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^Auch den heften Quellen hearheitel: von

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DRUCK DER SPAMERSCHEN BUCHDRUCKEREI IN LEIPZIG
COPYRIGHT 1921 BY FRANKFURTER VERLAGS-ANSTALT A.-G. IN FRANKFURT A.M.

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33

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ALPHABETISCHES VERZEICHNIS
DER GEIGEN- UND LAUTENMACHER

536289
Aabenmund, Jens Iversen. —Tversted(?). 1762 Pater Rudolph, über den die dürftigen, noch erhaltenen
Klosterakten keine Auskunft geben, hat also wohl
Seinem Zettel nach ein Drechsler, der einige sonderbar seinen stillen Lebensabend damit beschlossen, seiner
aussehende Geigen gebaut hat. Der Name des Wohn- Geigenliebhaberei zu leben. Grillet teilt nur den unvoll-
orts ist nicht sicher lesbar gewesen. ständigen Zettel mit, auf dem der Wohnort fehlt, und
Geigenzettel : Forfoerdiget af Jens Iv. Aaben- / mund, rechnet Abel ohne ersichtlichen Grund zur italienischen
Dreier i Tverstedt / Ao 1762 (geschrieben). Schule.
Geigenzettel Raccommode par le Pere Rodolphe/ Abel
Aachner s. Achner :

de l'ordre de St. Augustin ä Constance sur le lac. 796


Aagaard, Larsen. — Kopenhagen (gedruckt).
/ 1

9. Juli 1847 in einem dänischen Dorfe, kam er


Geb.
1862 in die Maschinenbaulehre und wurde in der
Äberg. — Malmö. 1850
Modellwerkstatt verwendet. Sein Meister Heinrich Er soll niclit ungeschickt gewesen sein, ist hauptsächlich
Hertz war gelernter Musikinstrumentenmacher, unter aber als Reparateur bekannt.
dessen Leitung Aagaard 1 866 zum Geigenbau überging.
Im Jahre 1876 siedelte er nach Amerika über, arbeitete Absam, Thomas. — Wakefield (Yorkshire).
in vielen bedeutenden Geigengeschäften, so bei Lyon 1810. 1849
und Healy, dann bei F. Cristofori in Chicago, und
Er soll einer Tiroler Familie entstammen und stand in
kehrte 1883 nach Kopenhagen zurück, wo er seine
Diensten des Händlers Pickard in Leeds, versah aber
eigene Werkstatt eröffnete und Anerkennung fand.
auch einige bessere Geigen mit seinem eigenen Zettel.
Abbate, Alessandro. — Neapel. 1890. 1899 In seiner Arbeit erinnert er an Forster, kommt ihm
aber nicht gleich.
Ein Mandolinenmacher, der jetzt mit seinem Sohne
gemeinsam arbeitet. Geigenzettel : Made by / Thomas Absam / Wakefield,
Feb. 14/ 1833 (gedruckt).
Abbate, Alfonso. — Neapel. 1845
Acevo (richtig acero, d. h. »Ahorn«, vgl. auch
Ein Lautenmacher, der gute Instrumente nach den her-
gebrachten Modellen verfertigt hat. Seine Mandolinen Sapino, d. h. Tannenholz)
hatten seinerzeit guten Ruf.
Auf dem Boden einer Viola aus Saluzzo las man das —
Abbate, Luigi. — Neapel. 1860 wie de Piccolellis nachweist — die Holzart bezeichnende
Wort acero. Fetis las »Acevo« und hielt dieses Wort
Wahrscheinlich Sohn, Schüler und Nachfolger von
für den Namen eines Geigenmachers. So kam dieser
Alfonso Abbate, dem er in seiner Arbeit nahesteht.
»Acevo« in die Literatur, und noch VidaP) und Grillet
Abbatl, Giambattista. — Modena. 1775. 1795 führen ihn an, lassen ihn sogar einen Schüler Cappas
seinund setzen, je nach Belieben, sein Zeitalter zwischen
Seine Arbeit erinnert an Cassini, aus dessen Schule er 1620 und 1690 und seine Heimat in Cremona oder
hervorgegangen sein mag. Wenn er auch nur zu den
Saluzzo ein.
mittelmäßigen Nachahmern der Amati und Stradivarl
gehört, so hat er doch einzelne gute Geigen, namentlich Achille e Vinaccla. — Neapel. 1880. 1900
Bässe, gebaut, die stark im Holz sind und braunen Lack
Mandolinenmacher, die gute und oft hübsch ausge-
zeigen. Eine gutklingende Viola von ihm befindet sich Instrumente bauen.
stattete
in der Sammlung Valdrighi.

AbelUe. — Avignon. 1870. 1876


Achner, Joseph. — Mittenwald. 1760
Er schrieb seinen Namen, der von der Achen, einem
Ein Musikinstrumentenhändler, der eine Reparatur-
Nebenfluß der Isar, abgeleitet scheint, zeitweilig auch
werkstatt für Blech-, Holz- und Streichinstrumente be-
Aachner, und ist ein weniger hervorragender Geigen-
saß. 1876 ward Gaetano Autiero sein Nachfolger.
bauer als viele seiner Mittenwalder Zeitgenossen. Er
Abel, Pater Rudolph. — Konstanz a. B. 1796 gehört jedoch zu denen, die den Übergang vom Stainer-
modell zu den Cremoneser Modellen anbahnen halfen.
Ein Augustinermönch, der Violinen repariert hat. Das
Konstanzer Augustinerkloster ist am Ende des 8. Jahr- 1

^) Vidal beruft sich freilich nur auf Fetis und erklärt


hunderts in den Besitz der Stadt übergegangen, die die
Bestreitung des Unterhalts für die damaligen wenigen ausdrücklich, kein anderes, ernst zu nehmendes Zeugnis
Ordensangehörigen bis zu deren Lebensende übernahm. von der Existenz dieses »Acevo« zu kennen.
:

8 Ach ner Ad,ams

Achner, Michael. — Wallgau. 1764 Adam, G. Christian. — Halle, Berlin. Geb. um


Zur MIttenwalder Schule gehörig, vielleicht ein Bruder 1835, t 1886 oder 1888
von Joseph und Philipp Achner. Wallgau liegt nur
Ein gewissenhafter Geigenmacher, der es zwar nicht zu
wenige Stunden von Mittenwald entfernt. Er hatte ein
besonderer Meisterschaft gebracht hat, aber als Repa-
langes, hochgevk'ölbtes Modell mit schmalem (2' o mm)
rateur nichtohne Bedeutung war. Er war zuerst in
Rand und sehr dünner Ader. Die Mittelbügel nahm er
Halle a. und siedelte um 1860 nach Berlin
S. ansässig
sehr lang, die Schnecke ist recht gewöhnlich, der Lack
über. Seine Geigen sind sauber gearbeitet, meist aber
braungelb. Für die Decke scheint er hartjähnges Holz,
zu schwer im Holz, sein Lack ist undurchsichtig und
für den Boden kleingeflammten Gebirgsahorn bevor-
hart. Er war ein guter Lehrer; sein bester Schüler ist
zugt zu haben.
Oswald Möckel. In seinen letzten Jahren mußte er mit
Geigenzettel: Abb. 1.
Schwierigkeiten kämpfen, weshalb er nur mehr schlech-

Achner, Philipp. — Mittenwald. 1772. 1798


tes Holz verarbeitete, das ihm seine Berliner Fach-
genossen für billiges Geld überließen. .

Er gehört zu den besten Vertretern der Klotz-Schule, Geigenzettel : Zu Ton verhelfen /G. Chr. Adam G|Ch
verwendet gutes Holz und braunen Lack. Der Ton
Berlin 1 883 (gedruckt). — Reparirt von C. Adam / A
seiner Geigen ist oft von besonderer Schönheit, wenn
Halle a.S. 1858 (gedruckt).
auch zumeist nicht sehr groß. Eine Violine von ihm be-
findet sich im Musikhist. Museum von W. Heyer in
Köln.
Adam, ... — Caen, f vor 1783
Ein wahrscheinlich aus Mirecourt stammender Luthier»
Geigenzettel : Philipp Achner in Mitten- / wald an der
dessen Geigen ohne Eigenart sind.
Iser 1 798 (geschrieben).

Achner, Thomas. — Mittenwald. 1789


Adam, Jean. — Mirecourt. 1790. 1820
Er soll ursprünglich Geigenbauer und als solcher vor-
Ahnlich wie Philipp und Joseph A. Eine Geige von ihm
übergehend in Valence gewesen sein, ist aber nur als
besitzt Valdrighi, der ihn auch in seiner Nomochehurgo-
Bogenmacher bekannt geworden, ohne es auch dann
grafia unter Nr. 3991 aufführt.
zu besonderer Geschicklichkeit gebracht zu haben.
Accoulon, Alfred. — Paris Seine Bögen sind in der Regel nur gewöhnliche Handels-
ware.
Teilhaber der bekannten Firma J. Thibouville-Lamy,
Ritter der Ehrenlegion und des belgischen Leopold- Adam, Jean-Dominique. — Mirecourt. Geb.
ordens. Wenn
auch hauptsächlich Fabrikant, so hat er
doch den Geigenbau regelrecht erlernt und war als 30. Dez. 1795 in Mirecourt, f das. 1864
Geigenmacher auch auf der Pariser .Ausstellung im Schüler und Nachfolger seines Vaters Jean A. und wie
Jahre 1900 vertreten. dieser nur Bogenfabrikant. Nur die besseren Bögen ver-
sah er mit dem Brandstempel Adam. Er war nicht un-
Ackermann, Anton. — Basel? 1838
:

geschickt und konnte auf Bestellung recht gut arbeiten.


In einer in Basel befindlichen kleinen Geige liest man Namentlich seine Bögen mit achteckiger Stange sind
>> Anton Ackermann, 30. Hornung 1838 in Ordnung ge- gut gelungen.
richtet«.
Adam (eigentlich Grandadam). — Mirecourt.
Acton, A. W. — Woolwich. 1846. 1870
Geb. in Mirecourt 26. Febr. 1823, f das.
Englischer Geigenmacher, dessen Zettel sich in einigen
guten Violinen findet. 19. Jan. 1869
Schüler seines Vaters Jean-Dominique, den er aber,
Acton, William J. —Woolwich, London (Gipsey vornehmlich als Bogenmacher, weit überflügelte.
Lane). Geb. 12. Dez. 1848 in Woolwich Brandmarke: Adam.

Sohn und Schüler von A. W. A. Er begann seine Lauf-


bahn mit einer Kopie nach Stainer und hat seither über
Adam, Johann. — (Mark-)Neukirchen. 1677

140 Violinen, 12 Violen, 30 Violoncelli und 10 Kontra- Er wird unter den Geigenmachern genannt, die 1677
bässe gebaut. Er verarbeitet vorzügliches Tonholz und
von Graslitz nach Neukirchen übersiedelten und hier
die Geigenmacherzunft begründeten. Arbeiten von ihm
bereitet sich seinen Bernsteinöllack selbst. Im Jahre
1898 verlegte er seine Werkstatt nach London. Sein nachzuweisen, ist bis jetzt nicht gelungen. Ich bin sogar

Modell ist dem des Stradivari ähnlich, der Ton seiner


geneigt, anzunehmen, daß es sich hier nur um die Vor-
Geigen und voll. Er gilt auch als geschickter
ist edel
namen eines Schönfelder( ?) handelt, und daß in der
Zunftliste der Familienname nur versehentlich weg-
Bogenmacher und ist äußerst sorgfältig als Wiederher-
gelassen ist.
steller. Er beschäftigt keine Gehilfen und macht daher

alles selbst, auch ist er ein tüchtiger Geiger. Meredith


Morris veröffentlichte in »TheStrad« Jan. 1900 seine
Adams, Cathune. — Garmouth (Schottland).

Biographie mit Bildnis usw. 1775. 1805


Geigenzettel: William J. Acton, / Maker / St Mary Er hat viele Kits, Violinen und VitDloncelli gebaut und
Street, Woolwich 188 (gedruckt).. William John
.
— diese oft reich mit Perlmutter und Elfenbein eingelegt.
.Acton / Maker / Forest Gate London 898 (geschrieben).
1 Sein Modell erinnert in mancher Hinsicht an N. Amati,
Adams — Airth
er verwandte einen dünnen, gelben Spirituslack. Es soll Aelbrechts, Jakob. — Antwerpen 1558, f vor
in Garmouth noch ein zweiter gleichnamiger Geigen-
macher gelebt haben. 1584
Geigenzettel: Adams, Ma. / Garmouth ,
1782 (geschr.). Lauten mit seinem Namen kommen noch heute vor;
eine solche besaß vor einigen Jahren ein belgischer
Adams, Oliver. — Boston. 1897 Musiker.
In einer guten Geige
Zettel.
frei nach Stradivari fand sich sein
Aelbrechts, Lukas. — Antwerpen. 1588
Sohn von Jakob Ae. Im Jahre 588 wurde er als Meister
1

Geigenzettel: Abb. 23. aufgenommen. Wenn er auch hauptsächlich Clavecin-


Adamsen, P. P. — Kopenhagen macher war, so dürfte er doch, wie sein Vater und die
meisten seiner Zunftgenossen, auch Lauten gebaut
Begründete 1866 in Fyrkilde bei Hobro (Jütland) seine haben.
Fabrik von Streichinstrumenten. Seine Arbeiten werden
gelobt ; in Musikerkreisen sind seine Bässe am meisten Aerninck, Heindrick. — Leyden. 1681. 1736
geschätzt. Die Arbeiten mit diesem Namen sind so verschieden,

Adanl, Pancrazio. — Modena. 1775. 1827


daß man an zwei gleichnamige Meister denken muß.
Die älteren gleichen denen von Willems in Gent, die
Hauptsächlich als Gitarren- und Mandolinenbauer be- jüngeren denen von Cuypers.
kannt. Er scheint einen Sohn gehabt zu haben, der noch
um 1868 arbeitete. Aglio s. Dall'Aglio

Addison. William. — London. 1665. 1670


Agostini, Sante. — Palermo?. 1822

von Sandys und der


Sein Name wurde auf einem Reparaturzettel (In einer
Ein englischer Violenbauer,
Geige von .Achner) gefunden. S. D'Agostino.
Forster, die seinen m emer Viola gefundenen Zettel
mitteilen, erwähnt wird. Eine Liraviole von ihm be- Aicher, Hans. — Füßen. 1690
findet sich in der Sammlung Galpin (Hatfield).
Er war Lautenmacher und wohnte in der Vorstadt.
Geigenzettel: William Addison in Long .Alley ,
over
Arbeiten von ihm sind mir bisher nicht zu Gesicht ge-
against Moorfields 1670 (gedruckt). kommen.
Adler, Carl August. — Markneukirchen. Geb. Aicher, Mathias. — Füßen. 1666
7. Nov. 1828, t 4. Juni 1869 Vielleicht ein Enkel desim Jahre 1535 aus München
sem in Füßen eingewanderten Peter Aicher. In den Akten
Sohn und Schüler von Joh. Gg. A., arbeitete wie
Vater meist für Händler. des Hochstifts Augsburg (im Kreisarchiv in Neuburg)
heißt es von ihm: »Derzeit Schulmeister, sonsten ein
Adler, Eduard. — Grünberg in Schlesien Lauten macher.« — Er wohnte im zweiten Stadt-
Geb. 1865 Bodzanowitz, war ursprünglich Cellist
in viertel.

und als solcher Mitglied verschiedener Theater- und


L'Air s. Claudot
Konzertorchester. Er besuchte die Werkstätten von
Edler in Frankfurt, von Riechers und Möckel in Berlin Airaghi, Cesare. — Mailand. 1883
und Hammig in Leipzig, bildete sich allmählich auto- Als selbständiger Geigenmacher ist er wenig hervor-
didaktisch zum Geigenmacher aus und gründete im getreten; einige bessere Instrumente, die er gebaut hat,
Jahre 1888 sein Geschäft, in dem er seit Jahren tüchtige ließen jedoch erkennen, daß er sorgfältig zu arbeiten
Gehilfen beschäftigt. Seine Spezialität ist die Repa- verstand.
ratur;beim Neubau arbeitet er nach Stradivari und ver-
wendet Ottoschen Ollack sowie Spirituslack. Er ist Verf. Aireton, Edmund. — London. Geb. um 1727,
eines bei Merseburger in Leipzig 1895 erschienenen
Büchleins über die Behandlung und Erhaltung der
t 1807
Streichinstrumente. Angeblich der Sohn eines gleichnamigen, schon 1735
vorkommenden Geigenmachers und ein Verwandter
Geigenzettel : Gefertigt von ; Eduard .Adler / Grünberg
des Kirchenkomponisten Edmund Ayreton (1734 bis
in Schles. 18 . . (geschrieben).
1808), der unter Händel Hilfsorganist der Westminster-
.^dler, Johann Georg. — Markneukirchen. abtei war.Edm. A. gilt als ein Schüler Peter Wamsleys
und ahmte Stainer und Amati nach. Die Arbeit ist gut,
Geb. 1800 in Wernitzgrün. f 15. Dez. 1866 sein gelbbrauner Lack dagegen stumpf und der Ton

in Markneukirchen (66 Jahre 10 Monate unbedeutend. Da er viel für Norris & Barnes arbeitete,
kommen verhältnismäßig selten Geigen mit seinem
18 Tage alt) Zettel vor; eine solche aus dem Jahre 1755 war 1872 in
Da er hauptsächlich Geigen für Händler gebaut
billige South Kensington ausgestellt.
hat, dürften nur wenige seiner Hand mit seinem
Werke
Zettel vorkommen. Er verwendete jedoch in seinen
Airth,William.- Edinburgh. Geb.um 840. 889 1 1

besseren Arbeiten einen Brandstempel mit seinem Na- Schüler und Schwiegersohn von James I. Hardie. Er
men J.G.Adler. Eine so gezeichnete Viola von ihnj arbeitete von 1860 bis 1881 in Edinburgh und wanderte
besaß Arnold Voigt. dann nach .Australien aus.
10 Aisele — Alban
Eisele jetzt wohl unter dem Namen seines Vaters gehen. In
Aisele (Aisile) s.

Alba. — Lyon.
seinen jüngeren Jahren wird er als Gehilfe seines Vaters
1822 nur selten seinen Zettel in Geigen geklebt haben, sicher
Geschäftsteilhaber von Micollier (s. d.); ais Geigen- aber in seme Gesellen- urd Meisterstücke, daher ist
macher ist er jedoch ohne Ruf. es nicht auffällig, wenn Geigen mit der Jahreszahl 1703
schon seinen Namen
Alban, Franz. — Graz. 1 724 Geigenzettel : Abb. 9.
tragen.

Ob er in irgendeiner Beziehung zu der Bozener Famihe


Alban oder zu den italienischen Albanis steht, ist nicht Alban, Joseph Anton. — Bozen. Geb. in
gewesen. Arbeiten von ihm sind sehr
festzustellen
selten. Ich habe eine einzige Violine mit seinem Namen
Kaltem vor 1730(?), f 6. Juli 1771 in Bozen
und der Jahreszahl 724 kennengelernt, die sich in der
1 Er war ein Sohn des jüngsten Stiefbruders von Math.A.
Fürstl. Lobkowitzschen Sammlung auf Schloß Raudnitz Wessen Schüler er war, läßt sich nicht feststellen. Es
befindet. scheint aber, daß er den von der Familie wahrscheinlich

Geigenzettel:Franciscus Albanus fecit / Grecia in aufbewahrten Nachlaß von Joseph A. übernommen und
Styna anno 1724 (gedruckt). sich dann als dessen Geschäftsnachfolger betrachtet hat.
Dadurch erklärt es sich bis zu einem gewissen Grad,
Alban, Johann Michael. — Graz. Geb. um daß er die Zettel mit dem auf ihn eigentlich nicht zu-
treffenden Wortlaute »Josephus filius Math. Albani
1677 In Bozen, f 27. März 1730 in Graz
usw.« beibehalten hat. Mit seiner Arbeit hat er seinem
Sohn erster Ehe und jedenfalls auch Schüler von Namen Ehre gemacht. Nach Dr. Fr. Waldners Fest-
Mathias A. Er scheint bei Wolfgang Sagmayr gearbeitet stellungen heiratete er am 13. Februar 1759 Maria Bar-
zu haben, dessen Tochter Eva Rosina er am 14. Februar bara Ortner. Geigen von ihm befinden sich auf dem
1702 heiratete, wodurch er das Geschäft seines damals Musikchor der Bozener Pfarrkirche.
bereits verstorbenen Schwiegervaters erwarb. Was sich
an tatsächlichen Angaben über sein Leben ermitteln
ließ, hat Dr. Fr. Waldner in der Innsbrucker Ferdi-
Alban, Matthias. — Bozen. Geb. zu St. Niko-
nandeums-Zeitschrift (III. Folge, 55. Heft) veröffent- laus m Kaltem am 28. März 1 621 , f m Bozen
licht. Joh. Mich. A. war nach Sagmayrs Tod zweifellos
7. Febr. 1712
der beste in Steiermark tätige Geigenmacher. Es haben
sich noch viele Arbeiten von ihm erhalten. Häufiger als
Obwohl er neben J. Stamer der berühmteste Tiroler
Geigen- und Lautenmacher war, sind seine äußeren
Violinen kommen jedoch Violoncelli von ihm vor, die
übrigens nur in den F-Löchern an Arbeiten seines
Lebensumstände so schnell vergessen worden, daß
selbst sein Name unrichtig in der italienisch klingenden
Vaters erinnern. Die Einlagen sind bei ihm weiter vom
Rande entfernt, wodurch dieser breiter erscheint, die
Form Albani auf die Nachwelt gekommen ist. Selbst
Ecken sind stumpfer, und auch die Schnecke ist mas- Beda Weber berichtete von ihm nur, daß er eine Geige
von ihm aus dem Jahre 1645 kennen gelernt habe. Meine
siger, sehr hübsch sind dagegen immer die statt der
fortgesetzten Versuche, aus Kirchenbüchern und Magi-
Schnecke oft vorkommenden Engels- oder Frauen-
stratsakten einige Angaben über ihn zu erhalten,
köpfchen. Die Wölbung ist ziemlich hoch. Der Lack ist
blieben jahrelang erfolglos. Wohl nahm ich auf Grund
rotbraun, von guter, fetter Beschaffenheit und fein-
der mir bekannten Arbeiten an, daß er im Jahre 1621
rissig, wodurch seine Arbeiten fast ein italienisches
geboren sei, wohl trat ich dafür ein, daß er, da es noch,
Aussehen erhalten. Auch das Holz ist gewöhnlich gut,
wie mir glaubwürdig versichert wird, Geigen von ihm
nur sind die Böden auffällig dünn, so daß sie jetzt fast
mit der Jahreszahl 1712 gibt, bis über das neunzigste
regelmäßig gefüttert werden müssen. Bei seinen Geigen
Lebensjahr arbeitsfähig geblieben sei ein urkundlicher;
soll er einen gelblichen Lack vorgezogen haben. Auf
Beweis für diese Annahmen fehlte aber. Da gelang es
seinen in Kupferstich ausgeführten Zetteln, die in der
endlich Dr. Franz Waldner in Innsbruck, dem sorg-
Mitte das Grazer Wappentier zeigen, ist die Zahl 17
fältigen Erforscher der Geschichte der Tiroler Geigen-
vorgedruckt, die mit Tinte hinzugefügte Jahreszahl fast
regelmäßig so verblichen, daß sich genaue Jahreszahlen
und Lautenmacher, Licht in das Dunkel zu bringen.
nur selten —
Von seinen Söhnen
feststellen lassen.
Nach seinen Feststellungen, die er im 55. Heft (II I.Folge)
der Ferdinandeums-Zeitschrift veröffentlicht, ist Mat-
Geigenmacher geworden zu sein. Drei
scheint keiner
thias Alban als ältester Sohn des Bauern Johann A. und
Violinen von ihm besitzt Abt Sales Bauer in Rein
dessen erster Ehefrau Agnes Selva in Kaltem (Uber-
(Steiermark), eine prächtig erhaltene große Viola Prof.
Ant. Mayer in Admont.
etsch) geboren und hat am 24. Mai 1671, also erst im
Alter von 50 Jahren, zum
erstenmal geheiratet. Seine
Geigenzettel : Abb. 2.
Frau war Elisabeth, eine Tochter des Schlossermeisters
Alban, Joseph. — Bozen. Geb. 28. März 1680 J. Luggin (Lugg oder Luchini), f 1680. 4. Nov. Am
1682 ging er eine zweite Ehe ein mit Rosina Perlat,
in Bozen, f das. 10. Jan. 1722 Maurermeisterstochter aus Brixen. Als er hochbetagt
Jüngster Sohn von Matthias A. und dessen
erster Frau starb, hinterließ er ein ansehnliches Vermögen, und
EliseLuggin und wahrscheinlich Schüler seines Vaters. Dr. F. Waldner macht mit Recht darauf aufmerksam,
Nach Dr. Fr. Waldners Feststellungen war er um 709 1 wie glatt sein Leben verlief im Vergleich zu dem Jakob
in der Fremde, heiratete im Jahre 1712 Anna Maria Stainers. — Wo M. Alban geleVnt hat, läßt sich noch
Magdalena Rorer und starb kinderlos. Man kennt nur nicht feststellen. Ich bin geneigt, ihn für einen Mit-
wenig von ihm, auch werden seine meisten Arbeiten schüler seines Altersgenossen Jak. Stainer zu halten;
Albanesi — Albert 11

Deide haben viel Gemeinschaftliches m ihrer Arbeit, an dieMailänderSchule erinnerndes Modell von flacher
wenn auch Stainer der wesentlich genialere Meister Wölbung. Lack und Ton sind unbedeutend.
M. Alban sicher
war. In seinen jüngeren Jahren war
von seinem Landsmann beeinflußt. Seine Geigen sehen Albani, Filippo. — 1773
in seiner ersten Zeit gut tirolisch aus, und es ist auf- Ein bisher unbekanntes Mitglied der Familie A., dessen
fällig, daß sich etwa von 1680 an eine deutliche Stil- ZettelDe Wit veröffentlicht. Der Stammsitz der Fa-
wandlung bemerkbar macht: eine Anlehnung an ita- miliewar vielleicht Bologna, wo der Name lange hei-
lienische Vorbilder. Hat er damals Gelegenheit gehabt, misch gewesen ist.
Italien zu besuchen? Daß er schon in seiner Jugend bis Geigenzettel : Filippo Albani fecit '
Anno 7731 (gedr.).
nach Rom gekommen, ist unwahrscheinlich, obwohl
behauptet wird, daß von dort datierte Arbeiten von ihm Albani, Leopoldo. — Ancona. 1883
vorhanden sein sollen. Mir ist trotz eifrigen Nach- Wenig bekannter Reparateur.
forschens eine solche von zweifelloser Echtheit bisher
aber nicht vorgekommen, nur solche ohne Ortsbezeich- Albani, Michele. — Palermo. 18. Jahrhundert
nung oder mit der ausdrücklichen Angabe Bozens als Ein wenig bekannter Meister, vielleicht ein Sohn von
Ursprungsort. Echte Geigen mit echten Zetteln, die Paolo A. Der Vorname hat dazu veranlaßt, ihn mit dem
über 706 hinausgehen, kenne ich zwar nicht, doch soll
1
in Graz nachweisbaren Michael Alban zu identifizieren.
es noch solche von 1712 geben. M. Alban wird in der Es handelt sich jedoch um zwei verschiedene Meister
letzten Zeit wahrscheinlich an seinem Sohne Joseph aus zwei in keiner Beziehung zueinander stehenden
einen für ihn arbeitenden Gehilfen gehabt haben. Seine Familien.
Geigen galten im 18. Jahrhundert, neben denen von
Amati und Stainer, als die besten, die man kannte; da- Albani, Nicola. Mantua, Mailand. 1763
her wurde sein Name auch vielfach mißbraucht und in
1770
Geigen angebracht, die nicht einmal von ferne an seine
Arbeit erinnern. Sein bestes Modell nähert sich der
Er könnte mit Paolo A. verwandt gewesen sein. Geigen
von ihm zeigen gewöhnlich ein großes flaches Patron
Amati-Schule, ist aber meist sehr hoch gewölbt, mit
hohen Zargen. Die Arbeit ist sehr sorgfältig. Das und haben einen sehr schönen rötlichen Lack, aber
Deckenholz besonders schön, der Boden meist schlich- nicht immer gut gewähltes Holz. Ihres starken, oft
tes Ahornholz, der rötlich-braune, wenig elastische
edlenTons wegen dürfen sie als vorzügliche Orchester-
instrumente gelten. Ingenieur 0. Rüders in Wien besaß
Lack von italienischem Charakter. Die F-Löcher sind
eine gute Violine von ihm. Eine dunkel lackierte, aus
zu weit offen; statt der Schnecken liebt er Köpfchen,
Drachen und Fratzen anzubringen. Bei den Violen Mailand datierte Violine von ihm befindet sich in

bleibt er den hergebrachten Formen treu, schneidet


Regensburg m Privatbesitz.
Schallöcher in Schlangenlinien und bringt unter dem Geigenzettel: Nicolaus Albani / fecit Mantua 1763 (ge-
Griffbrett noch ein durchbrochenes rundes Schalloch druckt). — Nicolaus Albani fatte / Milano 1770 (ge-
an. Wie auch Stradivari, erreichte er erst in seiner schrieben).
zweiten Lebenshälfte die Höhe seiner Kunst. Er ist
minder originell als Stainer, kommt ihm im Tone aber
Albani, Paolo. Palermo, — Rom, Cremona.
sehr nahe. Hoffentlich wird sich die archivalische For- Gen. »Signor Albani«
schung noch weiterhin mit ihm beschäftigen und we-
nigstens die Frage lösen, wo er gelernt hat und wann er
Seine Zeit wird in die Jahre 1630 —
1666 gesetzt, Vidal
meint noch 1670 und erwähnt, daß dieser Geigen-
m Italien war. Er gebrauchte verschiedene, fast immer macher auch einen Sohn, der um 1720 gewirkt habe,
gedruckte Zettel, auf denen er sich stets Albanus oder
dessen Vorname aber noch nicht feststeht, gehabt haben
Alban, nie aber Albani oder Albanius nannte. Er hat
soll. (Vielleicht Paolo Alvani?; s. d.) Ich sah eine ihm
auch gute Bogen gemacht, ja es wird sogar behauptet, daß
zugeschriebene Geige mit der Jahreszahl 1673, Grillet
sie besser waren als die zu seiner Zeit in Cremona her-
gestellten. Ausführlicheres über seine Familienverhält-
setzt ihn von 1650 —
1680, lobt seine Arbeit und sagt,
daß man ihn für einen Schüler Nicolo Amatis halte.
nisse findet sich in Dr. Waldners mehrfach genannter
Daß ein Gio Paolo Albani 1723 in Bozen gelebt habe,
Arbeit. Eine Liste seiner noch erhaltenen Geigen usw.
wie mehrfach behauptet wurde, ist mehr als unglaub-
müßte erst zusammengestellt werden. Eine prächtige
würdig.
Violine von ihm aus dem Jahre 1673 besitzt Dipl.-Ing.
Rieh. Renner in Tutzing (flache Wölbung, 160 und Alber. — Pfronten- Weißbach. 1920
204 mm breit, Korpus 353 mm lang, Zargen überall
Em Geigenmacher, der in der Füßener Gegend und m
28 mm hoch). Eine Taschengeige von ihm aus dem
Tirol einen guten Kundenkreis hat.
Jahre 1680 war 1872 in South Kensington ausgestellt.
Eine Chitarrone von 1696 besitzt Fritz Wildhagen in
Haiensee, der ein gleiches Instrument von Magnus
Albert, Charles Francis. — Philadelphia. Geb.
Stegher mit einem Reparaturzettel Albans von 1698 in in Freiburg i. B. 25. Dez. 1842, f 1. Juli 1901
seiner Sammlung hat. in Philadelphia
Geigenzettel: Abb. 3, 10. 25, 26. Altester Sohn von John A., mit dem er als Kind nach
Amerika und m seinem zwölften Jahre nach Phila-
Albanesi, Sebastiane. — Cremona. 1 720. 1 744 delphia kam. Er war nacheinander bei einem Sattler, in
Nach De Piccolellis und Vidal war er ein Schüler von einer Sägefabrik, bei einem Messerschmied und einem
Carlo Bergonzi. Er ist nicht originell und bevorzugt ein Juwelier in der Lehre, bis er sich entschloß, dem Bei-
12
Albert — Albrecht
spiele seines Vaters folgend, Geigenmacher zu werden. Albertini, Carlo. — Mailand. 19. Jahrhundert
Natürliches Talent und Handgeschicklichkeit kamen
(Vater und Sohn.) Eine Gitarren- und Mandolinen-
ihm dabei sehr zustatten, und nachdem er sich 1865 fabrik, in der ausschließlich sog. lombardische Man-
selbständig gemacht hatte, kam er bald zu Ansehen und
dolinen gemacht werden. Sie nimmt den Ruhm für sich
galt schließlich als einer der besten amerikanischen
in Anspruch, die älteste in Italien zu sein, die lom-
Geigenmacher seiner Zeit er wurde als solcher auch
;

bardische Mandolinen herstellt.


von den besten europäischen Geigern, die nach Ame-
rika kamen, anerkannt und hat auch zahlreiche Aus- Albertis, Peter de (»Pietro Alberto«). R om.
stellungsmedaillen erhalten. Er arbeitete hauptsächlich
1578, lebte 1598 noch
nach einem großen Modell und verwendete altes, ameri-
kanisches Holz. Er kopierte auch Stradivari, Guarneri Ein geborener Flamländer, der sich zu Rom »in Pa-
und andere ältere Meister, machte allerlei Erfin- rione" als Lautenmacher niederließ und dort sehr ge-

dungen (Kinnhalter, Maschinen zum Saitenüber- schätzt wurde.G. Masetti, der Agent des Hauses Este in
spinnen, Saitenmesser usw.) und hatte viele Medaillen. Rom, rühmt ihn in einem Briefe ganz besonders. Von
Außer seinem Zettel^) gebrauchte er auch eine Brand- seinem Leben ist wenig bekannt, nur so viel, daß er
marke. (C. F. Albert Philada [in einem Oval].) 1582 von dem deutschen Lautenmacher Peter Pfanshel

Geigenzettel : Abb. 4.
zum Testamentsvollstrecker ernannt wurde und von
ihm dafür eine Ebenholz-Laute vermacht erhielt. Er
Albert, Charles F. jun. — Philadelphia. Geb. war auch der Schwiegervater von Matteo Buckenberg.
Eine seiner Archilauten italienischen Stiles aus dem
1869 Jahre 1598 besitzt W. Heyers Musikhistorisches Mu-
Sohn, Schüler und Nachfolger von Charles F. Albert, seum in Köln, eineMandore Antoine Gautier in Nizza.
dem er in der Arbeit gleichkommt. Er gebraucht den Der Zettel in letzterem Instrument ist nicht vollständig,
Zettel, den sein Vater seit 1881 verwendete. die Ortsangabe zeigt nur noch den ersten Buchstaben;
Vidal las statt R ein B und machte kurz ent-

. . .

