel stellt ein Exophthalmus keine
eigenständige Erkrankung, sondern vielmehr ein Begleitsymptom einer Grunderkrankung dar.
Morbus Fabry (Fabry-Syndrom) ist eine seltene Stoffwechselstörung, die zu
den Erbkrankheiten zählt. Die bei Morbus Fabry herrschende Störung des Stoffwechsels beruht auf
einem erblich bedingten Mangel an einem wichtigen Enzym namens Alphagalaktosidase. Dieses
Enzym spielt eine wichtige Rolle beim Abbau von Fettstoffwechselprodukten in den Körperzellen.
Beim Morbus Fabry ist dieser Abbau gestört oder findet gar nicht statt, sodass sich die Fette in
verschiedenen Zellen anlagern.
Sogenannte Nematoden (Fadenwürmer) können beim Menschen eine Fadenwürmer-
Infektion hervorrufen. Es gibt verschiedene Arten von Nematoden; zu den Nematoden, die weltweit
am häufigsten zu einer Fadenwurm-Infektion führen, zählen der Spulwurm und der Madenwurm.

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Der Spulwurm ist dabei vorwiegend in Gebieten Afrikas, Ostasiens und Lateinamerika
vorzufinden.
Als Failed back surgery syndrome (auch Postdisektomie-
Syndrom oder Postnukleotomoie-Syndrom) werden Schmerzen und auch Beschwerden nach
einer Operation an der Bandscheibe oder der Wirbelsäule bezeichnet. Wer
an Rückenschmerzen leidet, die durch einen Bandscheibenvorfall oder anderen Veränderungen der
Wirbelsäule ausgelöst werden, muss sehr sorgfältig überdenken, ob eine Operation die erhoffte
Linderung erreichen kann. Entscheidend ist es, nicht zu früh zu operieren, denn ein großer Teil der
Operationen führt nicht zum gewünschten Ergebnis. Ein Failed back surgery syndrome ist dann
die Folge.
Bei der Prothrombin-Mutation (Faktor-II-Mutation) handelt es sich um
eine Veränderung in der Erbinformation, die eine Blutgerinnungsstörung bedingt. Betroffene
mit einer Prothrombin-Mutation haben ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen).
Prothrombin gehört zu den Gerinnungsfaktoren und spielt eine entscheidende Rolle bei der
Vernetzung der Blutplättchen. Bei dieser Blutgerinnungsstörung enthält das Blut Betroffener mehr
Prothrombin als gewöhnlich. Bei Menschen mit einer Prothrombin-Mutation gerinnt das Blut
schneller als bei Gesunden. Die Blutgerinnung dient dem Schutz des Körpers vor Blutverlusten.
Die APC-Resistenz ist eine Blutgerinnungsstörung, durch die ein erhöhtes Risiko für
eine Thrombose besteht. Die Störung ist meist angeboren und dann fast immer auf eine bestimmte
Veränderung (Mutation) an einem Träger der Erbanlage (Gen) zurückzuführen: auf die
sogenannte Faktor-V-Leiden-Mutation. Die dadurch verursachte APC-Resistenz zählt zu
den Erbkrankheiten.
Die Fallot-Tetralogie (fallotsche Tetralogie) ist ein komplexer, häufiger
angeborener Herzfehler und wurde erstmals 1888 von Étienne-Louis Arthur Fallot ausführlich
beschrieben: Per Definition umfasst sie vier (Tetralogie) verschiedene Einzelerkrankungen, die
zusammen auftreten:
 Einengung der Lungenarterien (Pulmonalstenose)
 Herzwanddefekt (durchgehende Verbindung der beiden Herzkammern)
 Herzmuskelvergrößerung der rechten Herzkammer
 Fehlstellung der Aorta (Hauptschlagader)
Als familiäre Hypercholesterinämie bezeichnet man erblich bedingte Erhöhungen der
Cholesterinwerte. Es gibt verschiedene Formen. Bei der häufigsten Variante spielen neben den
genetischen Faktoren der Lebensstil und die Ernährung eine wichtige Rolle. Sie heißt: polygene
familiäre Hypercholesterinämie.
Die Cholesterinwerte im Blut liegen bei dieser Form meist zwischen 250 und 350 Milligramm
pro Deziliter (mg/dl) beziehungsweise 6,4 und 9 Millimol pro Liter (mmol/l). Der
Gesamtcholesterinwert sollte aber unter 200 mg/dl beziehungsweise 5,2 mmol/l liegen.
Man unterscheidet vor allem folgende Formen:
 polygene Hypercholesterinämie - unterscheidet sich insofern von den monogenen Formen,
dass nicht allein die Gene ausschlaggebend sind, sondern neben erblichen Faktoren vor
allem der Lebensstil zu erhöhten Cholesterinwerten führt: falsche, zu fettreiche
Ernährung; Übergewicht; Bewegungsmangel.
 monogene Hypercholesterinämie - Folge der Mutation: Die Leber entfernt weniger LDL aus
dem Blut, der Cholesterin-spiegel steigt und somit auch das Risiko für Gefäßerkrankungen
wie die Arterienverkalkung (Arteriosklerose).
o heterozygote familiäre Hypercholesterinämie
o homozygote familiäre Hypercholesterinämie
Es gibt verschiedene Arten von Farbsehstörungen, die wiederum unterschiedlich stark
ausgeprägt sein können. Man unterscheidet die Farbenschwachsichtigkeit, bei der Betroffene
bestimmte Farben weniger gut wahrnehmen, und verschiedene Formen der Farbenblindheit:
 Achromasie: völlige Farbenblindheit, Betroffene nehmen nur Graustufen und
Schwarz/Weiß wahr
 Monochromasie: teilweise Farbenblindheit, Betroffene nehmen nur eine Farbe wahr

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 Dichromasie: teilweise Farbenblindheit, Betroffene verwechseln zwei Farben:
o Rotblindheit (Protanopie): Form der Rot-Grün-Blindheit, da eine bestimmte
Sinneszellenart (L-Zapfen) im Auge fehlt, kann der Betroffene die Farbe Rot nicht
wahrnehmen und verwechselt sie deshalb mit der Farbe Grün
o Grünblindheit (Deuteranopie): Form der Rot-Grün-Blindheit, hier fehlt eine andere
Zellart, die M-Zapfen. Die Betroffenen nehmen die Farbe Grün nicht wahr und
verwechseln sie deshalb mit der Farbe Rot.
o Blaublindheit (Tritanopie): sog. Blau-Gelb-Blindheit, da hier die sogenannten S-
Zapfen fehlen, können Betroffene die Farbe Blau nicht wahrnehmen und
verwechseln sie mit Gelb.
 Anomale Trichromasie: Farbenschwachsichtigkeit – Betroffene können Rot (Protanomalie
= Rotschwäche), Grün (Deuteranomalie = Grünschwäche) oder Blau (Tritanomalie =
Blauschwäche) schlechter sehen als andere Farben; sie verwechseln die Farben aber nur bei
ungünstigen Bedingungen, z.B. schlechten Lichtverhältnissen.
Bei Fatigue handelt es sich um eine andauernde (persistierende) körperliche und geistige
Erschöpfung in Form von Schwäche und Müdigkeit. Dieser Zustand tritt unabhängig von
Anstrengung auf und verschwindet nach größeren Ruhepausen nicht. Zudem beeinträchtigt er die
normale Funktionsfähigkeit.
Mundwinkelrhagaden (Faulecken) sind Entzündungen der Haut in den Mundwinkeln, die
schmerzhaft sind und häufig schlecht heilen. Man bezeichnet sie auch
als Cheilitis  angularis oder Perlèche.
Wenn sich eine Mundwinkelrhagade oder Faulecke bildet, entsteht zuerst am Mundwinkel ein
roter Fleck, an dem die Haut einreißt (Rhagade = Einriss in die Haut). Sind die Einrisse bei
Mundwinkelrhagaden nur oberflächlich, liegen sogenannte Erosionen vor. Ist die Haut hingegen
tiefer eingerissen, spricht man von Ulzeration. Zum Teil bilden sich an von Mundwinkelrhagaden
betroffenen Stellen auch Krusten.
In den meisten Fällen ist eine Infektion für Mundwinkelrhagaden verantwortlich. Bei
Erwachsenen entzünden sich die Mundwinkel oft infolge einer Hefepilzinfektion (sog. Kandidose).
Bei Kindern hingegen treten Mundwinkelrhagaden häufig im Rahmen einer Infektion mit
Streptokokken auf. Weitere Ursachen oder begünstigende Faktoren von Mundwinkelrhagaden sind
Diabetes mellitus, Allergien, im Inneren entstandene Ekzeme, Eisenmangelanämie, Vitaminmangel
(besonders Riboflavin), Zahnlosigkeit, starke Faltenbildung im Mundwinkel und schlecht sitzender
Zahnersatz.
Bei Favismus handelt es sich um den krankhaften Verlauf eines Enzymmangels. Betroffene
haben eine Mutation im G6PD-Gen, wodurch es zu einem Mangel an Glucose-6-Phosphat-
Dehydrogenase im Körper kommt. Die Folgen sind Anämie, eine zu geringe Konzentration an
Hämoglobin im Blut sowie immer wieder auftretende Hämolysen, bei welchen es zu einer
Zerstörung der Erythrozyten kommt.
Bei der Fazialisparese (Fazialislähmung, Gesichtslähmung) ist ein Teil der
Gesichtsmuskulatur gelähmt, da der siebte Hirnnerv (= Gesichtsnerv bzw. Nervus facialis) in seiner
Funktion gestört ist.
Entsprechend ist die Gesichtsmuskellähmung bei der Fazialisparese auf das Versorgungsgebiet
des Gesichtsnervs begrenzt. Die Lähmung ist die Folge einer Nervenschädigung, nach deren Lage
man folgende Formen von Fazialisparese unterscheidet:
 Periphere Fazialisparese: Die Schädigung betrifft den Gesichtsnerv direkt (d.h. sie
ist peripher = am Rand befindlich). Meist ist keine Ursache hierfür erkennbar. Diese
sogenannte idiopathische Fazialisparese bildet sich in den meisten Fällen von selbst zurück. Für
eine periphere Fazialisparese kommen als Ursachen zum Beispiel Infektionen mit Borrelien oder
Varicella-Zoster-Viren sowie Nervenschädigungen durch eine gestörte Blutversorgung oder Druck,
Diabetes mellitus oder eine Gehirnhautentzündung infrage. Für idiopathische Fazialisparesen macht
man häufig kalte Zugluft verantwortlich.

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 Zentrale Fazialisparese: Die Schädigung befindet sich im Gehirn (d.h. sie ist
zentral). Der Auslöser für eine zentrale faziale Parese kann ein Schlaganfall oder
ein Hirntumor sein.
Bei einer Fehlgeburt bzw. einem Abort handelt es sich um einen ungewollten Abbruch der
Schwangerschaft innerhalb der ersten 23 Wochen der Schwangerschaft. Das Kind zeigt keine
Lebenszeichen wie Nabelschnurpuls, Herzschlag oder Atmung und sein Gewicht ist unter 500
Gramm.
Feigwarzen, auch als Condylomata acuminata oder spitze Kondylome bezeichnet, sind
durch HPV (humane Papillomviren) verursachte Hautveränderungen, die überwiegend den
Genitalbereich betreffen. Da HPV sexuell übertragbar sind, zählen Feigwarzen ebenso wie alle
anderen durch HPV bedingten Genitalwarzen zu den Geschlechtskrankheiten (Sexually transmitted
diseases, STD).
Das Felty-Syndrom ist eine Erkrankung des Rheumatischen Formenkreises. Die
entzündliche Rheumakrankheit gilt als Sonderform der sogenannten Rheumatoiden Arthritis. Im
Jahre 1924 wurde das Felty-Syndrom erstmalig beschrieben.
Was ist eine Fensterruptur? - Im Mittel- und Innenohr befinden sich zwei hauchdünne
Membranen, die das runde und ovale Fenster bedecken. Diese beiden Membranen trennen den mit
Luft gefüllten Mittelohrbereich von dem mit Flüssigkeit gefüllten Labyrinth, bestehend aus
Hörschnecke und Gleichgewichtsapparat. Wenn in einem dieser beiden Fenster eine Membran
reißt, bezeichnet man dies als Fensterruptur. Dabei tritt Flüssigkeit in den Mittelohrbereich aus
und führt zu verschiedenen Beschwerden wie z. B. Schwerhörigkeit, Taubheit und Schwindel.
Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) ist ein unnatürlicher dornartiger Knochenauswuchs, der
sich im Ansatzbereich eines Muskels (an der sog. Sehnenplatte) am Fersenbein bilden kann. Das
Fersenbein, auch Kalkaneus oder Calcaneus genannt, ist ein Knochen der Fußwurzel.
Eine Fettgewebsnekrose der Brust (lat.: mamma) ist eine Veränderung in der Brust, die vor
allem infolge von Gewalt oder einer gestörten Versorgung, zum Beispiel nach einer Operation,
auftritt. Der Begriff Nekrose bezeichnet das Absterben von Gewebe, Organen oder Organteilen.
Bei Fettgewebsnekrosen stirbt Fettgewebe ab. Dies kann unterschiedliche Organen betreffen und
verschiedene Ursachen und Erscheinungsbilder haben. Die Fettgewebsnekrose der Brust zählt zu
den einfachen Nekrosen. Die hierbei in der Brust entstehenden Knoten sind gutartig, lassen sich
zum Teil aber schwer von bösartigen Tumoren abgrenzen.
Die Fettleber (Steatosis hepatis) ist eine Lebererkrankung, bei der bestimmte Fette (sog.
Neutralfette: Triglyceride, Phospholipide) in den Zellen der Leber eingelagert sind. Wenn ein
Drittel der Leberzellen Fettablagerungen aufweist, liegt bereits eine leichte Fettleber vor, ab zwei
Dritteln eine mäßige Fettleber und bei mehr als zwei Dritteln eine starke Fettleber. Diese
Leberverfettungen lassen sich in der Regel rückgängig machen. Die Ursachen einer Fettleber sind
Alkoholismus, Übergewicht (Adipositas) und Diabetes mellitus. Auch durch bestimmte
Medikamente, Gifte (z.B. Pilzgifte) und Mangelernährung kann sich eine Fettleber ausbilden. Eine
besondere Form stellt die schwangerschaftsbedingte Fettleber dar.
Die Symptome einer Fettleber hängen von der zugrunde liegenden Ursache und vom Ausmaß
der Verfettung ab und reichen vom leichten Druckgefühl bis zu star-ken Schmerzen im rechten
Oberbauch.
Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämien) bezeichnen die Verschiebung der
Zusammensetzung der Blutfette (Lipide). Es liegt meist eine krankhafte Erhöhung von Cholesterin
oder Triglyzeriden beziehungsweise beider vor. Eine Dyslipidämie ist ein Sammelbegriff mehrerer
Fettstoffwechselstörungen. Fette können im Blut sowohl als verestertes Cholesterin als auch als
Triglyzerid (normales Fett) vorkommen. Cholesterin wird umgangssprachlich zwar als Fett
bezeichnet, es gehört aber nicht zu den Fetten. Es ist jedoch mit Fettsäuren verestert, die den
Hauptbestandteil des Fettes darstellen.
Beim Feuermal (Naevus flammeus) handelt es sich um eine gutartige, angeborene oder
frühkindlich auftretende Gefäßfehlbildung der kleinen Gefäße der Haut (Kapillaren). Sie kann am
ganzen Körper auftreten und verbleibt ohne Therapie ein Leben lang. Das Feuermal wird in eine
symmetrische und eine asymmetrische Form unterteilt.
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Die letale familiäre Insomnie (tödliche familiäre Schlaflosigkeit) gehört zur Gruppe der
erblichen Prionenkrankheiten. Prionen sind veränderte Eiweiße, die zu
schweren Hirnerkrankungen führen, indem sie das Gehirngewebe «durchlöchern». Das Gehirn
gleicht dadurch in seiner Struktur immer mehr einem Schwamm (spongiforme Enzephalopathie).
Die letale familiäre Insomnie wurde erstmals 1986 in Italien beschrieben und tritt sehr selten auf.
Ein Fibrom ist ein gutartiges, meist verfärbtes Geschwulst im menschlichen Haut- oder
Bindegewebe. Es ist in den meisten Fällen recht harmlos und kann beseitigt werden, wenn es stört,
schmerzhaft ist oder aus kosmetischen Gründen missfällt. Das Fibrom tritt insgesamt recht häufig
auf.
Typische Symptome und Anzeichen bei Fibromen
 gutartige Geschwülste und Wucherungen
 gelegentlich kommt es zu Juckreizen oder Verletzungen beim Rasieren
Die Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom) ist eine nicht-entzündliche Sonderform des
Weichteilrheumatismus, bei der Muskelverhärtungen und infolgedessen Symptome
wie Schmerzen in der Muskulatur und in den Sehnenansätzen auftreten. Daneben besteht eine
erhöhte Druckempfindlichkeit an den sogenannten Tender Points (Schmerzdruckpunkte).
Insgesamt 18 Punkte, die sich an Sehnenansätzen an Nacken, Rücken, Schultern sowie an den
Hüften befinden, bilden die Tender Points.
In der Medizin spricht man von einer Fibromyalgie oder Fibromyalgiesyndrom, wenn
mindestens 11 Schmerzdruckpunkte und Schmerzen in mindestens drei Körperregionen bestehen.
Wörtlich
Der Begriff Fibrose oder Sklerose bezeichnet per Definition eine krankhafte Organverhärtung
oder Gewebeverhärtung infolge einer Neubildung von Bindegewebsfasern. Die Fibrose ist kein
eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom vieler verschiedener Erkrankungen. Dabei
können grundsätzlich alle Gewebe betroffen sein: So ist zum Beispiel eine Fibrose der Lunge, der
Leber, der Niere, des Herzens oder der Haut möglich.
Der Begriff Fieberkrampf bezeichnet per Definition einen Krampfanfall (epileptischer Anfall)
bei Kindern im frühen Kindesalter, der im Rahmen eines fieberhaften Infekts (wenn das Fieber über
38 Grad Celsius steigt) ohne entzündliche Beteiligung des Zentralnervensystems (ZNS: Gehirn und
Rückenmark) auftritt. Weitere Bezeichnungen für Fieberkrämpfe bei Kindern sind:
 Fraisen  Initialkrämpfe
 Infektkrämpfe  Zahnkrämpfe
Ein Fieberkrampf bei Kleinkindern kann einfach und harmlos oder komplex und somit
kontrollbedürftig sein:
 Ein einfacher Fieberkrampf (bzw. unkomplizierter Fieberkrampf) dauert
typischerweise weniger als 10 Minuten an. In der Regel treten in den ersten 24 Stunden
nach einem einfachen Fieberkrampf keine weiteren Krampfanfälle bei den betroffenen
Kindern auf.
 Ein komplexer Fieberkrampf /bzw. komplizierter Fieberkrampf) ist durch eine Dauer
von über 15 Minuten gekennzeichnet; Außerdem besteht in den ersten 24 Stunden nach dem
Anfall ein Wiederholungsrisiko.
Beim Läusebefall (Pedikulose) treten bestimmte Lausarten in behaarten Körperregionen oder
der Kleidung auf. Der Mensch kann von drei Lausarten befallen werden: der Kopflaus, der Körper-
oder Kleiderlaus sowie der Scham- oder Filzlaus.
Bei der Fingerarthrose handelt es sich um einen Verschleiß von Gelenkknorpel, der stärker ist
als der alterstypische Verschleiß. Im Schnitt sind von der Fingerarthrose zehnmal mehr Frauen als
Männer betroffen; Frauen erkranken vor allem während oder nach den Wechseljahren.
Typische Symptome und Anzeichen bei Fingerarthrose
 Gelenkschmerzen  Schwellungen
 Gelenkverschleiß der Finger  eingeschränkte Fingerbeweglichkeit
 Fingerschmerzen
Ein Fingerbruch erfolgt meist durch direkte Krafteinwirkungen. Bei angemessener Therapie
kann ein Fingerbruch meist geheilt werden. In der Medizin wird von

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einem Fingerfraktur gesprochen, wenn bei einem Betroffenen ein Fingerknochen gebrochen ist.
Von einem Fingerbruch können viele verschiedene Knochen der menschlichen Hand betroffen sein.
So weisen die sogenannten Langfinger der menschlichen Hand jeweils drei Knochen auf, die einen
Fingerbruch aufweisen können, der Daumen dagegen nur zwei Knochen.
Als Fingerverrenkung oder Finger-Luxation wird eine Verletzung eines oder mehrerer
Fingergelenke bezeichnet. Dabei kommt es zu einer gegenläufigen Verschiebung der
Gelenkflächen. Auch äußerlich ist die unnatürliche Stellung des Fingergelenks und des Fingers zu
sehen.
Die Fischvergiftung ist eine klassische Lebensmittelvergiftung, die durch den Verzehr
überlagerter oder infizierter Fische ausgelöst wird. In den meisten Fällen handelt es sich um eine
durch Bakterien verursachte Vergiftung durch verunreinigte Fische.
Das Fleckfieber, das früher im Volksmund auch als Hunger-, Kriegs- oder Läusetyphus
bekannt war, ist eine durch Läuse übertragene, bakterielle Infektionserkrankung. Das zu den
Rickettsiosen zählende Fleckfieber (auch: Flecktyphus, Typhus exanthema-ticus) ist eine akute
bakterielle Infektionserkrankung. Ausgelöst wird die Erkrankung durch eine Infektion mit
Bakterien der Gattung Rickettsia.
Ein Frontzahntrauma ist ein durch äußere Krafteinwirkung hervorgerufener Schaden an einem
Frontzahn. Zu den Frontzähnen zählen die Schneide- und die Eckzähne. Diese Zähne können sich
auf verschiedene Arten Verletzungen zuziehen. Der Zahn kann abgebrochen und dazu sein
Knochenfach und das umliegende Zahnfleisch beschädigt sein. Der extremste Zahnschaden ist der
vollständige Verlust eines oder mehrerer Frontzähne.
Die gute Nachricht vorweg: Auch wenn Frostbeulen unangenehm sind, sind sie im Gegensatz
zu Erfrierungen zunächst recht ungefährlich. Frostbeulen, medizinisch Perniones genannt, sind
juckende bis schmerzhafte Schwellungen unter der menschlichen Haut, die durch eine wiederholte
Einwirkung von Umweltreizen wie Kälte und Nässe entstehen.
Bei einer Fruchtwasserembolie handelt es sich um eine gefährliche Komplikation während der
Geburt. Dabei wird Fruchtwasser in den Blutkreislauf der Mutter eingeschwemmt.
Die Fructoseintoleranz ist eine Verdauungsstörung, bei der Fruchtzucker aus der Nahrung
nicht hinreichend im Darm absorbiert werden kann (Malabsorption) und Beschwerden im
Dickdarm verursacht.
Typische Symptome und Anzeichen bei Fructoseintoleranz
 Verstopfung oder Durchfall  Häufiges Wasserlassen
 Völlegefühl und Übelkeit  Abgeschlagenheit ggf.
 Blähbauch und Blähungen Konzentrationsstörungen
 Bauchschmerzen  Zinkmangel
Die Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum, RPM) ist per Definition
eine Netzhautschädigung bei Frühgeborenen. Ursache ist eine gestörte Blutgefäßentwicklung der
Netzhaut (Retina) aufgrund einer Frühgeburt.
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine während der warmen Jahreszeit
auftretende Viruserkrankung. Als Enzephalitis bezeichnet man allgemein eine entzündliche
Erkrankung des Gehirns. Greift eine solche Gehirnentzündung – wie bei der FSME – auch auf die
Hirnhäute (Meningen) über, spricht man von einer Meningoenzephalitis. Wenn zusätzlich noch
das Rückenmark (Myelon) befallen ist, liegt eine sogenannte Myelo-Meningoenzephalitis vor.
Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) und Hundebandwurm (Echinococcus
granulosus) sind Parasiten, die bei Befall des Menschen eine Erkrankung
namens Echinokokkose auslösen können:
 Die alveoläre Echinokokkose ist eine schwerwiegende Erkrankung durch Befall mit dem
Fuchsbandwurm,
 die zystische Echinokokkose ist eine Infektion mit dem Hundebandwurm.
Nach einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm zeigen sich die
Symptome der von den Larven hervorgerufenen Erkrankung namens Echinokokkose oft erst nach
vielen Jahren.

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Eine funikuläre Myelose ist ein degenerativer Abbau von Rückenmarksstrukturen infolge eines
chronischen Vitamin-B12-Mangels. Die Erkrankung manifestiert sich vor allem ab dem fünften
Lebensjahrzehnt.
Typische Symptome und Anzeichen bei funikuläre Myelose
 Missempfindungen an den Händen und Füßen bzw. Empfindungsstörungen
 Lähmungen
 Koordinationsstörungen
 unbehandelt kommt es zur Querschnittslähmung
Der Begriff Reizmagen oder funktionelle Dyspepsie (griech. dys = Störung eines Zustands
oder einer Funktion, pepsis = Verdauung) beschreibt eine Störung der Magenfunktion, die vor
allem zu Magenbeschwerden beziehungsweise Oberbauchbeschwerden führt und für die keine
organische Ursache festzustellen ist. Nach internationaler Definition liegt dann ein Reizmagen vor,
wenn die typischen Beschwerden wie Völlegefühl, Druck im Oberbauch, vorzeitiges
Sättigungsgefühl, Übelkeit und Erbrechen innerhalb eines halben Jahres mindestens drei Monate
bestehen und nach ärztlichen Untersuchungen andere Erkrankungen des Magens
wie Magengeschwüre oder Entzündungen als Auslöser ausgeschlossen sind.
Bei einer Herzneurose (Herzphobie, funktionelle Herzbeschwerden) befürchten
Betroffene über einen langen Zeitraum, eine Herzerkrankung zu haben oder einen Herzinfarkt zu
bekommen, obwohl körperlich alles in Ordnung ist. Diese Sorge ist häufig mit einer großen Angst
verbunden. Die Herzneurose zählt zu den psychosomatischen Störungen, genauer gesagt zu den
sogenannten somatoformen autonomen Funktionsstörungen.
Die Somatoforme autonome Funktionsstörung ist eine psychische Störung, die aufgrund
der körperlichen Beschwerden eine organische Erkrankung vermuten lässt, für die jedoch keine
körperlichen Ursachen zu finden sind. Sie entsteht womöglich durch eine Wechselwirkung
zwischen verschiedenen Faktoren (z.B. Veranlagung u. belastende Erlebnisse). Häufig treten
gleichzeitig mit der somatoformen autonomen Funktionsstörung andere psychische Störungen
wie Angststörung oder Depression auf. Die Betroffenen geben Außerdem vielfach psychische
Belastungsfaktoren wie beispielsweise Konflikte in Beruf, Familie und Haushalt oder finanzielle
Sorgen an, die einen Bezug zu der Störung zu haben scheinen.
Bei einem Furunkel ist ein Haarbalg zusammen mit dem umliegenden Gewebe eitrig und
schmerzhaft entzündet. Wenn zwei oder mehr Furunkel nahe beieinanderliegen, können sie
miteinander verschmelzen: Es entsteht ein großflächigerer Karbunkel. Furunkel entstehen
typischerweise im Gesicht, im Nacken, in den Achselhöhlen, am Gesäß und im Genitalbereich
sowie am Oberschenkel. Sie können aber auch an jeder anderen Stelle der behaarten Haut auftreten.
Auslöser der einem Furunkel zugrunde liegenden Entzündung ist eine bakterielle Infektion (meist
mit dem Bakterium Staphylococcus aureus). Verschiedene Faktoren können die Furunkelbildung
zusätzlich begünstigen: beispielsweise ein Diabetes mellitus, sehr eng anliegende und scheuernde
Kleidung oder ein unzureichendes Desinfizieren der Haut nach der Rasur.
Fußpilz (Tinea Pedis) ist eine sogenannte Dermatomykose – also eine Pilzerkrankung
(= Mykose) der Haut (= Derma) – im Fußbereich, für die bestimmte parasitäre Pilze verantwortlich
sind: Der Begriff Tinea bezeichnet per Definition nur durch Dermatophyten ausgelöste
Pilzinfektionen der Haut, Haare oder Nägel, weshalb man die Tinea auch
als Dermatophytose bezeichnet. Neben Fußpilz gibt es viele weitere Formen von Dermatophytose:
Sind zum Beispiel die Zehennägel von Dermatophyten befallen, handelt es sich um
einen Nagelpilz (sog. Onychomykose) – genauer um eine Tinea unguium.
Ein Fußgeschwür oder Beingeschwür (Ulcus cruris) ist eine chronische Hautschädigung
am Unterschenkel, Knöchel oder Fuß, der in der Regel auf Störungen des arteriellen oder venösen
Blutsystems zurückzuführen ist. Mit zunehmenden Alter nimmt das Risiko für Fuß- oder
Beingeschwüre erheblich zu. In der Mehrzahl der Fälle (etwa 85 %) ist ein Ulcus cruris venös
bedingt (Ulcus cruris venosum), das heißt durch Beeinträchtigungen des venösen Blutkreislaufs
wie Varizen (Krampfadern).
Ein venös bedingter Ulcus cruris tritt bevorzugt am Innenknöchel und medialem
Unterschenkel auf und kann sich bis auf die Faszie (Hülle des Bindegewebes) oder den

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darunterliegenden Kochen ausdehnen. In selteneren Fällen werden Fuß- oder Beingeschwüre durch
eine Insuffizienz des arteriellen Blutkreislaufs (Ulcus cruris arteriosum) infolge von verengten
Beinarterien (pAVK, Raucherbein) verursacht.
Ein Ulcus cruris arteriosum ist meistens an Druckstellen wie Fersen oder Zehen lokalisiert
und manifestiert sich anhand kühler, blasser Haut mit gegebenenfalls lividen (bläulichen)
Verfärbungen.
Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) gehört zu den sezernierenden
Erkrankungen der Brustdrüse (sezernierenden Mamma). Bei solchen Erkrankungen tritt – außerhalb
der Stillzeit – Flüssigkeit aus der Brustdrüse aus. Die Brust sondert Milch oder Sekret
entweder spontan ab oder nach einem leichten Druck auf das Brustgewebe.
Die Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) ist eine überwiegend durch Gallenblasensteine
ausgelöste Entzündung der Gallenblasenwand. Per Definition liegt dann eine
durch Gallensteine bedingte akute Cholezystitis vor, wenn Folgendes zutrifft:
 länger als sechs Stunden anhaltende Gallenschmerzen
 Fieber beziehungsweise eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen im Blut
(sog. Leukozytose)
 eine im Ultraschall erkennbare Verdickung der Gallenblasenwand zusammen mit örtlichem
Druckschmerz (sog. Murphy-Zeichen)
Kommt es häufiger zu einer Gallenblasenentzündung, kann sie sehr langwierig sein: Es entsteht
die sogenannte chronische Cholezystitis.
Die akute Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) äußert sich durch Symptome einer
fieberhaften Erkrankung mit Schmerzen im rechten Oberbauch. Die Schmerzen können in die
Brust und in die rechte Schulter ausstrahlen Symptome für die chronische Cholezystitis sind
dumpfe Oberbauchschmerzen.
Der Gallenblasenkrebs (Gallenblasenkarzinom) ist ein bösartiger (maligner) Tumor, der von
der Gallenblasenschleimhaut ausgeht. Gallengangskrebs entsteht aus den Zellen der Gallengänge.
Medizinische Synonyme für das Gallengangskarzinom sind Cholangiozelluläres Karzinom und
Cholangiokarzinom.
Der sogenannte Klatskin-Tumor ist eine Unterart von Gallengangkrebs, der sich dort entwickelt,
wo sich die beiden aus der Leber führenden Gallengänge vereinigen.
Im Frühstadium von Gallenblasenkrebs oder Gallengangskrebs treten kaum Symptome auf,
weshalb die Erkrankung erst spät auf sich aufmerksam macht – der Tumor ist dann schon weit
fortgeschritten. Meist treten die ersten Symptome von Gallenblasenkrebs auf, wenn die Galle nicht
abfließen kann und sich in der Leber staut.
Die Zeichen eines Gallenstaus sind:
 schmerzlose Gelbsucht (Ikterus), also eine Gelbfärbung der Haut und der Augen
 quälender Juckreiz der Haut
 Entfärbung des Stuhls
 Dunkelfärbung des Urins
Wenn zusätzlich zur schmerzlosen Gelbsucht eine vergrößerte Gallenblase unter dem rechten
Rippenbogen tastbar ist, weist dies auf einen Tumor hin (sog. Courvoisier-Zeichen). Weitere
Beschwerden können Bauchschmerzen im Oberbauch (ca. 50 Prozent), Gewichtsverlust (ca. 30
Prozent) sowie Übelkeit und Erbrechen (ca. 20 Prozent) sein.
Eine Gallenkolik wird zumeist nach dem Auftreten starker Schmerzen im Bereich des
Oberbauches, die jedoch in weitere Teile des Körpers ausstrahlen können, diagnostiziert.
Verursacher sind bereits vor dem Auftreten erster Symptome in der Gallenblase
gebildete Gallensteine, die oft nach einem fettigen Essen die natürliche Tätigkeit der Gallenblase
derart behindern, dass es zu einer Entzündung kommt.
Symptome - Gallensteine Bauchschmerzen
Gallensteine sind feste kristalline Ablagerungen (sog. Konkremente) in der Gallenblase
(Cholezystolithiasis), in den Gallengängen (Choleangiolithiasis) oder im Hauptgallen- und
Ausführungsgang der Gallenwege in den Darm (Choledocholithiasis). Die Ablagerungen entstehen,
wenn die verschiedenen Bestandteile der Gallenflüssigkeit nicht im richtigen Verhältnis zueinander

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stehen und schlecht lösliche Bestandteile verklumpen. Gallensteine können unterschiedlich
groß sein: Ihre Größe reicht von einigen Millimetern (auch Sludge oder Grieß genannt) bis hin zu
zentimetergroßen Steinen. Es kann sich ein einzelner Gallenstein bilden, oft treten aber mehrere
Gallensteine gleichzeitig auf. Nach ihrer Zusammensetzung teilen Mediziner sie in zwei
Hauptgruppen
ein: Cholesterin- beziehungsweise Cholesterinmischsteine und Pigmentsteine (Bilirubin-Steine).
Das typische Symptom des Gallensteinleidens (Cholelithiasis) ist ein heftiger, rechtsseitiger
Oberbauchschmerz, die sogenannte Gallenkolik, der von Übelkeit begleitet sein kann. Die
Diagnose der Cholelithiasis erfolgt in erster Linie anhand des Beschwerdebilds und durch eine
Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Manchmal sind aber weitere Untersuchungen wie eine
Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Spiegelung der Gallenblase und
Gallengänge(Endoskopie) nötig.
Ein Gangrän ist eine Erkrankung, die den Koagulationsnekrosen zugeordnet wird. Das
bedeutet, dass eine Mangeldurchblutung vorhanden ist, die das Absterben von Gewebe auslöst.
Das Gangrän ist äußerlich sichtbar, weil überwiegend die Haut betroffen ist. Bis es zu einem
ausgeprägten Gangrän kommt, kann eine relativ lange Zeit vergehen.
Das Gangrän kann als trockene oder feuchte Erkrankung in Erscheinung treten. Das sogenannte
feuchte Gangrän wird auch als Faulbrand bezeichnet und kann sich beispielsweise in einem Ulcus
cruris ausdrücken.
Typische Symptome und Anzeichen bei Gangrän
 Nekrose  Hautrötungen
 Durchblutungsstörungen  Schwellungen
 Wundbrand  Brennende Schmerzen
Unter Gasbrand (Gasödem) versteht man eine lebensbedrohliche Wundinfektion, die
hauptsächlich durch die Bakterienart Clostridium perfringens verursacht wird. Nur in seltenen
Fällen entsteht Gasbrand durch andere Bakterienarten, wie
 Clostridium novyi,  Clostridium histolyticum
 Clostridium septicum,
Diese Bakterien bilden Giftstoffe (Toxine) und andere Stoffe, die eine Zerstörung des
infizierten Gewebes bewirken. In dem absterbenden Gewebe bildet sich gleichzeitig Gas.
Eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung) ist eine sehr häufige entzündliche Erkrankung
der Magenschleimhaut, die akut oder chronisch sowie mit oder ohne Symptome verlaufen kann.
Magenschleimhautentzündungen treten in höherem Lebensalter zunehmend auf und können aus den
unterschiedlichsten Gründen entstehen.
Für eine akute Gastritis können zum Beispiel zu häufig eingenommene
Schmerzmedikamente (sog. NSAR, z.B. Acetylsalicylsäure), Rauchen, übermäßiger
Alkoholkonsum oder Lebensmittelvergiftungen verantwortlich sein: Hierbei greifen bestimmte
Gifte die Zellen des Magens an und schädigen sie. Aber auch Stress, Verletzungen und
Schocksituationen können eine Magenschleimhautentzündung auslösen.
Diese tritt entweder nur in akuter Form auf und klingt bald wieder ab oder nimmt einen
chronischen Verlauf. Die chronische Magenschleimhautentzündung unterteilt man anhand ihrer
Auslöser in drei Typen:
 Gastritis vom Typ A: Autoimmungastritis (mit 5% aller Fälle die seltenste chronische
Magenschleimhautentzündung, NULL); betrifft vorwiegend den Magenkörper (Korpus)
 Gastritis vom Typ B: Bakterielle Gastritis (mit 85% aller Fälle die häufigste chronische
Magenschleimhautentzündung), meist durch das Bakterium Helicobacter pylori; betrifft
vorwiegend den hinteren Magenabschnitt vor dem Magenpförtner (Antrum)
 Gastritis vom Typ C: Chemische Gastritis (10% aller Fälle) durch Medikamente (z.B.
nicht-steroidale Antirheumatika, NSAR) oder durch Gallensaft, der vom Dünndarm in den
Magen zurückfließt (Gallereflux, NULL); betrifft vorwiegend den Magenpförtner (Pylorus)
In schweren Fällen kann die Gastritis zu Schleimhautschäden wie einem Magengeschwür
(Ulcus ventriculi), einer Magenblutung oder einem Magendurchbruch führen.

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Eine akute Gastritis tritt plötzlich auf und kann zu Beschwerden wie Appetitlosigkeit,
Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen führen. Ein chronische Magenschleimhautentzündung
verläuft oft ohne Symptome. Mögliche ernst zu nehmende Komplikationen einer
Magenschleimhautentzündung sind schwere Schleimhautschäden wie das Magengeschwür (Ulkus),
Magenblutungen und ein Magendurchbruch. Hier ist mitunter sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.
Als Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis, Magen-Darm-Infekt) bezeichnen Mediziner
eine Entzündung der Schleimhäute des Magens und des Dünndarms, die üblicherweise mit
Brechdurchfall einhergeht. Als Auslöser solcher Durchfallerkrankungen kommen in der Schweiz
vor allem Viren, seltener auch Bakterien und Parasiten infrage.
Vor allem bei schlechten hygienischen Bedingungen, etwa in Entwicklungsländern, verbreiten
sich die Erreger der Magen-Darm-Grippe häufig auch über Trinkwasser oder mit Keimen
verunreinigte Lebensmittel. Sehr häufig sind bei Erwachsenen Noroviren und bei Kindern
Rotaviren die Ursache einer Magen-Darm-Grippe. Die Symptome der Gastroenteritis beginnen
meist recht plötzlich, typischerweise treten
 Übelkeit,  Durchfall (Diarrhö),
 Erbrechen,  Bauchschmerzen,
 Bauchkrämpfe und manchmal Fieber auf.
Die Beschwerden einer Magen-Darm-Grippe unterscheiden sich von Erreger zu Erreger und
können recht milde oder sehr heftig sein. Der Durchfall kann Blut und Schleim enthalten.
Morbus Gaucher (Gaucher-Syndrom, sprich: go-schee) ist eine erblich (genetisch) bedingte
Fettstoffwechselerkrankung. Sie gehört zu den sogenannten Lipidspeicherkrankheiten (Lipidosen).
Bei den von Morbus Gaucher Betroffenen liegt ein Mangel des Enzyms Glukozerebrosidase
vor. Enzyme sind Eiweiße, die chemische Prozesse im Körper beschleunigen. Beim Gaucher-
Syndrom führt die Störung dazu, dass die Substanz Glukozerebrosid, die normalerweise beim
Abbau der Blutzellen anfällt, nicht weiter abgebaut werden kann. Das Glukozerebrosid sammelt
sich in den Fresszellen (Makrophagen) an, die normalerweise für den Abbau zuständig sind.
Makrophagen mit nicht verdautem Glukozerebrosid (=Gaucher-Zellen) reichern sich vor allem in
der Milz, der Leber und dem Knochenmark an. Die Gaucher-Zellen bewirken eine Vergrösserung
und Funktionsstörung der betroffenen Organe.
Abhängig davon, wie die Krankheit verläuft, werden drei Formen von Morbus Gaucher
unterschieden.
 Die viszerale beziehungsweise nicht-neuronopathische Form ist vor allem durch eine
Vergrösserung von Leber und Milz (Hepatosplenomegalie), Blutarmut, Gerinnungsstörung
sowie Knochen- und Gelenkbeschwerden charakterisiert.
 Bei der akut neuronopathischen Form kommen zu den Organschäden schwere
Nervenschäden hinzu, die innerhalb der ersten Lebensjahre zum Tod führen.
 Die chronisch neuronopathische Form unterscheidet sich von der akuten durch einen
milderen Verlauf und einen späteren Krankheitsbeginn.
Gebrechlichkeit bzw. Altersschwäche ist die altersbedingte Erschöpfung und verringerte
Leistungsfähigkeit, die als natürlich angesehen werden kann. Pathologisch ist die Gebrechlichkeit,
wenn sie sich zum sogenannten Frailty-Syndrom steigert. Dieses ist geprägt durch eine im
Vergleich zu Gleichaltrigen verstärkte Infektanfälligkeit, begleitende Krankheiten und stark
zunehmende Schwäche. Das Frailty-Syndrom ist nicht heilbar, es kann jedoch in seinem Verlauf
aufgehalten werden.
Gebrechlichkeit ist keine eigenständige Krankheit, sie ist eine komplexe Alterserscheinung.
Mit dem Alterungsprozess kommt es zu Gedächtnis-, Organ- und Funktionsstörungen, die
medizinische und pflegerische Unterstützung nötig machen. Gebrechlichkeit gilt als normale,
natürliche Alterserscheinung, bei der es zunächst keinen Therapiebedarf gibt.
Eine Gebärmutterentzündung ist selten und tritt vorwiegend dann auf, wenn
Schleimhautveränderungen im Bereich der Scheide das Aufsteigen von Krankheitserregern in die
Gebärmutter begünstigen. Die Entzündungen der Gebärmutter unterteilt man in:
 Entzündungen des Gebärmutterhalses (Zervizitis) - können als weitere Symptome
brennende Schmerzen und Juckreiz in der Scheide auftreten.

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 Entzündungen der Schleimhautauskleidung der Gebärmutter (Endometritis) -
starke Schmerzen im Unterbauch sowie Fieber
 Entzündungen der Gebärmuttermuskulatur (Myometritis) - ist meist Folge einer
ausgeprägten Endometritis. Sie kommt außerhalb des Wochenbetts nur selten vor.
Eine Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung (Descensus uteri) entsteht, wenn Bänder
und Muskeln des Halteapparats der Gebärmutter an Spannkraft verlieren und sie nicht mehr an der
anatomisch normalen Position halten können. Der Uterus und die Scheide verlagern sich dann der
Schwerkraft gemäß nach unten. Leichte Senkungen benötigen keine Therapie, bei schweren Fällen
ist ein operativer Eingriff nötig.
Typische Symptome und Anzeichen bei Gebärmuttersenkung
 Druckgefühl nach unten in Richtung  Unterleibsschmerzen
Scheide  Kreuzschmerzen
 Fremdkörpergefühl im Bereich der  Blasenschwäche und ggf. Inkontinenz
Scheide  Häufiges Wasserlassen
Ein Hirnabszess (Gehirnabszess) ist eine abgekapselte Eiteransammlung (Abszess) im Gehirn.
Zu der Eiterbildung kommt es, wenn Erreger (meist Bakterien) das Hirngewebe infizieren und sich
das infizierte Gewebe örtlich begrenzt entzündet.
Bei einer Gehirnentzündung oder Enzephalitis entzündet sich das Gehirn aufgrund von
Bakterien, Viren, Pilzen oder anderen Krankheitserregern. Je nach Ursache und Schweregrad
können Lähmungserscheinungen, Bewusstlosigkeit und Halluzinationen auftreten. Meist ist eine
schnelle intensivmedizinische Behandlung der Enzephalitis notwendig.
Eine Gehirnerschütterung, auch Commotio cerebri oder Schädel-Hirn-Trauma, ist eine
umkehrbare Schädigung des Gehirns, dass zumeist durch einen Schlag oder Unfall auf den Kopf
ausgelöst wird.
Eine Gehirnerschütterung ist oftmals eine Verletzung oder Schädigung am Gehirn bzw.
Kopf. Dabei kann es unter Umständen zu einer kurzen Bewusstlosigkeit kommen. Zumeist wird
eine Gehirnerschütterung durch einen Schlag oder Unfall auf den Kopf ausgelöst. Daraus resultiert
dann eine Störung des Gehirns und seiner Funktion.
Eine Gehirnerschütterung hinterlässt in der Regel keine bleibenden Schäden, da es zu
keinen inneren Blutungen oder Blutgerinnseln im Gehirn kommt. Eine Gehirnerschütterung lässt
sich in eine leichte, mittlere und schwere Gehirnerschütterung unterteilen. Zur Diagnose wird dabei
ein Punktesystem der Glasgow-Coma-Skala (GCS) eingesetzt. Je niedriger der abschließende Wert
ist, desto schwerwiegender ist die Gehirnerschütterung.
Die Hauptursache für Gehirnerschütterung sind zumeist Gewalteinwirkung von außen auf
den Kopf. Dies kann dazu führen, dass der Kopf beschleunigt und wieder abrubt abgebremst wird.
Dabei werden die Nervenzellen im Gehirn temporär aber reversibel gestört. Bisher sind aber die
genauen Abläufe bei einer Gehirnerschütterung unbekannt. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch,
dass bei manchen Patienten das Zellgewebe leicht verletzt ist.
Typische Symptome und Anzeichen bei Gehirnerschütterung
 Bewusstlosigkeit  Schwindel
 Bewusstseinsstörungen  Übelkeit
 Gedächtnislücken  Erbrechen
 Kopfschmerzen  Gleichgewichtsstörung
Meningitis, Hirnhautentzündung oder Gehirnhautentzündung ist eine Krankheit der
Hirnhäute, die durch eine Entzündung angegriffen und nachhaltig geschädigt werden können.
Zumeist ist die Ursache einer Hirnhautentzündung bzw. Meningitis eine Infektion durch Bakterien,
Viren, Parasiten oder Pilzen.
Eine Gehirnhautentzündung, Hirnhautentzündung bzw. Meningitis ist eine sehr
schwerwiegende und komplexe Krankheit. Hierbei kommt es zu einer Entzündung der Hirnhäute.
Eine Gehirnhautentzündung muss schnell behandelt werden und nach der Entdeckung sollte
sofort ein Arzt bzw. Krankenhaus aufgesucht werden. Liegt eine Gehirnhautentzündung vor ist es
wichtig schnell zu handeln, da der Therapieverlauf erheblich von der Entwicklung der Krankheit
abhängt.

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Eine Hirnhautentzündung ist in klassischer Ausführung eine bakteriell bedingte Infektion, die in
der Regel bei kleinen Kindern oder aber auch bei Jugendlichen auftritt. Für den Ausbruch der
Krankheit sind in den meisten Fällen drei Bakterienarten ausschlaggebend
Typische Symptome und Anzeichen bei Hirnhautentzündung
 Fieber  Lichtscheu  Durchfall
 Kopfschmerzen  Übelkeit  Ausschlag
 Innere Unruhe  Erbrechen  Gesichtsblässe
 Bewusstseinsstörunge  Krämpfe  Kalte Extremitäten
n  Müdigkeit  Gleichgewichtsstörun
 Gelenkschmerzen  Geringe Belastbarkeit g
Der Begriff «Hirntumor» ist eine Sammelbezeichnung für sowohl gutartige als auch bösartige
Geschwulste im Schädel, die direkt aus dem Gewebe des Gehirns oder der Hirnhäute entstehen.
Hirntumoren machen beim Erwachsenen nur einen sehr geringen Teil aller Krebserkrankungen aus.
Sie zählen damit zu den eher seltenen Erkrankungen. Im Kindesalter treten Hirntumoren im
Vergleich zu anderen Krebserkrankungen allerdings häufiger auf.
Man kann Hirntumoren nach unterschiedlichen Eigenschaften einteilen, zum Beispiel nach
ihrem Wachstum: Ein gutartiger Gehirntumor wächst nur langsam und bleibt dabei meist von
benachbartem, gesunden Hirngewebe gut abgrenzbar. Ein bösartiger Gehirntumor nimmt dagegen
schnell an Größe zu und wächst dabei zerstörerisch in das umgebende Gewebe hinein (sog.
infiltratives Wachstum).
Auch die jeweilige Zellart, aus der sich die Geschwulst entwickelt hat, ist ein
Unterscheidungsmerkmal der Hirntumoren. Ein primärer Hirntumor entsteht aus Zellen des Gehirns
oder aus den Hirnhäuten (sog. Meningen), die das Gehirn umhüllen. Im Gegensatz dazu
entstehen Hirnmetastasen aus Krebszellen, die ein Tumor anderer Organe (z.B. Lungenkrebs oder
Brustkrebs) ins Gehirn gestreut hat. Hirnmetastasen zählen deshalb nicht zu den
primären Hirntumoren.
Die Symptome bei einem Gehirntumor sind vielfältig und hängen von der betroffenen
Hirnregion ab. Die häufigsten Beschwerden bei einem Hirntumor sind Kopfschmerzen,
Krampfanfälle (epileptische Anfälle) und Wesensveränderungen.
Bei einer Gehörgangsentzündung (Otitis Externa) ist die Haut des äußeren Gehörgangs
durch Verletzungen, Bakterien- und Pilze oder Allergien entzündet. Eine Gehörgangsentzündung
kommt häufig vor.
Gehörlosigkeit bedeutet, dass Geräusche und Töne aufgrund einer beidseitigen Taubheit nicht
mehr wahrnehmbar sind. Die medizinische Definition von Gehörlosigkeit bezieht sich nur auf das
Hörvermögen. Dabei erfolgt eine Unterscheidung zwischen absoluter und praktischer Taubheit:
 Absolute Taubheit bedeutet einen Hörverlust von mehr als 60 Dezibel (dB) im Bereich
zwischen 125 und 250 Hertz (Hz) sowie von mehr als 100 dB im restlichen Frequenzbereich.
 Praktische Taubheit bedeutet, dass Hörverluste zwischen 85 und 100 dB vorliegen. Diese
sogenannte Resthörigkeit oder an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit ermöglicht noch eine
Wahrnehmung einzelner Töne oder Geräusche (sog. Hörreste).
Eine Gehörlosigkeit kann schon bei der Geburt bestehen (angeborene Gehörlosigkeit) oder sich
erst im Lauf des Lebens entwickeln (erworbene Gehörlosigkeit). Abhängig davon, zu welchem
Zeitpunkt die erworbene Gehörlosigkeit auftritt, sind folgende Formen zu unterscheiden:
 Prälinguale Gehörlosigkeit: Die Betroffenen sind schon gehörlos, bevor sie eine Sprache
entwickeln können.
 Postlinguale Gehörlosigkeit: Die beidseitige Taubheit stellt sich erst nach erfolgter
Sprachentwicklung ein.
Eine geistige Behinderung liegt vor, wenn ein Mensch keine neuen Informationen verarbeiten
und anwenden kann. Neben einer Verminderung der Intelligenz ist auch die soziale Kompetenz
stark beeinträchtigt. Eine geistige Behinderung kann sowohl angeboren als auch erworben sein.
Eine geistige Behinderung kann nicht geheilt werden, jedoch kann sie je nach Ausprägung
behandelt werden, um den Betroffenen ein „normales“ Leben zu ermöglichen.
Typische Symptome und Anzeichen bei geistiger Behinderung

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 Entwicklungsstörungen
 verminderte oder gestörte Intelligenz
 mangelnde Sozialkompetenz
 motorische und koordinative Störungen
 Kommunikationsprobleme oder Sprachstörungen
Gelbfieber ist eine akute Virusinfektion beziehungsweise ein virusbedingtes Hämorrhagisches
Fieber, was bedeutet, dass innere und äußere Blutungen auftreten können. Das Gelbfieber ist in den
tropischen Gebieten Afrikas und Amerikas verbreitet und gehört daher zu den Tropenkrankheiten.
Auslöser des Gelbfiebers ist das aus der Familie der Flaviviren stammende Gelbfiebervirus.
Dessen Übertragung erfolgt durch Moskitos der Gattung Aedes.
Gelenkerkrankungen, insbesondere degenerative Veränderungen (Verschleißerkrankungen),
stellen in Deutschland die häufigste Beeinträchtigung des Bewegungs- und Stützapparates dar.
Beinahe jeder zweite Mensch über 45 Jahren ist von Gelenkschmerzen betroffen. Medizinisch
werden diese Erkrankungen unter dem Begriff der Arthropathie zusammengefasst.
Typische und häufige Gelenkerkrankungen
 Arthrose, Arthritis, Rheuma
 Kniegelenksarthrose
 Hüftgelenksarthrose, Hüftgelenksentzündung
 Gelenkschmerzen
 Schultergelenkentzündung
Herpes genitalis (Genitalherpes) ist eine Virusinfektion und gehört zu den
häufigsten Geschlechtskrankheiten.
Nur Infektionen mit Herpes-simplex-Viren – wie den Herpes genitalis – bezeichnet man
umgangssprachlich häufig kurz als Herpes. Vom Herpes-simplex-Virus gibt es acht Typen. Die
Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 und Typ 2 (HSV-1 und HSV-2) können folgende Herpesformen
verursachen:
 Herpes (simplex) genitalis oder Genitalherpes: 70 bis 80 Prozent aller Fälle entstehen
durch HSV-2, 20 bis 30 Prozent durch HSV-1.
 Herpes (simplex) labialis oder Lippenherpes: Entsteht meist durch HSV-1, selten durch
HSV-2.
Typische Symptome bei Herpes genitalis sind kleine, schmerzhaft juckende Bläschen an den
Geschlechtsorganen.
Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine akute, durch Bakterien ausgelöste
Liddrüsenentzündung, bei der es in den Liddrüsen am Augenlid zu einer Eiteransammlung
(Abszess) kommt. Gerstenkörner treten in zwei Formen auf, die sich darin unterscheiden, welche
Liddrüsen im Auge betroffen sind:
 Hordeolum internum (inneres Gerstenkorn): Bei dieser Form von Gerstenkorn sind die
sogenannten Meibom-Drüsen an der Innenseite des Augenlids eitrig entzündet. Das
Gerstenkorn ist daher unter Umständen nicht deutlich sichtbar.
 Hordeolum externum (äußeres Gerstenkorn): Bei diesem Gerstenkorn sind die
sogenannten Zeis-Drüsen (Talgdrüsen) oder Moll-Drüsen (Schweißdrüsen) am Rand des
Augenlids entzündet, so dass das Gerstenkorn im Bereich der Lidkante oder der Wimpern
zu sehen ist.
Das Gerstmann-Sträussler-Scheinker-Syndrom (GSS) ist eine Erbkrankheit und gehört –
wie auch die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder der Rinderwahn (BSE) – zu den sogenannten
Prionenerkrankungen. Prionen sind spezielle Eiweiße, die das Gehirn schädigen.
Die Geräuschüberempfindlichkeit (medizinischer Fachausdruck: Hyperakusis) ist eine sehr
unangenehme akustische Störung, bei der Betroffene Geräusche normaler Lautstärke als sehr laut
und schwer ertragbar empfinden. Im Folgenden soll die Störung genauer beschrieben sowie
mögliche Ursachen und Therapieansätze genannt werden.
Neben der eigentlich Geräuschüberempfindlichkeit, kann es auch zu körperlichen Symptomen und
Beschwerdebildern kommen:
 Herzrasen  Bluthochdruck

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 Reizbarkeit  Verspannung
 Schweißausbrüche  Innere Unruhe
Unter dem Begriff Geschlechtskrankheiten werden alle infektiösen und durch
krankheitserregende Keime übertragbaren Beschwerdebilder verstanden, welche durch
Geschlechtsverkehr verbreitet werden.
Hinter der Definition der Geschlechtskrankheiten verbergen sich gesundheitliche
Beeinträchtigungen, die es schon im Altertum gab und moderne Krankheitsbilder. Zur
erstgenannten Gruppe gehören überwiegend der Tripper, die Syphillis, Ulcus molle, Granuloma
inguinale (Donovanosis) und das Lymphogranuloma venereum.
Zu den heute vorwiegend aktuellen Geschlechtskrankheiten werden AIDS, Hepatitis B,
Trichomoniasis, Herpes genitalis und Scheidenpilz (Vaginalpilz) gezählt. In der medizinischen
Fachsprache werden solche Geschlechtskrankheiten, deren Übertragbarkeit auf sexuellem Kontakt
basiert, unter der Abkürzung STD (Sexually transmitted diseases) zusammengefasst.
Eine Geschmacksstörung oder Schmeckstörung äußert sich in einer Beeinträchtigung des
Geschmackserlebens. Eine gesunde Lebensweise kann manchmal dazu beitragen, das
Erkrankungsrisiko zu senken.
In der Medizin wird die Geschmacksstörung auch als Dysgeusie bezeichnet. Dabei umfasst
der Begriff der Geschmacksstörung mehrere Formen von Störungen des Geschmacksempfindens:
Zunächst wird die Geschmacksstörung unterteilt in die sogenannte qualitative und die
quantitative Geschmacksstörung. Von einer qualitativen Geschmacksstörung sprechen Fachleute,
wenn nicht die quantitative Ausprägung der Geschmacksempfindung gestört ist, sondern die
Beschaffenheit der Geschmacksempfindung: So zählen zu der qualitativen Geschmacksstörung
beispielsweise das Empfinden von Geschmackseindrücken, obwohl kein entsprechender
Schmeckreiz (beispielsweise Lebensmittel) vorhanden ist. Man spricht hier von der sogenannten
Phantogeusie. Wird dagegen ein Geschmack erlebt, der nicht adäquat für den zu Grunde liegenden
Gegenstand ist, so wird dies als Parageusie bezeichnet.
Von einer quantitativen Geschmacksstörung spricht man dagegen, wenn die Ausprägung
der Geschmacksempfindung gestört ist; die Hypergeusie beschreibt dabei ein gesteigertes, die
Hypogeusie ein eingeschränktes Geschmackserleben. Bei einer Ageusie liegt ein vollständiger
Geschmacksverlust vor.
Geschwüre im Mund stellen sich in unterschiedlichen Formen dar. Die Geschwüre im
Mund können harmloser Natur sein oder zu einer bedenklichen Erkrankung werden.
Ein Geschwür im Mund ist eine gesundheitliche Beeinträchtigung, die in der Medizin auch
als Ulcus bezeichnet wird. Bei einem Geschwür im Mund sind tief liegende Schichten der
Schleimhaut angegriffen und es treten Beschädigungen der betroffenen Zell- und Gewebsareale auf.
Aus diesem Grund sind Geschwüre im Mund recht gut optisch zu erkennen. Einige
Geschwüre im Mund können in Folge einer gezielten Behandlung abheilen, andere Ausprägungen
treten immer wieder auf oder hinterlassen drastische Narben.
Prosopagnosie (Gesichtsblindheit) bezeichnet per Definition die Unfähigkeit, bekannte
Gesichter zu erkennen (griech: prosopon = Gesicht, agnosia = Nichterkennen). Die Prosopagnosie
gehört zu den sogenannten visuellen Agnosien: Eine visuelle Agnosie ist eine Störung der
Fähigkeit, Dinge (wie Gesichter oder Objekte) zu erkennen, obwohl die Funktion der Augen, der
Reizweiterleitung zum Gehirn und der Wahrnehmung grundlegender Merkmale (Farben, Formen)
nicht gestört ist.
Ein atypischer Gesichtsschmerz (heute auch als anhaltender idiopathischer
Gesichtsschmerz bezeichnet) ist per Definition ein Schmerz, der nicht die kennzeichnenden
Merkmale einer Neuralgie (Nervenschmerz) besitzt und nicht durch andere Erkrankungen bedingt
ist. Den Begriff atypischer Gesichtsschmerzen prägten Frazier und Russell im Jahr 1924, um den
typischen Gesichtsschmerz (Trigeminusneuralgie) von anderen Formen des Gesichtsschmerzes zu
unterscheiden. Diese Bezeichnung verlor jedoch später ihre Gültigkeit.
Gesichtsrose ist eine spezielle Form der Gürtelrose, welche meist zwischen dem 30. und 50.
Lebensjahr auftritt. Sie kann sich in unterschiedlichen Schweregraden äußern und stellt für
Betroffene häufig eine hohe psychische Belastung dar. Als Gesichtsrose bezeichnet man eine

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Hauterkrankung, welche durch den Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird. Dieser gehört zur
Herpesfamilie und ist auch für Erkrankungen wie die Gürtelrose verantwortlich, welche
vorwiegend am Rumpf auftritt.
Die Erkrankung äußert sich durch einen Schmerzenden Hautausschlag im Gesicht und
insbesondere an Stirn, Nase, Wangen, Kopfhaut und Hals. Auch die obere Brust- und Rückenpartie
kann von der Erkrankung betroffen sein. Gesichtsrose verläuft meist chronisch, lässt sich durch eine
frühzeitige Erkennung jedoch gut behandeln.
Unter Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) versteht man einen erhöhten
Blutzuckerspiegel der Mutter während der Schwangerschaft. In den Industrienationen kommt es bei
etwa fünf Prozent aller Schwangerschaften zu einem Schwangerschaftsdiabetes. Er äußert sich etwa
ab dem siebten Schwangerschaftsmonat und verschwindet nach der Geburt von selbst. In äußerst
seltenen Fällen handelt es sich auch um einen unerkannten Diabetes mellitus.
Schwangerschaftsdiabetes kann sich negativ auf das ungeborene Kind auswirken, da die
Symptome nicht auffällig sind und der Diabetes daher möglicherweise nicht oder zu spät therapiert
wird. Daher wird bei Schwangeren routinemäßig im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge der
Blutzucker kontrolliert. Bei erhöhtem Risiko wird der Frauenarzt einen oralen
Glukosetoleranztest empfehlen, damit ein Schwangerschaftsdiabetes erkannt und zum Schutz von
Mutter und Kind behandelt werden kann.
Zu den möglichen Folgeschäden eines Schwangerschaftsdiabetes gehören
 eine erhöhte Fehlgeburtenrate,
 ein Geburtsgewicht über 4.500 Gramm (Makrosomie),
 vergrößerte, aber unreife innere Organe,
 die Neigung zu niedrigen Blutzuckerwerten (Hypoglykämie) und
 eine niedrige Kalziumkonzentration im Blut.
Ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes steigert die Sterblichkeitsrate der Kinder nach der
Geburt. Die wichtigste Maßnahme beim betroffenen Kind ist die Überwachung im Spital, bis sich
die Organfunktionen stabilisiert haben.
Der Begriff Gestose (hypertensive Schwangerschaftserkrankung) bezeichnete früher alle
Erkrankungen, die durch eine Schwangerschaft ausgelöst oder verstärkt wurden.
Schwangerschaftserkrankungen wurden eingeteilt in Frühgestosen (Morgenübelkeit, vermehrte
Speichelbildung) und Spätgestosen (Bluthochdruck, Präeklampsie).
Mediziner unterscheiden folgende Typen von Gestosen:
 schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (Gestationshypertonie)
 Präeklampsie
 HELLP-Syndrom
 Eklampsie
 Pfropfgestose (Propfpräeklampsie)
Der Begriff Gestose wird in diesem Artikel weit gefasst und steht für alle mit hohem Blutdruck
einhergehenden Erkrankungen während der Schwangerschaft. Manche Experten verwenden den
Begriff synonym mit Präeklampsie.
Eine Gestose liegt vor, wenn Bluthochdruck und eine vermehrte Eiweißausscheidung über
den Urin (Proteinurie) bestehen. Von Bluthochdruck sprechen Mediziner, wenn der erste Messwert
mehrmals in Ruhe gemessen höher als 140 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und / oder der
zweite Wert höher als 90 mmHg ist. Eine Proteinurie definieren sie als eine Eiweißausscheidung
von mehr als 300 Milligramm pro Tag, gemessen im 24-Stunden-Sammelurin. Die Gestose gehört
zu den häufigsten Komplikationen einer Schwangerschaft: Sie tritt in 6 bis 8 Prozent der Fälle auf,
meist handelt es sich um eine Präeklampsie.
Die Giardiasis (Lambliasis, Lamblienruhr) ist eine Erkrankung des Dünndarms, für die der
Dünndarmparasit Giardia intestinalis (auch Giardia lamblia oder Lamblia intestinalis genannt)
verantwortlich ist.
Eine Infektion mit Giardien (bzw. Lamblien) kann beim Menschen völlig unbemerkt
verlaufen. Eine akute Giardiasis äußert sich jedoch durch Durchfälle, krampfartige

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Bauchschmerzen und/oder Blähungen. Es kann auch zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Bei
länger bestehender Infektion können Zeichen einer Mangelernährung auftreten.
Der Begriff Gicht bezeichnet per Definition eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich im
Blut zu viel Harnsäure ansammelt (sog. Hyperurikämie), wodurch
nachfolgend Harnsäurekristalle entstehen, die sich im Körper an verschiedenen
Stellen ablagern – vor allem in Gelenken, Schleimbeuteln und Sehnen. Diese Ablagerungen
verursachen schmerzhafte Gelenkentzündungen, die unbehandelt zu Gelenkschäden führen können.
Mediziner bezeichnen dies auch als Arthritis urica. Aber auch in inneren Organen können sich die
Kristalle einlagern, zum Beispiel in der Niere, und dort zu Funktionsstörungen führen.
Wenn die Harnsäurekonzentration bei der Gicht einen kritischen Wert erreicht, zeigt sich
der Gelenkbefall anfallartig durch Rötung, Schmerzen und Überwärmung. Tritt ein solcher akuter
Gichtanfall zum ersten Mal auf, ist typischerweise das Grundgelenk einer Großzehe betroffen
(sog. Podagra = Fußgicht).
Das Glaukom (Grüner Star) ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Erkrankungen des
Auges, die meist drei gemeinsame Charakteristika aufweisen:
 erhöhter Augeninnendruck
 Sehstörungen, die das Gesichtsfeld einschränken (Gesichtsfeldausfall). Das Gesichtsfeld
bezeichnet den gesamten Bereich, der ohne Bewegung von Kopf und Augen sichtbar ist.
 der Kopf des Sehnervs (Papille) wird trichterförmig ausgeformt (Papillenexkavation) und
sein Gewebe schrumpft (Atrophie)
Mediziner unterscheiden fünf verschiedene Formen des Glaukoms:
 primäres Offenwinkelglaukom - Am häufigsten
 Glaukom ohne erhöhten Augeninnendruck (Normaldruckglaukom)
 akutes Glaukom bzw. Glaukomanfall (primäres Winkelblockglaukom)
 primäres angeborenes (kongenitales) Glaukom
 eine Augeninnendruck-Erhöhung als Folge einer anderen Augenerkrankung oder einer
Allgemeinerkrankung (Sekundärglaukom)
Ein Astrozytom ist ein Tumor, der aus Zellen hervorgeht, die im Gehirn das Stützgerüst für
die Nervenzellen bilden. Die enstprechenden Zellen heissen Astrozyten – daher die
Bezeichnung Astrozytom. Das Stützgerüst besteht allerdings nicht nur aus Astrozyten, auch
andere Zelltypen (z.B. Oligodendrozyten) kommen vor. Insgesamt bezeichnet man das
Stützgewebe auch als Glia. Alle Tumoren, die aus diesem Gewebe hervorgehen, lassen sich
daher unter dem Oberbegriff Gliome zusammenfassen.
Unter einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis) versteht man eine Reihe
unterschiedlicher Erkrankungen der Niere. Ihnen gemeinsam ist eine Entzündung bestimmter
Strukturen der äußeren Nierenschicht (Nierenrinde): der Gefäßknäuel der Nierenkörperchen
(Malpighi-Körperchen). Die Gefäßknäuel bezeichnen Mediziner auch als Glomeruli (Einzahl:
Glomerulus). Die Entzündungen sind nicht eitrig (wie z.B. manche Entzündung mit Bakterien) und
befallen die Nierenkörperchen in beiden Nieren.
Es gibt fünf verschiedene Formen der Nierenentzündung:
1. die akute Glomerulonephritis
2. die rasch progrediente (fortschreitende ) Glomerulonephritis (RPGN)
3. das nephrotische Syndrom
4. die chronische Glomerulonephritis
5. die asymptomatische Proteinurie (Eiweiß im Urin)/Hämaturie (Blut im Urin)
Unter Glossitis versteht man sowohl akute als auch chronische Veränderungen des gesamten
Zungenkörpers. Die Zungenentzündung ist nicht auf ein bestimmtes Alter oder ein Geschlecht
beschränkt, sondern kann jeden treffen. Die Glossitis oder Zungenentzündung kann die
Oberfläche, die Schleimhaut und auch den Muskel der Zunge in Mitleidenschaft ziehen. Die
gesamte Zunge ist entzündet, oft sind Beläge und Verfärbungen auf ihrer Oberfläche sichtbar.
Bei einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel handelt es sich um einen erblich
bedingten Mangel des Enzyms Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase, welches eine wichtige Rolle
im Zuckerstoffwechsel spielt. Die Symptome des Mangels sind sehr variabel, wobei es in schweren

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Fällen zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen in Form einer Hämolyse kommen kann. Durch
Verzicht auf bestimmte Lebensmittel und Medikamente ist die Erkrankung gut beherrschbar.
Auch wer weder Tennis noch Golf spielt, kann einen Tennisarm oder Golferellenbogen
entwickeln: Beides sind Schmerzsyndrome, die durch akute oder chronische übermäßige
Belastung der Muskulatur entstehen.Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis) und
Golferellenbogen (Epicondylitis humeri ulnaris) sind durch entzündliche oder degenerative
Veränderungen im Ellenbogenbereich gekennzeichnet, was die Gebrauchsfähigkeit des betroffenen
Arms einschränkt. Die typischen Schmerzen treten am Ursprung der Streck- oder Beugemuskulatur
des Unterarms in Höhe des Ellenbogens auf. Tennis- und Golfspieler sind hiervon häufig betroffen,
was der Grund für die Bezeichnungen der Schmerzsyndrome ist. Bei den meisten Betroffenen sind
jedoch Belastungen bei der Arbeit (wie handwerkliche Tätigkeiten oder intensive
Computerarbeiter) die Auslöser für den Tennisarm oder Golferellenbogen.
Tripper (Gonorrhoe) ist eine durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken)
ausgelöste Infektionskrankheit. Sie gehört zu den Geschlechtskrankheiten (engl.: Sexually
transmitted diseases, STD) und ist bereits seit Jahrhunderten bekannt.
Bei dem Granulom handelt es sich um eine häufig auftretende chronisch-entzündliche
Hautkrankheit. Hierbei bilden sich derbe Papeln (Hautknötchen), welche im Besonderen am Hand-
sowie Fußrücken auftreten wobei Kinder/Jugendliche öfter betroffen sind als Erwachsene.
Als Granulom wird eine kötchenartige, meist gutartige Neubildung von Gewebe der Haut
bezeichnet.
Granulome machen sich zunächst auf einem Hautbereich mittels wenige Millimeter umfassende
derbe Papeln (Knötchen) bemerkbar, welche sich in kleinen Gruppen zeigen können. Sie sind eng
begrenzt, von rötlicher oder hautfarbener Farbstellung und besitzen glatte Oberflächen. Die
Knötchen sind zwar hartnäckig, aber zum Glück vollkommen harmlos. Innerhalb einiger Wochen
können sich die Papeln ausbreiten.Typischerweise bildet sich ein Ring, welcher auf zwischen einem
bis zu mehreren Zentimetern anwachsen kann.
Ein Grauer Star (Katarakt) ist eine Augenkrankheit, bei der sich die Augenlinse trübt. In 90
Prozent der Fälle handelt es sich um eine sogenannte Alterskatarakt.
Selten entsteht ein Grauer Star nach Augenverletzungen oder Strahleneinwirkung, als
Nebenwirkung durch Medikamente, bei Diabetes mellitus oder angeboren nach einer Infektion im
Mutterleib (z.B. Röteln). Der graue Star ist weltweit die häufigste Ursache für Erblindung. Ein
nicht angeborener Grauer Star äußert sich durch langsam zunehmende Sehstörungen und starke
Blendungserscheinungen. Außerdem sehen die Betroffenen mit Katarakt im fortgeschrittenen
Stadium wie durch ein Milchglas. Häufigste Behandlung bei grauem Star ist die Operation unter
örtlicher Betäubung, die geringe Risiken aufweist und sehr gute Erfolge erzielt.
Eine Grippe (Influenza) ist eine akut auftretende, fieberhafte, durch Viren
hervorgerufene Infektionskrankheit.
Das bei einer echten Grippe hohe Fieber von mehr als 39 Grad Celsius kann über Tage
anhalten. Darüber hinaus verursacht die Influenza oft folgende Symptome:
 Schüttelfrost  Muskelschmerzen
 Kopfschmerzen  Luftnot
 Gliederschmerzen  massive Erschöpfung
 Rückenschmerzen
Das Gerstmann-Sträussler-Scheinker-Syndrom (GSS), benannt nach seinen
Erstbeschreibern, ist eine sehr seltene Erkrankung. Von zehn Millionen Menschen erkrankt pro
Jahr nur eine Person. Das Erkrankungsalter liegt meist um das 40. Lebensjahr.
Trotz intensiver Forschung gibt es bislang keine wirksame Therapie gegen GSS. Die
Betroffenen sterben meist wenige Jahre nach dem Ausbruch der Erkrankung.
Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine akute Entzündung der peripheren Nerven und
Spinalganglien (Nervenknoten im Wirbelkanal) mit noch ungeklärter Ätiologie (Ursache). Mit einer
Häufigkeit von 1 bis 2 Neuerkrankungen von 100.000 Personen pro Jahr ist das Guillain-Barré-
Syndrom eine seltene Erkrankung, von welcher Männer etwas häufiger betroffen sind als Frauen.

