Sie sind auf Seite 1von 174

Demaskierung einer Sekte:

Dossier über das Lectorium Rosicrucianum (LR)

Revision 4

Anmerkungen zur Revision 4 des Dossiers (April 2006)

Uns haben einige weitere, recht umfangreiche, Texte von Aussteigern des LR erreicht, die wir nun mit dieser Revision an Sie weitergeben.

Bei dieser Gelegenheit wurde das Dossier leicht überarbeitet (aber aus Zeitgründen noch nicht optimal geordnet) und die PDF-Datei mit einem Hyperlink-Inhaltsverzeichnis ausgestattet, um die Navigation im Dokument zu erleichtern.

Bezüglich der Emails, die uns als Reaktion auf unser Dossier erreichten, seien folgende Bemerkungen gestattet:

Anfragen bezüglich Namensnennungen sind sinnlos: sie werden nicht beantwortet!

Für Anfragen bezüglich gewünschter Aussagen vor Gericht gegen das LR gilt dasselbe!

Wir bleiben in der 'feigen' Anonymität, weil wir weder Interesse an sinnlosen Streitereien haben noch fanatische Eiferer auf der Suche nach Vergeltung sind. Wer die von uns gesammelten Informationen und Berichte bzw. die Legitimität unserer Motive bezweifelt, möge das Dossier getrost ignorieren!

Schüler, die sich in ihrem „Schülertum“, d.h. ihrer selbst gewählten Gefangenschaft, destabilisiert fühlen, mögen sich selbst prüfen anstatt uns zu beschimpfen.

Wir wollen informieren. Ein eventueller Austritt eines Schülers aus dem LR ist eine Frage seines Informationsstandes, seines Urteilsvermögens und letztlich seiner Selbstautorität.

Dass wir uns vom LR gelöst haben, bedeutet nicht, dass wir alle reumütig in den Schoß irgend einer Mutterkirche zurückgekehrt sind bzw. von dieser triumphierend vereinnahmt werden dürfen! Die 'klassischen' Kirchen bzw. Religionsorganisationen aller Schattierungen haben allesamt genug Glaubwürdigkeitprobleme mit ihrer eigenen Geschichte und mit der auch ihnen eigenen Irrationalität!

Anmerkungen zur Revision 3 des Dossiers (Mai 2005)

Um die typische verschleiernde, oft heilig-tümelnde Art der Lectoriumssprache sowie ihre subtilen Drohungsmechanismen zu verdeutlichen, wurde das Dossier um mehrere Originaldokumente dem Wortlaut nach erweitert. Es ist anzunehmen, dass im Laufe der Jahre die eine oder andere Änderung oder Anpassung der Texte stattgefunden hat, ohne dass dadurch ihr Tenor wesentlich verändert wird. Immer wird deutlich, dass jede Kritik und jeder Zweifel zu unterbleiben haben und Anzeichen für Verrat an der Seele, der Schule, der Bruderschaft, Gott, dem Geist usw. sind. Daß daraus schwerste innerseelische Konflikte und Schuldgefühle im Schüler erzeugt werden und u.U. ungesunde Folgen zeitigen, dürfte jedem klar sein.

Geleitwort (August 2004)

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ihnen liegt hiermit eine Sammlung von Texten zu den sogenannten Rosenkreuzern, speziell der Sekte des Lectorium Rosicrucianum, vor.

Sie soll den aus den verschiedensten Gründen an Sekten interessierten Menschen Hintergrundinforma- tionen liefern, die bislang nicht oder nur schwer erreichbar waren.

Vor allem aber auch ehemaligen, oft langjährigen, Schülern der "Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes" oder solchen, die sich mit dem Gedanken an einen Austritt plagen, könnte sie bei ihrem Ablösungsprozess helfen, Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen sich selbst und der sog. "Geistesschule" gegenüber abzubauen, indem sie nunmehr den Betrug eher durchschauen können, dem sie aufgesessen sind.

Wir können Ihnen versichern, dass wir uns zur Veröffentlichung dieser von verschiedenen ehemaligen Schülern zusammengetragenen Texte nicht aus Rachsucht oder ähnlichen niedrigen Gründen entschlossen haben, sondern weil diese steuerlich als gemeinnützig anerkannte Organisation mit den sich ihr anvertrauenden Menschen im Namen des Geistes unseres Erachtens verantwortungslose spirituelle, psychische und finanzielle Ausbeutung betreibt.

Die "spirituellen Führer" des streng hierarchisch aufgebauten Lectorium lassen die Schüler der unteren und mittleren Grade zwar viel Arbeit, Geld, Hoffnung und Zeit opfern, verschweigen ihnen aber weitestgehend die maroden Wurzeln desselben:

- Das (erste) Lectorium Rosicrucianum ist als nicht autorisierte Abspaltung u.a. durch den später als Großmeister inthronisierten Jan van Rijckenborgh aus der Rosicrucian Fellowship von Max Heindel entstanden. (Ein solches Vorgehen nennt man gemeinhin Verrat.)

- Das heutige Lectorium Rosicrucianum ist eine nicht autorisierte Fortführung der von Jan van Rijckenborgh begründeten Schule, indem man den von ihm eingesetzten Nachfolger, seinen Sohn Henk Leene, der schwarzen Magie bezichtigte und davonjagte. (Ein solches Vorgehen nennt man gemeinhin auch Verrat.)

- Die sogenannte Universelle Lehre der Rosenkreuzer ist ein Konglomerat aus dem unerschöpflichen Fundus des esoterischen bzw. religiösen Schrifttums dieser Welt mit theosophischen, anthroposophischen u.a. Vorstellungen. Darin werden die abstrusesten Theorien mit akzeptablen spirituellen Weisheiten und pseudonaturwissenschaftlichen Begriffen zu einem undefinierbaren Brei verkocht, der dann insgesamt die "Wahrheit" darstellen soll: ein alter Trick! Und nirgendwo wird soviel voneinander abgekupfert („geklaut“) wie in der sog. Esoterik, selbst wenn es der größte Blödsinn ist!

- Der Begriff "Rosenkreuzer" selbst ist höchstwahrscheinlich nur eine satirische Schöpfung von Johann Valentin Andreae, der sich darüber wunderte, dass man sie ernst nahm.

So muss man leider feststellen, dass die spirituelle Sehnsucht der nach reiner, wahrer Erkenntnis (Erleuchtung, Erlösung o.ä.) suchenden Schüler missbraucht wird, um sie unter den Geboten der Geheimhaltung, Kritiklosigkeit, unbedingter Dienstbarkeit und Spendenbereitschaft zu Blindheit und Gefangenschaft zu führen, indem sie mit schwülstiger, altmodischer und "schein"-heiliger Sprache in einen Kokon aus grundsätzlich unverständlichen Scheinzusammenhängen eingewickelt werden.

Immerhin haben wir mit der erhellenden Erkenntnis, Betrügern aufgesessen zu sein, auch etwas wertvolles gelernt.

Alle Beiträge wurden von maschinengeschriebenen DIN-A4-Blättern eingescannt. Die Seiteneinteilung kann sich dadurch gegenüber den Originalen verschoben haben. Auch sind inhaltliche Überschneidungen

der verschiedenen Beiträge möglich. Die Reihenfolge ist mehr oder weniger zufällig. Die Rechtschrei- bung wurde nicht verändert. Da die Beiträge älteren Datums sind, sind erwähnte Personen natürlich möglicherweise inzwischen verstorben. Einzelne Bestimmungen oder Regeln sind nach Jahrzehnten abgemildert worden, weil sie einfach zu offensichtlich gegen die Grundrechte des Einzelnen verstoßen (z.B. hinsichtlich Fernseh- und Zeitungsverbot, Homosexualität, Heirat).

Diese Textsammlung ist Freeware, die dem Leser so, wie sie ist, kostenlos überlassen wird! Sie darf nicht von anderer Seite verändert oder verfälscht werden! Obwohl die Texte nach bestem Wissen und Gewissen gesammelt und auf Glaubwürdigkeit überprüft wurden, kann keinerlei Gewährleistung übernommen werden!

I

nh altsver zeich n is

1.Übereinstimmungen zwischen dem LECTORIUM ROSICRUCIANUM und den Sekten

11

1.1.Kennzeichen der Sekten:

11

1.2.Lectorium Rosicrucianum:

11

2.Dr. Rudolf Steiner als Ehemann und Frauenheld

12

2.1.Steiners erste Ehe

12

2.2.Theosophische Abendarbeiten

12

2.3.Der Weiberherzog

12

2.4.Steiners zweite Ehe

12

2.5.Dr. Rudolf Steiner als Reinkarnationslehrer

12

3.Die Legenden von Lemurien und Atlantis in der Lehre des LR (1978)

14

4.Die Verherrlichung der sogenannten klassischen Rosenkreuzer im LR

16

4.1.Die Rosenkreuzerbewegung des Johann Valentin Andreae in der Lehre des LR

16

4.2.Jan van Rijckenborghs Erläuterungen zu dem Buch FAMA FRATERNITATIS von Johann

 

Valentin Andreae

16

4.3.Jan van Rijckenborghs Erläuterungen zu dem Buch CHYMISCHE HOCHZEIT CHRISTIANI

ROSENKREUTZ ANNO 1459 von J. V. Andreae

17

4.4.Die Rosenkreuzerbewegung des Johann Valentin Andreae in Wirklichkeit

18

5.Der Kult um A. Gadal in der Internationalen Schule des Rosenkreuzes (LR)

19

6.Die Pyramidenchronologie in der Lehre der Internationalen Schule des Rosenkreuzes21

7.Mitteilungen des Großmeisters des LR über die unterirdische

24

7.1.Die angebliche Botschaft der Bruderschaft von Golas

24

8.Prophezeiungen des Großmeisters der Internationalen Schule des Rosenkreuzes

26

8.1.Tibet

26

8.2.Der 5. Februar 1962

26

8.3.Das Erscheinen der Bruderschaft

27

8.4.Die Umerziehung der Menschheit

27

9.Die Großmeisterwürde im LR: Anspruch und Wirklichkeit

28

9.1.Angaben des Lectorium Rosicrucianum

28

9.2.Anmerkungen zu den Personen

28

9.3.Schlußfolgerungen

28

10.Herr Jan van Rijckenborgh und der Okkultismus

29

11.JAN VAN RIJCKENBORGH, DER FALSCHE PROPHET AUS HOLLAND

30

12.Die Aquarius-Konferenzen des LR: Wunschtraum und Wirklichkeit

31

13.Monatlicher Studentenbrief der Rosicrucian Fellowship zur Abspaltung der Holländer

 

33

14.Auszug aus dem Monatlichen Studentenbrief der Rosicrucian Fellowship

35

16.Übersetzung eines Briefes von Henk Leene betr. Ufos, unterirdische Bruderschaft

 

usw

37

17.Brief an die Herren Leene und Borkowski betr. Ufos, unterirdische Bruderschaft

usw

39

18.Brief an Herrn Meyer von Henk Leene betr. schlechter Strahlungen usw. im LR

40

19.Begleitbrief der Ehepaare Lang und Boillat betr. Absetzung von Henk Leene

 

41

20.Brief von Henk Leene betr. Vorwürfe der Schwarzmagie usw

42

21.Brief von Henk Leene an Frau de Petri betr. Vorwürfe der Schwarzmagie usw

 

43

22.Brief von Mia Leene an Frau de Petri betr. Vorwürfe der Schwarzmagie usw

 

45

23.Die Nachfolge des Großmeisters des LR - Pläne und Pleiten im Laufe der Jahre

48

24.Auswirkungen des Schülertums im Lectorium Rosicrucianum auf das Leben des Schülers

 

51

24.1.Wie das Lectorium Rosicrucianum seine Wirksamkeit einschätzt

51

24.2.Das vorbereitende Schülertum

51

24.3.Das Probeschülertum

51

24.4.Das bekennende Schülertum

51

24.5.Die HBS (Höhere Bewußtseinsschule)

52

24.6.Die Ecclesia

53

24.7.Das Goldene Haupt

54

24.8.Der Rat der Ältesten

55

24.9.Der siebente Grad

56

25.Die Schülerschar im psychologischen Griff der Internationalen Schule des

Rosenkreuzes

57

25.1.Was versprochen wird

57

25.2.Der Gang in die Gebundenheit

57

25.3.Die Fesseln des bekennenden Schülertums

57

25.4.Geheimnistuerei in der HBS

58

25.5.Die Ecclesia

58

25.6.Die Entmündigung der Schüler

58

26.Die Lehre des Lectorium Rosicrucianum in Kurzfassung

60

26.1.Der Anspruch, den das Lectorium erhebt

60

26.2.Die drei grundlegenden Merkmale der Universellen Lehre

60

26.3.Die zwei Naturordnungen

60

26.4.Die Lehre vom Mikrokosmos

60

26.5.Die Transfiguration

61

26.6.Anmerkung

61

27.Die sieben Grade des Lectorium Rosicrucianum

62

27.1.ÄUSSERE GRADE:

62

27.2.INNERE GRADE:

62

28.Der Schwindel um die Gralsbruderschaft im Lectorium Rosicrucianum 29.Irrige Auffassungen in der Lehre der Internationalen Schule des Rosenkreuzes 29.1.Schwerkraft und Magnetismus 29.2.Serpentarius und Cygnus 29.3.Der planetare Motor im Herzen der Erde 30.Die seltsamen Auffassungen des LR über Ursachen und Heilung der Krebskrankheit 30.1.Großmeister Rijckenborgh über Krebs 30.2.Die Wirklichkeit im Lectorium Rosicrucianum 31.Das falsche Weltbild der Internationalen Schule des Rosenkreuzes e. V

63

64

64

64

64

65

65

65

66

32.Die angeblichen Kontakte des LR zur Gralsbruderschaft 33.Das Märchen vom Gnostischen Kraftfeld des LR 34.Widersprüchliche Angaben über wichtige Daten und Entwicklungsphasen des LR

 

68

71

72

 

34.1.Vorbemerkung

72

34.2.Jan van Rijckenborgh; DER KOMMENDE NEUE MENSCH. Haarlem 1954 34.3.Jan van Rijckenborgh: ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSENKREUZES,

 

72

Haarlem 1955 34.4.Jan van Rijckenborgh; ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSEN-KREUZES.

72

Haarlem 1970 34.5.Jan van Rijckenborgh; DIE GNOSIS IN AKTUELLER OFFENBARUNG, 1956 34.6.Rosenhofbrief vom 24. August 1974 34.7.Sonstige wichtige Daten

 

72

73

73

74

34.8.Schlußbemerkung

74

35.Zur Vereinsgeschichte der Internationalen Schule des Rosenkreuzes LR 35.1.Die Rosenkreuzer über sich selbst 35.2.Über die Gründung des Lectorium Rosicrucianum 35.3.Catharose de Petri 35.4.Erfolge und Rückschläge 35.5.Kontakte zu Lichtbruderschaften und Erleuchteten 35.6.Das Jahr 2001 36.Anmerkungen zur rosenkreuzerischen Theorie über das Atomfeuer in der Erde 37.Die Schulliteratur des Gründers wird manipuliert 37.1.Prophezeiungen über das Jahr 2001 und das Schicksal der Schule 37.2.Das Lectorium als Arche, die apokalytischen Aussagen 37.3.Das magische Jahr 2001 37.4.Warum mußten beim Herannahen des Jahres 2001 Texte aus der Literatur

 

75

75

75

76

76

76

77

78

80

80

80

81

 

verschwinden?

81

38.Guru / Messias / Prophet / Gründer

 

82

38.1.„Der befreiende Pfad des Rosenkreuzes" (Aquarius-Konferenz 4, Basel 1966) . 82

38.3.Gedenkschrift 1968 39.Mitteilung über die Aufnahme in das Probeschülertum 40.Fragebogen zur Aufnahme in das Probeschülertum 41.Begleitschreiben zur Übersendung der „Akte der Verbindung“ 42.Informationen für Probeschüler 42.1.Rosa Mystica

82

84

86

88

89

89

42.2.Rosenhof-Genesungswerk

89

42.3.Sakramente

89

42.4.Beitragszahlung

90

42.5.Die Feuerbestattung 43.Richtlinien für die Öffentlichkeitsarbeit 43.1.Beseelung und Belebung der Öffentlichkeitsarbeit 43.2.Die Ziele der Öffentlichkeitsarbeit sind:

 

90

92

92

92

43.3.Die Arbeitsweise der Öffentlichkeitsarbeit 43.4.Einführungsbriefe (E-Briefe):

93

94

43.5.Die Ankündigung der Veranstaltungen

94

43.6.Manuskripte

95

43.7.Öffentliche Tempeldienste 43.8.Der Weg zum vorbereitenden Schülertum

 

95

95

43.9.Organisatorisches

95

43.10.Koordinator für die Öffentlichkeitsarbeit 44.Prinzipielle Hinweise zur Arbeit des Teams für Öffentlichkeits-Arbeit 45.Das Bekennende Schülertum 45.1.Kapitel I (sich richtend an die Körpergestalt) 45.2.Kapitel II ( sich richtend an die Seelen-Gestalt ) 45.3.Kapitel III ( sich richtend an die astrale Gestalt ) 46.Sakrament der Verbindung 47.Priesterliche Lebensregel Nr. 1 (der Ecclesia-Gruppe)

96

97

99

99

100

103

105

107

48.Priesterliche Lebensregel Nr. 2 (der Ecclesia-Gruppe) 49.Aussteiger des Lectorium berichten 50.Faszination, Enttäuschung, Ausstieg nach 10 Jahren 50.1.Der Einstieg

 

108

109

111

113

50.1.1.Einleitung

113

50.1.2.Rahmenbedingungen

114

50.1.3.Der Einstieg über die 12 Informationsveranstaltungen 50.1.3.1.Unsere Sehnsucht und der uralte Weg 50.1.3.2.Unsere „richtige“ Einstellung wird herausgefordert

115

115

116

 

50.1.3.4.Antwort auf alle Fragen 50.1.3.5.Die Querulanten und „Wegbleiber“ 50.1.3.6.Ich bleibe 50.1.3.7.Die Lehre 50.1.3.8.Die Bibel 50.1.3.9.Die Kirchen 50.1.3.10.Jesus Christus 50.1.3.11.Namhafte Autoren zeugen vom gnostischen Weg 50.1.3.12.Das Gebet 50.1.3.13.Wir werden vor die Entscheidung gestellt 50.1.3.14.Meine Entscheidung für das Schülertum

116

117

117

117

118

118

119

119

120

120

121

 

50.1.3.15.Der 13. Abend 50.1.4.Die Konferenzen

 

121

122

 

50.1.4.1.Der Samstag - Fahrt zur ersten Konferenz 50.1.4.2.Das Programm 50.1.4.3.Der 12 Uhr - Eröffnungsdienst 50.1.4.4.Das Innere des Tempels

 

122

123

123

124

50.1.4.5.Im Ess-Saal

(12.45 Uhr)

 

124

50.1.4.6.Die Mittagspause - unerwünschte Ausflüge 50.1.4.7.Der Gesangdienst (16.30 Uhr) 50.1.4.8.Der Tempelschlaf 50.1.4.9.1. Tempeldienst ( 20.15 Uhr ) 50.1.4.10.Das Abend- und Morgengebet 50.1.4.11.Der Sonntag 50.1.4.12.Meine „Wahrnehmung“ verändert sich

 

124

125

126

126

127

127

127

50.1.4.13.Kleiderzwang?

128

50.1.4.14.Zusammenfassung

 

129

 

50.1.5.Der Schülerweg beginnt

130

 

50.1.5.1.Rituelle Aufnahme 50.1.5.2.Anwesenheitspflicht bei Diensten 50.1.5.3.Private „Untergruppen“ sind nicht erwünscht, stattdessen

130

130

Kontaktrunden mit der Leitung zur Vertiefung des Schülerweges 50.1.5.4.Neue Aufgaben 50.1.5.5.Wir haben einen Auftrag 50.1.5.6.Die Aussteiger

131

131

132

132

50.1.5.7.Begegnung mit einem Aussteiger 50.1.5.8.Mein Leben verändert sich 50.2.Der Ausstieg

 

132

133

135

50.2.1.Erste Zweifel

135

50.2.1.1.Die Gründer des LR sind göttliche Abgesandte

135

50.2.1.2.Die Schulliteratur des Gründers wird manipuliert

136

50.2.1.3.Das Lectorium als Arche, die apokalytischen Aussagen, das Jahr 2001

136

50.2.1.4.Die Informationsveranstaltungen klärten nicht über die vollständige

 

Lehre auf 50.2.1.5.Verurteilung der Homosexualität 50.2.1.6.Ein Zentrumsnachmittag gibt Änderungen bekannt 50.2.1.7.Rational einsichtige Zweifel bleiben ohne Konsequenzen 50.2.2.Die Faszination bricht zusammen: das Blatt 50.2.3.Ich will wach bleiben 50.2.4.Ich fühle mich manipuliert

137

137

137

138

138

139

140

50.3.Ablösungsversuche

 

140

 

50.3.1.Eigene Anstrengungen 50.3.2.Ich misstraue meiner Kritikfähigkeit 50.3.3.Einsamkeit unter den "Gruppenverbundenen" 50.3.4.Keine Zeit zum eigenen Reflektieren

140

142

142

143

50.3.5.Mein letzter Sonderdienst 50.3.6.Letztes Zirkeltreffen 50.4.Der Ausstieg in zwei Schritten 50.4.1.Trauer und Wut 50.4.2.Erster Schritt 50.4.2.1.Das Dilemma einer Entscheidung

 

144

145

145

145

147

147

 

50.4.2.2.Rechtfertigungsdrang

147

50.4.2.3.Gespräche mit Schülern 50.4.2.4.Kontaktaufnahme mit Aussteigern 50.4.2.5.Begegnung mit der Sektenlektüre 50.4.3.Zweiter Schritt 50.5.Nach dem Ausstieg

 

148

149

150

150

152

 

50.5.1.Verfolgungsängste

153

50.5.2.Drohungen, Flüche, Erpressungen 51.Ausstieg nach über 20 Jahren LR-Zugehörigkeit

 

153

156

51.1.Vorbemerkung

156

51.2.Mein Weg ins Lectorium Rosicrucianum 51.3.Gedanken und Erfahrungen 51.3.1.Psychische Probleme

157

158

158

 

51.3.2.Regeln

159

51.3.4.Tempelansprachen und "Geheimwissen"

160

 

51.3.5.Stillezeiten

160

51.3.6.Öffentlichkeitsarbeit und Einführungskurse

161

51.3.7.Widersprüche

161

51.3.8.Vertrauensmissbrauch

161

51.3.9.Die Hierarchie 51.3.10.Elitäres Denken und Machtansprüche

162

162

51.3.11.Rassismus

162

51.4.Mein Ausstieg

162

51.4.1.Verantwortungsbewusstsein

163

51.4.2.Die Meinung über Aussteiger

163

51.4.3.Zusammenfassung

164

52.Aussteigerbericht von einem Schüler zur Zeit des Gründers 52.1.Wie ich zum Lectorium Rosicrucianum kam 52.2.Erfahrungen als Schüler der Geistesschule 52.3.Der Verschleiß an Führungspersonal und der Streit um die Nachfolge des

165

165

165

 

Großmeisters Jan van Rijckenborgh 52.4.Die gescheiterten Aquariuskonferenzen 52.5.Der Patriarch der Katharer 52.6.Wachsende Zweifel an der "Geistesschule" 52.7.Die Legenden von Lemurien und Atlantis 52.8.Fälschungen in der Literatur der "Geistesschule" und das Geheimnis der

167

168

169

170

170

Pyramidenchronologie 52.9.Lug und Trug, aber keine Universelle Lehre 52.10.Der Schwindel um die Gralsbruderschaft im Lectorium Rosicrucianum

171

172

173

1. Übereinstimmungen zwischen dem LECTORIUM ROSICRUCIANUM und den Sekten

1.1.

Kennzeichen der Sekten:

1.

"Der Glaube all dieser Sekten ist absolutistisch" (S. 27).

2.

"Ihr Führungssystem ist totalitär" (S. 27).

3.

"Eine der Bedingungen der Mitgliedschaft ist absoluter, unangezweifelter Gehorsam" (S. 27).

4.

"Eine der wichtigsten, allgemein gültigen Besonderheiten solcher Sekten ist das Vorhandensein eines Führers, der auf die eine oder andere Weise besondere Machtbefugnisse für sich in Anspruch nimmt oder es auch zuläßt, daß man ihn als Messias ansieht. Solche Führer haben besondere, persönliche Fähigkeiten, einschließlich einer einmaligen Weltanschauung und einer besonderen Neigung, drastische Veränderungen im Denken und Verhalten ihrer Anhänger zu bewirken" (S. 27 - 28).

5.

"Zahlreiche Verheißungen über Glück und Erlösung werden gegeben" (S. 30).

6.

"Fast alle Sektenführer sind Endzeit-Propheten, sind Apokalyptiker" (S. 30- 31).

7.

"Alle Kraft und alle Zeit sollen im Dienst der Gruppe eingesetzt werden" (S. 31).

8.

"Ehe dieser Endzustand eintritt, scheinen sich die Sektenmitglieder als zwei Persönlichkeiten zu empfinden, die ursprüngliche und die aufgezwungene" (S. 32).

9.

"Die Ernährung wird geändert" (S. 30).

10.

"Wenn sie die Sekte aus irgendeinem Grund verlassen, durchlebt eine verhältnismäßig große Anzahl der Anhänger psychotische Symptome oder körperliche Krankheiten" (S. 37).

(nach Eberhard Fuchs: JUGENDSEKTEN, München 1979, Goldmann Verlag).

1.2.

Lectorium Rosicrucianum:

1.

"Die Mysterien, mit denen die Rosenkreuzer vertraut sind, umfassen alles, was über Gott, die Natur und den Menschen gekannt werden kann" (Zeitschrift AQUARIUS, Juni 1970, S. 9).

2.

Die Leitung kommandiert, der Schüler pariert.

3.

"Der bekennende Schüler verpflichtet sich zu unbedingtem Gehorsam gegenüber der Geistesschule und ihrer Leitung" (Punkt 17 der 33 Punkte, die der bekennende Schüler unterschreiben muß).

4.

"Noch im Jahre 1924- übernahm dann die Rosenkreuzerbruderschaft in der Person ihres Abgesandten, JAN VAN RIJCKENBORGH, selber die Initiative" (Zeitschrift AQUARIUS, Juni 1970, S. 7).

5.

Das LECTORIUM verspricht das EWIGE LEBEN.

6.

Jan van Rijckenborgh, DIE APOKALYPSE DER NEUEN ZEIT, 1963 - 1967-

7.

"Gruppeneinheit" ist die Losung des Lectorium.

8.

"Von Stunde an, sagten wir, stehen Sie dann in dem Wesen der zwei Naturen: der einen Natur, die mit Johannes dem Täufer untergeht und der anderen Natur, die im Wachsen ist, der Natur des neuen Menschen" (Rijckenborgh, DER KOMMENDE NEUE MENSCH, 1954-, 3. 325).

9.

Vegetarismus ist vorgeschrieben.

2. Dr. Rudolf Steiner als Ehemann und Frauenheld

2.1. Steiners erste Ehe

In seiner Selbstbiographie läßt Steiner kaum etwas über sein Verhältnis zu Frauen verlauten. Er hat seine Gründe dafür. Anthroposophische Schriftsteller führen Steiners Schweigsamkeit auf "Bescheidenheit" zurück.

Während seines Aufenthalts in Weimar lernte Steiner die wohlhabende Witwe Eunike kennen. Er heiratete sie und brachte sie schnell um Haus und Vermögen. Die Ehe ging zu Bruch. 1911 starb seine erste Ehefrau in bitterer Armut.

2.2. Theosophische Abendarbeiten

Anfangs spottete Dr. Steiner zwar über die Theosophie, doch bald stieg er zum Generalsekretär der Theosophischen Gesellschaft in Deutschland auf. Der ehemalige Atheist entfaltete in Berlin eine rege okkulte Vortragstätigkeit. Immer öfter brachte Steiner eine Geistesfreundin mit in seine eheliche Wohnung. Seine Ehefrau spielte die Rolle einer Reinmachefrau und Köchin, die Stieftochter servierte.

Als sich Steiner mit seiner Geistesfreundin zu "theosophischen Abendarbeiten" in Berlin— Schlachtensee zurückzog, schöpfte seine Stieftochter allmählich Verdacht. Sie fuhr nach Schlachtensee, schlich sich an das betreffende Haus, rückte einen Tisch unter das Fenster, bog die Holzlatten der Jalousie waagerecht und beobachtete, "daß die beiden (Steiner und Geistesfreundin), im Bett liegend, sich so benahmen, wie eben Mann und Weib in erotischer Weise zusammenkommen"

2.3. Der Weiberherzog

Bei seinen häufigen Vortragsreisen für die Theosophie war Dr. Steiner stets von einem Schwärm schöner Frauen umgeben. Seine Vorliebe galt adligen Damen. Da die Verehrerinnen immer im gleichen Hotel wie Steiner wohnten, sprach man beim Hotelpersonal von Mormonenwirtschaft. Bei den übrigen Hotelgästen erregte der "Weiberherzog" unliebsames Aufsehen. Da mag auch der blanke Neid mitgesprochen haben. Steiner verstand es ausgezeichnet, den reichen Damen das Geld abzuknöpfen.

2.4. Steiners zweite Ehe

Da schließlich niemand mehr an Steiners geistige Beziehungen zu den Verehrerinnen glauben wollte, sagte der Meister schlicht und ergreifend: "Nun - dann werde ich eben eine von euch heiraten." Die Auserwählte war eine langjährige Freundin aus den Zeiten seiner ersten Ehe. Die Heirat mit Fräulein von Sivers hielt Steiner lange geheim. Er redete seine Frau in der Öffentlichkeit mit Fräulein von Sivers an. Als die Angelegenheit ruchbar wurde, verteidigte er sich damit, er habe eine "Frau zum Reinemachen" nötig gehabt. Eine andere Geliebte beschwerte sich in einem Privatbrief, weil sie sich um die Ehe betrogen fühlte. Steiner warf sie kurzerhand aus der Anthroposophischen Gesellschaft!

2.5. Dr. Rudolf Steiner als Reinkarnationslehrer

Die Reinkarnationslehre trieb in der Anthroposophie seltsame Blüten. Steiner "erforschte" auf okkultem Wege die früheren Erdenleben sehr vieler Persönlichkeiten.

Steiner behauptete unter anderem, daß

Hektor, der Held von Troja, als Hamlet wiederkehrte,

der Philosoph Empedokles als Dr. Faust wiedergeboren wurde,

Goethe und Schiller als die Söhne des anthroposophischen Zahnarztes Grosheinz wiederkehrten,

Friedrich der Große als Ita Wegmann, Leiterin der Klinik der Anthroposophischen Gesellschaft, wiedergeboren wurde.

Steiner gab sich als Wiederverkörperung von Aristoteles, Christus, Thomas von Aquino, Christian Rosenkreutz, Lessing und Goethe aus. Diese Aufzählung beweist, daß Dr. Steiner ein Betrüger sein muß; denn Goethe kann nicht zur gleichen Zeit als Rudolf Steiner und als Sohn des Zahnarztes Grosheinz reinkarnieren.

Wie der Herr, so das Gescherr. Viele Anthroposophen glauben, sie seien in früheren Erdenleben berühmte Persönlichkeiten gewesen. Steiner selbst ließ darüber gelegentlich spöttische Bemerkungen fallen. Unter seinen Anhängern seien mindestens vierundzwanzig, die sich für eine Reinkarnation der Maria Magdalena hielten, sagte er einmal.

Bei den Reinkarnationsspekulationen durfte natürlich auch der Graf von St. Germaine nicht fehlen. Steiner gab zu erkennen, daß er selbst eine Wiederverkörperung des geheimnisvollen Grafen sei.

Okkulte Gegner vermuteten dagegen, Dr. Steiner sei eine Wiederverkörperung des Scharlatans Cagliostro.

Nach Steiners Tod wollten die Anthroposophen natürlich gern wissen, was ihr Meister im Jenseits treibt. Albert Steffen äußerte sich dazu in der Zeitschrift GOETHEANUM vom 31. Januar 1926 auf Seite 37! Danach hält Steiner im Jenseits einen Hochschulkursus ab, und zwar in Gesellschaft von Hölderlin, Goethe, Schiller, Nietzsche, Ibsen und Strindberg.

IST ES AUCH WAHNSINN, SO HAT ES DOCH METHODE!

3. Die Legenden von Lemurien und Atlantis in der Lehre des LR (1978)

Der Großmeister van Rijckenborgh äußert sich zu Lemurien wie folgt:

"Australien ist für Esoteriker ein wunderbares Land. Es ist nämlich ein Überbleibsel des gewaltigen lemurischen Weltteils, wovon die letzten Reste , mit Ausnahme von Australien, Madagaskar und der Osterinsel, ungefähr vor 850 000 Jahren in die Tiefe der Ozeane versanken.

Die Lemurier waren nach ihrem grobstofflichen Bild abscheulich und abstoßend von Ansehen. Sie kamen in zwei Typen vor - eine ganz kleine zwergartige Form und eine von mehr als zwei Meter Länge. Die Körper waren stark behaart, wie Tiere, die Köpfe von gorillaähnlicher Art, Arm- und Beinformen ebenfalls wie die von Menschenaffen. Wenn Sie ferner an den eigenartigen, wackeligen Gang der Anthropoiden denken, dann haben Sie das stoffliche Bild des Lemuriers vor sich. Was den geistigen Aktionsradius und das geistige Vermögen betraf, war der Lemurier ein göttliches Wesen mit dem stofflichen Körper eines Tieres. Er baute ungeheure Städte, von seltsamen Formen, er baute aus Lava- steinen große Standbilder, welche die Monade vorstellen sollten" (Die australische Wüste, Zeitschrift AQUARIUS, Nr. 4, April 1977).