.Mbert, John. New York, Philadelphia. schlossen »Bologna« daraus.

1887 Geigenzettel: Petrus Albertus 1598 (gedruckt). —


1848.
Petrus Albertus / faciebat R(omae) (gedruckt).
Ursprünglich Advokat in Baden. 1848 flüchtete er sich
nach Amerika, wo er Geigenmacher wurde. Seine Ar- Alberto, Andrea di. — Rom. 1608
beit ist gut.
Ein vlämischer Lautenmacher, der in der Via dei Liu-

Albert, Eugen J.
— Philadelphia. 1885-1902 tari wohnte er war vermutlich ein Sohn des 598 noch
;

erwähnten Peter de Albertis. Vielleicht war Giorgio


1

Jüngerer Sohn von John A. Auf der Ausstellung in


Alberto, der Verfertiger einer Taschengeige, die sich
New Orleans 1885 erhielt er den ersten Preis; in Chi-
in Heyers Musikhistorischem Museum in Köln be-
cago war er mit einer guten Baßgeige vertreten. findet, sein Sohn. Eine Ortsangabe fehlt zwar ebenso
wie eine Jahreszahl, die Arbeit gehört jedoch wohl noch
Albert, Leon. — ?
dem 17. Jahrhundert an.
Geschätzter französischer Geigenbauer des 19. Jahr-
hunderts, der ein amatisiertes Stradivari-Modell nach- Albinus. — ?. 14. Jahrhundert
ahmt. Einer der ältesten Lautenmacher, dessen Heimat man
iedoch nicht kennt, wenn auch anzunehmen ist, daß er
Alberti, Ferdinande. — Mailand. 1737. 1760 in Italien ansässig war. Die ihm zugeschriebenen Violen

Er wohnte der Contrada Larga und dann in der


erst in haben zumeist einen gitarrenförmigen Körper. (Vgl.
Contrada del Pesce und hatte die Krone (»Segno della Valdrighi.)

Corona«) zum Ladenschild, die vorher Giovanni II.


Grancino geführt hat, dessen Geschäftsnachfolger er Albrecht, Johannes. — Krems. Geb. 1766 in

also vermutlich war. Seine Arbeit erinnert an die der Oberneustift, f 7. Dez. 1828 in Krems
Grancini, er ist aber nur ein Meister dritten Ranges.
Er war der Nachfolger von Magnus Anton Fichtl, des-
Geigen von ihm kommen selten vor, sind mittelmäßig
sen Witwe Marianne er am 16. Juni 1793 heiratete.
in der Arbeit, manchmal gut im Holz und haben gelben
Nach deren Tode ging er 1806 eine zweite und 1813
Lack. Er verwendete verschiedene, nur wenig vonein-
eine dritte Ehe ein. Seine Arbeit ist im ganzen etwas
ander abweichende Zettel. Eine Violine von ihm (von
handwerksmäßig, aber doch noch gut zu nennen.
1741) besaß J. Müller in Schönbach.
Geigenzettel: Johannes Albrecht me fecit Cremsii
Geigenzettel Ferdinando Alberti fece in Milano / nella
:

1826 (gedruckt). — Johannes Albrecht ,


fecit Krems
Contrada del Pesce al Segno della Corona. A^^- 1745'

1808 (gedruckt).
(gedruckt).
—Hamburg. 1797
Alberti, Guglielmo. — Arezzo 1877
Albrecht, Melgior.
Da sich bisher keine Arbeiten von ihm nachweisen
Italienischer Geigenmacher ohne Eigenart.
ließen, steht nicht fest, ob er Klaviere oder Lauten und
Geigen gebaut hat. Man weiß von ihm nur, daß er am
^) Bis 1871 nur geschriebene Zettel: Made by C. F. 5. Mai 1797 als »Instrumentenmacher« Bürger von

Albert. Hamburg wurde.


1

Aldred — AUetsee 13

Aldred. — London. 1600 Allessandroni, Paolo. — Rom. 1850. 1860

Einer der guten englischen Geigenbauer des 7. Jahr- 1 Ein unbedeutender Musikinstrumentenmacher, dessen
hunderts, der schon um 1560 gearbeitet haben soll.
wenige Violinen, die er selbständig gemacht hat, weder
Eigenart noch Künstlerschaft verraten.
Mace erwähnt ihn in »Musicks Monument (erschienen
1676) bei Besprechung der Violen: "Of such there are ... .,,
Alletsee
__ l' ;„ .u. ,.,„.u ;K,n tkn.. nf « usw. Aletzie s.
..j better in the world than those of Aldred
.« . . . .

Um so mehr ist es zu beklagen, daß bisher keine Ar- Allard. Claude. —Paris? 1671
beiten von ihm zum Vorschein kamen. Vgl. Hosborn. In der Sammlung des Barons Lery befindet sich eine

Aldric, Fran^ols Antoine. — Mirecourt. Geb. sehr schöne Laute mit diesem Namen, doch ohne An-
gabe des Wohnorts.
März 1727, f nach 1775
20.
Sohn des Jean A. Arbeiten von ihm sind mir noch nicht Allard, Fran?ois. — Paris. 1776. 1789

vorgekommen. Unbedeutender Geigenmacher, von dem nur wenig


vorkommt. Er wohnte zuerst Place Maubert und von
Aldric, Jean. — Mirecourt. 1726. 1730 1788—89 in der Rue du Petit-Pont No. 9. Er ist wahr-
Ein Geigenmacher, von dem man an-
geschickter scheinlich der Sohn der Witwe Allard, die von 1775 bis
nehmen kann, daß er auf seiner Wanderschaft nach 1783 im Adreßbuche aufgeführt wird.
Italien gekommen war.
Massimiliano, genannt Monfer-
Aldric, Jean Fran^ois. — Paris. Geb. 28. April
AUegretti,
— Soliera (Modena). 1873. 1883
rino.
1765 in Mirecourt, f 1843 dem modenesischen
Besserer Geigenmacher, der bei
Sohn des Jean Fran?ois A. und der Charlotte Mougenot. Ebenisten Alessandro Lusvardi gearbeitet hat und
Er ließ sich um 1788 Ein geschickter
in Paris nieder.
dieser Tätigkeit eine große Handgeschicklichkeit ver-
Vertreter der französischen Schule, der nach dem dankt, die ihm namentlich bei Wiederherstellungen
Strad. -Modell arbeitete und manchmal selbst N. Lupot sehr zustatten kam.
nahekam. Er verwendete meist roten, nur manchmal zu
dicken Lack und war besonders dafür bekannt, daß er Allen, Noah
alte Violen in moderne Geigen trefflich umzubauen Wenig bekannter amerikanischer Geigenbauer aus dem
verstand, die er dann wohl auch als Originale alter Anfang des 19. Jahrhunderts.
Meister verkauft haben wird. Als Händler hatte er be-
sondere Bedeutung, und er war auch der erste Pariser Alletsee (Alletsche, Aletzie, Alleci), Paul
Geigenbauer, der mit dem Sammelgenie Tarisio in Ver-
München. 1698, f 1738 (?)
bindung trat. Er wohnte zuerst in der Rue
Kue des Arcis
Nr. dann Rue de Bussy Nr. 30 und seit dem Anfang
16, Zweifellos einer der besten Lauten- und Geigenmacher
des 19. Jahrhunderts Rue de Seine Faubourg St. Ger- Bayerns. Er dürfte aus der Gegend von Füßen oder Vils
main No. 71 ('^pres Celle de Bussy). Sein Geschäfts- stammen. In Pfronten im bayrischen Allgäu ist noch
nachfolger war um 1840 sein Neffe Aubry. Er ver- heute eine Familie Alletsee ansässig. Auf einer nach
wendete sowohl geschriebene als gedruckte Zettel. Für hinten zu abfallenden Terrasse des Gebirgskammes,
seine Geigen erhielt er in der Regel 150 — 200 Francs. der sich vom Lech bei Füßen bis gegen Pfronten der
Eine Violine von ihm befindet sich im Museum des Grenze entlang hinzieht. Hegt 865 m hoch und genau
Pariser Konservatoriums (Nr. 27). 1 kmLuftlinie nördlich von Vils (auf der bayrischen
Seite) der Alatsee (oder Aletsee, wie er auf den älteren
Gelgenzettel. .'\bb. 5, 6, 7.
Karten eingetragen Von diesem See dürfte der
Aldovrandi, Emilio. — Bologna. 1850. 1882 Name
ist).

Alletse wahrscheinlicher abzuleiten sein als von

Ein Geigenmacher dritten Ranges, der sich hauptsäch- den Aletschgletschern. Paul A. wurde öfter der ita-

lich mit der Wiederherstellung alter Streichinstru- lienischen Schule zugezählt, doch hat er nur sehr wenig

mente beschäftigte. an sich; in seiner Arbelt überwiegt der


Italieriisches
deutsche Seine ältesten, mir bekannt gewordenen
Stil.
Alessandro, genannt il Veneziano. Um 1 540 Geigen tragen die Jahreszahl 1698, die jüngsten gehen
Eine Laute von ihm war 1880 in Turin ausgestellt. nicht über 1735 hinaus. Als Ursprungsort gibt er stets
Vidal u. a. erwähnen ihn mehrfach, doch war Genaueres München an, nur in einer Viola d'amore, die L. van
nicht festzustellen, da aus seinemBeinamen wohl seine Waefelghen in Paris besaß, liest man »Venetia 1720«.
Heimat hervorgeht, nicht aber, wo er gelebt hat, wäh- Die Jahreszahl dürfte mindestens falsch gelesen sein,
rend sein wirklicher Familienname überhaupt nicht be- denn in der Sammlung Snoeck befand sich eine Tenor-
kannt ist. Viola d'amore aus dem gleichen Jahre, die wieder
München angibt. Es könnte aber immerhin ein vorüber-
Alfrede?). -Örebro. 1831
gehender Aufenthalt in Venedig angenommen werden.
In einer Geige wurde der beistehende geschriebene Sein Todesjahr ist nicht zu ermitteln, doch kommt in
Zettel gefunden. Der Name ist so verschnörkelt ge- den Münchener Hofzahlamtsakten usw. von 1747 an
schrieben, daß man statt Alfred auch A. Gred lesen und noch 1761 seine Witwe Maria Anna Alletseein, die
könnte. als»Hoflautenmacherin« bezeichnet wird, vor. Er dürfte
Geigenzettel : Forfärdigad af / Alfred in Orebro 1 83 1738 gestorben sein, da in diesem Jahre sein Schwieger-
(geschrieben). sohn Johann Andreas Kämbl sein Nachfolger wird.
-

14
Allin — Aman I

Alletsee besaß eine große Handgeschicklichkeit, guten Altrichter, J.


— Frankfurt a. 0.
Geschmack und Formensinn, und so zeichnen sich seine Eine Fabriksfirma, die hauptsächlich Blechinstrumente
Arbeiten durch Sorgfalt und Zierlichkeit in den Einzel- herstellt, aber auch Geigenmacher beschäftigt und Re-
heiten aus. Am
häufigsten kommen größere Geigen
paraturen ausführt.
(Violen, Liebesgeigen, Violoncelli usw. und besonders
Baßinstrumente, die sich zu seiner Zeit einer weit über
München hinaus gehenden Beliebtheit erfreuten) von
Alvani, Paolo. — Cremona. 1750. 1755
Wahrscheinlich Sohn oder Enkel von Paolo Albani.
ihm vor, doch kennt man auch eine Reihe schöner
Violinen von seiner Hand. In der Wahl des Holzes Einige wenige aber gute Violinen, deren Modell an

erweist er sich als Kenner, und sein hellgelber oder Guarneri erinnert, tragen diesen Namen. Holz und
dunkelroter Lack hat vorzügliche Eigenschaften. Semen Lack sind von lobenswerter Beschaffenheit.
Namen schrieb er selbst verschiedenartig, auf seinen
Zetteln bediente er sich der deutschen, lateinischen und Amaglioni. 1839
italienischen Sprache, wobei er München in »Monaco« Wenig bekannter italienischer Geigenmacher, der rech'
übersetzte, was einige Schriftsteller zu dem Irrtum ver- sauber nach Stradivari arbeitete.
leitete,' ihn nach dem Fürstentum »Monaco« zu
ver-

setzen. Violen von ihm befinden sich im Germanischen Aman, Georg. — Augsburg. Geb. 28. März
Museum in Nürnberg (von 1713),im Museum Franc.
Carolinum Linz (von 1724),
in im Nationalmuseum in 1671 in Vils, fnach 1717
München W. Heyers Musikhistorischem
(von 1730), in heiratete nach dem Hochzeits-
Er stammte aus Vils und
Museum in Köln, im Hohenzollernschen Museum in amtsprotokollvom 13. Februar 1695 die Witwe des
Sigmaringen usw. usw. Die meisten Geigen haben Lautenmachers M. Wöhrlein (Wörle), wo es heißt:
Löwenköpfchen u. dgl. am Wirbelkasten. Solche »Georg Aman von Fülsz Lautenmacher ledigstandts u.
brachte er auch bei seinen Violoncelli an, wie ein Bei- Ursula Schnitzlerin, weyl. Matthias Wohrlin's ge-
spiel im Cisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld bei westen Lautenmachers seel. Wittib« usw. usw. Im
Augsburg zeigt. Eine Nonnengeige vom Jahre 1732 be- .Augsburger Steuerbuche von 1717 wird er noch ge-
findet sich in der des Historischen Kreis-
Sammlung nannt. Da man jedoch Geigen von ihm kennt, die die
vereins in Landshut in Bayern und eine ebensolche von Jahreszahlen 1688—1729 tragen, läßt sich die Zeit
1737 besaß C. C. Snoeck. Ein Baryton mit 6 Darm- seines Wirkens noch um einige Jahre verlängern. Seine
und Metallsaiten von ihm (Korpus 65 cm, ganze
1 1 Arbeit ist gut, er wechselt jedoch die Modelle mehrfach
Länge 132cm) besitzt C.Claudius in Kopenhagen. und bringt am Wirbelkasten gern geschnitzte Köpfchen
Eine Viola mit hübsch geschnitztem Köpfchen besaß an. Das Holz ist oft mit Sorgfalt ausgewählt, der Boden
A. J. Kochendörfer in Stuttgart. meist aus einem Stück und Hals und Schnecke aus
Geigenzettel Paulus Alletsee f. / Lauten und Geigen- /
:
Birnbaumholz. Sein Lack, der sich nicht gerade aus-
macher i. München / 1724 (gedruckt). —
Paolo Aletzie zeichnet, ist von hellroter bis dunkelbrauner Farbe.

Monaco / 1730 (gedruckt) und Abb. 18, 27, 28. Seine Violinen haben keinen großen Ton, am besten
sind seine großen Geigen (Violen, Violoncelli und

Allin, Jos. — Lebt als Gelgenmacher in Bässe). Eine aus dem Jahre 1699 stammende Taschen-
geige besitzt das Germanische Museum in Nürnberg.
London eine hübsche, kleine Laute von 1707 das Hohenzol-

Altenöder s. Neuner & Hornsteiner lemsche Museum in Sigmaringen, eine Violine von
1716 die Staatssammlung vaterländischer Altertümer in
Althenn, Georg Philipp. — Frankfurt a. M. Stuttgart und von 1729 die staatliche
ein Altquinton

Geb. 1719 in Frankfurt a. M. 1750 Sammlung Musikinstrumente in Berlin (Nr. 875),


alter
eine Laute und eine hübsche dunkelbraune Violine
Sohn von Peter Althenn und wie dieser Instrumenten-
Konzertmeister Fr. Eib! in Innsbruck usw. In der
macher und Musiker. Er war Mitglied der städtischen
Wiener Musik- und Theaterausstellung war er mit
Kapelle, erwarb 1793 das Bürgerrecht und wurde da-
einer Pochette vertreten. Er schreibt seinen Namen
mit selbständiger Meister. Eine sechschörige Zither Amma).
stets Aman (nicht Amann, aber auch nicht
von ihm besitzt die Sammlung Crosby Brown in New
York (Nr. 1297). Geigenzettel: Abb. 19.

Althenn, Peter. — Frankfurt a. M. 1 706. 1719 Aman, Mathias. — Augsburg. 1720. 1765

Ein Musiker und Instrumentenmacher, der 1706 aus Vielleicht ein Sohn von Georg Aman oder jener Matth.

Kelsterbach a. M. nach Frankfurt eingewandert und Aman aus Memmingen, der sich als Kammacher und
Mitglied der städtischen Kapelle geworden war. Für Bürger in Augsburg niederließ und am 9. Juni 1 720 den
seine Stellung spricht es vielleicht, daß sein Sohn 1719 Konsens zur Verehelichung erhielt. In letzterem Falle
vom Kapelldirektor Telemann aus der Taufe gehoben könnte er immerhin ein Verwandter und Schüler
wurde. Georg A.s gewesen sein. Seine Geigen sind denen
von Georg A. ähnlich. Auch er zog große Modelle vor
Altimira. — Barcelona. 1850. 1880 und baute hauptsächlich Violen und Bässe, seltener
Geigen.
Musikinstrumentenfabrikant. Seiner Geigenbauwerk-
Geigenzettel Mathias Aman / Lauten- / und Geigen-
statt stand Etienne Maire-Breton vor, als dessen Arbeit
:

daher die Violinen Altimiras betrachtet werden müssen. macher in / Augspurg 1 764 (gedruckt).
Amati, Andrea — Amati, Hieronymus I
15

Amati, Andrea. — Cremona. Geb. um 1535, Amati, Antonio. — Cremona. Geb. zwischen
fnach 1611 1555 und 1560. fnach 1640
Der Stammvater der berühmten Geigenmacherfamilie, Altester Sohn von Andrea A. Er arbeitete viele Jahre
deren Ahnen sich bis ins frühe Mittelalter (1097) zu- gemeinsam mit seinem Bruder Hieronymus. Ihre stets
rückverfolgen lassen, und die, wie Lancetti, de Picco- trefflichen Instrumente erinnern anfangs noch an die
lellis u. a. annehmen, deutschen Ursprungs war. Arbeiten des Vaters. Ihre späteren und besseren Geigen
Andreas Geburtstag zu ermitteln, gelang noch nicht, da haben eine weniger hohe Wölbung. Die verschiedenen,
die Kirchenbücher aus so früher Zeit nicht mehr vor- mit einem gemeinsamen Zettel (s. Abb. 20) bezeich-
handen sind. Auch sein Todestag ließ sich nicht fest- neten Instrumente stimmen nur selten miteinander
stellen; er scheint also nicht in Cremona selbst ge- überein, so daß man die Arbeit der Brüder unter-
storben zu sein. Nach dem Wortlaut des Totenscheines scheiden zu können vermeint die besseren werden dem
;

seiner zweiten Frau muß er im Jahre 1611 noch gelebt talentvolleren Hieronymus zugeschrieben. Der Lack ist
haben. Von seinem Leben ist nicht allzuviel bekannt. anfangs dicker und dunkel (kirschbraun), später wird
Schon 1554 ging er seine erste Ehe ein, doch ist der er dünner und hat schöne Orangefarbe. Nach dem
Name der Frau nicht angegeben. Er hatte von ihr drei Tode seines Bruders zeichnete er seine Arbeiten nur
Kinder, darunter Antonio und Girolamo. Gegen 1609 mit seinem Namen. Die Brüder haben nicht allzuviel
verheiratete er sich zum zweiten Male mit der erst Werke hinterlassen; ihre Geigen sind aber meist vor-
18jährigen Angiola de Migli, die schon zwei Jahre züglich erhalten, wasman vielleicht der immerhin noch
später starb. Alles, was über seine Lehrer gesagt wird, hohen Wölbung zuschreiben kann. Eine Decke mit
ist nur Vermutung. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß hoher Wölbung besitzt größere Elastizität und vor allem
er m Cremona selbst gelernt hat, es ist auch möglich, größeren Widerstand gegen den Saitendruck, obwohl
daß er in seiner Lehrzeit zu den Brescianem Bezie- sie dünner ausgearbeitet werden kann. (In der Brust
hungen hatte aber es geht zu weit, wenn man geradezu
; ließen die Brüder Amati das Holz in der Regel 2 bis
Giammarcello del Busetto als seinen Lehrer angibt. 2,8 mm dick.) Freilich hat eine Violine mit flacher
Daß er ein Schüler Gaspar da Salos gewesen sei, läßt Decke einen größeren und wohl auch edleren Ton. Die
sein Alter schon cJs unglaublich erscheinen. An die Brüder waren, wie ihr Vater, weit über ihr Vaterland
Brescianer erinnern höchstens seine weiten F-Löcher hinaus berühmt und wurden namentlich in Frankreich
und die abfallenden Ecken ; in der Hauptsache hielt er hochgeschätzt. Auch sie bauten prächtig ausgestattete
sich an die überlieferten Modelle. Es sind übrigens nur Geigen für den französischen Königshof^). Zwei vor-
wenige Instrumente erhalten, die ihm mit einiger zügliche Violen von ihnen besitzt die Hofkirche in
Sicherheit zugeschrieben werden können, aber auch Dresden. Es sind vielleicht die größten bisher bekannten
diese sind meist vielfach ausgebessert. Anfangs baute Violen ihrer Zeit und befinden sich noch im Original-
er, wie erwähnt, noch nach den alten Gambenmodellen, zustande mit den alten Hälsen. Boden, Zargen und
und erst allmählich nahm er die jetzt gebräuchliche Schnecke sind nach der Schwarte geschnitten. Der
Geigenform an. Er bevorzugte ein kleines Patron, braungoldgelbe Lack ist von außerordentlicher Durch-
wählte gutes Holz, das er in entsprechender Stärke ver- sichtigkeit und Weichheit; die beiden Violen sind nur
wendete. Der Boden ist fast immer nach der Schwarte wegen ihrer Größe schwerspielbar. Eine sehr schöne
Lack ist in der ältesten Zeit noch
geschnitten. .-Xuch sein Violine der Brüder befindet sich auch in der Sammlung
der bei Lauten- und Violinenbauem des 16. Jahr- des Apoth. E. Meisner in München-Nymphenburg.
hunderts häufig verwendete schwarz-rötliche; später Geigenzettel : Abb. 20.
kommt er davon ab und gebraucht einen dunkelgelben
oder hellbraunen Lack, den er nur etwas zu dick auf- Amati, Hieronymus (Girolamo) I. — Cremona.
trägt. Die Wölbung ist ziemlich hoch, weshalb auch der
Ton nicht allzu voll klingen kann, doch ist er silberhell
Geb. um November 1630 an der
1556, t 2.
und weich. Bei den F-Löchern sind die oberen Punkte Pest, der wenige Tage vor ihm auch seine
fast ebensogroß wie die unteren. Den heutigen Anfor-
Frau und zwei Töchter erlegen waren
derungen entsprechen seineViolinen freilich nicht mehr,
sie werden aber immer einen hohen Sammelwert be- Jüngerer Sohn von Andrea A. In der ersten Ehe (um
halten. Er war schon bei Lebzeiten sehr berühmt und 1576) vermählt mit Ippolita Zucchielli, von welcher er
soll auch von König Karl IX. von Frankreich viel be- fünf Töchter hatte. Am 24. Mai 584 ging
1 er mit Laura
schäftigtworden sein. Belege hierfür ließen sich freilich Lazzarini eine zweite Ehe
von der er neun Kinder
ein,

nicht finden, doch dürfte der alten Überlieferung im- bekam; das fünfte davon war Nicola. Hieronymus war
merhin etwas Wahres zugrunde liegen. Ein schönes, ungleich talentvoller und origineller als sein Bruder und
echtes Violoncello von ihm besitzt Simoutre in Paris, wie dieser bedeutender als der Vater. Er arbeitete mit
ein anderes Mr. J. H. Bridges. Eine Liste seiner erhal- seinem Bruder gemeinsam. Daß sich in den letzten
tenen Werke müßte noch aufgestellt werden. Andrea Lebensjahren die Brüder getrennt haben sollen, ist
war der Begründer des Ruhms seiner Familie, deren nicht wahrscheinlich, da es noch Violinen mit gemein-
Name vielleicht am meisten mißbraucht wurde. Jede samem Zettel und der Jahreszahl 1630, also dem Todes-
ältere Geige, die nur einigermaßen italienisch aussieht, jahr Girolamos, gibt. Der von Grillet veröffentlichte
vioirde mit dem Namen eines der Amati getauft. Zettel mit dem Namen »Hieronimus (sie) Amati« trägt
die Jahreszahl 1640 und erweist sich dadurch als Fäl-
Geigenzettel Andrea Amati in
:
,'
Cremona M.D.LXXI I
(gedruckt). ^) Vgl. Heron-.Allens .Aufsatz über die bemalten Amati-
Geigen.
16 Amali, Hieronymus II — Amati, D. Nicolaus

schung^). Wenn man auch mehrfach versucht hat, die


(geb. 1619, f 1703) vermählt. Einer seiner
Arbeiten der beiden Brüder auseinanderzuhalten, so Trauzeuger
war sein Schüler Guarneri. Von seinen neun
können sie doch nur gemeinsam beurteilt werden. Alles Kindern
wurde nur Girolamo II ein Geigenbauer. Nicola
an ihren Geigen verdient Lob, und ihre Arbeit weist in Amati
war der größte Kunst 1er aus seiner Familie. Bis
allen Einzelheiten einen sichtbaren Fortschritt gegen etwa
1625 arbeitete er ziemlich genau nach dem
ihre Vorgänger auf. Sie führten
Modelle
auch die Aushöhlung seines Vaters; häufiger als Violinen
scheint er damals
der Decke zu beiden Seiten des Steges ein, wodurch der
Gamben und Violen gemacht zu haben. Auf der Höhe
Ton süßer und lieblicher wurde. Violinen von ihnen seiner Kunst stehend, findet er allmählich sein eigenes
kommen nicht zu selten vor, Violen besitzen der König Modell, das er schließlich zu dem sog.
von England, W. E. Hill & Sons usw. usw. »Großen Amati-
modell« ausgestaltete. Es war dies die schönste
Frucht
Geigenzettel: Antonius & Hieronymus Fr. Amati / seines rastlosen Strebens und sichert
seinem Namen in
Cremonen. Andreae fil. F. 1630 (gedruckt) und Abb. 21. der Geschichte des Geigenbaues einen
unvergänglichen
Amati, Hieronymus (Girolamo) II. — Cre-
Ruhm, auch wenn
jetzt
die
vorgezogen werden, weil
Werke seiner großen Schüler
den heutigen Anfor-
sie
mona. Geb. 26. Febr. 1649, f 21. Febr. 1740 derungen besser entsprechen. Er war im
Vollbesitz
Dritter Sohn von Nicola A., bei dem er bis zum dessen, was man jetzt so gerne das
Jahre »Geheimnis der
1684 arbeitete. Er war seit 1678 mit Angiola Carettoni Cremoneser« bezeichnet. Seine Arbeit verrät
den
(t 1685) verheiratet und hatte drei Kinder, die früh denkenden Künstler, und es ist sicher, daß er
seine
starben. Man hat sich daran gewöhnt, ihn als den un- wissenschaftlichen Kenntnisse, die er zweifellos
be-
bedeutendsten Meister der Familie zu betrachten sessen hat, nicht nur auf empirischem
; man Wege erwarb.
tut ihm aber damit sicher unrecht, und erfreulich
ist es,
Wölbung und Holzstärke sind besser erdacht und feiner
daß auch Hill in seinem Buche über Stradivari eine berechnet als bei allen seinen Vorgängern. Der Rand
Lanze für ihn bricht. Es gibt Geigen von ihm. die den ist schräg abgerundet, die
F-Löcher kühn im Schwung,
Namen Amati in allen Ehren tragen. Er scheint unter die Schnecke meist klein, aber elegant,
das Holz pracht-
dem Einflüsse seines Mitschülers Stradivari gestanden voll gewählt und der Lack elastisch
und feurig, von
zu haben und bevorzugte bei seinen ersten Arbeiten ein gelbbrauner bis rotgoldiger Farbe. Er war
von be-
großes Patron, auch die Ecken machte er öfter Stradi- stimmendem Einfluß auf die ganze Cremoneser Schule,
vari nach. Die Schnecke bildet er wuchtiger aus als sein und fast alle Meister ersten Ranges
vom Beginn des
Vater, jedoch im Lack steht er ihm nach und erinnert 18. Jahrhunderts waren direkt oder indirekt seine
in dieser Beziehung eher an Bergonzi durch
die Bevor-
Schüler. Er nahm das Gute der Brescianer sowie aller
zugung einer rotbraunen Farbe. So weicht er in man- seiner Vorgänger auf. Die Formen werden bei ihm
chen Einzelheiten von den Traditionen seiner Familie edler, das Format zierlicher, die überreiche äußerliche
ab; er scheint dies aber in der Erkenntnis getan Verzierung fällt weg, und dafür wird der
zu Wahl des
haben, daß Stradivari seinen Vater überflügelt habe, Holzes und des Lackes besondere Aufmerksamkeit
zu-
weshalb er versuchte, es seinem genialeren Mitschüler gewendet. So sind seine Geigen vollendete
Kunstwerke;
gleichzutun. Die F-Löcher verraten noch den alten der Ton ist zwar mehr lieblich als groß,
entsprach aber
Schwung der Amatischule, wenn sie auch manchmal vollkommen der Forderung seiner Zeit, und
deshalb
sorgloser geschnittener scheinen. Gerade seine behaupteten seine Geigen den allerersten Platz bis
F-Löcher zum
aber sind schuld, daß man jede Geige der Amatischule Anfange des Jahrhunderts unbestritten. Er baute
19.
mit abweichenden F-Löchern auf seinen Namen taufte Violinen, Violen und Violoncelli; es gibt
aber auch
und dabei sehr oft ganz geringwertigen Arbeiten zu einige Bässe von ihm, darunter solche, die
seinen Namen
einem bedeutenden Namen verhalf. Zettel, auf denen und Jahreszahlen von 1580 bis 1586 tragen. Man
hat
der Taufname Hieron imus statt Hieronymus daher angenommen, daß er einen gleichnamigen
ge- Oheim
schrieben erscheint, sind von vornherein als falsch gehabt haben müsse. Wahrscheinlich sind es
zu Arbeiten
betrachten ich glaube auch, daß alle Zettel, auf denen von ihm mit gefälschter Jahreszahl. Von den vielen
;
mir
der Name seines Vaters nicht angegeben ist, verdächtig bekannt gewordenen Geigen von ihm nenne ich
die in
sind. Er war lange genug Gehilfe in der
väterlichen
der Sammlung Th. Hämmerle in Wien sowie die des
Werkstatt und hat an Nicolas letzten Arbeiten gewiß Direktors Wilh. Kux in Wien von 1673, des Col.
T. B.
einen nicht unbedeutenden Anteil er wird sich
daher
;
Shaw-Hellier (1646) und des Rev. E. H. Fellowes(I679)!
sowohl zur Unterscheidung von Girolamo I als Ein Violoncello von 1656 besitzt C. Claudius in
auch Kopen-
zu seiner eigenen Empfehlung stets auf seinen be- hagen, eines von 1676 die Sammlung Savoye.
Ein vor-
rühmten Vater berufen haben. treffliches Violoncello von mittlerer Größe aus dem
Geigenzettel: Hieronymus Amati, Jahre 762 besitzt der Sachs. Kammermusiker Richard
1
figlio / di Niccolo
Amati Cremona 17 (gedruckt).
. . —
Revisto e corretto
Wohlrab in Dresden. —
Daß Nie. A. seine eigenen
da me / Girolamo Amati figlio di Niccolo Amati Arbeiten von denen seiner Schüler strenge auseinander-
/ Cre-
mona 1710 (gedruckt). hielt, beweisen die Abb. 12 und 22.

Amati, Nicola. — Cremona. Geb. 3. Dez. 596,


1
Geigenzettel Nicolaus
filii fecit.
: Amatus Cremone e / Hieronymi
An. 1651 (gedruckt). —
Nicolaus Amatus
t 12. April 1684 Cremonen. Hieronymi / Fi!, ac Antonij Nepos fecit
Sohn und Schüler des talentvollen Girolamo 1 und 1677 (gedruckt) und Abb. 12 und 22.
Enkel An dreas. Er war seit 1645 mit Lukrezia
Pagliari Amati, D. Nicolaus. ^ Bologna. 1723. 1737
) Im besten Falle hat man es mit einem falsch
da- Das D. vor seinem Namen auf seinem (bei de Wit ver-
tierten Zettel von Hier. II. (Nicolas
Sohn) zu tun. öffentlichten) Zettel läßt eigentlich nur die Deutung
.

