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ZEITUNG

Nr. 214 37. Wo che Preis 1,40 €

ZEITUNG Nr. 214 • 37. Wo che • Preis 1,40 € Dienstag, 13. September 2011 KoKommunmmunalalwawahlhl
ZEITUNG Nr. 214 • 37. Wo che • Preis 1,40 € Dienstag, 13. September 2011 KoKommunmmunalalwawahlhl

Dienstag, 13. September 2011

37. Wo che • Preis 1,40 € Dienstag, 13. September 2011 KoKommunmmunalalwawahlhl 20201111 Sonderbeilage –
37. Wo che • Preis 1,40 € Dienstag, 13. September 2011 KoKommunmmunalalwawahlhl 20201111 Sonderbeilage –
KoKommunmmunalalwawahlhl 20201111 Sonderbeilage – dienStag, 13. September 2011 Parlament der Das Region SPD Frank
KoKommunmmunalalwawahlhl 20201111
Sonderbeilage – dienStag, 13. September 2011
Parlament
der Das Region
SPD
Frank
Katja
Walter
Cornelia
Mön Karlheinz
Ingrid
Klaus
Sascha
Angelika
Horst
Straßburger
Beilschmidt
Richter
Busch
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König
Brauer
Rud Petra szuck
Glade
Walther
Knoke
Silke
Holger
Wolfgang
Nebot Ernesto Pomar
Angela
Rudolf
Jürgen
Elke
Andreas
Helge
Daniela
Bodo
Anke
La Henning
Ulrike
Dirk
Gardlo
Wegener
Toboldt
Klingspohn
Alker
Buchholz
Zach
Stra uch
Zychlinski
Grunwald-Galler
Messerschmidt
Drude
ngrehr
Thiele
Härdrich
HANNOVERSCHER ANZEIGER VO N 1893
CDU
Henning
Detlev
Kerstin
Paul
Christoph-Justus
Ulrike
Andrea
Mike
Andreas
Manfred
Maria
(o hne Hesse
Gabriele
Michaela
Angelika
Konrad
Harter
Herzig
Liebelt
Krause
Loskant
Krause
Behre
Weidemann
Burgwitz
Benkler
Bild)
Steingrube
Michalowitz
Rohde
Haarstrich
Grüne
Bernward
Oliver
Marion
Rainer
Frie Andreas
Helmut
Eberhard
Sven
Nesrin
Manfred
Werner
Philipp
Heide
Ko Gabriela
Jan
Schlossarek
Brandt
Gellermann
Fredermann
drich
Lübeck
Wicke
Sobanski
Odabasi
We nzel
Rump
Plath
Rath
hlenberg
Dingeldey
Zahlen, Daten, Fakten:
Stokar von
Silvia
Meike
Friederi
Ignazio
Hinrich
Schmidt-
Raoul La montain
Brigitte
Andreas
Doris
Fabian
Kathrin
Annegret
Arifé
Elke Thielmann-
Ulrich
Silke Neuforn
Hesse
Schümer
Kämpfe ke
Pecorino
Burmeister
Nieße
Litzke
Klawunde
Peters
Ku hfß
Dalig
Akcam-Hytrek
Dittert
Schmersow
Linke
FDP
Hann.
Piraten
BF
Stefan
Birgit
Fleisc Michael
Gerhard
Christiane
Bernhard
Jens
Kevin
Ralf
Hans-J Hey ürgen
Torsten
Müller
Hundrieser
hmann
Kier
Hinze
Klockow
Böning
Schumann
Kleyer
Jung
Versammlung wird bunter
Stühlerücken im Neuen Rathaus
Alle Ergebnisse in der großen
Sonderbeilage „Kommunalwahl 2011“
Regionshaus
allem der CDU
Acht Parteien und Gruppierungen entsenden Mandatsträger ins
Der Zugewinn bei Grünen und kleinen Parteien schadet vor
winne.
nen mit gehör
BF 1
Grüne 16
SPD 31
Von B er nd H aase
Von C on rad Von M ed ing
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nd Sitze etwas z die urück um Da Gr Federn kehrt.
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die rungen, zwei vielfältig
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CDU 26
Reg und acht ionsversam d davon ritten damit
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in den Bünd (–4,2) tens Wa de mlung Frakti haben r Vo n wackelnden Hochburgen und

Vo n wackelnden Hochburgen und grünen Höhenflügen:

Die Wahl sorgt im Land für Überraschungen – und in der Stadt Hannover für neue Akzente / S. 4, 14, 15

Suzuki bricht mit Volkswagen

Han nover (p). Krach zw ischen Volk s- wagen und Su zu ki: De r japa nische Auto- bauer wi ll die seit Längerem von Disso- na nzen gepräg te Ve rbindu ng zu Eu ropas größtem Autobauer kappen. De r Ve rwal- tu ngsrat wolle d ie Kapita lver fle chtu ng au flösen, teilte Su zu ki am Montag in To-

kio mit. VW al le rd ings wi ll nicht verkau- fen. Die Wolfsburger ha lten seit De zem- ber 2009 knapp 20 Prozent an dem japa- nischen Klei nwagen- und Motorrad spe- ziali sten. Su zu ki ist mit 1,5 Prozent an Volk swagen beteiligt. Ur sprü ng lich hat- ten sich beide Pa rt ner te ch nologische Vortei le von der Al lian z versprochen. Den Vorw ur f au s Japa n, VW habe die Unabhä ng igkeit von Su zu ki infrage ge- stel lt, weist VW zu rück. Volk swagen habe im me r deut lich gemacht, dass Su- zu ki al s unabhä ng iges Unte rneh men an-

gesehen werde.

Seite 9

H E U T E I N D E R HAZ Keine Spur nach Schießerei

Hannover: Von dem Ma nn, der am Sonn- tag am Stei ntor ei nen 45 -jäh rigen Café- besitzer du rch Schüsse schwer ve rletzt hat, fehlt noch jede Spur. Das Opfe r be- findet sich unte rdessen au f dem Weg der Besser ung. Die Steintor-Wi rte reagier ten besorg t nach dem Vorfal l. Seite 13

46-Jähriger im Hungerstreik

Hannover: Seit gester n Morgen be findet sich ei n 46 -Jäh riger in Ha nnover im Hu nger st reik. Di rek t am Fuß der Wate r-

loosäu le hat Ci rcis Kaplan ei n Zelt au fge- schlagen und zwei Tran sparente da ran befe stigt. Hi ntergr und ist ei n Sorge-

rechtsstreit.

Sei te 13

Tö dliche Schläge gestanden

Nieder sachsen: Im Prozess um den ge- wa ltsa men Tod ei nes Ma nnes in Göttin- gen hat ei n Beka nnter des Opfers ei n Teil- geständn is abgelegt. Über seinen Vertei- diger erklär te der 35 -Jäh rige, er habe den Ma nn geschlagen, aber nicht mit dem Tod des 30 -Jäh rigen gerech net. Seite 5

Polizei befreit Arbeitssklaven

Welt im Spiegel: Die br itische Pol izei hat 24 Mä nner befreit, die au f ei nem Wohn- wagenstel lplatz nördl ich von London an- geblich wie Sk laven geha lten und zu r Ar- beit gezw ungen worden si nd. Die befrei- ten Opfe r mu ssten in Pferdeboxen und Hu ndez wi nger n hausen. Seite 8

Primark greift H&M an

Wirt schaft: De r britische Modekon zern Pr imark grei ft die Konkur renten H&M und Za ra au f dem deutschen Ma rkt an –

mit ei ner Mischu ng au s modisch und bi l- lig. Im November eröf fnet in Ha nnovers In nenstadt die bislang größte deutsche

Fi liale.

Seite 11

Dax 5072 ,3 3 (– 117, 60) Dow J on es (2 0 Uhr) 10 875,16 (–116, 97) Eu ro (E ZB) 1, 36 56 (Fre itag : 1, 3817 ) Do ll ar

BVB zurück auf großer Bühne

Spor t: Mit Boru ssia Dort mu nd und Bayer Leverk usen st ar ten heute zwei deutsche Team s in die neue Sa ison der Fußba ll- Cha mpions-L eague. Beide M an nschaf ten bekommen es mit Team s au s London zu tu n: Dort mu nd hat gegen den FC Ar senal Heim recht, Leverk usen mu ss beim FC Chel sea antreten. Sei te 21

Leverk usen mu ss beim FC Chel sea antreten. Sei te 21 Räts el Seite 7,

Räts el

Seite 7, 19

Börs en & Märk te

Seite 10

Roman

Seite 19

Familienanzeigen

Seite 19

ZiSH

Seite 20

Medien / TV

Seite 23

Täglich (fas t) alle s

Seite 24

Te ils so nn ig , te ils st ark be- wölk t, üb er

Te ils so nn ig , te ils st ark be- wölk t, üb er wi eg end tr o- cken . Fr is ch er Wi nd au s Sü dw es t. Sei te24 Sei te24 Sei te24

Postanschrift: 30148 Hannover Redaktion: (05 11) 5 18-0 Kleinanzeigen Privatkunden: 08 00 -1 23 44 01* Kleinanzeigen Geschäftskunden: 08 00 -1 23 44 02* Telefax Kleinanzeigen: 08 00 -1 23 44 10* Abonnenten-Service: 08 00 -1 23 43 04* Internet: www.haz.de

* Ko stenlos e Se rv icerufnumm er.

Verhagelter Woc he nstart

Ko stenlos e Se rv icerufnumm er. Verhagelter Woc he nstart Die Hagelkö rn er ware

Die Hagelkö rn er ware n an geb lich so groß wie Hühne reie r. Dazu kam en Taus ende Blit ze , ein To rnado un d Re gen wie au s Ei-

me rn . In der Klein st ad t Kö nn ern in Sa ch- se n- Anhalt ze rstör te da s Unwe tter in der Nacht zu Mo nt ag Du tzende Dä ch er, ließ

Straße n zu Bächen werd en un d S cheiben ze rb re ch en . In Bernburg , sü dlich von Ma gdeb urg, er schlu g ein Da chzieg el eine

51-Jährig e. Au ch in Thürin gen, Sa ch sen un d Baye rn wütete da s Unwe tter. Me hre- re Me ns ch en wu rd en leicht verlet zt . dpa

McAllister macht Berlin für Verluste verantwortlich

CDU trotzdem stärkste Kraft / Rot-Grün sieht Schub für Landtagswahl

VON M IC HAEL B. B ER GER

UND K LA US WAL LB AUM

Han nover. Bei den Kommunalwa hlen in Nieder sach sen bleibt die CDU trotz Ve rlusten st ärkste Kraf t, sie lieg t in den Kreist agen und R äten der k reisfreien Städte mit 37 Prozent vor n. Die Sozial- demokraten rang ieren bei 34,9 Prozent. Vor fü nf Ja hren hatte der Absta nd zw i- schen den beiden großen Pa rteien noch mehr al s fü nf Pun kte betragen. Die Gr ünen konnten ih r Ergebn is auf 14,3 Prozent fast ve rdoppeln, wä hrend die FDP ih r Re su ltat au f 3,4 Prozent ha l- bier te. Minister präsident David Mc Al- lister sagte, die Un ion habe ih r Wa hl ziel er reicht, und er sei somit zu fr ieden. Es sei der Un ion gelu ngen, in schwie rigen Zeiten ei n gute s Re su ltat zu ha lten. „Ü ber zu viel Rückenwi nd au s Berl in konnten wi r un s jede nfal ls nicht bekla- gen“, fügte der Regier ungschef hi nz u. Der n iedersächsische SPD -Vorsit zen- de Olaf Lies erklär te, Schwa rz-G elb sei „abgewä hlt“ worden. Das Ergebn is der Kommunalwa hl bedeute, au f ei ne La nd-

tagswa hl über tragen, ei ne st abile rot- gr üne Mehrheit. Lies zeig te sich zudem

zu fr ieden, dass seine Pa rtei jetz t die kla-

re Mehrheit der La nd räte und Oberbü r-

germeister in Nieder sach sen stel le. Noch

in dieser Woche wi ll die SPD sich über

die Frage verstä nd igen, wer Herausfor- derer von Minister präsident Dav id

Mc Al lister bei der fü r An fa ng 2013 anvi-

CDU

2011 37 % 2006 41,3 % SPD 34,9 % 36,6 % Grüne 14,3 % 7,8
2011
37 %
2006
41,3 %
SPD
34,9 %
36,6 %
Grüne
14,3 %
7,8 %
FDP
Landesergebnis
3,4 %
der nds.
6,7 %
Kommunalwahl

sier ten La ndtagswa hl werden soll. Dis- kutier t wi rd seit Wochen über drei Na- men – neben Lies si nd es der Oberbü r- germeister von Ha nnover, Stepha n Weil, und der Vi zevor sitzende de r SPD-Bu n- dest agsf ra ktion, Hubert us Heil au s Pei- ne. Am Freitag berät der SPD-La ndes- vor st and über die Ka nd idaten kü r. De r Vi ze vor sitz ende de r FDP, Umwe lt- minister Ha ns-Hei nrich Sa nder, sprach von ei nem „bitteren Tag“. Überal l spüre ma n die Enttäuschung der Wä hler über die F reien Demok raten. „Viele sagen:

Euch wä hlen wi r im Augenblick nicht.“ Die FDP könne nicht an Steuer senkun- gen als großem Ziel festha lten, wenn sich „d ie Welt verä nder t hat“. Den von der Bu ndesregier ung besch lossenen Ausstieg au s der Atomenerg ie teile er zwar, fügte Sa nder hi nzu, doch die Um setzung ge- schehe zu rasch. „Das haben unsere Wä h- le r ga r nicht ve rsta nden.“ De r Mini st er empfah l seiner Pa rtei, „aus der Niederla- ge Kraf t zu schöpfen“. Die FDP habe „v ie le s au sgeha lt en“, sagt e er und er- wä hnte die Na men Fran z Blücher und Jü rgen W. Möllema nn.

Gabriel traut sich Kanzlerkandidatur zu

Regierung schlingert beim Euro-Kurs

Studentenrekord in Deutschland

Berlin (dpa). SPD- Chef Sigmar Ga- briel hä lt ei ne Ka nz le rkandidatu r von Pe er Stei nbrück noch nicht fü r au sge- macht und wü rde sich auch selbst das Spit ze na mt zutr auen. „Wer sich de n Job des K an zlerka nd idaten und K an zlers nicht zutraut, braucht nicht an die Spit ze ei ner großen Pa rtei zu gehen“, sagte er „Spiegel On line“. Er fügte hi nz u: „Ob ma n es aber am Ende macht oder ob man zu dem Sch lu ss kommt, dass jema nd an- deres besser ge eignet ist – das mu ss man souverän entscheiden. We r diese Souve- rä nität nicht hat, sollte die Fi nger vom Pa rt eivor sitz la ssen.“

Berlin (dpa). Au s Angst vor ei ner Plei-

Wiesbaden (dpa). Noch nie wa ren an den Hoch schu len so viele Stud ierende eingesch rieben wie im vergangenen Wi n- tersemester. 2,218 Mill ionen ler nten in den Hörsälen und Semi na rräu men der deutschen Un iver sitäten und Hoch schu- len. Das wa ren 96 400 Stud ierende oder 4,5 Prozent mehr als im Ja hr zuvor, teilte das Statistische Bu ndesamt in Wiesba- den am Montag mit. In diesem Herbst wi rd ei n noch größerer An stur m au f die Hoch schu len er wa rtet, da au fg ru nd der Au sset zu ng der Wehr pfl icht und doppel- ter Abitur ja hrgä nge mehr ju nge Men- schen ei n Stud iu m au fneh men werden.

te

Gr iechen la nd s mit dramatischen Fol-

gen fü r die Eu ro -Zone setz t die Bu ndes- regier ung At hen massiv unte r Spar- dr uck. Nach um st rittenen Äu ßeru ngen von Vi zeka nz le r Ph ilipp Rösler (F DP) über ei ne mögl iche In solven z hoch ver- schu ldeter EU-Staaten bekräf tigte

Ka

nz le ri n Angela Merkel, Gr iechen la nd

werde oh ne Er füllung der Spar vorgaben kein Geld mehr bekommen.

Ko mm

en ta r

S ei te 2

Absc hi ed von der FD P

S ei te 3

Unruh en an den Bö rs en

Se it e 11

Explosion in französischer Atomanlage

Atomaufsicht: Keine Strahlung ausgetreten

Pa ris (afp/dpa). Bei der Ex plosion ei nes Verbren nu ngsofens in ei ner Atoma nlage in Süd fran kreich ist am Montag ei n Ar- beiter ums Leben gekommen. Vier weite- re seien verletzt worden, berichtete die Atomau fsicht ASN. Bei dem Un fa ll in der Nä he der Atoman lage Ma rcou le et wa 30 Ki lometer nördl ich von Av ig non sei keine Radioa ktiv ität ausgetreten, betonte ei ne Sprecher in des Komm issar iats fü r Atom- energie CEA. „Der interne Notfal lpla n ist in Kraf t getreten, al les ist unter Kontrol- le“, sagte sie. Das Gebäude, in dem sich der Ofen be finde, sei inta kt. Auch die Lü f- tu ng fu nk tion iere weiterhi n. Ur sache und Sicherheitsstu fe des Un fa lls wa ren zu- nächst nicht beka nnt. Das f ra nzösische I nnen minister ium bekräf tigte, dass keine Rad ioak tivität freigesetzt worden sei. Die Opfer seien du rch die Ex plosion verletzt und nicht verstrah lt worden, sagte ei n Minister i- umssprecher. Es habe keine Evak uier ung gegeben. Die Ex plosion ereignete sich nach Behördena ngaben in ei nem Ver- bren nu ngsofen fü r schwach radioa ktive Abfä lle. Er be findet sich in der Gemeinde Codolet na he der Atoman lage Ma rcou le und wi rd von dor t aus verwaltet. Zu den schwachrad ioak tiven Abfäl len zäh len unter anderem Kleidu ng von Arbeitern sowie Meta lle und Beton. Die An lage wi rd von ei ner Tochter des fran zösischen Energiekon zerns EDF betr ieben. Die EDF-Ak tie stür zte nach dem Un fa ll um mehr als sieben Prozent ab. Die Nu klea ra nlage Ma rcou le umfasst mehrere Rea ktoren, d ie al lesa mt stil lge- legt si nd. Das letzte Kraftwerk, ein Sch neller Br üter, stel lte 2010 den Betr ieb ei n. Ma rcou le gi lt al s „Wiege“ de r Wie- deraufarbeitung; in den ver schiedenen Betr ieben au f dem in den fü nf ziger Ja h- ren angelegten Komplex arbeiten ru nd 5000 Menschen. Er st im Mä rz hatte es dor t ei nen Un fa ll gegeben, den die Atom- au fsicht au f Stufe zwei eingestu ft hat.

Landluft aus der Flasche

Von wegen Gestank: Ein Niederländer verkauft mit wachsendem Erfolg Kuhfladenparfüm

VON H EL MUT H ET ZEL

B ei ma nchen Regionen in Nieder sach- sen rü mpft ma n automatisch die

Nase, wenn ma n auch nu r in die Nä he kommt. In Ve chta spricht ma n eupho- risch vom „Gül legü rtel“ des La ndes, an- derswo stin ken den Anwohner n schon la nge die Folgen der Tierha lt ung. Sie sollten ru hig ma l ei n Bl ick über die Gren zen Nieder sach sens hi naus werfen – nu r wenige Ki lomete r entfer nt in den Niederla nden zeig t ei n findiger Ge- schä ftsman n, dass ma n mit La nd lu ft ein gute s Geschä ft machen ka nn. Ben Hut heißt der Ma nn, der den Ge- ruch von Kühen und Schweinen zu Geld macht. De r 55 -jäh rige Niederlä nder aus der Gren zprovi nz Drenthe betreibt ei- nen Pa rf üm laden der ga nz besonderen Ar t. Ben Hut ba nnt die La nd lu ft in Pa r-

fü mfl akons und verkau ft sie. Sei ne neu- este Kreation soll das Ku hfl ade n-Aroma werden. „Die Städte r wi ssen doch ga r nicht

me hr, wie es au f de m La nd riecht,“ sagt

Hut. „Der mode rne Me nsch hat sich von de r Nat ur tota l e nt fr emdet. Ku hfl aden

st in ke n nicht, sie rieche n.“ De r Baue rn-

du ft pa rf ümi st hat schon ei nige s im An-

gebot – Sh ampoos und Sei fe n et wa, die beim Du sche n oder beim Hä ndewaschen die Ge rüche de s Baue rn hofs entfalten.

Ei n Stück „Sch af seife“ gibt es schon für ei ne n Eu ro. „M it meinem Sh ampoo ,Hoe r Ziepe‘ de nk t ma n beim Du sche n,

ma n wü rde in de r Heide von Dr enthe

st ehen,“ be hauptet Be n Hut. Das Hei- dearom a-Sh ampoo fü rs Haar wi ll er

nu n auch du rch ei n zweite s Produk t für

die biologi sche Haar wäsche er weit er n. „Es wi rd ei n Bode na roma, richtig er-

er weit er n. „Es wi rd ei n Bode na roma, richtig er- Frische Landlu

Frische Landlu ft: Der Geruc h der Kuh soll zu

dpa

Geld gemacht werden.

dig,“ kü nd ig t Ge ruch sk ün st le r Hut an. „Es wi rd rieche n, al s st ünde ma n in ei- ne r Grot te.“ Hoffentl ich wi rd es nicht zu mu ffig.

Bi ll ig si nd die Natu rsha mpoos aber nicht. Zw ischen acht und neun Eu ro für ei n k leines 0,375-Lite r-Fläschchen Bio- Haarsha mpoo mu ss ma n be za hlen, we nn ma n das Heidea roma beim Du sche n und Haar ewasche n da heim rieche n wi ll. Best el lu ngen be kommt de r Speziali st fü r lä nd liche Aromen und Dü ft e in zw i- sche n au s de r ga nzen We lt. Au s de m fe r- ne n Au st ra lien erhielt Hut jetz t ei ne Or- de r von ehema lige n n ie de rländi schen La ndw ir ten, die nach Au st ra lien au sge- wa nder t si nd und nu n Se hn sucht nach de r ei nstige n Heim at haben. Sie be st el l- ten bei ih m die „e chte holländi sche Bau- er nhofluf t“. Sie hat natü rl ich ei n ty pi- sche s Ku hm ista roma – ei ne Of fe nba- ru ng fü r die au sgewa nder ten holländi- sche n La ndw ir te, die im st aubigen au st ra li sche n Outback wohl keine Gü lle zu rieche n be kommen.

N i ed er sac hs en s S PD

Weil muss wollen

VON M IC HAEL B. B ER GER

Mit betonte r L ockerheit t rat geste rn

Nieder sach sens Minister präsident Dav id

Mc Al lister höchst persön lich vor die ver-

sa mmelte La ndespresse, um mitz utei len, dass „sei ne“ nieder säch sische CDU nicht

unte rz uk riegen sei. „H ier steht ei n Sie- ger“, wa r Mc Al lister s Botschaf t, obwohl

er selbst am Sonntag ga r nicht zu r Wa hl

st and. Trot z a ller bu ndespolitischen

Wi rrn isse, trot z des Niederga ng s der mit-

re gierende n FDP, hat sich die CDU in Nieder sach sen behauptet, sodass Mc Al- lister leisen Spott über die SPD au sg ie ßen

konnte: „Wir habe n ei ne n Mini st er pr äsi- denten, die SPD hat noch nicht ei nmal ei- ne n Ka nd id at en.“ Richtig ist, dass die Sozialdemokraten

in der Ka nd idaten frage bisla ng selt sam

sprach los bl ieben. Aber das Problem liegt weniger in ei nem Ma ngel an Personal. Tatsächl ich g ibt es mehrere Bewerber, die an die Macht wollen, und deshalb hat die Pa rtei große Angst, über die Au swahl ei nes Ka nd idaten in St reit zu geraten.

Verz ag te Bots chaft

Die nächste La ndtagswa hl findet mög- licher weise schon im November nächsten

Ja hres st at t, viel leicht auch er st im Ja nu-

ar 2013. David Mc Al lister, seit gut ei nem Ja hr Regier ungschef, hat es mit seiner

Pa rlamentsmehrheit in der Ha nd, den

konk reten Wa hlte rm in fe st zuset zen. Nieder sach sens Sozialdemokraten ha- ben sich über Monate da mit begnüg t, Bot- scha ften unte rs Volk zu st reuen, die matt und verzag t kl ingen. Ei ne lautet: Du rch die zu fr ühe Benennung ei nes Spit zen-

ka nd idaten we rde d ie se r „ze rsch li ssen“. Ei n kaum tragfä higes Argu ment, das eher au f ei nen frag ilen Zu st and in der

Pa rtei hi nweisen könnte. Denn wenn

Ka nd idaten „zer schl issen“ werden, da nn

meist durch die eigenen Genossen. K ritik

oder Angri ffe von au ßen sorgen in der Re- gel da fü r, dass die eigenen Reihen ge- schlossen werden. Pa radoxer weise spielt sich das me rk-

wü rd ige Spiel mit der K-Frage gleich auf

mehreren Ebenen ab. In Berl in gibt es das Dreigestir n Pe er Stei nbrück, Fran k-Wa l- te r Stei nmeier und Sigmar Gabriel. Und

in Ha nnover gibt es eben fa ll s ei n Trio, bei dem nicht klar ist, wer 2013 an der Spit ze steht. Dabei dü rf te von der in ha lt lichen Quali fikation fü r das politische Fü h- ru ngsa mt in Nieder sach sen eigent lich

nu r ei ner au f dem Wa hl zettel stehen: der ha nnover sche Oberbü rger meister Ste- phan Weil. Mit seinem Ju rast ud iu m in Göttingen, seiner Arbeit al s Staatsanwa lt und Rich-

te r, der la ng jä hrigen Erfa hr ung al s Fi- na nzdezernent und fü nf Ja hren an der Spit ze der ha nnover schen Stadtver wa l- tu ng br ingt Weil vor al lem ei nes mit:

Kompeten z. Mit 52 Lebensja hren ist er, wie der Volk smund sagt, im „besten Al- te r“. Abgesehen von ei ner unglückl ichen Personalentscheidu ng im ha nnover schen Rathaus hat er das Stadtsch iff bisla ng gut gelenk t und ist auch fü r die Wi rt- scha ft ei n angesehene r Gespräch spar t- ner. Es ist kein Zu fa ll, dass auch in der

Bu ndes-SPD viele zuer st an Stepha n Weil

denken, wenn sie zu r K-Frage in Nieder- sach sen befrag t werden. Weil, der eher

zu r Selbstiron ie neigt, wä re fü r Mc Al lis- te r ei n schwie riger Gegner. Weil s ei nz iger Nachteil könnte sein, dass er au s Ha nnover kommt. Denn in Ol- denburg, Brau nschweig oder Cloppen-

bu rg ticken die Uh ren anders al s in der

La ndeshauptstadt: Einer au s H an nove r

könnte in den Ve rdacht geraten, auch als

Minister präsident nu r an die eigene Stadt

zu denken. Von An fa ng an mü sste Weil

diese Vorbeha lte du rch seine Schat ten- minister riege zerstreuen.