Von Atlantis heißt es:

"Vor unseren Augen findet eine Wiederholung des Dramas von Atlantis statt. Die Wiederverkörperung von Atlantis findet ihre Beweise im Streben der wissenschaftlichen Welt; auch die atlantische Welt ging durch einen Angriff auf die göttlichen Grundlagen der kosmischen Ordnung unter. Damals nicht durch die Wissenschaft, sondern durch eine Priesterschaft. Ais die atlantische Priesterschaft ihre höchsten Machtgesänge erklingen ließ, ging sie unter. Wir leben nun in der arischen Zeitepoche. Ein Teil der Menschheit lebt in dieser Periode durch die Sünde von Atlantis" (ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSENKREUZES, S. 97 - S. 101).

Während der Aquarius-Konferenz 1965 in Bad Münder konnten die Zuhörer aus dem Munde des Großmeisters weitere Mitteilungen empfangen:

"In den Tagen von Atlantis war die Atmosphäre unserer Erde viel schwerer und dichter, als das heute der Fall ist. Sie hielt die Mitte zwischen Luft und Wasser, und die Atmung, wie sie heute geschieht, war damals organisch absolut unmöglich. Der Wasserdampf, der damals mit dem Sauerstoff aufgenommen wurde, wurde durch zwei Organe, die mit der Schilddrüse zusammenarbeiteten und links und rechts am Halse lagen, eingeatmet, dann in Luft und Wasser getrennt, und so wurde dadurch das überflüssige Wasser aus dem System des Menschen entfernt.

Die Lungen, die wir heute besitzen, waren damals noch nicht entwickelt und nur als Prinzipien eines neuen atemtechnischen Systems im Körper vorhanden. Erst als die irdische Atmosphäre sich änderte, viel dünner und feiner wurde und aufhellte und die Sonne zum ersten Mal durch die dicken Wolkenschichten hindurchbrach, wurde das Lungensystem notwendig, um sich in der neuen Atmosphäre halten zu können. Alle also, die sich nicht rechtzeitig der fundamentalen Veränderung der irdischen Atmosphäre angepaßt hatten, mußten untergehen, sie denaturierten jedenfalls.

Die interkosmische Bewegtheit von Atlantis hatte unter anderem den Zweck, das Hauptheiligtum des Menschen freizumachen und vom überflüssigen Wasser zu reinigen, mit dem es, wegen der seinerzeitigen Bedingungen, reichlich gefüllt war. So wurde nach dieser Reinigung das Denkvermögen des Menschen freigemacht und wurde von jener Zeit an der Mensch sich immer mehr des Nadirs der Stofflichkeit bewußt. Als die ersten Flüchtlinge von Atlantis in Scharen zu den damals unbewohnten Festländern kamen, erreichte der Mensch prozeßmäßig den Tiefpunkt seines Niederganges, und er mußte sich dessen völlig bewußt werden" (Die Apokalypse der Neuen Zeit, 1965, S. 24 - S. 26).

Der Großmeister bezeichnete die Spitzenwissenschaftler unserer Zeit als wiederverkörperte Atlantier. In diesem Zusammenhang wurde z. B. der Physiker Einstein genannt, der noch über das atlantische Wissen verfügt haben soll. In Konferenzen behauptete van Rijckenborgh, Atlantis sei durch eine Atombombenexplosion in großer Höhe untergegangen.

Nach umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen steht mit Gewißheit fest:

LEMURIEN UND ATLANTIS HAT ES NIE GEGEBEN!

Alle Berichte über diese versunkenen Zeitalter sind Hirngespinste. Wer sich näher interessiert, kann z. B. folgende Bücher lesen:

E. Thenius: MEERE UND LÄNDER IM WECHSEL DER ZEITEN, 1977

W. Sullivan: WARUM DIE ERDE BEBT, 1977

Tiefseebohrungen zeigten eindeutig, daß im Indischen Ozean kein Erdteil Lemurien versunken ist. Im Atlantik liegt auch kein untergegangener Kontinent Atlantis. Die Umrisse von Afrika und Südamerika zeigen auffallende Übereinstimmung. Diese Landmassen haben sich im Laufe von Jahrmillionen voneinander getrennt. Auch heute noch geht die Drift der Erdteile weiter, allerdings beträgt die Verschiebung im Jahr nur einige Zentimeter.

Durch eine Atombombenexplosion in großer Höhe werden zwar die Strahlungsgürtel der Erde beschädigt, Kontinente gehen dadurch jedoch nicht unter. Erdteile versinken schon deshalb nicht ohne weiteres, weil sie aus spezifisch leichterer Masse bestehen, die auf dem Erdmantel "schwimmt".

Nach rosenkreuzerischer Auffassung soll Lemurien vor 850 000 Jahren, Atlantis vor mehreren Jahrhunderttausenden existiert haben. Das Klima dieser Epochen ist der Wissenschaft ziemlich genau bekannt. Es handelt sich nämlich um das Zeitalter der Eiszeiten. In den Kaltzeiten lagen die Temperaturen um 8 — 12 Grad niedriger als heute, und weite Gebiete waren vergletschert. In den dazwischen liegenden Warmzeiten glichen die Temperaturen ungefähr der Gegenwart. Die neblige Atmosphäre von Atlantis ist eine Erfindung der Okkultisten. Die Menschen atmen seit Jahrmillionen mit Lungen.

Das Rosenkreuz bietet seinen Anhängern nachweislich falsche Lehren als "Universelle Lehre" an. Man spekuliert auf Leichtgläubigkeit und niedrigen Bildungsstand der Gefolgschaft, wie bei Sekten üblich.

4. Die Verherrlichung der sogenannten klassischen Rosenkreuzer im LR

4.1. Die Rosenkreuzerbewegung des Johann Valentin Andreae in der Lehre des LR

Im Lehrgebäude des Lectorium Rosicrucianum nehmen die Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts einen wichtigen Platz ein. Sie gelten als "gnostische Bruderschaft", als "klassische Rosenkreuzer". Johann Valentin Andreae ist demnach ein großer Eingeweihter, der der "Universellen Bruderschaft" angehört. In Tempeldiensten und Konferenzen wird häufig von den klassischen Rosenkreuzern gesprochen. Der Tempel in Calw heißt CHRISTIAN-ROSENKREUZ-TEMPEL. Der Großmeister Rijckenborgh behauptet, es existiere jetzt noch ein transzendenter Körper der Rosenkreuzer.

"Aus dem KLASSISCHEN MAGNETISCHEN KÖRPER der alten Rosenkreuzer strömt uns die fundamentale Strahlung in sehr abgeschwächtem Maße entgegen, damit wir , als sterbliche Seelen, darauf reagieren können" (Jan van Rijckenborgh, DIE GNOSIS IN AKTUELLER OFFENBARUNG, 1956, S. 179 - 180).

Während der Aquariuskonferenz 1964 in Calw verstieg sich der Großmeister zu phantastischen Erklärungen und Voraussagen!

"Infolge der Rosenkreuzerarbeit wurde der Ätherleib des Christian Rosenkreuz von Jahrhundert zu Jahrhundert immer kräftiger und immer mächtiger. Dieser Ätherkörper wirkte nicht nur durch Christian Rosenkreuz, sondern auch durch alle, die seine Schüler wurden. Seit dem vierzehnten Jahrhundert ist Christian Rosenkreuz immer wieder inkarniert gewesen. So haben auch im neunzehnten Jahrhundert die Ausstrahlungen des Ätherleibes des Christian Rosenkreuz fortgewirkt. Durch die Hingabe der Schüler an den so mächtig gewordenen Ätherleib des Christian Rosenkreuz wird ihnen das neue Hellseher, gebracht werden und hohe spirituelle Kräfte zutage fördern. Aber das wird nur für diejenigen Menschen möglich sein, die richtig die Schulung des Christian Rosenkreuz befolgen. Das zwanzigste Jahrhundert hat nun die Aufgabe, diesen Ätherleib so mächtig werden zu lassen, daß er auch exoterisch wirken kann" (Rijckenborgh, DIE APOKALYPSE DER NEUEN ZEIT 1964, Haarlem 1965, S. 47 - 48).

Doch damit nicht genug. Jan van Rijckenborgh kündigte ein direktes Eingreifen der Rosenkreuzerbruderschaft an.

"Verschiedene Autoritätsgruppen, wie zum Beispiel Ministerräte, verschiedene andere politische Gruppen, Vereinigungen von wissenschaftlich gebildeter. Damen und Herren, die beschäftigt sind, ihre Aufträge in irgendeiner Weise auszuführen, die Generaldirektoren von Konzernen jeglicher Art, die bei Direktionsbesprechungen versammelt sind, all diese Gruppen der in unserer Welt führenden Menschen, werden einer sehr eigenartigen Situation gegenübergestellt. All diese Gruppen und Grüppchen von unverkennbar autoritärer Art sollen im psychologisch geeigneten Augenblick bei ihren Versammlungen von Angehörigen der Universellen Bruderschaft aufgesucht werden. Diese Angehörigen werden in ihren unsichtbaren, ätherischen Körpern erscheinen, während; dabei allein ihre Stimme deutlich zu vernehmen ist" (Rijckenborgh, DIE APOKALYPSE DER NEUEN ZEIT 1954, S. 51).

4.2. Jan van Rijckenborghs Erläuterungen zu dem Buch FAMA FRATERNITATIS von Johann Valentin Andreae

"Genau 26 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Druckes (kabbalistisch die Zahl 8, die Zahl des Saturn, in hochspirituellem Sinn der Bewacher der Pforte des Befreienden Lebens) ist es uns erlaubt, die FAMA FRATERNITATIS, den Ruf der Klassischen Bruderschaft des Rosenkreuzes, in neuer Übersetzung erscheinen zu lassen, die in der überarbeiteten Ausgabe des ersten Teiles der Geheimnisse der Rosenkreuzer Bruderschaft, den Kommentaren des verschleierten Geistigen Testamentes der Fratres Rosae Crucis, enthalten ist.

Vieles von den, was im ersten Druck angekündigt oder angedeutet wurde, hat sich inzwischen vollzogen. Unterdessen ist der Aquarius-Einfluß in hohem Maße wirksam geworden und nimmt fortwährend an Kraft zu. Mehr als jemals zuvor ist denn auch die FAMA FRATERNITATIS ein sehr dringender Appell

der Lichtbruderschaft des Anderen Reiches, der an alle gerichtet ist, die in der Gegenwart die Zeichen der Zeit verstehen und einsehen, daß wir in den Tagen des Endes leben, dem Ende des heutigen Bestehenszyklus" (Jan van Rijckenborgh, DER RUF DER ROSENKREUZER BRUDERSCHAFT, 1967, S. 7).

"Die Fama Fraternitatis des erhabenen Ordens des Rosenkreuzes darf man nicht nur so sehen, als sollte das Bestehen dieser Bruderschaft bekanntgegeben werden oder als sei sie eine kurze, aber sehr ver- schleierte Übersicht ihrer Geschichte, dazu bestimmt, von einer ausgewählten Anzahl Menschen angewandt zu werden, sondern diese Fama ist eine magische Kraftformel, eine Zusammensetzung magischer Kraftlinien, an denen entlang und mit deren Hilfe sich die Entwicklung von Welt und Menschheit vollzieht.

Der authentische Text dieser Fama ist durch die Jahrhunderte hindurch, mit Ausnahme von einigen verhältnismäßig geringen Verstümmelungen, für uns bewahrt geblieben; und die Zeit scheint jetzt gekommen oder mehr oder weniger reif zu sein, um dieses großartige Geistige Testament der Rosenkreuzer Bruderschaft bekannter zu machen, seine wunderbaren Tiefen zu enthüllen und mit diesen magischen Kräften zu wirken, um die Pioniere der Menschheit für eine neue Aufgabe bereitzumachen"

(Jan van Rijckenborgh, DER RUF DER ROSENKREUZER BRUDERSCHAFT, 1967, S. 53).

Rijckenborgh weiß nun die seltsamsten Angaben der FAMA FRATERNITATIS zu deuten und füllt damit spielend ein ganzes Buch. Es ist deshalb angebracht, einmal nachzulesen, was Johann Valentin Andreae selbst über die FAMA FRATERNITATIS sagt:

"Wohlan, ihr Sterblichen, ihr dürft auf keine Brüderschaft mehr warten. Die Komödie ist aus. Die Fama hat sie aufgeführt und auch wieder abgeführt" (Andreae, TURRIS BABEL, 1619, S. 69).

Am 16.9.1629 bezeichnet Andreae in einem Brief an Comenius die FAMA als "Blendwerk". In einem Brief vor 27.6.1642 an den Herzog von Braunschweig spricht Andreae von dem "unwürdigen Gaukelspiel einer erdichteten Rosenkreuzer-Bruderschaft".

4.3. Jan van Rijckenborghs Erläuterungen zu dem Buch CHYMISCHE HOCHZEIT CHRISTIANI ROSENKREUTZ ANNO 1459 von J. V. Andreae

"Es ist selbstverständlich, daß wir bei dem Entschluß, eine Erklärung des Buches: DIE ALCHIMISCHE HOCHZEIT VON CHRISTIAN ROSENKREUZ zu veröffentlichen, mit unseren Gedanken bei Johann Valentin Andreae weilen, dem Verfasser dieses Werkes der klassischen Rosenkreuzer. Andreae und seine Arbeit tragen das Kennzeichen eines Fackelträgers, dessen Licht auch jetzt noch nach allen Seiten strahlt. Und immer wenn ein neues Licht im Dienste des großen menschheitsbefreienden Werkes in die Welt hinausgetragen werden muß, wird es an der niemals verlöschenden Flamme des uralten Kandelabers entzündet und dieser hinzugefügt. Dieser Tatsache eingedenk, sind wir von inniger Dankbarkeit erfüllt, daß wir jetzt, da die Zeit gekommen ist, wahrscheinlich zum erstenmal in der Geschichte die Heilsbotschaft, der Johann Valentin Andreae in seinem Werk auf sinnreiche Weise Gestalt verlieh, ihrer Hüllen entledigen dürfen"

(Jan van Rijckenborgh, DIE ALCHIMISCHE HOCHZEIT VON CHRISTIAN ROSENKREUZ, ERSTER TEIL, 1967, S. 5).

"Doch wer den Pfad des Endura in einem vollkommenen Selbstopfer, in einer vollkommenen Selbstübergabe an den ursprünglichen Menschen in sich geht, wird durch das Feuer seines Kreuzweges alchimisch aufgenommen und in den neuen Menschen aufgelöst, der aus dem unvergänglichen Samen emporsteigt. Er stehe also auf in diesem Anderen. In ihm vollzieht sich eine wirkliche und vollkommene Alchimische Hochzeit, wie dies von C. R. C. beschrieben wird. Sein freiwilliger Untergang, sein Endura, "

ist also ein Tod zum Leben, eine Auferstehung in der Unvergänglichkeit,

(Jan van Rijckenborgh, DIE ALCHIMISCHE HOCHZEIT VON CHRISTIAN ROSENKREUZ, ERSTER TEIL, 1967, S. 386).

Aus der verworrenen Erzählung der CHYMISCHEN HOCHZEIT entnimmt Jan van Rijckenborgh immer neue "Heilstatsachen", und er enthüllt den "gnostischen Pfad" des Lectorium Rosicrucianum. Mühelos

füllt er so zwei Bücher. Die Schüler der INTERNATIONALEN SCHULE DES ROSENKREUZES glauben, die UNIVERSELLE LEHRE aller Zeiten vor sich zu haben.

In seiner Selbstbiographie äußert sich Andreae allerdings so:

"Schon in den Jahren 1602 und 1603 fing ich zur Übung meiner Talente an, Aufsätze zu verfassen

'Chymische Hochzeit', eine Posse voll abenteuerlicher Auftritte, erhielt sich. Zum Verwundern wurde sie von einigen geschätzt und durch feine Nachforschungen erklärt, da es ein unbedeutendes Werkchen ist

und die unnützen Bemühungen der Neugierigen darstellt

bereien, in denen ich mich des Vorrats, in meiner mannigfaltigen Lektüre gesammelt, entledigte" (Andreae, Selbstbiographie, S. 16).

Die Anhänger des LECTORIUM ROSICRUCIANUM ahnen nicht im entferntesten, wie sehr sie zum Narren gehalten werden!

Die

Diese waren das Vorspiel meiner Schrei-

4.4. Die Rosenkreuzerbewegung des Johann Valentin Andreae in Wirklichkeit

Die Rosenkreuzerschriften FAMA FRATERNITATIS, CONFESSIO FRATERNITATIS und CHYMISCHE HOCHZEIT CHRISTIANI ROSENKREUTZ ANNO 1459 erregten in Deutschland seinerzeit gewaltiges Aufsehen. Als Verfasser dieser anonymen Bücher gilt der lutherische Theologe Johann Valentin Andreae.

Die 1614 erschienene FAMA fordert die Generalreformation der Welt. In diesem Buch ist die Legende von Christian Rosenkreuz und seinem Orden geschildert. 1615 folgte die CONFESSIO, die einen Aufruf enthielt, sich der Rosenkreuzerbewegung anzuschließen. In der 1616 herausgegebenen CHYMISCHEN HOCHZEIT ist die Geschichte eines alten grübelnden Einsiedlers, des Bruders Christian Rosenkreutz, beschrieben.

Als Echo auf FAMA, CONFESSIO und CHYMISCHE HOCHZEIT ergoß sich eine wahre Flut von Zuschriften und Büchern über Deutschland. Von einigen zustimmenden Äußerungen nimmt man an, daß sie von Andreae selbst verfaßt sind. Streitschriften gegen die Rosenkreuzer wurden von rechtgläubigen Lutheranern und Gelehrten, die den gesunden Menschenverstand als ihre Richtschnur ansahen, veröffentlicht.

Alle Gesuche um Aufnahme in den Rosenkreuzerorder blieben unbeantwortet, obwohl die FAMA versichert hatte:

"Auch wird jeder, der seinen Namen bekanntgibt, versichert sein können, daß er mit einem von uns, sei es mündlich oder - wenn er dagegen etwas einzuwenden hat - schriftlich in Kontakt kommt."

Das ließ natürlich Zweifel an der Existenz des Rosenkreuzerordens aufkommen. Der französische Philosoph Descartes erklärte, daß er nirgends in Deutschland eine wirkliche Rosenkreuzerbruderschaft angetroffen habe.

Wie Nachforschungen ergaben, bestand die sagenhafte Bruderschaft des Rosenkreuzes nur aus dem Tübinger Freundeskreis, dessen wichtigste Figuren der Universitätsprofessor Christoph Besold und Johann Valentin Andreae waren.

Andreae bezeichnete die FAMA später als Gaukelspiel, die CHYMISCHE HOCHZEIT als Posse. In seiner Selbstbiographie behauptete er sogar, "daß ich des Märchens von der Rosenkreuzerei immer lachte und den Curiositätsbrüdern mich widersetzte" (S. 206). Nach dem Scheitern seiner Jugendträume suchte Andreae sein Seelenheil in seiner Kirche. Er starb als gläubiger Lutheraner.

Christoph Besold trat 1630 zum Katholizismus über. 1636 starb er als gläubiger Katholik.

Im 20.Jahrhundert muß es frei nach Andreae wohl heißen:

WOHLAN, IHR SCHÜLER DES LECTORIUM ROSICRUCIANUM, IHR DÜRFT AUF KEINE BRUDERSCHAFT MEHR WARTEN. DIE KOMÖDIE IST AUS!

5. Der Kult um A. Gadal in der Internationalen Schule des Rosenkreuzes (LR)

Der französische Prähistoriker A. Gadal stand jahrelang im Lectorium Rosicrucianum in hohem Ansehen. Er galt als "der altehrwürdige Diener der vorausgegangenen Bruderschaft, der Hüter der alten Heiligtümer von Ussat-Ornolac, der treue und unermüdliche Verkünder der Katharer-Mysterien."

Manche Rosenkreuzer meldeten jedoch auch Vorbehalte an: "Der Gadal ißt ja Fisch und trinkt Wein!"

Nach eigenen Angaben bekam Jan Leene, genannt Jan van Rijckenborgh, vom "Patriarchen der Katharer" die Großmeisterwürde verliehen. Frau de Petri erhielt angeblich die Archidiakonessenwürde.

"Der Patriarch der vorausgehenden Bruderschaft, Herr A. Gadal, hat die Großmeister—Würde Herrn J. van Rijckenborgh zuerkannt und gutgeheißen und Frau Catharose de Petri die Archidiakonessen-Würde" (A. Gadal: Auf dem Wege des Heiligen Grals, S. 166).

1969 beschrieb Frau de Petri das Zusammentreffen mit A. Gadal als wichtiges Ereignis:

" Der goldene Faden, der uns mit der Vergangenheit, mit dem Universellen Quell, mit dem letzten Glied der Universellen Bruderschaftskette verbindet, hat uns vor 21 Jahren zusammengeführt. Es ist der goldene Faden der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, der unsere Lebenswege zusammen und zu den alten Brennpunkten der Universellen Bruderschaftskette führte. Und durch dieses Zusammentreffen wurde die Jung-Gnostische Bruderschaft durch den Mund des alten Patriarchen Monsieur Gadal an die Universelle Kette angeschlossen, und zwar an die vorhergehende Bruderschaft des Mittelalters" (Zeitschrift AQUARIUS, Oktober 1969, S. S).

So entstand also nach Aussage der Großmeisterin die Verbindung zwischen den Katharern des Mittelalters und den Rosenkreuzern der Gegenwart. A. Gadal ist danach ein wiederverkörperter Katharer, ein Vollkommener, ein Transfigurierter, der dem Rad von Geburt und Tod entstiegen ist.

"Durch Herrn Gadal befinden wir uns auf klassischem Boden, sind wir mit dem Atem der vorangegangenen Bruderschaft verbunden und nicht minder mit dem großen, unauslöschlichen Blutsopfer von Tausenden. Der Bewacher, der Hüter, der Patriarch war ein freiwillig Zurückgekehrter, der das große dreimal-heilige Werk für die Menschheit so sehr liebte, daß er als Einsamer in die Orte der Fremdlingsschaft zu gehen wünschte. Jedoch, Sie wissen es: Wer so einsam ist, hat Gemeinschaft mit der Gnosis!

Und darum danken wir dem Licht für seine wunderbare Gnade, daß auch wir den Patriarchen der vorangegangenen Bruderschaft in unserem Bruder und Freund Herrn Gadal begrüßen durften. Wir danken für das große Vorrecht, diesen unermüdlichen Erforscher und Beschirmer der Heiligtümer kennen und lieben gelernt zu haben. Herr Gadal war in seinem Leben ein lebendiger Repräsentant der Brennpunkte im Lande Sabarthez" (Zeitschrift AQUARIUS, März 1970, S. 8).

In Schülerkreisen der Internationalen Schule des Rosenkreuzes erzählte man sich, Jan van Rijckenborgh habe im Mittelalter als Katharer-Graf in Südfrankreich gelebt, Catharose de Petri sei eine Katharer— Prinzessin gewesen.

Auf Konferenzen im Juli und Oktober 1969 wurde den Angehörigen der Inneren Grade eine ungewöhnliche Standpauke gehalten!

"Die Vorgänger in Ihrem Mikrokosmos haben den Pfad wohl gesehen, sie haben den Pfad gekannt, und sie haben sehr viel von diesem Pfad probiert. Ja, sie haben sogar sehr nahe beim Heiligen Gral gelebt, je- doch sie haben, aus welchen Gründen auch, die großen, ihnen geschenkten Möglichkeiten versäumt!

Sie waren 'Berührte', die Gott und dem Mammon dienen wollten, Berührte, die, als die Verfolger kamen, von Angst und Furcht ergriffen wurden, Berührte, die flohen und ihre Brüder und Schwestern, die stand- haft blieben, allein gelassen haben, Berührte, die das Licht verleugneten, als es darauf ankam, Berührte, die in einzelnen Füllen sogar in der Stunde der Gefahr Hand an ihre Brüder legten.

Sehen Sie dieser unerbittlichen Wahrheit in die Augen! Mikrokosmisch waren wir es also, die unseren Herrn ans Kreuz schlugen in den Personen der von uns verratenen, verlassenen und verleugneten Brüder und Schwestern. Und darum ist ihr Blut, ihr schuldloses Märtyrerblut wie ein Feuer, das als ein

magnetischer Höllenbrand in uns brennt. Denn ein 'Berührter' verliert niemals das Blutszeichen einer solchen Schuld. Ein Berührter wird niemals von diesem Blutszeichen frei! Solche Berührte befinden sich jetzt in diesem Tempel" (Zeitschrift AQUARIUS, März 1970, S. 10 - 11).

Schülern der Internationalen Schule des Rosenkreuzes wurde also sogar eine Blutschuld aufgeschwatzt, die aus einem früheren Leben stammen soll.

A. Gadal zeigte in seinen letzten Lebensjahren kein Interesse mehr am Lectorium Rosicrucianum. Am liebsten wollte er Bruder Stratman nicht mehr empfangen; denn C. G. Stratman besaß nur sehr wenig Kenntnis vom Katharismus.

1962 starb Gadal an Krebs und wurde katholisch beerdigt. Die Delegation des Rosenkreuzes blieb der römisch-katholischen Bestattungszeremonie fern und legte nur einen Kranz am Grabe nieder. Unter der Schülerschar machte sich Beunruhigung breit. Die Leitung des Rosenkreuzes erklärte deshalb, der Patriarch sei dem Gelübde der Katharer treu geblieben und nicht aus dem Katholizismus ausgetreten. Die kirchliche Beerdigung gestatte dem Bruder Gadal, in die katholischen Jenseitsgebiete einzudringen. Dort werde er seine Arbeit bis zum Zusammenbruch der kirchlichen Hierarchie fortsetzen.

Henk Leene, der Nachfolger des Großmeisters, schrieb in einem Brief vom 22.12.1970:

"Den Schülern wurden so viele schöne Bilder vorgegaukelt, die alle auf einer Fata Morgana und auf Lügen beruhten, und es ist in einem Brief nicht möglich, Ihnen alle Tatsachen vorzulegen."

6. Die Pyramidenchronologie in der Lehre der Internationalen Schule des Rosenkreuzes

In der Lehre des Rosenkreuzes spielt die Pyramidenchronologie eine wichtige Rolle. Jan van Rijckenborgh äußert sich dazu so:

"Die Pyramide enthält nämlich eine Chronologie, die ungefähr 6 000 Jahre umfaßt. Diese Chronologie spricht von zwei Schicksalserfüllungen, nämlich dem Los der Menschheit im befreienden Sinn und dem Los der Menschheit im untergehenden Sinn, weil die gleichen interkosmischen Strahlungen zu verschiedenen Reaktionen Anlaß geben können, und zwar sowohl zu positiven als auch zu negativen Reaktionen. Es geht hier also um das Schicksal des Menschen, der Menschheit; um das Geschick derer, die sich bekehren und derer, die sich abkehren.

Mit dem Abschluß dieses Jahrhunderts, genau gesagt, im Jahre 2001, endet die Zeitskala der Großen Pyramide. Dann ist sie nicht zur Vergangenheit geworden, kein Monument, an die Tage von einst erin- nernd, sondern dann beginnt sie sogleich aufs neue von unten an; es gibt nämlich interkosmische Strahlungen, die eine Umlaufzeit von rund 6 300 Jahren haben.

Wir sagten soeben, daß die Chronologie der Großen Pyramide deutlich das Jahr 2001 anzeigt. Die junge gnostische Bruderschaft hat also nur etwa 40 Jahre Zeit, um ihre Ernte in vollem Umfange einzuholen, ehe eine Veränderung der ganzen gesellschaftlichen und geologischen Situation der Erde eine lange Wartezeit für eine neue Gnosis erforderlich machen wird.

Nach der Chronologie der Großen Pyramide, genau gesagt seit dem 20. August des Jahres 1953, befindet sich die Menschheit in der Periode des Untergangs dieser Zeitspanne von 2 100 Jahren, in der wir nun leben. Seit diesem 20. August des Jahres 1953 muß entweder der Aufstieg zur Befreiung sich beweisen, oder der Untergang nimmt seinen Anfang. Wir wissen, daß dieser Aufstieg sich in der jungen gnostischen Bruderschaft zu zeigen beginnt, der Untergang jedoch prozeßmäßig in der Welt.

Die Erbauer der Pyramide dort am Nil waren solche Menschen mit einem Ewigkeitsbewußtsein. Sie haben das steinerne Monument gebaut und darin die Analyse einer kommenden Zeitspanne von 6 300 Jahren festgelegt. Durch Veränderungen in den Gesteinsarten, durch die Einrichtung und durch Abweichungen in Höhe, Länge und Breite bestimmter Gänge und Säle haben sie darin eine ganze Chronologie festgelegt. Sie haben alle Geschehnisse für eine Zeit von 6 300 Jahren, mit den Daten, in der Großen Pyramide festgelegt, ohne daß dabei auch nur die geringste Spekulation im Spiel war, denn sie haben in dieser Absicht, anhand einer Erforschung von Millionen Jahren, auf einer absolut wissenschaftlichen Basis das Monument erbaut" (Jan van Rijckenborgh: DEMASKIERUNG, 1957, S. 70 - 79).

Der Großmeister behauptet, die Internationale Schule des Rosenkreuzes habe eine Entwicklung hinter sich, die genau der Pyramidenchronologie entspreche. In diesem Zusammenhang nennt er bestimmte Daten: 1924,September 1936, 20. August 1953, Dezember 2001.

1924 bezeichnet er als Gründungsjahr der "Geistesschule", und im Jahre 2001 soll die Arbeit abgeschlossen sein.

"Wir sind nämlich in eine neue Periode eingetreten; um es genau zu formulieren, geschah dies, nach der Chronologie der großen Pyramide von Gizeh, am 20. August 1953. An diesem Tag hat die neue Periode begonnen, und sie wird bis zum Dezember des Jahres 2001 dauern.

In der Periode, die hinter uns liegt, wurden die elektromagnetischen Möglichkeiten freigemacht. Sie stehen jetzt zu unserer Verfügung, und man kann sie nun anwenden. Die Periode, in welcher diese Möglichkeiten freigemacht wurden, dauerte von September 1936 bis zum 20. August 1953, also genau 17 Jahre. Sie wird bei den Pyramiden-Philosophen die Periode der Königskammer genannt. In diesen 17 Jahren hat die moderne Geistesschule ihre Arbeit vorbereitet und Gestaltung angenommen" (Jan van Rijckenborgh: DIE GNOSIS IN AKTUELLER OFFENBARUNG, S. 20 - 22

Die Ägyptologen beweisen jedoch:

DIE CHEOPSPYRAMIDE ENTHÄLT KEINE CHRONOLOGIE!

Jan van Rijckenborgh hat seine Pyramidenchronologie von dem Okkultisten David Davidson abgeschrieben. Die Pyramidologie-Bewegung erreichte 1924 ihren Höhepunkt mit einer Buchveröffent- lichung:

David Davidson:

THE GREAT PYRAMID: ITS DIVINE MESSAGE (DIE GROSSE PYRAMIDE:

IHRE GÖTTLICHE BOTSCHAFT), London 1924

Davidson nannte folgende wichtige Daten:

1924, 16. September 1936, 20. August 1953

Die geschichtliche Entwicklung hat die Pyramidenchronologie schon in den vierziger Jahren endgültig widerlegt. Den Schülern des Rosenkreuzes aber wird der Unsinn heute noch als UNIVERSELLE LEHRE vorgesetzt.

Ferner behauptete Davidson,

es werde ein Krieg ausbrechen, der in einem Harmageddon ende,

die Große Pyramide sei eine göttliche Offenbarung, die die Wiederkunft Christi signalisiere,

das auserwählte Volk sei in zwei Gruppen unterteilt: das Haus Juda, das Volk, das wir als die Juden kennen, und die Israeliten, die "verlorenen Stämme", aus denen schließlich die Angelsachsen hervorgingen.

In den Büchern der Internationalen Schule des Rosenkreuzes kann man diese Gedankengänge wiederfinden. Jan van Rijckenborgh ergänzt diese Aussagen noch mit der Ankündigung des GROSSEN SPIELS, der scheinbaren Wiederkunft Christi.

"Das Abendland ist: in große Gefahr gekommen. Der Tod des Abendlandes steht bevor.

Es wird begreiflich sein, daß von der Welt nichts, aber auch gar nichts übrigbleiben wird, wenn in diesem Kampf, der schon begonnen hat, die modernen Vernichtungswaffen eingesetzt werden.

Wenn Sie diese Situation nun gut vor sich sehen, haben Sie ein Bild vor HARMAGEDDON, dem großen Kriegsschauplatz, wo in diesem Moment alle Völker der Erde versammelt sind. Begreifen Sie gut die buchstäbliche Bedeutung dieser bildlichen Sprache! Aller Augen, die Augen der gesamten Welt sind auf das Mittelmeer gerichtet, auf den Kriegsschauplatz, wo der große Kampf aller mit allen und gegen alle ausgekämpft werden wird, und wo dieser Kampf, wie Sie wissen, inzwischen begonnen hat" (Jan van Rijckenborgh: DEMASKIERUNG, S. 92, 93, 98).

"Darum muß die Siebenfältige Weltbruderschaft, die im Dienst der Christus-Hierarchie steht, im Namen und Auftrag Christi die Initiative für die Führung der Menschheit ganz und gar auf sich nehmen.

