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Rotweinfläche (%)

Rebfläche (ha)

1995
1997

1985
1987

1999

1989

1979

1991
1993

1981
1983

2000

2001

Rotwein-Sorten und -Klone

Rebflächenentwicklung, Anbauempfehlungen, Versuchsergebnisse (Stand 2002)

Dr. Bernd Prior, DLR-Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Dienstsitz Oppenheim

Ungebrochener Rotweinboom

Der Rotweinboom ist nach wie vor ungebrochen. Um von dieser Nachfrage zu profitieren, gilt es für den Winzer diesen Bedarf zu decken. Dies schlägt sich in der Ausweitung der Rotweinfläche auf Kosten der weißen Sorten nieder. Es stellt sich mehr denn je die Frage nach geeigneten Rotweinsorten.

Entwicklung der Rotweinfläche

Quo vadis Dornfelder ?

Die Rotweinfläche in Rheinland-Pfalz hat sich von 1979 über 1989 bis 2001 von 3.312 ha über 6.589 ha bis auf 14.784 ha ausgedehnt. Der Rotweinanteil an der Gesamtrebfläche stieg dadurch im gleichen Zeitraum von 5,2 % über 9,9 % auf stattliche 22,5 % (vgl. Abb. 1).

15000

12500

10000

7500

5000

2500

0

22,5 % (vgl. Abb. 1). 15000 12500 10000 7500 5000 2500 0 14784 22,5 12884 11618

14784

22,5

12884

11618

17,4
17,4

19,3

6589

3312
3312

5,2

5000 2500 0 14784 22,5 12884 11618 17,4 19,3 6589 3312 5,2 9,9 30 25 20

9,9

30

25

20

15

10

5

0

Jahr

Abb.1: Entwicklung der Rotweinfläche (ha, % der Gesamtrebfläche) von 1979-2001

in Rheinland-Pfalz

In den vergangenen Jahren lag die Anbaufläche des Portugiesers deutlich über der des Dornfelders und letztere wiederum seit 1991 über der des Spätburgunders. Die übrigen Rebsorten liegen gegenüber diesen drei Rebsorten auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Durch den enormen Zuwachs des Dornfelders im Jahr 2001 (1.129 ha) hat der Dornfelder schließlich die Spitze der Rotweinfläche übernommen (5.078 ha, 34,3%), gefolgt von Portugieser (4.653 ha, 31,5%) und dem Spätburgunder (3.050 ha, 20,6%). Die restlichen Rotweinsorten rangieren mit 1.996 ha (13,5%) auf einem weit abgeschlagenen Niveau (vgl. Abb.2).

Rotweinfläche (ha)

1999
2000

1995
1997

1985
1987

1989

1979

1991
1993

1981
1983

2001

Vor einer übersteigerten Dornfelder-Euphorie ist angesichts des steigenden Angebotes zu warnen. Der Zenit der hohen Erlöse (2,25 /l Fassweinpreis) ist bereits überschritten. Mittlerweile hat der Lebensmitteleinzelhandel (allen voran der Discounterbereich) den Dornfeldermarkt entdeckt und damit einen Preiskrieg eingeläutet, der zur Zeit Fassweinpreise von 1,50 /l zulässt. Eine längerfristige Stabilisierung auf diesem Niveau kann aber nicht garantiert werden. Unterstützen lässt sich eine Preisstabilisierung sicherlich nur durch Verzicht auf übermäßig hohe Hektarerträge bei gleichzeitiger Erzeugung guter Qualitäten. Nachdem der Dornfelder zusammen mit dem Portugieser aus der EU-Umstrukturierungsförderung heraus genommen wurde und alle übrigen klassifizierten Rotweinsorten gefördert werden, bleibt abzuwarten, inwieweit der Anbauboom des Dornfelders anhält. Abb. 2: Entwicklung der Rotweinflächen (ha) differenziert nach Sorten von 1979- 2001 in Rheinland-Pfalz

differenziert nach Sorten von 1979- 2001 in Rheinland-Pfalz 5500 5000 4500 4000 3500 3000 2500 2000
differenziert nach Sorten von 1979- 2001 in Rheinland-Pfalz 5500 5000 4500 4000 3500 3000 2500 2000

5500

5000

4500

4000

3500

3000

2500

2000

1500

1000

500

0

Blauer Portugieser Dornfelder
Blauer Portugieser
Dornfelder
2500 2000 1500 1000 500 0 Blauer Portugieser Dornfelder 5078 3949 3383 ha + ha +
2500 2000 1500 1000 500 0 Blauer Portugieser Dornfelder 5078 3949 3383 ha + ha +

5078

3949

3383

ha

+

ha

+

ha

1129 ha

566 ha

Blauer Spätburgunder
Blauer Spätburgunder
3949 3383 ha + ha + ha 1129 ha 566 ha Blauer Spätburgunder } sonstige Rotweinsorten
3949 3383 ha + ha + ha 1129 ha 566 ha Blauer Spätburgunder } sonstige Rotweinsorten