Li es in einer Schlüs selrolle

Geme ssen am Kompeten zvor spru ng

von Weil, la nden der sy mpat hische SPD-

La ndesvor sitzende Olaf Lies und der au s-

gebu ff te Pol it profi Hubert us Heil eher au f dem zweiten Ra ng. De r Peiner Heil,

der ein st vom SPD -I nter im svor sitzenden Matth ias Plat zeck zu m SPD- Genera lse- kretär au sger ufen worden wa r, hat zu-

mi

ndest ein „Fer nsehgesicht“. In Berliner

Hi

ntergr undr unden hat er angekü nd igt,

seinen Hut in den Ri ng zu werfen, wenn Stepha n Weil pa rtout nicht wi ll. Da nn

liefe al le s au f ei n Duel l hi naus: Lies gegen Heil. Dem SPD -Landesvor sitzenden L ies kommt in diesen Tagen ei ne Sch lü ssel rol- le zu. De r 39 -Jäh rige, der viel Ta lent, aber wenig Erfa hr ung hat, mu ss entscheiden, wer die SPD am ehesten zu m Er folg fü h- ren ka nn. Er mu ss ei nen Weg finden, die

Pa rtei mitz uneh men. Und er mu ss beden-

ken, dass die Wa hl in Nieder sach sen ein ha lbes Ja hr vor der Bu ndestagswa hl auch ei n Sch lü sseldatu m fü r die Bu ndespolitik sein wi rd. Ma n mu ss kein Prophet sein, um ei nen ungewöhnl ich ha rten Wa hl- ka mpf vorherz usagen. Mc Al lister ah nt das – und reibt sich die Hä nde, wenn sich die Sozialdemokraten au freiben.

2

HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

 

Politik

 

DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2011 · NR. 214

e

u r o - d e B at t e

 

Das Pleite-Tabu ist gebrochen

I n l a n d 260 000 bei Papst-Messen

Merkels Trup pe

W as is t da s bl oß für ei ne ve rz weifel te Eu ro -D eb at te? Die CS U will Gr ie-

Wirtschaftsminister Rösler legt Griechenland die Insolvenz nahe – und erntet harschen Protest

Freiburg: Die großen Papst-Messen wäh- rend des Deutschland-Besuchs von Bene- dikt XV I. in der kommenden Woche ziehen

ch en la nd am li eb st en au s dem Eu ro -R au m au ssc hlie ße n; der FD P- Chef re det ei ne In- so lv en z de s Mi tt el meer st aate s he rbei . Ge ra de no ch ha t sich Be rlin se lb st für ei ne or den tlic he Bu nde st ag sde bat te üb er di e La ge de s Eu ro be kl at sc ht , da br ec he n ei n pa ar Ta ge sp ät er alte Re ss en ti me nt s un d pu re r Po pu li sm us au s den Ko alit io näre n he rv or. Die se Kan zl er in is t um ihre Tr up pe ni cht me hr zu be ne id en. Es is t im Gege nteil so , al s wo ll te n di e ei- genen Le ut e den Ku rs An ge la Me rkel s to rp ed ie re n. Da s Kan zl eram t ha tt e sc ho n vor Wo ch en di e Pa ro le au sgeg eben , sich mi t u nb ed ac ht en Wo rt me ldung en zu- rü ck zu ha lt en , um di e Ne rv os ität an den Fi nan zm ärk te n ni cht zu näh re n. Da mü s- se n di e Äu ße run gen vom Wo ch enende ni cht nu r al s Pr ovokati on an di e Adre ss e Gr iech en la nd s, so nder n au ch an di e der eig enen Kan zl er in ge lt en . Hat Me rkel im Bu nde st ag ni cht gerad e den Eu ro un d Eu- ro pa besc hw oren? Es wä re in der der ze it i-

gen Ve rfas su ng ei n po li ti sc he r Gl üc ks fa ll für di e Ko alit io n, wenn sie ei ne Kan zl er- me hrheit be i der Ab stim mu ng üb er den eur op äi sc he n Re tt un gsf ond s En de Se p- te mb er zu sa mm en br in gen wü rd e. Äu ße run gen wi e di e von Wi rt sc ha ft s- min is te r Ph ili pp Rö sle r, di e Ku rs e an den Bö rs en au f Ta lfahr t sc hi cken un d dam it au ch di e Pa pie re von viele n Kle in an le- ger n abwe rt en , si nd fe hl am Pla tz un d ko nt ra prod uk ti v. Alle po li ti sc he n An- st re ng un gen in der EU zi ele n bi sl an g au f den Er ha lt der Eu ro -Zone un d di e St abili- sieru ng Gr iech en la nd s. We der wo ll en di e Eu ro -Sta at en Gr iech en la nd fa ll en la ss en no ch will At he n nach Ar ti ke l 50 de s Li ssa- bo nn er Ve rt ra ge s au s der EU au st rete n. Wa s ble ib t, is t ei n mü hs am er We g Eu ro- pa s au s den Sc hul den . Die se r Ve ra nt wo r- tu ng kö nn en sich di e Regie run gs pa rt eie n

 

voraussichtlich ru nd 260000 Gläubige an. Al lein in Freibu rg haben sich mehr als 100000 Menschen angemeldet. Zu m Ab-

 

Von F ra nk L in dsc he id und c hr is to ph er Z ie dL er

Die Griechen sind in Proteststim mu ng – wi e dieser Mann in Thessaloniki am

Die Griechen sind in Proteststim mu ng – wie dieser Mann in Thessaloniki am Wochenende. dpa

Rettet eine Pleite Athens den Euro?

Von M ic haeL M. G rü ter

Berlin /Brüssel. Wi rt scha ftsm in ister Ph ilipp Rösler provozier t kurz vor der Berl in-Wah l mit seinem Vorstoß, Gr ie- chen la nd in die In solven z zu schicken, massiven Ärger in der Koalition. Ein Au ssch lu ss Gr iechen la nd s au s der Eu ro- Zone ist in zw ischen fü r CSU und FDP kein Tabu mehr. Die Opposition reag iert entset zt. Un ions-F ra ktionsgeschä ftsf üh rer Pe- te r Altmaier machte schon am fr ühen Morgen seinem Ärger Lu ft. „Kontrapro- du ktiv und gefä hrlich“ seien Spek ula- tionen über ei ne In solven z Gr iechen- la nd s oder ei nen Au ssch lu ss der Gr ie- chen au s der Eu ro -Zone, wetter te der Ch ristdemokrat. „Ich g laube, dass man da mit auch Konsequenzen au slöst, die ma n eige nt lich verh inde rn möchte.“ Ziel der ungewohnt heftigen At tacke wa r zu m ei nen die CSU, die in zw ischen in ei nem Entw ur f fü r den CSU-Pa rtei- tag den Au ssch lu ss von Schuldenstaaten au s der Eu ro -Zone forder t. Noch viel mehr ga lt Altmaier s Breitseite aber Vi- zeka nz le r Rösler, der in ei nem Na mens- be it rag fü r die „Welt“ ei ne In solven z ins Spiel gebracht hat. „Um den Eu ro zu st a- bi lisieren, da rf es auch kurz fr istig keine Denk ve rbote mehr geben“, schrieb der Libera len- Chef. Au s Sicht der CDU beförder n solche Plan spiele au s der Fe der ei nes fü hren- den Reg ieru ngsm itgl ieds die M isere noch. Die Mä rk te regier ten prompt – mit ei ne r neue n Ta lfah rt. „Wir mü ssen die Gr iechen forder n, dü rfen sie aber nicht Pleite re den“, z ür nte Merkels Stat thalte r in der CDU-Pa rtei zent ra le, Genera lse- kretär He rman n Gröhe. „Unverantwor t- lich“, hieß es hi nt er de n Ku li ssen, die FDP sei in zw ischen „u nkontrol lierba r“. Die Koalition dri ftet beim Eu ro -T he- ma au seinander. Die Äu ßeru ngen Rös- le rs fa llen in ei n hoch sensible s Um feld. Am Mitt woch hat sich ei ne EU-T roika zu Gesprächen über die Abwehr ma ß- na hmen in At hen angesagt. Die Koaliti- on sspitzen reag ieren auch deshalb hoch nervös, weil die Regier ung ei ne In sol- venz lä ngst nicht mehr au ssch ließen ka nn, aber die Folgen kaum ei nz uschät- zen si nd. Ei ne Gr iechen la nd-Pleite wä re nach inte rner Ei nschät zu ng nu r der Au ftak t zu ei ner noch größeren Kr ise. Schwere Tu rbulen zen am Kapita lmarkt gelten al s wa hr scheinliches Szena rio. Die Opposition schäumt. Me rkel mü s- se Rösler zu rück pfei fen, forder ten Sozi- aldemokraten. „Das ist nicht nu r ei ne politische Dum mheit, sonder n eine Ver- un sicher ung der Fi na nz mä rk te“, em- pörte sich O ppositionschef Fran k-Wa l- te r Stein meier. Rösler s Ü berleg ungen seien „ein fach unprofe ssionell“ und un-

schlussgottesd ienst mit dem Heiligen Vater am 25. September au f dem Freibu rger Flug platz liegen mehr als 77 000 An mel- du ngen vor. Der erste Gottesdienst mit dem Papst am 22. September im Berl iner Olympiastadion ist mit 70 000 Teil nehmern schon seit August ausgebucht. Au f dem Er- fu rter Domplatz werden am 24. September

   

30 000

Besucher er wartet. dpa

Berlin. So offe n wie der Bu ndeswi rt- scha ftsm in ister und F DP-Vorsit zende Ph ilipp Rösler hat noch kein deutscher Minister über ei ne Staatspleite Gr ie- chen la nd s geredet. Ei nige Antwor ten au f Fragen nach der Zu ku nf t Gr iechen la nd s:

Großmanöver in der Ostsee

Glücksburg: In der Ostsee hat am Montag

ei n Großma növer mit 3500 Ma ri nesolda- ten au s 20 Nationen begon nen. Um acht

Uh

r verl ie ßen zwei Nato -Verbä nde und

 

ei n Spezial kräf teve rband die Hä fen, um

We n ge fä hr de t ei ne Ple it e At hen s?

sich zwöl f Tage la ng au f mögl iche Ei nsät-

Zu nächst ei nmal die griechische Wi rt- scha ft selbst. De r Staat wü rde die Za h- lu ng von Löhnen und Gehä lter n ei n- stel len. Gr iech ische Ba nken, die laut ei- ner Ü bersicht der I nfopor tals Eu ractiv ru nd 56 Mill ia rden Eu ro in griechischen Bond s stecken haben, wü rden ei nen Forder ungsverzicht von dan n etwa 50 Prozent w ir tschaf tl ich n icht überleben. De r G eldk reislauf wä re unte rbrochen, die Wi rt scha ft wü rde stocken.

We r wä re no ch be tro ff en?

ze

vor zubereiten. Bei den gemein sa men

Ma

növe rn „Nor ther n C oast s“ (NOCO)

und „Dan ish Exercise“ (DANEX) si nd mehr al s 40 Sch iffe sowie 20 Flug zeuge und Hubschrauber zw ischen der dä ni- schen In sel Born holm und der norddän i- schen Stadt Skagen im Ei nsat z. dpa

Nein zur Rente mit 69

Berlin: Die Bu ndesregier ung plant nicht die Ei nfüh ru ng ei ner Rente mit 69. Ein solches Vorhaben werde we der geforder t, noch ve rfolgt oder in Erwäg ung gezogen, sagte Reg ieru ngssprecher Stef fen Seibert am Montag vor Jour na listen in Berl in. Auch bei Ve rt retern von Koalition und Opposition stie ßen entsprechende Über- legu ngen au s dem Bu ndes finan zm in iste- rium au f Ablehnung. Ei n Minister iu ms- spre cher best ätig te dennoch „rei n theore- tisch de nkba re Mögl ichkeiten“. afp

a u s l and Protest gegen Oettinger

Al l jene, die griechische Staatsan leihen ha lten. Das ist die Eu ropä ische Zent ra l- ba nk (EZB) mit griechischen Staatsan- leihen im We rt von 45 Mill ia rden Eu ro. Al le rd ings hat sie die Papiere bereits mit Abschlag er worben. Betroffe n si nd fe rner vor al lem fran zösische Ba nken (mit 9,4 Mill ia rden Eu ro) und deut sche Geld in stit ute (7,4 Mill ia rden Eu ro). Ge- fä hrdet wä ren schl ie ßl ich jene Lä nder, die fr isches Geld benötigen und oh ne- hi n kritisch beobachtet werden. Das gi lt fü r Port ugal, Span ien und in Abstu fu n- gen auch fü r Italien und Fran kreich.

La ssen sic h di e Fo lgen be gr en ze n?

Straßburg: EU-Kom missar Gü nt her Oet-

ni cht

en

tzie hen.

C hris tian h ol zg re ve

Das ist die große Hoff nu ng, die an die Stärku ng des Rettu ngsfonds EF SF ge- knüpft wi rd. Er könnte Gr iechen la nd unte rstützen, aber auch a ndere Staaten, die nu r zu hohen Zi nsen Geld am Kapi- ta lmarkt bekommen. Und er könnte ih- nen helfen, ih re Ba nken zu st üt zen. „Die Ba nken si nd bereits au f ei ne Gr iechen- la nd-Pleite vorbe reitet“, meinte de r Fi- na nz wissen scha ft le r C lemens Fuest. Al le rd ings wü rde es den EF SF über for- dern, wenn auch die drittgrößte Volk s- wi rt scha ft Eu ropas, Italien unte r sei- nen Schut zsch ir m kriechen mu ss.

ti nger hat mit seinem Vorschlag, die Flag- gen von Schuldenländern vor EU-G ebäu- den au f ha lbmast zu setzen, Empöru ng im

a n d e r e a n s I c h ten

Eu

ropapa rlament au sgelöst. Ru nd hu n-

 
  dert Abgeordnete aus unte rsch iedl ichen politischen Lagern wollen nach Angaben

dert Abgeordnete aus unte rsch iedl ichen politischen Lagern wollen nach Angaben

des belgischen Soz ia listen Ma rc Ta rabel-

zur gri echisch en Schul de nl ast:

la

ei nen Protestbrief unte rzeich nen. Der

„M it der du rch das Spar prog ra mm ve rschär ften Rezession brechen die Steu- erei nnah men schnel le r ei n, al s Au sgaben gekürz t werden können. Genau das ha- ben die meisten unabhä ng igen Fach leute schon im Fr ühja hr 2010 vorhergesag t und da ru m ei n In solven zver fa hren fü r Gr ie- chen la nd geforder t. So hätte sich die Schuldenlast au f ei n tragba res Ma ß re- du zieren lassen und dem La nd wä re ein Neusta rt er mögl icht worden.“

Vorschlag, verschuldete Staaten zu demü- tigen, löse die Kr ise nicht und verlet ze zu- dem eu ropä ische We rte. afp

EU verhandelt über Pipeline

Brüssel: Die EU hat Ve rhandlungen mit

Wä re ei n Au str it t Gr ie chen la nd s au s de r Eu ro -Z one de nk ba r?

Gr iechen la nd könnte ei ne schwache Drachme ei nfüh ren und wä re sofort

Tu

rk menist an und A serbaidschan über

den Bau ei ner Gaspipel ine vom Kaspi- schen Me er nach Eu ropa begon nen. Die Minister der 27 EU-Staaten beau ft ragten

 

ve ra nt wort lich. „Pol itische G eister fa h- rer und Zü nd le r“, zog Gr ünen-Che fin Claudia Roth vom Le der.

 

wettbewerbsfä hig. Aber es mü sste die ve rbliebenen Schulden in Eu ro zu rück- za hlen. Dabei wü rde ih m die schwache Drachme kaum helfen. At hen mü sste quasi mit zwei Wä hr ungen leben. De s- ha lb wi rd At hen im Eu ro -Rau m bleiben wollen. Die Eu ro -Zone hat auch ei n In- teresse da ra n, At hen zu ha lten. Mit dem Au st ritt Gr iechen la nd s wä re der Eu ro angezä hlt. Die Hedgefonds wü rden schon ba ld au f den nächsten Au s- schlusskandidaten wetten.

die EU-Kom mission, die Ge spräche zu fü hren, teilte der Rat mit. Bis Weih nach- ten könnte der Ra hmenvert rag laut EU- Diplomaten stehen, von 2017 an solle das Gas fließen. Es wä re das er ste Ma l, dass die EU-Behörde fü r die gesa mte EU solch ei n Abkommen au shandelt. EU-Energ ie- komm issar Gü nt her Oettinger sprach da- he r von ei ne m „Mei lenstein“. dpa

AKW Buschehr am Netz

 
  Wort wa hl ist hier ange sagt.“ De nn man dü rfe „n icht herbei

Wort wa hl ist hier ange sagt.“ De nn man dü rfe „n icht herbei reden, wofü r es zu r- zeit keine Gr undlage gibt“. Au f äh nl iche Wort me ldun ge n hin hatt e die EU-Kom mi ssion in de n ve r- ga ngenen Tage n meh rfach festgestel lt, de r Be it ritt zu r Eu ro -Zone se i „u nu m- ke hrba r“. Dem ge lt ende n L issabon ner Ve rt rag zu folge se i „weder ei n Au st ritt noch ei n Raus wurf au s de r Eu ro -Zone mögl ich“.

Bisher haben die Eu ro -Staaten bei ih- rem Gipfel am 21. Ju li ei ne teilweise Um- schu ldung Gr iechen la nd s in s Auge ge- fasst – mit dem Au sa rbeiten konk reter Beschlüsse si nd derzeit die Fi na nz mi- nister beschä ftigt. Über ei ne freiwi ll ige Lauf zeit verlängeru ng der von ih nen ge- ha ltenen Staatsan leihen sollen Ba nken, Fond s und Ve rsicheru ngen bis 2014 ei- nen Beit rag von 37 Mill ia rden Eu ro zur Rettu ng Gr iechen la nd s leisten.

zu stei ge nd en Stud entenzahl en:

 

„Die deutschen Un iver sitäten si nd auf den An st ur m der Abit urienten denkbar schlecht vorbereitet. Die Lä nder, die al- leine fü r die Bi ldungspoliti k zustä nd ig si nd, haben die Entw icklung völl ig ve r- schlafen.“

 

Die ha rscheste Reak tion au s Br üssel beka m Rösler von ei nem Pa rtei freu nd:

St aatsminister We rner Hoyer, gestern al s Ve rt reter von Au ßenm in ister Gu ido We ster welle beim Minister rat in der eu- ropä ischen Hauptstadt, kan zelte d ie Überlegu ng seines libera len Pa rteichefs ab. „M it diesem Thema dü rfe ma n „n icht heru mspielen, Behutsam keit auch in der

Z

u r p e r son

 

Teheran: Iran ische und ru ssische Regie- ru ngsver treter haben am Montag I ra ns

er stes Atom kraftwerk Bu schehr in Dien st gestel lt. Bei der Inbetr iebnah me wa ren

unte r anderem Iran s Au ßenm in ister Al i- Akba r Sa lehi und der ru ssische Energie- minister Sergej Sch matko anwesend. In ei ner er sten Phase we rden 40 Prozent der

Christian Ude, Mün-

Christian Ude, Mün-

chensOberbürgermeis-

ter, bereitet sich auf die Spitzenkandidatu r der bayerischen SPD für die Landtagswahl 2013

 

Gaddafi-Sohn setzt sich ab

Streit um Entschädigung

Libyscher Übergangsrat will Machtkampf verhindern

Italien will Schadensersatz für NS-Verbrechen

vor. Seine Nominie- rung scheint nu r noch Formsache zu sein. Der

 

mögl ichen Leistu ng des 1000 -Megawatt- Reak tors in s St romnet z eingespeist. Im November soll da nn die gesa mte Kapa zi-

 

Tr ipol is (a fp/dpa). Ei ne r der Söhne de s la ng jä hrige n liby sche n Machth a- be rs Mu am ma r al-Gadd afi hat sich ins Nachba rland Nige r abge setz t. Die ni- gri sche Ar me e habe am Sonntag ei nen Konvoi au s Libyen ange ha lt en, in dem sich auch Saad i Gadd afi be fu nden habe, teilte Nige rs Ju st iz mini st er Ma rou Am adou mit. De r 38 Ja hr e alte fr ühere Fußba llprofi sollte in die Hauptstadt Niamey gebracht we rden. Die Regier ung gab hu ma nitä re Gr ün- de fü r die Au fn ah me an. Saad i ist be- reit s das vier te von acht Ki nder n Gad- da fis, das im Au sla nd Zu flucht gefu n- den hat. Zuvor wa r Ende Augu st die zweite Ehefrau de s unte rget auchten Machth aber s, Sa fija al-Gadd afi , mit der Tochte r Ai scha und de m Sohn Ha nn ibal nach Alge rien ge flüchtet. Mit dabei war auch Gadd afi s älte st er Sohn Moha m- me d, de r au s er st er Ehe st am mt. Wo sich

Exdi kt ator Gadd afi au fh ält, ist weit er- hi n unklar. In Tripoli s kü nd ig te unte rdessen die neue Fü hr ung die Bi ldung ei ne r Über- ga ngsregier ung bi nnen spät esten s ze hn Tage n an. De r Chef de s Nation alen Überga ngsrate s, Ma hmud Dsch ibri l, sagt e, die Regier ung we rde sich au s Ve r- tr et er n de r Regionen zusam me nset zen. Nach ei ne r voll st ändige n Befr eiung Li- byen s we rde ei ne ande re Regier ung ge- bi ldet. De r Überga ngsrat wi ll Riva litä- ten zw ischen de n ver schiedenen Rebe l- le ng ruppen vorbeugen, i ndem er me hr loka le Rebe llenchef s an de r Macht be- teiligt. In Tripoli s sa mmel n die ör tl i- chen Rebe llen komite es in zw ischen die Wa ffen de r nicht of fi ziel l zu ih ren Tr up- pe n gehör ende n Auf st ändi sche n ein, d ie in de n ve rgange ne n Wochen au f eige ne Faust gege n die Gadd afi-T ruppen ge- kä mpft hatten.

Den Haag (epd). Vor dem Inte rnatio- na len Gerichtshof in Den Haag hat am Montag das Ve rfah ren über die Zu läs- sigkeit von Entschäd ig ungsklagen ge- gen Deutschla nd im Zu sa mmenha ng mit NS -Verbrechen begon nen. Deutsch- la nd hatte das höchste Gericht der Ve r- ei nten Nationen angeru fen, nachdem es von it alienischen Gerichten zu Scha- denser satzah lu ngen ve rurtei lt worden wa r. Da mit verstoße Italien gegen das Völ kerrechtsprinzip der Staat si mmuni- tät, erklär te die Ver treter in Deutsch- la nd s, Su sa nne Wasu m-Ra iner, in Den Haag. Deutschla nd wende sich mit der Klage nicht gegen Opfe r des National soziali s- mu s und wolle sich seiner Ve ra nt wor- tu ng auch nicht entz iehen, betonte die Völ kerrechtse xper ti n. Doch seien über die mater iellen Folgen des Zweiten Welt- krieges mit den betroffe nen Lä ndern

Fr iedens- u nd Repa ration sabkommen geschlossen worden. An Italien wu rden 1961 demnach 40 Mill ionen Ma rk an „Wie de rg ut machun g“ ge za hlt. De rEmp- fä nger staat habe die Au fgabe, das Geld unte r den Geschädigten zu vertei len. Sollte ei n Staat nicht vor individuel len Zivi lk lagen geschütz t sein, sei das Sys- tem von bi late ra len Fr iedens- und Re- pa ration sabkomme n gefäh rdet, betonte Wasu m-Ra iner. Die Klär ung des St reits sei da her auch im Interesse der inte rna- tionalen Staatengemei nschaf t. An lass fü r das Ve rfah ren in Den Haag wa r ei ne Klage ei nes ehema ligen it alie- nischen NS-Zwangsarbeiter s. Sei ne Entschäd ig ungsklage gegen Deutsch- la nd wu rde vom höchsten italienischen Gericht fü r zu lässig erklär t. Das hatte weitere Prozesse auch von fr üheren griechischen NS -O pfer n nach sich gezo- gen.

SPD-Landesvorstand folg t Ude bei seiner Forder ung nach einer Bestätig ung als Spitzenkandidat noch in diesem Herbst. Geplant ist, dass der Lan- desvorstand sich offiziell hinter Udes Kan- didatu r stel lt. Der genaue Termin stehe aber noch nicht fest, sagte Landtagsfrakti- onschef Markus Rinderspacher am Montag zum Auftakt der Herbstklausu r der Land- tags-SPD in Wü rzbu rg. Die Stimmung sei „voller Euphor ie“, sagte Ri nder spache r. Ude sei der richtige Kandidat. „Aber wir heben in dieser histor ischen Stunde nicht ab, wir bleiben auf dem Boden.“ Der Mün- chener Oberbü rger meister hat auch den Segen der Berliner Parteispitze, mit der er fr üher oft über Kreu z lag. SPD-Bundes- tagsfraktionschef F rank-Walter Stein mei- er, der als Gast nach Wü rzbu rg gekommen war sagte: „Ich finde ih n toll.“ dpa

t

au sgeschöpft werden. Das Kraftwerk

in

der südi ra nischen Stadt wi rd mit von

Ru

ssla nd produz iertem Kernbren nstoff

betr ieben.

dpa

Mehr Geld für Ostafrika

Brüssel: Die Eu ropä ische Un ion stockt

ih re Hi lfe fü r die Hu nger nden in Osta fr i-

ka

von 100 au f 160 Mill ionen Eu ro au f.

„Ü

ber 13 Mill ionen Menschen am Horn

von Af ri ka brauchen dri ngend hu ma nitä- re Hi lfe“, sag te Noth ilfekom missarin

Kr

ista lina Georgiewa am Montag in

Br üssel. „Es ist ei nfach nicht hi nneh m-

ba r, dass im 21. Ja hrhu nder t ei n Ki nd an

Hu

nger st irbt.“ Die Hi lfe Eu ropa s be läuft

sich laut Georgiewa au f in sgesamt 600 Mill ionen Eu ro, davon kä men 460 Mill io- nen von den Mitg liedsstaaten. epd

t o m I cek

460 Mill io- nen von den Mitg liedsstaaten. epd t o m I cek Im G

Im G e s p r ä c h

„Die Zuschussrente ist eine Mogelpackung“

Frau Na hl es , di e SP D wi ll et was gege n Al te rs arm ut un tern ehmen . B un desa r- be it sm ini ster in Ur sula vo n de r Leye n au ch. Si nd da s ni ch t gut e Vo ra us se tz un- ge n fü r eine Gr oß e Ko al it io n?