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Als Guillain-Barré-Syndrom wird eine akute idiopathische (unklare Ätiologie)
Polyneuritis mit multifokalen (an mehreren Orten auftretende) Entzündungen im peripheren
Nervensystem bezeichnet.
Entzündliche Veränderungen, insbesondere der Wurzeln der peripheren Nerven
(Polyradikulitis) sowie der proximalen Spinalganglien, verursachen Sensibilitätsstörungen,
motorische Lähmungen und vegetative Fehlfunktionen. Charakteristisch sind vor allem
Parästhesien (Kribbeln bzw. „Ameisenlaufen“) sowie von den Beinen aufsteigende Lähmungen, die
in Kombination mit Atemlähmung und/oder Herzrhythmusstörungen lebensbedrohlich werden
können.
Darüber hinaus kann in einigen Fällen eine Beteiligung der Hirnnerven mit Schluck- und
beidseitiger Faziallähmung beobachtet werden. In Abhängigkeit vom Verlauf wird das Guillain-
Barré-Syndrom nach unterschiedlichen Formen differenziert, wobei die häufigste Variante auch als
akute inflammatorische (entzündliche) demyelinisierende (die Markscheiden
schädigende) Polyneuropathie bezeichnet wird.
Gutartige Tumoren der Brust treten bevorzugt in jungen Jahren auf. Die Ursachen der
Gewebeveränderungen sind bislang nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich spielen aber
hormonelle Einflüsse eine Rolle.
Mediziner unterscheiden folgende gutartige Brusttumoren mit jeweils verschiedenen
Eigenschaften:
 Fibroadenome - entsteht durch eine Wucherung des Drüsen- und Bindegewebes
 Lipome - handelt es sich um Wucherungen der Fettgewebszellen
 Phylloidtumor (Cystosarcoma phylloides) – entwickelt sich aus Bindegewebe und ähnelt
dem Fibroadenom.
 Intraduktales Papillom (Milchgangspapillom) – ist ein seltener Tumor der
Milchdrüsenausführungsgänge
 Adenome der Brust (Mamma) und der Brustwarze (Mamille) - entstehen aus
Drüsengewebe, wachsen in der Regel sehr langsam und werden meist nicht mehr als wenige
Zentimeter groß. Sie sind sehr selten.
Am häufigsten kommen Fibroadenome als gutartige Brusttumoren vor.
Knochentumoren sind der Definition nach alle in knöchernen Geweben vorkommenden
Geschwulste. Häufig spricht man in einem Atemzug von Weichteil- und Knochentumoren.
Gutartig
der gutartigen Knochentumoren erfolgt nach der Art des Ursprungsgewebes. Dementsprechend
teilen Mediziner die Tumoren danach ein, ob sie vom Knochen, Knochenmark oder vom Knorpel
ausgehen. So bezeichnet man beispielsweise einen gutartigen Tumor mit seinem Ursprung im
Knochengewebe als Osteom und eine Geschwulst mit Knorpel als Muttergewebe als
Chondrom. Weichteiltumoren leiten sich von Muskeln, Bindegewebe, Gefäßen, Fett- oder
Nervengewebe ab und wachsen daher häufig in unmittelbarer Nähe zum Knochen.
Der Begriff Gürtelrose (auch Herpes zoster oder einfach Zoster genannt) bezeichnet per
Definition eine Hauterkrankung, die als Spätfolge einer Infektion mit dem Erreger
der Windpocken auftritt – dem sogenannten Varicella-Zoster-Virus.
Im Gegensatz zu Windpocken ist Gürtelrose wenig ansteckend. Nach der Verkrustung der
Bläschen ist keine Ansteckung mehr möglich
 Eine Gürtelrose macht sich zu Beginn oft durch ein allgemeines
Krankheitsgefühl bemerkbar.
 Betroffene fühlen sich müde und haben leichtes Fieber.
 Etwa zwei bis drei Tage später treten teils heftige, brennende Schmerzen und
Empfindungsstörungen auf.
Die Schmerzen beim Herpes zoster betreffen den Körperbereich, den der infizierte Nerv
versorgt. Sie können vor dem Hautausschlag auftreten. In der Regel sind Brust- und
Bauchhaut von einer Gürtelrose betroffen: Meist beginnt der Hautausschlag an der Wirbelsäule
und breitet sich dann gürtelförmig um den Körper aus:
 Die Haut schwillt dabei an,

63
 färbt sich rötlich
 und auf der Oberfläche entstehen kleine Blasen (daher auch die Bezeichnung
«Gürtelrose»).
Der Hackenfuß (Pes calcaneus) ist eine relativ häufig vorkommende Fehlstellung, bei welcher
der Fuß so stark nach oben abgeknickt ist, dass die Zehen mit leichtem Druck das Schienbein
berühren können und die Ferse der tiefste Punkt ist. Es gibt zwei Formen des Hackenfußes, den
angeborenen oder den erworbenen.
Beim Hackenfuß steht der Fuß gerade nach oben, ein Aufstellen auf die Fußsohle ist nicht
möglich. Mit einem Hackenfuß kann man nur auf der Ferse stehen. Die Fußsohle ist leicht nach
außen gedreht.
Ein Chalazion, auch als Hagelkorn bekannt, ist eine Zyste im Augenlid. Dieses wird durch die
Entzündung einer blockierten Drüse am oberen Augenlid verursacht. Ein Hagelkorn unterscheidet
sich von einem Gerstenkorn (Hordeola) dadurch, dass es ein subakutes und in der Regel
schmerzloses Knötchen ist.
Mundgeruch (Halitosis, Foetor ex ore) ist keine Krankheit. Er kann ein Zeichen mangelnder
Mundhygiene sein, aber auch durch verschiedene Krankheiten ausgelöst werden. Der Genuss
bestimmter Speisen, wie Zwiebeln oder Knoblauch, kann kurzfristig Mundgeruch verursachen,
ebenso ein nüchterner Magen. Davon abzugrenzen ist dauerhafter Mundgeruch, der für Betroffene
und Mitmenschen zur Belastung werden kann.
Halluzinationen und Sinnestäuschungen sind Wahrnehmungsstörungen. Ein Betroffener
empfindet oder sieht dabei Eindrücke, obwohl sich hierzu keine reellen Auslöser finden lassen. Die
Inhalte von Halluzinationen und deren Ausprägungen sind verschieden - Therapien behandeln in
der Regel die ursächliche Faktoren.
Es gibt verschiedene Formen von Sinnestäuschungen. So unterscheidet man beispielsweise
zwischen den akustischen Halluzinationen (z.B. das Hören von Stimmen), den optischen
Halluzinationen (ein Wahrnehmen von Bildern), den gustatorischen Halluzinationen
(Sinnestäuschungen, die den Geschmack betreffen) oder den taktilen Halluzinationen (unter
anderem Berührungs- oder Tasthalluzinationen).
Halsschmerzen sind schmerzhafte Empfindungen im Hals, die häufig zusammen mit
Schluckbeschwerden auftreten. Vor allem bei Infekten der oberen Atemwege kommt es zu
Halsschmerzen, besonders bei der Erkältung oder auch bei einer Mandelentzündung (Angina
tonsillaris). Viren, Bakterien und andere Keime reizen und schädigen die Schleimhäute im Hals –
diese entzünden sich, der Hals wird rot, schwillt an und schmerzt. Halsschmerzen sind oft begleitet
von Kratzen im Hals, Schluckbeschwerden und Heiserkeit. Bei Infekten kommt meist auch Fieber
hinzu, bei einer Angina sind die Mandeln geschwollen, gerötet oder sogar vereitert. Außerdem sind
häufig auch die Lymphknoten am Unterkiefer und am Hals geschwollen.
Halsschmerzen sind meist Zeichen eines harmlosen Infekts, können jedoch auch durch
Rauchen sowie im Rahmen von ernsteren Erkrankungen, zum Beispiel einem Kehlkopftumor,
auftreten.
Haltungsschäden sind knöcherne Veränderungen im Körper des Menschen, die sich aus
längerfristigen Haltungsfehlern entwickeln können. Besonders häufig ist die Wirbelsäule von
Haltungsschäden betroffen. Diese Schädigungen der Wirbelsäule gehen häufig einher
mit Rückenschmerzen. Entsprechende Haltungsschäden können sich etwa in Form eines
Hohlkreuzes, einer Skoliose oder eines Rundrückens äußern:
Hammerzeh und Krallenzeh sind klassische Zehenfehlbildungen:
 Die Hammerzehe ist durch eine dauerhafte Beugung im Zehenendgelenk gekennzeichnet,
bei der das Grundgelenk gestreckt ist,
 bei der Krallenzehe ist das Grundgelenk überstreckt, während Zehenmittel- und -endgelenk
gebeugt sind.
Im Frühstadium lässt sich die für Hammerzeh und Krallenzeh typische Zehenfehlstellung häufig
noch passiv ausgleichen. Später versteifen sich die Zehen II-V, was dann weder passiv noch aktiv
ausgleichbar ist.

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Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine virale und hoch ansteckende Infektionskrankheit,
die besonders im Pazifikraum und in Südostasien oft epidemische Ausmaße annimmt. Die
Erkrankung betrifft vor allem Kinder und äußert sich vorwiegend in Fieber und schmerzhaften
Hautausschlägen sowie Bläschen im Mund, an den Handflächen und den Fußsohlen, wobei in
selteneren Fällen auch eine Gehirnstammentzündung mit der Erkrankung einhergehen kann.
Als Handgelenksbruch bezeichnet man eine Fraktur der Speiche (Radius). Sie tritt zumeist
auf, wenn man versucht, sich bei einem Sturz mit der Hand abzufangen. Da dieser Reflex fast
immer auftritt, kommt es häufig zu derartigen Frakturen.
In seltenen Fällen kann der Handgelenksbruch auch durch einen Sturz auf die gebeugte
Hand entstehen. In diesem Fall spricht man von einer Flexionsfraktur. Eine Fraktur des
Handgelenks lässt sich durch das Tragen eines Gipses behandeln. Auch die Einnahme von
Medikamenten ist aufgrund der Schmerzen sinnvoll.
Bei der Hantavirus-Infektion handelt es sich um eine infektiöse Erkrankung, die durch
verschiedene Formen des Hantavirus hervorgerufen werden kann.
Die Hantavirus-Infektion ist weltweit in verschiedenem Umfang vorzufinden; so ist
die Infektion beispielsweise in Südostasien relativ weit verbreitet. Auch in Europa kommen Fälle
der Hantavirus-Infektion vor: Zu beobachten ist eine relative Häufung hier etwa im Balkan oder in
Teilen Skandinaviens. Benannt wurde die Hantavirus-Infektion nach dem südkoreanischen Fluss
Hantan, an dem während des Koreakrieges in den 1950er Jahren viele Soldaten an dem Virus
erkrankten.
In der Medizin wird der Harnleiterstein auch als Ureterstein bezeichnet. Bei
Harnleitersteinen handelt es sich um sogenannte Konkremente, also um gefestigte Massen, die sich
beispielsweise in einem Hohlorgan wie dem Harnleiter ablagern können.
Als Harnleiterstein wird ein solches Konkrement unter anderem bezeichnet, weil es in seiner
Optik einem Stein ähnelt. Je nach Anzahl und Ausprägung von Harnleitersteinen sowie deren Lage
können die Ablagerungen im Harnleiter leichte bis kolikartige Schmerzen hervorrufen. Da durch
den Harnleiterstein Schädigungen der Harnröhrenschleimhaut auftreten können, treten in einigen
Fällen leichte Blutungen auf, die im Urin nachgewiesen werden können. Der Harnleiterstein tritt bei
Frauen und Männern gleich häufig auf. Dabei steigt das Risiko, Harnleitersteine auszubilden, mit
steigendem Lebensalter.
Eine Harnröhrenentzündung (Urethritis) ist eine akute Entzündung der Schleimhaut der
Harnröhre - die sich allgemein durch Ausfluss, Schmerzen und Brennen beim
Wasserlassen äußert. Eine frühzeitig erkannte und hinreichend behandelte Harnröhrenentzündung
hat eine gute Prognose.
Die Entzündung der Harnröhre ist ebenso wie die Blasenentzündung ein
sogenannter unterer Harnwegsinfekt. Die Einteilung der Harnröhrenentzündung richtet sich nach
ihrem Auslöser:
 Spezifische Harnröhrenentzündung: Diese Form ist am häufigsten. Sie entsteht
durch Infektion mit bestimmten Bakterien, den Gonokokken, und tritt im Rahmen der
Geschlechtskrankheit namens Tripper (Gonorrhoe) auf – daher bezeichnen Ärzte sie auch
als gonorrhoische Urethritis.
 Unspezifische Harnröhrenentzündung: Für diese Form sind meist verschiedene andere
nicht-gonorrhoische Erreger wie zum Beispiel Chlamydien, Korynebakterien,
Mykoplasmen oder Trichomonaden verantwortlich. Eine unspezifische Urethritis kann aber
auch durch nicht-infektiöse allergische oder mechanische Reizungen entstehen und ist dann
nicht ansteckend.
Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom, Urethrakarzinom) ist eine äußerst seltene Krebsart:
Nur etwa 0,3 Prozent aller Krebserkrankungen gehen von der Harnröhre (Urethra) aus. Die meisten
Betroffenen sind älter als 50 Jahre. Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) ist eine bösartig
wachsende Zellwucherung (Karzinom), die von der Harnröhre (Urethra) ausgeht. Man bezeichnet
diese seltene Krebserkrankung auch als Urethrakarzinom.

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Eine Harnröhrenstriktur oder Harnröhrenverengung ist eine Verengung der Urethra
(Harnröhre), die angeboren oder erworben sein kann und in aller Regel operativ behandelt wird.
Überwiegend Männer sind von echten Harnröhrenstrikturen betroffen.
Eine angeborene oder erworbene Verengung der Urethra wird
als Harnröhrenstriktur bezeichnet. Dabei sind Harnröhrenstrikturen durch narbige Verengungen
von Stenosen (Engstellen) infolge benigner Prostatahyperplasien (vergrößerte Prostata) zu
differenzieren.
Am häufigsten sind Strikturen in der prostatischen, membranösen, bulbären oder penilen
Harnröhre sowie in der Fossa navicularis lokalisiert. Durch die Stenose der Harnröhre ist eine
vollständige Entleerung der Blase lediglich eingeschränkt möglich. Dies führt zu einer erhöhten
Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen, die bei ausgeprägten Verläufen zu einem Rückstau des Urins
in die Nieren und somit zu Schädigungen der Nieren führen kann.
Eine Harnröhrenstriktur manifestiert sich symptomatisch anhand eines abgeschwächten
Harnstrahls, der gießkannenartig verformt, gedreht oder geteilt ausfallen kann, und einem
„Nachtröpfeln“ nach der Miktion (Wasserlassen). Ebenso sind Schmerzen während der Miktion, am
Penis bzw. der Vagina sowie im Bereich des Dammes charakteristisch für Harnröhrenstrikturen.
Die Unfähigkeit zur Entleerung der eigenen Blase wird in der Medizin auch als
sogenannter Harnstau bzw. Harnstauung bezeichnet. In Abhängigkeit zu den jeweiligen
Beschwerden wird eine Unterscheidung in einen akuten Harnstau sowie in einen chronischen
Harnstau getroffen.
Sofern es in den ableitenden Harnwegen zu einer Behinderung kommt, kann der Urin des
Betroffenen nicht mehr ungehindert abfließen. Die Hindernisse treten in der Regel im Bereich der
Nieren oder im Bereich der Harnleiter auf. Je nach Schweregrad kann es aber auch im Bereich der
Harnblase oder im Bereich der Hahnröhre zu einem Hindernis kommen.
Unbehandelt kann ein Harnstau für den Betroffenen lebensgefährlich werden. So führt
beispielsweise ein Übertritt von Bakterien aus dem Urogenitaltrakt in die Blutlaufbahn zu einer
lebensgefährlichen Blutvergiftung.
Je nach Schweregrad kann es neben der sogenannten Urosepsis auch zu einem chronischen
Nierenversagen kommen. Der Betroffene muss sich im Rahmen einer chronischen
Niereninsuffizienz stets einer Dialyse unterziehen. Zur Festlegung einer optimalen Therapie müssen
jedoch zuerst die Ursachen eines Harnstaus ermittelt werden.
Harnsteine gehören zu den Wohlstandskrankheiten, deren Häufigkeit in den letzten Jahren
zugenommen hat. Sie entstehen, wenn der Körper mit der Ausscheidung seiner Giftstoffe überlastet
ist. Bei Harnsteinen handelt es sich um mineralische Ablagerungen im Körper, die sich zu größeren
Gebilden verbunden haben. Sie treten in den ableitenden Harnwegen (Harnleiter, Harnblase und
Harnröhre) sowie in der Niere auf. Die Form und chemische Zusammensetzung kann
unterschiedlich ausfallen.
Harnsteine entstehen, wenn im Urin gelöste Salze als Kristalle ausfallen. Die meisten bestehen
aus Calciumoxalaten, doch auch Steine aus Zystin, Harnsäure oder Phosphat sind keine Seltenheit.
Wenn die Ablagerungen nicht auf natürlichem Wege ausgespült werden können, wachsen sie im
Laufe der Zeit zu Kristallen heran. Diese können rundliche oder verzweigte Formen annehmen.
Je nach Lokalisation ist eine Größe bis zu mehreren Zentimetern möglich, bevor die ersten
Symptome auftreten. Ungefähr jeder 20. Deutsche leidet im Laufe seines Lebens unter Harnsteinen,
darunter doppelt so viele Männer wie Frauen. Die Betroffenen erhalten ihre erste Diagnose meist
zwischen Mitte 20 und 60 Jahren.
Ein Harnwegsinfekt ist per Definition eine durch Erreger hervorgerufene Infektion der
Harnwege:
 Ein unterer Harnwegsinfekt liegt vor, wenn die Harnröhre oder die Harnblase betroffen ist
und eine Harnröhrenentzündung beziehungsweise eine Blasenentzündung vorliegt.
 Ein oberer Harnwegsinfekt entsteht, wenn sich die Infektion auf Harnleiter und Nieren
ausbreitet und es zu einer Nierenbeckenentzündung kommt.
Meist sind Bakterien für seine Entstehung verantwortlich, seltener auch andere Erreger.

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Die Tularämie (Hasenpest) ist eine hochansteckende bakterielle Erkrankung wild lebender kleiner
Säugetiere wie Hasen, Wildkaninchen, Mäusen, Ratten oder Eichhörnchen, die auch für Menschen
ansteckend ist.
Demnach zählt die Tularämie zu den sogenannten Zoonosen (eine Zoonose ist eine von Tieren
auf den Menschen übertragbare Erkrankung). Die Bezeichnung Hasenpest rührt daher, dass das
Beschwerdebild dem der Pest ähnelt und die Erkrankung häufig Hasen und Wildkaninchen befällt.
Weitere Bezeichnungen für die Tularämie sind:
 Nagerpest  Parinaud-Krankheit
 Lemming-Fieber
Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste autoimmun bedingte, chronische Entzündung der
Schilddrüse, deren Ursache bislang nicht geklärt werden konnte. Frauen sind etwa neunmal
häufiger von Hashimoto-Thyreoiditis betroffen als Männer, wobei die Erkrankung in der Regel
gut therapierbar ist.
Während sich eine Hashimoto-Thyreoiditis langfristig in
einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreoiditis) manifestiert, kann zu Beginn der Erkrankung
auch eine Überfunktion (Hashitoxikose) vorliegen, die u.a. mit Reizbarkeit, Schlafstörungen,
Herzrasen, Heißhunger, Gewichtsverlust und einem gestörten Menstruationszyklus einhergehen
kann.
Die Begriffe Hausstauballergie und Hausstaubmilbenallergie bezeichnen per Definition eine
gesteigerte beziehungsweise übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe im
Hausstaub: Diese Auslöser der Allergie (sog. Allergene) stammen aus dem Kot der im Staub
lebenden Milben (Hausstaubmilben). Die Allergene verteilen sich als feiner Staub in der Atemluft
und können so eine allergische Reaktion auslösen. Diese Reaktion gehört zum Allergietyp I
(Allergie vom Soforttyp).
Die Hautflechte ist eine Infektionskrankheit. In der Medizin zählt die Hautflechte zu den
sogenannten Mykosen. Hervorgerufen wird eine Hautflechte von verschiedenen parasitären Pilzen.
Von einer Hautflechte können sowohl die Haut eines Menschen als auch dessen Schleimhäute
betroffen sein.
Wachsen oder vermehren sich die parasitären Pilze im Körper eines Menschen, so ist dies
häufig mit typischen Symptomen einer Hautflechte verbunden. Zu diesen Symptomen einer
Hautflechte zählen etwa Wachstumsringe, die auf der Haut eines Betroffenen erkennbar sind.
Solche Wachstumsringe als Symptom einer Hautflechte sind oft umgeben von rötlichen Papeln.
Allerdings kann eine Hautflechte auch ohne äußerliche Symptome verlaufen; in der Medizin
wird eine solche symptomfreie Hautflechte auch als inapparente Hautflechte bezeichnet. Je nach
Patient und Erreger einer Hautflechte kann die Infektionskrankheit in einigen Fällen einen
chronischen Verlauf nehmen.
Unter einer Hautkrankheit (medizinischer Begriff: Dermatose) versteht man Erkrankungen
der Haut und des Hautanhangsgebilde (Nägel, Haare, Talk- und Schweißdrüsen) als Reaktion auf
unterschiedlichste Einflüsse und Reize aus der Umgebung oder dem Körperinneren.
Der Schweregrad und das Erscheinungsbild von Hautkrankheiten variiert dabei erheblich. Die
Einteilung der Hautkrankheiten erfolgt über die befallen Körperstellen und –flächen. Unterschieden
werden kann in:
Generalisierte Hauterkrankungen: sind z. B. allergische Reaktionen der
Haut, Schuppenflechte, Juckreiz oder Ekzeme, die an der gesamten Hautoberfläche oder an mehren
Stellen auftreten.
Lokale Hauterkrankungen: sind z. B. Hautkrebs –
und Infektionserkrankungen, Akne, Haarausfall, Hühneraugen oder Hautpilze und Schnitt-
oder Schürfwunden, die nur an einer Stelle oder einem Hautbereich auftreten
Hautkrebs ist der Überbegriff für bösartige Tumoren der Haut. Hierzu zählen:
 schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) - ist ein pigmentierter oder zum Teil auch nicht-
pigmentierter bösartiger Hauttumor, der meist aus Melanozyten entsteht, den
pigmentbildenden Hautzellen.
 weißer Hautkrebs beziehungsweise heller Hautkrebs

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o Basaliom (Basalzellkarzinom) - ist ein sogenannter halbbösartiger (semimaligner)
Hauttumor, der fast nie Tochtergeschwülste (Metastasen) entwickelt, jedoch das
umliegende Gewebe, Knochen und Knorpel angreifen kann.
o Aktinische Keratose - ist eine Frühform des Spinalioms. Dabei vermehren sich die
Hornzellen der obersten Hautschicht (Keratinozyten) unkontrolliert.
o Spinaliom (Stachelzellkrebs, Plattenepithelkarzinom) - der sich aus der
Stachelzellschicht (Stratum spinosum) in der Oberhaut bildet. Es entwickelt sich
häufig im Gesicht.
Die Heberden-Arthrose ist gekennzeichnet durch Schmerzende Hand- und Fingergelenke mit
Knötchenbildung. Steife Finger, Schwellungen und Schmerzen sind bestimmend für die meist
chronisch verlaufende Erkrankung.
Die Heberden-Arthrose gehört zum Formenkreis der sogenannten
degenerativen Gelenkerkrankungen, welche Hände und Finger betrifft. Weil diese Form der
Gelenkerkrankung als Polyarthrose auftritt, sind meist beide Hände und alle Finger in
unterschiedlichem Ausprägungsgrad betroffen. Die Heberden-Arthrose verläuft als entzündliche
Knorpelerkrankung progredient, also chronisch fortschreitend.
Patienten mit dem Heerfordt-Mylius-Syndrom leiden an einer Sonderform der Sarkoidose.
Dabei handelt es sich um eine Granulomatöse Entzündung, die subchronische bis chronische
Ausmaße annehmen kann. Oft ist bei der Sarkoidose auch von einer entzündlichen
Multisystemerkrankung die Rede, die kleine Knötchen in verschiedenen Organen formt und damit
eine überdurchschnittliche Immunantwort mit Entzündungsreaktionen auslöst.
Eine Helicobacter-pylori-Infektion ist ein bakterieller Befall der Magenschleimhaut, der bei
den Betroffenen häufig gar keine Beschwerden hervorruft, allerdings die Entstehung von
Folgeerkrankungen wie dem Magengeschwür begünstigen kann.
Der namensgebende Erreger Helicobacter pylori (kurz HP) ist ein stäbchenförmiges
Bakterium, das trotz des extrem sauren pH-Werts im Magen überleben und
eine Infektion verursachen kann. Helicobacter pylori lebt auf und innerhalb der Schleimschicht des
Magens. Das Bakterium ist weltweit verbreitet. Wie es zur Übertragung von HP kommt, ist nicht
vollständig geklärt. Vermutlich steckt man sich meist oral (über den Mund) an. Eine Helicobacter-
pylori-Infektion ruft eine Chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) hervor, die
allerdings nicht bei allen Infizierten auch zu schwerwiegenden Symptomen führen muss.
Bei dem HELLP-Syndrom handelt es sich um eine schwere Komplikation im Verlauf der
Schwangerschaft. Es kann lebensgefährliche Folgen für Mutter und Kind haben.
Das HELLP-Syndrom zählt zu den hypertensiven Störungen und tritt während der
Schwangerschaft auf. Der Begriff HELLP-Syndrom setzt sich aus den englischen Begriffen der drei
Hauptsymptome zusammen: Dies sind H für Hemolysis (Hämolyse), EL für Elevated Liver
Enzymes (Erhöhung der Leberwerte) und LP für Low Platelets. Damit ist eine zu niedrige Anzahl
an Thrombozyten (Blutplättchen) gemeint.
Bei Nachtblindheit (Hemeralopie) ist die Sehleistung in Dämmerung und Dunkelheit deutlich
vermindert, was zum Beispiel beim Autofahren große Probleme bereiten kann. Der
Begriff Nachtblindheit (auch Hemeralopie oder Nyktalopie genannt) bezeichnet per Definition
eine Sehstörung, die durch ein vermindertes Dämmerungssehen beziehungsweise Nachtsehen
gekennzeichnet ist: Wer nachtblind ist, hat eine deutlich verminderte Sehfähigkeit, sobald es
dämmert beziehungsweise dunkel ist. Meist sind beide Augen von Nachtblindheit betroffen.
Eine Hepatitis ist eine Leberentzündung, die zu einer Schädigung der Leberzellen führen
kann. Der Begriff Hepatitis leitet sich aus dem Griechischen
ab: hépar beziehungsweise hépatos bedeutet Leber, und die Endung -itis steht für Entzündung.
Die Leber ist das größte innere Organ des Körpers und arbeitet wie eine Art Zentrallabor:
Sie ist beteiligt am Stoffwechsel wichtiger Nahrungsmittel und entgiftet Schadstoffe und
Abfallprodukte. Ist die Leber entzündet, spricht man von Hepatitis. Eine Leberentzündung kann die
Leberzellen schädigen und damit die Funktionen der Leber beeinträchtigen.

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Die Ursachen für eine Hepatitis sind unterschiedlich: Viren, Bakterien oder Parasiten
können ebenso eine Leberentzündung auslösen wie bestimmte Krankheiten (z.B. Sarkoidose). Auch
übermäßiger Alkoholkonsum oder Medikamente können zu einer Leberentzündung führen.
Am häufigsten lösen allerdings Viren eine Hepatitis Aus (sog. Virushepatitis). Hierbei stehen vor
allem fünf Virentypen im Vordergrund:
 Hepatitis-A-Virus (HAV)
 Hepatitis-B-Virus (HBV)
 Hepatitis-C-Virus (HCV)
 Hepatitis-D-Virus (HDV)
 Hepatitis-E-Virus (HEV)
 Hepatitis G ist eine Leberentzündung, die das Hepatitis-G-Virus (HGV) auslöst. Bei
dem Hepatitis-G-Virus handelt es sich, wie bei dem Hepatitisvirus C, um einen Flavivirus
Je nachdem welcher Virus der Infektion zugrunde liegt, bezeichnet man die Art
der Leberentzündung entsprechend als Hepatitis A, B, C, D oder E.
Welche Symptome bei einer Leberentzündung auftreten, hängt unter anderem von dem
jeweiligen Virustyp ab. Eine Hepatitis Beginnt in der Regel mit eher unspezifischen
Allgemeinsymptomen. Man fühlt sich müde oder empfindet ein Druckgefühl im rechten
Oberbauch. Später können charakteristische Symptome dazukommen: Beispielsweise färben sich
die Haut und Teile der Augen gelb (Gelbsucht).
Die Hepatitis-Viren gelangen auf verschiedenen Wegen in den Körper: Hepatitis
A und Hepatitis E werden über Schmierinfektionen übertragen. Das heißt der Erreger gelangt über
fäkale Verunreinigungen aus dem Stuhl an Gegenstände oder Lebensmittel und kann somit weitere
Personen infizieren. Hepatitis B wird dagegen sowohl sexuell als auch auf dem Blutweg (z.B. über
Bluttransfusionen), die Hepatitis C vorrangig auf dem Blutweg übertragen. Eine Hepatitis D kann
nur bei Personen auftreten, die bereits mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind.
Als Hepatoblastom wird ein seltener bösartiger (maligner) embryonaler Tumor an der
Leber bezeichnet, der hauptsächlich Säuglinge und Kleinkinder befällt. Falls der Tumor früh genug
diagnostiziert wird bevor er metastasiert, bietet eine operative Entfernung des Tumors gute
Überlebenschancen.
Eine Hepatose ist eine Schädigung der Leber, die durch einen Rückstau von Gallensaft
entsteht. Dabei verquellen die Gallenwege und führen zu weiteren Symptomen wie Gelbsucht. Die
Ursachen können vielfältig sein. Oftmals schlägt eine medikamentöse Behandlung gut an. Unter
einer Hepatose verstehen Mediziner eine allergisch-toxische Reaktion der Galle, die zu einer
anschließenden Schädigung der Leber führt.
Hierbei werden die Gallengänge verstopft, und der Gallensaft staut sich. Es kommt in der
Folge zu degenerativen Veränderungen des Lebergewebes. Diese werden von Symptomen wie
Fettsucht, Gelbsucht, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl begleitet. In vielen Fällen
wird die Hepatose durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst.
Alternativ kann aber auch Alkoholmissbrauch oder eine dauerhafte Fehlernährung
verantwortlich sein. Wird die Hepatose rechtzeitig erkannt, lässt sie sich in den meisten Fällen gut
behandeln. Unbehandelt kann sie allerdings die Leber schwer schädigen und so etwa zu
einer Leberzirrhose und schlimmstenfalls sogar zum Tod führen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hepatose
 Gallenstau  Fettsucht
 Gelbsucht  Allgemeines Krankheitsgefühl
 Juckreiz  ggf. Fieber
Hermaphroditen sind Menschen mit wenig eindeutigen Geschlechtsmerkmalen. In den
meisten Fällen sind die Geschlechtsteile der Hermaphroditen abnorm geformt. Beim
psychischen Hermaphroditismus liegt zwar körperlich kein doppeltes Geschlecht vor, die
Betroffenen können sich aber nicht mit nur einem Geschlecht identifizieren. Man spricht auch von
einem dritten Geschlecht. Heute wird für dieses medizinische Phänomen allerdings eher der
Begriff Intersexualität genutzt. Die Intersexualität gehört zu den Sexualdifferenzierungsstörungen.

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Eine Hernie, auch Weichteilbruch oder Bauchdeckenbruch genannt, sind Öffnungen
der Bauchwand. Durch diese können sich Gewebe oder Organe aus dem Leibesinneren nach außen
stülpen, was beispielsweise zu sogenannten Verklemmungen führen kann. Als Hernie bezeichnet
man eine Öffnung der Bauchwand, welche Weichteile, Fettgewebe oder Teile der inneren Organe
enthalten kann. Eine Behandlung ist unerlässlich, wobei Hernien selten schwerwiegende Folgen
nach sich ziehen.
Es existieren verschiedene Arten der Hernien. So etwa Leistenbrüche, welche oberhalb der
Leistenbeuge auftreten, Nabelbrüche, welche direkt hinter dem Bauchnabel entstehen und einfache
Narbenbrüche. Auch Schenkelbrüche und epigastrische Brüche im Bereich um den Nabel gibt es.
Trotz der Bezeichnung sind derartige Brüche nicht mit Frakturen gleichzusetzen. Vielmehr handelt
es sich Öffnungen, die häufig über Jahre oder in Folge schwerwiegender Erkrankungen entstehen.
Auslöser sind beispielsweise Dickdarmkrebs, chronischer Husten oder Verstopfung. In den
meisten Fällen wird die Hernie durch eine Operation behoben, wobei auch die Diagnose der
Auslöser ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist.
Lippenherpes (Herpes labialis) ist eine durch bestimmte Herpesviren ausgelöste
Virusinfektion. Der Begriff Herpes findet sich in der Bezeichnung verschiedener Erkrankungen:
Neben Herpes labialis für Lippenherpes zum Beispiel in Herpes genitalis (für Genitalherpes)
und Herpes zoster (für Gürtelrose). Für die Entstehung dieser Erkrankungen sind verschiedene
Herpesviren verantwortlich. Ein Vertreter dieser Herpesviren ist das Herpes-simplex-
Virus (HSV), auch humanes Herpesvirus (HHV) genannt.
Unter dem Begriff Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden sämtliche Krankheiten
zusammengefasst, die das Herz-Kreislauf-System betreffen. Dazu zählen alle angeborenen
Erkrankungen des Herzens, des Blutkreislaufs und der Gefäße, die nicht durch eine Verletzung
erworben wurden.
Auch Erkrankungen der Venen und der Lymphgefäße werden als solche bezeichnet. Jedoch ist
der Begriff der Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Humanmedizin nicht einheitlich definiert.
Charakteristisch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ein schleichender Verlauf sowie eine
plötzliche Manifestierung der Symptome.
Viele dieser Erkrankungen können lebensgefährlich sein und bedürfen einer sofortigen
Behandlung durch einen Arzt. Beispiele für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombose, Bluthochdruck (Hypertonie), Perikarditis und
diverse Durchblutungsstörungen
Typische und häufige Herz-Kreislauf-Erkrankungen
 Bluthochdruck  Herzrhythmusstörungen
 Herzinfarkt  Koronare Herzkrankheit
 Herzinsuffizienz  Herzrasen
 Herzklappenfehler  Vorhofflimmern
 Herzmuskelentzündung
Der Begriff Herzbeutelentzündung (Perikarditis) beschreibt eine entzündliche Erkrankung
des Herzbeutels, die verschiedene Ursachen haben kann. Das Perikard (griech. peri-: um ...
herum; Kard-: Herz) ist die äußere Umhüllung des Herzens. Sie besteht aus zwei dünnen Häuten
aus Bindegewebe. Zwischen diesen Häuten befindet sich beim Gesunden eine geringe Menge
Flüssigkeit. Der Herzbeutel schützt das Herz vor Überdehnung und äußeren Einwirkungen.
Man unterscheidet bei der Herzbeutelentzündung eine primäre und eine sekundäre Form. Bei
der primären Perikarditis sind zumeist Viren die unmittelbaren Krankheitsauslöser. Dagegen ist
die sekundäre Perikarditis die Folge einer anderen Erkrankung, die nicht vorrangig das Herz
betrifft. Die primäre Perikarditis tritt häufiger auf.
Ein Herzfehler oder Herzvitium ist eine allgemeine Bezeichnung für Störungen des Aufbaus
und der Struktur des Herzens. Dabei unterscheidet man Herzfehler in erworbene Herzfehler (z.B.
durch Infektionen oder Herzerkrankungen) und angeborene Herzfehler. Bei den angeborenen
Herzfehlern liegen meist Herzfehlbildungen vor, die bereits im Mutterleib oder beim Neugeborenen
entdeckt und behandelt werden können. Dennoch sind Herzfehler meist ein Leben lang zu
therapieren.

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Der häufigste azynotische Herzfehler ist die Pulmonalstenose und den zweiten Platz teilen sich
die Aortenklappenstenose (Verengungen) und die Aortenisthmusstenose. Eher selten treten
Fehlbildungen des Aortenbogens auf. Zu den primär azynotischen Herzfehlern gehören Defekte der
Vorhof- und/oder Ventrikelsepten sowie der Ductus arteriosus apertus. Zu den primär zyanotischen
Herzfehlern zählen die Fallot-Tetralogie, Hypoplasien der rechten oder linken Kammern,
Lungenvenenfehlmündungen u. a. Die Häufigkeit angeborener Herzfehler beträgt 6 – 10
Neugeborene auf 1000 Lebendgeburten.
Ein Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt oder Herzmuskelinfarkt genannt, bezeichnet das
Absterben (= Infarkt) eines Teils des Herzmuskels (= Myokard). Die Ursachen gehen auf einen
Gefäßverschluss in mindestens einem der großen Herzkranzgefäße (Koronararterien) oder einem
Gefäßast zurück, die das Herz mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen: Der Gefäßverschluss hat
zur Folge, dass das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird und abstirbt.
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) sollte so schnell wie möglich eine
Therapie erfolgen. Ist dies nicht der Fall, entsteht an der mit Blut unterversorgten Herzregion ein
irreparabler Schaden.
Ein Herzinfarkt oder Myokardinfarkt ruft in vielen Fällen eindeutige Symptome hervor.
Typisch für einen Herzinfarkt ist der anhaltende heftige Brustschmerz, der in den linken Arm
ausstrahlt. Bei einem Herzinfarkt können diese Anzeichen aber auch geringer sein oder ganz
ausbleiben (sog. stummer Herzinfarkt). Besonders bei Frauen fehlen häufig die typischen
Symptome eines Herzinfarkts. 40 Prozent aller Infarkte ereignen sich in den Morgenstunden
zwischen sechs und zwölf Uhr, was damit zusammenhängt, dass die Gerinnungsaktivität im Blut in
dieser Zeit zunimmt. Für die Heilungsaussichten ist es bei einem Myokardinfarkt entscheidend,
sofort einen Notarzt zu verständigen und den Betroffenen schnell ins Krankenhaus zu bringen.
In den ersten Stunden nach dem Herzinfarkt gibt es zwei Möglichkeiten, um zu verhindern,
dass die unterversorgten Herzmuskelzellen absterben: Zum einen ist es möglich, das verschlossene
Gefäß mit einem Herzkatheter aufzudehnen. Zum anderen lässt sich das Blutgerinnsel durch
Medikamente auflösen, sodass die Durchblutung des Gefäßes wiederhergestellt ist (medikamentöse
Thrombolysetherapie). Bei einem Herzinfarkt sind die ersten 48 Stunden besonders kritisch.
Da nach einem Herzinfarkt Komplikationen (wie z.B. Herzrhythmusstörungen,
Linksherzinsuffizienz oder ein kardiogener Schock) auftreten können, ist eine Überwachung der
Betroffenen auf der Intensivstation erforderlich.
Bei der Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist die Funktion des Herzens gestört. Das Herz
ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen.
Eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist eine häufige Folge verschiedener Herzerkrankungen.
Sie ist als eine Art Sammelbegriff aufzufassen und muss immer zusammen mit der ihr zugrunde
liegenden Herzerkrankung gesehen werden. Bei der Herzinsuffizienz handelt es sich um eine
Funktionsstörung des Herzens. Das Herz kann das Blut nicht mehr in ausreichender Menge
auswerfen. Die Durchblutung der restlichen Organe ist in Folge dieser Störung gefährdet und es
kann zum Kreislaufversagen kommen.
Ein Herzklappenfehler ist eine Funktionsstörung der Herzklappen. Die Herzklappen
funktionieren normalerweise wie Ventile. Sie sorgen dafür, dass das Herz pumpen kann und das
Blut nur in eine Richtung fliesst. Das Herz verfügt über vier verschiedene Herzklappen:
 Aortenklappe: Ventil aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader (Aorta)
 Mitralklappe: Ventil aus dem linken Vorhof in die linke Herzkammer
 Pulmonalklappe: Ventil aus der rechten Herzkammer in den Lungenkreislauf
 Trikuspidalklappe: Ventil aus dem rechten Vorhof in die rechte Herzkammer
Herzklappenfehler können einzelne oder mehrere Klappen betreffen. Es lassen sich vor allem
zwei Fehlertypen unterscheiden:
 Stenose: Die Herzklappe ist verengt.
 Insuffizienz: Die Herzklappe schließt nicht richtig.
Herzerkrankungen nehmen stetig zu und gehören zu den häufigsten Todesursachen in
Deutschland. Ob jemand erkrankt, hängt sehr von der familiären Veranlagung und von seiner
Lebensführung ab.

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Unter Herzkrankheiten werden alle Krankheitsbilder des Herzmuskels zusammengefasst, die
Einfluss auf die Herztätigkeit haben. Mediziner unterscheiden funktionelle und organische
Herzkrankheiten.
Typische und häufige Herzerkrankungen sind:
 Koronare Herzkrankheit (KHK)  Myokarditis
 Herzinfarkt  Kardiomyopathie
 Herzinsuffizienz
Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist per Definition eine Entzündung (-itis) des
Herzmuskels (Myokard), bei der es zu einer Flüssigkeitsansammlung (Ödem) und durch eine
veränderte Herzmuskelstruktur zur Erweiterung der Herzhöhlen bei gleichzeitig abnehmender
Schichtzahl der Muskelfasern (sog. Gefügedilatation) sowie nachfolgend zum Absterben (Nekrose)
der Herzmuskelfasern kommt. Die Herzmuskelentzündung kann sowohl akut als auch chronisch
verlaufen.
Je nachdem, welche Bereiche des Herzens betroffen sind, liegt eine parenchymatöse,
interstitielle oder gemischte Form der Herzmuskelentzündung vor: Das Parenchym ist das
Funktionsgewebe eines Organs. Das Interstitium hingegen ist das zugehörige Bindegewebe, das
keine Organfunktion im engeren Sinne hat, sondern die zu- und abführenden Blutgefäße und
Nervenbahnen enthält und Stützfunktion besitzt. Die parenchymatöse Myokarditis betrifft somit
den Herzmuskel direkt, die interstitielle Myokarditis das andere Gewebe.
In etwa 50 Prozent der Fälle sind Viren für die Myokarditis verantwortlich. Häufig ist
der Herzmuskelentzündung ein Infekt vorausgegangen: So kann zum Beispiel nach einer Erkältung,
Durchfallerkrankung oder Grippe eine Herzmuskelentzündung auftreten.
Im Zusammenhang mit einer Herzmuskelentzündung kann es zu
einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) kommen, die sich mit Symptomen wie
Kurzatmigkeit äußern kann. Weitere Beschwerden, die bei einer Myokarditis oft auftreten, sind:
Herzrasen, Blässe und Atemnot.
Hinter der Herzmuskelhypertrophie verbirgt sich eine Anomalie des Herzens, die dessen
Anatomie und dessen Funktionsweise betrifft. In Medizinerkreisen wird unter
Herzmuskelhypertrophie eine sogenannte kompensatorische Vergrößerung des Herzmuskels
verstanden.
Diese bezieht sich vorrangig auf das Ventrikelmyokard. Der Herzmuskel nimmt bei einer
Herzmuskelhypertrophie an Masse und Umfang zu. In der Praxis wird zwischen einer
Herzmuskelatrophie in Form einer exzentrischen oder einer konzentrischen Zunahme des
Herzmuskels unterschieden, die verschiedene Ursachen hat.
Die Herzmuskelhypertrophie wirkt sich auf das gesamte Herz-Kreislauf-System aus. Darüber
hinaus leiden sowohl gesunde als auch kranke Menschen an einer Herzmuskelhypertrophie. An sich
gehört die Herzmuskelhypertrophie unter bestimmten Voraussetzungen zu den nicht-
pathologischen Volumenzunahmen des Herzens.
Typische Symptome und Anzeichen bei Herzmuskelhypertrophie
 Verdickungs des Herzmuskels  Angina pectoris
 Herzinsuffizienz  Herzrhythmusstörungen
 erhöhetes Herzinfarktrisiko  Herzschwäche
 Kurzatmigkeit
Bei einer Herzneurose (Herzphobie, funktionelle Herzbeschwerden) befürchten Betroffene
über einen langen Zeitraum, eine Herzerkrankung zu haben oder einen Herzinfarkt zu bekommen,
obwohl körperlich alles in Ordnung ist. Diese Sorge ist häufig mit einer großen Angst verbunden.
Die Herzneurose zählt zu den psychosomatischen Störungen, genauer gesagt zu den
sogenannten somatoformen autonomen Funktionsstörungen.
Herzrhythmusstörungen kann man laut Definition unterscheiden in
 langsame (bradykarde) Herzrhythmusstörungen: mit weniger als 60 Herzschlägen pro
Minute; bradykarde Herzrhythmusstörungen können zum Beispiel Folge eines Herzinfarkts
sein.

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 schnelle (tachykarde) Herzrhythmusstörungen: mit Frequenzen über 100 Schlägen
pro Minute; zu diesen auch Tachykardie genannten Herzrhythmusstörungen gehören zum
Beispiel:
o Vorhofflattern
o Vorhofflimmern
o Kammerflattern bzw. -flimmern
Ist der Herzrhythmus zusätzlich noch unregelmäßig, spricht man von
einer bradykarden oder tachykarden Arrhythmie.
Kommt es zwischen den Herzschlägen zu Pausen, die länger als drei Sekunden dauern,
nennt man dies Asystolie. Einzelne zusätzliche Herzschläge neben dem Grundrhythmus heißen
Extrasystolen. Meist machen diese sich als Herzstolpern bemerkbar.
Man spricht von einem Herzstillstand wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen. Dadurch
finden kein Blutkreislauf mehr statt, das Gehirn und alle anderen Körperteile, wie Organe und
Gliedmaßen, werden nicht mehr mit Blut und somit Sauerstoff versorgt.
Es handelt sich deshalb beim Herzstillstand um einen stark lebensbedrohlichen Zustand, der
innerhalb von Minuten zum Tod des betroffenen Patienten führen kann. Das Herz wird durch
elektrische Impulse gesteuert, die ein Zusammenziehen der Herzmuskulatur bewirken.
Dadurch findet der Blutkreislauf statt, bei dem das Herz das Blut in einem bestimmten
Taktverhältnis durch den Körper pumpt. Wird der Takt der elektrischen Impulse gestört, kann es zu
einem Herzstillstand kommen. Der Herzstillstand wird im Todesfall auch als Plötzlicher
Herztod bezeichnet.
Ein Heuschnupfen (Pollenallergie, Pollinosis) ist eine Allergie gegen Blütenstaub (Pollen)
unterschiedlichster Pflanzen. Die Pollen befinden sich in der Luft und lösen, wenn sie mit den
Schleimhäuten der Nase oder der Augen in Berührung kommen, eine allergische Reaktion vom
sogenannten Soforttyp (Typ-I-Allergien) aus. Andere Begriffe für den Heuschnupfen
sind saisonale allergische Rhinitis beziehungsweise saisonale Rhinitis allergica. Kommt es beim
Heuschnupfen auch zu Beschwerden der Augenbindehaut (Bindehautentzündung, Konjunktivitis),
so spricht man auch von saisonaler allergischer Rhinokonjunktivitis.
Eine Hiathushernie ist eine besondere Form der Hernie. Von einer Hernie spricht man,
wenn Eingeweide in eine krankhafte Ausstülpung des äußeren Bauchfells hervortreten.
Bei der Hiatushernie, die im Volksmund auch als «Zwerchfellbruch» bezeichnet wird.
dringen Teile des Magens durch eine Lücke im Zwerchfell in den Brustraum ein. Als
Durchtrittspforte dient dabei die Lücke, durch welche die Speiseröhre in den Bauchraum eintritt
(fachsprachlich Hiatus oesophagus genannt). Die Hiatushernie zählt zu den Zwerchfellhernien.
Andere Beispiele für Hernien sind die Leistenhernie oder die Schenkelhernie, bei denen Teile des
Darms durch eine Lücke in der vorderen Bauchwand durchtreten.
Beim Hinken bzw. Humpeln liegt eine auffällige Unregelmäßigkeit des Ganges vor. Diese
kann je nach Ausmaß mehr oder weniger stark ausgeprägt sein. Durch das Hinken können sich die
Personen nicht so schnell fortbewegen, wie dies im Normalfall möglich ist.
Ein Riss des hinteren Kreuzbandes (Kreuzbandriss) ist eine Unfallverletzung. Er tritt
relativ selten auf und wird oft erst spät erkannt. Eine genaue Diagnostik ist daher wichtig, um
Folgeschäden zu vermeiden.
Das hintere Kreuzband ist das dickste und wichtigste Band im Kniegelenk. Es sorgt dafür,
dass der Unterschenkel am Ansatz des Kniegelenks nicht hinter den Oberschenkelknochen gleitet.
Ein hinterer Kreuzbandriss kommt aufgrund der Position und der Dicke des Bandes wesentlich
seltener vor als ein Riss des vorderen Kreuzbandes. Da für diese Verletzung sehr viel Kraft nötig
ist, tritt ein Riss des hinteren Kreuzbandes selten isoliert auf.
Hirnatrophie oder Gehirnschwund ist eine häufige Nebenerscheinung von mehreren
neuronalen Erkrankungen. Es kann sowohl das gesamte Gehirn als auch einzelne Teile vom
Rückgang der Zellen betroffen sein. Welche Auswirkungen die Störung zur Folge hat, ist stark
davon abhängig, welche Teile des Gehirns betroffen sind.
Häufige Symptome sind Demenz, Krämpfe, Verlust von motorischen Fähigkeiten,
Schwierigkeiten beim Sprechen, Lesen oder allgemeinen Verstehen. Die Demenz zeichnet sich

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durch Gedächtnisverlust aus und der Unfähigkeit alltägliche Aufgaben zu erledigen. Die Intensität
kann variieren und im Laufe der Krankheit zunehmen.
Bei Hirnerkrankungen kommt es entweder zu einer Verletzung und in Folge zum Ausfall
bzw. dem Tod von Nervenzellen, oder es sind die komplexen Schaltkreise des Gehirns
beeinträchtigt oder krankhaft verändert. Beides wirkt sich unmittelbar nicht nur auf die reine
Hirnfunktion aus, sondern geht auch mit den jeweils verbundenen körperlichen wie psychischen
Symptomen und Veränderungen einher.
Typische und häufige Hirnerkrankungen
 Schlaganfall  Hirnblutung
 Epilepsie  Gehirnhautentzündung
 Hirntumor  Migräne
 Demenz  Depressionen
 Creutzfeldt-Jakob-Krankheit  Gehirnerschütterung
 Gedächtnislücken
Bei einer Meningitis kommt es zu einer Entzündung der Hirnhäute. Die Erkrankung stellt immer
eine Notfallsituation dar, da eine frühe Therapie für den Verlauf der Erkrankung entscheidend sein
kann. Die «klassische» Hirnhautentzündung ist eine akute bakterielle Infektion, die typischerweise
im Kleinkind- bis Jugendalter auftritt. Vor allem drei Bakterienarten können zu einer Meningitis
führen:
 Meningokokken (Neisseria meningitidis)
 Pneumokokken (Streptococcus Pneumoniae)
 Haemophilus Influenzae
Bei einer Meningitis kommt es in der Regel zu Symptomen wie:
 sehr starken Kopfschmerzen  Schwindel
 Fieber  schwerem allgemeinem
 Schüttelfrost Krankheitsgefühl
Hirnmetastasen sind Krebstumoren, die sich im Gehirn als sogenannte Tochtergeschwulste
anderer Krebsarten (z.B. Lungenkrebs) entwickeln. Der Ursprung der Hirnmetastasen ist also ein
Tumor, der nicht im Gehirn liegt. Solche Tumoren können Krebszellen zum Beispiel in die Lymph-
oder Blutbahn abgeben – der Tumor «streut». Bösartige Zellen können so auch das Gehirn
erreichen. Siedeln sich die Zellen hier an und vermehren sich, entsteht eine Hirnmetastase. Auch
über das Nervenwasser (Liquor), also die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, können sich
Tumorzellen verbreiten und sich auf den Hirnhäuten entweder im Bereich des Gehirns oder im
Rückenmarkskanal festsetzen.
Beim Hirnstamminfarkt handelt es sich um eine Sonderform des Schlaganfalls und somit
um eine Erkrankung des Gehirns. Betrifft ein Hirnstamminfarkt unter anderem Zentren des
Hirnstammes, die beispielsweise für die Bewusstseinslage oder die Atemsteuerung eines Menschen
verantwortlich sind, so kann ein Hirnstamminfarkt lebensbedrohlich sein.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hirnstamminfarkt
 Lähmung aller des gesamten Körpers  Atembeschwerden ggf. Atemnot
 Sensibilitätsstörungen  Bewusstseinsstörungen
 Gefühlsstörungen  Sprachstörungen
 Schluckbeschwerden
Ein Hirntumor kann eine gutartige aber auch eine bösartige Geschwulst im Schädel sein, die
sich aus dem Gewebe des Gehirns oder der angrenzenden Hirnhäute (sog. Meningen) entwickelt
hat. Ein solcher Gehirntumor wird auch hirneigener oder primärer Hirntumor genannt.
Daneben kommen im Gehirn auch Hirnmetastasen vor. Das sind Tochtergeschwulste
von Krebsarten, deren ursprünglicher Herd außerhalb des Gehirns liegt und die daher auch kein
Nervengewebe enthalten. Ein Tumor – zum Beispiel ein Brust- oder Lungenkrebs –
kann Krebszellen über den Blutkreislauf, über die Lymphgefäße oder über das Nervenwasser (auch
Hirnwasser oder Liquor genannt) ins Gehirn streuen. Dort siedeln sich die Zellen an und bilden eine
Tochtergeschwulst, die Hirnmetastase. In besonderen Fällen kann auch ein primärer
Hirntumor Metastasen innerhalb des Gehirns oder im Rückenmark bilden.

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Gehirntumoren unterscheiden sich untereinander bezüglich verschiedener Merkmale und lassen
sich entsprechend einteilen.
Betroffene einer histrionischen Persönlichkeitsstörung, kurz HPS, zeigen ein ausgeprägtes
theatralisches und egozentrisches Verhalten. Eine Therapie kann erst erfolgen, wenn Betroffene
Einsicht zeigen und sich selbst Hilfe suchen, und besteht in einer langjährigen Psychotherapie. Wie
alle Persönlichkeitsstörungen zeigt sich die HPS in einem als anormal beschriebenen
Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster. Dieses beeinflusst die gesamte Persönlichkeit in ihrem
Denken, Fühlen und Beziehungsverhalten und wirkt sich negativ auf das gesamte Berufs- und
Alltagsleben der Betroffenen aus.
Medizinisch gehört die Hitzeerschöpfung zur Gruppe der Hitzeschäden, zu der auch
Sonnenstich und Hitzschlag zählen. Die Hitzeerschöpfung zählt, wie auch Sonnenstich und
Hitzschlag, zu den Hitzeschäden.
Eine Hitzeerschöpfung entsteht, wenn der Körper in Folge großer körperlicher Anstrengung bei
heißem Wetter oder in überheizten Räumen viel Flüssigkeit und Elektrolyte verliert, ohne dass der
Betroffene diesen Verlust durch Trinken ausgleicht und für eine Abkühlung sorgt.
Die Symptome der Hitzeerschöpfung ähneln denen eines Schocks. Neben Schwindel, Übelkeit
und Benommenheit können schwere Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit die Folge sein.
Ein Hitzschlag (Hyperthermiesyndrom) ist die Folge einer gestörten Wärmeregulation des
Körpers. Er ereignet sich vor allem im Sommer bei feucht-heissem Wetter, wenn der Körper nicht
in der Lage ist, ausreichend Wärme abzugeben beziehungsweise sich durch Verdunstung
(Schwitzen) zu kühlen.
Medizinisch zählt der Hitzschlag zu den sogenannten Hitzeschäden. Er geht mit einer
Körpertemperatur von über 40 Grad Celsius einher und kann lebensbedrohliche Ausmaße
annehmen.
Eine HIV-Infektion ist nicht das Gleiche wie AIDS. Eine Infektion durch das HI-Virus (HIV)
ist zunächst nur die Infektion durch das auslösende Virus, welches in Folge zu AIDS führen kann.
Hochwuchs oder Großwuchs (Makrosomie) kann eine familiär bedingte Variante, aber auch
eine ernst zu nehmende Krankheit sein. Tumore oder verschiedene Erbfaktoren sind die Ursache.
Ärztliche Hilfe empfiehlt sich in jedem Fall von Hochwuchs. Hochwuchs definieren die Mediziner
anhand einer Körperlänge, die oberhalb der 97. Perzentile liegt. Das bedeutet, ein Mensch zählt zu
den 3% der Größten seiner Geschlechtsgenossen derselben Altersklasse.
Eine geläufige Klassifizierung teilt das Phänomen Hochwuchs in zwei Gruppen:
Die Makrosomie (Großwuchs), die definitionsgemäß bei einer Körperlänge von über 1,92 m bei
Männern und über 1,80 m bei Frauen vorliegt.
Von Gigantismus (Riesenwuchs) spricht man, wenn Männer über 2,00 m und Frauen über
1,85 m groß sind. In dieser Begriffsbestimmung werden die zugrundeliegenden Ursachen zunächst
nicht berücksichtigt. Von primordialem Hochwuchs sprechen Ärzte bei einer genetisch bedingten
und nicht krankhaften, überdurchschnittlichen Körpergröße, die keine Komplikationen zur Folge
hat.
Unter einer Hodenatrophie versteht der Mediziner auffällig verkleinerte Hoden. Während
normal große Hoden etwa ein Volumen von drei Kubikzentimetern aufweisen, sind Schrumpfhoden
mitunter nur etwa einen Kubikzentimeter groß. Schrumpfhoden sind in der Regel nicht mehr
funktionsfähig - der Mann leidet an Azoospermie und ist - sofern beide Hoden betroffen sind -
zeugungsunfähig. Die in den Hoden produzierten Sexualhormone - insbesondere das Testosteron -
werden nicht mehr produziert.
Beim Hodenhochstand (Maldescensus testis) können ein oder beide Hoden nicht im
Hodensack (Skrotum) ertastet werden. Die Hoden liegen dabei meist entweder im Leistenkanal
oder in der Bauchhöhle.
Hodenkrebs ist eine Krebserkrankung, die sich meistens (zu 90 Prozent) aus den
Keimzellen des Hodens entwickelt. Aus diesen Zellen gehen auch die Samenzellen (Spermien)
hervor. Man nennt bösartige Hodentumoren daher auch Keimzelltumoren. Im Hoden kommen
verschiedene Keimzelltypen vor. Je nachdem, in welchem Zelltyp der Hodenkrebs seinen Ursprung

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hat, handelt es sich per Definition um ein Seminom oder ein Nichtseminom: Seminome und
Nichtseminome bilden bei Hodenkrebs die etwa gleich häufigen Hauptgruppen.
Bei einer Hodentorsion verdrehen sich Hoden und Samenstrang um die eigene Längsachse.
Dadurch kommt es zu einer Unterbrechung der Versorgung der Gefäße im Hoden, wodurch dieser
nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und im Verlaufe weniger Stunden absterben
kann. Eine Hodentorsion könnte demnach auch als ein Infarkt des Hodens bezeichnet werden.
Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) bezeichnet per Definition eine Tumorerkrankung aus
der Gruppe der bösartigen (malignen) Lymphome. Zu dieser Gruppe gehören auch die Non-
Hodgkin-Lymphome. Ein malignes Lymphom ist ein bösartiger Tumor, der seinen Ursprung im
lymphatischen System hat. Das lymphatische System ist Teil des Immunsystems; zu den
sogenannten lymphatischen Organen zählen zum Beispiel die Lymphknoten, die Milz und die
Mandeln. Maligne Lymphome können aus allen Organen mit lymphatischem Gewebe entstehen;
Morbus Hodgkin geht aller Wahrscheinlichkeit nach von den Lymphknoten aus.
Entsprechend können dann folgende typische Symptome auftreten:
 Vergrößerung von Leber und Milz
 schmerzhafte Infiltrationen des Skeletts, möglicherweise auch:
o Knochenbrüche
o neurologische Symptome wie Lähmungen oder Missempfindungen durch
Kompression des Rückenmarks
 Knochenmarksinfiltration mit Beeinträchtigung der Blutbildung
Bei einem Hohlkreuz wölbt sich die Wirbelsäule im Bauchbereich weit nach vorne. Die
Hyperlordose ist in der Regel nicht angeboren. Sie entsteht durch dauerhafte Fehlhaltungen, die
auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten können. Eine gesunde Wirbelsäule hat in der
Seitenansicht das Aussehen eines lang gezogenen "S". Beim Hohlkreuz ist der untere
Auswärtsbogen hingegen weit nach vorne geschoben. Personen, die an einem Hohlkreuz leiden,
erwecken den Anschein, als hätten sie besonders schwer an ihrem eigenen Bauch zu tragen.
Die Homocystinurie ist eine angeborene (Erbkrankheiten) Stoffwechselerkrankung, bei der die
Werte eines bestimmten Stoffs namens Homocystein im Urin und im Blut erhöht sind.
Homocystein ist ein schwefelhaltiger Eiweißbaustein (sog. Aminosäure), der normalerweise nur
im Zellinneren und nicht in Blut oder Urin nachweisbar ist. Er entsteht als Zwischenprodukt bei der
Umwandlung des Eiweißbausteins Methionin in den Eiweißbaustein Cystein. Ist dieser
Stoffwechsel gestört, führt das zu einem erhöhten Homocysteinspiegel im Blut
(sog. Hyperhomocysteinämie). Die Betroffenen scheiden den Stoff in Form von Homocystin mit
dem Urin aus (daher die Bezeichnung Homocystinurie).
Unter Horner-Syndrom wird eine spezifische Nervenschädigung verstanden, die verschiedene
Augenmuskeln betrifft. Die Erkrankung besteht aus einem dreiteiligen Symptomkomplex (einem
sogenannten Symptomtrias): Zu diesem Symptomtrias zählen ein herabhängendes Oberlid, eine
deutliche Pupillenverengung und ein eingesunkener Augapfel in die Augenhöhle.
Typische Symptome und Anzeichen bei Horner-Syndrom
 Miosis (Pupillenverengung)  zurückgezogener Augapfel
 Ptosis (herabhängendes Oberlid)
Eine Hornhautentzündung (Keratitis) ist eine Entzündung der Hornhaut (Kornea) des Auges.
Auslöser der Entzündung können viele unterschiedliche Faktoren sein. Mögliche Auslöser reichen
von Infektionen der Augenhornhaut mit Bakterien, Viren oder Pilzen über eine erblich bedingte
Veranlagung bis hin zu Augenverletzungen oder Grunderkrankungen wie einer HIV-Infektion oder
Diabetes mellitus. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Risikofaktoren, die Hornhautentzündungen
begünstigen können.
Ein Hornhautgeschwür oder Hornhautulkus (Ulcus corneae) ist eine durch eine geschädigte
Hornhaut gekennzeichnete Augenerkrankung, bei der es am Rand der Hornhautveränderung
zunehmend zu Einschmelzungen kommt. Hornhautgeschwüre (Hornhautulzera) sind durch
Krankheitserreger (infektiös) bedingt, die meist durch oberflächliche Hornhautverletzungen
eindringen. Das betroffene Auge ist gereizt und deutlich gerötet.

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Die Hornhauttrübung ist eine Erkrankung der Hornhaut, welche vergleichsweise häufig
auftritt. Dennoch ist sie relativ unbekannt, was an den vielzähligen Ursachen liegt. Auch die
Behandlung gestaltet sich schwierig.
Der Begriff Astigmatismus (Stabsichtigkeit) bezeichnet per Definition einen Abbildungsfehler
in der Optik des Auges, der durch eine Hornhautverkrümmung im Auge zustande kommt. Das
Wort Astigmatismus stammt aus dem Griechischen und bedeutet frei übersetzt Punktlosigkeit:
Durch die Hornhautverkrümmung kann das Auge einfallende Lichtstrahlen nicht in einem Punkt
auf der Netzhaut bündeln. Stattdessen bildet ein astigmatisches Auge ein punktförmiges Objekt auf
der Netzhaut strich- beziehungsweise stabförmig ab (daher die deutsche
Bezeichnung Stabsichtigkeit).
Der Begriff des Hospitalismus fasst in der Medizin verschiedene negative Folgeerscheinungen
einer längerfristigen stationären Unterbringung zusammen. Alternativ wird der Hospitalismus
beispielsweise bezeichnet als emotionales Frustrationssyndrom oder Separationssyndrom.
Früher wurde er auch als Deprivationssyndrom bezeichnet und fasst alle negativen psychischen
oder körperlichen Langzeitfolgen eines Heim- oder Krankenhausaufenthalts zusammen. Als
Symptome eines psychischen Hospitalismus können beispielsweise depressive Verstimmungen,
stereotype Bewegungen (wie etwa ein Wippen oder Schaukeln mit dem Oberkörper) oder
Autoaggressionen (aggressive Handlungen gegen sich selbst) auftreten.
Die Humeruskopffraktur (Oberarmkopffraktur) ist
 ein Bruch (= Fraktur)
 am sogenannten Kopf (= Caput)
 des Oberarmknochens (= Humerus).
Damit ist die Humeruskopffraktur eine sogenannte proximale Humerusfraktur, also eine
knöcherne Verletzung an dem Teil des Oberarmknochens, der zur Körpermitte hin (= proximal)
liegt.
Als proximale Humerusfraktur bezeichnet man per Definition sowohl eine direkt unter dem
Humeruskopf liegende (sog. subkapitale) Fraktur des Oberarmknochens als auch die
Humeruskopffraktur selbst.
Chorea Huntington (Huntington-Krankheit) ist eine vererbbare Nervenkrankheit, die durch
Bewegungsstörungen gekennzeichnet ist: Mit Chorea bezeichnet man per Definition plötzliche,
schnelle und unregelmäßige Bewegungen verschiedener Muskeln – typischerweise von Armen und
Beinen, Gesicht, Hals und Rumpf –, die die Betroffenen nicht willentlich steuern können. Dadurch
entsteht zum Beispiel ein torkelnder Gang oder die Betroffenen schneiden Grimassen. Durch Stress
und körperliche Aktivitäten verstärken sich die unkontrollierten Bewegungen, während sie in tiefen
Schlafphasen zurückgehen.
Progerie Typ I (Hutchinson-Gilford-Progerie-Syndrom, HGPS oder vorzeitige
Vergreisung) ähnelt in seinen Symptomen dem normalen Altern. Es gibt verschiedene Formen der
Progerie: Bei Kindern tritt das sehr seltene Hutchinson-Gilford-Progerie-Syndrom (HGPS; Progeria
infantilis) – auch Progerie Typ I genannt – auf. An Progerie Typ II (Werner-Syndrom) erkranken
dagegen nur Erwachsene.
Progerie Typ II (Werner-Syndrom) ist eine Krankheit, welche Betroffene frühzeitig altern
lässt. Progerie bedeutet wörtlich übersetzt «vorzeitiges Altern» und kommt bei
verschiedenen Erbkrankheiten vor. Es gibt zwei Formen der Progerie, die jeweils unterschiedlich
verlaufen. Die Progerie Typ I heißt auch Hutchinson-Gilford-Progerie-Syndrom (HGPS) und
betrifft Kinder. Die Progerie Typ II, das Werner-Syndrom, hingegen ist eine Erkrankung im
Erwachsenenalter. Beide Progerie-Typen kommen sehr selten vor.
Progerie bedeutet wörtlich übersetzt frühes Alter und leitet sich von der lateinischen
Vorsilbe pro für «vor» und dem griechischen Wort geras für «Alter» ab. Die Progerie Typ I ist eine
Krankheit, die auf einem Fehler im menschlichen Erbgut beruht. Es handelt sich dabei um eine
Veränderung (Mutation) im Gen des Eiweißes Lamin A. Dieses Eiweiß stabilisiert die Innenseiten
des Zellkerns und ist wichtig, um das Ablesen der Gene und die Zellteilung zu regulieren. Die
Symptome der Progerie entwickeln sich schon in den ersten Lebensjahren: Die Kleinkinder

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wachsen nicht richtig und ihre Haut, Knochen und Blutgefäße altern viel schneller als bei gesunden
Kindern. Im Volksmund spricht man auch von «Greisenkindern».
HWS-Syndrom, Zervikalsyndrom oder Halswirbelsäulen-Syndrom nennt der Orthopäde
schmerzhafte Beschwerden im Nacken und der Schulter, die leicht chronifizieren. Vorbeugung
durch Sport ist das beste Mittel gegen das HWS-Syndrom.
Das Erkrankungsbild des Hydrocephalus wird im Volksmund (entsprechend der deutschen
Übersetzung des Begriffs Hydrocephalus) auch als Wasserkopf bezeichnet. Charakteristisch für das
Krankheitsbild des Hydrocephalus sind Erweiterungen der sogenannten Ventrikel des Gehirns; bei
diesen Ventrikeln handelt es sich um Zwischenräume, die mit der Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit
gefüllt sind.
Unterschieden wird zwischen angeborenen und sogenannten erworbenen (also nicht bereits
angeborenen) Ursachen des Hydrocephalus: Angeborene Ursachen eines Wasserkopfes können
unter anderem in Fehlbildungen von Gehirn oder Schädelknochen liegen. Auch verschiedene
Entwicklungsstörungen des Gehirns und Gendefekte können zum Hydrocephalus führen.
Erworbene Ursachen, die einem Wasserkopf zugrunde liegen können, sind beispielsweise
Verletzungen des Gehirns durch Unfälle, Entzündungen des Gehirns oder Hirnblutungen.
Auch Thrombosen im Kopfbereich oder Rhesusunverträglichkeiten können erworbene Ursachen
des Hydrocephalus sein.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hydrocephalus
 ballonförmige Aufblähung des Kinder- bzw. des Säuglingskopfes
 Druckanstieg im Schädel
 Kopfschmerzen  Doppelbilder
 Erbrechen  epileptische Anfälle
Eine Hydrozele (Wasserbruch) ist eine gutartige und meist schmerzfreie Veränderung am
Hoden, bei der sich Flüssigkeit im Hodensack ansammelt. Häufig bildet sich die Hydrozele von
selbst zurück. Wenn nicht, lässt sie sich durch eine Operation beheben, wobei die Prognose gut
ist.
Hyperglykämie oder Überzuckerung ist ein eintretendes Symptom bei Diabetes und
bezeichnet erhöhte Blutzuckerwerte. Durch richtige Ernährung, Medikamente und Kontrolle der
Werte kann die Hyperglykämie vermieden werden.
Hyperglykämie oder hohes Blutzucker kommt bei Menschen mit Diabetes vor. Viele Ursachen
können bei Menschen mit Diabetes zu Hyperglykämie führen; darunter ist die Auswahl der
zugeführten Nahrungsmittel oder der körperlichen Betätigung, Krankheiten, Medikamente oder
unzureichende Verabreichung von Medikamenten zu Verringerung des Blutzuckerspiegels.
Es ist sehr wichtig Hyperglykämie zu behandeln, denn eine unbehandelte Hyperglykämie kann
sehr ernsthafte Folgen haben und zu schweren Begleiterscheinungen führen; so kann
ein Diabetisches Koma zu einer direkten Einweisung in die Notaufnahme führen. Langfristig
gesehen kann eine andauernde Hyperglykämie, auch wenn sie nicht besonders schwerwiegend ist,
Augen, Nieren, Nerven oder das Herz betreffen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hyperglykämie
 Häufiges Wasserlassen  Erbrechen
 Vermehrter Durst, Austrocknung  Schwächeanfälle
(Exsikkose)  Schwindel (Vertigo)
 Trockener Mund (Mundtrockenheit)  Verwirrtheit
 Trockene Haut  Sehstörungen
 Übelkeit  Diabetisches Koma
Die Hyperhidrose ist durch eine vermehrte Schweißproduktion gekennzeichnet, die sich
entweder an bestimmten Körperteilen zeigt (lokal) oder den gesamten Körper betreffen kann
(generalisiert).
Hyperhydratation ist eine verstärkte Einlagerung des Gesamtwassers im Organismus. Ursache
können kurzzeitige Lebensumstände oder chronische Erkrankungen sein. Eine ärztliche
Intervention erfordert jede Form der Hyperhydratation. Die Hyperhydratation ist eine übermäßige
Infiltration von Wasser in den Körper. Die Mediziner unterscheiden 3 Formen des krankhaften

78
Wasserüberschusses (hypotone Hyperhydratation, isotone, hypertone). Grundlage der
Klassifizierung ist die Verteilung der Natrium-Konzentration innerhalb der unterschiedlichen
Flüssigkeitsanteile im Organismus. Natrium ist im Körper ein gelöster Bestandteil des Kochsalzes
und spielt in der Osmoregulation eine Hauptrolle. Darunter versteht man die Steuerung des Wasser-
und Mineralhaushaltes des Körpers (Elektrolyt-Haushalt).
Typische Symptome und Anzeichen bei Hyperhydratation
 Gewichtszunahme  herzrasen
 Wassereinlagerungen (Ödeme)  Verwirrtheit
 Abgeschlagenheit  Bewusstseinsstörungen
 Atemnot  Krampfanfälle
Bei der Hyperkeratose handelt es sich um eine Verdickung der Hausstellen, die durch eine
Überproduktion von Keratin ausgelöst wird. Eine Verdickung der Haut entsteht auch durch
Reibung, Druck oder Kraftübungen. Die Hyperkeratose wird auch durch Belastung von
Haut, Ekzemen, Warzen und UV-Strahlung ausgelöst.
Die Hyperlipidämie (Hyperlipoproteinämie) Typ III ist eine erblich (genetisch)
bedingte Fettstoffwechselstörung, die durch überhöhte Werte für Fette (Lipide) im Blut
gekennzeichnet ist. (sie ist sehr selten) Da typischerweise sowohl die Cholesterinwerte als auch die
Triglyzeridwerte erhöht sind, ist die Typ-III-Hyperlipoproteinämie
eine kombinierte oder gemischte Hyperlipidämie. Per Definition liegt eine Erhöhung an
Triglyzeriden beziehungsweise Cholesterin im Blut vor, wenn ihr jeweiliger Gehalt mehr als 200
Milligramm pro Deziliter beträgt.
Da die Hyperlipidämie Typ III erblich bedingt ist (d.h. eine familiäre Hyperlipidämie bzw.
primäre Hyperlipoproteinämie ist), zählt sie zu den Erbkrankheiten. Wie alle
anderen Fettstoffwechselstörungen führt auch die Hyperlipidämie Typ III zu einem erhöhten Risiko
für Arteriosklerose und deren mögliche Folgen wie die koronare Herzkrankheit. Im Blut finden sich
bei der Hyperlipidämie Typ III typischerweise hohe Werte für Triglyzeride und Cholesterin. Diese
hohen Blutfettwerte verursachen zusätzliche Symptome: Sie führen zu Gefäßveränderungen
durch Arteriosklerose, weshalb Menschen mit Hyperlipoproteinämie Typ III frühzeitig eine
koronare Herzkrankheit beziehungsweise Periphere Arterielle Verschlusskrankheit entwickeln
können.
Der Begriff Hypermenorrhoe bezeichnet eine übermäßig starke Menstruation. Bei dieser
kommt es zu einem deutlich verstärken Blutverlust sowie einem zusätzlichen Abgang von Gewebe.
Durchschnittlich verlieren Frauen bei ihrer Periode bis zu 150 Milliliter Blut. Wird diese Menge
teils deutlich überstiegen, sprechen Mediziner von einer Hypermenorrhoe. Das gilt auch, wenn
täglich mehr als fünf Binden verbraucht werden oder sich ein Tampon in weniger als zwei Stunden
so vollsaugt, dass er gewechselt werden muss. Die Ursachen liegen in Veränderungen der
Fortpflanzungsorgane oder anderen psychischen und physischen Erkrankungen. Je nach
individuellem Grund für die Beschwerden lässt sich die Hypermenorrhoe unterschiedlich gut
behandeln.
Das Hypermobilitäts-Syndrom (HMS) ist durch eine übermäßige Flexibilität der Gelenke
gekennzeichnet, die durch eine angeborene Bindegewebsschwäche hervorgerufen wird. Über die
Ursache der Erkrankung ist wenig bekannt. Die Lebensqualität ist besonders durch Chronische
Schmerzen in den Gelenken eingeschränkt.
Ein hyperosmolares Koma ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Diabetes Typ 2
und gehört als Unterform zum diabetischen Koma. Die Bewusstlosigkeit wird durch einen extremen
Insulinmangel hervorgerufen. Ein hyperosmolares Koma entsteht, wenn der Blutzuckerspiegel
aufgrund eines Insulinmangels extrem stark ansteigt. Der überschüssige Zucker wird teilweise über
die Nieren ausgeschieden. Der zuckerhaltige Urin zieht Wasser mit sich, wodurch der Körper einen
starken Flüssigkeitsverlust erleidet, der allein durch Trinken nicht mehr ausgeglichen werden kann.
Häufig sind ältere Diabetiker betroffen, deren Bauchspeicheldrüse noch genug Insulin
produziert, um einen übermäßigen Fettabbau zu verhindern, aber nicht mehr genug, um eine
übermäßige Glukose-Bildung in der Leber zu verhindern. In etwa 25 Prozent der Fälle handelt es
sich um eine Diabetes-Erkrankung, die bislang nicht erkannt wurde und eine entsprechende

79
Behandlung daher völlig fehlte. Ein hyperosmolares Koma kann anhand einer Blutzuckermessung
diagnostiziert werden. In der Regel liegt ein extrem hoher Wert von über 600 Milligramm pro
Deziliter vor.
Ein erhöhter Insulinmangel entsteht in 40 Prozent der Fälle durch eine Infektion, da bei
einer Infektion der Blutzuckerspiegel erhöht ist. Das sollten Typ 2-Diabetiker im Krankheitsfall
unbedingt beachten, zum Beispiel, wenn sie eine Lungenentzündung oder eine Grippe erwischt hat.
Aber auch eine ungünstige Ernährungsweise, eine Schilddrüsenüberfunktion, eine Operation oder
andere Krankheiten können zu einem erhöhten Insulinbedarf führen.
Typische Symptome und Anzeichen bei hyperosmolarem Koma
 Häufiges Wasserlassen  Erbrechen
 Vermehrter Durst  Herzrasen
 trockene Schleimhäute, auch  Niedriger Blutdruck
Trockener Mund  Schwindel
 Übelkeit  Schwäche
Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) ist eine Überfunktion der
Nebenschilddrüse, sodass zu viel vom Parathormon hergestellt wird. Dieses Hormon ist für die
Regulierung des Phosphat- und Kalziumhaushaltes im Körper verantwortlich.
Weist der Organismus einen hohen Anteil an dem Parathormon auf, erhöht sich der
Kalziumwert im Blut. Viele der Patienten empfinden keine Beschwerden, sodass ein
Hyperparathyreoidismus meist nur durch Zufall vom Arzt entdeckt wird. Bei manchen Betroffenen
können jedoch Symptome auftreten, zu denen Magen-Darm-Komplikationen, Muskelschwäche,
Appetitlosigkeit und Bluthochdruck gehören.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hyperparathyreoidismus
 erhöhter Kalziumpiegel  Übelkeit
 Häufiges Wasserlassen  Erbrechen
 Vermehrter Durst  Appetitlosigkeit
Eine Hyperphosphatämie bezeichnet eine zu hohe Phosphatkonzentration im Blut. Es gibt
akute und chronische Formen dieser Störung. Eine akute Hyperphosphatämie ist ein medizinischer
Notfall und lebensgefährlich, während die chronische Überbelastung mit Phosphat langfristig
zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.
Eine chronische Hyperphosphatämie ist meist die Folge von Nierenfunktionsstörungen und
verursacht zunächst keine Symptome. Langfristig bilden sich bei dieser Form der
Hyperphosphatämie Kalkablagerungen in den Blutgefäßen mit der Gefahr der Entstehung
von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Phosphat-, Kalzium- und Knochenstoffwechsel sind eng
miteinander verknüpft.
Die Knochen bestehen zu über 80 Prozent aus Kalziumphosphat. Bei der chronischen
Hyperphosphatämie kommt es neben der Blutgefäßverkalkung langfristig auch zum Abbau der
Knochen. Die Niere ist das wichtigste Organ zur Regulierung der Phosphatkonzentration. Sie sorgt
für die Ausscheidung von überschüssigen Phosphaten über den Urin.
Hyperpigmentierung, auch als Chloasma oder Melasma bekannt, tritt als Pigmentflecken auf,
deren Farbe dunkler als die eigentliche Hautfarbe ist. Die Farbskala kann dabei von Brauntönen
über Rot- und Gelbtöne differieren. Die betroffenen Stellen der Hyperpigmentierung sind eben und
nicht ertastbar. In der Medizin wird zwischen verschiedenen Arten von Hyperpigmentierung
unterschieden, bei denen Pigmentflecken aufgrund unterschiedlicher Ursachen entstehen.
Eine Hyperprolaktinämie bezeichnet einen Überschuss an Prolaktin im Blut. Das Hormon
sorgt während der Schwangerschaft für das Wachstum der Brust und ist danach an der
Milchbildung beteiligt. Bei Frauen kommt es zu Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben der
Periode sowie zu einer milchartigen Absonderung aus der Brust. Bei Männern wächst das
Brustdrüsengewebe sichtbar, während ihre Libido sinkt. In der Folge kann es bei ihnen ebenfalls zu
Unfruchtbarkeit kommen.
Unter Hypersomnie versteht der Mediziner die Schlafsucht. Die Schlafsucht äußert sich in
einem übermäßigem Tageschlafbedarf, die sich ganz unterschiedlich äußern kann. Betroffene sind

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hauptsächlich Männer mittleren Alters. Meist tritt eine Hypersomnie im Zusammenhang mit
anderen, meist psychischen Krankheiten oder mit einer ausgeprägten Schlafapnoe auf.
Die hypertensive Herzkrankheit betrifft den "Motor" unseres Körpers und bezieht sich auf
den kompletten Herzmuskel. Das Herz ist ein einheitlicher Muskel, welcher durch spezielle
Öffnungen seiner Funktion nachkommen kann.
Lässt die Fähigkeit des Herzmuskels des Zusammenziehens und des Entspannens durch eine
hypertensive Herzkrankheit nach, kann ein Funktionsverlust dieses zentralen Organs die Folge sein.
Eine hypertensive Herzkrankheit kann in diesem Zusammenhang
einer Herzinsuffizienz Vorschub leisten. Aus diesem Grund gehört die Erkrankung zu den
organischen Auffälligkeiten, die mit hohen Risiken und einer umfangreichen Behandlung
verbunden sind.
Typische Symptome und Anzeichen bei hypertensiver Herzkrankheit
 Angina pectoris  Herzrhythmusstörungen
 Herzinsuffizienz  Plötzlicher Herztod
Die hypertensive Krise oder der hypertensiver Notfall ist ein plötzlicher Anstieg des
Blutdrucks auf Werte von mehr als 200/130 mmHg (Bei beiden liegen Blutdruckwerte höher als
200 mmHg systolisch und/oder 130 mmHg diastolisch vor.
Die Erkrankung muss sofort behandelt werden, da sie sonst in den lebensbedrohlichen
hypertensiven Notfall übergehen kann.
Während eine hypertensive Krise nicht lebensbedrohlich ist, da keine Organschädigung
verursacht wird, stellt der hypertensive Notfall eine Komplikation dar. Durch den hohen Blutdruck
kann es dabei zu Schäden an Organen kommen, es können Gehirnblutungen, ein Schlaganfall oder
ein Herzinfarkt eintreten.
Die hypertensive Krise birgt immer die Gefahr, in einen hypertensiven Notfall überzugehen.
Die plötzliche Blutdruckerhöhung ist einer der häufigsten internistischen Notfälle; ungefähr ein
Viertel dieser Patienten leidet an einer hypertensiven Krise oder einem hypertensiven Notfall.
Frauen sind wesentlich seltener davon betroffen als Männer.
Typische Symptome und Anzeichen bei hypertensiver Krise
 ruckartiger und plötzlicher Anstieg des Blutdrucks, Bluthochdruck
 roter Kopf  Luftnot
 Kopfschmerzen  Taubheitsgefühle
 Übelkeit und ggf. Erbrechen  Schwindel
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist eine Funktionsstörung der
Schilddrüse: Die Schilddrüse bildet zu viele Schilddrüsenhormone, was zu einer Überversorgung
des Körpers mit Schilddrüsenhormonen führt, die ihrerseits die Stoffwechselvorgänge
beschleunigen.
Die Schilddrüse, deren Gestalt einem Schmetterling ähnelt, sitzt unterhalb des Kehlkopfs. Das
Organ bildet die beiden Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3).
Schilddrüsenhormone greifen in alle Stoffwechselvorgänge des Körpers ein. Entsprechend
verursacht eine Schilddrüsenüberfunktion viele unterschiedliche Symptome. Zu den allgemeinen
Anzeichen einer Hyperthyreose zählen:
 Gewichtsabnahme trotz ausreichender Ernährung und gesteigerten Appetits,
 Haarausfall,
 vermehrtes Schwitzen und Wärmeintoleranz (d.h. die Betroffenen empfinden Wärme
schnell als unangenehm).
Daneben wirkt sich eine Schilddrüsenüberfunktion auf einzelne Organsysteme wie etwa das
Herz-Kreislauf-System aus. Denn Schilddrüsenhormone machen den Körper für die Wirkung von
Stresshormonen (z.B. Adrenalin, Noradrenalin) empfindlich und führen so zu einer Beschleunigung
des Herz-Kreislauf-Systems.
Die Schilddrüsenüberfunktion ist ein Symptom verschiedener anderer Erkrankungen. Die
häufigsten Ursachen für eine Überfunktion der Schilddrüse sind:
 der sogenannte Morbus Basedow (Immunhyperthyreose) und
 die Schilddrüsenautonomie.

