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CADFEM Tipps und Tricks / 04.2012 Lorenz.Seiler@cadfem.ch

Was ist MPC und wie wird es verwendet?

Im Zusammenhang mit MPC kommen immer wieder Fragen auf, auch am Support. Wir wollen hier die grundsätzliche Funktionsweise und den Ein- satz in ANSYS beleuchten.

Zuerst zum Begriff: MPC bedeutet Multi-Point-Constraint, beschreibt also die Verbindung mehrerer Punkte sprich Knoten. Es bietet also die Möglich- keit mehrere Teile zu verbinden (Kontakt) oder spezielle Randbedingungen zu konstruieren.

Wie funktioniert MPC?

Constraint Equations sind grundsätzlich Bedingungs-Gleichungen wie sich ein oder mehrere Slave-Knoten im Verhältnis zu einem oder mehreren Master-Knoten bewegen sollen. Aus der Einführungsschulung für Workbench kennen Sie vielleicht noch rechtstehendes Bild.

Was ist ein Master? Klar als Chef gibt er die Bewegung vor. Der Slave (Sklave) muss folgen.

In nebenstehendem Bild “Rotationtranslation” ist der Knoten 3 am Ende des Balkens der Slave, dessen Rotation der Verschiebung der Masterknoten 1 und 2 folgen muss.

Wie hängen die verschiedenen verwendeteten Begriffe zusammen?

Master

=

independent

=

Target

Slave

=

dependent

=

Contact

Die Abhängigkeit des Slave vom Master spielt vor allem eine Rolle um Überbestimmungen im Gleichungssystem zu vermeiden. Natürlich wird sich der Master auch bewegen, wenn von der Slave-Seite her eine Kraft übertragen wird. Daher das Bild des Stossmich-Ziehdich im Titel.

wird. Daher das Bild des Stossmich-Ziehdich im Titel. MPC-Bedingungsgleichungen zur Kopplung mehrerer Knoten
wird. Daher das Bild des Stossmich-Ziehdich im Titel. MPC-Bedingungsgleichungen zur Kopplung mehrerer Knoten

MPC-Bedingungsgleichungen zur Kopplung mehrerer Knoten

Unterschied MPC zu Constraint Equation (CE)?

Die Classic-Anwender kennen vielleicht noch CEs. MPCs sind die nichtlineare Erweiterung der CEs. Sie werden von ANSYS intern verwaltet und während grosser Rotation aktualisiert, so dass sie gültig bleiben. Es ist daher von Vorteil immer MPC zu verwenden, dann brauchen Sie sich vorgängig nicht zu entscheiden, ob grosse Rotation möglich sein muss.

Wo setzt ANSYS MPC ein?

MPC-Kontakt: Verbund- oder keine Trennung-Kontakt zwischen Knoten auch ver- schiedener Elementtypen (z.B. Balken zu Solid)

Externe Verschiebung / Kraft

MPC Kontakt

MPC-Kontakt aktivieren Sie in den Details des Kontakts. MPC-Kontakt wird immer asymmet- risch gerechnet. Wenn Sie die Kontaktbehandlung auf asymmetrisch stellen, können Sie steuern welche Seite des Kontaktes Master und welche Slave ist, sonst wählt ANSYS für Sie.

keine zusätzlichen Kontaktfedern wie im Penalty-Algorithmus, keine Kon- taktsteifigkeit, Gleichungssystem kleiner.

Nachteile: Überbestimmung (Overconstraint) kann entstehen, ANSYS greift ein, indem eine der Bedingungen gelöscht wird, dies kann zu ungewolltem Klaffen in Teilbereichen von Kontakten führen.

MPC-Vorteile:

Vorsicht: Die Erfahrung hat gezeigt, dass ein Keine Trennung Kontakt“ mit MPC- Algorithmus u.U. zu unerwünschten Ergebnissen führen kann, wenn grosse Verformungen aktiviert sind. Diese Kombination sollten Sie also vermeiden.

Externe Verschiebung / Kraft

Wie passen Externe Verschiebung / Kraft zum Thema MPC? Mit der Standard-Einstellung werden diese mit MPCs konstruiert. Über die Wahl starr/verformbar wählen Sie, welche Art von Constraint Equation generiert wird.

Starr:

Pilotknoten ist Master, Zielflächenknoten Slave ;

;

Verformbar: Pilotknoten ist Slave, Zielflächenknoten zusammen Master

(Die Faktoren f 1 , f 2 usw. bestimmen sich aus den Ansatzfunktionen der Ele- mente, die unter den beteiligten Knoten liegen.)

der Ele- mente, die unter den beteiligten Knoten liegen.) Aktivierung des MPC-Kontaktes in den Details des

Aktivierung des MPC-Kontaktes in den Details des Kontaktes

Aktivierung des MPC-Kontaktes in den Details des Kontaktes R a n d b e d i
Aktivierung des MPC-Kontaktes in den Details des Kontaktes R a n d b e d i

Randbedingungen, die MPC verwenden

CADFEM Tipps und Tricks / 04.2012 Lorenz.Seiler@cadfem.ch

Was ist MPC und wie wird es verwendet?