Es wird eine Manifestation sein, die mindestens 24 Stunden dauern wird, und zwar in einem der feinsten stofflichen Gebiete, nämlich in der Luftsphäre, so daß jedes Auge es sehen, jedes Ohr es hören wird und alle Organe, die der Mensch besitzt, darauf reagieren werden: Eine Manifestation also der Siebenfältigen Weltbruderschaft für alle Menschen und für alle Rassen. Alle Bruderschaften, die an der sogenannten Universellen Kette teilhaben, werden daran mitwirken. Und gleichzeitig wird diese Manifestation verbunden sein mit einer ungeheuren Kraftausgießung durch elektromagnetische Strahlungen, die das ganze menschliche System angreifen und in jedem Menschen eine tiefe Reaktion zuwegebringen werden:

Eine Reaktion nämlich, die eine gewisse Zeit im Hauptheiligtum eines jeden Menschen eine bestimmte Ordnung herstellen wird, die eine Ähnlichkeit mit dem Geistseelenzustand hat"

(Jan van Rijckenborgh: DIE ALCHIMISCHE HOCHZEIT VON CHRISTIAN ROSENKREUZ, 1967, S. 376 ~ 379).

"Diese alte semitische Wurzelrasse war in zwölf Stämme aufgegliedert, und diese zwölf Stämme verteilten sich auf zwei Königreiche: das Königreich Israel, das zehn Stämme der alten semitischen Wurzelrasse umfaßte, und das Königreich Juda, das aus zwei Stämmen dieser alten Rasse bestand.

In einem bestimmten Moment war in der Geschichte das Königreich Israel verschwunden, total verschwunden.

Wenn Sie sich die Landkarte von der Umgebung des Mittelmeeres vorstellen und an Kleinasien denken, wo das Königreich Israel sich befand, dann sehen Sie, daß die zehn verschwundenen Stämme, die durch die syrischen Landstriche in nordwestliche Richtung hinweggeführt wurden, sich auf diese Weise in der Richtung nach Westeuropa ausbreiteten. Daraus kann man schließen, daß wir mit vielen anderen Völkern Europas die Nachkommen der angeblich verschwundenen zehn Stämme sind" (Jan van Rijckenborgh:

DEMASKIERUNG, 1957, S. 85 - 87).

Das Rosenkreuz bietet okkulte Irrlehren als UNIVERSELLE LEHRE an!

7. Mitteilungen des Großmeisters des LR über die unterirdische Menschheit.

7.1. Die angebliche Botschaft der Bruderschaft von Golas

Auf der Aquariuskonferenz 1967 in Toulouse kündigte der Großmeister die Sichtbarwerdung von geheimnisvollen Gebieten an, die unter der Erdoberfläche liegen:

"So werden zum Beispiel die Bewohner der Gebiete, die unter der Oberfläche der Erde liegen, sichtbar und erkennbar werden, denn auch ihr Lebensweg wird durch die interkosmische Revolte, die uns angegriffen hat, völlig verändert werden. Dieses wird sich unter anderem durch eine Anzahl vulkanischer Ausbrüche vollziehen, die das Innere der Erde samt der äußeren Ansicht der Länder und Seen eingreifend verändern" (DIE APOKALYPSE DER NEUEN ZEIT, 1967, S. 57 - 58).

Nach der Aquariuskonferenz in Toulouse unternahm der Großmeister eine Reise nach Brasilien. Er hatte dazu — nach eigenen Angaben - einen Auftrag der UNIVERSELLEN BRUDERSCHAFT empfangen. Das Strahlungsfeld des Rosenkreuzes sollte auch von der südlichen Halbkugel der Erde her belebt werden. Über die Südamerikareise hielt Jan van Rijckenborgh in Europa geradezu sensationelle Konferenzen.

Silvester 1967 begann der Großmeister seine Konferenzansprache mit den Worten: "Was wissen wir schon über unseren Planeten?" Er äußerte ferner, die Naturwissenschaft sei nicht einmal in der Lage, die Entstehung des Polarlichtes zu erklären.

Jan van Rijckenborgh befaßte sich sodann mit der Menschheit, die angeblich im Erdinnern beheimatet ist. Der Großmeister behauptete, die Menschen im Innern der Erde

haben einen sehr hohen Wissensstand erreicht,

verfügen über eine erstaunliche Technik und besitzen fliegende Untertassen,

beobachten mit großer Sorge die Gefahren der Atomtechnik auf der Erdoberfläche,

leben in idealen gesellschaftlichen Verhältnissen,

bewohnen Höhlen, in denen ein besonderes planetarisches Licht herrscht.

In den unterirdischen Höhlenbezirken soll demnach eine angenehme Temperatur von 19 - 22 Grad Celsius herrschen. Der amerikanische Forscher Richard Evelyn Byrd habe in den Polargebieten solche Höhlen entdeckt, in denen Pflanzen wachsen und Tiere leben. Die US-Regierung habe die aufsehenerregenden Entdeckungen Jedoch geheimgehalten.

Der Großmeister sprach nun von drei unterschiedlichen Sphären im Erdinnern: Agharta, Duad und Shamballah. In Agharta ist immer Tag, in Duad gibt es Tag und Nacht, und in Shamballah ist immer Nacht.

Die überraschten Konferenzteilnehmer erfuhren noch, daß sich in Brasilien ein Zugang zur geheimnisvollen Welt im Erdinnern befindet. Zum Heil der unterirdischen Menschheit sei auch eine Lichthierarchie tätig, die Bruderschaft von Goias. Jan van Rijckenborgh erklärte, er habe eine Botschaft von der Bruderschaft von Goias erhalten. Aus diesem Brief zitierte er allerdings nur den einen Satz:

"Wird es ein neuer Anfang oder das Ende sein?"

Ergänzend hieß es, ein Abgesandter der unterirdischen Bruderschaft sei im Tempel des Rosenkreuzes erschienen. Herr Ritman habe sich mit ihm jedoch nicht verständigen können. Abends tauchte dann sogar eine fliegende Untertasse über der Residenz des Großmeisters auf.

In der Folgezeit äußerte sich der Großmeister zur Enttäuschung seiner Schülerschar nicht weiter über die brasilianischen Geschehnisse. Die Tatsachen sehen nämlich so aus:

2.

Der geheimnisvolle Abgesandte im Tempel war ein neugieriger Journalist.

3. Bei der Ufo-Erscheinung blieb unklar, ob es ein Kunstflieger oder wirklich ein unbekannter Flugkörper gewesen ist.

4. Die Konferenzansprache über die unterirdische Welt ist zum Teil wörtlich aus zwei okkulten Büchern abgeschrieben worden:

Bernard, Raymond: THE HOLLOW EARTH (DIE HOHLE ERDE), New York 10 Ossendowski, Ferdinand: TIERE, MENSCHEN UND GÖTTER, Frankfurt 1923

In Ossendowskis Buch heißt es über Agharta:

"In ihm ist das Volk gegen das Böse geschützt. Verbrechen gibt es nicht innerhalb seiner Grenzen. Die Wissenschaft hat sich in ihm ruhig entwickelt, nichts ist in ihm durch Zerstörung bedroht. Das unterirdische Volk hat das höchste Wissen erreicht.

In den Höhlen unter der Erdoberfläche herrscht ein besonderes Licht, dem es zu danken ist, daß dort Getreide und Pflanzen wachsen und die Menschen ein langes, von Krankheiten freies Leben führen können" (Ossendowski, TIERE, MENSCHEN UND GÖTTER, 1923, S. 346 - 347).

Ossendowski wurde bereits 1924 in der Presse als Lügner entlarvt. Sven Hedin lehnte eine öffentliche Disputation mit ihm ab.

Henk Leene, der Nachfolger des Großmeisters, schrieb in einem Brief vom 22.12.1970:

"Da man nicht wünschte, die Schülerschar über die Lügen, die man ihr als eine spirituelle Erleuchtung übertragen hatte, aufzuklären, hat man sowohl die UNTERIRDISCHE BRUDERSCHAFT als auch die GRALSBRUDERSCHAFT totgeschwiegen.

Den Schülern wurden so viele schöne Bilder vorgegaukelt, die alle auf einer Fata Morgana und auf Lügen beruhten, und es ist in einem Brief nicht möglich, Ihnen alle Tatsachen vorzulegen."

8. Prophezeiungen des Großmeisters der Internationalen Schule des Rosenkreuzes

Seit Jahrzehnten werden die Anhänger des Rosenkreuzes mit Prophezeiungen überschwemmt. An einige Vorhersagen sei hier erinnert:

8.1. Tibet

Nach dem rotchinesischen Einmarsch in Tibet erklärte der Großmeister u. a. :

"Die vorhergehenden Auseinandersetzungen haben Ihnen Gelegenheit gegeben zu erkennen, wie sehr die Hochebene von Tibet ein mächtiges Bollwerk von erdgerichteten Kräften ist, und wie sehr diese Kräfte Welt und Menschheit in Leid und Schmerz gebunden halten. In der Entwicklung der Dinge wird nun dieses heillose Bollwerk angegriffen, wodurch die Konzentration der Kräfte, die uns an die Erde ketten und von denen wir sprachen, auseinandergerissen und zerstreut wird, ein Prozeß, der sehr viele und wichtige Folgen haben wird.

In diesem großen Kampfe um das Dasein, der immer mehr den Charakter eines intensiven Selbsterhaltungskrampfes annehmen wird, wird nun die lamaistische Bruderschaft zuerst künstlich, mittels ihrer Magie, die nervöse Alarmstimmung, die schon so lange in der Welt herrscht, möglichst zur Fieberglut steigern, um am Ende die Menschheit zu unbesonnenen Handlungen zu verleiten, die sie später tief bedauern würde. Wenn dieser Versuch mißglückt - wir hoffen es und halten es für möglich, daß dies der Fall sein wird - wird sich in der lamaistischen Fieberkrise ein Verzweiflungszustand entwickeln, der sich in Verzweiflungsaktionen äußern wird. Diese werden sich als sehr starke Feuererscheinungen in der Atmosphäre offenbaren, als Begleiterscheinungen ungeheurer Willensanspannungen der Magier, die Menschheit zu zwingen, ihrem Willen zu gehorchen.

Die Folge davon wird eine Kettenreaktion verschiedener Feuererscheinungen in der Atmosphäre sein, in den Mythen als ein Angriff von Millionen Salamandern bezeichnet, d. h. von Wesenheiten, die den widerspiegelnden Äther und den Lichtäther bewohnen. Diese Feuermanifestationen bewirken eine ganz andere Zusammensetzung der Atmosphäre, wovon sehr eigenartige Reaktionen der Menschheit die Folge sein werden.

Der Zusammenhang innerhalb des gesamten kosmischen Lebens wird gestört werden, das Innere der Erde wird Feuer und Flammen speien, und viele andere Ereignisse werden stattfinden, die jedoch in dem kleinen Rahmen dieser Broschüre nicht besprochen werden können" (Jan van Rijckenborgh, LICHT ÜBER TIBET, 1954, S. 34.- 36).

Inzwischen sind Jahrzehnte vergangen, aber die FEUERERSCHEINUNGEN IN DER ATMOSPHÄRE blieben aus.

8.2. Der 5. Februar 1962

Van Rijckenborgh erwartete vom 05.02.1962 gewaltige Umwälzungen. An diesem Tage standen Sonne, Mond, Venus, Mars, Merkur, Jupiter und Saturn im Sternzeichen Wassermann. In Erwartung dieses magischen Datums sagte 1960 der Großmeister zu Herrn Wohlfahrt, die Regierungen seien am Ende ihrer Kunst, sie wüßten keinen Ausweg mehr aus der verfahrenen Lage, in zwei Jahren seien die Rosenkreuzer in den Schlüsselstellungen des Staates.

Bruder Stratman gar führte mit Gesten in einem Dienst in Calw eindrucksvoll vor, wie die Autoritäten dann entkleidet werden würden.

Am 5. Februar 1962 passierte dann gar nichts, der Großmeister war astrologischen Spekulationen zum Opfer gefallen.

8.3.

Das Erscheinen der Bruderschaft

Auf der Jahreswechsel-Konferenz 1962/63 in Calw kündigte van Rijckenborgh an, daß während der Aquarius-Konferenz 1963 in Renova Wesenheiten der vorangegangenen Bruderschaften erscheinen und körperlich sichtbar sein würden.

Aber die Bruderschaft erschien nicht. Den enttäuschten Schülern erklärte der Großmeister:

"Und es ist sicher, daß Sie mehrmals, wenigstens wenn Sie ernsthafte Schüler sind, mit derartigen Brüdern und Schwestern in Berührung gekommen sind, ohne daß Sie sich Rechenschaft davon ablegten" (DIE APOKALYPSE DER NEUEN ZEIT, 1963, S. 110).

8.4. Die Umerziehung der Menschheit

1964 sprach der Großmeister von einer bevorstehenden Großaktion der Universellen Bruderschaft.

"Verschiedene Autoritätsgruppen, wie zum Beispiel Ministerräte, verschiedene andere politische Gruppen, Vereinigungen von wissenschaftlich gebildeten Damen und Herren, die beschäftigt sind, ihre Aufträge in irgendeiner Weise auszuführen, die Generaldirektoren von Konzernen jeglicher Art, die bei Direktionsbesprechungen versammelt sind, all diese Gruppen der in unserer Welt führenden Menschen, werden einer sehr eigenartigen Situation gegenübergestellt.

All diese Gruppen und Grüppchen von unverkennbar autoritärer Art sollen im psychologisch geeigneten Augenblick bei ihren Versammlungen von Angehörigen der Universellen Bruderschaft aufgesucht werden. Diese Angehörigen werden in ihren unsichtbaren, ätherischen Körpern erscheinen, während dabei allein ihre Stimme deutlich zu vernehmen ist.

Alle, die sich widersetzen oder die empfangene Botschaft einfach negieren, werden, zum Zeichen, daß es großer und tiefer Ernst ist, in den darauffolgenden Tagen und Wochen, während einer geraumen Zeit körperlich und psychisch gleichsam neutralisiert werden. Ohne zu sterben. Es betrifft hier eine Neutralisation, die den Betreffenden vorher angekündigt wird" (Die Apokalypse der Neuen Zeit, 1964, S. 51 - 52).

Bisher ist die "Umerziehung der gesamten Menschheit" ausgeblieben. Aber bereits 1964 beschwor der Großmeister die Zuhörer, "daß die Tage und die Stunden der Apokalypse uns jetzt nahegekommen sind".

9. Die Großmeisterwürde im LR: Anspruch und Wirklichkeit

9.1. Angaben des Lectorium Rosicrucianum

"Der Patriarch der vorausgehenden Bruderschaft, Herr A. Gadal, hat die Großmeisterwürde Herrn J. van Rijckenborgh zuerkannt und gutgeheißen und Frau Catharose de Petri die Archidiakonessenwürde" (A. Gadal: Auf dem Wege des Heiligen Grals, S. 166).

"Der Patriarch dieser vorangegangenen Bruderschaft und Hüter und Bewacher der Heiligtümer von Ussat-Ornolac, Herr A. Gadal, hat den Begründern der modernen Geistesschule, Herrn Jan van Rijckenborgh und Frau Catharose de Petri, die Würde eines Großmeisters und einer Großmeisterin verliehen" (Zeitschrift AQUARIUS, Oktober 1969, S. 6).

9.2. Anmerkungen zu den Personen

Jan van Rijckenborgh, geboren am 16.10.1896 und gestorben am 17.07.1968, hieß mit bürgerlichem Namen schlicht JAN LEENE. Er bezeichnete sich als "Abgesandter der großen Lichtbruderschaft". Vorzuweisen hatte er allerdings nur einen Auftrag der ROSICRUCIAN FELLOWSHIP in Oceanside für das holländische Gebiet der ROSENKREUZER-GEMEINSCHAFT (Heindel-Rosenkreuz). Die Leitung dieser okkulten Gruppe war seinerzeit nach dem Tode Heindels hoffnungslos zerstritten. Zusammen mit seinem Bruder Z. W. Leene nutzte Jan Leene diese günstige Gelegenheit, den niederländischen Zweig der Rosenkreuzer-Gemeinschaft von der Zentrale abzuspalten.

Catharose de Petri ist ein Pseudonym für die Holländerin H. STOK-HUYSER. Sie war mit Jan Leene so eng befreundet, daß Außenstehende fest davon überzeugt sein mußten, ein Ehepaar vor sich zu haben.

Der französische Prähistoriker A. Gadal erforschte archäologisch geschichtsträchtige Pyrenäenhöhlen. Sein Interesse für den Katharismus brachte ihm Kontakt mit dem Lectorium Rosicrucianum. In seinen letzten Lebensjahren zeigte er jedoch kein Interesse mehr am Rosenkreuz. 1962 starb Gadal an Krebs und wurde katholisch beerdigt.

9.3. Schlußfolgerungen

Nach der Lehre des Lectorium Rosicrucianum war Gadal ein wiederverkörperter Katharer, ein Vollkommener, ein Transfigurierter, der dem Rad von Geburt und Tod entstiegen ist. Ein solcher Perfekter hätte aber nach Rijckenborghs Theorie niemals Krebs bekommen dürfen; denn Krebs ist ja angeblich eine mißratene Transfiguration. Daraus muß man schließen:

GADAL WAR KEIN TRANSFIGURIERTER!

Die Ernennung des Jan Leene zum Großmeister erweist sich als Täuschung. Im März 1969 trat dann sogar der Nachfolger des "Großmeisters" aus dem Lectorium Rosicrucianum aus.

Allen Mißgeschicken zum Trotz präsentiert man Frau H. Stok-Huyser weiterhin als GROSSMEISTERIN CATHAROSE DE PETRI!

10. Herr Jan van Rijckenborgh und der Okkultismus

Wie Sie als Schüler des "Lectorium" sehr gut wissen, ist diese "Schule" eine erklärte Gegnerin des Okkultismus. Der "Großmeister" weist immer wieder auf den "Transfigurismus" als die einzig wahre Lehre hin, was, wenn dieser Transfigurismus sich in der "Schule" realisieren ließe, wunderbar wäre.

Aber lesen Sie doch einmal die Bücher der "Apokalypse der Neuen Zeit", in welchen die "Aquariuskonferenzen" abgedruckt sind und Sie werden "Prophezeiungen" finden, die so haarsträubend sind, daß sogar" mit Sicherheit die Endzeiterwartungen der "Zeugen Jehovas" dagegen verblassen. Lesen Sie die Broschüre "Die Demaskierung" und Sie werden eine Gänsehaut bekommen ob der Horrorge- schichten des "Großen Spiels".

Der Gipfel des okkulten Rundumschlags des Herrn van Rijckenborgh alias Leene jedoch befindet sich in dem Buche "Die Gnosis in aktueller Offenbarung" auf den Seiten 20 bis 21. Hier, wird der Aufbau der "Schule" nach den Daten der sogenannten "Pyramidenchronologie" (Cheopspyramide) bekanntgegeben.

Dazu muß man wissen, daß schon seit Jahrhunderten immer wieder Okkultisten und Zahlenmystiker in die Anordnung der Gänge und Kammern in dieser Pyramide eine Chronologie hineindeuten und hineinlesen, aus welcher der Ablauf geschichtlicher Ereignisse abzulesen sein soll. Nun hat der "Großmeister" die Schule, wie er selbst angibt, nach einer solchen "Chronologie" errichtet.

1924: Gründung der Gemeinschaft. 1936 bis 1953: Zubereitung für den Schritt an die Öffentlichkeit. 1953: Die "Schule" tritt an die Öffentlichkeit. September 2001: Der "Auftrag ist erledigt", die "Schule" verschwindet von der Bildfläche. Diese Jahreszahlen und Daten sind alle unbesehen von den okkulten Engländern Davidson und Smyth, die damit weltgeschichtliche Ereignisse verbinden wollten, ( "Das Geheimnis der Großen Pyramide" 1948 by Davidson & Smyth) abgeschrieben worden. Herr Rainer Püschel, Haberkamp 11, 3008-Garbsen 1, kann Ihnen hierüber nähere Angaben machen.

In der Broschüre "Die Demaskierung" geht Herr van Rijckenborgh außer auf das Gruselkabinett des "Großen Spiels" noch einmal auf die "Pyramidenchronologie" ein und behauptet schlicht, in der Cheopspyramide hätten "Wissende" anhand einer Chronologie in Maßen und Winkeln die Ereignisse für eine kommende Zeit von ca. 6.300 Jahren aufgezeichnet, die im Jahre 2001 endet. Rechnet man vom Jahre 2001 an 6.300 Jahre zurück, gelangt man in das Jahr 4.300 vor Chr. Zu dieser Zeit existierte jedoch die Cheopspyramide noch nicht. Sie wurde erst im Jahre bzw. um die Zeit 2.700 vor Chr. errichtet.

Urteilen Sie selbst, wie diese Fakten für sich sprechen. Durch die gesamte "Schulliteratur" ziehen sich ähnliche Widersprüche, Ungenauigkeiten, ja, auch direkte Schlampereien und Vernachlässigungen der schriftstellerischer Sorgfaltspflicht. Als einer unserer Freunde die "Landesleitung" einmal auf diese Schwachstellen hinwies und eine diesbezügliche Literaturanalyse vorlegte, hätte man ihn fast aus der Schule entfernt. Inzwischen hat er sich selbst entfernt, wohl wissend, was er da verließ. In der "Ägyptischen Urgnosis" Band III S.190 wird die Kosmologie der astronomischen Zyklen einfach von der Theosophie übernommen. Allerdings werden an anderer Stelle Steiner, Blavatsky und Heindel offen erwähnt. Nur: Sie werden falsch zitiert, wir befinden uns nach diesen Esoterikern mit dem "arischen Zeit- alter" nicht im vierten, wie van Rijckenborgh auf S.190 schreibt, sondern bereits im fünften Zeitalter. (Er vergaß die polarische Epoche) Die Liste der "Irrtümer" ließe sich beliebig lang fortsetzen.

DRUM PRÜFE, WER SICH EWIG BINDET

!

11. JAN VAN RIJCKENBORGH, DER FALSCHE PROPHET AUS HOLLAND

Jan Leene (alias Jan van Rijckenborgh) wurde im Lectorium Rosicrucianum zum großen Eingeweihten hochgejubelt. Er betätigte sich gern als erleuchteter Prophet. Nur leider ist von seinen Vorhersagen nichts eingetroffen!

1949 ließ Jan Leene das Buch "De Grote Omwenteling" (Die Große Umwälzung) vom Stapel. Darin ist

die Sichtbarwerdung der Äthersphäre beschrieben. Doch 1983 merkt man noch nichts davon!

Als Tibet von den Chinesen besetzt wurde, kündigte Jan Leene "Feuererscheinungen in der Atmosphäre" an, hervorgerufen durch die "Willensanspannungen der lamaistischen Priesterkaste". Aber die Feuererscheinungen fanden nur im Gehirn des Jan Leene statt l

In den 50er Jahren prophezeite Jan van Rijckenborgh die "scheinbare Wiederkunft Christi". Auch Fehlanzeige!

Vor dem 5. Februar 1962 äußerte Jan Leene, die Rosenkreuzer würden in 2 Jahren in die Regierung kommen. Fehlprognose!

Silvester 1962 kündigte Jan Leene das Erscheinen der Bruderschaft während der Aquarius-Konferenz an.

Die "Brüder" sollten dem Auge sichtbar sein.

Juni 63 sprach der Großmeister von der "Schicksalswende in dieser. Sommer". der Phantasie statt!

In der Aquarius-Konferenz 1964 in Calw prophezeite Rijckenborgh eine Intervention der Universellen Bruderschaft, um die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der ganzen Welt zu ändern. Von Intervention keine Spur!

In der Aquarius-Konferenz 1967 in Toulouse sagte der Großmeister, daß "die Bewohner der Gebiete, die unter der Oberfläche der Erde liegen, sichtbar und erkennbar werden." Fehlanzeige!

Jan Leene teilte im Juni 1968 mit, er habe Kontakt zur "Gralsbruderschaft". Wörtlich hieß es: "Gewiß werden Mitglieder dieser Bruderschaft auch innerhalb kurzer Zeit in unserer Mitte erscheinen." Die Bruderschaft erschien nicht in unserer Mitte, aber Jan Leene ging aus unserer Mitte!

Es kam keine Bruderschaft!

Die Wende fand nur in

1963 legte sich der Großmeister dahingehend fest, daß die Sichtbarwerdung der Äthersphäre ein Prozeß

sei, der in 18 - 20 Jahren abgeschlossen sein werde. Die Zeit ist da, aber nicht das, was prophezeit wurde!

Da kann man sich nur Rijckenborghs Sohn anschließen, wenn er in einem Brief feststellt: "Den Schülern wurden soviel schöne Bilder vorgegaukelt, die alle auf einer Fata morgana und auf Lügen beruhten, und es ist in einem Brief nicht möglich, Ihnen alle Tatsachen vorzulegen."

Die Tatsachen entlarven den falschen Propheten!.

12. Die Aquarius-Konferenzen des LR: Wunschtraum und Wirklichkeit

1962 teilte der Großmeister der Schülerschar mit, er habe von der Universellen Bruderschaft den Auftrag empfangen, insgesamt 7 Aquarius-Konferenzen abzuhalten. Die erste werde im August 1963 in Renova stattfinden. Auf der Neujahrskonferenz in Calw sagte van Rijckenborgh im Tempel, daß während des Aquariusfestes Wesenheiten der vorangegangenen Bruderschaften unter den Schülern weilen würden und nicht allein geistig gesehen werden könnten, sondern gleichzeitig körperlich sichtbar sein würden. Ein richtiges Wesakfest stehe bevor.

In den Aquarius-Nachrichten Nr. l vom Februar 1963 schrieb der Großmeister von der ÄRA DER GROSSEN TRANSFIGURATION, die bevorstünde. Weiter hieß es:

"Was einst nur für einen kleinen Kreis von Eingeweihten und ernsten Kandidaten vorgesehen war, wird nun in zunehmender Weise der gesamten Menschheit gereicht."

In den Aquarius-Nachrichten Nr. 2 vom März 1963 las man:

"Unser Gang auf dem Pfade der Schülerschaft ist ein immerwährendes Ausschauhalten nach dem Einen Großen, das einmal kommen wird. Und so ist nun in diesem Marsjahr da unser kommendes Aquariusfest. Und von den Stätten des Dienstes sind wir durch die Stimme unterrichtet worden, die uns wachruft und aufruft zum völligen Erwachen, denn

NUN ERSCHEINT DER TAG!

Die Glorie des einen Herrn der Ernte kommt nun zu den Seinen, die Ernte dieser Zeiten wird sich nun erkennen lassen. Bei vielen nimmt die geladene Sehnsucht täglich zu, und es gibt ein unaufhörliches Gebet, unterstützt durch ernsthaftes, aufrichtiges Bemühen im Leben, noch rechtzeitig, ehe sich das große Ereignis vollzieht, bereit zu sein."

Dann ließ sich der Großmeister in den Aquarius-Nachrichten Nr. 3 vom Mai 1963 vernehmen:

"Diese Situation beginnt nun in diesem Jahre kritisch zu sein, und zwar, um genau zu sein, ungefähr im August/September 1963. Ein gewisser Entwicklungsverlauf ist reif geworden, wurde voll und wird nun aufgehen und mögliche Resultate beweisen müssen. Wer mit uns zusammen in diesen Beginn eintritt, wird naturwissenschaftlich von Stund an dadurch mit einem Wesenszustand geschmückt, den das Evangelium symbolisch als den Besitz des Goldenen Hochzeitsgewandes bezeichnet."

Im Juni 1963 äußerte sich van Rijckenborgh erneut in den Aquarius-Nachrichten Nr. 4:

"Alle, die sich auf die Teilnahme am Aquarius-Erneuerungs-Fest vorbereiten, und somit der konkreten, unmittelbaren Kontakt mit der Bruderschaft des Rosenkreuzes suchen, werden deutlich erkennen müssen, daß diese Bruderschaft, ihrer Natur wegen, immer ausgerichtet ist auf das Suchen dessen, was verloren ist oder verlorenzugehen droht! Es sollte Ihnen zur Genüge bekannt sein, daß sich ein Krisenmoment in unserer Zeit nähert, den wir ungefähr im August/September d. J. in einem Anfangsprozeß erwarten. Die entsprechende Veranlassung ergibt sich aus einer bestimmten Konstellation der immer kreisenden 49 Ansichten unseres Sonnenkosmos (Man beachte den Artikel über die Pyramide von Gizeh in dieser Nummer)."

In dem erwähnten Artikel "Schicksalswende in diesem Sommer!" hieß es u. a.:

"Eine Messung, haargenau bis auf den Millimeter, läßt erkennen, daß diese Krümmung (des Pyramidenganges) nach dem Jahr 1962 kommt und in das Jahr 1963 fällt. Für die Untersucher bedeutet dies, daß

DIE GROSSE WENDE

im August/September dieses Jahres erwartet werden kann. In einem halben Jahr werden wir sehen, was die Pyramiden-Erbauer dachten."

Mit ungeheuren Erwartungen fuhren die Schüler des Rosenkreuzes zur Aquarius-Konferenz 1963, und es geschah gar nichts! Die Bruderschaft erschien nicht, niemand erlangte das NEUE BEWUSSTSEINJ Trotzdem bewertete van Rijckenborgh das Geschehen so:

"Mit bezug auf unser Aquariusfest können wir Ihnen sagen, daß das Fest weit über unsere Erwartungen hinaus in vollkommenstem Sinn Erfolg hatte und das Wesakfest der alten Zeiten weit übertroffen hat. Damit wollen wir sagen, daß tatsächlich die vorangegangene Bruderschaft unter uns existierte. Vielleicht haben Sie neben einem solchen Bruder oder einer solchen Schwester gelegentlich eines Dienstes gesessen. Es ist auch möglich, daß hinsichtlich einiger von Ihnen gesagt werden kann: Ihre Augen waren gehalten, daß sie nicht sahen" (Apokalypse der Neuen Zeit, 1963, S. 109 - 110).

So wurde versucht, einen glatten Fehlschlag in einen Erfolg umzumünzen. Eine Anzahl enttäuschter Schüler trat aus dem Rosenkreuz aus. Es fanden dann noch 4 weitere Aquarius-Konferenzen statt. Der Großmeister verstieg sich zu phantastischen Prophezeiungen. 1963 erklärte er, die Äthersphäre werde in 18 - 20 Jahren für alle Menschen sichtbar werden. 1964 sagte er, die Universelle Bruderschaft werde die Regierungen aufsuchen und Forderungen stellen. Eine Umerziehung der gesamten Menschheit stehe bevor. 1967 kündigte er an:

"So werden z. B. die Bewohner der Gebiete, die unter der Oberfläche der Erde liegen, sichtbar und erkennbar werden. Bewohner anderer Planeten werden uns besuchen und uns viele Dinge lehren, von denen die Menschheit jetzt noch keine Ahnung hat. Wir nähern uns all diesen Dingen der nächsten Zukunft nur von der prophetischen Seite her" (Die Apokalypse der Neuen Zeit, 1967, S. 57 - 58).

Alle Aquarius-Konferenzen endeten mit einem Fehlschlag: Die Bruderschaft erschien nicht, niemand erlangte das NEUE BEWUSSTSEIN! 1968 starb der Großmeister überraschend, die Aquarius- Konferenzen waren endgültig gescheitert.

13. Monatlicher Studentenbrief der Rosicrucian Fellowship zur Abspaltung der Holländer

Oceanside den 1. November 1935

Lieber Freund Liebe Freundin!

Wir bedauern von Herzen, daß Umstände uns zwangen, einen Brief diesen Inhalts zu schreiben, welcher sich entschieden nicht mit dem großen Werk, welches die Fellowship ausführt, verträgt. Max Heindel und die Schreiberin waren zu allen Zeiten bestrebt, zu allen Zeiten Gedanken der Liebe und Dienstbarkeit auszusenden niemals haben wir diese monatlichen Briefe dazu benützt, zu kritisieren oder niederzureißen. Doch diesmal müssen wir Erklärungen von Zuständen geben, welche uns von anderen aufgezwungen wurden, und wir hoffen, daß wir dies in einer freundlichen und konstruktiven Weise tun können. Es wird notwendig, dass wir frevelhafte Wirksamkeit bloßstellen, um die arglosen Studenten zu schützen.

Eine Gruppe, die eine sehr kleine Minderheit der Studenten in Holland repräsentiert, hat es auf sich genommen, wie sie angibt, eine Rosicrucium Federation der Welt zu bilden. Sie sandten ihren Stellvertreter zum Hauptquartier mit selbstsüchtigen, persönlichen Ansuchen, welche den Wünschen der Mehrheit der Mitglieder in Holland direkt entgegengesetzt und ganz entschieden wider die Grundsätze der herrlichen Lehre waren.

Diese Lehren sind für die Welt, doch drei Männer, welche versuchen, dieses Werk an sich zu reißen, haben heimlich und ohne Erlaubnis die Bücher in der holländischen Sprache gedruckt, und den Namen und das Emblem, ohne Einwilligung des Aufsichtsrates des Internationalen Hauptquartiers der Rosicrucian Fellowship in Oceanside, California, benutzt. Die Bücher und das Emblem, sowohl als der Name sind Copyright. Diese Männer haben sich die Adressen von Rosicrucian Fellowship Ortsgruppen und Studenten über die ganze Welt verschafft, an welche sie Rundschreiben aussandten, welche die unverschämtesten Unwahrheiten enthalten.

Der Stellvertreter, welcher das ursprüngliche und einzige Hauptquartier besuchte, behauptet, die Einweihung in dem Heilungstempel empfangen zu haben. Es war ihm als Novize unseren Sitten gemäß erlaubt, unseren allabendlichen Andachten im Tempel beizuwohnen. Er war nur einer zwischen Anderen; doch wenn zu der Zeit irgendwelche außerordentliche psychische Demonstrationen stattgefunden hätten, so hätte die Schreiberin, welche gegenwärtig war, ermangelt, irgendetwas Ungewöhnliches zu fühlen oder zu empfinden. Diese Männer erkennen jedoch den Tempel in Oceanside und seine Kräfte an.

