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Autor: René Büst, Senior Analyst

Datum: 16.05.2014
Tags: Amazon AWS, Amazon Web Services, AWS, CloudTrial, Rechenzentrumsstandort
Amazon AWS kommt nach Deutschland: Na
und?
Analyst View




Analyst View // René Büst

© Crisp Research 2014
Die Amazon Web Services werden eine neue Cloud-
Region speziell für den deutschen Markt mit einem
Rechenzentrum in Deutschland (Frankfurt) eröffnen.
Aber ist das wirklich so spannend für die deutschen
Unternehmen?



Amazon AWS hat die Bedeutung des deutschen Marktes und die
Bedenken deutscher Unternehmen scheinbar erkannt. Crisp
Research weiß aus sicheren Quellen, dass der Cloud-Anbieter in
den kommenden Wochen eine Cloud-Region für den deutschen
Markt mit einem Standort in Frankfurt eröffnen wird.

Nachdem Salesforce einen deutschen Rechenzentrumsstandort
angekündigt hat, folgt mit Amazon der nächste große US-
amerikanische Cloud-Anbieter. Dies zeigt erneut die Attraktivität
des Standorts Deutschland. Schließlich behandeln die meisten
amerikanischen Unternehmen den deutschen Markt ansonsten
eher stiefmütterlich. Typischerweise versorgt der Großteil der
amerikanischen Cloud-Anbieter den europäischen Markt über
Rechenzentren in Irland (Dublin) und den Niederlanden
(Amsterdam). Das verringert bei vielen deutschen, vornehmlich
mittelständischen Unternehmen, die Attraktivität.
Beratungsgespräche mit IT-Anwendern zeigen ständig, dass das
Speichern von Daten außerhalb von Deutschland und ein
Vertragswerk, das maximal auf europäischem Recht beruht, nicht
gerne gesehen wird.


Amazon AWS landet in Deutschland




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© Crisp Research 2014

Neben dem Rechenzentrumsstandort hat Amazon mit AWS
CloudTrail bereits im letzten Jahr einen ersten Service vorgestellt,
um Unternehmen mehr Kontrolle über die Compliance zu
ermöglichen. AWS CloudTrail hilft beim Überwachen und
Aufzeichnen der AWS API Aufrufe von einem oder mehrerer
Accounts. Dabei werden Aufrufe über die AWS Management
Console, dem AWS Command Line Interface (CLI), von eigenen
Anwendungen oder Anwendungen von Drittanbietern
berücksichtigt. Die erhobenen Daten werden entweder in Amazon
S3 oder Amazon Glacier zur Auswertung gespeichert und lassen
sich über Tools von AWS oder externen Anbietern betrachten.
Derzeit lassen sich nur Amazon EC2, Amazon ECS, Amazon RDS
und Amazon IAM überwachen. Amazon CloudTrail kann kostenlos
genutzt werden. Kosten entstehen für das Speichern der Daten auf
Amazon S3 und Amazon Glacier sowie für die Benachrichtigungen
über Amazon SNS.

AWS CloudTrial gehört zu den wichtigsten Services für
Unternehmenskunden, die Amazon in der letzten Zeit
veröffentlicht hat. Die gesammelten Logdateien helfen bei der
Compliance, indem sie sämtliche Zugriffe auf AWS Services
aufzeichnen und damit das Einhalten von gesetzlichen
Rahmenbedingungen nachweisen können. Ebenso verhält es sich
mit Sicherheitsaudits, bei denen sich damit Sicherheitslücken und
unberechtigte oder fehlerhafte Zugriffe auf Daten nachvollziehen
lassen.



AWS Portfolio: Annäherung an die
Enterprise-IT




Analyst View // René Büst

© Crisp Research 2014
Nachdem sich AWS als führender Infrastrukturanbieter und
Enabler für Startups und neue Geschäftsmodelle in der Cloud
etabliert hat, versucht das Unternehmen aus Seattle schon seit
geraumer Zeit einen Fuß direkt in das lukrative
Unternehmensumfeld zu bekommen. Es bleibt allerdings eine
Frage offen. Wird das ausreichen, um eine kritische Masse
deutscher Unternehmen zu erreichen, um sich von einem Anbieter
für Startups und Entwickler zu einer ernsthaften Alternative für IT-
Workloads für Unternehmen zu entwickeln?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen:

 Unternehmensrelevante Services müssen ebenfalls
direkt in anderen Region bereitgestellt werden und
nicht vorerst nur in den US-Regionen.
 AWS benötigt ein Partnernetzwerk, um an die Masse
an attraktiven deutschen Unternehmenskunden zu
gelangen.
 Die Lokalisierung von sämtlichen Informationen, wie
White Paper, HowTos und Schulungen ist kritisch.
 Weniger Self-Service, mehr Managed Services und
Professional Services, z.B. über das Partnernetzwerk.
 Verringerung der Komplexität durch Vereinfachung
der Nutzung des Scale-Out Prinzips.
 Cloud Connectivity für die zuverlässige Anbindung an
die Services.
 Vermeidung des Service Lock-in.
Unternehmenskunden quo vadis?