Was bewirkt diese Wahl?

Klar, bei starr bewegen sich alle Slaves auf der Zielfläche im Gleichschrittmit den Verschie- bungen und Rotationen des Pilotknotens (Masters).

Bei verformbar macht der Pilotknoten etwas wie den Mittelwertder Verschiebungen der Masterknoten auf der Zielfläche mit. Bewegen diese sich unterschiedlich weit, kann dies zu Rotationen am Pilotknoten führen. Die Verformung der Angriffsfläche hängt primär von der Steifigkeit der darunterliegenden Elemente ab. Bei Plastifizierungen kann es daher zu Kon- vergenzschwierigkeiten mit dem verformbaren MPC kommen.

Verschiebung / Kraft?

Am Pilotknoten greift entweder eine Verschiebung oder Kraft an, am MPC ändert sich nichts.

Gelenke / MPC 184

Und was sind nun Gelenke / Joints / MPC 184?

Mit MPC184-Elementen beschreiben Sie entweder einfache Kopplungen der Bewegung oder auch kompliziertere Gelenke zwischen zwei Knoten. Wenn wir also Flächen über Gelenke verbinden wollen, wie wir das oft in Workbench tun, wird für jede Angriffsfläche ein MPC auf einen Pilotknoten erzeugt und dann die beiden übereinanderliegenden Pilotknoten über MPC184 verbunden.

Hinweis:

Der Iterative (PCG) Solver kann erst ab ANSYS Release 14.0 mit Joints umge- hen. Bei älteren Releases müssten Sie also den direkten (Sparse) Solver akt- vieren, aber…

Warnung:

Gemäss Class 3 Error Report 2012-08 können Joints in den Versionen 12.0 bis und mit 13.0SP2 falsche Ergebnisse liefern. Die Kräfte zwischen den beiden Pilotknoten waren teilweise nicht im Gleichgewicht.

beiden Pilotknoten waren teilweise nicht im Gleichgewicht. MPC-Randbedingungen, starr und verformbar Menü zum

MPC-Randbedingungen, starr und verformbar

im Gleichgewicht. MPC-Randbedingungen, starr und verformbar Menü zum Einfügen von Joints / Gelenken Wenn Sie in

Menü zum Einfügen von Joints / Gelenken

Wenn Sie in den betroffenen Versionen Ihre Modelle jeweils mit einer Modalanalyse ohne Lagerungen auf die richtige Anzahl und Frequenz der Starrkörpermoden geprüft und die Reaktionskräfte mit den Lasten zu verglichen hatten, sollte Ihnen ein fehlfunktionierendes Gelenk nicht durch die Lappen gegangen sein.

Wir empfehlen Ihnen auf jeden Fall die Installation von Version 14. Allenfalls sollten Sie Berechnungen mit Gelenken aus den fehlerhaften Versionen, mit V14 wiederholen und die Ergebnisse vergleichen.

Anzeige der MPCs

In den Lösungseinstellungen von Version 14 können Sie verlangen, dass die FE-Verbindungen nach dem Lösen angezeigt werden. Dies kann helfen zu verstehen, was ANSYS auf Grund Ihrer Angaben in Mechanical erzeugt hat.

Für rechtstehendes Bild wurde ein Joint in der Mitte zwischen den zwei Körpern eingefügt und am rechten Rand eine externe Verschiebung mit Einstellung flexibel erzeugt. Sie sehen dort übrigens, dass ANSYS eine Umsortierung von Constraint Equations vornehmen kann, um das Gleichungssystem besser lösbar zu machen: Statt dass alle Knoten der Angriffsfläche direkt mit dem Pilotknoten verbunden wären, werden manche Knoten zuerst untereinander und dann erst mit dem Pilotknoten verbunden.

Weitere Informationen zu MPC

Im Kapitel Gelenke / MPC 184 weisen wir auf Probleme mit Gelenken vor Workbench Versi- on 14 hin. Falls Sie unsicher sind, ob ihre älteren Berechnungen mit Gelenken korrekte Resul- tate ergaben, kontaktieren Sie bitte unseren Support unter support@cadfem.ch oder unter der Nummer +41 (0)52-36801-28.

Weiterführende Informationen zu MPC Kontakten erhalten Sie im Seminar Kontaktmodellie- rung in der Statik.

zu MPC Kontakten erhalten Sie im Seminar Kontaktmodellie- rung in der Statik . Anzeige von MPC

Anzeige von MPC im Modell und im Resultat