} sonstige Rotweinsorten

Jahr

Von den übrigen Rotwein-Rebsorten ist der Regent mit 408 ha der anbaustärkste, gefolgt von St. Laurent (331 ha), Schwarzriesling (245 ha) und Dunkelfelder (242 ha). Die Anbauflächen aller weiteren Rebsorten rangieren i.d.R. deutlich unter 200 ha (insgesamt 770 ha). Vergleiche hierzu Abb. 3. Der Erfolg des Regents liegt vor allem an den geringen Lageansprüchen, der Pilztoleranz und dem farbkräftigen, fruchtigen, körperreichen Weintyp. Interessant ist der starke Anstieg der Anbaufläche von St. Laurent, der z.Zt. eine Renaissance erfährt. Hierfür spricht der attraktive Name, die erzielbare Qualität des Weines und die ertragsstabilen neuen Klone. Auch internationale Rebsorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon erfahren einen starken Anstieg, jedoch auf einem wesentlich geringeren Niveau. Da insbesondere der Cabernet Sauvignon die höchsten Lageansprüche aller bei uns zugelassenen Rebsorten stellt, ist eine sehr starke Ausweitung der Anbaufläche aus qualitativen Gesichtspunkten auch nicht möglich. Solche Sorten sollten nur von Rotweinspezialisten angebaut werden.

450 400 350 300 250 200 150 100 50 0 Rotweinfläche (ha) 1979 1981 1983
450
400
350
300
250
200
150
100
50
0
Rotweinfläche (ha)
1979
1981
1983
1985
1987
1989
1991
1993
1995
1997
1999
2001

Rebsorten und Rebflächen in 2001

Regent (408 ha)

St. Laurent (331 ha)

Schwarzriesling (245 ha)

Dunkelfelder (242 ha)

Heroldrebe (173 ha)

Merlot (143 ha)

Cabernet Sauvignon (124 ha)

Blauer Frühburgunder (89 ha)

Sonstige (Sorten < 89 ha, insges. 241 ha)

Jahr

Abb. 3: Entwicklung der Rotweinflächen weniger stark angebauter Rotweinsorten Rheinland-Pfalz

(ha) von 1979-2000 in

Bevor im Folgenden auf einzelne Rebsorten eingegangen wird, soll verdeutlicht werden, dass der Erfolg des Rotweines nicht nur von der Rebsorte, sondern auch von zahlreichen weiteren Faktoren abhängt. Alle Faktoren zusammen determinieren letztendlich die Qualität des Weines.

Rotwein-Qualität und Sortimentsgruppierung

Eine erfolgreiche marktorientierte Rotweinerzeugung ist neben der Rebsortenwahl, aus weinbaulicher Sicht vor

allem eine Frage des Standortes und der Bestandsführung (Triebzahl und -anordnung, Laubarbeiten, Pflanzenschutz, Stockerträge etc.) bis hin zum Leseverfahren sowie aus kellerwirtschaftlicher Sicht eine Frage der Ausbauverfahren. Nur wenn die Faktoren Rebsorte, Standort, Bestandsführung und Ausbauverfahren mitein- ander abgestimmt werden, ist ein qualitativ hochwertiger

Rotwein zu erzielen. Dies ist gerade unter unseren kli- matischen Bedingungen, die uns immer wieder an die qualitativen Grenzen des Rotweinanbaus drängen, von besonderer Bedeutung. Letztendlich stellt sich die Frage:

Was ist Qualität ? Zentrale Merkmale der Qualität eines Rotweines aus

Sicht des Konsumenten sind sicherlich die Farbintensität, die Dichte, die Nachhaltigkeit und die Frucht des Weines. Dies alles sind z.B. Eigenschaften eines gelungenen Dornfelders und haben sicherlich zu dessen Erfolg beigetragen.

Rebsorte, -klon Standort Qualität Bestands- führung Ausbau- verfahren
Rebsorte, -klon
Standort
Qualität
Bestands-
führung
Ausbau-
verfahren

Wie jeder Wein, sollte auch ein Rotwein entsprechend seiner Wertigkeit und seiner Vermarktungsstruktur einem der folgenden drei Sortiments- bzw. Qualitäts-Bereiche angehören:

1. höchste Qualitäten, evtl. Barrique-Ausbau (Premium-Weine)

2. gehobene Qualitäten für anspruchsvolle Konsumenten (Mittelklasse-Weine)

3. normale Qualitäten für den zügigen marktorientierten Absatz (Basis-Weine)