Nein. Fü r die SPD steht fe st, dass nie- ma nd, der ei n Leben la ng Vollzeit gear- beitet hat, mit ei ner Ar mutsrente nach Hause gehen da rf. Frau von der Leyen hat kein du rchdachtes Konzept gegen Al- te rsar mut. Von der geplanten Zu schu ss- rente werden nu r wenige profitieren, weil die Minister in Riesen hü rden au fbaut. Wi r rech nen beispiel sweise mit gerade ei nmal 2000 Fä llen im Ja hr in Nieder- sach sen. De r Beda rf ist weit höher.

Wa s is t gege n eine Au fs to ck un g auf 85 0 Eu ro – u nt er be stimm te n Vorau ss et zu n-

ge n–e in zuwe nden?

Die Zuschussrente macht d ie Rentenver- sicher ung f ür Ve rsicherte u natt ra ktiv, wenn die Rentenanwa rt scha ften knapp oberha lb von 850 Eu ro liegen.

dpa
dpa

Andrea Nahl es, SP D-G eneralse kre- tärin, hält einen Mind es tl ohn für unverzicht bar, um Alters ar mut zu verhindern

Andrea Nahl es, SP D-G eneralse kre- tärin, hält einen Mind es tl ohn für unverzicht

Wa ru m d as de nn?

Die Br uttorente mü sste 948,66 Eu ro be- tragen, um Netto au f 850 Eu ro zu kom- men. Mit anderen Worten: Ei n Du rch- schn ittsverd iener mu ss 34,53 Ja hre Bei- träge za hlen, um diesen Betrag zu er rei- chen. Das ist happig.

Ei n Be dingu ng fü r di e Zu sc hu ssren te is t di e P rivat vo rs or ge . Was stör t S ie daran?

Die Rente à la von der Leyen ist ei ne dop- pelte Mogelpacku ng: Sie kommt nu r für wenige in Frage und leitet ei ne Kombi-

Rente au s nied riger Basi srente plus pri- vate r Zu satz rente ei n. Die solida rischen Sozial systeme werden geschwächt, die pr ivate Zu satz vor sorge gest ärkt. Ich ha l- te das fü r sehr gefä hrlich.

Wi e w ollen Si e A rmutsr en te n ver hin- de rn?

Ma n da rf die Probleme nicht im Nach hi- nein lösen, sonst wi rd es sehr teuer für den Steuer za hler. Gute Renten er wach- sen au s guten Löhnen. Wenn ma n ei n Le- ben la ng im Nied rigloh nbereich fe stklebt und keine Au fstiegscha ncen hat, wi rd ma n am Ende nu r ei ne Ar mutsrente be- kommen. Das da rf nicht sein. We r sich weiger t, ei nen gesetzl ichen Mi ndestlohn ei nz ufüh ren, und hi nterher bei der Rente repa rieren wi ll, der spri ng t zu kurz.

Di e SP D pl an t eine Sockelren te . Wa s hat man si ch darun te r vor zu stellen?

Die Gr undide e basier t au f der Höherbe- wert ung von Ki ndererziehungszeiten

und A rbeitslosigkeit. Außerdem wollen

wi r d ie Ve rsicheru ngen ve rpflichten,

auch Be zieher n einer Er werbsm inde-

ru ngsrente ei ne pr ivate A lter svor sorge

an zubieten. De rzeit weiger n sie sich.

Wa s ko st et Ih r Mode ll?

In un serem Steuerkonzept stel len wir

ei ne du rchgerechnete G egen finan zie-

ru ng vor. In den nächsten 20 Ja hren wü r-

de es anwach send ru nd 3,5 Mill ia rden

Eu ro kosten. Ei nsch ließlich der Er werbs-

mi nder ungsrente kommt ma n au f zi rka

fü nf Mill ia rden Eu ro.

Ha t di e SP D ihr en Fr ie de n mi t de r Re nt e 67 gem ach t?

Wi r haben beschlossen, 2014 die Arbeit s-

ma rk tlage fü r Ältere zu über pr üfen und

zu sehen, ob der Ei nstieg in die Rente mit

67 ve rt ag t werden mu ss. Da wi r ab 2013 wohl regieren, wi rd das al so konk ret.

In te rv iew : Gab i St ief

NR. 214 · DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2011

Blick in die Zeit

HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

3

Leiser Abschied von den Liberalen

In der CDU hat, zunächst in den Hinterzimmern, eine neue Debatte über künftige Partner begonnen: Gibt es ein Leben ohne FDP?

VON M AT THI AS K OCH

I n Magdeburg regier t der wohl unbe- ka nnte ste M in ister präsident Deutsch-

la nd s, der 57-jäh rige Reiner Haseloff. Dass so wenige Menschen au ßerhalb Sach sen-An ha lts je von ih m gehör t ha- ben, hat er selbst so gewä hlt. De r Ch rist- demokrat, hohe Stir n, Br il le, dü nne graue Haare, ist nicht der Typ, der den großen Au ft ritt sucht. Er geht morgens zu r Ar- beit wie andere Leute auch, nu r dass ihn der Weg eben in die Staatska nz lei fü hr t, nicht mehr wie fr üher in s Arbeitsa mt Wittenberg, dessen Di rek tor er ja hrelang wa r. Er gehör t zu den wenigen Pol itiker n, die gut da mit leben können, nicht dau- er nd in Inte rv iews st at tz ufinden. Umso mehr ließ am Montag au fhorchen, wa s Re iner Ha se loff ei ne m „Welt“-Jou r- na listen in den Block di ktierte: Haseloff glaubt, kurz gesagt, nicht mehr an ei ne ge- me in sa me Zu ku nf t von Un ion und FDP. „Große Kr isen“, sagt Hase loff, „sind die Zeit fü r Große Koalitionen.“ Diese alte Weisheit habe sich bewäh rt. In Sach- sen-An ha lt arbeiteten CDU und SPD gut zusam men. „Das ka nn kü nf tig auch wie- der ei n Modell fü r den Bu nd werden“ – zu ma l die globale Fi na nzkrise andauern werde. Ist das nu r ei n unbeacht licher Zw i- schenr uf au s der Prov in z? Oder steckt mehr da hi nter? In Berl in arbeitet Hase- loff auch in den Fü hr ungsgrem ien der CDU mit. Seit Apri l 2011 ag iert er al s MP mit den übrigen Länderreg ieru ngschefs au f Augen höhe, im CDU-Bu ndesvor st and sitz t Haseloff schon seit 2008. Und mit seiner Bu ndesvor sitzenden Angela Me r- kel verbindet ih n, dass er wie sie zu DDR- Zeiten an der Hu mboldt-Universit ät in Ost-Berl in Physik st ud iert hat. Dem nüchte rnen Rechner Haseloff je- de nfal ls ist offenba r au fgefal len, dass die schwarz-gelbe Gleichung nicht mehr au f- geht. Bei der Bu ndestagswa hl 2009 ve r- ha lfen ungewöhnl ich st arke Libera le ei- ner Un ion, die mittelmä ßig abschn itt, zu ei ner in sgesamt an sehnl ichen Koalition s- mehrheit. Doch die Wiederholu ng dieses Phänome ns er scheint nach al lem, was seit her geschah, ausgeschlossen. Zwar ka nn die Un ion da rauf hoffen, viele Leih- stim men z ur ückz ubekomme n, die 2009 an die Libera len gega ngen wa ren. Hase- loff traut seiner Pa rtei soga r ei n Potenzi- al von 40 plus X zu. Doch was hi lft das al- le s, wenn ei ner au f diese Ar t relativ ge- st ärkten CDU am Ende kein Koalition s- pa rt ner zu r Ve rf üg ung steht – weil die Libera len in ei nem scheinba r unau fhalt- sa men Erosionsprozess zerbrösel n? Da nn mu ss die Un ion, viel leicht au f Ja hr zehnte hi naus, zusehen, wie die zweitstä rk ste Pa rtei, die SPD, mit der drittstä rk sten Kraf t, den Gr ünen, koalier t.

mit der drittstä rk sten Kraf t, den Gr ünen, koalier t. Wie schnel l die

Wie schnel l die Gewichte au f diese Art ve rschoben werden können, haben die Wä hler soeben bei den Kommunalwa h- len in Nieder sach sen vorgefü hr t. Die FDP st ür zte am Sonntag ab au f 3,4 Prozent – das entspr icht ei ner H albier ung gegen- über den vor igen Kommunalwa hlen. Die CDU (37,0) lieg t zwar al s st ärkste Kraft vor der SPD (34,9). Doch die Sozialdemo- kraten könnten jetz t, wä re es um La nd- tagswa hlen gega ngen, schon ma l zu r er s- ten rot-gr ünen Koalition sverha nd lu ng ei nlade n. Die g roß gewordenen Grü nen (14,3) machen es mögl ich.

Die Union isten indessen mü ssen jetz t, in Ha nnover wie in Berl in, ei ne neue Er- kenntn is sacken lassen: Auch wenn sich die CDU in Wa hlen ei nigermaßen be- hauptet, ka nn es sein, dass sie beim Re- gieren ei nfach nicht mehr zu m Zuge kommt. Genau diese Angst plag t derzeit den nieder säch sischen M in ister präsidenten David Mc Al lister. We r ih n dieser Tage au f die nächste La ndtagswa hl an spricht, bekommt den schmallippigen Hi nweis, die Wa hl sei ja „noch la nge hi n“. Den 40 -jäh rigen Ju risten und Fa mi li-

envate r au s Bad Bederkesa hat ma n in Ha nnover schon ma l fröh licher erlebt. Ei- gent lich hat Mc Al lister, bu ndespolitisch betrachtet, gute Kar ten. Anders al s viele andere in der Un ion hat er schon vor Fu- ku sh ima fü r ei ne Ku rskorrek tu r in der Atompoliti k geworben. Und seit der Ab- wa hl von Stefan Mappus in St uttgar t ist Mc Al lister soga r der ei nz ige verbliebene Ju ngst ar in der Riege der CDU-M in ister- präsidenten. Doch Um fragen, die seiner schwarz-gelben Koalition in Nieder sach- sen ei ne Mehrheit vorhersagen, gibt es schon la nge nicht mehr. Stat tdessen er-

lebt Nieder sach sens CDU jetz t den Nie- dergang i hres Pa rt ners FDP besonders schmer zvol l. Im Ma i dieses Ja hres freute sich Mc Al- lister noch über den Au fstieg seines Du z- freu nd s Ph ilipp Rösler zu m FDP-Bu n- desvor sitzenden. Beide wa ren, noch zu Zeiten des M in ister präsidenten Ch ristian Wu lf f, Frak tion schefs im nieder säch si- schen La ndtag und hatten augenz wi n- kernd so ma nches Di ng gedreht, al les im Interesse eines gedeihlichen schwarz-gel- ben Miteinanders au f La ndesebene. Jetzt al le rd ings mü ssen beide reg istr ieren,

S C HW A R Z O H N E G E L B : C D U-P O L I T IKE R A U F D E R S U C H E N A C H N E U E N KO A L I T I O NEN

R A U F D E R S U C H E N A C H

Aussteigen und umsteigen

Angela Merkel hat mit dem Atomau s- stiegsgesetz die größte Hü rde für Schwa rz-Grü n au s dem Weg geräumt. Nach Koalitionen mit SPD (2005) und FDP (2009) wä re Schwa rz-Grü n 2013 fü r sie die viel leicht ei nz ige noch chan- cenreiche Option zu m Machte rhalt.

ei nz ige noch chan- cenreiche Option zu m Machte rhalt. Gorleben im Blick Minister präsident

Gorleben im Blick

Minister präsident Dav id Mc Al lister st reck t die Fü hler in Richtu ng Gr üne au s. Da zu mu ss er ei ne Ei nba hn st raße Richtu ng Gorleben verh indern. Helfen könnte ih m ei n neuer Endlagerkon- sens, zu dem Bu ndesumwelt minister Norber t Röttgen beit ragen mü sste.

dpa (4), rtr
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Mindestlöhne per Gesetz

Schwarz-Grün-Vordenker

Bescheidenes Ziel in Kiel

Sozial minister in Ur sula von der Leyen könnte gut oh ne Libera le leben. Die

Norber t Röttgen, wie von der Leyen stel lver tretender CDU-Bundesvor sit- zender, gi lt inte rn seit Langem al s Vor- denker ei nes schwarz-g rü nen Bü nd- nisses. Neben Umweltthemen hat der Umwelt minister dabei auch et hische Fragen wie die Gentechn ik im Auge.

Jost de Jager tr itt im Ma i 2012 als Spit- zenkandidat der skanda lgeschüttelten CDU in Sch lesw ig-Holstein an. Dort wi rd die CDU hi nter der SPD und die FDP unter fü nf Prozent gesehen. De Ja- ger könnte hoffen, in ei ner Großen Ko- alition Wi rtscha ftsm in ister zu werden.

 

FDP mä kelt of t an ih r heru m, ma l geht

es

um s Er ziehungsgeld, ma l um Ha rtz

IV

oder Ma ßnah men gegen Ki nder por-

nografie. Von der Leyen liebäugelt auch mit gesetzl ichen Mi ndestlöh nen.

dass dies Ve rgangenheit ist. Sch lim mer noch: Das jü ngste FDP-De saster bei den Kommunalwa hlen vom Sonntag depr i- mier t die Libera len in Rösler s nieder- säch sischem La ndesve rband natu rgemäß soga r doppelt: Wo, fragen sich viele, bleibt der Rösler-Effek t? De r Ma nn ist doch, mit seiner netten Frau Wiebke und den Zw illingen, pe rsön lich so sy mpat hisch Doch ei ne Pa rtei, die in die Mü hle um- wä lzender pol itischer Neuor ientieru ngen geraten ist, wi rd gnade nlos zerk rü melt. Bei den Wa hlen zu m Rat in Ha nnover zu m Beispiel bl ieb die FDP am Sonntag hi nter der sk urri len „P iratenpa rtei“ zu- rück. Schon ei ne Woche zuvor, bei den La ndtagswa hlen in Me ck lenburg-Vor- pommer n, wa ren die Libera len mit ih ren 2,7 Prozent nu r al s sechstst ärkste Kraft vom Plat z gega ngen – hi nter SPD, CDU, Li nken, Gr ünen und der NPD. Anders als die fü nf er stgena nnten sitz t die FDP nicht mehr im Schweri ner La ndtag. Die nächste Blamage steht am kom- menden Sonntag an, bei den Abgeordne- tenhauswa hlen in Berl in – dor t hat laut Forschungsgr uppe Wa hlen die Piraten- pa rtei er st ma ls seit ih rer Gr ündu ng vor fü nf Ja hren die Cha nce, in ei n La ndes- pa rlament ein zu ziehen – wäh rend den Libera len nu r ru nd drei Prozent zuge- traut we rden. Wa nn je wu rde ei ne im Bu nd mitreg ierende Pa rtei zeitgleich du rch Wa hlergebn isse in den Lä ndern dera rtig abgest ra ft, vorgefü hr t und lä- cherlich gemacht? Das Ru moren in der FDP-Bu ndestagsfrak tion, in der viele lie- ber heute al s morgen au ssteigen wü rden au s der Koalition mit Angela Merkels CDU, wi rd nu r gedä mpft du rch den ma- ter iellen Selbsterha lt ungstr ieb der ei n- zelnen Abgeordneten: Kä me es dem- nächst zu vorgezogenen Neuwah len, wä re nicht sicher, ob es wieder ei ne FDP-Frak- tion im Bu ndestag gäbe. Wenn ja, wä ren zwei Dr it tel der jetz igen FDP-Abgeord- neten ih r Ma ndat los. Nichts anderes als das st um me Entset zen über die Was- wä re -wen n-Problemati k hä lt derzeit Schwa rze und Gelbe in Berl in zusam- men. Der Ka nzleri n, da ist sie ga nz Macht- mechaniker in, genügt das bis au f Weite- res. Sie weiß: Ei ne vor zeitige Au flösung der Koalition läge nicht im Interesse der FDP-Bu ndestagsfrak tion. Merkel weiß aber auch: In der Bu ndespa rtei der Libe- ra len könnten bis zu m Wi nter schwer steu- erba re Entw icklungen in Ga ng kommen. Die Eu ro -Skeptiker in der FDP rüsten zu in nerpar teilichen Machtproben, mögl i- cher weise wi rd da mit die fü r Dezember geplante Absti mmung im Bu ndestag über den „Eu ropäischen Stabilitätsmechan is- mus“ (ESM) infrage gestel lt. Im Ka nz le ra mt und in der CDU/CSU- Frak tion sf üh ru ng ist ma n es leid, dass zu den eu ropä ischen Kr isen wegen der flat- te rhaf t gewordenen Libera len mögl icher- weise noch ei ne Koalition sk rise in Berl in hi nz ut reten könnte. Au ffällig scha rf wies der Parla mentar ische G eschäf tsfü hrer der Un ionsfrak tion, Pete r Altmaier, am Montag morgen in ei nem AR D-Inte rv iew Rösler zu recht, oh ne ih n na ment lich zu nennen. Altmaier betonte, es sei proble- matisch, wenn zu m Beispiel der Ve rbleib Gr iechen la nd s in der Eu ro -Zone „auf Mi- ni sterebene“ infrage gestel lt we rde. Merkel selbst wü rde, das kennt man von ih r, sich so nicht äu ßern. Sie verhar rt lieber in sphi nxhaf tem Schweigen. Und wenn sie Rösler tr iff t, ist sie nett zu ihm und lässt sich von ih m die jü ng sten Fotos von den Zw illingen au f dem iPhone zei- gen. Doch der FDP- Chef da rf nicht über- rascht sein, wenn es ei nes Tages Merkel ist, die ih n und seine Libera len politisch am Kragen pack t und die Koalition in- frage stel lt. Ei ne Große Koalition könnte sich, genau wie Haseloff es sagt, wegen der Fi na nzkrise in der Eu ro -Zone erge- ben. Und au f la nge Sicht da rf die sieche FDP es der Un ion nicht verübeln, wenn sie bei den Gr ünen da fü r wi rbt, nach der nächsten Bu ndestagswa hl ei n schwarz- gr ünes Bü nd nis ei ner rot-rot-gr ünen Ko- alition vor zu ziehen.

Stasi-Aufarbeitung – aber bitte ohne Stasi-Spitzel

Die Koalition plant eine Novelle des Stasi-Unterlagen-Gesetzes, damit mehr als 40 frühere Geheimdienstleute versetzt werden können

VON R EI NH ARD Z WE IG LER UND A RM IN G OE RTZ

Berlin /Leipzig. Die Zyn iker sprechen davon, dass ma n ja hrelang versucht habe, den Teufel mit dem Beel zebub auszutrei- ben. Sa nf tmütigere Zeitgenossen verwei- sen da rauf, dass jeder Mensch ei ne zweite Cha nce verd iene. Und die ei nstigen DDR- Bü rger rechtler stel len nüchtern fest: Es ist ei n Di ng der Un mögl ichkeit, dass ausge- rech net in der Stasi-Ak ten-Behörde mehr als 40 ehema lige Mita rbeiter aus dem ei ns- tigen Miel ke -Apparat in Lohn und Brot stehen. „So ei ne Ei nrichtu ng muss das un- eingesch rä nk te Vertrauen der Opfer des SED-Regi me s genießen“, sagt Uwe Schwa- be, Chef des Arch ivs Bü rgerbeweg ung in Leipzig. „Sie dü rfen dor t keinesfa lls auf ehema lige Täter stoßen.“ Der Streit um personel le Altlasten wä hr t bereits 18 Ja hre, doch er st im ver- ga ngenen Mä rz ist Bewegu ng in die Sache gekommen. Da ma ls trat mit Rola nd Ja hn ei n ei nstiges Geheimdienstopfer an die Spitze der Behörde. Ja hn sucht schon la n- ge nach ei ner Mögl ichkeit, um ehema lige of fi ziel le oder in formel le Stasi-Mita rbei- ter an andere, weniger sensible Bu ndes- ei nrichtu ngen abzustoßen – und erhä lt nu n Schützenh ilfe aus dem Bu ndestag. Bei der demnächst anstehenden Ü bera rbei- tu ng des Stasi-A kten-G esetzes w il l d ie schwarz-gelbe Koalition ei ne Klausel du rchsetzen, die in der Behörde ei ne Tä- tigkeit von ehema ligen M itarbeiter n der Geheimpoli zei aussch ließt oder doch zu-

mi ndest er schwer t. „Ich bi n skeptisch, dass das fu nk tion ie rt“, me rkt Uwe Schwa- be an, „aber selbst verstä nd lich werden wi r Bü rger rechtler Rola nd Ja hn bei dieser Au fgabe unterstützen.“ Joachi m Gauck habe als er ster Bu ndesbeau ftragter in die- sem Pun kt ei ne schwache Rolle gespielt und Nach folger in Ma rian ne Bi rthler die Leute da nn über nommen. Die schwarz-gelbe Koalition wi ll das Stasi-Unterlagen-G esetz jetzt so ändern, dass die f rü heren Stasi-Mita rbeiter, die zu rzeit beim Bu ndesbeau ftragten fü r die Stasi-Unterlagen (BStU) in Berl in zu meist im Wachdienst bz w. Empfang tätig si nd, in andere Bu ndesbehörden versetzt werden können. Schon bei seinem Amtsantr itt hatte Ja hn vehement da rauf gedr ungen, dass zu mi ndest d ie ehema ligen hauptamt- lichen Mita rbeiter des Miel ke -M in ister i- ums die Ausk unf tsbehörde verlassen. Ih re Anstel lu ng sei „ein Schlag ins Gesicht der Opfer“, meinte der fr ühere Jenaer Bü rger- rechtler. Ja hn, der 1983 zwangsweise in die Bu n- desrepublik abgeschoben worden wa r und dor t als Jour na list arbeitete, hä lt die Ver- setzung der ei nstigen Spitzel fü r ei ne Vo- raussetzung dafü r, dass sich die Opfer mit den ei nstigen Tätern versöh nen könnten. Al lerd ings ist es a rbeitsrechtl ich äußer st schwierig, die seit mehr als 20 Ja hren be- schäftig ten Mita rbeiter loszuwerden. Ver- suche, sie zu ei nem freiwi ll igen Wechsel in andere Bu ndesminister ien zu bewegen, si nd gescheiter t. Nach Angaben des ku ltur politischen

Sprecher s der FDP-Frak tion, Rei ner Deutsch ma nn, soll aus diesem Gr und nun das Stasi-Unterlagen-G esetz novel liert werden. In der Neufassung werde stehen, „dass jema nd, der of fi ziel l oder inof fi ziell fü r die Stasi gearbeitet hat, nicht in der Behörde tätig sein da rf“. Dieser Gr und- satz könne auch rück wi rkend wi rksam werden, sagte der Ka menzer FDP-Bu n- destagsabgeord nete in ei nem I nter view mit der „M itteldeutschen Zeitung“. Dabei stützt sich die Koalition au f ei n Rechts- gutachten des Berliner Ju risten Joha nnes Weberl ing. Der wa r zu dem Sch luss ge-

kommen, dass den Beschäftig ten nach 20 Ja hren Tätigkeit in der Stasi-Unterlagen- Behörde zwar nicht mehr gekü nd ig t wer- den dü rfe, ei ne Versetzu ng dagegen aber mögl ich sei. Mit diesen Plänen stößt die schwarz- gelbe Mehrheit im federf üh renden Ku l- tu rausschuss des Bundestages al lerd ings au f scha rfe Kr itik aus den Reihen der Op- position, aber auch der Pol izeigewerk- schaft sowie aus dem eigenen Beirat des BStU. Es dü rfe kein Sondergesetz geben, dass ei ne rechtswidrige Prax is legiti mier t, wa rnte die stel lver tretende Vorsitzende

is legiti mier t, wa rnte die stel lver tretende Vorsitzende Die St asi-Behörde ist kein

Die St asi-Behörde ist kein Or t für Täter, meint ihr Chef Roland Jahn.

dpa

der SPD-Bundestagsf ra ktion, Ch ristina La mbrecht. Fü r die Li nke sprach Luc Jo- ch imsen ga r von ei ner „Lex Ja hn“ und ei- nem letzten Mittel, „u m popu listisch zu pu nk ten“. Fü r BStU-Chef Ja hn solle „eine gesichtswa hrende Lösung“ gefu nden wer- den, hieß es, weil er anders die ehema ligen Stasi-Leute nicht loswerden wü rde. Und der Grü nen-Bu ndestagsabgeordnete u nd Ju rist Wolfga ng Wieland erklär te: „Man ka nn ei n Beschäftig ungsverhältn is nicht rück wi rkend au flösen. Das ist Un si nn.“ Kr itik wi rd auch von der Pol izeigewerk- schaft, die die betroffenen Mita rbeiter vertritt, sowie dem BStU-Beirat geübt. Ei ne Versetzu ng im öffentlichen Dienst oh ne die Ei nw illigu ng des Betroffenen sei nu r mögl ich, wenn die Arbeit oder das Kl ima in der Behörde gefä hrdet seien. Die Gewerkschaft ließ verlauten, sollte das Gesetz tatsächl ich besch lossen werden, wolle ma n dagegen vor dem Arbeitsge- richt klagen und notfa lls bis nach Karls- ru he gehen. Rainer Eckert, Di rek tor des Zeitge- schichtl ichen Foru ms in Leipzig, sieht in der G esetzesä nder ung den noch „d ie beste Lösung – vorausgesetzt, ma n ka nn die Um setz ung a rbeitsrechtl ich durch setzen“. Beim Au fbau der Ei nrichtu ng habe es ei- nen breiten Konsens da rüber gegeben, dass ma n ei nige fr ühere Geheimdienst- mita rbeiter au fg ru nd ih rer Erfa hr ung für die Erschl ießu ng der Arch ive benötigen wü rde. Jene Personen, so Eckert, seien aber in zw ischen au sgesch ie de n. „Wah r- scheinlich stel len die verbliebenen Pför t-

ner und Hausmeister keine Gefa hr fü r die Au fa rbeitu ng da r, aber ei ne Behörde mit diesem Anspruch sollte keine Stasi-Mita r- beiter beschä ftigen.“ Tatsächl ich hatten DDR-Bü rger recht- ler, die fü r die Berl iner Gauck-Behörde ar- beiteten, schon 1993 er stma ls in ei nem Br ief an ih ren Chef wegen der Kollegen mit zwei felhaf ter Vergangenheit protes- tier t. 2007 fa nden ex terne Gutachter he- raus, wa ru m vor al lem im Wachschutz der Behörde so viele Stasi-Leute unterkamen:

In der An fa ngszeit, so die Experten, „re- kr utierten zwei fr ühere höher rang ige MfS-Personenschützer ehemalige Kolle- gen des Haussicher ungsdien stes“. In Leipzig übrigens gab es solche Pro- bleme nie. Die dor tige Au ßenstel le der Ak- tenbehörde entsta nd unter den Argusau- gen ei nes bis heute ak tiven Bü rgerkomi- tees, das die Unterlagen bereits An fa ng Dezember 1989 – sechs Wochen vor der Besetzung der Miel ke -Zentrale in Berl in – unte r Kont rolle ge nommen hatte. „Wir ha- ben uns vehement dagegen gewehr t, hier irgendwelche offi ziel len oder i noffi ziel len Mita rbeiter der Stasi zu beschäf tigen“, sagt Tobias Holl itzer vom Bü rgerkomitee. Und wä hrend der Zentra le Ru nde Tisch in Berl in 1990 der West-Spionageabteilung des DDR-G ehei md ienstes ver ständn isvoll zubi ll ig te, ih re Ak ten zu schreddern, lehn- ten die Revolutionäre in Leipzig dieses Ansi nnen ab. Holl itzer ist noch heute stolz da rauf: „Nur hier gela ng es deshalb, den größten Teil dieser Unterlagen vor dem Reißwolf zu retten.“

4 HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

Niedersachsen

DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2011 · NR. 214

Im Land der Denkzettel

Viele Verluste und Gewinne bei dieser Kommunalwahl lassen sich mit lokalen Vorkommnissen erklären / CDU und SPD verlieren in Hochburgen

Von K la us Wal lb aum

Han nover. Fr ustr iert wi rk te Umwelt- minister Ha ns-Hei nrich Sa nder, al s er am Montag morgen das nieder schmet- te rnde Ergebn is seiner FDP vor den Jour- na listen erklären sollte. Dass der Au s- ga ng ei ner Kommunalwa hl im me r zuer st

au f loka le Ereign isse zu rück zu fü hren sei, stim me hier wohl nicht, betonte Sa n- der: „Uns haben die Leute an den Info- st änden überal l er zä hlt, ma n wolle uns derzeit nicht wegen un serer Bu ndespoli- ti k.“ Diese Kommunalwa hl sei al so für die FDP ga nz sicher von über regionalen Erwäg ungen geprägt

gewesen. Fü r die FDP mag das z ut ref fen, aber das Wa hl resu ltat zeig t au f jede n Fa ll loka le Besonderhei- ten – und zwar nicht nu r dor t, wo gleich- zeitig neue La nd räte und Bürgermeister gewä hlt wu rden. Die CDU et wa hat ih re größten Ve rluste in Lüchow-Da nnenberg (m inus 11,4 Prozent), wo die über raschen- de Kehr twende der CDU in der Atompo- liti k die Pa rteian- hä nger tief ve ru nsi- cher t hat. Auch in Wolfsburg (m inus 8,2 Prozent), in Holzmi n- den (m inus 7,9) und in Wolfenbüttel (m i- nu s 7,4) schneidet die CDU schlecht ab. Überal l hat te es in den z ur ückl iegenden Monaten inte rnen St reit gegeben – von der Wol fsbu rger Stadtwerke -A ffäre über die umkämpf te Kran kenhau spla- nu ng in Holzmi nden bis zu m St reit über Gesa mtschu lplä ne in Wolfenbüttel. Im Kreis Holzmi nden hatten CDU und FDP in den verga ngenen fü nf Ja hren ein Bü nd nis im Kreist ag gehabt – und dies st and u nter keinem guten Ster n. Im me r wieder gab es K rach, et wa um die Pr ivati- sier ung der Abfa ll- wi rt scha ft, d ie per Volk sabsti mmung gestoppt wu rde. Auch at mosphä risch rieben sich die Ch rist- an den F reidemok raten, und das in ei nem Kreis, der mit dem FDP-Ma nn Sa nder

Sieger ty p: Klaus Mohr s, neuer OB in Wolf sburg.

und Uwe Schüne- ma nn (CDU ) zwei La ndesminister in Ha nnover stel lt. Kü nf tig ist Schwa rz- Gelb in dieser Region be endet, jetz t do- minier t hier die SPD. Auch in der Stadt Oldenbu rg und im Kreis Göttingen hat die CDU kräf tig Fe- dern lassen mü ssen, und in ei nstigen Hochbu rgen wie dem Eich sfeld haben sich Wä hler ve rein ig ungen breitgemacht. Relativ geri ng si nd die CDU-Ve rluste aber in SPD-Hochbu rgen, in denen zu- meist ag ile CDU-La nd rats- oder -OB- Ka nd idaten die loka len Pa rteiorga nisa- tionen mitgezogen haben. Dies ist et wa in Emden, Wi lhel mshaven, Gosla r und Ha- meln-P yr mont der Fa ll. Äh nl ich sieht die Situation bei den So- zialdemokraten au s: Die größten Ve rluste hat die Pa rtei in Or ten, in denen die bis- herigen SPD -Oberbürgermeister mit Sachentscheidu ngen au f heftigen Wider- st and stoßen. Das gi lt fü r Delmen hor st (m inus 9,6 Prozent), wo die Stadtver wa l- tu ng ve rsagt, weil sie die Gr undwasser- st röme in Teilen der Stadt nicht regeln ka nn. Oder auch fü r Wi lhel mshaven (m i- nu s 5,8 Prozent), wo ei ne latente Un zu- fr iedenheit herr scht, und fü r die Stadt Osnabr ück, in der sich OB und Kaufleute über ei n neues Ei nkau fszent ru m st reiten. Auch in Gosla r, wo de r fr ühere SPD- OB abgewä hlt worden wa r, si nd die SPD- Ve rluste übermä ßig. Umgekehr t legt die SPD in bisher igen CDU-Hochbu rgen zu, so in Wolfsburg, Ve chta, Sa lzgitter und in der Grafscha ft Bent heim. Viele gute Er- gebn isse verzeich net die SPD im Pa rtei- bezi rk Brau nschweig. Das könnte den Bezi rk schef Hubert us Heil, dem la ndes- politische Ambitionen nachgesagt wer- den, zu ei ner ak tiveren Rolle in Ha nnover er mu nter n. Im Kreis Helm stedt und in der Stadt Wolfsburg haben die Sozialde- mokraten die Ve rwaltu ngschefposten zu- rückerober t. Da mit fü hlt sich die Pa rtei nicht nu r in Süd-, sonder n auch in Ost- Nieder sach sen enor m gest ärkt. Generel l haben die Pa rteien mitu nter auch Probleme in ih ren Hochbu rgen, wie das Beispiel Cloppenburg zeigt. Wegen der Stä rke der Wä hlergemein scha ft droht die CDU-Meh rheit im Rat zu kippen, und in der Gemeinde Em stek ist die SPD so st ark, dass sie An spruch au f vier Ma nda- te hätte – aber nu r zwei Bewerber au fge- stel lt hat. Die CDU in Südoldenbu rg und die SPD in Ostf riesla nd – fr üher wa ren sichere Mehrheiten ga ra ntiert, heute brö- ckelt dieses Bi ld teilweise. Dennoch hat die Wa hl fü r CDU und SPD neue Hoff nu ngst räger hervorge- bracht. Bei der SPD si nd dies der neue Wolfsburger OB Klau s Mohr s und der kü nf tige Göttinger Landrat Bern ha rd Reuter, bei der CDU der Bu rg wedeler Bü rger meister Hend ri k Hoppen stedt und der Diepholzer La nd rat Cord Bock hop. Sie könnten irgendwan n auch ma l in Ha nnover gebraucht werden.

irgendwan n auch ma l in Ha nnover gebraucht werden. Ent täuscht: Hans- Heinrich Sander vo

Ent täuscht: Hans- Heinrich Sander vo n der FD P.

werden. Ent täuscht: Hans- Heinrich Sander vo n der FD P. Hof fnungsträger: Hendrik Hoppen- stedt

Hof fnungsträger:

Hendrik Hoppen- stedt von der CDU.

FD P. Hof fnungsträger: Hendrik Hoppen- stedt von der CDU. Reformer: Bern- hard Reuter, L and-

Reformer: Bern- hard Reuter, L and- rat in Göttingen.

CDU. Reformer: Bern- hard Reuter, L and- rat in Göttingen. Ergebnisse der Kreiswahlen Landkreis Friesland SPD
Ergebnisse der Kreiswahlen Landkreis Friesland SPD 38,2% (–2,7) Landkreis Cuxhaven CDU 39,7% (–6,5) In Klammern
Ergebnisse der Kreiswahlen
Landkreis Friesland
SPD 38,2% (–2,7)
Landkreis Cuxhaven
CDU 39,7% (–6,5)
In Klammern die Ve ränderung
zur Kommunalwahl 2006
Landkreis Wittmund
CDU 41,8% (–2,5)
Stadt Wilhelmshaven
CDU 33,4% (+1,1)
Landkreis Stade
CDU 37,4% (–5,4)
Landkreis Aurich
SPD 45,2% (–1,9)
Landkreis Wesermarsch
SPD 37,8% (–4,6)
Landkreis Rotenburg/W.
CDU 43,2% (–5,1)
Stadt Emden
SPD 51,4% (–2,7)
Landkreis Harburg
CDU 38,0% (–4,8)
Landkreis Lüneburg
SPD 34,9% (–1,1)
Landkreis Leer
SPD 39,6% (–4,6)
Landkreis Ammerland
CDU 35,9% (–2,4)
Landkreis Osterholz
SPD 38,1% (–5,2)
Stadt Oldenburg
SPD 33,9% (+1,2)
Stadt Delmenhorst
SPD 33,3% (–9,6)
Heidekreis
CDU 37,0% (–6,9)
Landkreis
Lüchow-Dannenberg
CDU 30,6% (–11,4)
Landkreis Oldenburg
SPD 33,8% (–4,3)
Landkreis Ve rden
SPD 37,2% (–2,0)
Landkreis Uelzen
CDU 39,7% (–4,7)
Landkreis Cloppenburg
CDU 64,8% (–3,1)
Landkreis Emsland
CDU 63,0% (–4,0)
Landkreis Diepholz
CDU 37,8% (–5,1)
Landkreis Celle
CDU 41,1% (–3,9)
Landkreis Ve chta
CDU 64,2% (–5,5)
Landkreis Nienburg (Weser)
CDU 41,4% (–4,4)
Landkreis Gifhorn
CDU 41,2% (–4,0)
Stadt Wolfsburg
SPD 37,7% (+4,9)
Grafschaft Bentheim
CDU 47,2% (–1,7)
Landkreis Osnabrück
CDU 43,7% (–5,8)
Region Hannover
Hannover
SPD 36,4% (–3,3)
Landkreis Schaumburg
SPD 43,1% (–3,0)
Landkreis Peine
SPD 46,7% (–1,9)
Stadt Osnabrück
CDU 35,1% (–3,3)
Landkreis Helmstedt
SPD 41,9% (+0,1)
Landkreis Hildesheim
SPD 39,6% (–2,8)
Landkreis Wolfenbüttel
SPD 40,9% (+1,2)
Landkreis Hameln-Pyrmont
SPD 37,3% (–0,3)
Stimmenanteil
der Grünen
Landkreis Goslar
SPD 39,6% (–4,7)
Stadt Braunschweig
CDU 38,2% (–6,3)
Landkreis Holzminden
SPD 41,8% (–1,7)
Stadt Salzgitter
SPD 44,5% (+2,8)
Landkreis Northeim
SPD 42,9% (–2,7)
Landkreis Osterode am Harz
SPD 45,4% (–2,2)
Hannover
Landkreis Göttingen
SPD 35,8% (–2,6)
Unter 12,0 Prozent
12,0 bis unter 14,0 Prozent
14,0 bis unter 16,0 Prozent
16,0 Prozent und mehr
Der Trend
ist ein Grüner
„Niemand wird jetzt
das Schloss abreißen“
Funke feiert
doppelten
Wahlsieg

Von K arl D oe le Ke

ben. In den Städten Oldenburg, Lü ne- bu rg und Osnabr ück haben sie sogar

deut lich die 20 -P rozent-M arke ge- knackt, in Oldenburg und Lü nebu rg beinahe die 30 -P rozent-M arke. Anja Piel, die Vorsit zende, lag am Montag nicht ga nz fa lsch, al s sie sagte:

„Wir habe n doku me nt ie rt be-

kommen, dass die Wä hler vor Or t wollen, dass wi r mitreg ie- ren.“ Da ss die Anti-Atom-Par- tei im Kreis Lüchow-Da nnen- berg mit dem Atom mü llz wi- schenlager Gorleben bei den Kreiswah len mit 12,4 Prozent den größten Stim menz uwachs verzeich nen konnte, ist dabei beinahe logisch nach der De- batte um die mögl ichen Über- schreitu ngen der Strah len- werte am Zaun des Zw ischen- lagers. Trot z des al lgemei nen gr ü- nen Stim mu ngshoch s, das die Pa rtei ga nz offe nsicht lich auch du rch die Kommunal- wa hl getragen hat, gibt es den- noch nicht ei nen gr ünen La nd- rat. Ra imund Nowak, der im Kreis Uelzen zwar al s Ei nzel- bewerber angetreten ist, aber ei n gr ünes Pa rteibuch besitz t, la ndete mit knapp 19 Prozent

hi nter den Bewerber n von CDU und SPD nu r au f Plat z drei. 14,3 Prozent bei den Kommunalwa h- len – jetz t schrauben die Gr ünen die Er- wa rt ungen fü r die La ndtagswa hl 2013 hoch. „Zeh n Prozent plus x“ gibt Piel vor. Stefan Wenzel, Frak tion svor sitzen- der im La ndtag, wa rnt CDU und SPD schon ma l: „Die Gr ünen spielen in ei ner ande ren Liga.“

Han nover. De r eigentl iche Gewi nner der Kommunalwa hl si nd die Gr ünen, auch wenn sie hi nter CDU und SPD nur die Nu mmer drei im La nd geworden si nd. Al le etablier ten Pa rteien haben verloren, die Gr ünen konnten ih r Ergebn is la ndes- weit beinahe verdoppeln. Da- rüber hi naus fä llt es schwer, ei n ei nzel nes Ergebn is bei- spielhaf t fü r den letztl ich doch über raschenden Erfolg he- rauszugrei fen. Ei ne Erkennt- nis dieser Wa hl könnte sein:

De r Trend ist ei n Gr üner, so- ga r au f kommunaler Ebene.

Es gibt klei ne und große Sie- ge, beinahe ega l, wohi n man den Bl ick wendet: Ma n könnte nach Göttingen schauen, wo die Pa rtei mit mehr al s 28 Pro- zent in den Stadtrat ei n- und nebenbei al s neue Nu mmer zwei hi nter der SPD soga r an der CDU vorbeigezogen ist. Auch in Lü nebu rg und Olden- bu rg haben die Gr ünen in zw i- schen mehr Sitze im Stadtrat al s die CDU. Selbst wenn ma n die Ergeb- nisse im tief kathol ischen und

konser vativen Westen Nieder- sach sens betrachtet, findet ma n gr üne Er folge. Die Ökopar tei st and hier noch vor nicht al lz u la nger Zeit unte r dem weit ve rbreiteten Ru f, Deutschla nd zu- rück in die Stei nzeit fü hren zu wollen. Jetz t stel lt ma n fe st, dass die Gr ünen so- ga r im Em sla nd 7, 2 Prozent er reichen und auch im Kreis Ve chta die Za hl ih rer Stim men au f 5, 2 Prozent verdoppelt ha-

die Za hl ih rer Stim men au f 5, 2 Prozent verdoppelt ha- Anja Piel

Anja Piel und Ste- fan Wenzel wollen jetz t mehr.

ha- Anja Piel und Ste- fan Wenzel wollen jetz t mehr. Bi sher gab es im

Bi sher gab es im Rat de r St ad t Brau n-

sc hw eig – mi t Ih re r St im me al s OB – eine sc hw ar z- ge lb e Me hrh ei t. Da s is t nu n an de rs , di e La ge mi t künf tig sieben

ve rs ch ie de nen

po

Gr up pe n im Rat is t unüb ersichtlic h. Be ko mmen Sie je tz t ke in e Me hrh ei te n m ehr zu sa mmen – un d dr oh t e ine Ku rs we nd e in de r St adtp ol itik?

Nein. Die wesent- lichen Entschei- du ngen si nd gefa l- len. Die Stadt

ka nn die Stadt- werke nicht zu rück kaufen, weil der Ei- gent ümer nicht verkau fen wi ll. Das Sch loss wi rd niema nd woh l er nsthaft abreißen wollen. Der Forschungs flugha- fen ist au sgebaut, und der Au sbau des Stad ions ist auch in die Wege geleitet. Dies al les wi rd wohl keine Mehrheit zu- rückdrehen können.

Mi t we m reden Si e vo r al le m?

Mit der SPD, die nach der CDU die

st ärkste Frak tion im Rat der Stadt ist. Wi r we rden versuchen, un s von Fa ll zu Fa ll au f Eckdaten

fü r die Stadt zu verstä nd igen.

lit is

chen

N a c h g e f r agt

Stadt zu verstä nd igen. lit is chen N a c h g e f r

Brauns chweigs OB Gert Hoffmann si eht sich na ch der Ko mmunalwahl nun stärker in der Vermittlerrolle gefo rd er t.

In

hat di e CD U 38 ,1

Pr oze nt er reich t.

Da s i st , ver gl ichen

mi t an dere n

nor dde ut schen Gr oßst äd te n, ei n Sp it ze nw er t. In Ha nnove r un d Gö tt in ge n b leibt

di e Un io n nu r

Brau nschwe

ig

knap p üb er de r 20 -P ro ze nt-M ar ke , in de r St ad t Olde n- burg ra ngie rt sie be i nu r 20 ,7 Pr oze nt . Si nd di e Ze it en , in de nen di e CD U eine Gr oßst adtp ar te i wa r, also vo rb ei?

Ich bi n gege n ei ne n solche n Abge sa ng. Wi r sollten die Lage ge nau analysie ren. Zu nächst er füllt es mich mit Stol z, dass die Ch ri stde mokraten in Brau nschweig so gut abge schn it ten haben. Überal l im La nd sollte die CDU nicht zu fr üh au f- geben, fü r die Großst ädte passende Ant- worten au f die Proble me zu suchen. In Brau nschweig habe n wi r das ge macht – mit ei ne r konseque nten Spar politi k, verk nüpf t mit si nnvollen Pr ivatisie ru n- ge n. Da mit habe n wi r Schulde n abbau- en und die Stadt au f ei ne n guten Weg br inge n können. Die Le hr e ka nn doch nu r sein, in de r Fi na nz politi k und bei de r Hausha lt ssan ie ru ng mutig voran- zuge he n.

Ab er sind Si e ni ch t al s OB ge sc hw äch t ohne ei ge ne Me hrh ei t im R at?

Es wi rd, denke ich, keine Koalition ge- ben. Also werden sich die Mehrheiten fü r bestim mte Projekte von Fa ll zu Fa ll bi lden. A ndere sta rke Oberbürgermeis- ter, et wa Fran k Kl ingebiel in Sa lzgitter, Boris Pistor iu s in Osnabr ück und Rolf Sch nellecke in Wolfsburg, wa ren es im- mer gewohnt, mit wech selnden Mehrhei- ten zu arbeiten. Es kommt da nn sehr auf das Geschick des Ver wa ltungschefs an, die Zu stim mu ng fü r seine Vorschläge zu sicher n. Das traue ich mi r auch zu.

In te rv iew : K lau s Wallbaum

Varel (vdB). „Das wa r ei ndeutig. Mir wi rd ga nz schw indelig.“ Der fr ühere La ndw ir tschaf tsminister Karl-Hein z Fu nke, sonst um keine kesse Bemerk ung verlegen, wusste zu nächst ga r nicht, was

er sagen sollte, als sich in der Nacht zum Montag im mer deutlicher abzeichnete, wie gut die von ih m ge-

gr ündete Wä hlerge- meinschaft „Zukunft

Va rel“ bei der Kom- mu na lwah l abge- schn itten hatte. Doch als der Trend im mer stabiler wu rde, gab es fü r Fu nke und seine Freu nde kein Ha lten mehr. Im Fr iesenhof in Va rel wu rde kräf tig gefeiert und nicht nur ei nmal au f das Come- back des fr üheren So-

Karl-Heinz Fu nke, früher SPD, ist wie- der da.

zialdemokraten ange- stoßen. 15,26 Prozent der Wä hler votier ten in Fu nkes Heimatstadt bei der Stadtratswa hl fü r die „Zukunf t Va rel“. Da mit wa r hi nter SPD (29,8 Prozent) und CDU (21,7) der dritte Platz sicher. Auch im Kreis Fr ies- la nd si nd Fu nke und seine Freu nde wei- terh in präsent. 3,6 Prozent reichten für zwei Ma ndate. „Ich habe mich im mer da ra n or ientiert, was die Bü rger in nen und Bü rger wollen“, sagte Fu nke au f die Frage nach seinem Er- folgsrezept. In der SPD sehen das lä ngst nicht al le so. Nachdem Fu nke sich seine Si lberhoch zeitsfeier vom Oldenbu rg isch- Ostf riesischen Wasser verband hatte bezu- schussen lassen und sich die Staatsanwa lt- schaft wegen Verdachts au f Betr ug ei n- scha ltete, ka m es zu m Br uch. Doch Resig- nieren wa r Fu nkes Sache noch nie.

schaft wegen Verdachts au f Betr ug ei n- scha ltete, ka m es zu m

NR. 214 · DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2011

Niedersachsen

HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

5

K u r z g e m e l d e t

Dogge beißt Kind in Kopf

Osnabrück: Ei ne Dog ge hat ei nen zwei- jä hrigen Ju ngen am Montag im La nd- kreis Osnabr ück zuer st in den Kopf und

da

nn in ei n Bein gebissen. Das Ki nd wu r-

de

nach Pol izeiangaben von ei nem Not-

arz

t versorgt und in ei n Kran kenhau s ge-

bracht. Die Dog ge hatte sich den Angaben

zu folge in Bippen zusam men mit ei ner

zweiten vom Gr undstück entfer nt. Beide Tiere seien au f den Ju ngen und seinen fü nf jä hrigen Bruder zugelaufen. Ve rmut-

lich die ältere Dog ge habe zugebissen. Die

Pol izei er mittelt nu n wegen des Ve rdachts

der fa hrlässigen Körper verlet zu ng. l ni

Drei Lastwagen angezündet

Helmstedt: Ei n Brandstifter hat in Helm-

stedt in der Nacht zu m Sonntag drei Last- wagen angezü ndet. Zu nächst hatten zwei

Lk w au f ei nem Fi rmengelände kurz nach

Mitter nacht in Flam men gestanden, teilte die Polizei am Montag mit. Sonntagmittag bran nte ei n drittes Fahrzeug au f ei nem Parkplatz in ei nem Gewerbegebiet. Den Gesamtschaden schätzen die Beamten auf

ei ne mi ndestens sechsstel lige Su mme. In jü ngster Zeit waren in der Region mehr- fach Schuppen und Autos angezü ndet wor-

den.

lni

Niedersachsen häufig krank

Hannover: Die Arbeit nehmer in Nieder-

sach sen haben im ve rgangenen Ja hr im

Du rchsch nitt 12,5 Tage kran k zu Hause

ve rbracht. Da mit lag der Kran kensta nd der Nieder sach sen nach ei ner Erhebu ng der Kran kenkasse Ba rmer GEK leicht über dem deutschen Du rchsch nitt. Bu n- desweit wa ren 2010 in sgesamt 53,5 Pro- zent al le r Erwerbstätigen m indestens ei nmal kran kgesch rieben. In Nieder sach- sen wa ren es 2,3 Prozent mehr. „Das heißt, die Nieder sach sen wa ren et was öf- te r und über ei nen lä ngeren Zeit raum kran kgesch rieben al s der Du rchsch nitts- deut sche“, teilte die G eschäf tsfü hr er in der Kran kenkasse, Du nja Kleis, mit. lni

Sturz in die Oker

Braunschweig: Ru nd sech s Mete r tief ist ei n Motorrad fa hrer nach ei nem Un fa ll in der Brau nschweiger In nenstadt am Mon-

tag in die Oker gest ür zt. Ei n 24 Ja hre al- te r Autofa hrer hatte trot z du rchgezoge- ner Li nie von der rechten Fa hr spur aus

au f der vier spurigen St raße ei ne Kehre

gemacht. Dabei habe er den lin ks neben ih m fah renden K radfah rer übersehen,

teilte die Pol izei mit. De r 45 -Jäh rige sei von dem Auto er fasst worden und auf dem Dach und der Motorhaube gela ndet. Nach et wa fü nf Mete rn ra mmte der Pk w-

Fa hrer ei n Br ückengeländer, der 45 -Jäh-

rige flog in den sech s Mete r da ru nter flie- ßenden Fluss. Er mu sste in s Kran ken- haus gebracht werden. lni

Drogenkuriere aus Alfeld führen zu Hintermännern

Al feld /A msterdam (cwo). Niederlä nd i- schen u nd deutschen Drogenfah nder n ist gester n in Am sterda m ei n Schlag gegen ei nen i nter nationalen Drogen schmug g-

le rr ing gelu ngen. Die Ba nde steht im Ve r- dacht, Rauschgi ft im We rt von mehreren

hu nderttausend Euro aus Südamer ika

nach Eu ropa tran spor tier t zu haben. Vier

Ve rdächtige wu rden am fr ühen Morgen

fe stgenomme n, da ru nter ei n 35-jä hriger Nigerianer und ei n 50 -Jäh riger au s Ga m- bia, die al s Drahtz ieher gelten. Au f die Sch liche gekommen si nd die Er mittler den Täte rn du rch zwei deutsche Drogen-

ku riere au s Al feld (Kreis Hi ldesheim).

Ei n 45 -Jäh riger flog bereits im Ja nuar dieses Ja hres au f, al s er He roin nach Nor- wegen schmug geln wollte. Wie das La n- desk ri mi na la mt gester n m itteilte, han- delte es sich bei dem Al felder um ei nen „Bodypacker“ – er hatte 650 Gramm Rauschgi ft in sogena nnten Fi ngerlingen geschluckt. Nach den Fe st na hmen in Ber- gen scha ltete sich die gemein sa me Er- mittlungsgr uppe des Landesk ri mi na l- amts und des Zoll fa hndu ngsa mtes Ha n- nover in den Fa ll ei n. Im Ju ni na hmen die Bea mten in Ha nnover ei nen weiteren Ku-

rier au s Al feld fe st. Auch der 36 -Jäh rige

wa r ei n Körper schmug gler, er hatte in s- gesa mt 500 Gram m Koka in geschluckt.

Gib der Biene Zucker!