81
Das Lesch-Nyhan-Syndrom ist eine vererbbare Stoffwechselerkrankung. Bei dieser
Erbkrankheit liegt ein Mangel an einem bestimmten Enzym vor: der sogenannten Hypoxanthin-
Guanin-Phosphoribosyltransferase (HGPRT). Das Lesch-Nyhan-Syndrom ist eine angeborene
Stoffwechselerkrankung, die durch zu viel Harnsäure im Blut (sog. Hyperurikämie) gekennzeichnet
ist. Daher bezeichnet man das Lesch-Nyhan-Syndrom auch als Hyperurikämiesyndrom.
Eine Hypervitaminose ist eine Vitamin-Vergiftung. Ursache ist in den meisten Fällen ein
Missbrauch von Nahrungsergänzungsmitteln. Sogar ernste Gesundheitsstörungen resultieren
manchmal aus Hypervitaminosen. Hypervitaminosen werden überwiegend durch lipophile
(fettlösliche) Vitamine verursacht, die sich im Gewebe des Körpers anreichern können. Die Gruppe
der hydrophilen (wasserlöslichen) Vitamine kommt für Vergiftungserscheinungen weniger in
Betracht. Der Organismus scheidet diese Vitalstoffe über die Niere aus. Daher sind die hydrophilen
Vitamine praktisch nie verantwortlich für Hypervitaminosen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hypervitaminose
 Kopfschmerzen  Koordinationsstörungen
 Übelkeit  Doppelbilder
 Erbrechen  Eingerissene Mundwinkel
 Schwindel  Lethargie
 Appetitlosigkeit
Wenn in irgendeiner Stelle des Körpers auffallend viel Blut versammelt ist und eine Rötung
mit Schwellung entsteht, spricht man von einer Hyperämie. Oft hat sich aufgrund einer Reizung,
einem Insektenstich oder einer Entzündung ein Blutgefäß erweitert. Eine Hyperämie kann auch
künstlich erzeugt werden.
Die Definition einer Hyperämie ist folglich: Als Gegensatz zur Ischämie, die durch ein
Unterangebot von Blut entsteht wie beim Morbus Raynaud, ist die Hyperämie durch ein
Überangebot von Blut gekennzeichnet.
Betroffen von der verstärkten Durchblutung sind bestimmte Organe oder eine Gewebepartie.
Die Hyperästhesie bezeichnet eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührungs- und
Sinnesreizen, die sich häufig auch als Schmerz äußert. Sie ist eng verbunden mit weiteren
Sensibilitätsstörungen, die entweder eine Überempfindlichkeit oder eine verringerte
Empfindlichkeit repräsentieren. Der Begriff Hyperästhesie wird sowohl in der Neurologie als auch
in der Psychologie verwendet. In der Neurologie wird sie oft mit einer erhöhten
Schmerzempfindlichkeit bei Berührungen in Zusammenhang gebracht.
Die Hypochondrie (im Volksmund auch die Einbildung, krank zu sein genannt) ist eine
psychische Störung aus der Gruppe der somatoformen Störungen. Eine somatoforme Störung ist
dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen körperliche Beschwerden verspüren, für die in
medizinischen Untersuchungen keine organischen Ursachen zu finden sind.
Bei der angeborenen und erblichen Hypodontie sind ein bis fünf bleibende Zähne des
Kiefers nicht angelegt, wobei ab der Nichtanlage von sechs Zähnen von einer Oligodontie und beim
Fehlen aller Zahnanlagen von einer Anodontie die Rede ist. Hypodontien können auch erworben
sein und gehen dann oft auf eine Beschädigung und Verkümmerung des Zahnkeims oder auf
Umweltfaktoren wie Bestrahlung zurück.
Diabetiker können nicht nur an zu hohem Blutzucker leiden, sondern auch an zu niedrigem.
Ist der Spiegel extrem niedrig und tritt aus diesem Grund Bewusstlosigkeit ein, sprechen Fachleute
von einem hypoglykämischen Schock (umgangssprachlich: Unterzuckerung). Dieser kann
lebensbedrohlich sein.
Bei Diabetikern kann der Blutzuckerspiegel aus verschiedenen Gründen stark schwanken.
Sinkt der Wert unter 40 bis 50 mg/dl, besteht akute Gefahr. Ein solcher Fall tritt ein, wenn zu viel
Insulin im Blut vorhanden ist.
Da das Gehirn Glukose benötigt, um lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten, kann ein
solcher Zustand äußerst gefährlich werden. Wird der Patient bewusstlos, handelt es sich um ein
Koma. Aber schon im Vorfeld kündigt sich Unterzuckerung an:
Die Betroffenen sind blass, schwitzen, haben Heißhunger, bekommen unter Umständen
Krampfanfälle, zittern, sind unruhig und eventuell psychisch auffällig, was sich in Erregtheit,

82
Verwirrtheit oder Halluzinationen äußern kann. Der Pulsschlag beschleunigt sich und der Blutdruck
ist erhöht. Tritt ein hypoglykämischer Schock ein, muss noch schneller gehandelt werden als beim
diabetischen Koma
Übermäßiger Alkoholgenuss wiederum kann auch für Menschen ohne Diabetes kritisch werden.
Da die Leber damit beschäftigt ist, Alkohol abzubauen, kann sie unter Umständen nicht genug
Glukose (Traubenzucker) produzieren und das Gehirn erleidet Mangel.
Auch dann tritt eine Hypoglykämie ein. Doch auch beim übermäßigen Verzehr von Lebensmitteln
mit hohem glykämischen Index, die eine starke Insulinausschüttung auslösen, kann der
Blutzuckerspiegel in der Folge rapide absinken.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hypoglykämischer Schock
 Heißhunger  Schweißausbrüche
 ggf. Übelkeit und Erbrechen  Innere Unruhe
 Zittern  Reizbarkeit
 Allgemeine Schwäche  Konzentrationsschwäche
Hypokalzämie bezeichnet den Mangel an Kalzium im Blut. Da Kalzium wichtig für eine
Vielzahl von Körperfunktionen ist, kann ein Mangel zu Knochen-, Muskel- und Nervenschäden
führen. Die Gründe für geringe Kalzium-Level werden in einer Unterfunktion der Nebenniere
vermutet. Diese reguliert den Kalziumgehalt im gesamten Körper. Abgesehen davon kann ein zu
großer Anteil an Phosphor eine Ursache von Hypokalzämie sein, da es den Kalziumgehalt
absinken lässt.
Bei einer Hyponatriämie kommt es im Blut zu einem zu niedrigen Natriumspiegel. Sie zählt zu
den häufigsten Elektrolytstörungen. Von einer Hyponatriämie ist die Rede, wenn der
Natriumspiegel zu niedrig ausfällt. Dabei kommt es im Blut zu einer verminderten
Natriumionenkonzentration. So sinkt die Konzentration auf Werte unter 135 mmol/l. In schweren
Fällen sind sogar lebensbedrohliche Hyponatriämieanfälle möglich, die einer sofortigen
Behandlung in einem Krankenhaus bedürfen. Die Hyponatriämie gehört zu den
häufigsten Elektrolytstörungen. Als hypervolämische Hyponatriämie wird eine Kombination aus
verstärkter Natriumkonzentration und reduziertem Blutvolumen bezeichnet. Dabei erhöht sich der
zentral-venöse Druck.
Der Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) ist eine Erkrankung, bei
der die Nebenschilddrüse ihre Funktion – das Nebenschilddrüsenhormon namens Parathormon
herzustellen – nicht oder nur unzureichend erfüllt: Die Bezeichnung Hypoparathyreoidismus für
die Nebenschilddrüsenunterfunktion setzt sich zusammen aus der griechischen Vorsilbe hypo (=
unter) und der medizinischen Kurzbezeichnung Parathyroidea (= Nebenschilddrüse).
Der infolge des Hypoparathyreoidismus im Körper herrschende Parathormonmangel führt dazu,
dass die Kalziumwerte im Blut sinken, während die Phosphatwerte ansteigen. Demnach ist die
Nebenschilddrüsenunterfunktion gekennzeichnet durch:
 einen Mangel am Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon),
 einen niedrigen Kalziumspiegel (Hypokalzämie) sowie
 einen erhöhten Phosphatspiegel (Hyperphosphatämie).
Mögliche Begleiterscheinungen der Nebenschilddrüsenunterfunktion sind:
 Angst  Unruhe
 Reizbarkeit  depressive Verstimmungen
Liegt der Ursprung des Hypophysentumors am Vorderlappen der Hypophyse, spricht
man von einem Hypophysenadenom. Die Ursache, weshalb ein derartiger Tumor entsteht,
ist unklar. Der Verlauf der Erkrankung ist jedoch nicht lebensbedrohlich.
Unter dem Begriff Hypophyse bezeichnet der Arzt eine Hormondrüse, die gerade einmal die
Größe einer Kirsche aufweist. Dieses Hormon ist mit dem Gehirn, über einen relativ dünnen Stiel,
verbunden. Die Hypophyse ist die klassische Schnittstelle, welche das Gehirn mit dem
Hormonsystem verbindet und stellt somit einen wesentlichen Faktor bei der Hormonregulation im
menschlichen Körper dar.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hypophysenadenom
 Gesichtsfeldausfall bzw. Hemianopsie (Halbseitenblindheit)

83
 ggf. Doppelbilder (Diplopie)
 Sehstörungen
 Kopfschmerzen
 bei Frauen: Menstruationsstörungen, ggf. Sexualstörungen der Frau (Frigidität)
 unbehandelt: Abgeschlagenheit, Frieren, Kreislaufstörungen, niedriger
Blutdruck, Kreislaufstillstand (Herz-Kreislauf-Versagen), Blindheit
Die Hypophyseninsuffizienz ist eine Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse. Da in der
Hypophyse Botenstoffe für andere Hormondrüsen hergestellt werden, besteht bei Insuffizienz ein
allgemeiner Hormonmangel. Die Ursachen liegen entweder in der Hypophyse selbst oder im
Hypothalamus. Bei der Hypophyseninsuffizienz werden im Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse
nicht genügend Hormone produziert. Die Sekretion von stimulierenden Hormonen für die
Schilddrüse, die Nebennierenrinde und die Gonaden ist somit begrenzt. Bei diesen Hormonen
handelt es sich insbesondere um Wachstumshormone, LH, TSH, FSH und ACTH. Durch die so
verringerte Stimulation der Nebennierenrinde, der Gonaden und der Schilddrüse werden auch in
diesen Drüsen weniger Hormone gebildet.
Zu den
Noradrenalin. Die bekanntesten Hormone der Schilddrüse sind Thyroxin und Calcitonin, während
in den Gonaden vor allem die Sexualhormone gebildet werden. Die Hypophyseninsuffizienz ist
daher mit entsprechend vielen Beschwerden verbunden. Der gesamte Hormonhaushalt gerät im
Rahmen der Erkrankung aus dem Gleichgewicht, da die Sekretion der Hypophyse die Abgabe
verschiedener Hormone reguliert.
Eine Sonderform der Insuffizienz ist das hypophysäre Koma. Ein plötzlicher
Funktionsausfall der Hypophyse lässt hierbei von einer Sekunde zur anderen die Schilddrüse und
die Nebennierenrinden stillstehen.
Die Hypoproteinämie zeichnet sich durch eine verringerte Eiweißkonzentration im
Blutplasma aus. Sie stellt keine eigenständige Krankheit dar, sondern entwickelt sich oft als Folge
verschiedener Störungen.
Bei einer Hypoproteinämie liegen die Proteinkonzentrationen im Blutplasma unter 6 g/dl.
Normalerweise beträgt der Proteingehalt bei einem Erwachsenen zwischen 6,1 - 8,1 g/dl.
Am häufigsten tritt eine Hypalbuminämie auf. Hier liegen deutlich verringerte Albumin-
Konzentrationen vor. Seltener sind die Immunglobuline verringert. Albuminmangel führt zu
Ödemen und erhöhten Fettsäure-, Bilirubin- und Hormonkonzentrationen im Blut. Bei einem
Immunglobulinmangel ist die Immunabwehr geschwächt.
Als Symptom von speziellen Grunderkrankungen oder funktionellen Störungen kann die
Hypoproteinämie nicht als eigenständige Erkrankung definiert werden.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hypoproteinämie
 Ödeme  Pleuraerguss
 Aszites  Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
Unter der Hyposalivation versteht der Mediziner die mangelnde Sekretion von Speichel. Die
Mundschleimhaut rötet sich bei diesem Phänomen, sie schmerzt und ist zuweilen entzündet. Gegen
Mundtrockenheit lassen sich therapeutische Verfahren wie die Gabe von Speichelersatzmitteln
anwenden.
Das Hypothenar-Hammer-Syndrom (kurz HHS ) stellt eine arterielle Störung der
Durchblutung der Hand dar. Sie wird durch eine stumpfe Gewalteinwirkung verursacht, die
einmalig oder wiederholend auf den Kleinfingerballen (der Hypothena) einwirkt. Durch diese
Gewalteinwirkung wird in der Regel die Arteria ulnaris verletzt, die das HHS auslöst.
Ein Niedriger Blutdruck (Hypotonie) liegt per Definition vor, wenn der Blutdruck unter einen
bestimmten Messwert fällt. Dabei handelt es sich um den bei der Blutdruckmessung üblicherweise
zuerst genannten Wert (sog. systolischer Wert): Ist er geringer als 105 Millimeter-Quecksilbersäule
(mmHg), gilt der Blutdruck als niedrig. Der systolische Blutdruck entsteht, wenn sich das Herz
zusammenzieht und das Blut in die Arterien pumpt. Die Durchblutung der einzelnen Organe, vor
allem die Durchblutung des Gehirns, hängt vom systolischen Blutdruck ab. Dementsprechend ruft

84
ein niedriger Blutdruck vor allem dadurch Beschwerden hervor, dass das Gehirn akut schlechter
durchblutet ist.
Ein niedriger diastolischer Blutdruck (der Druck, der entsteht, wenn das Herz nach dem
Zusammenziehen erschlafft) spielt für die Durchblutung von Organen nur eine untergeordnete
Rolle. Der diastolische Blutdruckwert ist der bei der Blutdruckmessung an zweiter Stelle genannte.
Bei Menschen, deren Blutdruck zu niedrig ist, liegt er unterhalb von 65 bis 60 Millimeter-
Quecksilbersäule (mmHg).
Anders als der Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) führt ein zu niedriger Blutdruck nicht zu
einer dauerhaften Schädigung der Blutgefäße.
Bei einem hypovolämischen Schock liegt eine schwere Kreislaufstörung vor, die unbehandelt
zum Tod führt. Die Ursache ist in der Regel ein Blut- oder Flüssigkeitsverlust, zum Beispiel durch
starke Durchfälle oder Blutungen nach einem Unfall. In der Umgangssprache spricht man oft vom
Schock als Folge einer Situation mit extremer psychischer Belastung. In der Medizin bezeichnet der
Begriff hypovolämischer Schock jedoch einen akuten Sauerstoffmangel in lebenswichtigen
Organen wie Lunge oder Niere. Das Verhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und dem Angebot an
Sauerstoff stimmt nicht mehr.
Aufgrund eines Volumenmangels kommt es zu einer Zentralisation des verbleibenden
Blutvolumens und somit zu einer Minderdurchblutung der kleinsten Blutgefäße (Kapillaren). Durch
die mangelnde Durchblutung fehlt es an Sauerstoff und es kommt zu einer Schädigung der Zellen
und somit auch zu einer Schädigung des kompletten Organs. Dies kann zum Funktionsverlust der
betroffenen Strukturen führen.
Ein Hämangiom (Blutschwamm) ist ein gutartiger Tumor, der durch die Wucherung und
Neubildung von Blutgefäßen entsteht. Er entwickelt sich in der Zellschicht, die alle Blutgefäße bis
hin zu den kleinsten Aufzweigungen (den sog. Kapillaren) auskleidet – im sogenannten Endothel.
Überall dort, wo Blutgefäße vorkommen, kann demnach auch ein Blutschwamm auftreten, zum
Beispiel in der Haut und in verschiedenen inneren Organen (z.B. Leber, Niere, Gehirn, Milz oder
Lunge), aber auch im Knochen. Häufig tritt ein Hämangiom bereits in den ersten Lebenstagen oder
-wochen auf. In der Regel bildet es sich bis zum fünften Lebensjahr zurück.
Es lassen sich zwei Formen von Hämangiomen unterscheiden: das kapilläre und
das kavernöse Hämangiom. Wenn mehrere Hämangiome oder Blutschwämme gleichzeitig
vorhanden sind, liegt eine sogenannte Hämangiomatose vor.
Unter einem Hämatom (Bluterguss) versteht man eine Ansammlung von Blut im
Körpergewebe (z.B. Muskel- oder Fettgewebe). Ursache dafür ist eine Verletzung von Blutgefäßen.
Je tiefer die Einblutung im Gewebe liegt, desto weniger ausgeprägt sind die äußerlich erkennbaren
Anzeichen. Hämatome, die relativ nahe an der Hautoberfläche liegen, zeigen nach kurzer Zeit das
typische Verfärbungsmuster. In einigen Fällen kann es jedoch auch einige Tage dauern, bis das
Hämatom sichtbar wird. Viele sprechen hier von einem blauen Fleck.
Doch ein Hämatom ist meist nicht nur durch die typische Färbung zu erkennen. In vielen Fällen
schwillt der betroffene Bereich an und ist schmerzhaft.
Besteht ein Hämatom über eine längere Zeit, kann sich eine bindegewebige Hülle um den
Bluterguss bilden ein organisiertes Hämatom.
Auch Ansammlungen von Blut in vorhandenen Körperhöhlen sind Hämatome. Diese
bezeichnen Mediziner meist mit speziellen Namen, die den Ort der Blutansammlung beinhalten.
Bei einem Hämarthros handelt es sich zum Beispiel um Blut in einem Gelenk und bei einem
Hämatothrax sammelt sich Blut im Brustraum an. Weiterhin unterscheidet man Hämatome nach
ihrer Lage im Gewebe:
 Subkutaner Bluterguss: direkt unter der Haut
 Intramuskulärer Bluterguss: innerhalb des Muskelgewebes
 Periostealer Bluterguss: in der Knochenhaut
Sehr große und sich schnell ausbreitende Blutergüsse sollten ärztlich versorgt werden, da hier
der Verdacht auf eine Verletzung größerer Blutgefäße besteht. Unerkannt und unbehandelt können
solche Gefäßeinrisse zu lebensbedrohlichen Schockzuständen durch den hohen Blutverlust führen.

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Treten beim Hämatom starke oder lang anhaltende Schmerzen auf, sollten Begleitverletzungen
oder Komplikationen wie Frakturen, Gelenkbeteiligungen oder Infektionen ausgeschlossen werden.
Bei der Bluterkrankheit (Hämophilie) handelt es sich um eine Erbkrankheit, bei der die
Blutgerinnung gestört ist. Das heißt, aus Wunden austretendes Blut gerinnt nicht oder nur sehr
langsam. Man unterscheidet die Hämophilie A, die etwa 80 Prozent der Fälle ausmacht und
den Gerinnungsfaktor VIII betrifft, und die seltenere Hämophilie B, die durch Faktor-IX-
Mangel entsteht. Sowohl Faktor VIII als auch Faktor IX sind unersetzliche Bestandteile in der
Blutgerinnung.
Eine weitere Art der Blutgerinnungsstörung ist das von-Willebrand-Jürgens-Syndrom.
Das hämorrhagische Fieber ist eine sehr gefährliche Krankheit für den Menschen, die
meist in subtropischen bis tropischen Gebieten auftritt. Dennoch ist man auch in Deutschland nicht
vor der Krankheit geschützt, gegen die es äußerst wenig Behandlungsmethoden gibt.
Das hämorrhagische Fieber ist eine infektiöse Fiebererkrankung, die durch Viren verursacht wird.
Deshalb spricht man auch oftmals von viralem hämorrhagischen Fieber, kurz: VHF.
Typische Symptome und Anzeichen bei hämorrhagischem Fieber
 starkes Fieber  Abgeschlagenheit
 Muskelschmerzen und Gliederschmerzen
 Blutungen sowohl außen als auch innen
 Blut im Urin  Kreislaufschock
 Blut im Stuhl  Krämpfe und Lähmungen
Jeder Mensch hat von Natur aus Hämorrhoiden (griech. haíma = Blut, rhéin = fließen).
Hämorrhoiden stellen eine wichtige, natürliche Struktur des Analkanals dar und sind keine
Erkrankung. Hämorrhoiden sind knotenförmige Erweiterungen einzelner Abschnitte des
Schwellkörpers (sog. Corpus cavernosum recti), der oberhalb der Schließmuskeln am Darmausgang
liegt. Arterien und Venen versorgen den Schwellkörper mit Blut.
Zusammen mit dem inneren und äußeren Schließmuskel des Afters dichten Hämorrhoiden den
Darm nach außen hin ab. Hämorrhoiden helfen der Schließmuskulatur, den Darmausgang auch bei
Belastung verschlossen zu halten, so zum Beispiel beim Niesen oder Lachen. Meist wölben drei
Knoten, die an der Einmündung der Arterien in den Schwellkörper liegen, hierfür die Schleimhaut
vor.
Die Symptome, die landläufig als Hämorrhoiden bekannt sind, müsste man korrekterweise als
Hämorrhoidalleiden bezeichnen. Von einem Hämorrhoidalleiden spricht man, wenn die
Hämorrhoiden vergrößert sind, so dass sie sich vorwölben und Beschwerden verursachen. Die
Ursachen für vergrößerte Hämorrhoiden sind vielfältig. Sie reichen von Verstopfung
(Obstipation) und verstärktem Pressen beim Stuhlgang bis hin zu Übergewicht (Adipositas) und
einer angeborenen Bindegewebsschwäche.
Beim Hörsturz handelt es sich laut Definition um eine plötzliche Hörminderung von
unterschiedlichem Schweregrad. Sie tritt ohne erkennbaren Anlass auf, wobei meist ein Ohr
betroffen ist. Dabei ist das Innenohr in seiner Funktion gestört. Im Gegensatz zur sogenannten
Schallleitungsstörung, die im äußeren Ohr oder im Mittelohr entsteht, sprechen Mediziner im
Rahmen eines Hörsturzes auch von Schallempfindungs-Schwerhörigkeit oder
sensorischer Schwerhörigkeit.
Die Hüftarthrose ist eine Erkrankung des Hüftgelenkes, bei der die Knorpelschicht zwischen
Hüftpfanne und Hüftkopf einen Verschleiß aufweist. Die Abnutzung erfolgt meistens altersbedingt.
Sie kann aber auch verletzungs- oder krankheitsbedingt auftreten. Das Knorpelgewebe verhindert
als schützende Schmierschicht, dass die Knochen nicht schmerzhaft gegeneinander reiben und sich
dabei abschleifen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Hüftarthrose
 Hüftschmerzen  Bewegungseinschränkungen
 Gelenkschmerzen  Gangstörungen
 Leistenschmerzen
Die Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasie ist eine Fehlanlage oder
Fehlentwicklung (Dysplasie = Fehlbildung) der Hüftgelenkspfanne (Pfannendysplasie).

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Hierbei kann zusätzlich eine als Hüftluxation oder Hüftgelenksluxation bezeichnete
Fehlstellung entstehen (Luxation = Verrenkung): Bei einer luxierten Hüfte ist der Hüftkopf
teils oder vollständig aus der Hüftpfanne verschoben, so dass der Hüftkopf nicht richtig in
der Hüftpfanne liegt.
Ein Hühnerauge entsteht als Hornhautschwiele auf der Zehenoberfläche, an den Seiten der
Zehen oder gelegentlich am Ballen. Die schmerzhafte Hornhautschwiele wird durch wiederholten
Druck auf die Hautpartien am Fuß ausgelöst.
Sitzt das Hühnerauge zwischen den Zehen, spricht man vom Zwischenzehen-Hühnerauge. Man
kennt zwei Arten von Hühnerauge: Das harte und das weiche. Im Schmerzgrad und in den
Ursachen unterscheiden sie sich nicht voneinander. Die Behandlung des harten oder weichen
Hühnerauges kann unterschiedlich sein.
Das Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom) ist eine schmerzhafte Erkrankung im Bereich
des unteren Rückens. Das Iliosakralgelenk ist kein bewegliches Gelenk wie z. B. das Knie. Es dient
als Verbindung zwischen dem Kreuzbein und den Hüftknochen. Durch die starre Fixierung mittels
Bänder ist die Beweglichkeit des ISG stark eingeschränkt.
Das Kreuzbein befindet sich zwischen den Lendenwirbeln und dem Steißbein und besteht aus
fünf Wirbeln, die jedoch miteinander verwachsen sind. Beim Iliosakralgelenk-Syndrom
verschieben sich die Gelenkflächen gegeneinander. Dies ist häufig mit sehr starken Schmerzen und
einer Bewegungseinschränkung verbunden.
Da vor allem auf den unteren Bereich der Wirbelsäule eine große Belastung einwirkt,
treten Schmerzen und auch degenerative Veränderungen in diesem Bereich häufig auf. Das
Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom) zählt mit zu den häufigsten Formen
von Rückenschmerzen.
Das Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom, ITBS) ist eine durch starke Schmerzen im Knie
gekennzeichnete Folge falscher und übermäßiger Belastung: Typischerweise treten die
Knieschmerzen außen am Knie beziehungsweise unter der Kniescheibe auf.
Weitere Bezeichnungen für das Läuferknie sind:
 Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom
 Tractussyndrom
Der Begriff Impingementsyndrom (Engpasssyndrom) steht laut Definition für eine vor allem
durch Schmerzen verursachte eingeschränkte Funktion oder Beweglichkeit eines Gelenks. Sehr
häufig betrifft das Impingement (engl. impingement = Aufprall, Zusammenstoß, Anstoß) die
Schulter; es kann auch an anderen Gelenken auftreten, etwa am Hüftgelenk.
Für ein Impingementsyndrom typische Ursachen sind:
 Einklemmung, Verletzung, Verschleiß (Einriss, Auffaserung) oder Entzündung eines
Muskels bzw. seiner Sehne (vor allem der Supraspinatussehne)
 Einklemmung oder Entzündung des Schleimbeutels (Bursa subacromialis), von Teilen der
Gelenkkapsel oder der langen Bizepssehne
In der Psychologie bezeichnet eine Impulskontrollstörung ein zwanghaftes und nicht
kontrollierbares Verhalten, das Betroffene unter Anspannung an den Tag legen. Die jeweilige,
impulsiv ausgeführte Handlung führt zu einem kurzzeitigen Nachlassen der Anspannung.
Als Infarkt wird das Absterben von körpereigenem Gewebe infolge einer
Sauerstoffunterversorgung bezeichnet. Dies geschieht durch das Fehlen von sauerstoffreichem Blut
im betroffenen Gewebe und den versorgenden Blutgefäßen.
Typische oder häufige Formen von Infarkt
 Herzinfarkt  Mesenterialinfarkt
 Hirnstamminfarkt  Lungeninfarkt
 Schlaganfall  Augeninfarkt (Sehsturz)
 Milzinfarkt
Eine Infektion wird durch den Angriff von Mikroorganismen auf den Körper ausgelöst. Die
Erreger vermehren sich schnell und breiten sich im Körper aus. Der Körper versucht die
Ausbreitung abzuwehren und die Erreger zu bekämpfen, wodurch eine Infektion entsteht.

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Inkontinenz kann viele Formen annehmen. Allen gemein sind Probleme beim Halten und der
selbstbestimmten Abgabe des Harns. Mit zunehmendem Alter steigt dabei die Wahrscheinlichkeit
besonders von schwereren Formen der Inkontinenz.
Bei der Harndranginkontinenz spürt der Patient das plötzlich auftretende Bedürfnis, seine
Blase leeren zu müssen. Bei der Belastungs- oder Stressinkontinenz löst eine Belastung (Husten,
Niesen etc.) einen unwillkürlichen Harnverlust aus.
In schweren Fällen kann auch einfaches Aufstehen oder sogar Liegen eine Belastung
darstellen. Die Überlaufinkontinenz zeichnet unbeabsichtigtes Harnträufeln aus. Bei einer
Reflexinkontinenz kann es vorkommen, dass der Patient ohne es zu bemerken, Harn verliert.
Die Innenohrentzündung wird in der Medizin auch als
sogenannte Labyrinthitis bezeichnet. Eine Innenohrentzündung kann verschiedene Strukturen im
Innenohr betreffen, zu denen beispielsweise die sogenannte Hörschnecke (die in Verbindung mit
dem Gehirn beim Menschen einen Höreindruck vermittelt) und das Gleichgewichtsorgan zählen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Innenohrentzündung
 Ohrenschmerzen  Schwindel
 Schwerhörigkeit  Übelkeit
 Tinnitus
Eine Insektengiftallergie ist eine allergische Reaktion auf Insektengift. Zwar können
zahlreiche Insekten durch einen Stich allergische Reaktionen auslösen, es sind jedoch
typischerweise Bienen (Honigbienen) und Wespen (bestimmte Arten von Faltenwespen), auf deren
Stiche Menschen allergisch reagieren. Selten führen auch andere Hautflügler – wie Hummeln,
Hornissen oder Ameisen – zu allergischen Stichreaktionen. Und nur einzelne Menschen sind
allergisch gegen Mückenstiche oder Bremsenstiche.
Während die meisten Allergien – wie zum Beispiel gegen Pollen, Tierhaare oder
Hausstaubmilben – nur auftreten, wenn bei den Betroffenen eine erblich bedingte Bereitschaft
(Atopie) vorliegt, kann sich eine Insektengiftallergie ohne diese Vorbedingung entwickeln. Da die
Insekten ihr Gift direkt unter die Haut spritzen, umgeht das Gift das in der Haut gelegene
Immunsystem – die der Allergie zugrunde liegende Sensibilisierung erfolgt auf direktem Weg.
Als Insertionstendopathien werden zusammenfassend Entzündungen bzw. Reizungen im
Sehnenansatzbereich, d.h. in der Übergangzone von der Sehne zum Knochen, bezeichnet.
Typische Symptome und Anzeichen bei Insertionstendopathie
 Muskelschmerzen  ggf. Muskelschwäche im weiteren
 Bewegungseinschränkungen Verlauf
 Muskelverhärtung
Ein Sonnenstich (Insolation) gehört zur Gruppe der Hitzeschäden. Auslöser ist eine
länger andauernde intensive Sonneneinstrahlung auf Kopf, Hals und Nacken. Die
Wärmestrahlung des Sonnenlichts reizt dabei die Hirnhäute und es treten charakteristische
Symptome einer Insolation auf.
Weiterhin kann ein Sonnenstich Symptome hervorrufen wie:
 Brechreiz und Erbrechen  Abgeschlagenheit
 Fieber  Nackensteifigkeit (Meningismus)
 Ohrensausen  Erhöhter Pulsschlag
 Unruhe  eventuell Bewusstlosigkeit
 Benommenheit
Die Symptome eines Sonnenstichs treten oft erst Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne
auf. Dies ist besonders häufig bei Kindern zu beobachten. Sie entwickeln plötzlich Fieber und
müssen sich übergeben.
Eine Insulinresistenz ist eine Störung im Zuckerstoffwechsel. Die Bauchspeicheldrüse muss
mehr Insulin produzieren, da es von den Zellen schlechter aufgenommen wird und diese sozusagen
"resistent" sind. Die Insulinresistenz steht im Zusammenhang mit der Diabeteserkrankung. Sie
wird auch als Prädiabetes bezeichnet. Wenn die Bauchspeicheldrüse nach vielen Jahren
Überbelastung nicht mehr in der Lage zum Ausgleich ist, kommt es zur Diabeteserkrankung. Ein

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dauerhaftes Übergewicht begünstigt die Insulinresistenz. Besondere Bedeutung soll dabei das
Körperfett in der Bauchregion haben.
Eine Invagination führt zu einem Darmverschluss (Ileus) bei Kleinkindern. Bei einer
Invagination stülpt sich ein Stück Darm ein. Die Ursache ist in den meisten Fällen unbekannt.
Durch die Einstülpung kann der Darminhalt nicht mehr ungehindert passieren und staut sich auf.
Unter einem Darmverschluss (Ileus) bei Kleinkindern versteht man eine Unterbrechung der
Darmdurchgängigkeit. Bei einem Darmverschluss kann der Darminhalt den Verdauungstrakt nicht
weiter passieren. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Hauptursache im Kindesalter ist eine
Invagination, eine plötzlich auftretende Einstülpung des Darms. Am häufigsten tritt diese am
Dünndarm auf, der sich in den Blinddarm oder in den aufsteigenden Dickdarm stülpt.
Iridozyklitis ist eine gleichzeitige Entzündung der Iris und des Ziliarkörpers. Die Ursachen
sind vielfältig und eine fachärztliche Behandlung immer erforderlich. Sehbehinderungen und sogar
völlige Blindheit sind ohne baldige Ausheilung eine Folge der Iridozyklitis.
Typische Symptome und Anzeichen bei Iridozyklitis
 Augenschmerzen  Farbänderung der Pupille
 Lichtempfindlichkeit  verlangsamte Pupillenreaktion
 Sehstörungen  Eiweißablagerungen in der Hornhaut
 Verklebungen zwischen Iris und
Hornhaut
Der Ischiasschmerz ist ein Nervenschmerz (Neuralgie), der durch eine Schädigung des
Ischiasnervs (Nervus ischiadicus) bedingt ist. Ischiasschmerzen entstehen vor allem dadurch, dass
der Ischiasnerv im Bereich zwischen dem vierten Lendenwirbel (L4 = Lumbalwirbel vier) und dem
zweiten Kreuzbeinwirbel (S2 = Sakralwirbel zwei) der Wirbelsäule eingeklemmt ist. Eine mögliche
Ursache für Ischias ist beispielsweise ein Bandscheibenvorfall.
Von einer Ischämie spricht man im Fall einer Minderdurchblutung oder einer vollständig
ausgefallenen Durchblutung eines Gewebegebietes. Eine Ischämie kann überall im Körper
vorkommen und je nach Lokalisation, Ausmaß und Dauer lebensgefährlich sein. Als Ischämie wird
die Unterversorgung eines Gewebegebietes mit Blut bezeichnet. Dabei kann es sich um einen
unzureichenden Blutfluss oder einen vollständigen Durchblutungsstopp handeln.
Dauert eine Ischämie nur kurze Zeit an, kann sich das Gewebe nach Reperfusion in der Regel
schnell wieder erholen. Bei länger andauernder Ischämie kommt es durch den gestörten
Stoffwechsel zu - unter Umständen irreparablen - Gewebeuntergängen.
Wie lange eine Ischämie toleriert werden kann, hängt dabei v. a. von ihrer Lokalisation ab:
Bestimmte Organsysteme wie das zentrale Nervensystem reagieren besonders empfindlich auf
Sauerstoffmangel, andere Gewebe wie etwa die Haut können eine Ischämie für mehrere Stunden
tolerieren.
Typische Symptome und Anzeichen bei Ischämie
 Sauerstoffmangel des Gewebes
 Minderdurchblutung als Durchblutungsstörung
 Nekrose
 ggf. Dekubitus und Infarkte (z.B. Herzinfarkt oder ischämische Herzkrankheit)
Die isolierte Lissenzephalie ist eine Entwicklungsstörung des Gehirns, die bei Neugeborenen
körperliche Behinderungen verursacht. Die Erkrankung gehört in die Gruppe der Lissenzephalien.
In manchen Fällen liegt eine isolierte Lissenzephalie auch ohne einen Gendefekt vor. Bevor
Ärzte diese Diagnose stellen, müssen sie aber ausschließen, dass das betroffene Kind nicht an einer
anderen Lissenzephalie-Form leidet. Die Lebenserwartung ist bei Kindern
mit Lissenzephalie reduziert.
Als Kahnbeinbruch wird eine Fraktur eines Handwurzelknochens bezeichnet. Das Kahnbein
ist der anfälligste Knochen im Bereich der Handwurzelknochen und wird auch als Os scaphoideum
bezeichnet. Ein Kahnbeinbruch kann in seltenen Fällen auch im Fuß auftreten, da sich in den
dortigen Fußwurzelknochen auch ein Kahnbein befindet.
Unter dem Kallmann-Syndrom wird eine angeborene Erkrankung verstanden. Dabei kommt es
zu einer Unterfunktion der Keimdrüsen sowie zum Verlust des Geruchssinns. Des Weiteren tritt

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eine Unterfunktion der Keimdrüsen (Hypogonadismus) wie der männlichen Hoden oder weiblichen
Eierstöcke auf. Das Kallmann-Syndrom ist angeboren und zählt zu den selten vorkommenden
Erkrankungen.
In der Medizin spricht man von einem Kaposi-Sarkom bei einer bestimmten Krebserkrankung.
Diese tritt nicht ausschließlich aber häufig bei Personen auf, die ebenfalls an AIDS leiden. Als
Ursache für das Kaposi-Sarkom vermutet man das sogenannte Humane Herpesvirus Typ 8,
abgekürzt auch als „HHV-8“ bezeichnet, das zusammen mit diversen Kofaktoren die für das
Kaposi-Sarkom typischen Merkmale auslöst. Frauen sind sehr viel seltener betroffen als Männer.
Typische Symptome und Anzeichen bei Kaposi-Sarkom
 dunkelblaue bis violette Flecken und Knötchen
 Zyanose (Blaufärbung der Haut und Schleimhäute)
 Magenpolypen oder Darmpolypen
 Wassereinlagerungen
 Hautblutungen
Unter Kardiomyopathie versteht der Mediziner eine großes Spektrum
von Herzmuskelerkrankungen. Der Begriff schließt die ursächliche Beteiligung
eines Herzklappenfehlers oder des Herzbeutels aus.
So kann es zu folgenden Symptomen kommen:
 Herzinsuffizienz  Herzrhythmusstörungen
 Geringe Belastbarkeit  Wassereinlagerungen in den Beinen
 Atemnot bzw. Geschwollene Beine
 Angina pectoris
Karies ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten der industrialisierten Welt. Fast jeder
Mensch ist in seinem Leben einmal davon betroffen. Karies ist zwar sehr häufig, eine korrekt
durchgeführte Prophylaxe kann diese Erkrankung der Zähne aber effektiv verhindern. Dazu
gehören eine sorgfältige Zahnpflege (regelmäßiges Zähneputzen und Mundspülungen),
Fluoridierung der Zähne, regelmäßige Zahnarztbesuche und eine zahngesunde Ernährung
Das Karpaltunnelsyndrom ist ein Nerven-Engpass-Syndrom des Handwurzelkanals. Dieser
bildet auf der Innenseite der Hand den Übergang zwischen dem Unterarm und der Hand. Die
Handwurzelknochen formen dabei eine halboffene Rinne. Nach oben hin wird diese von einer
Bindegewebsplatte (Retinaculum flexorum) begrenzt. Das Retinaculum flexorum spannt sich dazu
wie ein Dach über die knöcherne Mulde. In dem so gebildeten Kanal verlaufen die Sehnen der
Fingerbeugemuskulatur gemeinsam mit dem Medianusnerv.
Ein Karzinoid, auch neuroendokriner Tumor (NET) oder neuroendokrines Karzinom genannt,
ist per Definition eine Neubildung von Gewebe (karzinoid bedeutet wörtlich Krebsähnlich), die
sich aus neuroendokrinen Zellen entwickelt. Dies sind Zellen, die ihrem Ursprung nach zum
Nervensystem gehören und Botenstoffe des Nervensystems oder Hormone ausschütten.
Ein Karzinom ist ein bösartiger Tumor (Krebsgeschwür), der vom Deckgewebe (Epithel)
der Haut oder Schleimhäute ausgeht. Da die meisten Krebserkrankungen von solchen Epithelien
ausgehen, sind etwa 80 Prozent davon als Karzinome klassifiziert, darunter
das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs), das Mammakarzinom (Brustkrebs) und
das Kolonkarzinom (Darmkrebs) als drei der häufigsten Krebsentitäten überhaupt.
Die Katatonie ist ein psychomotorisches Syndrom, das im Rahmen von
schweren Depressionen, katatoner Schizophrenie oder Stoffwechselstörungen und neurologischen
Erkrankungen auftreten kann. Erstmals beschrieben wurde das Syndrom im 19. Jahrhundert von
Kahlbaum, der es als Symptomkomplex mit einer Depression in Zusammenhang brachte. Später
schilderten Kraepelin und Bleuler die Katatonie als Unterform der Schizophrenie.
Ein Kater (Alkoholintoxikation) ist eine Befindlichkeitsstörung, die vor allem mit starkem
Unwohlsein, Kopfschmerzen und Übelkeit nach einem starken Alkoholkonsum einsetzt. Zumeist
tritt ein Kater erst am nächsten Tag bzw. einige Stunden nach dem Trinken von Alkohol auf. Ein
Kater ist abzugrenzen von einer Alkoholvergiftung. Ein Kater oder auch Katzenjammer ist keine
wirkliche Krankheit, auch wenn er von typischen Symptome gekennzeichnet ist. Man kann einen

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Kater eher als allgemeines Unwohlsein oder Befindlichkeitsstörung betrachten. Dennoch listen wir
den Kater bei Symptomat.de aus Gründen der Systematisierung als Krankheit mit auf.
Der Begriff Katzenschreisyndrom (Cri-du-Chat-Syndrom) bezeichnet per Definition
eine seltene Erbkrankheit, die durch eine bestimmte Veränderung am Erbgut (sog. Mutation)
entsteht. Die Bezeichnung geht auf das katzenartige Schreien der betroffenen Kinder im
Säuglingsalter zurück (franz.: cri du chat = Katzenschrei). Dieses kennzeichnende Schreien ist
durch eine mit dem Syndrom einhergehende Fehlbildung am Kehlkopf bedingt.
Neben dem katzenartigen Schreien ist es für Säuglinge mit Katzenschreisyndrom typisch, dass
sie bei der Geburt auffallend wenig wiegen. Außerdem ist das Katzenschrei-Syndrom durch
folgende äußerliche Symptome an Kopf und Gesicht gekennzeichnet:
 kleiner Kopf (Mikrozephalie)  kleines Kinn
 oft tief sitzende Ohren  breite Nasenwurzel
 weit auseinander liegende Augen mit sog. Mongolenfalte
Die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern mit Katzenschreisyndrom ist verzögert,
die Prognose bei ausreichender Förderung jedoch günstig. Entscheidend hierfür ist, dass die
fördernden Maßnahmen frühzeitig beginnen.
Das Kauda-Syndrom (auch Cauda-Syndrom genannt) bezeichnet eine Quetschung der
Nerven im Bereich der Cauda Equina. Es geht häufig mit einem starken Bandscheibenvorfall einher
und erfordert bei Auftreten der typischen Symptome sofortiges Handeln, um die gequetschten
Nerven zu dekomprimieren und schlimmere Folgen wie Lähmungen abzuwenden.
Bei einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) handelt es sich um eine Infektion des Kehlkopfes.
Meist lösen Viren oder Bakterien die Entzündung aus, aber auch Rauchen, eine Überlastung der
Stimme oder eingeatmete Schadstoffe können zu einer Kehlkopfentzündung führen.
Bei der Laryngitis gastrica handelt es sich um eine Kehlkopfentzündung, die durch einen
Reflux von Magensäure verursacht wird. In der Regel tritt die Erkrankung daher als Symptom der
Reflux-Krankheit auf. Zu Behandlung finden diätische Maßnahmen und medikamentöse
Protonenpumpenhemmer Einsatz. Diese Entzündung kann sowohl akut verlaufen oder chronisch
vorliegen. Sowohl Kinder, als auch Erwachsene können daran erkranken. In der Regel ist
eine Laryngitis entweder bakteriell oder viral. Bei der Sonderform der Laryngitis gastrica sind
aber weder Bakterien, noch Viren die Auslöser der Entzündung. Auch chemische Reize oder
Stimmbelastungen sind bei der Larygitis gastrica nicht für die entzündeten Schleimhäute am
Kehlkopf verantwortlich. Stattdessen wird der Kehlkopf bei dieser Erkrankung von rückfließendem
Magensaft angegriffen.
Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung des Kehlkopfs
(Larynx) und gehört der Definition nach den Tumoren der oberen Luft- und Speisewege. Man kann
ein Larynxkarzinom auch in die große Gruppe der Kopf-Hals-Tumoren einordnen. Kehlkopfkrebs
macht nur etwa 0,9 Prozent aller Krebserkrankungen aus, ist also im Verhältnis relativ selten.
Männer sind etwa siebenmal häufiger als Frauen von Kehlkopfkrebs betroffen.
Als Kehlkopflähmung wird eine partielle oder vollständige Lähmung der laryngealen
Muskulatur, die mit einer Bewegungseinschränkung oder Fehlstellung der Stimmbänder und/oder
Glottis (Stimmritze) einhergeht, bezeichnet.
Typische Symptome und Anzeichen bei Kehlkopflähmung
 Stimmbandlähmung bzw.  Krankhafte Atemgeräusche
Stimmverlust  Schluckbeschwerden
 Heiserkeit  ggf. Reizhusten
 Atemnot
Keuchhusten (Pertussis) ist eine akute bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege, die
durch das Bakterium Bordetella pertussis hervorgerufen wird. Er geht mit charakteristischen, bei
jüngeren Säuglingen manchmal lebensbedrohlichen Hustenanfällen einher und ist hoch ansteckend.
In fast jedem Gebiss gibt es Zähne, die ein wenig schief erscheinen. Eine leichte
Kieferfehlstellung (Dysgnathie) oder Zahnfehlstellung muss jedoch nicht bedeuten, dass diese
auch behandelt werden muss. Nur wenn die Gesundheit der Zähne durch die Zahn- oder
Kieferfehlstellung gefährdet ist, ästhetische Verbesserungen gewünscht werden oder

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Schwierigkeiten beim Kauen und Sprechen auftreten, sollte ein Spezialist eine Behandlung
durchführen.
Kiefergelenkserkrankungen sind in aller Regel auf ein gestörtes Zusammenspiel von Zähnen,
Kiefergelenken und Kiefermuskulatur zurückzuführen. Etwa 70 Prozent der Deutschen sind
von Schmerzen unterschiedlicher Ausprägung im Nacken-, Kopf- und Gesichtsbereich betroffen,
die in vielen Fällen auf Funktionsstörungen bzw. Erkrankungen des Kiefergelenks zurückgeführt
werden können.
Typische Symptome und Anzeichen bei Kiefergelenkserkrankungen
 Tinnitus bzw. Ohrgeräusche  nächtliches Zähneknirschen
 Kieferschmerzen  verstärkter Speichelfluss
 Ohrenschmerzen  Schwindel, Sehstörungen
 Schluckbeschwerden
 Übermüdung, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen
 Bewegungseinschränkungen im Bereich der Halswirbelsäule
Eine Kieferhöhlenentzündung ist eine meist virale, seltener bakterielle Infektion in den
Hohlräumen des Kiefers. Sie folgt oft in Verbindung mit einer Grippe und verursacht Druck
und Schmerzen im Gesicht.
Kieferzysten sind Hohlräume im Ober- oder Unterkiefer, die im Rahmen von Entzündungen
oder Entwicklungsstörungen entstanden sind. Zysten sind generell mit breiigem oder flüssigem
Inhalt gefüllt. Sie grenzen sich durch eine Kapsel aus Bindegewebe, die sogenannte Zystenwand,
vom umliegenden Gewebe ab. Bei echten Zysten kleidet eine spezielle Zellschicht – das Epithel –
die Zystenwand von innen aus. Bei sogenannten Pseudozysten fehlt dieses Epithel. Eine Zyste
nimmt an Größe zu, je mehr Flüssigkeit sich in ihrem Inneren ansammelt. Zysten sind meist
gutartig. Sie vergrößern sich nur langsam, verdrängen aber die angrenzenden Gewebe. Im
Mundraum fallen Zysten wie Kieferzysten manchmal als schmerzlose Schwellungen auf. Häufigste
Formen sind die radikuläre und die follikuläre Kieferzyste.
Die Begriffe Kielbrust oder Hühnerbrust bezeichnen eine deutlich sichtbare Hervorwölbung
des Brustbeins, welches sichtbar nach vorne gewölbt ist. Auch die Rippenansätze am Brustbein
können nach vor gewölbt sein. Nur in seltenen Fällen führt dies zu körperlichen Problemen, wie
etwa Fehlhaltungen. Sehr häufig ist eine Kielbrust jedoch eine erhebliche psychische Belastung für
Betroffene, sodass in vielen Fällen eine ärztliche Betreuung nötig ist.
Eine Klaustrophobie ist eine Angsterkrankung, bei der die unangemessene Angst vor engen
und geschlossenen Räumen im Mittelpunkt steht. Manche Klaustrophobiker haben auch Angst vor
(größeren) Räumen, in denen sich sehr viele Menschen dicht an dicht aufhalten und in denen die
Raumluft schlecht ist, so dass ein Gefühl der Enge entstehen kann. Der Name Klaustrophobie leitet
sich vom lateinischen Begriff claustrum (= Verschluss, Käfig) und dem griechischen phobos (=
Furcht, Angst) ab.
Bei einem Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur) ist der etwa handlange Röhrenknochen
gebrochen, der das Schulterblatt mit dem Brustkorb am Brustbein verbindet – das Schlüsselbein
beziehungsweise die Klavikula. In den meisten Fällen entstehen dabei schräg verlaufende Brüche
und Keilfrakturen, bei denen sich zwei Hauptbruchstücke und ein sogenannter Biegungskeil bilden.
Der Begriff Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) bezeichnet per Definition
eine Infektion der Haut mit dem Hefepilz Malassezia furfur. Dabei entstehen auf der Haut
reisförmige über- und unterpigmentierte Stellen, die meist an Brust und Rücken auftreten. Durch
leichtes Kratzen der betroffenen Stellen lösen sich oberflächlich kleieähnliche Schuppen, was dem
Erreger den Beinamen Kleienpilz einbrachte. Die Bezeichnung Pityriasis versicolor (versicolor =
Farbwechsel) leitet sich von den – durch äußere Einflüsse entstehenden – Veränderungen in der
Pigmentierung ab. Bei einer gebräunten Haut sind die von Pityriasis versicolor betroffenen Stellen
eher zu schwach pigmentiert, bei blassen Menschen erscheinen sie eher als bräunliche Flecken.
Nach einer erfolgreichen Behandlung tritt die Pilzinfektion oft erneut auf. Die Kleienpilzflechte ist
jedoch nicht ansteckend.
Als Kleinwüchsigkeit wird ein deutlich eingeschränktes und die Norm unterschreitendes
Körperwachstum bezeichnet, dessen Auftreten sich, dank antiker Skulpturen, bis in das alte

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Ägypten, also schon fast 5000 Jahre, zurückverfolgen lässt. Bei Männern spricht man bei einer
Größe von höchstens 1,50 m und bei Frauen bei einer Größe von höchstens 1,40 m von
Kleinwüchsigkeit. Kleinwüchsigkeit kann verschiedene Ursachen haben, die jedoch in den meisten
Fällen die Produktion des Wachstumshormons Somatropin einschränken, was zu einer
Einschränkung des körperlichen Wachstums führt
Die Wechseljahre (Klimakterium) stellen per Definition die gesamte Übergangsphase vom
Ende der vollen Geschlechtsreife bis zum sogenannten Senium (Alter) der Frau dar. Diese
Übergangsphase beginnt ein paar Jahre vor der letzten Regelblutung – der
sogenannten Menopause. Durchschnittlich erstreckt sich das Klimakterium etwa über den Zeitraum
vom 45. bis zum 70. Lebensjahr.
Das Klinefelter-Syndrom ist eine erblich bedingte Konstitution, die auf einer
Chromosomenfehlverteilung beruht, wobei die Patienten ausschließlich Männer sind. Die Zellkerne
der Betroffenen weisen ein überflüssiges X-Chromosom auf, besitzen also 2, statt nur einem
einzelnen X-Chromosom. Beschrieben werden in der Literatur auch Fälle mit 3 oder 4 X-
Chromosomen mit unbekannter Entstehungsursache.
Der Klumpfuß ist eine angeborene Fehlbildung des Fußes, bestehend aus Spitz-, Sichel-
und Hohlfuß und O-Beinen. Der Klumpfuß ist direkt bei der Geburt deutlich erkennbar und sollte
von Anfang an behandelt werden. In den meisten Fällen lässt sich der Klumpfuß durch geeignete
Therapien gut ausgleichen und die Kinder können ohne Verzögerung im richtigen Alter das Laufen
lernen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Klumpfuß
 Hohlfuß  Sichelfuß  Spitzfuß
Kniegelenksarthrose oder Gonarthrose ist die in Deutschland am häufigsten auftretende Form
der Arthrose. Diese chronische Krankheit gehört zum so genannten Rheumatischen Formenkreis.
Ihre Symptome, der Krankheitsverlauf sowie Möglichkeiten der Prophylaxe und der Therapie
sollen nachfolgend betrachtet werden. Bei Kniegelenksarthrose – auch
als Gonarthrose bezeichnet – ist zumindest eine von drei knorpeligen Gelenkflächen des
Kniegelenkes in Mitleidenschaft gezogen. Dabei wird der Gelenkknorpel rau und büßt seine
Elastizität ein, so dass das Gelenk zunehmend in seiner Funktion eingeschränkt ist und an
Beweglichkeit verliert.
Die Knochenhautentzündung oder Periostitis betrifft die den Knochen überziehende
Knochenhaut. Die durch verschiedene Ursachen hervorgerufene Erkrankung ist bei fachgerechter
Behandlung in den meisten Fällen vollständig heilbar. Die Knochenhautentzündung beschreibt
eine entzündliche Veränderung an der Knochenhaut eines Menschen. In der Fachmedizin wird die
Erkrankung daher auch als Periostitis bezeichnet werden.
Mediziner bezeichnen alle bösartigen Geschwulste, die im Knochengewebe vorkommen, als
Knochenkrebs. Dank moderner Therapieverfahren kann man Knochenkrebs in vielen Fällen
heilen. Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser ist auch die Chance, wieder gesund zu
werden.
Unter Knochenkrebs versteht man per Definition bösartige Geschwulste (Tumoren), die im
Knochengewebe vorkommen. Bösartige Tumoren bestehen aus entarteten Zellen, die sich anders
und schneller teilen als normale Zellen und dabei gesundes Gewebe zerstören. Einige
der Krebszellen wandern von ihrem Ursprungsort aus über das Blut oder das Lymphsystem in
andere Organe und vermehren sich dort als Tochtergeschwulste (Metastasen). Bei Knochenkrebs
unterscheidet man primäre und sekundäre Tumoren. Zwei Formen von Knochenkrebs, das
Osteosarkom und das Ewing-Sarkom, treten bevorzugt bei Kindern und Jugendlichen auf.
Eine Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) ist eine entzündliche Erkrankung des
Knochens. Sie beginnt im Knochenmark und breitet sich nachfolgend auf weitere
Knochenbestandteile und die Knochenhaut aus. Häufigste Auslöser von Osteomyelitiden sind
Bakterien (z.B. Staphylococcus aureus), weshalb zur Behandlung Antibiotika zum Einsatz
kommen.