Auch hier wird deutlich, dass die Zugehörigkeit zu einem Qualitätsbereich weniger von der Sorte als vielmehr von der Bestandsführung, den Stockerträgen, dem Ausbauverfahren und dem Jahrgang abhängen. Schließlich hat sich noch kein Betrieb durch den Anbau bestimmter Rebsorten, sondern stets durch die Erzeugung hoher Qualitäten hervorgehoben. In allen drei genannten Segmenten ist sicherlich nahezu jede für Rheinhessen klassifizierte Rotweinsorte unterzubringen. Die Möglichkeit eine Sorte in ein höherwertiges Segment zu platzieren, ist jedoch abhängig von deren Eigenschaften und Anforderungen, unterschiedlich leicht zu realisieren. Neben den vom Winzer beeinflussbaren Faktoren (weinbaulich, kellerwirtschaftlich), die wiederum aus finanzieller und arbeitswirtschaftlicher Sicht zu beleuchten sind, sind diesbezüglich die sehr unterschiedlichen Lage- und Bodenansprüche der verschiedenen Sorten zu berücksichtigen.

Premium
Premium

Mittelklasse

Basis

Sorten zu berücksichtigen. Premium Mittelklasse Basis Welche Sorten pflanzen? 1. Eine Frage der Absatzstruktur !

Welche Sorten pflanzen?

1. Eine Frage der Absatzstruktur !

Wie aus dem Folgenden hervorgeht, kann es eine allgemeingültige Sortimentsüberlegung bzw. Rebsortenwahl nicht geben. Während in den Anbaugebieten mit Rotweintradition die Sortenfrage weniger von Bedeutung ist, wird sie in den flächenstarken Anbaugebieten Pfalz und Rheinhessen aufgrund der unterschiedlichen Absatz- strukturen stärker diskutiert. Die Absatzstrukturen der Direktvermarkter bieten die Möglichkeit der Sortimentserweiterung bzw. -ergänzung. Dabei ist jedoch zu beachten, dass jede weitere Rebsorte bzw. jeder zusätzliche Rotwein den betrieblichen Ablauf erschwert und mit der Sortimentserweiterung i.d.R. auch eine Qualitätssteigerung verbunden sein sollte. Erzeuger für den Absatz im Lebensmittelhandel (Produktion für Genossenschaften, Erzeugergemeinschaften, Kellereien) sollten i.d.R. nur bewährte, absatzstarke Rebsorten, wie Dornfelder, Portugieser und Spätburgunder anpflanzen. Nur wenn Abnahmeverträge für bestimmte Rebsorten bestehen, kann auch auf andere Rebsorten ausgewichen werden. Entscheidend ist dabei immer die Verbraucherakzeptanz im Lebensmitteleinzelhandel, welche nicht immer hinreichend vorhersehbar ist. Reelle Chancen dürften hier z.Zt. vor allem für den Regent und den St. Laurent bestehen.

2. Eine Frage des Standortes !

Die verschiedenen Rebsorten stellen z.T. sehr unterschiedliche Ansprüche an die Lage, d.h. sie haben unterschiedliche Ansprüche an den Boden und an die klimatischen Gegebenheiten des Standortes. Neben der prinzipiellen Vermarktungsmöglichkeit einer Sorte, muss schließlich gewährleistet sein, dass ein für die Rebsorte geeigneter Standort im Betrieb zur Verfügung steht.

Selbstverständlich erfordern die verschiedenen Rebsorten auch einen unterschiedlichen Arbeitseinsatz und somit auch unterschiedliche Kosten. Dies betrifft insbesondere Ausbrecharbeiten, Laubarbeiten, Maßnahmen zur Ertragsregulierung, den Pflanzenschutz und evtl. auch die Lese. Bedingt ist dies vor allem durch die unter- schiedliche Wüchsigkeit, Fruchtbarkeit und Traubendichte der jeweiligen Sorten. Als Beispiel einer der arbeitsintensivsten Rebsorten soll hier der Blaue Spätburgunder angesprochen werden. Wie alle Burgundersorten neigt auch der Spätburgunder zur verstärkten Ausbildung von Doppeltrieben, welche zu einer dichten Laubwand mit der Folge einer geringeren Beerenausfärbung und einem höheren Botrytisdruck (schlechte Abtrocknung und Pflanzenschutzmittelapplikation) führt. Diese Sorte ist davon besonders betroffen, da sie ohnehin eine vergleichsweise geringe Farbausbeute und bei den klassischen Spätburgunder-Klonen eine sehr dichte Traubenform ( Abdrücken der Beeren ) aufweist und zu dem spät reift. Die für die Erzeugung von Spitzenqualitäten zu hohen Erträge und die hohe Botrytisanfälligkeit zwingen den Winzer zu konsequenten Laubarbeiten (Ausbrechen, Entblätterung), Ausdünnungsmaßnahmen und gegebenenfalls zu einer selektiven Handlese.

und gegebenenfalls zu einer selektiven Handlese. Welche Rebsorten stehen zur Wahl ? Eine Übersicht ! Eine
und gegebenenfalls zu einer selektiven Handlese. Welche Rebsorten stehen zur Wahl ? Eine Übersicht ! Eine

Welche Rebsorten stehen zur Wahl ?