Unglücklicherweise sammeln sie nicht nur Gelder von arglosen Studenten für die Errichtung eines anderen solchen Tempels in Holland, sondern schreiben auch an Patienten, die bei der Heilungsabteilung in Oceanside eingetragen sind, daß diese ihre Beiträge an das holländische Hauptquartier senden sollten. Diese Patienten schreiben uns und bitten um eine Erklärung.

Hunderte von Klagen kamen zu uns von Studenten, Novizen und Jüngern überall in der Welt, mit der Bitte um Aufklärung. Viele sind sehr aufgebracht über die Angriffe und unfreundlichen Kritiken, die von dieser Gruppe ausgingen, welche behauptet, das wirkliche und einzige Hauptquartier zu sein. Sie sagen, dass die Rosicrucian Fellowship in Oceanside, welche doch die Quelle ihrer Kenntnisse war und noch immer ist, nichts Ursprüngliches oder Eigenes hat. Sie „beißen die Hand, die sie füttert".

In dem Rundschreiben, welches diese Leute aussandten, listeten (benamten) sie eine Menge Adressen von Zentralen und Ortsgruppen, die angeblich unter ihrer Verwaltung gebildet wurden. Viele dieser „Zentralen" sind nur einzelne Personen; und da viele von ihnen treue Studenten und Novizen von Oceanside sind, verlangen sie, daß diese Leute bloßgestellt werden. Die Schreiberin wurde ebenfalls kritisiert.

Um die ganze schändliche Handlungsweise zusammenzufassen: Diese Männer waren erfolglos in ihrem eigenen Geschäft (Beruf), und sind darauf aus, leichtes Geld zu gewinnen. Wir können sagen, daß die Rosicrucian Fellowship niemals erfolgreicher gewesen ist. In den letzten 12 Monaten mußten wir 25 neue Mitarbeiter einstellen. Die Sommerschule war eine der harmonischsten, glücklichsten und erfolgreichsten. Unser wunderschöner Stand in der San Diego-Ausstellung hatte viele Besucher angezogen. Eine treuere und geistesverwandtere Gruppe von Mitarbeitern hat das Hauptquartier noch nie gehabt. Daher fühlen

wir, daß die Opposition, welche wir jetzt von denen erfahren, die undankbar genug sind, zu vergessen, wo sie ihre Schulung herbekamen, nur ein Anzeichen von Wachstum ist.

ERFOLG ERWECKT IMMER EINEN GEIST DER OPPOSITION UND IMITATION DES WIRKLICHEN IST SEHR GUTE PROPAGANDA.

Jedoch:

„Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten." (Galater

6,7)

Im Dienste der Menschheit

THE ROSICRUCIAN FELLOWSHIP

gez. Mrs. Max Heindel

14. Auszug aus dem Monatlichen Studentenbrief der Rosicrucian Fellowship

Oceanside, den 1. Mai 1936

Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor Abfall

komme und offenbart werde der Mensch der Sünde alles, was Gott oder Gottesdienst heißt.

der da ist der Widersacher und sich erhebt über

(Thesalonicher)

Die Aufgabe, dieses wundervolle Werk der Älteren Brüder auszuführen, war nicht leicht für die, welche all die schwierigen Probleme auszukämpfen hatten. Paulus hatte schwere Kämpfe zu bestehen, in seinem Bestreben, die christliche Religion aufzurichten, und wir können den Studenten in der Welt draußen versichern, daß es auch für die Leiter des Hauptquartiers nicht leicht gewesen ist, die Rosicrucian Fellowship vor Harm von denen zu schützen, welche von Zeit zu Zeit kommen, um sich als Diktatoren zu etablieren. Ganz gleich, wie unpraktisch ihre Ideen sind, wenn sie aus irgend einem Grund nicht akzeptiert werden können, beginnen sie sogleich Rundschreiben auszusenden (besonders an die Ortsgruppen, deren Anschriften sie durch die Zeitschrift ersehen können), den Verwaltungsrat, Frau Heindel und jeden, der irgendwelche Autorität hat zu kritisieren.

Dieser Zustand existiert besonders seit der Zeit, in der die Gemüter der Menschheit durch die gegenwärtigen ätherischen Veränderungen so beunruhigt werden. Diese Veränderungen wirken sehr störend auf die Menschen, welche schwere Beschädigungen in ihrem Horoskop haben, besonders wenn Oppositionen und Quadrate zwischen Neptun, Uranus, Mars und Merkur vorhanden sind, diese reagieren sehr schnell auf den Einfluß zerstörender Kritik. Ihr Wunsch Änderungen herbeizuführen in Übereinstimmung mit ihren eigenen Idealen, verleitet sie häufig, ihre ruhelose Energie zu benutzen, Max Heindels Werk verbessern zu wollen. Der Verwaltungsrat und Frau Heindel werden dann kritisiert und angegriffen. Diese fürchten dies aber nicht und sind immer bereit zu vergeben, wissend, daß, wenn die planetarischen Beschädigungen vorbei sind, diese Menschen sich wiederfinden werden. Das Traurige ist, daß während der Zeit, in der sie alles durch eine dunkle Brille sehen, sie ihren Einfluß benutzen, andere zu beunruhigen. Es wurde oft die Frage gestellt, warum dies so sei. Wenn die Fellowship eine geistige Organisation ist, warum beschützen die Älteren Brüder und Max Heindel ihr Werk nicht?

Die Schreiberin erinnert sich eines Vorfalls, wo sich Max Heindel in Verzweiflung an seinen Lehrer wandte und ihn fragte, warum die Älteren Brüder ihn an die Spitze der Bewegung gestellt haben und ihm dann nicht halfen, diese Zerstörer fernzuhalten. Der Lehrer antwortete ihm in der freundlichsten Weise und sagte, daß es unmöglich sei für sie, ihre wertvolle Zeit dafür herzugeben um materielle Dinge in Ordnung zu halten, daß sie Stellvertreter gewählt haben, welche, wie sie fühlten, stark genug wären, für die materielle Seite des Werkes Sorge zu tragen und daß sie Max Heindel vertrauten, daß er mit diesen physischen Dingen ohne ihre Hilfe fertig werden könnte. Er sagte auch, daß gerade durch diese Schwierigkeiten die Studenten gezwungen würden, die Lektionen von Treue und Standhaftigkeit zu lernen, daß dies sehr wertvolle Vorbedingungen zu geistiger Entwicklung wären, und dass sowohl die Studenten als auch die Leiter des Hauptquartiers wieder und wieder versucht würden, bis sie gelernt hätten, jeder Prüfung standzuhalten, denn nur durch diese Perioden der Prüfung würden sie Fortschritte machen, wenn alles glatt und leicht geht, findet kein geistiges Wachstum statt. Nur durch Mühe und Arbeit kann der menschliche Geist wachsen, stark und zuversichtlich werden. Die Fellowship hat unter ihren Mitgliedern

gez. Mrs. Max Heindel

15. Demaskierung

Anschließend an das unter mörderischer Hitze abgehaltene 5. Aquarius-Fest in Südfrankreich erhielten unsere Großmeister - nach eigenen Angaben - von der geistigen Hierarchie den Auftrag zu einer Reise nach Brasilien. Das Strahlungsfeld sollte auch von der südlichen Halbkugel her belebt werden.

Ein Vergnügen ist eine solche Reise keineswegs. Man könnte hier etwa von einem Opfergang sprechen, denn es sollen 40 Grad Hitze geherrscht haben. Daß außer einem Dolmetscher noch einige weitere Begleitpersonen dabei sein mußten, wird jedermann einsehen.

Unsere Großmeister haben aber auch schon sehr eigenartige Aufträge erhalten, z. B. jedes Jahr einen Tempel zu bauen, bis derer zwölf sind (!). Die geistige Hierarchie sah doch sicherlich auch die 6 Millionen Schulden, welche sowieso schon da waren und wird dem kleinen Häuflein Schüler bestimmt keine höhere Schuldenlast zumuten.

Diese Reise nach Brasilien kam zustande und wie Sie vielleicht wissen, hat Herr von R. an Sylvester 1967 in Calw seinen letzten Vortrag gehalten. Er berichtete damals über diese Südamerikareise. Dieser Bericht war auch tatsächlich "Das Letzte" im wahrsten Sinne des Wortes; denn er trat hinterher nicht mehr in Calw auf. Seine seit Jahren zuvor schon stark angeschlagene Gesundheit führte bekanntlich im Sommer 1968 zu seinem Ableben.

Was Ihnen von diesem Vortrag noch bekannt ist, soll Ihrem Erinnerungsvermögen oder, wenn Sie nicht anwesend waren, der Ehrlichkeit jener Freunde überlassen bleiben, welche Ihnen davon erzählen können. Auf jeden Fall kann ich mich noch genau entsinnen, wie von einer im Inneren der Erde wohnenden Menschengruppe erzählt wurde, von welcher die offizielle Wissenschaft überhaupt keine Ahnung habe -. Von diesen "Erdenbürgern des Inneren" habe er sogar einen Brief erhalten, aus welchem allerdings nur der eine komische Satz zitiert wurde: "Soll es das Ende oder ein neuer Anfang sein?" In welcher Sprache sich diese Menschen ausdrückten, wurde verschwiegen.

Ferner wurde von einem mysteriösen Mann gesprochen, welcher ganz plötzlich im Versammlungsraum war und kein Wort gesprochen habe, so daß die Brüder und Schwestern den Eindruck bekommen mußten, dieser hätte sich dematerialisieren und wieder kristallisieren können.

Um den mysteriösen Begleiterscheinungen vollends die Krone aufzusetzen, durfte schließlich auch das Ufo über der Residenz unserer Großmeister nicht fehlen. Als Zeugen dieser Ufo-Erscheinung nannte Herr von R. seinen treuen Gefolgsmann und Finanzminister Rittmann.

Was sagen Sie, lieber Leser, zu dieser Geschichte und zu der beigefügten Demaskierung durch Herrn Henk Leene?

Anmerkung:

Die Geistes-Schule demaskiert sich durch ihre Spaltung von selber. Man braucht nur die ersten Nummern der von Henk Leene herausgegebenen Zeitschrift "Prometheus" zu lesen.

16. Übersetzung eines Briefes von Henk Leene betr. Ufos, unterirdische Bruderschaft usw.

(Abschrift)

Gemeinschaft R+C "Roseae Crucis" e.V.

Rudolf-Schwander-Str. l

3500 Kassel

Kassel, 22.12.1970

Der von Herrn Borkowski übersetzte Brief des Herrn Henk Leene vom 22.12.1970 lautet in deutsch:

"Wir können Sie eingehend aufklären betreffs der sogenannten fliegenden Untertassen, die einige Schüler des Lectorium Rosicrucianum gesehen haben wollen.

Eines Abends draußen stehend, entdeckten zwei Schüler am Himmel einen sich bewegenden Gegenstand und waren der Meinung, daß es eine fliegende Untertasse sein könnte. Bis heute ist man sich noch nicht einig, ob es ein Kunstflieger oder eine "fliegende Untertasse" war.

Der "Brief", den Herr van Rijckenborgh empfangen hatte, kam von einer okkulten Bewegung aus Brasilien, in englischer Sprache verfaßt. Da Herr van Rijckenborgh die englische Sprache nicht beherrscht, war er auf die Übersetzung und Auskünfte von Herrn Stratmann angewiesen. Die ganze Geschichte über die "unterirdische Bruderschaft" können Sie nachlesen in "The Hollow Earth" von Raymond Bernard, uitgegeven bij Fieldrest Publishing Co. Inc. 210 Fifth Avenue, New York 10 N.Y."

Als Herr van Rijckenborgh entdeckte, daß er durch eine okkulte Bewegung als Wortführer gebraucht wurde, hat er das Thema nicht mehr weiter behandelt. So verhält es sich auch mit "Die Bruderschaft des Grals", vorüber Sie wahrscheinlich auch sprechen hörten, wobei die Worte: "Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen" verwandt wurden. Sie werden sich erinnern können, daß gesagt wurde, daß das Lectorium eine Bindung zur Grals-Bruderschaft herstellte und daß die Möglichkeit besteht, daß Abgesandte davon Konferenzen in Renova und Deutschland besuchen werden. Nach einiger Zeit hörten Sie darüber nichts mehr. Diese sogenannte Grals-Bruderschaft, die sich auch "Universelle Bruderschaft" nennt, ist ein getrennter Zweig der AMORC in Amerika. Der Leiter Swinburne Clymer war mit der Nachfolge in der Amorc nicht einig und trennte sich von Ihr. Herr Stratmann hat mehrere Bücher von Clymer gelesen und war davon begeistert. Er orientierte Herrn von Rijckenborgh darüber, denn auch diese Bücher sind in englischer Sprache geschrieben. Danach versuchte Herr Stratman, in Amerika mit Clymer junior in Kontakt zu kommen, um für das Lectorium Interesse zu wecken. Seine Versuche fielen jämmerlich zusammen, obwohl Frau de Petri plötzlich alle ihre Ritenbücher ins Englische übersetzen lassen wollte, da diese "Gralsbruderschaft" Interesse an diesen Riten zeigte. In Wirklichkeit war die Clymer-Bewegung an finanziellen Transaktionen interessiert und suchte überall in der Welt Kontakt mit religiösen okkulten Bewegungen zum Austausch von Literatur und bedeutenden Führenden.

Der Ausspruch: "Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen" steht wörtlich in einem der Bücher von Clymer, sie sind rein Amorcs, da diese Bewegung sich auf Ichnaton fundiert.

Die ganze ziemlich unsaubere Affaire rund um diese Gralsbewegung ist strikt geheim gehalten worden. Nach dem Mißlingen dieses Vorhabens durch das Entdecken der Wahrheit ist alles vertuscht worden, wie es auch mit der "Unterirdischen Bruderschaft" getan wurde.

Die Aufklärung, die Herr von Rijckenborgh bekam, ließ viel zu wünschen übrig, und man phantasierte und mystifizierte, was man wollte. Die "geheimnisvollen Besucher", worüber man in der Brasilianischen Konferenz sprach, war niemand anders als ein neugieriger Journalist und sicher kein Abgesandter der "Unterirdischen Bruderschaft".

Glauben Sie wirklich, daß die, die unter der Erde leben, einen Erlösung weg gehen können? Sie können über diese unterirdische Welt in dem Buch: "Tiere, Menschen und Götter" von F. Ossendowski, in französischer Sprache erschienen bei Editions I bi Pu, 35 rue Mazarine, Paris VI, "Bête, Hommes et Dieux" nachlesen, worin Sie beinahe wörtlich einige Zitate aus der bewußten Konferenz finden werden.

Die Menschen der "Unterirdischen Bruderschaft" suchen Kontakt via okkulter Leiter und Magier und machen sich verständlich in der englischen Sprache und gebrauchen alle Wörter, die in der okkulten Hier- archie bekannt sind.

Da man nicht wünschte, die Schülerschar über die Lügen, die man ihr als eine spirituelle Erleuchtung übertragen hatte, aufzuklären, hat man sowohl die "Unterirdische Bruderschaft" als auch die Gralsbruderschaft totgeschwiegen.

In gleicher Weise ist vor Jahren Michael Nemy und sein Buch "Mirdad" totgeschwiegen worden, da der Besuch von Herrn Stratman bei Nemy mit einem Fiasko endete. Herr Nemy zeigte kein Interesse an Herrn Stratman, noch am Lectorium und wünschte auf keine einzige Weise eine Verbindung. Danach wurde das Buch nicht mehr angepriesen, und die aus diesem Buch zitierten Rituale wurden plötzlich als, würdelos und unmagisch bezeichnet. Genau so, wie man seinerzeit plötzlich vergessen hat, daß der Herr Gadal in den letzten Jahren seines Lebens kein Interesse am Lectorium mehr hatte, und Herrn Stratman am liebsten nicht mehr empfing, und zwar deshalb, weil er nur sehr wenig Kenntnis vom Katharismus hatte und ihm die tiefere Erkenntnis vom Gnostizismus fehlte.

Den Schülern wurden, soviel schöne Bilder vorgegaukelt, die alle auf einer Fata morgana und auf Lügen beruhten, und es ist in einem Brief nicht möglich, Ihnen alle Tatsachen vorzulegen. Wir hoffen aber, daß wir Sie betreffs der "Unterirdischen Bruderschaft" vollständig aufgeklärt haben.

Mit freundlichen Grüßen"

17. Brief an die Herren Leene und Borkowski betr. Ufos, unterirdische Bruderschaft usw.

An den

Rosenkreuz-Verlag Kassel

Leene & Borkowski

35 Kassel

Rudolf-Schwander-Straße 1

Postfach 477

.

6.11.1970

Sehr geehrte Herren!

Mit Interesse habe ich Ihren Aufruf an alle Anhänger des Herrn von Rijckenborgh gelesen. Bitte gestatten Sie mir, daß ich mich vertrauensvoll mit einigen Fragen an Sie wende.

Als der Großmeister an Sylvester 1967 zum letzten Male in Calw war, berichtete er über seine Südamerikareise. Dabei wurde auch das mysteriöse Thema der Fliegenden Untertassen gestreift. Herr Rittmann und einige andere von der obersten Leitung wollen Fliegende Untertassen gesehen haben über dem Hause, in welchem der Gottesdienst gehalten wurde. Tatsache ist ja, daß die meisten Meldungen darüber aus Südamerika kommen.

Der Großmeister begann seinen Vortrag mit den Worten: "Was wissen wir schon über unseren Planeten?" Er bemerkte dann, daß uns die Wissenschaft nicht einmal die Entstehung des Nordlichtes, erklären könne.

Besonders spannend wurde dieser Vortrag, als der Großmeister über eine Menschengruppe berichtete, welche im Erdinnern wohnt und von welcher die übrige Menschheit keine Ahnung habe. Diese Menschengruppe beobachte mit größter Sorge die Atomversuche etc. und habe die dadurch heraufbeschworenen Gefahren erkannt. Nun sagte der Großmeister ferner, er habe von diesen, im Erdinnern wohnenden Menschen einen Brief erhalten. Vom Inhalt dieses Briefes wurde nur der einzige Satz zitiert: "Wird es ein neuer Anfang oder das Ende sein."

Vergeblich wartet man seit jenem Sylvesterabend auf eine Fortsetzung dieses Themas, welches uns alle damals sehr überrascht hat. Hier ergeben sich doch zwangsläufig einige Fragen: In welcher Sprache drücken sich diese Erdlinge des Innern eigentlich aus? Außerdem: Müssen diese Leute nicht wenigstens (eventuell über Mittelspersonen) einen gewissen Warenaustausch mit der übrigen Menschheit pflegen? Papier und Briefumschlag müssen sie doch auch von irgendwo her haben. Es sei denn, sie hätten auch Papierfabriken in ihrem unterirdischen Bereich.

Vielleicht habe ich auch den "Erhalt eines Briefes" zu wörtlich genommen. Es könnte auch sein, daß der Großmeister nur von einer erhaltenen Botschaft sprechen wollte. Eine solche könnte ja auch auf telepathischem Wege erfolgt sein.

Für eine baldige Stellungnahme zu den obigen Fragen wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Freundliche Grüße

18. Brief an Herrn Meyer von Henk Leene betr. schlechter Strahlungen usw. im LR

MIA en HENK LEENE

Hedastraat 36

2023 EW

Haarlem

telefoon 023 261990

Haarlem den 26/11.79

Lieber Herr Meyer,

Heinz Borkovsky hat Ihren Brief an uns weiter geleitet und wir waren ganz und gar nicht erstaunt vom Inhalt. Wir sind damals genau wegen diesen Gründen aus dem Lektorium getreten, also nur aus spirituellen Gründen. Die schlechten Strahlungen fingen an als mein Vater( J. v. R) gestorben war, wiewohl es während seiner Krankheit schon anfing, weil Frau de P. die Führung übernahm und ich weiss, dass sie mit schlechten okkulten Kräften arbeitet.

Sie verstehen, dass ich hinter den Kulissen viel gesehen habe und ich konnte schon damals vor meinem Gewissen nicht verantworten was passierte.

Was Ihre Gesundheit betrifft; ich rate Ihnen geistig eine Fastenzeit zu befolgen, d.h. sich nur zu beschäftigen mit Entspannung, damit dieses okkulte Gift aus Ihrem Blut geht.

Weiter können sie auch körperlich einen Diät befolgen; nur reine, lebende Ernährung nehmen.

Dann können Sie auch noch hieran denken: Wenn wir nicht mitarbeiten mit dem Bösen kann uns NICHTS passieren. Sie müssen wieder Widerstandskraft aufbauen und so etwas fängt im Mentalen an.

Löse alle Bande mit dem Lektorium, auch im Gedanken. Sie müssen sich wirklich total abschliessen! Dann passiert nichts. Nehmen Sie zum Beispiel einen stärkenden Gedanken als eine mentale Stütze:"Der Geist ist gross - Er heilt und beschirmt mich!" Dieser universelle Geist ist nämlich nicht der Besitz des Lektoriums, im Gegenteil.

Er hilft uns wenn wir wieder Kontakt mit Ihm aufnehmen. Vertraue auf diesen Geist und wisse dass mit Ihm NICHTS unmöglich ist!

Wir wünschen Ihnen Alles Gute und seien Sie davon Überzeugt dass das Licht der Lichter diejenigen hilft, die schreien in der Not!

Wenn Sie von mir noch Hilfe nötig haben, bin ich natürlich gerne dazu bereit.

Mit freundlichen Grüssen

Henk Leene

19. Begleitbrief der Ehepaare Lang und Boillat betr. Absetzung von Henk Leene

10. April 1969

Liebe Schüler der Geistesschule,

Dankbarkeit erfüllte einst unseren Grossmeister, Herrn Jan v. Rijckenborgh, als er in mehreren Konferenzen "bekanntgab, es sei ihm noch vergönnt, seinen Nachfolger zu ernennen. Gerade deshalb, so führte er weiter aus, dass beim Ableben des jeweiligen Gründers einer Geistesschule kein Nachfolger bestimmt war, sind gnostische Schulen zugrunde gegangen.

Noch muss es in Euren Ohren klingen, wie Herr v. Rijckenborgh uns Schülern seinen Sohn Henk Leene als Nachfolger nannte.

Diese Ernennung, so sagte der Grossmeister, entspringe keiner Familienpolitik, sondern dem ausdrücklichen Wunsche der Bruderschaft, von welcher Henk Leene jahrelang für diesen Auftrag vorbereitet worden sei.

Bei dieser Bekanntgabe sagte der Grossmeister noch, dass Henk Leene bei seiner schweren Aufgabe unser aller Unterstützung bedürfe und wir uns voll Liebe um ihn scharen sollen. Wir werden dies tun.

Wir haben erkannt: Die gnostische Schule besteht dort weiter, wo Henk Leene wirkt.

Den drei beiliegenden Uebersetzungen der Briefe von Herrn Henk und Frau Mia Leene können Sie entnehmen, wie die Leitung der Schule den Wunsch des Grossmeisters missachtet, während sie gleichzeitig versucht, die Konferenzen mit dessen Diensten zu beleben.

So kann es Ihnen deutlich werden, warum Herr und Frau Leene diesen Schritt tun mussten.

Es ist uns ein inneres Bedürfnis, Euch, Schülern der Geistesschule, diese Briefe der eigenen, freien Beurteilung zu überlassen.

Dieses Schreiben trägt untenstehende Namen, um nicht anonym zu sein; sie zeichnen für viele Gleichgesinnte.

Alois Lang, prakt. Arzt, u. Uta Lang

Akazienstrasse 6

4142 Münchenstein

Schweiz

Manfred u. Marthe Boillat

Oberwilerstrasse 86

4000 Basel

Schweiz

P.S. Teilen Sie den Inhalt dieser Briefe solchen Freunden mit, die wir in Ermangelung der Adressen nicht erreicht haben.

20. Brief von Henk Leene betr. Vorwürfe der Schwarzmagie usw.

An Freunde und Mitarbeiter zur Verantwortung

Haarlem, den 26. März 1969

Beste Freunde,

Die beigelegten Briefe werden Euch wahrscheinlich schockieren und leidtun. Vergebt mir, ich konnte und mochte nicht mehr anders handeln. Der Augenblick, in dem ich sprechen muss, ist gleich- zeitig mit dem Verkauf von Galaad gekommen.

Die Herren der Internationalen Spirituellen Leitung nennen mich geringschätzig "den Katharer" und beschuldigen mich deshalb, "fremde" und "a-gnostische" Kraft in der Schule frei zu machen. Darum wird mir nun das Arbeiten verboten. Als erstes wurde mir die Wochenkonferenz abgesagt, gerade diese Wochenkonferenz, welche meinem Vater kurz vor seinem Tode solch grosse Freude gab und worüber er sagte, dass wir jedes Jahr eine halten sollten. Stattdessen forcierte Herr Stratmann eine viertägige Konferenz für Mitglieder der inneren Schule Ferner wird mein Anteil an Konferenzdiensten so sehr eingeschränkt, dass es mir unmöglich wird, eine Folgeserie der Pistis-Sophia-Dienste fortzusetzen, die mein Vater mir auftrug zu halten. Zum dritten sind auch die Weisse-Rose-Dienste verboten (Dieser Plan soll "der guten Ordnung wegen" abgeschafft werden).

Zum Schluss wies man mich auf meinen Onkel Z.W.Leene, der in der Spiegelsphäre verblieben sei um zu arbeiten, so dass seine Kraft nicht die richtige sei.

Die Beleidigung meinem Onkel und gleichfalls meinem Vater gegenüber, den durch ihn gewählten Nachfolger naturmagischer und selbst schwarzmagischer Kraft zu beschuldigen, kann ich nicht akzeptieren. Ich kann und mag mich nicht, diesen Herren gleich, wie eine Grammophonplatte betragen (wie sie das gerne hätten), denn ich muss den Auftrag vollbringen, den ich empfangen habe.

Dass dies innerhalb des Apparates des Lectorium Rosicrucianum nicht mehr möglich ist, ist für mich ein Beweis, dass weder mein Vater noch mein Onkel länger im Feld der Schule anwesend sind. Nur der tote Buchstabe ist geblieben.

Ich bitte, dass es mir bald gegeben sei, eine Gemeinschaft zu gründen, in der Harmonie, Liebe und die Verwirklichung der Lehre meines Vaters ausgetragen werden, wie er gehofft hat. Die Wochenkonferenz 1968 hat bewiesen, dass dies möglich ist. Ich danke Euch darum für Eure Freundschaft und wünsche Euch "den tiefen Frieden von Bethlehem".

Der "Katharer" entzieht sich seinen Inquisitoren und geht auf Suche nach den Rittern und ihrer beschirmenden Burg. Er wird diese sicher finden.

Euer

Henk Leene

21. Brief von Henk Leene an Frau de Petri betr. Vorwürfe der Schwarzmagie usw.

Haarlem, den 22. März 1969

Sehr geehrte Frau de Petri,

Nach der Zusammenkunft vom 15. März, der ich mit Ihnen und den Mitgliedern der internationalen spirituellen Leitung beigewohnt habe, hat mich eine Traurigkeit befallen, die mit Worten nicht zu beschreiben ist, und die nur begriffen werden kann durch jene, die meinen innerlichen Ruf zur Arbeit verstehen.

Seinerzeit habe ich aus den Händen von Herrn von Rijckenborgh das Erbe meines Onkels Z.W.Leene während einer sehr ergreifenden Unterredung empfangen. Mein Vater wusste, dass ich allzeit einen sehr innigen Kontakt mit meinem Onkel unterhalten habe und immer noch unterhalte. Das Empfangen des Erbes war das logische Resultat nach jahrelanger Vorbereitung.

Sie werden sich erinnern, da Sie und verschiedene Mitarbeiter dieser Unterredung beiwohnten, dass Herr von Rijckenborgh sehr gerührt war. Es war eine Rührung, welche ich niemals früher bei meinem Vater wahrgenommen habe.

Wie er erzählte, hatte sich ihm des Nachts sein Bruder Z.W.Leene genähert, um mich, tatwirklich mit dem Auftrag und der Arbeit zu verbinden, die sie, vor vielen Jahren, zusammen für mich bestimmt hatten.

Wie Sie wissen, hat Herr von Rijckenborgh auch bei meiner Eheweihe darauf hingewiesen.

Das Gelübde, welches mein Vater am Sterbebett seines Bruders abgelegt hatte, musste nun eingelöst und die Kraft von Z.W.Leene wiederum in der Schule freigemacht werden.

Ich habe nach Ehre und Gewissen und in vollkommener Harmonie mit Jenen die hinter mir stehen, meine Arbeit getan.

Viele Schüler haben dies erfahren und die hievon ausgehende Freude gefühlt.

Aus Erfahrung und Gesprächen mit meinem Vater weiss ich, dass er bis zu seinem Hingang in engem Kontakt mit Z.W.Leene stand, so dass ich meine, dass auch nun die beiden Kraftimpulse nicht geschieden werden können.

Die Berührung der beiden Kraftimpulse habe ich am Sterbebett meines Vaters sehr deutlich erfahren, und diese Aufnahme in ihre Lichtkraft bleibt für mich ein unvergessliches Erleben.

Ich habe meinen Entschluss sehr lange erwogen und weiss nun, ich handle in Uebereinstimmung mit jenen, wenn ich mich der Abweisung Z.W.Leenes durch meine "Brüder" von der internationalen spirituellen Leitung nicht füge.

Ich kann deren Angriff vergeben, weil sie nicht wissen können, worüber sie sprechen; ich aber spreche aus innerer Erfahrung, die ich nicht zu verleugnen vermag.

Dass die Kraft, die ich austrage, nicht die "Kernkraft" der Schule sei, ist für mich unglaubwürdig. Ich ziehe daraus die Konsequenzen und sehe darum, um Streit zu vermeiden, von einem weiteren Arbeiten in der Schule ab.

Ich bin mir aber des Auftrages, der mir erteilt wurde, sehr wohl bewusst. Ich weiss auch, dass dieses Zurückziehen aus dem Werkfeld ausserhalb des Auftrages steht, den Z.W.Leene wie J.v.Rijckenborgh mir gegeben haben.

Für mich ist die erlösende Hilfe, die mir durch die universelle Bruderschaft verliehen wird, nicht an irgendwelchen Apparat gebunden!

Und ich bin davon überzeugt, Herr von Rijckenborgh und sein Bruder Z.W.Leene haben sich in ihrer spirituellen Arbeit im kosmischen Gebiet vollkommen gefunden, während ihnen zugleich aus ferner Vergangenheit ein Bruder beisteht.

Dies ist für mich ein innerliches Wissen, gegen das ich in keiner einzigen Weise sündigen kann.

Zu oft schon habe ich meine Prinzipien der "Einheit" zuliebe zur Seite geschoben. Nun ist für mich die Grenze erreicht. Ich darf darin nicht weitergehen, so haben sie mich alle gewarnt.

Im Antwortbrief an Dr. Lang ist von einer "Prüfzeit" von drei Jahren die Rede. Persönlich habe ich darüber nie etwas von Herrn von Rijckenborgh vernommen, aber ich finde, meine Prüfzeit hat bereits länger denn drei Jahre gedauert!

Aufgewachsen in der Schule, dicht in meines Vaters Nähe, sah ich allerlei geschehen. Auch was sich nun abspielt, ist für mich keine Ueberraschung. Ich stärke mich mit den Worten, die er zu mir gesprochen hat:

"Wenn es soweit kommt, Junge, sollst du aufs neue beginnen." So sei es!

Diesen Brief schreibe ich nach langer Einkehr und in Harmonie mit jenen, die hinter meiner Arbeit stehen.

Die klassische und raffinierte Weise, wie der Angriff auf mich geführt wird, und die Person, die das Schwert gegen mich gezogen hat, bekunden offensichtlich, was sich in den Reihen der Schule abspielt.

Ich will mich dadurch nicht schlachtopfern lassen; ich kann mich weder vor meinem innerlichen Tribunal noch vor jenen, die mir den Auftrag gaben, verantworten.

Für meine spirituelle Ueberzeugung opfere ich alles, und ich weiss, ich habe nun erst den Auftrag wahrlich empfangen. Alle Beschirmung, alle materielle Sicherheit und alle meine eventuellen Aengste vor der Zukunft gebe ich preis und stelle mich unter die Obhut derer, an die ich glaube und die mich allzeit auf meinem schweren Wege gestärkt haben.

So stehe ich vollkommen allein mit jenen, und so muss es auch sein. Ich fühle mich nun rein und unbefleckt, um den Weg zu gehen, auf dem sowohl mein Vater wie auch mein Onkel in Einsamkeit gerungen haben.

Sie allein können den Inhalt dieses Briefes begreifen. Alle die andern handeln in Unwissenheit. Mögen diese nie den Ernst und das Unrecht ihrer Handlungsweise einsehen, denn ihr Gewissen müsste ihnen zur Folter werden.

Und so Sie mich einer "Spiegelsphärenbindung" beschuldigen, kann meine Antwort nur ein trauriges, vergebendes Lächeln sein.

Sie werden verstehen, dass mich dies alles sehr angegriffen hat, obwohl ich es vorausgesehen habe.

Ich glaubte, dass Sie, Frau de Petri, und ich einander in den letzten Wochen stets näher kamen, aber ich weiss auch, dass einige diesem Näherkommen um jeden Preis zuvorkommen wollten. Auf der Reise nach Calw haben diese dann ihren Schlag ausgeführt. Ich beuge mein Haupt unter das Kreuz, das mir auferlegt wurde, und ich werde dieses Kreuz weitertragen bis Golgatha.