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Je nach Patient können einem Knochenmarkschwund verschiedene Ursachen zugrunde
liegen. Einige Formen der Knochenmarkinsuffizienz sind mithilfe geeigneter Therapieschritte
heilbar.
Im Rahmen einer Knochenmarkinsuffizienz sind bei einem Betroffenen diejenigen Zellen
im Knochenmark gestört bzw. deutlich reduziert, die für die Bildung von Blut verantwortlich sind.
Typische Symptome und Anzeichen bei Knochenmarkinsuffizienz
 Blutarmut  Herzrasen
 Schwäche  Atemnot
 Blässe  Hautblutungen
Der Begriff Osteoporose (Knochenschwund) bezeichnet per Definition eine chronische
Erkrankung, in deren Verlauf die Knochenmasse allmählich abnimmt. Diese Abnahme geht über
das natürliche Maß für Alter und Geschlecht hinaus. Das Skelett ist zunehmend instabil und porös
und das Risiko für Knochenbrüche erhöht sich. Osteoporose kann das gesamte Skelett oder nur
einzelne Knochen betreffen.
Eine Knochenzyste ist eine gutartige, Tumorähnliche Veränderung am Knochen, die mit
Flüssigkeit gefüllt ist. Häufig machen Knochenzysten keine Beschwerden und werden deshalb nur
zufällig im Rahmen einer anderen Erkrankung entdeckt. Eine Behandlung ist nicht in jedem Fall
erforderlich, sondern kommt auf den Einzelfall an.
Kohlenmonoxidvergiftung kann unbemerkt erfolgen und ist lebensgefährlich. Das Gas
verdrängt den lebenswichtigen Sauerstoff aus dem Blut. Schlecht gewartete Öfen sind die häufigste
Ursache für eine Kohlenmonoxidvergiftung.
Eine Kohlenmonoxidvergiftung ist eine Intoxikation mit dem Gas Kohlenmonoxid oder
fachbegrifflich Kohlenstoffmonoxid. Kohlenmonoxidvergiftung kann unbemerkt erfolgen und ist
lebensgefährlich. Das Gas verdrängt den lebenswichtigen Sauerstoff aus dem Blut. Schlecht
gewartete Öfen sind die häufigste Ursache für eine Kohlenmonoxidvergiftung.
Typische Symptome und Anzeichen bei Kohlenmonoxidvergiftung
 Kopfschmerzen  Übelkeit
 Atemnot  Bewusstlosigkeit
 rosig, hellrot verfärbte Haut, jedoch keine Zyanose (Blaufärbung der Haut und
Schleimhäute)
 unregelmäßigen Atmung („Cheyne-Stokes-Atmung“).
Eine Kokzygodynie ist eine schmerzhafte Erkrankung im unteren Teil der Wirbelsäule. Zum
Teil ist sie auch als Steißbeinneuralgie bekannt. Der Ausdruck Kokzygodynie leitet sich vom
wissenschaftlichen Begriff der Schmerzenden Knochengruppe ab (Os coccygis): dem Steißbein
oder auch Kuckucksbein. Das Steißbein bildet das untere Ende der Wirbelsäule. Es besteht aus drei
bis fünf verkümmerten Wirbeln, die miteinander verschmolzen sind.
Eine Kollagenose wird von führenden Medizinern als eine schwerwiegende Erkrankung des
Bindegewebes angesehen. Bei einer sogenannten Kollagenose handelt es sich um eine spezielle
Autoimmunerkrankung. Im Rahmen einer Autoimmunerkrankung wird das körpereigene Gewebe
vom Immunsystem des menschlichen Körpers als ein sogenannter Fremdkörper angesehen.
Das Kompartmentsyndrom (engl. compartment = Kompartiment bzw. Abteilung,
abgeschlossener Raum) ist per Definition eine Durchblutungsstörung von Muskeln, die in engen,
wenig dehnbaren und von sehnenartiger Muskelhaut (Faszie) umschlossenen Kammern –
sogenannten Muskellogen – liegen. Unmittelbare Ursache für die gestörte Durchblutung ist ein
stark erhöhter Gewebedruck. Dieser erhöhte Druck schädigt auch die begleitenden Nerven.
Auslöser hierfür sind überwiegend Verletzungen, bei denen sich Blutergüsse oder entzündliche
Flüssigkeit bilden. Daher sind häufig Knochenbrüche die Ursache für ein Kompartmentsyndrom.
Die komplette Androgenresistenz wird auch als Goldberg-Maxwell-Morris-Syndrom und
ist eine Form der Intersexualität, die durch eine periphere Hormonrezeptorstörung bedingt wird.
Der Rezeptordefekt ist genetisch bedingt und entspricht einer kompletten Resistenz der
Androgenrezeptoren. Testosteron hat damit keine Auswirkungen auf den Körper.
Eine Kontaktallergie (Kontaktdermatitis, allergisches Kontaktekzem) ist eine allergische
Entzündungsreaktion. Sie tritt auf, wenn die Haut auf direkte Berührung mit einem bestimmten

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Stoff überempfindlich reagiert. Typischerweise bleibt die allergische Reaktion bei einer
Kontaktallergie genau auf die Hautstellen begrenzt, die mit dem Allergieauslösenden Stoff (dem
Allergen) direkt in Berührung kamen.
Ein Kopf-Hals-Tumor ist eine bösartige (maligne) Erkrankung, die sich im Mund-Nasen-
Rachen-Raum sowie im Hals entwickeln kann. Als mögliche Ursachen für Kopf-Hals-Tumoren
gelten unter anderem übermäßiger Konsum von Tabak und Alkohol. Am häufigsten bilden sich
Kopf-Hals-Tumoren im Bereich von Mundhöhle, Kehlkopf und Rachen.
Je nachdem, von welcher Art Gewebe ein Kopf-Hals-Tumor ursprünglich ausging,
unterscheidet man dabei:
 Karzinome, die sich aus der Schleimhaut entwickeln (die meisten dieser Kopf-Hals-
Tumoren sind sogenannte Plattenepithelkarzinome),
 Lymphome, die ihren Ursprung im lymphatischen Gewebe haben (die häufigsten
Lymphome sind Non-Hodgkin-Lymphome), und
 Sarkome, die sich vom Binde- und Stützgewebe ableiten.
Der Kopfpilz (Tinea capitis) ist eine Infektion der Haut mit sog. Dermatophyten (Hautpilzen).
Der Kopfpilz tritt hauptsächlich bei Kindern auf. Es wird hier vermutet, dass deren Immunsystem
noch nicht voll entwickelt und deshalb anfällig für die Erreger ist. Der Kopfpilz (Tinea capitis) ist
eine ansteckende Hautkrankheit, die i. d. R. den behaarten Kopf betrifft.
Ein Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch
Schmerzmittelübergebrauch) liegt per Definition dann vor, wenn an mindestens 15 Tagen pro
Monat chronische Kopfschmerzen auftreten, nachdem man über drei Monate oder länger an mehr
als 10 bis 15 Tagen pro Monat (je nach Präparat) schmerzstillende Medikamente eingenommen hat.
Abhängig davon, welche Kopfschmerzen ursprünglich (primär) vorlagen, unterteilt man den
Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz in drei Arten:
 chronifizierte Migräne
 chronifizierter Spannungskopfschmerz
 chronifizierter Kombinationskopfschmerz (Kopfschmerzen vom Spannungstyp, die
von Migräneattacken überlagert sind)
Chronifiziert bedeutet, dass die ursprünglich nur gelegentlichen Kopfschmerzen immer häufiger
– schließlich öfter als 15 Tage im Monat – auftreten.
Kopfverletzungen sind die Folgen von Krafteinwirkungen von außen auf den Kopf: Durch
einen Sturz, Aufprall, Stoß oder Schlag auf den Kopf (z.B. bei einem Sport- oder Verkehrsunfall)
entsteht eine Verletzung am Schädel, wobei das Gehirn mitbeteiligt sein kann oder auch nicht.
Die Schädelverletzung kann folgende Ausmaße haben:
 Schädelprellung oder
 Schädelbruch (Schädelfraktur), wobei verschiedene Teile des Schädelknochens betroffen
sein können:
o das Nasenbein (Nasenbeinbruch),
o das Schädeldach (Kalottenfraktur),
o die Schädelbasis (Schädelbasisbruch) oder
o der Gesichtsschädel (Gesichtsschädelfraktur)
Eine Schädelverletzung mit Hirnbeteiligung, durch die das Hirngewebe verletzt oder in seiner
Funktionalität gestört ist, bezeichnet man als Schädel-Hirn-Trauma. Derartige Kopfverletzungen
teilt man wiederum in geschlossene Schädel-Hirn-Verletzungen (Hirnhäute = intakt) und
offene Verletzungen (Hirnhäute = verletzt) ein. Die Gehirnverletzungen selbst untergliedert man
per Definition wie folgt:
1. Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) mit keiner oder nur sehr geringer
Gewebeveränderung des Gehirns
2. Gehirnprellung (Contusio cerebri) mit örtlich begrenzter Gewebeveränderung der
Gehirnsubstanz (Rindenprellungsherd)
3. Gehirnquetschung (Compressio cerebri) mit deutlich veränderten Gewebeanteilen im
Gehirn

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Kopfverletzungen, bei denen eine stark blutende Platzwunde vorliegt, können wesentlich
ernster erscheinen, als sie tatsächlich sind. Im Gegensatz dazu sind lebensbedrohliche
Gehirnschädigungen äußerlich oft nur sehr schwer festzustellen. Eine wirklich schwerwiegende
Kopfverletzung kann daher leicht unerkannt bleiben.
Eine Krallenhand tritt in Folge einer Ulnarislähmung auf. Je nachdem, welche Ursache der
Erkrankung zugrunde liegt, können noch andere Symptome auftreten. Die Behandlung der
Krallenhand ist in vielen Fällen möglich und erfolgsversprechend. Als Krallenhand bezeichnet man
eine Störung der Hand, welche sich durch Funktionsausfälle in den Knochen äußert. Die Hand kann
nicht mehr normal bewegt werden und Betroffenen haben einen abgespreizten Daumen, der sich
nicht beugen lässt.
Krampfadern, auch Varizen (lat. varix = Knoten) genannt, sind knotenförmig erweiterte und oft
geschlängelte Venen. Sie sind gut zu erkennen, weil sie meist oberflächlich unter der Haut liegen.
Bilden sich viele Krampfadern, sprechen Mediziner von einem Krampfaderleiden, einem
Venenleiden beziehungsweise einer Varikose.
In Krampfadern fließt das Blut langsamer als in gesunden Venen, was zu einem Rückstau in
den Venen führt. Venen sind Blutgefäße, die Blut aus den Organen und dem Gewebe zurück zum
Herzen transportieren. Im Körper finden sich unterschiedliche Venen:
 oberflächliche Venen liegen direkt unter der Haut
 tiefe Venen liegen in der Muskulatur
 Verbindungsvenen verbinden oberflächliche und tiefe Venen; in ihnen fließt Blut aus den
oberflächlichen in die tiefen Venen ab
Ein Kraniopharyngeom ist ein gutartiger und langsam wachsender Hirntumor, der
überwiegend bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Ein Kraniopharyngeom (griech. kranion =
Schädel, pharynx = Schlund) ist ein gutartiger Hirntumor mit folgenden typischen Merkmalen:
 Die Geschwulst ist von einer festen Kapsel umhüllt,
 meist gekammert und
 mit Flüssigkeit gefüllt, die Cholesterin enthält;
 in den festen Teilen der Zyste ist Kalk eingelagert.
 Die Geschwulst wächst langsam und
 bildet keine Tochtergeschwulste (Metastasen).
Die Kraniostenose ist eine Fehlbildung des Schädels. Der Mediziner unterscheidet dabei
verschiedene Formen. Im zweiten Lebensjahr beginnt der Schädel zu verknöchern. Die bislang
unverknöcherten Schädelnähte passen sich den Wachstumsprozessen des Gehirns flexibel an. Die
Verknöcherung erreicht im sechsten bis achten Lebensjahr ihr Ende. Wenn die Verknöcherung zu
früh einsetzt oder zu schnell zu Ende kommt, dann ergeben sich daraus Kraniostenosen. Die
Fehlbildungen lassen sich im Säuglingsalter in der Regel operativ korrigieren.
Die Schilddrüse wiegt 25 bis 30 Gramm und ist somit das größte Drüsenorgan mit innerer
Sekretion, dem erhebliche Reservekräfte innewohnen. Sie unterliegt einem wohlausgewogenen
Steuerungsmechanismus, der von zentralen Stellen, die im Zwischenhirn liegen, ausgeht. Über die
Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) werden der Schilddrüse nämlich mit Hilfe eines bestimmten
Hormons Impulse vermittelt, die die Schilddrüsenfunktion anregen. Daraufhin produziert die
Schilddrüse eigene Hormone, die dann auf den Gesamtorganismus wirken. Die peripheren Gebiete
des Organismus wiederum signalisieren an die zentralen Stellen, ob ein Zuviel oder ein Zuwenig an
Schilddrüsenhormonen vorhanden ist. Von hier aus werden dann die entscheidenden Impulse
wieder an die Schilddrüse weitergegeben.
Als Krebs bezeichnet man krankhafte Veränderungen von Zellen. Sie führen dazu, dass sich
Krebszellen häufiger und schneller teilen als gesunde Zellen. Sie vermehren sich unkontrolliert, so
dass ein Verband aus entarteten Zellen entsteht. Diese bösartigen (malignen) Neubildungen
wachsen in benachbartes gesundes Gewebe ein und zerstören dieses. Sie wandern von ihrem
Ursprungsort aus über das Blut oder das Gefäßsystem (Lymphsystem) in andere Organe und
vermehren sich dort als Tochtergeschwulste, sogenannte Metastasen, weiter.
Grundsätzlich unterscheiden Mediziner zwei Gruppen bösartiger Neubildungen:
 feste bzw. harte Tumoren (solide Tumoren)

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o Karzinome entstehen aus entarteten «Deckzellen» der Haut (Epithelzellen), aus
Schleimhautzellen sowie aus Drüsenzellen.
o Sarkome können unter anderem entstehen aus:
 entarteten Bindegewebszellen als Fibrosarkome
 aus Muskelzellen als Myosarkome
 aus Fettzellen als Liposarkome
 aus Knochenzellen als Osteosarkome u.a.
 bösartige Hämoblastosen entstehen aus den Zellbestandteilen des Bluts und der
blutbildenden Organe. Zu einer Hämoblastose zählt zum Beispiel die Leukämie.
Beim TNM-System wird ein Tumor nach verschiedenen Kriterien beurteilt:
 T = Tumorgröße: Bei der Beurteilung der Tumorgröße reicht die Skala von T1 für kleine
Tumoren bis T4 für große Tumoren.
 N = Lymphknotenbefall: N1 steht für den Befall von Lymphknoten in der nächsten
Umgebung des Tumors, N2 und N3 für den Befall weiter entfernter Lymphknoten.
 M = Metastasen (Tochtergeschwulste): M1 heißt, dass sich irgendwo im Körper
Tochtergeschwulste gebildet haben. M0 bedeutet, dass keine Metastasen in weiter
entfernten Organen (Fernmetastasen) vorliegen.
Kretinismus bezeichnet per Definition eine Entwicklungsstörung des kindlichen Organismus,
die durch einen Mangel an Schilddrüsenhormonen entsteht. Ein ausgeprägter Kretinismus ist
gekennzeichnet durch Zwergwuchs, eine aufgestülpte Nase, eine dicke Zunge, kurze Finger sowie
geistige Minderentwicklung: Die Bezeichnung Kretinismus leitet sich vom französischen
Wort crétin ab und bedeutet frei übersetzt Idiot.
Ein Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur) ist eine Unterbrechung eines Kreuzbands durch
Krafteinwirkung auf das Kniegelenk: Kreuzbandrisse entstehen häufig als Sportverletzung bei
Sportarten wie Fußball oder Skifahren. Dabei kann das betroffene Kreuzband vollständig
gerissen oder nur angerissen sein. Ein Kreuzbandriss kann isoliert auftreten, ist jedoch oft Teil
einer umfassenderen Knieverletzung.
Kreuzschmerzen sind laut Definition Beschwerden, die den unteren Rücken betreffen. Sie
gehen häufig vom Iliosakralgelenk aus, das Mediziner auch als Kreuzbeindarmbeingelenk oder
Sakroiliakalgelenk bezeichnen. Das Iliosakralgelenk verbindet die Hüftknochen mit dem unteren
Abschnitt der Wirbelsäule, genau genommen dem Kreuzbein. Eine Form des Kreuzschmerzes ist
das sogenannte Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom). Kreuzschmerzen können Außerdem
durch Beschwerden der Lendenwirbelsäule ausgelöst werden. Die Lendenwirbelsäule ist der
Bereich, in welchem der untere Rücken ein leichtes Hohlkreuz bildet. Mit rund 62 Prozent
sind Schmerzen in diesem Bereich die häufigste Form von Rückenschmerzen.
Das Krim-Kongo-Fieber wird durch Viren ausgelöst. Die Infektionswege erfolgen von Tier zu
Mensch oder von Mensch zu Mensch. Die Erkrankung hat zahlreiche Symptome, die den ganzen
Organismus beeinträchtigen und von harmlosen grippeähnlichen Beschwerden bis zu
schwerwiegenden Komplikationen reichen. Es gibt bislang keine Impfung gegen die Krankheit,
eine Therapie durch Ribavirin ist möglich.
Die Kryptokokkose ist eine der wichtigsten Pilzinfektionen des Menschen. Sie wird durch den
Pilz Cryptococcus neoformans ausgelöst und stellt vor allem für immungeschwächte Personen eine
ernst zu nehmende Gefahr dar. Insbesondere wird dadurch die Phagozytose durch Granulozyten
und Makrophagen verhindert. In die Zellwand ist darüber hinaus noch Melanin eingelagert, welches
Schäden durch Oxidationsprodukte von Makrophagen vorbeugt.
Der Begriff Krätze (Skabies) bezeichnet per Definition eine ansteckende, durch sogenannte
Krätzmilben (Sarcoptes scabiei) ausgelöste Hautkrankheit. Die Krätze gehört zur Gruppe
der Geschlechtskrankheiten (engl. Sexually transmitted diseases = sexuell übertragbare
Krankheiten).
Ein ausgeprägter Kupfermangel ist sehr selten, da Kupfer in der Nahrung ausreichend zur
Verfügung steht. Kupfer ist als essenzielles Spurenelement in zahlreichen Enzymen vorhanden und
zusätzlich eng mit dem Eisenstoffwechsel verbunden. Ein Mangel an Kupfer führt zu Blutarmut
und Immunschwäche. Ein ausgeprägter Kupfermangel äußert sich in einer Anämie, die

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einer Eisenmangel-Anämie ähnelt. Es werden nicht mehr genügend rote Blutkörperchen gebildet.
Der Kupfermangel bewirkt durch eine verringerte Aufnahme von Eisen aus der Nahrung sekundär
einen Eisenmangel, der auch durch orale Gabe von Eisenpräparaten nicht mehr behoben werden
kann.
Der Begriff Kurzsichtigkeit – auch Myopie genannt – bezeichnet per Definition eine
Fehlsichtigkeit, bei welcher der Brennpunkt parallel einfallender Lichtstrahlen vor der Netzhaut
liegt, so dass ein unscharfes Bild entsteht. Nur die Strahlen von nahe gelegenen Objekten
vereinigen sich im kurzsichtigen Auge auf der Netzhaut und ergeben so ein scharfes Bild.
Man unterscheidet zwei Formen von Kurzsichtigkeit, die sich in der Entstehung des Sehfehlers
unterscheiden:
 Achsenmyopie: Das Auge ist von der Hornhaut bis zur Netzhaut (= Augenachsenlänge) im
Verhältnis zu seiner Brechkraft zu lang.
 Brechungsmyopie: Die Brechkraft der Hornhaut oder der Linse ist zu hoch.
Die kutane Leishmaniose ist eine Infektionskrankheiten, bei der Parasiten der
Gattung Leishmania die Haut beziehungsweise die Schleimhaut befallen. Leishmaniosen umfassen
eine Gruppe von Infektionserkrankungen, die durch verschiedene Arten von Geißeltierchen,
sogenannte Flagellaten, hervorgerufen werden.
Die kutane Leishmaniose kann entsprechend ihrer Verbreitungsgebiete beziehungsweise
Erregertypen in Leishmaniose der «Alten Welt» und der «Neuen Welt» eingeteilt werden:
 kutane Leishmaniose der «Alten Welt»: Die Erkrankung wird auch als Orientbeule oder
Aleppobeule bezeichnet. Sie verläuft oft milde und macht sich durch Papeln oder
Geschwüre auf der Haut bemerkbar.
 kutane Leishmaniose der «Neuen Welt»: Die Erkrankung verläuft meist aggressiver als
die kutane Leishmaniose der «Alten Welt».
 mukokutane Leishmaniose der «Neuen Welt»: Bei dieser Form der Leishmaniose
befallen Parasiten nicht nur die Haut, sondern auch Schleimhäute
Unter Kwashiorkor wird eine krankhafte Protein-Energie-Mangelernährung verstanden. Sie
zeigt sich in erster Linie bei Kindern in Entwicklungsländern. Bei Kwashiorkor handelt es sich um
eine Proteinmangelerkrankung. Sie kommt bei Kindern in Entwicklungsländern vor und geht mit
einer Eiweißstörung einher. In früheren Jahren war Kwashiorkor auch in Mitteleuropa verbreitet. In
Deutschland trug die Krankheit die Bezeichnung Mehlnährschaden.
Eine Kyphose ist eine nach außen gewölbte (konvexe) Krümmung von Bereichen der
Wirbelsäule. Dabei besteht in ihrem Brust- und im Endbereich jeweils eine natürliche Kyphose. Die
konvexe Krümmung der Wirbelsäule wird erst pathologisch, wenn sie an untypischer Stelle auftritt
oder wenn der Cobb-Winkel nicht mehr im Normbereich liegt.
Eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit) ist
eine Nahrungsmittelunverträglichkeit gegenüber Milchzucker (Laktose). Laktose ist ein
Zweifachzucker, den das Enzym Laktase im Dünndarm in seine beiden Bestandteile Schleimzucker
und Traubenzucker aufspaltet. Bildet der Dünndarm kaum oder gar keine Laktase, kann er den
Milchzucker nur eingeschränkt oder gar nicht verdauen. Bei einem Laktase-Mangel kommt es
daher häufig zu Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen. Löst der Verzehr von
Milch oder Milchprodukten solche Beschwerden aus, spricht man von einer Laktoseintoleranz,
Laktoseunverträglichkeit oder Milchzuckerunverträglichkeit.
Der Begriff Pseudokrupp bezeichnet per Definition eine überwiegend bei Kindern auftretende
und durch Viren verursachte Erkrankung der oberen Atemwege. Somit gehört der auch
als Infektkrupp bezeichnete Pseudokrupp zu den Erkältungskrankheiten.
Die für Pseudokrupp typischen Symptome sind:
 trockener, bellender Husten
 Heiserkeit
 Atemnot mit pfeifenden Geräuschen beim Einatmen (sog. inspiratorischer Stridor)
Als Laryngozele wird eine Aussackung einer der beiden Schleimhauttaschen bezeichnet, die
sich beim Menschen paarig im Kehlkopf seitlich zwischen Stimm- und Taschenfalte befinden. Eine
Laryngozele kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Wegen der

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entzündlichen Prozesse, die innerhalb einer Laryngozele stattfinden können, kann eine operative
Entfernung notwendig sein.
Eine Latexallergie ist eine nach Kontakt mit Naturlatex oder Latexprodukten auftretende
Überempfindlichkeitsreaktion. Naturlatex lässt sich aus dem Kautschukbaum Hevea
brasiliensis gewinnen und findet aufgrund seiner Materialeigenschaften zur Herstellung zahlreicher
Gebrauchs- und medizinischer Bedarfsgegenstände Verwendung.
Bei der Latexallergie finden sich zwei verschiedene allergische Reaktionen:
 Soforttyp (Typ I): Auslöser dieser allergischen Reaktion sind Eiweiße des Naturlatex, die
die Bildung spezifischer IgE-Antikörper auslösen. Die Allergieauslösenden Eiweiße (sog.
Allergene) stellen meist Rückstände aus der industriellen Produktion dar.
 Spättyp (Typ IV): Diese allergische Reaktion tritt nach Kontakt mit der Kautschukmilch
bei der Latexherstellung hinzugefügten Zusatzstoffen auf. Beispiele für diese Zusatzstoffe
sind Vulkanisationsbeschleuniger, Antioxidantien, Vulkanisatoren, Farbstoffe und
Alterungsschutzmittel. Vermittelt durch T-Lymphozyten führen diese Allergene erst nach
mehr als zwölf Stunden zu erkennbaren Symptomen.
Das Bardet-Biedl-Syndrom, auch Laurence-Moon-Biedl-Bardet-Syndrom (LMBBS), ist
eine Erkrankung aus dem Bereich der Ziliopathien, die ausschließlich auf Grund von Vererbung
auftritt. Das Syndrom zeigt sich in Form multipler Fehlbildungen, die durch Veränderungen
(Mutationen) auf verschiedenen Genorten beziehungsweise Chromosomen ausgelöst werden.
Eine Lebensmittelallergie (Nahrungsmittelallergie) ist eine vom Immunsystem ausgehende
Unverträglichkeitsreaktion auf manche Nahrungsmittel: Die Überempfindlichkeit ist die Folge einer
gesteigerten Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Inhaltsstoffe – sogenannte Allergene.
Der Begriff Lebensmittelallergie ist nicht gleichzusetzen mit dem allgemeineren
Begriff Nahrungsmittelunverträglichkeit (Intoleranz): Lebensmittelallergiker vertragen zwar nicht
alle Nahrungsmittel, aber nicht jede Unverträglichkeitsreaktion (wie z.B.
die Milchzuckerunverträglichkeit bzw. Laktoseintoleranz) ist per Definition eine allergische
Reaktion.
Zu den Nahrungsmitteln, die bei einer Nahrungsmittelallergie häufig allergische Reaktionen
auslösen, gehören Milchprodukte, Eier, Nüsse, Erdnüsse, Fische und Schalentiere. Die durch eine
Lebensmittelallergie bedingte Überempfindlichkeitsreaktion tritt meistens innerhalb weniger
Minuten nach Kontakt mit dem Allergen auf (Soforttyp I), in seltenen Fällen erst nach Stunden
(Spättyp IV).
Nahrungsmittelunverträglichkeit (Lebensmittelunverträglichkeit) ist der Überbegriff
für alle Formen der Unverträglichkeitsreaktion auf Lebensmittel. Hierzu gehören alle
gesundheitlichen Beschwerden, die in Zusammenhang mit dem Verzehr von Lebensmitteln
beziehungsweise deren Inhaltsstoffen auftreten.
Je nachdem, auf welche Weise die Nahrungsmittelunverträglichkeit entsteht, unterscheidet man:
 toxische Reaktionen, also Vergiftungserscheinungen wie
z.B. Fischvergiftung oder Pilzvergiftung, Lebensmittelvergiftung durch verdorbene Speisen,
und
 nicht-toxische Reaktionen:
- allergische Reaktionen: Nahrungsmittelallergie und
- nicht-allergische Reaktionen: sog. Nahrungsmittelintoleranz
auf Nahrungsmittel.
Eine Lebensmittelvergiftung (Nahrungsmittelvergiftung) ist eine Vergiftung durch
Lebensmittel, die aufgrund von Infektionen, Bakterien, Keimen und Erregern, sowie
Schwermetallen für die menschliche Verdauung ungenießbar oder giftig erscheinen.
Eine Nahrungsmittel- oder auch Lebensmittelvergiftung wird durch die Aufnahme von
verunreinigten oder vergifteten Lebensmitteln verursacht. Oftmals sind die Lebensmittel vom
Haltbarkeitsdatum her abgelaufen oder sie sind bakteriell infiziert. Bei der Lebensmittelvergiftung
können verschiedene Beschwerden auftreten, die zu Krankheiten und auch zum Tod führen können.
Wichtig für ein schnelles Handeln ist daher das Wissen, um welche Art von Lebensmittelvergiftung
es sich handelt. Eine Lebensmittelvergiftung ist aber von der Lebensmittelallergie abzugrenzen.

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Typische Anzeichen für eine Lebensmittelvergiftung sind zumeist Bauchschmerzen, Übelkeit,
Erbrechen und Durchfall. Es sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden, um Komplikationen
auszuschließen.
Unter dem Oberbegriff Lebererkrankungen werden verschiedene Krankheiten der Leber
zusammengefasst. Oftmals werden diese durch Toxine verursacht, mit deren Abbau das Organ
überfordert ist. Sind durch eine Lebererkrankung erst einmal Schäden entstanden, lassen sich diese
unter Umständen nicht mehr rückgängig machen.
Durch eine übermäßige Zufuhr von Toxinen etwa durch Alkohol oder auch durch Viren
kann die Leber erkranken und ihre wichtigen Aufgaben nicht mehr oder nur eingeschränkt erfüllen.
Schreiten die Erkrankungen und somit die Funktionseinschränkung weiter fort, kann es zu
irreparablen Schäden und/oder zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.
Da sich Lebererkrankungen nicht durch spezifische Symptome äußern und das Organ selbst
keine Nerven besitzt, d. h. auch keine Schmerzen verursachen kann, werden sie oftmals erst recht
spät bemerkt. Statistiken besagen, dass ca. 5 Millionen Deutsche an einer Lebererkrankung leiden.
Typische Symptome und Anzeichen bei Lebererkrankungen
 Gelbsucht  Völlegefühl
 Appetitlosigkeit  Gewichtsabnahme
Muttermal (Naevi) und Leberfleck kommen bei nahezu jedem Menschen vor und sind damit
die wohl am häufigsten vorkommenden Geschwulste der Haut. Leberflecken und Muttermale
bestehen aus herdförmigen Ansammlungen von pigmentbildenden Zellen, den sogenannten
Melanozyten. Es gibt zudem Leberflecken und Muttermale, die aus Wucherungen von
sogenannten Naevuszellen bestehen. Diese ähneln den pigmentbildenden Zellen der Haut
(Melanozyten), sorgen jedoch nicht für eine gleichmäßige Bräunung. Naevuszellen liegen in
Nestern in der Haut vor, wo sie meist Hautfarbstoff produzieren. Dies ist als Leberfleck
beziehungsweise Muttermal sichtbar. Mediziner sprechen dann von einem Naevuszellnaevi.
Bei Leberkrebs (Leberkarzinom) bildet sich bösartiges Gewebe in der Leber. Oft führt
Leberkrebs erst nach längerer Zeit zu Beschwerden; dann treten Symptome wie Gelbsucht,
Appetitlosigkeit, Müdigkeit sowie Schmerzen auf und der Allgemeinzustand des Betroffenen
verschlechtert sich. Da Leberkrebs sich häufig erst bei fortgeschrittener Erkrankung zu erkennen
gibt, werden viele Lebertumoren relativ spät entdeckt. Gelingt es, ein Leberkarzinom früh zu
erkennen, verbessert dies die Heilungschancen deutlich.
Je nach Ursprung der Krebszellen unterscheiden Ärzte zwei Gruppen von Leberkrebs
(Leberkarzinom): primären Leberkrebs und sekundären Leberkrebs. Primärer Leberkrebs liegt
vor, wenn der bösartige Tumor aus lebereigenen Zellen hervorgeht. Meist handelt es sich dann um
Leberzellkrebs, in der Fachsprache als hepatozelluläres Karzinom (HCC) bezeichnet. Auch
seltenere Krebsgeschwülste, die aus den Zellen der Gallengänge entstehen (Gallengangskarzinom;
Cholangiokarzinom) oder von Blutgefäßen der Leber ausgehen (Angiosarkom) gehören zu den
primären Leberkrebs-Arten.
Lebermetastasen entstehen dann, wenn bösartige (maligne) Tumoren wie Darmkrebs in die
Leber «streuen». Lebermetastasen sind also Absiedlungen (Tochtergeschwulste) von Tumoren, die
sich in einem anderen Organ – also zum Beispiel im Darm – befinden. Entsteht
eine Krebsgeschwulst in der Leber direkt aus entarteten Leberzellen, handelt es sich nicht um eine
Lebermetastase sondern um einen primären Leberkrebs – auch Leberkarzinom genannt.
Eine Leberzirrhose ist ein krankhafter Zustand der Leber, der durch eine zerstörte Gewebe-
und Gefäßstruktur des Organs gekennzeichnet ist. Die Leber verhärtet sich zunehmend und
schrumpft, wobei sich ihre ursprüngliche Struktur verändert: Mit der Zeit wandelt sich die Leber
immer mehr in narbiges Bindegewebe um. Diesen Zustand bezeichnet man auch als Schrumpfleber.
Durch die Veränderungen sind die normalen Leberfunktionen derart eingeschränkt, dass es im
weiteren Verlauf und mit zunehmender Verschlechterung zu teilweise lebensbedrohlichen
Komplikationen kommen kann:
 Stoffwechselstörungen
 Ansammlung von Flüssigkeit im Bauch ( Aszites)

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 Blutungen in den Verdauungstrakt, meist als Blutungen aus Krampfadern der Speiseröhre
(sog. Ösophagusvarizen)
 Gehirnerkrankung infolge der unzureichenden Entgiftungsfunktion der Leber (sog.
hepatische Enzephalopathie)
Als typische Anzeichen der Leberzirrhose gelten Allgemeinsymptome wie:
 Leistungsminderung  Müdigkeit
 Konzentrationsschwäche

 Gefäßspinnen (Spider naevi), die besonders am Oberkörper, Hals und Gesicht auftreten und
aus punktartigen Gefäßknötchen bestehen, von denen sich kleine Gefäße wie ein
Spinnennetz nach außen ziehen
Die Leberzirrhose kann in 3 verschiedenen Typen auftreten, die sich im Aussehen der
Leber voneinander unterscheiden: als
 kleinknotiger Typ,  großknotiger Typ
 Mischtyp, der sowohl klein- als auch großknotige Anteile aufweist.
Bei Alkoholmissbrauch entsteht meist die kleinknotige Form der Leberzirrhose, bei einer
Virushepatitis die großknotige oder gemischte Form.
Bei einer sogenannten Leberzyste handelt es sich um einen mit Flüssigkeit gefüllten
Hohlraum. In der Medizin bezeichnet man eine Leberzyste auch als einen gutartigen Tumor. Die
Erkrankung sollte nicht mit der Zystenleber verwechselt werden.
In der modernen Medizin wird eine grundlegende Unterscheidung zwischen einer
sogenannten Leberzyste sowie einer sogenannten Zystenleber getroffen. So treten die Leberzysten
in der Regel mit einer rundlichen Form in Erscheinung. Eine Leberzyste hebt sich stets vom
umliegenden Gewebe ab. Darüber hinaus wartet eine Leberzyste mit einem weiteren markanten
Merkmal auf. In Bezug auf die Statik wird die Flüssigkeit innerhalb der Zyste von einer relativ
dünnen Wand umschlossen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Leberzyste
 Bauchschmerzen im Oberbauch  Gewichtsverlust
 Appetitlosigkeit und Völlegefühl  ggf. Gelbsucht bei großen Zysten
Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS) ist eine bestimmte (d.h. eine genau
umgrenzte) Entwicklungsstörung der Lese- und Schreibfähigkeiten. Sie gehört zu den sogenannten
Teilleistungsstörungen, zu denen auch die Rechenschwäche (Dyskalkulie) zählt.
Die Legionärskrankheit (Legionellose) ist eine schwere Infektionserkrankung der Lunge, die
durch das Legionärsbakterium (Legionella pneumophila) ausgelöst wird. Die Legionärskrankheit
(Legionellose) ist eine schwere Form ei-ner Lungenentzündung. Verantwortlich hierfür sind
Bakterien der Gattung Legionella.
Die Legionellen kommen, wenn auch in sehr geringer Konzentration mit wenigen Keimen pro
Liter, in Süßwasser vor. Sie vermehren sich besonders stark bei Temperaturen zwischen etwa 30
und 45 Grad Celsius. Bei Temperaturen über 60 Grad sterben sie all-mählich und über 70 Grad sehr
schnell ab.
Unter einer Altersvergesslichkeit (leichte kognitive Störung) versteht man verschiedene
Störungen der kognitiven Fähigkeiten, das heißt Gedächtnisstörungen und eine geringere
Merkfähigkeit. Außerdem fällt es Betroffenen schwer, sich längere Zeit auf eine Aufgabe zu
konzentrieren. Die entsprechenden Beeinträchtigungen gehen über die Leistungsabnahme hinaus,
die im Alter normal ist. Gedächtnistests weisen meist Leistungseinbussen nach, die aber ab einem
bestimmten Punkt nicht mehr weiter fortschreiten. Dies grenzt die Altersvergesslichkeit von
einer Demenz ab.
Ein Leistenbruch (Leistenhernie) ist eine Hernie – also ein Eingeweidebruch – im Bereich der
Leiste: Eine echte Hernie (Hernia vera) bezeichnet per Definition einen Zustand, bei dem sich Teile
der Eingeweide (sog. Bruchinhalt), wie zum Beispiel der Darm, durch eine Lücke in der
Bauchwand (sog. Bruchpforte) vorwölben, wobei die ausgetretenen Teile der Bauchorgane in einer
Ausstülpung des Bauchfells liegen, die aussieht wie eine Art Sack (sog. Bruchsack). Je nach
Richtung der Vorwölbung lassen sich solche Brüche in äußere und innere Hernien unterteilen:

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 Eine äußere Hernie bildet eine Vorwölbung durch die Bauchwand nach außen. Hierzu
zählt neben dem Leistenbruch auch der Nabelbruch (Nabelhernie) und der Schenkelbruch
(Schenkelhernie).
 Eine innere Hernie stülpt sich in Bauchfelltaschen aus und wölbt sich somit nicht durch die
Körperoberfläche vor. Ein Beispiel hierfür ist die Hiatushernie (sog. Zwerchfellbruch).
Leisure Sickness ist eine typische Freizeit-Krankheit. Die Betroffenen, bei denen es sich häufig
um Workaholics oder zumindest um Menschen handelt, die sich einem hohen Stress aussetzen,
fühlen sich regelmäßig während der Wochenenden und des Urlaubs krank.
Altersflecken (Lentigo senilis, Lentigo solaris) zählen – wie Muttermale und
Sommersprossen – zu den Pigmentflecken. Die bräunlichen Flecken auf der Haut entstehen durch
eine örtlich vermehrte Ablagerung des bräunlichen Pigments Lipofuszin (auch Alterspigment
genannt) in der Oberhaut. Ein Altersfleck ist immer scharf begrenzt und kann bis zu einige
Zentimeter groß werden. Die Hautflecken sind gutartig, stellen für die Betroffenen aber häufig ein
kosmetisches Problem dar. Im Gegensatz zu den klassischen Sommersprossen sind sie dauerhaft
sichtbar.
Lepra ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die auch unter der Bezeichnung Aussatz bekannt ist.
Die Krankheit ist durch eine Zerstörung der Haut und Schleimhäute sowie durch den Befall der
Nervenzellen gekennzeichnet, was unbehandelt die bekannten Verstümmelungen und
Behinderungen leprakranker Menschen nach sich zieht.
Lepra tritt in verschiedenen Formen auf, die sich in ihrer Schwere und ihren Symptomen
unterscheiden:
 zwei Extremformen:
o die ansteckende lepromatöse Lepra (auch multibazilläre Lepra genannt)
o die tuberkuloide oder tuberkulöse Lepra (eine sog. paucibazilläre Lepra-Form)
 drei als Borderline-Typen bezeichneten Zwischenformen, die zwischen diesen Extremen
liegen (die meisten Lepra-Fälle zählen zu einer der drei Zwischenformen)
Bei der Leptospirose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien
hervorgerufen wird. Je nach Erreger, der beim Betroffenen eine Leptospirose verursacht hat,
können verschiedene Formen der Erkrankung unterschieden werden; zu erwähnen sind hier
beispielsweise Weil-Krankheit oder Feldfieber. Typische Symptome der ersten Phase einer (meist
zweiphasig verlaufenden) Leptospirose ähneln denen einer Grippe: Patienten leiden etwa unter
Muskel- und Kopfschmerzen sowie hohem Fieber. Zu den weiteren möglichen Beschwerden zählen
unter anderem Hautausschlag oder Bindehautentzündung. Im Rahmen einer zweiten
Krankheitsphase können neben erneutem Fieber beispielsweise Entzündungen an Nieren, Leber
und/oder Herzmuskel auftreten.
Das Lesch-Nyhan-Syndrom (Hyperurikämiesyndrom) ist eine vererbbare und angeborene
Stoffwechselerkrankung. Bei dieser Erbkrankheit liegt ein Mangel an einem bestimmten Enzym
vor: der sogenannten Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase (HGPRT). Das Lesch-
Nyhan-Syndrom ist selten und betrifft fast nur Männer.
Beim Leser-Trélat-Syndrom tritt bei Patienten hohen Lebensalters eine
bösartige Krebserkrankung der inneren Organe auf, die von zahlreichen Alterswarzen begleitet ist.
Oft wird das Phänomen zusätzlich von Juckreiz und der Acanthosis nigricans begleitet. Die
Therapie beinhaltet die Entfernung der Warzen und die Behandlung des Tumors.
Die Leukopenie ist das Gegenteil der Leukozytose. Bei einer Leukopenie unterschreitet die
Anzahl der im Blutkreislauf vorhandenen weißen Blutkörperchen die Mindestvorgabe. Die
Leukopenie ist deshalb eine Blutkrankheit, welche unbedingt behandelt werden muss. Der Begriff
Leukopenie ist eigentlich nur eine sinnvolle Abkürzung für die Leukozytopenie.
Da sich die Leukozyten erst nach dem Durchlaufen unterschiedlicher Entwicklungsphasen
in speziellen Reifungsstadien im Blutsystem befinden, werden variierende Arten der Leukopenie
klassifiziert. Neben der sogenannten Granulozytopenie oder Neutropenie ist die Lymphozytopenie
eine weitere Leukopenie. Die Granulozyten und die Lymphozyten sind spezielle Arten der
Leukozyten.
Typische Symptome und Anzeichen bei Leukopenie

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 Infektanfälligkeit  Nasennebenhöhlenentzündung
 Mundschleimhautentzündung  Furunkeln
 Parodontitis  Lymphknotenschwellung, Fieber
 Rachenentzündung  ggf. Lungenentzündung
Leukoplakien (griech. leukos = weiß, plakos = Platte), auch als Weißschwielenkrankheit
bekannt, sind weiße, nicht abwischbare Bezirke in der Schleimhaut bestimmter Körperregionen, die
keiner anderen bekannten Krankheit zugeordnet werden können. Sie entstehen durch eine verstärkte
Verhornung der äußersten Gewebeschicht der Schleimhaut. Die weiße Farbe entsteht dadurch, dass
die verhornten Zellen in der feuchten Umgebung aufquellen. Leukoplakien bilden sich bevorzugt
im Mundbereich
Übersteigt die Zahl der im Blut vorkommenden weißen Blutkörperchen den Normalwert,
sprechen Ärzte von einer Leukozytose, die für sich genommen in Maßen ungefährlich ist,
allerdings ein Vorbote für das Vorliegen anderer, ernsthafterer Erkrankungen sein kann.
Das menschliche Blut besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Bestandteile, eines davon
sind die weißen Blutkörperchen. Da jedes der Blutbestandteile eine eigene Aufgabe zugeteilt
bekommen hat, ist es für den Körper wichtig, dass sich die Konzentration der einzelnen
Bestandteile in der richten Menge hält.
Bei der Leukozytose ist dies nicht mehr gegeben, da die weißen Blutkörperchen häufiger im
Blut vorkommen, als sie eigentlich sollten. Normalerweise liegt die Menge der im Körper eines
gesunden Menschen vorkommenden weißen Blutkörperchen bei etwa vier bis elf Mikroliter. Wird
die Grenze von elf Litern übersteigen, liegt eine Leukozytose vor. Bei Extremwerten jenseits von
100.000 Mikrolitern liegt ein Fall der sogenannten Hyperleukozytose vor.
Als Lewy-Körperchen-Demenz bezeichnet man eine Form der Demenz, die als eigenständige
oder sekundäre Erkrankung auftreten kann. Im Rahmen dieser neurodegenerativen Erkrankung
treten im Gehirn Lewy-Körperchen auf, wodurch die Bildung von Dopamin verringert wird.
Die Betroffenen leiden an einer fortschreitenden Gedächtnisstörung, wobei Wachheit und
geistige Fähigkeit im Laufe eines Tages sehr schnellen Schwankungen unterliegen. Des Weiteren
leiden die Patienten an optischen Halluzinationen und sehen beispielsweise Tiere oder Menschen.
Seltener treten akustische Halluzinationen wie das Hören von Geräuschen oder Stimmen auf.
Das Li-Fraumeni-Syndrom ist eine erblich bedingte Erkrankung, die zu einer verstärkten
Tumorbildung bereits in jungen Jahren führt. Die dabei entstehenden Tumore sind größtenteils
bösartig und können unterschiedlichste Organe und Körperregionen betreffen. Die Krankheit tritt
sehr selten auf.
Lichen sclerosus stellt eine seltene chronische Erkrankung der Haut mit entzündungsbedingten
Veränderungen des Bindegewebes dar, deren Ursache in einer Fehlregulation des Immunsystems
vermutet wird. Frauen sind in aller Regel 5 bis 10-mal häufiger von Lichen sclerosus betroffen als
Männer.
Geschwulste am Ober- oder Unterlid des Auges gehören zu der vielfältigen Gruppe der
«Lidtumoren». Sie können gutartig oder bösartig sein. Der mit Abstand häufigste bösartige
Lidtumor ist das sogenannte Basalzellkarzinom (Basaliom), das auch andere Gesichtsbereiche, wie
Nase oder Ohrmuschel, befallen kann. Es deckt circa 90 Prozent aller Lidtumoren ab und betrifft
vor allem Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Zunehmend erkranken allerdings auch jüngere
Menschen an Lidtumoren.
Das Lidödem, auch Lidekzem genannt, ist eine Anschwellung eines oder beider Augenlider,
dem ganz unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können. Grundsätzlich kann ein Lidödem in
jedem Alter plötzlich und akut auftreten, es werden aber durchaus auch chronische Verläufe
berichtet.
Als Linsenluxation wird eine Verschiebung der Linse im Auge bezeichnet. Durch
ein Trauma oder einen angeborenen Defekt verschiebt sie sich in die Vorderkammer oder in den
Glaskörper des Auges.
Ein Lipom ist eine gutartige Neubildung des Unterhautfettgewebes. Lipome bezeichnet man
daher auch als Fettgewebsgeschwulste. Sie treten in Form von weichen oder prallelastischen
Knoten an Armen, Oberschenkeln oder in der Bauchmitte auf.

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Die Lipomatosis dolorosa ist eine sehr seltene Erkrankung des Fettgewebes, dessen Ursache
weitgehend unbekannt ist. Die Lipomatosis dolorosa wird auch als Adipositas dolorosa, Adiposis
dolorosa, Morbus Dercum, Fettgewebs-Rheumatismus oder als Lipalgie bezeichnet. Meist tritt
sie im Rahmen einer Adipositas auf, was jedoch nicht immer der Fall ist. Die Krankheit ist sehr
schmerzhaft und betrifft in der Regel Frauen.
Die Lissenzephalie ist eine seltene Gehirnfehlbildung infolge einer Entwicklungsstörung
des Gehirns, die zu schweren Behinderungen bei Neugeborenen führt. Typisch für eine
Lissenzephalie ist, dass die Hirnwindungen (Gyri) fehlen – dann ist die Gehirnoberfläche völlig
glatt (Lissenzephalie  = «glattes Gehirn»: griech. lissos = glatt, enzephalon = Gehirn) – oder dass
die Hirnwindungen zumindest unvollständig ausgebildet sind. Alle Lissenzephalien sind die Folge
einer sogenannten Migrationsstörung (Wanderungsstörung) der Nervenzellen des Gehirns in den
ersten ein bis vier Monaten der Entwicklung des Fötus. Hierfür kommen vor allem erblich bedingte
Ursachen infrage, aber auch Vergiftungen, Viruserkrankungen oder eine unzureichende
Sauerstoffversorgung des Gehirns von Ungeborenen in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten.
Die Listeriose ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Die ursächlichen Bakterien
bezeichnet man als Listerien. Listerien-Infektionen kommen vor allem bei Haustieren und
Wildtieren vor. Ein Erreger der Listeriose, Listeria monocytogenes, kann aber auch den Menschen
krank machen. Damit gehört die Listeriose zu den sogenannten Zoonosen (= von Tieren auf
Menschen übertragbare Krankheiten).
Loiasis ist eine parasitäre Infektionskrankheit, die durch spezifische Fadenwürmer, den Loa
loa-Filarien, verursacht wird und sich in erster Linie anhand entzündlicher, Allergiebedingter
Schwellungsreaktionen manifestiert. Schätzungsweise 3 bis 30 Prozent der Bevölkerung sind in den
Verbreitungsgebieten (West- und Zentralafrika) mit Loa loa-Würmern infiziert.
Ein lobuläres Karzinom in situ, kurz LCIS, ist eine Wucherung der Brustdrüse, welche
sich auf die Milchgänge ausbreiten kann. Das lobuläre Karzinom in situ gehört zu den nicht
invasiven Karzinomen. In situ bedeutet an Ort und Stelle, das heißt, dass es nicht in umgebendes
Gewebe einwächst. Ein lobuläres Karzinom in situ ist jedoch ein Risikofaktor für die Entstehung
von Brustkrebs. Die Erkrankung ist zu unterscheiden vom duktalem Karzinom in situ.
Ein lobuläres Karzinom in situ ist eine Frühform bzw. ein sog. Risikomarker des Brustkrebses.
Das LCIS - lobuläre Carcinoma in situ (lat. Bezeichnung) - ist ein nicht invasives Karzinom, das
vorwiegend im Bereich der Brustdrüse und Milchgänge auftritt.
Beim Locked-In-Syndrom handelt es sich um eine komplette Lähmung der vier
Gliedmaßen und des Körpers, sowie des Sprachapparates, welches zu einem beinahe
vollkommenen Verlust der Kommunikationsfähigkeit des Menschen mit seiner Umwelt führt.
Die Syphilis (Lues) ist eine weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit, die chronisch
verläuft und schwere Spätschäden hervorrufen kann. : Es handelt sich um die Bakterien-
Art Treponema pallidum pallidum  aus der Familie der Spirochäten. Treponema pallidum befällt nur
den Menschen. Seit der Entdeckung des Penicillins hat die Syphilis aber erheblich an
Bedrohlichkeit verloren.
Die Lunatummalazie (Synonyme: Mondbeintod, Lunatumnekrose oder Morbus
Kienböck) ist einer Erkrankung eines Handwurzelknochens, bei dem das Mondbein (Os lunatum)
ganz oder teilweise abstirbt (nekrotisiert).Die Erkrankung kann verschiedene Schweregrade
erreichen, die unterschiedliche Symptome aufweisen.
Bei einem Lungenabszess unterscheiden die Mediziner verschiedene Verlaufsformen, bei
der sich neben dem eigentlichen Lungenabszess eine Pneumonie ausbilden kann. Im anderen Fall
verläuft ein Lungenabszess ohne Pneumonie. Die Bezeichnung Pneumonie steht für
die Lungenentzündung.
Im Rahmen der Definition des Lungenabszesses geht es um einen sogenannten
nekrotischen Abszess, der im gut durchbluteten Lungengewebe wächst. Die Gefahr für die
Gesundheit, welche von einem Lungenabszess ausgeht, ist auf dessen nekrotisches Wachstum
gegründet. Bei einer Nekrose wird Gewebe zerstört, es stirbt ab.

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Ein Abszess ist dadurch gekennzeichnet, dass sich in diesem Mengen von Eiter sammeln,
ohne dass sich dieser Hohlraum von selbst öffnet. Die Eiteransammlungen können bei einem
Lungenabszess somit nicht von selbst austreten.
Der Begriff Lungenembolie (Lungenarterienembolie) steht für einen plötzlichen
Verschluss einer Lungenarterie. In neun von zehn Fällen verlegt ein aus den Venen des Beckens
oder der Beine eingeschwemmtes Blutgerinnsel das Lungengefäß. Da es sich um ein
verschlepptes Blutgerinnsel handelt, muss es an anderer Stelle des Körpers eine «Quelle» oder
einen Ausgangspunkt geben.
Längere Bettruhe oder Bettlägerigkeit, gewisse Operationen, schwere
Verletzungen, Krebserkrankungen und ein hohes Lebensalter begünstigen das Entstehen
einer Thrombose. Diese Risikofaktoren einer Thrombose erhöhen auch das Risiko für eine
Lungenembolie. Je nach Größe des verschlossenen Gefäßes kann eine Lungenembolie ohne
Symptome, mit deutlichen Beschwerden oder sogar tödlich verlaufen.
Wenn ein Blutgerinnsel ( Thrombus ) ein Gefäß verschließt, entsteht eine Thrombose . Oft
betrifft eine Thrombose eine Bein- oder Beckenvene. Ein Embolus ist ein über die Blutbahn
verschlepptes Gebilde, zum Beispiel ein abgelöster Teil eines solchen Blutgerinnsels. Die
Begriffe Embolie und Embolus leiten sich vom griechischen Wort embole ab, das
für Hineindringen steht.
Ein Embolus (Mehrzahl: Emboli) ist im Blut nicht löslich und kann ein festes, flüssiges oder
gasförmiges Gebilde sein:
 feste Emboli: verschleppte Blutgerinnsel (Ursache von 90 Prozent aller Lungenembolien),
Gewebeteile (z.B. Teile eines Tumors), Parasiten
 flüssige Emboli: Fetttropfen, die zerstörtem Körpergewebe entstammen (z.B. nach einem
Knochenbruch) oder Fruchtwasser, das während der Geburt in Gefäße gelangt
 gasförmige Emboli: Luftblasen (z.B. nach offenen Verletzungen von Gefäßen)
Der Embolus wandert mit dem Blutstrom über die Venen des Beins oder Beckens durch die
untere Hohlvene in Richtung des rechten Herzens. Aus dem rechten Herzen entspringt die
Lungenschlagader (Lungenarterie). Sie beginnt mit einem großen Stamm, der sich in eine linke und
rechte Lungenarterie aufspaltet. Im weiteren Verlauf gliedern sich die Gefäße immer weiter auf,
ähnlich den Ästen eines Baums.
Jeder Embolus gelangt vorerst vom rechten Herzen aus in den Stamm der Lungenarterie. Er
verkeilt sich im weiteren Verlauf – abhängig von seiner Größe – in einem Gefäßast und Verschließt
ihn vollständig oder teilweise. Nach der Größe richtet sich auch, wie schwer eine Lungenembolie
verläuft: Verschließt das verschleppte Gerinnsel ein großes Gefäß, schränkt das den Blutfluss
zwischen Herz und Lunge stärker ein, als wenn nur ein kleines Gefäß betroffen ist. Entsprechend
empfindet ein Betroffener bei einem großen Verschluss schlagartig Beschwerden, während ein
kleiner Verschluss völlig unbemerkt ablaufen kann.
Die kritische Folge eines großen Verschlusses: Blut staut sich vor dem verlegten Gefäß in
das rechte Herz und von dort in die zum Herzen führenden Venen zurück. Das Herz versucht,
gegen den Widerstand anzupumpen und dehnt sich aufgrund des Rückstaus aus. Die plötzliche
Überlastung des rechten Herzens nennen Mediziner akutes Cor pulmonale (Cor = Herz, Pulmo =
Lunge). Die damit einhergehende Schwäche des rechten Herzens heißt
akute Rechtsherzinsuffizienz. In schweren Fällen kann das Rechtsherzversagen zu einem
Kreislaufschock führen, der ohne sofortige Therapie tödlich endet.
Charakteristisch für das Lungenemphysem ist eine Überblähung der Lunge. Diese
Aufweitung der inneren Lufträume mindert die normale Lungenfunktion und ist beim
Lungenemphysem definitionsgemäß irreversibel – das heißt, die Veränderung des Lungengewebes
ist nicht mehr rückgängig zu machen. Das Lungenemphysem entsteht, wenn Betroffene dazu eine
erbliche Veranlagung haben und/oder die Lunge chronisch entzündet oder gereizt ist, so dass sich
die Lungenbläschen (Alveolen) überdehnen bis sie platzen. Daneben werden das Lungengerüst und
die Atemwege instabil, was insbesondere das Ausatmen erschwert.

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Das Lungenemphysem gehört zur sogenannten COPD (chronic obstructive pulmonary
disease = Chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Es kann infolge einer
chronischen Bronchitis beziehungsweise einer chronisch obstruktiven Bronchitis entstehen.
Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine Entzündung des Lungengewebes. In der
Regel lösen Bakterien die Erkrankung aus – seltener Viren oder Pilze. Außerdem können
chemische und physikalische Reize, wie zum Beispiel giftige Gase oder verschluckte Gegenstände,
das Lungengewebe angreifen und zu einer Lungenentzündung führen. In diesen Fällen sprechen
Mediziner von einer Pneumonitis.
Bei der Lungenentzündung (Pneumonie) kann die Einteilung nach dem Ort der Entzündung
(sog. Lokalisation) erfolgen. In Abhängigkeit davon, welche Teile des Lungengewebes betroffen
sind, unterscheiden Mediziner zwischen zwei Formen der Lungenentzündung:
 Interstitielle Pneumonie: Bei dieser Form der Lungenentzündung ist das Gewebe
entzündet, das die Lungenbläschen (Alveolen) umgibt.
Alveoläre Pneumonie: Hier bei sind die Lungenbläschen (Alveolen) selbst von der
Entzündung betroffen.
Lungenerkrankungen und Atemwegserkrankungen sind die häufigsten Gründe für
Atemnot. Beim Einatmen gelangt über die Lunge Energie mit Hilfe von Sauerstoff in den Körper.
Das empfindliche Organ reagiert prompt auf Reizstoffe und verschließt, wenn zu wenig Sauerstoff
aufgenommen wird, einige Blutgefäße. Das führt zu Lungenerkrankungen.
Lungenerkrankungen zeigen sich meist durch Symptome der Lunge und allgemeinen
Symptomen. Verbunden mit Husten, Dyspnoe und Brustschmerz, begleitet von Appetitlosigkeit,
Fieber und Nachtschweiß, ist beim Verdacht ein Arzt zu Rate zu ziehen.
Sie werden unterteilt in akute und chronische Lungenerkrankungen sowie
Lungentumoren. Pneumonie, Bronchopneumonie und Akute Bronchitis zählen zu den akuten
Lungenerkrankungen. Zu den chronischen Lungenerkrankungen gehören neben COPD, Asthma
bronchiale, Lungenemphysem auch die Lungenfibrose. Bei Verdacht ist die Konsultation eines
Spezialisten unabwendbar.
Kommt es zu Atembeschwerden, fehlt der Lunge Luft. Rauchen verschlimmert den Zustand
von Lungenerkrankungen. Medikamente und Sporttherapien sind mögliche Behandlungswege, bei
Asthma ist eine Stufentherapie möglich. Lungenerkrankungen wie eine Lungenembolie sind
verschleppte Blutgerinnsel und können unentdeckt tödlich enden.
Eine Lungenfibrose ist eine krankhafte Veränderung am Gerüst des Lungengewebes,
die dadurch entsteht, dass das Lungengewebe infolge einer Vermehrung von Bindegewebe
vernarbt. Dieser bindegewebige Umbau ist nicht mehr rückgängig zu machen.
Die für die Lungenfibrose kennzeichnende Vernarbung des Lungengewebes führt dazu,
dass Volumen und Dehnbarkeit der Lunge abnehmen. Dies stört den Gasaustausch in der Lunge
und somit auch die Atmung: Die Betroffenen können zum einen nur noch kleinere Mengen Luft
ein- und ausatmen, zum anderen müssen sie beim Einatmen mehr Kraft aufwenden. Außerdem ist
die Blutzirkulation im Lungenkreislauf bei einer Lungenfibrose beeinträchtigt, was sich mit der Zeit
schädlich auf das Herz auswirkt.
Über 200 chronische sogenannte interstitielle Lungenerkrankungen führen in ihrem
Endstadium zu einer Lungenfibrose. Daher bezeichnet man diese auch als interstitielle
Lungenfibrose. Der Begriff Interstitium bedeutet Zwischenraum und bezieht sich allgemein auf
das Zwischengewebe, welches das Funktionsgewebe von Organen durchzieht. Das
Lungeninterstitium ist das Stützgewebe zwischen den Lungenbläschen. Eine interstitielle
Lungenerkrankung (bzw. interstitielle Pneumopathie) ist eine chronisch verlaufende Entzündung
des Lungengewebes. Hierunter fallen sowohl Primärerkrankungen der Lunge als auch
Multiorganerkrankungen mit Beteiligung der Lungen.
Bei einem Lungeninfarkt kommt es zu einer Verstopfung von Blutgefäßen in der Lunge.
Der Lungeninfarkt ist eine häufige Folge einer Lungenembolie und kann unter Umständen
lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Im Volksmund werden Lungeninfarkt
und Lungenembolie häufig gleichgesetzt, was medizinische aber nicht korrekt ist. Ein
Lungeninfarkt gehört zu den Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und tritt sehr häufig als

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Folge von einer Lungenembolie auf. Dabei kommt es durch Blutgerinnsel zu einem Verschluss von
Blutgefäßen, die von der Lunge zum Herzen führen.
Diese Blutgerinnsel wurden auch einem anderen Körperteil in die Lunge eingeschwemmt
und sorgen dadurch für eine Verstopfung. Ursächlich dafür eine Thrombose (Blutgerinnsel) in
einem anderen Körperteil. Das eingeschwemmte Blutgerinnsel wird in der medizinischen
Fachsprache als Embolie bezeichnet.
Kommt es durch ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel in der Lunge zu einem Verschluss von
Blutgefäßen, droht ein Lungeninfarkt. Dabei werden die betroffenen Teile der Lunge nicht mehr
durchblutet und kann im schlimmsten Fall absterben. Das Absterben von Lungenteilen wird als
Lungeninfarkt bezeichnet.
Typische Symptome und Anzeichen bei Lungeninfarkt
 Thrombose  Bluthusten
 Atemnot
 Brustschmerzen bzw. Schmerzen im Bereich der Rippen (Pleurodynie)
Systemischer Lupus erythematodes (SLE) ist eine Erkrankung der Haut und des
Gefäßbindegewebes, die durch autoimmunologische Prozesse zu einer Blutgefäßentzündung
(sog. Vaskulitis) führt. Da die Entzündung auch die von den betroffenen Gefäßen versorgten
Organe schädigt, wirkt sich die Erkrankung so auf den geslamten Körper aus (d.h. sie
ist systemisch).
Ein systemischer Lupus erythematodes äußert sich durch vielfältige Symptome. Typisch für die
Erkrankung ist eine schmetterlingsförmige Rötung (Erythem) des Gesichts, die bei
Sonnenbestrahlung stärker ausgeprägt ist. Daneben kommt es bei SLE zu
Gelenkschmerzen, Durchblutungsstörungen der Finger, Organbeteiligungen und allgemeinen
Krankheitssymptomen.
Eine Luxation, umgangssprachlich auch Verrenkung oder Auskugeln genannt, ist eine meist
infolge eines Sturzes oder einer abrupten Überlastung auftretende Verletzung der Gelenke. Dabei
kommt es zu einem meist vollständigen Kontaktverlust der das Gelenk bildenden Knochen.
Besonders häufig betroffen sind hierbei die Schulter- und Ellbogengelenke.
Besonders häufig treten aber Luxationen des Schulter-, Ellbogen- und Kniegelenks auf.
Auch ausgekugelte Finger- oder Kiefergelenke sind keine Seltenheit. Eine Luxation ist eine
schwere Verletzung des betroffenen Gelenks und kann besonders während des Wachstums zu
Knochenbrüchen führen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Luxation
 Schwellungen  Gelenkschmerzen
 Blutergüsse  Fehlstellung der Gelenkflächen
Als Lyell-Syndrom (auch „Syndrom der verbrühten Haut“) wird eine seltene lebensbedrohliche
akute Dermatose (Hauterkrankung) bezeichnet, die mit einer Epidermolysis (blasige
Epidermisablösung) infolge einer generalisierten subepidermalen Blasenbildung einhergeht. Beim
Lyell-Syndrom wird in Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Ursache zwischen der
medikamentös induzierten (Toxische epidermale Nekrolyse oder TEN), von welcher in erster Linie
Erwachsene betroffen sind, und der vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern zu beobachtenden
staphylogenen Variante (Staphylococcal scalded skin syndrome ) differenziert.
Borreliose (Lyme-Borreliose) ist eine Infektionskrankheit. Sie wird durch die
Bakterienart Borrelia burgdorferi verursacht, die durch Zeckenstiche auf den Menschen
übertragen werden können. Die Lyme-Borreliose ist in großen Teilen Europas sowie in
Nordamerika verbreitet. In den Monaten März bis November, insbesondere von Juni bis September,
sind die Zecken besonders aktiv. Die Borreliose kann verschiedene Organe (auch gleichzeitig)
befallen, zum Beispiel Haut, Gelenke (sog. Lyme-Arthritis), Nervensystem, Augen und Herz.
Daher bezeichnen Mediziner sie auch als Multisystemerkrankung.
Eine Lymphangitis ist eine Entzündung der Lymphbahnen. Lymphbahnen sind Gefäße, in
denen eine hellgelbe Flüssigkeit – die Lymphe – im Körper fließt. Diese Flüssigkeit enthält
Lymphplasma und weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) und fließt in den Bahnen zu den
einzelnen Lymphknoten. In den Lymphknoten erfolgt eine Reinigung der Lymphe von

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Bestandteilen, die für den Körper schädlich sind: Dabei entzieht der Körper der Lymphflüssigkeit
beispielsweise Mikroorganismen oder Gifte (Toxine). Sehr wichtige und von außen zu tastende
Lymphknoten liegen zum Beispiel in der Leiste, unter den Achseln oder am Hals.
Die Lymphangitis tritt in zwei verschiedenen Formen auf:
1. Akute Lymphangitis: Kennzeichnend für die akute Form der Lymphgefäßentzündung ist
der in Richtung Herz wandernde rote Streifen. Umgangssprachlich spricht man bei der akuten
Lymphangitis häufig von einer Blutvergiftung. Das ist aber irreführend, denn: Bei der
Lymphangitis handelt es sich nicht um die auch als Blutvergiftung bezeichnete Sepsis. Bei dieser
eigentlichen Blutvergiftung tritt kein roter Strich auf.
2. Chronische Lymphangitis: Kennzeichnend für die chronische Form ist das eher
schleichende Auftreten der Veränderungen an den Lymphgefäßen oder ein wiederholtes Auftreten
der ursprünglichen akuten Entzündung.
Ein Lymphödem ist eine sichtbare und tastbare Schwellung eines Körperteils, die infolge einer
Stauung der Lymphflüssigkeit entsteht. Diese sogenannte Lymphe ist eine hellgelbe Flüssigkeit,
die das Lymphplasma und bestimmte weiße Blutkörperchen enthält: die Lymphozyten. Die
Lymphe fließt in besonderen Gefäßen, den Lymphbahnen. Lymphknotenstationen unterbrechen
diese Bahnen. Erreicht die Lymphe eine Lymphknotenstation, filtern beziehungsweise reinigen die
einzelnen Lymphknoten dieser Station die Lymphe. Dabei entziehen sie ihr beispielsweise
Krankheitserreger und Giftstoffe.
Ein Lymphödem betrifft meist die Arme oder Beine, seltener auch den Kopf, Hals, Rumpf oder
die Genitalien. Die Schwellung ist in der Regel nicht mit Schmerzen verbunden. Einem
Lymphödem können verschiedene Ursachen zugrunde liegen – je nachdem, welche das sind,
unterscheidet man primäre und sekundäre Formen von Lymphödem, die teils unterschiedliche
Symptome zeigen:
 Ein primäres Lymphödem hat erbliche Ursachen (dann tritt es in Familien gehäuft auf)
oder entsteht ohne erkennbaren Grund (dann tritt es nur vereinzelt auf). Oft breiten sich primäre
Lymphödeme beidseitig von den Zehen und dem Fußrücken über die Knöchelregion zum Unter-
und schließlich Oberschenkel aus (d.h. sie steigen auf bzw. aszendieren). Zu den weiteren
typischen Anzeichen gehören die Kastenzehen (d.h. die Zehen nehmen bei Druck eine viereckige
Form an), das Stemmer-Zeichen (d.h. die Haut am Fußrücken lässt sich nicht als Falte abheben)
und tief einschneidende Querfalten an den Zehen. Wenn sich das Lymphödem auf die Beine
ausbreitet, kann das gesamte Bein seine Form verändern (Elephantiasis).
 Ein sekundäres Lymphödem erwirbt man erst im Lauf des Lebens (als Folge einer
Krankheit, Verletzung o.Ä.). Häufig entsteht ein sekundäres Lymphödem durch eine Operation
(z.B. eine Brustkrebsoperation). Aber auch Strahlenbehandlungen, bestimmte Formen
von Krebs (wie Morbus Hodgkin oder manche Leukämien), aufgestautes venöses Blut, eine
Entzündung der Lymphbahnen oder Parasiten können Lymphödeme verursachen. Ein sekundäres
Lymphödem tritt in aller Regel einseitig auf, wobei es sich meist von der Achsel in Richtung Hand
oder der Leiste in Richtung Fuß ausbreitet (d.h. es wandert nach unten bzw. deszendiert). Vorfuß
und Zehen sind dabei nicht betroffen.
Tollwut, in der Fachsprache auch Rabies oder Lyssa genannt, ist eine durch bestimmte Viren
ausgelöste Infektionskrankheit. Sie ist eine sogenannte Zoonose (= von Tieren auf Menschen
übertragbare Krankheit): Ihre Übertragung erfolgt vor allem durch den Biss eines erkrankten
Tiers. Die typischen Anzeichen für eine Tollwut-Infektion sind starke Schmerzen an der
Bissstelle, Wasserscheu, Schluckstörungen, Speichelfluss, Angst und Gemütsschwankungen.
Infolge zunehmender Lähmungen endet jede Erkrankung nach dem Auftreten der ersten
Symptome tödlich.
Die Lärmschwerhörigkeit wird auch als Schallempfindungsschwerhörigkeit bezeichnet. Eine
Lärmschwerhörigkeit entwickelt sich in der Regel aufgrund langfristig einwirkender Schallpegel
hoher Ausprägung. Die Lärmschwerhörigkeit als chronisches Lärmtrauma ist beispielsweise zu

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unterscheiden vom akuten Lärmtrauma, das infolge plötzlicher lauter Schallpegel bereits nach
wenigen Minuten auftreten kann.
Ein Myzetom (Maduramykose) ist eine chronische, durch Pilze oder Bakterien hervorgerufene
Weichteilinfektion. Die erste Beschreibung der vor allem in den Tropen vorkommenden
Erkrankung stammt aus der indischen Provinz Madura und führte zu der
Bezeichnung Maduramykose (Mykose = Pilzerkrankung). Da das Myzetom meistens (in ca. 70%
der Fälle) am Fuß auftritt, bezeichnet man es auch als Madurafuß.
Das Myzetom tritt je nach Erreger in zwei Formen auf:
1. Echte Myzetome (Eumyzetoma): - Für ein echtes Myzetom oder Eumyzetom sind vor
allem Schimmelpilze und Hefepilze (u.a. die Gattungen Madurella, Acremonium,
Phialophora) verantwortlich.
2. Aktinomyzetome (Aktinomyzetoma): - Ein Aktinomyzetom entsteht durch
bakterielle Infektionen, vor allem durch verschiedene Arten der Bakteriengattungen
Nocardia, Actinomadura und Streptomyces. Weltweit sind sechs von zehn
Myzetomen durch Bakterien bedingte Aktinomyzetome.
Ist die Magenschleimhaut geschädigt, kann dies zu einem Magendurchbruch bzw. zu
einer Magenperforation führen. Ein offener Magendurchbruch stellt fast immer einen
medizinischen Notfall dar. Im Rahmen eines Magendurchbruchs (in der Medizin auch
als Magenperforation bezeichnet) bricht die Magenwand eines Betroffenen.
In den meisten Fällen geht ein offener Magendurchbruch mit deutlich schwereren Symptomen
einher als eine gedeckte Perforation; zu den häufigen Symptomen einer offenen Magenperforation
zählen unter anderem stark ausgeprägte und stechende Schmerzen im Bereich des Oberbauchs, die
in Einzelfällen auch in die Schultern ausstrahlen können.
Magenkrebs (Magenkarzinom) entsteht, wenn sich die Erbmasse von Zellen im Magen verändert.
Daraufhin teilen sich die Zellen schneller und es entwickeln sich bösartige Tumoren. Die Prognose
ist bei Magenkrebs zwar eher ungünstig. In den letzten Jahrzehnten nahmen die Erkrankungs- und
Sterbefälle durch Magenkrebs aber kontinuierlich ab.
Risikofaktoren für Magenkrebs sind ungesunde Ernährungsgewohnheiten,
Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis), Polypen, Zigarettenrauch und
Alkoholkonsum. Bei der Entstehung von Magenkrebserkrankungen spielt das in der Magenwand
lebende Bakterium Helicobacter pylori eine sehr wichtige Rolle.
Beschwerden, die auf Magenkrebs hinweisen können, sind neu
aufgetretene Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Abneigung gegen Fleisch, Appetitlosigkeit und ein
Druckgefühl im Oberbauch. Wenn das Magenkarzinom in Blutgefäße einwächst, kann es zur
Blutung in den Magen und in der Folge zu kaffeesatzartigem Erbrechen oder schwarz gefärbtem
Stuhl kommen (Teerstuhl).
Magenübersäuerung (Hyperazidität) ist keine eigenständige Krankheit sondern
bezeichnet den erhöhten Gehalt an Salzsäure im Magensaft. Ursache dafür ist die übermäßige
Produktion von Salzsäure durch bestimmte Zellen in der Magenschleimhaut – den Belegzellen.
Verschiedene gesundheitliche Störungen und Verhaltensweisen wie ungesunde Ernährung
oder Rauchen fördern die Magenübersäuerung.
Zu den typischen Beschwerden, die im Rahmen der Magenübersäuerung auftreten können,
zählen Völlegefühl, saures Aufstoßen, Sodbrennen, Magenschmerzen oder Übelkeit. Sie können
auf Erkrankungen wie Magenschleimhautentzündung, ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür,
einen Reizmagen oder eine Refluxkrankheit hinweisen.
Magnesiummangel ist als Nicht-Vorhandensein von ausreichend Magnesium im
Organismus definiert. Dabei kann im Blutbild keinerlei Mangel ersichtlich sein, denn im Blut ist
immer eine Homöostase aller benötigten Stoffe vorhanden.
Das bedeutet: Alle benötigten Nährstoffe sind in der erforderlichen Menge vorhanden.
Werden sie nicht über die Nahrung zugeführt, bedient sich der Organismus in körpereigenen
Depots oder aus Knochen, Zähnen und Gewebe. Auf einen akuten Magnesiummangel schließt man
eher über andere Symptome, beispielsweise Beinkrämpfe nach sportlicher Betätigung oder im
Alter.

109
Der chronische Magnesiummangel stellt aber ein anderes Problem dar. Er wird von Seiten
der Medizin bisher wenig beachtet. Dabei kann chronischer Magnesiummangel an der Entstehung
zahlreicher Funktionsstörungen im Körper beteiligt sein.
Die Hämaturie bezeichnet die Präsenz von roten Blutkörperchen, d.h von Blut im Urin und
die Makrohämaturie eine Rotfärbung des Urins, die mit bloßem Auge erkennbar ist. Die Blutung
kann zudem mit Schmerzen verbunden sein, muss aber nicht.
Dennoch sollte in beiden Fällen ein Arzt schnellstmöglich aufgesucht werden, da es
ungewöhnlich und meist pathologisch ist. Entzündungen, Harnsteine, Tumore sowie eine
Vermischung des Menstruationsblutes können mögliche Ursachen sein.
Die Hämaturien werden nach der Blutungsquelle unterteilt und können glomerulärer und
postglomerulärer Herkunft sein. Bei der Makrohämaturie handelt es sich meist um eine
postglomeruläre Hämaturie, daher sind die roten Blutkörperchen in ihrer Struktur und Form
weniger geschädigt.
Die Altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration,
AMD) ist eine Augenerkrankung, die im höheren Alter auftritt und zu einem meist fortschreitenden
Verlust der zentralen Sehschärfe führt. Die infolge der Erkrankung degenerativ
veränderte Makula (bzw. gelber Fleck) ist die zentrale Stelle auf der Netzhaut des Auges.
Während die übrige Netzhaut hauptsächlich Umrisse und Hell-Dunkel-Kontraste wahrnimmt, ist
die Makula für das scharfe Sehen (sog. Fixierung, Fixation) zuständig.
Die Altersbedingte Makuladegeneration tritt in zwei verschiedenen Formen auf:
 Die trockene Makuladegeneration ist (mit etwa 85 Prozent der Fälle) die häufigere und
langsam fortschreitende AMD-Form.
 Die feuchte Makuladegeneration ist seltener, schreitet aber schneller fort.
Der Begriff Malaria (auch Sumpffieber oder Wechselfieber genannt) bezeichnet per Definition
eine fieberhafte Erkrankung, deren Auslöser verschiedene parasitische Einzeller der
Gattung Plasmodium sind. Der Name Malaria leitet sich aus dem Italienischen ab und spiegelt die
früher vorherrschende Meinung wider, dass die schlechte Luft (= mal aria) in Sumpfgebieten krank
mache.
Die Malaria tritt in drei Formen auf:
 Malaria tropica: Diese Form gilt als die gefährlichste der Malaria-Erkrankungen. Dennoch
überleben ohne Behandlung etwa 70 Prozent der Betroffenen.
 Malaria tertiana: Diese Form ist nur selten tödlich, macht aber sehr krank.
 Malaria quartana: Diese Erkrankung gilt als die mildeste Form der Malaria.
Hinter dem Malassimilationssyndrom können sich vielfältige Ursachen verbergen. Meist wird
eine Symptombekämpfung durch individuelle Therapiebausteine zur Behandlung ursächlicher
Faktoren ergänzt.
Das Malassimilationssyndrom beruht bei Betroffenen auf der Tatsache, dass aufgenommene
Nährstoffe nicht in ausreichendem Maß verwertet werden können.
In der Regel drückt sich das Malassimilationssyndrom durch charakteristische Symptome wie
starken Durchfall und den Verlust von Körpergewicht aus. Der für das Malassimilationssyndrom
typische Durchfall wird in der Medizin auch als sogenannter Fettstuhl bezeichnet; dieser Stuhlgang
weist eine lehmartige, glänzende Konsistenz auf und zeichnet sich in der Regel durch seinen
charakteristisch scharfen Geruch aus.
Bei der malignen Hyperthermie handelt es sich um eine seltene, aber lebensbedrohliche
Narkosekomplikation. Sie wird bei vorhandener genetischer Prädisposition durch verschiedene
Triggersubstanzen ausgelöst, zu denen auch einige Narkosemittel zählen.
Ursache für die maligne Hyperthermie ist eine genetische Veränderung von Rezeptoren im
Skelettmuskel. Normalerweise kontrahiert sich ein Skelettmuskel durch Freisetzung von
Calciumionen aus dem sarkoplasmatischen Retikulum, einem Calciumspeicher der
Skelettmuskelzellen. Wenn eine Muskelkontraktion ausgelöst werden soll, wird über die
motorische Endplatte ein elektrisches Signal auf die Muskelzelle übertragen.