Eine Übersicht !

Eine detaillierte Beschreibung möglicher Rebsorten würde den Rahmen dieser Ausführungen sprengen. Deshalb soll neben den bereits genannten Entscheidungskriterien, im Rahmen dieses Beitrages eine kurze Charakterisierung verschiedener Rebsorten genügen. Einen Beitrag hierzu leisten im wesentlichen die Übersichten 1 und 2. Entsprechend Übersicht 1 werden die Rebsorten in traditionelle Rebsorten (bei Cabernet Sauvignon und Merlot auf internationaler Ebene) und Neuzüchtungen unterteilt. Die Neuzüchtungen wiederum werden in Deckrotweinsorten, eigenständige Sorten und zusätzlich in pilztolerante Sorten unterschieden. Überschneidungen innerhalb dieser drei Bereiche werden für die jeweiligen Sorten durch einen Pfeil dargestellt. Die Rebsorten sind in der Übersicht auch nach ihrem Lageanspruch gruppenweise geordnet.

Übersicht 1:

Rotweinsorten, unterteilt in traditio- nelle Sorten und Neuzüchtungen, gruppenweise geordnet nach Lage- ansprüchen

Traditionelle Neuzüchtungen Rotweinsorten Deckrot- eigenständige pilztole- weine Weine rante sehr Sorten hohe
Traditionelle
Neuzüchtungen
Rotweinsorten
Deckrot-
eigenständige
pilztole-
weine
Weine
rante
sehr Sorten hohe
C a ber ne t S auv igno n
C
a ber ne t
C u bi n *
C
a ber ne t
D o r io *
S pät burgunder-Klone
Merlot
Lemberger
C
a ber ne t
D o r sa *
Caberne
t
M ito s
Palas
Acolon
Schwarzriesling
Dornfelder
St. Laurent
Dakapo
Portugieser
Frühburgunder
Du
nkelfelder
Regent
Rondo
* noch nicht in Rheinland-Pfalz klassifiziert, Versuchsgenehmigung erforderlich
Lageansprüche
mittel
hoch
sehr hoch

In Übersicht 2 sind die Rebsorten nach ihren erzielbaren Rotweintyp (deutsch / international) und der Farbdichte differenziert. Hier ist jedoch anzumerken, dass der Rotweintyp nicht allein durch die Rebsorte, sondern in hohem Maße durch anbautechnische Maßnahmen (Bestandführung, Ertragsregulierung) und den Weinausbau (Maischeerhitzung / -gärung, Holzfass- / Barriqueausbau etc.) bestimmt wird.

Die Eignung verschiedener Rebsorten zur Erzeugung insbesondere eines internationalen Rotweintyps ist jedoch

unterschiedlich zu bewerten. Die Positionierung der Rebsorten (Schriftzug) in Übersicht 2 gibt die

standardmäßige, eher sortenbedingte Zuordnung zum Rotweintyp und die hinterlegten Pfeile, die durch

entsprechende Maßnahmen (Ertragsregulierung, Maischegärung, Barriquausbau etc.) erzielbaren Rotweintypen

wieder.

Übersicht 2:

Rotweinsorten, unterteilt nach

dem erzielbaren Weintyp,

gruppenweise geordnet nach

der Farbdichte

Deutscher Rotweintyp:

weich, fruchtiger, weniger gerbstoff- betont, ohne Barriqueausbau

Internationaler Rotweintyp:

körperreicher, gerbstoffbetonter, meist Barriqueausbau

Merlot

Cabernet Sauvignon

meist Barriqueausbau Merlot Cabernet Sauvignon Cabernet Mitos (Cabernet Dorsa) Regent (Cabernet Cubin)

Cabernet Mitos (Cabernet Dorsa) Regent

Cabernet Sauvignon Cabernet Mitos (Cabernet Dorsa) Regent (Cabernet Cubin) Acolon Dornfelder St. Laurent Rondo
(Cabernet Cubin) Acolon Dornfelder
(Cabernet Cubin)
Acolon
Dornfelder
St. Laurent Rondo (Cabernet Dorio)
St. Laurent
Rondo
(Cabernet Dorio)
Lemberger Portugieser
Lemberger
Portugieser
Frühburgunder Spätburgunder Schwarzriesling
Frühburgunder
Spätburgunder
Schwarzriesling

Spätburgunder-Klone und Neuzüchtungen

zunehmender Informationsbedarf !

Die Frage nach geeigneten Klonen bei Rotweinsorten wird, von einer Ausnahme - dem Spätburgunder -

abgesehen, weniger stark diskutiert als bei Klonen von Weißweinsorten. Unterschiede zwischen einzelnen

Klonen werden im Allgemeinen als nicht sehr groß angesehen.

Der Spätburgunder dagegen ist wie alle Burgundersorten sehr mutationsfreudig, wodurch sich die verschiedenen

Klone im Wuchs, der Traubenform und -dichte sowie der sensorischen Eigenschaften der Weine i.d.R. deutlich

unterscheiden.