Mit Hochachtung

Ihr Henk Leene

22. Brief von Mia Leene an Frau de Petri betr. Vorwürfe der Schwarzmagie usw.

24. März 1969

Geehrte Frau de Petri,

Als mein Mann nach der Zusammenkunft mit seinen "Brüdern" von der Int. Spirituellen Leitung am 15. März dieses Jahres zu Tränen gerührt und total gebrochen und am Rande eines Nervenzusammen- bruches nach Hause kam, begriff ich, dass der bestimmte Moment endlich gekommen war. Hier konnte und durfte ich eine vermittelnde Rolle, die ich allzeit gespielt habe, nicht mehr spielen. Die Grenze war erreicht. Darum will ich jetzt, so gut es mir möglich ist, in diesem für mich so ergreifenden Augenblick, zum letzten Mal mein bürdevolles Gemüt blosslegen vor Ihnen, die ich während 30 Jahren als meinen geistigen Leitstern anerkannt habe.

Der Angriff, der aus der obersten Leitung der Schule auf meinen Mann gerichtet ist, ist von solch

raffinierter Schlauheit, dass es mich, "die Katharerin", wie unser Beiname lautet, trifft wie eine

Jesuitenmethode.

Der Beiname "Katharer" erfüllt mich mit Freude, doch dass Rosenkreuzer diesen Namen als Gering- schätzung gebrauchen, ist für mich der Beweis, dass die, welche dies tun, nicht wissen, worüber sie

sprechen.

Dass dieser bestimmte Moment beschleunigt wurde durch einen Mann, der "spirituell beschädigt ist" (wie Herr v.Rijckenborgh uns einmal versicherte), stellt dessen Beschuldigung, dass Henk "fremde", naturmagische und selbst schwarz-magische Kräfte freimacht, in ein sehr bedenkliches Licht. Dass sich an die Seite dieser Person derjenige stellt, von welchem Herr J. v. R. einmal sagte, "er darf niemals mein geistiges Erbe in die Hände bekommen!" macht alles umso zweifelhafter Es sind im Laufe von 30 Jahren Schülerschaft und Arbeit so viele Dinge geschehen, dass es mir Mühe kostet, ein konkretes Bild aus dieser Vielheit zu gestalten. Das aber, was jetzt geschieht, war vorauszusehen. Rückschauend begreife ich jetzt auch, warum es so sein muss, und verstehe ich auch die Signatur, dass zur gleichen Zeit mit dem Verkauf von "Galaad" wir, die Katharerketzer, aus der Schule getrieben wurden.

Wenn ich meinen Weg in Einfachheit, Reinheit, Wahrheit und Liebe vollbringen darf, gleich wie die Katharer, werde ich Gott dankbar sein.

Ich weiss, dass es Schüler gibt, die meine Arbeit voll Misstrauen beobachtet haben, aus Angst, dass ich mir eine Machtposition erobern werde. Nun, wie der Wirt ist, so vertraut er seinen Gästen! Ihr mögt wissen, dass ich mir niemals eine solche Position zugedacht, noch sonst Ruhm und Ehre erwartet habe.

Ich habe mich all die Jahre an der Seite meines Mannes völlig in seinen Schatten gestellt und versucht, seine schwere Aufgabe zu erleichtern. Dafür habe ich Familie, Gesundheit und alle persönlichen Belange, auch meine persönlichen Gefühle, beiseite geschoben. Ich glaube, dass ich dies, nach so vielen Jahren getaner Arbeit, wohl sagen darf.

In meinem Herzen habe ich vermutet, wie schwer mein Weg an der Seite von Henk sein werde, und habe davor von Anfang an eine intuitive Angst gespürt. Herr J. v. R. wusste dies und hat mich allzeit ermutigt. Sie selbst haben einmal gesagt: "Ja, Mia, Menschen, die eine Berufung haben, haben es immer schwerer

als die andern!" Das sagten Sie zu mir, als ich vor einigen Jahren in grosser Seelennot zu Ihnen und Herrn

J. v. Rijckenborgh kam.

Meine Berufung liegt im Schatten von Henk, und ich werde also auch das Versprechen, das ich Herrn J.

v. R. gab, "Henk immer beizustehen", treu bleiben.

Die Worte während unserer Eheweihe im Jahre 1947, durch meinen Schwiegervater gesprochen:"Ihr werdet zusammen durch Täler von Schmerz, aber auch über Höhen intensiver Freude gehen", haben mich immer tief getroffen und gleichzeitig gestärkt. Auch die Worte, "ich vermag alle Dinge durch Christus, Der mir Kraft gibt", geschrieben in unsere Ehebibel, geben mir stets wieder Kraft, um durch die Pfuhle der Schmerzen zu waten, die auf meinem Lebensweg liegen. Die Höhen der Freude habe ich allzeit

erreicht in der Arbeit, wenn ich sah, wie Menschen mit gelabtem Herzen heimkehrten, und wenn ich erfuhr, wie Henk Schüler aus Verzweiflung und Bitterkeit herausführte.

Ich weiss, dass er beseelt ist von einer grossen Menschenliebe angesichts von Seelennot. Ich weiss, dass er in diesem Augenblick um all die Menschen leidet, die er verlassen muss, weil er durch bestimmte Elemente in der Schule, die die organisatorische Macht besitzen, gehindert wird, seine Arbeit zu verrichten.

Es ist mir unmöglich, die Lügen, die Intrigen, den Machtstreit und die Unaufrichtigkeit, die in den führenden Instanzen der Schule herrschen, noch länger zu verheimlichen. Ich kann dies vor meinem Gewissen nicht verantworten. Auch glaube ich, dass auf solch einer Disharmonie und verborgenem Streit und in dem Verfolgen persönlicher Interessen kein spiritueller Segen ruhen kann. Der Vorwurf, den man uns einmal gemacht hat, "dass die Leenes sich mit den Reichtümern und Besitzungen der Schule bereichern wollen", ist mir diesem für uns so eingreifenden Beschluss auch Lügen gestraft. Viel von dem Geschwätz rund um Henk hat er durch seine Taten entkräftet.

Keiner von uns beiden hängt an äusserlichem Reichtum und Besitz. Unser Leben muss das doch bewiesen haben. Das Katharergelübde von Armut und Einfachheit lege ich gerne ab! Es ist mir aufgefallen, dass der Gedankengang von Herrn v. R., die Zukunft der Schule betreffend, vollkommen negiert wird, während man sich aber durchwegs seiner inspirierenden Texte bedient. Diese Methoden können nicht zusammen gehen. Ich bin in der leitenden Organisation der Schule niemandem begegnet, der aus eigener Kraft solch eine Liebe und wohltätigen Segen freimacht wie Henk. Ich schreibe das jenen zu, die hinter Henks Arbeit stehen, und seiner eigenen, vollkommen ehrlichen, aufrechten und liebevollen Natur. Er kann niemals Worte aussprechen, ohne diese zuerst bis in die Seele hinein erfahren zu haben. Bei den anderen habe ich dies noch nie festgestellt.

Aus diesen Gründen glaube ich an seinen Ruf und Auftrag. Eine Bestärkung meiner Ueberzeugung (während ich doch sehr kritisch bin), erhielt ich beim Sterbedienst von Herrn J. v. R., den Henk hielt. Danach bestand für mich kein einziger Zweifel und ich weiss, dass die Kraft (die laut Herr Bürki naturmagisch ist) allzeit mit ihm sein wird.

Ich bin glücklich in dieser Kraft und will diese bestimmt nicht verlieren.

Es ist mehr als einmal geschehen, dass das Untertauchen in diese Reinheit mich von allen meinen Aengsten und Sorgen befreite.

Und ich weiss, dass ich hier nicht für mich allein spreche. Ich lege diese Gedanken gerade vor Ihnen bloss, weil ich innerlich fühle, dass gerade Sie mich begreifen können, wenn Sie wollen.

Niemand als ich habe Ihre Situation an der Seite von Herrn v. R. besser begriffen, und niemand kann Ihre Einsamkeit besser nachfühlen. Ich kenne diese, im Schatten von Henk, seinen Pfad oft ebnend, ja aus Erfahrung!

Es ist niemand geblieben, der wie ein Resonanzboden mitschwingt und als Vertrauter dienen kann, niemand, der die Last teilen und mittragen will, niemand, der die Tiefe der Erfahrungen versteht! Es bleibt nur der innerliche Bronn der Stärke, wonach man stets wieder sucht und der, selbst nach bittersten Erfahrungen, Gott sei Dank weiter strömt. Henk hat versucht, die Liebeskraft von Z.W.Leene, die so lange in der Schule gemangelt hat, wiederum aufzurufen, und es gelang wunderbar. Dies empfing er auch als Auftrag.

Dass auf diese Kraft jetzt in der obersten Leitung kein Wert mehr gelegt wird, ja, diese selbst nicht mehr erkannt wird, scheint uns bezeichnend für einen sichern Mangel in der Schule. Da wir auch während unserer Eheweihe in sehr engen. Kontakt mit dieser Kraft gebracht wurden, können und dürfen wir diese Kraft nicht leugnen.

Es wurde viele Male versucht, Henk und mich zu trennen, ja bereits schon viele Jahre versucht man es. Unsere Bindung ist aber eine spirituelle Verbindung, herkommend aus einer mikro-kosmischen Einheit, worauf Herr J. v. E. während der Eheeinsegnung hinwies.

Auch trachtete man viele Male danach, mich und auch Henk gegen Sie, gegen Herrn J. v. R. und gegeneinander auszuspielen. Alle diese Intrigen, aus den höchsten Kreisen der Schule kommend, haben

viel Schmerz verursacht, sowohl im Leben von Herrn J.v.R. als von uns beiden. Stets aufs neue verhinderte man, dass Vater und Sohn einander fanden und zusammenwirkten, während die ganze Schülergruppe nach einem solchen Beweis von Eintracht hungerte. Ich selbst bin nie auf die Fallstricke eingegangen, die man mir legte, habe aber wohl etwas Mühe gehabt, um meine heftigen Reaktionen darauf zu bezwingen. Es könnte soviel aufgehellt und aufgelöst werden, wenn man nur ehrlich einander gegenüberstehen könnte! Aber dies ist jetzt einmal scheinbar unmöglich. Die Versuche in dieser Richtung habe ich bereits lange aufgegeben.

Wie sehr es meinen Schwiegervater auch verlangte, mit seinem Sohn zusammenzukommen, es wurde ihm nie vergönnt. Ich will nicht alle seine Worte wiederholen, mit welchen er auf meine Aufgabe hinwies; ich weiss aber, was er erhoffte und worauf all sein Bitten gerichtet war. Der Widerstand und die Lügen und das Unverständnis, die ihn umringten, brachten ihn schliesslich in solch eine innere Spannung, dass er daran zugrunde gegangen ist. Sein Hausarzt bestätigte mir dies. Zuweilen habe ich den ergreifenden Gesprächen zwischen Vater und Sohn beigewohnt, wenn sie offen und ehrlich sprechen konnten, und ich habe auch die Worte gehört: "Wenn es soweit ist, Junge, musst du von neuem beginnen." Und ebenfalls:

"Du musst deine eigenen Mitarbeiter wählen."

Die Menschen, die Henk an der Spitze neben sich hat, sind nicht die seiner eigenen Wahl und werden es auch nie sein. Dies wird ständig eine Gefahr des "Messers im Rücken" aus der nächsten Umgebung bleiben. Auch sein Vater hat dies stets aufs neue erfahren dank den Menschen, die ihm aufgezwungen wurden. Er hat hierzu schliesslich geschwiegen.

Die Warnungen, die Henk im Laufe der Zeit geäussert hat, sind nutzlos gewesen, wiewohl alle Ereignisse sich ganz und gar nach seinen Voraussagen vollzogen haben. Auch seine Prognose für das Jahr 1969 ist bereits im Begriffe, sich zu vollziehen. Ich begreife jetzt auch, dass nichts aufgehalten werden kann. Solch ein Eingriff bringt allzeit Schmerz und Verzögerung. Es ist aber menschlich, danach zu trachten, dem Allerärgsten zuvorzukommen.

Wir gehen jetzt also weg aus dem Arbeitsfeld des Lectorium Rosicrucianum, und ich begreife ganz gut, dass es Elemente gibt, die uns mit einem triumphierenden Grinsen weggehen sehen.

Ich bin froh, dass ich mit diesen Menschen nicht mehr zusammenarbeiten muss. Es war eine Zeit gewesen, wo ich Angst vor ihnen hatte, vor ihrer durchtriebenen Taktik, vor ihren rücksichtslosen Mitteln, um Henk zu treffen. Wir werden uns jetzt ausserhalb ihres Aktionsradius stellen und sie ihrem eigenen Machtstreit und Gewissen überlassen. Es ist in mir eine Dankbarkeit und auch eine Verwunderung, dass ich keine Bitterkeit und keine Rachegefühle empfinde. Ich spreche nur aus dem Bewusstsein heraus, dass ich meinen Becher voll Bitterkeit leere und der letzte Zug, dem ich voll Schrecken entgegensah und den ich versuchte, immer wieder hinauszuschieben, jetzt auch getrunken wird. Aus diesem Erfahrungsweg heraus, den wir beide bewusst und voll Uebergabe gehen, begreifen wir so gut das Evangelium von der Pistis Sophia. Es ist für uns nicht nur ein Evangelium, sondern eine ergreifende Wirklichkeit, und den Tiefpunkt in diesem Prozess erreichen wir jetzt.

Ich habe ehrlich versucht, meine Gefühle in Aufrichtigkeit niederzuschreiben, unter Beiseitestellen aller emotionellen menschlichen Regungen.

Ich stelle mich also völlig hinter meinen Mann, worum ich durch Herrn J. v. Rijckenborgh so dringend gebeten wurde, und trete zurück aus Ihrer Organisation.

Mit der besten Hochachtung

für Ihre Arbeit

Mia Leene

23. Die Nachfolge des Großmeisters des LR - Pläne und Pleiten im Laufe der Jahre

"Weit vorausschauend" werde die Bruderschaft einen Nachfolger bestimmen, erklärte van Rijckenborgh. Weil nämlich das Nachfolgeproblem nicht rechtzeitig gelöst worden sei, seien beim Ableben des jeweiligen Gründers in der Vergangenheit schon gnostische Geistesschulen zugrunde gegangen.

In mehreren Konferenzen gab nun der Großmeister bekannt, es sei ihm vergönnt, seinen Nachfolger zu ernennen. Als die geeignete Persönlichkeit stellte er seinen Sohn Henk Leene vor.

Diese Ernennung, so sagte van Rijckenborgh, entspringe keiner Familienpolitik, sondern dem ausdrücklichen Wunsche der Bruderschaft, von welcher Henk Leene jahrelang für diesen Auftrag vorbereitet worden sei. Alle Schüler sollten sich voll Liebe um ihn scharen und ihn bei seiner schweren Aufgabe unterstützen.

Mit Unwillen registrierte nun Bruder van der Kuyp (seit 1963 im Rat der Ältesten), wie Henk Leene als Nachfolger des Großmeisters aufgebaut wurde. Es kam zu schweren Spannungen, die sich schließlich im Herbst 1965 in einem Tempeldienst in Haarlem entluden. Mehrere Schüler sprangen wie von Geisterhand gerührt während des Dienstes auf und forderten ihr Geld zurück, das sie der Schule geliehen hatten. Die Gruppe um van der Kuyp erklärte u. a.:

Das Rosenkreuz sei in finanzieller Hinsicht ein Faß ohne Boden.

Der Großmeister entferne sich bereits aus der Stoffsphäre und sei nicht mehr in der Lage, Dienste zu halten.

Der Schwarzmagier Henk Leene beherrsche die Geistesschule,

Im Oktober 1965 verließ v. d. Kuyp das Rosenkreuz. Eine Austrittswelle folgte. Y. Capus, der Leiter des französischen Rosenkreuzes, trat ebenfalls aus.

Auf Deutschland griff die Austrittsbewegung 1966 über. Hier unterhielt Bruder Wohlfahrt enge Verbindung zu van der Kuyp. Bruder Wohlfahrt trat 1960 ins Goldene Haupt ein. Seit 1961 war er Präsidiumsmitglied in Norddeutschland. 1963 rückte er sogar in den 6. Grad auf und wurde so zum höchstchargierten Rosenkreuzer in Deutschland. 1966 ergriff er offen Partei für van der Kuyp und versagte dem Großmeister während eines Ecclesia-Dienstes in Bad Münder die Gefolgschaft. Prompt folgte satzungswidrig sein Ausschluß aus dem Rosenkreuz.

Am 17. Juli 1968 starb der Großmeister. Als nun Henk Leene die Nachfolge seines Vaters antrat, stieß er gleich in den Führungsgremien des Rosenkreuzes auf heftigen Widerstand. Spannungen, Streitereien und Machtkämpfe zogen sich monatelang hin. Die Mitglieder der INTERNATIONALEN SPIRITUELLEN LEITUNG spielten sich als unumschränkte Herren in ihren Arbeitsfeldern auf. Sie konnten sich dabei sogar auf Vollmachten berufen, die ihnen von den Großmeistern übertragen worden waren. In einem Schreiben vom April 1968 hatten Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri allen Schülern mitgeteilt:

"So ist ab Freitag, den 22. März 1968, ausschließlich aus der sechsten Ansicht unserer Geistesschule eine übergeordnete, sieben Mitglieder zählende INTERNATIONALE SPIRITUELLE LEITUNG geformt worden. Von den Unterzeichnenden wurden folgende Brüder bereit befunden, in dieser INTERNATIONALEN SPIRITUELLEN LEITUNG der Geistesschule ihren Platz einzunehmen: P. C. Feekes, T. H. Ritman, H. Leene, C. G. Stratman, H. Bürki, H. Albert und W. Wiesner.

Die Internationale Spirituelle Leitung hat den Auftrag, sehr gründlich darauf zu achten,

daß in den genannten Arbeitsfeldern der Geistesschule die Lehre ganzen Fülle der Menschheit übertragen wird,

daß durch keinen Arbeiter der Schule die fundamentale Grundbasis der Geistesschule angetastet wird,

daß das befreiende Ziel der Geistesschule, nämlich: DER PROZESS DER GEIST-SEELEN- BEFREIUNG, in dem Gang der Entwicklung rein bleibt

der Geistesschule in ihrer

und daß der Inhalt der Literatur - beispielsweise bei zu haltenden Ansprachen - nicht auf die horizontale Ebene umgebogen wird.

Auf dieser Basis sollen die sieben benannten Diener als Internationale Spirituelle Leitung sich harmonisch zusammenfinden in dem EINEN-UNIVERSELLEN-LICHT-DIENENDEN-WERK, ohne jedoch gegenseitig in das Arbeitsfeld der anderen einzugreifen.

Und so findet dann das Wort in der Wirklichkeit Erfüllung:

Einheit - Freiheit - Liebe."

So konnte Henk Leene sich wohl als Nachfolger des Großmeisters bezeichnen, aber andererseits war er doch nur einer von den sieben Brüdern der Internationalen Spirituellen Leitung. Bei der Zusammenkunft vom 15. März 1969 gingen die Brüder zum konzentrierten Angriff über und beschuldigten Henk Leene, daß er agnostische, naturmagische und sogar schwarzmagische Kräfte gebrauche.

Daraufhin erklärte der Nachfolger des Großmeisters seinen Austritt aus der Internationalen Schule des Rosenkreuzes!

In seinem Austrittsschreiben an Frau de Petri vom 23.03.1969 hieß es u.a.:

"Nach der Zusammenkunft vom 15. März, der ich mit Ihnen und den Mitgliedern der Internationalen Spirituellen Leitung beigewohnt habe, hat mich eine Traurigkeit befallen, die mit Worten nicht zu beschreiben ist und die nur begriffen werden kann durch jene, die meinen innerlichen Ruf zur Arbeit verstehen.

Seinerzeit habe ich aus den Händen von Herrn van Rijckenborgh das Erbe meines Onkels Z. W. Leene während einer sehr ergreifenden Unterredung empfangen. Mein Vater wußte, daß ich allzeit einen sehr innigen Kontakt mit meinem Onkel unterhalten habe und immer noch unterhalte. Das Empfangen des Erbes war das logische Resultat nach jahrelanger Vorbereitung.

Aufgewachsen in der Schule dicht in meines Vaters Nähe, sah ich allerlei geschehen. Auch was sich nun abspielt, ist für mich keine Überraschung. Ich stärke mich mit den Worten, die er zu mir gesprochen hat:

'Wenn es soweit kommt, Junge, sollst du aufs neue beginnen.' So sei es!

Die klassische und raffinierte Weise, wie der Angriff auf mich geführt wird, und die Person, die das Schwert gegen mich gezogen hat, bekunden offensichtlich, was sich in den Reihen der Schule abspielt."

Den Mitgliedern des Rosenkreuzes erläuterte Henk Leene sein Ausscheiden in einem Schreiben vom

26.03.1969:

"Die Herren der Internationalen Spirituellen Leitung nennen mich geringschätzig 'den Katharer' und beschuldigen mich deshalb, 'fremde' und 'agnostische' Kraft in der Schule freizumachen. Darum wird mir nun das Arbeiten verboten.

Die Beleidigung meinem Onkel und gleichfalls meinem Vater gegenüber, den durch ihn gewählten Nachfolger naturmagischer und selbst schwarzmagischer Kraft zu beschuldigen, kann ich nicht akzeptieren. Ich kann und mag mich nicht, diesen Herren gleich, wie eine Grammophonplatte betragen (wie sie das gerne hätten), denn ich muß den Auftrag vollbringen, den ich empfangen habe.

Daß dies innerhalb des Apparates des Lectorium Rosicrucianum nicht mehr möglich ist, ist für mich ein Beweis, daß weder mein Vater noch mein Onkel länger im Feld der Schule anwesend sind. Nur der tote Buchstabe ist geblieben."

Henk Leenes Frau beschrieb in ihrem Austrittsbrief die Vorgänge so:

"Als mein Mann nach der Zusammenkunft mit seinen 'Brüdern' von der Internationalen Spirituellen Leitung am 15. März dieses Jahres zu Tränen gerührt und total gebrochen und am Rande eines Nervenzusammenbruchs nach Hause kam, begriff ich, daß der bestimmte Moment endlich gekommen war.

Daß dieser bestimmte Moment beschleunigt wurde durch einen Mann, der 'spirituell beschädigt ist' (wie Herr van Rijckenborgh uns einmal versicherte), stellt dessen Beschuldigung, daß Henk 'fremde', naturmagische und selbst schwarzmagische Kräfte freimacht, in ein sehr bedenkliches Licht. Daß sich an

die Seite dieser Person derjenige stellt, von welchem Herr van Rijckenborgh einmal sagte, 'er darf niemals mein geistiges Erbe in die Hände bekommen!' macht alles um so zweifelhafter.

Es ist mir unmöglich, die Lügen, die Intrigen, den Machtstreit und die Unaufrichtigkeit, die in den führenden Instanzen der Schule herrschen, noch länger zu verheimlichen."

Nach den Vorstellungen des Großmeisters sollten die Brüder der Internationalen Spirituellen Leitung harmonisch zusammenfinden in "Einheit - Freiheit - Liebe."

Henk Leene beklagte sich, man habe nachträglich eine "Probezeit" von drei Jahren konstruiert, obwohl van Rijckenborgh nie von einer solchen Probezeit für den Nachfolger gesprochen habe.

Fieberhaft zimmerte man nun in den Führungsgremien an einer Nachfolgeregelung. Anscheinend hatte die Bruderschaft nicht "weit vorausschauend" geplant. Die Pleite mußte schnell bereinigt werden.

Schon am 04.04.1969 wurde der Schwiegersohn des Großmeisters, Bruder A. Hamelink, Mitglied der Internationalen Spirituellen Leitung! Gleichzeitig wurde die Tochter des Großmeisters, Frau Els Hamelink-Leene, gebeten, "den Platz einnehmen zu wollen, den Herr van Rijckenborgh einmal seinem Sohn zugedacht hatte."

Das brachte aber "Polarisationsprobleme" mit sich, weil ja nach rosenkreuzerischer Ansicht genau entgegengesetzte Polarisierung von Mann und Frau vorliegt. Aber bei Gott und in der Geistesschule ist kein Ding unmöglich. Die empfangenden und die ausstrahlenden Pole der Geistesschule wurden einfach ausgewechselt.

Catharose de Petri erläuterte die neue Lage:

"Frau E. T. Hamelink-Leene wird den weiblichen Pol der obersten Leitung der Schule vergegenwärtigen.

Die sieben Mitglieder der Internationalen Spirituellen Leitung als Nachfolger von Catharose de Petri bilden den männlichen Pol der obersten Leitung der Geistesschule des Goldenen Rosenkreuzes, worunter zu verstehen ist das sich Offenbarende, das nach außen Leitende in absolut positivem Sinn.

Mit der Benennung von Frau E. T. Hamelink-Leene sind also die empfangenden und ausstrahlenden Pole in bezug zur obersten Leitung der Geistesschule ausgewechselt worden."

Die Umpolung ging also ziemlich glatt über die Bühne, und das Ehepaar Hamelink versah die Arbeit im Rosenhof.

Zur Überraschung der Schülerschar starb Bruder Hamelink ausgerechnet an Krebs. Wie konnte das geschehen? Viele Fragen tauchten auf.

Jan van Rijckenborgh hatte über Krebs gesagt:

"Die Krebswucherung beweist, daß man in einen Prozeß aufgenommen wird, an dem man nicht bewußt und intelligent teilnimmt, daß man auf eine Kraft, die man nicht kennt, falsch reagiert. Die Krebs- wucherung ist die verzerrte Widerspiegelung, die blutige, qualvolle und übelriechende Phantasie eines neuen Tempelbaues.

Wenn Sie Jesus Christus nicht begreifen wollen, so wird der Krebs es Sie lehren! Begreifen Sie mit uns, daß die Zeit da ist" (DIE GROSSE UMWÄLZUNG, 1955, S. 145 - 146).

24. Auswirkungen des Schülertums im Lectorium Rosicrucianum auf das Leben des Schülers

24.1. Wie das Lectorium Rosicrucianum seine Wirksamkeit einschätzt

"Wer sich mit den Lectorium Rosicrucianum verbindet, wird nicht in ein Unterrichtsinstitut aufgenommen, sondern in ein Kraftfeld aus dem Heiligen Geist, das vermittels des gesandten Bruders vom Orden des Rosenkreuzes ausgestrahlt wird. Der Kandidat wird mit einem Licht und einer Wärme umgeben, die nicht von dieser Welt sind, damit er zu wahrer Selbsterkenntnis erwachen und einsehen wird, wie tief er seinem ursprünglichen menschlichen Zustand nach versunken ist.

Der Kandidat empfängt im Lectorium Rosicrucianum also keine Lehrsätze, sondern eine neue Kraft, um zur Transfiguration zu kommen, das heißt zur fundamentalen und strukturellen Wiedergeburt, dem Be- wußtsein, der Seele und dem Körper nach" (WAS IST, WILL UND WIRKT DAS MODERNE ROSENKREUZ, Haarlem 1963, S. 20 - 21).

24.2. Das vorbereitende Schülertum

In den INFORMATIONEN FÜR NEUE SCHÜLER erklärt das Lectorium Rosicrucianum:

"Das vorbereitende Schülertum, während dem keinerlei Konsequenzen gefordert werden, soll in der Regel nicht länger als ein Jahr dauern, kann aber den Umständen entsprechend, auf längere Zeit ausge- dehnt werden."

Das hört sich harmlos an. Tatsächlich aber verlangt man von dem neuen Schüler, daß er mindestens 6 Konferenzen im Jahr besucht. Aber das erfährt der Interessent erst dann, wenn er bereits vorbereitender Schüler geworden ist.

24.3. Das Probeschülertum

Hierzu führen die INFORMATIONEN FÜR NEUE SCHÜLER aus:

"Vom Probeschülertum an hat der Schüler die folgenden elementaren Konsequenzen zu erfüllen:

a) Vegetarische Lebensweise (Lacto-Vegetarier)

b) Verzicht auf Tabak, Alkohol, Drogen und Narkotika

c) Verzicht auf das Tragen von Pelzwerk und Federn

d) Keiner esoterischen, kirchlichen oder politischen Gemeinschaft anzugehören."

Außerdem wird der Probeschüler dazu angehalten, alle Zentrumsdienste zu besuchen und sich zu entschuldigen, wenn ein Besuch ausnahmsweise nicht möglich ist. Im Konvent für Probeschüler trichtert man allen Schülern die Pflichten wieder ein.

24.4. Das bekennende Schülertum

Über die höheren Grade schweigen sich die INFORMATIONEN FÜR NEUE SCHÜLER aus. Und das mit gutem Grund.

Nach ungefähr einjähriger Zugehörigkeit zum Probeschülertum kann der Eintritt ins bekennende Schülertum erfolgen. Der Schüler muß vor der Aufnahme in den 2. Grad die AKTE DER VERBINDUNG unterschreiben. Wer die 33 Punkte dieses Schriftstücks befolgt, ist zu einer Marionette des Lectorium Rosicrucianum abgesunken. Darin verpflichtet sich der Schüler unter anderem

zu unbedingtem Gehorsam gegenüber der Leitung des Lectorium,

zu einer absoluten Geheimhaltung aller Schriftstücke, Besprechungen und Handlungen, die mit dem Lectorium Rosicrucianum im Zusammenhang stehen,

bereitwillig dem Lectorium zu dienen,

täglich drei Dienste im stillen Kämmerlein zu zelebrieren.

Das Lectorium Rosicrucianum erklärt dazu:

"Die Bedingungen sind eingeteilt in drei Kapitel, die zusammen eine Drei-Einheit bilden und deshalb in ihrem ganzen Zusammenhang bekannt und erlebt werden müssen.

Die drei Kapitel richten sich an die Körpergestalt, an die Seelengestalt und an die astrale Gestalt.

Die drei Kapitel werden durch ihre Anwendung den bekennenden Schüler aus seinem Geburts-Chaos befreien und einen NEUEN MENSCHEN organisiert zur Geburt bringen.

Durch solch einen dreifältig organisierten neuen Menschen kann auch die dreifältige NEUE KRAFT des lebenden Seelenzustandes als ein strahlendes Feuer zum Vorschein kommen, zu einem großen Segen für Mensch und Menschheit."

Das bekennende Schülertum wirkt sich in der Tat einschneidend auf das Leben aus. Fast alle Wochenenden sind mit Zentrumsdiensten und Konferenzen vollgepflastert. Spannungen in Familie und Beruf ergeben sich auch durch den Vegetarismus. Schwerwiegend sind außerdem die finanziellen Belastungen: Beiträge, Spenden, Konferenzgebühren, Fahrtkosten usw.

Weil nun trotz der NEUEN LEBENSHALTUNG das NEUE BEWUSSTSEIN ausbleibt, peinigt sich der bekennende Schüler noch mit Selbstvorwürfen.

Wenn ein bekennender Schüler nicht mindestens 10 Konferenzen im Jahr besucht, so droht Degradierung.

Allgemein läßt sich sagen, daß die Belastungen in jeder Hinsicht mit jedem höheren Grad steigen.

24.5. Die HBS (Höhere Bewußtseinsschule)

Das Lectorium erweckt bei seinen Anhängern den Eindruck, ein seriöser Schüler könne in ungefähr drei Jahren das NEUE BEWUSSTSEIN erlangen. Schon der vorbereitende Schüler lebt in einer ständigen Erwartungshaltung. Mit dem Eintritt in einen höheren Grad verbindet sich die Vorstellung, auf eine höhere Vibrationsspirale gehoben worden zu sein, das richtige Schülertum beginne nun.

Wer sich als gefügiger Schüler des 2. Grades betragen hat, erhält schriftlich die Mitteilung, es bestehe die Möglichkeit, in die HÖHERE BEWUSSTSEINSSCHULE einzutreten. In dem Brief heißt es, die ganze Angelegenheit sei streng vertraulich.

Geistige Gesichtspunkte spielen übrigens bei der Beförderung keine Rolle.

Die neugeschaffene HBS-Gruppe von einigen Dutzend Personen trifft sich während einer Wochenendkonferenz möglichst unauffällig im HBS-Tempel. Die Leiter, die der ECCLESIA angehören, vergattern die Anwesenden zu strengster Geheimhaltung. Die Mitglieder des 1. und des 2. Grades dürfen weder erfahren, wer in der HBS ist, noch was im 3. Grad getrieben wird.

Den Schülern des 3. Grades versichert man, es sei (erst) in der HÖHEREN BEWUSSTSEINSSCHULE möglich, das NEUE BEWUSSTSEIN zu erlangen. Es handle sich dabei um einen prozeßmäßigen Vorgang, der im serenen Kraftfeld der HBS durchführbar sei.

In den HBS-Diensten wird regelmäßig eine Aufgabe gestellt, die im Laufe der kommenden Wochen gelöst werden soll. Die Aufträge lauten zum Beispiel,

Angst, Sorge und Furcht abzulegen,

zur Kritiklosigkeit durchzubrechen usw.

HBS-Dienste dauern ungefähr l Stunde, manchmal auch länger. Vor Beginn erhält jeder Dienstbesucher einen unbeschrifteten Briefumschlag. In diesen Umschlag steckt nun der HBS-Schüler einen Geldschein und gibt ihn als Spende beim Betreten des Tempels ab. Auf diese Weise kommen ganz ansehnliche Beträge zusammen. Eine Kontrolle erfolgt nicht. Der Verbleib der Gelder bleibt unbekannt.

In der Zeit zwischen zwei HBS-Diensten finden die sogenannten Zirkelzusammenkünfte statt. Einem Zirkel gehören 10 bis 12 Personen an. Die Zahl der Mitglieder ändert sich erfahrungsgemäß im Laufe der Jahre. Es gab Zirkel, die sich in Wohlgefallen aufgelöst haben, weil alle Mitglieder aus dem Lectorium austraten.

Zirkel tagen abwechselnd in den Wohnungen der betreffenden Schüler. Dabei wird der letzte HBS-Dienst besprochen. Die Anwesenden sollen auch berichten, wie sie den Auftrag in ihrem Leben verwirklicht ha- ben. Sprüche aus ROSA MYSTICA sorgen für einen feierlichen Rahmen. Über die Zirkelzusammenkunft fertigt die Kontaktperson ein Schreiben an, das an die Leiter der HBS-Gruppe geschickt wird. Die Tagung endet mit einem Kaffeeklatsch.