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Als Mangelernährung wird eine einseitige, mangelhafte Ernährung bezeichnet, bei der
wichtige Zusatzstoffe, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine fehlen. Mangelernährung wird
in Fehlernährung und Unterernährung spezifiziert.
Mangelernährung ist ein Zustand, bei dem der Körper deutliche Anzeichen für einen Mangel an
Energie erkennen lässt. Die fehlenden Komponenten (Eiweiß, Vitamine) müssen dem Körper
anderweitig zugeführt werden, um einen funktionierenden Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.
Oft ist eine Mangelernährung mit einem Vitaminmangel verbunden. Die Betroffen leiden bei
einer Mangelernährung zudem meist an Untergewicht und/oder Dehydration. Mangelernährung
bezeichnet, vereinfacht ausgedrückt, ein Missverhältnis zwischen Nährstoffbedarf und
Nährstoffzufuhr.
Typische Symptome und Anzeichen bei Mangelernährung
 Infektanfälligkeit  Kreislaufprobleme
 Gewichtsverlust  Muskelschwund
 Konzentrationsstörungen  Blässe
 Allgemeine Schwäche  Trockene Haut
Eine Manie (das Wort mania steht für Wut, Wahnsinn oder Raserei.) ist eine affektive Störung
mit weit über das normale Maß hinausgehender, zumeist euphorischer Stimmungslage. Während
ein depressiver Mensch eher in sich gekehrt und verschlossen auftritt, ist für einen manischen
Patienten starke innere Unruhe, teilweise andauernde Gereiztheit und der Verlust von Hemmungen
charakteristisch.
Typische Symptome und Anzeichen einer Manie
 Stimmungsschwankungen
 erhöhte geistige und körperliche Aktivität
 Stimmungshoch, gute Laune, Partystimmung
 hohes Risikoverhalten
 hohe emotionale Erregbarkeit
 hohe soziale Kontakt- und Kommunikationsfreudigkeit
 weniger Müdigkeit
 hohes Selbstbewusstsein
 Reizbarkeit
Die Marburg-Virus-Infektion ist eine virale Erkrankung, die starke Blutungen
(Hämorrhagisches Fieber) hervorrufen kann. Sie zählt laut Infektionsschutzgesetz (IFSG) zu den
meldepflichtigen Erkrankungen.
Das Marfan-Syndrom ist eine vererbbare Erkrankung des Bindegewebes. Unerkannt kann das
Marfan-Syndrom plötzlich zum Tode führen und die Zahl der nicht diagnostizierten Fälle wird
immer noch als hoch eingeschätzt. Die genetisch bedingte Krankheit gilt als unheilbar, auch die
Therapiemöglichkeiten sind sehr eingeschränkt und haben stets das Ziel, die Lebensqualität der
Betroffenen zu verbessern.
Das Fragile-X-Syndrom (Martin-Bell-Syndrom) ist eine der häufigsten Ursachen für eine
genetisch bedingte geistige Entwicklungsstörung und betrifft vor allem Männer. Bei Frauen ist es
wesentlich milder oder gar nicht ausgeprägt.
Bereits im Kindesalter kann sich das Fragile-X-Syndrom körperlich durch Symptome äußern
wie
 große abstehende Ohren  vorspringendes eckiges Kinn
 langes schmales Gesicht  auffälliges Wachstum
 vorspringende Stirn  vergrößerte Hoden
Der Begriff Masern bezeichnet eine durch das Masernvirus verursachte, weltweit verbreitete,
akute Infektionskrankheit. Masern verlaufen in zwei Stadien – einem grippeähnlichen Vorstadium
und einem, von einem Hautausschlag begleiteten Hauptstadium. Bei Masern handelt es sich um
eine stark ansteckende Kinderkrankheit. Wer einmal daran erkrankt war, ist lebenslang gegen
Masern immun.
Maligne Tumore, die im Mastdarm entstehen, werden
als Mastdarmkrebs oder Rektumkarzinom bezeichnet. Der Mastdarmkrebs zählt zu den

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kolorektalen Karzinomen, welche in Deutschland sowohl bei Männern als auch bei Frauen die
zweithäufigste Krebsart darstellen.
Mastdarmkrebs ist die Sammelbezeichnung für sämtliche bösartige Tumore des Mastdarms.
Der Mastdarm (Rektum) ist ein Teil des Enddarms und damit zugleich Teil des Dickdarms. Es
handelt sich um den ca. 15-18 cm langen Darmabschnitt zwischen Colon sigmoideum und
Analkanal. Er dient dem Speichern von Darminhalt bis zur nächsten Defäkation und ist mit
Darmschleimhaut ausgekleidet, die sich deutlich von jener der vorgelagerten Dickdarmabschnitte
unterscheidet. Der Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) lässt sich
vom Dickdarmkrebs (Colonkarzinom) abgrenzen, obwohl beide Krebsarten sich ähneln und daher
oft auch unter dem Begriff kolorektales Karzinom zusammengefasst werden.
Die Mastopathie (auch als Mammadysplasie bezeichnet) ist eine gutartige Veränderung des
Drüsenkörpers der Brust. Sie tritt bei mindestens jeder zweiten Frau auf und ist somit die häufigste
Brustdrüsenerkrankung der Frau. Die betroffenen Frauen sind meist 35 bis 50 Jahre alt; eine
Mastopathie bei Frauen, die jünger als 25 Jahre oder schon in den Wechseljahren sind, ist sehr
selten.
Je nachdem, wie das Drüsengewebe der Brust verändert ist, lassen sich verschiedene Formen von
Mastopathie unterscheiden:
 Fibröse Mastopathie (Mastopathia fibrosa): Bei dieser Form ersetzt glasartiges
Bindegewebe zunehmend die feine Gewebsschicht, die die Drüsengänge nach innen
auskleidet (Epithel).
 Fibrozystische Mastopathie (Mastopathia fibrosa cystica): Diese Form ist
gekennzeichnet durch eine Vermehrung des Bindegewebes und Erweiterung der
Drüsengänge.
 Fibroadenomatöse Mathopathie (Mastopathia FibroadenomaTosa): Typisch für diese
Form ist eine geschwulstartige Vermehrung von Drüsengewebszellen (sog. adenomatöse
Hyperplasie) in den Drüsengängen, die mit Blut, Eiter oder Sekret gefüllt sein können.
Eine Mastozytose ist eine selten auftretende Erkrankung, bei der es zu einer krankhaften
Häufung der sogenannten Mastzellen (Abwehrzellen) kommt. Diese können sich in der Haut oder
auch in den inneren Organen verstärkt ansammeln. Meist verläuft die Mastozytose harmlos; in
einigen Fällen kann sie aber auch aggressiv bzw. bösartig ausfallen.
Die umgangssprachliche Bezeichnung Mausarm steht für das RSI-Syndrom beziehungsweise
die Repetitive Strain Injury (übersetzt Verletzung durch wiederholte Belastung). Hiermit sind per
Definition Störungen gemeint, bei denen die Bewegungen der Unterarme und Hände
überlastungsbedingt schmerzhaft eingeschränkt sind. Diese Bewegungseinschränkungen entstehen
infolge jahrelanger, mehrere Stunden am Tag andauernder, immer gleicher Bewegungsabläufe.
Gemeint ist dabei vor allem eine pausenlose Tätigkeit an Tastenschreibgeräten, speziell an
Computern (daher Mausarm). Die vom RSI-Syndrom verursachten Beschwerden können abhängig
von der jeweiligen Bewegungsanforderung am Arbeitsplatz und der individuellen Veranlagung
verschiedene Gewebe wie Nerven, Sehnen, Muskeln, Gelenke oder das Bindegewebe betreffen.
Ein Medulloblastom ist ein bösartiger Hirntumor, der allerdings gute Heilungschancen hat.
Das Medulloblastom tritt typischerweise im Kindesalter auf und ist oft im Bereich des Hinterkopfs
zu finden. Das Medulloblastom entsteht aus sogenannten embryonalen, unreifen Zellen, die
Ursachen dafür sind noch weitgehend ungeklärt.
Der Begriff Mekoniumaspiration bezeichnet in der modernen Medizin das sogenannte
Atemnotsyndrom bei Neugeborenen. Das Atemnotsyndrom tritt unmittelbar nach der Geburt des
Neugeborenen in Erscheinung und beruht stets auf einer beeinträchtigten Lungenfunktion.
Sofern es im Rahmen einer Mekoniumaspiration zu einer Infektion kommt, besteht für die
Neugeborenen eine akute Lebensgefahr. Oftmals entwickelt sich aus der
besagten Infektion eine Lungenentzündung, welche im schlimmsten Fall zum Tode führen kann.
Der Melaninmagel ist gekennzeichnet durch eine hellere Färbung der Haut, die am gesamten
Körper oder auch nur fleckartig auftreten kann. Die Ursachen der Erkrankung sind vielfältig und
zur Abklärung dieser ist eine genaue Anamnese erforderlich. Im Allgemeinen ist der
Melaninmangel jedoch fast immer harmlos, kann für die Betroffenen jedoch eine große seelische

112
Belastung darstellen. Melaninmangel, medizinisch Hypomelanose genannt, ist
eine Pigmentstörung der Haut, die auf einen Mangel an Melanozyten zurückzuführen ist.
Das Meningeom ist im Allgemeinen ein langsam wachsender, gutartiger Tumor, der von
den Hirnhäuten des Zentralen Nervensystems (ZNS) ausgeht. Die Bezeichnung Meningeom leitet
sich daher vom medizinischen Fachbegriff «Meningen» für Hirnhäute ab. Die Hirnhäute überziehen
wie Schutzhüllen das Rückenmark, das Gehirn (weiche Hirnhaut) und kleiden die Schädelhöhle aus
(harte Hirnhaut). Meist liegen Meningeome der harten Hirnhaut von innen an und können zum
Beispiel auch im Rückenmark-Kanal wachsen. Umgeben von einer Kapsel verdrängen sie durch ihr
Wachstum langsam das benachbarte Gewebe, ohne in dieses einzudringen beziehungsweise
Tochtergeschwulste (Metastasen) zu bilden. Bösartige Meningeom-Varianten,
die Metastasen bilden, sind hingegen sehr selten.
Ein Meniskusriss (Mensikusschaden) ist ein Schaden in den Knorpelscheiben des
Kniegelenks (Menisken). Als Meniskus (Mehrzahl: Menisken) bezeichnet man die halbmond- und
keilförmigen Knorpelscheiben im Kniegelenk. Zu einem Meniskusriss kommt es entweder als
Folge einer Gewalteinwirkung (z.B. Unfall), durch den Verschleiß des Knorpelgewebes oder durch
eine Kombination von beidem. Man teilt die Risse nach ihrer Lokalisation (vorderes, mittleres,
hinteres Meniskusdrittel) oder ihrer Form (senkrecht, waagrecht, quer, korbhenkelartig,
lappenförmig) ein.
Bei der Menière-Krankheit, auch Morbus Menière genannt, handelt es sich um eine
Erkrankung des Innenohrs. Sie äußert sich durch Schwindelanfälle, die zwischen 20 Minuten und
mehreren Stunden dauern. Diese können zu starker Übelkeit mit anschließendem Erbrechen führen.
Es kommt zusätzlich zu einer Verminderung der Hörfähigkeit eines Ohres sowie einem
Druckgefühl und Ohrensausen oder Ohrgeräuschen ähnlich dem Tinitus. Manchmal können auch
beide Ohren betroffen sein.
Eine lange und starke Regelblutung bezeichnet man in der Gynäkologie als Menorrhagie.
Es baut sich während des monatlichen Zyklus viel Schleimhaut auf und während der Regelblutung
kommt es zu einer langen und starken Blutung. Das Gegenteil zur Menorrhagie ist
die Oligomenorrhoe (kurze und schwache Regelblutung).
Das MERS-Corona Virus (MERS-CoV  - (Middle East respiratory syndrome coronavirus)
zählt zu den Coronaviridae - RNA-Virus und wurde 2012 erstmals in Saudi-Arabien identifiziert.
Das Virus kann an menschliche Lungenzellen andocken, ist aber von Mensch zu Mensch nur
schwach ansteckend. Der Krankheitsverlauf nach der Infektion reicht von nahezu symptomlos über
leichte Erkältungserscheinungen bis hin zu tödlichem Verlauf. Eine sichere antivirale Therapie
existiert (noch) nicht. Das Virus wurde mittlerweile in viele weitere Länder verschleppt, ohne
bisher eine Epidemie oder Pandemie ausgelöst zu haben.
Ein Mesotheliom ist ein diffus wachsender, bösartiger Tumor, der meist Bauch, Lungen
oder Herz befällt. Diese Krebsart wird oft erst spät diagnostiziert und ist nur schwer zu heilen.
Wenn der Stoffwechsel des Organismus aus dem Gleichgewicht kommt, kann dies in
unbehandelten Fällen zum Koma und zu einer allgemeinen Vergiftung führen, welche sogar einen
tödlichen Ausgang nehmen kann. Eine metabolische Azidose ist daher eine Komplikation, welche
einer zügigen Behandlung unterzogen werden sollte.
Eine Azidose ist ein allgemeinhin bekannter Zustand, bei dem sich der pH-Wert so
verschiebt, dass es zu einer Zunahme der sauren Bestandteile kommt.
Aus diesem Grund wird innerhalb des Stoffwechsels eine Übersäuerung erreicht, welche zu
Schädigungen einzelner Organe führt. Wird der pH-Wert im Blut während
einer metabolischen Azidose gemessen, sind Ergebnisse unter 7,36 durch eine Erhöhung der
Konzentration der Wasserstoffionen keine Seltenheit.
Dieser Parameter ist äußerst bedenklich und weist auf eine Erhöhung des Säureanteils im
Stoffwechsel hin. Diese hat mit einer Entgleisung des sogenannten Säure-Basen-Haushalt zu tun.
Ein metabolisches Syndrom ist keine eigenständige Krankheit. Vielmehr beschreibt der
Begriff das Zusammentreffen mehrerer Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und
Diabetes. Zu diesen Risikofaktoren zählen Übergewicht, Bluthochdruck, schlechte Fettwerte im

113
Blut und hoher Blutzucker. Umgangssprachlich heißt das metabolische Syndrom auch
«Wohlstandssyndrom».
Nach einer der gängigen Definitionen (IDF, 2005) liegt ein metabolisches Syndrom vor, wenn
ein Mensch neben starkem Übergewicht (vor allem am Bauch) zumindest zwei der folgenden vier
Eigenschaften aufweist:
 eine Fettstoffwechselstörung
o erniedrigtes «gutes» Cholesterin (HDL) oder
o erhöhte Triglyzeride
 Bluthochdruck (> 130/85 mmHg)
 Insulinresistenz: erhöhter Nüchternblutzucker (> 100 mg/dl oder 5,6 mmol/l) bzw.
Diabetes mellitus Typ 2
Wenn ein metabolisches Syndrom besteht, heißt dies nicht automatisch, dass die Person krank
ist oder eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems erleiden wird. Vielmehr geht es darum, das
individuelle Risiko eines Menschen zu ermitteln. Wie aussagekräftig ein metabolisches Syndrom
für die Gesundheit und etwaige Folgekrankheiten ist, vermag derzeit noch niemand abschließend zu
beurteilen.
Unter Metastasen versteht man grundsätzlich immer eine sogenannte Tochtergeschwulst
eines Tumors oder eines Tumorartigen Gewebes. Diese Tochtergeschwulst befindet sich in der
Regel immer außerhalb der bereits oder ursprünglich befallenen Körperpartie des Betroffenen.
Metastasen werden nur durch die bösartigen Tumore gebildet. Beim dem Vorgang des Bildung
von Metastasen, findet eine Zellabspaltung der kranken oder entarteten Zellen statt.
Eine Methanolvergiftung ist eine Intoxikation mit Methylalkohol (Methanol), dessen
Stoffwechselprodukte schädlich auf den menschlichen Organismus wirken. In Abhängigkeit von
Körpergewicht und Allgemeinzustand können bereits weniger als 30 ml letal sein.
Eine akute Intoxikation mit Methanol zeichnet sich durch die einmalige Einnahme einer
hohen Menge Methanols aus. Wird der Alkohol nach etwa 12 bis 24 Stunden in den Magen-Darm-
Trakt aufgenommen, manifestieren sich Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Visustrübungen und
Schwindel. Bei ausgeprägteren Fällen können krampfartige Zuckungen sowie
Bewusstseinsbeeinträchtigungen beobachtet werden.
Von einer Methämoglobinämie spricht man bei einem erhöhten Anteil von Methämoglobin
im Blut. Beim Methämoglobin handelt es sich um ein Derivat des Hämoglobins, welches den roten
Blutkörperchen ihre Farbe verleiht und Sauerstoff zum Transport durch den Körper bindet. Da
Methämoglobin keinen Sauerstoff binden kann, kommt es bei der Methämoglobinämie zu einer
systemischen Unterversorgung mit Sauerstoff, die sich u. a. durch bläuliche Hautverfärbungen,
Müdigkeit und Schwindel bemerkbar macht.
Bei einem Gesunden liegt der Methämoglobinanteil bei etwa 3%. Erste klinische Symptome
treten ab ca. 10% auf, ernsthafte Gewebehypoxien ab 30% (insbesondere im Gehirn). Ab 40%
Methämoglobinanteil besteht Lebensgefahr. Hämoglobin (Hb) ist ein Protein, das aus 4
Untereinheiten besteht. In jede Untereinheit ist ein Eisenatom der Oxidationsstufe II eingebettet,
das Sauerstoffmoleküle binden und abgeben kann. Wird das zweiwertige Eisenatom zu einem
dreiwertigen Eisenatom oxidiert, entsteht Methämoglobin (MetHb).
Migräne ist eine Art von Kopfschmerz, der meist einseitig auftritt und pulsiert. Häufig
begleiten weitere Beschwerden wie Licht- und Lärmscheu (Photo- /Phonophobie), Übelkeit sowie
Sehstörungen und neurologische Ausfälle einen Migräneanfall. Migräne ist laut Definition eine
bestimmte Form von Kopfschmerzen. Der Begriff Migräne ist von dem französischen Wort la
Migraine (der Kopfschmerz) abgeleitet. Da die Schmerzen meist nur auf der einen Seite des Kopfs
auftreten, verwenden Ärzte manchmal auch die griechische Bezeichnung Hemikranie
(Kopfschmerz in einer Kopfhälfte).
Der Neurotransmitter Serotonin spielt eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Migräne.
Ein Neurotransmitter ist ein Botenstoff, mit dem Nervenzellen Signale übermitteln. Nervenzellen
speichern den Neurotransmitter und setzen ihn bei Aktivierung frei
Als Schlüsselursache der Migräne wird eine Störung des Serotonin-Gleichgewichts
angenommen, also eine gestörte Nervenerregbarkeit. Migräne, und vor allem die Symptome einer

114
Aura, haben ihre Ursachen wahrscheinlich darin, dass die Nervenfasern in der Hirnrinde (kortikale
Neuronen) weniger erregbar sind, weil bestimmte Botenstoffe vermehrt freigesetzt werden.
Eine Milcheiweißallergie oder Kuhmilchallergie ist eine Allergie gegen bestimmte
Eiweiße (Proteine) in Kuhmilch. Es gibt auch andere Milchallergien, jedoch ist
die Kuhmilchallergie die häufigste.
In Kuhmilch kommen verschiedene Eiweiße vor, die allergische Reaktionen hervorrufen können:
 Kasein  Rinder-Serumalbumine
 β-Laktoglobulin  Laktoferrin
 α-Laktoglobulin  Immunglobuline
Die Milcheiallergie kann zum einen eine Allergie vom Typ I sein. Das heißt, das Baby oder
Kind zeigt gewöhnlich nach Kontakt zum Allergen innerhalb von Minuten erste Symptome
(Sofortreaktion). Bei Kindern mit Milcheiweißallergie ist diese jedoch zu etwa 50 Prozent
eine Allergie vom Typ IV: Hier zeigt sich erst nach wenigen Stunden bis Tagen eine Reaktion
(Spätreaktion).
Milchschorf ist der Sammelbegriff für infantile seborrhoische Dermatitis, die auf der Kopfhaut
von Säuglingen schuppige Flecken verursacht. Es kann zur Ausbildung dicker Krusten und
Schuppen kommen, dennoch ist Milchschorf nicht als ernsthafte Erkrankung zu bezeichnen und
verschwindet innerhalb weniger Monate.
Das Miller-Dieker-Syndrom (MDS) ist eine sehr seltene, angeborene Störung, für die
Auffälligkeiten im Gesichtsbereich und ein Mangel an Hirnwindungen typisch sind und die zu
schweren Behinderungen bei Neugeborenen führt. Das Miller-Dieker-Syndrom (MDS) bezeichnet
per Definition einen Zustand, der durch Auffälligkeiten im Gesichtsbereich und durch eine
bestimmte Hirnfehlbildung gekennzeichnet ist: eine sogenannte Lissenzephalie.
De Begriff Anthrax (Milzbrand) bezeichnet per Definition eine
bakterielle Infektionserkrankung, die hauptsächlich bei pflanzenfressenden Tieren auftritt.
Überwiegend sind Huftiere wie Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde betroffen. Das
ursächliche Bakterium namens Bacillus anthracis kann aber auch den Menschen krank machen,
weshalb Anthrax zu den sogenannten Zoonosen zählt: Eine Zoonose ist eine zwischen Tier und
Mensch übertragbare Erkrankung.
Bei einem Milzinfarkt kommt es zum Absterben von Gewebe in der Milz aufgrund von
mangelnder Durchblutung. Grundsätzlich wird zwischen einem akuten Milzinfarkt und einem
chronisch-rezidivierenden Milzinfarkt unterschieden.
Typischerweise kommt es bei einem Milzinfarkt zum Verschluss oder zur Verengung der
Arteria lienalis bzw. ihrer Abzweigungen, wodurch kein oder nur noch wenig Blut in die Milz
gelangen kann, was zum Absterben des Gewebes führt. Das charakteristischste Symptom bei einem
Verschluss der Blutgefäße, welche die Milz versorgen, ist das so genannte akute Abdomen. Damit
werden starke Bauchschmerzen bezeichnet, welche auch in andere Körperregionen, wie die
Schultern, ausstrahlen können. Unbehandelt kann ein Milzinfarkt zu einer Autosplenektomie, also
eines Verlustes der kompletten Milzfunktion, führen
Typische Symptome und Anzeichen bei Milzinfarkt
 Akutes Abdomen  Fieber
 Bauchschmerzen  Milzschmerzen
 Übelkeit, Erbrechen  Funktionsverlust der Milz
Ein minimaler Bewusstseinszustand (MCS - Minimal Concious State ) ist nicht zu
verwechseln mit einem Wachkoma, obwohl sich beide Erkrankungen sehr ähneln. Betroffene
erscheinen zeitweilig wach, da die Augen geöffnet und Bewegungen als auch ein Minenspiel
vorhanden sind. Ein minimaler Bewusstseinszustand kann vorübergehend als auch dauerhaft sein.
Typische Symptome und Anzeichen bei minimalem Bewusstseinszustand
 Augen sind meist geöffnet
 Patient kann nicht allein essen und trinken
 Patient kann nicht mit der Außenwelt kommunizieren
 Bewusstsein scheint sich in einer Art Schlaf oder Dämmerzustand zu befinden
 Inkontinenz (Harninkontinenz)

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 Stuhlinkontinenz
 Patient bedarf kompletter Fürsorge
Bei einer Mitralklappeninsuffizienz ist die zwischen dem linken Vorhof und der linken
Herzkammer befindliche Herzklappe nicht mehr in der Lage, vollständig zu schließen. Die
Mitralklappeninsuffizienz ist mit einer Inzidenz von etwa 2 bis 3 Prozent der zweithäufigste
Klappenfehler des Erwachsenenalters.
Eine Mitralklappeninsuffizienz liegt vor, wenn die Verschlussfunktion der Herzklappe, die
sich zwischen dem linken Vorhof (Atrium cordis) und der linken Kammer (Ventriculus cordis)
befindet, so vermindert ist, dass während des Herzschlags das Blut partiell wieder aus der
Herzkammer in den Vorhof zurückfließt (Regurgitation).
Typische Symptome und Anzeichen bei Mitralklappeninsuffizienz
 Herzrhythmusstörungen  Thrombose
 Herzstolpern und/oder Herzrasen  Geringe Belastbarkeit
 Herzgeräusche  Atemnot
 Vorhofflimmern  Ödeme
Im Bereich der Mittelhand befinden sich 5 Mittelhandknochen, die die Handwurzelknochen mit
den Fingerknochen verbinden. Die ganze Hand besteht aus 27 Knochen. Durch starke
Gewalteinwirkung beim Sport, durch einen Unfall oder Sturz kann es
zum Mittelhandknochenbruch (medizinisch: Metacarpale-Fraktur) kommen.
Ein Mittelhandknochenbruch ist ein Bruch im Bereich der fünf Mittelhandknochen. Im Bereich
der Mittelhand gibt es verschiedenen Knochen: den Übergang von der Mittelhand zu den
Fingerknochen nennt man Mittelhandköpfchen, der längere Bereich ist der Schaft und der
Übergang des Mittelhandknochens, der Handwurzel und Mittelhand verbindet, heißt Basis des
Handmittelknochens.
Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine plötzlich eintretende Erkrankung des Ohrs,
die mit stechenden ein- oder beidseitigen Ohrenschmerzen, Klopfen im Ohr, Schwindel und Fieber
beginnt. In den meisten Fällen verursachen Bakterien die Mittelohrentzündung, manchmal lösen
auch Viren die Erkrankung aus. Am häufigsten kommt eine Mittelohrentzündung bei Kindern und
Säuglingen vor
Dellwarzen (Mollusken, Mollusca contagiosa) kommen vor allem bei Kindern vor. Sie
entstehen durch eine Infektion der Haut mit dem Molluscum-contagiosum-Virus. Typische
Dellwarzen sind klein, hautfarben und in der Mitte eingedellt. Bei Erwachsenen kommen
Mollusken vor allem dann vor, wenn sie sich zum Beispiel in einer Kortisontherapie befinden oder
eine Immunschwäche haben.
Xeroderma pigmentosum ist eine seltene autosomal-rezessive Krankheit, die sich an der Haut
und den Schleimhäuten zeigt und durch eine Überempfindlichkeit gegenüber ultravioletten Strahlen
(UV-Strahlung) charakterisiert ist. Die auch Mondscheinkrankheit genannte Erkrankung beruht auf
einem genetischen Defekt des DNA-Reparatursystems, welches bei gesunden Menschen ständig
DNA-Schäden korrigiert, die durch den UV-Anteil des Lichts an der menschlichen Erbsubstanz
(DNA) verursacht werden. Aufgrund dieses Reparaturdefekts kommt es nicht nur zu
starken Sonnenbrandreaktionen, sondern es kann bereits im Kindesalter Hautkrebs entstehen.
Betroffene Kinder werden auch als Mondscheinkinder bezeichnet, da sie jeden Kontakt mit
Sonnenlicht meiden müssen und andererseits vom Mondlicht keine Gefährdung ausgeht, sodass die
Betroffenen zumindest nach Sonnenuntergang ins Freie können.
Morbus Alexander ist eine sehr selten auftretende tödliche Erkrankung, bei der die weiße
Substanz im Gehirn und Rückenmark zerstört wird. Sie ist auch unter dem Namen Alexander-
Syndrom, Alexander-Krankheit und dysmyelinogene Leukodystrophie bekannt.
Der Begriff Morbus Bechterew (bzw. bechterewsche Krankheit) bezeichnet per Definition eine
chronische, entzündlich-Rheumatische Erkrankung, die zwar auch die Gelenke der Arme und
Beine, die Sehnen und Sehnenansätze, die Regenbogenhaut der Augen und – seltener – innere
Organe betreffen kann. Vor allem ist beim Morbus Bechterew aber die Wirbelsäule dauerhaft
entzündet und kann zunehmend versteifen. Aus diesem Grund nennt man die bechterewsche
Krankheit auch Spondylitis ankylosans oder ankylosierende Spondylitis:

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 Eine Spondylitis ist eine Wirbelentzündung,
 ankylosans bedeutet versteifend.
Morbus Behcet bzw. türk. Morbus Behçet ist eine schubweisende erlaufende
Immunerkrankung, die vor allem südostasiatische und türkische Männer ab 30 Jahren betrifft. Die
wichtigsten Symptome sind häufig wiederkehrende Aphthen und Erkrankungen der Augen,
insbesondere Entzündungen und Eiteransammlungen. Zur Therapie stehen verschiedene
Möglichkeiten zur Verfügung, die wichtigste ist die Gabe von Kortison.
Bei Morbus Coats handelt es sich um eine seltene angeborene Augenerkrankung, von der
Jungen weit häufiger betroffen sind als Mädchen. Die Blutgefäße der Retina sind erweitert und
durchlässig, so dass Blut und Augenflüssigkeit unter die Netzhaut gelangt. Dadurch entstehen
Ödeme, die - bleibt die Krankheit unbehandelt - zur Ablösung der Netzhaut und schließlich zur
vollständigen Erblindung führt. Morbus Coats tritt meist einseitig auf - typisches Merkmal ist ein
milchig weißer Film über dem Auge.
Morbus Crohn ist eine chronische Darmentzündung im Bereich des Magen-Darm-Trakts
bzw. Verdauungstrakts. Dabei kommt es zu typischen Schüben von Beschwerden und Symptomen,
wie Durchfall, schmerzhafte Magenkrämpfe und starkem Gewichtsverlust. Allerdings sind diese
Symptome zunächst unspezifisch, sodass nicht immer als erstes Morbus Crohn diagnostiziert wird.
Daher sollte der Arzt bei Verdacht auf eine chronische Darmentzündung immer eine
Darmspiegelung, Röntgenuntersuchung, Laboruntersuchungen und Ultraschall bei der Diagnose
und Behandlung vornehmen.
Bei Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur) verändert sich die fächerförmige
Bindegewebeplatte der Hand (auch Palmaraponeurose genannt) derartig, dass ihre faserige Struktur
verlorengeht. Als Folge verdicken beziehungsweise verhärten die Fingersehnen zu Strängen und es
bilden sich Knötchen, während gleichzeitig die Bindegewebeplatte der Hand schrumpft.
Morbus Fabry (Fabry-Syndrom) ist eine seltene Stoffwechselstörung, die zu
den Erbkrankheiten zählt. Die bei Morbus Fabry herrschende Störung des Stoffwechsels beruht auf
einem erblich bedingten Mangel an einem wichtigen Enzym namens Alphagalaktosidase. Dieses
Enzym spielt eine wichtige Rolle beim Abbau von Fettstoffwechselprodukten in den Körperzellen.
Beim Morbus Fabry ist dieser Abbau gestört oder findet gar nicht statt, sodass sich die Fette in
verschiedenen Zellen anlagern.
Morbus Gilbert-Meulengracht oder auch Gilbert-Syndrom ist eine Stoffwechselstörung,
welche sich durch einen erhöhten Bilirubin-Spiegel im Blut äußert. Die Störung ist genetisch
bedingt, hat jedoch nur sehr selten dauerhafte Schädigungen zur Folge. Als Morbus Meulengracht
bezeichnet man einen Effekt, der sich durch eine erhöhte Konzentration von indirektem Bilirubin
im Blut auszeichnet. Dadurch kommt es zu verschiedenen Symptomen wie einer Gelbfärbung der
Augen. Da indirektes Bilirubin nur schwer wasserlöslich ist, bindet es sich an Albumine, welche als
Lösungsvermittler wirken.
Unter dem Morbus Günther versteht der Mediziner eine seltene Erbkrankheit. Die
Erkrankung ist auch als kongenitale erythropoetische Porphyrie bekannt. Sie stört die
Biosynthese des eisenhaltigen Farbstoffes in den roten Blutkörperchen. Dieser Farbstoff ist auch als
Häm bekannt. Zusammen mit den Globinen bildet Häm im gesunden Menschen das Hämoglobin.
Rote Blutkörperchen enthalten Hämoglobin zum Sauerstofftransport.
Morbus Hirschsprung wird auch kongenitales Megakolon, Hirschsprung-
Krankheit oder aganglionotisches Megakolon genannt. Es handelt sich dabei um eine Dickdarm-
Erkrankung. Die Hirschsprung-Krankheit ist häufig in Kombination mit dem Down-Syndrom zu
beobachten (etwa 12 Prozent der Betroffenen weisen ebenfalls Morbus Hirschsprung auf).
Das Plasmozytom (multiples Myelom, Morbus Kahler) gehört zu einer bestimmten
Gruppe von Krebserkrankungen, die man als weniger bösartige (niedrigmaligne) Non-Hodgkin-
Lymphome (NHL) bezeichnet. Der Begriff Non-Hodgkin-Lymphom bezeichnet per Definition
jeden bösartigen Tumor, der seinen Ursprung im lymphatischen Gewebe hat (= malignes
Lymphom), aber kein Morbus Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) ist. Plasmozytome zeigen sich in
Knochenmark und Knochen.

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Der Morbus Krabbe ist eine erbliche Speicherkrankheit, die eine Demyelinisation des
Nervensystems auslöst. Die Ursache für diese Erscheinung ist eine chromosomale Mutation.
Bislang ist die Erkrankung unheilbar.
Morbus Osler (nach ihren Eigenschaften als hereditäre
hämorrhagische Teleangiektasie) ist eine seltene Gefäßkrankheit, die sich vor allem auf
Blutgefäße der Haut und Schleimhaut auswirkt: Die betroffenen Gefäße sind erweitert und
dünnwandig. Dadurch reißen sie leicht ein, was zu Blutungen führt. Morbus Osler ist eine
Gefäßerkrankung, die durch folgende Fehlbildungen der Blutgefäße gekennzeichnet ist:
 leicht verletzliche Gefäßerweiterungen und
 Kurzschlüsse zwischen Arterien und Venen (arterio-venöse Kurzschlüsse)
Der Begriff «Parkinson» steht für den Morbus Parkinson (Parkinson-
Krankheit bzw. Parkinsonsche Krankheit) und bezeichnet per Definition eine Erkrankung des
Gehirns, die in erster Linie durch eine Störung der willkürlichen und unwillkürlichen
Bewegungsabläufe gekennzeichnet ist. Eine weitere Bezeichnung für
Morbus Parkinson lautet idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS): «Idiopathisch» bedeutet
«ohne erkennbare Ursache». Damit unterscheidet sich der Morbus Parkinson von folgenden
anderen (selteneren) Parkinson-Syndromen mit bekannter Ursache:
 Familiäres Parkinson-Syndrom: erblich bedingt
 Symptomatisches (sekundäres) Parkinson-Syndrom: durch Umwelteinflüsse (z.B. Gifte)
oder andere Erkrankungen (z.B. Tumoren, Stoffwechselerkrankungen, Depression) bedingt
 Atypisches Parkinson-Syndrom: im Rahmen anderer neurodegenerativer Erkrankungen
auftretend
Typisch für die Parkinson-Krankheit ist ein fortschreitender Verlust von Nervenzellen im
Gehirn, die den Botenstoff Dopamin enthalten. Aus Dopamin bilden sich auch die Hormone
Adrenalin und Noradrenalin. Der Dopamin-Verlust konzentriert sich vor allem auf bestimmte
Gehirnbereiche: die sogenannte schwarze Substanz (Substantia nigra) sowie die im Hirnstamm
liegenden Kernkomplexe
Die für Parkinson (Morbus Parkinson, Parkinson-Krankheit) besonders typischen Symptome
sind:
 Verlangsamung beziehungsweise Verarmung der Bewegungen (Hypokinese bis hin
zur Akinese)
 Muskelsteifheit (Rigor)
 Zittern (Tremor)
Unter dem Begriff Neurofibromatose fasst man eine Gruppe von Erbkrankheiten zusammen.
Besonders häufig tritt die Neurofibromatose Typ 1 (Morbus Recklinghausen, Recklinghausen-
Krankheit) auf. Seltener kommt die Neurofibromatose Typ 2 vor. Eine Neurofibromatose ist zwar
nicht heilbar – durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt kann man jedoch möglichen
Komplikationen vorbeugen. Hauptmerkmal der Neurofibromatose Typ 1 sind Veränderungen der
Haut. Hauptmerkmal der Neurofibromatose Typ 2 sind gutartige Tumoren, die meist vom
Hirngewebe beziehungsweise von den Hirnnerven ausgehen.
Der Morbus Scheuermann (Scheuermann-Krankheit) ist eine häufige Erkrankung der
Wirbelsäule, die vorwiegend bei männlichen Jugendlichen auftritt. Typisch für Morbus
Scheuermann ist ein sich im Bereich der Brustwirbelsäule ausbildender Rundrücken: Die gesunde
Wirbelsäule weist im Brustbereich eine nur gering ausgeprägte, nach hinten gerichtete Krümmung
– eine sogenannte Kyphose (griech. kyphos = gekrümmt, gebückt) – auf. Bei der Scheuermann-
Krankheit ist diese Kyphose – bedingt durch Wachstumsstörungen der Wirbelkörper und die
Bildung von Keilwirbeln – oft stärker ausgeprägt als normal.
Morbus Sudeck ist eine schmerzhafte Nervenkrankheit, die man per Definition als komplexes
regionales Schmerzsyndrom (engl.: Complex regional pain syndrome, CRPS) vom Typ
I bezeichnet. CRPS I betrifft eine oder mehrere Gliedmassen und tritt meist nach äußeren
Einwirkungen (z.B. nach Brüchen, Verletzungen oder Operationen) auf.
Vom CRPS II (auch Kausalgie genannt) unterscheidet sich der Morbus Sudeck wie folgt:
 Beim CRPS II (Kausalgie) sind deutlich Nerven verletzt,

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 beim CRPS I (Morbus Sudeck) ist keine Nervenverletzung festzustellen.
Im Endstadium von Morbus Sudeck kommt es durch versteifte Gelenke sowie durch
geschrumpfte Haut, Sehnen und Muskeln zum Funktionsverlust des betroffenen Körperteils. Es ist
immer mindestens ein Gelenk von CRPS I betroffen, vorwiegend an Hand oder Fuß.
Der Morbus Waldenström, auch unter dem Namen Waldenströms
Makroglobulinämie bekannt, gehört zu den Leukämien, genauer gesagt zu den Lymphomen. Die
langsam fortschreitende Erkrankung ist eher selten und betrifft meist ältere Patienten, Patienten
unter 40 Jahren sind nur in Ausnahmefällen betroffen. Die Makroglobulinämie Waldenström ist
eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen, die nach dem schwedischen Arzt Jan
Waldenström benannt wurde.
Als zirkumskripte Sklerodermie oder Morphea wird eine entzündungsbedingte
Hauterkrankung bezeichnet, die wahrscheinlich auf ein fehlgesteuertes Immunsystem
zurückführbar ist und von welcher in aller Regel mehr Frauen als Männer betroffen sind. Da die
Ursache der Erkrankung bislang nicht geklärt ist, kann eine zirkumskripte Sklerodermie lediglich
symptomatisch behandelt werden.
Die Morton-Neuralgie ist eine neurologische Erkrankung, die typischerweise im Bereich des
Vorfußes auftritt. Die Erkrankung wird auch als Morton-Neurom bezeichnet. Die Morton-Neuralgie
ist gekennzeichnet durch sogenannte neuralgische Schmerzen. Die betroffenen Patienten schildern
diese Schmerzattacken als elektrisierend, brennend, schießend und stechend.
Typische und häufige Symptome bei Morton-Neuralgie
 Fußschmerzen  Druckschmerzen
 ggf. Spreizfuß  Gangstörungen
Das Mowat-Wilson-Syndrom ist eine seltene, genetisch bedingte Entwicklungsstörung mit
vielfältigen Symptomen. Im Rahmen des Gendefekts stellen sich neben Gesichts-, Darm- und
Genitalanomalien Herzfehler und Gehirnentwicklungsstörungen ein. Die bislang unheilbare
Erkrankung ist lediglich symptomatisch behandelbar.
MRSA ist die Abkürzung für «methicillinresistenter Staphylococcus aureus», inzwischen
häufig auch «multiresistenter Staphylococcus aureus» genannt. Es handelt sich um Bakterien, die
als Staphylococcus aureus bezeichnet werden. Anders als andere Staphylokokken sind MRSA-
Keime gegen die meisten Antibiotika (Breitbandantibiotika) resistent. Solche Breitbandantibiotika
werden weltweit gegen Infektionen eingesetzt. Es kann dabei zu Resistenzen kommen, so dass
einige Antibiotika gegen bestimmte Bakterien wirkungslos bleiben. MRSA-Keime verfügen über
Mechanismen, die sie gegen eine Vielzahl von Antibiotika widerstandsfähig machen. Weltweit
nehmen die Infektionen mit dem MRSA zu. Besondere Bedeutung hat der Keim in Spitälern und
Pflegeeinrichtungen. Dort kommen Infektionen durch MRSA-Keime besonders häufig vor (als
sogenannte Nosokomialinfektion). Aber auch außerhalb von solchen Einrichtungen kann es
zu Infektionen mit MRSA kommen.
Die Mukoviszidose (cystische Fibrose) ist eine autosomal-rezessive Erbkrankheit, das heißt,
nur wenn ein Kind die Veranlagung für Mukoviszidose von beiden Elternteilen erbt, erkrankt es an
cystischer Fibrose. Die cystische Fibrose ist dadurch gekennzeichnet, dass die
schleimproduzierenden Drüsen (v.a. in Bronchien, Bauchspeicheldrüse) nicht richtig funktionieren
und sehr zähen Schleim absondern. Dieser verstopft die Ausführungsgänge der Drüsen und
schränkt dadurch die Funktion der betroffenen Organe ein.
Die multiple endokrine Neoplasie (MEN) ist der Sammelbegriff für verschiedene – auf
Gendefekten beruhenden – Krebserkrankungen an endokrinen Drüsen, also an
hormonproduzierenden Drüsen wie Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Nebenschilddrüse und
Hypophyse. Eine nachhaltige Therapie ist meist nur durch vollständige Entfernung der
entsprechenden Drüse möglich.
Typische Symptome und Anzeichen bei multipler endokriner Neoplasie
 Tumore in Hypophyse, Nebenschilddrüse und Bauchspeicheldrüse
 ggf. kalziumhaltige Nierensteine, Knochenveränderungen, Magenschmerzen,
Bauchschmerzen
 ggf. Häufiges Wasserlassen, Vermehrter Durst

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 ggf. muskuläre Beschwerden  ggf. Übelkeit, Erbrechen
 ggf. Akromegalie
Der Begriff Multiple Sklerose (MS) bezeichnet per Definition eine chronisch-entzündliche
Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS = Gehirn und Rückenmark). Die Entzündungen in
Gehirn und Rückenmark zerstören die Markscheiden der Nervenfasern. Abwehrzellen, die sonst
fremde Erreger oder Stoffe angreifen, schädigen dann körpereigenes Gewebe. Deshalb zählt
die Multiple Sklerose zu den Autoimmunerkrankungen (auto = selbst).
Multiple Sklerose kann sich durch vielfältige Symptome äußern, zum Beispiel:
 Sehstörungen  Nervenschmerzen
 Gefühlsstörungen der Haut  Muskellähmungen
Die Multisystematrophie (MSA) ist eine neurologische Erkrankung, die dem Bereich der
atypischen Parkinson-Syndrome zuzurechnen ist. Die atypischen Parkinson-Syndrome haben oft
eine ähnliche Symptomatik wie der relativ bekannte Morbus Parkinson, sind aber oftmals rascher
progredient, haben bereits bei Krankheitsbeginn eine symmetrische Symptomverteilung, sprechen
schlechter auf das Parkinson-Medikament L-Dopa an und unterscheiden sich auch sonst anhand
einiger Auffälligkeiten vom "Orginial" Parkinson. Die Unterscheidung ist oft schwierig und
definitiv ein Fall für einen neurologischen Facharzt. Dennoch hier ein kleiner Überblick zur MSA.
Typische Symptome und Anzeichen bei Multisystematrophie
 Koordinationsstörungen und motorische Störungen („Pinguin-Gang“)
 Sensibilitätsstörungen bzw. Gefühlsstörungen und Lähmungen
 Sprachstörungen, Schluckbeschwerden
 Spastik und Nystagmus (Augenzittern)
 Persönlichkeitsveränderung, ggf. auch Demenz
 Zittern  Müdigkeit
 Muskelschwäche  Depressionen
 Verspannung  Innere Unruhe
Mumps (Parotitis epidemica) – umgangssprachlich Ziegenpeter – ist eine akute
Viruserkrankung, die meist eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen und Fieber
verursacht. Mitunter infiziert das Mumps-Virus auch das Gehirn, die Bauchspeicheldrüse oder die
Hoden. In sehr seltenen Fällen sind auch andere Organe betroffen, zum Beispiel Eierstöcke,
Schilddrüse, Augen, Herz, Niere oder Gelenke.
Bei Mundfäule, medizinisch als primäre Gingivostomatitis herpetica bezeichnet, handelt es
sich um eine entzündliche Infektion des Mundes. Überwiegend tritt die Erkrankung bei Kindern
auf, eine Übertragung auf erwachsene Personen ist aber prinzipiell ebenso möglich.
Mundgeruch (Halitosis, Foetor ex ore) ist keine Krankheit. Er kann ein Zeichen mangelnder
Mundhygiene sein, aber auch durch verschiedene Krankheiten ausgelöst werden. Der Genuss
bestimmter Speisen, wie Zwiebeln oder Knoblauch, kann kurzfristig Mundgeruch verursachen,
ebenso ein nüchterner Magen. Davon abzugrenzen ist dauerhafter Mundgeruch, der für Betroffene
und Mitmenschen zur Belastung werden kann.
Mundkrebs bezeichnet die Art von Krebs, bei dem die Lippen und der gesamte Mundraum
befallen werden können. Also nicht wie beispielsweise beim Rachen- und Speiseröhrenkrebs, bei
dem eher der Rachen und die Speiseröhre betroffen sind.
Typische Symptome und Anzeichen für Mundkrebs
 dauerhafte Aphten und wunde Stellen an Lippen, Mundinnenseite und Zahnfleisch
 häufige Blutungen im Mundinnenraum, auch Zahnfleischbluten
 Knoten und Verdickungen im Mundbereich
 Kauprobleme beim Essen, Schmerzen beim Zerkleinern der Mahlzeiten
 Taubheitsgefühl und/oder Fremdkörpergefühl im Mund
Die Periorale Dermatitis (Mundrose) ist zwar harmlos – kann psychisch jedoch sehr
belastend sein. Die periorale Dermatitis ist eine auf das Gesicht beschränkte, chronisch-
entzündliche Erkrankung der Haut. Sie tritt vermutlich in Zusammenhang mit starkem Gebrauch
von Hautpflegeprodukten und Make-up auf. Die roten Knötchen und Pusteln im Gesicht
entstehen insbesondere bei Personen, die viele Pflegeprodukte benutzen und ihre Haut geradezu

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«überpflegt» haben. Die gute Nachricht: Eine periorale Dermatitis bildet sich in der Regel ohne
Narben wieder zurück, wenn man für eine Weile auf Pflegeartikel verzichtet. In schweren Fällen
können Antibiotika die Heilung unterstützen.
Die Mundschleimhautentzündung wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch
als Mundfäule definiert, oder fachlich als aphthöse Stomatitis. Da diese Krankheit sehr häufig
durch Virusinfektionen hervorgerufen wird, vor allem durch das Herpes-Virus, ist auch die
Bezeichnung „Herpes simplex Typ 1“ oder HSV-1 geläufig.
Typische Symptome und Anzeichen bei Mundschleimhautentzündung
 Fieber
 Anschwellung des Zahnfleisches
 Zahnfleischentzündung
 Belegte Zunge mit weißen Punkten
 Halsschmerzen und Mundschmerzen, zzgl. Schluckbeschwerden
 Lymphknotenschwellung des Halses
 säuerlicher Mundgeruch  vermehrter Speichelfluss
Ein Muskelschwund (Muskeldystrophie) ist eine durch fortschreitende (= progressive)
Muskelschwäche gekennzeichnete Muskelerkrankung. Der zunehmende Muskelschwund entsteht
dadurch, dass bei der Muskeldystrophie ein für den Muskelstoffwechsel wichtiges Eiweiß gar nicht
oder nicht in ausreichender Menge vorhanden ist – zum Beispiel das für die Muskelfaserstruktur
bedeutende Dystrophin (wenn es fehlt, bricht die betroffene Muskelzelle zusammen) oder ein
anderes mit Dystrophin in enger Wechselwirkung stehendes Eiweiß. Da dieser Eiweißmangel
erblich bedingt ist, zählt Muskelschwund zu den Erbkrankheiten.
Es sind mehr als 30 verschiedene Formen von Muskelschwund bekannt, zum Beispiel:
 Muskeldystrophie vom Typ Duchenne
 Muskeldystrophie vom Typ Becker-Kiener
 Muskeldystrophie vom Gliedergürteltyp
 myotone Dystrophie Curschmann-Steinert
 FSHD (fazioskapulohumerale Muskeldystrophie)
Die Myositis oder Muskelentzündung kann erblich bedingt oder durch verschiedene Erreger
verursacht sein. Infektionen, Immunstörungen, Parasiten, Viren, Bakterien oder Toxine können
solche Muskelentzündungen auslösen. Das erschwert sowohl die Diagnostik als auch die Therapie
der Myositis.
Ein Muskelfaserriss gehört zu den typischen Sportverletzungen. Oft betrifft er die Wade oder
den Oberschenkel. Der vom Platz humpelnde Fußballer, der verletzte Sprinter – das sind typische
Bilder dieser häufigen Muskelverletzung. Beim Muskelfaserriss handelt es sich laut Definition um
eine sogenannte geschlossene Verletzung der Muskulatur – die Haut bleibt dabei unverletzt.
Muskelverletzungen zählen zu den häufigsten Verletzungen im Breiten- und Spitzensport. Sehr
häufig tritt ein Muskelfaserriss am Oberschenkel oder an der Wade auf.
Muskelverletzungen sind mehr oder weniger starke, durch Überlastung
oder Trauma entstandene Schädigungen der Muskulatur. Meist handelt es sich um
Dehnungsverletzungen, die vom harmlosen Muskelkater über die Muskelzerrung bis hin
zum Muskelfaserriss und Muskelriss reichen, und um Muskelprellungen (sog. Pferdekuss).
Die Muskelzerrung zählt zur Gruppe der geschlossenen Muskelverletzungen, zu der auch
der Muskelfaserriss, der Muskelbündelriss und der Muskelriss gehören. Die Schwere der
Muskelverletzung nimmt dabei von der Zerrung des Muskels bis zum Muskelriss zu. Im
Unterschied zu allen anderen Muskelverletzungen dieser Gruppe kommt es bei der Muskelzerrung
allerdings nicht zu einer Schädigung oder zum Riss von Muskelfasern, Muskelfaserbündeln oder
gar des ganzen Muskels.
Mediziner bezeichnen mit dem Begriff muskulärer Schiefhals (Torticollis muscularis) eine
teils angeborene, teils erworbene, fixierte Schiefstellung des Kopfs, die bei Neugeborenen oder
jungen Säuglingen auftritt und ohne Behandlung weiter bestehen bleibt. Dabei ist der Kopf zur
erkrankten Seite geneigt sowie zur gesunden Seite gedreht (rotiert). Der seitlich vorne am Hals
liegende Kopfnickermuskel (Musculus sternocleidomastoideus) ist hierbei verkürzt.

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Beim Mutismus handelt es sich um eine Sprachstörung, die zumeist keine körperlichen
Ursachen, wie z.B. Defekte am Gehör oder Probleme mit den Stimmbändern, hat.
Diese Sprachstörung ist also etwas völlig anderes als die bei Taubstummen. Die Ursache liegt in
einer psychischen Störung oder an Schädigungen des Gehirns. Beim Mutismus wird zwischen
(s)elektiven Mutismus, totalem Mutismus und akinetischen Mutismus unterschieden.
Typische Symptome und Anzeichen bei Mutismus
 Sprachstörung  Angststörung
 Schweigen gegenüber allen oder ausgewählten Mitmenschen (Sprachhemmung)
Die Myasthenia gravis pseudoparalytica ist eine recht seltene Form von krankhafter
Muskelschwäche, bei der die Muskulatur schnell ermüdet. Dies kann an eine Lähmung erinnern,
wovon sich die Bezeichnung der Erkrankung ableitet: «Myasthenie» bedeutet Muskelschwäche,
«pseudo» steht für falsch und «Paralyse» heißt Lähmung.
Die Mycosis fungoides ist eine Krebserkrankung der T-Lymphozyten. T-Lymphozyten sind
bestimmte weiße Blutkörperchen, die als Teil des Immunsystems normalerweise Bakterien, Viren
und andere Eindringlinge bekämpfen. Die Lymphflüssigkeit (Lymphe) in den Lymphgefäßen
transportiert die T-Lymphozyten vorbei an Lymphknoten durch den Körper. Die Mycosis
fungoides zählt zur Gruppe der weniger bösartigen sogenannten Non-Hodgkin-Lymphome. Sie
entsteht dadurch, dass bestimmte weiße Blutkörperchen – die T-Lymphozyten – entarten (d.h.
bösartig sind) und die Haut befallen. Entsprechend bezeichnet man die Mycosis fungoides auch
als kutanes T-Zell-Lymphom (lat. Cutis = Haut). Normalerweise bekämpfen die T-Lymphozyten
als Teil des Immunsystems Krankheitserreger. Die Ursachen für ihre Entartung und somit für die
Entstehung der Mycosis fungoides sind unbekannt.
Das myelodysplastische Syndrom, kurz MDS, beschreibt verschiedene Erkrankungen des
Blutes bzw. des blutbildenden Systems, die durch die genetische Veränderung von gesunden
Blutzellen deren vollständige Ausprägung und Funktionstüchtigkeit verhindern und auf diese Weise
den Organismus angreifen und ihn schwächen. Die Wahrscheinlichkeit an einem
myelodysplastischen Syndrom zu erkranken steigt mit dem Alter und nimmt ab dem 60. Lebensjahr
stark zu.
Typische Symptome und Anzeichen bei myelodysplastischem Syndrom
 verringerte Anzahl von roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen
 Blutarmut  Blässe
 Müdigkeit und Schwäche  Herzrasen
 Kurzatmigkeit  Schwindel
 Konzentrationsschwäche  Fieber
Eine Mykose bezeichnet eine Infektion lebenden Gewebes mit einem Pilz. Dabei kann es sich
etwa um Hefe- oder auch Schimmelpilze handeln. Diese können entweder die Haut, Finger- und
Fußnägel oder auch über den Blutkreislauf verschiedene Organe befallen. Mykosen können so
entweder harmlos und gut behandelbar oder im schlimmsten Fall lebensbedrohlich ausfallen,
abhängig davon, welcher Pilz welchen Bereich des Körpers befällt.
Die myotone Dystrophie Typ 1 (Curschmann-Steinert-Syndrom) ist eine autosomal-
dominant vererbte Multisystemerkrankung mit den Leitsymptomen Muskelschwäche und
Linsentrübung (Katarakt). Man unterscheidet zwei Formen der Krankheit: eine angeborene
(kongenitale) Form, bei der bereits das Neugeborene durch Muskelschwäche auffällt ("floppy
infant") und eine adulte Form, die sich erst im 2. bis 3. Lebensjahrzehnt manifestiert. Die myotone
Dystrophie Typ 1 ist nicht heilbar und verkürzt je nach Schwere und Progredienz die
Lebenserwartung.
Eine Pilzvergiftung (Myzetismus) kann durch den Verzehr von gesundheitsschädlichen
Pilzen ausgelöst werden. Ursächlich sind Pilzgifte, von denen manchmal bereits kleinste Mengen
ausreichen, um schwere Vergiftungserscheinungen hervorzurufen.
Die Symptome einer Pilzvergiftung können innerhalb von Minuten bis Tagen eintreten und
äußern sich meist durch Übelkeit, Schwindel und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Rasche Erste Hilfe
und eine unverzügliche ärztliche Behandlung sind wichtig, denn Pilzvergiftungen können tödlich
enden.
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Unter dem Münchhausen-Syndrom wird eine psychische Störung verstanden. Dabei erfinden
die betroffenen Personen Krankheiten und Beschwerden. Das sogenannte Münchhausen-
Syndrom zählt zu den artifiziellen Störungen. Es ist auch als Koryphäen-Killer-
Syndrom bekannt. Typisches Merkmal der psychischen Störung ist das absichtliche Erfinden von
Erkrankungen und physischen Beschwerden. Diese werden von den Betroffenen dramatisch, aber
durchaus plausibel, dargestellt.
Ein Nabelbruch, in der Fachsprache Nabelhernie genannt, bezeichnet einen Riss oder eine
Öffnung in der Bauchwand, durch den die Eingeweide sichtbar nach vorne austreten können. Unter
einem Nabelbruch verstehen Mediziner keinen Bruch im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es
sich um einen Riss oder ein Loch in der Bauchwand, welche die Eingeweide nach vorne treten
lässt. Betroffen sind oftmals Säuglinge, aber auch Frauen mittleren Alters. Experten raten dazu,
Nabelbrüche bei Erwachsenen grundsätzlich zu operieren.
Als Nagelbett wird das Gewebe am Finger bzw. Zeh bezeichnet, aus welchem der Nagel
hervorwächst und von diesem bedeckt ist. Je nachdem, ob die zumeist bakterielle Infektion (meist
Staphylokokken) ausschließlich das Nagelbett selbst oder zusätzlich den so genannten Umlauf des
Nagels befällt, unterscheidet man zwischen zwei Arten der Nagelbettentzündung.
Typische Symptome und Anzeichen bei Nagelbettentzündung
 Hautrötungen
 klopfende Schmerzen durch Entzündungsreaktionen
 Schwellungen und heiße Haut
 Eiterblasen
 ggf. auch Juckreize
 im späteren Verlauf auch Nagelverformungen und Nagelverfärbung
Der Nagelfalz ist der Bereich des Fingers, der den Zwischenraum zwischen Nagel und der
anliegenden Haut darstellt. Aufgrund des permanenten Kontakts der Finger mit Gegenständen liegt
die Gefahr einer Entzündung besonders hoch, die unter dem Oberbegriff
der Nagelfalzentzündung zusammengefasst wird.
Typische Symptome und Anzeichen bei Nagelfalzentzündung
 Nagel und Nagelfalz sind geschwollen und gerötet
 bei Druck kann Eiter oder eitrige Flüssigkeit herauskommen
 meist klopfende oder pochende Schmerzen
Bei einem Nagelpilz (Onychomykose) sind einzelne oder mehrere Nägel von Pilzen befallen.
Durch die Infektion wird die Nagelplatte langsam zerstört. Nagelpilz (Onychomykose) ist vor
allem lästig – denn es dauert meist lange, ihn wieder loszuwerden. Dicke, verfärbte und unschön
aussehende Finger- oder Zehennägel können Zeichen für einen Nagelpilz sein. Grundsätzlich kann
jeder einen Nagelpilz bekommen – wer aber zu enge Schuhe trägt, an Durchblutungsstörungen oder
Diabetes mellitus leidet oder gerne barfuß im Schwimmbad unterwegs ist, gilt als besonders
gefährdet. Oft entwickelt sich eine Onychomykose aus einem unbehandelten Fußpilz.
Bei Narkolepsie handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, welche mit starker
Tagesschläfrigkeit sowie mit unkontrollierbaren Schlafattacken einhergeht. Narkolepsie ist eine
zur Gruppe der Schlafsüchte gehörende Krankheit, die durch Schlafattacken und Kataplexien
charakterisiert ist. Obwohl es verschiedene Möglichkeiten gibt, die Krankheit zu kontrollieren, ist
sie bis heute nicht heilbar.
Typische Symptome und Anzeichen bei Narkolepsie
 abrupte Müdigkeit am Tag (Tagesschläfrigkeit), Hypersomnie
 abnormer Schlafrhythmus
 kurzzeitiger Verlust des Muskeltonus ohne Bewusstseinsstörung (Kataplexie)
 Schlafparalyse (Bewegungsunfähigkeit im Schlaf)
 Halluzinationen beim Einschlafen oder Aufwachen
Ein Nasenfurunkel entsteht zumeist aus einer Entzündung der Haarfollikel an der Nasenspitze
oder dem Naseneingang. Haarfollikel sind Teile der Haarwurzeln und werden auch Haarbalg
genannt. Entzündet sich ein solcher Haarbalg, spricht man von einer Follikulitis.

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Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine Entzündung der Schleimhaut in den
Nasennebenhöhlen. Diese Entzündung kann sowohl akut auftreten
(akute Nasennebenhöhlenentzündung) als auch – wenn sie über eine Dauer von drei Monaten
besteht – chronisch verlaufen (chronische Nasennebenhöhlenentzündung).
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung kann sich jede der Nasennebenhöhlen entzünden:
 Bei der Sinusitis maxillaris ist die Kieferhöhle,
 bei der Sinusitis frontalis die Stirnhöhle,
 bei der Sinusitis sphenoidalis die Keilbeinhöhle und
 bei der Sinusitis ethmoidalis das Siebbein entzündet.
Sind bei der Nasennebenhöhlenentzündung mehrere oder alle Nebenhöhlen zur selben Zeit
betroffen, bezeichnet man dies als Polysinusitis oder Pansinusitis.
Nasenpolypen sind gutartige geschwulstähnliche Wucherungen der Nasenschleimhaut,
die meist beidseitig auftreten. Sie wachsen aus den Nasennebenhöhlen (hauptsächlich Siebbein und
Kieferhöhle) in die Nasenhaupthöhle ein und bestehen aus den gleichen Zellen wie der Rest der
Nasenschleimhaut. Die Wucherung kommt dadurch zustande, dass sich vermehrt Gewebsflüssigkeit
einlagert. In den Nasenpolypen finden sich Außerdem häufig viele für Immunreaktionen
verantwortliche (sog. immunkompetente) Zellen.
Die Nasenscheidewandverkrümmung ist eine Abweichung (Deviation) der Nasenscheidewand
(Septum) und wird mit medizinischem Fachbegriff als Septumdeviation bezeichnet.
Typische Symptome bei Nasenscheidewandverkrümmung
 Verkrümmung der Nasenscheidewand
 vergrößerte Nasenmuschel auf der einen Seite und eine verkleinerte Nasenmuschel auf der
anderen Seite
 Verstopfte Nase
 behinderte Nasenatmung
Bei einer Nebennierenrindeninsuffizienz kann die Nebennierenrinde nicht mehr genügend
Hormone produzieren. Hierbei muss zwischen primärer und sekundärer
Nebennierenrindeninsuffizienz nach der Lokalisation unterschieden werden.
Eine primäre Nebennierenrindeninsuffizienz wird auch als Morbus Addison bezeichnet.
Wenn die Nebennierenrinde nicht mehr richtig arbeiten kann, dann kann dies zu einer
lebensbedrohlichen Situation führen.
Die Nebenniere besteht aus der Nebennierenrinde, die Cortisol, Aldosteron und Sexualhormone
herstellt, und aus dem Nebennierenmark, welches Adrenalin und Noradrenalin produziert. Das
Hormon ACTH, welches im Hypophysenvorderlappen der Hirnanhangdrüse gebildet wird, steuert
die Bildung von Cortisol. Wenn der Cortisol-Spiegel im Blut fällt, dann wird mehr ACTH
abgegeben, wodurch die Produktion in der Nebenniere gefördert wird. Aber auch Aldosteron,
welches für die Regulation der Konzentration von Kalium und Natrium zuständig ist, wird in der
Nebennierenrinde gebildet. Die Produktion dieses Hormons wird jedoch im Gegensatz zum
Cortisol nicht über die Hypophyse, sondern über das RAAS reguliert.
Typische Symptome und Anzeichen bei Nebennierenrindeninsuffizienz
 Allgemeine Schwäche  Hunger nach salzigen Lebensmitteln
 Infektanfälligkeit  Schwindel und Niedriger Blutdruck
 Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust  ggf. bräunlicher Verfärbung der Haut
 Durchfall, Erbrechen und  Unterzuckerung
Bauchschmerzen
Der Wilms-Tumor (Nephroblastom) ist ein bösartiger, jedoch relativ seltener Tumor der Niere,
der vorwiegend im Kindsalter auftritt. Das Hauptsymptom beim Nephroblastom ist eine
schmerzlose Vorwölbung der Bauchdecke. Ein selteneres Anzeichen für die Erkrankung ist, wenn
dem Urin des Kindes Blut beigemischt ist (sog. Hämaturie). Gelegentlich haben die an einem
Wilms-Tumor erkrankten Kinder Symptome wie Fieber, Erbrechen oder im Wechsel Durchfall und
Verstopfung.
Nierensteine beziehungsweise Nephrolithen (griech. nephrós = Niere, líthos = Stein) sind
feste Gebilde, die sich beim Nierensteinleiden (= Nephrolithiasis) in der Niere und in den

124
ableitenden Harnwegen (Harnleiter, Harnblase) bilden. Sinnverwandt findet häufig der Begriff
Harnsteinleiden (= Urolithiasis, von griech. ùron = Harn) Verwendung. Die Größe der gebildeten
Steine kann sehr verschieden sein: Sie reicht von wenigen Millimetern (etwa Reiskorngröße) bis zu
mehreren Zentimetern (sog. Nierenbeckenausgusssteine, die das ganze Nierenbecken ausfüllen
können). In etwa 80 Prozent der Fälle treten Nierensteine einseitig auf.
Die Symptome der Nephrolithiasis sind davon abhängig, wo die Nierensteine liegen und wie
beweglich sie sind. Häufig entdeckt man Nierensteine gar nicht oder nur zufällig. Nierensteine
können jedoch auch zu einer Nierenkolik führen, die durch starke Schmerzen im Rücken-, Flanken-
oder Unterbauchbereich gekennzeichnet ist. Gelangt ein Nierenstein von der Niere in den Harnleiter
(die Verbindung zwischen Niere und Blase), löst er dort eine Harnleiterkolik aus. In diesem Fall
können die Schmerzen auch in die Leiste und die Genitalien ausstrahlen.
Unter einer klassischen Nervenblockade wird die Beeinträchtigung, bzw. völlige Blockade,
peripherer Nerven in ihrer Funktion als Reizleiter für motorische, sensorische und vegetative
Impulse verstanden. Die permanent oder fakultativ auftretenden Beeinträchtigungen der Nerven
können durch mechanische Druck- oder Zugreize oder durch chemische Reize ausgelöst werden
und führen je nach Schwere der Läsion zu ständigen Schmerzen und eingeschränkter Funktion der
betroffenen Muskeln bis hin zu völliger Lähmung und Kraftlosigkeit.
Die Nervenentzündung, die in der medizinischen Fachsprache auch
als Neuritis bezeichnet wird, betrifft teilweise speziell einzelne Regionen des Körpers wie die
Extremitäten, den Kopf oder den Rumpf oder kann den gesamten Körper in Mitleidenschaft ziehen.
Symptome
 Gefühlsstörung  Lähmungen
 Stechende Schmerzen  Muskelschwäche
Der Oberbegriff Nervenerkrankungen beschreibt eine Vielzahl von Krankheiten, die
das Nervensystem oder auch bestimmte Nerven im Körper betreffen. Meist handelt es sich
dabei um physische Störungen; es können aber auch psychische Begleiterscheinungen
auftreten. Nervenkrankheiten können oftmals nicht geheilt werden.
Typische und häufige Nervenerkrankungen
 Karpaltunnelsyndrom  Polyneuropathie
 Amyotrophe Lateralsklerose  Alzheimer, Parkinson
 Fazialisparese
Der Begriff Nesselsucht kommt nicht von ungefähr: Juckreiz und Quaddeln sind
typische Symptome – ähnlich wie nach dem Kontakt mit einer Brennnessel. Die Nesselsucht
(Urtikaria) zählt zu den weltweit häufigsten Hautkrankheiten.
Bei einer Netzhautablösung (= Ablatio retinae) ist schnelles Handeln wichtig: Ist die Netzhaut
zu lange von ihrem Untergrund gelöst, kann das betroffene Auge im schlimmsten Fall erblinden. Je
schneller man die Ablösung operativ behebt, desto grösser ist die Chance, dass das Sehvermögen
des betroffenen Auges erhalten bleibt.
Die Netzhauterkrankung bei Bluthochdruck (hypertensive Retinopathie) entsteht,
wenn hoher Blutdruck (Hypertonie), der grundsätzlich auf alle Organe des menschlichen Körpers
Auswirkungen hat, zu Veränderungen der Netzhaut (Retina) führt. Ein fortgeschrittenes Stadium
chronischer Netzhaut-Veränderungen wird als hypertensive Retinopathie (Netzhauterkrankung
bei Bluthochdruck) bezeichnet, die zu bleibenden Schäden der Netzhaut führen kann.
Typische Symptome und Anzeichen bei Netzhauterkrankung bei Bluthochdruck
 Sehstörungen  Kopfschmerzen
 Sehschwäche  Schwindel
 Bluthochdruck  Übelkeit
Die Schweinegrippe (Neue Grippe, auch: Neue Influenza A/H1N1) ist eine Viruserkrankung,
die erstmals im April 2009 in Mexiko auftrat. In den darauffolgenden Monaten entwickelt sie sich
zu einer ansteckenden Erkrankung, die sich weltweit verbreitete – einer sogenannten Pandemie, die
erst im August 2010 für beendet erklärt wurde. Das heißt jedoch nicht, dass das Schweinegrippe-
Virus endgültig verschwunden ist. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass es zusammen mit den Viren
der saisonalen Grippe weiter zirkulieren wird.

125
Ein Neurinom (Neuron = Nervenzelle) ist ein gutartiger, langsam wachsender Tumor, der
meist in der hinteren Schädelgrube vorkommt. Am häufigsten ist der achte Hirnnerv – der
Gleichgewichts- und Gehörnerv– betroffen (Nervus vestibulocochlearis, früher: N. statoacusticus),
davon vorrangig der Gleichgewichtsnerv (N. vestibularis). In diesem Fall sprechen Ärzte von
einem Akustikusneurinom. Im Gegensatz zu bösartigen Tumoren dringt das Akustikusneurinom
weder in das umliegende Gewebe ein, noch bildet es Tochtergeschwulste (Metastasen).
Bei einer Neuroborreliose handelt es sich um eine gefährliche Infektionskrankheit. Für das
Auftreten der einzelnen Symptome zeichnet sich eine spezielle Bakterienart verantwortlich. Da sich
die einzelnen Bakterien relativ schnell im menschlichen Organismus ausbreiten, sind oftmals
mehrere Organe gleichzeitig von der Infektion betroffen. So kann eine Neuroborreliose
beispielsweise zu dauerhaften Schäden an den Augen führen.
Die Neurodermitis, auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet, ist
eine anlagebedingte, chronische oder chronisch immer wieder auftretende, nicht-ansteckende
Hauterkrankung, die durch typische Veränderungen der Haut mit meist starkem Juckreiz
gekennzeichnet ist.
Als Neuropathie bezeichnet man etliche Erkrankungen des peripheren Nervensystems.
Doch auch Störungen des zentralen Nervensystems wie vegetative Funktionsstörungen fallen unter
diese Bezeichnung. Manchmal ist die Neuropathie Folge anderer Krankheiten wie Diabetes oder die
Konsequenz von Konsum neurotoxischer Substanzen wie Alkohol oder Medikamente.
Der Begriff Neurose beschreibt per Definition eine seelische (psychische) Erkrankung ohne
erkennbare körperliche Ursachen und stellte historisch den Sammelbegriff für eine Vielzahl
psychischer Störungen dar. Mittlerweile ist die Bezeichnung Neurose als Sammelbegriff jedoch in
der Wissenschaft nicht mehr gebräuchlich. Einer der Gründe dafür ist, dass die so
zusammengefassten psychischen Störungen zu verschieden sind und sich zu unterschiedlich äußern.
Das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) ist eine seltene Krebserkrankung des
lymphatischen Gewebes. Obwohl jedes Non-Hodgkin-Lymphom ein bösartiger (maligner) Tumor
ist, bilden Non-Hodgkin-Lymphome eine Gruppe verschiedener Erkrankungen, deren Therapie und
Prognose sich stark unterscheiden. Das Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) gehört – wie der Morbus
Hodgkin (Hodgkin-Lymphom) – zur Gruppe der bösartigen (malignen) Lymphome. Ein malignes
Lymphom ist ein bösartiger Tumor, der seinen Ursprung im lymphatischen Gewebe hat. Per
Definition gilt: Jedes maligne Lymphom, das kein Hodgkin-Lymphom ist, ist ein
sogenanntes Non-Hodgkin-Lymphom. Das heißt: Alle bösartigen Lymphome, bei denen die
typischen Hodgkin-Krebszellen nicht nachzuweisen sind, sind Non-Hodgkin-Lymphome. Eine
Unterscheidung ist nur durch die feingewebliche (histologische) Untersuchung möglich.
Eine Nickelallergie ist eine allergische Reaktion auf Nickel. Sie tritt nach dem Hautkontakt
mit einem nickelhaltigen Gegenstand beziehungsweise einer nickelhaltigen Substanz auf. Daher
zählt die Allergie gegen Nickel zu den sogenannten Kontaktallergien.
Eine Nierenarterienverkalkung, in der Fachsprache
auch Nierenarterienstenose genannt, ist eine Art der Arterienverkalkung, bei der eine oder beide
Nierenarterien verengt sind. Unbehandelt kann die Erkrankung schlimmstenfalls zu Nierenversagen
führen und somit lebensbedrohlich werden. Unter einer Nierenarterienverkalkung verstehen
Mediziner, wie der Name bereits verrät, eine Verkalkung der Nierenarterien. Dabei verengt sich
entweder eine oder gleich beide Arterien und beeinträchtigen auf diese Weise den Blutfluss.
Typische Symptome und Anzeichen bei Nierenarterienverkalkung
 Bluthochdruck  Angina pectoris
 Kopfschmerzen  Luftnot
 Augenschmerzen  Nasenbluten
 Rötungen  Übelkeit
 Sehstörungen  Schwindel
Bei der Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) ist das Nierenbecken, ein Teil
der Niere, akut oder chronisch entzündet. Frauen sind aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre
wesentlich häufiger betroffen als Männer.

126
Meistens hat eine Nierenbeckenentzündung ihre Ursachen in einer
aufsteigenden Infektion: Wenn Erreger über die Harnröhre in die Blase gelangen, können
sie von dort über den Harnleiter ins Nierenbecken wandern und eine Entzündung auslösen.
Dies geschieht zum Beispiel schnell bei Harnabflussstörungen: Wenn der Urin nicht richtig
abfließen kann (z.B. durch einen Harnstein), können die Erreger leichter aufsteigen. Meist
handelt es sich hierbei um Bakterien: Vor allem das (Darm-)Bakterium Escherichia coli ist
oft an einer Pyelonephritis beteiligt.
Im Gegensatz zur Nierenrindenentzündung (Glomerulonephritis) ist bei einer
Nierenbeckenentzündung typischerweise das Bindegewebe der Niere betroffen. Dabei
können sich besonders bei chronischen Formen in zunehmendem Masse auch auf weitere
Organsysteme auswirken.
Der Niereninfarkt ist ein Gefäßverschluss in den Nieren, der die Durchblutung und
Sauerstoffversorgung des Nierengewebes beeinträchtigt und das Gewebe infolge dessen absterben
lässt. Als Niereninfarkt bezeichnet der Mediziner den Untergang von Nierengewebe in Folge eines
Embolischen Gefäßverschlusses. Die Niere wird von vielen Arterien durchzogen und über dieses
arterielle System mit Sauerstoff versorgt. Wenn ein Verschluss im arteriellen Gefäßsystem vorliegt,
ist das Gewebe von der Durchblutung abgeschnitten und damit auf lange Sicht zum Sterben
verdammt.
Dieses Phänomen wird auch als Ischämie bezeichnet, sodass bei einem Niereninfarkt
oft auch von einer ischämischen Reaktion die Rede ist. Häufig spricht der Arzt auch von
einem Embolischen Niereninfarkt. Die Embolie meint in diesem Zusammenhang einen
arteriellen Verschluss durch körperfremde oder körpereigene Materialien. Die Ansatzstelle
eines Niereninfarkts ist in der Regel die Nierenkapsel mit ihren blutführenden Strukturen.
Manchmal bezieht sich ein Niereninfarkt auch auf einen venösen Verschluss, der
einen hämorrhagischen, also blutungsbedingten Infarkt der Niere zur Folge haben kann und
die Nieren dauerhaft ausweitet. Davon zu unterscheiden ist der anämische Niereninfarkt, der
die Organe nicht ausweitet, sondern durch Narbengewebe mit Kratern deformiert.
Der Arzt differenziert einen Niereninfarkt neben der Unterscheidung nach Ursachen
vor allem in die Art des Verschlusses. Ein vollständiger Verschluss entspricht einer
absoluten Ischämie und lässt das Nierengewebe infolge dessen gänzlich absterben. Ein
unvollständiger Verschluss in einem arteriellen Gefäß resultiert lediglich in eine lokale
Minderdurchblutung.
Ein typisches Symptom für den Niereninfarkt ist der akut einschießende
Flankenschmerz. Abhängig von der Schwere des Infarkts kann zu diesem Schmerz ein
heftiger Bauchschmerz hinzukommen. Auch Übelkeit, Fieber und Erbrechen kommen
symptomatisch vor. Im Serum zeigt sich unter Umständen eine begleitende Erhöhung der
Leukozyten.
Der Begriff «Nierenkrebs» fasst alle bösartigen (malignen) Tumoren zusammen,
die vom Nierengewebe ausgehen. Im Erwachsenenalter handelt es sich dabei in 85 Prozent
der Fälle um Nierenzellkarzinome (Hypernephrome). Seltenere Formen sind
Nephroblastome (Wilms-Tumoren), Sarkome oder Lymphome der Niere. In den meisten
Fällen betrifft Nierenkrebs nur eine der beiden Nieren.
Bei einem Nierenstau handelt es sich um keine eigenständige Krankheit. Nierenstau ist
vielmehr ein Symptom mit verschiedenen Ursachen. Wenn der Harn nicht mehr richtig zur Blase
abfließen kann, staut er sich hoch bis zu den Nieren.
Fieberschübe, Rücken- und Flankenschmerzen, Müdigkeit und
wiederkehrende Infektionen der Harnwege sind die Alarmzeichen. In der Folge vergrößert
sich die Niere. Manchmal sind auch kleine Schwellungen im Ultraschall erkennbar. Die
Ausscheidung des Urins verringert sich auffällig.
Nicht selten sinkt die tägliche Menge auf unter 500 Milliliter. Ein Nierenstau wird
unterteilt in Blutstauungsniere und in Harnstauungsniere. Für beide Arten des Nierenstaus
existieren unterschiedliche Ursachen (Tumore und Steine, eine Nierenvenenthrombose oder
eine Herzschwäche).