Da der Spätburgunder über alle Absatzschienen vermarktet wird, ist die Wahl eines geeigneten Spätburgunder-

Klons sowohl für Direktvermarkter als auch für Trauben-, Most- und Fassweinvermarkter von zentraler

Bedeutung.

Die Sortenfrage wird dagegen von der Absatzstruktur stark begrenzt und ist somit vor allem für Direktvermarkter,

insbesondere wenn es um die Sortimentserweiterung geht, relevant. Neben traditionellen Sorten wird ein

zunehmendes Interesse einigen Neuzüchtungen beigemessen, die in absehbarer Zukunft zur

Sortimentsergänzung oder -erweiterung an Bedeutung gewinnen könnten.

Die weiteren Ausführungen werden sich deshalb auf diese beiden Schwerpunkte, Spätburgunderklone und

erfolgsversprechende Rotweinneuzüchtungen, beschränken.

Die Variation der Spätburgunderklone ist verglichen mit anderen Rebsorten sehr groß. Die Klontypen können vor allem nach der Traubenform unterschieden werden (vgl. Übersicht 3).

Klontypen des Blauen Spätburgunders

Übersicht 3:

Einteilung des Blauen Spätburgunders in verschiedene Klontypen (nach M. Porten)

Spätburgunders in verschiedene Klontypen (nach M. Porten) Kompakte Lockerbeerige Kleinbeerige Traubenform

Kompakte

Lockerbeerige

Kleinbeerige

Traubenform

Traubenform

Traubenform

Kleinbeerige Traubenform Traubenform Traubenform Aufrecht- wachsende Triebe groß, geschultert klein,

Aufrecht-

wachsende

Triebe

groß, geschultert
groß,
geschultert
klein, walzen- förmig
klein,
walzen-
förmig
Mariafeld- Typen Geisenheim- Typen
Mariafeld-
Typen
Geisenheim-
Typen

in manchen Jahren lockerbeerig

Die kompakten Klone stellen die alten klassischen Klone dar. Die dichte Traubenform führt durch Abdrücken der Beeren oft zu extremem Botrytisbefall, was meist eine selektive Lese erfordert oder in ungünstigen Jahren eine Rotweinbereitung unmöglich macht. Die Weine aus diesen Klonen haben über Jahrzehnte das typische Aroma des Spätburgunders definiert. Die Klone mit kleineren Traubenformen innerhalb dieser Gruppe bedingt vor allem durch kleinere Beeren neigen durch ein kleineres Fruchtfleisch/Beerenschale-Verhältnis zu einer besseren Aroma- und Farbausbeute. Als Grenzgänger zu den lockerbeerigen Klonen kann der Klon Frank 105 S bezeichnet werden, der in zwei von zehn Jahren eine eher lockere Traubenform aufweist. Insgesamt werden mit diesen Klonen höchste Qualitäten erzeugt. Die Ausbeute der für Rotwein geeigneten Trauben ist allerdings gering und nur durch eine konsequente Bestandsführung und i.d.R. nur durch eine selektive Lese (höchste arbeitswirtschaftliche Anforderungen) zu erzielen. Da bei den lockerbeerigen Klonen die Gefahr des Abdrückens von Beeren nicht besteht, sind diese wesentlich botrytisunempfindlicher. Ein nennenswerter Botrytisbefall tritt hier nur in Jahren mit allgemein sehr hohem Botrytisdruck auf. Im Gegensatz zu den dichtbeerigen Klonen erlaubt die lockere Traubenform auch eine stär- kere Ertragsregulierung (Ausdünnung), ohne der Gefahr zu unterlaufen, dass sich die verbliebenen, jetzt dicker werdenden Beeren abquetschen und zu einem erhöhten Botrytisbefall führen. Die Reife der lockerbeerigen Klone liegt gegenüber den dichtbeerigen Klonen um etwa eine Woche und mehr zurück. Dies macht sich u.a. durch die erhöhten Säurewerte bemerkbar. Da die Trauben lockerbeeriger Klone in der weinbaulichen Praxis aufgrund der geringeren Botrytisgefährdung zwei bis drei Wochen länger am Stock belassen werden können, kann dieser Nachteil in den meisten Jahren mehr als kompensiert werden. Man unterscheidet zwei Typen, die Mariafeld- Typen und die Geisenheim-Typen. Äußerlich unterscheiden sich die Mariafeld-Typen von den Geisenheim-Typen nur durch ein etwas größeres Stielgerüst und längere Traubenstiele. Die Erträge der Geisenheim-Typen sind etwas geringer. Den Geisenheim-Typen sagt man ein typischeres Spätburgunderaroma (Weichselkirsche, statt Sauerkirsche) zu. Auch sind deren Säurewerte ähnlich der kompakten Klone auf deutlich niedrigerem Niveau. Insgesamt erlauben diese Klone, eine ordnungsgemäße Bestandsführung und Ertragsregulierung vorausgesetzt, in jedem Jahr eine Produktion guter Spätburgunder-Qualitäten bei einer weitgehend gesicherte Ertragsleistung. Auch zur Sekt- und Weißherbstproduktion sind sie hervorragend geeignet. Die kleinbeerigen Klone zeichnen sich durch eine Mischbeerigkeit, d.h. durch einen Wechsel kleiner und großer Beeren, aus. Die Botrytisanfälligkeit soll in den meisten Jahren ähnlich hoch sein, wie bei den lockerbeerigen