Die Zirkelzusammenkünfte ermöglichen eine gegenseitige Überwachung. Der HBS-Schüler ist auch in seinen eigenen 4 Wänden einer Aufsicht ausgesetzt. Die Zirkelmitglieder können zum Beispiel feststellen, ob

ein Fernsehgerät vorhanden ist,

verbotene Bücher im Regal stehen,

Pelzkleidung im Schrank hängt,

Alkohol, Zigaretten und Fleisch konsumiert werden.

Beim nächsten HBS-Dienst werden die Berichte der einzelnen Zirkel dann unter die Lupe genommen.

Nach 3 Jahren ist die HBS durchlaufen, und niemand ist zum HÖHEREN BEWUSSTSEIN durchgebrochen. Das neue Ziel heißt ECCLESIA.

24.6. Die Ecclesia

Die Ecclesia ist mit Einschränkungen ein zweiter Aufguß der HBS. Die meisten Schüler der HBS-Gruppe erhalten eine streng vertrauliche Einladung zu einer ersten Zusammenkunft der neuen Ecclesia-Gruppe. Die Ecclesia-Dienste finden während der Konferenzen im Ecclesiatempel des Konferenzheimes statt. Dagegen tagen die Zirkel in Zentrumsräumen.

Während die HBS auch als vorbereitende priesterliche Schar bezeichnet wird, nennt sich die Ecclesia die PRIESTERLICHE SCHAR, die Welt und Menschheit retten soll.

Wer nach dem Durchlaufen des 3. Grades nicht in den 4. Grad übernommen wurde, muß die HBS zum Teil wiederholen, oder er wird in den 2. Grad zurückgestuft.

Schüler der HBS und der Ecclesia sind in den Zentrumsleitungen und in der Öffentlichkeitsarbeit des Lectorium tätig. Menschendienst nennt man das dann großspurig. So will man die Ichzentralität über- winden. Bei Zentrumsdiensten sitzen die Mitglieder des 4. Grades in der ersten Reihe, um den Platz des Dienstes abzuschirmen. Die Qualitäten der unteren Grade schätzt man offensichtlich nicht hoch ein.

Besonders zuverlässige Schüler der Ecclesia werden zu Mitgliedern der GRALSGEMEINSCHAFT erkoren. 1968 hatte Jan van Rijckenborgh eine Botschaft verlesen und das baldige Erscheinen der UNIVERSELLEN BRUDERSCHAFT DES HEILIGEN GRALS vorhergesagt. Auf die befreienden Im- pulse dieser mysteriösen GRALSBRUDERSCHAFT soll nun die Gralsgemeinschaft des Lectorium Rosicrucianum reagieren. Im Rosenhofbrief vom 24. August 1974 hieß es über die Entwicklungsphasen des Lectorium:

"Die sechste Phase, welche 1970 begann und bis zum Herbstäquinox 1973 dauern sollte, kennzeichnete sich sehr speziell durch die Bildung, die Entwicklung und das Hervortreten der Gralsgemeinschaft der Jung-Gnostischen Bruderschaft. Die Mysterienschule der Jung-gnostischen Bruderschaft wird in der Gralsgemeinschaft ihre Fülle erreichen können.

Die siebente Phase der Arbeit der Geistesschule wird dann auch in der nächsten Zukunft diesen Status der Mitglieder der Gralsgemeinschaft einläuten, nämlich die absolut neue Periode des Gnostisch-christlichen Erlebens."

Die Mitglieder der Gralsgemeinschaft sind von Endzeiterwartungen beseelt.

Die Leitung des Lectorium Rosicrucianum hat bisher erfolgreich verschleiert, daß es sich bei der sogenannten UNIVERSELLEN BRUDERSCHAFT DES HEILIGEN GRALS um eine vom AMORC abgesplitterte Gruppe handelt. Die vom Großmeister verlesene Botschaft ist in Wirklichkeit ein Schreiben der okkulten Bewegung von Swinburne Clymer.

Weiter als bis zum 4. Grad dringt die Mehrzahl der Schüler nicht vor. Die Ecclesia ist somit gleichsam Endstation, während die unteren Grade nur Durchlaufstationen sind.

Ein Mitglied der Ecclesia muß eine Unzahl von Diensten besuchen:

- Zentrumsdienste

- Vorhofdienste

- Ecclesia-Dienste und Ecclesia-Zirkel

- Konferenzen

- Einführungsdienste des 1. und des 2. Grades

- Konvente für Probeschüler und bekennende Schüler

- Konferenzen der INNEREN SCHULE in Holland

- Taufen, Eheweihen und Sterbedienste

- Dienste sonstiger Art.

24.7. Das Goldene Haupt

Die Zugehörigkeit zum 5. Grad gilt als große Auszeichnung. Das Lectorium veröffentlicht sogar Mitgliederlisten. Über diesen Grad kann man z. B. lesen:

"Die Gemeinschaft des Goldenen Hauptes, die fünfte Ansicht der Geistesschule mit ihren 33 Mitgliedern, bildet die Spitze der in der Materie geoffenbarten Ansicht der Schule."

Die Mitglieder der Landesleitung und der Chef des Konferenzheimes sind in der Regel im 5. Grad. Zusammenkünfte des Goldenen Hauptes finden "in den heiligen Wäldern von Renova", also im holländischen Konferenzort RENOVA bei Hilversum statt. Nach der Lesart des Lectorium sind die Angehörigen des Goldenen Hauptes bereits "in dem gewaltigen Offenbarungsfeld des gnostischen magnetischen Körpers der Geistesschule" wirksam. Sie verfügen demnach über das NEUE BEWUSST- SEIN, nach dem alle Schüler sehnsüchtig Ausschau halten.

Im Dezember 1976 wurden auch 7 Schwestern in das Goldene Haupt aufgenommen. Es handelte sich dabei um die Ehefrauen von durchweg hochchargierten Rosenkreuzern!

Der September 1978 brachte noch einen Schub von Neuaufnahmen. Die INTERNATIONALE SPIRITUELLE LEITUNG erläuterte das Geschehen so:

"Es erfüllt uns mit Dankbarkeit und Freude, Ihnen mitteilen zu dürfen, daß um die Zeit des Herbst- Äquinox 1978, das heißt am Freitag, 29. und Sonnabend, 30.9. eine bedeutungsvolle Ausbreitung der Arbeit der 5. Ansicht unserer Geistesschule, dem Goldenen Haupt, vorgenommen wurde.

Neben der Gemeinschaft des Goldenen Hauptes in Niederland und im brasilianischen Arbeitsfeld haben wir seit 30. September 1978 auch eine Gemeinschaft des Goldenen Hauptes in den Arbeitsfeldern Norddeutschland, Süddeutschland und der Schweiz. In jedem dieser drei Arbeitsfelder ist die Möglichkeit geschaffen, im Laufe der Zeit zu einer vollständigen Gemeinschaft von 32 Brüdern und Schwestern zu kommen."

Das Lectorium Rosicrucianum ist demnach jetzt ein LEBENDIGER KÖRPER mit einer Reihe von GOLDENEN HÄUPTERN. Seit September 1978 umfaßt der 5. Grad in Norddeutschland insgesamt 12 Mitglieder. Mit der Aufblähung des Goldenen Hauptes ist eine Abwertung der ECCLESIA verbunden.

Angehörige des 5. Grades halten die Sterbedienste. Sie dürfen ihren Namen mit dem Zusatz "FRC" schmücken.

24.8. Der Rat der Ältesten

Im Juli 1963 wurde der 6. Grad gebildet. Ihm gehörten sechs Holländer und ein Deutscher an. Bruder Wohlfahrt war der einzige Deutsche im Rat der Ältesten. Alle sieben Brüder schieden "aus der äußeren Arbeit der Geistesschule aus" und erhielten "neue Aufgaben". Die Arbeit im Rat der Ältesten stand offenbar unter einem ungünstigen Stern.

Bruder Wohlfahrt verließ bald den 6. Grad, und 1966 wurde er aus dem Lectorium Rosicrucianum ausgeschlossen!

Bruder A. v. d. Kuyp stürzte das Lectorium 1965 in eine schwere Krise. Es hieß, er wolle die Führung an sich reißen. Am 12.10.1965 schied er aus dem Lectorium aus, er hatte den Machtkampf verloren.

Im Rosenhofbrief vom April 1968 mußten die Großmeister gar mitteilen:

"Infolge Krankheit und anderer physischer Gegebenheiten von drei Mitgliedern unseres Rates der Ältesten, nämlich unserer Brüder C. Sijpestijn sen., J. J. Cramer und B. P. Strik, sind in der sechsten An- sicht nur noch drei Mitglieder aktiv tätig, und zwar die Brüder P. C. Feekes, T. H. Ritman und H. Leene."

Von den sieben Brüdern (Cramer, Feekes, Kuyp, Sijpestijn, Strik, Stratman und Wohlfahrt), die 1963 den 6. Grad bildeten, war nur noch Bruder Feekes aktiv. Der Verschleiß von Führungspersonal hatte be- drohliche Ausmaße angenommen. In dieser Lage konnte wirklich nur eine Roßkur helfen. Die Großmeister drückten das so aus:

"Dadurch sahen die Unterzeichneten sich leider veranlaßt, eine rechte Lösung und - damit verbunden - eine Auffüllung der Spirituellen Leitung zu finden."

Dementsprechend beförderten Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri einige Schüler des 5. Grades in den 6. Grad und ernannten eine siebenköpfige INTERNATIONALE SPIRITUELLE LEITUNG als Führungsgremium. Die drei "inaktiven Brüder" blieben zwar Mitglieder des 6. Grades, spielten aber nur noch eine bedeutungslose Rolle als Randfiguren.

Damit hatte der Rat der Ältesten eine zahlenmäßige Aufblähung erfahren. Einfluß besaßen und besitzen allerdings nur die Brüder der Internationalen Spirituellen Leitung. Jetzt war keine Rede mehr davon, daß die Zugehörigkeit zum 6. Grad den Rückzug aus dem organisatorischen Apparat des Lectorium erfordert. Ursprünglich hieß es doch, der Rat der Ältesten sei auf einer höheren geistigen Spirale tätig.

Zu seinem Nachfolger bestimmte der Großmeister seinen Sohn Henk Leene. Am 17.07.1968 starb Jan van Rijckenborgh. Schon auf der Krematoriumsfeier traten die Brüder der Internationalen Spirituellen Leitung am 22.07.1968 sehr selbstbewußt auf. Nach gehässigen Machtkämpfen, die sich monatelang hinzogen, erklärte Henk Leene am 23.03.1969 seinen Austritt aus dem Lectorium Rosicrucianum!

Die Schwiegertochter des Großmeisters schrieb in ihrem Austrittsbrief:

"Es ist mir unmöglich, die Lügen, die Intrigen, den Machtstreit und die Unaufrichtigkeit, die in den führenden Instanzen der Schule herrschen, noch länger zu verheimlichen."

So sieht also die Arbeit auf der "höheren geistigen Spirale" aus.

Mit dem Austritt von Henk Leene hatte das Lectorium Rosicrucianum den Nachfolger des Großmeisters und ein Mitglied der Internationalen Spirituellen Leitung verloren. Doch man wußte Rat. Die Tochter des Großmeisters wurde seine Nachfolgerin. Deren Ehemann rückte in die Internationale Spirituelle Leitung auf. Gleichzeitig damit übernahm das Ehepaar Hamelink auch die Leitung des Rosenhofes.

Die Welt war für das Lectorium wieder in Ordnung. Aber nicht lange. Bruder Abraham Hamelink, Angehöriger des 6. Grades, Mitglied der Internationalen Spirituellen Leitung, Leiter des Genesungswerkes des Rosenhofes, starb ausgerechnet an Krebs. Wer die Theorie des Großmeisters über die Krebskrankheit kannte, mußte entsetzt sein. Jan van Rijckenborgh über Krebs:

"Die Krebswucherung ist die verzerrte Widerspiegelung, die blutige, qualvolle und übelriechende Phantasie eines neuen Tempelbaues.

Wenn Sie Jesus Christus nicht begreifen wollen, so wird der Krebs es Sie lehren! Begreifen Sie mit uns, daß die Zeit da ist" (DIE GROSSE UMWÄLZUNG, 1955, S. 145 - 146).

Mit den "genesenden Kräften" des Lectorium kann es also nicht weit her sein. Ein Schüler, der in der Angelegenheit Hamelink schriftlich Fragen stellte, erhielt von einem Mitglied der Internationalen Spi- rituellen Leitung die Auskunft, es müsse wohl am Karma des Bruders Hamelink gelegen haben.

Seit dem Tode von Bruder Hamelink ist nun Bruder Han Leene, Neffe des Großmeisters, der Leiter des Rosenhofes. Die Vetternwirtschaft ist in der Internationalen Schule des Rosenkreuzes sehr kraß ausge- prägt.

In ihren Arbeitsfeldern besitzen die Mitglieder der Internationalen Spirituellen Leitung fast unumschränkte Vollmachten. Bruder H. Albert beherrscht das Lectorium in Süddeutschland, Bruder W. Wiesner schaltet und waltet in Norddeutschland. Der Letztgenannte ist auch 1. Vorsitzender der Internationalen Schule des Rosenkreuzes e. V. in der Bundesrepublik Deutschland.

Bruder Wiesner schustert selber Konferenzdienste zusammen. In einem Konferenzdienst in Bad Münder verbot er 1978 allen Schülern, esoterische Bücher zu lesen. Er erlaubte aber Zukunftsromane und Reise- beschreibungen.

Die Angehörigen der Internationalen Spirituellen Leitung erteilen Schwerkranken das Sakrament des Konsolamentums.

"Wir möchten in diesem Zusammenhang auch noch erwähnen, daß das Consolamentum allen ernsthaften Schülern, die dem Zeitpunkt nahe sind, da sie den irdischen Körper ablegen werden, die absolute Sicherheit bringen wird, mit dem neuen astralen Felde des Lebendigen Körpers verbunden und darin aufgenommen zu sein. So wird der Tod für jene nichts anderes sein können als ein freudiges Verlassen des irdischen Tränentals" (Jan van Rijckenborgh, DIE ÄGYPTISCHE UR-GNOSIS I, Haarlem 1961, S.

194).

Die Parallelen zur LETZTEN ÖLUNG (Krankensalbung) beim Katholizismus sind überdeutlich.

24.9. Der siebente Grad

Im Dezember 1965 lasen die Schüler eine Mitteilung der neuen GEISTIGEN LEITUNG:

"Brüder und Schwestern, damit unsere beiden Großmeister - Herr Jan van Rijckenborgh und Frau Catharose de Petri - sich vollkommen der bereits lang geplanten Arbeit auf einer höheren Spirale, d. h. der Arbeit in der siebenten Ansicht der Geistesschule widmen können, haben sie die geistige Leitung der anderen Ansichten der Schule abgegeben.

Diese Arbeit in der siebenten Ansicht bedeutet das Vollbringen der Aufgabe des Großmeisterlichen Instituts und die Erfüllung des Heiligen Auftrages, die Geistesschule zu ihrer Vollendung zu führen.

Viele von uns sind in letzter Zeit wie durch eine Hölle astraler Erregung gegangen. Wir wollen jetzt nicht mehr darüber sprechen."

Der Ausdruck "Hölle astraler Erregung" läßt erkennen, daß den Brüdern der GEISTIGEN LEITUNG noch der Schock der Krise um van der Kuyp in den Knochen steckte.

25. Die Schülerschar im psychologischen Griff der Internationalen Schule des Rosenkreuzes

25.1. Was versprochen wird

"Die Geistesschule des Rosenkreuzes reagiert auf die befreienden Impulse, die in der heutigen Zeit auf die Menschheit einströmen, und sie folgt ihnen.

Die Geistesschule dient der menschheitsbefreienden Arbeit, die die Universelle Bruderschaft in dieser Zeit sehr verstärkt unternimmt.

Dieser Pfad der Transfiguration führt den Schüler, wenn er den Weg ernsthaft geht, zur Wiedergeburt, und zur gleichen Zeit webt er, in der Kraft Christi, das Soma Psychikon" (Zeitschrift PENTAGRAMM, Februar 1979).

Und dem Interessenten wird im Lectorium Rosicrucianum versichert: DER WEG ZUR WAHRHEIT IST EIN WEG INNERLICHER FREIHEIT.

25.2. Der Gang in die Gebundenheit

Der neue Schüler muß gleich zu Beginn allerlei Pflichten anerkennen. Im Laufe der Zeit kommen immer mehr Verpflichtungen hinzu.

Der Schüler wird eindringlich ermahnt, möglichst viele Dienste und Konferenzen zu besuchen. Wer einem Zentrumsdienst fernbleibt, muß sich bei der Zentrumsleitung entschuldigen. Unentschuldigtes Fehlen gilt als schwerer Verstoß. In den Zentren wird ständig darauf hingewiesen, daß sich jeder Schüler zu entschuldigen hat, wenn er nicht kommen kann.

Die Zentrumsleitungen fertigen lückenlose Anwesenheitslisten an, die an die Landesleitung geschickt werden. Aus diesen Listen ist ersichtlich, wer Dienste besucht hat, wer entschuldigt und wer un- entschuldigt gefehlt hat. Wer alle Dienste besucht hat, gilt als guter Schüler. Gelegentliches entschuldigtes Fehlen sieht man noch als tragbar an. Die Landesleitung weist die Zentrumsleitungen an, aktiv zu werden, wenn ein Schüler wiederholt fehlte.

Jeder Schüler muß eine Mindestzahl von Konferenzen im Jahr besuchen. Häufiger Konferenzbesuch garantiert dem Rosenkreuz hohe Einnahmen. Die Schlafsäle in Bad Münder erinnern etwas an die Massenunterkünfte in Flüchtlingslagern. 28 - 30 Personen pfercht man in einen Schlafraum. Es ist untersagt, außerhalb des Konferenzheimes zu übernachten. Die Saalaufsicht stellt abends die Anwesenheit fest und meldet im Konferenzbüro, ob alle da sind.

Wie beim Katholizismus schreibt man beim Rosenkreuz vor, was gelesen werden darf. Bruder Wiesner, Mitglied der Internationalen Spirituellen Leitung, besaß 1978 sogar die Dreistigkeit, in einem Kon- ferenzdienst in Bad Münder auf erlaubte und verbotene Bücher hinzuweisen. Demnach darf ein Schüler keine okkulten Bücher lesen. Erlaubt seien Bücher des Rosenkreuzes, sowie Zukunftsromane und Reise- beschreibungen.

Briefe, die sich kritisch mit dem Rosenkreuz befassen, hat ein Schüler ungelesen zu vernichten oder an die Leitung der Schule zu schicken.

25.3. Die Fesseln des bekennenden Schülertums

Wer ins bekennende Schülertum eintritt, muß einen unverschämten Katalog von 33 Punkten unterschreiben. Darin heißt es u. a.:

"Der bekennende Schüler verpflichtet sich zu unbedingtem Gehorsam gegenüber der Geistesschule und ihrer Leitung. Der bekennende Schüler soll nicht zaudern, die Selbstverleugnung nach Seele und Körper in Vollständigkeit zu durchleben.

Der bekennende Schüler verpflichtet sich zu einer absoluten Geheimhaltung aller Schriftstücke, Besprechungen und Handlungen, die mit der Geistesschule der jungen Gnosis im Zusammenhang stehen. Ein Verstoß in dieser Hinsicht bedeutet schon eine Todsünde. Es muß außerdem deutlich sein, daß alles, was in den 33 Bestimmungen dieser Verbindung aufgenommen ist, nicht etwas Wünschenswertes zum Ausdruck bringt, sondern daß es sich auf eine notwendige Lebenshaltung bezieht, die vollkommen durchlebt werden muß und wofür Sie vollständig die Verantwortung übernehmen müssen!

Wenn der bekennende Schüler des Lectorium Rosicrucianum zu der Entdeckung kommt, daß er beim Führen des oben beschriebenen Lebenszustandes absolut scheitert, so hat er um Entfernung aus der Geistesschule des Goldenen Rosenkreuzes zu ersuchen. Die Untersuchungskommission wird dann entscheiden, ob der freiwillige Austritt unerläßlich ist. In Fällen zwangsweiser Ausweisung erfolgt gleichzeitig Ausschließung von allem Empfangenen mit allen dementsprechenden Folgen."

ES WIRD ALSO EIN KADAVERGEHORSAM GEFORDERT!

25.4. Geheimnistuerei in der HBS

Die Arbeit in der HBS (3. Grad) ist nach außen von einem Schleier des Geheimnisses umgeben. Die Angehörigen der HBS-Gruppen müssen sich zur völligen Verschwiegenheit verpflichten. In Wirklichkeit besitzt die HÖHERE BEWUSSTSEINSSCHULE gar keine übernatürlichen Erkenntnisse. Trotzdem hat die Geheimniskrämerei ihren Sinn, denn dadurch wird den Mitgliedern eine besondere Bindung an gnostische Kräfte vorgegaukelt.

HBS-Dienste bestehen überwiegend aus Geschwafel, das man am Ende der Stunde schon wieder vergessen hat. Es fällt dann auch schwer, den Inhalt von HBS-Diensten in den Zirkeln zu erörtern. Die Zirkelzusammenkünfte finden reihum in den Wohnungen der betreffenden Schüler statt. Sie enden in der Regel mit einem Kaffeeklatsch.

Von den Zirkeltagungen muß ein Bericht angefertigt werden, aus dem hervorgeht, wie die Aussprache verlaufen ist und wer gefehlt hat. Die Leitung in Bad Münder hat so eine gute Kontrolle. Für HBS-Dien- ste und Zirkel besteht strenge Anwesenheitspflicht. Wer mehrfach fehlt, muß mit Rausschmiß rechnen.

Selbstverständlich erlangt niemand das HÖHERE BEWUSSTSEIN. Die Zugehörigkeit zur HBS bindet jedoch sehr stark an das Rosenkreuz. Geheimnisvoll am HBS-Betrieb ist nur, wieviel Geld gespendet wird und wo die Barspenden versickern.

25.5. Die Ecclesia

In der Ecclesia (4. Grad) geht der Dienstrummel weiter. Den Angehörigen dieser Gruppe redet man ein, zur PRIESTERLICHEN SCHAR zu gehören, die Welt und Menschheit retten soll. Viele Schüler der Ecclesia leben in dem Wahn, das NEUE BEWUSSTSEIN zu besitzen.

Vor einem halben Jahrhundert sprach Ludendorff von

INDUZIERTEM IRRESEIN DURCH OKKULTLEHREN.

25.6. Die Entmündigung der Schüler

Die Internationale Schule des Rosenkreuzes ist in Deutschland ein eingetragener Verein. Nach dem deutschen Vereinsrecht wählt die Hauptversammlung den Vorstand. Beim Rosenkreuz ist die Hauptver- sammlung jedoch zu einer Ja-Sager-Versammlung abgesunken. Der Vorstand schaltet und waltet aus eigener Machtvollkommenheit.

Im Umgang mit den Schülern bedient sich die Leitung schon fast bolschewistischer Methoden. Gängelung und Einschüchterung sind an der Tagesordnung. Ein Kontrollsystem und ein Spitzelnetz sorgen dafür, daß die Zentrale immer im Bilde ist. Man beherzigt Lenins Devise:

VERTRAUEN IST GUT, KONTROLLE IST BESSER.

Die Rosenkreuzer müssen

- der Leitung bedingungslos gehorchen,

- möglichst viele Dienste und Konferenzen besuchen,

- umsonst für die "Geistesschule" arbeiten,

- Geld spenden.

Wer sich nicht fügt, wird

- als negativer Schüler bezeichnet,

- in einen niedrigeren Grad zurückgestuft,

- mit Neutralisation bedroht,

- neutralisiert oder aus dem Verein ausgeschlossen.

Die Zustände in der Internationalen Schule des Rosenkreuzes weisen erschreckende Parallelen zu den übrigen Sekten auf. Zwang, Angst und Mißtrauen vergiften die Atmosphäre.

26. Die Lehre des Lectorium Rosicrucianum in Kurzfassung

26.1. Der Anspruch, den das Lectorium erhebt

"Die Mysterien, mit denen die Rosenkreuzer vertraut sind, umfassen alles, was über Gott, die Natur und den Menschen gekannt werden kann. Jeder Weise, der je gelebt hat, war ein Schüler dieser Bruderschaft und hat von ihr die wahre Weisheit erworben" (Zeitschrift AQUARIUS, Juni 1970, s. 9).

"In unserem Jahrhundert ist es das Lectorium Rosicrucianum, das den Menschen die UNIVERSELLE LEHRE verkündet. Mit Hilfe des Kraftfeldes der Geistesschule gibt das Lectorium allen, die es wollen, die Möglichkeit, die Verbindung mit der göttlichen Menschenwelt wieder herzustellen und die Rückkehr dorthin durch eine totale Erneuerung seines Wesens nach Bewußtsein, Seele und Körper zu vollziehen" (Zeitschrift AQUARIUS, September 1976, 3. 17).

"Das Lectorium ist ein Instrument der UNIVERSELLEN BRUDERSCHAFT aus der ursprünglichen Menschenwelt" (Was ist, will und wirkt das Moderne Rosenkreuz?, Haarlem 1963, S. 9).

26.2. Die drei grundlegenden Merkmale der Universellen Lehre

Das Lectorium nennt sein Gedankengut UNIVERSELLE LEHRE und gibt dafür drei grundlegende Merkmale an:

1. Die Lehre der zwei Naturordnungen, nämlich der ursprünglichen göttlichen und der dialektisch- vergänglichen.

2. Die Lehre vom Mikrokosmos, das ist der Mensch als zusammengesetztes Lebenssystem.

3. Die Lehre der Transfiguration oder des Persönlichkeitswechsels.

26.3. Die zwei Naturordnungen

Die eine Naturordnung ist die göttliche Naturordnung, die STATIK, die statische Welt, das Unbewegliche Königreich, das Königreich der Himmel. Ursprünglich hat der Mensch in der statischen Welt gelebt. Es war das Goldene Zeitalter, die paradiesische Existenz. Vor dem FALL (SÜNDENFALL) befand sich der Mensch in einem Zustand der Vollkommenheit, der ewigen Fülle.

Die andere Naturordnung ist die dialektische Welt, die DIALEKTIK, die Todesnatur, unser heutiges Bestehensfeld. Die dialektische Welt besteht aus der Stoffsphäre (Diesseits) und aus der Spiegelsphäre (Jenseits). Die Dialektik ist gekennzeichnet durch Aufgehen, Blühen und Versinken. Unser Bestehensfeld ist ein Gebiet der Endlichkeit, der Fein, des Schmerzes, des Abbruchs, der Krankheit und des Todes. Es gibt Tag und Nacht, Licht und Dunkel, Gut und Böse, Freude und Schmerz, Geburt und Tod.

Auch im Jenseits herrschen Zeit und Raum. Das Jenseits ist also nur der zeitweilige Aufenthaltsort der Toten. Die DIALEKTIK und die STATIK existieren im selben Raum.

Das Weltall besteht aus sieben Universa. Die ersten sechs Universa bilden die STATIK, das siebente Universum ist die DIALEKTIK.

26.4. Die Lehre vom Mikrokosmos

"Der Mensch als minutus mundus, als kleine Welt, bildet ein sehr zusammengesetztes, kugelförmiges Lebenssystem, in dem man von innen nach außen unterscheiden kann: die Persönlichkeit, das Offenbarungsfeld, das aurische Wesen und das siebenfache magnetische Geistfeld. Der wirkliche Mensch ist ein Mikrokosmos!

Das Firmament (das aurische Wesen oder die Lipika) vergegenwärtigt die Gesamtheit der Kräfte, Werte und Gebundenheiten, die die Resultate des Lebens der verschiedenen Persönlichkeitserscheinungen im

Offenbarungsfelde sind. Alle diese Kräfte, Werte und Gebundenheiten bilden zusammen die Lichter, die Gestirne unseren mikrokosmischen Firmamentes" (Jan van Rijckenborgh, DIE ALCHIMISCHE HOCHZEIT VON CHRISTIAN ROSENKREUZ, ERSTER TEIL, Haarlem 1967, 3. 391).

Die Persönlichkeit des Menschen besteht aus Stoffkörper, Ätherkörper, Astralkörper und Mentalkörper. Beim Tode stirbt zunächst der Stoffkörper, während die feinstofflichen Körper im Jenseits zerfallen. Zurück bleibt der entleerte Mikrokosmos. Das RAD VON GEBURT UND TOD zwingt den Mikrokosmos zur Wiederverkörperung, also zu einer Geburt im Diesseits.

Letztes Überbleibsel der ursprünglichen Herrlichkeit des Menschen ist das Uratom, die Rose des Herzens, das Samenkorn Jesu, das Juwel in der Lotosblume, das Geistfunkenatom, der Gottesfunke. Dieses Uratom befindet sich in der rechten Herzkammer, dem mathematischen Mittelpunkt des Mikrokosmos.

26.5. Die Transfiguration

„Transfiguration: Die evangelische Wiedergeburt aus Wasser und Geist, nach Geist, Seele und Körper. Es ist der Prozeß, in dem das Sterbliche die Unsterblichkeit anzieht; der alchimische Prozeß, in dem alles Unheilige vernichtet wird durch Umwandlung in das Heilige. Es ist ’die Umwandlung unedler Metalle in Gold’“ (Jan van Rijckenborgh, DIE ALCHIMISCHE HOCHZEIT VON CHRISTIAN ROSENKREUZ, ZWEITER TEIL, s. 373).

Das Lectorium erklärt nun, daß die Transfiguration nur im transzendenten Kraftfeld einer Geistesschule möglich ist, die von Abgesandter: der Universellen Bruderschaft gegründet wurde. Der transfiguristische Prozeß beginnt im Uratom. Dann entsteht eine Zirkulation gnostischer Kräfte im Körper. Schließlich wird auch das mikrokosmische Firmament erneuert. Das Karma verliert seinen Griff auf den Schüler. Die Ich- zerbrechung ermöglicht die Rückkehr in die statische Welt.

26.6. Anmerkung

Das Lectorium Rosicrucianum benutzt häufig die Begriffe DIALEKTIK, KRAFTFELD, GNOSIS, TRANSFIGURATION und MAGNETISMUS; es versteht aber etwas ganz anderes darunter, als es im normalen Sprachgebrauch üblich ist. Das Lectorium lehnt zwar den Okkultismus in Bausch und Bogen ab, es übernimmt jedoch die Kosmologien von Blavatsky, Steiner und Heindel und die Pyramiden- chronologie von Davidson.

27. Die sieben Grade des Lectorium Rosicrucianum

27.1.

ÄUSSERE GRADE:

1. Grad

Vorbereitendes Schülertum

2. "

Probeschülertum

Bekennendes Schülertum

27.2. INNERE GRADE:

3. Höhere Bewußtseinsschule (HBS)

4. Ecclesia (Priesterliche Schar)

5. Gemeinschaft des Goldenen Hauptes

6. Rat der Ältesten

7. Die Großmeister

"

"

"

"

"

27.3. Anmerkungen

Dauermitglieder, auch außerordentliche Mitglieder genannt, bilden den VORHOF.

Vorbereitende Schüler und Probeschüler gehören dem 1. Grad an. Die Beförderung in einen höheren Grad hängt ab von

- regelmäßigem Besuch der Dienste»

- Beitragszahlung und Spendenfreudigkeit,

- Wohlverhalten gegenüber der Leitung.

Den Schülern wird suggeriert, daß jeder höhere Grad auch ein entsprechend höheres VIBRATIONSFELD besitzt.

Daneben gibt es noch eine Gralsgemeinschaft, der nur besonders linientreue Mitglieder der ECCLESIA angehören. 1968 hatte_ der Großmeister Jan van Rijckenborgh eine weltumspannende Aktivität der UNIVERSELLEN BRUDERSCHAFT DES HEILIGEN GRALS angekündigt. Dementsprechend bildete das Lectorium Rosicrucianum eine Gralsgemeinschaft, die von unten herauf auf die Ausgießung der Lichtkräfte reagieren soll. Die Grals-Gruppe trifft sich während der Konferenzen zu besonderen Diensten.

28. Der Schwindel um die Gralsbruderschaft im Lectorium Rosicrucianum

Die Internationale Schule des Rosenkreuzes bezeichnet sich als BEVOLLMÄCHTIGTE VERTRETERIN DES DREIBUNDES DES LICHTES. Diesem Dreibund sollen die Grals-, die Katharer- und die Rosenkreuzerbruderschaft angehören.

Auf der Renova-Konferenz vom 22. bis 24. Juni 1968 erklärte der Großmeister Jan van Rijckenborgh:

"Sie werden sich erinnern, daß wir im Laufe der Jahre von Zeit zu Zeit über die SIEBENFÄLTIGE WELTBRUDERSCHAFT oder die Bruderschaft des Lebens gesprochen haben, die als Teil des Universellen Körpers Christi aus den Sphären des befreienden Lebens, alle Arbeit, die in der Erdensphäre zum Heil der auf der Erde lebenden Menschheit verrichtet wird, mit ihrer Liebe, ihrem Licht und ihrer Kraft überschattet, anregt und behütet. Sie wurde auch wohl als die Hierarchie des Heiligen Grals be- zeichnet, die als Instrument des Heiligen Siebengeistes ihr Siebenfaches Heilswerk zum Nutzen der leidenden Menschheit durchführt.

Es ist mit einer Dankbarkeit und Freude, die sich kaum in Worte fassen läßt, daß wir Ihnen mitteilen können, daß sich die Bruderschaft des Heiligen Grals auch uns genähert hat und auch uns in dieses mächtige Bündnis der Ernte und diese mächtige Neue Arbeit aufnehmen will" (ZUM GEDENKEN AN JAN VAN RIJCKENBORGH, S. 11 und S. 13).