Die norddeutschen Imker finden nicht mehr genug Bienenfutter für ihre Völker

Mann prügelt „Lakaien“ zu Tode

Prozess um brutales Verbrechen in Göttingen

Von H ei di n ie Ma nn

Göttingen. Wegen ei nes br utalen Ge- wa lt ve rbrechen s mü ssen sich seit Montag zwei Mä nner vor dem La ndgericht Göt- ti ngen ve ra nt worten. H aupt angeklag te r ist ei n 31-jä hriger Arbeitsloser. Er soll im Ja nuar ei nen ih m angeblich hör igen Be- ka nnten du rch Schläge und Tritte so schwer verlet zt haben, dass der 34 -Jäh ri- ge st arb. Die Staat sa nwaltschaf t w irft ih m gefä hrliche Körper ve rlet zu ng und Mord du rch Unte rlassen vor. De r Ange- klag te habe es abgelehnt, ei nen Rettu ng s- wagen zu verstä nd igen, obwohl er ge- wu sst habe, dass das Opfe r oh ne ärz tl iche Hi lfe sterben wü rde. De r 24 -jäh rige Mit- angeklag te, der selbst nicht an den Miss- ha nd lu ngen beteiligt gewesen sein soll, mu ss sich wegen Beihilfe vera nt worten. Auch er habe dem in ak uter Lebensge- fa hr schwebenden Ma nn nicht geholfen und ih n bew usst sterben lassen. Ei n Spaz iergänger hatte die Leiche morgens in ei ner Gr ünan lage na he der IC E-Trasse im Göttinger Stadttei l Leine- berg entdeckt. Die Unte rsuchu ng du rch die G er ichtsmed izin ergab, dass der 34 -Jäh rige am Abend zuvor an ei ner Lu n- genembol ie ve rstorben wa r. Fü nf Tage nach dem Leichenfund na hm die Pol izei die zwei Tatverdächtigen fe st. De r Ha ft- befehl gegen den 24 -Jäh rigen wu rde in- zw ischen wieder au fgehoben, der 31- Jä h- rige sitz t weiter in Unte rsuchu ngshaf t. Nach den Er mittlungen der Staatsan- wa ltscha ft wa r das Mordopfe r bereits vorher schweren Missha nd lu ngen au sge- setz t gewesen. De r 31-jä hrige Angeklag te habe den 34 -Jäh rigen, der unte r gesetzl i- cher Betreuung st and und keine fa mi liä- ren Kontak te mehr hatte, wie ei nen La- ka ien geha lten und ih n ma lt rätier t. Unter anderem habe er ih m ei nmal ei ne Cola- flasche in s Ohr gedr ückt und mit ei nem Baseba ll schläger au f den Kopf geschla- gen. De r 34 -Jäh rige habe dies geschehen lassen, weil er dem Angeklag ten hör ig ge- wesen sei. Zu Begi nn des er sten Ve rhandlungsta- ges räumte der 31- Jä hrige seine Schuld am Tod seines Beka nnten ei n. Über sei- nen Ve rteidiger ließ er erklären, dass er den 34 -Jäh rigen geschlagen, aber nicht getreten habe. Er habe nicht da mit ge- rech net, dass dieser sterben könnte. Sei ne Ag gressiv ität fü hr te er au f seinen massi- ven Drogen konsum zu rück. Nach Anga- be n des Mita ngek lagten hat der 34 -Jäh ri- ge fast tägl ich Schläge bekommen, so auch am Tattag. Er habe ei nen Kran ken- wagen ru fen wollen. Dies habe der Haupt- angeklag te je doch st ri kt abgelehnt.

Von S ör en H en dr iK M aaK

Borsum. Fü r viele Deutsche ist das Hon igbrötchen unverzichtba rer Be- st andtei l ei nes gelu ngenen Fr üh st ücks. Aber auch die Bienen si nd ga nz wi ld auf Sü ßes: Sie si nd es, die die Pol len sa m- meln, sie in Hon ig umwa ndel n und ihn trot zdem hi nterher abtreten mü ssen – an den Im ker. Im Gegenz ug erha lten sie im Wi nter, wenn nichts mehr blüht, Bienen- zucker. Dieses Geben und Nehmen ist nu n gefä hrdet, denn Zucker ist knapp. „Es gibt kein Bienen futter me hr“, sagt Klau s Möller, der in Borsum bei Hi ldes- heim seit 1986 ei nen Laden fü r Im kerei- te ch ni k fü hr t und sich selbst um mehr al s zehn Bienenvölker kü mmer t. Le dig- lich in den Supermä rk ten könnten die Im ker noch Hausha ltsmengen von zwei bis drei Ki logram m kaufen – das reicht nicht ei nmal den Hobbyzüchte rn. Möller selbst hat vor ei ner Woche die letz te freie Ei nheit verkau ft. „Die Wa re, die jetzt noch im Rega l steht, ist reserv iert und nu r noch nicht abge holt.“ Irgendw ie noch an Bienen zucker zu kommen, ist nu n die größte Sorge vieler Im ker. Möller mu ss tägl ich et wa drei Ku nden ei ne Absage er teilen. „Die Leute werden sonstwoh in fa hren, nu r um noch Zucker zu bekommen“, sagt er. Zwar könne ma n auch herköm ml ichen Zucker entsprechend au fbereiten, dessen biolo- gische und chemische Eigenschaf ten sei- en aber nicht so gut wie die von Bienen- zucker. Angesichts der Berge von Zuckerrü- ben, die derzeit auch von nieder säch si- schen Felder n in die Fabr iken gefa hren werden, ist der Zuckerma ngel er st au n- lich. „Das Problem ist, dass jede r Ku nde von den Zucker fabr iken nu r so viel Zu- cker bekommt, wie er letz te s Ja hr ge- kauf t hat“, erläuter t Möller. Al so könne er nu r 100 Tonnen verkau fen, es seien aber mehr Im ker geworden. Das ka nn Petra Fr iedrich vom Deut- sc he n Im ke rbund be st ät igen. „Wir ve r- zeichnen seit drei Ja hren ei nen au fstei- genden Trend, was ja auch er freu lich ist.“ Im vergangenen Ja hr sei die Zu nft um 4,1 Prozent gewach sen. Dem Im kerbund si nd derzeit bu ndes- weit 83 411 M itgl ieder a ngesch lossen. I n den Landesverbä nden Ha nnover und We ser-Em s gibt es 8310 Im ker mit 63 515 Bienenvölker n. De r Verba nd hatte schon im Ju ni au f den drohenden Ma ngel hi n- gewiesen. „Wir raten al le n Im ke re ie n, sich fr üh zeitig mit Futter zucker zu be- vor raten“, hieß es in ei ne r Pressem it tei- lu ng. Klau s Möller kennt die Tipps zu r Vor- ratsha lt ung und weiß auch, wa ru m ei ni- ge Im ker manch ma l n icht vor sorgen können. „Eine Frau hatte ei nen Trauer- fa ll in der Fa mi lie, ei n anderer Ku nde

Von g ab ri ele S cH ul te

Celle. Al s Zent ru m fü r Bohr te ch nik hat sich Celle lä ngst etablier t – ei n wei- terer Sch ritt Richtu ng te ch nologische Weltspit ze soll die An sied lu ng ei nes Frau nhofer-In stit uts in der Heidestadt sein. „So schnel l wie mögl ich“ wolle die Frau nhofe r- Gesell scha ft zu nächst ei ne Projektgr uppe in Celle ei nrichten, sagte am Montag Prof. Anton Grabma ier vom Frau nhofe r-In stit ut fü r M ik roe lekt ro- nische Schaltu ngen und Systeme (I MS) in Du isbu rg. „Wen n al le s fu nk tion ie rt, wi rd da raus ei n In st it ut.“ Vorausgega ngen wa r eine Kooperati- on sverei nba ru ng, die der Ve rein Ge o- Energy Celle, der Bu ndesverband Geo- ther mie u nd die Wir tschaf tsve rein i- gu ng Geot herm ie in Berl in unte rzeich- net haben. De r Celler Ve rein wertete sie al s wichtigen Sch ritt der Kompeten z- bü ndelung. Sie werde Celle al s Erdwär- mete ch ni ksta ndort weiter st ärken, nachdem die Stadt im Augu st den Zu- schlag fü r ei nen von der TU Clau st hal betr iebenen Boh rsimulator bekommen hatte. Niedersachsen s Wir tschaf tsmi- nister Jörg Bode (F DP) kü nd ig te an, das La nd werde nu n weitere Gespräche mit

kü nd ig te an, das La nd werde nu n weitere Gespräche mit Klau s

Klau s Möller vom Im kerbedar f in Borsum geht das Bienenfutter au s.

beka m seinen Lohn er st später – diese Leute haben nu n Probleme, au sreichend Zucker zu be scha ffen.“ Dabei he rr sche objektiv überhaupt kein Ma ngel. Das ver sicher t auch K arl-Fr iedrich Meyer vom Ve rband der Rübena nbauer im Lippe-We ser-Raum. „Die Zuckerquo- te wu rde 2006 erheblich gesenk t, weil die Pol itik beschlossen hatte, dass Dr it- te -Welt-Lä nder auch Zucker verkau fen sollen. Doch die haben nicht in großem Stil nach Eu ropa geliefer t.“ Zwar gebe es „Zucke r außerha lb de r Q uote“, de r abe r gehe nu r in den indu st riel len Ma rk t. Meyer hoff t, dass die Br üssele r EU-Be- hörden und die Ve rt reter der Zucker in- du st rie da ri n überei nkomme n, diesen Zucker frei zugeben. Doch tiefgrei fende Veränderu ngen brauchen Zeit, die Zuckerquote et wa soll er st 2016 au fgehoben werden. Den Win- te rbienen ist da mit nicht geholfen. „Im September besteht eigent lich die letz te Cha nce, die Bienen au fz ufütter n“, sagt Möller. Sie hätten schon seit Ju li weniger natü rl ichen Nektar gefu nden. Dabei sei- en Bienen das ei nz ige best äubende In- sekt, das al s Volk über wi nter t. „I m Ex-

dem Duisburger F raun hofe r-In stit ut über das von Grabma ier im Fr ühja hr vorgestel lte Konzept fü hren. Joachi m Fa lkenhagen, der al s Celler FPD-Frak tion schef die Pläne begleitet hat, sagte am Montag, er rech ne mit zu- nächst bis zu zehn Arbeit splätzen. Die Projektgr uppe könnte sich unte r ande- rem mit der fü r Tiefenbohr ungen nach Erdwär me not wend igen Bohr te ch nolo- gie befassen, die besonder s hitzebestä n- dig sein mu ss. Al s Zent ru m der Erdölförderu ng in der Heide haben sich Celler Unte rneh- men seit Ja hr zehnten ei ne Fü hr ungspo- sition in der Bohr te ch ni k er worben. Zu- sa mmen mit dem in diesem Ja hr einge- richteten Geot herm ie -C lu ster ergebe sich ei n idea le s Um feld fü r ei ne Frau n- hofe r-Abteilung, meinte Fa lkenhagen. Zu nächst mü sse al le rd ings die Frage der Fi na nz ieru ng in Ru he geklär t we r- den. Es gelte „zielstrebig, aber oh ne übermä ßige n Dr uck“ zu ha ndel n. Das La nd hat ei ne ve rstä rk te Beteili- gu ng der n iedersächsischen Hoch schu- len an der Forschungsarbeit angeregt. Da ru m soll es unte r anderem in den im He rbst bevor stehenden G esprächen mit dem Frau nhofe r-In stit ut gehen.

G esprächen mit dem Frau nhofe r-In stit ut gehen. trem fa ll werden Tausende Bienen

trem fa ll werden Tausende Bienen ster- ben.“ Et was anders sieht die Ei nschät zu ng in der Zucker indu st rie au s. „Zucker ist im Moment ei n ra res Gut. Auch mit dem Bienen zucker ist es der zeit ei n bisschen eng. Wi r gehen davon au s, dass es – auch du rch die an laufende Rübenkampagne – ei n kurz fr istiges Problem ist“, sagt ei ne Nord zucker-Sprecheri n.

Herzog / dpa

Zuckerquote

E in EU -Q uo te ns ys te m be gr en zt di e Pr od uk ti on smenge von Zu cker für

di e Leben sm it te l- un d Get rä nkew ir t- sc ha ft . Da nach dürfe n nu r 85 Pr oze nt de s eur op äi sc he n Bedar fs au s eig ener Er ze ug un g ko mm en . Der Re st so ll üb er Impor te au s Sc hw elle n- un d En tw ic k- lu ng sl än der n gede ck t werd en . Nac h An- gab en de s I nf oze ntru m Zuc ke rv er we n- der (I ZZ ) si nd di e Zu cker im po rt e je do ch zu ei ne m gr oßen Te il au sg eb li eben , weil di e Pr od uzen te n au s di es en Lä nder n we- gen hohe r We lt mark tprei se in an der e We lt regio ne n li ef er te n. Die im IZ Z zu- sa mm enge sc hl ossen en Lebensm it te l- he rst elle r fo rd er n dah er bi s 2015 di e Er- hö hu ng der Zu cker qu ot e au f 10 0 Pr o- ze nt de s Ei gen bed ar fs un d dan ac h di e vö lli ge Absc ha ff un g de s Qu ot en syst em s. Die 20 06 ei ng eführ te Qu ot e gilt bi s 2014 /15. Ei n Refo rm vo rs ch la g der EU

wi rd im Ok to be r er wa rt et . dpa

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Celle hofft auf Fraunhofer

Geothermie-Zentrum „ideales Umfeld“ für Ansiedlung

Wie gefährlich ist Fracking?

Umweltbundesamt warnt vor Risiken / Erdgassuche beschäftigt den Landtag

Von M ar git K au te nb ur ger

ck ings wollen die Fi rmen an Gas hera n- kommen, das in Tausenden Mete rn Tiefe in Ge stei nsporen eingesch lossen ist. Da- bei wi rd ei n Gemisch au s Wasser, Sa nd und Chem ikalien in s Gestei n gepresst. Die Indu st rie hä lt die Methode fü r sicher. Fu nd ierte Kenntn isse fehlen bisla ng. Bei den Bü rger n sorgen Berichte über du rch F rack ing ver seuchtes Gr undwas- ser in den USA fü r Au freg ung. Laut „New York Ti me s“ bewer tet auch die amer ikan ische Umweltbehörde EPA die Gefa hren fü r Umwelt und Gesu nd heit

EPA die Gefa hren fü r Umwelt und Gesu nd heit Probebohrung in Lünne: Auch im

Probebohrung in Lünne: Auch im Em sland warnen Bürgerinitiativen vor Fracking. dpa

al s größer al s bisla ng angenommen. Das hat auch die deutschen Pol itiker au fge- schreckt. Die rot-gr üne La ndesregie- ru ng in Nord rhei n-We stfa len wi ll keine Fracki ng-Boh ru ngen mehr zu lassen, bis unabhä ng ige Exper ten die G efah ren über pr üf t haben. Die schwarz-gelbe Ko- alition in Nieder sach sen hi ngegen unte r- st üt zt die Konzer ne. Bei er folg losen Boh- ru ngen verzichtet das La nd au f bis zu zwei Mill ionen Eu ro Förderzi ns. Diese Prax is beschä ftig t nu n den La ndtag. SPD, Gr üne und Li nke fordern st rengere Au flagen fü r die Fracki ng- Bohr ungen und ei n Ende der „Subven- tion ieru ng von Welt unte rneh men“. Im Bu ndesrat solle sich das La nd da fü r ei n- setzen, dass das Berg recht moder nisiert und kü nf tig Teil des Umwelt rechts wi rd, forder n Grü ne und Soz ia ldemok raten. „Vor jede r Fracki ng-Boh ru ng mu ss ei ne Umwelt ve rt rägl ichkeitspr üfu ng Pfl icht we rden“, sagt Gr ünen-F ra ktionschef Stefan Wenzel. Da mit we rde auch ei ne Beteiligu ng der Ö ffentl ichkeit sicherge- stel lt. In Wasser schutzgebieten gehöre Fracki ng generel l verboten. Die Li nke forder t Au fk lä ru ng da rüber, welche Ei n- na hmen dem La nd du rch nicht erhobene Förderabgaben entgangen si nd.

Han nover. Lange haben die Umwelt- behörden das Problem ignor iert: Große Erdgas fir men suchen in Nieder sach sen

und Nord rhei n-We stfa len ei fr ig nach mögl ichen Bohr plät zen fü r die soge-

na nnte unkonventionelle Gasförder ung

mith ilfe der um st rittenen Fracki ng-Me- thode, die in den USA zu erheblichen Umwelt problemen gefü hr t hat. Nun

wa rnt auch das Umweltbu ndesamt

(U BA) vor den Risi ken dieser Bohr un- gen. „Eine Gefä hrdu ng des Gr undwas- se rs ist nicht au sz usch ließen“, sagt UBA- Präsident Flasba rt h. Beim Fracki ng sei ei n sehr umfassen- der Chem ikalienei nsat z er forderlich, um das Gas in tiefen Gestei nsschichten ver- fügbar zu machen. Von ei nigen dieser Stoffe sei beka nnt, dass sie krebserre-

gend si nd, erklär t Flasba rt h. Die Gefa h- ren beim Fracki ng seien du rch den Che-

mi ka lienei nsat z größer al s bei der unte r-

irdischen Speicher ung von Kohlendi-

ox id.

Au s Sicht der Energiekon zerne ka nn die Gasförderu ng au s tiefen Gestei ns- schichten Deutschla nd unabhä ng iger von Importen machen. Mith ilfe des Fra-

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6 HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

Kultur

DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2011 · NR. 214

ZEITUNG Kultur DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2011 · NR. 214 Am 9. Ju ni 2012 be ginn

Am 9. Ju ni 2012 be ginn t in Ka ssel di e do cu men ta. Da si ch Ku ns t ni ch t vo n al- lei n erkl är t, su ch t do cu men ta -C he fin Ca rol yn Chr is tov- Ba ka rg iev je tz t Mi t- ar be it er. Ab er ke in e Muse umsfüh re r, son de rn „Wor ld ly Compa ni on s, To ur- Gu ide s de r dOCUM EN TA (13) “. Und so solle n sie sic h be we rb en :

Bitte reichen Sie ei ne Bewerbung mit nicht mehr al s 1000 Wörtern ei n.

Wi r ak zeptieren nu r au f DI N-A4 -Papier au sged ruck te Bewerbungen (kei ne CDs oder andere Formate).

Die Bewerbung ka nn deutsch oder eng- lisch eingereicht werden.

Engl isch kenntn isse si nd von Vortei l. Aber auch andere Sprach kenntn isse si nd für un s relevant.

Ei ne akade mische Au sbildu ng ist nicht er forderlich.

Die Bewerbung sollte folgendes bein ha l- ten:

1. Ei n Motivation ssch reiben und ei ne au s-

formul ierte Biografie (nicht t abel la risch):

Wa ru m wollen Sie wä hrend der 100 Tage dOCU MENTA (13) mit den Besucher in- nen und Besucher n über Ku nst spre chen? Erklären Sie in Ih ren eigenen Worten Ih re bisher igen beru flichen oder anderweiti- gen Erfa hr ungen in der Arbeit mit ande- ren Menschen (500 Wörter).

2. Ei n Ku rz te xt über Ih re Ve rbindu ng zu

Kassel: Beschreiben Sie, was die Stadt für Sie repräsentier t, in positive r sow ie nega- tiver Hi nsicht; ei ne Beschreibu ng der Stadt au s der Ichper spektive (500 Wör- te r).

3. Ei ne Reihe von Bi lder n, die Sie fü r Ih re

Bewerbung al s relevant empfi nden. Es ka nn sich dabei um persön liches Mate rial oder auch um Mate rial ha ndel n, das Sie anderweitig i nteressant fi nden (n icht mehr al s 5 Bi lder oh ne Erklär ungste xte).

Bewerbungssch lu ss: 15. November 2011, Au sstel lu ngszeitrau m: 9. Ju ni bis 16. Sep- tember 2012.

Ei ne er ste Au swah l der Bewerber in nen und Bewerber wi rd im De zember getrof- fe n.

Au sgewä hlte Bewerber in nen und Bewer- be r nehmen an ei nem Trai ni ngsworkshop teil.

Ve rg üt ung pro St unde, ca. 2 St unden pro Fü hr ung, fle xible A rbeitszeiten, täg lich, besonder s am Wochenende.

Kontak t: docu menta und Mu seum Fr ide-

ricianum Ve ra nsta lt ungs-GmbH, Fr ied- rich splatz 18, 34117 Kassel, may-

be education@ docu menta.de, Tel. +49 561 70 72 741, www.documen- ta.de.

,,

,,

Das 18. Fi lm fest Oldenburg begi nnt

Zw ischen zeit lich sa h es so au s, al s sei Schluss: Die Stadt wollte die Förder ung des Oldenbu rger Fi lm fe st s z usam men- st reichen. Fe stivalchef Torsten Neumann sa h keine Zu ku nf t fü r die Fi lm schau mehr. Da nn besa nn sich die Stadt ei nes Besseren und stock te ih ren Zu schu ss wie- der au f 77 000 Eu ro au f – und so wi rd die 18. Au sgabe am morgigen Mitt woch mit der Komödie „Kei n Se x ist auch keine Lö- sung“ von Torsten Wacker eröf fnet. Oldenburg steht fü r unabhä ng iges deutsches Ki no, über das in diesem Ja hr ei ne Ju ry um US -Schau spiele r Matthew Modi ne wacht. Al s ei n Höhepu nk t wi rd in der inte rnationa len Reihe John Ca r- penter s Th ri ller „T he Wa rd“ an nonciert. Die Hom mage ist dem deutschen Schau- spiele r und Fi lmemacher Roger Fr it z ge- widmet. Fi lme we rden auch in ei ner Ki r- che und in der Ju stiz vollz ugsa nsta lt ge- zeigt. Mehr Infor mationen unte r www. fil mfest- oldenbu rg.de. sto

Geiger erhält Preis der Adenauer-Stiftu ng

Ar no Geiger (43), öster reichischer Sch ri ftstel le r, erhä lt am Sonntag in Wei- ma r den Lite ratu rpreis der Konrad- Adenauer- Stif tu ng 2011. Wie die CDU- na he Stif tu ng am Montag in Berl in mit- teilte, wi ll sie da mit Geiger s We rke wü r-

dige n, die „von ei ne r Et hi k de r fa mi liären und sozialen Ve ra nt wort ung zeugen, die sich gerade in ei ner alte rnden Gesell- scha ft bewäh rt“. Das Prosawerk zeige beispielha ft, dass oh ne den We rt der Frei- heit ei ne Lite ratu r im eu ropä ischen Geist nicht denkba r sei, sagte der Vorsit zender der Sti ft ung, Ha ns-G er t Pötte ri ng. Die seit 1993 ve rgebene Au szeich nu ng ist mit 15 000 Eu ro dotiert. Zuletz t er schien von Geiger die autobiografi sche Er zä hlung „Der alte König in seinem Ex il“. Zu den bisher igen Preist rägern gehören Da niel Kehl ma nn, Uwe Tell ka mp und Cees No- teboom sowie Lite ratu rnobelpreist räge-

k na

ri n Herta Mü ller.

Der Berührbare

Der Schmerz der frühen Jahre: Regisseur Oskar Roehler legt sein Romandebüt „Herkunft“ vor

Gerald von Foris
Gerald von Foris

Von s Te fan s To scH

D ie Absicheru ngsfor mel folgt auf

der letz ten Buch seite: Al le ha n-

delnden Personen seien frei er-

fu nden, Äh nl ichkeiten mit realen Men-

schen rein zu fä ll ig, heißt es dor t. Das

wi

rk t wie ei ne Beschwör ung, so al s wol-

le

sich der Autor seinen eigenen Roman

vom Leib ha lten. Doch fü r ei ne Dist an zier ung ist es nach knapp 600 Seiten zu spät. Dieser

Roma n heißt „Herku nf t“, der Autor Os-

ka r Roeh le r, bisla ng beka nnt al s Regis-

seur von eher unkonventionellen Fi lmen wie „Suck my Dick“ oder „Elementa r- teilchen“. Er hat sich zu de m Buch von den We rken seiner Mutter, der Sch ri ft- stel le ri n Gisela El sner, und seines Va-

te rs, des Lektor s Klau s Roe hler, in spir ie- ren lassen – und gibt am Ende soga r die genauen Quel len an. Über drei Genera- tionen hi nweg bleibt Roeh le r verdam mt

na he dran an der Geschichte seiner Fa-

mi lie, in der sich auch die Geschichte

dieser Republ ik spiegelt. Schon al s Ki noreg isseu r hat Roe hler

die Gren zen zw ischen Wi rk lich keit und

Fi ktion verw ischt: In „Die Unberü hr-

ba re“ (2000) port rätier te er die Frau mit

der K le opat ra-Per ücke und der Kaja l-

Kr iegsbema lu ng, die seine Mutter wa r,

aber diese Rolle nie au sf ül len wollte. Gi- sela El sner ve rschwa nd au s seinem Le- ben, al s er drei Ja hre alt wa r – das dü rf te ei n prägender Schock im Leben des Ki n- des Oska r gewesen sein, das hier Robert heißt. 1992 st ür zte sich El sner au s dem Fenste r einer Mü nchene r Psych iatr ie, a ls

Eber hard Franke
Eber hard Franke

Familienbande: Romanautor Oskar Roehler heute (großes Bild) und seine Mut ter Gisela Elsner 1987 in Hannover, wo sie den Gerrit- Engelke- Preis der St adt erhielt.

Todessüchtige wi rd sie auch von Begi nn

an im Roma n geschi lder t.

