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Horten-Konzept Nurflugel FTM

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-FMT-

Der Jubiläumsbauplan

Ein RC-
Nurflügel
nach dem
Horten-Konzept

Wing
Konstruktion:
Andreas Mack


Allgemeines über das Modell Die Aerodynamiker dürfen weiter­
Nachdem schwanzlose Modelle hin darüber streiten, ob das Lip-
immer häufiger auftauchen und pisch- oder das Hortenkonzept für
ich selbst auch solche geflogen einen Nurflügel besser ist; ästhe­
und von den guten Flugeigen­ tisch schöner ist die Horten-Aus-
legung ohne Zweifel. Unser Bau-
schaften begeistert war, hat mich
planmodell „Wing“ ist ein weiterer
der wirkliche Nurflügel, wie ihn Beweis dafür
z. B. Horten entwickelt hat, im­
mer mehr gefesselt. Nach dem
Studium des Buchleins „Nurflü­ ◄
gelmodelle“ von Dipl.-Ing. Mar­ Ein Erinnerungsfoto von der Teck:
tin Lichte und dem Buch von Der Autor unseres Bauplans mit
Horten baute ich das erste Nur­ seinem Modell
flügelmodell mit 1,74 m Spann­
weite für grundsätzliche Flugver­
suche. jedoch Erfahrung vorhanden
Bei entsprechender Wetterlage sein. Trotz der Anlenkung von
flog dieses recht gut, leider stürzte nur Quer- und Höhenruder giert
es jedoch an der Teck auf Grund das Modell nicht. Es geht mo­
einer Störung in der Fernsteuer­ mentenfrei durch die Kurven, was
anlage ab. Die guten Flugeigen­ auf den negativen induzierten Wi­
schaften (absolut überzieh- und derstand an den Flügelenden und
trudelsicher) und ansprechende die 2-Klappensteuenmg zurück­
Flugleistungen bewogen mich da­ zufuhren ist. Flattern ist bis jetzt
zu, einen größeren, jedoch noch nicht aufgetreten. Außer Flügen
handlichen Nurflügel nach dem am Hang wurden viele Hoch­
gleichen Konzept zu bauen. Her­ starts problemlos durchgefuhrt.
aus kam dabei der „WING“ mit Das Flugbild ist faszinierend und
2,3 m Spannweite in konventio­ eine willkommene Abwechslung
neller Holm-Rippen-Bauweise. am Modellflughimmel. Das Mo­
Fliegerisch ist das Modell auf dell ist außerdem sehr montage­
Grund der Abkippsicherheit an­ freundlich, der Zusammenbau ist
fängertauglich. Beim Bau sollte ohne jegliches Werkzeug möglich.

Flug- und Modelltechnik 19


412-5/90
Bauplan -FMT-

Bei der klassischen Auslegung der ▲ Auf die Klappendifferenzierung kommt es an: Quer- und Höhenruder in Stellung
Anlenkung muß man sich die Mög­ „drücken“ und „ziehen“
lichkeit der späteren Justierung der
Anlenkung offen lassen, was hier sten, wenn man sie vorher in
wortwörtlich gemeint ist. Das Wasser gelegt hat und sie dann
Loch in der Beplankung wird von
unter Hitzeeinwirkung, z. B.
innen mit dünnem Sperrholz ein­
gerahmt. Beim Fliegen wird das Heißluftpistole, in die richtige
Loch mit Folie überklebt. Wenn Je­ Form biegt.) Bei den gesamten
de Ruderklappe mit einem eigenen Holmarbeiten müssen die Rippen
Servo angelenkt wird und man sen­ unterlegt und fixiert werden. Jetzt
derseitig entsprechend gerüstet ist, wird das flache Messingrohr (62)
sind diese "Handlocher" nicht nö­ eingeharzt und danach (8), (9)
tig: Die Änderungen der Ruder­ und (10) gegen die Holme ge­
ausschläge nimmt man am Sender leimt, in (8a) ggf. kleine Locher
vor
für Kabel bohren. Dann wird die
Kufe aus den Teilen (11), (12) und
Die „krumme“ Endleiste, die die (13) angeklebt, (auf (11)) aber
spezifische Auftriebsverteilung be­ vorher die untere Kontur von (1)
wirkt ► abtragen, damit (14) in der rich­
tigen Position angeklebt werden
kann.
Bau des Mittelstücks und (17) mit allen Aussparungen unter den richtigen Winkeln ein­ Jetzt kann das Mittelstück mit
Die Holmbrücke (5) muß in einer ausgesägt und die 4-mm-Löcher geleimt (s. Tabelle). Danach wer­ (15) beplankt werden, im Endlei­
einfachen Schablone zusammen­ in (4) und (17) gemeinsam ge­ den (6) und (7) eingesetzt. (Das stenbereich Glasmatte mit einle-
geleimt werden. Nachdem (l)-(4) bohrt sind, werden (l)-(4) in (5) Biegen der Holme geht am be­ gen. Der Deckel („Kabinenhau-