127
Eine Nierenzyste ist eine sack- oder blasenartige Geschwulst innerhalb der Niere
oder in deren angrenzender Umgebung. Die Außenseite der Nierenzyste besteht aus einer
glatten Haut, im Inneren befindet sich ein Hohlraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Bilden
sich mehrere Zysten so spricht man von einer Zystenniere. Vereinzelte Nierenzysten bilden
sich sporadisch (zufällig), die Zystenniere dagegen ist erblich bedingt.
Treten solche Zysten nur vereinzelt auf, so sind sie harmlos und verursachen keine
Beschwerden. Bilden sich dagegen mehrere Zysten innerhalb der Niere, was man als
Zystenniere bezeichnet, kann die Funktion der Niere beeinträchtigt werden. Eine
Zystenniere verursacht verschiedene Beschwerden und kann zu Nierenversagen führen. Sie
entstehen meist erblich bedingt und gehören zu den häufigsten Erbkrankheiten.
Auch die einzelne Nierenzyste ist eine oft vorkommende Nierenfehlbildung. Kinder
sind eher selten davon betroffen, aber mit steigendem Lebensalter erhöht sich die
Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Nierenzyste bildet.
Typische Symptome und Anzeichen bei einer Nierenzyste
 eine einzelne Nierenzyste verursacht meist keine Beschwerden
 gelegentlich kommt es zu Flankenschmerzen oder Bauchschmerzen
Beschwerden bei Zystennieren:
 häufige Harnwegsinfekte
 Nierenschmerzen
 Blut im Urin
 Bluthochdruck
 Geringe Belastbarkeit
 Divertikel im Darm (Divertikulose)
 Aneurysmen
 seltener Herzklappenfehler bei vererbten Zystennieren
Nikotinsucht (Nikotinabhängigkeit) ist das zwanghafte Bedürfnis nach Nikotin.
Der Nikotinkonsum kann durch Rauchen (Zigarette, Zigarre oder Pfeife) oder Schnupfen
von Tabak erfolgen – die meisten Tabakkonsumenten rauchen Zigaretten. Daher spricht
man auch von Zigarettensucht, Zigarettenabhängigkeit, Tabaksucht oder
Tabakabhängigkeit. Nikotin ist eine giftige pflanzliche Stickstoffverbindung (ein sog.
Alkaloid), die gezielt auf Nerven und Gehirn wirkt und eine Sucht hervorrufen kann. In
reiner Form ist Nikotin hochgiftig: Bereits 0,05 Gramm sind für den Menschen tödlich. Vor
allem Nachtschattengewächse, besonders die Tabakpflanze (Nicotiana tabacum L.),
enthalten Nikotin. Sein natürlicher Nutzen besteht vermutlich darin, die Pflanzen für
gefräßige Insekten oder andere Tiere ungenießbar zu machen.
Der Begriff Noma (Wasserkrebs, Wangenbrand) bezeichnet per Definition eine
durch Bakterien hervorgerufene Infektionserkrankung, die meist mit Geschwüren an der
Wangenschleimhaut beginnt. Die Geschwüre im Mund breiten sich von der
Mundschleimhaut weiter auf das ganze Gesicht aus, wobei sie das betroffene Gewebe –
sowohl Weichteile als auch Knochen – zerstören.
Beim Noonan-Syndrom handelt es sich um eine Entwicklungsstörung, die durch
ein verändertes Gen verursacht wird. Charakteristisch ist eine Vielzahl von Fehlbildungen,
die sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch innere Organe betreffen. Aufgrund der
großen Ähnlichkeit mit dem Ullrich-Turner Syndrom, bezeichnen Mediziner das Noonan-
Syndrom auch als «Pseudo-Turner-Syndrom». Das Ullrich-Turner-Syndrom ist jedoch nicht
erblich bedingt.
Der Begriff Turner-Syndrom (bzw. Ullrich-Turner-Syndrom) bezeichnet per
Definition die Folge einer Besonderheit im Erbgut: Im Zellkern jeder Körperzelle finden sich
fadenförmige Gebilde, die das Erbgut tragen: sogenannte Chromosomen. Normalerweise besitzt
jeder Mensch 23 Chromosomenpaare, von denen eins aus den beiden Geschlechtschromosomen
(XX oder XY) besteht. Beim Turner-Syndrom weisen die Körperzellen in der Regel statt der
üblicherweise doppelt vorhandenen Geschlechtschromosomen nur ein Chromosom X auf. Diese
als Monosomie X bezeichnete Anomalie ist nicht erblich. Die Betroffenen sind immer weiblichen
128
Geschlechts; ihre Geschlechtsentwicklung ist jedoch durch das fehlende zweite X-Chromosom
gestört.
Frauen mit Ullrich-Turner-Syndrom erreichen durchschnittlich eine Größe von etwa 1,45
Metern. Aufgrund der ausbleibenden Pubertät sind sie unfruchtbar. Neben diesen wichtigsten
Anzeichen – Kleinwuchs und fehlende Pubertät – kann sich das Turner-Syndrom durch weitere
Symptome in unterschiedlicher Häufigkeit und Ausprägung äußern, zum Beispiel Herzfehler oder
Fehlbildungen der Nieren.
Die Noroviren stehen bei der sogenannten Norovirus Gastroenteritis im Mittelpunkt
in Bezug auf hartnäckige Durchfälle. Aufgrund dieser Tatsache kann der Norovirus bei
älteren Personen und Kindern zu bedenklichen Komplikationen führen.
Die Noroviren gelten als sehr infektiös, was bedeutet, dass die Noroviren-
Infektion zu den übertragbaren und ansteckenden Erkrankungen gehört. Der Novovirus ist
ein überaus lebensstarker Virus, der insgesamt aus drei Arten besteht. Innerhalb dieser
einzelnen Typen existieren wiederum etwa 20 Unterarten des Norovirus.
Die Norovirus-Infektion kann sich auch deshalb so extrem schnell ausbreiten, weil
das menschliche Immunsystem keine natürliche Abwehr aufbauen kann. Norovieren gelten
als enorm widerstandsfähig. Die Voraussetzung dafür stellt deren erstaunliche und beinahe
beängstigende Wandlungsfähigkeit dar.
Ein Oberschenkelbruch oder Femurfraktur ist eine zusammenfassende
Bezeichnung für verschiedene Arten von Brüchen am Oberschenkelknochen. Die
Behandlung richtet sich danach, wo der Bruch stattgefunden hat, welchen Schaden er am
Knochen angerichtet hat und ob auch Gewebe und Nerven beschädigt wurden.
Als Oberschenkelbruch wird umgangssprachlich ein Bruch (Fraktur) des Knochens im
Oberschenkel bezeichnet. Dieser Oberschenkelknochen (Femur) ist der stärkste und der
längste Knochen im gesamten menschlichen Skelett. Er besteht von oben nach unten
gesehen aus einem Kopf, dann folgt leicht schräg verlaufend der Oberschenkelhals, der
wiederum in den Knochenschaft mündet.
Der Oberschenkelhalsbruch (Schenkelhalsfraktur) ist eine typische und häufige
Verletzung im Alter, denn: Bei älteren Menschen reicht schon eine geringe
Krafteinwirkung, etwa ein seitlicher Sturz, um einen Bruch zwischen Hüftkopf und
Oberschenkelknochenschaft (Schenkelhals) zu verursachen. Der Oberschenkelhalsbruch
(Schenkelhalsfraktur) ist eine Verletzung des Oberschenkels, bei welcher der
Oberschenkelknochen (= Os femoris, kurz Femur genannt) am Schenkelhals gebrochen ist.
Der Schenkelhals ist der Teil des Oberschenkelknochens, der zwischen seinem kugeligen
oberen Ende (dem sog. Hüftkopf) und seinem langen Mittelstück (dem sog. Knochenschaft)
liegt.
Spina bifida (offener Rücken) bezeichnet per Definition eine Fehlbildung im
Bereich der Wirbelsäule und des Rückenmarks. Spina bifida heißt wörtlich
übersetzt gespaltenes Rückgrat. Da sich die Wirbelsäule und das Rückenmark beim Embryo
aus dem sogenannten Neuralrohr entwickeln, ist die Spina bifida ein sogenannter
Neuralrohrdefekt. Neuralrohrdefekte sind nach Herzfehlern die zweithäufigsten
angeborenen Fehlbildungen.
Unter einer Ohrenentzündung verstehen Mediziner eine entzündliche Veränderung
im Bereich des Ohres. Eine Ohrenentzündung wird in Medizinerkreisen
auch Otitis genannt. Die Erkrankung bezeichnet eine Entzündung im Bereich des Ohres.
Unterschieden wird hier zwischen einer Otitis Externa (einer Entzündung des Gehörgangs),
einer Otitis media (Mittelohrentzündung) und einer Otitis interna (einer Entzündung des
Innenohres). Je nachdem, wo sich die Entzündung befindet und wie schwer sie ausfällt,
kann sie unter Umständen negative Auswirkungen auf die weitere Gesundheit des
Betroffenen haben.
Unter einem Ohrfurunkel, unter Medizinern auch als Otitis Externa
circumscripta bezeichnet, wird eine entzündliche Veränderung in dem äußeren Gehörgang

129
verstanden. Dort befinden sich besonders feine Härchen, die aufgrund ihrer geringen Größe
und Stärke für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar sind.
Die okulomotorische Apraxie wird auch Cogan-II-Syndrom genannt und ist eine
äußerst seltene Erkrankung der Augen, die den Betroffenen die Ausführung von
Augenbewegungen zur Fixation unmöglich macht. Meistens ist das Syndrom angeboren,
aber auch erworbene Varianten kommen vor. Die Bewegungsstörung in dieser Form hängt
meist mit einer anderen Erkrankung, wie einem Schlaganfall zusammen. Erworbene
okulomotorische Apraxien gehen bis zum Erwachsenenalter meist von selbst zurück und
sind für die Betroffenen so ab einem Alter von etwa 20 Jahren keine sonderliche
Einschränkung mehr.
Ein Oligodendrogliom ist ein Tumor, der aus Zellen hervorgeht, die im Gehirn das
Stützgerüst für die Nervenzellen bilden. Die entsprechenden Zellen heißen Oligodendrozyten. Das
Stützgerüst besteht allerdings nicht nur aus Oligodendrozyten, auch andere Zelltypen (z.B.
Astrozyten) kommen vor. Insgesamt bezeichnet man das Stützgewebe auch als Glia. Alle Tumoren,
die aus diesem Gewebe hervorgehen, lassen sich daher unter dem
Oberbegriff Gliome zusammenfassen. Der Name Oligodendrogliom leitet sich also aus der
Zellbezeichnung und der Tumorgruppe ab.
Von einer Oligomenorrhoe ist nach Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) die Rede,
wenn der weibliche Gesamtzyklus verlängert ist oder wenn eine zu kurze und schwache
Regelblutung auftritt. Das Gegenteil dessen ist die Menorrhagie (lange und starke Regelblutung).
Eine Zyklusverlängerung bei der Oligomenorrhoe kann mindestens 35 Tage und höchstens 90 Tage
betragen. Häufig tritt eine Oligomenorrhoe am Beginn der Pubertät oder zu Beginn
der Wechseljahre auf.
OPSI steht für den englischen Fachausdruck "overwhelming post-spelectomy
infection" (übersetzt "überwältigende Post-Splenektomie-Infektion"). Wie der Name schon
sagt, entsteht eine solche Infektion erst in Folge einer Splenektomie - einer operativen
Entfernung der Milz. Das OPSI-Syndrom ist eine bakterielle Infektion, die jedoch nach
einer Milz-Operation recht häufig auftaucht (bei etwa 1 bis 5 Prozent der Fälle). In diesen
Fällen liegt die Sterblichkeit in Folge der Infektion bei einem OPSI-Syndrom bei 40 bis 60
Prozent.
Die Milz liegt in der Bauchhöhle nahe dem Magen und ist im Blutkreislauf der
Organe eingeschaltet. Grund für eine operative Entfernung der Milz sind häufig
Verletzungen dieser in Folge von Unfällen, aber auch innere Erkrankungen, die die Milz
betreffen, können eine Splenektonmie indizieren.
Das OPSI-Syndrom ist eine Form der Sepsis, einer Entzündungsreaktion des
Organismus, die durch Pilze, Bakterien oder deren Toxine verursacht wird. Da
eine Sepsis zu Organversagen oder einer lebensbedrohlichen Infektion der Vitalfunktionen
führen kann, ist sie eine ernsthafte Erkrankung. Das OPSI-Syndrom entsteht ausschließlich
in Folge einer Splenektomie oder einer funktionsuntüchtigen Milz, die ihre Aufgabe nicht
mehr erfüllen kann.
Das häufigste Bakterium, das vor allem die Ursache für ein OPSI-Syndrom bei
Kindern ist, ist Pneumokokken. Die Infektion mit Pneumokokken bei einem OPSI-Syndrom
kann insbesondere für Kinder und ältere Menschen gefährlich werden, da deren
Abwehrkräfte schwächer sind.
Die Orbitaphlegmone ist eine entzündliche Erkrankung der Augenhöhle. Die
Bezeichnung der Krankheit leitet sich unter anderem von der medizinischen Bezeichnung
für Augenhöhle (Orbita) ab.
Von einem Organischen Psychosyndrom sprechen Mediziner dann, wenn einer
psychischen Veränderung (z.B. Delir, Bewusstseinsstörung, Demenz, Verwirrtheit usw.) eine
organische Ursache zugrunde liegt, wie z.B. ein Hirntumor, Hirnblutungen, Enzephalitis, oder wenn
diese in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas auftritt.
Nicht jede Beschäftigung mit gesundem Essen ist sofort als Essstörung zu bewerten.
Bei der als Orthorexia nervosa bezeichneten Erkrankung leiden die Betroffenen unter einer

130
übertriebenen Obsession nach gesundem Essen und missionieren zudem ihr Umfeld. Bei
offensichtlichem Untergewicht sollten Familienangehörige an diese Erkrankung denken und
den Betroffenen ermutigen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Morbus Osgood-Schlatter ist eine Störung der Ossifikation
(Verknöcherungsprozess knorpeliger Strukturen) im Kniebereich, von welcher in erster
Linie Jugendliche zwischen neun und fünfzehn Jahren, insbesondere im Zusammenhang mit
Wachstumsschüben, betroffen sind. Jungen sind mit einem Verhältnis von 3:1 bis zu 7:1
häufiger von Osgood-Schlatter betroffen als Mädchen.
Die Osteonekrose bezeichnet das Absterben (Nekrose) von Knochen oder
Knochenabschnitten durch einen Infarkt des Knochens. Knochennekrosen können in jedem
Lebensalter auftreten. Die Prognose einer Osteonekrose reicht je nach Lage der Störung von
vollständiger Ausheilung bis zur völligen Zerstörung der jeweiligen Knochen.
Eine Osteonekrose zeichnet sich durch starke Schmerzen an der betreffenden Stelle
aus. Man unterscheidet drei Formen der Osteonekrose.
Darunter zählen die aseptischen, die septischen und die posttraumatischen Formen.
Während die septische Osteonekrose durch einen Infekt ausgelöst wird, ist die aseptische
Form ein Sammelbegriff für alle nicht durch eine Infektion bedingte Nekrose des Knochens.
Die posttraumatische Osteonekrose tritt nach einer Verletzung oder einem Bruch des
Knochens auf und kann über eine Infektion oder andere Folgeprozesse des Traumas
ausgelöst werden. Jede Form der Osteonekrose ist unmittelbar durch den Verschluss eines
Blutgefäßes bedingt, welches den jeweiligen Knochen versorgt.
Die Otosklerose ist eine Krankheit des Mittelohrs. Sie äußert sich durch eine sich
langsam entwickelnde, schubweise auftretende Schwerhörigkeit, die bis zur Taubheit führen
kann.
Die Ursache der Otosklerose sind entzündungsähnliche Umbauprozesse des
Knochens vor allem im Mittelohr. Dadurch versteift sich ein – eigentlich bewegliches –
Gehörknöchelchen, der sogenannte Steigbügel. Oft besteht bei der Otosklerose gleichzeitig
ein Ohrgeräusch (Tinnitus). Bei der Entstehung einer Otosklerose spielen erbliche,
virusbedingte und hormonelle Einflüsse eine Rolle. Die Therapie der Wahl ist eine
Operation, bei welcher der Arzt die Schwingungsfähigkeit der Gehörknöchelchen wieder
herstellt.
Eine Ovarialinsuffizienz ist eine Funktionsstörung der Ovarien (Eierstöcke), die auf
verschiedene Ursachen zurückgeführt werden kann und sich in unterschiedlichen
Ausprägungen manifestiert. Unbehandelt mündet eine ovarielle Funktionsstörung oftmals in
einer Sterilität (Unfruchtbarkeit) der betroffenen Frau und einem unerfülltem
Kinderwunsch.
Das Pallister-Killian-Syndrom, auch Teschler-Nicola-Syndrom oder Tetrasomie 12p
Mosaik genannt, ist eine genetisch vererbte Erkrankung. Bei Menschen mit dem Pallister-Killian-
Syndrom liegt eine Chromosomenveränderung vor. Diese Chromosomenveränderung ist an sich gar
nicht so selten. Allerdings versterben die davon betroffenen Kinder meist schon vor der Geburt,
häufig sogar im ersten Schwangerschaftsdrittel, sodass viele dieser Schwangerschaften unbemerkt
bleiben.
Eine Panarteriitis nodosa oder Polyarteriitis nodosa ist eine Rheumatische Erkrankung,
die zu Entzündungen der Blutgefäße führt. Die Erkrankung ist zwar ohne Behandlung
lebensgefährlich, mit Behandlung lässt sich jedoch meistens eine Beschwerdefreiheit der Patienten
erreichen.
Die Pankreasinsuffizienz ist eine Erkrankung, die in der inneren Medizin eine große Rolle
spielt. Hinter einer Insuffizienz verbirgt sich immer eine Einschränkung der Funktionstüchtigkeit
eines Organs oder eines Organsystems. Der Pankreas, die Bauchspeicheldrüse ist, wie es deren
Bezeichnung schon aussagt, eine große Drüse, welche eine ganz wichtige Bedeutung im
Zusammenhang mit dem Stoffwechsel des Menschen besitzt. In diesem Zusammenhang sind sich
die für die Produktion des lebenswichtigen Insulins zuständigen Langerhans´schen Inseln ein
Begriff.

131
Bei einer Pankreasinsuffizienz kommt es im fortschreitenden Verlauf zu einem
kompletten Verlust der Funktionsfähigkeit. In diesem Zusammenhang geht es bei der
Pankreasinsuffizienz darum, dass die Erzeugung und Ausschüttung von den für die gesunde
Verdauung des Menschen wichtigen Enzymen verringert oder komplett eingestellt ist. Auch
die Bereitstellung von Hormonen ist bei der Pankreasinsuffizienz klassisch.
Typische Symptome und Anzeichen bei Pankreasinsuffizienz
 Gewichtsverlust  heller Stuhlgang, ggf. Fettstuhl
 Blähungen  Durchfall
 bei Kindern Gedeihstörungen
Eindeutige Rückschlüssen auf eine Pankreasinsuffizienz lassen sich durch die
Bestimmung des Enzyms Elastase ziehen.
Pankreaszysten sind krankhafte Wucherungen in der Bauchspeicheldrüse. Solche
Wucherungen treten in Blasenform auf. Man unterscheidet dabei zwischen Pseudozysten
und echten Zysten. Sie können entfernt werden ohne dass eine Operation nötig ist.
Die echten Zysten bestehen aus Epithel. Epithel ist eine der vier Grundgewebearten,
die an vielen verschiedenen Stellen im Körper vorkommt und völlig normal ist. Epithel
enthält keine Blutgefäße und auch keine Pankreasenzyme wie Lipase und Amylase und
besteht aus sehr kleinen, dicht gelagerten Zellen.
Echte Zysten kommen seltener vor als Pseudozysten. Es gibt drei verschiedene
Formen von echten Zysten: Die so genannten kongenitalen Zysten sind angeborene, also
erblich bedingte Zysten. Die Retentionszysten treten gern bei einer
chronischen Pankreatitis auf und bilden sich aus Verengungen und Aufstülpungen von
Gängen des Pankreas.
Die dritte Form, die so genannten neoplastischen Zysten bestehen aus Tumorgewebe
und lassen sich nur durch nähere Untersuchung und eine Entnahme von Gewebe von
Pseudozysten unterscheiden. Durch abbildende Verfahren wie beispielsweise eine
Sonographie sind sie nicht zu beurteilen.
Ein papillärer Tumor der Pinealisregion (PTPR) ist ein sehr seltener Hirntumor und
bildet sich vorwiegend an der Rückwand des 3. Hirnventrikels. Der PTPR kann auch als eine
spezielle Form eines Pinealoms, eines Tumors der Epiphyse oder Zirbeldrüse (Glandula pinealis)
angesehen werden. Er verursacht in erster Linie Probleme aufgrund seines Raumbedarfs, weil seine
physische Anwesenheit die Zirkulation und den Abfluss der cerebrospinalen Flüssigkeit (Liquor
cerebrospinalis) behindert.
Die
Begriffe Typhus und Paratyphus bezeichnen meldepflichtige Infektionskrankheiten, die
durch bestimmte Salmonellen entstehen und ein ähnliches Krankheitsbild hervorrufen:
Beide Erkrankungen können sich auf den gesamten Körper auswirken.
Typhus – auch Bauchtyphus (Typhus abdominalis) genannt – ist eine fieberhafte
Allgemeinerkrankung, die unbehandelt schwerwiegend verlaufen und zum Tod führen
kann. Das Wort Typhus leitet sich vom griechischen Wort typhos ab, was so viel bedeutet
wie «Dunst» oder «Nebel». Paratyphus verläuft in der Regel milder.
Beim Parinaud-Syndrom liegt in Kombination mit weiteren neurologischen Symptomen
eine vertikale Blicklähmung durch eine Schädigung der Hirnnerven vor. Der Symptomkomplex
wird auch als dorsales Mittelhirnsyndrom bezeichnet und wurde im 19. Jahrhundert erstmals von
Parinaud beschrieben. Konvergenzbewegungen der Augen sind bei diesem Phänomen nur noch
eingeschränkt möglich. Kommandobewegungen nach oben lassen sich überhaupt nicht mehr
ausführen.
Bei der Parodontose, die im Volksmund oft fälschlicherweise auch
als Paradontose bezeichnet wird, handelt es sich eigentlich um eine Parodontitis. Bei dieser Form
der Zahnfleischerkrankung kommt es zu einer Entzündung des Zahnhalteapparats sowie des
Zahnbettes. Ursache für diese Krankheit sind zumeist Zahnfleischentzündungen, die durch
Bakterien hervorgerufen wurden. Wird die Parodontose nicht behandelt, kann es im Verlauf zum
Zahnausfall kommen.
132
Der Begriff Paroxysmale Hemikranie beschreibt eine spezielle Form der Kopfschmerz-
Krankheit. Sie ist charakterisiert durch anfallsartige, halbseitige, sehr heftige Schmerzattacken, die
von Rötungen auf der betroffenen Gesichtshälfte begleitet werden. Die Dauer der Anfälle beträgt
wenige Minuten bis in seltenen Fällen etwa 45 Minuten.
Als Patellaluxation wird eine Verrenkung (Luxation) der Kniescheibe (Patella) bezeichnet,
bei welcher die Patella in aller Regel nach lateral (zur Außenseite) aus der knöchernen
Führungsrinne bzw. ihrem Gleitlager am Oberschenkelknochen (Femur) gesprungen ist.
Das Patellaspitzensyndrom, das eine Kombination aus mehreren Erkrankungen aufweist,
wird ebenfalls im umgangssprachlichen Gebrauch als Jumpersknee oder Springerknie bezeichnet.
Das Knie ist bei dieser Erkrankung von einem entzündlichen Vorgang betroffen, der chronisch ist,
also andauert und ständig wiederkehrt, sobald die ursprünglichen Auslöser wieder vorhanden sind.
Das PCO-Syndrom (PCOS, Polyzystisches Ovarialsyndrom) ist eine häufige hormonelle
Störung bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Per Definition liegt ein PCO-Syndrom
vor, wenn zwei der drei folgenden Kriterien zutreffen:
 mindestens acht Zysten in den Eierstöcken (sogenannte polyzystische Ovarien)
 seltene Eisprünge oder ausbleibender Eisprung (Regelblutungen treten in längeren
Zeitabständen oder überhaupt nicht auf)
 Anzeichen erhöhter männlicher Sexualhormone (Hyperandrogenismus)
Gleichzeitig sind andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome aufweisen wie das PCO-
Syndrom (zum Beispiel Erkrankungen der Hirnanhangdrüse beziehungsweise Hypophyse,
der Nebennieren und der Eierstöcke), auszuschließen.
Pellagra stellt eine Unterversorgung des Körpers mit Vitamin B3 (Niacin, Nikotinsäure)
dar. Heute spielt diese Erkrankung nur noch in armen Ländern mit häufigen Hungersnöten sowie in
Ländern mit Mais als Hauptnahrungsmittel eine große Rolle. In Mais ist Niacin nur in gebundener
Form vorhanden. Nur in alkalisch aufgeschlossenem Mais wird Niacin für den Körper verwertbar.
Nachdem Mais nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus auch in Europa als
Nahrungsmittel Einzug hielt, breitete sich eine seltsame Erkrankung aus, deren Leitsymptom eine
raue Haut war.
Im Rahmen der Definition des Pemphigus vulgaris wird von einer sogenannten
Autoimmunerkrankung der Haut gesprochen, welche vorrangig mit der Ausprägung von Blasen
einhergeht. Angenommen wird eine kausale Verbindung der Pemphigus vulgaris mit
Autoimmunerkrankungen anderer Organe sowie mit Karzinomen und Lymphomen.
Bei Pemphigus vulgaris geht es um eine Erkrankung, bei der die körpereigene
Abwehr, die Hauptaufgabe des Immunsystems, auf die Haut gerichtet ist. Als Resultat
dieser Autoimmunerkrankung kommt es zur Schädigung und letztendlich zur Zerstörung
von Hautzellen und Hautgewebe. Durch die Beschädigung des Gewebes kann
Gewebswasser auftreten und sich bei Pemphigus vulgaris in entsprechenden Blasen
sammeln. Grundsätzlich werden beim Pemphigus vulgaris zwei Stufen/Phasen kategorisiert
(Initialphase und Generalisationsphase).
Peniskrebs (Peniskarzinom) ist ein seltener bösartiger Tumor bei Männern. Er kommt
vor allem im höheren Lebensalter vor. Peniskrebs entsteht vorwiegend an der Eichel und an der
Vorhaut. Experten sehen einen Zusammenhang zwischen Peniskrebs und Vorhauttalg, dem
Smegma. Sammelt sich Smegma durch mangelnde Sexualhygiene zwischen Eichel und Vorhaut an,
gilt dies als Risikofaktor für Peniskrebs. Bei Männern, die an einer Phimose leiden, ist die Vorhaut
verengt. Sie können die Vorhaut nicht vollständig zurückschieben und haben Schwierigkeiten, die
Eichel zu reinigen und von Smegma zu befreien. Deshalb scheint auch die Phimose Peniskrebs zu
begünstigen.
Die erworbene Penisverkrümmung (Induratio penis plastica - IPP) ist eine Erkrankung,
die meist durch heftigen Geschlechtsverkehr entsteht, bei welchem der Penis stark verbogen oder
abgeknickt wird. Dadurch kommt es zu kleinsten Verletzungen im Gewebe, die mit der Zeit
verhärten und die Penisverkrümmung verursachen. Die IPP ist zu unterscheiden von der
angeborenen Penisverkrümmung.

133
Unter Perianalthrombose oder Analthrombose wird die Bildung sehr schmerzhafter
Knoten im Bereich des Afterausgangs bezeichnet. Sie ist unangenehm, bildet sich aber in der Regel
innerhalb einiger Wochen von selbst zurück, wobei eine Hautfalte verbleiben kann.
Als Perianalthrombose werden Blutgerinnsel im Bereich des Afters bezeichnet, die in Knotenform
auftreten und je nach Schweregrad der Thrombose unterschiedlich groß werden können.
Leichte Knoten erreichen nur etwa Traubengröße, in schweren Fällen wird über
Knoten berichtet, die die Größe von Pflaumen oder Taubeneiern erreichen. In einigen Fällen
bilden sich mehrere Knoten, oder ein Knoten enthält mehrere Thromben. Die Knoten sind
gerötet oder wirken bläulich.
Hinter dem Begriff Schultergelenkentzündung  (auch: Periarthritis humeroscapularis)
können verschiedene degenerative Veränderungen im Schultergürtel stecken, die mit einer
schmerzhaft eingeschränkten Beweglichkeit der Schulter einhergehen. Diesen Zustand bezeichnet
man per Definition auch als Frozen Shoulder oder schmerzhafte Schultersteife.
Häufig verwenden Mediziner für die Schultergelenkentzündung oder Frozen
Shoulder mehr oder weniger gleichbedeutend auch folgende Bezeichnungen:
 Periarthritis humeroscapularis  Duplay-Syndrom
 Periarthropathia humeroscapularis  Immobilisationsarthritis
 Periarthrosis humeroscapularis
Ein Perikarderguss (Herzbeutelerguss) ist eine übermäßige
Flüssigkeitsansammlung in der Perikardhöhle. Es gibt sehr gute Behandlungsmethoden
sowie Heilungschancen, nur in den wenigsten Fällen ist ein chirurgischer Eingriff nötig.
Der Spalt zwischen Herzbeutel und der Herzhaut, die Perikardhöhle, ist auch im
physiologischen Zustand mit etwas Flüssigkeit gefüllt, um den Reibungswiderstand bei
jedem Herzschlag zu vermindern. Wird jedoch mehr Flüssigkeit gebildet als wieder
aufgenommen, sammelt sich Flüssigkeit in der Perikardhöhle an und es kommt zum
Perikarderguss. Steigt die Flüssigkeitsmenge in der Perikardhöhle sehr stark an, wird der
Herzmuskel eingeengt und die Herzkammern können sich nicht mehr genügend mit Blut
füllen. Es gibt viele Ursachen für einen Perikarderguss. Dazu gehören etwa eine
Ventrikelruptur, also ein Einriss der Herzkammer oder eine Aortendissektion, einem
Aufplatzen der Hauptschlagader.
Bei kleinen bzw. chronischen Perikardergüssen kommt es nur selten zu Symptomen,
da die Menge an Perikardflüssigkeit nur geringfügig erhöht ist. Bei schwereren
Perikardergüssen kann es zu einer Vielzahl von Beschwerden kommen. Besonders typisch
ist eine Verminderung der Pumpleistung des Herzens. Bei schweren Ergüssen treten
Symptome einer Herzinsuffizienz, wie etwa blaue Lippen oder einer Blutstauung der
Halsvenen auf.
Die periphere Arterielle Verschlusskrankheit wird in der Medizin auch
als pAVK abgekürzt und basiert auf einer vorwiegend mechanischen Beeinträchtigung des
ungehinderten Blutflusses durch die Arterien.
Die periphere Arterielle Verschlusskrankheit wird deshalb so genannt, weil sich im
Laufe der Zeit die Arterien verschließen können, was eine Unterbrechung des Blutflusses
darstellt. Die pAVK gehört daher zu den lebensbedrohlichen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen, die sich überwiegend auf die unteren Extremitäten beschränken.
Eher selten kommt es zu einer peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit in den
Armen. Im umgangssprachlichen Gebrauch wird die periphere Arterielle
Verschlusskrankheit häufig auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet, welche durch ganz
typische Symptome erkennbar ist und die Lebensqualität der Betroffenen ganz enorm
beschränken kann.
Hinter dem Begriff Anämie verbirgt sich eine Blutkrankheit, welche als Blutarmut auch
im umgangssprachlichen Gebrauch bekannt ist. Dies stammt sicherlich daher, dass eine perniziöse
Anämie sogar äußerlich sichtbar ist, wenn dieser Zustand nicht behandelt wird. Die perniziöse
Anämie ist nur eine Erkrankung des blutführenden Systems, welche sich ausschließlich auf die

134
roten Blutkörperchen bezieht. Die Erkrankung basiert auf einer verminderten Reifung und
Einlagerung des roten Blutfarbstoffs in den Erythrozyten.
Wird eine perniziöse Anämie nicht adäquat therapiert, können die auftretenden
Defizite, welche innerhalb der Blutversorgung auftreten, mit einem tödlichen Ausgang
verbunden sein. Eine andere Benennung der perniziösen Anämie ist Morbus Biermer.
Der Begriff Sichelfuß (Pes adductus) bezeichnet per Definition eine angeborene oder
erworbene Fehlstellung des Fußes, bei der sich sowohl der Mittelfuß als auch die Zehen in der
sogenannten Adduktionsstellung befinden und verstärkt nach innen gewölbt sind. Zusätzlich
weicht beim angeborenen Sichelfuß die Großzehe nach innen ab (= Hallux Varus, im Gegensatz
zum Hallux valgus). Im Gegensatz zum Klumpfuß ist die Fersenstellung beim Sichelfuß normal
oder etwas eingeknickt. Meist tritt der Sichelfuß beidseitig auf. Jungen sind vom Sichelfuß
allgemein häufiger betroffen als Mädchen.
Der Begriff Spitzfuß (Pes equinus) bezeichnet per Definition eine Fehlstellung des
Fußes, die durch einen sogenannten Fersenhochstand gekennzeichnet ist: Die Ferse ist durch eine
dauerhafte Beugung des Fußes in Richtung Fußsohle hochgestellt, so dass der Fuß den Boden
ausschließlich mit dem Fußballen berührt; auch durch passive Bewegung kann man einen Spitzfuß
nicht in eine gerade Form bringen. Die dauerhaft bestehende Beugung des Fußes in Richtung
Fußsohle bezeichnet man auch als Plantarflexion.
Der Begriff Spreizfuß (Pes transversoplanus) bezeichnet per Definition eine
Fußfehlstellung, die durch ein abgesenktes Fußquergewölbe und einen verbreiterten
Vorderfuß aufgrund gespreizter Mittelfußköpfe gekennzeichnet ist. Beide Fehlbildungen
(Deformitäten) entstehen im Lauf des Lebens und können mit zunehmender
Intensität Schmerzen bereiten. In den meisten Fällen bereitet der Spreizfuß jedoch keine
oder nur geringe Beschwerden. Lässt sich das eingesunkene Fußquergewölbe nicht passiv
ausgleichen, liegt ein sogenannter kontrakter Spreizfuß vor.
Ein gesunder Fuß trägt die auf ihn wirkende Last mit seinem äußeren Bereich, so
dass der Hauptanteil des Gewichts beim aufrechten Stehen auf dem ersten und letzten Zeh
beziehungsweise Mittelfußknochen liegt. Da beim Spreizfuß das Quergewölbe abgesenkt
ist, liegt der gesamte Vorfuß auf dem Boden auf, was zwei Folgen hat: Einerseits ist der Fuß
insgesamt (mehr oder weniger) verbreitert, andererseits ist die für gewöhnlich außen
liegende Lastaufnahme nach innen verlagert. Ein Spreizfuß führt demnach zu einer
vermehrten Belastung des zweiten und dritten Mittelfußknochens. Da diese Knochen jedoch
nicht für die hohen Belastungen ausgelegt sind, kann es nachfolgend zu Schwielenbildung
mit Schmerzen kommen.
Die Pest ist eine hochgradig ansteckende, bakterielle Infektionskrankheit. Die
Bezeichnung Pest leitet sich von dem lateinischen Begriff pestis her und bedeutet Seuche,
Verderben. Die Pest tritt in Epidemien auf und hat in der Vergangenheit unzählige Todesopfer
gefordert. Die Pest ist eine sogenannte Zoonose (= von Tieren auf Menschen übertragbare
Erkrankung): Eigentlich ist die Pest eine Krankheit wild lebender Nagetiere, wobei auch deren
Flöhe, wie zum Beispiel Rattenflöhe, den Pesterreger in sich tragen. Die Pest tritt in drei
Hauptformen auf:
 Beulenpest: auch Bubonenpest genannt; häufigste Form, entsteht durch Stiche infizierter Flöhe
 Pestsepsis: entsteht meist sekundär aus anderen Formen, aber auch primär durch Flohstiche
oder durch Kontaktinfektion, indem infiziertes Material durch Hautverletzungen eindringt
 Lungenpest: seltene Form, entsteht durch Tröpfcheninfektion (hochansteckend) oder sekundär
durch Ausbreitung einer Beulenpest
Das Pfeiffer-Syndrom ist eine selten auftretende Erberkrankung, das zu den
Kraniosynostosen zählt. Da diese autosomal-dominant weitervererbt wird, haben Personen
mit dieser Erkrankung eine fünfzigprozentige Chance, diese an ihre Kinder
weiterzuvererben. Das Pfeiffer Syndrom beeinträchtigt das normale Wachstum der Schädel-
und Gesichtsknochen, was zu kraniofazialen Anomalien führt. Die Knochen verschmelzen
frühzeitig und wirken sich auf die Form aus. Auch die Knochen beider Hände und Füße sind
von dem abnormen Wachstum betroffen.
135
Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose) ist weit verbreitet und in aller
Regel eine harmlose Erkrankung. Hervorgerufen wird es durch das Epstein-Barr-Virus (EBV). Zu
den Hauptsymptomen zählen Fieber und Lymphknotenschwellungen.
Das Virus der Mononukleose wird hauptsächlich über den Mund (oral) übertragen.
Daher stammt auch die Bezeichnung als «kissing disease» (Kusskrankheit). Typisch für
pfeiffersches Drüsenfieber ist, dass das Virus während der akuten Phase der Erkrankung
sowie über mehrere Monate danach im Speichel infizierter Personen vorhanden ist. In dieser
Zeit besteht Ansteckungsgefahr für Menschen, die nicht immun gegen das Epstein-Barr-
Virus sind.
Die Bezeichnung Pfortaderthrombose ist ein zusammengesetztes Wort, welches als
Pfortader und Thrombose besteht. Im Zusammenhang mit der Lokalisation der Thrombose ist bei
diesem Krankheitsbild die Venae portae betroffen. Die Venae portae ist ein spezielles Blutgefäß,
welches für die Beförderung von Blut zur Leber verantwortlich ist.
Von einer Thrombose wird in der Medizin gesprochen, wenn es sich wie bei der
Pfortaderthrombose um einen Verschluss der Pfortader durch ein sogenanntes Gerinnsel
handelt, welcher sich im Gefäß festsetzt und die Blutzu- oder Blutabfuhr beeinträchtigt oder
verhindert. Die Pfortaderthrombose ist eine seltene Ausprägung einer Thrombose, welche
bereits von anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt ist.
Typische Symptome und Anzeichen bei Pfortaderthrombose
Meist sind bei einer Pfortaderthrombose keine typischen Symptome sofort zu
erkennen. Hämorrhoiden, Ösophagusvarizen und eine Vergrößerung der Milz zählen jedoch
zu den gängigen Beschwerdebildern. Auch eine Leberstörung kommt häufig vor.
 Bauchschmerzen und Schwellungen
 Durchfall, Völlegefühl und Übelkeit
Amputationsschmerzen sind Schmerzen, die nach der chirurgischen Entfernung
eines Körperteils (Amputation) auftreten. Per Definition lassen sie sich in zwei Varianten
unterteilen: den Phantomschmerz (Ein Phantomschmerz ist der bis heute rätselhafte
Schmerz, den die Betroffene nach einer Amputation scheinbar im nicht mehr vorhandenen
Körperteil empfinden, der sich also eigentlich außerhalb des Körpers befindet.
Phantomschmerzen treten nach mehr als der Hälfte aller Gliedmassenamputation auf.) und
den Stumpfschmerz (ist der nach einer Amputation direkt am Amputationsstumpf
auftretende Schmerz. Stumpfschmerzen können plötzlich und heftig (akut) auftreten oder
langwierig (chronisch) verlaufen. Als Gründe für die Schmerzen am Amputationsstumpf
kommen neben Durchblutungsstörungen,).
Die Pharyngitis (Rachenentzündung) ist eine der häufigsten Erkrankungen im Hals-Nasen-
Ohren-Bereich: Hierbei ist die Schleimhaut im Rachen akut oder chronisch entzündet.
Die akute Pharyngitis, auch als akuter Rachenkatarrh bezeichnet, entsteht in der
Regel durch die Infektion mit einem Erreger – meist Viren. Nur selten stecken
ausschließlich Bakterien hinter akut verlaufenden Rachenentzündungen. Oft sind neben der
Schleimhaut im Rachen gleichzeitig die Schleimhäute von Nase und Kehlkopf entzündet.
Die chronische Pharyngitis ist ein Oberbegriff für Langzeit-Irritationen im Rachenbereich.
Hierfür kommen viele verschiedene Auslöser infrage, zum Beispiel: Umweltgifte,
Strahlung, Tabakrauch, Alkohol oder Klimaanlagen, aber
auch Allergien, Stoffwechselstörungen (wie Diabetes mellitus) oder hormonelle
Veränderungen (z.B. durch die Wechseljahre oder eine Schilddrüsenunterfunktion).
Die chronische Pharyngitis zeigt andere Symptome, die sich vorwiegend nach
längerem Kontakt der Rachenschleimhäute mit reizenden Stoffen entwickeln: Typische
Anzeichen für eine chronisch entzündete Rachenschleimhaut sind ein Trockenheitsgefühl
und das Gefühl, sich ständig räuspern zu müssen. Durch Husten löst sich zäher Schleim.
Unter Umständen treten Reizhusten und ein Fremdkörpergefühl im Hals (sog.
Globussyndrom) auf.
Rachenkrebs (Pharynxkarzinom) ist ein bösartiger Tumor im Rachen (Pharynx) und
gehört damit zu den Kopf-Hals-Tumoren. Wie die Mehrzahl der bösartigen Tumoren im Kopf-

136
Hals-Bereich sind die meisten Rachentumoren vom Gewebe her (histologisch)
sogenannte Plattenepithelkarzinome – das heißt, sie gehen von der Schleimhaut des Rachenraums
aus.
Rachenkrebs geht von der Schleimhaut des Rachens aus und ist somit – wie die
meisten anderen Kopf-Hals-Tumoren auch – ein sogenanntes Plattenepithelkarzinom. Die
genaue Ursache für Rachenkrebs ist nicht bekannt. Zu den Risikofaktoren für die
Entwicklung von Krebs im Rachen gehören Alkohol- und Tabakkonsum sowie Infektionen
mit bestimmten Viren (v.a. humanes Papillomvirus, HPV).
Die Phenylketonurie (PKU) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich im Körper die
Aminosäure Phenylalanin anreichert. Dies stört in erster Linie die Entwicklung des Gehirns. Durch
eine rechtzeitige und konsequente Therapie entwickeln sich die betroffenen Kinder jedoch völlig
normal.
Die Phenylketonurie ist angeboren: Ihr liegt ein Enzymdefekt zugrunde, den
Betroffene durch Vererbung an ihre Kinder weitergeben können. Der Enzymdefekt führt
dazu, dass der Körper das mit der Nahrung aufgenommene Phenylalanin nicht abbauen
kann. Diese Substanz reichert sich im Blut an und die Betroffenen scheiden sie vermehrt –
jedoch nicht ausreichend – über den Urin aus.
Die Therapie der Phenylketonurie besteht in einer lebenslangen phenylalaninarmen
Diät, deren Einhaltung vor allem während der Entwicklung des Gehirns (d.h. in den ersten
Lebensjahren bis zur Pubertät) und während der Schwangerschaft wichtig ist. Bei
rechtzeitiger Diagnose der Erbkrankheit und bei frühem Diätbeginn entwickeln sich die
betroffenen Kinder vollkommen normal. Ohne Behandlung kann die Phenylketonurie
jedoch zu einer schwerwiegenden geistigen und motorischen Behinderung führen.
Bei einer Phimose (Vorhautverengung) besteht ein Missverhältnis zwischen der Größe
der Eichel und der dehnbaren Weite der Vorhautöffnung. Dadurch lässt sich die Vorhaut
(Präputium) gar nicht oder nur unter Schwierigkeiten über die Eichel des Penis zurückziehen. Es
sind zwei Formen von Vorhautverengung unterscheidbar: die angeborene (primäre) und die
erworbene (sekundäre) Phimose.
Das Phlebotomus-Fieber ist eine virale Infektionskrankheit, die im gesamten
Miitelmeerraum, in Nordafrika, dem Mittleren Osten und den Golfstaaten vorkommt. Teilweise
sind Ausbreitungen bis zum Himalaya hin bekannt.
Eine übertriebene Angst vor speziellen Situationen oder Dingen wird
als Phobie bezeichnet. Es gibt drei Arten von Phobien. Bei der Agoraphobie besteht eine Angst vor
öffentlichen Plätzen oder vor Menschansammlungen. Bei einer sozialen Phobie liegt eine generelle
Angst vor anderen Menschen vor.
Bei einer spezifischen Phobie bezieht sich die Angst auf spezielle Dinge, wie
Spinnen oder Krankheiten. Den Betroffenen ist meist bewusst, dass ihr Verhalten unsinnig
ist. Jedoch können sie sich gegen ihr eigenes Verhalten nicht wehren, da die Angst
zwanghaft ist und nicht kontrolliert werden kann.
Synonyme sind Phosphinvergiftung und Phosphorvergiftung. Weitere Bezeichnungen
sind Monophosphin und Phosphan. Als hauptsächliche Vergiftungsquelle gelten technisch
unreines Acetylen und Ferrosilicium. Beide Mittel bilden in Verbindung mit Feuchtigkeit
Phosphorwasserstoff und Arsenwasserstoff, die zur Irritierung der Lungen führen und als zentrales
Nervengift wirken. Durch den Einatmungsvorgang bildet sich Phosphorwasserstoff im Körper, was
zu einer Phosphorwasserstoffvergiftung führen kann.
In der Antike galt die Phrenitis als anhaltendes Fieberdelirium, das die damalige Medizin
als Form der Geisteskrankheit verstand. Heute wird die Erkrankung als Zwerchfellentzündung
beschrieben, die über die Gabe von Antibiotika behandelt wird. Meist liegen der Krankheit
bakterielle Ursachen zugrunde.
Bei einer Pigmentstörung ist die Bildung von Farbpigmenten gestört, so dass die Haut
stärker (Hyperpigmentierung) oder schwächer (Hypopigmentierung, Depigmentierung) gefärbt ist
als normal.

137
Die Ursachen für die Abweichungen der Hautfarbe sind je nach Form der
Pigmentstörung unterschiedlich. Dabei können sowohl erblich bedingte Faktoren als auch
äußere Einflüsse auf die Haut wie Kälte, Wärme, Druck, Reibung, Kosmetika oder
bestimmte Medikamente eine Rolle spielen. Für eine Pigmentstörung können zudem
hormonelle Veränderungen verantwortlich sein.
Bei der Placenta accreta ist die Muskulatur der Gebärmutter mit der Plazenta verwachsen.
Nach dem Geburtsvorgang findet somit keine natürliche Ablösung des Mutterkuchens statt. Meist
sind mit einer Geburt daher starke Blutungen verbunden. Rund eine von 2500 Schwangeren leidet
aktuell an einer Placenta accreta. Die Erscheinung wird auch als krankhaft anhaftende Plazenta
bezeichnet und kann schwere Komplikationen bei der Geburt hervorrufen.
Es werden mehrere Formen der Placenta accreta unterschieden. Die schwerste Form
ist die Placenta increta oder Placenta percreta. Eine der leichtesten Formen ist die
Sonderform der Placenta adhaerens. Der Verdacht auf eine Plazenta accreta stellt sich in
der Regel lange vor der Geburt ein, sodass die Schwangere vorab entweder einer
Schnittgeburt zustimmen oder trotz des Komplikationsrisikos eine vaginale Geburt mit
entsprechenden Vorbereitungen verlangen kann.
Unter einem Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) versteht man einen bösartigen Tumor
der Haut, der von den Zellen des Stratum spinosum abstammt. Das Stratum spinosum
(Stachelzellschicht) ist, von innen nach außen betrachtet, die zweite der fünf Schichten der
Oberhaut (Epidermis).
Der Pla
allem das Längsgewölbe des Fußes ist hierbei stark abgeflacht, sodass der Fuß insgesamt fast
vollständig beim Gehen auf dem Boden aufliegt. Meist ist der Plattfuß angeboren, kann aber auch
durch orthopädisches Fehlverfahlten im Laufe des Lebens auftreten.
Ein Pleuraerguss ist eine Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustkorb. Die
Lunge und die Innenseite des Brustkorbs sind von einer feinen Haut überzogen, dem Brustfell
(griechisch: Pleura). Dieses Brustfell besteht aus:
Pleura pulmonalis (oder auch Pleura visceralis, Lungenfell), einer dünnen Gewebsschicht, die
sich auf der Oberfläche beider Lungen befindet
Pleura parietalis (Brustfell im eigentlichen Sinn), einer dünnen Gewebsschicht, welche die
Innenwände des Brustkorbs, die Oberseite des Zwerchfells und den Herzbeutel bedeckt –
alles Berührungspunkte der Lungen im Brustkorb
Die häufigsten Ursachen für einen Pleuraerguss sind bösartige Tumoren (bes. Lungenkrebs)
und bakterielle Lungenentzündungen oder Tuberkulose. Dabei ist der Pleuraerguss auch ein
wichtiges Leitsymptom für Erkrankungen, die nicht unmittelbar die Lunge betreffen,
wie Krebserkrankungen anderer Organe, Herz-, Nieren-, Leber- und Rheumatische Erkrankungen.
Eine feuchte Brustfellentzündung (Pleuritis exsudatia) geht stets mit einem Pleuraerguss einher.
Je nachdem, wie die Flüssigkeitsansammlung bei einem Pleuraerguss beschaffen ist,
unterscheidet man sogenannte transsudative und exsudative Pleuraergüsse:
Transsudativer Pleuraerguss: Die Flüssigkeit enthält nur wenig Eiweiß – man
bezeichnet sie als Transsudat. Es entsteht durch ein gestörtes Gleichgewicht zwischen
Bildung und Aufnahme der Pleuraflüssigkeit durch das Brustfell, wobei das Brustfell selbst
jedoch nicht erkrankt oder geschädigt ist.
Exsudativer Pleuraerguss: Die Flüssigkeit enthält viel Eiweiß – man bezeichnet sie
als Exsudat. Exsudate sind wegen des höheren Eiweißgehalts schwerer als Transsudate. Sie
entstehen durch entzündliche Prozesse oder Tumoren, die eine erhöhte Durchlässigkeit des
Brustfells oder eine Behinderung des Lymphabflusses aus dem Pleuraraum verursachen.
Bei einer Rippenfellentzündung oder Brustfellentzündung (Pleuritis) ist die dünne
Gewebeschicht entzündet, die die Lunge bedeckt und die Brusthöhle von innen auskleidet: das
sogenannte Brustfell (Pleura). Das Brustfell ist eine dünne Gewebeschicht, die sich grob in zwei
Teile gliedert:
 Das Lungenfell (bzw. Pleura pulmonalis oder Pleura visceralis) bedeckt die Lungen.

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 Das Rippenfell (bzw. Pleura parietalis) kleidet den Brustkorb von innen aus und
bedeckt die Oberseite von Zwerchfell und Herzbeutel.
Meist hat die Rippenfellentzündung oder Brustfellentzündung ihre Ursache in einer
anderen Erkrankung, etwa einer Lungenentzündung (Pneumonie) oder in schweren Fällen
einer Tuberkulose.
Mediziner unterscheiden zwei Arten der Rippenfellentzündung:
 die trockene Rippenfellentzündung (Pleuritis sicca), deren typische Symptome
stechende Schmerzen beim Ein- und Ausatmen beziehungsweise beim Husten sind, und
 die feuchte Rippenfellentzündung (Pleuritis exsudativa), bei der sich Flüssigkeit
zwischen den Rippen und der Lunge ansammelt (sog. Pleuraerguss), was in der
Regel Schmerzen verhindert, aber je nach Flüssigkeitsmenge Atemnot verursachen
kann.
Das seltene benigne (gutartige) Plexuspapillom entwickelt sich an dem
Adergeflecht, das die einzelnen Hirnventrikel zur Ver- und Entsorgung außen einhüllt.
Unbehandelt kommt es allmählich zur Behinderung des zwischen den Ventrikeln
zirkulierenden und sich kontinuierlich austauschende fließenden Nervenwassers (Liquor),
vor allem kann es durch einen gestörten Abfluss bei gleichbleibender Gestehungsrate des
Liquors zu einem erhöhten Hirndruck mit entsprechenden Symptomen führen.
Ein plötzlicher Herztod (engl.: Sudden Cardiac Death, SCD) ist per Definition ein
unerwarteter, natürlicher, durch das Herz verursachter Tod bei Menschen mit bekannter oder
unbekannter Herzerkrankung, an dessen Anfang ein plötzlicher Bewusstseinsverlust steht und der
innerhalb der ersten 24 Stunden nach Symptombeginn eintritt.
Ein plötzlicher Herztod ist die Folge einer Herzrhythmusstörung, also einer Störung
in der Erregungsleitung des Herzens: Dabei erhält das Herz keine regelmäßigen elektrischen
Impulse mehr, die normalerweise den Herzmuskel dazu bringen, sich zusammenzuziehen
(Kontraktion). Infolgedessen gerät das Herz aus seinem gewohnten Rhythmus: Seine
Schlagzahl steigt in den meisten Fällen stark an – von gewöhnlich 60 bis 80 Schlägen auf
teilweise über 500 Schläge pro Minute. Daraus entsteht ein Herzkammerflimmern –
unkoordinierte Kontraktionen der einzelnen Herzmuskelfasern. Dies bedeutet Herzversagen
– es ist keine einheitliche Kontraktion des Herzmuskels mehr möglich, so dass das Herz
auch kein Blut mehr in das Kreislaufsystem pumpen kann. Das Kammerflimmern führt
daher – ohne sofortige Behandlung – in Sekunden dazu, dass der Kreislauf zusammenbricht
(Kreislaufstillstand). Die Betroffenen sind nach ein bis zwei Minuten bewusstlos. Mit
bleibenden Schäden ist nach drei bis fünf Minuten zu rechnen, nach durchschnittlich zehn
Minuten tritt der Hirntod ein.
Ein plötzlicher Kindstod liegt immer dann vor, wenn ein Säugling ohne vorherige
Krankheitszeichen oder ein auffälliges Verhalten völlig überraschend und unerwartet verstirbt und
auch eine Autopsie keinerlei Anhaltspunkte für die Todesursache liefern kann.
PMS ist die Abkürzung für Prämenstruelles Syndrom. Man versteht darunter
verschiedene körperliche und psychische Beschwerden, die regelmäßig mehrere Tage vor der
Menstruationsblutung beginnen und sich mit dem Eintreten der Blutung wieder bessern. Ein PMS
ist eine ernstzunehmende Beeinträchtigung, die behandelt werden kann. Eine mögliche Ursache ist
ein hormonelles Ungleichgewicht von Östrogen und Progesteron, das aus den zyklischen
Hormonschwankungen bei Frauen resultiert. Nach dem Eisprung steigt der Progesteronspiegel,
während der Östrogenspiegel sinkt. Weitere hormonelle Ursachen für ein Prämenstruelles
Syndrom können vermutlich eine Schilddrüsenunterfunktion sowie ein zu niedriger
Melatoninspiegel sein.
Der Begriff Pneumothorax bedeutet Luft im Brustraum (wobei pneu für Luft
und thorax für Brustraum steht). Diese Übersetzung ist jedoch nicht ganz korrekt: Bei einem
Pneumothorax sammelt sich die Luft ausschließlich zwischen den beiden Schichten der Pleura
(Brustfell) – im sogenannten Pleuraspalt – an, der unter normalen Umständen luftleer ist.
Die Pleura ist eine feine Haut, welche die Lunge und die Innenseite des Brustkorbs
überzieht. Sie besteht aus zwei Blättern: dem Lungenfell (Pleura pulmonaris oder Pleura
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visceralis) und dem Brustfell im engeren Sinne (Pleura parietalis). Ist die Lunge normal
ausgedehnt, liegen beide Blätter der Pleura aufeinander. Dazwischen befindet sich
der Pleuraspalt, der mit einem gleitenden Flüssigkeitsfilm gefüllt ist. Durch diesen
Flüssigkeitsfilm haftet die Lunge am Brustfell, sodass die Lunge dem Brustkorb eng anliegt
und dessen Atembewegungen folgen kann. Kommt es zu einem Pneumothorax, fällt durch
die in den Pleuraspalt eindringende Luft der betroffene Lungenflügel teilweise oder
vollständig zusammen.
Ein Pneumothorax kann unterschiedlich ausgeprägt sein: Die in den Pleuraspalt
eindringenden Luftmengen können so minimal sein, dass die Betroffenen sie kaum bemerken, oder
die Lungenflügel können vollständig zusammenfallen – es kann aber auch ein
sogenannter Spannungspneumothorax (auch Ventilpneumothorax genannt) entstehen. Dies ist
ein akut lebensbedrohlicher Vorfall, bei dem beide Lungen und die Herz-Kreislauf-Funktion
drastisch eingeschränkt sein können. Ein Spannungspneumothorax entsteht, wenn durch ein
geplatztes Lungenbläschen Luft in den Pleuraspalt eindringt, sich die Öffnung beim Ausatmen aber
wieder Verschließt, so dass bei jedem Atemzug – ähnlich wie bei einem Ventil – Luft in den
Pleuraspalt eindringt, aber nicht mehr entweichen kann. Der Druck im Pleuraspalt steigt immer
weiter an. Der betroffene Lungenflügel ist bereits zusammengefallen und für die Atmung somit
unbrauchbar. Der weiter steigende Druck drängt das Mittelfell (Mediastinum) und das Herz zur
gegenüberliegenden Seite, wodurch auch der gegenüberliegende Lungenflügel zusammengedrängt
ist.
Die Pocken (lat. Variola), auch als Blattern bezeichnet, sind eine durch Viren
hervorgerufene, hochgradig ansteckende, lebensgefährliche Infektionskrankheit, die durch typische
Hautveränderungen gekennzeichnet ist. Da die Pocken hochansteckend sind, breiteten sie sich in
der Vergangenheit in einer ungeschützten Bevölkerung sehr rasch aus. Die Folge waren
Pockenepidemien. Eine Epidemie ist ein räumlich und zeitlich gehäuftes Auftreten einer
Erkrankung. Noch im Jahr 1967 traten weltweit bis zu 15 Millionen registrierte
Pockenerkrankungen auf.
Die Pocken gehörten zu den quarantänepflichtigen Erkrankungen,
wie Pest, Gelbfieber, Ebola und Cholera. Bei einer Quarantäne sind die Erkrankten für die Dauer
der Inkubationszeit streng von anderen Menschen, Gebieten und Gegenständen isoliert, um eine
Ausbreitung der Pockenviren zu vermeiden. Da die Pocken als ausgerottet gelten, ist dies heute
nicht mehr von praktischer Bedeutung.
Die Podokoniose ist eine in vielen tropischen Ländern mit roten Lateritböden zum Teil
endemisch verbreitete Krankheit, die durch Lymphstau an Füßen und Beinen entsteht. Die
Podokoniose zeigt ähnliche Symptome wie die filariöse Elephantiasis, die durch eine Infektion mit
Fadenwürmern (Filarien) verursacht wird. Die Hauptunterscheidung besteht darin, dass die
Podokoniose meist beidseitig vorkommt und an den Füßen beginnt und bei Krankheitsfortschritt
langsam höher bis zu den Knien steigt, aber selten darüber.
Polio (Poliomyelitis, Kinderlähmung) ist eine akute fieberhafte Viruserkrankung, deren
Erreger bevorzugt die Teile des Rückenmarks befallen, welche die Bewegungen kontrollieren. Dies
kann im ungünstigsten Fall zu Lähmungen und Tod führen.
Stottern, Poltern und Stammeln sind verschiedene Störungen des Sprechens und/oder der
Sprache:
 Stottern (auch Balbuties genannt) bezeichnet per Definition eine durch Verspannungen
der Sprechmuskulatur und/oder schnelle Wiederholungen von Lauten, Silben oder
Wörtern entstehende Unterbrechung des Redeflusses.
 Poltern ist eine Störung des Redeflusses, bei der das Sprechtempo überstürzt und
unregelmäßig und die Verständlichkeit beeinträchtigt ist; die Störung liegt nicht im
Sprechvorgang selbst, sondern in der gedanklichen Vorbereitung.
 Stammeln (auch Dyslalie genannt) ist eine Lautbildungsstörung.
Die Polyarthrose, eine Sonderform der Arthrose, ist ein multipler Knorpelschaden
und die weltweit am häufigsten auftretende Gelenkerkrankung. Sie definiert einen multiplen
Abbau von Gelenksubstanz, der den altersbedingten Gelenkverschleiß übersteigt. Dabei
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müssen mindestens drei verschiedene Gelenkarten betroffen sein, andernfalls handelt es sich
um eine Arthrose.
Eine Polydaktylie beschreibt die Existenz von mehr als fünf Fingern an einer Hand oder
mehr als fünf Zehen an einem Fuß. Durch einen autosomal-dominanten Erbgang, erbt der
Betroffene diese Deformität von einem Elternteil. Die Polydaktylie existiert in verschiedenen
Klassifikationen und Ausprägungen.
Polyglobulie bezeichnet eine Zunahme der roten Blutkörperchen. Sie geht mit einer
erhöhten Bluteindickung sowie einer gesteigerten Hämatokrit einher und verursacht
somit Durchblutungsstörungen und verschiedene Begleitsymptome.
Typische Symptome und Anzeichen bei Polyglobulie
 Durchblutungsstörungen
 erhöhtes Risiko für Thrombosen, Schlaganfall und Herzinfarkt
 ggf. Zyanose (Blaufärbung der Haut und Schleimhäute)
 Kopfschmerzen
 ggf. Atemnot und Ohrensausen
Die im Volksmund Sonnenallergie genannte polymorphe
Lichtdermatose oder polymorphe Photodermatose (griech. photo = Licht) bezeichnet per
Definition eine mit Verzögerung auftretende krankhafte Reaktion der Haut auf ungewohnt hohe
UV-A- und/oder UV-B-Strahlung: Das aus dem Griechischen stammende
Wort polymorph bedeutet vielgestaltig und bezieht sich darauf, dass die von
der Sonnenallergie hervorgerufenen Hautveränderungen unterschiedlich ausgeprägt sein können,
und Dermatose heißt Hautkrankheit.
Der Begriff Polymyalgia Rheumatica (PMR), kurz Polymyalgie genannt, bezeichnet per
Definition eine entzündlich-Rheumatische Autoimmunerkrankung, die vor allem
durch Schmerzen der Schulter- und Beckengürtelmuskulatur gekennzeichnet ist (griech. poly =
viel, Myalgie = Muskelschmerz). Darüber hinaus finden sich bei der Polymyalgia Rheumatica
typischerweise deutliche Entzündungszeichen im Blut.
Bei einer Polyneuropathie ist das sogenannte periphere Nervensystem (PNS) in
seiner Funktion gestört. Zum PNS zählen alle Nerven, die außerhalb von Gehirn und
Rückenmark liegen. Typische Beschwerden einer Polyneuropathie sind Schmerzen oder
Missempfindungen in den Armen, Händen, Füssen oder Beinen.
Einige Formen der Polyneuropathie sind angeboren. In den meisten Fällen entsteht
eine Polyneuropathie jedoch als Folge einer anderen Erkrankung (sog. erworbene
Polyneuropathie). So können zum Beispiel ein fortgeschrittener Diabetes mellitus, aber auch
eine schwere Nierenfunktionsstörung (Urämie) eine Polyneuropathie zur Folge haben, aber
auch eine Alkoholkrankheit oder Infektionskrankheiten. Häufig bleiben die Ursachen einer
Polyneuropathie jedoch unbekannt.
Zu den häufigsten Ursachen einer Polyneuropathie zählt Diabetes mellitus. Man
spricht in diesem Zusammenhang auch von einer diabetischen Polyneuropathie.
Veränderungen in den kleinsten Blutgefäßen (sog. diabetische Mikroangiopathie), die durch
den zu hohen Blutzuckerspiegel entstehen, führen dazu, dass die Nerven geschädigt werden.
Als portale Hypertension bezeichnet man einen zu hohen Druck in der Pfortader, der
Vena Portae. Die Pfortader ist dafür zuständig das Blut aus den Bauchorganen, wie dem Magen,
dem Darm und der Milz, in die Leber weiterzuleiten. Alle Druckwerte, die 4 – 5 mmHg in der
Pfortader überschreiten, gelten als portale Hypertension.
Von einer portalen Hypertension spricht man, wenn der Druck der Vene 2 bis 6
mmHg über dem normalen Druck liegt, der beim gesunden Menschen zwischen 6 und 10
mmHg betragen muss.
Für eine nicht normale Steigerung des Drucks in der portalen Vene ist eine
Erhöhung des Widerstandes die Ursache. So ist die portale Hypertension in der Regel auf
eine Stauung des Blutes in der Vene oder auf einen verminderten Abfluss des Blutes in den
Kreislauf zurückzuführen. Besteht ein Hindernis in der Vene, das den Blutfluss blockiert, so

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kann dies lokal begründet sein, sich aber genauso über sehr große Bereiche in ganzen
Gefäßregionen erstrecken.
Man spricht in den unterschiedlichen Fällen von prähepatischen, intrahepatischen
oder posthepatischen Obstruktionen, also Hindernissen innerhalb der Vene bzw. der
Gefäßregion.
Typische Symptome und Anzeichen bei portaler Hypertension
 Bluthochdruck in der Pfortader
 Anschwellung der Venen, besonders auf der Bauchdecke
 Krampfadern in betroffenen Areal
 Magenschleimhautentzündung
 Appetitlosigkeit, aufgeblähter Bauch
 Verdauungsprobleme
 Blutungsneigung und Infektanfälligkeit
Das Postnasal-Drip-Syndrom verursacht eine verstärkte Produktion der
Schleimdrüsen des Körpers. Diese Drüsen befinden sich an den Innenwänden des
Nebenhöhlen und sie produzieren eine dickflüssige, weiße Flüssigkeit, welche diese
Bereiche feucht hält und gegen Eindringlinge wie Viren und Bakterien schützt.
Das Prader-Willi-Syndrom ist eine seltene genetische Erkrankung. Die ersten
Anzeichen im Säuglingsalter sind meist Fütterungsschwierigkeiten mit wenig
Nahrungsaufnahme sowie eine verminderte Muskelspannung der Kinder. Im Verlauf der
Erkrankung entwickelt sich bei den betroffenen Kindern jedoch ein ungebremstes
Essverhalten, so dass das Prader-Willi-Syndrom die häufigste, auf einen Gendefekt
zurückführbare Ursache für eine Fettleibigkeit ist. Das Prader-Willi-Syndrom ist durch
hormonell bedingte Störungen, unter anderem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
Minderwuchs, Fettsucht, Unfruchtbarkeit und eine eingeschränkte Intelligenz
gekennzeichnet.
Die Presbyopie, auch Alterssichtigkeit oder Altersweitsichtigkeit genannt, gehört bei
engerer Definition nicht zu den Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder
Astigmatismus (Stabsichtigkeit), denn: Die Presbyopie ist keine Folge einer krankhaften
Veränderung, sondern entsteht durch den ganz normalen Alterungsvorgang, in dessen Verlauf die
Elastizität der Augenlinse abnimmt. Jeder Mensch ist irgendwann mehr oder weniger alterssichtig.
Die primäre Ziliendyskinesie ist auch als primäre ciliäre Dyskinesie (PCD)
oder Kartagener-Syndrom bekannt. Gemeint ist damit eine selten auftretende Funktionsstörung
der zilientragenden Zellen. Dabei kommt es zu Störungen der Bewegungen der Zilien
(Flimmerhärchen). Die betroffenen Personen leiden dabei unter Atemwegsinfekten, die wiederholt
vorkommen und von einer genetischen Veränderung der Zilien hervorgerufen werden.
Das Krankheitsbild des primären Hyperaldosteronismus wird auch als Conn-
Syndrom bezeichnet. Es ist gekennzeichnet durch einen erhöhten Spiegel des Hormons
Aldosteron, welches den Blutdruck erhöht. Zugrunde liegt dem primärer
Hyperaldosteronismus in den meisten Fällen entweder eine Hyperplasie der Nebennierenrinde
oder aber ein Nebennierenrindenadenom. Resultat daraus ist eine vermehrte Bildung des Hormons
Aldosteron. Dieses hebt den Blutdruck an, sodass der primäre Hyperaldosteronismus oft durch eine
Hypertonie, also durch einen Bluthochdruck, in Erscheinung tritt. Trotzdem wird es meist spät
erkannt, nämlich dann, wenn ein Bluthochdruck auch nach Therapie mit drei oder mehr
Medikamenten nicht erfolgreich einstellbar ist. Auch ein erniedrigter Kaliumspiegel im Blut ist
messbar. Obwohl das Beschwerdebild sich nicht von dem eines klassischen Bluthochdrucks
unterscheidet, ist die Wahrscheinlichkeit für Folgeerkrankungen
wie Schlaganfall und Herzinfarkt deutlich höher.
Ein Progesteronmangel kann einige unspezifische Krankheitsbilder hervorrufen und nicht
zuletzt auch für einen unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sein. Dieser Artikel erklärt
Ursachen und Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung.
Progesteron ist ein weibliches Sexualhormon. Es ist auch unter dem Begriff
"Gelbkörperhormon" bekannt, da es im Eierstock vom Gelbkörper gebildet wird. Das
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Hormon kommt auch im männlichen Körper vor und wird dort im Hoden gebildet. Das
geschieht jedoch nur in sehr geringen Mengen.
Im weiblichen Körper regelt das Progesteron die Einnistung des befruchteten Eis in
der Gebärmutter sowie den Erhalt der Schwangerschaft. Nach dem Eisprung formt sich die
Hülle des Ei-Follikels zum Gelbkörper um. Hieraus wird das Progesteron gebildet.
Gesteuert wird dieser Vorgang durch das LH Hormon, das durch die
Hirnanhangsdrüse hergestellt wird. Im Laufe einer Schwangerschaft sorgt die Plazenta für
die Produktion großer Mengen des Progesterons, damit die Schwangerschaft bestehen
bleibt. Außerdem ist das Progesteron auch Baummaterial für die Hormone Östrogen und
Testosteron.
Typische Symptome und Anzeichen bei Progesteronmangel
 Konzentrationsstörungen  depressive Verstimmungen
 Antriebslosigkeit  Ödeme, Übelkeit, Gewichtszunahme
 Abgeschlagenheit  Regelschmerzen
 Angstzustände
 Brustspannen

Die progressive systemische Sklerodermie (PSS) ist eine Autoimmunerkrankung.