Klonen, der Ertrag fällt dagegen i.d.R. deutlich niedriger aus. Durch den hohen Anteil kleiner Beeren wird diesem Klontyp ein intensiveres Spätburgunderaroma und eine höhere Farbausbeute nachgesagt. Insgesamt sollen diese Klone für hochwertige Spätburgunder-Weine im Hochpreissegment dienen. Die aufrechtwachsenden Klone stellen aus arbeitswirtschaftlicher Sicht eine interessante Alternative da. Entgegen den übrigen Spätburgunderklonen zeichnen sich diese nicht durch einen hängenden, sondern durch einen besonders geraden Wuchs mit guter Rankenbildung und geringer Geiztriebbildung aus. Dies reduziert die Heftarbeiten. Die freier hängenden (kompakten) Trauben zeigen, verglichen mit den klassischen kompakten Klonen, eine drastische Reduzierung des Botrytisbefalls und eine Begünstigung der Aroma- und Farbbildung. Mit diesen Klonen kann ein ähnliches oder sogar höheres Qualitätssegment bedient werden, als mit den lockerbeeri- gen Klonen. Das Botrytisrisiko ist jedoch etwas höher.

Je nach betrieblicher Situation ist nun abzuwägen, für welchen Klon man sich entscheidet.

In Oppenheim liegen seit 1998 Erntedaten eines Klonenvergleichs vor, die in den folgenden Abbildungen dargestellt werden. Dabei ist folgendes zu beachten. Von 1998 bis 2000 wurden die Trauben der verschiedenen Klone zum gleichen Tag geerntet. Im Jahr 2001 dagegen erstmals entsprechend den Erfordernissen (Botrytis- befall) praxisüblich nach Klonen differenziert gelesen. Deshalb werden die Ertrags-, Mostgewicht- und Säurewerte einerseits für den Durchschnitt der Jahre 1998-2000 (Abb. 4 u. 6) und andererseits gesondert für das Jahr 2001 (Abb. 5 u. 7) dargestellt. Die Reben wurden für diesen Klonenversuch nicht ausgedünnt, was sich in den hohen Erträgen wiederspiegelt. Dieses Ertragspotential erlaubt keine Produktion von Spitzenqualitäten. Aus den Abbildungen 4 und 5 gehen einerseits hervor, dass sich die lockerbeerigen Klone im Durchschnitt mehrerer Jahre durch ein deutlich höheres Ertragspotential auszeichnen, in Einzeljahren infolge von Überlastungen des Vorjahres aber auch ähnlich hohe Erträge aufweisen können wie die kompakten Spätburgunder-Klone. Weiterhin kann die starke Reduzierung des nur noch zur Weißherbstbereitung geeigneten botrytisbelasteten Traubenanteils der lockerbeerigen Klone auch bei wesentlich späterer Lese- aufgezeigt werden. Aus Abbildung 6 geht hervor, dass die lockerbeerigen Klone mit Ausnahme des Geisenheim-Typs gegenüber den kleinen, dichtbeerigen Traubenformen bei gleichem Lesetermin deutlich höhere Säurewerte und niedrigere Mostgewichte, also eine langsamere Reifeentwicklung aufweisen. In Abbildung 7 ist zu sehen, dass diese verzögerte Reifeentwicklung im Jahr 2001 durch eine um etwa zwei Wochen spätere Lese zum Teil mehr als kompensiert werden konnte.

Werte = %-Anteil fauler Trauben

Ertrag (kg / ar)

250 34 31 39 68 40 200 75 73 77 150 76 100 50 0
250
34
31
39
68
40
200
75
73
77
150
76
100
50
0
M-Typen
klein,
walzen-
groß,
Traubenform
groß,
förmig,
geschultert,
geschultert,
dicht
rel. dicht
locker
Ertrag (kg / ar)
Werte = %-Anteil fauler Trauben
Pinot noir
Menk (Neus)
Gm 18
Fr 52-86
Franc Classic
Gm 1-11
Fr 12 L
Fr 13 L
We M1

fäulnisbehaftetFr 52-86 Franc Classic Gm 1-11 Fr 12 L Fr 13 L We M1 (Weißherbst- bereitung)

(Weißherbst-

bereitung)

gesundL Fr 13 L We M1 fäulnisbehaftet (Weißherbst- bereitung) (Rotwein- bereitung) Abb. 4: Ertragsdaten der