Stückliste:
Teil Nr. Bezeichnung Material/Abmessung Anzahl Teil Nr. Bezeichnung Material/Abmessung Anzahl

1 Rippe Sperrholz 3 mm (2 Stck) 2 39-43 Beplankungen oben/unten Balsa 1,5 mm (je 4) 16


2 Rippe Sperrholz 2 mm 2 44 Nasenbeplanung oben Balsa 1,5 mm 2
3 Rippe Sperrholz 2 mm 2 44a Endleistenbeplankung Balsa 1,5 mm 4
4 Rippe Sperrholz 2 mm 2 45 Hilfsholm oben/unten Kiefer 3x5 mm 4
5 Holmbrücke oben/unten Kiefer 5x5 mm 2 46 Hilfsholm oben/unten Kiefer 3x5 mm 4
6 Hilfsholm oben/unten Kiefer/Balsa 5x5 mm 2 47 Torsionsstift Buche 0 4 mm n.Z. 4
7 Hilfsholm oben/unten Kiefer 3x5 mm 2 48 Verkastung Sperrholz 2 mm 22
8 Verkastung Sperrholz 2 mm 8 49 Verkastung Balsa 2,5 mm 34
8a Verkastung Sperrholz 2 mm 4 50 Eckklotz Kiefer 10 x 10 mm o.ä. 2
9 Verkastung Balsa 2,5 mm 4 51 Dreieck-Leiste Balsa 5x5 mm o.ä. 4
10 Verkastung Balsa 2,5 mm 6 51a Füllklotz Balsa n.Z. 8
11 Kufenbeplankung Sperrholz 2 mm 2 52 Verkastung Balsa 2,0 mm 2
12 Stützstoff Balsa 3 mm (2 Stck) 2 53 Verkastung Balsa 2,0 mm 4
13 Kufe Kiefer 6x6 mm 1 54 Beplankung oben/unten Balsa 1,5 mm 4
14 Auflage Balsa 5x5 mm 2 55 Aufleimer oben/unten Balsa 1,5 mm 88
15 Beplankung oben/unten Balsa 1,5 mm 2 56 Nasenleiste Balsa, hart 10 mm n.Z. 2
15a Verstärkung Sperrholz 0,6 mm 1 57 Randbogenrippe Balsa 5 mm 2
16 Nasenleiste Balsa, hart 10 mm n.Z. 2 58 Nasenleiste Balsa 5 mm n.Z. 2
17 Rippe Sperrholz 2 mm 2 59 Beplankung oben/unten Balsa 0,5 mm 4
18 Rippe Sperrholz 2 mm 2 60 Ruderhom PVC 1,5-2 mm 2
19 Rippe Sperrholz 2 mm 2 61 Ruderhom PVC 1,5-2 mm 2
20-30 Rippe Balsa 2,5 mm 22 62 Messingrohr, flach Messing, für Bandstahl
31 Holm oben/unten Kiefer 3x5 mm 4 10 x 1 mm 2
32 Nasenbeplankung unten Balsa 1,5 mm 2 63 Bandstahl Stahl 10 x 1 mm 2
33 Umlenkhebel PVC 1,5-2 mm 2 64 Haken Fertigteil 2
34 Umlenkhebel PVC 1,5-2 mm 2 65 Flügelbefestigung Messing 2,0 mm n.Z. 2
35 Lagerbrettchen Sperrholz 2 mm 2 66 Verstärkung Kiefer 6 mm n.Z. 1
36 Lagerbrettchen Sperrholz 2 mm 2 67 Bowdenzug Litze in Kunststoffrohr 2
37 Halbrippe Balsa 2,5 mm 2 68 Gestänge Messing 2, 0 mm 8
38 Halbrippe Balsa 2,5 mm 2

20 Flug- und Modelltechnik


412-5/90
MT-1000
Nurflügelmodell

WING
Konstruktion: Andreas Mack

Technische Daten:
Spannweite: 2 300 mm
Fluggewicht: 1150 g
Flügelfläche: 53 dm:
Flächenbelastung: 22 gdm2
Flügelprofil: H II 13,5 %.
auf NACA 0010 gestrakt
V-Form: 3,5 je Seite
RC-Funktionen: Quer-/Hö­
henruder, elektronisch ge­
mixt
Verlag für Technik und
Handwerk GmbH,
Postfach 11 28,
7570 Baden-Baden
Bauplanmaßstab 1:1
Bauplan -FMT-
verschliffen und am Mittelstück
(15a) angeklebt. (60) und (61)
montieren und Gestänge (68) er­
gänzen, (64) einschrauben und
(65) biegen und mit Gummiring
im Mittelstück montieren.