Das heißt, das Immunsystem richtet sich gegen körpereigenes Gewebe – zum Beispiel wie
bei der PSS gegen das sogenannte kollagene Bindegewebe. Es kommt zur Verhärtung
(Sklerosierung) von Haut, Blutgefäßen und inneren Organen. Mediziner ordnen die PSS in
die Gruppe der Kollagenosen ein, also der chronisch-Rheumatischen, entzündlichen
Systemerkrankungen des Gefäß- und Bindegewebsapparats.
Synonyme für die progressive systemische Sklerodermie sind:
 Progressive systemische Sklerose  Diffuse Sklerodermie
 Systemische Sklerose  Systemsklerose
 Systemische Sklerodermie
Der Name progressive systemische Sklerodermie ergibt sich aus den Begriffen
systemisch (den ganzen Organismus betreffend), progressiv (fortschreitend) und
Sklerose/Sklerodermie (bindegewebige Verhärtungen von Organen/der Haut).
Das Aufschieben von Arbeiten, etwa der unbeliebten Steuererklärung, ist ein bekanntes
Alltagsphänomen. Wird das Erledigen unliebsamer aber notwendiger Arbeiten jedoch chronisch
vertagt, liegt mit der Prokrastination eine ernst zu nehmende Arbeitsstörung vor. Betroffene
landen oft in einem Teufelskreis aus Selbstzweifel, Druck und Versagensängsten, während
Außenstehende die Symptome als Faulheit missinterpretieren. Aufgrund der schweren beruflichen
und privaten Auswirkungen für die Betroffenen ist es wichtig, frühzeitig Schritte zur Behandlung
zu ergreifen. Weitere Synonyme sind: Aufschiebeverhalten, Erledigungsblockade,
Erregungsaufschiebung, Handlungsaufschub, Aufschieberitis oder Bummelei.
Eine Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine akute oder chronische Entzündung der
Prostata (Vorsteherdrüse), die entweder bakteriellen oder nicht-bakteriellen Ursprungs sein kann.
Es lassen sich insgesamt vier verschiedene Formen der Prostataentzündung unterscheiden. Je zwei
bakterielle und zwei nicht-bakterielle:
 akute, das heißt plötzlich auftretende, bakterielle Prostatitis
 chronische, das heißt sich allmählich entwickelnde und andauernde, bakterielle Prostatitis
 abakterielle entzündliche Prostatitis (entzündliches chronisches Schmerzsyndrom des
Beckens)
 abakterielle nicht-entzündliche Prostatitis (nicht-entzündliches chronisches
Schmerzsyndrom des Beckens, auch Prostatodynie oder Prostatopathie genannt)
Die abakterielle Prostatitis ist die bei Weitem häufigste aller Prostatitisformen (90
Prozent).
Einen bösartigen Tumor der Prostata (Vorsteherdrüse) bezeichnet man als Prostatakrebs
(Prostatakarzinom)). Wird Prostatakrebs in einem frühen, gut behandelbaren Stadium entdeckt,
bestehen gute Heilungschancen. Meist kommt es erst im fortgeschrittenen Stadium zu
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Beschwerden, die aber nicht eindeutig für ein Prostatakarzinom sprechen, sondern auch bei anderen
Erkrankungen auftreten können.
Da typische Symptome fehlen, spielt die Früherkennung von Prostatakrebs eine
Schlüsselrolle und ist Grundlage für eine erfolgreiche Therapie.
Die gutartige Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie, BPH) ist eine
Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) infolge einer übermäßigen, aber gutartigen
Vermehrung von Zellen (Gewebewucherung). Die Prostata ist Teil des männlichen
Urogenitaltrakts. Sie zählt zu den Geschlechtsdrüsen, befindet sich unterhalb der Harnblase und
umschließt die Harnröhre bis zum Beckenboden. Ein Viertel der Prostata besteht aus Drüsengewebe
(sog. glandulärer Anteil) und drei Viertel aus Muskelzellen und Bindegewebe (sog. stomaler
Anteil). Sie sondert beim Samenerguss ein Sekret ab, das den Spermien zu mehr Beweglichkeit
verhilft. Zusammen mit dem Sekret aus den Samenbläschen trägt das Prostatasekret bis zu 90
Prozent zum Gesamtvolumen des Ejakulats bei.
Hinter dem Prurigo simplex acuta verbrigt sich eine Erkrankung der Haut, welche ganz
unterschiedliche Ursachen hat. Im Gegensatz zu anderen Hautkrankheiten löst der Prurigo simplex
acuta keine allgemeinen Krankheitsbeschwerden aus. Der Prurigo simplex acuta kommt
überwiegend bei Kindern ab dem 2. bis zum 10. Lebensjahr vor.
Der Prurigo simplex acuta verläuft in Schüben, innerhalb derer sich sowohl das
Hautbild als auch die Befindlichkeit der betroffenen Kinder verschlechtern. In der Medizin
wird der Prurigo simplex acuta ebenfalls unter dem Synonym Strophulus infantum
klassifiziert und basiert vorrangig auf einem Exanthem.
Typische Symptome und Anzeichen bei Prurigo simplex acuta
 Papeln, Hautrötungen  Bläschen (Vesicula)
 Hautausschlag  Juckreize
Prüfungsangst ist eine besondere Art der Angst, die an Situationen gekoppelt ist, in
der Menschen ihre Leistungsfähigkeit und ihre fachlichen Kenntnisse unter Beweis stellen
müssen. Dabei ist die Angst umso höher, je mehr von dem Bestehen der Prüfung abhängt.
Die Angst vor einem möglichen Versagen kann Prüflinge in einer Prüfungssituation derartig
lähmen, dass das gelernte Wissen nicht mehr abrufbar ist.
Es kann zu einem Blackout kommen, bei dem Aufgaben nicht mehr bewältigt
werden können und vor lauter Aufregung Fehler gemacht werden, obwohl der Prüfungsstoff
eigentlich beherrscht wurde. Es kann die Prüfung selbst sein, die Angst macht, die
Vorbereitung auf die Prüfung, die Prüfungssituation selbst, Angst vor Versagen, vor den
Prüfern oder vor einer Überforderung. Sehr nervöse Menschen sollten sich bewusst machen,
dass es bei einer Prüfung nicht um Leben und Tod geht, sondern schlimmstenfalls um eine
schlechte Note oder eine Wiederholung der Prüfung.
Unter einer Pseudarthrose versteht die Medizin die ausbleibende Heilung eines
Knochenbruches, aus der sich ein Falschgelenk entwickelt. Sie verursacht zumeist
starke Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit. Die Therapie richtet sich nach der
genauen Form der Pseudarthrose, stets können gute Prognosen gegeben werden.
Bei der Schuppenflechte (Psoriasis) handelt es sich um eine bei hellhäutigen Personen
häufig auftretende, immunologisch-entzündliche Hauterkrankung. Der Schuppenflechte liegt eine
Autoimmunreaktion zugrunde, das heißt das Immunsystem richtet seine Abwehrreaktion gegen
Zellen des eigenen Körpers. Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine häufig auftretende gutartige
Hauterkrankung. Sie verläuft fast immer chronisch. Typische Merkmale sind scharf begrenzte, rote,
erhabene, mit silberweißen Schuppen bedeckte Hautstellen, die teilweise jucken. Die Erkrankung
kann in jedem Lebensalter auftreten. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
Eine Pubertas tarda kennzeichnet eine verzögerte Entwicklung von Mädchen oder
Jungen in der Pubertät. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Oft liegt eine konstitutionelle
Entwicklungsverzögerung vor, die auch schon bei den Eltern auftrat.
Die Pudendus-Neuralgie ist eine seltene Krankheit, die starke, teils blitzartig
einschießende, Schmerzen in Genitalbereich und Dammregion verursacht. Der Erkrankung geht
eine mechanische oder entzündliche Schädigung des Nervus pudendus voraus. Therapieziel ist die

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Regeneration des Nervs, um die Symptome zu lindern. Patienten beschreiben den Schmerz, der sich
bis in den Bauchraum oder zur Fußsohle ziehen kann, als nadelstichartig, stechend,ziehend oder
brennend. Die Haut in diesen Regionen ist sehr schmerzempfindlich und hochempfindlich.
Abzugrenzen ist die Pudendus-Neuralgie von der Pudendusneuropathie, bei der dauerhafte
Beschwerden auftreten.
Die Pulley-Läsion ist eine Schädigung der ringförmigen Bandeinfassung der langen
Bizepssehne bei ihrem Eintritt in die Bizepsrinne. Sie entsteht in Folge einer Unfallverletzung oder
durch Schwächung des im Alter spröde gewordenen Sehnenansatzes. Die Therapie der Wahl ist die
Tenotomie.
Die Pulley-Verletzung bringt Bewegungseinschränkungen oder -irritationen mit sich. Als
Folge der Instabilität des Pulley-Systems, das regelrecht aufscheuert, kann es zu einer Entzündung
der langen Bizepssehne kommen, weshalb Schmerzen vor allem vorn am Oberarm auftreten.
Zudem werden durch die Pulley-Läsion allmählich die umliegenden Gelenkanteile zerrieben. Die
Folge kann eine Arthrose im Schultergelenk sowie die Ausdünnung, später der Riss der langen
Bizepssehne sein.
Purpura Schoenlein-Henoch ist eine vom Immunsystem ausgelöste entzündliche
Erkrankung der Blutgefäße. Im Vorfeld kann es zunächst zu leichtem Fieber
sowie Schmerzen kommen, später verlieren vor allem die kleinen und mittleren Gefäße an Stabilität
und das Blut kann in die darüber liegende Haut eindringen.
Es entstehen die für diese Krankheit typischen punktförmigen Hautblutungen, die
auch als Petechien bezeichnet werden. Hinzu kommen Schwellungen an den Fuß- und
Handrücken durch die Einlagerung von Gewebeflüssigkeit an diesen Stellen. Die
betroffenen Kinder fallen durch eine plötzliche Bewegungseinschränkung auf.
In manchen Fällen kann Purpura Schoenlein-Henoch auch Entzündungen der Nieren
oder des Darms hervorrufen, da die Erkrankung sich auch auf den Schleimhäuten
manifestieren kann. Es kommt dann zu blutigen Durchfällen und Blut im Urin. Die
Erkrankung verläuft in Schüben, die sich über mehrere Wochen erstrecken. Betroffen sind
vor allem Kinder bis ins Schulalter, jedoch kaum Babys oder Jugendliche.
Die Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) ist eine schwere Entwicklungsstörung. Sie wird durch
eine Chromosomenstörung verursacht.
Betroffene Babys sind bei der Geburt meist mangelernährt und leiden unter
schweren Organfehlbildungen, die insbesondere das Gehirn (Holoprosenzephalie), das Herz,
die Nieren und den Magen-Darm-Trakt betreffen. Charakteristisch sind bei der Geburt vor
allem Fehlbildungen des Herzens, der Augen und eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Zudem
haben betroffene Kinder häufig sechs Finger an einer Hand.
Die Quadrizeps-Sehnenruptur ist ein Riss (Ruptur) der Sehne, welche den
Oberschenkelmuskel Musculus quadrizeps mit der Kniescheibe verbindet. Dieser Muskel liegt auf
der Vorderseite des Oberschenkels und ist für die Streckbewegungen zuständig.
Das heißt, man benötigt ihn zum Aufstehen, zum Treppensteigen, zum Laufen oder
auch zum Springen. Er besteht aus vier Anteilen, welche alle über eine Sehne mit der
Kniescheibe verbunden sind und danach bis auf den Unterschenkel reichen.
Der Quadrizeps-Muskel ist der stärkste Muskel im ganzen Körper und an der
verbindenden Sehne wirken gewaltige Kräfte. Insgesamt kommt die Quadrizeps-
Sehnenruptur relativ selten vor, wenn jedoch die Sehne reißt, dann meistens an der Stelle, an
der die Sehne in den Knochen der Kniescheibe übergeht.
Rachitis ist eine in Deutschland nahezu ausgestorbene Erkrankung, die gerne auch als
„Knochenerweichung“ bezeichnet wird. Es ist eine Krankheit, die im Kindesalter auftritt, aber
unbehandelt Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter hinein haben kann.
Rachitis ist eine Stoffwechselerkrankung, hervorgerufen durch Vitamin-D-Mangel.
Vitamin D ist unbedingt notwendig, damit das Blut Kalzium und Phosphat aufnehmen und
in die Knochen transportieren kann.
Bei Vitamin-D-Mangel kann das Vitamin in der Haut nicht mehr in seine wirksame
Stufe umgewandelt werden. Die sich im Wachstum befindlichen Knochen verkalken bei der

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Rachitis nicht richtig, sie bleiben weich und werden unter Belastung krumm. Bei der
Rachitis sind vor allem die Wirbelsäule, aber auch die Beine betroffen.
In den ersten Lebensmonaten:
 Innere Unruhe  Juckreize
 Schreckhaftigkeit  Ausschlag
 Schwitzen
Im Kindesalter:
 Muskelschwäche  weiche Knochen, besonders am Schädel
 Verstopfung 
Im Erwachsenenalter:
 irreversible Knochenverformungen
Die Radiusfraktur (Speichenbruch) ist ein Unterarmbruch, der nur einen der
beiden Knochen im Unterarm betrifft: die Speiche (Radius). Der zweite Unterarmknochen
ist die Elle (Ulna). Elle und Speiche bilden die knöcherne Verbindung zwischen Hand- und
Ellenbogengelenk. Dabei liegt die Elle an der Außenseite des Unterarms und übernimmt
dessen Führung im Ellenbogengelenk. Die Speiche dagegen liegt an der Innenseite
(Daumenseite) und trägt die Hand einschließlich der Handwurzelknochen. Typischerweise
bricht die Speiche nahe am Handgelenk. Diese sogenannte distale Radiusfraktur ist die
häufigste Fraktur des Menschen überhaupt.
Beim Raucherbein (Schaufensterkrankheit) handelt es sich de facto um eine Periphere
Arterielle Verschlusskrankheit der Becken- oder Beinarterien. Da diese bei Rauchern die
zweithäufigste Krankheit ist, wird sie auch umgangssprachlich Raucherbein genannt. Eine andere
Bezeichnung ist "Schaufensterkrankheit", da bereits nach kurzem Gehen ein schmerzbedingtes
Stehenbleiben erforderlich ist.
Beim Raucherbein, um bei dem Begriff zu bleiben, handelt es sich um eine mangelnde
arterielle Durchblutung in den Extremitäten (in 90 Prozent der Fälle in den unteren Extremitäten,
den Beinen) aufgrund eines Verschlusses der Aorta, der Hautschlagader. Je nach Schweregrad
spüren die Betroffenen keine Beschwerden oder die Symptome sind so gravierend, dass eine
Amputation in Erwägung gezogen werden muss.
Eine Rauchvergiftung entsteht meist durch eingeatmete Gifte, die in Brandrauch
vorzufinden sind. Bei der Mehrzahl der Menschen, die eine Rauchvergiftung erleiden, geschieht die
Vergiftung meist während des Schlafens.
Ein Grund hierfür ist der, dass verschiedene Atemgifte im Brandrauch für den Menschen
geruchlos sind und den Betroffenen daher nicht zum Aufwachen veranlassen. Die meisten
Todesopfer nach Bränden sterben nicht etwa durch Verbrennungen, sondern aufgrund einer starken
Rauchvergiftung.
Zu den typischen Symptomen einer Rauchvergiftung zählen beispielsweise eine
starke Atemnot und das Auftreten von Schwindelgefühlen. Auch Kopfschmerzen zählen zu
den häufigen Symptomen einer Rauchvergiftung.
Bei der Raupendermatitis handelt es sich um eine Kontaktallergie. Wenn die Haut mit den
Haaren der Raupen insbesondere des Eichenprozessionsspinners in Berührung kommt, wird durch
das darin enthaltenen Gift eine allergische Reaktion ausgelöst.
Die daraus folgende Dermatose zeichnet sich durch scharf abgegrenzte Rötungen und stark
juckende Knötchen oder Papeln aus. In manchen Fällen treten neben den typischen
Hautveränderungen auch weitere allergische Reaktionen auf. Dazu zählen
neben Bindehautentzündungen vor allem Erkrankungen der Atemwege. So kann es bei einer
Raupendermatitis auch zu Halsentzündungen, Bronchitis und Asthmatischen Beschwerden
kommen. In sehr schweren Fällen ist ein anaphylaktischer Schock möglich.
Typische Symptome und Anzeichen bei Raupendermatitis
 Papeln  allergische Reaktionen
 Dermatitis  auch Asthma, Bindehautentzündung
 Juckreiz  ggf. Fieber
 Hautrötungen
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Eine Reaktive Arthritis kann als Folge einer bakteriellen Infektion wie einem Darminfekt
oder einer Infektion der Harnwege und der Geschlechtsorgane zu Gelenkentzündungen führen. Im
Verlauf der Erkrankung sind häufig auch weitere Körperbereiche von entzündlichen Prozessen
betroffen.
Das Reiter-Syndrom ist eine Sonderform der reaktiven Arthritis, bei der typischerweise
Symptome in drei Körperbereichen auftreten. Diese sogenannte Reiter-Trias besteht aus:
 Gelenkentzündungen (Arthritiden)
 Entzündungen des Auges, z.B. Bindehautentzündung (Konjunktivitis),
Regenbogenhautentzündung (Iritis)
 Harnröhrenentzündung (Urethritis)
 HLA-B27: Das genetische Marker HLA-B27 kommt häufig bei Personen mit reaktiver
Arthritis im Blut vor.
 fehlende Rheumafaktoren: Typisch für eine Reaktive Arthritis ist, dass in der
Regel keine Rheumafaktoren vorliegen.
Da beim Reiter-Syndrom nicht nur die Gelenke betroffen sind, sprechen Mediziner auch
von einer reaktiven Arthritis mit extraartikulärer Beteiligung (extraartikulär = außerhalb eines
Gelenks gelegen).
Eine Rechtsherzinsuffizienz ist eine Unterform von einer Herzinsuffizienz.
Eine Herzinsuffizienz bezeichnet eine Fehlfunktion bzw. Schwäche des Herzens. Dieses ist dabei
nicht mehr in der Lage, seine Aufgaben korrekt zu erfüllen. Es kann also nicht mehr genügend Blut
in den Körper pumpen, um alle Organe ausreichend zu durchbluten.
Auch der Kreislauf wird dabei angegriffen und geschwächt. Eine Rechtsherzinsuffizienz
betrifft nur die rechte Herzhälfte bzw. die Pumpleistung des rechten Herzventrikels. Die rechte
Herzhälfte hat die Aufgabe, das sauerstoffarme Blut in die Lunge weiterzuleiten, damit es dort mit
neuem Sauerstoff angereichert werden kann. Liegt aber eine Rechtsherzinsuffizienz vor, tritt ein
Rückstau des Blutes zurück in die Körpervenen auf. Dadurch erhöht sich der Venendruck, wodurch
sich vermehrt Wasser im Gewebe ansammelt.
Typische Symptome und Anzeichen bei Rechtsherzinsuffizienz
 Ödeme im Bereich der Schienbeine und Knöchel
 Hautödeme
 Häufiges Wasserlassen in der Nacht (Nächtliches Wasserlassen (Nykturie))
 Aszites
 Hepatomegalie
 ggf. Magenschleimhautentzündung, Appetitlosigkeit, Völlegefühl
Das Refeeding-Syndrom (RFS) ist ein lebensgefährlicher Zustand, der bei
Wiederernährung nach einer langen Hungerperiode auftreten kann. Es ist durch eine
Mineralstoffwechselstörung mit Auftreten von Ödemen und Herzinsuffizienz gekennzeichnet. Zur
Verhinderung des Refeeding-Syndroms sollte die Nahrungsaufnahme nach einer Periode der
Unterernährung unter ärztlicher Aufsicht langsam und schrittweise erfolgen.
Heute betrifft diese Erkrankung häufig Patienten mit Anorexia nervosa nach
Wiederaufnahme der Ernährung. Dabei wurde beobachtet, dass eine parenterale Ernährung (venöse
Infusion von Glukose) besonders zur Ausbildung eines Refeeding-Syndroms prädestiniert. Aber
auch die orale Nahrungsaufnahme oder die künstliche Ernährung über den Darm kann die
Symptome hervorrufen.
In der Regel führt ein RFS zum Tod, wenn es nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.
Die ersten Symptome des Refeeding-Syndroms zeigen sich gewöhnlich innerhalb der ersten vier
Tage nach dem Beginn der normalen Nahrungsaufnahme. Das Auftreten der Erkrankung ist aber
auch abhängig vom Grad der Unterernährung und von der Länge der vorherigen Nahrungskarenz.
Eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) liegt per Definition vor, wenn ein
krankhaft gesteigerter Rückfluss (Reflux; lateinisch refluere = zurückfließen) von saurem
Mageninhalt in die Speiseröhre stattfindet, der ein Risiko für organische Komplikationen darstellt
und/oder die Lebensqualität der Betroffenen deutlich mindert. Der gelegentliche Rückfluss von
Magensaft, der besonders tagsüber auftritt, ist eine normale Erscheinung. Erst ein häufiger
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Rückfluss vor allem im Liegen, bei dem der Mageninhalt über längere Zeit mit der Schleimhaut in
Kontakt kommt, verursacht Beschwerden. Vor allem die im Magensaft enthaltene Salzsäure kann
die Schleimhaut schädigen.
Die Refluxkrankheit kann verschiedene Formen annehmen:
 Refluxösophagitis (ERD = Erosive Reflux Disease): Diese Form ist eine
gastroösophageale Refluxkrankheit mit Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis), die infolge
des Rückflusses entstanden ist.
 Nicht-erosive Refluxkrankheit (NERD = Non-Erosive Reflux Disease): Hier liegt eine
gastroösophageale Refluxkrankheit ohne Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) vor. Diese
Form trifft auf schätzungsweise 60 Prozent aller Menschen mit Refluxkrankheit zu. Sie ist
gekennzeichnet durch Beschwerden wie Sodbrennen und saures Aufstoßen.
 Barrett-Syndrom: Hierbei ist die Speiseröhrenschleimhaut infolge einer
chronischen Speiseröhrenentzündung verändert.
 Extraösophageale Manifestationen: In diesen Fällen wirkt sich die
gastroösophageale Refluxkrankheit außerhalb der Speiseröhre aus. Die Refluxkrankheit kann
die Atemwege in Form von chronischem Husten, Asthma oder einer Kehlkopfentzündung in
Mitleidenschaft ziehen.
Unter dem Refsum-Syndrom versteht der Mediziner eine hereditäre und schubartig
verlaufende Stoffwechselstörung. Die Symptome betreffen die inneren Organe, das
Zentralnervensystems, das peripheren Nervensystems und das Skeletts sowie die Haut. Die
Krankheit kommt über eine phytansäurearme Diät und Plasmapherese weitestgehend zum
Stillstand.
Das Refsum-Syndrom oder auch die Refsum-Kahlke-Krankheit ist eine sogenannte
Heredoataxie. Die Erscheinung ist auch als Refsum-Thiébaut-Krankheit, als Heredopathia
atactica polyneuritiformis oder Morbus Refsum bekannt. Heredoataxien sind genetisch bedingte
Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Leitsymptomisch treten bei diesen
Erkrankungen Ataxien auf, das heißt Störungen des Bewegungsapparats.
Beim Refsum-Syndrom liegt ursächlich eine peroxisomale Stoffwechselstörung vor. Die
Peroxisomen dienen im Körper dem Abbau von Metaboliten. Beim Morbus Refsum ist dieser
Abbau gestört. Phytansäure reichert sich daher an und zieht insbesondere ataktische Folgen nach
sich. Der Norweger Sigvald Refsum dokumentiert die Erkrankung im 20. Jahrhundert erstmals und
wird zu ihrem Namensgeber. Oft ist beim Refsum-Snydrom auch von einer hereditären und
motorisch-sensiblen Neuropathie die Rede.
Etwa eines von zehn Babys schreit in den ersten drei Lebensmonaten übermäßig viel und
heftig. Weist der Säugling eine Regulationsstörung auf, sind in jedem Fall viel Nervenstärke,
Ausdauer und innere Ruhe der Eltern gefragt. Ein veralteter Begriff für diese Störung
ist Dreimonatskoliken. Ursprünglich wurde angenommen, dass Luft im Bauch der Säuglinge
Bauchschmerzen und Blähungen verursache und das exzessive Schreien Ausdruck des
Unwohlseins sei.
Von Reisedurchfall (Reisediarrhö) spricht man, wenn ein Reisender häufiger als dreimal
pro Tag Stuhlgang hat und der Stuhl ungeformt und breiig bis wässrig ist. Der Durchfall ist keine
eigene Erkrankung, sondern das Symptom einer Infektion des Magen-Darm-Trakts durch Viren,
Bakterien oder in seltenen Fällen auch Parasiten oder Würmern.
Die Krankheitserreger gelangen mit verunreinigten Lebensmitteln oder Trinkwasser in das
Verdauungssystem des Reisenden. Tritt daraufhin der Durchfall als einzige Beschwerde auf, gilt er
als harmlos und lässt sich in der Regel mit einfachen Mitteln wie vermehrte Flüssigkeitsaufnahme
(z.B. durch leicht gesüßten Tee) und Zwieback bekämpfen. Ernster sind Reisedurchfälle, die
krampfartige Schmerzen in Magen und Darm verursachen. In diesen Fällen sollten die Betroffenen
sofort einen Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt bei Erbrechen, Fieber sowie schleimigem oder blutigem
Stuhl.
Der Begriff Reizdarm, fachlich «Reizdarmsyndrom (RDS)», steht für eine sehr häufige
Erkrankung des Verdauungstrakts. Ein Reizdarm führt zu einer Reihe unterschiedlicher, immer
wiederkehrender Beschwerden, die über lange Zeit in ähnlicher Form auftreten.
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Typisch für einen Reizdarm sind:
 krampfartige Bauchschmerzen
 Druckgefühl im Unterbauch
 Völlegefühl
 Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen
Doch nicht jeder Mensch mit Reizdarm leidet unter den gleichen Beschwerden: Die Symptome
sind vielfältig. Nachts verursacht ein Reizdarmsyndrom äußerst selten Symptome. Dies
unterscheidet es zum Beispiel von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn.
Viele Menschen, die an einem Reizdarmsyndrom leiden, verspüren die unangenehmen und oft
lästigen Beschwerden nur gelegentlich oder in besonderen Situationen (etwa bei oder nach Stress
und Ärger). Einige Menschen mit Reizdarm haben allerdings ständig Symptome – Betroffene
fühlen sich dann in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt
Den für den Reizdarm typischen Beschwerden können Verdauungsstörungen zugrunde liegen –
oft ist der Nahrungstransport im Dickdarm (Kolon) gestört. Die Bezeichnung Reizkolon
(Engl.: Irritable bowel syndrome) trägt dem Rechnung. Aber auch der gesamte Verdauungstrakt
einschließlich Dünndarm und Magen kann betroffen sein.
Als Reizhusten wird ein trockener Husten ohne Auswurf bezeichnet. Er ist
charakteristisch für viele verschiedene Erkrankungen und kann auch als Nebenwirkung einer
medikamentösen Behandlung auftreten. Der Reizhusten variiert in seiner Heftigkeit: Einige
betroffene Patienten hüsteln lediglich und haben dabei keine Schmerzen, während andere Tag und
Nacht husten und dadurch nicht nur Atembeschwerden, sondern auch Schlafstörungen haben.
Eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung (RBD) ist eine Schlafstörung, bei welcher in der
Traumphase komplexe Bewegungsabläufe stattfinden. Der Erkrankte reagiert durch aggressives
Agieren auf bestimmte Trauminhalte. Eine RBD ist oft der Vorläufer von Morbus
Parkinson, Lewy-Körperchen-Demenz oder einer MSA (Multisystematrophie). Bei der REM-
Schlaf-Verhaltensstörung handelt es sich um eine Parasomnie (Verhaltensauffälligkeit im Schlaf),
die in der REM-Schlaf-Phase auftritt. Dabei kommt es zu lebhaften Träumen mit oft aggressiven
Inhalten, in denen der Betroffene mit Schlagen, Treten oder Schreien reagiert. Oftmals wird
dadurch der Bettnachbar angegriffen und sogar verletzt. Es kommt auch zu Selbstverletzungen. Der
Traum wird ausgelebt.
Die renale Anämie (d.h. nierenbedingte Blutarmut: renal von lat. ren = Niere) ist ein bei
Niereninsuffizienz (Nierenversagen) herrschender Zustand, der durch eine verminderte Anzahl
roter Blutkörperchen (Erythrozyten) gekennzeichnet ist. Der in den roten Blutkörperchen enthaltene
eisenhaltige rote Blutfarbstoff (Hämoglobin, Hb) ist für den Transport des Sauerstoffs zu den
Organen, zum Gehirn und zur Muskulatur verantwortlich. Bei einem Mangel an roten
Blutkörperchen ist der Organismus nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt.
Die Normwerte für den roten Blutfarbstoff liegen bei über 12 Gramm pro Deziliter bei
Frauen und über 13,5 Gramm pro Deziliter bei Männern. Eine renale Anämie oder sonstige
Blutarmut liegt per Definition vor, wenn der Wert darunterliegt. Die normale Zahl roter
Blutkörperchen beträgt bei Frauen mehr als 3,9 Millionen pro Mikroliter und bei Männern mehr als
4,3 Millionen pro Mikroliter.
Ist die renale Anämie nur leicht ausgeprägt, kann es sein, dass die Betroffenen in Ruhe
beschwerdefrei sind und erst bei körperlicher Belastung rasch ermüden und Schwäche sowie
Atemnot verspüren. Eine stark ausgeprägte renale Anämie löst diese Symptome auch in Ruhe aus.
Die Herzfrequenz kann durch die Blutarmut erhöht sein, da der Körper versucht, den Blutmangel
durch einen schnelleren Blutfluss auszugleichen. Außerdem ist die Haut blass. Diese Blässe ist –
vor allem bei dunkler Hautfarbe – besonders gut an den Schleimhäuten (Mundschleimhaut,
Unterlid) sichtbar. Durch die gelben Harnfarbstoffe (Urochromen), die sich bei chronischem
Nierenversagen in der Haut ablagern können, hat die Haut zusammen mit der Blässe manchmal
eine typische Milchkaffeefarbe.
Unter respiratorischer Alkalose versteht man einen Anstieg des pH-Wertes auf über 7,45,
der aus respiratorischer Ursache geschieht. Grund ist somit immer eine Hyperventilation, also eine
zu schnelle oder zu tiefe Atmung.
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Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen sauren und basischen Stoffen ist für den
Organismus eines der wichtigsten Regulationsziele überhaupt. Weicht der pH-Wert im Blut und in
den Körperzellen nach unten oder oben ab, so denaturieren die Eiweiße und der Stoffwechsel
kommt schnell zum Erliegen.
Bei der respiratorischen Alkalose weicht der pH-Wert nach oben, ins Alkalische ab. Schuld
daran ist in diesem Fall dann die Atmung ("Respiration").
Typische Symptome und Anzeichen bei respiratorischer  Alkalose
 oft begleitet von Panikattackeen oder Angstanfälle
 Hyperventilation  Schwindel
 Muskelkrämpfe  Herzrasen
 Bewusstlosigkeit
Die Hyperventilation zunächst entsteht in vielen Fällen aus psychischer Ursache,
also aufgrund von Panikanfällen oder psychischen Stresssituationen. Betroffen sind
meistens junge Mädchen in der Pubertät oder junge Erwachsene. Des Weiteren können auch
ernsthafte Erkrankungen des Atemsystems zu einer Hyperventilation führen:
Gehirnentzündungen, eine Leberzirrhose, eine Blutvergiftung oder Intoxikationen können
das Atemzentrum im Gehirn reizen und so zu beschleunigter Atmung führen. Auf Ebene der
Lunge kann eine Lungenembolie, ein Lungenödem, eine Lungenentzündung oder ein
schwerer Asthmaanfall zu einer beschleunigten Atmung aufgrund der Luftnot führen.
Das Restless-Legs-Syndrom (RLS, Unruhige Beine) ist eine neurologische Erkrankung,
die durch einen unbändigen Bewegungsdrang der Beine, seltener der Arme, gekennzeichnet ist.
Dieser wird durch unangenehme, oft quälende Missempfindungen hervorgerufen oder von ihnen
begleitet. Die Beschwerden treten ausschließlich in Ruhesituationen auf, bevorzugt am Abend oder
nachts.
Die Retinitis pigmentosa ist eine genetisch bedingte Erkrankung der Retina, die
eine Netzhautdegeneration auslöst und auch als Patermann-Syndrom oder Retinopathia
pigmentosa bekannt ist. Die Retinitis pigmentosa ist eine genetisch bedingte Degeneration
der Netzhaut, bei der Stück für Stück die Photorezeptoren der Augen zugrunde gehen und
so im späten Krankheitsverlauf meist vollständige Blindheit eintritt. Häufig ist dieses
Phänomen nur ein Symptom von mehreren und bildet zusammen mit den jeweiligen
Begleitsymptomen einen ganzen Symptomkomplex, wie das Usher- oder das Alport-
Syndrom.
Das Retinoblastom ist ein bösartiger Tumor im Auge, der aus unreifen Zellen der
Netzhaut entsteht (lat. retina = Netzhaut; griech. blastos = Keim). Der Grund für das
unkontrollierte Zellwachstum ist ein funktionsunfähiges Tumorsuppressorgene -  enthalten die
Information für die Steuerung des Zellwachstums (Suppression = Unterdrückung, NULL); sind
beide Kopien eines solchen Gens geschädigt und dadurch ausgeschaltet, läuft das Zellwachstum
ungesteuert ab und es entstehen Tumoren. Das Retinoblastom ist der häufigste Augentumor bei
Kindern; insgesamt ist diese Krebserkrankung des Auges jedoch selten.
Beim Reye-Syndrom handelt es sich um eine akute Stoffwechselerkrankung, die mit
Schädigungen des Gehirns und der Leber einhergeht. Das Reye-Syndrom betrifft
schwerpunktmäßig Kinder. Das Reye-Syndrom tritt stets in der Folge einer vorausgegangenen
Virusinfektion, im besonderen Grippe oder Windpocken, auf. Rund eine Woche nach Abklingen
der eigentlichen Erkrankung kommt es zu starkem und häufigem Erbrechen und hohem Fieber.
Die Kinder wirken oft unruhig, mitunter sogar hyperaktiv und leicht reizbar. Der
Blutzuckerspiegel kann stark absinken. In schweren und fortgeschrittenen Fällen kann es zu
Krampfanfällen, Spastiken, Bewusstseinstrübung und Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma
kommen. Rund zwei Drittel der Patienten mit schweren Verlaufsformen erleiden ein Ödem
im Gehirn.
Ein Rhabdomyosarkom gehört zu der Gruppe der Weichteiltumoren; Rhabdomyosarkome
entstehen aus entarteten oder nicht voll ausgereiften Zellen des Muskel- bzw. des Bindegewebes.
Von einem Rhabdomyosarkom befallen sind fast ausschließlich Kinder; 87% aller Erkrankten sind
jünger als 15 Jahre. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen.
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Bei der Rhesusunverträglichkeit (Morbus haemolyticus) reagiert das Abwehrsystem der
Mutter während einer Schwangerschaft auf bestimmte Blutgruppenmerkmale des kindlichen Bluts
(sog. Rhesusfaktoren): Spezielle Rhesus-Antikörper zerstören dabei die kindlichen rote
Blutkörperchen (Erythrozyten). Eine Rhesusunverträglichkeit tritt erst bei einer zweiten
Schwangerschaft auf.
Bei der Geburt des ersten Kindes kann es zu einem Blutkontakt zwischen Mutter und
Kind kommen, wodurch sich eine Unverträglichkeit zwischen den verschiedenen
Blutgruppen entwickelt.
Als Folge dieser Rhesusunverträglichkeit kann zum Beispiel eine Blutarmut
(Anämie) entstehen. Dabei heften sich die mütterlichen Antikörper an die roten
Blutkörperchen (Erythrozyten) des Kindes und zerstören diese. Immer mehr rote
Blutkörperchen gehen zugrunde. Auch eine Vergrößerung von Leber und Milz durch die
gesteigerte Blutbildung, Hirnschäden und im schlimmsten Fall der Tod des Kindes sind bei
einer Rhesusunverträglichkeit möglich. Durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen,
gelangt viel Bilirubin (Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin) ins Blut des
Kindes. Sichtbar ist das an der Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht).

zusammen. Die Rheumatoide Arthritis (kurz: RA) ist die häufigste entzündliche Form von Rheuma.
Das Immunsystem, die körpereigene Abwehr, greift fälschlicherweise die eigenen Gelenke und
verschiedene Gewebe an und zerstört sie. Rheuma tritt überwiegend an Gelenken auf, seltener auch
an inneren Organen, den Augen und der Haut. Betrifft das Rheuma mehr als fünf Gelenke, sprechen
Mediziner auch von einer chronischen Polyarthritis. Im Verlauf entwickelt sich die Rheumatoide
Arthritis fast immer zu einer Polyarthritis, da mit der Zeit an immer mehr Gelenken Beschwerden
auftreten.
Das Rheumatische Fieber, auch Streptokokkenrheumatismus genannt, ist eine in
unseren Breiten selten gewordene Folgeerkrankung einer Infektion der oberen Luftwege.
Die Erkrankung tritt vorwiegend im Kindesalter auf. Die Schäden werden oftmals
erst Jahrzehnte später deutlich. Die Symptome des Rheumatischen Fiebers treten wenige
Wochen nach einer überstandenen Halsentzündung auf und äußern sich in hohem Fieber
und Schmerzen und Schwellungen an Knie-, Fuß- oder Ellenbogengelenken.
Auch ein rötlicher Hautausschlag deutet auf ein Rheumatisches Fieber hin.
Weiterhin können Bindehaut- oder Sehnenscheidenentzündungen auftreten. Ist der
Herzmuskel betroffen, kommt es zu Brustschmerzen und Atemnot.
Rhinorrhoe ist der medizinische Ausdruck für die allgemein bekannte laufende Nase.
Ursachen hierfür gehen von der Erkältung oder Allergie, bis zur schweren Kopfverletzung. Es gibt
eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten für die akute Rhinorrhoe.
Charakteristisch für das Schnarchen (Rhonchopathie) sind im Schlaf auftretende
Atemgeräusche, die nahezu jede Nacht bestehen. Ein primäres oder habituelles
(gewohnheitsmäßiges) Schnarchen liegt vor, wenn es durch die Rhonchopathie nicht zu
Beeinträchtigungen der Kreislauffunktion und des Sauerstoffgehalts im Blut kommt und die
Zahl der Weckreaktionen im Elektroenzephalogramm (EEG) nicht ansteigt. Bei primären
Schnarchern finden sich keine Schlafstörungen und selten Tagesmüdigkeit.
Zu einer Rinderbandwurm-Infektion kommt es, wenn man rohes oder ungenügend
erhitztes Rindfleisch isst, das eingekapselte Wurmvorstufen (Finnen) enthält. Meist macht
der Bandwurmbefall keine Beschwerden.
Als erstes Anzeichen der Rinderbandwurm-Infektion entdecken Betroffene oft
zufällig Wurmglieder oder Eier im Stuhl. Der Arzt stellt deshalb bei einer
Rinderbandwurm-Infektion die Diagnose vor allem über eine Stuhlprobe. Die Glieder des
Rinderbandwurms lassen sich mit bloßem Auge erkennen und können mit dem Mikroskop
noch genauer untersucht werden. Ansonsten ruft die Rinderbandwurm-Infektion häufig
keinerlei Symptome hervor. Manchmal verspüren Betroffene einen Juckreiz am After oder
Bauchschmerzen.

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Um den Rinderbandwurm zu entfernen, verordnet der Arzt Niclosamid-Tabletten oder
alternative Präparate. In der Regel reicht es aus, das Medikament einmal einzunehmen, um den
Rinderbandwurm abzutöten.
Bandwürmer wie der Rinderbandwurm sind Parasiten. Beim Menschen ist der Rinderbandwurm
vor allem in Regionen verbreitet, in denen viel Rindfleisch verzehrt wird.
Bei einem Rippenbruch liegt eine Fraktur einer oder mehreren Rippen vor, die in den
meisten Fällen auf externe Gewalteinwirkung zurückzuführen ist. Rippenfrakturen weisen in der
Regel einen guten Verlauf aus und verheilen komplikationslos.
Ein Rippenbruch ist eine Fraktur einer der zwölf Rippen des menschlichen
Skelettes. Rippen verfügen über einen knöchernen und einen knorpeligen Bereich, wobei
auch bei einer Fraktur des knorpeligen Anteils von einem Rippenbruch gesprochen wird.
Ein Rippenbruch manifestiert sich anhand lokaler Schmerzen im Brustkorbbereich, die sich
durch Atembewegungen, insbesondere tiefes Einatmen, sowie Husten verstärken.
` In Abhängigkeit von der Art des Rippenbruches kann es zu verschiedenen Formen der
Beeinträchtigung der Atmung kommen. Darüber hinaus besteht bei einem Rippenbruch ein
erhöhtes Risiko für Schädigungen von in der Nähe befindlichen Organen wie Herz, Milz oder Aorta
(Hauptschlagader).
Unter einer Rippenprellung versteht man eine von außen zugefügte stumpfe Verletzung
oder Beeinträchtigung an den knöchernen Rippen. Bei einer Rippenprellung wirken, im Gegensatz
zur Rippenfraktur, diese Kräfte aber nicht so stark, dass die Rippen brechen, sondern es bleibt an
der Grenze zur Fraktur.
Das Gewebe vor den Rippen wird bei einer Rippenprellung gequetscht. Diese
Quetschung führt zu Schwellungen und Reizungen der Nervenenden im Bereich der
Knochenhaut. Betroffene spüren bei einer Rippenprellung meistens Schmerzen im
Rippenbereich, die ihnen Beschwerden beim Atmen und bei Alltagstätigkeiten bereiten
können. Häufig nehmen sie dann durch die Schmerzen eine Schonhaltung ein.
Die im Bereich des Brustkorbes auftretenden Rippenschmerzen können auf
vielfältige Ursachen zurückzuführen sein. Zu unterscheiden ist zudem zwischen kurzzeitig
auftretenden Schmerzen und länger anhaltenden, chronischen Rippenschmerzen.
Chronisch werden die Rippenschmerzen dann genannt, wenn sie mehr als sechs
Monate andauern oder wenn der Patient über regelmäßig wiederkehrende Schmerzen klagt.
Etwa ein Drittel der Patienten mit Rippenschmerzen leidet unter einer chronischen
Erkrankung. Im Gegensatz zu den akuten Rippenschmerzen haben die chronischen
Beschwerden häufig keine besondere Warnfunktion im Hinblick auf eine andere
Erkrankung, sondern stellen eine eigenständige Krankheit dar.
Das Zeckenbissfieber durch Rickettsia rickettsii ist eine durch Zecken übertragene,
bakterielle Krankheit, die fast ausschließlich in Amerika (USA, Kanada, Mexiko, Zentralamerika,
Bolivien, Argentinien, Brasilien, Kolumbien) verbreitet ist. Die Infektionskrankheit ist auch unter
weiteren Bezeichnungen bekannt, zum Beispiel:
 Rocky Mountain spotted fever (RMSF, Rocky-Mountain-Fleckfieber) nach seiner im Jahr
1896 in Idaho, USA erfolgten Erstbeschreibung
 amerikanisches Zeckenbissfieber
 São-Paulo-Fieber
 kolumbianisches Tobiafieber
 Neue-Welt-Fleckfieber
Eine Rotatorenmanschettenruptur (Rotatorenmanschettenriss) liegt vor, wenn eine
oder mehrere Sehnen der vier die Rotatorenmanschette bildenden Muskeln verletzt oder
gerissen sind. Als Rotatorenmanschette wird eine Muskelgruppe im Schultergelenk
bezeichnet.
In manchen Fällen liegt zusätzlich eine Verletzung von Bändern im Bereich des
Schultergelenks vor (sog. Pulleyläsion); ebenso kann es zu begleitenden Schäden an der
langen Bizepssehne kommen (LBS-Läsion), die ebenfalls nah am Schultergelenk verläuft.

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Rotaviren sind eine der häufigsten Ursachen von Durchfallerkrankungen bei
Säuglingen und Kleinkindern. Vor allem Rotaviren der sogenannten Serogruppe A führen
weltweit zu schweren Darminfektionen, die in Dritte-Welt-Ländern häufig tödlich
verlaufen. Hierzulande infizieren sich am häufigsten Säuglinge und Kleinkinder im Alter
von sechs Monaten bis zwei Jahren mit dem Rotavirus. Erwachsene können sich über ihre
Kinder mit Rotaviren anstecken. Auch Menschen über 60 Jahre sind gefährdet – so sind
Rotavirus-Ausbrüche in Altenheimen keine Seltenheit. Eine Rotavirus-Infektion kann vor
allem bei Kindern unter zwei Jahren zu besonders schweren Symptomen wie wässrigen
Durchfällen, Erbrechen und Bauchschmerzen führen.
Das Respiratory Syncytial Virus (RS-Virus) verbreitet sich über Tröpfchen- oder
Schmierinfektion und verursacht vor allem bei Babys und Kindern bis zu einem Alter von zwei
Jahren teilweise schwerste Erkältungs- und Atemwegsbeschwerden.
`Diese äußern sich in Husten und Schnupfen mit hohem Fieber. Das Virus kann sich
auf die Bronchien ausbreiten und dort eine Bronchitis, eine Lungenentzündung oder
eine Bronchiolitis auslösen. Diese Erkrankung lässt die Schleimhaut der Bronchien
anschwellen und führt zu massiven Beschwerden beim Atmen.
Unter Rückenschmerzen versteht man Schmerzzustände, die in unterschiedlichen
Bereichen des Rückens auftreten. Die Ursachen des Rückenschmerzes zu finden, ist in vielen Fällen
schwierig. Denn der Rücken wird mit vielen Nerven versorgt und im Laufe des Lebens können
Verschleißerscheinungen auftreten – beispielsweise in den Wirbelgelenken.
Man unterscheidet zwischen einem radikulären und einem pseudoradikulären Schmerz:
 Beim radikulären (lat. radicula = kleine Wurzel) Rückenschmerz wird eine
Nervenwurzel beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall gereizt.
 Beim pseudoradikulären Schmerz (= scheinbar-radikulärer Schmerz) sind
Veränderungen in kleinen Gelenken der Wirbelsäule die Ursache der Rückenschmerzen.
Rückenschmerzen lassen sich weiterhin unterscheiden in:
 Hexenschuss (Lumbago): plötzlich auftretender Rückenschmerz
 chronischer Rückenschmerz: Rückenschmerzen, die seit mehr als drei Monaten auftreten
 Beinschmerz ( Ischialgie )
 Kreuzschmerzen und Schmerzen in den Beinen (Lumboischialgie)
Das Rückfallfieber wird durch Läuse oder Zecken übertragen, die mit Borreliose-
Bakterien infiziert sind. Die Krankheit kann meist gut mit Antibiotika behandelt werden,
dennoch besteht bei Verdacht und Diagnose eine Meldepflicht an die zuständigen Behörden.
Die depressive Verstimmung hat immer Saison – im Winter treten depressive
Verstimmungen jedoch besonders häufig auf. Die sogenannte Winterdepression hängt mit
der Jahreszeit zusammen: Die Tage werden kürzer, es wird früher dunkel, es stürmt und
regnet – spätestens im November schlagen vielen Menschen das nasskalte Wetter und der
Lichtmangel aufs Gemüt. Dauert der lustlose, niedergeschlagene Zustand länger als zwei
Wochen an, spricht man von einer saisonal abhängigen Depression (SAD) oder
entsprechend der Jahreszeit auch von einer Winterdepression. Depressive Verstimmungen,
zu denen beispielsweise die Winterdepression zählt, sind laut Definition Gefühlszustände, in
denen Gefühle von Traurigkeit und Niedergeschlagenheit über einen längeren Zeitraum
vorherrschen. Betroffene sind meist unfähig, Freude zu empfinden und schätzen ihre
Situation negativ ein.
Die durch Salmonellen verursachte Salmonellose (Salmonellenenteritis) ist eine
Magen-Darm-Entzündung, die zu Brechdurchfall führt. Die Ansteckung erfolgt über den
Mund – hauptsächlich über mit Salmonellen verseuchte Lebensmittel.
Salmonellen sind Bakterien, die vor allem in Tieren vorkommen. Sie können sich
aber auch im Menschen vermehren. Viele Variationen der Salmonellen lösen beim
Menschen Erkrankungen aus. Neben der auch als Salmonellenenteritis bezeichneten
Salmonellose, bei der die Infektion auf den Darmtrakt beschränkt ist (Enteritis =
Darmentzündung), sind Salmonellen auch für die schweren Allgemeininfektionen Typhus
und Paratyphus verantwortlich. Bei diesen beiden Erkrankungen handelt es sich im weiteren
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Sinne also auch um Salmonellosen (d.h. durch Salmonellen hervorgerufene Erkrankungen).
Als Salmonellose bezeichnet man jedoch in der Regel nur die sogenannte enteritische Form
der Salmonellenerkrankung, also die Salmonellenenteritis.
Eine Salmonellenvergiftung wird in der Medizin auch
als Salmonellose oder Salmonellen-Enteritis bezeichnet. Wie der Name selbst bereits ausdrückt,
handelt es sich bei dieser Erkrankung um eine Vergiftung bzw. Entzündung des Magen-Darm-
Traktes durch Salmonellenbakterien. Die Symptome ähneln einer Magen-Darm-Grippe und können
daher leicht unterschätzt werden. Eine ärztliche Behandlung ist dringend anzuraten, besonders bei
Kindern und älteren Menschen.
Die Sarkoidose, die in medizinischen Fachkreisen auch als Morbus Boeck bekannt
ist, gehört auf Grund der Verlaufsform und der vorwiegend betroffenen Organsysteme zu
den Erkrankungen die vorwiegend Weichteilstrukturen befällt. Neben dem Lungengewebe
und den Lungenstrukturen können sowohl die Haut, die Augen, das Knochensystem,
weitere Organe wie die Milz und die Leber als auch das lebenswichtige Herz von
einer Sarkoidose betroffen sein. Einige Erkrankungsverläufe haben gezeigt, dass sich
die Sarkoidose ebenfalls auf die Nerven und die Bauchspeicheldrüse ausdehnt.
Scharlach zählt zu den Kinderkrankheiten. Dafür verantwortlich sind Bakterien aus der
Gruppe der Streptokokken, die neben Scharlach noch viele andere Erkrankungen verursachen
können. Dazu gehören beispielsweise Mandelentzündungen (Tonsillitis), Halsentzündungen
oder Wundrose (Erysipel). Problematisch bei Scharlach können Folgeerkrankungen
wie Rheumatisches Fieber oder eine Nierenkörperchenentzündung (Glomerulonephritis) sein.
Eine Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) ist eine entzündliche Erkrankung der
Scheide: Die Bezeichnung Kolpitis leitet sich vom griechischen Wort Kolpium für Scheide ab, die
Bezeichnung Vaginitis  vom lateinischen Wort Vagina, was ebenfalls Scheide bedeutet. Die
Endung itis weist jeweils auf eine Entzündung des betreffenden Organs hin.
Unter Scheideninfektionen bzw. Vaginalinfektionen werden alle Krankheiten gefasst,
bei denen Entzündungen im Scheidenbereich auftreten. Die Ursachen sind vielfältig und zahlreich,
daher ist eine eingehende gynäkologische Untersuchung unerlässlich, um die Erkrankung
zielgerichtet behandeln zu können. Die Heilungschancen sind jedoch in Deutschland gut.
Vaginalinfektionen gehören zu den häufigsten Krankheitsheitsbildern, die Patientinnen zu
Gynäkologen führen. Verschiedene Ursachen, darunter übertriebene Intimhygiene, mechanische
Überreizung - das sogenannte Honeymoon-Syndrom - und die Einnahme von Antibiotika, führen
zu einer Störung der Scheidenflora.
Scheidenkrebs ist ein bösartiger Tumor der Scheide. Mediziner sprechen vom
Vaginalkarzinom (lat. vagina = Scheide, griech. karkinos = Krebs).
Abhängig vom zugrundeliegenden Zelltyp lassen sich mehrere Arten von
Scheidenkrebs unterschieden: Über 90 Prozent aller bösartigen Tumoren der Scheide sind
sogenannte Plattenepithelkarzinome. Der Tumor entwickelt sich dabei aus der obersten
Zellschicht der Schleimhaut. Die restlichen 10 Prozent bilden sogenannte Adenokarzinome,
maligne Melanome (schwarzer Hautkrebs) und – im Kindesalter – die
sogenannten Rhabdomyosarkome.
Entwickelt sich ein Scheidenkrebs direkt aus Zellen der Scheide, handelt es sich um
einen primären Scheidenkrebs. Generell entstehen viele bösartige Tumoren der Scheide
aus Krebserkrankungen der benachbarten Organe und Gewebe (z.B. Vulva oder der
Harnblase). Man spricht dann auch von einem sekundären Vaginalkarzinom. In nahezu
einem Drittel der Fälle geht ein Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) voraus.
Der Begriff Scheidenpilz (Vaginalpilz) bezeichnet per Definition eine Pilzinfektion der
Scheide, durch die sich die Scheidenschleimhaut entzündet. Die für eine Scheidenpilzinfektion
verwendeten Bezeichnungen Soorvaginitis beziehungsweise Soorkolpitis weisen auf den häufigsten
Erreger dieser Scheidenentzündung hin: Soor ist eine Pilzinfektion, die durch Pilze der
Gattung Candida  entsteht – daher auch Candidose genannt. Meist sind Candidosen auf den
Pilz Candida albicans zurückzuführen. Die Begriffe Vaginitis und Kolpitis leiten sich vom

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lateinischen beziehungsweise griechischen Wort für Scheide ab (lat.: Vagina, griech.: Kolpium); die
Endung -itis bezeichnet eine Entzündung.
Eine vaginale Pilzinfektion ist eine alltägliche Erkrankung. Scheidenpilze gehört zu
den häufigsten Infektionen der Geschlechtsorgane bei Frauen: Etwa drei von vier Frauen
sind mindestens einmal im Leben von Scheidenpilz betroffen.
Schielen (Strabismus) ist eine Fehlstellung der Augen, wobei eine der beiden
Augenachsen von der Parallelstellung abweicht. Die Abweichung ist grundsätzlich in alle
Richtungen möglich. Am häufigsten sind jedoch Abweichungen in der horizontalen Achse. Dies
führt zum Einwärtsschielen (Strabismus convergens) oder Auswärtsschielen
(Strabismus divergens). Es lassen sich die folgenden Formen des Schielens unterscheiden:
 latentes Schielen (Heterophorie)
 Begleitschielen (Heterotropie, Strabismus concomitans)
 Lähmungsschielen (Strabismus paralyticus)
Eine Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) macht etwa ein bis drei Prozent aller
Schilddrüsenerkrankungen aus. Nach der Ursache und dem Verlauf unterscheidet man
akute, subakute und chronische Entzündungen, die jeweils ein eigenständiges
Krankheitsbild darstellen.
Die Hashimoto-Thyreoiditis (chronisch-lymphozytäre Schilddrüsenentzündung) ist
mit etwa 80 Prozent die häufigste Form aller Schilddrüsenentzündungen. Frauen sind bis zu
zehnmal häufiger betroffen als Männer. Warum eine Hashimoto-Thyreoiditis entsteht, ist
unklar – Forscher vermuten, dass eine Kombination aus Infekten und genetischer
Veranlagung dazu führt, dass das Immunsystem das Gewebe der Schilddrüse angreift
(Autoimmunerkrankung). Auch eine Grunderkrankung wie Hepatitis C kann mit einem
Hashimoto in Zusammenhang stehen.
Eine Schilddrüsenentzündung kann auf ein bestimmtes Areal (herdförmig)
beschränkt sein oder verteilt (diffus) im Schilddrüsengewebe auftreten. Mögliche Ursachen
einer akuten Schilddrüsenentzündung können Infektionen mit Bakterien oder Viren sein.
Die Symptome richten sich nach Ursache und Art der Schilddrüsenentzündung:
Lösen Bakterien die Entzündung aus (akute Form), schmerzt die Schilddrüse, sie schwillt an
und ist erwärmt. Führt die Entzündung im Verlauf zu einer Unterfunktion der Schilddrüse –
so wie es bei der Hashimoto-Thyreoiditis häufig der Fall ist – kommt es zu Symptomen wie
Müdigkeit, Antriebsarmut, Gewichtszunahme, trockener Haut und brüchigen Haaren.
Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der von den
Zellen der Schilddrüse ausgeht. Je nachdem, aus welchen Zellen
der Schilddrüsenkrebs entstanden ist, unterscheidet man mehrere Arten von
Schilddrüsenkarzinomen:
 Follikuläres Karzinom
 Papilläres Karzinom
 Medulläres Karzinom, auch C-Zell-Karzinom genannt
 Anaplastisches Karzinom
Zu den bisher bekannten Ursachen von Schilddrüsenkrebs zählen der Jodmangel,
ionisierende Strahlen, Vorerkrankungen der Schilddrüse (z.B. das gutartige Schilddrüsenadenom)
und genetische Faktoren.
Unter einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) versteht man eine
Unterversorgung des Körpers mit den Schilddrüsenhormonen Thyroxin (T4) und Trijodthyronin
(T3). Die Schilddrüse produziert zu wenig Schilddrüsenhormone, um den Bedarf des Körpers zu
decken.
Ärzte unterscheiden zwei Ausprägungen der Schilddrüsenunterfunktion:
 subklinische oder latente Hypothyreose: Die Konzentration der
Schilddrüsenhormone ist noch normal, der sog. Basalwert für TSH (TSH basal) ist
erhöht.
 manifeste Hypothyreose: Die Konzentration des sog. freien Thyroxins im Blut ist
erniedrigt, die von TSH erhöht.
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Nach dem zeitlichen Auftreten unterscheiden Fachleute die angeborene von der
erworbenen Schilddrüsenunterfunktion. Ferner spielt es eine Rolle, wie es zu der Unterfunktion der
Schilddrüse kommt.
Eine Schimmelpilzallergie ist eine gesteigerte beziehungsweise übersteigerte Reaktion
des Immunsystems auf Schimmelpilze beziehungsweise auf deren Fortpflanzungszellen (sog.
Sporen). Die Pilzsporen stellen demnach die Allergene (d.h. die Allergieauslösenden Stoffe) dar.
Sie verbreiten sich wie Pollen über die Luft und können so allergische Reaktionen vom Soforttyp
(Typ I) auslösen.
Die Schistosomiasis (Bilharziose) ist eine Wurmerkrankung, die sowohl beim Menschen
als auch bei Tieren auftreten kann. Verantwortlich für die Erkrankung sind bestimmte Parasiten aus
der Gruppe der Saugwürmer: verschiedene Arten der Gattung Schistosoma (Schistosomen bzw.
Pärchenegel).
Schizophrenie gehört laut Definition zur Hauptgruppe der psychischen Störungen, bei
denen sich das innere Erleben und die Wahrnehmung der Umwelt in charakteristischer Weise
verändern. Die Betroffenen zeigen in fast allen Bereichen, die eine Person ausmachen,
Auffälligkeiten. So verändern sich Wahrnehmung, Denken, Gefühlsleben, Antrieb und Bewegung
(Motorik) der betroffenen Menschen teilweise erheblich.
Der Begriff Schlafapnoe (Schlafapnoesyndrom) leitet sich aus dem Griechischen ab
(A-Pnoe) und bedeutet «Schlaf ohne Atem». Eine Schlafapnoe ist eine
Atemregulationsstörung, die durch zwei Kriterien definiert ist:
 Atempausen von mindestens zehn Sekunden Dauer im Schlaf
 Mehr als zehn Atempausen pro Schlafstunde
Ursache für Schlafapnoe können eine Obstruktion (Einengung) der oberen
Luftwege oder eine Störung des Atemantriebs sein. Aber auch andere Erkrankungen wie
zum Beispiel Herzinsuffizienz können das Schlafapnoesyndrom auslösen.
Atempausen während des Einschlafens und im REM-Schlaf (Rapid Eye Movement)
werden nicht dazu gezählt, da sie recht häufig und nicht ungewöhnlich sind. Auch sind bis
zu fünf Atempausen pro Stunde normal.
Die Schlafkrankheit (Trypanosomiasis) ist eine Infektionskrankheit, die durch Parasiten,
die Trypanosomen, verursacht wird. Nach den Erregern unterscheidet man zwei Formen der
afrikanischen Trypanosomiasis: Die westafrikanische und die ostafrikanische Schlafkrankheit. Die
beiden Varianten sind von unterschiedlicher Dauer und unterscheiden sich im Krankheitsverlauf.
Die Schlafkrankheit ruft zunächst Symptome wie Fieber, Kopf- und
Gliederschmerzen hervor. Später kommt es zu den namensgebenden
Schlafstörungen, Verhaltensstörungen und Hirnhautentzündung. Unbehandelt führt
die Schlafkrankheit zum Tod.
Die ostafrikanische Schlafkrankheit befällt neben dem Menschen auch Wild- und
Haustiere, die damit Außerdem als Erregerreservoir von Bedeutung sind.
Die Schlafkrankheit tritt ausschließlich in Afrika auf.
Eine Schlafparalyse ist eine Schlafstörung, während dieser der Betroffene für eine kurze
Zeit vollkommen unfähig ist, seinen Körper zu bewegen. Die Störung ist nicht gefährlich und tritt
meist isoliert, manchmal jedoch auch in Verbindung mit anderen Schlafstörungen
wie Narkolepsie auf. Oft berichten Personen von einer körperlichen Starre im Dämmerzustand,
verbunden mit dem unguten Gefühl, dass ein Eindringling ins Zimmer eintritt. Schlafparalyse kann
im Zusammenhang mit psychologischen oder körperlichen Störungen wie Angststörungen
oder Migräne auftreten.
Wie beim Erwachsenen sind Schlaganfälle bei
Kindern ebenfalls Durchblutungsstörungen des Gehirns. In der Regel ist ein Blutgerinnsel in den
Hirnarterien die Ursache. Durch solche Gerinnsel tritt ein ischämischer Verlust von Nervengewebe
ein. Das Gehirn oder Teile des Gehirns werden dabei nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff
versorgt und Nervengewebe stirbt ab.
Infektionen wie Windpocken werden mit dem Schlaganfallrisiko in jungen Jahren in
Verbindung gebracht. So stellt sich die Durchblutungsstörung bei Vorschulkindern am

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häufigsten in Folge eines Infekts ein. Zu Beginn der Pubertät kann die Einnahme der Anti-
Baby-Pille bei Mädchen das Schlaganfallrisiko erhöhen. Auch das Rauchen kann in dieser
Zeit das Risiko für einen Schlaganfall ansteigen lassen.
Starke Kopfschmerzen sind das Symptom, wegen dem Eltern mit ihren Kindern nach
einem Schlaganfall am häufigsten ärztliche Hilfe suchen
Die Schleimbeutelentzüdnung, auch als Bursitis bezeichnet, ist ein entzündlicher
Vorgang des Schleimbeutels, der sich durch die typischen Entzündungszeichen wie Schwellung,
Rötung, Überwärmung und Schmerzen im betroffenen Bereich äußert. Der Schleimbeutel befindet
sich anatomisch exakt an den Gelenken und versorgt diese mit der notwendigen Gelenkschmiere.
Eine Schleimbeutelentzündung tritt an vorwiegend am Kniegelenk auf. Von den
krankheitstypischen Beeinträchtigungen bei der Schleimbeutelentzündung ist dabei die
vordere Front der Kniescheibe betroffen. Aus diesem Grund gilt die
Schleimbeutelentzündung als klassische Erkrankung des Kniegelenks. Die
Schleimbeutelentzündung kann jedoch darüber hinaus alle Gelenke betreffen, die
insbesondere einer teilweise enormen mechanischen Druckeinwirkungen ausgesetzt sind.
Aus diesem Grund kann eine Schleimbeutelentzündung häufig auch an den Schleimbeuteln
der Gelenke des Ellenbogens diagnostiziert werden.
Außerdem kann eine Schleimbeutelentzündung am Schultergelenk sogar mit
Schädigungen der Sehnen und Bänder einhergehen.
Als Schleudertrauma bezeichnet man im Allgemeinen eine Verletzung im Bereich
der Halswirbelsäule (HWS), die durch plötzliche, sehr starke Beugung und Überstreckung
des Kopfs entsteht. Beim Schleudertrauma sind vorrangig oder ausschließlich Gewebe wie
Muskeln und Bindegewebe betroffen (Weichteilverletzung) – Gelenkverletzungen und
Knochenbrüche können in einigen Fällen zusätzlich vorkommen.
Genau genommen steht der Begriff «Schleudertrauma» für die Bewegung des
Kopfes bei einem Unfall und nicht für ein festgelegtes Krankheitsbild. Auffahrunfälle oder
Sportverletzungen (etwa beim Kampfsport) sind Beispiele für einen typischen
Unfallhergang. Sie können dazu führen, dass die Halswirbelsäule kurzfristig sehr stark
gebeugt und anschließend überstreckt wird. Dies kann unterschiedliche Folgen haben.
Nach einem Schleudertrauma kommt es meist zu einer schmerzhaften Steilhaltung
der Halswirbelsäule und zu einer Verspannung der Nacken- und Halsmuskulatur. Die
Bänder der Halswirbel können in schlimmeren Fällen gezerrt oder eingerissen sein. Die
schleudernde Bewegung verletzt nur in seltenen Fällen die Bandscheiben. Eine weitere
seltene Komplikation liegt vor, wenn Blutgefäße Einreißen und es ins Gewebe einblutet.
Schmerzen sind eine Sinneswahrnehmung – ähnlich wie der Mensch Hitze, Kälte oder
Berührungen empfindet, nimmt er auch Schmerzen wahr. Akuter Schmerz ist ein Hinweis des
Körpers, dass im Moment irgendetwas nicht stimmt.
Die International Association for the Study of Pain (Internationale Schmerzgesellschaft)
liefert für Schmerzen folgende Definition: «... ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das
mit aktueller oder potenzieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen
Schädigung beschrieben wird.»
Typische Formen von Schmerzen sind:
Akuter Schmerz signalisiert dem Körper, dass eine akute Gefahr besteht,
beispielsweise eine Verletzung. Bei akutem Schmerz ist die Ursache daher meist eindeutig
erkennbar und kann gezielt behandelt werden.
Chronischer Schmerz nimmt im Unterschied zum akuten Schmerz mit der Zeit die
Form eines eigenen Krankheitsbildes an. Die Ursache ist meist nicht mehr feststellbar oder
nicht mehr vorhanden und damit nicht mehr behandelbar. Die Nerven senden anhaltend
Schmerzimpulse an das Gehirn, obwohl kein Reiz mehr vorhanden ist. Die Nervenzellen
haben eine Art Schmerzgedächtnis entwickelt. Die Zeitgrenze, ab der schmerzhafte
Empfindungen als Chronische Schmerzen bezeichnet werden, liegt bei sechs Monaten.
Neuropathische Schmerzen (Nervenschmerzen) entstehen dann, wenn
Nervengewebe – zum Beispiel durch Erkrankungen wie Diabetes mellitus – Schaden

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nimmt. Je nach Ursache kann diese Schädigung das periphere (entfernt liegende) oder auch
das zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) betreffen. Ein typisches Beispiel für
neuropathische Schmerzen aufgrund peripherer Nervenverletzung sind die
sogenannten Phantomschmerzen. Hier hat eine operative oder auch unfallbedingte
Amputation die peripheren Nerven durchtrennt. Nervenschmerzen, deren Ursache zentral –
also im ZNS – liegt, können bei Erkrankungen wie der multiplen Sklerose (MS) oder nach
einem Schlaganfall (Hirninfarkt) auftreten.
Im Verlauf psychischer Erkrankungen, beispielsweise einer Depression, kommt es bei
einigen Betroffenen zu Schmerzempfindungen. Die Ursache der Schmerzen liegt hier
jedoch nicht im Körper, sondern ist eher auf psychische Faktoren zurückzuführen.
Umgekehrt können anhaltende Schmerzen aber auch selbst eine Depression verursachen.
Häufige Schmerzen sind:
 Armschmerzen  Gliederschmerzen  Regelschmerzen
 Augenschmerzen  Halsschmerzen  Rückenschmerzen
 Bauchschmerzen  Herzschmerzen  Schmerzen beim
 Blasenschmerzen  Knieschmerzen Geschlechtsverkehr
 Brustschmerzen  Kopfschmerzen  Schmerzen beim Stuhlgang
 Ellenbogenschmerzen  Muskelschmerzen  Schmerzen beim
 Entzündungsschmerzen  Nackenschmerzen Wasserlassen
 Fußschmerzen  Nervenschädigungen  Schulterschmerzen
 Gelenkschmerzen  Ohrenschmerzen  Tumorschmerzen
 Gesichtsschmerzen  Phantomschmerzen  Unterleibsschmerzen
 Zahnschmerzen
Der Begriff schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) bezeichnet eine Erkrankung
der Fingersehnen. Beim schnellenden Finger kommt es zu einer knötchenartigen Verdickung der
Beugesehnen. Am häufigsten verdickt sich die Sehne auf der Innenseite der Hand, direkt oberhalb
des Fingerknöchels.
Eine Schnittwunde ist eine mechanisch durch äußere, scharfe Gewalt (Schnittverletzung)
entstandene Wunde. Schnittwunden können unterschiedlich tief sein: Es können nur die oberen,
aber auch alle Schichten der Haut durchtrennt sein. Zusätzlich können Blutgefäße, Nerven oder
Sehnen verletzt sein. Typischerweise sind Schnittwunden glattrandig und bluten meist stark.
Schnittverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen, besonders im Haushalt.
Alle mechanischen Wundverletzungen lassen sich nach der Art der Gewalteinwirkung und
nach ihrem Aussehen in verschiedene Wundarten unterteilen und erfordern eine unterschiedliche
Behandlung: So können neben der Schnittwunde zum Beispiel Risswunden, Stichwunden,
Sägewunden, Bisswunden, Quetschwunden, Schürfwunden, Platzwunden und Kratzwunden
auftreten.
Zusätzlich können Blutgefäße, Nerven oder Sehnen verletzt sein, was zum Beispiel folgende
Symptome auslösen kann:
 starke, pulsierende oder spritzende Blutung bei einer durchtrennten Arterie
 Bewegungseinschränkungen bei einer verletzten Sehne
 Lähmungen oder Gefühlsstörungen bei einem verletzten Nerv
Das Schulter-Arm-Syndrom wird in der Medizin auch bezeichnet
als Zervikobrachialgie oder Unteres Zervikalsyndrom. Häufig findet sich neben dem Ausdruck
Schulter-Arm-Syndrom auch der Begriff Nacken-Schulter-Arm-Syndrom.
Unter den Begriff Schulter-Arm-Syndrom fallen Beschwerden dieser entsprechenden
Körperteile. Häufig liegen Nackenbeschwerden vor, die ausstrahlen und so zu Schmerzen in Armen
und Schultern führen. Auch kann es zu einem Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder zu
eingeschränkt möglichen seitlichen Kopfbewegungen kommen.
Häufig liegen beim Schulter-Arm-Syndrom auch Muskelverhärtungen in den
Muskelsträngen vor, die beidseitig der Wirbelsäule verlaufen.

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Da die Symptome des Schulter-Arm-Syndrom individuell sehr verschieden sein können,
bedarf es zur Diagnose gründlicher Untersuchungen - auch, um etwaige andere Erkrankungen als
Ursache der Beschwerden ausschließen zu können.
Die Schulterdystokie ist eine seltene, aber gefürchtete Komplikation während des
Geburtsvorganges. Sie zeigt sich bei etwa einem Prozent aller Geburten. Von einer
Schulterdystokie ist die Rede, wenn die vordere Schulter des Kindes nach dem Hervortreten seines
Kopfes an der Schambeinfuge oder dem Becken der Mutter steckenbleibt. Dadurch kann der Rumpf
des Babys den Körper der Mutter nicht verlassen.
Bei einer Schultereckgelenksprengung
(oder Schultereckgelenksverrenkung bzw. Akromioklavikulargelenkluxation) zerreißen Kapsel und
Bänder des Schultereckgelenks unvollständig oder vollständig. Dies ist fast immer die Folge
direkter Stürze auf die Schulter, beispielsweise bei einem Sturz vom Velo oder beim Skilaufen.
Bei der Schultereckgelenksprengung richtet sich die Behandlung nach dem Schweregrad der
Verletzung. Wenn die Bänder des Schultereckgelenks gezerrt oder teilweise zerrissen sind, reicht
es, die Schulter kurzfristig ruhig zu stellen; anschließend erfolgt eine Krankengymnastik.
Schulterschmerzen sind überwiegend sogenannte Weichteilschmerzen, bei denen nicht
die Knochen, sondern vielmehr Muskeln, Sehnen, Gelenkkapsel, Schleimbeutel und
Gelenkschmiere (Synovia) beteiligt sind. Schulterschmerzen sind zum überwiegenden Teil
Weichteilschmerzen im Bereich des Schultergelenks, bei denen vor allem Muskeln, Sehnen,
Gelenkkapsel und Schleimbeutel beteiligt sind. Was die Beschwerden besonders lästig macht:
Schon alltägliche Handgriffe, die sich oft kaum vermeiden lassen, gehen mit Schmerzen einher.
Unter dem Begriff Schultersteife oder Steifen Schulter verstehen Mediziner eine
Erkrankung, bei der es zu deutlichen Bewegungseinschränkungen und schließlich zur Versteifung
des Schultergelenks kommt. Die Symptome sind auf eine Entzündung in der Schulterkapsel
zurückzuführen. Bei der Schultersteife handelt es sich um eine selbstlimitierende Krankheit, die
nach einiger Zeit von selbst ausheilt.
Eine Schulterverrenkung bzw. Schulterluxation ist die Verschiebung der
Knochenanteile im Schultergelenk. Die Knochen können nur teilweise oder aber vollständig aus
dem Gelenk gerutscht sein. Die Schulterverrenkung muss schnellstmöglich behandelt werden.
Schwerhörigkeit ist eine Einschränkung, die viele Menschen zumindest zeitweise erleben.
Dabei ist das Hörvermögen herabgesetzt. Oftmals tritt Schwerhörigkeit nur vorübergehend auf, zum
Beispiel beim Fliegen oder im Gebirge, nach einem Konzert mit lauter Musik oder bei einer
Entzündung des Ohrs. In einem gewissen Maß ist ein Gehörverlust auch mit zunehmendem Alter
normal. Schwerhörigkeit kann angeboren oder erworben sein.
Der Schwimmbad-Blackout ist eine Bewusstlosigkeit, die unter Wasser durch eine
Sauerstoffunterversorgung des zerebralen Gehirns verursacht wird. Von dieser Erscheinung
abzugrenzen ist der Aufstiegsblackout, der vor allem No-Limits-Apnoetaucher betrifft. Diese
Erscheinung wird durch vergleichbare Prozesse verursacht wie der Schwimmbad-Blackout. Daher
wird der Aufstiegsblackout zuweilen auch als Sonderform des Schwimmbad-Blackouts verstanden.
Schwindel (Vertigo) ist per Definition eine unangenehm verzerrte Wahrnehmung des umgebenden
Raums oder von Bewegungen. In vielen Fällen sind Gleichgewichtsstörungen die Folge von
Schwindel. Schwindel (Vertigo) führt dazu, dass die räumliche Orientierung oder das
Gleichgewicht unangenehm gestört ist. Dabei scheint es den Betroffenen, als würde der eigene
Körper beziehungsweise der umgebende Raum sich drehen und schwanken. Die Gründe hierfür
sind vielfältig und können durchaus harmlos sein.
Schwindel ist keine eigenständige Erkrankung, sondern neben Kopfschmerzen das häufigste
Symptom von Erkrankungen des Nervensystems. Daneben führt in manchen Fällen eine mangelnde
Sauerstoffversorgung oder niedriger Blutdruck zu Schwindel.
Die Schürfwunde ist eine häufige Verletzung, die durch Abschürfung der Haut entsteht:
Typische Situationen, die zu Schürfwunden führen, sind Streifstürze (z.B. beim Velofahren oder
Inlineskaten) oder das Streifen einer grob verputzten Wand, was zum Beispiel eine Schürfwunde
am Knie oder Ellenbogen verursachen kann. Eine Schürfwunde ist eine offene, mechanische
Wunde der Haut infolge einer Abschürfung. Schürfwunden bluten in der Regel wenig, da die

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tieferen Schichten, in denen sich die Blutgefäße befinden, nicht betroffen sind. Es tritt jedoch
Gewebsflüssigkeit aus: Die Schürfwunde nässt. Nur wenn die kleinen Blutgefäße der tiefer
liegenden Lederhaut verletzt sind, kann auch punktförmig Blut aus der Schürfwunde treten.
Scrapie (Traberkrankheit) gehört zu den sogenannten transmissiblen spongiformen
Enzephalopathien (übertragbare schwammartige Gehirnveränderung) bei Schafen und Ziegen. Sie
wird durch veränderte Eiweiße ausgelöst, den Prionen.
Die Verfütterung von Tiermehl aus Schafen, die mit Scrapie infiziert waren, hat zur
Übertragung des Erregers auf das Rind und zur Verbreitung von BSE (boviner spongiformer
Enzephalopathie) geführt
Als eine Sehbehinderung wird eine mehr oder weniger intensive Beeinträchtigung des
Sehens oder der Fähigkeit des visuellen Wahrnehmens angesehen.
Eine Sehbehinderung bleibt ohne Behandlung in der Regel lebenslang bestehen und basiert
auf den unterschiedlichsten Funktionseinschränkungen des Auges sowie am Sehen beteiligter
Nerven. In diesem Zusammenhang treten bei der Sehbehinderung die optischen Behinderungen
als Erblindung oder als teilweiser Verlust des Augenlichtes zum Tragen.
Bei einem Sehnenriss handelt es sich daher um einen Einriss beziehungsweise eine
Zerreißung einer Sehne durch eine plötzliche Überbelastung. Auch durch ruckartige Kontraktion
des dazugehörigen Muskels kann es zu einem Sehnenriss kommen. Oft liegt bereits eine
degenerative Vorschädigung der entsprechenden Sehne vor. Der häufigste Sehnenriss ist der Riss
der Achillessehne. Aber auch andere Sehnen können betroffen sein.
Ebenso häufig kommen zum Beispiel die Quadrizeps-Sehnenruptur, Risse der Bizepssehnen
oder die Patellarsehnenruptur vor. Die Rotatorenmanschetten der Schultern sind auch häufig
betroffen.
Eine Sehnenscheidenentzündung, auch Tendovaginitis oder Tenosynovitis genannt, ist
eine Entzündung des Gewebes, das die Sehne umhüllt.
Grundsätzlich kann jede Sehnenscheide entzündet sein – in Hand, Fuß, Unterarm,
Ellenbogen usw. Am häufigsten sind jedoch die Sehnen am Handgelenk betroffen. Eine
Sonderform der Sehnenscheidenentzündung betrifft ausschließlich die Sehnen im Daumen: Diese
Form heißt in der Fachsprache Tendovaginitis stenosans de Quervain.
Die Sehnenscheidenentzündung ist mittlerweile als Berufskrankheit anerkannt. Zu den häufig von
Sehnenscheidenentzündungen betroffenen Berufsgruppen zählen unter anderem:
 Menschen, die überwiegend am Computer arbeiten (v.a. Schreibkräfte)
 Musiker (Pianisten, Gitarristen usw.)
 Masseure und Physiotherapeuten
Eine Sehnerventzündung (fachsprachlich: Neuritis nervi optici;
auch: Retrobulbärneuritis) ist eine Autoimmunentzündung des Sehnervs (Nervus opticus). Sie
tritt häufig als Frühsymptom der Multiplen Sklerose auf, kommt aber auch ohne diese
Grunderkrankung vor. Nach einer Sehnervenentzündung kann eine gewisse Sehnervenatrophie
mit Einschränkung der Sehschärfe zurückbleiben.
Bei der Sehnerventzündung liegt eine Autoimmunentzündung des zweiten Hirnnervs
(Nervus opticus) vor. Zunächst findet sich eine Schädigung der Myelinscheiden, die den Nerv
elektrisch isolieren und seine hohe Nervenleitgeschwindigkeit ermöglichen.
Im fortschreitenden Verlauf sind auch die eigentlichen Nervenfasern (Axone) von der
Entzündung betroffen und können untergehen.
Bei der Seitenstrangangina handelt es sich um eine Sonderform der Pharyngitis
(Rachenentzündung). Sie kommt viel seltener vor als die akute Rachenentzündung und bereitet vor
allem an den seitlich der Rachenwand verlaufenden Lymphbahnen Beschwerden.
Diese werden auch als Seitenstränge bezeichnet und sind im Falle einer Entzündung gerötet
und geschwollen sowie mit weißen Stippen besiedelt. Eine Seitenstrangangina kann durch die
räumliche Nähe der Seitenstränge zur Eustachschen Röhre auch mit Ohrenschmerzen verbunden
sein. Diese formt die Verbindung vom Ohr zum Nasen-Rachen-Raum. Der Patient leidet außerdem
unter Schluckbeschwerden und einem Kratzen im Hals sowie unter einem allgemeinen
Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit und möglicherweise Fieber.
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Ein septischer Schock ist eine sog. inflammatorische Reaktion des Organismus. Der
Körper reagiert auf das Eindringen von Viren, Bakterien, Pilzen und Toxinen mit einem
Multiorganversagen. Erfolgt keine rechtzeitige und adäquate Behandlung, verläuft der septische
Schock meist tödlich. Ein septischer Schock ist abzugrenzen von einem Anaphylaktischer Schock
(allergischer Schock) und Kreislaufschock.
Ein septischer Schock liegt vor, wenn die Symptome des SIRS (systemisches
inflammatorisches Response-Syndrom) auftreten. Des Weiteren muss eine infektiöse Ursache
(Bakterien, Viren, Pilze oder Toxine) als auch ein systolischer Blutdruck von unter 90 mmHg
vorliegen.
Der niedrige Blutdruck (Hypotonie) muss trotz Volumensubstitution mind. eine Stunde lang
andauern. Neben Fieber und einem beschleunigten Herzschlag, ist die Atemfrequenz erhöht und es
liegen Störungen im Blutbild vor.
Dem septischen Schock liegt eine Sepsis (Blutvergiftung) zugrunde. Tritt ein Organ- oder
Multiorganversagen ein, verbunden mit einem Abfall des Blutdrucks, so wird dies als septischer
Schock definiert.
Ein septischer Schock kann in drei Stadien eingeteilt werden:
Stadium 1: der beginnende septische Schock - ist gekennzeichnet durch: Körpertemperatur
über 38,4 °C, stabile Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), Hyperventilation,
Thrombozytenzahl im Blut liegt im Normbereich, Intensivüberwachung erforderlich.
Stadium 2: septischer Schock: Verminderung der Thrombozytenzahl, hyperdynamer oder
hypodynamer Schock, Nachweis einer Bakteriämie und Endotoxinämie, Beatmung des Betroffenen
dringend erforderlich.
Stadium 3a: Remission: deutliche Besserung.
Oder Stadium 3b: therapierefraktärer Zustand: keine Besserung der Symptomatik, Zustand
des Patienten ist selbst durch eine aggressive Therapie nicht beeinflussbar, so dass der septische
Schock letztendlich zum Tod führt.
Die Septo-optische Dysplasie ist eine neurologische Erkrankung, die
durch Hypophyseninsuffizienz, Sehnervunterentwicklung und Mittelliniendefekte des Gehirns
gekennzeichnet ist. Bei der Krankheit handelt es sich um eine genetische Mutation. Zur Behandlung
der Symptome findet eine lebenslange Hormonsubstitution statt.
Sexualkopfschmerzen sind Kopfschmerzen, die während des Geschlechtsakts auftreten.
Sie werden meist durch zu schnell gesteigerte Erregung ausgelöst. In der Regel treten die
Sexualkopfschmerzen nur temporär auf, das heißt sie verschwinden nach einigen Wochen oder
Monaten wieder von selbst.
Das Sharp-Syndrom oder MCTD („mixed connective tissue desaese“) nennt man
eine Rheumatoide Erkrankung des Bindegewebes. Wie alle Phänomene des Rheumatischen
Formenkreises ist auch das Sharp-Syndrom eine Autoimmunkrankheit.
Hier zählt die MCTD zu den Kollagenosen. Diese Bezeichnung leitet sich vom „Kollagen“
ab. Das Protein sezernieren Bindegewebszellen und stabilisiert die
Gewebematrix. Mischkollagenose ist ein weiterer Begriff für das Sharp-Syndrom, weil sich hier
die Symptome mehrerer Autoimmunkrankheiten überlappen.
Als Sheehan-Syndrom (HVL-Nekrose) bezeichnet man einen Mangel an ACTH -
(adrenocorticotropes Hormon, Kortikotropin) ist ein Hormon, das in der Hirnanhangsdrüse gebildet
wird. Es reguliert die Ausschüttung von Kortison aus der Nebennierenrinde. Es wird durch
Medikamente oder durch eine Veränderung des Hypophysenvorderlappens ausgelöst und ist
heutzutage gut behandelbar. Unter dem Sheehan-Syndrom versteht man einen Funktionsausfall des
Hypophysenvorderlappens, welcher meist nach einer Entbindung auftritt. Ursächlich ist ein hoher
Blutverlust und der daraus resultierte Zelltod. Auch andere Schockzustände wie beispielsweise
Verbrennungen können zu einer HVL-Nekrose führen. Anhand verschiedener Symptome lässt sich
das Syndrom eindeutig diagnostizieren. Auch die Behandlung ist dank moderner medizinischer
Techniken möglich.
Typische Symptome und Anzeichen von Sheehan-Syndrom
 Ausbleiben des Milchaustritts bei Schwangeren (Laktation)

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 Ausbleiben der Menstruation (Zyklusstörungen)
 Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose, durch Verlust der TSH-Ausschüttung)
 Ausfall der Körperbehaarung
 Sexuelle Unlust, Sexualstörungen der Frau (Frigidität)
 Blässe der Haut (Hypopigmentierung durch MSH-Mangel)
 im Wachstumsalter: Kleinwuchs
Trockene Augen sind ein auch als Sicca-Syndrom oder Keratoconjunctivitis
sicca bezeichnetes Syndrom (griech. keratos = Hornhaut, lat. tunica conjunctiva = Bindehaut, lat.
siccus = trocken): Ein trockenes Auge ist per Definition eine nicht-infektiöse Erkrankung der
Hornhaut des Auges, die mit einer Benetzungsstörung der Horn- und Bindehaut einhergeht.
Die Sichelzellenanämie (fachsprachlich: Drepanozytose) ist eine erbliche Erkrankung
der roten Blutkörperchen. Man unterscheidet eine schwere homozygote und eine milde
heterozygote Form. Da die heterozygote Sichelzellenanämie eine gewisse Resistenz
gegen Malaria verleiht, ist sie v. a. in Malariarisikogebieten (Afrika, Asien und Mittelmeerraum)
verbreitet.
Die Sichelzellenanämie zählt zu den Hämoglobinopathien (Störungen des roten
Blutfarbstoffs Hämoglobin). Hämoglobin ist ein kompliziert aufgebautes Protein aus 4
Untereinheiten, das den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ihre Farbe verleiht und Sauerstoff
zum Transport durch den Organismus bindet.
Das bei Sichelzellenanämie veränderte Hämoglobin (HbS) neigt dazu, bei Sauerstoffmangel
auszukristallisieren. Dadurch verformen sich die Erythrozyten sichelzellförmig und verstopfen
Gefäße, gehen zugrunde oder werden verfrüht abgebaut. Sichelzellenanämie ist daher geprägt von
hämolytischer Blutarmut und Durchblutungsstörungen.
Typische Symptome und Anzeichen bei Sichelzellenanämie
 Hämolytische Anämie
 Durchblutungsstörungen
 Schmerzen
 erhöhtes Risiko für: Schlaganfall, Lungenentzündung, Nierenversagen und Pulmonale
Hypertonie
 ggf. Eiweiß im Urin (Proteinurie)
Unter dem Begriff Sick-Sinus-Syndrom wird eine Reihe von Herzrhythmusstörungen, so
genannten Arrhythmien, zusammengefasst, welchen eine Fehlfunktion des Sinusknoten zugrunde
liegt. Von dieser Erkrankung sind vor allem ältere Menschen betroffen und sie ist eine der
häufigsten Indikationen für die Implantation eines Herzschrittmachers.
Bei Menschen mit Sinusknotensyndrom werden diese elektrischen Impulse in falschen
Abständen abgegeben, was zu einem verlangsamten oder beschleunigten Herzrhythmus oder auch
einer Kombination beider führt. Grundsätzlich beinhaltet der Begriff Sick-Sinus-Syndrom eine
große Anzahl von Herzerkrankungen, die neben der namensgebenden Sinusfehlfunktion auch auf
einer Blockade der Erregungsleitung über die Vorhöfe, beruhen können.
Typische Symptome und Anzeichen bei Sick-Sinus-Syndrom
 Herzrasen und/oder niedriger Puls (Bradykardie)
 Herzrhythmusstörungen
 Atemnot, Beklemmung
 Angina pectoris
 Schwindel, Sehstörungen, Kreislaufprobleme
 Anfänge von Herzinsuffizienz
 ähnliche Symptomatik wie AV-Block
Die Silberkornkrankheit ist eine neurodegenerative Demenzerkrankung ähnlich des Morbus
Alzheimer. Insbesondere im limbischen System lagern sich bei dieser Krankheit Tau-Proteine ab.
Therapiert wird die bislang unheilbare Erkrankung gegenwärtig vor allem supportiv. In der Regel
tritt die Krankheit erst ab einem Alter von 80 Jahren ein.