(Rotwein-

bereitung)

Abb. 4: Ertragsdaten der Spätburgunder-Klone bei jeweils gleichem Lesetermin (Ø 1998-2000)

350

300

250

200

150

100

50

0

Traubenform

Lesetermin

15 34 13 32 16 35 4 42 20 M-Typen klein, walzen- groß, groß, förmig,
15
34
13
32
16
35
4
42
20
M-Typen
klein,
walzen-
groß,
groß,
förmig,
geschultert,
geschultert,
dicht
rel. dicht
locker
2.10.
11.10. 2.10.
17.10.
Pinot noir
Menk (Neus)
Gm 18
Fr 52-86
Franc Classic
Gm 1-11
Fr 12 L
Fr 13 L
We M1

fäulnisbehaftetFr 52-86 Franc Classic Gm 1-11 Fr 12 L Fr 13 L We M1 (Weißherbst- bereitung)

(Weißherbst-

bereitung)

gesundL Fr 13 L We M1 fäulnisbehaftet (Weißherbst- bereitung) (Rotwein- bereitung) Abb. 5: Ertragsdaten der

(Rotwein-

bereitung)

Abb. 5: Ertragsdaten der Spätburgunder- Klone bei differenziertem Lesetermin 2001

96 100 10 93 84 92 90 87 87 87 86 80 8 60 6
96
100
10
93
84
92
90
87
87
87
86
80
8
60
6
40
4
20
2
0
0
M-Typen
klein,
walzen-
groß,
groß,
Traubenform
förmig,
geschultert,
geschultert,
dicht
rel. dicht
locker
Mostgewicht (°Oe)
Pinot noir
Menk (Neus)
Gm 18
Fr 52-86
Franc Classic
Gm 1-11
Fr 12 L
Fr 13 L
We M1
Säure (g / l)

Abb. 6: Mostgewichte und Säurewerte (der gesunden Traubenfraktionen) der Spätburgunder-Klone bei jeweils gleichem Lesetermin (Ø 1998-2000)

100 80 60 40 20 0 Traubenform Lesetermin 12 80 79 84 88 84 76

100

80

60

40

20

0

Traubenform

Lesetermin

12 80 79 84 88 84 76 82 78 10 69 8 6 4 2
12
80
79
84
88
84
76
82
78
10
69
8
6
4
2
0
M-Typen
klein,
walzen-
groß,
groß,
förmig,
geschultert,
geschultert,
dicht
rel. dicht
locker
2.10.
11.10. 2.10.
17.10.
Pinot noir
Menk (Neus)
Gm 18
Fr 52-86
Franc Classic
Gm 1-11
Fr 12 L
Fr 13 L
We M 1
Säure (g / l)

Abb. 7: Mostgewichte und Säurewerte (der gesunden Traubenfraktionen) der Spätburgunder-Klone bei differenziertem Lesetermin 2001

Bezüglich der Rotweinneuzüchtungen haben in den letzten Jahren vor allem Züchtungen aus Weinsberg auf sich aufmerksam gemacht. Dabei handelt es sich um zwei Deckrotweinsorten und vier eigenständige

Rotweinsorten. Diese sind in Abbildung 8 dargestellt. Mit Ausnahme des Cabernet Mitos sind diese Sorten noch nicht für Rheinland-Pfalz klassifiziert

und somit nur im Versuchsanbau zugelassen.

Deckrotweinsorten Palas Cabernet Mitos Trollinger x Rubintraube Lemberger x Cabernet Sauvignon
Deckrotweinsorten
Palas
Cabernet Mitos
Trollinger x Rubintraube
Lemberger x Cabernet Sauvignon

Abb. 8: Weinsberger

Rotwein-

Neuzüchtungen

Eigenständige Rotweine Acolon Cabernet Dorsa Cabernet Dorio Cabernet Cubin Lemberger x Dornfelder Dornfelder x
Eigenständige Rotweine
Acolon
Cabernet Dorsa
Cabernet Dorio
Cabernet Cubin
Lemberger x Dornfelder
Dornfelder x Cabernet Sauvignon
Dornfelder x Cabernet Sauvignon
Lemberger x Cabernet Sauvignon

Die beiden Deckrotweinsorten

aus. Der Saft des Palas weist weniger Blautöne auf, als der des Cabernet Mitos. Beide Sorten liefern sehr kräftige

Weine mit zuckerfreien Extraktwerten von 30-35 g/l. Zur Farbverbesserung eines Rotweines werden 3-8 % dieser Weine benötigt. Der Cabernet Mitos wird gelegentlich auch als eigenständiger Rotwein angeboten. Solche Weine sind sehr dicht und gerbstoffbetont, was eine längerer Lagerung empfielt. Neben diesen Weinsberger Neuzüchtungen stellt auch die Geisenheimer Neuzüchtung Dakapo (Deckrot x Portugieser), welche keine Blautöne aufweist, eine Alternative dar (Erntedaten vgl. Abb. 9).