Fertigstellung
Die Bespannung erfolgt mit Pa­
pier, Seide oder Bügelfolie. Bei
einer Folienbespannung darf na­
türlich nicht grundiert werden,
sonst 3-4 mal mit Porenfüller und
dann bespannen. Wer will, kann
alle Holzteile mit gelbem Papier
und die eigentliche Bespannung
mit weißem Papier bespannen.

Einfliegen
Vor dem Einfliegen das Modell
um Quer- und Längsachse aus­
wiegen, ggf. muß im Randbogen
Blei eingebaut werden, damit im
Kurvenflug keine Probleme auf-
treten.
Vor dem Erstflug Ruder leicht
auf „hoch“ stellen und richtigen
be“) wird ausgeschnitten und ggf. bzw. (36) geschraubt, an (67) an­ wird durch Unterlegen der Hin­ Ausschlagsinn überprüfen. Wenn
mit GFK verstärkt. Nasenleiste geschlossen und mit den Hebeln terkante erreicht, lieber einmal zu die ersten Trimmflüge gut verlau­
(16) anleimen, aber noch nicht nach unten (!) zwischen die Rip­ viel als zu wenig nachmessen! (47) fen sind, kann man zum Hoch­
verschleifen. pen geklebt. In (32) so große Aus­ und (63) einharzen, letzterer unter start übergehen bzw. am Hang
schnitte vorsehen und von innen der angegebenen V-Form und starten. In ausreichender Hohe
Bau des Flügels mit 0,6 mm Sperrholz einrahmen, den gesamten Holmbereich ver­ sollte man Überziehversuche vor­
Die Rippen (17)-(30) werden für daß auch nach der Fertigstellung kasten (48), (49). (50), (51) und nehmen. Falls das Modell trotz­
beide Flügel gleichzeitig im Rip- noch justiert werden kann. Aus­ (51a) einleimen und die gesamte dem trudelt, sollte der Schwer­
penblock hergestellt. In (17)-(30) schnitte später mit Klebefolie ver­ Oberseite beplanken. Danach punkt etwas nach vorne genom­
werden nun alle Aussparungen schließen. (37) und (38) anheften Quer- und Höhenruder abtren­ men werden.
angebracht, auch die für Bowden­ und die unteren Beplankungen nen und mit (52) und (53) ver­ Schwerpunkt: 240 mm hinter
zug (67) und Servo. Dann werden (39)-(43) und (44a) zugeschnitten kasten. ACHTUNG! Die Quer- Pfeilspitze
die Rippen zwischen (31) geleimt aufleimen. Die Quer- und Höhen­ und Höhenruder dürfen ihre Hochstarthaken: 40 mm vor dem
und mit (32) beplankt. Anschlie­ ruder werden erst später abge­ Schränkung nicht verändern. Da­ SP direkt an der Kufenunterseite
ßend (67) und Servo einbauen. trennt. (45) und (46) unter Bei­ nach (54), (55) und (56) anleimen Klappenausschläge:
Jetzt werden die Umlenkhebel behaltung der Schränkung (s. Ta­ und dabei auf die Schränkung „ziehen“: äußere Klappen
(33) und (34) hergestellt, auf (35) belle) einleimen. Die Schränkung achten! Die Randbögen werden -100 %, innere Klappen -20 %
aus (57)-(59) zusammengeklebt (100 % Ausschlag entspricht un­
Verjüngter, gepfeilter Flügel, weiche Rundungen zeichnen die typischen und verschliffen, aber erst nach gefähr 27°)
Nurflügel des Horten-Typs aus dem Auswiegen des fertigen Mo­ „drücken“: äußere Klappen
dells um die Längsachse ange­ +20 %, innere Klappen +100 %
leimt. Danach Flügel an das Mit­ „Querruder rechts“: linke, äußere
telstück stecken und (16) mit (56) Klappe +20 %, linke, innere
zusammen verschleifen (Nasen- Klappe +100 %, rechte, äußere
schablone verwenden!). Darauf­ Klappe -100 %, rechte, innere
hin wird das gesamte Flugzeug Klappe -20 %

Schränkungstabelle:
Rippe Schränkung Differenz Sehne in mm
Nr. in Grad (ohne Nasen- u. Endleiste)
vom
hinten
1 + 1,7 + 12,7 (+13,0)
2 + 1,86 + 10,6 (+10,5)
3 +2,0 + 10,7 (+10,5)
4/17 +2,15 + 11,0 (+11,0)
20 +2,5 + 11,2 (+11,0)
30 –8,0 –13,6 (–13,5)

22 Flug- und Modelltechnik


412-5/90

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