Amali — Anda 17

Don (von lat. Dominus) zu. Diesen früher nur der Ambrolse. — Paris. 18. Jahrhundert
höheren GeistHchkeit zustehenden Titel führten im
Ein Pariser »Luthier« dritten Ranges, dessen Werke
18. Jahrhundert die Mönche, und man geht daher wohl
wenig geschätzt sind. Am
besten gelangen ihm noch
nicht fehl, wenn man diesen Träger des Namens Amati
seine Gitarren.
für einen Geistlichen bei S. Cosmas und Damian hält,

der den Geigenbau nur aus Liebhaberei betrieb. Auf Geigenzettel: Abb. 17.

einigen Zetteln steht allerdings em C. statt des D. Seine


Leistungen werden als mittelmäßig bezeichnet, und
Ambrosch, Karl. — Schönbach b. Eger. 1826

seine Zugehörigkeit zur Cremoneser Familie ist nicht Ein Geigenmacher, dessen Nachkommen noch heute
klar.
im Geigenbau tätig sind. Ein Johann Ambrosch hat seit
1892 in Schönbach eine Streichinstrumentenfabnk.
Geigenzettel D. Nicolaus Amati Fecit Bononiae Apud
:

SS: Cosma, et Damiani, 1723 (gedruckt). D. Nico- — Ambrosi (Ambrogi), Pietro. Brescia, Rom.
laus Amati fecit Bononiae 737 (gedruckt) und Abb.
1 1 3.
1712. 1748
Amati (fingierte Mitglieder der Familie)
Die durch den Dialekt veranlaßte schwankende Schreib-
Im Kremsmünster befindet sich eine Violine mit
Stift weise des Namens hat dazu verführt, zwei Meister aus
der Jahreszahl 1640 und dem Namen Francesco ihm zu machen. Er dürfte erst um 745 nach Rom über-
Amati in Cremona. —
Eine lange und schmal^Violine gesiedelt sein. Nach seinem von De Piccolellis mitge-
1

von häßlicher Form, ungleich auf beiden Seiten, mit teilten Zettel stammte er aus Cremona, was man seiner
allen Zeichen des Dilettantismus, trägt die Inschrift: Arbeit aber wenig ansieht. Er baute oberflächlich nach
Jo Giovanni Amati fece questo violino del 1610 da...
Stradivari und verwandte wenig Sorgfalt auf die Wahl
(unleserlich, vielleicht Vicenza); eine andere Violine des Holzes und des Lackes.
nennt einen Giuseppe Amati in Bologna. Professor
Geigenzettel: Petrus Ambrogi Crem. ,' fecit Romae an.
Kahle in Bochum besitzt eine unbestreitbar alte, hoch-
17.. (gedruckt) und Abb. 1 1

gewölbte Violine von 'LuigiAmati 1662«, die zweifel-


los von deutscher Herkunft ist; in Dresden befindet Ambrosio s. D'Ambrosio
sich eine solche mit dem Zettel: »Pietro Amati,
Napoli*. Noch schlimmer erscheint ein Taronimus Amelot. — Lorient (Frankreich). 1821. 1842
(sie) Amati in Absom (sie) 1627. Unwissenheit — oder Gewöhnliche, französische Arbeit, kleiner Ton, manch-
Berechnung ließ diese fingierten Mitglieder der be- mal gelber, meist aber rötlicher Lack. Am besten sollen
rühmten Familie entstehen in jedem Falle aber war es
; seine Kontrabässe sein. Er verwendete einen mit dem
dabei auf Täuschung abgesehen. Stadtwappen verzierten Zettel.

Amatls, Glambattista. — Venedig. 1677 Geigenzettel : .Xmelot, luthier A Lorient, 1829 (gedr.).

Von Valdrighi erwähnter Geigenmacher, der sonst nicht Amlcl, Luigi. — Rom. Ende des 18., Anfang
bekannt ist.
des 19. Jahrhunderts
Amberger, Max I. — München. Geb. 1838, Wahrscheinlich nur Gitarren- und Mandolinenmacher.
Nov. 1889 Er wohnte in der Via del Pellegnno Nr. 44 und ist un-
t 11.
bedeutend. Sein Zettel aus einer Doppelmandoline
Sohn, Erbe und Nachfolger von Heinrich A. Wenn er
findet sich in De Wits »Geigenzettel alter Meister« ab-
auch Geigen reparierte, so war er doch vorzugsweise
gebildet. Eine hübsch gearbeitete Doppelmandoline
Zithermacher. Er erfand allerlei Verbesserungen für die
von ihm befindet sich in W. Heyers Musikhistorischem
Zither und baute auch nach Fr. Xaver Steiners An-
Museum in Köln (Nr. 660).
gaben die erste Konzertzither (Primzither mit größerer
Mensur). Er übergab 1887 sein im Jahre 1863 be- Amman, Erhard. — Haag. 1751. 1770
gründetes Geschäft seinem gleichnamigen Sohne.
Er gilt als guter Geigenmacher; doch gelang es mir
C. Claudius in Kopenhagen besitzt eine Philomele von
nicht, Arbeiten von ihm kennen zu lernen.
ihm.
Geigenzettel : Reparirt ,' Max Amberger / Reichen- Amourdedieu. — Amiens (Dep. Somme). 1900
bachstraße Nr. 39 in München (gedruckt).
Musikinstrumentenhändler
Geigenbauer und der
Amberger, Max II. — München. Geb. 28.0kt. Gegenwart.

1863 Anciaume, Bernard. — Mlrecourt (Lüttich?).


Schüler seines Vaters Max A. I, dessen Geschäft er 1783. 1789
1887 übernahm. Er war Bayrischer Hofinstrumenten-
Wenig bekannter Geigen- und Lautenmacher des
fabrikant und baut Konzertzithern, für die er bereits
18. Jahrhunderts. Er verwendete eine Brandmarke mit
viele Medaillen erhalten hat.
seinem Namen. Eine Arbeit von ihm befindet sich —
Amberger, Heinrich. — München. 1 860, f 1 91 aus der Sammlung Snoeck (Nr. 531) in Berlin. —
Wie
lich
die übrigen Mitglieder seiner Familie hauptsäch-
Zithermacher, oder, wie er sich nannte: Saiten-
Anda. — Hyeres. 1801

instrumentenfabrikant. Nur Reparateur bekannt.


als
Geigenzettel: Repare par Anda / ä Hyeres l'an 1801
Ambrogl s. Ambrosi (geschrieben).

V. Lütgendorff, Geig-en- und Lautenmacher. Bd. II 2


: 1

18 Anderlini — Andrescu
Anderlini, Giuseppe. — Spilamberto (Modena) Andrea, Pletro. — Venedig. 1650. 1700
1860 Vermutlich der Meister, von dem der Modeneser
Castaldi Bellerofonte singt
Er baute zwar in seiner Jugend einige Violinen, ist aber
»Con Andrea, liutar poi siate pratico
kein Geigenmacher, sondern Fabrikant landwirtschaft-
perche non voglio piü la sua amicizia
licher Geräte und Maschinen. Dilettantisch in der Ar-
ne, la mattina, ber seco il liatico.«
beit, sorglos in der Wahl des Holzes und des Modells. (Manuskript im Besitze Valdrighis)

Andersen, Charles, Denver (Colorado).


Andreas, Heinrich. — Schönbach b. Eger. Ge-
1880. 1900 gründet 1881
Ein trefflicher Musiker, Organist, der sich gründliche
Ein Streichinstrumentenmacher, der hauptsächlich
Kenntnisse im Geigenbau angeeignet hat und über
Handelsware herstellt.
eine große Handgeschicklichkeit verfügt.

Anderson, John I. — Aberdeen. Geb. 1829 in


Andreae, Johannes. — Verona, Venedig(?). 151
In einer wundervollen Lira da Braccio der Kunst-
Alford, t 1 883 in Aberdeen sammlung des Hauses Este in Wien findet sich der
Schüler von Matthew Hardie. Er begann schon als acht- geschtiebene Zettel: Joannes Andree. Veronen./adi 12
jähriger Knabe Geigen zu machen. Er baute nach einem Agosto 1511. Giovanni d'Andrea gibt hier nur seinen
kleinen Stradivari-Modell und verwendete einen selbst- und seines Vaters Taufnamen an. Trotz eifriger Nach-
bereiteten Ollack in verschiedenen Farben.Er machte forschung gelang es mir noch nicht. Näheres über
durchschnittlich zwei Geigen im Monat fertig und war diesen hervorragenden Meister festzustellen. Die Lira
ein vorzüglicher Geiger. trägt außerdem noch die griechische Inschrift:

Geigenzettel: Made by / John Anderson / Aberdeen AVniZ lATl'OI. Enix


(gedruckt).
AxePünoii:. t2\ii.

Anderson, John II. — Glasgow. Geb. 25. Dez. Andrejeff, V.V. — St. Petersburg. 1889. 1911
Ein ausgezeichneter Musiker, der durch große Konzert-
1 856 In Aberdeen
reisen mit seinem großrussischen Orchester berühmt
Sohn und Schüler von John I, A. Er hat sehr viele geworden ist. Er hat das Verdienst, ein altrussisches
Geigen nach Stradivari gebaut, ist ein vorzüglicher Volksinstrument, das bereits anfing, in Vergessenheit
Geiger und Violinlehrer und auch sonst sehr musi- zu geraten, die Balalaika, so verbessert zu haben, daß
kalisch.
es den gesteigerten Anforderungen unserer Zeit ent-
Geigenzettel : Made by / John Anderson / Bon-Accord spricht, so daß es jetzt wieder außerordentlich in Auf-
Violin Maker / Glasgow 18 . . (gedruckt). nahme gekommen ist. Hierbei standen ihm Meister
Nalinow und Passierbski zur Seite. Auch die altrus-
Anderson, Henry. — Edinburgh. Geb. In sischen Volksinstrumente Domra und Gußli sind von
Auchtermuchty 1839 A. verbessert und in sein Orchester aufgenommen
worden.
Er war ursprünglich Tischler, hat es aber als Geigen-
macher zu großer Geschicklichkeit gebracht und über Andreolo. — Venedig. 1359
hundert Geigen nach Guarneri gebaut. Sein Lack ist
Einer der ältesten venezianischen Lautenmacher, den
meist gelb oder mahagonifarben. Er gebraucht keine
Valdrighi (3986) anführt.
Zettel, sondern schreibt seinen Namen mit Feder oder
Bleistift in seine Geigen und bringt außen einen Brand-
stempel an.
Andres, Domenico. — Bologna. 1740
Ein Liebhaber, von dem von gewöhn-
ein Violoncello

Andorff, M. C. R. — Nordhausen a. H. 1884. licher Arbeit bekannt wurde, und der ehrlich genug
war, sich selbst als Dilettant zu bezeichnen.
1885
Geigenzettel: Dominicus Andres / Bolognensis Dile-
Nur durch einen Reparaturzettel bekannt. Er wohnte
tante / Fecit a. Domini 1 740 (geschrieben).
1884 in Nordhausen, verließ diese Stadt aber am
30. Oktober 1885, um nach Adorf in Sachsen überzu- Andrescu, Johann. Broos (Szäszvaros,
siedeln.
Ungarn)
Andrade. — Lissabon Geboren 1868 in Broos. Er erlernte den Geigenbau

Portugiesischer Gitarren- und Mandolinenmacher. durch Privatunterricht, vervollkommnete sich in Wien


und begründete dann 1888 in seinem Elternhause sein
Andre & Co., eine 1885 gegründete Gelgen- eigenes Geschäft. Er benützt im allgemeinen das Stradi-

macherfirma In London vari-Modell, nur wählt er eine stärkere Wölbung, die


Decke läßt er in der Mitte stärker im Holz als den
Andrea, Giovanni. — Rom. 1606 Boden, die Zargen sind 27 bis 30 hoch. Der Hals mm
Ein Flamänder, von dem nur die italienisierten Namen unterhalb der Schnecke ist 2 cm, am Geigenkörper
bekannt sind und der 1606 bei Visco da Piperno ge- —
3/4 4^4 cm breit. Er verwendet Spirituslack nach
arbeitet hat. einem Wiener Rezept und klebt seinen Geigen seinen
Angard — Antonlazz! 19

Firmastempel mit Datum und der eigenhändigen Unter- sein, in diesem wird er aber ausdrücklich als »fabri-

schrift ein. Er baut nur Geigen in


* ^-Größe und hat auf catore di monochordi e clavicembali« bezeichnet. Die

allen von ihm seit 1890 beschickten Ausstellungen, so


Familie Antegnati war eigentlich eine Orgelbauer-
familie; Giov. Francescos Vater Bartolomeo, ebenso
in Budapest, Hermann Stadt usw. Preise erhalten.
seine Brüder Giovan Giacobo und Giovan Battista und
Geigenzettel J ohann Andrescu
:
Geigenmacher / Broos,
/'

Graziadio, der Sohn des Letztgenannten, waren Orgel-


Szäszväros (Ungarn) (gedruckt).
bauer; am bedeutendsten war aber Costanzo Antegnati,
Angard, Maxime. — Paris. Geb. 1 . Dez. 1849 der außerdem noch Organist und Musikschriftsteller
war und 1608 seine »l'Arte Organica« herausgab. Aus-
in Arronville (Seine-et-Oise) führlicheres über die Familie gibt Damiano Muoni im
Ursprünglich nur Liebhaber, verlegte er sich erst »Archivio storico Lombardo« (1883) S. 178 —221.
später ganz auf den Geigenbau. Seine Arbeit ist im
ganzen gut; eigenartig sind aber nur seine Wirbel, an Antenelli, A. — London 1 900
denen er Verbesserungen angebracht hat. Er dürfte um Englischer Geigenmacher der Gegenwart ; wahrschein-
1900 gestorben sein oder hat um diese Zeit Paris ver- lich italienischer Herkunft.
Geigen auch
lassen. Außer seinem
noch seinen Namen
Zettel tragen seine
handschriftlich. Antoine, Jean Claude. — Mirecourt. 1733,

Geigenzettel: Abb. 14 und 15. t 1786

Angelis, Vitus de. — Bologna. 1 609 Er ist mir nur dem Namen nach bekannt geworden und
gehörte zu den handwerksmäßig arbeitenden Geigen-
Dem Namen nach bekannter, wahrscheinlich aus den machern seines Ortes. Sein Sohn Jean I A. und seine
Niederlanden eingewanderter Meister vom Anfang des Verwandten Jean II und sein Enkel S. E. Antoine
17. Jahrhunderts. waren wie er nur mittelmäßige Geigenmacher.

Angelucci, Dominicus. — ? 1816 Antolini, Francesco. — Mailand


Er nennt sich nach seiner Heimat einen ->Septem- Ein Musikinstrumentenmacher des 19. Jahrhunderts,
pedanus«und ist mir nur durch einen Reparaturzettel der nichts Hervorragendes geleistet hat.
bekannt geworden.

Angerbauer (Angerhauer), Georg. — Füssen.


Anton, Rudolf. — Aussig i. B. Geb. 1854 in

Graslitz
1606
Enkel des Orgelbauers Anton in Schönbach, Schüler
Er wird 1606 als Mitglied der damals neubegründeten von Wurm in Aussig, zu dem er kam, nachdem er das
Füssener Lautenmacherzunft genannt.
Tischlerhandwerk erlernt hatte Er ist seit 1869 m
Angerer, Franz. - Wien. 1885. 1910 Aussig ansässig und beschäftigt sich sowohl als Geigen-
Gitarrenmacher.
wie als
Ein Wiener Streichinstrumentenmacher, der 1885 in
Geigenzettel: Rudolf Anton / Holz- Instrumenten-
Wien XV, Mariahilf erstraße 170, eine Werkstatt er-
macher Aussig, Herrengasse 38 (gedruckt).
öffnete. ebenso tüchtig im Neubau wie als Repa-
Er ist
/

rateur und zugleich ein sehr guter Geiger. Er verwendet


einen schönen, goldgelben Öllack. Schon 1893 erhielt
Antoniazzi, Gaetano. — Cremona. Geb. 7. Aug.
er in Chicago eine Medaille. Er arbeitet mit zwei Ge- 1823, t l.Aug. 1897 in Mailand
hilfen; das Wichtigste macht er aber stets selbst. Sehr Vielleicht der Sohn eines gleichnamigen Vaters, von
geschätzt sind seine Gitarren. dem es Geigen mit der Jahreszahl 1810 geben soll. Da
Anselmo (Anselmi), Pietro. — Florenz, Ve-
er in einem wahrscheinlich ehrlich gemeinten Streben
oft von den guten Vorbildern im Modell abwich, ohne

nedig. 1700. 1750 jedoch etwas Besseres finden zu können, haben seine

Cremona gearbeitet haben, was nach Versuchsgeigen trotz sorgfältigster .Arbeit keinen
Er soll zuerst in
dem Stil seiner Arbeit nicht allzu glaubwürdig erscheint. höheren Wert. Er verrückte auch die Lage der F-Löcher
wiederholt sehr zu ihrem Nachteil. Seine Kopien da-
Er verwendet ein kleines, an Ruggeri erinnerndes Mo-
dell von mäßiger Wölbung, einen schönen, goldigen
gegen sind, bis auf den Lack, recht gut, und er erhielt
Lack, wenn auch nicht immer schönes Holz. Arbeiten, dafür auch mehrere Medaillen.

die ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden können,


sind selten und gewöhnlich aus Venedig datiert. Der
Antoniazzi, Gregorio. — Colle 1738

Text auf seinen Zetteln ist italienisch oder lateinisch. Vidal teilt nur seinen Zettel mit, de Piccolellis nur seinen
Namen, Werke seiner Hand konnte ich nicht erfragen.
Ansoldo, Rocco. — Genua. 1760 Geigenzettel: Gregorio / Antoniazzi / In Colle 1738

Selten vorkommender Meister, der nicht ungeschickt (gedruckt).


nach J. B. Guadagnini arbeitete.
Antoniazzi, Riccardo. — Mailand 1886. 1910
Antegnati, Giov. Francesco. — Brescia. 1535 Bruder von Romeo. Er war ursprünglich Musiker und
De Piccolelüs nennt ihn Antognati und führt ihn als hat sich schließlich auch dem Bau von Geigen und
Lautenmacher an. Die Quelle, aus der er geschöpft hat, Mandolinen zugewendet. Er arbeitete längere Zeit bei
kann zwar nur das Buch von Giovan Maria Lanfranco Leandro Bisiach und jetzt ist er Werkführer in der
2*
:

20 AntoniazzI — Arlow
Musikalien- und Instrumentenhandlung von Monzino Appel, Ignaz. — Budapest. Geb. 1854. 1910
in Mailand. Durch angeborenes Talent geleitet und
Schüler von Mönnig, arbeitete bei Zach und bei Voigt in
eifriges Studium erwarb er sich wertvolle Kenntnisse,
Wien, dann bei J. W. Schunda in Budapest und baute
die ihn zu einem recht geschickten Meister machten.
einige ziemlich gute Geigen, hat sich jedoch in letzter

Antoniazzi, Romeo. — Cremona, Mailand. Zeit mehr dem Bau des Cimbals zugewendet.
Geigenzettel : Appel Ignäcz , 18 Musikinstrumenten-
Geb. 4. Mai 1862 in Cremona Fabrik 88 / Budapest, Graf Kärolygasse Nr. 5 (gedr.).
Sohn von Gaetano A., Schüler semes Vaters. Nach
einer Studienzeit von 15 Jahren eröffnete er im Jahre Appold, Carl Friedr.
1887 Mailand seine eigene Werkstatt und verlegte sie
in Vermutlich ein schwäbischer Geigenmacher, der im
bald nach Cremona, wo er das Geschäft seines Vaters ersten Drittel des 19. Jahrhunderts tätig war.
übernahm. Er baut Streichinstrumente aller Art nach
Stradivari, Amati, Guarneri, Guadagnini und Pressenda Arcangioli, Lorenzo. — Florenz. 1825. 1849
und hat auch ein eigenes Modell, bei welchem eine von Ein Geigenmacher aus der Mitte des 19. Jahrhunderts,
ihm aufgestellte Theorie der Dicke des Bodens und der von dem sich ein gutes »Violoncello da Spalla« in W.
Decke Verwendung findet. Seine Geigen sind von Heyers Musikhistorischem Museum in Köln (Nr. 938)
schöner Arbeit und gut im Ton. Er besitzt goldene und befindet. Auch seine Violinen sind nicht schlecht, wenn
silberne Medaillen von Turin 1898, Paris 1900 usw. auch nicht hervorragend.
Antoniazzi Romeo Cremona fece in
Geigenzettel
Cremona
: di
l'anno .... (gedruckt) und Abb. 24.
/
Ardenois, Jean. — Gent. 1731
Wenig bekannt. Man weiß von ihm
Antonio, Cyprlano. — Lissabon. 18. Jahrb. Instrumente der Kathedrale in
nur, daß er die
Gent ausgebessert hat.
Ein Lautenmacher, von dem Mandolinen wiederholt Geigenzettel : Johannes Ardenois tot Ghent ; 1731 (ge-
vorkommen, deren Ausführung im ganzen recht ge- druckt).
fällig ist.

Geigenzettel: Cypriano Antonio a fez en / Lisboa rua Ardern, Job. — London 1893
Largo da Esperanza (gedruckt). In einer mittelmäßigen Violine stand sein Name.

Antonio s. Siciliano Arezzo, Nicolo, lebt als Geigenmacher in

Antonius Bononiensis s. Brensio Neapel


Antonio dai Liuti. — Ferrara 1475 Anas, Vicente. 1889
Erwird in Urkunden als »Maestro An ton iodai Liuti« Guter Gitarrenmacher.
bezeichnet. Wenn man bisher auch nicht mehr als
Arienti, Carlo Giuseppe. Mailand. 1810 (?).
seinen Namen kennt, wird man doch nicht fehlgehen,
ihn als Lautenmacher anzusehen. 1863 (?)
Das Mailänder Konservatorium besitzt von ihm einen
Antony, H. -1750. 1780 kleinen, graugelb lackierten Kontrabaß mit dem Zettel
Vidal bespricht ein aus Cremona 1751 datiertes Instru- Carlo Giuseppe Arienti / Fece in Milano, nella / Con-
ment zweiten Ranges aus der Sammlung des Marquis trada Ponte Vetro/ num. 1863. Anno 1810 (gedruckt).
St. Hilaire in Paris und gibt die Namen Hieronymus
de
Antony an. Es wird wohl nur H. geschrieben gewesen Arkhusen, Gebrüder. St. Petersburg. 1880 —
sein. Mir wurde ein Cello mit dem Zettel »Johann Im Jahre 1818 begründete Fabrik von Saiteninstru-
Antony, violinmacher, Mittenwald 1780« bekannt. Das menten, die gute, aber verhältnismäßig teure Instru-
Holz der Decke ist schön und klarjähng, beim Boden mente (Violinen, Gitarren usw.) herstellt und auch in
und den Zargen unschön, die Ecken sehr spitz; die Moskau eine Werkstatt unterhält.
schmale, elliptisch geschnitzte Schnecke ist tief aus-
gestochen, der Lack nußbraun. Die Arbeit hat eher Arling, Olaus (Olof). Stockholm, f 25. Jan. —
einen vogtländischen als einen Mittenwalder Charakter;
1735
auch war es mir nicht möglich, eine Familie Antony in
Von ihm ist nur bekannt, daß er sieben Jahre lang Ge-
Mittenwald nachzuweisen. Wahrscheinlich ist H(ans)
und Johann Antony ein und derselbe Geigenmacher. hilfe von Jonas Elg gewesen ist, nach dessen Tod die
Bekannt ist es, daß die Vogtländer sehr häufig »Cre- Witwe heiratete und damit die Werkstatt seines ver-
mona« oder »Mittenwald« als Ursprungsort angaben, storbenen Meisters bekam, aber schon nach zweiein-
auch wenn sie den eigenen Namen gebrauchten. halbjähriger Tätigkeit als selbständiger Geigen- und
Lautenmacher starb.

Antonio, Mastr'. — Venedig. 16. Jahrhundert


Um
Arlow, Heinrich. Brunn, Wien.
Ein venezianischer Lyrenmacher des 16. Jahrhunderts,
den Valdrighi (3933) anführt. 1850—1865.
War um 1849 Schüler von N. Savicki, den er in seinen
Anyon, Thomas. — Manchester. Geb. 1854 Modellen anfangs genau nachzuahmen suchte, wenn
An seinen Geigen wird der Lack besonders gelobt. seiner Arbeit auch etwas Schülerhaftes anhaften blieb
Arnitz — Arthmann 21

heller Lack). Er hat nur wenige Gel- burgensiam ejusdem patris sui et factus est burgensis
(flache Wölbung,
gen gemacht, doch war er als Geigenmacher nicht un- supra domum suam qu. fuit dicti patris sui sitam Fri-
geschickt, was schon daraus hervorgeht, daß er einen so burgi in inferiori angulo vici dicti Fischolant juxta car-
tüchtigen Schüler wie Jac. Kliment heranbildete. In reriam. Datum 12^ die mensis marcii anno Domini

seiner Arbeit erinnert er öfters an die Preßburger 1464.«

Meister er verwendete gelben Lack.


;

er kurze Zeit in Wien


Nach 860 scheint
ansässig gewesen zu sein.
1

Artaldus, Joannes Aloysius. — 1584


Eine Cithara mit sieben Saiten in der Sammlung Alfr.
Geigenzettel Heinrich Arlow/ Wien 863 (geschrieben).
dem Datum
:
Keil in Lissabon trägt diesen Namen nebst

Arnitz, Meinrad. — Obernußbaumen (Schweiz). 25. Oktober 1 584. Die .Arbeit sieht italienisch aus.

19. Jahrhundert Artalli, Giuseppe Antonio. Mailand 1 765


Ein Dilettant, der seinerzeit in der Schweiz herumreiste Selten vorkommender Meister. Seine Violinen sind dem
und sich da und dort aufhielt, um Geigen, so gut er es Wurmfraß stark ausgesetzt, erinnern an Testores Ar-
verstand, auszubessern. beiten und sind nicht schlecht im Ton.

Arnoldi, Carlo. — Anagni, Rom. 1790 Arthmann^), Georg Valentin. — Wechmar bei
Ein Meister dritten Ranges, der statt seines eigenen
Gotha. Geb. 19. Dez. 1750 in Wechmar,
häufiger fremde Zettel in seine Geigen geklebt haben
soll. fdas. 11. Jan. 1799

Arnoldt, Joh. — Prichsenstadt. 1891 Er war Sohn eines Schreiners und selbst Schreiner und,
wie es im Sterberegister zu Wechmar heißt: »besonders
Ein Schreinermeister, der mit Geschick und leidlichem Instrument macher*. Wahrscheinlich war auch schon
Verständnis zahlreiche Geigen repariert hat. .'Xuch sein sein Vater Johann Philipp A. nebenbei Instrumenten-
Sohn und Nachfolger soll sich als Reparateur bewährt macher. Vonbeiden ist nichts Näheres bekannt. Georg
haben. Valentin A. war zw^eimal verheiratet, in erster Ehe(l 773)
Arnot, David. — Glasgow. Geb. 1831 in mit Maria Elisabeth geb. Fischer, von welcher er sechs
Kinder hatte; aber nur sein ältester Sohn widmete sich
Turred Bant Cottage, f in Glasgow 1897 der Geigenmacherkunst und brachte es darin zu ziem-
Ein geschickter Geigenmacher, der ursprünglich einen licher Kunstfertigkeit. In seinem Trau- und Toten-
anderen Beruf hatte, als er 1859 nach Glasgow kam. schein wird er auch als Mitnachbar und Vormund-
Seine ersten Geigen waren nach Amati, die späteren schaftsverwandter aufgeführt und als Todesursache epir
nach Stradivari und Guarnerl gebaut. Erst 1888 eröff- demisches Faulfieber angegeben.
nete er seine Geigenmacherwerkstatt. Er war auch ein
vorzüglicher Geiger. Arthmann, Johann Nikolaus. — Wechmar bei
Geigenzettel : David Arnot / Glasgow 1 889 (geschr:). Gotha. Geb. 11. März 1774 in Wechmar,
Arnould, Eduard. — Moskau. Geb. in Mire- fdas. 20. Dez. 1846
court, t 1895 Ältester Sohn des Schreiners und Instrumenten-
machers Georg Valentin A. Er erlernte zunächst bei
Ein Mirecourter Meister, der die letzten Jahre seines
seinem Vater das Schreinerhandwerk und nebenbei den
Lebens in Moskau tätig war und, nachdem er längere
Instrumentenbau. Als Gehilfe kam er zu Ernst nach
Zeit bei Salzard gearbeitet hatte, seine eigene Werk-
Gotha, dessen Schüler er nun als Geigenbauer wurde.
Er wurde als Reparateur gelobt; seine
statt eröffnete.
Natürliches Talent und eine beim Vater schon er-
wenigen neuen Instrumente hat er jedoch zu schwach
worbene, nicht gewöhnliche Handfertigkeit brachten es
gebaut. Sein Nachfolger war der ehemalige Tischler
bald dahin, daß er Tüchtiges im Geigenbau leistete.
Petroff, der das Geschäft nur kurze Zeit weiterführte.
Nach dem Tode seines Vaters kehrte er nach Wechmar
Arphenmacher, Konrad. — Freiburg i. Schw. zurück und verheiratete sich 1812 mit Barbara Judithe
SchüUer und verlegte sich ausschließlich auf den Gei-
1454, t vor 1464
genbau. Nach Ottos .Aussage waren seine Geigen denen
Im Freiburger Bürgeraufnahmsbuche findet sich der von Ernst in der Form sehr ähnlich und hatten einen
Eintrag: »Cunradus dictus Arphenmacher f actus est starken, runden und dicken Ton, sprachen leicht an
burgensis supra domum suam sitam Freiburgi in angulo und wurden als gute Nachahmungen italienischer
vici dicti Fischolan usw. Datum vicesima die januaru Meister betrachtet. Arthm.ann verkaufte seine Violinen
anno 1454.« —
Ist es auch nicht durchaus sicher, daß zu zwei Louisdor'-), doch wurden sie, wenn sie gut ein-
dieser Konrad ein Harfenmacher war, so zwingt der gespielt waren, schon zu seinen Lebzeiten wesentlich
Vergleich mit den übrigen Eintragungen doch dazu, an- teuerer bezahlt.Trotzdem er sehr geschätzt war und
zunehmen, daß »Harfenmacher« den Beruf und nicht von seinem Herzog öffentlich belobt wurde, lebte er
etwa nur den Familiennamen bedeutete. doch in den bescheidensten Verhältnissen. Noch heute
Arphenmacher, Peter. — Freiburg i. Schw.
^) Wenn in der Literatur ein Geigenm.acher ».Altmann
1464 in Gotha« vorkommt, so ist das eine Verwechslung mit

Sohn von Konrad. Von ihm heißt es im Bürgerbuche Arthmann.


S. 81b: »Petrus Arphenmacher filius Conradi recepit -) Vgl. Journal für Fabrik. 1797, Jan., S. 66.
22 Artn Aubry

wird erzählt, daß es geradezu Staunen erregte, Arth- haben soll. Man sagt, daß er im Umriß das Amatimodell
mann die feinsten Arbeiten ausführen zu sehen mit nachahmte, jedoch die Wölbung zu hoch nahm und
seinen ungeschlachten Händen, deren Finger von einer unsauber arbeitete. Wahrscheinlich ist dieser Gasparo
geradezu abnormen Breite waren. Nachdem er 1842 am d' Assalone aus dem Namen Gasparo da Salos ent-

18. Dezember seine Eh.efrau, die an der .Auszehrung standen. Die Zettel mit seinem Namen sehe ich als Fäl-
starb, verloren hatte, siechte auch er dahin, bis er vier schungen an.
Jahre später an Altersschwäche starb. Kammermusikus
E. G. Lind in Koburg besitzt ein Quintett (zwei Vio-
Atelbotinger (Adelbodinger), Johann Georg. —
linen, eine Viola, ein Violoncello und einen Baß) und Hermannstadt (Nagy-Szeben). 1783
einige einzelne vorzügliche Instrumente von ihm.
Advokat Zins in Agöta besitzt eine Geige von ihm mit
Geigenzettel: J.N. Artmann in Wechmar / prope
dem Zettel Johann Georg Atelbotinger / Geigen unt
:

Gothan. 1835 (gedruckt). Lauten macher/ zu Herrmann Stadt Anno 1783 (gedr.).

Artmann, H. — Capri. 19. Jahrhundert Leider kommt sein Name in den Hermannstädter Ar-
chivalien nicht vor.
Ein Mandolinenmacher, der wahrscheinlich ursprüng-
lich Hartmann Er war nicht ungeschickt, Gustav
hieß. Atkmson, William Thomas Reed. — London,
Hering in München besaß eine hübsche Mandoline
von ihm.
Tottenhamm. Geb. in Stepney 23. Oktober
Geigenzettel : Capri / H. Artmann (geschrieben). 1851

Arvesen, C. Ferd. — Kopenhagen Ursprünglich Seemann, kam er dann zu einem Tischler


in die Lehre und begann 1869 seine erste Geige zu
Dänischer Geigenmacher der Gegenwart, der auf der bauen, die ihm so viel Freude machte, daß er eifrig
Nordischen Kunst- und Industrieausstellung 1888 mit arbeitete, um sich zu vervollkommnen. Schließlich ver-
einer Violine vertreten war. ganz auf den Geigenbau und eröffnete 1881
legte er sich

Ascensio, Dom Vicenzo. — Madrid.


in Tottenhamm seine Werkstatt. Er baut nach eigenen
1 775. 1 790
Modellen Geigen, die er mit Bernsteinlack überzieht.
Ein Priester, der sich mit dem Anfertigen und be- Seine Arbeit ist sorgfältig, der Ton gut. Er erhielt in
sonders mit dem Ausbessern von Geigen befaßte. Sein Paris 1889 und in Edinburgh 1890 Medaillen. Meredith-
Geschäftstagebuch soll noch vorhanden sein, aus dem Morris brachte seine Biographie in »The Strad« 1900
hervorgeht, daß er vom spanischen Hofe beschäftigt Nr. 127.
wurde und sich sowohl an Werken von Stradivari wie Tottenham 1892
Geigenzettel: William Attkinson ,'
in
von Stainer vergriffen hat. Vgl. die »Greffuhle Stra-
(gedruckt).
divarius« (Stuttgart, Hamma & Co.).