Sodann las J. v. Rijckenborgh aus der Botschaft vor, die er von der Gralsbruderschaft erhalten hatte. Zum Schluß seiner Ausführungen versicherte er der Schülerschar:

"Die persönliche Begegnung mit den Leitern der UNIVERSELLEN BRUDERSCHAFT DES HEILIGEN GRALS hat inzwischen stattgefunden; Und gewiß werden Mitglieder dieser Bruderschaft auch innerhalb kurzer Zeit in unserer Mitte erscheinen. Machen Sie nun aber nicht den Fehler, jeden Ihnen Unbekannten, ganz gleich ob Holländer oder Ausländer oder Gruppen, die in unseren Tempeln oder Konferenzorten erscheinen, als Vertreter dieser Bruderschaft zu betrachten" (ZUM GEDENKEN AN JAN VAN RIJCKENBORGH, S. 17 - 18)

Das Lectorium Rosicrucianum bildete nun eine Gralsgemeinschaft, die als ein "Lebendiger Heiliger Gral" dienen soll, in den die Hierarchie der Befreiten ihre Lichtkraft gießen kann.

Im Rosenhofbrief vom 24. August 1974 hieß es :

"Die Mysterienschule der Jung-Gnostischen Bruderschaft wird in der Gralsgemeinschaft ihre Fülle erreichen können."

Auf das Erscheinen der UNIVERSELLEN BRUDERSCHAFT DES HEILIGEN GRALS wartet die Gralsgemeinschaft des Lectorium Rosicrucianum heute noch, und sie wird bis zum Sankt-Nimmerleins- Tag warten müssen.

Die UNIVERSELLE BRUDERSCHAFT DES HEILIGEN GRALS ist in Wirklichkeit ein abgetrennter Zweig des A M O R C. R. Swinburne Clymer, der Leiter dieser Gruppe, war mit der Nachfolge im AMORC nicht einverstanden. Von dieser okkulten Gruppe, auch ROSICRUCIAN FOUNDATION genannt, hatte Jan van Rijckenborgh die "Botschaft" erhalten.

29. Irrige Auffassungen in der Lehre der Internationalen Schule des Rosenkreuzes

29.1. Schwerkraft und Magnetismus

"Wohl ein jeder wird die Wirkung der Schwerkraft und die damit verbundenen Erscheinungen kennen. Die Schwerkraftwirkung wird durch das gewaltige magnetische Vermögen unserer Erde verursacht. Die Erde ist ein großer Magnet; nicht allein die Polgebiete, sondern jeder Quadratzentimeter ihrer Oberfläche strahlt dieses magnetische Vermögen aus. Ein Magnet hat zwei charakteristische Eigenschaften: Er zieht an, und er stößt ab. Was zieht er an, und was stößt er ab? Er zieht Gegenstände, Körper, Ströme und Kräfte an, die ihm verwandt, sympathisch sind. Alles ihm antipathisch Gegenüberstehende stößt er ab" (Jan van Rijckenborgh, ES GIBT KEINEN LEEREN RAUM, 1977, S. 7).

In Wirklichkeit ist das irdische Magnetfeld verhältnismäßig schwach. Die Schwerkraft wird auch nicht durch den Magnetismus hervorgerufen.

"Die Stärke des irdischen Magnetfeldes ist mit etwa 0,5 Gauß nicht gerade sehr hoch" (DTV-ATLAS ZUR ASTRONOMIE, 1977, S. 85).

"Die Kraft, die den Apfel vom Baum fallen läßt, ist die gleiche, die den Mond um die Erde und die Erde um die Sonne zwingt, d. h.: Beide Fälle sind Spezialfälle eines allgemeinen Kraftgesetzes, nach dem alle Massen einander anziehen" (Gerthsen, PHYSIK, 1977, S. 32).

29.2. Serpentarius und Cygnus

"Als moderne Menschen wissen wir, daß Serpentarius und Cygnus zwei Nebelflecken sind. Sie sind für unsere Begriffe unvorstellbar groß und bewegen sich mit einer ebenfalls unvorstellbar großen Geschwindigkeit (480 000 km pro Sekunde) durch die Urmaterie, als die großen Reiniger und die göttlichen Korrektoren der Schändungen in der Alloffenbarung" (Jan van Rijckenborgh, DIE APOKA- LYPSE DER NEUEN ZEIT, 1967, S. 14).

Auch diese Aussage des Großmeisters ist falsch. Nach der Relativitätstheorie von Einstein ist die Lichtgeschwindigkeit die Höchstgeschwindigkeit im Weltall. Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum be- trägt 299 793 km/sec, d. h. knapp 300 000 km je Sekunde. Von den Nebelflecken im Sternbild Cygnus wissen die Astronomen, daß es sich um Galaxien handelt, also um weit entfernte Milchstraßensysteme. Von "großen Reinigern" zu sprechen, ist barer Unsinn.

29.3. Der planetare Motor im Herzen der Erde

"Ein völliger Verbrauch der gesamten verfügbaren Energie durch die Spaltung aller im Kosmos vorhandenen Atome kann also niemals stattfinden; denn im Herzen des Kosmos finden wir den planetaren Motor, der immerwährend von außen her genährt wird" (Jan van Rijckenborgh, ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSENKREUZES, 1955, S. 86).

In Wirklichkeit entsteht die Wärme im Erdinnern bei radioaktiven Zerfallsprozessen.

30. Die seltsamen Auffassungen des LR über Ursachen und Heilung der Krebskrankheit

(Sommersolstitium 1980)

30.1. Großmeister Rijckenborgh über Krebs

"Die Krebswucherung beweist, daß man in einen Prozeß aufgenommen wird, an dem man nicht bewußt und intelligent teilnimmt, daß man auf eine Kraft, die man nicht kennt, falsch reagiert. Die Krebswucherung ist die verzerrte Widerspiegelung, die blutige, qualvolle und übelriechende Phantasie eines neuen Tempelbaues; und niemand von uns wird dieser qualvollen und makabren Phantasie entgehen können. Wir haben in jungen Jahren einmal einen großen Geist sagen hören: ‚Wenn Du Jesus Christus nicht verstehen willst, so wird der Krebs es Dich lehren.’ Heute beweisen diese Worte sich als eine Weissagung; eine Weissagung, die in den nächsten Zeiten in Erfüllung gehen wird. Die einzige Möglichkeit, um den dialektischen Heimsuchungen dieser gewaltigen Umwälzung zu entkommen, besteht in der Notwendigkeit einer dreifachen Transfiguration, nämlich der fundamentalen, mystischen und strukturellen" (Jan van Rijckenborgh: DIE GROSSE UMWÄLZUNG, 1955, S. 145).

"Bei der Krebskrankheit kommt ein Prozeß zur Entwicklung, den man als eine zwangsmäßige transfiguristische Wirkung bezeichnen könnte, der jedoch in eine Entzündung, ein Geschwür entartet. Wir werden die hauptsächlichsten Ansichten dieses Prozesses kurz verfolgen, damit daraus die richtige Lehre gezogen werden möge. Die Interkosmische Strahlung lädt die verschiedenen endokrinen Drüsen (welche nicht allein die gewöhnlichen Kräfte, sondern ebensosehr andere Kraftausstrahlungen aufnehmen) mit einer Vitalität, welche sich zur Art des natürlichen Hormons gegensätzlich verhält. Wir können dies auch folgendermaßen ausdrücken: Die endokrine Drüse wird von einer Geistkraftstrahlung getroffen, der sie selbst nicht entstammt. Durch diese Bestrahlung, mit einer dem Organ wesensfremden Kraft, wird das Hormon verändert. Das auf diese Weise denaturierte Hormon wird vom Blute nach einer Zellengruppe geführt, mit dar es korrespondiert und in der es Aufnahme findet« So entstehen Zellen anderer Struktur und Zusammensetzung aus Baustoffen, die dem eigenen Wesen fremd sind. Das Organ, worin sich diese widernatürliche Zellenbildung entwickelt, steht in einem bestimmten Moment nicht länger in einem harmonischen Verhältnis zu n anderen Organen und dem allgemeinen Blutsbilde, und so wird der wesensfremde Zellenaufbau, die Wucherung, völlig unkontrolliert von der normalen, natürlichen Vitalität der Persönlichkeit, Anlaß zur Bildung von Geschwüren, Verhärtungen usw. Es ist Krebskrankheit entstanden." (Jan van Rijckenborgh: DAS PROBLEM DER KREBSKRANKHEIT UND IHRE DREI- FACHE TRANSFIGURISTISCHE HEILUNG, Haarlem 1955, S. 26 - 27).

Einem Mediziner muß grausen, wenn er solchen Unsinn liest.

30.2. Die Wirklichkeit im Lectorium Rosicrucianum

Erwiesenermaßen sterben viele Schüler des Lectorium Rosicrucianum an Krebs. Diese Tatsache tut man mit dem Hinweis ab, die Betreffenden seien eben schlechte Schüler des Rosenkreuzes gewesen. Sie hätten den transfiguristischen Pfad nicht beschritten. Unbestritten ist jedoch, daß A. Gadal auch an Krebs gestorben ist. Und von dem behauptet das Lectorium Rosicrucianum, er sei ein Transfigurierter, nämlich der wiederverkörperte Patriarch der Katharer, gewesen. Ebenfalls an Kreb5 starb A. Hamelink, der Leiter des Rosenhofes. Mit den genesenden Kräften des Fernheilungszentrums kann es also nicht weit her sein!

31. Das falsche Weltbild der Internationalen Schule des Rosenkreuzes e. V.

"Die Mysterien des Rosenkreuzes umfassen alles, was in bezug auf Gott, Welt und Menschheit gewußt und gekannt werden kann."

Das jedenfalls wird in rituellen Diensten behauptet. Wie sehen nun die Erkenntnisse aus? Lassen wir den Großmeister Jan van Rijckenborgh sprechen:

"Wir, dialektische Menschen, in einer Welt des Scheins lebend, haben uns mit dem Gedanken, daß wir Licht und dadurch Wärme, sowie verschiedene andere Fluiden und Kräfte von der Sonne empfangen, völlig vertraut gemacht. Vom Standpunkt unserer sinnlichen Wahrnehmung aus ist hiergegen natürlich nichts einzuwenden, doch für einen Moment die kosmologische Lebensordnung durchdringend, würden wir anhand verschiedener Tatsachen feststellen können, daß die Sonne ein durchaus unsichtbarer Himmelskörper ist.

Die Sonne besitzt kein Licht, und sie strahlt weder Licht noch Wärme noch andere Fluiden aus! Die Sonne ist ein magnetisches Feld mit einem primär magnetischen Brennpunkt und zahlreichen anderen magnetischen Vermögen. Wir nennen dieses mannigfaltige, vielumfassende, mysteriöse und magnetische Feld 'Vulkanus'.

Dieses magnetische Feld berührt mit seiner Einflußsphäre das Herz unserer Erde. Es ist Ihnen bekannt, daß das Innere unserer Erdkugel aus einer glühenden Masse besteht, und daß sich der Kern in einem gasförmigen Zustand befindet.

Das Vulkanische Feld, das uns von allen Seiten umgibt, erweckt und zieht aus dem Herzen der Erde alle Vermögen und Kräfte, die wir als Licht, Wärme und andere Naturkräfte kennen. Im ätherischen Feld, das uns umgibt, formt sich ein Himmelsgewölbe, und in diesem bilden sich aus den verschiedenen der Erde entzogenen Kräften und Mächten Verdichtungspunkte. Auf diese Weise entwickeln sich am Firmament Sonne, Mond, Planeten und Sterne, die sich in bezug zueinander harmonisch bewegen. Sie werfen das Licht und die verschiedenen Kräfte, die sie also der Erde entzogen haben, nach einem bestimmten Gesetz auf eine bestimmte Weise auf die Erde und deren Bewohner zurück" (DIE GROSSE UMWÄLZUNG, Ausgabe 1955, S. 109 - 110).

Das Rosenkreuz behauptet also, daß die Sonne kein Licht besitzt und weder Licht noch Wärme noch andere Fluiden ausstrahlt. Sonne, Mond, Planeten und Sterne sind nach rosenkreuzerischer Lehre nur Verdichtungspunkte von Kräften, die der Erde entzogen wurden.

Die astronomische Wirklichkeit sieht jedoch ganz anders aus:

Im Innern der Sonne brennt ein Atomfeuer bei einer Temperatur von 15 Millionen Grad. Die dabei freiwerdende Energie bahnt sich ihren Weg nach außen. An der Sonnenoberfläche herrschen Temperaturen von mehreren tausend Grad. Nach physikalischen Gesetzen bedeutet das aber, daß die Sonne ständig Licht und Wärme abstrahlt.

Es folgen jetzt einige Angaben aus dem DTV-ATLAS ZUR ASTRONOMIE, Auflage September 1977:

"Die gesamte auf den Erdquerschnitt fallende Sonnenstrahlung hat 1,7 x 10 14 KW. Aus der bekannten Oberfläche läßt sich errechnen, daß die Energieabgabe eines Quadratmeters Sonnenoberfläche 63.500 kW entspricht. Die effektive Oberflächentemperatur der Sonne ergibt sich aus obigen Zahlenwerten mit Hilfe des Stefan-Boltzmannschen Strahlungsgesetzes zu 5.785 Grad Kelvin = 5.512 Grad Celsius (S. 105).

Für das Zentrum der Sonne ergibt sich somit eine Temperatur von ca. 15 Millionen Grad Kelvin. Die Kernzone der Sonne ist auch der Bereich, in dem die Energieerzeugung stattfindet (S. 107).

Das allgemeine Magnetfeld der Sonne ist übrigens überraschend schwach, so daß es noch bis vor wenigen Jahren zweifelhaft war, ob ein solches überhaupt existiert. Nach neueren Forschungen dürfte es aber doch vorhanden sein. Die Stärke beträgt aber nur l Gauß und ist offenbar veränderlich (S. 111).

Mit den modernen Methoden der Weltraumforschung (Raketen, Satelliten) war es in den letzten Jahren möglich, auch die Ultraviolett- und Röntgenstrahlung der Sonne bis zu 0,1 Angström Wellenlänge herunter aufzunehmen (S. 113).

Die Sonne sendet nicht nur Wellenstrahlungen aus, sondern es geht von ihr auch ein feiner Strom elektrisch geladener Teilchen (Korpuskeln) aus. Man nennt ihn den Sonnenwind oder die solare Plasmastrahlung. Es sind hauptsächlich Protonen und Elektronen. Ferner erzeugen sehr starke Flares auch eine Ultrastrahlung (kosmische Strahlung), die aus Teilchen mit der extremen Energie von 1-10 Milliarden Elektronenvolt (wiederum vor allem Protonen) besteht, die sich nahezu mit Lichtge- schwindigkeit bewegen (S. 115).

Insgesamt verwandelt unsere Sonne pro Sekunde 4,2 Millionen Tonnen Masse in Energie. Trotzdem hat sich dieser Massenverlust in den etwa 4,5 Milliarden Jahren, seit die Sonne existiert, auf nur 3 Promille der Gesamtmasse aufsummiert" (S. 187 - 189).

In der CAMBRIDGE ENZYKLOPÄDIE DER ASTRONOMIE von 1978 heißt es:

"Die Sonnenenergie liefert so gut wie alle Wärme und alles Licht, das unser Planet empfängt, und sie ist demnach lebensnotwendig für jedes Lebewesen. Die Quelle der Sonnenenergie ist die Proton-Proton- Reaktion, in der Wasserstoffkerne in Heliumkerne umgewandelt werden. Die Kernverschmelzung ist von einem Massenverlust begleitet, der als Energie auftritt. Die hell leuchtende Oberfläche der Sonne nennt man Photosphäre11 (S. 127 - 130).

Das Rosenkreuz vermittelt seinen Anhängern ein primitives Weltbild, das ganz einfach falsch ist. Sogenannte "seriöse Schüler der Geistesschule" reden sich aber ein, der Großmeister betrachte alles vom Standpunkt der geistigen Welt, wo ganz andere Gesetzmäßigkeiten gelten, während die Naturwissen- schaft einer Täuschung durch die Dialektik erliege.

32. Die angeblichen Kontakte des LR zur Gralsbruderschaft

In der Internationalen Schule des Rosenkreuzes liebt man erhaben klingende Bezeichnungen. So spricht man z. B. von der

"Jung-Gnostischen Bruderschaft, wirkend als bevollmächtigte Vertreterin des Dreibundes des Lichtes:

der Bruderschaften des Rosenkreuzes,

der Bruderschaften der Katharer,

der Bruderschaften des Heiligen Grals,

im gegenwärtigen Zeitabschnitt der ERNTE unter dem Namen:

Internationale Schule des Rosenkreuzes LECTORIUM ROSICRUCIANUM, als Hüterin und Verkünderin der alten Christlichen Mysterien" (A. Gadal: AUF DEM WEGE DES HEILIGEN GRALS, 1974, S. 165 - 166).

DER DREIBUND DES LICHTES geistert durch die Bücher des Rosenkreuzes:

"Der Dreibund des Lichtes hat immer bestanden, vom ersten Beginn an bis heute; und er wird bestehen bis in die fernste Zukunft, ja, bis in alle Ewigkeit" (Catharose de Petri: DER SAGENHAFTE SCHATZ DER KATHARER, Zeitschrift AQUARIUS, Oktober 1969, S. 9).

In einem Brief vom 13.10.1956 schrieb A. Gadal:

"Montsegur, der unermeßliche Scheiterhaufen des gnostischen Priestertums; Montréal de Sos, die Gralsburg Wolfram von Eschenbachs und Wagners, die in der Krypta, wo die Brüder des Grals ihre Einweihung empfingen, die Zeichnung dieses heiligen Mysteriums bewahrt. In den beiden Tälern von Ariège und de Sos, in den immensen inneren Räumen des heiligen Berges von Ussat lebten die GNOSTISCHEN BRUDERSCHAFTEN, die uns so teuer sind: DIE ROSENKREUZER, DIE KATHARER UND DIE TEMPLER. Welch ein Glück herrschte in dieser idealen Gemeinschaft! L'Occi- tanie, das ist Südfrankreich , wurde dadurch vollkommen natürlich zu einem Reich der Liebe" (Zeitschrift AQUARIUS, November 69, S. 8).

Im Juli und Oktober 1969 wurde den Mitgliedern der INNEREN SCHULE in Konferenzansprachen ein schlimmes Fehlverhalten angekreidet:

"Die Vorgänger in Ihrem Mikrokosmos lebten in einem Zeitraum, der ungefähr 400 bis 800 Jahre zurückliegt. Das ist die Zeit der historischen Bruderschaft. Die Vorgänger in unserem Lebenshaus lebten zum Beispiel in der Nähe der alten Katharer, sie lebten in den Gebieten des Sabarthez, in den Ländern der Bonshommes. Sie lebten ebenfalls in den Ihnen wohlbekannten Niederlanden, in Deutschland und in der Schweiz, wo die Bruderschaften des Heiligen Grals und des klassischen Rosenkreuzes tiefe Spuren als ein unvergängliches Erbe hinterließen. Viele dieser Vorgänger, aus deren magnetischem Atem wir jetzt leben und sind, haben die alten Bruderschaften entweder verraten oder auf vielerlei Weise verleugnet" (Zeitschrift AQUARIUS, März 1970, S. 11)

Den Schülern der Internationalen Schule des Rosenkreuzes redete man somit eine Schuld ein, die aus einer früheren Verkörperung herrühren soll. Gleichzeitig wurde den schuldbeladenen Rosenkreuzern auch Hilfe in Aussicht gestellt:

"Hilfe? Von wem? Hilfe von jenen, die einmal verraten, verbrannt und gemartert wurden für den Heiligen Gral! Von diesen Brüdern und Schwestern kommt die Hilfe.

Und um Sie instand zu setzen, die letzte Willensverfügung der geistig Großen, der Geist-Seelen-Befreiten auszuführen, kommen die Brüder und Schwestern des HEILIGEN GRALS zu Ihnen! Und so kann das blutige Gralszeichen der Schuld durch Sie und in Ihnen umgewandelt werden zum

HEILIGEN GRAL DER VOLLKOMMENEN BEFREIUNG.

Diese Worte der Demaskierung und Deklaration wurden zu Ihnen gesprochen, weil für Sie alle ohne Ausnahme die gewisse Stunde gekommen ist" (Zeitschrift AQUARIUS, März 1970, S. 12).

Während der Renova-Konferenz vom 22. bis 24. Juni 1968 wartete der Großmeister mit sensationellen Mitteilungen auf:

"Es ist mit einer Dankbarkeit und Freude, die sich kaum in Worte fassen läßt, daß wir Ihnen mitteilen können, daß sich die Bruderschaft des Heiligen Grals auch uns genähert hat und auch uns in dieses mäch- tige Bündnis der Ernte und diese mächtige Neue Arbeit aufnehmen will. Innerlich waren wir uns von dem Näherrücken dieses Augenblicks der Verwirklichung klar bewußt. Darum haben wir Sie auch in der letzten Zeit, und ganz besonders die Inneren Grade, behutsam auf das Näherkommen dieses erhabenen Geschehens vorbereitet" (ZUM GEDENKEN AN JAN VAN RIJCKENBORGH, S. 13).

Jan van Rijckenborgh las sodann den entzückten Zuhörern einige Zitate aus der Botschaft der Gralsbruderschaft vor:

"Soweit es die heutige Menschheit betrifft, hat es nur zwei Zeitabschnitte gegeben: den ägyptischen und den christlichen. Der ägyptische Zeitabschnitt brachte den christlichen Zeitraum hervor und beeinflußte ihn, denn es steht geschrieben:

'AUS ÄGYPTEN HABE ICH MEINEN SOHN GERUFEN',

und es war dieser Sohn, der den christlichen Zeitraum einläutete.

Ebenso wie für das alte, glorreiche Ägypten OSIRIS und seine Priesterschaft geboren wurden, ebenso wie für die zweite Ära der Gotteskult der Christenheit kam, so ist für die dritte und erfüllende Periode die

UNIVERSELLE BRUDERSCHAFT DER EINGEWEIHTEN,

die Erbin aller Zeitabschnitte, geboren. Das bedeutet den Einsatz der erleuchteten Träger der Göttlichen Weisheit aller Zeiten. Diese Bruderschaft fand ihren Anfang in der Priesterschaft von Melchisedek und hat ihre Arbeit in der Stille des Inneren Tempels ununterbrochen fortgesetzt bis auf den heutigen Tag. Die Früchte dieses Lebensbaumes, der unvergänglich im Garten Eden wurzelt, wurden über die Größe der alten eindrucksvollen König-Priesterkulturen von Ägypten, Persien, Babylonien, Assyrien und Griechenland bis heute weitergereicht an alle, die danach verlangten und sie fanden, über die verehrungswürdigen Bruderschaften der Katharer und Templer Aufnahme und Pflege bei der mittelalterlichen Bruderschaft des Rosenkreuzes, deren Gründer, Beseeler und Beschützer bis in die lebendige Gegenwart einer unserer größten Söhne ist, der innerhalb unserer Bruderschaft den geistlichen Namen CHRISTIAN ROSENKREUZ trägt" (ZUM GEDENKEN AN JAN VAN RIJCKENBORGH, S.

14-16).

Zum Schluß der Konferenz erklärte der Großmeister:

"Die persönliche Begegnung mit den Leitern der Universellen Bruderschaft des Heiligen Grals hat inzwischen stattgefunden. Und gewiß werden Mitglieder dieser Bruderschaft auch innerhalb kurzer Zeit in unserer Mitte erscheinen" (ZUM GEDENKEN AN JAN VAN RIJCKENBORGH, S. 17).

In Erwartung der kommenden Ereignisse wurde deshalb in der Internationalen Schule des Rosenkreuzes eine Grals-Gruppe gebildet, die einen LEBENDIGEN HEILIGEN GRAL formen sollte.

Auf das Erscheinen der Gralsbruderschaft Worten die Schüler heute noch. Wer keine Vernunft annimmt, kann bis an sein Lebensende warten,

Diese sogenannte Gralsbruderschaft, die sich auch als Universelle Bruderschaft bezeichnet, ist in Wirklichkeit ein abgetrennter Zweig des AMORC. Swinburne Clymer, der Leiter dieser Gruppe, war mit der Nachfolge im AMORC nicht einverstanden. Deshalb kam es zur Abspaltung. Die Clymer-Bewegung war an finanziellen Transaktionen interessiert und suchte überall in der Welt Kontakt zu okkulten Vereinigungen.

Bruder Stratman hatte mehrere Bücher von Clymer gelesen und informierte den Großmeister darüber. Frau de Petri wollte plötzlich alle ihre Ritenbücher ins Englische übersetzen lassen, weil sie ein Interesse der "Gralsbruderschaft" vermutete.

"Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen", steht wörtlich in einem Buch von Clymer. Der ANTIQUUS MYSTICUS ORDO ROSAE CRUCIS bezeichnet den ägyptischen Pharao Amenhotep IV. (Echnaton) als Gründer des Rosenkreuzer-Ordens.

In Amerika wollte Bruder Stratman bei Clymer junior Interesse für das LECTORIUM ROSICRUCIANUM erwecken. Der Versuch scheiterte kläglich.

Die angebliche Botschaft der Gralsbruderschaft entpuppt sich als okkultes Gedankengut.

Henk Leene, der Sohn des Großmeisters, äußerte sich in einem Brief vom 22.12.1970:

"Die ganze ziemlich unsaubere Affäre rund um diese Gralsbewegung ist strikt geheimgehalten worden. Nach dem Mißlingen dieses Vorhabens durch das Entdecken der Wahrheit ist alles vertuscht worden wie es auch mit der 'Unterirdischen Bruderschaft' getan wurde."

33. Das Märchen vom Gnostischen Kraftfeld des LR

Braunschweig, 18.01.1980

Im Lectorium Rosicrucianum spricht man ständig vom magnetischen Körper der Geistesschule. In seinem Buch "Die Gnosis in aktueller Offenbarung" schreibt Jan van Rijckenborgh:

"So wird Ihnen nun vielleicht auch klar sein, was in dem gewaltigen Offenbarungsfeld des gnostischen magnetischen Körpers, den wir jetzt als Gruppe besitzen, geschehen ist. Im Jahre 1924 wurde mit der Er- richtung dieses neuen magnetischen Körpers begonnen. Seit dem 20. August 1953 ist dieser magnetische Körper der Schule selbständig, selbstschöpfend, selbstoffenbarend geworden" (S. 181).

Den Schülern wird nun im sogenannten Kraftfeld des Lectorium die Transfiguration, der Aufgang in die ewige Seligkeit verheißen. Konferenztempel und Zentrumstempel sollen nun Brennpunkte des GNOSTISCHEN REICHES sein. Aber die Realitäten sehen anders aus.

Bei einem Zentrumsdienst in Braunschweig sprang vor Jahren eine neue Schülerin auf und verließ fluchtartig den Tempel. Sie ließ sich nicht mehr im Zentrum blicken. Später erfuhr man den Grund. Die sensitive Frau sah, wie während des Dienstes schwarze Dämonen den Podiumssprecher umflatterten.

Ein Dauermitglied hatte ein anderes Erlebnis. Beim Mittagessen in Bad Münder betrat er verspätet den Speisesaal, als alle schon saßen. Eine feinstoffliche Welle bösartiger Kritik schlug ihm entgegen. Ein Braunschweiger Schüler mußte regelmäßig vor Dienstbeginn Nervenberuhigungsmittel nehmen, weil er die Tempelatmosphäre nicht mehr ertragen konnte. Ähnliches wird aus anderen Zentren berichtet. Das können gewiß keine Lichtkräfte sein, die im Lectorium wirken.

Der Rosenhof erhebt den Anspruch, ein Genesungswerk zu sein. Wie ist es dann zu erklären, daß Herr Hamelink - der Leiter des Rosenhofes - an Krebs starb? Herr, Gadal, angeblich der "Patriarch der Katharer", ein Transfigurierter, starb ebenfalls an Krebs. Von diesem offensichtlich doch nicht transfigurierten Herrn Gadal soll Jan van Rijckenborgh die Großmeisterwürde empfangen haben. Die Großmeisterwürde ist demnach auch ohne Wert.

Die Atmosphäre im van Rijckenborgh-Heim hat auch ihre Besonderheiten. Im Tempel schlafen manche Schüler ein. Andere kämpfen mit einer unerklärlichen Müdigkeit. Ex-Schüler berichten sogar, sie hätten deutlich gemerkt, daß ihnen im Tempel Kräfte geraubt wurden.

In den Schlafsälen kann nur schlafen, wer todmüde ist. Viele Schüler können stundenlang nicht einschlafen, wachen oft auf oder werden von Alpträumen geplagt.

Eine hochgestellte Schülerin, Mitglied des Goldenen Hauptes, erlebte sogar Persönlichkeitsspaltungen im van Rijckenborgh-Heim. Diese Astralwanderungen waren mit Angstzuständen verbunden. Es wird auch von Spukerscheinungen im van-Rijckenborgh-Heim berichtet. So soll sich das Licht ohne erkennbaren Grund angeschaltet haben. Mitglieder des Dauerstabes wagen sich nachts kaum noch allein durch das Gebäude, weil sie sich fürchten. Für den Esoteriker ist erwiesen: Im van-Rijckenborgh-Heim treiben erdgebundene Geister ihr Wesen. Verwunderlich ist das nicht, denn in den Loslösungsdiensten werden die Verstorbenen doch in den Tempel gerufen.

Herr Henk Leene schreibt in einem Brief vom 26.11.79: "Die schlechten Strahlungen fingen an, als mein Vater (Jan van Rijckenborgh) gestorben war, wiewohl er während seiner Krankheit schon anfing, weil Frau de Petri die Führung übernahm, und ich weiß, daß sie mit schlechten okkulten Kräften arbeitet."

Herr Borkowski schreibt in einem Brief vom 23.11.79: "Wir haben diese Entwicklung aber vorausgesehen, denn nach dem Tode des Herrn van Rijckenborgh wurde der gnostische Weg gänzlich verlassen und der negativ okkulte eingeschlagen."

34. Widersprüchliche Angaben über wichtige Daten und Entwicklungsphasen des LR

34.1. Vorbemerkung

Im Laufe der Jahre nannte der Großmeister immer neue Daten, denen eine sehr große Bedeutung für das Rosenkreuz beizumessen sei. Die Angaben in den verschiedenen Schriften weichen allerdings stark von- einander ab.

34.2. Jan van Rijckenborgh; DER KOMMENDE NEUE MENSCH. Haarlem 1954

"Unter APOSTOLISCHER BRUDERSCHAFT verstehen wir all die Erneuerten zusammen, die sich im weiten Erdenrund freimachen und unter APOSTOLISCHER KREIS diejenigen unter ihnen, die im Kraftfeld der modernen Geistesschule des Rosenkreuzes erwachten. Am Freitag, den 15. Juni 1951 kam dieser Apostolische Kreis zustande, und er eröffnete dabei einen DRITTEN TEMPEL, womit das große Arbeitsfeld der Geistesschule nach 36 Jahren Arbeit zu ihrem einmal gestellten Ziel durchgebrochen war. Am 17. Dezember 1915 begonnen, wurde am Freitag, dem 15.6.1951 das erreicht, was aufgetragen war" (S. 172 - 173).

1915 ist also der Beginn, und 1951 erfolgt der Durchbruch.

34.3. Jan van Rijckenborgh: ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSEN-

KREUZES, Haarlem 1955

"Als wir unsere Arbeit im Jahre 1925 begannen, fanden wir in der Welt eine Rosenkreuzerbewegung, die mit dem Rosenkreuz nur den Namen gemeinsam hatte (S. 252).

Diese ÄNDERUNG begann im Jahre 1935, nachdem sie ungefähr seit dem Jahre 1925 vorbereitet war. Im Jahre 1945 konnten wir sagen, daß das Werk einigermaßen sichtbar zu werden begann. Danach mußte wiederum mit einer Periode von zehn Jahren gerechnet werden, ehe diese geläuterte, positiv universelle Philosophie der ganzen Welt gebracht sein wird. So steht also als äußerster Termin das Jahr 1955 vor uns. Das große Werk wird dann in einem Zeitraum von ungefähr 30 Jahren ganz und gar zustande gebracht sein" (S. 246 - 247).

1925

Beginn der Arbeit

1935

Änderung

1945

Sichtbarwerdung des Werkes

1955

Das große Werk ist vollbracht.

Die Arbeit vollzieht sich in Abschnitten von 10 Jahren.

34.4. Jan van Rijckenborgh; ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSEN-

KREUZES. Haarlem 1970

"Als wir unsere Arbeit im Jahre 1924 begannen, fanden wir in der Welt eine Rosenkreuzerbewegung, die mit dem Rosenkreuz nur den Namen gemeinsam hatte (S. 258).

Es mußte nämlich eine intensive Änderung durchgeführt werden, welche erst allmählich ihren Abschluß erhalten hat. Diese Änderung begann im Jahre 1935, nachdem sie ungefähr seit dem Jahre 1924 vorbereitet war. Im Jahre 1945 konnten wir sagen, daß das Werk einigermaßen sichtbar zu werden begann. Und so ist das große Werk jetzt, im August 1964, in einem Zeitraum von 4O Jahren ganz und gar zustande gebracht" (S. 252 - 253).

1924

Beginn der Arbeit

1935

Änderung

1945 Sichtbarwerdung des Werkes 1964 Das große Werk ist vollbracht.

Die Neuauflage der ELEMENTAREN PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSENKREUZES weist also schon Fälschungen auf. Die Jahreszahlen 1925 und 1955 sind durch 1924 und 1964 ersetzt.