Viel leicht ist es aber ga r nicht so wich-

tig, nach de n autobiografi sche n Quel len

zu fa hnde n. „Herku nf t“ ist kein Sch lü s-

se lrom an – auch we nn sich ma nche Pe r- sone n de r Zeitge schichte da ri n wieder- erke nnen we rden, beispie lsweise Groß- autoren de r Gr uppe 47, die hier nu r mit

ih ren Initialen zitier t we rden, sie heißen

da

nn „G.“ oder „E.“. Die noch lebe nden

Ve

rt rete r des bu ndesdeut sche n L itera-

tu rbet riebs dü rf ten fü r diese Zu rück-

ha lt ung da nkba r sein. Sie kommen nicht

gut weg, bi lden da mit aber keine Au s-

na hme: Au f das Gute im Me nschen war

im Lebe n von Robe rt offe nba r kein Ve r- lass. Den Begi nn des Buches verleg t Roe h- le r in s Ja hr 1949, zehn Ja hre vor seiner eigenen Gebu rt. Großvate r Er ich kehrt au s der Kr iegsgefa ngen scha ft heim, ent- kräf tet und geplag t von Du rchfal l. Er ist wenig wi ll kommen bei der eigenen Ehe- frau, ja, ei n Ei nd ri ng ling. Ba ld schon baut der Großvate r ei ne Ga rten zwerg- fabr ik im Frän kischen au f – wie sie Roe hler s Großvater tatsächl ich bet rieb. Er ichs Sohn Rolf wi ll der Enge und der Entfremdu ng der Elte rn du rchs St ud ium entkomme n, träu mt vom l iterar ischen Ru hm und gerät an ei ne Frau, die ba ld er folg reicher sein wi rd al s er und die Ki nder hasst. Al s ih r Sohn geboren wi rd, wi rd sie im Roma n gegenüber der Heb- am me so zitier t: „Schaf fen Sie dieses Bü ndel fort, ich wi ll da mit nichts zu tun haben.“ Das Ki nd Robert tr itt au f al s ein Icherzäh le r, der mit ma nchmal spötti- scher Präz ision vom eigenen Sch icksal berichtet. Robert wi rd hi n- und hergeschubst in der Welt der Erwach senen. Sei nen Vater Rolf nennt er in der Er in neru ng ei nen „K an niba len“, seine Mutter wi rd vom Vate r sc hon ma l mit ei ne r „Weltr au m- nutte“ verg lichen. Robert wächst ma l bei diesen und ma l bei jene n Großelter n und da nn wieder beim Vate r au f, dem Lektor, der vor rang ig da mit beschä ftig t ist, die Nä he zu berü hmten Autoren zu suchen und ju nge Frauen im Berl iner Nachtle- ben auf zu reißen. Drasti sche Szenen spielen sich ab, ge- spickt mit se xuel len Beobacht ungen, die gut in Roe hler s Fi lmen wie „Der alte Af fe Angst“ oder „A gnes und seine Brü- der“ Plat z gefu nden hätten. Mittendrin sucht der hera nwachsende Robert seinen Weg, geliebt am ehesten noch von seiner Großmutter. Dieses Buch schi lder t das Drama ei nes ve rnachlässig ten Ki ndes, das zeit lebens von der fa mi liären Ve rgangenheit losz u- kommen trachtet. Da zu mu ss es sich be- freien von der spie ßige n Wi rt scha fts- wu nder welt und von der Rück sichts- losigkeit ei ner Ku lt urel ite, die von Selbst verw irkl ichu ng spricht u nd im Konsum rausch endet. Von der Wut über die Generation der Eltern und Großelter n hat sich Roeh ler freigeschrieben. Zu m Ende hi n sieg t die Mela ncholie – es geht da nn um Roberts große und verpasste Liebe Laura. Man könnte den Roma n als ei ne au s extremen Erfa hr ungen z usam mengeset zte Sozia l- geschichte der Bundesrepublik lesen, aber das wü rde ih m nicht gerecht wer- den. Die Leistu ng des Autors besteht ge- rade da ri n, persön lich Erlebtes und Erlit- tenes in Literatu r, in ma nchmal bittere, of t auch poetische Prosa zu verwandeln. Das Sch reiben mu ss ei ner schmer z- ha ften Therapie gleichgekommen sein – und wa r zugleich ei ne „e xt reme Selbst- befreiung“, wie der Autor sagt. Roe hler hat bereit s da mit begon nen, den eigenen Roma n zu ve rfi lmen. „Die Quel len des Lebens“ soll das We rk heißen. Moritz Bleibtreu, Me ret Becker und Jü rgen Vo- gel spielen mit. Mit der Ge schichte seiner Fa mi lie ist Oska r Roe hler noch im mer nicht fe rtig.

Os ka r Ro eh ler: „H er ku nf t“. Ul ls tein . 592 Se it en , 19 ,9 9 Eu ro.

Spätfolgen einer „Hasenjagd“

Cornelia Kuhnerts Krimi „Tödliche Offenbarung“ beleuchtet ein düsteres Kapitel aus der Geschichte Celles

Von H ei nr icH T Hies

„H asenjagd“. Dieses Wort bezeichnet ei nes der un rü hml ichsten Kapitel in der Geschichte Celles. Am 8. Apri l 1945 machten Celler Bü rger gemein sa m mit SS -L euten Jagd au f KZ -H äf tl inge, die nach ei nem Bombena ng ri ff au s ei nem Güte rz ug ge flüchtet wa ren, der sie nach Bergen-Bel sen br ingen sollte. Ju nge Cel- le r jagten die au sgemergelten Hä ft linge wie Hasen. Die I sern hagener Autor in Cornel ia Ku hner t hat diese „H asenjagd“ jetz t in den Mittelpu nk t ih res neuen Kr im is „Töd liche Of fenba ru ng“ gestel lt. Das Tagebuch der ju ngen Amer ikaner in Cla- ra Rosenthal, die 1952 in Celle nach den Schuldigen gefa hndet hat und seit her

spurlos ve rschwu nden ist, lässt die dü s- teren Ereign isse von ei nst wieder hoch- kochen. We r hat ei n Interesse da ra n, die br isanten Erkenntn isse der Ve rscholle- nen unte r dem De ckel zu ha lten? Wer mu ss fü rchten, dass u na ngeneh me Wa hr- heiten an s Licht kommen? Was ist mit Clara Rosenthal geschehen? Diese Fragen stehen im Hi ntergr und ei nes bi za rren Mord fa ll s: Au f ei ner Ba nk des Golfclubs Iser nhagen findet sich die Leiche ei nes e rdrosselten Jour na listen. Im Mu nd des Ma nnes steckt ei n Golf- ba ll. Sch nell stel lt sich heraus, dass der freie Jour na list kein Un schu ld sengel wa r, sonder n auf seiner Inte rnetseite Meinungsmache gegen Ba res betr ieben hat – auch im Au ft rage des Iser nhagener Golfclubpräsidenten. Gleichzeitig hat

der Ma nn fü r ei nen rechtsradi ka len

Re chtsanwa lt gearbeitet, der ei n Schu-

lu ngszentr um fü r Ne onaz is betreibt. Die

Er mittlungen gehen da her in unte r-

schied liche Richtu ngen: die ehrenwerte

Golfergesell scha ft, Neona ziszene, dü s- tere NS -Verga ngen heit. Cornel ia Ku hner t entw ickelt in ku r- zen, präg na nten Szenen ei ne span nende

Kr im id ra matu rg ie mit wech selnden

Perspektiven, rea lgesch icht lichen Ex- kursen, An spielu ngen au f ak tuel le Vor-

fä lle, knappen, präz isen Mi lieuschi lde-

ru ngen und viel Loka lkolor it. Ma nches

al le rd ings wi rkt ei n bisschen konstr u-

iert und kl ischeeha ft. Au f der ei nen Sei-

te stehen sy mpat hische Pol iz isten und

die engag ierte Bu rgdor fe r Jour na listin Ma rt ha, au f der anderen böse Ne onaz is:

der du mpfe Br utalo, der listige Drahtz ie- her ( Re chtsanwa lt Rieger lässt g rü ßen) und die graue Em inen z. Im Zw ischenbe- reich ist ei n Ju nge angesiedelt, der als Underdog unte r die Re chten geraten ist und au fg ru nd der Vorfäl le in s Grübeln kommt. Viel Zeit zu m Grübel n bleibt dem Le- ser aber nicht. Cornel ia Ku hner t treibt den Roma n mit großer Rasa nz ei nem krachenden Fi na le entgegen. Ei ne pa- ckende Lekt üre mit ei ner in jede r Hi n- sicht au fregenden Geschichte.

Cornel ia Ku hn er t: „Töd li ch e O ff en ba- ru ng “. zu Kl am pe n Ve rla g. 42 6 Se it en , 14 ,8 0 Eur o. Heut e um 20 .15 Uhr li es t Cornel ia Ku h- ner t be i Sc hm or l & vo n See fe ld.

Falle im Stal le

Der Krimi „Tannöd“ am Theater in der List in Hannover

Von s im on B en ne

Düster ist es hier. Ma nchmal br icht et- was Dä mmerlicht du rch die Zweige, das da nn un heimliche Schat ten über die Ge- sichte r der Ak teure hu schen lässt. Die Zu schauer sitzen fast au f der Bü hne, zw i- schen Baum st äm men und Holzklöt zen, die ei nen dichten Ta nn andeuten. Und zw ischen ih nen schleichen Dörfler du rch das Dick icht. Ve rhuscht, verhär mt und ve rschüchter t si nd diese Figu ren. Und zugleich si nd sie die missgü nstigen und ag gressiven Produk te ei ner repressiven Gesell scha ft, bei denen ei n mü hsam un- te rd rück te r Wah nsin n jeder zeit hervor- brechen ka nn. Ti m von Kiet zell s In szen ieru ng des Kr iminal roma ns „Tan nöd“ bleibt relativ dicht an der Vorlage, dem Best seller von Andrea Ma ria Schen kel, der vor fü nf Ja h- ren ei n monströses Ve rbrechen au fg ri ff:

Au f ei nem Ei nödhof im oberbayerischen Hi nterka ifeck wu rde 1922 ei ne komplette Bauern fa mi lie er schlagen, der Fa ll bl ieb bis heute ungeklär t. Wie im Roma n er zä hlt die Bü hnen fas- sung das abgr ündige Ge schehen al s Col- lage au s Protokollen und Rückblenden, au s Gespräch sfet zen und in neren Mono- logen. Du nkel und u ndurchdri ng lich bleibt das Geschehen um die Morde im Stal l. Nu r der Wa ld hat al le s gesehen, aber er steht schwarz und schweiget. Er st am Ende fügen sich die Br uchstücke der Ha nd lu ng zuei na nder, das Ve rw ir rspiel wi rd gelöst. Die im me rh in zwöl f Ak teure (beson- ders ir re: Gü nter Stückema nn al s dubio- ser Nachba r der er schlagenen Fa mi lie und Ha nna Kastei n al s Dorfdieb) über- nehmen meist mehrere Rollen, u nd gele- gent lich stim men al le miteinander dü ste- re Lieder oder ei ne Heiligenl itanei an. Lu st voll deck t das au s Theaterenthusias- ten bestehende En semble mensch liche Abgr ünde au f, und Regisseu r Kiet zell ge- lingt es, mit sparsamen Mittel n viel von der beklem menden At mosphäre des Ro- ma ns au f die Bü hne zu br ingen. Großer Applau s.

Im Th ea te r in de r Li st , Sp ic her ns tr aß e 13 in Hanno ve r, au ch am 21., 22., 23 . un d 24. Sept em be r, jewei ls 20 Uhr. Kar te n un te r (0 5 11) 89 71 19 46.

Or pheus stand Pate

Stimmungsvolles Konzert in der Kreuzkirche

Von L ud oLf B au cke

Sehn sucht, Seuf zer, Sch me rz, aber auch Hoff nu ng, Liebe und Zä rt lich keit wa ren die Empfi ndungen, mit denen die Sopran isti nnen Evelyn Tubb und Ba rba- ra Rote ri ng die Gemüte r der Zu hörer in der Kreu zk irche beweg ten. Ob dabei in Ve rtonungen von Lu ig i Rossi, Claudio Monteverdi, Henr y Pu rcel l und vielen an- deren Kompon isten it alienische oder eng- lische Te xte gesungen wu rden, bl ieb fast nebensächl ich: Die perfek t ph rasierte Klangrede der fr ühba rocken Mu si k über- höhte die Sprache. Or pheu s st and Pate, wenn die beiden Sä nger in nen ih r Empfi nden stil sicher in Klang verwandelten, er st al so ei ne disso- na nte Reibu ng au skosteten und d iese da nn geschmackvol l in Wohlklang au f- lösten. Ei nmal bei Or pheu s angela ng t, rück te die Laute al s Begleiti nstr ument des göttl ichen Sä nger s in s Licht. Michael Fields spielte sie und das Schwester in- st ru ment Theorbe mit fein stem Gespür fü r lebend iges Pul sieren. Die beiden Si ng- stim men wu rden du rch die Lauten in- st ru mente und das Cemba lo mit der voll- kommen dem gesa ng lichen Du kt us fol- genden Ryoko Morooka eingera hmt. Um aber ei n bloßes St andbild der Mu- si kgesch ichte zu ve rmeiden, gri ffen die Sä nger in nen zu ei nem dramat urgisch ef- fekt vollen Trick: Sie we ch selten ih re Po- sitionen und wanderten zw ischen den St üt zi nstr umenten. Das zugegebene Du- ett „H ark the tr umpet“ wu rde von Evelyn Tubb soga r hi nter dem begeisterten Pu- bl iku m angestim mt.

Redeschlacht am langen Tisch

Das Theater für Niedersachsen beginnt in Hildesheim die neue Spielzeit mit „Die Zwölf Geschworenen“

Von H ei nr icH T Hies

B esonders au fregend mutet das Ga nze eigent lich nicht an. Die Bü hne wi rd

zwei St unden la ng beherr scht von ei nem la ngen Tisch, und die zwöl f Tischgenos- sen haben nicht ma l Na men, sonder n nur Nu mmer n. Und sie kauen die ga nze Zeit die gleiche Geschichte du rch – im mer wieder und zu nehmend generv t. Dabei ist es ziem lich heiß. Doch es geht um Leben und Tod, um „schuldig“ oder „n icht schu ld ig“. Denn bei den Na menlosen ha ndelt es sich um Geschworene, die da rüber zu be finden haben, ob ei n 18 -Jäh riger seinen Vater tatsächl ich kaltblütig e rstochen hat u nd da ru m zu m Tode ve rurtei lt werden soll. Die Beweislast ist erdr ückend. Al s sich nach dem Ende des Mordprozesses die zwöl f Geschworenen zu r Beratu ng zu- rück ziehen, scheint der Fa ll klar zu sein. Doch ei ner der zwöl f, der Geschworene Nu mmer acht, hat Zwei fel und begi nnt mit der Rekon st ru ktion des Tatherga ngs

– gegen den Protest der anderen, die aus Gr ünden der Bequeml ichkeit an einem schnel len Schuldspr uch i nteressiert si nd. Doch weil das Votu m ei nsti mm ig sein mu ss, mü ssen sie sich au f die mü hsel ige Wa hrheit sfi ndung ein lassen. Beka nnt geworden si nd „Die zwölf Geschworenen“ schon 1957 du rch den gleich na migen Fi lm klassi ker mit Henry Fonda. Bereits ei n Ja hr später schrieb Horst Budjuh n die deutsche Bü hnen- fassung, die den amer ikan ischen Autor Regi na ld Rose 1964 ve ra nlasste, ei ne amer ikan ische Bü hnen fassung nach zu- legen. Jetz t setz te das Theate r fü r Nieder- sach sen das Stück in Szene, um da mit im Stadttheate r H ildeshei m sei ne neue Spielzeit zu eröf fnen. Doch die In szen ieru ng kommt nicht eben spek ta ku lä r da her. Regisseu r Karl- Hein z Ah le rs ve rzichtet au f al le grel len Bü hnenef fekte und lässt seine Da rstel ler zw ischen Ventilator, Eissch ra nk, Wasch- becken und dem la ngen Tisch so unbe- kü mmer t natu ra listisch ag ieren, wie man

es au f deutschen Bü hnen heute nu r noch selten zu sehen be- kommt. Pferdeschwan z u nd Hoch fr isur, Fl iege und Zwei- reiher wi rken viel leicht ein bisschen altbacke n, aber la ng- weilig wi rd diese In szen ieru ng nicht. Ah le rs bietet fein au sgea r- beitetes Sprechtheate r. Je de seiner na menlosen Figu ren ge- wi nnt ein unve rwechselba res Profil. Schon ba ld fügen sich die unte rsch iedl ichen Typen zu ei nem bu nten Pa noptiku m der amer ikan ischen Ge sell scha ft:

der auf tr umpfende Geschä fts- ma nn, die dicke Superma rk t-

kassierer in, der ordi näre Ta nk- stel lenpächter, d ie schüchte rne H au sf rau, die verkn iffene L ehrer in, der biedere Uh rmacher, der ar roga nte Börsenma k- le r, die We rbeka none, der Emporköm m- ling, der fette Spor tsfreu nd und eben auch der nachdenkl iche Zwei fler. Sie

tsfreu nd und eben auch der nachdenkl iche Zwei fler. Sie Schuldig oder nicht schuldig: Geschworene

Schuldig oder nicht schuldig: Geschworene im Streit.

br ül len ei na nder an und reden ei na nder in s Gewissen; sie pläd ieren fü r Hä rte und beha rren au f ih ren Vorurtei len. Doch der Mut und die Beha rrlich keit des Ge schwo- renen Nu mmer acht fü hren da zu, dass ei- ner nach dem anderen im Ve rlau f der tu r-

bule nten Redeschlacht i ns Nachdenken kommt und sein „schuldig“ in „u nschuldig“ ve rwandelt. Diese I nszenier ung ist keine si mple Hy mne au f Zivi lcou ra- ge und Ge rechtigkeit, sie zeigt vor al lem eindr ucksvoll, w ie sich das Beziehungsgefüge von Menschen in Dr ucksit uationen entw ickelt und Fassaden ein- st ür zen. De r au ft ru mpfende Geschä ftsman n z um Beispiel, der so la nge gegen „Human i- tätsdu selei“ gekä mpft hat, er- weist sich am Ende selbst als gequälte Se ele und droht sogar mit Mord.

Dem P rem ierenpubl ikum hat’s gefa llen. Es feierte das Schau spie- le rt heater mit la ngem und st ür mischem Applau s.

Hartmann

Nächs te Vo rstellung in Hild es heim am Don- ner st ag , 15 . Septem be r, um 19.3 0 Uhr.

NR. 214 · DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2011

Welt im Spiegel

HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

7

G E S A G T IST G E S A G T

Se it me in e Mut te r gelesen

hat, da ss ich die Gr ün en

wähl e, schickt sie mir die

Br iefwahlunterlage n nicht

mehr in di e USA.

sie mir die Br iefwahlunterlage n nicht mehr in di e USA. Regi ss eu r

Regi ss eu r Rola nd

Em me ri ch be ri ch tet

in

de r „ Be rlin er Ze i-

tu

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ve

rs ch ie de nh ei te

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I E W I S S ENS C H AFT

H

A T F E S T G E S T E L LT

dass das Papasein den Te stosteronspiegel senkt

Fr ischgebackene Väte r haben deut lich weniger Testoste ron im Blut al s vor der Gebu rt des Ki ndes. Ei ne Vate rschaft könnte womögl ich zu ei nem Si nken des Testoste ronspiegel s f üh ren, sch reiben US -For scher über die Ergebn isse ei ner Lang zeitst ud ie au f den Ph ilippinen. Je mehr sich die Väte r um ih ren Nachwuchs kü mmer ten, desto weniger Testoste ron wiesen die Wissen scha ft le r um Christo- pher Ku zawa im Blut der Mä nner nach. Ku zawa von der Nort hweste rn-Unive rsi- tät in Evan ston (US- Staat Il linois) und seine Kollegen berichten über die St ud ie mit mehr al s 600 ju ngen Mä nner n in den „P roce ed ings“ der amer ikan ischen Aka- demie der Wissen scha ften. Vorangega n- ge ne Stud ien hatten bereit s gezeigt, dass Väte r n iedrigere We rte des mä nnl ichen Geschlechtshormons im Blut hatten al s Si ng le -M än ner. Laut Ku zawa wa r jedoch nicht geklär t, ob die Vate rschaf t das Tes- toste ron unte rd rück t oder ob Mä nner mit ei nem n iedrigen Testoste ronwer t eher Nachwuch s bekommen al s andere. dpa

H E U T E IM R A DIO
H E U T E
IM
R A DIO

DLF, ��.�� Uhr „Sprechstunde“:

Alexandra Preisser von der Uni-Klinik Hamburg Eppendorf über die Risiken von Asbest.

DRadio, ��.�� Uhr „Länderreport“:

Herrgottspetzer, Krautärsch und Plasterschis- ser: Über Spitz- und Necknamen in Hessen.

DLF, ��.�� Uhr „Feature“:

Marc Thörner hat eine Reise in den libyschen Aufstand gewagt. Er sprach mit Armeeführern der Aufständischen, deutschen Wirtschaftslob- byisten und libyschen Ölexporteuren.

NDR Info, ��.�� Uhr „Zeitzeichen“:

Die Pilotenlizenz Nummer ��� ging ���� an Melli Beese. Damit war sie die erste Pilotin Deutsch- lands. Heute vor ��� Jahren wurde Beese geboren.

tz

N I C H T O H N E

Doris Day

Jahren wurde Beese geboren. tz N I C H T O H N E Doris Day

Im Alter von 87 Jah- ren und 62 Jahre nach ih rem Debüt als Mu- sikeri n stü rmt Dor is Day noch mal die Charts. Das neue Al- bu m mit bisher un- veröffentlichten Stü- cken der US -A meri- kaneri n („Que Sera, Sera“) habe au f An- hieb den Spru ng unter die Top Ten der bri- tischen Albu m- Charts geschafft, teilte d ie Gesellschaft Official UK Charts mit. Do- ris Day sei damit die älteste Kü nstler in, die jemals einen Platz in den br itischen Charts ergatter t hat. Das neue Albu m mit dem Titel „My Hear t“ sei das erste seit fast zwei Jahrzehnten. Das Albu m mit zwölf bislang unveröffentlichten Titel aus den Jahren 1954 bis 1994 sei von Days Sohn Terr y Melcher produziert worden. dpa

1994 sei von Days Sohn Terr y Melcher produziert worden. dpa Der Tränenpalast heute – seinen

Der Tränenpalast heute – seinen Namen erhielt die einstige Ausreisehalle daher, dass zu DDR-Zeiten bei Abschieden die Tränen flossen.

epd/Stiftung Haus der Geschichte

„Irgendwatt mit Ost und West“

Mit einer Dauerausstellung im Tränenpalast am Berliner Bahnhof Friedrichstraße soll künftig an die deutsche Teilung erinnert werden. Manche Berliner sind skeptisch, ob das gelingt.

VON M AJA H EI NR ICH

N ur wenige Or te zeig ten die Absurdi- tät der deutschen Teilung so ein-

dringlich wie der Tränenpalast in Berlin. Nach der Wende wu rde aus der Gren z- übergangsstel le am Bahnhof Fr iedrich- straße ein Ku lturklub, der den Verkauf

des Gr undstücks an einen Investor al ler-

di ngs nicht überlebte. In zw ischen ist der

Tränenpalast gr undsan iert und erhält

endlich eine neue Bestim mu ng: Am mor- gigen Mittwoch eröffnet Bu ndeskanzle-

ri n Angela Merkel (CDU) die neue Doku-

ment ationsst ät te „Gren ze rfah ru ngen“. Bis zu m großen Eröffnungsfest mit der Kanzleri n geht es zu nächst daru m, die Obdach losen und Trinker vom Tränen- palast fern zu halten. „Die pi nkel n hier überal l hi n. Deshalb si nd wi r 24 Stunden

im Ei nsatz“, sagt ein Mitarbeiter des pr i- vaten Sicherheitsd ienstes City-Schutz.

„I m Bahnhof kosten die Toiletten einen

Eu ro, das ist vielen zu teuer.“ El f Uh r am Vorm ittag, leichter Niesel regen. Ru nde um Ru nde dreht der Sicherheitsman n mit seinem Kollegen um das blaue Gebäude mit den großen Fensterscheiben. Dr in nen glühen Neon röhren, Männer wuseln zw i- schen Kar tons. Letzte Handgriffe fü r die Ausstel lu ng „Gren zerfah ru ngen – A lltag der deutschen Teilung“. Drau ßen dämmer n Obdach lose vor sich. Ju nge Männer schwan ken unter der

Br ücke des Bahnhofs Fr iedrichstraße, in

der Hand Ster nburg-Bier. Touristen hal- ten spontan die Lu ft an, beschleu nigen

ih ren Sch ritt. Bloß weg hier. Di rekt hi nter

der einstigen Ausreisehalle tü rmt sich ein mindestens viermal so hohes Bü rogebäu- de au f. Mieter ist unter anderen das Wi rt- schaftsberatungsunterneh men Ernst &

Young. Der Kontrast könnte nicht größer sein. Tränenpalast 2011: Fü r viele ist das im mer noch eine Gren zerfah ru ng. Wer vom Um feld nicht abgeschreckt ist, dr ückt die Nase an die Scheibe, um einen Blick ins In nere zu erhaschen. Ei ne Tou- ristin kaut au f ih rem Butterbrot und schaut interessiert zu der gesch lossenen Ei ngangstü r. Welche Fu nktion das Ge- bäude einmal hatte? „I rgendwatt mit Ost und West.“ Auch die Schuhverkäu ferin di rekt gegenüber ist nu r unwesentlich be sser in form ie rt. „Wen n ma n dr au ßen Zigarettenpause macht, hör t man so eini- ges.“ Ei ne Gren ze sei das wohl gewesen. Und am Mittwoch kommt die Kan zler in. So viel steht mal fest. Hin und wieder bleiben jedoch auch Menschen stehen und schauen sehr genau hi n. So wie das Seniorenpaar vom Berli- ner Stadtrand, das zwar nicht seinen Na- men in der Zeitung lesen wi ll, ansonsten aber schnel l ins Erzählen kommt: Das alte Gebäude und der Anbau, „da passt gar nichts zusam men“, sagt die Frau mit Blick au f den neuen Ei ngangsbereich, der in de r Tat et wa s an gepappt wi rk t. „Was das hier mal gewesen ist, dr ückt das nicht aus. Die ganze Atmosphäre war viel be- droh licher.“ Aber was ist es gewesen? Für Westler eine Pfor te in den real ex istieren- den Sozialismus; fü r Ostler vor al lem ein Or t der Sch ikane und der trau rigen Ab- schiede. In die unteri rd ischen Gänge und somit ins verzweigte Tunnel netz aus S- und U-Bahn-Lin ien wu rden nach der Kontrolle nu r dieMenschen aus dem Wes- ten entlassen. Wie die Senior in, die damals noch Ger- manistik und Anglistik stud ierte. Regel- mä ßig ging sie ins Berliner Ensemble im Osten, „u nd fü r 2,50 Mark haben wi r gut

gege ssen“. Vom übrig gebl iebe ne n Geld des Zwangsumtausches schaff te sie sich im Laufe der Besuche eine Goethe-Ge- samtausgabe an. Ih ren Freu nden im Os- ten versucht die Studentin auch Lesestoff mitzubri ngen – es klappt nu r nicht im- mer. Ei n Werk von Theodor Fontane nah- men die Gren zer ih r ab. Der Gr und: Das Buch ist im westdeutschen Insel-Verlag erschienen, nicht im ostdeutschen Au f- bau-Verlag. Die i ntensivste Er in neru ng verbindet die Zeitzeug in al lerd ings nicht mit Bü- cher n, sonder n mit dem Putzmittel Lysol. „Die ga nze Au srei se ha lle st an k danach“, sagt sie und muss sich noch heute schüt- tel n. Ganz äh nlich geht es Holger Klein. Auch er kennt den beißenden Geruch aus DDR-Zeiten. „Die haben doch al les damit geputzt.“ Klein tr ug als Teenager Jeans und rauchte Westzigaretten – die er sich von Westlern im Intershop am Tränenpa- last besorgen ließ. Auch das Tauschge- schäft Ost- gegen Westmark lief mit den Touristen blendend. „Ich habe manch mal mehr im Monat verd ient als meine Mut- ter“, er in nert sich der 65 -Jäh rige. Mit 17 – drei Ja hre nach dem Mauerbau – hielt er es nicht mehr in der DDR aus. Mit Schul kameraden floh Klein über die Eisenbahnbr ücke am Bahnhof Fr iedrich- st raße. In se inen sc hick st en Sachen. „Wir wollten ja gut aussehen, wenn wi r im Westen an kommen.“ Leider sahen die ju ngen Männer in ih ren schn ieken, aber unpraktischen Schuhen beim Spur t über das Schotterbett zwischen den Gleisen nicht ganz so gut aus. Geklappt hat es trotzdem, acht Klas- senkameraden der Ma x-Planck-Ober- schu le in Berlin-M itte schaff ten es am Gren zübergang Fr iedrichstraße in den

Westen. Sie kletterten zu den Sch ienen hoch, robbten du rch eine Nische fü r Ka- bel und sprangen schließlich au f fahrende Züge. Die Ju ngs haben das Gebiet vorher lange ausgekundschaf tet. „Das war fr ü- he r ei ne dü st ere Gege nd hier, qu asi le er“, sagt Klein und zeig t au f die vielen Res- taurants und Kneipen, die sich au f der an- deren Seite des Spreeu fers au freihen.

sich au f der an- deren Seite des Spreeu fers au freihen. Au sstellungsstüc ke wie

Au sstellungsstüc ke wie dieser „Grenzkon- trollkof fer sind dauerhaf t zu sehen.