Palas und Cabernet Mitos zeichnen sich durch eine tiefdunkle Farbe des Saftes

Ertrag (kg/ar) bzw. Mostgewicht (°Oe)

Die eigenständige Rotweinsorte Acolon ähnelt in den weinbaulichen Eigenschaften dem Lemberger, weist jedoch einen späteren Austrieb, eine höhere Beerenfarbe und eine bessere Holzreife auf. Die Weine besitzen eine hohe Farbintensität bei dezenter Gerbstoffnote. Aus qualitativen Gründen ist eine Ertragsregulierung zu empfehlen. Nach unseren Erfahrungen eignet sich die Sorte auch als Verschnittpartner zum Spätburgunder (Erntedaten vgl. Abb. 9). Der Cabernet Dorsa ähnelt im Habitus der Muttersorte Dornfelder, weist jedoch eine etwas geringere Wüchsigkeit, bessere Holzreife, spätere Beerenreife und etwas kleinere Beeren und Trauben auf. Die Weine sind sehr farbintensiv, manchmal gerbstoffbetont und zeigen deutliche Kirscharomen. Der Cabernet Dorsa kann als Dornfelder-Typ gehobener Qualität bezeichnet werden (Erntedaten vgl. Abb. 9). Der Cabernet Dorio entstammt der gleiche Kreuzung wie der Cabernet Dorsa, weist jedoch nur wenige Merkmale der Elternsorten auf. Er besitzt allgemein praxisgerechte Rebstockmerkmale, wobei die späte Beerenreife und die hohe Reifeleistung beachtlich ist. Die Farbe des Weines ist ähnlich einem Cabernet Sauvignon, ist also geringer als die der übrigen Weinsberger Neuzüchtungen. Auch das Geschmacksbild des Weines weist Parallelen zur Vatersorte Cabernet Sauvignon auf. Der Cabernet Dorio liefert einen eigenständigen neuen Rotwein-Typ (Erntedaten vgl. Abb. 9). Der Cabernet Cubin kann als robuste spätreifende Rotweinsorte charakterisiert werden. Der Traubenaufbau weist Ähnlichkeiten zur Vatersorte Cabernet Sauvignon auf. Die Weine zeichnen sich durch eine hohe Farbdichte, kräftige, tanninbetonte und Cabernet Sauvignon geprägte Art aus. Eine Ertragsregulierung und der Ausbau im Holzfass oder Barrique ist bei dieser Sorte zur Erzeugung herausragender Weine besonders zu empfehlen. Mehrjährige Ergebnisse aus Oppenheim liegen zu dieser Sorte noch nicht vor. Versuchsergebnisse aus Oppenheim zeigen das deutlich niedrigere Ertragspotential der Weinsberger Neuzüchtungen verglichen mit einem lockerbeerigen Spätburgunder und insbesondere dem Dornfelder. Gegenüber dem Dornfelder macht sich dies durch ein stark erhöhtes Mostgewicht bemerkbar (vgl. Abb. 9).

200

160

120

80

40

0

Ertrag kg/ar 187 171 Mostgewicht °Oe 157 153 148 124 94 94 95 92 91
Ertrag kg/ar
187
171
Mostgewicht °Oe
157
153
148
124
94
94
95
92
91
87
88
77

Spätburgunder (We M1)

Dornfelder

Eigenständige Deckrotwein- Rotweine sorten Cabernet Dorio Cabernet Dorsa Acolon Cabernet Mitos Palas
Eigenständige
Deckrotwein-
Rotweine
sorten
Cabernet
Dorio
Cabernet
Dorsa
Acolon
Cabernet
Mitos
Palas

Abb. 9: Spätburgunder und Dornfelder im Vergleich mit verschiedenen Weinsberger Rotwein-Neuzüchtungen in der Lage Oppenheimer Kreuz (Ø1998-2001)

Fazit Wie den Ausführungen zu entnehmen ist, ist die Rebsortenwahl von zahlreichen, zum Teil nicht kalkulierbaren Faktoren abhängig. Diese reichen von der Absatzstruktur, der allgemeinen Angebotssituation einer Rebsorte, dem Standort, der arbeitswirtschaftlichen und technischen Ausstattung des Betriebes, der Betriebsphilosophie mit der sich der Betriebsleiter identifizieren muss bis hin zum Konsumentenverhalten (Nachfrage). Erschwerend kommt hinzu, dass es die Standzeit einer Rebanlage nicht erlaubt auf eine falsche Sortenwahl bzw. auf sich ändernde Nachfragesituationen zeitgerecht zu reagieren. Aus diesen Gründen kann es keine allgemeingültigen Empfehlungen zur Sortenwahl geben. Ziel dieses Beitrages ist es deshalb, einen Überblick zu verschaffen, um so Entscheidungshilfen für die einzelbetriebliche Situation zu geben.