34.5. Jan van Rijckenborgh; DIE GNOSIS IN AKTUELLER OFFENBARUNG, 1956

"Im Jahre 1924 wurde mit der Errichtung dieses neuen magnetischen Körpers begonnen (S. 181).

Die Periode, in welcher diese Möglichkeiten freigemacht wurden, dauerte von September 1936 bis zum 20. August 1953, also genau 17 Jahre. Sie wird bei den Pyramiden-Philosophen die Periode der Königskammer genannt. In diesen 17 Jahren hat die moderne Geistesschule ihre Arbeit vorbereitet und Gestaltung angenommen. In diesem Zeitabschnitt hat sie die gnostischen Baustoffe assimiliert, hat sie ihr Werk begonnen und hat sie sich gerüstet. Am 21. Juni 1953 war der neue Körper der modernen Geistesschule voll und ganz bereit, und am 20. August 1953 trat er vor das Rampenlicht der Welt" (S.

22).

1924

Beginn des Werkes

1936

- 1953 Schaffung von Möglichkeiten

1953

Der neue Körper der Geistesschule ist voll und ganz bereit.

Diese Daten sind offensichtlich von dem Okkultisten DAVIDSON abgeschrieben, der eine Pyramidenchronologie aufgestellt hat. Die Vereinsgeschichte des Rosenkreuzes wird so zurechtgebogen, daß sie in das Schema der Pyramidenchronologie paßt.

34.6. Rosenhofbrief vom 24. August 1974

"Während der ersten 15 Jahre, von 1924 bis 1939, wurden die Lehre und die Arbeit der Schule ganz und gar durch esoterische Aspekte und Ansichten gekennzeichnet. Die Schule war in ihrer Anfangszeit noch keine Mysterienschule.

Die zweite Phase der Schule kennzeichnete sich durch eine bestimmte Ruhe und eine innerliche Vorbereitung auf eine vollkommene Umwendung der bis zu jenem Moment geoffenbarten Lehre. Das waren die Jahre von 1940 bis 1945.

Die dritte Phase, welche im Jahre 1945 begann und im Jahr 1965 endete, brachte die Erlösungslehre der unvergänglichen Geist-Seele, vollkommen frei vom Rad von Geburt und Tod.

Die vierte Phase der Arbeit der Geistesschule wurde eine Zeit von 3 Jahren großen Kampfes sowohl für die Geistesschule als auch für ihre Schülerschar. Dies waren die Jahre von Ende 1964 bis Ende 1967.

Die fünfte Phase datiert von Ende 1967 bis 1970, in der der große Durchbruch zustande kam.

Die sechste Phase, welche Ende 1970 begann und bis zum Herbstäquinox 1973 dauern sollte, kennzeichnete sich sehr speziell durch die Bildung, die Entwicklung und das Hervortreten der Grals- Gemeinschaft der Jung-Gnostischen Bruderschaft.

Die siebente Phase der Arbeit der Geistesschule wird dann auch in der nächsten Zukunft diesen Status der Mitglieder der Grals-Gemeinschaft einläuten, nämlich die absolut neue Periode des Gnostisch-Christli- chen Erlebens.

Unsere Geistesschule dürfen wir sehen als den Berg, der bestiegen werden muß, und unsere Zentren bilden die Strohhalme, die auf dem Berg eingepflanzt sind und an denen sich hungernde Seelen emporzie- hen können, damit derjenige, der wahrhaftig und von innen heraus sucht, dies einmal in reiner Glaubenskraft positiv erfahren wird und dadurch zu einem absoluten inneren Wissen gelangt."

Der Rosenhofbrief ist gemeinsam unterzeichnet von der Internationalen Spirituellen Leitung, der Gemeinschaft des Goldenen Hauptes, dem Rat der Ältesten und der Großmeisterin Catharose de Petri. Es ergeben sich demnach folgende Phasen:

1.

1924 - 1939

Das Rosenkreuz ist noch keine Mysterienschule.

2. Phase der Ruhe.

1940 - 1945

3. Die Erlösungslehre wird gebracht.

4. Phase des großen Kampfes.

5. Der große Durchbruch kommt zustande.

6. Bildung der Gralsgemeinschaft.

7. Periode des Gnostisch-Christlichen Erlebens.

Die Daten stimmen weder mit den ursprünglichen Angaben des Großmeisters noch mit der Pyramidenchronologie überein.

1945 - 1965

1964 - 1967

1967 - 1970

1970 - 1973

1973 - ?

34.7. Sonstige wichtige Daten

"Die Bruderschaft des Rosenkreuzes meint, daß sich das Osterfest 1947 später einmal als von weltgeschichtlicher Bedeutung erweisen wird" (Jan van Rijckenborgh: DIE GROSSE UMWÄLZUNG, S.

51).

Am 20.08.1953 kommt die Verbindung mit der magnetischen Kette zustande (Jan van Rijckenborgh:

ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSENKREUZES, 1970, S. 21).

"Die Schule hat seit dem 1. September 1954 das Erbe der Vorangegangenen Bruderschaft in Empfang nehmen dürfen" (Jan van Rijckenborgh: DIE GNOSIS IN AKTUELLER OFFENBARUNG, Haarlem 1956, S. 306).

DIE GROSSE WENDE kann im August/September 1963 erwartet werden (Zeitschrift AQUARIUS, Juni 1963, S. 10).

34.8. Schlußbemerkung

Unüberbrückbare Widersprüche ziehen sich durch die Schriften der Internationalen Schule des Rosenkreuzes. Als Beginn der Arbeit werden z. B. die Jahre 1915, 1924 und 1925 genannt. Der große Durchbruch soll 1951 oder von 1967 - 1970 erfolgt sein. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Die Daten und Entwicklungsphasen erweisen sich als Phantasieprodukte.

35. Zur Vereinsgeschichte der Internationalen Schule des Rosenkreuzes LR

35.1. Die Rosenkreuzer über sich selbst

"Ehe man von den großen geistigen Führern der Menschheit sprach, die uns von der ältesten Geschichte her bekannt sind, bestand schon die Innere Kirche, die innere Gemeinschaft des UNIVERSELLEN ROSENKREUZES! Von dieser inneren Lichtgemeinde gingen und gehen alle Großen und Erhabenen aus, um für die gefallene Menschheit zu wirken.

Die Mysterien, mit denen die Rosenkreuzer vertraut sind, umfassen alles was über Gott, die Natur und den Menschen gekannt werden kann. Jeder Weise, der je gelebt hat, war ein Schüler dieser Bruderschaft und hat von ihr die wahre Weisheit erworben.

Die Rosenkreuzerei reicht bis in die Urvergangenheit, während die anderen Bewegungen verhältnismäßig moderne Erscheinungen sind" (Zeitschrift AQUARIUS, Juni 1970, S. 8 - 9).

35.2. Über die Gründung des Lectorium Rosicrucianum

Gründungsdaten der Internationalen Schule des Rosenkreuzes sollen z. B. die Jahre 1915, 1924 oder 1925 sein.

1915

Rijckenborgh: DER KOMMENDE NEUE MENSCH, Haarlem 1954, S. 173

1924

Rijckenborgh: DIE GNOSIS IN AKTUELLER OFFENBARUNG, 1956, S. 181

1925

Rijckenborgh: ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSENKREUZES,

Haarlem 1955, S. 252

Jan van Rijckenborgh, der Großmeister der Internationalen Schule des Rosenkreuzes, nennt also drei verschiedene Gründungsdaten!

Nach rosenkreuzerischer Auffassung ist das LECTORIUM ROSICRUCIANUM durch eine Initiative der UNIVERSELLEN BRUDERSCHAFT entstanden. Freimaurer, Theosophen und Anthroposophen sind demnach nur Vorläufer.

"Im Jahre 1875 und früher überließ die Bruderschaft diese Initiative aus stichhaltigen Gründen der Theosophischen Vereinigung und den Freimaurern. Die Zeit des eigenen Auftretens war damals noch nicht angebrochen" (Jan van Rijckenborgh: ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSENKREUZES, Haarlem 1955, S. 248).

"Wie die Kette der Propheten des alten Bundes das Kommen des Christus ankündigte, so mündet der Strom der neuen Offenbarung, der über Helena Petrowna Blavatsky, Rudolf Steiner und Max Heindel führt, im Rosenkreuz" (Zeitschrift AQUARIUS, Juni 1970, S. 3).

"Noch im Jahre 1924 übernahm dann die Rosenkreuzerbruderschaft in der Person ihres Abgesandten, Jan van Rijckenborgh, selber die Initiative. Zusammen mit seinem Bruder und einer Gruppe Gleichgesinnter begann dieser GEISTIGE LEITER das neue menschheitsbefreiende Werk im Dienste der Lichtbruderschaft" (Zeitschrift AQUARIUS, Juni 1970, S. 7).

Die Wirklichkeit sieht allerdings so aus:

Jan Leene, genannt Jan van Rijckenborgh, gründete das LECTORIUM ROSICRUCIANUM nach dem Austritt von Mitgliedern aus dem holländischen Zweig der ROSENKREUZER-GEMEINSCHAFT (Heindel-Rosenkreuz). Die Internationale Schule des Rosenkreuzes ist also durch Abspaltung entstanden.

35.3.

Catharose de Petri

Der Aufbau einer eigenen Rosenkreuzer-Organisation ging nur schleppend vor sich. Enttäuschungen und Rückschläge blieben nicht aus, aber es gab auch Lichtblicke für Jan Leene.

"Diese erste Periode des Ringens wurde erhellt durch den Beitritt von Frau Catharose de Petri zu dieser Pioniergruppe. Auf Grund ihrer karmischen Vergangenheit und ihrer karmischen Möglichkeiten wurde Frau de Petri von der Bruderschaft dazu ausersehen, mit Jan van Rijckenborgh leitunggebend im menschheitsbefreienden Werk aufzutreten. Diese beiden Abgesandten und Begründer der Geistesschule des Goldenen Rosenkreuzes bilden somit den Kern der neuen rosenkreuzerisch-gnostischen Arbeit in unserer Zeitepoche. Sie vergegenwärtigen die männlichen und weiblichen Aspekte der Geistesschule, die in richtiger Zusammenarbeit den befreienden Pfad für die geadelten Schüler bereiten. Ihrer jahrelangen selbstaufopfernden Arbeit ist es zu verdanken, daß der magnetische Körper der Geistesschule selbständig, selbstschöpfend und offenbarend geworden und seit dem 20. August 1953 mit der universellen Bruderschaftskette verbunden ist" (Zeitschrift AQUARIUS, Juni 1970, S. 8).

So kann man es also auch sehen. Juristen jedoch sprechen ganz einfach von ehebrecherischen Beziehungen. Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri waren zwar verheiratet, aber nicht miteinander, sondern mit anderen Partnern.

35.4. Erfolge und Rückschläge

Es gelang im Laufe von Jahren, die Anhängerzahl zu vergrößern. Außerdem verfügt das LECTORIUM ROSICRUCIANUM über Haus- und Grundbesitz. Aus einer holländischen Vereinigung entwickelte sich eine Bewegung, die auch im Ausland Fuß fassen konnte, so in Deutschland, Österreich, Schweden, Frankreich, Brasilien, Australien und in der Schweiz. Die größten Auslandszweige sind die Bundesrepublik Deutschland und Brasilien mit jeweils ein paar hundert Mitgliedern.

Der Tod des Z. W. Leene, eines Bruders von Jan Leene, bedeutete einen schweren Rückschlag. 1940 wurde das LECTORIUM ROSICRUCIANUM verboten. Das Jahr 1945 brachte einen Neubeginn. Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri ernannten sich mit der Zeit zu GROSSMEISTERN l

Die Jahre 1965 und 1966 stürzten die Internationale Schule des Rosenkreuzes in eine schwere Krise. Die hochchargierten Brüder A. v. d. Kuyp H. Wohlfahrt und Y. Capus verließen das Rosenkreuz. Massenaustritte folgten.

Am 17.07.68 starb der selbsternannte Großmeister Jan van Rijckenborgh. Die Aquariuskonferenzen waren somit auch gescheitert. Henk Leene, der Nachfolger des Großmeisters, erklärte dann im März 1969 seinen Austritt aus dem LECTORIUM ROSICRUCIANUM! Eine Austrittswelle folgte.

Abspaltungen hat es wiederholt gegeben. 1978 z. B. verließ Bruder Gottschalk in Braunschweig mit seinem Anhang das Rosenkreuz.

35.5. Kontakte zu Lichtbruderschaften und Erleuchteten

Die Großmeister unterhielten nach eigenen Angaben vielfältige Kontakte zu erhabenen Bruderschaften. Häufig diente dabei Bruder Stratman als Mittelsmann.

Dem französischen Frühgeschichtsforscher A. Gadal fiel eine Schlüsselrolle zu. Durch ihn sei das LECTORIUM ROSICRUCIANUM mit dem transzendenten Kraftfeld der mittelalterlichen Bruderschaft der KATHARER verbunden worden, hieß es geheimnisvoll. Der Rummel um Gadal nahm ein peinliches Ende, als der "Patriarch der Katharer" 1962 an Krebs starb und römisch-katholisch beerdigt wurde.

Mikhail Naimy. 1889 im Libanon geboren, galt einige Jahre als "ein begnadeter Mensch".

"Wir sind dankbar und erfreut, dieses Buch von Mikhail Naimy allen denen anbieten zu können, die für die Gnosis aufgeschlossen sind. Der Inhalt ist ein mächtiges Zeugnis für die universelle Lehre, die durch das Lectorium Rosicrucianum der Menschheit überbracht wird. Wir zweifeln nicht daran, daß DAS

BUCH MIRDAD in der Tat das Licht eines Leuchtturmes sein wird, der den Weg zu einem sicheren Hafen weist" (Mikhail Naimy: DAS BUCH MIRDAD, Haarlem 1968, S. XIII).

Bruder Stratmans Besuch änderte alles schlagartig. M. Naimy brach alle Verbindungen ab. Das Rosenkreuz bezeichnete alle Riten, die aus Naimys Buch stammten, als unmagisch und würdelos. DAS BUCH MIRDAD verschwand in der Versenkung.

Nach seiner Brasilienreise im Jahre 1967 teilte der Großmeister mit, er habe eine wichtige Botschaft von der BRUDERSCHAFT VON GOIAS erhalten. Diese Lichtbruderschaft sei zum Heil der unterirdischen Menschheit tätig. Jan van Rijckenborgh berichtete von unterirdischen Höhlen, von fliegenden Untertassen, von einem planetarischen Licht usw. Doch nach einiger Zeit wurde im Lectorium Rosicrucianum ein Schleier des Schweigens über diese Angelegenheit ausgebreitet; denn die "Botschaft", in englischer Sprache geschrieben, war der Brief von einer okkulten brasilianischen Gruppe.

Während der Konferenz vom 22. bis 24. Juni 1968 erklärte Jan van Rijckenborgh im Renova-Tempel, die Gralsbruderschaft habe eine weltumspannende Aktivität eingeleitet und auch zur Internationalen Schule des Rosenkreuzes Verbindung aufgenommen. Der Großmeister las aus einer Botschaft dieser Bruderschaft vor und versicherte zum Schluß:

"Die persönliche Begegnung mit den Leitern der UNIVERSELLEN BRUDERSCHAFT DES HEILIGEN GRALS hat inzwischen stattgefunden. Und gewiß werden Mitglieder dieser Bruderschaft auch innerhalb kurzer Zeit in unserer Mitte erscheinen" (ZUM GEDENKEN AN JAN VAN RIJCKENBORGH, S. 17).

In Wirklichkeit handelt es sich bei der gepriesenen Gralsbruderschaft um eine vom A M 0 R C abgesplitterte Gruppe. Im Lectorium Rosicrucianum wird deshalb die ganze Affäre vertuscht.

35.6. Das Jahr 2001

Nach Rijckenborghs Erkenntnissen zeigt die Cheopspyramide an, daß das LECTORIUM ROSICRUCIANUM im Jahre 2001 "aus dem Gesichtskreis verschwinden" wird.

36. Anmerkungen zur rosenkreuzerischen Theorie über das Atomfeuer in der Erde

Jan van Rijckenborgh, der Großmeister der Internationalen Schule des Rosenkreuzes, äußerte sich über die Entstehung unseres Planeten wie folgt:

"Sobald eine göttliche Entität oder eine göttliche Hierarchie einen bestimmten Plan des Logos zur Ausführung bringt, geht das alte Wort in Erfüllung: 'Und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.' Wir sehen dann, wie sich eine bestimmte Ursubstanz, worin alle Elemente enthalten sind, zu konzentrieren, zu verdichten beginnt. Dies ist der Anfang eines planetaren Kosmos.

Nach einer gewissen chemischen Formel (welche in Übereinstimmung mit dem Schöpfungsplane für jeden Kosmos anders ist) setzt dann, wenn sich die Ursubstanzmasse genügend verdichtet hat (auch der Verdichtungsgrad ist wiederum verschieden), im Kern der Masse eine teilweise Atomspaltung ein. Es entwickelt sich dann nach einer entsetzlichen Explosion eine ungeheure Hitze, ein fürchterliches Feuer:

eine einzige lodernde Gewalt von Kräften.

Diese Totalität von entfesselten Vermögen ist jedoch keine sich der Führung entziehende Katastrophe, es ist kein Probieren, kein Experiment, es ist ein geleiteter Prozeß in einer großen Weltschmiede. Der ganze Prozeß wird vollkommen beherrscht.

Solch ein Kosmos kann nimmermehr vernichtet werden oder vergehen. Er kann durch denselben Göttlichen Schöpfer wohl verändert werden, wodurch stets neue Tage der Offenbarung entstehen; der Quell seiner Kraft wird jedoch niemals versiegen. Dieser Quell wird gespeist über einen der beiden Pole (den Nordpol) in einem Übermaß von Kräften; und dasjenige, was man abgenutzten Betriebsstoff nennen könnte, wird über den anderen Pol (den Südpol) abgeführt.

Ein völliger Verbrauch der gesamten verfügbaren Energie durch die Spaltung aller im Kosmos vorhandenen Atome kann also niemals stattfinden; denn im Herzen des Kosmos finden wir den planetaren Motor, der immerwährend von außen her genährt wird. Die Atome der verschiedenen Strata werden also nicht gespalten. Im Herzen der Erde finden wir also ein gewaltiges Zentrum von Vermögen, ein strahlendes, leuchtendes Herz, ein Feuer: Ein Feuer der Liebe, das für unsere Erfordernisse brennt.

Alle untermenschlichen, menschlichen und übermenschlichen Entitäten, welche in den gewaltigen Werkstätten des planetaren Kosmos arbeiten - ob sie nun am eigenen Haus oder für andere arbeiten -haben zum allergrößten Teil hier auf Erden ihr Lebensgebiet, ihren Aufenthaltsort.

Wir dürfen dieses Lebensgebiet nicht wie auf einer und derselben Fläche liegend sehen, sondern in Flächen, Gebieten, Sphären oder Strata über- oder untereinander. Vom Kern der Erde ausgehend nach außen passieren wir die verschiedenen Strata.

Sobald im Herzen der Erde die Atomspaltung angefangen wird, werden zwei Energien frei, nicht eine Energie, mit einem positiven und einem negativen Pol, sondern zwei Energien, und damit zwei positive und zwei negative Pole" (ELEMENTARE PHILOSOPHIE DES MODERNEN ROSENKREUZES, 1955, S. 85 - 88).

Dem verdutzten Leser wird eine seltsame Mischung aus mittelalterlicher Alchemie und moderner Atomphysik aufgetischt. Fassen wir einmal die Gedankengänge des Großmeisters kurz zusammen:

Göttliche Entitäten und Hierarchien konzentrieren die Ursubstanz zu einem Planeten. Im Kern der zusammengeballten Masse lodert dann ein Atomfeuer auf, das alle Strata mit Energie versorgt. Dieser planetare Motor bezieht seinen Treibstoff über den Nordpol, während die verbrauchten Stoffe über den magnetischen Südpol in den Weltraum abgestrahlt werden.

Es ist erstaunlich, was van Rijckenborgh alles über Entitäten, Hierarchien, chemische Formeln, Schöpfungsprozesse, Atomspaltungen, Strata, Werkstätten, Pole, Energien und Sphären zu berichten weiß.

Die Weltraumphysik beweist eindeutig:

IM HERZEN DER ERDE BRENNT KEIN ATOMFEUER!

Die Wärme im Erdinnern entsteht durch radioaktive Zerfallsprozesse. Die Masse eines Planeten reicht bei weitem nicht aus, um ein Atomfeuer zu entzünden. Dagegen erzeugt die Sonne riesige Energiemengen durch Kernreaktionen.

"Eine wichtige Eigenschaft der Sonne ist ihre Masse (330.000 Erdmassen), die in der Mitte der Sonne einen Druck und eine Temperatur ergeben, hoch genug, um Kernreaktionen zu ermöglichen, die die ungeheure Energieausstrahlung ausgleichen. Ein ziemlich kleiner Teil des Volumens der Sonne, der sogenannte Kern, enthält den größten Teil der Masse und ist für die gesamte Leuchtkraft verantwortlich" (CAMBRIDGE ENZYKLOPÄDIE DER ASTRONOMIE, 1978, S. 127)

Der radioaktive Zerfall von Elementen im Erdinnern erfolgt spontan nach physikalischen Gesetzen, ohne daß dabei eine Lichthierarchie rumhantiert.

"Man nimmt jetzt allgemein an, daß sich die Erde aus festen Partikeln mit einer Temperatur von 500 K oder darunter bildete, und wir müssen daher fragen, woher die Wärme der Erde stammt. Die Antwort lautet: Aus dem radioaktiven Zerfall solcher Elemente wie Uran und Thorium. Es gibt auch einen beträchtlichen Beitrag von Elementen wie Kalium, die zwar nur schwach radioaktiv sind, dafür aber genügend häufig auftreten, so daß sie fast die gleiche Bedeutung wie Uran haben. Obwohl die Angaben über die genauen Mengen radioaktiver Elemente in der Erde sehr unsicher sind, steht außer Frage, daß sie die notwendige Energie zur Erklärung der gegenwärtigen Temperatur liefern können. Die Temperatur im Erdmittelpunkt beträgt ungefähr 4.000 K und nimmt zur Oberfläche hin stetig ab" (CAMBRIDGE ENZYKLOPÄDIE DER ASTRONOMIE, 1978, S. 174).

37. Die Schulliteratur des Gründers wird manipuliert

37.1. Prophezeiungen über das Jahr 2001 und das Schicksal der Schule

Plötzlich und über Nacht waren im Zentrum etliche Ausgaben der Großmeister aus dem Bücherregal verschwunden. Sie konnten eine Weile nicht mehr ausgeliehen und an den Büchertischen der Konferenzorte nicht mehr gekauft werden.

Grund: Die Texte J. v.Rijckenborghs, die Anlaß zu Zweifeln geben konnten, wurden gestrichen und erschienen in den Neuauflagen nicht mehr. Alles kommentarlos, so, als hätte es sie nie gegeben. Offiziell wurden die Schüler darüber nicht informiert; erst durch Nachfragen bekam man Antwort. Neue Schüler oder Bücherkäufer erfahren über diese Streichungen also nichts mehr. - Betroffen davon sind u.a. die Prophezeiungen, die J. v.Rijckenborgh in den fünfziger Jahren über das Jahr 2001 und das Schicksal der Arche (die Schule) machte.

Diese Vorgehensweise stieß spontan und sofort auf meine Ablehnung - sie verärgerte, entrüstete und enttäuschte mich total. Ich hatte mich innerlich mit der Schule so weit identifiziert, daß ich sie guten Gewissens nach außen vertreten und verteidigen konnte. Ein solches Verhalten aber nahm mir den Boden unter den Füßen. Es war nach meinen Wertvorstellungen unseriös und eine nicht vertretbare Verfälschung.

Im Kursus hatte ich ihre mit großer Sicherheit vorgetragene Aussage, daß die Bibel entstellt und verstümmelt wurde, ungeprüft übernommen und so ein Verhalten verurteilt.

Was passierte jetzt aber in meiner Geistesschule? Was machten sie? Ich war zutiefst enttäuscht, nicht mehr mit gutem Gewissen und voller Überzeugungskraft hinter ihrem Verhalten stehen zu können. Man hörte, daß Sekten so vorgingen, aber wir waren doch eine Geistesschule mit dem uralten Erlösungweg. Was hatten wir zu verbergen?

37.2. Das Lectorium als Arche, die apokalytischen Aussagen

Die Prophezeiungen des Gründers sind nur im Zusammenhang mit seinem ganz speziellen Sendungs- bewußtsein verständlich. Von diesem hörten wir im Kursus aber auch nichts Erst später hörte und las ich:

• Die Menschheit nähert sich einer Weltenwende. „Wir leben buchstäblich am Wendepunkt der Zeiten,

in den Zeiten des Endes". Im Erdenfeld wird Zerbrechung und großes Weh herrschen". Es entsteht die Situation einer Katastrophe, „der Liquidation eines Teils des heutigen gesellschaftlichen Lebens".

• Die Gründer des LR sind als Lichtträger in unsere Todesnatur herabgekommen, um ein Himmelschiff,

eine Arche wie zur Zeit Noahs zu bauen. „So erleben wir zum anderen Mal eine Wiederholung der Tage Noahs". Für die noch zu Rettenden, die dafür empfänglichen und reif gewordenen Seelen steht die Arche bereit. Alle, die noch verstehen können, müssen die noch verbleibende Zeit intensiv nutzen, ungeachtet aller sich entwickelnden Katastrophen und ohne Rücksicht auf alles Gequake und das große Maul der "

Frösche

Oder gehen Sie mit den positiv Reagierenden". „Sie dürfen es keine vierundzwanzig Stunden aufschieben". Über die, die sich weigern, sagt J. v.Rijckenborgh: „Wenn Sie sich jedoch entschieden weigern, die drei Stufen, die für Sie ausgehauen sind und in Liebe für Sie bereit sind, zu ersteigen, und dann über die Ängste Ihrer Seele reden, dann haben wir keinen Respekt vor Ihnen, weil Sie dann ein Dummkopf sind."

• Die Unverständigen, „die gewöhnlichen Nachtbewohner" bleiben zurück. (Ist man in diesem Leben

noch nicht so weit, in die Arche einzutreten, muß man über viele Inkarnationen auf eine neue Befreiungsmöglichkeit warten Nur ca. alle 700 Jahre gibt es eine Geistesschule, die es ermöglicht, als Gruppe den Weg zu gehen. Die letzte Gruppe waren die Katharer, zu denen die Gründer des LR ein Verbindungsglied geschaffen haben. Als Einzelner kann man den Rückweg nicht gehen, weil die Atmosphäre zu verschmutzt ist. Die abgesandten Gründer des LR haben sozusagen einen Lichtschacht zum Befreiungsfeld geschaffen.)

Denn die Frage, vor der jeder Mensch steht, ist: Gehen Sie mit den negativ Reagierenden?

• Alle, die in das Himmelsschiff einsteigen, „ziehen fort, brechen auf, gehen auf die Reise". Als

Schülerschar verändern sie sich „fundamental und strukturell; sie transfigurieren". Die Arche ist ein

magnetischer Körper mit hoher Vibration: Der Abstand zu den Nachtbewohnern und den Abgesonderten wird immer großer, der Unterschied wird zu eingreifend. Es kommt der Augenblick, an dem keine Überbrückung mehr möglich ist. Sie treiben auseinander.

37.3. Das magische Jahr 2001

In den fünfziger Jahren schreibt Jan van Rijckenborgh: „Das Jahr 2001 markiert einen wichtigen Punkt in

der Entwicklung der Menschheit im allgemeinen und der Geistesschule im besonderen

dabei auf die Chronologie der Pyramide von Gizeh, nach der seines Wissens am 20. August 1953 (offizielle Gründung des LR) die Welt in eine neue Periode eingetreten ist. „An diesem Tag hat die neue

Periode begonnen, und sie wird bis zum Dezember des Jahres 2001 dauern. Sie umfaßt also einen Zeitabschnitt von 48 Jahren".

Bis 2001 sollte seine „Schülerschar einen total anderen Charakter" erhalten. Bis 2001 ist die Zeit der Ernte, das Übertreten in die Arche also noch möglich. Die Schule sollte ihr Äußerstes tun, um noch eine möglichst große Anzahl zu erreichen, dann erfolgt die „Liquidation eines Teils des heutigen gesellschaftlichen Lebens". Die Schule hat also „nur noch wenige Jahre Zeit, um ihre Ernte in vollem Umfang einzuholen". Die Situation wird mit einem D-Zug verglichen: Solange er steht, lädt er zum Einsteigen ein; wenn er anfährt, ist vielleicht noch ein Aufsprung möglich; wenn jedoch die Geschwindigkeit immer höher wird, müssen die zu spät Gekommenen zurückbleiben. 2001 sollte die Schülerschar „mit D-Zug-Geschwindigkeit" voraneilen. Die Kluft zum naturreligiösen Menschen sollte also bis dahin so groß geworden sein, daß er nicht mehr zur Schule finden, die Kräfte und die hohe Vibration nicht mehr assimilieren kann. Das LR muß die Tore der inneren Schule schließen.

Noch 1994 wird anläßlich eines „Bruderschaftstreffens" gesagt: „Was fordert die Aquarius-Ära? Was muß ab dem Jahr 2001 absolut Wirklichkeit geworden sein? Der neue Menschentyp!" Sie sprechen von Verfolgung, die dann den Abgesonderten gilt, die „das Siegel der wahrhaft Lebendigen tragen. Denn das ist Verrat an den Machthabern der Dialektik. Dann entkommen diese Menschen ihrer Einflußsphäre, dann unterhöhlen sie ihre Machtposition. Aber was geschieht, wenn wir und viele mit uns noch mehr als bisher die volle Konsequenz unseres Schülertums ziehen und den Abschied von der Dialektik bis ins Knochenmark vollziehen? Dann werden die Zeiten schwieriger werden, dann wird sich durch diese einzigartige, angewandte Lebenshaltung alles zuspitzen, so wie es in der Zeit der Katharer, der Bonshommes, geschehen ist."

". Er beruft sich

37.4. Warum mußten beim Herannahen des Jahres 2001 Texte aus der Literatur verschwinden?

Nach meiner Überzeugung aus folgenden Gründen:

• Weder ist die eindeutige Katastrophe in 2001 eingetroffen, noch hat sich bei den Schülern der neue

Menschentyp entwickelt mit der unüberbrückbaren Kluft zu den „Nachtmenschen". → Sollte sich der Abgesandte geirrt haben, der als Botschafter des Lichtes Kenntnis aus 1. Hand hatte? Das konnte nicht zugegeben werden, denn wenn er einmal irrte, könnte er auch in anderen Punkten angreifbar geworden sein. → Haben die Schüler versagt? Dieses Eingeständnis könnte den ganzen Weg der „Transfiguration" (so wie J.v.Rijckenborgh ihn benennt, auf seine eigene Weise interpretiert und als „uraltes Wissen" verkauft) als Illusion entlarven.

Anstatt also die Weltwende und die „Liquidation eines Teils des gesellschaftlichen Lebens" abzuwarten (die vielleicht nicht stattfindet), war es bequemer, in den neunziger Jahren die Prophezeiungen des Großmeisters zu liquidieren. Was also nicht mehr passt, wird passend gemacht. Die Schule dachte nicht daran, ihre inneren Tore zu schließen, wie es ihr Großmeister ankündigte, sondern kaufte in Deutschland in den neunziger Jahren für einen dritten Konferenzort noch ein großes Grundstück dazu. Zwei Konferenzorte reichten nicht mehr aus, sie waren regelmäßig überfüllt. Offensichtlich gab es doch noch genug „Gerechte", die den Aufsprung in die Arche noch schafften. Die Schule sieht sich sogar in einer neuen Ernteperiode und verstärkt ihre Werbung.

38. Guru / Messias / Prophet / Gründer

38.1. „Der befreiende Pfad des Rosenkreuzes" (Aquarius-Konferenz 4, Basel 1966)

(zuerst erschienen unter dem Titel: „Die Apokalypse der neuen Zeit")

Wenn wir nun von der Bruderschaft sprechen und ihr unseren Dank bezeugen wollen, denken wir nicht nur an alle Brüder und Schwestern, die uns vorangegangen sind, die bereits lange in die Kette der Befreiung eingegliedert sind, sondern wir denken hier ganz besonders an die Gruppe der Gesandten, die in unser Lebensfeld herabgekommen sind, um das moderne Rosenkreuz ins Leben zu rufen.

Wir denken an den Kreis der Rosa Mystica und vor allem an die beiden Repräsentanten in unserer Stoffsphäre, Herrn Jan van Rijckenborgh und Frau Catharose de Petri. Ihnen gebührt unser Dank für die übermenschliche Liebe und Geduld, mit der sie das Werk in den langen, schweren, bitteren Jahren getragen haben; ein Werk, das jetzt in diesen Tagen, seine Krönung feiern konnte". (Abschlußdienst, Seite 167)

Die Bruderschaft bringt eine Strahlung, die vom naturgeborenen Menschen ertragen werden kann und mit der er bis zu seiner Heiligung zu arbeiten vermag. Das Strahlungsfeld der Rosenkreuzer Bruderschaft leuchtet in weiter Glorie. Es strahlt ein in den Brennpunkt, den die Abgesandten dieser Bruderschaft hier auf Erden bilden." (Eröffnungsdienst, Seite 25)

38.2. „Arbeit im Menschendienst", 1995 (70 Jahre Arbeit des Rosenkreuzes)

„Während das vorbereitende Werk am Ende des 19. Jahrhunderts voll einsetzte, wurden drei Botschafter des Lichtes geboren, um, ebenso wie viele Abgesandte vor ihnen, in einem stofflichen Körper die Arbeit aufzunehmen, wir lernten sie später als die Brüder Z.W. Leene und Jan Leene (der später den Autorennamen Jan van Rijckenborgh annahm) und Catharose de Petri kennen