„Das gab es natü rlich al les nicht.“ Begeis- ter t ist Klein dennoch nicht vom fr isch sanier ten Tränenpalast und seinem Um- feld. „Das ist doch wie Disneyland. Wie mies es hier an der Gren ze wi rk lich war, sieht man nicht mehr.“

Die Au ss te ll un g „G re nzer fa hrun ge n“ im Tr än en pa la st is t vo m 15 . Sept em be r an , di en st ag s bi s fr ei tags vo n 9 bi s 19 Uhr so nnab end s un d so nnt ag s vo n 10 bi s 18 Uhr geö ff ne t. De r Ei nt ri tt is t fr ei .

Das soll das Gekreische, Mutter!

Marius Müller-Westernhagen stellt in Berlin sein Livealbum „Hottentottenmusik“ vor – eine Rückkehr zu den Anfängen

VON M AJA H EI NR ICH

I ch möcht zu rück au f die Straße. Möcht wieder si ngen, nicht schön, sonder n geil

und laut!“ 1978 hat Marius Mü ller-Wes- tern hagen diese Zeilen au fgenommen – und 2010 bei seiner Tour nee zu m Rock ’n’

Roll-A lbum „William sbur g“ er neut in die Tat umgesetzt: Laut, knarzig, bluesig. Am 14. Oktober erscheint nu n das Livealbum dazu und selten klang der zeitweilig als „A rman i-Rocker“ verspottete Künstler dreckiger – geschweige denn besser. Das Kapitel Stad ion-Rock scheint endg ültig abgeschlossen. In den Berliner Hansa- Stud ios wu rde die neue Platte abgemischt

– die bald nicht nu r als CD, sonder n auch

als Vinyl in den Läden liegt. Zu r Präsentation vor Jour nalisten kommt Wester nhagen nicht al lein. Er lässt die komplette Tourband aus den USA fü r einen Tag einfl iegen. „Ich bin unglaublich ne rvös“, erklär t de r Sä nger,

bevor die Hörprobe beginnt. Livealben seien ja heutzutage eher Nebenprodu kte, sagt Wester nhagen. „Aber diese Platte ist fü r mich sehr wichtig.“ Motor Music br ingt das Werk heraus – und auch Labelchef Ti m Ren ner ist vor Or t. „Das ist echtes Comm itment“, sagt er mit Blick au f die angereiste Band. Daru n- ter Gitarr ist Brad Rice, der unter ande- rem mit Ryan Adams, Son Volt und Keith Urban gespielt hat. Sowie Bassist John Conte, der passenderweise mit David Bo- wie unterwegs war. Bowie ist – neben U2, Depeche Mode oder R.E.M.–einer der vielen berü hmten Musiker, die in den Hansa-Stud ios nahe dem Potsdamer Platz au fgenommen haben. Womit sich der Kreis schließt. Auch fü r Wester nha- gen ist die neue Scheibe eine Rück kehr zu seinen Wu rzel n, die musikalisch im ame- rikanischen Süden liegen. „Mach die Ne- germusik aus, was soll das Gekreische?“ Dieser Satz seiner Mutter Liselotte hängt

Gekreische?“ Dieser Satz seiner Mutter Liselotte hängt Das Versprechen: „Rock 'n‘ Roll – happy days.“

Das Versprechen: „Rock 'n‘ Roll – happy days.“

Wester nhagen noch heute in den Oh ren. Folger ichtig heißt das Albu m „Hottentot- ten musik“.

Endl ich hat er Mu si ker gefu nden, zu denen sei n röh render Blues-K aschem- men- Gesa ng passt. Die Ba nd unte rlegt die Songs mit ei nem fu rz trockenem, auf den Pun kt gebrachten Rock- Sound, wie ih n in Deutschla nd nu r wenige Mu si ker zusta nde bekommen. „Mei ne Boys“, nennt We ster nhagen die Mä nner. Nie- ma ls habe er sich au f der Bü hne wohler gefü hlt. „Ich wa r Teil der Ba nd, nicht der Ba nd leade r“, schwä rmt er. Wie sich die Amer ikaner wohl gefü hlt haben, wenn sie Song te xte wie „Oh Pip- pi ist kein Na me und auch kein Geträn k. Und ma ncher mu ss schon ren nen, wenn er nu r an Pippi denk t“ („Mit Pfef fe rm inz bi n ich dein Pr in z“) begleiten mu ssten, ist nicht überliefer t. Die Hörprobe scheint ih nen jede nfal ls gut zu gefa llen. „Rock ’n’ Roll – happy days“, sagt Sa xo- fonist Fran k Mead und klat scht Gita r- rist Brad Rice ab. Gute Zu sa mmen fas- sung.

Der Mond wi rd neu vermessen

Washington (dpa). Die beiden „Grail“- Raumsonden der Nasa si nd er folg reich zu ih rer neu nmonatigen Mondex pedition ge- star tet. Die 456 Millionen Dollar teure „Grail“-Expedition („Grav ity Recovery And Interior Laboratory“) wi rd vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa geleitet. Der Star t der Zw illingssonden war mehr- mals verschoben worden, unter anderem wegen schlechten Wetters. Nachdem sie

nu n von einer Delta-Träger rakete er folg- reich ins Al l ge- hiev t w urden, tren nten sich die beiden Sonden und fliegen nun au f separaten Bahnen zum Mond. „Grail“-A u nd -B werden den Mond in dreiei n- halb Monaten er- reichen. Dort sol-

Gleich zwei Sonden sol- len den Mond untersu-

Nasa

sie mit etwa 100 Ki lometern Abstand in einer Tandem for- mation hi ntereinander herfl iegen. Die kompli zier ten Manöver der Mission seien so bei einer Erku ndungsmission au ßer- halb der Erde bislang noch nie geflogen worden seien, betonte die Nasa. Während der anschließenden 82 Tage langen Mess- phase sollen die beiden Sonden wi nzige Schwankungen im Schwerk raftfeld des Mondes kartieren. Wegen dieser Schwan- ku ngen, die von Gebi rgen und Tälern her- vorgeru fen werden, fliegen die Sonden je- weils etwas schnel ler oder langsamer. Die- se Geschw indigkeitsänderu ngen über wa- chen die „Grai l“-Zwi llinge gegenseitig. Au f diese Weise entsteht eine etwa hu n- dertmal genauere Schwerk raftkarte der Vorderseite des Mondes und eine tausend- mal genauere Schwerk raftkarte der Rück- seite als bisher. Diese Kar ten erlauben Ei nblicke in die in nere Stru ktur des Erdtrabanten – von der Kr uste bis zu m Kern. Aus den Er- kenntn issen zu r Entwick lu ngsgesch ichte des Mondes er warten die Forscher auch Au fsch lüsse über die Entw icklung der in- neren Gesteinsplaneten unseres Son nen- system s, ei nsch ließlich der Erde.

len sie so in Um- lauf bahnen ein- schwen ken, dass

Erde. len sie so in Um- lauf bahnen ein- schwen ken, dass chen. Forscher wollen Abfä

chen.

Forscher wollen Abfä lle besser nutzen

Bremen (epd). Wissen scha ftler au s Bre- men und Gießen wollen Lebensmittelab- fä lle besser fü r die Energieerzeugu ng nut- zen. Die Chem iker wollen die Verwertu ng von Resten au s der Lebensmittel- und der Biotechnolog ie -Industr ie untersuchen, teilte die Un iver sität Gießen am Montag mit. Das Projekt der Ju stus-Liebig-Un i- versität und der Hoch schu le Bremen wi rd vom Bundesla ndw ir tschaf tsminister ium geförder t. 20 Mill ionen Tonnen Lebens- mittel la nden nach Angaben der Forscher in Deutschla nd jä hrlich au f dem Mü ll. Gleich zeitig wü rden weltweit die Anbau- flächen fü r Na hr ungsmittel knapp, weil die Nach frage nach er neuerbarer Energie au s Biomasse wachse.

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U M D I E E C K E G E DA CHT

Waagerecht

1 Nicht nur in ihm hat die Schreib- maschine au sgedient 13 Versorgt auch Nichtraucher mit Nikotion 14 An sie denken wohl die meis ten, geht es um Schurz (Pl.) 15 Kürzer als so läss t sich kaum ant worten 16 Dient der lappischen, nicht läppi- schen Versorgung 17 Or tsangabe Marke 15 waager. 18 Wen verkör- pert Boru ssia? 20 Böse s führt im Schilde, wer ihn zu knacken versucht 22 Ihn verfas ste Goethe für Freunde der Tris te sse 24 Mit ihm au sgerüs- tet, hätte die Venus von Milo ver- mutlich keine Weltbekanntheit er- langt (Abk.) 25 Steht vor der Ener- gie, deren Tage gezählt sind 27 Au s-

dauernden wird langer solcher nachge sagt 28 Da läss t sich prima ein kleiner Haken anhängen 30 Is t stet s eine Frage der Vertrautheit (oder des Alter s oder der Erziehung) 33 Fällt bei der Lek türe französischer Zeitungen bisweilen als Er stes ins Auge 34 In dieser Form kann zu we- nig Metall zu Gesundheit sgefähr- dung führen

Senkrecht

1 Auf gut Deut sch: Slowfood-Auf- nahme 2 Is t für den westlichen Nach- barn, was Baku für Aserbaid schan 3 Füllt sich regelmäßig vor einbre- chender Dunkelheit 4 „Freundschaft

fließt au s vielen Quellen, am reins- ten au s ihm“, meinte Defoe 5 Titel, den jeder Kreuzwor trät selfuchs kennt 6 Wie sollte sein, wer eine TV- Karriere anvisiert? 7 Sammel -Hilfe 8 Seine Ernte bedeutet Bücken (und nasse Füße) 9 Kurz form de s Technik- versierten, ggf. mit Hut 10 Solch Auftritt kommt immer auch auf den Betrachter an 11 Is t in dem Alter, in dem Eltern komisch zu werden an- fangen (engl.) 12 Meint, je nach Kontex t, vermuten oder ak zeptie- ren 19 Trägt seinen Teil bei zu olym- pischer Medaille (Abk.) 21 Auf ihm hab en Kicker bisweilen den Au s- gleich 22 Mit die sem S chwung kommt der Golfball noch keinen Zentimeter von der Stelle 23 Nach-

barlicher Einsat z bei dem Satz „Es ist

nicht alles

Ihnen zu Alexander Graham einfal- len 26 Lebt in den Tropen, kommt in Karatekämpfen vor 27 Indiziert Post-Berufliches 29 Steckt zweifach in Einfachheit 31 Dient hier biswei- len der Pluralbildung, womit der Nachbar „hip“ meint 32 Bekam Rich- ter dereins t of t zu hören (Abk.)

, was glänz t“ 24 Sollte

Die Auflösung finden Sie in der morgigen Ausgabe.

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Die Auflösung der
Rätsel von gestern.
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8 HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

Welt im Spiegel

DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2011 · NR. 214

120 Menschen sterben bei Pipeline-Explosion   B o u l e v ard Abstecher nach

120 Menschen sterben bei Pipeline-Explosion

 

B o u l e v ard Abstecher nach Sylt

Kevin Costner (56), Hollywoodst ar, schnuppert ei n paar Tage fr ische Nord-

Kevin Costner (56), Hollywoodst ar, schnuppert ei n paar Tage fr ische Nord-

Addis Abeba/ Nairobi (dpa). Bei einem Brand an einer Pipeline in einem Slum der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind mehr als 120 Menschen ums Leben ge- kommen. Nach Angaben von Zeugen soll am Montag ein Leck in einer Pipeline, die durch ein Ar menviertel führ t, zu einer Explosion geführ t haben. Anschließend habe sich das Feuer rasend schnell ausge- breitet. Die Menschen hätten keine Chan- ce gehabt zu fliehen. Kenianische Medien berichteten, viele Opfer seien in dem Feuer bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Mehr als 160 Verletzte wurden in das Kenyatta National Hospital gebracht. Das Kranken- haus rief dringend zu Blutspenden auf, um den unter schweren Verbren nungen lei- denden Menschen helfen zu können. Nach Angaben der Zeitung „The Stan- dard“ war Bren nstoff aus der Pipeline in einen Abflusskanal in dem Slum gelaufen. Anwohner hätten versucht, etwas von dem Bren nstoff abzuschöpfen, als es zur Ex- plosion kam. Der br itische Sender BBC er- klär te, wahrscheinlich habe jemand ein Streichholz angezündet und so den Brand ausgelöst. Auch von einer Zigarettenkippe war die Rede. Das Unglück ereignete sich im Industriegebiet Lunga Lunga, das in dem dicht besiedelten Sinai- Slum liegt. Minister präsident Raila Odinga zeig te sich tief beweg t und sagte bei einem Be- such an der Unglücksstelle, es seien Er- mittlungen eingeleitet worden. Bundesau- ßenminister Guido Wester welle sprach sein Beileid aus.

se eluft au f Sylt. Am Montag la ndete der Osca r-Preist räger

au f der In sel – nicht

mit dem Pr ivat jet, sonder n m it ei nem Bi ll ig flieger. Gru nd

seiner Visite ist ei n Ge schä ftster mi n. Als

We rbet räger fü r das Modelabel „Arqueo-

nautas“ soll er am Dien st agabend vom

Re st au ra nt „Stu rm haube“ in Ka mpen

au s ei nen On line- Shop eröf fnen, teilten

die Ve ra nsta lter mit. Bei der Pa rt y da-

nach wolle er al s Mu si ker mit seiner Ba nd Mode rn We st das Albu m „F rom Where I Stand“ al s Deutschla ndprem iere vor stel-

len.

dpa

Die Last der Popularität

Ma l im Hotel ein

Ma l im Hotel ein

Bier am Tresen oder ei n Besuch bei sei- nem Lieblingsklub Hertha BSC Berlin – fü r Peter Zw eg at (61), RTL -Schuld-

nerberater, sind d ie-

se

klei nen Verg nü-

gu

ngen seit ei nigen

Ja hren zu ei nem Spießr uten lauf geworden. Denn mit sei- nem Er folg im Fernsehen und dem da mit verbundenen höheren Beka nntheitsgrad sei sein Leben nicht ei nfacher geworden.

Bewohner des Sinai-Slums schauen au f die Trümmer, die einst ihre Behausungen waren. Mehr als 120 Menschen starben.

 

afp

„Ich genieße meine Popu la rit ja“, sagte

 

er am Montag in Berl in. „Aber wenn man

 

zu m sechsten Ma l die Pran ke ei nes Möbel- packer s zw ischen den Schultern spür t,

Flughafen Hamburg baut Körperscanner ab

Sklavenhaltung auf dem Campingplatz

Jahrelang sollen 24 Männer in England in einem angeblichen Sklavencamp festgehalten worden sein

 

wi rd die Beka nntheit zu r Last.“ Deswegen

ziehe er sich da nn lieber au fs Hotel zi mmer

zu rück oder lese zu Hause ei n Buch. dpa

Hamburg (dpa). Die Körperscan ner auf dem Hamburger Flughafen sind Geschich- te. Nach dem gescheiter ten Test wurden die beiden Geräte am Sonntagabend abgebaut und aus der Flughafenhalle geschoben. Das bestätig te eine Sprecher in der Bundespoli- zei am Montag. Ende August hatte Bundes- in nenminister Hans-Peter Fr iedrich (CSU) entschieden, die Körperscan ner nicht wei- ter einzusetzen. Die Auswertung des zehn- monatigen Tests hatte ergeben, dass sie in knapp der Hälfte aller Fälle Fehlalar m ga- ben. Rund 800000 Passagiere hatten die an Duschkabinen er in nernden Apparate frei- willig genutzt. Die Geräte sollen nun unter Laborbedingungen bei der Bundespolizei in Lübeck weiterentwickelt werden – vor allem die Software.

Schluss mit schönem Schein

Judith Holofernes

Von P eter n on ne nm aC her und B ri tta G ür ke

Sie seien vermutlich in Suppenküchen oder in der Nähe von Sozialämtern ange- worben worden. Man habe ih nen Essen, Unterkunft und Lohn versprochen, hieß es. Was die Männer arbeiteten, war zu- nächst unklar. In dem Camp seien ih nen die Haare geschoren worden. Es habe kei- nen Lohn und nur wenig Essen gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden die Männer gezw ungen, täglich von sieben Uh r morgens bis sieben Uh r abends schwe- re Arbeit zu verr ichten. Wer sich beklagt oder sich aufgeleh nt habe, sei verprügelt worden. Habe jemand das Lager verlassen wollen, wurde er bedroht. Illegalen Ein- wanderer n sei erklär t worden, man werde sie der Polizei übergeben. In anderen Fäl- len seien auch schlimmere Drohungen ausgesprochen worden. Die Opfer hätten unter „erschreckend schmutzigen und dicht gedrängten Bedin- gungen“ leben müssen und seien bei ih rer Befreiung in sch lechtem Gesund heitszu- stand gewesen, schilder te O’Neil. Einige seien mit Exkrementen bedeckt gewesen und hätten verd reckte Kleidung getragen, „wei l dass al les wa r, was ma n ih nen er- laubt hat“. Die mutmaßlichen Sklavenhalter hätten ih ren Opfern damit gedroht, sie zusam- menzuschlagen, falls sie versuchten zu fliehen, sagte der Polizist weiter. Mehrere

falls sie versuchten zu fliehen, sagte der Polizist weiter. Mehrere (34), Sänger in von „Wir Si

(34), Sänger in von „Wir Si nd He lden“,

London. Die br itische Polizei hat 24 Männer befreit, die auf einem Wohnwa- genstel lplatz nördlich von London teilwei- se jahrelang wie Sklaven gehalten und zur Arbeit gezw ungen worden sind. Die be- freiten Opfer hätten teilweise unter unbe- schreiblichen Beding ungen in Pferdebo- xen, Hundezwinger n und alten Wohnwa- gen hausen müssen, kein Geld und nur „seh r, sehr kleine Essensrationen“ bekom- men, sagte ein Er mittler. Bei der Razzia in Leighton Buzzard nahmen mehr als 200 Beamte am Sonntag vier Männer und eine Frau unter dem Ver- dacht der Sklaverei fest, wie die Polizei der Grafschaft Bedfordshire mitteilte. Die hochschwangere Frau wurde vorläufig wieder freigelassen, teilte die Polizei am Montag mit. Die befreiten Männer stammten aus England und Osteuropa. Einer von ih nen war den Er mittlungen zufolge 15 Jahre ge- gen seinen Willen auf dem Stellplatz fest- gehalten worden. Bei den Männer n handelte es sich um Obdach lose und Alkoholiker, die von an- geblichen A rbeitsvermittler n angeheuert worden waren, sagte Kr iminalkommissar Sean O’Neil dem Rundfunksender BBC.

ist gener vt. „Dass ich im mer irgend- wie aussehen muss, obwohl ich eigent- lich

ist gener vt. „Dass ich im mer irgend- wie aussehen muss, obwohl ich eigent- lich in erster Li nie ein sch reibender, si ngender Mensch bi n. Das wi ll ich

nicht me hr“, sagt e sie de r Zeit schri ft „Bri- gitte Woman“. Sie sei „d ieses ewige Ru m-

pu zzel n am Äu ßeren“ leid: „Da sitze ich 30

Mi nuten in der Maske fü r drei Mi nuten

Talkshow. Das ist doch absurd!“ Vor al lem die Medien seien daran interessiert, den schönen Schein zu wahren, das habe ihr

Starb Winehouse an Entzugsmedikament?

London (dpa). Der Vater von Sänger in Diva Amy Winehouse hat eine neue Theorie zum Tod seiner Tochter aufgestel lt. Sie habe einen Anfall erlitten, nachdem sie vom Arzt versch riebene Psychophar maka eingenommen habe, sagte Mitch Wine- house. „Sie hat Libr ium genommen. Das ist ein Entspannungsmittel, das man Leuten gibt, die auf Entgiftung sind. Aber es er- höht die Gefa hr von Krämpfen“, sagte er laut „Daily Mirror“. Die Sänger in war im Juli im Alter von 27 Jahren in ih rer Londo- ner Wohnung gestorben. Eine offizielle To- desursache wurde bisher nicht bekannt. Toxikologische Untersuchungen hatten er- geben, dass Winehouse zum Zeitpunkt ih- res Todes keine Drogen genommen hatte.

Die Männer sollen in alten Wohnwagen und Hundez wingern gehaust haben.

afp

ein Erlebn is au f der Echo -Verleihung deut-

lich gemacht. „Ich hatte gerade mein ers- tes Ki nd bekommen und war au f der Af- ter- Show-Par ty, mit etwa 15 Ki lo mehr und in einem zeltar tigen Kleid. Kommt ein Reporter au f mich zu und frag t: ,F rau Holofernes, w ie haben Sie es geschaff t, di- rekt nach der Gebu rt Ih res Ki ndes wieder

so schlan k zu sein?‘“

v m

Männer, denen trotzdem die Flucht gelun- gen sei, hätten schließlich die Polizei alar- mier t. Die befreiten Männer wurden in eine Klinik gebracht. Sie sollen zunächst ärztlich behandelt, gewaschen und neu eingek leidet werden, bevor sie vernommen werden. Dies könne längere Zeit dauern, weil die Opfer durch ih r teilweise jahre- langes Leben in Sklaverei völlig den Kon- takt zur nor malen Welt verloren hätten, sagte O’Neil. Unklar blieb gester n, warum die Polizei so lange gewartet hatte mit ih rer Aktion. Erste Infor mationen sollen die Behörden

schon im Jahr 2008 erhalten haben. Seit- her sollen 28 Menschen, denen die Flucht aus Lager gelungen war, Angaben über das „Sklavencamp“ gemacht haben. Man habe die Situation im Camp „beobachten mü ssen“, sagte ei n Pol izeispre cher. Die Frau eines Verhafteten empörte sich. „Hier gibt es keine Sklaven, das ist doch alles nur gegen uns Traveller gerich- tet“, sagte sie. „Hier können die Leute kommen und gehen, wie sie wollen.“ Meh- rere Männer, die von der Polizei befreit worden waren, sollen inzwischen ins Camp zurückgekehr t sein. (mit: dpa/afp)

lo tt o un d toto

lo tt o: 6, 9, 10 , 16 , 28 , 43 (3 6) Su perz ah l: 0

Ge wi nn

e:

1. (J ac kpot : 7 19 7 8 74 ,70 Eur o)

R. unb es et zt

 

2. R. 4- ma l

5 04 321, 20 Eu ro

3. R. 39 -m al

32 32 8, 20 Eu ro

„Happy Feet“ ist verschwunden

 

4. R. 10 07-m al

32 55 ,30 Eu ro

5. R. 2475 -m al

20 3,70 Eu ro

6. R. 59 49 8- ma l

4 2, 30 Eu ro

   

7. R. 67 816- ma l

2 9,70 Eu ro

Letzter Spieler vom Unglücksteam ist tot

Vielleicht hat der Pinguin nur seinen Peilsender verloren – vielleicht wurde er auch von einem Wal gefressen

 

8. R.

1 130 69 7- ma l

9 ,8 0 Eu ro

 

to to : 1, 1, 1, 2, 2, 1, 2, 1, 0, 1, 1, 2, 2 Ge wi nn e:

Von C hr is t i ane o el ri Ch

V on C hr is t i ane o el ri Ch restier gefressen worden sein.

restier gefressen worden sein. Möglich sei das schon, sagt Mitarbeiter Kevin Lay auf Nachfrage des Nach richtenportals stuff. co.n z: „So funktioniert die Welt eben.“ Pinguine sind zwar hervor ragende Tau- cher, doch müssen sie alle paar Minuten zum Atmen an die Wasserober fläche kom- men. Kaiser ping uine schaffen höchstens 18 bis 20 Minuten unter Wasser. Der Sen- der war nur mit Klebstoff im Federk leid befestigt. Er sollte bis zur nächsten Mau- ser halten, könnte aber durch Salzwasser und Wellen auch abgefallen sein. „Happy Feet“ hatte sich im Juni an ei- nen Strand in der Nähe der Hauptstadt Wellington verirrt, 3000 Kilometer von seiner Heimat entfer nt. Er fraß in seiner Verwir rung Sand, wurde krank und muss- te im Zoo erst wieder aufgepäppelt wer-

den. Am 4. September brachte ein For- schungsschiff ih n in die Nähe der Camp- bell-I nsel südlich von Neuseeland und setzte ih n dor t aus. Er hatte noch 2625 Ki- lometer vor sich. Besonders zielstrebig schwamm „Hap- py Feet“ nicht. Er schaffte in acht Tagen keine 100 Kilometer und beweg te sich zu- letzt eher Richtung Osten statt Süden. Die Beobachter gaben sich den noch zuver- sichtl ic h: „Wir hoffen, dass ,Happy Fe et‘ auf dem Weg nach Hause ist“, hieß es bei Si rt rack. „Wir gl auben, dass de r Se nder abgefallen ist“, steht auf der Internetseite www.our farsouth.org, die die Satelliten- daten über „Happy Feets“ Fortkommen ve röffentl icht. „Wir mü ssen noch ei n paar Tage abwar ten. Vielleicht werden wir dann angenehm über rascht.“

 

1. R. 9- ma l

7 714,2 0 Euro

Moskau (dpa). Fü nf Tage nach dem Flug zeugabst ur z mit der ru ssischen Eis- hockey-M an nschaf t Lokomotive Ja ros- lawl an Bord ist der letz te überlebende Spiele r seinen schweren Ve rlet zu ngen er- legen. De r 26 Ja hre alte Alexander Ga li- mow sei am Montag in ei ner Spezial kl i- ni k in Moskau gestorben, teilten die Är z- te nach Angaben der Agentu r Inte rfax mit. Da mit stieg die Za hl der Toten bei dem Abstu rz vom vergangenen Mitt woch au f 44. Au ßer Ga limow hatte ei n Besat- zu ngsm itgl ied überlebt, das derzeit mit er nsten Ve rlet zu ngen in Moskau beha n- delt wi rd. Ga limow hatte bei der Kata- st rophe schwer ste Ve rbren nu ngen erlit- ten und lag im kü nstl ichen Koma.