Analyst View // René Büst

© Crisp Research 2014
 Stärkung des AWS Marketplace für einfachere
Nutzung von skalierbaren Standardworkloads und
Applikationen.
 Berücksichtung von Hybrid Cloud Szenarien und
Stärkung des Partners Eucalyptus auf der Private
Cloud Seite.

Anmerkung zur Eucalyptus Partnerschaft: Nahezu alle Eucalyptus
Kunden sollen ebenfalls AWS Kunden sein (Quelle: Eucalyptus).
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass einige Hybrid Cloud
Infrastrukturen zwischen on-Premise Eucalyptus Infrastrukturen
und der Amazon Public Cloud bestehen.




Mittelständische Unternehmen fordern von Cloud-Anbietern, dass
die Daten in einem deutschen Rechenzentrum gespeichert werden.
Etwa 75 Prozent sehen darin die Notwendigkeit, um durch
physische Lokalität der Daten das deutsche Recht einfacher
anwendbar zu machen.
Nach Salesforce, IBM und Amazon bleiben lediglich zwei wichtige
Cloud Anbieter übrig, von denen Investitionen in diese Richtung zu
erwarten wären.
Über Google darf man leider getrost sagen, dass zu diesem Thema
über kurz oder lang nichts passieren wird. Die DNA und Mentalität
des Unternehmens hinsichtlich Datenlokalität und
Kundenbedenken weicht von denen anderer Anbieter zu stark ab.
Die bestehenden Fragezeichen:
Microsoft und Google




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Bei Microsoft liegen die Karten grundsätzlich gut. Allerdings
brauchen die Redmonder diese vorerst nicht ausspielen. Microsoft
verfolgt eine andere Strategie, indem mit dem Cloud OS
Partnernetwork weltweit lokale Anbieter (z.B. Pironet NDH in
Deutschland) dazu ermächtigt werden, mit dem sogenannten
„Azure Pack“ eine eigene auf Microsoft Azure basierende Cloud-
Infrastruktur in einem gehosteten Modell aus einem lokalen
Rechenzentrum anzubieten.
Wie sich der Trend lokaler Rechenzentren entwickeln wird bleibt
abzuwarten. Unterm Strich ist Deutschland und speziell der
Standort Frankfurt, u.a. auf Grund des DE-CIX, gut darauf
vorbereitet, weitere internationale Cloud-Anbieter aufzunehmen.
Eine wichtige Erkenntnis aus dieser Entwicklung ist, dass
internationale Anbieter die Bedenken verstanden haben und
gewillt sind Kompromisse einzugehen, was am Ende dem
Anwender zu Gute kommen wird.

















Analyst View // René Büst

© Crisp Research 2014
René Büst ist Senior Analyst und
Cloud Practice Lead bei Crisp
Research mit dem Fokus auf Cloud
Computing und IT-nfrastrukturen.
Er ist Mitglied des weltweiten
Gigaom Research Analyst Network,
Top Cloud Computing Blogger in Deutschland und gehört weltweit
zu den Top 50 Bloggern in diesem Bereich. Darüber hinaus zählt er
zu den weltweiten Top Cloud Computing Influencers und den Top
100 Cloud Computing Experten auf Twitter. Seit über 16 Jahren
konzentriert er sich auf den strategischen Einsatz der
Informationstechnologie in Unternehmen und setzt sich zudem
mit dem IT-Einfluss auf unsere Gesellschaft sowie disruptiven
Technologien auseinander.

René Büst ist Autor zahlreicher Cloud Computing und Technologie
Fachartikel, Referent sowie Teilnehmer in Expertenrunden. Auf
CloudUser.de schreibt er über die Themen Cloud Computing, IT-
Infrastrukturen, Technologien, Management und Strategien. Er hat
einen Abschluss als Dipl.-Informatiker (FH) in Technische
Informatik von der Hochschule Bremen sowie einen M.Sc. in IT-
Management and Information Systems von der FHDW Paderborn.

rene.buest@crisp-research.com


Autor




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Crisp Research ist ein europäisches IT-Research- und
Beratungsunternehmen. Mit einem Team erfahrener Analysten,
Berater und Software-Entwickler bewertet Crisp Research aktuelle
und kommende Technologie- und Markttrends. Crisp Research
unterstützt IT-Anbieter in Strategie-, Contentmarketing- und
Vertriebsfragen.

Cloud Computing und Digital Business Transformation sind die
Themenschwerpunkte von Crisp Research. Wir verfügen in
unseren Crisp Labs über ein internes Software-Developer Team
und testen aktuelle Cloud Services und Produkte unter Live-
Bedingungen.


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