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Das Krankheitsbild ähnelt dem des Morbus Alzheimer und mit auf Ablagerungen im Gehirn
einher. Gegenwärtig wird noch diskutiert, ob die Silberkornkrankheit tatsächlich als eigenständige
Krankheit zu betrachten ist oder einer speziellen Form von Alzheimer entspricht. Die
zentralnervensystemischen Ablagerungen der Silberkornkrankheit werden mit einem histologischen
Versilberungsverfahren sichtbar gemacht, das auch als Argyrophilie bekannt ist.
Persönlichkeitsveränderungen, Verhaltensauffälligkeiten und kognitive Defizite gelten als
Frühsymptome der Silberkornkrankheit. Zu den Verhaltensauffälligkeiten und Veränderungen der
Persönlichkeit zählen vor allem Wutausbrüche und kaum nachvollziehbares Sozialverhalten. Auch
Tremor und Unruhe können auftreten. Die kognitiven Auffälligkeiten spitzen sich im weiteren
Verlauf in der Regel zu.
Das Sindbis-Fieber ist eine Viruskrankheit, die grippeähnliche Symptome auslöst. Sie führt
schließlich zu Gelenkentzündungen sowie häufig zu Hautausschlägen und ruft in Einzelfällen eine
Enzephalitis (Gehirnentzündung) hervor.
Sindbis-Fieber wird wegen der auftretenden Gelenkentzündungen auch als
„Epidemische Polyarthritis“ bezeichnet. Das Sindbis-Virus existiert in sechs verschiedenen
Ausprägungen, die sich allerdings recht ähnlich sind.
Im Rahmen einer Sinusvenenthrombose sammeln sich Blutgerinnsel in den Venen des
Gehirns. Es resultiert jedoch nicht immer eine klinische Symptomatik aus einem Verschluss der
großen Sammelvenen. Grundsätzlich verfügt das venöse System im Gehirn über ein besonders
hohes Maß an Flexibilität.
Oftmals führt eine Sinusvenenthrombose jedoch zu einem sogenannten Blutandrang. Im
Rahmen der venösen Kongestion sammelt sich das Blut verstärkt im Bereich des Gehirns. Sofern
das Blutvolumen nicht reguliert wird, kann es bei den Betroffenen unter Umständen zu
einem Schlaganfall kommen.
Als Akathisie wird eine ständige motorische Unruhe von Gesicht, Armen und Beinen
unter medikamentösem Einfluss bezeichnet. Es besteht oft eine Unfähigkeit, still zu sitzen oder in
einer Körperhaltung zu verharren.
Innerlich wird ein Drang zur ständigen Bewegung verspürt. Als Auslöser sind vor allem
Medikamente wie Neuroleptika, Antiemetika und Dopaminagonisten bekannt, sie kann jedoch auch
als Frühsymptom eines Morbus Parkinson vorkommen.
Beim Sjögren-Syndrom handelt es sich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung, bei
der das körpereigene Abwehrsystem das eigene Gewebe angreift. Dadurch sind die Tränen- und
Speicheldrüsen dauerhaft entzündet.
Das Sjögren-Syndrom macht sich insbesondere durch einen trockenen Mund und Trockene
Augen (Sicca-Syndrom) bemerkbar. Manchmal trocknen auch andere Schleimhautbereiche aus,
etwa in den Atemwegen oder an den Geschlechtsorganen. Die Symptome, die mit der Funktion von
Drüsen in Verbindung stehen, bezeichnen Mediziner als «glanduläre» Symptome. Bei den
sogenannten «nicht-glandulären» Symptomen handelt es sich dagegen um Beschwerden, die
nicht auf die gestörte Funktion der Drüsen zurückzuführen sind. Anzeichen und Symptome beim
Sjögren-Syndrom sind zum Beispiel:
 Müdigkeit  Fieber
 Abgeschlagenheit  Gelenkschmerzen
Der Skidaumen bezeichnet einen Riss am inneren Seitenband des Daumens. Diese
Verletzung ist typisch für Skifahrer, geschieht aber auch häufig beim Ballsport. Ein
Skidaumen muss behandelt werden, da der Daumen sonst seine Funktionsfähigkeit verliert.
Eine Skleritis ist eine Entzündung der Lederhaut (Sklera) des Auges, die untherapiert
einen Visusverlust bedingen kann. Der Altersgipfel der Erkrankung liegt zwischen dem 40. und 60.
Lebensjahr, wobei Frauen bedeutend häufiger betroffen sind als Männer.
Der Begriff Skoliose bezeichnet per Definition eine Fehlstellung der Wirbelsäule, bei der
diese seitlich verbogen ist (griech. skolios = krumm). Da die Skoliose meistens während
ausgeprägter Wachstumsphasen der Wirbelsäule auftritt, betrachtet man sie als
eine Wachstumsdeformität.

163
Allerdings ist Skoliose keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom – und für
die Entstehung der Wirbelsäulenverkrümmung kommen viele verschiedene Auslöser infrage. Dabei
sind echte Skoliosen und funktionelle skoliotische Fehlhaltungen voneinander abzugrenzen:
 Echte, strukturelle Skoliose: Die Wirbelsäule ist dauerhaft seitlich verbogen und die
einzelnen Wirbelkörper sind verdreht (Torsion).
 Funktionelle skoliotische Fehlhaltung: Anders als bei der echten Skoliose ist hier die
Wirbelsäule nur vorübergehend seitlich verbogen, was sich durch aktive und passive
Maßnahmen beseitigen lässt.
Außerdem kann man die Skoliose – je nach Verlauf der Krümmung in den verschiedenen
Bereichen der Wirbelsäule – in unterschiedliche Formen einteilen:
 Thorakale Skoliose: Der Wendepunkt der Hauptkrümmung liegt im Bereich der
Brustwirbelsäule (BWS).
 Lumbale Skoliose: Der Wendepunkt der Hauptkrümmung liegt im Bereich der
Lendenwirbelsäule (LWS).
 Thorakolumbale Skoliose: Der Wendepunkt der Hauptkrümmung befindet sich im
Bereich der Übergangsbereich zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule.
 Thorakale und lumbale Skoliose: Die Krümmungswendepunkte liegen im Bereich der
Brust- und Lendenwirbelsäule.
Dabei kann die für eine Skoliose kennzeichnende Verbiegung der Wirbelsäule
in verschiedene Richtungen laufen:
 linkskonvexe Skoliose: Wirbelsäule ist nach links gebogen
 rechtskonvexe Skoliose: Wirbelsäule ist nach rechts gebogen
 Schließlich ist es üblich, die sogenannte idiopathische Skoliose (idiopathisch = ohne
erkennbare Ursache) nach dem Zeitpunkt ihres Auftretens einzuteilen:
 Die infantile idiopathische Skoliose tritt bei Kindern im Alter von bis zu 3 Jahren auf,
 die juvenile idiopathische Skoliose entsteht bei Kindern im Alter zwischen 4 und 10
Jahren,
 die adoleszente idiopathische Skoliose (oder auch Adoleszentenskoliose) entwickelt
sich ab einem Alter von 11 Jahren.
Bei einem Somnambulismus handelt es sich um eine Schlafstörung, die umgangssprachlich
als Schlafwandeln bezeichnet wird. Diese Störung gehört als Schlafstörung zur Gruppe der
Parasomnien. In der Regel erinnert sich der Betroffene später gar nicht mehr daran oder es bestehen
nur Erinnerungsfetzen. Die Ursache dieser Störung ist weitgehend unbekannt. In der Hauptsache
sind Kinder betroffen. Somnambulismus äußert sich durch Umhergehen während des Tiefschlafes,
Nichtreaktion auf Außenreize, starren Gesichtsausdruck und schwere Weckbarkeit. In seltenen
Fällen kann es zu aggressivem Verhalten kommen. Nach wenigen Minuten kehrt der
Schlafwandelnde in der Regel wieder ins Bett zurück und schläft weiter.
Ein Sonnenbrand (akute Lichtdermatose, Dermatitis solaris) ist eine Verbrennung ersten
bis zweiten Grades, die durch ultraviolette Strahlung – vor allem durch die UVB-Strahlung (280 bis
320 nm) – ausgelöst wird. Prinzipiell können jedoch auch UVA- (320 bis 400 nm) und UVC-
Strahlung (250 bis 280 nm) zu Sonnenbrand führen, allerdings sind hier höhere Strahlungsdosen
notwendig. Starke Sonneneinstrahlung kann zu direkten Zellschäden und zu Entzündungen der
Haut führen. Dies äußert sich durch Rötungen, Juckreiz, gegebenenfalls Blasenbildungen und
späterem Abschuppen der Haut. Die Behandlung eines Sonnenbrands richtet sich nach dem
Schweregrad der Verbrennung. In jedem Fall sollte man die direkte Sonneneinstrahlung so lange
meiden, bis der Sonnenbrand abgeklungen ist. Kühlende Umschläge bringen zudem Linderung. In
schweren Fällen sollte man einen Arzt aufsuchen.
Eine soziale Phobie (Sozialphobie) ist eine anhaltende, unangemessen starke Angst vor
und in Situationen, bei denen man im Fokus der Aufmerksamkeit steht oder von anderen Menschen
prüfend betrachtet werden könnte. Menschen mit sozialer Phobie (Phobiker) haben Angst davor,
sich peinlich zu verhalten oder sich blamieren zu können. Die Angst betrifft meist nahezu alle
sozialen Situationen, kann aber auch isoliert vorkommen und sich beispielsweise nur auf das Essen

164
in der Öffentlichkeit beziehen. Den Betroffenen ist dabei bewusst, dass ihre Angst übertrieben und
unbegründet ist.
Der Spannungskopfschmerz ist ein dumpfer, drückender bis ziehender Kopfschmerz. Er
tritt überwiegend episodisch auf, das heißt er tritt immer wieder auf, an weniger als 15 Tagen im
Monat beziehungsweise 180 Tagen im Jahr. Er kann von einer halben Stunde bis zu einer Woche
andauern. Chronischer, also dauerhafter beziehungsweise häufig wiederkehrender
Spannungskopfschmerz kommt bei Männern seltener vor als bei Frauen. Der drückend-ziehende
Schmerz fühlt sich für die meisten Betroffenen an wie ein «Ring um den Kopf».
Unter einer Spastik bzw. Spastizität versteht man keine eigenständige Krankheit, sondern
ein Symptom einer Erkrankung beziehungsweise Verletzung des Zentralen Nervensystems. Dabei
spielt immer eine Schädigung des Gehirns oder des Rückenmarks eine Rolle.
Die willkürlichen Bewegungen des Körpers werden vom Zentralnervensystem
koordiniert; liegt hier eine Verletzung vor, wird die Signalübertragung von den Nerven zu den
Muskeln beeinträchtigt. Die Folge davon ist eine unkoordinierbare Muskelkontraktion, was zu
Verhärtungen und Versteifungen führt.
Diese Muskelanspannungen haben natürlich unangenehme Schmerzen zur Folge. Allerdings
ist nicht jede Spastik gleich stark ausgeprägt bei den Betroffenen. Manche Menschen haben nur
eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit, andere wiederum sind durch die Spastik völlig körperlich
behindert. Das Muster einer spastischen Lähmung sieht also bei jedem Patienten anders aus.
Die Speicheldrüsenentzündung ist eine durch Bakterien oder Viren verursachte
Entzündung einer Speicheldrüse, die häufig durch einen Speichelstein entsteht. Die fachsprachliche
Bezeichnung für die Entzündung der Speicheldrüse lautet Sialadenitis oder auch Sialoadenitis; die
Bildung der Steine (= Sialolithen) beziehungsweise Verkalkungen in einer Speicheldrüse nennt
man Sialolithiasis. In 80 Prozent der Fälle tritt die Speicheldrüsenentzündung einseitig auf,
ansonsten beidseitig. Die entzündete Speicheldrüse schwillt sehr schmerzhaft an.
Die Speicheldrüsen bilden den Speichel und sorgen so dafür, dass wir unser Essen leichter
hinunterschlucken können. Meist entzünden sich jedoch die sechs paarig angeordneten großen
Speicheldrüsen des Menschen:
 die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) vor dem Ohr,
 die Unterkieferdrüse (Glandula submandibularis) im Mundboden an der Innenseite
des Unterkiefers und
 die Unterzungendrüse (Glandula sublingualis).
Die zahlreichen kleinen Speicheldrüsen, zum Beispiel in den Lippen, der Wange oder dem
Rachen, sind dagegen selten von einem Speichelstein beziehungsweise
einer Speicheldrüsenentzündung betroffen.
Speichelsteine bestehen vorwiegend aus Kalziumphosphat und Kalziumkarbonat. Ein
Speichelstein kann wenige Millimeter bis etwa zwei Zentimeter groß sein. Die Bildung der Steine –
und somit auch die daraus entstehende Speicheldrüsenentzündung – ist vermutlich die Folge einer
veränderten Speichelzusammensetzung, zum Beispiel bei Kalziumüberschuss (Hyperkalzämie),
Diabetes mellitus, Gicht, einem ständigen Sekretstau bei engen Drüsengängen oder wiederholten
Entzündungen.
Ösophagusdivertikel (Speiseröhrendivertikel) sind Ausbuchtungen der
Speiseröhrenwand. Als Divertikel (lat. diverticulum = Abweg, Abweichung) werden allgemein
pilz-, birnen- oder sackförmige Ausstülpungen der Wand eines Hohlorgans, zum Beispiel an
Darm, Harnblase oder Speiseröhre, bezeichnet. Sie können entweder angeboren oder im Laufe des
Lebens erworben sein. Entsteht innerhalb eines Hohlorgans ein größerer Druck oder ziehen
bindegewebige Strukturen (z.B. Narben) von außen an der Wand des Hohlorgans, geben schwache
Stellen der Wand nach und wölben sich nach außen vor. Nur wenn dabei die gesamte Wand, also
alle Schichten des Hohlorgans vorgewölbt sind, spricht man von einem echten Divertikel. Ist
dagegen nur die Schleimhaut von der Ausbuchtung betroffen (Schleimhautprolaps), liegt ein
sogenanntes falsches Divertikel vor. Beim falschen Divertikel ist also nur die innerste
Wandschicht des Hohlorgans ausgestülpt, wie bei den Divertikeln des Dickdarms oder der
Harnblase.
165
Ösophagusdivertikel (Speiseröhrendivertikel) sind seltene, örtlich
begrenzte Ausbuchtungen der Speiseröhrenwand unterschiedlicher Größe. Sie entstehen
bevorzugt an den drei natürlich vorkommenden (physiologischen) Engstellen der Speiseröhre.
Diese Engstellen (und die zugehörigen Divertikel) liegen im oberen Drittel der Speiseröhre am
Übergang von der Rachenmuskulatur in die Speiseröhrenmuskulatur (Zenker-Divertikel), im
mittleren Drittel, wo die Hauptschlagader (Aorta) an der Speiseröhre anliegt (parabronchiales
Divertikel), am unteren Ende unmittelbar vor der Einmündung in den Magen beim Durchtritt durch
das Zwerchfell (epiphrenisches Divertikel).
Eine Speiseröhrenentzündung oder Ösophagitis entsteht durch falsche
Essensgewohnheiten, durch Stress oder durch einen schwachen Schließmuskel am Übergang zum
Magen. Die empfindliche Schleimhaut wird geschädigt und kann Schmerzen und Beschwerden
beim Schlucken verursachen. Man kann die Speiseröhrenentzündung mit Diät behandeln, mit
Medikamenten oder in schweren Fällen mit einem operativen Eingriff.
Eine Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) entsteht, wenn sich die Schleimhaut, welche
die Speiseröhre auskleidet, entzündet. Die Speiseröhrenentzündung kann akut auftreten oder
chronisch verlaufen. In den meisten Fällen ist das untere Drittel der Speiseröhre betroffen, dort wo
sich die Verbindung zum Magen befindet.
Die Speiseröhre ist ein Schlauch aus Muskeln und Gewebe, der den Mund mit dem Magen
verbindet. Die Haut der Speiseröhre besteht aus verschiedenen Gewebeschichten. Die äußerste ist
eine Muskelschicht, dann folgt eine Bindegewebsschicht, in welcher sich Drüsen für die Produktion
von Schleim befinden.
Diese schleimige Substanz wird auf die innerste Schicht abgegeben, damit Speisen beim
Schlucken leichter rutschen, aber auch als Schutz für die Schleimhaut. Fließt nun häufig
Magensäure aus dem Magen zurück in die Speiseröhre oder dringen Pilze, Viren oder versehentlich
geschluckte scharfe Gegenstände ein, so kann es zu einer Speiseröhrenentzündung kommen.
Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der meist von der
Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophagus) ausgeht.
Speiseröhrenkrebs tritt in zwei Formen auf: Entweder als Plattenepithelkarzinom oder
als Adenokarzinom. Plattenepithelkarzinome entstehen ursprünglich aus Hautgewebe. Entartet
zum Beispiel die Schleimhaut der Speiseröhre und bildet so ein Ösophaguskarzinom, handelt es
sich um ein Plattenepithelkarzinom. Entsteht der Krebs hingegen aus Drüsenzellen, sprechen
Mediziner von einem Adenokarzinom. Adenokarzinome kommen zum Beispiel im Magen-Darm-
Trakt, in der Lunge und eben auch im unteren Abschnitt der Speiseröhre vor.

gefährlichen Komplikationen. Unbehandelt kann allerdings nicht nur sie selbst gefährlich werden,
sondern auch ein Zeichen für andere Krankheiten sein. Insoweit bedarf die Speiseröhrenverengung
in jedem Fall unverzüglicher ärztlicher Behandlung.
Das menschliche Verdauungssystem beginnt im engeren Sinne erst ab dem Magenbereich,
wo durch die dort enthaltenen Magensäfte die zerkaute Mahlzeit vorverdaut und für Aufnahme im
Dünn- sowie Dickdarm vorbereitet wird. Damit die Mahlzeit erst dorthin gelangen kann, muss sie
die Speiseröhre passieren. Die Verengungen der Speiseröhre, Mediziner sprechen von
der Speiseröhrenverengung oder auch Ösophagusstenose, ist für sich allein genommen zwar
weniger gefährlich oder zumindest gut therapierbar, allerdings kann sie ein Anzeichen für das
Vorliegen anderer Grunderkrankungen sein.
Bei der Speiseröhrenverengung handelt es sich, wie es der Name schon vermuten lässt,
um eine räumliche Verengung der Speiseröhre mit der Folge, dass Mahlzeiten nicht mehr ohne
Weiteres in den Magen-Darm-Bereich weiterfließen können. Erschwertes Schlucken, um so mit
Druck die Verengung zu durchbrechen, gehört zu den typischen Krankheitsbildern der
Ösophagusstenose.
Die Spinalkanalstenose ist ein überwiegend degenerativ bedingtes Krankheitsbild, das
sich an der Halswirbelsäule und insbesondere der Lendenwirbelsäule entwickeln kann. Auch wenn
die Spinalkanalstenose mittlerweile der häufigste Grund für eine Operation an der
Lendenwirbelsäule ist, stellen konservative Maßnahmen den Schwerpunkt der Behandlung dar.

166
Als Spinalkanalstenose bezeichnet man die Einengung des Rückenmarkkanals, der von den
Wirbelkörpern gebildet wird und vom ersten Halswirbelkörper bis zum Kreuzbein reicht.
Die Einengung ist überwiegend verschleißbedingt, weshalb sie vor dem Hintergrund der
zunehmenden Lebenserwartung der Bevölkerung und dem steigenden Anspruch auch älterer
Patienten an Lebensqualität, Mobilität und Flexibilität eine immer größere Bedeutung erfährt. Auch
die zunehmende Qualität der Diagnostik, allen voran die bildgebenden Verfahren wie Kernspin-
und Computertomografie, trägt dazu bei, dass die Diagnose immer häufiger gestellt wird.
Am häufigsten betroffen ist die Lendenwirbelsäule und hier insbesondere die Etage
zwischen dem dritten und vierten sowie vierten und fünften Lendenwirbelkörper. Die
Spinalkanalstenose kann sich auch im Bereich der Halswirbelsäule entwickeln, ist hier jedoch
weniger häufig.
Eine Wirbelsäulenverletzung –
auch Spinaltrauma beziehungsweise spinales Trauma oder
allgemein Rückenverletzung genannt – ist eine mechanische Schädigung der Wirbelsäule, die
sowohl die knöchernen Wirbel als auch Bänder, Bandscheiben und Muskeln betreffen kann.
Wirbelsäulenverletzungen können mit oder ohne Beteiligung der Nerven
(Rückenmarksverletzung oder Verletzung der Nervenwurzeln) einhergehen. Entsprechend kann
eine Wirbelsäulenverletzung unterschiedlich schwerwiegend sein. Ihr Ausmaß reicht von einer
leichten Verletzung der Muskulatur, die eher harmlos ist, Schäden der Wirbel oder Bänder,
die die Wirbelsäule instabil machen, sodass es nachfolgend zu einer Rückenmarkschädigung
kommen kann, bis hin zu Wirbelkörperfrakturen (Wirbelkörperbrüche), bei denen Bruchstücke
sich verschieben und das Rückenmark oder Nervenwurzeln direkt verletzen oder durchtrennen
können.
Die bei einer Wirbelsäulenverletzung möglichen Wirbelbrüche können in verschiedenen
Formen auftreten:
 Ein durch Stauchung der Wirbelsäule entstandenes Spinaltrauma kann mit
einer Kompressionsfraktur einhergehen. Das heißt: Die Wirbel sind geborsten oder völlig
plattgedrückt.
 Eine gewaltsam gedrehte, gebeugte oder überdehnte Wirbelsäule kann zu einer
Wirbelsäulenverletzung in Form einer Luxationsfraktur führen. Dabei ist der Wirbel
teilweise oder vollständige verrenkt und gleichzeitig gebrochen.
Die bei einer Wirbelsäulenverletzung besonders schwerwiegenden Verletzungen des
Rückenmarks entstehen nicht nur durch gebrochene oder verrenkte Wirbel – auch bei einem
Spinaltrauma ohne knöcherne Verletzungen kann es zu einer Rückenmarksverletzung in Form
einer Erschütterung, Prellung oder Quetschung des Rückenmarks mit oder ohne Einblutungen
in den Rückenmarkskanal kommen. Alle Verletzungsformen können die Funktion des
Rückenmarks einschränken und nachfolgend Lähmungen verursachen.
Leidet ein Patient unter Splenomegalie, so ist dessen Milz krankhaft vergrößert.
Therapeutische Schritte begegnen meist der Grunderkrankung.
Der Begriff der Splenomegalie beschreibt in der Medizin eine Vergrößerung der Milz. Je
nach Betroffenem kann eine Milzvergrößerung dabei das Gewicht oder die Maße des Organs
betreffen. Beim gesunden Menschen weist die Milz bei durchschnittlichen Maßen von 4
Zentimetern Breite und 11 Zentimetern Länge im Schnitt ein Gewicht von 350 Gramm auf.
In der Regel gilt die Splenomegalie nicht als eigenständige Erkrankung - vielmehr tritt die
Milzvergrößerung als Symptom verschiedener möglicher Krankheitsbilder auf. So können
beispielsweise Infektionen akuten oder chronischen Verlaufs wie etwa Malaria eine Splenomegalie
nach sich ziehen. Auch verschiedene Formen der Leukämie (Blutkrebs) führen in ihrem Verlauf zur
Ausbildung einer Splenomegalie. Auch Blutarmut in Form der Kugelzellenanämie kann mit einer
Splenomegalie einhergehen - die Kugelzellenanämie ist vor allem durch einen krankhaft erhöhten
Abbau von roten Blutkörperchen durch die Milz charakterisiert.
Symptome einer Splenomegalie sind unter anderem von der Ausprägung einer
Milzvergrößerung und der ursächlichen Erkrankung abhängig; so kann eine Splenomegalie etwa
Druck auf benachbarte Organe ausüben und auf diese Weise Schmerzen hervorrufen. Je nach

167
ursächlicher Erkrankung wird eine Splenomegalie darüber hinaus häufig von Fieber oder
Gelenkbeschwerden begleitet.
Typische Symptome und Anzeichen Splenomegalie
 vergrößerte Milz  Blutarmut
 Übelkeit, Völlegefühl  Blässe
 Bauchschmerzen  Müdigkeit, allgemeine Schwäche
Bei der Spondylarthritis handelt es sich um eine entzündliche Rheumatische Erkrankung,
die besonders die Wirbelgelenke befällt. Sie tritt hauptsächlich bei Männern auf und äußert sich
durch Rückenschmerzen und eine Versteifung der Wirbelsäule. Die Krankheit ist chronisch und
kann nicht vollständig geheilt werden.
Es existieren unterschiedliche Arten der Erkrankung. Sie äußert sich durch Symptome wie
tiefsitzende Rückenschmerzen, Gelenksteife, ein Anschwellen der Finger- oder Zehengelenke und
im späteren Stadium durch eine Rückenrundbildung, die durch eine Versteifung der Wirbelsäule
hervorgerufen wird.
Als Spondylodiszitis wird eine seltene Entzündung des Bandscheibenraums sowie der
angrenzenden Wirbelkörper bezeichnet, die zumeist auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen
ist.
Die Erkrankung wird dem Spektrum der Osteomyelitiden (Knochen-
bzw. Knochenmarkentzündungen) zugeordnet. Oftmals zeichnet sich eine Spondylodiszitis durch
eine anfänglich unspezifische Symptomatik aus, weshalb die Erkrankung in vielen Fällen erst nach
zwei bis sechs Monaten diagnostiziert wird. Allgemein wird in Abhängigkeit von der
zugrundeliegenden Ursache zwischen einer endogenen und exogenen Spondylodiszitis
differenziert.
Der Begriff Aphasie bezeichnet per Definition eine durch Gehirnschädigung
erworbene Sprachstörung oder Beeinträchtigung der Sprachbildung beziehungsweise des
Sprachverständnisses, die nach abgeschlossener Sprachentwicklung auftritt. Aphasien
beeinträchtigen die Kommunikationsfähigkeit, sind aber kein Anzeichen für psychische
oder Geistige Behinderungen.
Meist sind bei einer Aphasie alle Bestandteile der Sprache betroffen, sodass es beim
Sprachgebrauch – mit unterschiedlichen Schwerpunkten – zu Regelabweichungen in der
Wortfindung (Lexik), dem Verstehen der Bedeutung von Wörtern (Semantik), der Grammatik
(Syntax) und der Lautbildung (Phonologie) kommt. Darüber hinaus können das Sprechen,
Schreiben, Verstehen und Lesen aphasische Störungen aufweisen. Anhand der Symptome, welche
die Sprachstörung hauptsächlich kennzeichnen, unterscheidet man verschiedene Aphasie-Formen.
Die wichtigsten Formen, die man größtenteils vergleichsweise eindeutig Schädigungen bestimmter
Hirnregionen zuordnen kann, sind:
 die Broca-Aphasie (bzw. motorische Aphasie), bei der vor allem die Sprachbildung
gestört ist,
 die Wernicke-Aphasie (bzw. sensorische Aphasie), bei der besonders das
Sprachverständnis beeinträchtigt ist,
 die amnestische Aphasie, die durch Wortfindungsstörungen gekennzeichnet ist, und
 die globale Aphasie, die als die schwerste Form gilt.
Eine Sprunggelenksfraktur (Sprunggelenkbruch) ist ein Bruch (= Fraktur) der vom
Innen- und Außenknöchel gebildeten Sprunggelenksgabel (bzw. Knöchelgabel) am Unterschenkel
(oberes Sprunggelenk). Am häufigsten liegt bei einer Sprunggelenksfraktur ein Knöchelbruch am
Wadenbein vor, also ein Bruch des Außenknöchels. Sprunggelenkbrüche im Bereich des
Außenknöchels unterteilt man nach Weber wie folgt:
 Weber-A-Fraktur  Weber-C-Fraktur
 Weber-B-Fraktur
Bei einer Sprunggelenkfraktur können jedoch vielfältige Kombinationen zwischen
Verletzungen der Innenknöchel, Außenknöchel und Bänder bestehen. Dabei spielt das
Bindegewebe zwischen dem Schienbein und dem Wadenbein die entscheidende Rolle: Hier bildet

168
die sogenannte Syndesmose ein unechtes Gelenk, indem sie als flächig ausgebreitetes
Bindegewebe die beiden Knochen miteinander verbindet und so das Sprunggelenk stabilisiert.
Eine starke Behaarung am Körper verbirgt sich ebenfalls hinter den
Bezeichnungen Hypertrichose, Hirsutismus und Virilisierung. Die Vorsilbe hyper- bezeichnet
ein Übermaß. Eine starke Behaarung, die sich hinter dem Begriff Hypertrichose versteckt, ist durch
das Auftreten eines dichteren Haarwuchses und einer übermäßigen Behaarung an untypischen
Körperstellen gekennzeichnet. Eine verstärkte Behaarung wird dann diagnostiziert, wenn die Haare
an der Brust, den Oberschenkeln und als unweibliche Barthaare auftreten.
Bei männlichen Patienten ist eine starke Behaarung dann erkennbar, wenn ein Haarwuchs
auf dem Bauch und auf dem Rücken, insbesondere im Nacken übermäßig vorhanden ist. Frauen mit
einer verstärkten Behaarung leiden unter einem vermehrten Haarwuchs auch auf der Oberlippe
(siehe Damenbart) sowie am Kinn. Einige Frauen weisen auch eine verstärkte Behaarung auf den
Unterarmen und in der Pofalte auf.
Unter Fettstuhl, in der Fachsprache auch Steatorrhö genannt, verstehen Mediziner eine
verminderte Aufnahme von Nahrungsmittelfetten, die anschließend über den Stuhlgang wieder
ausgeschieden werden.
Der Stuhlgang nimmt entsprechend eine schaumige und klebrige Konsistenz an, die von
einem stechenden Geruch begleitet ist. Der Betroffenen leidet außerdem an Symptomen wie
Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Oftmals wird die verminderte Fettaufnahme auch von
einer mangelnden Eiweißaufnahme begleitet, die ebenfalls zu Beschwerden führen kann. Bis zu 10
g Fett kann so täglich über den Stuhlgang ausgeschieden werden.
Experten sprechen dann von einem pathologischen Fettstuhl. Steatorrhö ist ein Symptom für
eine Krankheit oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit und sollte daher grundsätzlich
medizinisch abgeklärt bzw. entsprechend behandelt werden. Ein möglicher Grund dafür kann etwa
eine Glutenunverträglichkeit sein, die zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut und somit zu
einer Störung der Fettaufnahme führt. Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse kann Steatorrhö
hervorrufen, so zum Beispiel Entzündungen oder auch ein Krebsbefall.
Eine Stenose kommt in verschiedene Formen vor, die eine Vielzahl von unterschiedlichen
Bereichen des menschlichen Körpers betreffen können. Die Ursachen einer Stenose sind zum
Beispiel Entzündungen, Tumore oder auch eine Arteriosklerose. Die bekanntesten Stensosen sind
dabei die Gehörgangsstenose, die Pylorusstenose, die Aortenklappenstenose, die Carotisstenose und
die Koronarstenose.
Eine Unfruchtbarkeit oder Zeugungsunfähigkeit (Sterilität) liegt per Definition vor,
wenn es bei einem Paar innerhalb eines Jahres trotz ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht zur
Schwangerschaft kommt.
Den Begriff Sterilität verwendet man häufig in Bezug auf beide
Geschlechter; Unfruchtbarkeit (Infertilität) bezieht sich jedoch in der Regel auf die Frau, während
beim Mann von Zeugungsunfähigkeit die Rede ist.
Die Steroidakne ist eine Form der Akne, also eine entzündliche Erkrankung, die unter
anderem an den Haarfollikeln zu beobachten ist. Ihre Bezeichnung verdankt die Steroidakne der
Tatsache, dass die Akneform in der Regel die Folge einer bestimmten Medikation ist.
Stimmbandlähmung beeinträchtigt oder unterbindet nicht nur die Stimme, sondern kann
auch zu gefährlicher Atemnot führen. Entzündungen, Krebs oder Gefäßschädigungen können die
Ursachen sein. Daher ist immer eine ärztliche Behandlung angezeigt beim Auftreten der Symptome
einer Stimmbandlähmung.
Stimmbandlähmung bezeichnet eine Funktionseinschränkung an den diversen Muskeln
des Kehlkopfes. Speziell betroffen ist der Musculus vocalis (Stimmmuskel), der als Teil der inneren
Kehlkopfmuskulatur die Spannung der Stimmbänder einstellt. Der Arzt spricht von einer
Recurrensparese. Recurrens ist die Abkürzung für „Nervus laryngeus recurrens“, im Deutschen
„Rückläufiger Kehlkopfnerv“ genannt.
Die Stimmbandlähmung tritt grundsätzlich in 2 Formen auf:
1. Einseitig, durch die Lähmung nur eines Stimmbandes wird die Stimmritze asymmetrisch
2. Beidseitig, durch die Lähmung beider Stimmbänder bleibt die Stimmritze symmetrisch

169
Deutliche Unterschiede in der Symptomatik trennen die beiden Varianten der
Stimmbandlähmung.
Stimmlippen sind zwei mit Schleimhaut bedeckte horizontal verlaufende Gewebefalten, die
sich innerhalb des Kehlkopfes befinden und für die Stimmbildung verantwortlich sind. Häufig
treten im Bereich dieser Stimmlippen gutartige Neubildungen auf. Diese können unter anderem
Folgen falschen Sprechens oder operativer Eingriffe mit Intubation sein, durch welche es zur
Verdickung der Stimmlippen bis hin zur Polypenbildung (Stimmlippenpolyp) kommen kann.
Ein Stimmlippen- oder auch Stimmbandpolyp ist eine gutartige Veränderung, die
ausschließlich an der freien Kante der Stimmlippe bzw. am subglottischen Abhang des vorderen
Drittels der Stimmlippe entsteht. Während kleinere Polypen breitbasig sind, sind größere Formen
kugelig und gestielt. Stimmlippenpolypen treten zu 90 Prozent nur auf einer Seite auf.
Es werden ödematöse (Schwellungen durch Flüssigkeitsansammlungen), myxomatöse (aus
ungeformter schleimiger und bindegewebiger Grundsubstanz) oder teleangiektatische (erweiterte
kleine, oberflächliche Hautgefäße) Pseudotumoren unterschieden. Die Oberflächen von
Stimmbandpolypen sind glasig, glatt, kugelig und von rötlicher Farbe. Bösartige Veränderungen
dieser Polypen sind nicht bekannt.
Unter einer Stoffwechselstörung oder Stoffwechselerkrankung versteht man
grundlegend eine krankhafte Veränderung der Stoffwechselvorgänge des menschlichen Körpers.
Denn auch wenn nicht jeder Stoffwechsel gleich dem anderen ist, gibt es trotz aller normalen und
unbedenklichen Abweichungen dennoch auch krankhafte Fälle.
Beispielhaft hierfür sind Gicht, Diabetes mellitus und auch Schilddrüsenunter- und
-überfunktionen. Auch hierbei handelt es sich um Stoffwechselstörungen – jedoch weisen alle ein
anderes Krankheitsbild auf.
Eine Strecksehnenverletzung tritt entweder am sogenannten Endglied (drittes
Fingerglied) oder am Mittelglied (zweites Fingerglied) sowie am ersten Fingerglied eines Fingers
der menschlichen Hand auf.
Dabei kommt es zu einem Riss einer der zwei Strecksehnen die an den Streckseiten der
Finger entlanglaufen. Im Bereich des Handgelenks sind die Strecksehnen von den sogenannten
Sehnenscheiden umgeben und werden dadurch nachhaltiger geschützt. Im Bereich der Finger ist
dies nicht mehr der Fall, weshalb es auch bei einer geringen Krafteinwirkung im Haushalt oder
beim Sport zu dieser Verletzung kommen kann. Dabei kann das betroffene Fingergelenk zwar
gebeugt, aber anschließend nicht mehr gestreckt werden. Es tritt eine Schwellung auf, die
mit Schmerzen einhergeht. Das betroffene Fingergelenk hängt hammerartig nach unten. Vor allem
bei einer Strecksehnenverletzung am dritten Fingerglied ist dies der Fall.
Von einem Stromunfall spricht man, wenn ein Mensch mit Elektrizität in Berührung
kommt und dadurch Verletzungen erleidet. Wenn der Betroffene gleichzeitig einen stromführenden
Gegenstand und die Erde berührt, gerät er in den Stromkreis und erleidet einen elektrischen Schlag.
Das bedeutet: Strom fließt durch den menschlichen Körper und richtet dabei Schäden an, die
im schlimmsten Fall zum Tod führen können. Der Strom sucht sich einen Weg durch den Körper
(z.B. von der Hand zum Fuß oder von der rechten Hand zur linken Hand).
Wie hoch diese gesundheitlichen Schäden tatsächlich sind, ist von mehreren Faktoren
abhängig. Eine entscheidende Rolle spielen die Stromstärke und die Dauer des Vorfalls. Besonders
kritisch ist ein Stromunfall, wenn wichtige Körperteile wie das Herz oder das Gehirn im Stromfluss
liegen.
Beim Sturge-Weber-Syndrom handelt es sich um einen Komplex mehrerer
Krankheitszeichen, welche unter diesem Begriff zusammengefasst werden. Darüber hinaus
existieren für das Sturge-Weber-Syndrom noch weitere Begriffe, welche in der medizinischen
Fachliteratur und im Fachjargon verwendet werden.
Das Sturge-Weber-Syndrom ist daher auch als Sturge-Weber-Krabbe-Syndrom,
meningofaciale Angiomatose, encephalotrigeminale Angiomatose oder Angiomatosis
encephalofacialis mehr oder weniger geläufig. In der Systematisierung der vielfältigen
Erkrankungen hat die Sturge-Weber-Syndrom unter den sogenannten neurokutanen Phakomatosen
ihren Platz gefunden.

170
Als Subarachnoidalblutung wird eine akute intrakranielle Blutung in den
Subarachnoidalraum bezeichnet, der sich zwischen der Arachnoidea (Spinnwebenhaut) und der Pia
mater (gefäßführender Teil der Hirnhaut), die gemeinsam die weiche Hirnhaut (Leptomeninx)
bilden, befindet.
Für eine Subarachnoidalblutung charakteristische Symptome sind plötzliche, sehr stark
ausgeprägte Kopfschmerzen im Bereich des Hinterkopfes („Vernichtungskopfschmerz“), Übelkeit
und Erbrechen, Meningismus (Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit) sowie anfängliche
Bewusstseineintrübungen.
Im späteren Verlauf sind infolge des steigenden Hirndrucks zudem Bewusstlosigkeit, Koma
sowie Kreislauf- und Atemstillstand für eine Subarachnoidalblutung kennzeichnend.
Das Swyer-Syndrom ist eine Genmutation in der Embryonalphase, wie sie durch eine
Mutation im Y-Chromosom hervorgerufen werden kann. Die Betroffenen sind genetisch eigentlich
Männer, die aber infantil weibliche Geschlechtsteile entwickeln. Nichtsdestotrotz leben Patienten
des Swyer-Syndroms ein relativ normales Leben und werden meist über lebenslange Hormongaben
behandelt.
Bei der Syndaktylie kommt es in der embryonalen Entwicklungsphase zu einer Fehlbildung
Hände oder Füße. Die Trennung der Zehen und Finger, die zwischen der 5. Und 7.
Entwicklungswoche des Embryos stattfindet, ist gestört. Syndaktylie kann alleine auftreten oder
auch in Verbindung mit weiteren Erbkrankheiten.
Die Synästhesie ist keine Erkrankung, sondern eine angeborene Besonderheit in der
Wahrnehmung von Sinnesreizen.
Synästhesie ist eine Kopplung von Sinnesempfindungen: Der Begriff Synästhesie setzt sich aus
den Wörtern syn (griech. = zusammen) und aisthesis (griech. = Empfindung) zusammen.
Synästhesie bedeutet in etwa Sinnesverschmelzung.
Bei der häufigsten Form der Synästhesie nehmen die Betroffenen Gehörtes – wie Sprache,
Musik oder Geräusche – unwillkürlich zusammen mit Zweitempfindungen, sogenannten
Photismen, wahr. Bei diesen Photismen kann es sich um Farben, geometrische Formen oder
Farbmuster handeln. Den ursprünglichen Auslöser, also den über das Ohr wahrgenommenen Reiz,
und die optischen Zweitempfindungen erleben die Betroffenen als Einheit.
Der Begriff Syringomyelie leitet sich vom Wort Syrinx (Mehrzahl: Syringen; griechisch
für Rohr) ab und bezeichnet per Definition eine Rückenmarkserkrankung, die durch sich längs
ausbreitende Höhlen beziehungsweise Hohlräume (Syringen) im Rückenmarksbereich
gekennzeichnet ist. Manchmal reichen diese Hohlräume bis zum Gehirn und verdrängen
Nervengewebe. Erreichen die Hohlräume die unteren Gehirnabschnitte, bezeichnet man dies auch
als Syringobulbie.
Eine Syringomyelie kann angeboren oder erworben (d.h. sekundär entstanden) sein. Bei
der angeborenen Syringomyelie sind die Hohlräume mit Rückenmarksflüssigkeit gefüllt. Bei
der erworbenen Syringomyelie enthält der Hohlraum eine eiweißreiche Flüssigkeit, die der
Hirnflüssigkeit ähnelt.
Die Autoimmunerkrankung Takayasu-Arteriitis beginnt sehr unspezifisch mit einem
starken Krankheitsgefühl und Symptomen, die auch bei einer herkömmlichen Virus-Grippe
vorkommen und den behandelnden Arzt unter Umständen zu einer falschen Diagnose verleiten
können. Anschließend geht die Erkrankung in einen chronischen Verlauf über, bei welchem die,
durch die Durchblutungsstörungen verursachten, Symptome in den Vordergrund treten.
Teerstuhl (Meläna) ist eine Form des sogenannten schwarzen Stuhls. Der Begriff
"schwarzer Stuhl" bezeichnet alle Schwarzfärbungen des Stuhlgangs. Handelt es sich aber um
glänzenden und sehr übel riechenden, tiefschwarz verfärbten Stuhl, sprechen Fachleute von
Teerstuhl.
Dieser ist oftmals ein Indikator für eine schwere Erkrankung, denn die extreme Färbung
kommt nicht selten von Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Allerdings muss einem schwarzen Stuhl
nicht immer eine Erkrankung zugrunde liegen.
Auch bestimmte Medikamente oder Lebensmittel können für die Verfärbung verantwortlich
sein. Da unter Umständen aber eine Ursache vorliegen kann, die dringend ärztliche Behandlung

171
notwendig macht, sollte bei Auftreten des Teerstuhls ein Arzt aufgesucht werden. Oftmals
tritt Teerstuhl dann auf, wenn Blutungen im oberen Verdauungstrakt vorliegen. Das Blut wird
dann mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Blutungen können durch zahlreiche Erkrankungen
verursacht werden, beispielsweise durch Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre,
Entzündungen der Speiseröhre oder auch Magenkrebs.
Testosteronmangel beim Mann im Alter wird in der Medizin auch
als Andropause bezeichnet. Testosteron ist das bedeutendste männliche Sexualhormon. Es ist
maßgeblich an der Entwicklung und dem Wachstum des Mannes beteiligt. Mit zunehmendem Alter
nimmt die Produktion von Testosteron ab, was unter anderem zu Erektionsstörungen und
Osteoporose führen kann.
Typische Symptome und Anzeichen bei Testosteronmangel
 Muskelschwäche in Form von Muskelverlust
 Gewichtszunahme vor allem am Bauch und Hüfte durch Fett
 Abgeschlagenheit
 Müdigkeit
 teilweise Depressionen und Ängste
 Konzentrationsstörungen
 Gedächtnisstörungen
 sexuelle Lust stagniert
Tetanus (Wundstarrkrampf) ist eine Infektionskrankheit, bei der die Muskulatur durch
einen Giftstoff (Toxin) zusammenkrampf und gleichzeitig gelähmt ist. Das Bakterium, welches
diese Giftstoffe produziert ist Clostridium tetani. . Dazu gehört die Verkrampfung der
Kiefermuskulatur («Kieferklemme» oder Trismus genannt) und der sogenannte Risus sardonicus,
ein grinsender Gesichtsausdruck, der durch die verkrampfte Gesichtsmuskulatur entsteht. Es folgt
eine vom Kopf und Nacken ausgehende Muskelstarre (Rigor) der langen Rücken- und
Bauchmuskeln. Danach sind die Muskeln der Arme und Beine, der Rippen, des Kehlkopfs und
schließlich die des Zwerchfells betroffen.
Mediziner unterscheiden mehrere Formen von Tetanus:
 Neonataler Tetanus: weltweit häufigste Form, betrifft Neugeborene, kommt fast nur in
Ländern mit unzureichender medizinischer Vorsorgung vor
 Generalisierter Tetanus: häufigste Form von Wundstarrkrampf in Mitteleuropa, hier
ist die gesamte Muskulatur betroffen
 Lokaler Tetanus: die Verkrampfung der Muskulatur ist auf eine Körperregion
beschränkt, dass heißt es sind zum Beispiel nur die Beine betroffen
 Zephaler Tetanus: Sonderform des lokalen Tetanus, tritt typischerweise nach einer
Verletzung am Kopf, im Gesicht oder im Nacken auf
 Puerperaler Tetanus: betrifft Mütter nach Geburten und Fehlgeburten (lat.:
puerperium = Wochenbett), geht von einer infizierten Gebärmutter aus
 Postoperativer Tetanus: tritt nach chirurgischen Eingriffen auf, geht von einer
infizierten Operationswunde aus
Als Thrombangiitis obliterans (auch Endangiitis obliterans, Buerger-Syndrom,
Morbus Winiwarter-Buerger) wird eine entzündliche Verschlusserkrankung der arteriellen und
venösen Blutgefäße bezeichnet, die einen chronischen und schubweisen Verlauf aufweist.
In aller Regel sind die kleineren und mittleren distalen Blutgefäße der oberen und unteren
Extremitäten (Fuß, Unterschenkel, Hände, Unterarm) segmental von dieser Form
der Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße) betroffen. Durch die Entzündungsprozesse lagern sich
Leukozyten (weiße Blutkörperchen) an den Gefäßwänden an, beschädigen diese und bedingen im
späteren Verlauf eine Thrombosierung des betroffenen Gefäßes, die zum Gefäßverschluss und
schließlich infolge der Minderdurchblutung (Ischämie) zur Nekrotisierung des angrenzenden
Gewebes führt.
Eine Thrombangiitis obliterans manifestiert sich typischerweise anhand einer ischämisch
bedingten Claudicatio (Hinken), Ruheschmerz, Parästhesien (Empfindungsstörungen wie

172
Kribbeln, Taubheit, Temperaturwahrnehmungsstörungen), Ödemen, Zyanose (Blaufärbung von
Fingern und Zähen) sowie Ulzera (Geschwüre) oder Gangränen (ischämische Nekroseform).
Zudem stellen Thrombophlebitis (akute oberflächliche Venenentzündungen) und das Raynaud-
Syndrom (Vasospasmen) charakteristische Begleiterscheinungen einer Thrombangiitis obliterans
dar.
Eine Thrombembolie ist eine Erkrankung, die ein Blutgerinnsel in einer oder mehrerer
Venen im Körper verursacht; meistens in den Beinen. Die Thrombembolie kann Schmerzen in den
Beinen auslösen, ruft in der Regel aber auch weitere Symptome hervor.
Die Thrombembolie kann durch das lange verbleiben in einer einzigen Sitz- oder
Liegeposition verursacht werden, bspw. in einem Auto oder Flugzeug. Oder aber durch eine andere
Krankheit, die Auswirkungen auf die Gerinnung des Blutes hat.
Eine Thrombembolie ist eine ernstzunehmende Krankheit. Das Gerinnsel, das sich in den
Venen gebildet hat, kann sich plötzlich lösen und durch die Blutbahn bis in die Lunge "schießen";
dort kann es anschließend zu gefährlichen Verengungen des Blutflusses kommen.
Thrombozytopenie, der Mangel an Thrombozyten im Blut, kann von verschiedenen
Ursachen herrühren. Thrombozytopenie tritt oftmals nur in schwacher und nicht
behandlungsbedürftiger Form auf, da der Körper den Mangel meist selbst regulieren kann. Die
verschiedenen Typen von Thrombozytopenie weisen unterschiedliche Symptome und
Therapiemöglichkeiten auf.
Die Thrombozytopenie bezeichnet eine zu geringe Menge von Blutplättchen, sogenannten
Thrombozyten, im Blut. Während der menschliche Körper normalerweise etwa 150.000 – 450.000
Thrombozyten pro µl Blut aufweist, wird dieser Wert bei einer Thrombozytopenie unterschritten.
Es wird unterschieden zwischen angeborener, erworbener und artifiziell bedingter
Thrombozytopenie, wobei die angeborene Thrombozytopenie nur selten vorkommt.
Kleine Abweichungen der üblichen Anzahl an Thrombozyten führen meist nicht zu
spürbaren Schäden im Körper. Wird die Anzahl der Thrombozyten jedoch weit unterschritten, kann
es bei etwa 10.000 Thrombozyten pro µl Blut oder noch weniger zu sichtbaren Schäden und
Ausfallerscheinungen kommen.
Eine Ursache kann sein, dass das Knochenmark nicht in der Lage, genug Thrombozyten
zu produzieren oder dass das Immunsystem des Körpers die Thrombozyten bekämpft. Eine
mögliche Ursache ist auch eine vergrößerte Milz, in der zu viele Thrombozyten herausgefiltert
werden
Typische Symptome und Anzeichen bei Thrombozytopenie
 Blutergüsse bzw. Blaue Flecken
 Nasenbluten
 Zahnfleischbluten
 stecknadelkopf-große Hautblutungen
Das Thymom ist ein Tumor des Thymus, einem lymphatischen Organ hinter dem oberen
Brustbein. Es zählt zu den Tumoren des Mediastinums – dem Raum zwischen den beiden
Lungenflügeln. Nach vorne begrenzt das Brustbein das Mediastinum, nach hinten die Brustwirbel.
Innerhalb des Mediastinums befinden sich zum Beispiel das Herz, die Speiseröhre und die großen
Blutgefäße.
Der Thymus spielt für die Entwicklung und Differenzierung der T-Lymphozyten eine
wichtige Rolle. Das Thymusgewebe bildet sich mit Eintritt der Geschlechtsreife zurück und besteht
im Erwachsenenalter nur noch aus einem Restkörper aus Fettgewebe mit geringen
Thymusanteilen.
Der medizinische Begriff Tibiakopffraktur setzt sich aus mehreren Wortteilen zusammen.
Die Tibia ist das Schienbein, welches sich an der Vorderseite des Unterschenkels befindet. Eine
Fraktur bezieht sich hierbei auf einen Knochenbruch.
Der Tibiakopf ist ein spezieller anatomischer Bereich der Tibia, welcher verdickt ist und den
Übergang zum Gelenk darstellt. Der Schienbeinkopf wird in der exakten medizinischen
Fachsprache auch als Caput tibiae bezeichnet.

173
Bei einer Schienbeinfraktur liegt daher in der Regel eine Verletzung vor. Die
Tibiakopffraktur ist ein recht häufig auftretendes Trauma, welches einer intensiven Behandlung
bedarf und unter Umständen Folgeschäden sowie Komplikationen verursachen kann.
Ein Tic ist eine plötzlich auftretende, schnelle Bewegung (= Hyperkinese) oder
Lautäußerung. Tics laufen unwillkürlich und ziellos ab. Per Definition besteht eine
vorübergehende Ticstörung weniger als zwölf Monate; chronische Ticstörungen dauern länger als
ein Jahr an und äußern sich nur durch Tics der Bewegung (motorische Tics) oder nur durch Tics der
Stimme (vokale Tics). Das Tourette-Sydrom ist eine chronische Ticstörung, bei der mehrere
motorische Tics in Kombination mit mindestens einem vokalen Tic auftreten – aber nicht unbedingt
gleichzeitig.
Eine Tierhaarallergie ist eine allergische Reaktion vom Typ I (Soforttyp) auf bestimmte
tierische Eiweiße (Proteine) aus Hautschuppen, Speichel, Schweiß, Talg, Urin oder Kot. Die
allgemeine Bezeichnung für Allergieauslösende Stoffe lautet Allergene. Die für Tierhaarallergien
verantwortlichen Eiweiße können an Tierhaaren haften und sich mit diesen verbreiten. Die
Tierhaare selbst lösen keine Allergien aus.
Beim Tietze-Syndrom, welches im medizinischen Sprachgebrauch auch Chondropathia
tuberosa, Costochondritis oder Morbus Tietze genannt wird, handelt es sich um eine
schmerzhafte Schwellung der Knorpelansätze des Brustbeins bzw. der Rippen. Oft können die
Ursachen dafür nicht eindeutig geklärt werden. Die Beschwerden verschwinden in einigen Fällen
nach einiger Zeit von selbst.
Das Tourniquet-Syndrom wird auch als Reperfusiontrauma bezeichnet. Es tritt auf,
wenn ein Körperteil, das für mehrere Stunden minderdurchblutet bzw. gar nicht durchblutet wurde,
wieder an den Körperkreislauf angeschlossen wird.
Dabei beträgt die Toleranzzeit, während der eine Ischämie (Minderdurchblutung) bestehen
kann, ohne anschließend ein Tourniquet-Syndrom hervorzurufen, durchschnittlich etwa 6 Stunden.
Die genaue Toleranzzeit ist aber individuell sehr unterschiedlich.
Seinen Namen hat das Tourniquet-Syndrom von der Tourniquet-Ligatur erhalten, einem
chirurgischen Hilfsmittel, das früher zum Abbinden großer Gefäßstämme verwendet wurde.
Typische Symptome und Anzeichen bei Tourniquet-Syndrom
 Nekrose, Ischämie  Herzrhythmusstörungen
 Hyperkaliämie  Nierenversagen
 Übersäuerung (Azidose)
 Kreislaufstillstand (Herz-Kreislauf-Versagen)
Das toxische Schocksyndrom (TSS) ist auch als Tamponkrankheit bekannt. Es
handelt sich um eine gefährliche Infektion, die massive Beschwerden hervorruft und bis
zum Organversagen und Tod führen kann. Glücklicherweise ist diese Krankheit in
Deutschland nicht mehr häufig anzutreffen.
Das tox
den Streptokokken und dem Staphylococcus aureus, hervorgerufen, die ihren Weg in den
menschlichen Körper in den meisten Fällen durch das lange Tragen eines Tampons, aber auch
durch eiternde Wunden, Insektenstiche oder Ähnliches finden.
Die Infektion führt zu einer Reihe höchst unangenehmer Symptome. Es tritt hohes
Fieber zwischen 38,9 und 40 Grad auf, hinzu kommen oft starke Muskelschmerzen, ein
niedriger Blutdruck (oft in Verbindung mit Ohnmacht oder Schwächeanfällen), Herzrasen,
Hämatome, eine Reizung der Schleimhäute (Rötung) und Desorientierung bzw.
Verwirrtheit.
Im Magen-Darm-Trakt äußert sich der Infekt oft in Übelkeit und/oder Erbrechen, es
liegen Störungen der Leber- und Nierenfunktion vor, und es kommt zu großflächigem
Hautausschlag (die Haut pellt sich typischerweise an Handinnenflächen und Fußsohlen).
Wenn die Infektion durch Streptokokken hervorgerufen wurde, kommen teilweise noch
Atembeschwerden, Nekrosen und Blutungsstörungen hinzu.

174
Toxoplasmose ist eine vorwiegend harmlose Infektionskrankheit. Ein Risiko stellt sie
jedoch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie in der Schwangerschaft für das
ungeborene Kind dar.
Der für die Toxoplasmose verantwortliche Parasit befällt Säugetiere, Vögel und
Menschen. Somit gehört die Toxoplasmose zu den sogenannten Zoonosen: zwischen
Tieren und Menschen übertragbaren Erkrankungen.
Nach einer durchgemachten Toxoplasmose-Infektion besteht eine lebenslange
Immunität. Das bedeutet für schwangere Frauen: Wenn sich eine Frau vor ihrer
Schwangerschaft bereits mit Toxoplasma gondii infiziert hat und es zum Ausbruch der
Erkrankung kam, kann sie nicht erneut an Toxoplasmose erkranken, sodass in diesem Fall
keine Gefahr für das Ungeborene besteht.
Als Trachom wird eine Erkrankung der Augen bezeichnet, bei der genauer genommen die
Bindehaut sich chronisch entzündet (Trachom, Konjunktivitis Trachomatosa, ägyptische
Augenentzündung, Körnerkrankheit der Augen -- durch die Serotypen A, B und C des Bakteriums
Chlamydia Trachomatis.). Ärzte differenzieren hinsichtlich des Verlaufes vier Stadien. Die erste
Phase beginnt für gewöhnlich erst nach Verstreichen eines bis zu zwei Wochen andauernden
Inkubationszeitraums. Damit wird die Zeit nach der Infektion bis zum Ausbruch der ersten
Symptome beschrieben.
Bei einem Trauma handelt es sich grundsätzlich im psychologischen Sinne um eine
Wunde im Bewusstsein. Durch gewisse Umstände, die in jedem Lebensabschnitt eintreten können,
nimmt der Betroffene eine bestimmte Situation in der Folgezeit gänzlich anders wahr und leidet
meist erheblich unter ihr. Das Trauma ist durch professionelle Hilfe jedoch heilbar.
Das Trauma ist zunächst eine seelische Verwundung. In der Regel wird sie durch
ein starkes emotionales Erlebnis ausgelöst und sorgt damit für eine Verletzung, die auch
nach vielen Jahren noch immer von dem Betroffenen wahrgenommen wird. Ein Trauma
schränkt den Patienten meist in solchen Lebenslagen ein, in denen ähnliche Vorfälle zu
befürchten sind. Damit handelt es sich bei dem Trauma um ein seelisches, psychologisches
oder mentales Leiden.
Nicht immer wird dieses dauerhaft registriert, es kann auch nur in wenigen
Ausnahmesituationen auftreten. Dennoch zeigt sich gerade darin die ganze zerstörerische
Kraft des Traumas, die in seltenen Fällen zur Ausweglosigkeit des Betroffenen führen kann.
Ein solches Trauma sollte daher psychologisch behandelt werden.
Die Trichinellose gehört zu den von Parasiten hervorgerufenen Infektionskrankheiten.
Die meldepflichtige Erkrankung zählt zu den am weitesten verbreiteten Wurmerkrankungen des
Menschen weltweit. Die Trichinellose ist eine Wurmerkrankung, die durch die Larven von
Trichinen hervorgerufen wird. Durch den Verzehr von rohem oder nicht genügend durchgegartem
Fleisch können Trichinen in den menschlichen Körper gelangen. Gefährlich ist vor allem
Schweinefleisch, aber auch Fleisch von anderen Haus- oder Wildtieren.
Die Trichomoniasis (Trichomonaden-Infektion) ist eine durch Parasiten
hervorgerufene Infektionskrankheit. Sie führt zu einer Entzündung der Schleimhäute der
Geschlechtsorgane und der Harnwege. Trichomoniasis wird durch Geschlechtsverkehr übertragen
und gehört somit zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (engl. Sexually transmitted diseases =
STD).
Das Wort Trichotillomanie setzt sich aus folgenden drei griechischen
Bezeichnungenzusammen: „tricho“ bedeutet Haar, „tillo“ rupfen und „mania“ steht für das
triebhafte oder sogar süchtige Verhalten. Bei der Trichotillomanie, dem seelischen Krankheitsbild,
handelt es sich demzufolge um ein zwanghaftes Auszupfen der Haare, beispielsweise die
Kopfhaare, aber ebenso die Wimpern oder Augenbrauen. Doch auch alle anderen Haare wie der
Bart oder die Schamhaare können bevorzugte Stellen sein.
Diese Erkrankung, die meist im Kindesalter auftritt, gehört zu den
komplexen Impulskontrollstörungen und kann einige Monate oder sogar Jahre anhalten. Die
Erkrankung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Betroffene dem Trieb, Impuls oder der
Versuchung nicht widerstehen kann, diese Handlung auszuführen.

175
Eine Trichterbrust ist eine trichterförmige Deformität der Thoraxwand infolge einer
gestörten Ausbildung der Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen.
Als Trichterbrust (Pectus excavatum) wird eine sichtbare Deformation der
Thoraxwand bezeichnet, von welcher in aller Regel die 4. bis 7. Rippe im unteren Sternum
betroffen sind und die sich im Gegensatz zur sogenannten Kiel- bzw. Hühnerbrust bereits
im Kindesalter manifestiert.
Durch diesen Trichter können innere Brustorgane wie das Herz in Abhängigkeit von
der spezifisch vorliegenden Ausprägung verdrängt werden und bei Extremformen zu
folgenschweren kardiopulmonalen (Herz und Lungen betreffende) Alterationen führen, die
eine verminderte Lungenbelüftung bedingen.
Darüber hinaus kann eine Trichterbrust mit einer Kyphoskoliose oder weiteren
Erkrankungen infolge von Haltungsfehlern (Lumbalgie, Dorsalgie) einhergehen.
Die Trigeminusneuralgie ist ein in Anfällen auftretender, starker Nervenschmerz im
Gesicht infolge einer Schädigung oder Beeinflussung des fünften Hirnnervs. Dieser
sogenannte Trigeminusnerv (lat.: Nervus trigeminus, wörtlich übersetzt: Drillingsnerv) bildet
innerhalb der Schädelhöhle einen Nervenknoten (sog. Ganglion Gasseri), aus dem er sich in drei
Äste aufzweigt, und tritt unterhalb und etwas hinter der Augenhöhle aus der Schädelbasis heraus.
Der erste Ast übermittelt die Empfindungen von Stirn, Auge und Stirnhöhle an das Gehirn, der
zweite die von Wange und Oberkiefer einschließlich Zähnen und der dritte die Empfindungen der
Unterkieferregion.
Die Tuberkulose (Tbc; Schwindsucht) ist eine chronisch
verlaufende Infektionskrankheit. Nicht nach jedem Kontakt mit den Tbc-Erregern treten
Beschwerden auf (latente tuberkulöse Infektion). Kommt es zu Symptomen (in zirka 15 Prozent der
Fälle), kann der Krankheitsverlauf in zwei Stadien unterteilt werden:
o Primärtuberkulose: Dazu gehören alle Krankheitserscheinungen einer Tbc im
Rahmen der Erstinfektion mit Tuberkulose-Bakterien.
o Postprimärtuberkulose: Eine erneute Tbc nach überstandener Primärtuberkulose,
auch Reaktivierungskrankheit genannt.
Unterschieden wird Außerdem zwischen einer offenen, infektiösen Form der
Tuberkulose und einer geschlossenen, nicht ansteckenden Form. Ist der Tuberkulose-Herd
in der Lunge komplett abgekapselt, bezeichnet man dies als „geschlossene" Tuberkulose,
eine Ansteckungsgefahr für andere besteht nicht. Bei der „offenen" Tuberkulose hingegen
können die Tuberkelbakterien über die Atemwege durch Husten freigesetzt werden. Für
eine Person, die mit Tuberkel-Bakterien infiziert ist, besteht eine Wahrscheinlichkeit von
ungefähr zehn Prozent, dass die Tbc später wieder aktiv wird.
Bei einem Teil der von Tbc Betroffenen entsteht bereits kurze Zeit nach der Infektion mit
dem Erreger eine Primärtuberkulose. Sie ist durch einen einzelnen Entzündungsherd
gekennzeichnet, der sich meist in der Lunge befindet (pulmonale Tbc) und sich im weiteren
Verlauf abkapseln kann. Die Erreger der Tuberkulose können sich jedoch auch unbemerkt im
Körper ausbreiten und andere Organe als die Lunge befallen (extrapulmonale Tbc). Noch nach
mehreren Jahren kann Außerdem durch eine Reaktivierung der Tuberkel-Bakterien die
Postprimärtuberkulose entstehen. Sie betrifft ebenfalls vor allem die Lungen, kann aber auch mit
fortschreitenden Entzündungen in Nieren, Knochen oder anderen Organen einhergehen.
Die Beschwerden bei Tuberkulose sind unspezifisch. Das heißt, dass die Betroffenen
Symptome haben, die auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können. Für die
Diagnose sind deshalb neben der Krankheitsgeschichte auch mikrobiologische oder
immunologische Tests notwendig. Mögliche Tuberkulose-Testverfahren sind zum Beispiel
der Tuberkulin-Test oder der Interferon-Gamma-Test.
Tumorschmerzen im engeren Sinne sind per Definition Schmerzen, die durch
eine Krebserkrankung ausgelöst werden. Im Rahmen einer Krebserkrankung kann aber auch die
Therapie (z.B. Bestrahlung) Schmerzen auslösen. Tumorschmerzen treten meist erst im späteren
Krankheitsverlauf auf und können mit der Zeit zunehmen. Für die Tumorschmerzen-Definition ist
es wichtig, ob es sich um akute oder chronische Schmerzen handelt.

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Die International Association for the Study of Pain (Internationale Schmerzgesellschaft)
definiert Schmerz als: «... ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder
potenzieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung
beschrieben wird.» Diese Definition beinhaltet sowohl akuten als auch chronischen Schmerz.
Akuter Schmerz ist eine Schutzreaktion des Körpers auf eine plötzlich auftretende
Gefahr, beispielsweise eine Verletzung. Bei akutem Schmerz ist die Ursache daher meist
eindeutig erkennbar und lässt sich gezielt behandeln.
Chronischer Schmerz entwickelt sich meist langsam, dauert dann aber lange an und
kann mit der Zeit die Form eines eigenen Krankheitsbilds annehmen. Dies ist bei
Tumorschmerzen häufig der Fall. Bei chronischen Schmerzen senden die Nerven anhaltend
Impulse an das Gehirn, obwohl kein Reiz mehr vorhanden ist. Das heißt die Nervenzellen
haben eine Art Schmerzgedächtnis entwickelt. Dauern Schmerzen länger als sechs Monate
an, bezeichnet man sie als chronisch.
Ulcus molle (engl.: Chancroid), umgangssprachlich auch «weicher Schanker»
genannt (lat. ulcus = Ulkus bzw. Geschwür, mollis = weich), ist per Definition eine durch
das Bakterium Haemophilus ducreyi hervorgerufene Krankheit, die
durch Geschwürbildung gekennzeichnet ist. Die Geschwüre bilden sich überwiegend im
Genitalbereich. In jedem zweiten Fall von Ulcus molle kommt es Außerdem zu
entzündlichen Lymphknotenschwellungen (sog. Bubonen) in der Leistengegend, wobei die
Lymphknoten typischerweise zur Vereiterung neigen, weich und schmerzhaft sind.
Bei der
eine Schädigung, die den Nervus ulnaris (ein Nerv des Armgeflechts) betrifft. Da der Nervus
ulnaris verschiedene Muskeln in den Bereichen von Arm und Hand versorgt, äußert sich eine
Ulnarislähmung in der Regel in Funktionsausfällen entsprechender Muskeln.
Als Ulnarisrinnen-Syndrom bzw. Sulcus-Ulnaris-Syndrom wird eine Druckschädigung
des Ellennervs (Nervus ulnaris) bezeichnet. Der Nerv verläuft am Ellenbogen relativ exponiert in
einer schmalen Rinne, der Ulnarisrinne – auch als Musikantenknochen bekannt – und kann durch
ständige Fehlbelastungen oder andere Reizungen geschädigt werden. Symptomatisch äußert sich
das Ulnarisrinnen-Syndrom durch Kribbeln am Kleinfinger, der Innenseite des Ringfingers und an
den entsprechenden Teilen des Handrückens.
Als Bakterielle Vaginose wird ein Ungleichgewicht der Scheidenflora bezeichnet,
bei der diese in großer Zahl von Mikroorganismen besiedelt ist, die normalerweise nicht
dort vorkommen. Bei diesen Mikroorganismen handelt es sich in der Regel um die
Bakterienart Gardnerella vaginalis zusammen mit unter Luftausschluss lebenden
(anaeroben) Bakterien anderer Arten (sog. Mischinfektion). Die Bakterielle Vaginose wird
manchmal auch Aminvaginose, Aminkolpitis, Gardnerella-
Vaginitis, unspezifische Kolpitis oder Anaerobiervaginose genannt und ist die häufigste
Störung der Scheidenflora durch Bakterien.
Zwar erhöht Geschlechtsverkehr das Risiko für eine Bakterielle Vaginose, sie wird
jedoch nicht zu den Geschlechtskrankheiten gezählt.
Ein Unterarmbruch liegt dann vor, wenn einer der beiden Unterarmknochen, also
entweder die Elle (Ulna) oder die Speiche (Radius), durch äußere Einwirkung durchtrennt
wird. Gegebenenfalls können auch beide Unterarmknochen gleichzeitig brechen. Dabei geht
die Elle, die auf der Seite des kleinen Fingers lokalisiert ist, weit häufiger zu Bruch, da sie,
im Gegensatz zu ihrem auf der Daumenseite gelegenen Pendant, viel instabiler ist.
Die Unterkühlung oder Hypothermie muss von Erfrierungen abgegrenzt werden. Bei
einer Unterkühlung ist die körperliche Kerntemperatur herabgesetzt, bei einer Erfrierung
(fachsprachlich auch Congelatio kommt es zu einer Schädigung des Körpergewebes infolge von
einer örtlichen Einwirkung von Kälte. Von einer Unterkühlung spricht man bei einem Absinken der
Körpertemperatur auf unter 37 Grad Celsius.
Man unterscheidet zwei Formen der Unterkühlung: Bei der akzidentellen
Unterkühlung kommt es zu einer sehr raschen Unterkühlung, etwa bei einem Einbruch in
Eiswasser. In einem solchen Fall kann ein Mensch bei einer Wassertemperatur von 5 Grad

177
Celsius maximal 60 Minuten überleben. Bei der subakuten akzidentellen Unterkühlung
kommt es nur allmählich im Verlauf von Stunden zu einem Abfall der Körpertemperatur,
zum Beispiel bei einer Verschüttung durch eine Schneelawine. Betroffene dieser Form der
Unterkühlung werden müde, verfallen in Schlaf und werden bewusstlos. Bei einem weiteren
Absinken der Körperkerntemperatur tritt der Tod ein.
Als Urosepsis wird eine systemische Entzündungsreaktion des Organismus bezeichnet, die
von einer Infektion der ableitenden Harnwege ausgeht und in aller Regel auf eine
Harnabflussbehinderung zurückzuführen ist.
Infolge einer Besiedelung der Blutbahnen durch bakterielle Erreger des
Urogenitaltraktes gelangen die Krankheitskeime in das Blutsystem des Betroffenen und
lösen die für eine Urosepsis charakteristischen Symptome aus.
Erste Anzeichen einer Urosepsis sind Fi