Askew, John. — Stanhope, Darlington. 1879. Attore, Michele. — Padua, Venedig. 1583.

1885 1620
Ein Schuhmachermeister, der auf der Londoner „Inven- Ein Lautenmacher, von dem sich hauptsächlich Archi-

tionsexhibition" für zwei gut gebaute Violinen eine lauten erhalten haben. Eine Chitarrone von 1620 aus

bronzene Medaille bekam. Venedig besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum


in Köln (Nr. 513).
Askey, Samuel. — London. 1785, f um 1840
— Breslau
Atze.
Ursprünglich zum Klempner bestimmt, wurde er an-
geblich Schüler von John Morrison und arbeitete um Guter Geigenreparateur. Vgl. Schles. Tonkünstler-
1825 für G. Corsby. Wenig ansprechende Arbeit. lexikon. Breslau 1846.
Manche glauben, den Namen Astley lesen zu müssen.
Geigenzettel: Askey ,' No. 9 Fleet Lane / 1785 (gedr.).
Aubert. — Troyes. 1767. 1789
Als Geigenmacher nicht bemerkenswert; dagegen
Aspinall, James. — Bolsterstone. Geb. 1855 kommen gute Gitarren und Lauten von ihm vor; eine
solche mit zwei Hälsen befindet sich aus der Sammlung
Er baut nach Riechers Stradivari-Patron und ver-
Snoeck (Nr. 355) in Berlin. Eine zehnsaitige Gitarre
wendet Whitelaws Lack.
aus abwechselnden Streifen von Rosenholz und Ahorn
Asplund, C. E. — Skultuna. Wahrscheinlich mit dazwischenliegenden Ebenholzadern und ähnlich
behandeltem Halse und Wirbelbrett besitzt Fritz Wild-
18. Jahrhundert
hagen in Haiensee. Sie trägt den Brandstempel Aubert :

Verfertiger einer %-Geige im Museum zu Gothenburg, a Troyes.


deren eckenloser, gitarrenähnlicher Körper aus Messing
besteht. Hals, Schnecke und Saitenhalter usw. sind aus Aubry. — Mirecourt. 1 8. Jahrhundert
Holz. Eine Geigenmacherfamilie, von der eigentlich kein Mit-

Assalone, Gasparo (Gaspero) d'. — Pesaro und glied zu größerer Bedeutung gelangt ist. Auf Pierre, der
schon 1738 vorkommt, folgen Franq:ois (1758. 1765),
Rom (?) Charles (1753. 1765), Nicolas (1762) und Dominique
Ein zweifellos erfundener Geigenmacher, von dem be- (1772). Sie scheinen auch weder Zettel noch Brand-

hauptet wird, daß er um 1690 und noch um 1740 gelebt marken gebraucht zu haben.
Aubry — Avorie 23

Aubry, Fran^ols. — Mirecourt. 1757. 1767 Ausold (Unseld), Georg. — Ulm. 1609
! Er galt als guter Bogenmacher. Vielleicht ein Sohn Christophs. Auch er verkaufte der

Aubry, Jacques (?). — Paris. 1840


Stuttgarter Hofkapelle Saiten.

Aldrlcs Neffe und Geschäftsnachfolger, der vermutlich Augiere. — Paris, 1830


vorher in Remiremont tätig war. In Paris war er nur
Er war lange Zeit Gehilfe von Clement. Um 1830
Händler, der andere für sich arbeiten ließ.
machte er sich selbständig und verband sich mit Calot.
Audinot, Charles I. — Mirecourt. 1763 Sie hatten ihr Geschäft in der
und bauten viele Instrumente, die
Rue St. Eustache Nr. 12
weder besonders zu
Einer der besseren Mirecourter Geigenmacher seiner loben noch zu tadeln sind. Französischer Stil, roter und
Zeit.
rotbrauner Lack.

Audinot, Charles II. — Mirecourt. Geb. 1 788,


Austine, Arthur. — London. 1900
t gegen 1850
Ob die Violinen mit seinem Zettel von ihm gemacht
Em guter Handwerker, dessen .arbeiten ohne künst- sind, konnte ich nicht feststellen.
lerischen Wert sind.

Audinot, Leopold. — Mirecourt. Geb. 1811, Auteur, Baptiste. — Paris. Um 1850


In tadellos gearbeiteten Gitarren von schönem Ton
t 1891
findet man den Zettel: (Vignette) Guitarre la Pre-
'

Sohn von Charles A. und wahrschemlich auch sein votte / Dediee aux Dames. Luthier B'^ Auteur /
/
Schüler. Seme Arbeit ist von gewöhnlicher Mirecourter
Rue Richelieu N° 10 / Paris (gedruckt).
Art. Er war der Schwiegersohn und Nachfolger von
Laurent Bourlier.
Autieio, Gaetan. — Avignon (Vaucluse). Geb.
Audinot, Nestor Dominique. — Paris. Geb. 14. Okt. 1853inTeano (Italien)

in Mirecourt 12. Dez. 1842 Schüler seines Vaters Paride A. Im Jahre 876 wurde er 1

Nachdem er bei seinem Vater Leopold A. ausgelernt Abeilles Nachfolger in Avignon. Seine Werkstatt be-

hatte, kam er 1863 nach Paris zu Seb. Vuillaume und fand sich erst Rue Saunerie No. 3 und wurde später
machte sich 1868 in der Rue Faubourg St. Denis 17 nach der Rue des Marchands 28 verlegt. Seit er sich in
selbständig. Nach 1875 wurde er S. Vuillaumes Nach- Frankreich ansässig machte, beschränkte er sich auf den
folger und wohnt Boulevard Bonne Nouvelle 7.
jetzt 1
Handel und unterhält eine Reparaturwerkstatt für alle
Er ist Geigenmacher wie ge-
ein ebenso geschickter Arten von Musikinstrumenten.
suchter Reparateur und wendet dem Studium des
Lackes seine besondere Sorgfalt zu. Er hat etwa 600 In- Autiero, Joseph. — Avignon. Geb. 31. Dez.
strumente gebaut und gilt auch als em tüchtiger Bogen- 1858 in Teano (Italien)
macher.
Er ließ sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts als
Geigenzette! : Abb. 8 und 1 6.
Geigenmacher und Reparateur in Avignon nieder, wo
Audinot, Nicolas I. — Mirecourt. 1742
er Rue des Marchands No. 30 wohnt. Er handelt mit
allenMusikinstrumenten und besitzt mehrere Medaillen.
Vielleicht der Stammvater und der erste Geigenmacher
Geigenzettel Repare par J^" Autiero / luthier / Avignon
:
seiner Familie.
anno 1886 (gedruckt).
Audinot, Nicolas II. — Mirecourt. 1845. 1891
— Teano.
Autiero, Paride. 1860. 1870
Nachdem den Militärdienst verlassen, verlegte er
er
sich auf den Geigenbau und machte billige Geigen. Ein fleißiger Geigenmacher, der mit seinen Söhnen alle
Einige derselben tragen seinen Namen eingestempelt Arten von Geigen und Mandolinen usw. gebaut hat,
und Er soll bei einem Mirecourter
sind aus Paris datiert. ohne dabei gerade bemerkenswerte Künstlerschaft an
Vuillaume gelernt haben und ist mit den übrigen Gei- den Tag zu legen.
genmachern seines Namens nicht verwandt.
Geigenzettel Paride Autiero / fecit
: Teano 1865 (gedr.).

Audinot, Victor. — Mirecourt. 1912


Auversen, Sveinung. — Lunde (Telemarken).
Er ist nicht mehr der jüngste Geigenmacher aus seiner
Familie, da er auch seinen Sohn, der sein Schüler ist, 1897. 1902
Geigenmacher werden ließ.
Norwegischer Geigenmacher der Gegenwart, der sog.

Ausaire. — Paris. Um 1830


Hardangerfiedeln herstellt.

Als Geigenmacher nur ein Handwerker. Avenia s. D'Avenia


Ausold(Unseld), Christoph. — Ulm. 1586. 1591 Avorie, Henry. — Edinburgh. 1765
Ein Lautenmacher, von dem die Stuttgarter Hofkapelle Wenig bekannter Geigenmacher, der englischen Schule
wiederholt Saiten bezog. nahestehend.
24 Baad
aader achmann
Bachi

Baader, J. A., & Co. — Mittenwald Bacco (Backo), Heinrich. — Mannheim. Geb.
Neben Neuner & Hornsteiner die bedeutendste Firma 8. Aug. 1818 in Mannheim, f um 1885
Mittenwald, die ihre Gründung m das Jahr 1790
in
Er war der Sohn eines Mannheimer Schiffsknechts; wo
Em großer Teil der Geigenmacher des
setzen kann.
und bei wem er gelernt hat, ist nicht bekannt, aber be-
Ortes steht in Diensten dieser Firma oder arbeitet für
reits im Jahre 1837 führte er Reparaturen für das Hof-
dieselbe. Der langjährige Inhaber Johann Paul Baader
theater-Orchester aus. In den Mannheimer Adreß-
starb am 24. Juni 1899 im 89. Lebensjahre. Der in-
büchern kommt er von 1852 bis 1885 als Instrumenten-
zwischen gleichfalls verstorbene Max B., geboren
macher vor, und als solcher hat er am 20. Juni 1865 das
18. Januar 1843, war sein Nachfolger. Er lernte im
angeborene Bürgerrecht angetreten. Er scheint sich aus-
väterlichen Geschäfte,unternahm zu seiner weiteren
schließlich mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt zu
Ausbildung Reisen durch Deutschland, England und
haben, vorzugsweise wird sein Reparaturzettel in Bäs-
Amerika. Er war, wie sein Vater, Hoflieferant und ar-
sen und Violoncellis gefunden.
beitete mit trefflich geschulten Leuten. Der jetzige
Firmeninhaber ist sein Sohn Adolf Baader, geb. 1876. Geigenzettel : H. Bacco / in / Mannheim / Repare 1840
Er ist Bürgermeister von Mittenwald. Die Firma besitzt (geschrieben).

ein eigenes Sägewerk und beschäftigt etwa 160 Heim-


arbeiter mit Teilarbeit und eine Anzahl im Betrieb
Bach, H. E. — Melbourne. 1888. 1906
dauernd angestellte Leute. Die Geigen sind trotz ihrer Geigenmacher, der als Reparateur gelobt wird.
ungewöhnlichen Billigkeit recht gut, das Holz ist schön,
ebenso der Ol- oder Spirituslack. Auch die Zithern, die Bach, Johann Sebastian. Geb. 21. März 1685
bei ihm hergestellt werden, entsprechen strengen An-
in Eisenach, f 28. Juli 1 750 in Leipzig
forderungen. Er verwendet Zettel mit seiner Firma.
Einer der größten Tonschöpfer der hier als
aller Zeiten,
Baader s. auch Bader der Erfinder der »Viola pomposa" aufgeführt werden

Baarsen, Johannes. — (Norwegen.) 1812


darf. Das Instrument war eine übergroße Viola mit
fünf Saiten und nahm im Orchester etwa die Stelle
In Alfr. Keils Sammlung in Lissabon befindet sich eine ein, die jetzt dem Violoncello zugewiesen ist, das die
Hardangerfledel mit diesem Namen. Viola pomposa auch vollständig verdrängt hat.

Baas, Peter Nielsen. — Kopenhagen. 1708 Bachelier, Jean Gaspard. — Paris. 1 777. 1 789
Seine Arbeiten erinnern an die deutsche Schule. Eine
Unbedeutender Geigenmacher, der nur handwerks-
sechssaitige Tenorviola di Gamba befindet sich bei
mäßig arbeitete und seine Geigen selten bezeichnete.
Claudius in Kopenhagen.
Er wohnte zuerst in der Rue de la Tissanderie und von
Geigenzettel : Peter Nielsen Baas / in Copenhagen 7081
1783 an Place Baudoyer.
(gedruckt).

Babos, Bela (Adalbert). — Hermannstadt (Nagy Bachman, A. — Amsterdam


In der Mitte des 19. Jahrhunderts soll ein Geigen-
Szeben). 1915 macher dieses Namens in Amsterdam gelebt haben,
Siebenbürgischer Geigenmacher der Gegenwart. etwas Näheres über ihn war jedoch nicht zu erfahren.
Er dürfte mit dem Geigenmacher Johannes Bachmann
Babos, Sändor (Alexander). — Szegedin. identisch sein.

1915
Bruder von Bela und wie dieser Geigenmacher.
Bachmann, Anton. — Berlin. Geb. 1716 in

Berlin, f 8. März 1800 daselbst


Babutzky, Leo. — Mährisch - Neustadt. Er war schon mit 30 Jahren Königlich Preußischer Hof-
1914 instrumentenmacher und stand in einem Ansehen, das
seine Arbeiten nicht rechtfertigen. Seine Violen und
Ursprünglich Bildnismaler, Schüler der Münchener
Violoncelli werden allerdings ihres starken Tons wegen
und Wiener Kunstakademie, wurde er durch den Tod
noch heute von Orchestermusikern sehr geschätzt,
seines Vaters veranlaßt, in die Heimat zurückzukehren.
klingen aber roh. Er hat nie gute Modelle gehabt und
Ein Zufall führte ihn mit einem ehemaligen Gesellen
Troppau zusammen, der ihm die
nie gutes Holz —
das er sich zu seiner Zeit in Berlin frei-
des alten Paflik in
Durch eifriges
wichtigsten Handwerksgriffe beibrachte.
lich nur schwer hätte verschaffen können verarbeitet. —
Einige seiner Geigen gab er für Kopien nach Stradivari
Studium vervollkommnete er seine Kenntnisse und
nach diesen zu urteilen, aber nie em echtes
aus, er hat,
baut jetzt recht gute Geigen. Seine Erfahrungen als
Instrument gesehen. Seine Wölbung ist steif, nach den
Maler kommen ihm bei der Herstellung seines Lackes
Backen zu plötzlich abfallend und in der Brust zu dick,
sehr zustatten.
der Lack stumpf, von häßlicher brauner Farbe. Eine
Bacchetta (Barchetta), Giuseppe. — Cremona Viola da Gamba von 746 von besserer Ausführung be-
1

wahrt die ehem. Königliche Sammlung alter Musik-


und Mantua. 1784 instrumente in Berlin (Nr. 831), ein Violoncello von
Ein selten vorkommender Geigenmacher, von dem ich 1757 die Schweriner Hofkapelle, eine mandolinenartige
eine Viola gesehen habe, bei der außer dem Lack wenig Laute von 1784 mit hübschem Dachstern Fritz Wild-
zu loben war. hagen in Haiensee bei Berlin. Mehrere Erfindungen, die
Bachmann — Bader 25

gewöhnlich seinem Sohne zugeschrieben werden, dürf- Backman, Carl. — Nyköping. 1828
ten von ihm herrühren, z. B. Gitarren mit Hammer-
Ein schwedischer Geigenmacher ohne hervorragende
klaviatur, aber nur seine 778 bekannt gewordene Er-
1

Eigenschaften.
findung des Schraubenmechanismus am Kopf der
Bässe hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Sem Backmann, David. — St. Petersburg. 1834.
zweiter Sohn, Friedrich Wilhelm B., soll zwar auch das
Geigenmachen erlernt haben, er war aber Berufs- 1840
musiker (Geiger) und Kapellmeister und soll sich von Nach einer gut gearbeiteten Violine zu urteilen, die
1797 an nebenbei auch auf den Handel mit Musik- seinen geschriebenen Zettel trug, war er einer der ge-
instrumenten verlegt haben. Vgl. Allg. D. Biographie, schicktesten Geigenmacher, die zu seiner Zeit in Ruß-
Ledeburs Tonkünstlerlexikon Berlin usw. land tätig waren.
Geigenzettel : Abb. 36. Gelgenzettel: David Backmann / in Petersburg 1840.

ßachmann, Johannes. — Amsterdam. 1840 Bacso, Istvan (Stephan). — Szegedin. 1905


Er stammte aus Deutschland und hatte in der Reparateur bekannt geworden.
Ist mir nur als
Agnietenstraat seine Werkstatt. Seine Geigen waren
sauber gearbeitet, besonders wurde er als Baßmacher Baczynski, Ladislaus. — Krakau. 1902
geschätzt.
Polnischer Geigenmacher der Gegenwart.

Bachmann, Johannes Ernst. — Sneeck. Gro- Geigenzettel: Ladislaus Baczyiiski — fecit Cracoviae
19 . . (gedru:kt).
ningen. Geb. 13. Juni 1851 in Amsterdam.

f in Groningen
Bader, Daniel. — Antwerpen. 1600. 1607

Sohn und Schüler von Johannes B. Nachdem er eine Eine Theorbe mit diesem Namen wurde
in Lon- 1869

Zeitlang Geigenmacher der städtischen Musikschule don versteigert. Sie rührte jedenfalls von jenem Daniel
in Sneeck (Friesland) gewesen war, ließ er sich in Bader her, der, ein Deutscher, im Jahre 1600 als Orgel-
Groningen nieder. Er arbeitete zumeist nach Stradi- und Clavecinmacher in die Antwerpener Gilde aufge-
vari, aber auch nach Brescianer Vorbildern. nommen wurde und 1607 noch gelebt hat.

Bachmann, Karl Ludwig. — Berlin. Geb. Bader, Johann. — Mittenwald. 1760. 1763

1748, t 26. Mai 1809 Gute Arbeit nach den Traditionen der Klotzschen
Schule.
Sohn von Anton B. und ursprünglich zum Musiker
ausgebildet. Er war ein Virtuose auf der Viola, trat Baders Erben. — München
1765 in die Königliche Kapelle in Berlin als Kammer-
Eine Geigenmacherfirma, die um 1844 in München
musikus ein und errichtete 1770 mit Benda zusammen
eine Niederlage von Mittenwalder Instrumenten hatte.
ein sehr geschätztes Liebhaberkonzert, wobei er bis zu
Bendas Tod
trat').
freilich
Mehr und mehr wandte
nur als Geschäftsführer hervor-
er sich mit der Zeit dem Bader, Franz.
— Mittenwald. 1889. f nach
Geigenbau zu. Im Jahre 1785 verheiratete er sich mit 1912
der als Klavierspielerin und Sängerin geschätzten Char- 1889 Geigenbau-
Ein tüchtiger Meister, der seit als
lotte Caroline Stöwe (f 19. August 1817). Er war sorg- und
lehrer an der Mittenwalder Fachschule wirkte sich
fältiger in der Wahl des Holzes als sein Vater, auch sind
als solcher große Verdienste um die blühende Industrie
seine Geigen regelmäßiger gebaut, nur etwas zu dick im Seine letzten Lebensjahre
seiner Heimat erworben hat.
Holz. .4m besten sind jedenfalls seine Bratschen. Eine
verbrachte er in wohlverdientem Ruhestand.
solche besitzt Rechnungsrat Friedrich in Posen.

Geigenzettel Carl: Bachmann in Berlin 1 796 (geschr.). Bader, Johann. — Mittenwald. Geb. 5. April

Bachmann, Otto. — Halberstadt. 1830. 1835 1876 in Mittenwald


Er besuchte durch drei Jahre die Mittenwalder Geigen-
Tüchtiger Meister, der sich sowohl im Neubau als auch
im Wiederherstellen alter Geigen bewährte. Er gab e;p.e bauschule und arbeitete dann fünf Jahre lang als Ge-
Schrift unter dem Titel : Theoretisch-praktisches Hand- hilfe bei Joh. Padewet in Karlsruhe, K. A. Hörlein in
P
buch des Geigenbaues usw., Leipzig 1835 bei G. Basse, Würzburg, 0. Migge in Koblenz und Gius. Fiorini in
heraus. Er scheint vor 1848 bereits gestorben zu sein, München. Im Jahre 1901 machte er sich in Mittenwald
! da er in den Meldelisten von Halberstadt im Jahre 1848 selbständig, und ihm bald, sich durch tadel-
es gelang

nicht mehr vorkommt. lose .Arbeit einenbedeutenden Ruf zu erwerben. Eine


Zeitlang war er auch als zweiter Lehrer an der Mitten-
Bachmann, Wilhelm. — Brunn. 1810. f 1856 walder Geigenbauschule tätig. Hauptsächlich beschäf-
tigt er sich mit dem Neubau von Soloviolinen, die er
In einer Gitarre fand ich seinen Namen. Er wurde 1810
nach Stradivari, Guarneri, N. Amati und Maggini aus-
Bürger und am 5. Mai desselben Jahres als »Instru-
führt. Seinen Lack (Öl- und Spirituslack) bereitet er
mentenmacher« Mitglied der Tischlerzunft.
sich selbst.Er baut auch Lauten und Gitarren und ist
ein geschickter Reparateur.
^) .Ms Kapellmeister wurde er später sehr abfällig be-
urteilt. Geigenzettel Johann Bader. Mittenwald. 1909. (gedr.)-
:
26 Bader — Bailly
Bader, Josef. — Mlttenwald. 1748 Schäften in Padua ausgesetzten Preis erhielt. Diese
handlung wurde 786 auf Kosten der Akademie ge-
]
Ab-

Klotz-Schule; seine Geigen sind nach der Form gebaut druckt und ist seitdem wiederholt erschienen und so-
und dem kleinen Amati-Modell nachgeahmt. Das Holz wohl mehrfach ins Deutsche als auch ins Französische,
ist gut gewählt, der Lack braun. Englische usw. übersetzt worden. Seine Arbeit ist sehr

Bader, Martin. — Mittenwald. 1730. 1736 überschätzt worden, denn etwas Sicheres wußte er doch
nicht. Vieles von dem, was er vorschlägt, hat sich niclit
Er darf als ein echter Klotz angesehen
Schüler von M. bewährt. Wenn man auch annehmen will, daß er das
werden. Seine Geigen smd gut und kommen denen Geigenmachen erlernt hat, so scheint er doch die
seines Lehrers nahe; nur soll er auch den Zettel
Lücken seines Wissens durch selbsterfundene Theorien
Stainers häufig mißbraucht haben.
ausgefüllt zu haben. Trotzdem verdankt man ihm bis zu

Bär (Bahr, Beer), Andreas. — Wien. 1679. einem gewissen Grade die wenigen auf uns gekommenen
Grundsätze, nach denen die alten italienischen Meister
t 16. März 1722 gearbeitet haben. Über sein Leben ist nicht viel mehr
Wahrscheinlich aus Füssen emgewandert, oder zu der bekannt, als was er in seiner Schrift selbst erzählt, und
Familie Perr (aus der Ramsau stammend) gehörig und daß er mit Antonia Pelizzari verheiratet war, ver-
vielleicht ein Sohn von Hans Perr, der semen Namen schiedene Kinder hatte und gänzlich verarmt und er-
auch gelegentlich Beer schrieb. Er nennt sich auf seinen blindet starb. Eine Zeitlang arbeitete er mit Danieli
Zetteln ausdrücklich »bürgerlicher Lautten- und Gei- zusammen. Eine Geige mit seinem Namen, von guter
genmacher«, doch war es mir nicht möglich, seine Arbeit und rotem Lack, vmrde kürzlich in England um
Bürgeraufnahme zu ermitteln. Seine Violen waren in ca. 1000 Mk. gekauft. Eine andere zum Verkauf aus-
ihrer Ausführung nicht hervorargend Violinen dürfte ;
gebotene Geige von ».'\ntonio Bagoletto in Padua, 1 782«
er nur wenige gemacht haben, wodurch sich ihr seltenes dürfte, wenn sie echt war, gleichfalls von Bagatella ge-
Vorkommen erklärt. Sie sind unansehnlich, braun wesen sein. — Er ahmte Jos. Guarneri nach und steht
lackiert, besser dagegen sind seine Lauten, und Baron Joseph Rocca nahe.
sagt von ihm in seiner Untersuchung des Instrumentes Geigenzette! : .Antonius Bagatella delectens / fecit
der Lauten, nachdem er erwähnt, daß er als Lauten- Patavij Anno 794 1 (gedruckt).
macher berühmt sei »Was [Andreas Bahr] anlanget, so
:

arbeitete er breitspänicht, und sind seine Instrumente Bagatella, Pietro, gen. Piclno. — Padua. 1712,
von dem hochberühmten Graffen Logi^) ungemein
soll 1 760 noch gelebt haben
aestimirt worden« (S. 96).
Vermutlich der Großvater oder Oheim Antonios. Er
Baer. — Meiningen. 1917 verwendete ein sehr hochgewölbtes Modell und dunkeln
Ein Kammermusiker, der auch als geschickter Geigen- Lack. Um
1726 soll auch ein Carlo Picino als Geigen-
macher gilt.
macher gelebt haben.

Baffo, Antonio (Joannes Antonius). — Venedig. Bagnini, Orazio. — Florenz. 1661. 1667
Sohn von Antonio B. Ein von Vidal und Valdrighi er-
1523. 1581
wähnter, sonst aber nicht bekannter Lautenmacher des
Er wird mehrfach als Lautenmacher erwähnt, doch es 1 7. Jahrhunderts.
gelang mir nur, ihn den Erbauer von schönen Harfen
als

und Klavizimbeln nachzuweisen. Bailly, Antoine. — Mirecourt. 1 770


Geigenzettel: Antonius Baffo Venetus fecit (gedruckt). Ein Geigenmacher, der um 772 seinen Heimatsort ver-
1

lassen hat. Ein anderer Antoine Bailly kommt 763 bis


Bagany. — Pottendorf. 1822 1 785 als Bogenmacher vor.
1

Auch einer von den unglücklichen Reformatoren des


Geigenbaues. Er erfand Geigen, deren Decke aus Eisen-
Bailly, Joseph. — Mirecourt. 1770. 1790
blech hergestellt wurde, die aber trotz ihrer Billigkeit — Seinen Namen fand ich in einer sauber gearbeiteten
das Stück kostete 4 fl. 48 kr. C. M. —
die Welt nicht Violine, die ein Wiener Musiker besaß.
eroberten.
Bailly, Paul. — Mirecourt, London, Paris.
Bagatella, Antonio. — Padua. Geb. 21. Febr.
Geb. in Mattaincourt 13. April 1844
1755, 125. Mai 1829 Er Ausbildung in Mirecourt bei Jule«
erhielt seine erste
Sohn des Gaetano B. und der Catarina Coppo-Scan- Gaillard, Prosper Gabasse und P. G. Grandjon. Hierauf
ferla. Er wollte ursprünglich Geiger werden und war arbeitete er bei Fran^ois Vuillaume, der ihn zu seinem
vermutlich ein Schüler seines Verwandten Pietro B. Bruder J. B. V. nach Paris schickte, hier blieb er meh-
Ein literarisch und musikalisch gebildeter Mann. Seine rere Jahre und wurde 1869 zum Geigenmacher der
Bedeutung liegt allerdings weniger in seiner Kunst als Musikakademie in Douai ernannt. 1892 ging er nach
Geigenmacher, als vielmehr darin, daß er eine .Ab- Mirecourt zurück und arbeitete hauptsächlich für die
handlung über die Theorie des Geigenbaues schrieb, ersten Pariser und Londoner Firmen. Während dieser
für welche er 782 einen von der Akademie der Wissen-
1 Zeit bildete er auch viele Lehrlinge aus, 1884 zog er
nach Paris und blieb wieder mehrere Jahre da dann ;

Berühmter Lautenspieler, t 1721


^) in Prag im Alter verlegte er seine Werkstatt nach London und 1898 end-
von etwa 80 Jahren. gültig nach Paris zurück, wo er jetzt Rue de Grenelle
Baines — Baldantoni 27

Nr. 197 wohnt. Er baut nach allen Modellen, auch nach Baßviola, die aus dem Besitze des Cellisten Tolbecque
englischen, seine Violinen hauptsächlich nach der stammt, bewahrt das Konserv'atonum in Brüssel.

»Messias« von Stradivari. Für seine Violoncelli zieht er Geigenzettel: Francis Baker in Pauls church / Yard ,

ein großes Patron vor und verwendet einen schönen, 1696 London (gedruckt).
kastanienbraunen Ollack. Der Ton seiner Geigen ist
edel und gleichmäßig in allen Lagen und seine Arbeit
Baker, John. — Oxford. 1688. 1720
vorzüglich, er besaß 1990 bereits mehr als 10 Medaillen Die Violenbauer des 17. Jahrhunderts in England
usw. Bekannt sind seine von Prof. Wagner in Lissabon standen im höchsten Ansehen bei allen Musikern und
veranlaßten Versuche, Geigen ganz aus dem brasilia- w-urden damals von vielen den Italienern vorgezogen.
nischen Murtaholz zu bauen. Jetzt arbeiten auch seine Zu den englischen Meistern, die diese hohe Wert-
Söhne bei ihm. schätzung durch ihre Arbeit rechtfertigen, gehört auch
Geigenzettel : Paul Bailly luthier ä Mirecourt, Vosges /
John Baker, von dem nur vortreffliche Violen und
Eleve de B. Vuillaume de Paris / Luthier de l'aca- Gamben bekannt sind. Sein Lack ist von hellgelber
J.
Farbe. Eine schöne Viola da Gamba von ihm war 1872
! demie de musique de Douai (gedruckt) und Abb. 52.
im South Kens. Mus. ausgestellt.
Baines. — London. 1780 Geigenzettel : John Baker / Oxon / 1 688 (gedruckt).
Man weiß von ihm nur wenig mehr,
Schüler von Matthew Furber war.
als daß er ein
Baker(Bakker), William. — Oxford. 1673. 1683
Das Selhofsche Auktionsverzeichnis (Hag 1759) nennt
Balrhoff, Giorgio. — Neapel. 1757. 1786 eine Gamba von ihm. Es liegt nahe, diesen William für
den Vater von John und vielleicht auch von Francis zu
Da der seltene Name Bairhoff in Füssen vorkommt,
halten. Eine Violine und eine Viola besitzt T. W. Tap-
darf man annehmen, daß auch er aus Füssen stammte
house.
und einer der vielen Deutschen war, die als Gehilfen
bei den Gaglianos und anderen gearbeitet haben und Baker. — Brighton. 1820. 1830
schließlich in Italien seßhaft geworden sind. Seine Ar-
Von ihm weiß ich nur, daß er u. a. einige sehr gute
beit erinnert an G. u. N. Gagliano, er benutzte ein
Bässe gebaut hat.
schönes, breites, flaches,manchmal mittelgroßes Mo-
dell. Seine Geigen sind dick im Holz, haben eine wenig Balcaini
elegante Schnecke, aber meist großen Ton und sind
Eine Geige mit diesem sonst unbekannten Namen,
zumindest sehr gute Orchesterinstrumente. (Barthoff
kleines Amati-Modell, boten G. Withers & Sons vor
statt Bairhoff zu lesen ist falsch.)
dem Kriege um 15 an. £
Geigenzettel: Giorgio Bairhoff Fecit '

Naooli 1757
(Initiale.! im Kras) (gedruckt) und Brandmarke Nr. 24.
Baldantoni, Giuseppe. •
— Ancona. Geb.

Baisch, Samuel. — Stuttgart. 1572. f 1593


19. März 1784, t 5. Jan. 1873
Einer Familie von Mechanikern entstammend, erlernte
Ein Geistlicher, der früher Pfarrer in Gundringen und
er in seiner Jugend bei dem als Lehrer geschätzten
Altburg war und wahrscheinlich in Füssen in die Ge-
Geiger Nappi das Viollnspie!. Nappi führte kleinere
heimnisse der Lautenmacherei eingeweiht wurde. Er
Reparaturen an Geigen selbst aus und leitete auch seine
kam 572 nach Stuttgart und wurde bald darauf in der
1
Schüler dann an, was Baldantoni veranlaßte, selbst zu
Hofkapelle als Musiker und Instrumentenmacher ange-
versuchen, eine Geige zu bauen. Wenn diese im Äußern
stellt, wo er nach Thanners Tod auch eine Zeitlang die
auch wohlgelungen aussah, so war sie doch in allen
Musikinstrumentenwerkstatt leitete. Noch im Jahre
Maßen usw. verfehlt, und erst, als ihm Bagatellas Schrift
1585 kaufte er von dem Füssener Lautenmacher Ma-
in die Hand fiel, kam erdazu, den Gelgenbau ernsthafter
thias Stehelin, der damals in Hausen a. d. Fils lebte,
zu studieren. Er tat dies von nun an mit Eifer und war
allerlei Werkzeuge, obwohl er schon 582 zu seinem 1
nach jahrelangen Bemühungen wirklich imstande, Gei-
geistlichen Berufe zurückgekehrt und Pfarrer in Both-
gen von schöner Form und gutem, weichem Klang her-
nang geworden war. Im Jahre 592 wurde er als mark-
1
zustellen, wobei er ein großes Stradivanmodell bevor-
gräfÜch badischer Pfarrer nach Bohlingen berufen, wo
zugte, nur die F- Löcher lassen oft den rechten Schwung
er schon ein Jahr darauf starb.
vermissen. Er hat an 200 neue Violinen, Violen, Violon-
celli und Bässe gebaut, obwohl er auch als Mechaniker
Bajoni, Luigi. Mailand. 1838. f nach
vielbeschäftigt war. 1869 erhielt er eine goldene Me-
1878 daille für seine Erfindung einer sehr zweckmäßigen
Obwohl er sich bestrebte, an die Traditionen seiner Mechanik für Trommeln, auch die von ihm verfertigten
heimischen Schule anzuknüpfen, fehlte ihm doch die Stimmgabeln waren geschätzt. Seine Geigen sind
rechte Begabung, um sich aus seinem Handwerk zur sauber durchgearbeitet, haben flache Wölbung und
Kunst zu erheben. braungelben Lack. Merkwürdigerweise werden seine
Geigen oder solche, die man ihm nur zuschreibt, von
Baker, E. L. — New London (Conn.) 1849 Händlern u. dgl. gern bis in die Mitte des 18. Jahr-
Amerikanischer Geigenmacher und Händler. hunderts zurückdatiert. Sein Sohn Benjamin ist ein be-
kannter Geigenvirtuose.
Baker, Francis. — London. 1696 Geigenzettel: Joseph Baldantonj Anconae ; fecit .Anno
Vielleicht ein Bruder Oxforder Meisters und
des 1734 (gedruckt). — Josephus Baldantonus / Anconiae
diesem in seiner Arbeit ebenbürtig. Eine vorzügliche fecit Anno 1839 (gedruckt).
28 Balestrierl — Banks
Balestrleri, Pietro. — Cremona. 1 735 larino) heute
hielt er sich
noch in Italien vorkommt. Im Jahre 1740
auf einer Reise in Terni auf, wie der bei De
Er nennt sich einen Schüler Stradivaris und war ein Wit veröffentlichte Zettel erzählt.
Bruder von Tommaso B., dem er jedoch in keiner Be-
ziehung gleichsteht, trotzdem kommt gerade sein Name Geigenzettel : me Santo Ballarini
Fatto da / per passagio
in freilich oft sehr verstümmelter Schreibweise in un-
in Terni Nel .'Xnno 740 (geschrieben).
/ 1 — Sanct Balla-
echten Instrumenten vor. rini / fece in Roma 1780 (geschrieben).