Wellington. Kein Happy End für „Hap- py Feet“? Der junge Kaiser ping uin, der sich nach Neuseeland verirrt hatte, ist ver- schw unden. Er war am 4. September süd- lich von Neuseeland ausgesetzt worden und sollte in die Antarktis zurückschwim- men. Tierärzte klebten ih m einen Peilsen- der ins Gefieder, um seine Reise per Satel- lit und live im Internet verfolgen zu kön- nen. Doch seit Freitag fehlt jede Spur von dem Vogel. Es herrscht Funkstille. Der Sender kann Daten nur von der Wasserober fläche übermittel n. Für den Kontaktabbr uch gibt es daher zwei mögli- che Erklär ungen: „Entweder ist der Sen- der abgefallen, oder etwas anderes hat ,Happy Feet‘ davon abgehalten, aufzutau-

2. R. 347- ma l

2 00 ,0 0 Euro

3. R. 4520 -m al

15 ,30 Eu ro

4. R. 28 631- ma l

2 ,4 0 Euro

6 au s 45 : 9, 19 , 23 , 27, 30 , 43 (3 6)

Ge wi nn

e:

1. (J ac kpot : 9 09 270, 60 Eu ro)

R. unb es et zt

2. (J ac kpot : 10 50 7, 20 Eu ro)

R. unb es et zt

 

3. R. 18 -m al

875, 60 Eu ro

Wird vermisst: Pinguin „Happy Feet“.

dpa

4. R. 10 78 -m al

30 ,0 0 Euro

 

5. R. 49 8- ma l

3 0, 00 Eu ro

chen“, teilte die Fi rma Si rt rack mit, die auf die Satel litenüber wachung von Tieren spezialisier t ist. Die Befürchtung vieler „Happy Feet“-Fans wagt die Firma nicht offen an zusprechen: Der Pinguin könnte von einem Wal oder einem anderen Mee-

6. R. 18 000 -m al

2, 90 Eu ro

Ke no

Ge wi nnza hl en: 5, 7, 10 , 18 , 24 , 25 , 26 , 30 , 32 , 33 , 35 , 36 , 39 , 40 , 45 , 46 , 50, 55 , 57, 63

Pl us 5: 4 4 2 8 6

(Oh ne Ge wä hr)

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SEITE 9 – dIEnSTAG, 13. SEpTEmbEr 2011 – nr. 214

v W / S u z ukI

Mis sver st ändnis

W en n Milli ard en im Sp ie l si nd , is t man gen eig t, ei ne au sg ef eilt e St ra tegi e

dah inte r zu ve rmu te n. Die Ve rbi nd un g zw is ch en Vo lk sw ag en un d Suzu ki ze ig t, da ss man ch ma l au ch ei n Mi ss ve rst än dn is genügt , um so lche Summ en zu be we gen . Suzu ki , von vo rnh er ei n ni cht wirk li ch be- ge is te rt , glau bt e an ei ne Pa rt ne rs cha ft au f Au gen höhe mi t den fünfm al gr öße- re n Wo lf sbu rg er n. Bei VW fa nd man di e- se Idee so pu tzig , da ss man si e ni cht ei n- ma l der Fo rm ha lb er er ns t ne hm en mo ch- te. Ir gendw ann wü rd en sich di e Ja pane r sc ho n an den Ge danken ge wö hn en , di e x- te Ma rke im Ko nzer n zu werd en. Sie ge wö hn en sich ni cht daran , un d VW s Umgan g mi t MAN wi rd sie dar in be- st ärk t hab en . So arbei tete n be id e Se it en au ffalle nd zi el st re big un d öf fent li ch au f di e Tr en nu ng hi n. Da s is t fa ta l, den n di e Ve rbi nd un g wä re au sg es pr oc he n sinnvo ll . VW tu t sich sc hw er mi t ei nf achen Kle in- wa gen für di e Sc hw elle nlä nder, au ch der neu e Up ha t se in e Ei gnun g da für no ch ni cht be wi es en . Suzu ki an derer se it s brau cht dr in gen d ei ne n gr oßen Pa rt ne r, wenn er in se in em Ma rk t der Ma ss enmo- bile wei te rkom me n will. An In tere ss en te n dür ft e es ni cht fe hl en . So is t GM vor Ja hr en nu r un te r dem Dr uc k eig ener Pr ob le me au sg es ti eg en un d st ün- de wohl wi ed er be re it . Da s zu ve rh in der n dür ft e au ch der Gr un d se in , wa rum VW an se in er Be te ili gun g fe st hä lt . Do ch da s än der t ni cht s am Sc heit er n ei ne s wic hti- gen Pr oj ek ts , wä hr end gl eichze it ig di e Po rs ch e-Fus io n in s Ho lp er n ko mmt .

S te fan W in ter

k u r z G E m E l d E T

30 000 Jobs fallen weg

Charlotte: Die Ba nk of Amer ica st reicht in den kommenden Ja hren ru nd 30 000 Jobs. Mit den Ei nsch nitten wi ll Ba nkchef Br ia n Moy ni ha n die Kosten senken. Die ei nst so stol ze Ba nk mu ss sich mit säumi- gen Schuldner n und Mill ia rden klagen wegen angeblicher Hy potheken-Bet rüge- reien heru mschlagen. Im er sten Ha lbja hr tü rmten sich die Ve rluste au f 7,4 Mill iar- den Dollar au f (5,4 Mill ia rden Eu ro). Ein gute r Teil der Stel lenstreichungen solle du rch nat ürliche F lu kt uation er reicht werden, erklär te die Ba nk. dpa

Bafin billigt Börsenfusion

Frankfur t: Die Deutsche Börse ist der an- gest rebten Fu sion mit der New York Stock Exchange (N YSE Eu rone xt) ei nen Sch ritt nä her gekommen. Al s ei ne de r er sten zu- st ändigen Aufsichtsbehörden habe d ie Bu ndesan st alt fü r Fi na nzdien st leis- tu ngsaufsicht (Bafi n) den Zu sa mmen-

schluss gebi ll igt, teilte das Unte rneh men am Montag mit. Es stehen aber noch za hl- reiche weitere Prüfungen au s. In sgesamt 40 Wettbewerbs- u nd au fsichtsrecht liche Behörden au s Eu ropa und den USA mü s-

sen zusti mmen.

dpa

Bertelsmann-Tochter kauft zu

Gütersloh: De r vom Me dien riesen Ber- tel sman n mitbet riebene Mu si krechtever- lag BMG über ni mmt den amer ikan ischen Mu si kverlag Bug Mu sic. Dies teilte BMG Rights Ma nagement am Montag mit. Die Unte rneh men hät ten ei nen entspre chen- den Ve rt rag unte rzeich net. Das Geschä ft soll im Ok tober über die Bü hne gehen. De r Kaufpreis wu rde nicht gena nnt. Zum Kata log von Bug Mu sic gehören Klassi- ker wie „T he Passenger“ von Ig gy Pop, „T he Real Sl im Shady“ von Em inem oder „I Wa lk the Li ne“ von Johnny Cash. dpa

Deutsche Bank unter Verdacht

Göttingen: Die Bu ndesan st alt fü r Fi- na nzdien st leistu ngsaufsicht ( Ba fin) in Bonn er mittelt nach Infor mationen der Gesell scha ft fü r bedrohte Völ ker wegen mögl icher Geldwäsche in Ma laysia gegen die Deutsche Ba nk. Dabei gehe es um Za hlungen im We rt von mehreren Hu n- dert Mill ionen Eu ro, die im Au ft rag des um st rittenen Pol itiker s Abdul Ta ib Mach mud abgewickelt worden sein sol- len, teilte die Orga nisation am Montag mit. Ta ib ist Regier ungschef im ma laysi- schen Bu ndesstaat Sa rawak. epd

We niger Luftfracht

Frankfur t: Zwar mehr Passag iere, aber weniger Fracht – der größte deutsche

Flug ha fen in Fran kf ur t zeig t angesichts der schwächel nden Welt wi rt scha ft ein widerspr üchl iches Bi ld. Im Ve rg leich zum Vorjah resmonat ist im Augu st die Menge der beförder ten Lu ftfracht und Post um 6,8 Prozent au f knapp 176 000 Tonnen zu- rückgega ngen, wie die Betreibergesel l- scha ft Frapor t mittei lte. Die Lu ftfracht gi lt al s Fr ühi nd ikator der welt weiten

Wi rt scha ftsk ra ft.

dpa

h A z - ko n T AkT

Wi rt sc ha ft sr ed ak tion:

Te lef on (05 11) 5 18 – 18 24 Fa x (05 11) 5 18 – 28 32

E- Ma il: wi rt sc ha ft @h az .de

Abo nn en te n- Se rv ic e:

08 00 – 1 23 43 04 (kos tenl os)

Suzuki will die Scheidung

Japaner bieten Volkswagen Rückkauf der Aktien an / Wolfsburger halten an Beteiligung fest

Von L ars r uz ic

Han nover. De r japa ni sche Klei nwa- gen- und Motorr adbaue r Su zu ki wi ll nach we nige r al s zwei Ja hr en Ehe die Scheidu ng von Volk swagen. Konzer n- chef Os amu Su zu ki bot de n Wolf sbur- ge rn am Mont ag an, die von VW ge ha l- tenen Ak tien zu rück zu kaufen und die Überkr eu zbet ei ligu ng au fz ulösen. Eu- ropa s g rößt er Autobaue r zeigt e d aran we nig Interess e. „Wir wollen un se re An- te ile nicht ve rk au fe n“, sagt e ei n Spre- cher. Da mit ist we it erer St re it in ei ner Be ziehun g vor pr og ra mm ie rt, d ie von Begi nn an nichts Vorzeigbar es au f den Weg gebr acht hat. Volk swagen hatte Ende 2009 fa st 20 Pr ozent de r Su zu ki-A nt ei le über nom- me n und sich das 1,7 Mill ia rden Eu ro ko st en la ssen. Die Japa ne r er wa rben im Gege nz ug 1,5 Pr ozent de r VW-A nt ei le.

Neue Modelle überstrahlen die Probleme

VW fährt seine schönsten Stücke auf die Bühne

Von s te fan W in ter

Fran kf ur t. Sch le chte Nach richten sollten ei nen Autokonzer n wohl am bes- ten kurz vor der IA A er wischen. Da nn ka nn ma n sicher sein, dass bi nnen St un- den al le Welt nu r noch au f die Autos schaut und nicht mehr au f das Problem. VW hatte in nerhalb weniger Tage seine Fu sion splä ne mit Porsche um zuwerfen und den Scheidu ngsa nt rag des japa ni- schen Wun schpar tner s Suz uki entge- genz uneh men, ehe geste rn Abend d ie Autos solche Uner freu lich keiten über- st ra hlen konnten. Die großen Bü hnen der IA A kennen keine Zwei fel, und VW ist sich die größte Bü hne schu ld ig. Zu r „Group Night“ wa- ren gester n 2500 Gäste in die Fran kf ur ter Ba llspor thal le geladen. An diesem Abend vor Begi nn der IA A-Pressetage fa hren die Konzer nmarken nachei na nder ih re schönsten Stücke au f die Bü hne. Kon- zernchef Ma rtin Wi nterkorn stel lte die Nach ha ltigkeit in den Mittelpu nk t seiner Ansprache. Die Autos des Konzer ns müssten „g roße Emotionen bei mögl ichst wenig Em issionen“ wecken. Audi-Chef Rupert Stad ler hatte ein Schaustück seiner Prem iu mmarke schon am Sonntag vorgefü hr t: die Stud ie „Audi urba n concept“, ei n Zweisitzer mit Elek- troa ntrieb, offen oder geschlossen, mini- ma listisch-sportlich wie einst Kabi nen- roller. Bei VW hat ei n äh nl iches Gefä hrt nu r ei nen Sitz, ist von sa nf terem Wesen und heißt deshalb „Nils“. Nach Ja hren voller übergewichtiger Renom mier stücke da rf es jetzt ei n biss- chen klei ner sein. Wie kein anderes Auto steht dafü r der neue Up, um den sich bei VW im Moment fast al les dreht. Er soll

Up, um den sich bei VW im Moment fast al les dreht. Er soll dpa Die

dpa

Die Wol fsbu rger wollten vor al- le m vom Klei n-

wagen-Know-

how und der st arke n M arkt- position Su zu kis in Indien pr ofi- tieren. De r Pa rt- ne r ze ig te Inte- resse an VW-Hy- brid motoren. Do ch wa r d ie Be ziehun g von

Begi nn an be la s- tet du rch die Sorge de r Japa ne r, Volk s- wage n wolle sie nu r al s we it er e Ma rke in de n Konzer n integrieren. Zwar beteue r- ten die Wolf sbur ge r st et s das Gege nt eil und heue rt en eige ns de n fr üheren Opel- Ma nage r Ha ns De ma nt an, um die di- plomatischen Be ziehun ge n zu verbe s-

Os amu Suzu ki

se rn – oh ne Er folg. Hinz u ka m offe nba r, dass Su zu ki sich von ei ne r Ehe nichts me hr ve rs pr ach. Nach Prüfun g de r VW- Te ch nologien habe ma n „n icht s ge fu n- de n, wa s wi r habe n wollen“, sagt e Patr i- ar ch Os amu Su zu ki be re it s im Ju li. Es- ka lier t war de r Str eit am Wochenende, al s VW de n Japa ne rn vorgeworfen hatte, die Koope ration sver ei nba ru ng gebr o- chen zu haben. Su zu ki be ziehe un zu s- siger we ise Diesel motoren von Fiat. Tr ot z de s St re it s se i Su zu ki „n ach wie vor ei n interess ante s Inve st me nt“, hieß es au s Wolf sbur g. Gleichwohl wi rd in de r Br anche be zwei fe lt, dass die Ehe we it er Best and habe n wi rd. VW habe die Sorge, dass sich die Japa ne r ei nen ande ren Pa rt ne r suchen wollten. Das könne de n Wolf sbur ge rn je doch gar nicht pa ssen, hieß es. So ma nche r re ch- net de sh alb da mit, dass VW ei ne fe indl i- che Über na hme an st rebt. Al le rd in gs

hat de r Konzer n noch nicht ei nm al da- mit begi nnen können, die kü nf tigen Tö chte r Porsche und MA N zu integrie- ren. Fü r Volk swagen se i de r Br uch mit Su- zu ki „sch le cht, de nn de r Konzer n hat tr ot z vieler Ma rken bi sla ng ke ine Kom- peten z im Bi ll igaut oseg me nt“, sagt e der Le it er de s Ce nt er Automotive Re sea rch an de r Un iver sität Du isbu rg-E ssen, Fe r- di na nd Dude nhöffe r. Die Wolf sbur ger bew ie se n ei nm al me hr, dass sie zu Ko- oper at ione n nicht in de r Lage se ie n. „Kei n Autobaue r de r We lt tr aut VW und de r VW-Spitze über de n Weg“, so der Br anchen fach ma nn. D ude nhöffe r sie ht de sh alb la ng fr istig auch die VW-G e- me in scha ft su nt er ne hmen au f de m wich- tigsten Zu ku nf tsma rk t in Ge fa hr : „So- ba ld die Ch inesen eige nstä nd ig laufen können, wi rd wohl de r Bu rg fr ie de n zu Ende se in.“

wi rd wohl de r Bu rg fr ie de n zu Ende se in.“ Minimalistisch-sportlich:

Minimalistisch-sportlich: Audi-Chef Ru per t St adler präsentiert au f der IA A die neue E-Studie „Urban Concept“.

dpa

sein, was sich VW selbst nicht mehr rich- tig zutraute: ei n pfi ffiges, prak tisches, be- za hlba res Auto – und zwar beza hlba r in al ler Welt. Das habe ma n verler nt, hieß es sogar im Konzer n, da fü r brauche ma n Su zu ki. Doch die Japa ner wollen von Bord, ha- ben offenba r n icht viel von ih rem ga nz speziel lenK now-how hergegeben, und beim Bl ick au f den Up frag te sich ma n- cher in der Ba llspor t- ha lle, ob es die quali- täts- u nd deta ilver-

liebten VW-Ent wick ler wohl fertigbr in-

gen, da raus ei n Bi ll ig mobil fü r Indien zu machen. Leichter fiele ih nen sicher ei n Porsche, die 911-Prem iere ist ei n anderes High- light dieser IA A. Auch er rollte in Fran k- fu rt au f die VW- Bü hne, und wer an- gesichts der woh lbe- ka nnten 911-Form mit den Geda nken abschwei ft, sieht schnel l d ie nächste Konzer nbaustel le:

Längst werden die

St uttgar te r al s Fa- mi lien mitg lied be-

15. bis 25. September 2011 Fr ankfurt am Main 64. Internationale Automobil-Ausstellung
15. bis 25. September 2011
Fr ankfurt am Main
64. Internationale Automobil-Ausstellung

ha ndelt. Ih r Ma rken zeichen reiht sich in jede Präsentation ei n, die Über na hme- schlacht ist leidl ich vergessen. M an sehe sich im st ande, den Na men des gemein sa- men Ah nher rn Fe rd inand Porsche wie- der mit ei ner „gew issen Herzen swär me“ au sz usprechen, sagte ei n VW-Vorsta nd. Aber im mer noch ist die Ma rke Porsche formal nu r ei ne 49,9 -P rozent-Tochter, wenn auch mit VW verflochten au f al le er- denkl ichen Ar ten. Den Plan, mit ei ner Fusion die Verhältn isse zu klären, musste man vergangene Woche vorer st zu den Akten legen. Zu groß wä ren die Risi ken fü r VW, zu gi ftig die Altlasten aus Por- sches Über nahmever such. Aber das spielt keine Rolle, wenn vor n der neue 911 steht.

VDA sieht robusten Autoabsatz

Zuversicht vor der Branchenmesse IAA

Von K La us D ieter o eh Ler

Fran kf ur t. Ku rz vor Begi nn der IAA sieht sich die deutsche Autoindu st rie welt weit gut au fgestel lt. Wenn es gelinge, die T urbule nzen an den F inan zmärkten zu beherr schen, gebe es keinen Gr und, an der Stabilität des Automa rk ts zu zwei- feln, sagte der Präsident des Ve rbands der Automobilindu st rie ( VDA), M at th ias Wissma nn, am Montag in Fran kfu rt. „Es wi rd ei ne st arke IA A“, sagte Wiss- ma nn, dessen Ve rband zu m 64. Ma l die „weltweit w ichtig ste Mobilitätsme sse“ ve ra nsta ltet, die am Donner st ag von Bu n- deskan zler in Angela Merkel eröf fnet wi rd. Bis zu m 25. September werden mi n- desten s 800 000 Besucher er wa rtet. M it 89 Welt prem ieren der Autoher stel le r u nd 94 Welt prem ieren der Zul iefe rer sieht sich die Branche gut gerü stet. De r sch nelle Wiederaufstieg nach der Kr ise vor zwei Ja hren hat vor al lem den deutschen Autobauer n neues Selbstbe- wu sstsei n gegeben. Keiner rech ne gegen- wä rtig mit ei ner neuen tiefen Re zession, betont Wissma nn. Selbst wenn der Ab- satz in We steu ropa oder den USA wieder in s Stocken geraten sollte, si nd zu mi n- dest Autos „made in Germany“ in vielen Lä nder n der Welt so sehr gefragt, dass BM W, Me rcedes, Audi, Porsche oder VW sich keine Sorgen um ih re nä here Zu- ku nf t machen mü ssen. Bisher läuf t der Motor au f Hochtouren, im er sten Ha lbja hr si nd die Ex porte um 10,2 Prozent au f 2,3 Mill ionen Neuwagen gestiegen – und dies, nachdem die Au s- fu hren schon 2010 um mehr al s 20 Pro- zent gegenüber dem Kr isenja hr 2009 ge- wach sen wa ren. Vor al lem die Ch inesen si nd der große Wachst um st reiber fü r die deutschen Autobauer. Auch welt weit ist die Autoi ndustr ie zuve rsicht lich. I nsge- sa mt soll die Za hl der welt weit verkau f- ten Pk w in diesem Ja hr um gut zwei Mi l- lionen au f ru nd 70 Mill ionen steigen.

Zwei Insolvenzanträge gegen Saab gestellt

Stockholm (r tr). Zwei Gewerk scha ften haben Antrag au f In solven z des um sein Überleben kämpfenden schwe dischen Autobauers Saab gestel lt. Da mit sollten Geha ltsa nspr üche der M itarbeiter gesi- cher t we rden, teilten die Gewerk scha ften am Montag mit, die Ve rwaltu ng s- bezie- hu ngsweise Fü hr ungskräf te ve rt reten. Saab -Besit zer Swedish Automobile kü nd ig te an, dagegen vorgehen zu wol- len. Noch im Tagesverlauf sollte die Ab- lehnung des Antrags au f Gläubigerschutz angefochten werden. Dadu rch könnte der In solven za nt rag der Gewerk scha ften au- ßer Kraf t gesetz t we rden, hieß es. Aus Geld not lieg t bei Saab seit Monaten die Produk tion stil l. Die A ngestel lten wa rten au f ih re Augu st löhne. Das Unte rneh men steht vor dem endg ültigen Au s, nachdem ei n schwedisches G er icht am Donner st ag ei nen Antrag au f Gläubigerschut z abge- lehnt hat.

ContiTech stärkt Werk Vahrenwald

Millioneninvestitionen und neue Jobs

Von L ars r uz ic

Han nover. De r K autschuk speziali st ContiTech baut seine Produk tion im Stam mwerk H an nove r-Va hrenwa ld au s. Bis 2013 fließt ei n „n iedriger zweistel li- ger Mill ionenbet rag“ in das Trad itions- werk gleich neben dem Sitz der Kon- zern mutter Continenta l. Seit dem Ende der Kr ise ist die Za hl der Beschä ftig ten um 200 au f 1800 gestiegen, weitere Jobs – in bisla ng unbeka nnte r Höhe – sollen in den kommenden beiden Ja hren ge- sc ha ffen we rden. „Wir st el le n de n St and- or t fü r ei ne er folg reiche Zu ku nf t au f“, sagte We rk leiter Konrad Mü ller. Im We rk produz iert ContiTech vor al-

Konrad Mü ller. Im We rk produz iert ContiTech vor al- Lu ft feder test s

Lu ft feder test s bei ContiTech: Der Konzern stärkt die Produk tion in Vahrenwald. Surrey

lem Antr iebs- und Lu ftfe dersysteme. Die Bereiche erha lten neue Produk ti- on sa nlagen, et wa ei ne zehnte Maschi ne zu r He rstel lu ng von Keil riemen. Bei der Herstel lu ng von Vormater ia l, die heute schon an der Gren ze arbeitet, sollen die Kapa zitäten soga r verdoppelt werden. Im Ok tober st ar tet zudem der Bau ei ner neuen Ha lle fü r die Bereit stel lu ng von Rohmater ia l. Die Investitionen „srken den St and- or t enor m“, sagte der Betr iebsratschef in Va hrenwa ld, Di rk Nord ma nn. Bei der Entscheidu ng habe sich das Trad itions- werk gegen andere Fabr iken et wa in Osteuropa du rchset zen können. Der Lohnunte rsch ied spielt bei dera rtigen An lagen kaum noch ei ne Rolle, weil der Anteil der Lohn- an den Gesa mtkosten der Produk tion nu r noch im ei nstel ligen Bereich liegt. Im Zwei fel gehe da Ku n- dennähe vor, so Nord ma nn. Die Div ision A nt riebssysteme bel ie- fe rt von Ha nnover au s die Auto - und Nutzfahrzeugher stel le r m it Za hn- u nd Keil riemen fü r ih re Motoren. De r Be- reich Lu ftfe dersysteme st at tet vor al lem Lk w und Züge au s. Beide Spar ten arbei- ten derzeit mit hoher Dreh za hl, teils ru nd um die Uh r an sieben Tagen in der Woche. Die Au sweitu ng der Sch ichten ist ein Hauptg ru nd fü r das Personalwachst um. Was ur sprü ng lich mit Leiharbeiter n be- ga nn, ist größtenteil s fe sten Jobs gewi- chen. Ei ne Betr iebsvereinba ru ng schreibt vor, dass zeit liche Befr istu ngen spätesten s nach drei Ja hren in ei nen dauerhaf ten Arbeitsplatz umgewa ndelt werden mü ssen.

Elektroautos bleiben in der Nische

Berl in (r tr). Das In stit ut der deut-

schen Wi rt scha ft Köln (I W) hä lt das Re- gier ungsziel von ei ner Mill ion Elek tro- autos 2020 au f deutschen St raßen für un re ali st isch. „Wir gl auben, dass wir die ei ne Mill ion Autos oh ne Förder ung nicht er reiche n können“, sagt e IW-Ver- kehr se xper te Thomas Pul s am Montag in Berl in. Es sei aber dennoch lobens- wert, dass die Regier ung Absat zh ilfen et wa über Kaufprä mien ablehne. Die Entw icklung we rde wohl la ngsa- me r verlau fen. Hauptg ru nd sei, dass vor al lem die Batter ie in den Autos noch zu teuer sei. „De r techn ische For tsch ritt wi rd ei nen g roßen Tei l der Kostenre- du ktion br ingen können, es dauert aber ha lt lä nger.“ Die Bu ndesregier ung wi ll bis 2020 ei ne Mill ion Autos mit Elek tro- antr ieb au f den St raßen sehen, wobei aber auch gemischte Antr iebe, soge- na nnte Hybride, mitgezäh lt werden. De rzeit si nd et wa 42 Mill ionen Pk w in Deutschla nd zugelassen. Das IW hä lt in seiner zusam men mit der Deutschen Ba nk veröffentl ichten St ud ie Neuzulassungen von reinen Elek trofahrzeugen von unte r 3 Prozent am wa hr scheinlichsten – sofe rn es keine di rekte Förder ung gibt. Bei rasa ntem techn ischen Fort schritt und hohen Sub- ventionen könnten es ma xi ma l 8 Pro- zent sein. Die Experten wa rnten zu- gleich vor zu hohen Erwa rt ungen: So wü rden E-Autos au f absehba re Zeit den Öl import kaum verr ingern, da die Fa hr- zeuge vor al lem K leinwagen verdräng- ten. Auch bei den Kohlendiox id-Emis- sionen werde sich bis 2020 wenig än- dern. Das Kü rz ungspoten zial liege un- te r ei nem Prozent der Em ission von

1990.

zial liege un- te r ei nem Prozent der Em ission von 1990. EINLADUNG AR_HERBSTMESSE_11 SYNERGIEN
EINLADUNG AR_HERBSTMESSE_11 SYNERGIEN NUTZE N ! 22/09/2011 HANNOVER Erleben Sie IT-Trends 2011 auf der
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10 HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG

Börsen & Märkte

DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2011 · NR. 214

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Dax fällt auf tiefsten Stand sei Ju li 2009

 

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