Geigenzettel Petrus Balestnen alumnus Antonii


divarii fecit
:

Cremona; anno 17 . . (gedruckt).


/
— Pietro
Stra-
Ballerinl, Pietro. — Florenz. 1900
Balestrieri / fece in Cremona 17 . . (gedruckt). Nachfolger von Castellani & Figlio, Streichinstru-
menten- und Saitenfabrik der Gegenwart.

Balestnen, Tommaso. — Mantua. 1 720. 1 788


Ballini, Paolo. — Brescia. 1857
Seiner Angabe nach stammt er aus Cremona und ist ein
Seine Geigen sind handwerksmäßig ausgeführt und
Meister, über den die Meinungen merkwürdig ausein-
Während ihn die einen nur als geschickten ahmen in oberflächlicher Weise Stradivari und Guar-
andergehen.
neri nach.
Dilettanten ansehen, machen andere auf Grund einiger
seiner Geigen ihn zu
Guameri, und wieder andere, wie De
dem einzigen Schüler des Pietro
Piccolellis und Baltensperger, Emil. — Chur. Geb. 1859 in
Vidal, weisen ihn der Schule Stradivaris zu. Das letztere Zürich (Schwamendingen)
hat insofern Berechtigung, als Balestnen tatsächlich an
Sohn eines Malermeisters, bei dem
er nach dem Besuch
die letzten Arbeiten des großen Cremonesers anzu-
der Stadtschule in Chur
Lehre trat. Zu seiner
in die
knüpfen scheint. Sein Modell ist groß und schön, die
weiteren Ausbildung ging er 1880 nach München und
Wölbung schwungvoll, die Arbeit nicht sehr gleich-
mäßig, sein Lfck von gelblichroter oder orangegelber
ist
übernahm 1881 das väterliche Geschäft. 1900 be- Um
gann er autodidaktisch den Geigenbau zu erlernen und
Farbe; man kann übrigens zwei bestimmte Lackarten
brachte es dann zu bemerkenswerter Fertigkeit. Von
bei ihm unterscheiden, von denen die eine an Gua-
1901-1908 hatte er 86 Violinen, 6 Violoncelli und
dagnini erinnert. Seine Geigen haben zweifellos durch
3 Violen gemacht, hat aber seit Kriegsbeginn den Gei-
das Alter sehr an Tonschönheit zugenommen, so daß
genbau wieder aufgegeben. Er arbeitete nach eigenen
es sich erklärt, daß sie jetzt wesentlich höher geschätzt
Grundsätzen und bestimmte die Dicke von Decke und
werden als früher. Besonders sind seine Violoncelli ge-
Boden je nach dem Holz und dem Modell, so daß er ab-
sucht. Es wurde bisher behauptet, daß er erst von 1757
wechselnd die Brust oder die Ränder dicker machte,
an in Mantua nachweisbar sein und vorher in Cremona
wobei er manchmal bis zur Stärke von 8 mm ging. Bei
gelebt haben soll, mir sind jedoch nur Zettel aus Man-
der Lackierung kam ihm seine Erfahrung als Maler sehr
tua bekannt geworden und darunter verschiedene mit
zustatten; sein Lack ist schön, von hellrötlicher Gold-
früheren Jahreszahlen. So besitzt auch Dr. Bornemann
farbe. Kreisler in London, Steffy Geier in Budapest u. a.
in Eisenach eine schöne, gelblichrote Violine (35,5 cm
besitzen Geigen von ihm.
Korpuslänge) mit dem geschriebenen Zettel Tomaso :

Balestnen / fece in Mantova 1735. Eine trefflich klin-


gende Violine von ihm befindet sich auch in der Samm-
Baluff, Erhard, arbeitete im 19. Jahrhundert in
lung Th. Hämmerle in Wien. Er verwendete verschie- Chicago
dene Zettel, darunter auch einen mit verziertem Rand,
auf welchem der Text dreizeilig erscheint.
Banks,Benjamm (I). — Salisbury. Geb.
Geigenzettel : Abb. 53. H.JuK 1727, t 18. Febr. 1795
Sohn von George und Barbary B., Schüler von Wamsley.
Ball s. Firth & Ball Einer der besten englischen Meister und wohl der erste,

Ballantine, Robert. — Edmburgh, dann Glas- der das bis dahin in England bevorzugte Stainermodell
aufgab und Amati und die Cremoneser zum Vorbild
gow. 1850. 1856 nahm. In der Arbeit ist er tadellos; sein Lack, von
schöner Durchsichtigkeit, zeigt bei seinen besten Wer-
Man weiß nur, daß er 1856 nach Glasgow übersiedelte,
wo ken braungelbe, ins Rötliche spielende Farbe, bei ge-
den sechziger Jahren gestorben sein soll. Er
er in
wöhnlichen Arbeiten ist er schwärzlich-dunkelrot. Er
scheint hauptsächlich Händler gewesen zu sein (bei
baute sowohl Violinen als Violen und Violoncelli, na-
Honeyman wird er nicht erwähnt).
mentlich die letzteren sind wertvoll, wobei die mit

Ballarlni, Santo. — Rimini, Terni, Rom. 1 740.


breitem Modell vorzuziehen sind. Bässe hat er nur sehr
selten gebaut, diese sind wie alle seine Arbeiten sehr gut.
1781 Zu verschiedenen Zeiten baute er auch nachweislich
Da Geigen für die Verlegerfirma Longman & Brodenp.
denen Gisalbertis sehr ähnlich sehen,
seine Arbeiten
macht Horace Pethenk es sehr wahrscheinlich, daß Außer seinem Zettel verwendete er auch einen Brand-
dieser selbst die Violinen mit diesem Namen ange-
stempel mit B. B. Eine englische Zister (1750) besitzt

fertigt habe. Dagegen spricht nur der Umstand, daß


Mrs. Dean, eine andere A. F. Hill. Andere Arbeiten be-
finden sich in englischem Privat*besitz.
auch aus Rom datierte Arbeiten mit dem gleichen
Namen vorkommen, die Jahreszahlen bis 178! auf- Geigenzettel : Benjamin Banks / fecit / Salisbury (ge-
weisen, und daß der Familienname Ballarini (auch Bal- druckt) und Abb. 75, Brandmarke Nr. 9.
Banks — Barbe 29

Banks, Benjamin (II). — Salisbury, später Lon- Baraldi, Alfonso. — Modena, Bomporto. 1 879.

don, dann Liverpool. Geb. 13. Sept. 1754, 1891


In seiner Arbeit nicht ungeschickt, doch lassen Holz
t 22. Jan. 1820 in Liverpool
und Ton zu wünschen übrig.
Zweiter Sohn und Schüler von Benj. B. (1), hei dem er
bis etwa 780 gearbeitet hat. Er ging dann nach London
1
Baraldi, Giovanni. — San Felice (Modena).
und wohnte Sherrard Street, Golden Square N. 30,
später zog er nach Liverpool, wo er in der Bank Street 1766
seine Werkstatt aufschlug. Es sind nur wenige Arbeiten In ValdrighisNomocheliurgografiawird er unter Nr. 204
seiner Hand bekannt, er hat wohl meist für Händler mit der Jahreszahl 1766 angeführt. In der Berliner
gearbeitet. staatlichen Sammlung alter Musikinstrumente befin-
Geigenzettel : Made by Benjn. Banks N° 30 Sherrard
,
det sich ein zur Lira in gamba hergenchtetes, altes

Street, Golden Square, from Salisbury (gedruckt). Streichinstrument (Nr. 820) mit der Jahreszahl 1 566,
die offenbar unrichtig anzu-
ist. Nach dem Zettel ist

Banks, Henry. — Salisbury, Liverpool. Geb* nehmen, daß Baraldi ein Dominikanermönch war. Seine
Arbeit ist roh, ob die häßlichen F-Löcher ihm zuzu-
in Salisbury 1770, f 16. Okt. 1830 in Liver- schreiben oder schon vorher gewesen sind, will ich nicht
pool entscheiden.

Sechster Sohn von Benj. B. auch gelernt


(I), bei dem er Geigenzettel : Fece questo violunetto lo Giovanni '

hat. Er verlegte sich in der Folge mehr auf das Repa- Baraldi di S. D. ,L'anno del Signore 1(5)66 (gedruckt).
rieren von Pianofortes und war ein gesuchter Klavier-
stimmer. Er blieb aber dabei Teilhaber seines Bruders Bäräny, Desiderius (Dezsö). — Budapest. Geb.
und wohl auch an verschiedenen Instrumenten, die
hat 1871
aus der gemeinsamen Werkstatt hervorgingen, mitge-
Schüler von Pilät und von Hamberger in Wien. Im
arbeitet.
Jahre 1897 machte er sich selbständig. Der Ton seiner

Banks, James. — Salisbury, später Liverpool. kräftig gebauten Geigen wird gelobt. Er verwendet
einen rotbraunen Lack.
Geb. in Salisbury 1756, f in Liverpool Geigenzettel: Keszitette , Bärany Deszö , Bpest 1897
Op. (geschrieben).
15. Juni 1831
. . .

Vierter Sohn von (I), Schüler seines Vaters,


Benj. B.
Barat, arbeitete im 1 9. Jahrhundert in Paris
den er nachahmte. Er gebrauchte die
gleichwertig
gleichen Modelle und verwendete den gleichen Lack, Baravalli, Francesco
nur von etwas schwärzlicherer Färbung. Er arbeitete Unbekannter italienischer Geigenmacher des 18. Jahr-
mit seinem Bruder Henry zusammen, mit dem er das hunderts.
väterliche Geschäft in der Catherine Street fortsetzte.
Im Jahre 1811 verkauften sie dasselbe und siedelten Barbanti, Silva Francesco. — Correggio. 1847.
nach Liverpool über, wo sie erst in der Church Street
und dann in der Bold Street wohnten. Ein Cello, von 1850
den beiden Brüdern 1797 gebaut, war 1871 im South Da nur selten einen Zettel in seine Geigen einklebte,
er
Kens. Mus. ausgestellt. ob er überhaupt viele Geigen
läßt sich nicht feststellen,
neu gebaut hat. Er galt jedoch seinerzeit als tüchtiger
Geigenzettel James and : Henry Banks / Musical Instru-
Meister und namentlich seine Violoncelli sind sehr be-
ment Makers ; and Musik Seilers / Salisbury 1802 (ge-
liebt.
druckt).

Bantis (?), Jean. — Mirecourt. Um 1740


Barbara. Charles. — Orleans. 1810. 1850
Er soll sich nur mit Wiederherstellungsarbeiten be-
Er nur handwerksmäßig gearbeitet haben, doch ge-
soll
schäftigt haben.
ihm kennen zu lernen.
lang es mir nicht, Arbeiten von
Auch Jacquot erwähnt ihn nicht.
Barbaro s. Branzo
Barabäs. — Cremona. 1793 Barbe, Amable Telesphore. — Paris, Nancy.
Eine Viola d'amore von ihm besaß der Maler Kraus in Geb. in Dijon 1822
München. Auch Valdrighi führt diesen Namen
Sohn von J. Barbe und Schüler von Derazey. .Als er
(Nr. 3664) auf. Näheres war jedoch nicht zu er-
nach Paris kam, wurde er Gehilfe bei J. B. Vuillaume,
fahren.
den er als seinen eigentlichen Lehrmeister betrachtet.

Baracchi, Venerio. — S. Martino d'Este. (Mo-


Er gilt als geschickter Künstler, hat aber seit 865 fast
ausschließlich für große Firmen (Vuillaume, Miremont
1

dena.) 1829 und Gand in Paris, Jacquot in Nancy usw.) gearbeitet.

Mittelmäßiger modenesischer Geigenmacher, der im Geigenzettel Telesphore Barbe: Expremier ouvrier de


Sommer Landwirtschaft betrieb. Seine Geigen klingen J. B. Vuillaume medaille ä l'Exposition de 1867 /
manchmal recht gut. Paris (gedruckt).
30 Barbe — Baronclni

Barbe, Fran^ois. — Dijon war nicht ungeschickt, besonders gut waren seine Vio-
loncelli, die jetzt gerne gut bezahlt werden.
Eine französische »Guitare droite« von ihm besitzt W.
Geigenzettel Joseph Friedr. Barchaneck
: / bürgerlicher/
Heyers Musikhistorisches Museum in Köln, eine andere
Guitarre- u. Geigenmacher / in Ödenburg / A 1845
Baron de Lery.
(gedruckt).
Geigenzettel: Faits par fran?ois barbe luthier brevete
,

de la societe / melophile d'avallon / ä Dijcn (geschr.). Bardella s. Naldi

Barbe, J. — Avallon. Paris usw. Geb. in Mire- Bargue, Isaac de. — Paris. 1579
Wird als Luthier und Musikinstrumentenmacher er-
courtvor 1800, f 1868
wähnt.
Auch Barbe pere genannt. Geigenmacher und Kan-
tinenwirt eines Regiments, mit dem er jeden Garnison- Bargues. Bordeaux. 1900 —
wechsel mitmachte. Seine Geigen sind handwerksmäßig Ein Instrumentenhändler mit Geigenmacherwerkstatt.
ausgeführt, doch hat er mehrere gute Violincelli gebaut.

Geigenzettel : Barbe d'Avallon (gedruckt). Barnes, Robert. — London. 1765. 1794


Schüler von Thomas Smith und Mitschüler von John
Barbella s. Naldi
Norris, mit dem er sich um 1765 verband. Es ist bisher
Barbey (Barbay). — Paris. 1746 nur ein einziges Cello bekannt, das die Namen beider
trägt, aber dieses wird mit vieler Wahrscheinlichkeit als
Besserer Geigenmacher, dessen Arbeiten nach Jacquots
eine Arbeit von Aireton angesehen. Er wohnte zuerst in
Meinung an die Klotz-Schule erinnern.
der Windmill Street und zog später mit seinem Ge-
Barbey, Guillaume. — Paris. 1717. 1719 nossen nach der Coventry Street. Einige nicht hervor-
ragende Geigen tragen seinen Namen, doch scheint es
Geschickter Violenbauer, von dem sich eine sehr schöne
wahr zu sein, daß er sich frühzeitig vom Geschäfte
Gamba von sechs Saiten im Museum des Konserva-
zurückgezogen hat. Er soll sich eine Farm in Hayes ge-
toriums in Brüssel (No. 226) mit geschnitztem Frauen-
kauft haben; gestorben ist er dort jedenfalls nicht, da
köpfchen am Wirbelkasten befindet.
Sandys und Forster die dortigen Kirchenbücher ver-
Geigenzettel : Abb. 84. gebens nach ihm durchforscht haben.

Barbezant (Barbazanton), Joseph. — Mire- Geigenzettel


Street,
: Robert Barnes, violin maker
Haymarket (gedruckt).
/ Windmill

court. 1747
Ein bisher nur von Jacquot erwähnter Geigenmacher.
Barnia, Fedele. — Venedig. 1760. 1780
Er stammt aus Mailand und erinnert in seiner Arbeit
Barbier. — Bordeaux. 1774 auch ein wenig an die Mailänder Schule. Er war ein ge-
Er war der Hoflautenmacher des Prinzen Ferdinand. schickter Meister, der nur zu oft handwerksmäßig ge-

In der Sammlung des Barons de Lery befindet sich eine arbeitet hat. Seine Geigen sind daher von ungleichem

sehr schöne Gitarre von ihm. Wert am besten ist er dann, wenn er sich an gute Vor-
;

bilder hält; wo er originell ist, ist er auch unschön, um


Barbieri, Francesco. — Mantua. 1695. 1750 so mehr, als er kein Künstler im Schnitzen der Schnek-
ken war und auf die Wahl des Holzes und die Einlagen
Seine Geigen erinnern an das Modell Andr. Guameris,
keine Sorgfalt verwendete; nur bei seinen Mandolinen
Nach Vidal und Grillet soll
sind jedoch nicht sehr gut.
gab er sich bei der Einlegearbeit mehr Mühe, wie eine
er 1695 in Verona gearbeitet haben. In Instrumenten
hübsche Theorbe in der Sammlung Gautier in Nizza
aus den Jahren 1698, 1740, 1730, die ich zu sehen Ge-
beweist. Wenn Vidal die Jahreszahl 1715 liest, so
legenheit hatte, war stets Mantua als Wohnort ange-
scheint dies ein Fehler zu sein, es wohl 1775 muß
geben. Valdrighi läßt ihn noch 1780 leben (Nr. 3665).
heißen. De Piccolellis muß eine nach P. Guarneri ge-
Eine große fünfsaitige Baßgamba von ihm aus dem
baute Geige von ihm gekannt haben, da er es für mög-
Jahre 1697 besitzt Alfr. Keil in Lissabon. Ein Pietro B.
lich hält, daß er ein Schüler dieses Meisters gewesen
soll um 1750 gelebt haben.
sei, was ich nicht zugeben kann. Auch sein Lack, trotz-

Barbieri, Giuseppe. — Poggio (Mantua). 1880 dem er durchsichtig gelb ist. spricht dagegen.

Venezia
Geigenzettel : Fedele Barnia Milanese / fece in
Er stammt aus MedoUa und war ein guter Geigen-
l'anno 1761 (gedruckt).
macher und Reparateur.

Barbieri (de Barberis), R. G enua Baroncini (Barontini ?), Giuseppe. — Pistoja.

Mandolinenmacher.
Anfang 19. Jahrhundert
Geyer Budapest besitzt eine Violine von ihm
Barchaneck (Barchänek), Joseph Friedrich. — Dr. J. in
mit länglichem Korpus und unschönen F-Löchern, mit
dickem, breitem Rand, breiter Einlage und gelbem,
Ödenburg. Geb. 11. Febr. 1817 in Mezoun
etwas sprödem Lack. Sehr eigenartig ist die tiefge-
bei Tachlovic, f nach 1850 stcchene Schnecke. Der Ton ist nur mittelmäßig.

Sohn des Schmiedemeisters Wenzel B. und der Fran- Geigenzettel: Baroncini Giuseppe / Pistoja 1 . . . (ge-

ziska geb. Dobeä. Schüler von Joh. Kulik in Prag. Er schrieben).


Baroncini — Bartl 31

Da er sehr arm war, mußte er sein Leben hauptsächlich


Baroncini, Micehle, lebte in Lodi weshalb es nur wenige Geigen
mit Flickarbeiten fristen,

Baroux. — Paris. 1830 von ihm


werke.
gibt,
Im
die wenigen aber sind durchweg Meister-
Jahre 1883 verfiel er in Geistesnacht und
Enkel des Mirecourter Bogenmachers Charles B. Er starb bald darauf. Sein früher Tod war ein Verlust für
wohnte in der Rue du Petit-Carreau Nr. 57 und ist wie die Geiger in Ungarn.
sein Großvater nur als tüchtiger Bogenmacher bekannt.
Geigenzettel: Eduard Bartek fecit
'
Pestini Anno 1878
Baroux, Charles. — Mirecourt.
(geschrieben).
1770. f 1773
Ein Geigenmacher, der wahrscheinlich schon sehr jung Bartelmo s. Schuster
gestorben ist.
Barth, Ludwig. — München. Geb. 26. März
Barrata-Ementoli (?). — Padua. 17. Jahrh. (?) 1875
Er soll gute Archilauten gemacht haben und wird auch Schüler von Gius. Fiorini, beidem er von 1889 1892 —
von Valdrighi (3934) aufgezählt. lernte. Nachdem dann noch zwei Jahre lang in Köln
er
und Frankfurt a. M. gearbeitet hat, machte er sich i. J.
Barrett, John. — London (Piccadilly). 1714.
1894 in München selbständig. Er ist ein gesuchter und
1740 geschickter Reparateur und hat sich auch im Neubau
schon trefflich bewährt. In Verbindung mit seinem
Wahrscheinlich ein Schüler des gleichen Meisters wie
Sohne begründete er unter der Firma »I. Münchener
N. Gross. Er verwendete ein längliches, hochgewölbtes Geigenindustrie« eine große Werkstatt mit elektrischem
Modell, das mehr an Stainer wie an Amati erinnert.
Betrieb.
Statt der Einlage zeichnete er am Rande Linien ein.
Der Lack, den er verwendete, dürfte gelb gewesen sein,
ist aber stark ins Bräunliche nachgedunkelt. Der Ton
Barthell. Eifiil. — Basel. 1888
Arbeitete bei Gebr. Hug.
ist edel, wenn auch nicht groß, die Arbeit gut, aber ge-

wöhnlich. Von ihm sind zweierlei Zettel bekannt der ;

noch eine ge- Barthoff s. Bairhoff


ältere einfach gedruckt, der spätere zeigt
krönte Lyra. Eine Violine von 1740 besitzt J. T. Chap- Bartl (Parti, Parti), Andre Nikolaus. Wilen,
man. Um 1731 kommt auch ein Thomas Barrett vor.
Geigenzettel: John Barrett, at the Harp and Crown ,
in
Geb. um 1682, t5.Aug. 1762
Pickadilly, 1722 (gedruckt). — Made by John Barrett, Er soll der Sohn eines Christoph P. gewesen sein und
at y<= Harp / & Crown in Pickadilly, London 1731 (ge- wohnte im »Wübmer Viertel«. Am 4. Juni 1703 legte er
druckt). den Bürgereid ab und kommt in den Steuerbüchern bis
1763 vor. Seine Werkstatt übernahm sein Schwieger-

Barriere. — Cherbourg. 1 886 sohn Maximilian Roiß. Andre N. B. war ein geschickter
Lautenmacher, von dem auf der Wiener Musikaus-
Ein Musikinstrumentenmacher, der sowohl Klaviere
stellung recht gute Arbeiten zu sehen waren. Seine
als Geigen verfertigte.
Geigen haben schöne Form, wenn sie auch oft zu hoch

Barry. — London (?)


gewölbt sind. Die F-Löcher sind ohne Schwung, da-
gegen ist die Schnecke (Ahornholz) recht hübsch. Er
Die Inschrift einer englischen Gitarre der Sammlung verwendete einen fetten gelben oder roten Lack, den er,
Snoeck (Nr. 326) lautet: Light Invent. Barry maker. im Gegensatz zu den übrigen Mitgliedern seiner Familie,
Danach scheint Edv. Light die von ihm erfundenen unmittelbar auf das reine Holz auftrug, so daß er auch
Instrumente nicht selbst gemacht zu haben der Ver- ;
heute noch ein schönes Feuer hat. Er schrieb seinen
fertiger Barry kann jedoch nicht mit Sicherheit fest- Namen abwechselnd mit B oder P, in allen Urkunden
gestellt werden. herrscht jedoch die richtigere Schreibweise Bartl vor.
Für seine Geigen werden jetzt gute Preise bezahlt.
Bartak, Franz. — Znaim. 1895. 1898
Geigenzettel Andreas Nicolaus Parti
:
,'
me fecit Viennae
Ein Instrumentenmacher, der sich vorübergehend in 1757 (gedruckt) und Abb. 45.
Znaim aufhielt.

Geigenzettel: Franz Bartak / Instrumentenmacher ,'


Bartl (Parti), Christian Franz. — Wien. Geb.
Oberer Platz N° in Znaim (gedruckt).
1
um 1739, t 9. Jan. 1807

Bartek, Eduard. — Budapest. Geb. 1852, Er wohnte im Schottenviertel, Seizerhof gässel, und
legte am 23. Januar 1768 den Bürgereid ab. In den
t 1883 Steuerbüchern von 1769—1787 erscheint er als »Neu-
Erst Schüler von AI. Engleder, arbeitete er später bei besteuerter«, d. h. als Begründer seines Geschäftes. Er
G. Nemessanyi, Thomas Zach und Gabriel Lemböck gehört zu den unbedeutendsten Geigenmachern der
und erlangte bei großer Begabung hier eine allseitige Wiener Schule, arbeitete so sorglos und hatte einen so

künstlerische Ausbildung. Kaum


zwanzig Jahre alt, er- undurchsichtigen, umbratraunen Lack, daß er bei den
öffnete er in Budapest seine eigene Werkstatt und älteren Wiener Geigenmachern den Spitznamen »Sau-
erhielt 1878 auf der Pariser .\usstellung für nach Stra- partl«bekam. Seine Violinen und Violen sind oft ohne
divari und Guarneri gebaute Geigen einen ersten Preis. Einlagen, im Innern fehlt meistens die Bereifung, und
32 Bartl — Barzoni
die Violoncelli haben gewöhnlich flache Böden. Er sein Totenschein. Seine Arbeit ist gut, hübsch Im Mo-
schreibt seinen Namen meistens mit P. Nur seine del! und der mittelhohen Wölbung, nur der Lack
in ist

besten Arbeiten erreichen höhere Preise. etwas zu dunkel.


Geigenzettel : Christianus Franciscus Parti / fecit Geigenzettel : Abb. 38.
Vienna? 1 780 (gedruckt) und Abb. 42.
Bartolini, M., Teilhaber einer am Ende des
Bartl (Parti), Michael Andreas (Andre). — 19. Jahrhunderts in Rom bestehenden Gei-
Wien. Geb. 1704, f Aug. 1788 1 1 .
genmacherfirma
Sohn und Schüler von Andre Nikolaus P. Er wohnte,
wie sein Vater, im Wübmer Viertel und legte am 29. Mai
Bartolotti, Giovanni. — 1894
728 den Bürgereid ab. Er war sehr fleißig und gehörte
1
Neuerer italienischer Geigenmacher ohne Eigenart.
zu den besseren Wiener Lautenmachern, hat es aber zu
keinem Wohlstand gebracht. In den Steuerbüchern
Barton, Georg. —
London. 1772. f um 1810

kommt er von 1749 1775 vor; von 1776 1779 aber — Das Gewerbemuseum in Markneukirchen besitzt von
heißt es von ihm: »Bettlarmund wird von seinem Weib ihm eine Geige ohne Mittelecken es Ist dies der —
unterhalten.« Im Jahre 1779 übernahm sein Sohn Josef älteste bisher bekannte Versuch, In dieser Art den Bau
die Werkstatt. Werke von Mich. Andre P. sind in der Geige zu verändern. Unschön in der Form und un-
größerer Zahl erhalten, so eine undatierte Viola im richtig in der Mensur, besitzt das Instrument doch
Schottenstiftin Wien, eine Viola mit geschnitztem einen schönen, wenn auch kleinen Ton. Auch ein John
Frauenköpfchen am Wirbelkasten von 1746 in W. Barton war 1786 noch tätig.

Heyers Musikhistorischem Museum in Köln, eine ähn- Geigenzettel George Barton Court / Old Bailey
: / Elllot
liche von 1764 im Museum des Konservatoriums in
1780 (gedruckt).
Brüssel (Nr. 224) und eine schöne Viola d'amore von
1732 in der staatlichen Sammlung alter Musikinstru- Bartsch, Alfred. — Münsterberg i. Schi.,
mente in Berlin (Nr. 866) der Wirbelkasten zeigt durch-
;

brochene Schnitzerei und das Köpfchen des Liebes-


Dessau, Essen (Ruhr). Geb. am 6. Okt. 1868
gottes mit verbundenen Augen. Im Musikhistorischen in Münsterberg
Museum in Stockholm ist eine Laute von 1745. Wenn Er erlernte In Markneukirchen bei Christian Tr.
seine späteren Arbeiten auch oft recht gewöhnlich sind,
so erkennt man doch immer seine geschickte Hand
Schaller den Geigenbau von 1883 — 1887 und besuchte
gleichzeitig die dortige Fachschule, wo er für sein Ge-
dann. Das Deckenholz ist meist sehr schön und auch
sellenstück ausgezeichnet wurde. Nachdem er kurze
der Ton recht gut der Lack scheint stark nachgedunkelt
;
Zeit in seiner Vaterstadt gearbeitet hatte, verlegte
zu haben und ist jetzt häufig schwarzbraun. Auf man-
er am 1. Mai 1890 seinen Wohnsitz nach Dessau,
chen Zetteln fehlt das Wort »fecit«.
arbeitete bis 1903 in verschiedenen ersten Werkstätten
Geigenzettel : Michael Andreas Parti / Feclt Viennae und machte sich dann selbständig. Seine Arbeit ist
1763 (gedruckt). und er erlangte sowohl Im Neubau wie in der
sorgfältig,
Wiederherstellung von Streichinstrumenten einen
Bartl (Parti, Parti), Christoph. Wilen. 1682. guten Ruf.

1691 Barttner, Michael. — Salzburg. 1524


Er Stammvater der Familie und hat am 28. Mai
gilt als
Eine Arbeit von ihm befindet sich im städtischen Mu-
1683 den Bürgereid geleistet. Er scheint sich Bärtl ge- seum Carolino Augusteum im Salzburg.
nannt zu haben. Seine Nachkommen schreiben den
Namen bald mit B und bald mit P. Barzellini, Aegidius. — Cremona(?). 1670.

Bartl (Parti), Ignaz Christian. — Wien. Geb.


1700
Er nennt sich einen Schüler Amatis und ahmt auch die
1732, t 27. Dez. 1819 Art der Amati nach. Schönes Holz, edler Ton, der
Er legte am 31. März 1764 den Bürgereid als Lauten- Boden ist flacher gewölbt als die Decke.
und Geigenmacher ab und erscheint in den Steuer- Geigenzettel /Egidius Barzellini fecit / Ecolle .Amatius

:

büchern von 1765 1787. Violinen von ihm kommen Cremonen. 1680 (gedruckt).
noch ziemlich häufig vor und sind reclit gut. Er hält sich
in den Umrissen an die Italiener, nur die Wölbung Barzoni (Fran^ois). — (Chateau Thierry.)
nimmt er manchmal höher.
Letztes Drittel des 1 9. Jahrhunderts
Geigenzettel : Abb. 32.
Geigen mit diesem Namen kamen mir nur in englischen
Bartl (Parti), Joseph Jakob. w len. Geb.
Verzeichnissen vor. Sie sollen nach Guarneri gebaut
sein, gelbenLack haben und durch niedrige Zargen
1743, t I.Juni 1801 Die Firma Beares Son in London verkauft
auffallen.
»Barzonl-Geigen« zu billlgen-Preisen.
Sohn von Michael Andre P., dessen Werkstatt er 779 1

übernahm. In den Steuerbüchern kommt er bis 1787 Geigenzettel : Francjois Barzoni fecit anno 890 / Manu-
1

vor; daß er jedoch noch länger gelebt hat, beweisen so- facture special de la Maison / Beare & fils ä Londres
wohl Arbeiten von ihm mit Jahreszahlen bis 1801, als (gedruckt).
Basi — Battaglia 33

Basi s. Bosi Bastogi, Gaetano. — Llvorno. 1 8. Jahrhundert

Bassi, A. — Scandiano (Modena) Bei Vidal findet sich nur der


tarren von ihm sollen
Name. Lauten und Gi-
noch öfters vorkommen.
Unbedeutender Geigenmacher des 19. Jahrhunderts.

— Rom. Batho, W.J. — 1886


Bassiano. 1666
Englischer Geigenmacher, der in der zweiten Hälfte
Ein Lautenmacher, von dem sich in der Sammlung der des 19. Jahrhunderts lebte und u. a. einige gute Bässe
Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine Theorbe gebaut hat.
befindet (Nr. 26).

Geigenzettel: Bassiano liuttaro in Roma 666 (gedr.). Bati, Antonio. — Arezzo. 1691
In einer Theorbe fand sich dieser Name eingeschrieben.
Bassot, Joseph. — Mlrecourt, Paris Geb. in Die Arbeit war nur von mäßigem Verdienst. Dagegen
ist mir ein Spinett und ein Klavizimbel von ihm bekannt
Mirecourt vor 1740, f nach 1805
geworden, die beide nicht schlecht ausgesehen haben.
Er arbeitete bis 1774 in Mirecourt und ging dann nach
Paris. Vidal rechnet ihn zwar zu den guten Pariser ßatlazza, Antonio Maria -Malland. 1707
Geigenmachern aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrb.,
Selten vorkommender Geigenmacher der Mailänder
doch sehen seine Geigen so verschieden aus, sowohl
Schule.
was die Arbeit, die Wahl des Holzes und des Lackes als
Geigenzettel: Antonio Maria Batiazza /'
fece in Milano
das Modell anbelangt, daß man zu der Annahme, er
in Contrada / Larga 1 707 (gedruckt).
habe Mirecourter Schachteln mit seinen Zetteln ver-
sehen, gezwungen wird. In seiner ersten Zeit, solange
er noch Quinze Vingts wohnte, zeigen seine Geigen
Bäton I .
— Versailles (nicht Vincennes). 1716.

schlechtes Holz und einen schlechten gelben Lack, nur 1732


die Einlagen, die oft aus Fischbein bestehen, sind In den Urkunden wird er stets »Luthier« genannt,
sauber. Später machte er zusehends Fortschritte oder eigentlich war er aber ein Drehleiermacher, der auch
beschäftigte bessere Arbeiter, er wird sorgfältiger in
andere Instrumente, vielleicht sogar Geigen anfertigte.
der Wahl des Holzes, arbeitet genauer und verwendet Er wurde hauptsächlich dadurch bekannt, daß er seit
einen besseren, meist roten Lack. Seme Werkstatt hatte 1716 alte Gitarren und seit 1719 auch Theorben in
er 1788 nach der Rue Chabanais Nr. verlegt. Seine 1
Drehleiern (Viellen) umbaute, die er um zwei Töne
besten Geigen nähern sich der Art Lupots und können bereichert hatte.
brauchbare Orchesterinstrumente gelten.
als recht
Nach Brunis Inventar besaß Berthier de Sanvigny ein Bäton II., Charles. — Paris. 1730 — 1750
Violoncello von ihm mit der frühen Jahreszahl 1761. Sohn von Bäton I. Er siedelte von Versailles nach Paris
Geigenzettel : Abb. 55 und 64. über und wohnte Quai des Orf evres. Auch er verbesserte
die Bauernleier (Vielle) und bereicherte sie um drei
Basta, Johann. — Schönbach. 1885 Töne.
Hauptsächlich Händler.
Batow, Ivan Andrewitsch. — Um 1780
Bastia s. Mucchi Einer der ältesten russischen Geigenbauer. Er war

Bastiano (»Bastlano da Verona«). — Verona. Leibeigener des Grafen Scheremetjew und soll an
mehreren Orten in Rußland gearbeitet haben. Bei wem
15. bis 16. Jahrhundert er gelernt hat,ist nicht bekannt. Seine Geigen gehen

Von ihm wird berichtet, daß er außer Lauten, Violen auf ein Guarnerimodell zurück, weichen aber doch so
und Lyren auch Flöten, Hörner, Monochorde, Psal- sehr von dem Original ab, daß sich die in russischen
terions, Harfen und Klavizimbeln usw. gebaut habe Büchern vorkommenden Erzählungen, seine Geigen
und alles in vortrefflicher Weise. Erhalten ist jedoch sähen denen Guarneris zum Verwechseln ähnlich und
keine Arbeit seiner Hand. würden auch wirklich oft mit ihnen verwechselt, von
vornherein als hinfällig erweisen. Seine Arbeit war sehr
Bastien, E. — Nancy. 1897. f 17. Dez. sauber, nur die Ränder lassen zu wünschen übrig. Sein
Spirituslack war nicht schlecht. Er baute Violinen,
1910
Violoncelli, Gitarren und Balalaiken. Sein Zettel findet
Ein Geigenmacher, der als Wiederhersteller alter Ar-
sich häufig in Instrumenten, die unzweifelhaft vogt-
beiten geschätzt ward. ländischen Ursprungs sind. Spätere Händler scheinen

Bastien, Fran^ois. — Mirecourt. 1785. 1786


da Mißbrauch mit seinem Namen getrieben zu haben.

Von Jacquot erwähnter Geigenmacher. Battaglia, Antonio. — Malland. 1757. 1766

Bastien, Nicolas. — Mirecourt. 1775. 1790


Ein Lautenmacher, der hauptsächlich cimbalartige In-
strumente gebaut hat. Von seiner Hand befindet sich
Er war Mitglied der Mirecourter Zunft. ein Hackbrett in Berlin in der staadichen Sammlung
und ein Tympanon in der Sammlung Snoeck, ferner
Bastien, fils. — Brüssel. 1816 ein Psalterium im Mailänder Konservatorium mit dem
Die Jahreszahl ist nicht sicher lesbar. Snoeck besaß eine Zettel: Antonio Battaglia / Fabbricatore de Salterj /
Gitarre von ihm. nella Stretta del Mangano / vicino a S. Maria Segreta /

V. Lütg'endorff, Geigen- und Lautenmacher. Bd. II 3


,

34 Battani Bäuml
aumler

in Milano 1757/ * F * S *. In einem zweiten Psalterium Bauer, Christian Friedrich. — Klingenthal . 1 782
mit unausgefüllter Jahreszahl erscheint der Name
Wahrscheinlich ein Eingewanderter, der 1782 im Kassa-
»Batalia« geschrieben.
buch der Geigenmachennnung als Meister genannt
Geigenzettel Antonio Battaglia
: Fece nell'anno 766.
/ 1
wird. Außer Violinen kommen auch Liebesgeigen von
Nella stretta de) Mangano Dirimpetto a Santa
/
ihm vor.
Maria. Secreta Vicino al Cordusio / in Milano / f
Geigenzettel: Christian Friedrich Bauer Cremonalis
,

/
(gedruckt).
baviebat (gedruckt). — Christian Friedrich Bauer / Er-

Battani, Antonio. — Frassinoro. 19. Jahrh.


funden von Jacob Stainer in Absam (geschrieben).

Ein Geigenmacher und Reparateur, der sich später Bauer & Dürrschmidt. — Markneukirchen
mehr dem Orgelbau zuwandte. (Valdrighi 240.) Geigenfirma der Gegenwart.

Battioni, Alberto. Foligno. 1884. Später Bauer, Joseph. — Ergoldsbach b. Landshut


Ferrara (Bayern)
Sohn und Schüler von Marc Antonio B. Seme Geigen Guter Geigenbauer der Gegenwart.
und Gitarren erinnern an französische Vorbilder.
Baulain. — Laval. 1900
Battista s. Bressano Streichinstrumentenmacher und -händler der Gegen-
Baud (Baude). — Versailles. 1796. 1810 wart.

(Valdnghi 246.) Wenig bekannt. Der Name ist vielleicht Baumann, Heinrich. — Stein-Zehrowitz bei
verstümmelt überliefert.
Kladno (Böhmen). Geb. 12. März 1853 in
Baudis, Wenceslaus. 1 780 Rokycan
In W. Heyers Musikhistonschem Museum in Köln be- Sohn eines aus Graslitz stammenden Med. -Doktors,
findet sich unter Nr. 842 eine Viola d'amore mit der studierte am Polytechnischen Institut in Prag Ma-
Inschrift »Sidvab Svalsecnew Fecit .Anno 1780«. Nach schinen- und Straßenbau und wurde 1875 zum Lehrer
rückwärts gelesen gibt diese Inschrift den Namen Wen- an der Fachschule in Stein-Zehrowitz ernannt; er be-
ceslaus Baudis. Am besten an dieser Liebesgeige sind schäftigte sich mit Geigenforschungen und gab in
die Schnitzereien am Wirbclkasten. böhmischer Sprache bei J. Scholz in Kladno ein Buch

Bauer, Albin Paul. — Dresden.


»Cremona« (mit Atlas)'^) heraus. Er hat als Liebhaber
Geb. 1866 in Geigen nach Stradivari und Guarneri del Gesü kopiert,
Oschatz (Sachsen) zuletztauch Bässe gebaut.

Sohn von Carl Ant. B., Schüler von Gust. Roth in Geigenzettel:Genau nach Ant. Stradivarius gemacht /

Markneukirchen. Durch den Tod des Vaters war er von Heinrich Baumann, / anno 89 (gedruckt).
1 . . .

frühzeitig gezwungen, dessen Geschäft zu übernehmen,


Baumeester s. Boumeester
das er wesentlich zu vergrößern suchte. In seiner Werk-
statt werden gute Bässe hergestellt, deren Modelle ziem- Baumeister. — Liebenwalde. 1816
lich verschieden sind, da Bauer nach Verbesserungen Wahrscheinlich ein Dilettant, der Geigen geflickt hat.
sucht. Am Wirbelkasten bringt er gerne die Porträt- Ein Orgelbauer F. Baumeister, dessen Wohnsitz ich
köpfe von berühmten Tonkünstlern an. noch nicht ermitteln konnte, hat sich schon um 1780
Geigenzettel: Gef. von P.A. Bauer / Inh. der Firma als Geigenreparateur betätigt.
C. A. Bauer / Dresden 1892 (gedruckt). Geigenzettel: Baumeister / Liebenwalde d. 12. July /

Bauer, Anton. — Linz D. — Eröffnete 1884


1816 (geschrieben).
a.

seine Werkstatt
Baumgartner, Fritz. — Basel. 1920. Geb. 1891
in Liestal (Baselland)
Ein Saiteninstrumentenmacher, der auf der Linzer
Kunst- und Gewerbeausstellung 1887 eine kleine sil- Ein junger, talentvoller Geigenmacher, der gutklingende
berne Medaille für Zithern und Geigen erhielt. Instrumente baut. Er hat auch eine sinnreich erdachte,
dabei sehr einfache Zargenbiegmaschine erfunden, die
Bauer, Carl Anton. — Dresden. Geb. 1835 zu sich gut bewährt.

Geigenzettel: F. Baumgartner, Basel / fecit anno 19


Untermarxgrün bei Ölsnitz, f 1884
. .

(gedruckt).
Er soll bei einem Meister in Karlsfeld von 1849 1852 —
gelernt haben und begründete später inDresden sein Bäumler, Christoph. — Crawmkel. Geb.
Geschäft. Seine Bässe zeigen eine auffällige abschüssige
19.Okt. 1820, t 1879
Form, die ein leichteres Greifen in den oberen Lagen
ermöglichen soll. Seine Violoncelli sind schwer, haben Er baute Geigen und war ein nicht ungeschickter In-

einen zu kurzen Hals und meist einen näselnden strumentenmacher.


Ton. ^) Hier sind die Kurven der Härtegrade von Decke und

Gelgenzettel : Carl Anton Bauer / Dresden-N. 1 89 (ge- Boden, die nach seiner Theorie nicht gleich sein dürfen,
druckt). genau angegeben (22 Tafeln).
«

Baur — Bazin 35

Baur, Adolf. — Stuttgart. Geb. um 1840,


Hof Instrumentenmacher wurde, und kehrte 1863 nach
Leipzig zurück. Seine Bogen sowohl als seine Stege

t 1873 werden noch heute als mustergültig nachgeahmt; er


wurde gerne der deutsche »Tourte« genannt. Seine
Sohn und Schüler von Martin B., dessen Geschäft er
Bogen tragen auf der Stange unter dem Frosch den
1870 übernahm, aber nur drei Jahre weiterführen
Blindstempel »Bausch Leipzig«'. Von großem Vorteil
konnte, da er frühzeitig starb. Er hat eine Zeitlang bei
gearbeitet und dort besonders das war es für ihn, daß L. Spohr ihm mit gutem Rat an die
J. B. Vuillaume
Hand ging. Da er in Leipzig nicht genügenden Absatz
Imitieren alter Instrumente erlernt. Er war ein sehr ge-
fand, ging er In seinen jüngeren Jahren oft auf Reisen,
schickter Geigenmacher, seine Arbeiten unterscheiden
die ihn bis nach St. Petersburg führten. Er hatte zwei
sich oft nur im Lack von denen Vuillaumes. Leider aber
Söhne. Geigen von ihm kommen noch häufig vor, auch
hat er das Holz gebacken (künstlich gedörrt), weshalb
hat er sehr gute Gitarren gemacht. Eine mit großer
seine Geigen in kurzer Zeit im Ton außerordentlich
Sorgfalt ausgeführte sog. Terzgitarre vom Jahre 1825
zurückgingen. Auch senkte sich häufig der Hals wegen
mit zierlichen schwarzen Auflagen auf der Decke,
der Kraftlosigkeit des Holzes. Eine ganz vorzüglich
nach Jos. Guarneri imitierte Violine von ihm (eine
Rand und Schalloch mit Perlmutter und Ebenholz ver-
ziert, besitzt Fritz Wildhagen in Haiensee. Der Hals ist
Kopie der Prof. Singerschen Vuillaume-Gelge) besitzt
mit Ebenholz und Elfenbein schachbrettartig ausgelegt.
die Stuttgarter Hofkapelle. Leider hat auch diese ge-
backenes Holz. Seine Witwe verkaufte das Geschäft an Geigenzettel Ludewig Bausch /
: in Neustadt Dresden /

A. Sprenger. Ao 1820 / No. 6 (geschrieben).


Geigenzettel: Abb. 93.
Bausch, Ludwig d.J. — Leipzig. Geb. 10. Nov.
Baur, Charles AI. — Tour, Dep. Savole. 1789
1829 zu Dessau, f 7. April 1871 zu Pabstdorf
1810 (bei Königstein)
Auch den unglücklichen Erfindern, die
er gehörte zu
Sohn und Schüler von Ludwig Chr. A. B. Hauptsäch-
im Abweichen von den Formen der klassischen Meister lich Gelgenmacher. Nach beendigter Lehrzelt ging er
zu Mißerfolgen kommen müssen. nach New York; nach seiner Rückkehr machte er sich in

Baur, Martin. — Stuttgart. Geb. 10. Okt. 1793 Leipzig selbständig, trat aber 1860 in das väterliche
Geschäft, das nun die Firma »Ludw. Bausch & Sohn«
zu Windratzhofen (O.-A.Leutkirch in Würt- führte, ein. Nach seinem Tode trat sein Bruder Otto an

temberg), t um 1875 seine Stelle.

zum Geigenzettel: Ludovicus Bausch filius / feclt Lipsiae


In seinem 18. Jahre kam er nach Stuttgart Militär
Trompeter zugeteilt. Er anno 1860 [Monogramm im Doppelkreis] (gedruckt),
und wurde dort der Musik als

zeigte schon damals so viel Interesse und Talent für die


Wiederinstandsetzung gebrauchter Instrumente, daß
Bausch, Otto B. — Leipzig. Geb. 6. Aug. 1841
König Wilhelm I. auf ihn aufmerksam wurde und ihn zu Leipzig, t 30. Dez. 1875
1823 auf ein Jahr zu Thumhardt nach München in die Jüngerer Sohn und Nachfolger von Ludw. Bausch &
Lehre schickte. Im Jahre 1824 zurückgekehrt, gründete Sohn, Schüler von Vauchel. Er übernahm 1871 nach
er das erste Instrumentengeschäft in Stuttgart, wo seit
dem. Tode von Vater und Bruder das Geschäft, das nach
langen Jahren kein Gelgenmacher mehr ansässig war. seinem Tode auf Adolf Paulus, der seit 1860 Mit-
Er fand sofort als Reparateur, namentlich für das Hof- arbeiter der Familie Bausch war, überging. Seine Arbeit
theater, ausreichende Beschäftigung und verlegte sich
steht hinter der seines Vaters und Bruders zurück. Der
später auch auf den Neubau von Geigen, die er mit
gleichnamige Sohn von Adolf Paulus setzte das Ge-
Sorgfalt ausführte und die u. a. Molique für die besten Firma »Ludw. Bausch & Sohn
schäft unter der alten
neuen Geigen seiner Zeit erklärte. Auch gute Bogen bis 1 908 fort und löste es auf, als er nach Berlin über-
gingen aus seiner Hand hervor. Im Jahre 1870 über- siedelte.
nahm sein talentvoller Sohn Adolf das Geschäft, von filius Ludovlci sen; et
Geigenzettel: Otto Bausch, ,

dem es 1873 auf A.Sprenger überging. Martin Baur


Ludovicl jun: / feclt Lipsiae Ao. 1873 [Kreuz
f rater
arbeitete von 1870 an erst noch für seinen Sohn und
mit Initialen im Doppelkreis] (gedruckt).
dann bis zu seinem Tode mit Sprenger zusammen.
Geigenzettel: Martin Baur, kgl. Hofinstrumen- / ten- Bazelaire, Joseph. — Mlrecourt. Geb. um
macher in Stuttgart, (gedruckt) und .\bb. 91.
1728, lebte noch 1789
Bausch, Ludwig Christ. Aug. — Dresden, Wenig bekannter Geigenmacher. Ein anderer Bazelaire

Dessau, Leipzig und Wiesbaden. Geb. lebte um 1785 in Versailles.

15. Jan. 1805 zu Naumburg a. S., f 26. Mai BazIn, Gustave. — Mlrecourt. Geb. 24. Mai

1871 zu Leipzig 1871

Schüler von B. Fritzsche in Dresden, bei dem er von Sein Vater Charles B. hatte eine seit 1836 bestehende
J.
1818—1822 lernte. Hauptsächlich als Bogenmacher be- Bogenfabrik; Gustave, der Schüler von Darte- Vuil-
rühmt, ließ er sich zuerst in Dresden, später in Dessau laume, Laurent und CoUin-Mezin war, fügte ihr eine
nieder, ging 1839 nach Leipzig und am 1. November Geigenwerkstatt hinzu. Sein 1881 geborener Bruder
'861 nach Wiesbaden, wo er Herzoglich Nassauischer Louis ist, wie der Vater, ausschließlich Bogenmacher.
3*
Beare ieer
36

Beare, Goodwln & Co. — London. 1 898. 1 900 gleichzeitig als Cellist ausgebildet.
genannte »elegante Violine«, d.
Er >>erfand« eine so-
h. eine in allen Teilen
Mit einer Geigenbauwerkstatt verbundene bekannte reich verzierte und eingelegte Geige, die recht gut aus-
Handlung mit alten Instrumenten. sehen soll.

Beaulieu, Nicolas. — Mirecourt. 1780 Beckett, John. — Faversham


Nur von Jacquot erwähnt. Seine Violinen sind gut gearbeitet, ohne durch Eigen-
art aufzufallen.
Bechardini s. Rechardini
Bechonnet, Joseph. — Effiat. Geb. 3. Febr.
Beckman, Svend. Stockholm, — f um 1761
Er erhielt am 20. Oktober 1741 das Privilegium als
1820, t 10. März 1900 Musikinstrumentenmacher und wurde im Jahre 1756
Er soll auch einige Geigen gebaut haben, berühmt sogar Hofinstrumentenmacher, obwohl er kein Künstler
wurde er aber als trefflicher Bauernleiermacher. in seinem Fache war. Seine Geigen sind von roher
Arbeit; besser sind seine l-auten, die häufiger vor-
Bechstein, Friedrich. — (Kassel?) 1834 kommen. Eine solche mit einem Rokokoornament be-

Ein Instrumentenmacher, der auch Streichinstrumente fand sich in der Sammlung Hammer in Stockholm. Em
repariert hat. Violoncello von ihm. besitzt das Musikhistorische Mu-
seum in Stockholm. Auf seinen Zetteln erscheint sein
Bechstein, Heinrich. — (Kassel?) 1865 Vorname in verschiedener Schreibweise, den er üb-
Hermann Vogt zusammen und repa- rigens auf seiner Brandmarke fehlen ließ.
Er arbeitete mit
rierte auch Streichmstrumente. Geigenzettel : Sveno Beckman / i Stockholm, Anno

Beck (Otto); genannt Adolf. — Düsseldorf.


1 757 (gedruckt).

Bsdler s. Gedler
Geb. 15. Febr. 1891 zu Burg in Dith-
Beer, Andreas, s. Bär
marschen
Schüler und Schwiegersohn von J. H. Schult in Lübeck. Beer, Anton. — Bärnau (Oberpfalz). Geb.
Er besuchte das Johanneum in Lübeck, das er im Jahre 1764, t 1836 in Bärnau
1906 mit der Berechtigung zum Einj.-Freiwilligen-
Sohn und Schüler von Ignatius B. und diesem in der
dienst verließ, wollte sich zunächst dem Justizdienste
Arbeit ähnlich, aber weniger sorgfältig. Sein im Jahre
widmen und legte dann auch sein Gerichtssekretär-
1895 gestorbener Sohn Adam Jakob B. soll auch ge-
Examen ab. Seine Neigung gehörte jedoch längst dem
lernter Geigenmacher gewesen sein.
Geigenbau, und so trat er bei J.H. Schult in die Lehre,
wo er sich bald durch Begabung und Geschicklichkeit
auszeichnete. Im Jahre 1916 legte er in Hamburg seine
Beer, Gabriel. — Iglau. 1875

Meisterprüfung ab und machte sich darauf in Düssel- Musikinstrumentenmacher, um 1885 hieß die Firma

dorf selbständig. Er ist ein sehr tüchtiger, sorgfältig


Gabr. Beer Söhne.
arbeitender Geigenbauer, der sich durch vorzügliche
Arbeiten schnell einen ausgezeichneten Ruf verdiente.
Beer, Jan de. — Amsterdam. 17./18. Jahrh.
Im Brüsseler Museum befindet sich eine Taschengeige
Beck, Max. — Bern. 1896, f 1898 mit diesem Namen, der mir sonst noch nicht begegnet
ist.
Ein hoffnungsvoller Schweizer Geigenmacher, der 1 896
Methfessels Nachfolger wurde, aber schon zwei Jahre
später starb.
Beer (Ber), Ignatius. — Bärnau (Oberpfalz).
am Bärnau
Beck, Vincenz. — Glatz. Geb. um 1804 in
Geb. 1719, t
Sohn und wohl auch Schüler des
20. Juli 1807 in
Joh. Mich. Beer. Er
Wölfeisdorf, t nach 1860 scheint mit seinem Vater in Bärnau eingewandert zu
Er soll bei einem Hoff mann gelernt haben, wurde im sein.Sein Geburtsort geht auch nicht aus seiner Trau-
Jahre 1853 Bürger zu Glatz und besaß dort das Haus ungsurkunde vom 19. November 1754 (mit Maria
Nr. 422,9. Er betrieb die Geigenmacherei beinahe Johanna Schwendner) hervor. Im Kirchenbuch wird er
fabrikmäßig, wobei seine neun Töchter und drei Söhne chelium artifex (oder confector) be-
stets als civis et
ist er den Halleiner Meistern
zeichnet. In seiner Arbeit
seine Gehilfen waren.
nahe verwandt. Gutes Deckenholz, Birnbaumschnecke,
Becker. — London. Um 1800 weite F-Löcher und unscheinbarer Lack, aber ziemlich
guter Ton kennzeichnen seine Geigen. Die Einlagen
Ein aus Hessen eingewanderter Instrumentenmacher,
fehlen gewöhnlich.
dessen Gitarren (Lyragitarren) seinerzeit geschätzt
waren, der sich aber namentlich als Verbesserer der Geigenzettel : Ignatij Ber / Instrumen-/ talischer Violin-
Harfe einen Namen machte. Macher / in Bernau 1782 (gedruckt).

Becker, Wilhelm. — Adorf i.V. 1900. 1902 Beer, Ignaz. — Brunn. 1897
Ein Neffe Professor Reinhold Beckers in Dresden. Die Ein Saitenspinner, der 1897 Jakob Klem.ents Geschäft
Geigenmacherei erlernte er in seiner Heimat und wurde übernahm.
Beer — Bellosio 37

Beer, Johann Georg. — Bärnau (Oberpfalz), Belcioni, Antonio di Stefano. — ? 1673


Breslau. Geb. 1758, f 1829 in Bärnau Von Valdnghi (264) erwähnter italienischer Geigen-
macher, von dem ich weder Wohnort noch Arbeiten
Altester Sohn und Schüler von Ign. sehr B., dem er
erfragen konnte.
nahe kommt. Er scheint nur kurze Zeit in Breslau an-
sässig gewesen zu sem und kommt m den Akten des Beledin, Albert-Jules-Louis. — Nantes. Geb.
Breslauer Stadtarchivs nicht vor.
Geigenzettel : Abb. 88.
um 1829, tum 1895

Beer (Ber), Johann Michael. — Bärnau (Ober- Er war als Geigenmacher nicht ungeschickt und hatte
auch eine Musikinstrumentenhandlung. Sein Geschäft
pfalz). 1754 besteht noch heute unter der Firma Beledin fils in
der Passage Pommeraye.
Der Stammvater der Bämauer Gelgenmacherfam'lie.
Er war Bürger und Geigenmacher (»chely'fex«) in Bellanger. — Caen. 1837
Bärnau, wo er jedoch nicht geboren zu sein scheint.
Schüler von Guill. Le Breton, dem er in seiner Arbeit
Wahrscheinlich kehrte er in seinen alten Tagen m nahesteht.
seinen Heimatsort zurück, da auch sem Tod in den
Bämauer Kirchenbüchern nicht verzeichnet ist. BelleviUe. — Paris. 1823
Beerselmann, Friedrich. — ?. 1 624 oder 674( ?)
1 Ein Dilettant, Erfinder einer Geige von neuer, aber
wenig ansprechender Form im Museum des Pariser
Diesen Namen fand ich bisher nur in emer Poche im
Konservatoriums. (Nr. 35.)
Germanischen Nationalmuseum zu Nürnberg.
Geigenzettel: Friedericus Beerselmann / 1624 Geigenzettel : fait par Belleville / amateur a paris / en
(od. 1674) (gedruckt).
1823 (geschrieben, in der Mitte ein Lamm gez.).

Behrmann, Fried. Aug. — Gotha. 1810 Beloe, W. L. - Coldstream. Geb. 1819, f 1897
In einer Violine von guter .-Xrbeit, gutem Holz, flachem in Coldstream
Modell und breitem Ton fand sich dieser Name. Behr- Ein in vielen Kunstfertigkeiten gewandter Mann. Er
mann scheint nur vorübergehend in Gotha ansässig ge- hat mehrere hundert Geigen gemacht, als sein Meister-
wesen zu sein. stück betrachtete er eine Kopie der »Messias« vonStra-

Beichtner (richtiger: Veichtner), Johann. — nur nach dem Augenmaß machen mußte,
divari, die er
da der Eigentümer sie ihm nicht anvertrauen wollte.
Regensburg. 1603 Arbeit und Lack sind sehr lobenswert.
Eine Laute von ihm war 1883 im Leipziger Krystall- Geigenzettel Made by / W. L. Beloe / Coldstream
:
/
palast ausgestellt; eine Bratsche von ihm besitzt Ge- 1 886 (geschrieben).
heimrat Immanuel Hoffmann in Berlin.

Beick (Back?), Heinrich? — Niederlangenau


Bellon, J.F. — Paris. 1828. 1832
Ein Geigenmacher, von dem man nur weiß daß er
(welches?). 1840 einen Dämpfer für das Violoncello erfunden hat, der
Eine braungelb lackierte Geige, in der Arbeit ähnlich mit dem Fuße zur Anwendung gebracht werden konnte.
wie die Neumärkers in Schöneck, trägt den schlecht
Bellone, Pietro Antonio, genannt il Pesco-
leserlichen Zettel HinnchBäck Instrumenten-, macher
— Mailand.
:

Niederlangenau 1840 (geschrieben). rino. 1691. 1694


Bela s. Szepessy Er den heiligen Antonius von Padua zum Laden-
hatte

Belacqua (Bivelacqua). — Florenz.


schild, übrigens wenig bekannt, was aber nicht
ist
13. Jahrh. hindert, daß sein Zettel nachgeahmt und in Geigen
Ein Freund Dantes, der ihm im Purgatorio IV, Vers 106 geklebt wird, die gewiß nicht in Italien entstanden sind.
bis 36 einige Terzinen widmet. Er war nach Benvenuto
1
Geigenzettel: Abb. 81.
d'Imola ein Meister in der Verfertigung von Zithern
und Lauten und verstand es vortrefflich, deren Hälse BeirOrsi, Michel Angelo. — Turin. 1681
und Wirbelkästen mit kunstreichem Schnitzwerk zu Ist mir nur durch seinen Zettel bekannt geworden, und
versehen; auch war er selbst ein tüchtiger Musiker. diesen halte ich nicht für einwandfrei. Der Name heißt

Beiami, Paolo. — Paris. Um 1612 vielleicht richtiger Dell'Orsi?

Geigenzettel : Michel .Angelo Be'l'Orsi Fece in Torino/


Wahrscheinlich Italiener, ein seinerzeit sehr geschätzter
Lautenmacher. »Belami wohnte« — wie Baron schreibt l'anno 1681 (gedruckt).

(1727) — »in Paris und hat sich daselbst mit seiner Bellosio, Anselmo. — Venedig. Geb. nach
Arbeit einen unsterblichen Ruhm erworben und flo-
rierte um das Jahr 1612.« 1715. 1789

Belawski, B. G. — Warschau. 1886


Wahrscheinlich ein Sohn von Giovanni Bell, und
Schüler von Serafino Santo. Wenn er seinem Meister
Wurde mir nur durch einen Reparaturzettel bekannt. auch nicht gleichkam, so war er doch einer der besseren
Geigenzettel : B. G. Belawski Warschau / reperowac Geigenbauer seiner Zeit und stand in hohem Ansehen
Anno 886 1 (geschrieben). so daß seine Schüler (Marc. .Ant. Cerin, Pietro Val
38
Bellcsio — Ber
Novelle u. a.) in ihren Zetteln sich stets zu ihrer Emp- einem Löwenköpfchen am Wirbelkasten) soll den
fehlung auf ihn beriefen. Seine Geigen klingen gut, nebenstehenden Zettel tragen, der offenbar schlecht
wenn ihnen auch oft besseres Holz und schönerer Lack gelesen — oder gefälscht ist.

zu wünschen wäre. Geigenzettel: A. J. Antoni Benito / Milaan 1664 (ge-


Geigenzettel Anselmus Bellosius Fecit
: / Venetiis 1 783 druckt).
(gedruckt) und Abb. 54.
Benoit. — Düsseldorf. 1802
Bellosio, Giovanni. — Venedig. 1735 Ein französischer Geigenmacher, der wohl nur vorüber-
Angeblich ein Schüler von Montagnana. Es gelang mir gehend in Düsseldorf gearbeitet hat. In einer mitte!
jedoch nicht, irgendeine glaubwürdige Arbeit von ihm mäßig gearbeiteten Violine bezeichnet er sich »Luthi'
zu erfragen; auch der Zettel mit seinem Namen, den de Paris«.
ich zu sehen bekam, war eine durch Steindruck her-
gestellteFälschung. .\uffällig ist ferner, daß die im
Benolt, Eugene. — Brüssel. 1754. 1758
Handel vorkommenden ihm zugeschriebenen Geigen Ziemlich gute Arbeit, französische Schule. Die Holz-
fast immer die Jahreszahl 1735 tragen. wahl ist jedoch nicht sorgfältig, auch der rotbraune Lack
wünschen
Beltrami, Giuseppe. — Vescovato bei Cre-
läßt zu

Geigenzettel :
übrig.

Eugene Benoit / Bruxelles 1 754 (gedr.).

mona. 1870. 1881


Benozzatl, Girolamo. — (Venedig.) 1899
Als Geigenmacher eigentlich nur Laie. Er trieb aber
gründliche Studien und besaß gute theoretische Kennt-
Schüler von Eugenio Degani, bei dem er zwei Jahre
lang lernte.
nisse, so daß seine Arbeiten immerhin einigen Wert be-
sitzen.
Bensande, Alfred Dr. — Lissabon. 1905
Belluominl, Maurizio, war im 19. Jahrhundert Er ist Professor am Lissaboner Handels- und Industrie-
institut und beschäftigt sich aus Liebhaberei mit dem
in Pisa tätig
Geigenmachen.
Belviglieri (Bilveglieri), Gregorio. — Bologna. — Brescia.
Bentl (nicht Beute), Matteo. Geb.
1742. 1772
1580, t nach 1637
Nicht ungeschickt, am besten sind seme Bratschen.
Er war nach einer im. Brescianer Archiv aufbewahrten
Geigenzettel: Gregorius Bilvegheri fecit / Bolognmae,
Urkunde vom 23. März 1637 Sohn des Giovanni Benti,
villa Bononiae, '
m: jan: an: 1772 (geschrieben).
wohnte in der Contrada di S. Antonio »con esercizio di
Ben den Chaus s. Benedikt Tentzel far eitere ed altri istrumenti« und war damals 57 Jahre

Bendini, Giambattlsta. — ? 1668


alt.

Man
Seine um 1 1 Jahre jüngere Frau hieß Chiara Dea.
hat sich erst in neuerer Zeit wieder mit ihm be-
Ein von Valdrighi (277) ohne Quellenangabe erwähnter schäftigt, und noch in Fcnarohs Dizionario degli artisti
Meister, der sonst nicht bekannt ist. Bresciani fehlt sein Name gänzlich. In den Urkunden

Benecke, S. — Stockholm. 1802


heißt es von
und auch Fetis
ihm »che fa Cithere et
weiß von einer schönen Laute von ihm
altri instrumenti«,

Mittelmäßiger Geigenmacher des 9. Jahrhunderts. 1


zu erzählen. Nach verschiedenen, nicht immer ver-
Am besten gelangen ihm noch Violoncelli und Bässe. läßlichen Nachrichten kennt man eine Geige von ihm

Benedetti, Giuseppe. — Piacenza.


aus dem
Jahre 1601 auch Spinette und Cimbalone soll
Nach 1700 ,

er gebaut haben. Sein Geigenmodell soll, wie behauptet


Man kann ihn nach den Geigen und Violen, die seinen wird, groß, die Wölbung ziemlich hoch und der Lack
Namen tragen, nicht für einen besonderen Künstler dunkelbraun gewesen sein. Willy Burmeister besaß eine
halten. Violine mit Bentis Namen. Miß Gardener besaß gleich-

Benedict, Jose. — Cadix. 1667. 1744 falls eine ihm zugeschriebene


Phipson beschrieb, wobei er allerdings angibt, sie sei
Violine, die Dr. Th. L.

Besserer spanischer Lautenmacher. —


um 580 also im Geburtsjahr Bentis
1 gebaut. Eine —
Geigenzettel : Compuesto en Cadix p. / Jose Benedict / ähnliche Geige mit der ausgeschriebenen gleichen un-
ano de! 1738 (gedruckt). möglichen Jahreszahl rühmte sich Ole Bull zu besitzen.

Benedicti, Donato de. — Cremona. 1679 Geigenzettel Matteo Benti : / fecit Bresiae 1601 (gedr.).

Er wird zwar mehrfach erwähnt, doch sind mir Arbeiten Benvenutl, Paolo. — B. S. Lorenzo in Nugello.
von ihm nicht bekannt geworden. Es steht auch noch
nicht fest, zu welcher Familie er eigentlich gehört. 18. Jahrhundert

Benettlni. — Mailand.
Von Valdrighi (3672) erwähnt, sonst nicht bekannt. Ein
1868 Benvenuti ist jetzt Teilhaber einer Geigenmacherfirma
Wenig hervorragender Geigenmacher, doch hat er in Pisa.

einige gute Bässe gebaut.


Benze, Ignaz, Penze
Benito, A. J. Antoni. — Mailand (?). 1664
Ber, s. Bertolt
s.

Name und Ort sind zweifelhaft. Eine Kniegeige aus der


Sammlung Scheurleer (mit Schildpatt eingelegt und Ber, Ignatius, s. Beer
Berati — Bergmann 39

Berati. — Imola (Prov. Bologna). 18. Jahrh. Berger, Johannes. — Landshut. Geb. um 1655
Vidal erwähnt ihn zwar, doch war Imola selbst über m Seit derAuflösung der herzoglichen Hofhaltung auf der
einen Meister dieses Namens nicht das geringste zu Trausnitz (1579) war es mit der Musik in Landshut
erfahren; Arbeiten von ihm lassen sich ebensowenig schwach bestellt. Es kommen nur mehr die »Stadt-
nachweisen. Singer« mit ihren religiösen Schau- und Singspielen
und
Berera, Giov. Antonio. — Trient. 1771
die »Stadt- Instrumentisten« vor, die letzteren be-
standen aus drei Pfeifern und einem »Pusauner«. In-
Einige mittelmäßige Geigen, die nicht viel Italienisches folge der Drangsale des 30]ährigen Krieges und seiner

an sich haben, tragen diesen Namen. Nachwehen hatten die Stadtväter weder Geld noch
Herz für die Musik, selbst die Pfeifer verstummten und
Beretta, Felice. — Como. 1760. 1789 wurden aus den Stadtkammerrechnungen gestrichen^).
Er nennt sich einen Schüler von Giuseppe Guadagnini, Erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts scheinen

dem Ehre macht. Ohne Sorgfalt


er aber nicht viel in der sich die Musikverhältnisse wieder gebessert zu haben,

Wahl des Holzes. Gelber Lack. denn nun ließen sich wieder Geigen- und Lautenmacher
hier nieder, und unter diesen wird noch 1726 Berger,
Geigenzettel : Abb. 56.
wohl der Lehrmeister Fischers, genannt. Im Lands-
Berg, G. E. — Kopenhagen, f um 1900 huter Museum befindet sich ein Miniaturbildnis auf
Pergament, den »Geigenmacher Joannes berger« dar-
Dänischer Streichinstrumentenmacher, dessen Werk- stellend ; in der Sammlung des dortigen historischen
statt auf den Geigenmacher Rosenvald überging. Er
Kreisvereins ist auch eine Nonnengeige mit dem Zettel
wohnte erst Reventlowsgade, dann Klosterstraede 10.
J. B. Landsh. / a. 0° 168 .(gedruckt) zu finden, die
.

Berg, Olof. — Königsberg. 1835. 1836


wahrscheinlich von ihm herrührt.

Ein schwedisch-norwegischer Konsul, der allerlei neue Berger, Lorenz. — Landshut. 1759. 1807
Erfindungen die er machte, an Geigen anbringen ließ. Sohn und Schüler des Jobs. Berger, wurde 759 als
(?) 1

Er selbst machte nichts und ließ seine Ideen meist in »Stadthauboist« aufgenommen und machte seitdem,
Schönbach ausführen. Daß er mit seinen Erfindungen wie der Landshuter Gewerbekataster von 1807 sagt:
keinen Erfolg erzielte, sei nur nebenbei erwähnt. sämtliche Instrumente wie sein Vater. Sem Geschäft

Bergbom, C. — ? 18. Jahrhundert


ging 1808 auf Franz Kriner über, der Bergers Witwe
Gertraud heiratete.
Besserer schwedischer Geigenbauer, der nach Stainer
arbeitete. Berger, Max. — Markneukirchen. Geb. 1869

Berge. — Toulouse. 1760. 1771 in Markneukirchen


Schüler von H. Th. Heberlein jun. Nach einer neun-
Ein Lautenmacher, der bisher nur durch die Inschrift
seiner interessanten »vielles orgamsees* im Museum
jährigen Lehr- und Wanderzeit begründete er 1892 in
seiner Vaterstadt sein eigenes Geschäft, in welchem
des Konservatoriums zu Paris bekannt geworden ist.
Geigen nach den Modellen der alten Meister gebaut
Geigenzettel Berge, ä Toulouse 77 (gedruckt).
werden. Als Zettel wird der Name des Meisters, nach
: 1 1

Berger. — Gent. 1823


dessen Modell die Geigen gemacht sind, eingeklebt.

Ein wenig bekannter Geigenmacher, von dem Snoeck Berger-Kapralik, Julius. — Lemberg. Geb. in
eine Violine besaß.
Lemberg 1864
Berger, C. D. — Schwerin. 1835 Erlernte nach seiner Angabe in Rußland von 1879 bis
1883 die Geigenmacherei, machte sich 1886 in Lemberg
Mittelmäßiger Reparateur.
selbständig und baute nach Amati, Stradivarius und
Berger, Horst. — Hamburg. Geb. 14. Nov. Vuillaume. Im Lack ahmte er französische Vorbilder
nach. 1894 stellte er mehrere Geigen hors concours aus;
1893 in Kiel seitdem hat er den Neubau von Streichinstrumenten
Sohn eines Kapitäns zur See. besuchte er das Gym- aufgegeben und sich ausschließlich auf den Instru-
nasium seiner Vaterstadt, kam dann nach Hamburg in mentenhandel verlegt.
die Kaufmannslehre, war eine Zeitlang in Südamerika
tätig und wurde durch ein Konzert Vecseys veranlaßt, Bergette, Hannss s. Pergette
sich mit größtem Eifer auf das Violinspiel zu verlegen, Bergmann, Andreas. — Budapest. Geb. 1862
worin er es durch angestrengten Fleiß zu anerkennens-
werter Fertigkeit brachte. Durch seine Beziehungen zu in Nagy Maros
Geigenmachern, namentlich zu dem trefflichen Aug. Schüler von Eduard Bartek, später langjähriger Gehilfe
Diehl wurde er auch angeregt, sich mit dem Geigenbau von Paul Pilät. Im Jahre 1898 begründete er seine
zu beschäftigen und hatte auch hierin so viel Erfolg, eigene Werkstatt, die das Ladenschild »Zum Cremo-
daß er seinen Kaufmannsberuf mit seiner Vorliebe für neser« führt, und hat seitdem über 80 neue Geigen ge-
die Geige verband und eine Geigenhandlung eröffnete. baut, darunter 30 nach Guarneri, 15 nach Stradivari
In der wenigen freien Zeit, die ihm übrig bleibt, baut
und repariert er Geigen und verwendet einen guten ^) Vgl. A. Kalcher, Chronik der Landshuter Lieder-
OUack eigener Zusammenstellung. tafel (1891).
:

40 Bergonzi, Benedetto — Beigonzi, Michel Angiolo

5 nach Magglnl. Da er bei wiederholt angestellten


und schrieben und abgebildet Von
ist. seinen drei Söhnen
Versuchen, wenn er aus dem gleichen Holz eine Geige erreichte ihn Seine ältesten Arbeiten tragen
keiner.
nach Stradivari und eine solche nach Guarneri baute, Jahreszahlen vor 1700. So hat ein Geiger in München
stetsden Ton der Guarneri-Kopie besser fand, zieht er eine Violine von ihm mit geschriebenem Pergament-
dessen Modell allen anderen vor und baut danach in zettel aus dem Jahre 1696. Eine Violine von tadelloser
entsprechender Vergrößerung auch Violen und Violon- Erhaltung, mit rotem Lack, von ihm aus dem Jahre
celli. Er ist auch als Reparateur sorgfältig in seiner 1737 besitzt Valentin Walter in Grulich i. B. seine ;

Arbeit und verwendet Ollack in verschiedenen Farben. schönste Arbelt, eine Violine, die Tarisio besaß und von
Geigen, die er allein gebaut hat, tragen den Zettel der er sich nie trennen konnte, verkaufte Vuillaume
Bergmann Andräs hegedü keszitö / sajat kezü keszit-
,'
später an Konzertmeister Woerle,und jetzt befindet sie
menye / Budapest 1898 (gedruckt), die von seinen Ge- sichim Besitz des deutschen Konsuls Baron Liebig in
hilfen gebauten Keszitette Bergmann Andräs / hegedü
:
Wien.
keszitö / Budapest 1901 (gedruckt). Arbeiten seiner
Geigenzettel Anno 17.. Reuisto, e corretto da me
:
/
Schüler: Bergmann Andräs / hegedü keszitö tanitvänya/
Budapest 1901 (gedruckt). Reparaturen: Javitotta Berg-
Carlo Bergonzi in Cremona (gedruckt). Abb. 95. —
mann .Andräs / hegedü keszitö Budapest 1899 (ge-
druckt).
Bergonzi, Carlo II. — Cremona. 1780, f um
1820
Bergonzi, Benedetto. — Cremona. f 1840 In Dritter Sohn von Michel Angiolo B. Er soll ein ge-
Cremona schickter Reparateur gewesen sein und war hauptsäch-
lich Mandolinen- und Gitarrenmacher. Die wenigen
Der Geigenmacher der Familie, der nur als Re-
letzte
Geigen, die er gebaut hat, sind minderwertig, unfein in
parateur von Bedeutung war. Er wohnte noch im
der Form und haben häßliche F-Löcher.
Stammhause seiner Vorfahren an der Piazza San Do-
menico. Von ihm sollen die Angaben über Stradivari
und seine Zeitgenossen stammen, die Tarisio dem
Bergonzi, Francesco. — Cremona. 1687
J. B. Vuillaume machte und die dann Fetis in seiner
Man will ihn für den Ahnherrn der Familie halten, und
Schrift über Stradivari verwertet hat. es soll auch noch Geigen von ihm geben, in denen er
seinen Namen allerdings »Baganzi« schrieb.
Bergonzi, Carlo I. Cremona. Geb. 1686,
Bergonzi, Giuseppe. — Cremona. 1740
t 1747 Es soll auch einen Giuseppe B. gegeben haben. Es ist
Sohn des Michele B. Einer der besten, wenn nicht der mir aber nicht gelungen, Instrumente mit seinem
allerbeste Schüler Stradivaris, dernach dem Tode von Namen ausfindig zu machen. Ebensowenig solche—
Stradivaris Söhnen Haus und Werkstatt seines Meisters von einem angeblichen Pietro Bergonzi.
erwarb. Es wird allerdings behauptet, daß er zuerst bei
Amati in der Lehre gewesen und erst als Gehilfe zu Bergonzi, Ludovico. — Cremona. 1741
Stradivari gekommen sei. In seiner Arbeit schließt er Ein bisher nicht bekanntes Mitglied der Familie, von
sich jedoch mehr an Stradivari an, nur verlängerte er dem einzelne Violinen vorkommen, die einer Cremo-
die obere Hälfte des Geigenkörpers und machte die neser Herkunft nicht widersprechen.
untere etwas breiter, die F-Löcher setzte er etwas höher
und näher dem Rande und gab ihnen einen Schnitt, der Bergonzi, Michel Angiolo. — Cremona. Geb.
dem von Guarneri de! Gesü nicht ganz unähnlich ist.
Die Wölbung nahm er gewöhnlich flach, doch wech-
um 1715, tum 1765
selte er mehr als andere mit der Wölbung die Schnecke ;
Sohn von Carlo B., dessen Nachfolger er 1747 wurde.
ist flacher als bei den meisten seiner Zeitgenossen, aber Er war mit Barbara Berselli, Tochter des Alfonso B.,
sehr sauber geschnitzt. Sein Lack ist meist rotbraun verheiratet. Wenn auch nach verschiedenen Mo-
er
oder bernsteingelb, nur manchmal etwas zu dick auf- dellen arbeitete, so bevorzugte er doch das breite Stra-
getragen und deshalb öfter zerronnen, hat aber durch divari-Patron. In der Arbeit ist er recht gut, auch sein
das Alter sehr gewonnen und sieht gerade dadurcli Holz ist schön; seinen Vater erreichte er aber doch
originell aus, daß er oft auf Klümpchen zusammen- niemals. Sein Lack ist stumpf und der Ton häufig
geschrumpft ist, deren feine Zwischenräume zum Teil näselnd, vorzüglich sind seine Bässe. Da er sich früh-
bis auf den Holzgrund, zum Teil bis zur ersten Lackie- zeitig besonders auf den Bau von Mandolinen usw. ver-
rung reichen. Der Ton ist groß und edel, und da Ber- legte, kommen Streichinstrumente von ihm verhältnis-
gonzi stets das beste und gesündeste Holz nahm und mäßig selten vor. Doch besitzt G. Siefert in Leipzig
seine Geigen sehr stark baute, darf man ihnen eine eine sehr schöne Violine von ihm aus dem Jahre 1736,
lange Lebensdauer in Aussicht stellen. Sie gehören zu die denselben Lack zeigt, den Carlo I B. verwendet hat,
denen, die in den letzten fünfzig Jahren die größten der so leicht »zerronnen« Auch
Grundierung ist
ist. die
Preissteigerungen erfahren haben. Man charakterisiert die gleiche wie bei seinem Vater. Eine Violine von ihm
Carlo I B. am besten, wenn man sagt, daß er besitzt .Miß Baird in Elgin (Schottland), eine Pandurina
zwischen Stradivari und Guarneri del Gesü in der von 1755 C. van Raalte, eine von 1756 die Sammlung
Mitte steht. Seine Violoncelli und Bässe sind nicht Galpin (Hatfield). —
Er hatte drei Söhne.
minder gut als seine Violinen und ebenfalls sehr ge- Geigenzettel Michel Angelo Bergonzi / Figlio di Carlo
:

sucht. Eine schöne Gamba von ihm besaß de Wit in fece in Cremona l'Anno 1749 (gedruckt).
, Michel- —
Leipzig, in dessen Zeitschrift (1895, Nr. 12) sie be- angelus Bergonzi / Fecit Cremonae 17 (gedruckt) . .
: : :

Bergonzi — Bernardel 41

Bergonzi, Nicola. — Cremona. 1740. 1782 Lehrmeister und erhielt 1897


für seine neuen Geigen silberne Medaillen,
in Brüssel, 1900 in Paris
und 1905 in
AltesterSohn von Michel Angiolo B., der das väterliche Lüttich, 1907 in Bordeaux und 1910 in Brüssel goldene
Geschäft übernahm und fortsetzte. Er baute viele In-
Medaillen. Auch in der Wiederherstellung alter Geigen
strumente, die im Patron denen seines Vaters ähnlich
ist er sehr geschickt. Seine Werkstatt führt das Schild
sind, ihnen aberim Ton und in der Arbeit sehr nach-
»A la Guitarre royale«.
stehen. Der Lack ist dünn und hat wenig Feuer, das
Holz nicht immer gut gewählt und die Schnecke un- Bernard, Jacques. — Mirecourt. 1773. 1780
schön.
Galt als guter Bogenmacher.
Geigenzettel : Abb. 78.

— Cremona. Bernardel, Auguste-Sebastien-Philippe. — Paris.


Bergonzi, Zosimo. 1750. 1777
Geb. Mirecourt 1802, f 6. Aug. 1870 zu
DritterSohn Michel Angiolos und etwas geschickter als
seinBruder Nicola. Seine Violinen sind von ungleichem Bougival
Wert, besser dagegen seine Violoncelli und Bässe. Nachdem er in seiner Heimat ausgelernt hatte, kam er
Geigenzettel: Fatto da me Zosimo Bergonzi ; L'anno 1820 nach Paris und trat bei N. Lupot und später bei
1777, Cremonae (gedruckt). Gand pere als Gehilfe ein. Er gründete 1826 sein Ge-
schäft in der Rue Coquilliere Nr. 44 und arbeitete bis
Bergström, J. A. — Nyköpmg. 1828 1859 allein. Dann nahm er seine beiden Söhne als Teil-
In der Wahl des Holzes nicht sehr glücklich, sonst ein haber der Firma auf. arbeitete aber noch bis 1866
ganz tüchtig arbeitender schwedischer Geigenmacher. fleißig weiter. Einer der geschicktesten französischen
Geigenmacher des 19. Jahrhunderts und gründlicher
Berkemayer, Bernhard. — Iglau Kenner des Holzes, das er mit größter Sorgfalt aus-
wählte. Auf der Londoner Ausstellung 1851 stellte man
In einer zwölfsaitigen Zither im Besitze Eman. Ed.
seine Arbeit der Forsterschen gleich, wenn auch sein
Homolkas findet sich der Zettel
Cello einen näselnden Ton gehabt haben soll aber es
Bernhard Berkemayer Bürger in Iglau / verfertigt ;

unterliegt keinem Zweifel, daß er gerade, was die Größe


Forte-Pianos und andere Saiteninstrumente. /
alle ,

Wohnt im eigenen Hause N° 356 / in der hinteren des Tons anbelangt, alle englischen Meister übertraf.
Seinen braunen und rötlichen Lack trug er manchmal
Judengasse (gedruckt).
zu dick auf, auch hat die rote Farbe oft einen Stich ins
Berkemeyer, J. F. — Amsterdam. 1806 Violette,was als Schönheitsfehler gelten muß. 1859
Wenig bekannter, wahrscheinlich aus Süddeutschland verband er sich, wie schon bemerkt, mit seinen Söhnen
oder Mähren eingewanderter geschickter Geigen- Ernest-Auguste und Gustave-Adolphe zu der Firma
macher, von dem Felix Herrmann eine recht gute "Bernardel et iils^< und zog sich 1866 vom Geschäft
Violine besitzt. Boden, Zargen und Schnecke sind sehr zurück.

schön, die Decke von weitjährigem Holz fällt dagegen Geigenzettel : Bernardel, luthier ,'
ex-ouvrier du si'Lu-
etwas ab, doch ist der rotbraune Lack zu loben. n° 44
pot, / rue Coquilliere, ä Paris, / l'an 1826 (ge-
druckt) und Abb. 72 und 73.
Geigenzettel: J. F. Berkemeyer ,
Amsterdam Ao 1806
(geschrieben).
Bernardel, Ernest-Auguste. — Paris. Geb.
Berly. — Mirecourt 1826, t 10. Dez. 1899 in Paris
Eine Geigenmacherfamilie, von der dem Namen nach Sohn von Seb. Phil. B. Seit 1859 Teilhaber der Firma
bekannt wurden seines Vaters ; er verband sich später mit seinem Bruder
Berly, Charles. 1760. 1765 zusammen mit Ch. N. E. Gand. Ein trefflicher Meister,
— Dominique 1744. 1750I.
dem ein gut Teil des Ruhmes der Firma zuzuschreiben
— Dominique 1761. 1765II.
— Dominique 1750. 1789
III.
ist.

— Dominique IV. Geb. 1765 Bernardel, Gustave-Adolphe. — Paris. Geb.


— Guillaume. 1732
— Jean-Claude. 1756. 1757 Paris 1832, t 27. Jan. 1904 in Cherbourg
— Leopold. 1778
1777. Schüler seines Vaters Seb. Phil. B. Vielleicht der beste
— Pierre.1756. 1764. • unter den französischen Geigenmachern seiner Zeit.
Seit 1860 Teilhaber der Firma seines Vaters; er ver-
Berliner, E. — Boston. 1885 band sich 1866 mit Eug. Gand, mit dem er 26 Jahre in
Ließ sich eine »verbesserte« Violine patentieren, an der
treuer Freundschaft die Firma Gand & Bernardel teilte.
durch einen Spannrahmen eine Saitenspannvorrichtung
Seit 1892 war Gustave B. alleiniger Inhaber des welt-
berühmten Geschäftes, das nun die Firma »Gustave
angebracht war; er erzielte jedoch begreiflicherweise
Bernardel, seul successeur de Gand & Bernardel<' trug.
keinen sonderlichen Erfolg damit.
Begründer des Geschäftes war bekanntlich Lupot; seine
Bernard, Andre Florent Nicolas. — Lüttich. Nachfolger waren Gand, Gand freres, Gand & Ber-
nardel und Gustave B. Er befolgte die Traditionen
Geb. 6. Okt. 1870,
Lupots, baute treffliche Streichinstrumente und ver-
Schüler von Gand und Bernardel. Seit 1890 ist er in suchte eine gelungene Rekonstruktion der V iola di Gam-
seiner Vaterstadt tätig. Er arbeitet sauber im Stile seiner ba, er machte alle Saiteninstrumente, die Harfe aus-
.

42 Bernardel — Bernlnard
genommen, und verwendete nur Öüack. Seit 1 . Juli Boden und Decke harmonisch ab und bereitet sich
1901 sind Albert Caressa und Henri Fran^ais seine einen Ollack eigener Zusammensetzung. Sein Sohn
Nachfolger. Walter, der eine gründliche musikalische Ausbildung
Geigenzettel Gustave Bernardel
: N° . . . / Paris Pdssage erfahren hat, widmet sich jetzt ebenfalls dem Geigen-
Saulnier 4 / luthier du Conservatoire 18 . . (gedruckt) bau.
und Abb. 57. Geigenzettel : Gebaut von / Willy Berndt / Berlin-

L. —
Neukölln / Geigenmacher — den .... 192
Bernardel, Amsterdam. Geb. um 1805
.

in Mirecourt, f 1847 Berner (Perner), Samuel. — Brixen. f 24. Febr.


Bruder von A. Sebast. B., ein talentvoller Geigen- 1754 (im Spital)
macher, dessen frühzeitiger Tod verhinderte, daß er zu Gute Arbeit. Ein Violoncello von ihm wurde 1890 von
größerem Ruhm kam. Heberle in Nürnberg versteigert. Eine Viola und ein
Geigenzettel : Repare par L. Bernardel / Amsterdam Cello von ihm besitzt Kaufmann Fallmereyer (Eisen-
1844 (gedruckt). handlung) in Brixen.

Bernardel, Leon. - P,ans. Geb. m ans Bernhard, August. — Fleißen. 1884. 1895
22. Aug. 1853 Einer der besseren Geigenmacher seines Heimatortes,
der auch als guter Lehrer geschätzt war.
Sohn von Ernest-Aug. B. Nachdem er von 1869 1870 —
bei Just Derazey Mirecourt gelernt hatte, kam er zu
in Bernhard, Carl. — Stadthagen. Geb. 22. Nov.
Gand & Bernardel freres nach Paris, bei denen er vom
I August 870 bis 3 Juli 898
. 1 also 28 Jahre lang
1 . 1
— — 1857
blieb. AmI.Oktober 1898 eröffnete er seine eigene Ursprünglich Musiker, brachte ihn der Wunsch, den
Werkstatt; er baut nach Stradivari, Lupot und Gand Ton seiner Streichinstrumente zu verbessern, schon
und verwendet nur Ollack. 1900 erhielt er das Diplom frühzeitig auf den Gedanken, den Geigenbau zu stu-
eines Offiziers der Akademie und auf der Weltaus- dieren. Meister Weber in MöUenbeck bei Rinteln war
stellung eine Bronzemedaille. Seine Geigen sind gut der erste, der ihm einige Anleitungen gab. Als Sohn
und werden von Musikern sehr geschätzt so ist er u. a. ; eines Tischlers mit der Holzbearbeitung gut vertraut,
Lieferant des Lamoureuxschen Konzertes usw. Seinen versuchte er zunächst, ein Violoncell zu bauen. Der Er-
1882 geborenen Sohn ließ er in Mirecourt zum Geigen- folg spornte ihn zu weiterem eifrigen Studium an, und
macher ausbilden und erzog ihn zu seinem besten Mit- Weber gab ihm außer praktischer Anleitung auch
arbeiter. Bagatellas Schrift und ähnliche Bücher. Er machte jetzt

Geigenzettel : Abb. 58. rasche Fortschritte und baute 1885 seine erste neue
Geige. Hierauf ging er noch nach Markneukirchen, um
Bernardelle, Roussel. — Paris. 1837 seine Ausbildung abzuschließen. Wenn er dort auch

Baute nach Stradivari; seine Arbeit ist nicht schlecht, nicht alles fand, was er hauptsächlich suchte, so nutzte
kommt aber nur selten vor. er doch jede Gelegenheit, die Werke alter Meister
kennen zu lernen, mit Eifer aus. Bis 1904 hatte er be-
Bernardus. — Udine reits 178 neue Violinen, 31 Violen, 17 Violoncelli und

Ein englischer Händlsr bot eine Violine mit diesem 58 Bässe gebaut. Er ahmt vorzugsweise das Stainer-
Namen, der wohl nur zur Hälfte gelesen ist, an. modell nach, wobei er die Schallkreise elliptisch an-
ordnet, da sonst bei der schnell abfallenden Wölbung
Berndt, Willy. — Berlin-Neukölln. Geb. die gerade laufenden Fasern des Holzes nach seiner An-
sicht zu kurz abgeschnitten würden. Bei flacher Wöl-
II. April 1876 in Stettin
bung nimmt er die Schallkreise dagegen rund, wie
Durch den frühen Tod seines Vaters in ärmlichen Bagatella dies vorschreibt. Seine Arbeit ist sorgfältig,
Verhältnissen aufgewachsen, baute er sich schon als der Ton und weich; auch als Reparateur wird er
voll
Schulknabe ohne jegliche Anleitung eine Geige, da geschätzt und erhielt durch Professor Sahla die Ar-
ihm seine Mutter keine kaufen konnte. Das Instru- beiten für die Bückeburger Hofkapelle übertragen.
ment war so gelungen, daß ihm von allen Seiten
Geigenzettel : Carl Bernhard / Geigenmacher / Stadt-
geraten wurde, Geigenbauer zu werden. Da er aber
hagen Ao. 19 . . (gedruckt).
in Stettin keine Lehrstelle erhalten konnte, mußte er
zunächst die Tischlerei und den Klavierbau erlernen, Bernhard, Johann Georg. — Mark-Biberbach.
aber jede freie Zeit benützte er dazu, sich im Geigen-
machen zu vervollkommnen, wenn er auch darauf an- 1743. 1746
gewiesen war, die Anleitung dazu aus Büchern zu Schwäbischer Geigenmacher, der um die Mitte des
holen. In seinem zwanzigsten Jahre kam er endlich 18. Jahrhunderts lebte und sehr mittelmäßig arbeitete.

zu Adolf Pfretzschner, unter dessen Leitung er bald Sem Holz ist unschön, zur unrechten Zeit geschlagen,
mehrere Geigen in allen Teil -n fertigstellte, die schon daher jetzt sehr wurmstichig, der Lack schlecht und
in unlackiertem Zustand den größten Beifall des hol! dementsprechend der Ton armselig. Im Modell ahmt
Konzertmeisters Max de Groot fan len. Im Jahre er die Tiroler Schule nach.
1907 siedelte er nach Berlin über und begründete seine Geigenzettel Johann Georg Bernhard / Lauten- / und
:

eigene Werkstatt, die sich eines stetig zunehmenden Geigenmacher in Mark-Biber- / bach. Anno 1743 (ge-
Zuspruchs erfreut. Er baut nach Stradivari und stimmt druckt).
Bernhardt — Bertolotti 43

Bernhardt, Arnold. — Markneukirchen. Geb. Bertier, Phülppe. — Mirecourt. 1773. 1789


Ja^quot kennt nur seinen Namen.
1 9. Juli 1 874 zu Markneukirchen
Schüler von Karl Wilh. Lederer 11. Als Gehilfe arbeitete Bertini, Vincenzo. — Rom
er längere Zeit bei Dr. AlL-ed Stelzner in Dresden und ^^ ^-^^^ j^^j^^^,^ eingelegte Mandolinen mit seinem
machte sich im Jahre 1905 m
seiner Vaterstadt selb-
Namen,
Er arbeitet sehr sorgfältig und sauber, ver-
ständig.
wendet vorzügliches Holz, und seinen Geigen wird auch Bertoleti, Antonio. — Brescia. 1796
in bezug auf den Ton uneingeschränktes Lob geiol
chränktes Lot) ollt.
In einem mittelmäßigen Violoncello wurde der Zettel
Er beschäftigt keine Gehilfen, sondern macht alles selbst gefunden: Antonio Bertoleti / Fece in Brescia, 1796
an seinen Instrumenten, wie er sich auch den Lack (gedruckt).
selbst zubereitet. Er arbeitet nach einem eigenen Mo-
dell, das dem des Stradivarl ähnlich ist. Daß es ihm Bertoli, Giuseppe. — (Venedig.) 1899
sehr zustatten kommt, nebenbei ein trefflicher Geiger
Schüler von Eugenio Degani, bei dem er ein Jahr lang
zu sein, erwähnt. Seine Geigen tragen
sei gleichfalls
lernte.
einen Brandstempel (Brandmarke Nr. 1).

Berro, Ambroslus. — ? 1766 Bertolinl. — 18./19. Jahrhundert


Dr. L. Phipson erzählt in »The Strad« 1896 (Nr. 74)
Nach einer Mitteilung des Propstes von St. Florian in J.

Oberösterreich befindet sich im Besitze des Stiftes eine von einer Violine mit diesem sonst nicht bekannten
gute Viola mit dem rätselhaften (vielleicht schlecht ge-
Namen, die zwar keine äußeren Vorzüge und wenig
Ambroslus Berro zu Barris 766 (ge- Eigenart, aber einen wundervollen Ton gehabt haben
lesenen) Zettel : / 1

soll.
druckt).

Berrolt. — Brüssel. 1750 Bertolotti, Francesco I, genannt Violi (Vio-


Ein selten genannter Violenbauer. Vielleicht ist nicht lino). — Polpenazze. 16. Jahrhundert
einmal sein Name richtig überliefert.
Sohn des Santino und Vater Gasparo da Salos. Er war
Bertanl. — Modena. 1 9. Jahrhundert Maler, seinem Beinamen nach aber auch Geiger oder
Geigenmacher.
Außer Geigen verfertigte er auch Flöten und englische
Hörner.
Bertolotti, Francesco II. — Brescia. Geb.
Bertaslo, Luigl. — Piadena. 19. Jahrhundert
März 1564 in Brescia. 1614
Bei De Piccolellls und Vidal findet sich dieser Name
Sohn des Gasparo B. da Salo und Schüler seines Vaters.
ohne weitere Zusätze oder Quellenangaben. •

Mit 23 Jahren war er bereits mit Fior (aus Calvagese


Bertassl, Ambrogio. — Piadena. 1730 bei Salö) verheiratet, und es läßt sich vermuten, daß er
nach dem Tode seines Vaters seine Kunst nicht mehr
Wahrscheinlich zur selben Familie wie Bertaslo gehörig.
ausgeübt hat vielleicht hat er das Geschäft an Giovan

;

Bertet, Joseph R. Paris, Nantes. 1754. 1774 P. Maggini, der ja der Nachfolger seines Vaters wurde,
verkauft. Nach 1614 läßt er sich in Brescia nicht mehr
Ein Geigenmacher, der wie L'Harmand und der alte
nachweisen und dürfte also fortgezogen sein, vermutlich
VulUaume u.a. den Werkstattnamen »Au roy David«
nach Calvagese, wo sich bekanntlich Gasparo da Salö
führte. Nach 1764 scheint er nach Nantes gezogen zu
angekauft hatte. Eine Lira di Camba mit der Zettel-
sem. Von ihm befindet sich ein großer Alto aus der
inschrift: D. Francesco q. Gaspar da Salö in Brescia
Sammlung Snoeck (Nr. 573) in Berlin. Dicker gelber
(gedruckt) besitzt W. Heyers Musikhistorisches Mu-
Lack, gute Arbelt. Eine sehr schöne Laute mit einem
seum in Köln (Nr. 783).
wundervoll geschnitzten Frauenköpfchen besitzt Baron
de Lery.
Geigenzettel Joseph R. Bertet, au Roy David / Rue
:
Bertolotti, Gasparo, gen. da Salo. — Brescia.
Neuve St. Roch ä Paris 1754 (geschrieben). Bertet, — Geb. 20. Mai 1540 (?) in Salo, f H.April
luthler Au Roi David / rue Dauphine ä Paris 1 764 (ge-
1609
schrieben).
.
Sohn des Francesco B. und Enkel von Santino. Sein
Bertholini, Nicolo Vater war Maler und »Violino«, die ganze Familie war
Siehe Bertolinl. musikalisch^), und der junge Gasparo wandte sich wohl

Berti, Antonio. — Cortona. 1721


schon frühzeitig dem Berufe, den auch sein Großvater
ausübte, zu. Er war wahrscheinlich ein Schüler seines
Vidal erwähnt ein Psalterion von ihm; auch sollen
Großvaters und später von Girolamo di Virchi, was ihn
Lauten mit seinem Namen vorkommen doch ; ließ sich
veranlaßt haben mag, aus Salö, einem Städtchen am
in Cortona nichts über ihn ermitteln. Gardasee, nach Brescia überzusiedeln, wo er bereits

Berti, Giuseppe gen. Giusino. — Flumalba vor 1565 als Meister ansässig war. An Können und
Talent überragte er alle seine Vorgänger und wurde
(Modena). Anfang des 19. Jahrhunderts
Er soll auch in anderen modenesischen Orten gearbeitet
1) Ein Alessandro Bertolotti war nach Valdrighi ein
haben; seine Geigen sind minderwertig. tüchtiger Klavizimbelbauer.
;

44 Bertolotti — Bessard

bald das Haupt der Brescianer Schule; er hatte jeden-


Bertolotti, Lulgi s. Bortolottl
falls einen wesentlichen Anteil an der Ausgestaltung der
heutigen Violine, deren Erfindung man ihm mit Bertolotti, Santino. Polpenazze. 16. Jahrh. —
größerem Rechte zuschreiben könnte, als »Duiffo- Lautenmacher, der Großvater von Gasparo da Salö.
prugcar«. Sein Ruf war bald begründet; 1568 wohnte
er noch zur Miete in der Contrada del palazzo vecchio,
Bertolt. Nürnberg. 1413 —
1588 besaß er bereits sein eigenes Haus in der Contrada In einer Urkunde des Archivs der Stadt Nürnberg
de la Cocere (jetzt via delle Cossere). Seine Frau hieß wird im Jahre 1413 ein *Ber(tolt) Lautenmacher auf
Isabella und war 1546 geboren. Trotz aller Anerken- der Lorenzer Stadtseite in der Mittelgasse« aufgeführt.
nung scheint er doch anfangs mit Sorgen zu kämpfen
gehabt zu haben, denn um seine Lage zu verbessern, Bertram, Alexander. Eddieston. Geb. 1801 —
stand er im Begriffe, dem Beispiel anderer Meister Sohn von William B. und wohl auch dessen Schüler.
folgend, nach Frankreich auszuwandern. Um das zu Ein fleißiger schottischer Geigenmacher des 19. Jahr-
verhindern, lieh ihm Bruder Gabriel zu St. Piero hunderts.
60 Lire. Von da an arbeitete er sich empor 599 konnte
er sich ein neues Haus in der Straße San Pietro Martire
; 1

Bertram, William. Stobo Castle (Schott- —


kaufen, und zwischen 1581 und 1607 erwarb er außer- land). 1790. 1810
dem verschiedene liegende Gründe in Calvagese (bei
Er war Jäger von James Montgomery und machte aus
Salo), dem Heimatorte seiner Schwiegertochter Fior.
Liebhaberei Geigen. Er brachte es dann zu einer ge-
Das ist alles, was sich aus seinem Leben urkundlich
wissen Geschicklichkeit und soll in den letzten drei
feststellen ließ. Er wurde bei St. Joseph begraben, wo
Jahren seines Lebens siebzehn Geigen gemacht haben,
sich leider sein Grabstein nicht erhalten hat. Im April
die er den Gästen seines Herrn zu verkaufen pflegte.
1907 wurde ihm aber auf Veranlassung des Prof. Cav.
Fr. Pasini an dieser Kirche ein Denkstein errichtet mit Bertrand, Nicolas. — Paris. 1687. 1735
der Inschrift:
Er arbeitetehandwerksmäßig; nur manchmal kam er
Gasparo da Salo
Jacques Boquay nahe. Sein Lack ist fast immer rissig
nell arte di liutai maestro
und stumpf und gewöhnlich von roter Farbe. Violinen
per trovar nuove
le vie
scheint er nur selten gemacht zu haben, dagegen trifft
loggi, materia, forma studiando
man Violen, Bässe und Quintone von ihm mehrfach.
die quasi anima e senso
Das Selhofsche Versteigerungsverzeichnis (Haag 1759)
al violino moderno
führt eine Arbeit von ihm mit der Jahreszahl 1603 auf;
creazione sua.
Nato 1542. — Morto 1609
diese kann nur 1703 oder höchstens 1693 geheißen
haben, oder man müßte einen gleichnamigen Vorfahren
fu sepolto in questo tempio.
annehmen. Ein Quinton und eine Baßviola (Gamba)
In den Urkunden wird er 1568 »Magistro de violini«, von gewöhnlicher Arbeit, rotem, schmierigem Lack und
1579 »Magistro a cittaris«, 1583 »Artefice d'instrumenti mit einem Frauenköpfchen am Wirbelkasten besitzt das
musici« und 1588 »Magister instrumentorum musi- Brüsseler Konservatorium (Nr. 222 und 227). Außer
corum« genannt. Seine Geigen zeigen im allgemeinen seinem Zettel verwandte er auch eine Brandmarke mit
schon die später klassisch gewordene Form. Die Wöl- seinem Namen.
bung nimmt er noch ziemlich hoch, d;e F-Löcher sind
Geigenzettel : Abb. 50.
weit und stehen fast parallel, die )( sind langgestreckt
und die Ecken kurz. Die Schnecke ist nicht besonders Bertrand. — Mirecourt. 1853
fein und bei größeren Instrumenten meist aus Birn-
Wahrscheinlich mehr Händler als Geigenmacher.
baumholz. Sein Lack scheint nachgedunkelt zu haben
aber es gibt außer braunlackierten Geigen auch solche Bertucci, D. Giuseppe. — Mont-Orsello. 1748.
von schöner Bernsteinfarbe. Bis heute haben sich nur
wenige Arbeiten seiner Hand erhalten doch wurde sein ;
1777
Name schon frühzeitig mißbraucht, weshalb ihm zu- Das D. vor dem Taufnamen scheint die Abkürzung von
geschriebene Geigen stets mit Vorsicht zu behandeln Don zu sein Bertucci wäre demnach geistlichen Stan-
;

sind. Man findet viele Instrumente mit seinem Namen des gewesen. Geigen von ihm kommen selten vor und

und Jahreszahlen, die von 1610 1630 reichen, obwohl sind nicht sehr geschickt gemacht.
er selbst fast nie eine Jahreszahl auf seinen Zetteln an-
gab. Einen echten dreisaitigen Baß besaß Dragonetti, Berupt, Leopold und Louis. — Mirecourt.
eine sechssaitige Gamba
bewahrt das Pariser Konser- 1766. 1789
vatorium. In der Sammlung des Professors Cav. Franc.
Wahrscheinlich zwei Brüder, die beide als Luthiers ge-
Pasini befindet sich eine ganze Reihe von Instrumenten,
nannt werden.
die als Arbeiten von Gasparo da Salo gelten. Ole Bulls
Violine, die ihm zugeschrieben ward, scheint jüngeren Besancenot. — Dijon. 1776
Ursprungs gewesen zu sein. Er war auf alle seine Nach- Seine Geigen zeichnen sich mehr durch ihre reiche
folger von größtem Einfluß, der sich bis Stradivari und
Ornamentierung als durch Modell und Ton aus.
Guarnen verfolgen läßt. Vgl. G. Livis Aufsatz in der
Nuova Antologia vom 16. Aug. 1891. Siehe auch: Bessard, Louis. — Paris. 1753
Gargnano. Er war geschworener Meister der Pariser Lauten-
Geigenzettel : Abb. 96. macherzunft; mehr war über ihn nicht zu erfahren.
Beßl er lanchi
Biancl 45

Beßler, Adam. — Eperjes. 1670 Beveridge, William. — Aberdeen. Geb. Juli

Daniel Speer berichtet in seinem »Unterricht in der 1821 in Craigh, Tough, f Aug. 1893 in
musikalischen Kunst« (Ulm 1687, bei S.W.Kühne)
Chapel of Ganoch
über die Viola Baryton : »Ich habe auf meiner Peregri-
nation nicht mehr als am bischöflichen Hofe zu Frey- Als Sohn eines Farmers beschäftigte er sich im Winter
sing einen (Barytonspieler) angetroffen, auch der- mit dem Ausstopfen von Vögeln, Schnitzen von
gleichen Instrument nirgend als zu Eperes in Ungarn Schnupftabaksdosen und Geigenmachen. Auf das

bei dem Stadt-Trompeter Musico Adam Besslern, der letztere verlegte er sich nach dem Tode seines Vaters

als ein berühmter Geigen macher solches selbsten ganz und gar. Seine Violinen sind hübsch gemacht, oft
gemacht.« reich verziert, haben aber keinen großen Ton. 1886 er-
hielt er auf der Ausstellung in Edinburgh für Geigen
Bessolaz, lebt als »Luthier« in Chambery (Dep. eine ehrenvolle Erwähnung.

Savoie) Geigenzettel: W. Beveridge/ Fecit / Tough, 1860 (ge-

Betts, Edward ( »Ned Betts«). — London. Geb. druckt).

in Stamford?, f um 1815 oder 1820 Beyer, Emil. — Erfurt. 1895. 1916


Ein Geschäftsmann, der mit Getreide usw.
vielseitiger
Neffe von John Betts und wie dieser Schüler von R.
und mit Geigen Handel treibt und selbst auch Geigen
Duke. Ein tüchtiger Geigenmacher, dessen eigene Ar-
gebaut haben soll, die auf Ausstellungen stets Aner-
beiten Lob verdienen. Die Einlagen machte er sehr gut,
kennung fanden. 1899 erhielt er ein Patent für einen
schnitt schöne F-Löcher und schöne Schnecken; nur
der Lack ist hart und unklar. Da
England aber
in wie — Steg.

leider auch anderwärts — moderne Geigen schlecht be- Beyer, F. — Naumburg. 1815
zahlt werden, verlegte er sich auf das Nachahmen alter
Ein ziemlich dunkel lackierter großer Baß trägt seinen
Instrumente, besonders solcher von den Amatis, worin
Zettel F. Beyer / Instrumentenmacher in Naumburg
:

er es zu großer Meisterschaft brachte.


(geschrieben).
Betts,John Edward (»Old John Betts«).
— — Wien.
Beyer, Franz L. E. 1920
London. Geb. 1755, f im März 1823 Er bringt TIM-Streichinstrumente (d. h. Ton-
die sog.
Schüler des älteren R. Duke. Er stammte aus Stamford, Instrumente Markstein) auf den Markt, ist selbst aber
Lincolnshire, und war weniger hervorragend als Geigen- kein Geigenmacher.
macher wie als Händler und Kenner. Die Geigen, die
seinen Namen tragen, sind sehr verschieden, was daher Beyer, Robert. — Berlin. 1909. 1910
kommt, daß Carter, sein Neffe Betts, B. Fendt und seine Nicht mehr bestehendes Geigengeschäft »Unter den
Söhne, Panormo usw. für ihn arbeiteten. Er ließ u. a. Linden«. Der Inhaber war kein Geigenmacher, be-
treffliche Kopien nach den Cremoneser Meistern her- schäftigte jedoch Gehilfen.
stellen. Sein Geschäftsnachfolger war sein Bruder
Arthur B., der Violinlehrer gewesen war. Dessen gleich- Bianchi, Giovanni. — Florenz. 1746
namiger Sohn und Nachfolger war gleichfalls kein
Gute plumpes Modell, gelber Lack. Haupt-
Arbeit, aber
Gelgenmacher. Eine Stockgeige (1800) von ihm besitzt
sächlich kommen Violoncelli von ihm vor.
T. W. Taphouse.
Geigenzettel Giovanni Bianchi Fee. ,' In Firenze, anno

:

Geigenzettel :
J
" Betts 2 / Near Northgate the /
1 746 (gedruckt).
Royal Exchange / London 1 782 (gedruckt).

Betz s. Petz Bianchi, Nicolo. — Aix, Paris, Genua, Nizza.

Beuthner, Adolf. — Markneukirchen Geb. 1796 in Genua, f 1881 in Nizza


Schüler von Reinhold Paulus. Als Gehilfe arbeitete er Nachdem er bei Bagatella, F. Calcagni, Cerutti und
in Leipzig, Berlin und Kopenhagen, kehrte 1895 in Pressenda gearbeitet hatte, ließ er sich zunächst in Aix
seine Vaterstadt zurück und machte sich selbständig. nieder, wo er noch 1845 lebte; er ging dann nach Paris.

Er beschäftigt sich mit dem Neubau und der Wieder- Seine Werkstatt hatte er bis 1868 in der Rue Croix des
herstellung von Geigen und treibt auch einen Handel Petits-Champs. Seine Violinen sind nicht gleichwertig,
er konnte aber, wenn er wollte, sehr gut arbeiten und
mit alten Musikinstrumenten.
auch sein Interesse der Viola d'amore zugewendet
Beuthner, Johann Ulrich. — Hamburg. 1710
soll

haben. Er war als Reparateur viel beschäftigt, obwohl er


Sein Name kommt
auf einem Reparaturzettel in der es an der nötigen Sorgfalt oft fehlen ließ, und reparierte

ehemaligen Sammlung Hammer vor. Er scheint jedoch auch die Baßviola von Gasparo da Sal6 im Museum
das Bürgerrecht nicht besessen zu haben, weshalb sich des Pariser Konservatoriums (Nr. 197). Von 1868 bis
nichts Näheres über ihn ermitteln ließ. 1872 war er in seiner Vaterstadt und zog dann nach
Nizza, wo er starb. Er darf nicht mit Mitgliedern der
Beutler, Johannes. — Um 1830 Familie Bianchi verwechselt werden. Sein Schüler und
Nachfolger ist Bovis.
Eine einfach gehaltene Gitarre mit einem Wirbelkasten,
den ein Affenkopf abschließt, wird in W. Heyers Musik- Geigenzettel Repare par Bianchi Nicolo / Luthier de-
:

historischem Museum in Köln aufbewahrt (Nr. 563). core / A Parigi 1851 (gedruckt) und Abb. 39.
46 Bichet — Bittner
Bichet, Mansuy. — Mlrecourt. 780 anno 1877 (gedruckt). —
Opravil / J. Bina v Praze

Bogenmacher
1

(gedruckt). —
Johann Bina / Musikinstrumentenvcr-
Wird von Jacquot als aufgezählt.
fertiger und beeideter / Schätzer, Anno 1885 / Prag /

Bichler s. Pichler Wenzelsplatz N° 5 neu (gedruckt).

Bienfait, Paul-Emile. — Paris. Geb. 1857 in Bindernagel, Johann Wilhelm. — Gotha. Geb.
Rouen um 1 770 in Remstädt bei Gotha, f 30. März
Er war ursprünglich Geiger und verlegte sich schließ- 1845 in Gotha
lich auf das Bogenmachen, worin er es zu großer
Er war ursprünglich Tischler, erlernte bei Kleinsteuber
Meisterschaft brachte. Seine Bogen tragen die Brand-
in Gotha den Bau musikalischer Instrumente und wurde
marke: P. E. Bienfait.
dann Gehilfe bei Ernst, als dessen Schüler man ihn be-
Biernatzki. — Posen. Um 1860 trachten kann. Seme Geigen entsprechen den Ernst-
schen Modellen. Anfangs verfertigte er nur Harfen und
Ein schwedischer Staatsrat, ausgezeichneter Violin-
Zithern, später jedoch Geigen und schließlich, nach
spieler, der aus Liebhaberei Geigen gemacht hat.
dem Vorgange Ottos in Weimar, vorzugsweise Gitarren,
Biest, Martin van der. — Antwerpen. 1558 wozu ihn wohl seine Frau, eine geborene Trompheller
aus Gotha, die eine ausgezeichnete Virtuosin auf der
Bisher nur als Clavecinmacher bekannt.
Gitarre war, veranlaßte. Emzelne seiner Instrumente
Bigourat, Nicolas. — Moulins-sur-Allier. Geb. waren recht gut, seine Geigen jedoch meist von hand-
werksmäßiger Ausführung. Zwei Zithern von ihm,
in Saint-Gerand-le-Puy (Allier) 1824. f 1880
eine davon fünfchöns, besitzt die staatliche Sammlung
Schüler und Nachfolger von Thibouville in Moulins- alter Musikinstrumente in Berlin Nr. 598 und 599.
sur-AUier. Er hat nur sehr wenige Geigen (meist nach
Geigenzettel: Johann Wilhelm Bindernagel / Instru-
Guarneri) gebaut und sich hauptsächlich mit Wieder-
mentenmacher in Gotha / 798 (gedruckt) und Abb.
1 37.
herstellungsarbeiten beschäftigt. Er verwendete einen
hellbraunen Lack. Bing (& Lantez). 1880
Geigenzettel : Repare par Nicolas Bigourat / ä Moulins Französische Fabrikfirma.
en 1823 (geschrieben). — Nicolas Bigourat Luthier
pres l'horloge / ä Moulins 1869 (gedruckt). Birt. Kommt als Name eines Geigenmachers

Bigourat. — Le Havre. 1870. 1890 in englischen Violinen vor

Sohn von Nicolas B. Hauptsächlich Reparateur. Bischerei s. Magri


Bischoff. — Dessau. 1790. 1796
Bilveglien s. Belviglien
Bimbi, Bartolomeo. — Siena.
Ein Kammermusikus, der ein der Viola Baryton ähn-
1750. 1769
liches Instrument, das er Harmoniecello nannte, erfand,
Er stammt aus Florenz, war Sohn oder wahrschein- ein aber nicht selbst baute.
licher Enkel des bekannten gleichnamigen Blumen-
malers (1648 —
1725) und soll um 1760 wieder nach Bisiach, Leandro. — Mailand. 1890. 1914
Florenz zurückgekehrt sein. Sein Modell ist klein, sein Besserer italienischer Geigenmacher der Gegenwart,
Lack von schöner orangeroter Farbe, die Arbeit recht der darauf hält, daß nur Geigen, die in allen Teilen
gut.Die Inschrift m einem Baß, die seinen Namen mit in seiner Werkstatt angefertigt werden, seinen Namen
dem Wohnort Bologna und der Jahreszahl 1701 angibt, tragen. Er hatin Cremona gelernt und das Stu-
erweist sich als gefälscht. dium der Cremoneser zu seiner Hauptaufgabe
alten

Geigenzettel : Abb. 59. gemacht. Von einer in Mailand lebenden Witwe Stra-

Bina, Johann Nepom. — Prag. Geb. 22. Mai


divari hat er vor einigen Jahren Werkzeuge sowie die
Photographie eines Lackrezeptes gekauft, die angeblich
1826 in Prag, f 25. Jan. 1897 daselbst noch aus dem Nachlasse des großen Antonio Stradivari
stammen sollen. Er ließ sich diesen Kauf auch notariell
Sohn eines Musikers und Schneidermeisters, Schüler
bestätigen. Er wird als vorzüglicher Reparateur ge-
von Franz Lehner, bei dem er auch nach seiner vier-
schätzt und im Anpassen von Baßbalken, Stimmstock
jährigen Lehrzeit noch bis 1849 blieb. Später arbeitete
und Steg ist er ein Künstler ersten Ranges. Er handelt
er bei Hamberger in Preßburg, F. A.
Joh. Stoß, J.
auch mit alten Meistergeigen und mit in Deutschland
Patzelt in Budapest und Ant. Hoffmann in Wien und
oder Frankreich vorgearbeiteten Instrumenten, die in
machte sich 1853 in Prag selbständig. Seit 1864 war er
seiner Werkstatt vollendet werden. Seine Söhne Carlo
beeideter Sachverständiger für Geigen. Er wohnte im
und Andrea erzog er zu tüchtigen Geigenmachern.
Laufe der Jahre Neustadt Nr. 793, 802, 52, 835, 825,
788, 834, von 1878 94 Wenzelsplatz (Vaclavske — Geigenzettel : Abb. 61.

nämesti) Nr. 841 und zuletzt »in der Grube« (V Jäme)


Nr. 697. In seiner Arbeit ist er ein charakteristischer
Bittner, David. — Wien. 1845, f 1887. Schüler
Vertreter der Prager Schule, wenn auch nur ein Meister von Wilhelm Ruprecht
zweiten Ranges. Er begründete schon in sehr jungen Jahren sein eigenes
Geigenzettel: Johannes Bina Pragae / Fecit Anno
/ Geschäft und war einer der besseren Wiener Geigen-
Domini 18 . . (gedruckt). — Johann Bina / in / Prag macher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
:

Biz Blanchl 47

Er studierte die Italiener mit Erfolg, besaß selbst eine Blaise. — Mirecourt. 1822
auserlesene Sammlung echter italienischer Geigen und
Als Geigenmacher in keiner Weise hervorragend, war
kopierte mit großer Treue. 1873 erhielt er eine Ver-
er doch ein verdienstvoller Lehrmeister; als seine besten
dienstmedaille. Außer Violinen baute er auch alle
Schüler darf man die beiden Silvestre bezeichnen. Er
anderen Streichinstrumente, selbst eine Viola d amore
war wahrscheinlich auch der Vater von Joseph Blaise In
und Zithern, besonders aber sehr gute Violoncelli, von
Genf.
denen manche auch noch durch ihren schönen, fetten
ÖUack hervorragen, und die jetzt sehr gut bezahlt Blaise, Joseph (nicht Jules). Genf. 1855.
werden. Eine Streichzither von ihm bewahrt die
Sammlung des Brüsseler Konservatoriums. Seine t 23. Okt. 1882
Frau Marie war eine Zitherlehrerin. Das Geschäft Er kam um 1855 aus Mirecourt nach Genf, nachdem er
wurde kurze Zeit von seinem Sohne Th. Bittner fort- vorher eine Zeitlang bei den Brüdern Silvestre in Lyon
gesetzt, dann an den Musiker Hans Graf verkauft und gearbeitet hatte. Er gab den Geigenbau bald auf und
bald aufgelöst. beschränkte sich mehr und mehr auf den Verkauf von
Geigenzettel: Abb. 30 und 31 (Brandmarke Nr. 14). MIrecourter Fabrikwaren, die er oft mit seinem Zettel
Auch Reparateur war er ohne Bedeutung.
Biza, Giovanni Battista. — Treviso. 1 779
versah. als

Wenig bekannter Lauten- und Geigenmacher, der sich Blaisot s. Mast


wohl hauptsächlich mit .Ausbesserungsarbeiten be- Blanchard, Fran9ois. Mirecourt. Geb. 1796,
schäftigt hat.
tl859
Bizan. — Brüssel. 1749 Obwohl er gelernter Gelgenmacher war, beschränkte er
Er wird als »luthier« bezeichnet; Geigen von ihm sind sichdoch auf den Bau von Lauten und Gitarren. Sein
mir jedoch nicht vorgekommen. Enkel Ist Paul Bl. in Lyon.

Bizey, Charles. — Paris. 1716 Blanchard, Paul-Fran^ois. — Lyon. Geb.


Er wird zwar wiederholt für einen Geigenbauer aus- 10. Febr. 1851 in Mirecourt
gegeben, war aber Holzblasinstrumentenmacher m der
Schüler von Auguste Darte, arbeitete bei Daniel In
Rue Dauphine und nannte sich ausdrücklich: Inven-
Marseille und war dann sieben Jahre lang Gehilfe im
teur de plusieurs Instruments ä vent. Falsch ist es,
Hause Silvestre in Lyon. Im Jahre 1876 gründete er In
seinen Namen »Bizet« zu schreiben.
Lyon sein eigenes Geschäft und brachte es bald als ge-
Blacht s. Flacht schickter Gelgenmacher und Reparateur zu großem-

Black, John. — Edinburgh. 1893


Ansehen. Seine Arbelt
feiner, ambraroter, feuriger
Ist Holz und
tadellos; schönes
Lack von gesättigtem Aus-
Neuerer schottischer Geigenmacher. sehen zeichnen seine Instrumente, die sehr gut im Tone

Blahowetz, Josef. — Markneukirchen. Geb. in


sind, aus. Er baut hauptsächlich nach Ant. Stradivan
und Guarnerl mit vielem Glück, manchmal auch nach
Ober-Schönbach i. B. 13. Juni 1857 Amatl. Er besitzt viele erste Preise und die Palme der
Handwerksmäßig arbeitender Geigenmacher, der für Akademie, Ist Gelgenmacher des Konservatoriums in
Markneukirchener Handelshäuser Geigen baut, die mit Lyon und ^President de la Chambre syndicale des
Zetteln »nach den Modellen« beklebt werden. Einige Instruments de muslque« zu Lyon. Instrumente, die er
wenige besser ausgeführte Geigen tragen jedoch seinen ganz eigenhändig machte, tragen folgenden Zettel
eigenen Zettel. Abb. 68; die In seiner Werkstatt unter seiner Leitung

John. — Edinburgh.
gebauten: Abb. 85; Geigen, die von anderen Geigen-
Blair, 1790. 1820 bauern für sein Geschäft gemacht werden, tragen den
Anfangs arbeitete er allein, später mit Matthew Hardie Zettel: Abb. 82.
zusammen, der wahrscheinlich sein Schüler war. Blair
war jedenfalls der Geschicktere von beiden. Zettel Blanchi, Albert. Niizza. Geb. in Nizza am
scheint er nicht verwendet zu haben, doch schrieb er
25. Jan. 1871
manchmal seinen Namen in seine Arbeiten und ver-
Schüler seines Vaters Aug. Bl., dessen Werkstatt er
wendete eine Brandmarke J. B. Sein Spinfuslack, der
1899 übernahm. Er gilt als ein besonders geschickter
jetzt ziemlich braun aussieht, war ursprünglich gelb-
Gelgenmacher, der alle Arten von Streich- und Saiten-
lich. Er arbeitete nach Stradivari. Brandmarke Nr. 32.
Instrumenten verfertigt, vorzugsweise jedoch Violinen,
Blair, Willie. — Abergeldie (Schottland). Geb. die er nach eigenen Modellen baut und mit einem gelb-
roten ÖUack überzieht. Sehr beliebt sind auch seine
26. Okt. 1793 unweit Ballater, f daselbst
Gitarren von 12 und 18 Saiten.
12. Nov. 1884 Geigenzettel : Abb. 34.
Ursprünglich ein Zimmermann und trefflicher, bei
Hofe angesehener Geiger, bekannt als »the Queen 's Blanchi, Augustin. — Nizza. Geb. 1 828 f 899.
1

Fiddler«. Er erhielt von Peter Hardie .Anleitung im Tüchtiger Geigenmacher, der sich In den besten Werk-
Geigenmachen und war nicht ungeschickt, hatte aber stätten gebildet hatte und durch unablässiges Forschen
den Fehler, sein Geigenholz zu backen, wodurch er zu schönen Erfolgen gekommen war. Gelgen von ihm
seine Arbeiten selbst ruinierte. werden von Musikern sehr geschätzt.
48 Blaschke — Bodenl

Blaschke, Ferdinand. — Glatz. Geb. zu Blunff, Richard. — London. 1604

Grafenort um 1775, f nach 1845 Das Verzeichnis der 759 im Haag versteigerten Selhof-
1

schen Musikinstrumentensammlung führt diesen viel-


Er ließ sich als Instrumentenmacher und Gastwirt im
leicht falsch gelesenen Namen auf.
Jahre 1839 in Glatz nieder und besaß das Gasthaus
Nr 592, ist aber später nach Scheibe verzogen, wo er Blyth, Williamson. — Edinburgh. Geb. 1821
wohl auch gestorben sein dürfte.
in Greenlaw, f Mai 1897 in Edinburgh
Blasich, Giovanni. — Triest. 1870. 1880 Ein tüchtiger Musiker und Komponist, dessen Geigen

Er war Geigenmacher nur Dilettant und


eigentlich als
— er hat über 2000 gemacht —
sehr dünn sind und
schwach klingen.
erhielt einige Unterweisung von Dollenz, doch sind
seine Geigen nicht schlecht gearbeitet, wenn sie auch Boccaber s. Buchenberg
ganz ohne Eigenart erschemen.
Bochem, Dierich. — Köln. 1668. 1673
Blasich, Ludwig. — Triest. 1881 Wahrscheinlich der Stammvater der bekannten Kölner
Vielleicht ein Sohn von Giovanni Bl. Er stellte 1881 in Lautenmacherfamilie, über die leider nichts zu er-
Triest zwei Violinen und ein Violoncello als Dilet- mitteln war. Die kurkölnischen Archivalien wurden
tantenarbeit aus, für die er eine goldene Medaille erhielt. seinerzeit nach Darmstadt verbracht, und als sie nach
Preußen zurückgehen sollten, weigerte sich die preu-
Blasio, Raffaele di. — Neapel. 1 8. Jahrhundert ßische Regierung, die Kosten des Rücktransports zu
tragen, infolge davon wurde dann ein großer Teil der
Es kommen ab und zu Geigen mit seinem Namen vor.
Aktenbestände einfach vernichtet. Eine von D. Bochem
In der Arbeit unbedeutend, im Modell der Gagliani-
reparierte Laute befindet sich in derHerzogl. Kunst-
Schule verwandt; der Lack ist glanzlos, von brauner
und Altertumssammlung auf der Feste Koburg. Eine
Farbe. Er gehört möglicherweise derselben Familie an
wie Nicolaus De Blosy (s. d.).
Laute mit der Brandmarke »DBM Collen« im Darm-
städter Museum (Nr. 484) ist ihm vielleicht zuzu-

Blass, Dr. — Mannheim. 1913 schreiben. Eine Diskantviola besitzt die Brüsseler
Sammlung.
Ein Liebhaber, der gute Geigen baut, die er auch u. a.
Geigenzettel: Dierich Bochem, in Colin. / neu renovlrt
einmal durch das Berliner Philharmonische Orchester
Ao. 1673 (gedruckt). Brandmarke (Nr. 15).
mit Erfolg zu Gehör bringen ließ.

Blaun, Carl Wilhelm. — Altona. 1840. 1847


Bochem, Joannes. — Köln a. Rh. 1745. 1769
Fleißiger Lauten- und Geigenmacher und Reparateur.
Hauptsächlich guter Baßmacher.
Er baute namentlich Violen, sehr großes Patron, von
Blavet. — La Ferte. 18./19. Jahrhundert Italienischem Aussehen und gutem Ton.
Geigenzettel : Joannes Bochem / Lauten- / und Gelgen-
Ein geschickter Kunsttischler, der als Wiederhersteller
alter Geigen und Lauten einen gewissen Ruf besaß.
macher in Collen 1745 (gedruckt). —
Joannes Bochem
in / Colin renovatum 1769. (gedruckt).
Geigenzettel: Abb. 44.

Bleich (Bley), Johann (Anton). — Schönbach. Bochem, Michael. — Köln. 1694. 1729
Vielleicht einSohn Dierichs und der Vater Johanns.
1805. 1810
Ein geschickter und vielbeschäftigter Lautenmacher,
Einer der besseren Schönbacher Meister seiner Zeit, von dem das Germanische Museum In Nürnberg eine
der zwar nicht immer schönes Holz verarbeitete, aber Zither aus dem Jahre 1 728, die staatl. Sammlung alter
gut klingende Geigen gemacht hat. Musikinstrumente in Berlin eine fünfchörige Zither
Geigenzettel: Johann Bleich, Geigen- / und Instru- mit ovalem Schallkasten von schöner Arbeit besitzt.
mentenmacher in / Schönbach, Anno 1805 (gedruckt). Eine ähnliche von 1728 hat Fr. Wildhagen in Haiensee

Blight. — Exeter bei Berlin. Den Wirbelkasten schmückt ein Frauen-


köpfchen. Eine Laute von 1724 wurde in Köln 1883
Seinen Namen sah ich als Brandmarke auf dem Boden bei Heberle versteigert. Zwei andere Instrumente (von
einer mittelmäßig gearbeiteten Violine. 1694 und 1720) besitzt das Großherzogliche Museum in

Blommesteyn (Blomster), Christoffel. — Ant- Darmstadt (Nr. 487 und 498).


Geigenzettel: Michael Bochem in Collen 1728 (ge-
werpen. 1550. 1558 druckt). — Michael Bochem, Lauten und geigen-
Er baute allerlei Saiteninstrumente; urkundlich ist er macher / In Collen Anno 1720 (gedruckt).
jedoch nur als Clavecinmacher nachweisbar, wie auch
Bocquay s. Boquay
sein Bruder Martin Bl.

Blosij s. De Blosy
Bodeni, Luigi (Aloysius). — Venedig. 1719
Zettel nach ein Dilettant, der »zum Zeitver-
Blumenhagen, C. P. — Hannover. 1753
Seinem
treib« ein Violoncello gebaut hat, seiner Arbeit nach
Er hat im 18. Jahrhundert als Lauten- und Geigen- aber doch ein geschickter Mensch, der mehr konnte als

macher in Hannover gelebt. Eine Pochette Sourdine mancher berufsmäßige Geigenmacher.


von ihm befindet sich in der Sammlung Galpin. Geigenzettel: Abb. 63.
Bodi. Boffda
gdanovics 49

Bodio, Gennaro. — Venedig. 1 740 Botlandt, Johann Christian. — Kl mgentha


Ein Meister dritten Ranges, von dem es jedoch einige 18. Jahrhundert
gute Violinen gibt, die freilich ohne Eigenart sind.
Die Familie schreibt ihren Namen jetzt Pöhland.
Geigen von ihm kommen nicht häufig vor und unter-
Bodio, Giambattista. — Venedig. 1790. 1832 scheiden sich durch nichts von denen seiner Vogtländer
Vielleicht ein Sohn Gennaros und dessen Schüler. Em Zeitgenossen.
tüchtiger, aber wenig bekannter Meister. Sein Lack ist Geigenzettel lohann Christian Boelandt
: / Violin-
für seine Zeit noch sehr gut. Pietro Val. Novello ist
macher in Klingenthal 17 . . (gedruckt).
einer seiner Schüler gewesen. Ein Quartett von ihm aus
dem Jahre 1813 besaß ein Antiquar in Korfu. Statt der Boelandt s. auch Pöhlandt
Schnecke hatten die Instrumente am Wirbelkasten
Widderköpfe, deren Hörner in Schneckenlinien ver-
Böllinger (Bollinger), Joseph. — Steyr. 1819
liefen. Der rötlich-gelbe Lack erinnerte an Gagliano. Wahrscheinlich Schüler oder Mitschüler von Meinrad
Frank, mit dessen Arbeit die seine ganz merkwürdig
Geigenzettel: Gio: Battista Bodio fecit / Venezia. 1800
übereinstimmt.
(gedruckt).
Geigenzettel: Joseph Böllinger fecit/ Steyr. anno 1819

Body, Otto. — Innsbruck. Geb. 1857 in


(gedruckt).

Debreczin Böningk, Johann Adolph. — Göhringen. (Göt-


Im Alter von drei Jahren kam er mit seinen Eltern nach tingen?) 1664
Bezau in Vorarlberg, erlernte in Mittenwald, dem Bisher nurals Reparateur einer Laute des Straßburger
Heimatsort seiner Mutter, bei Johann Neuner den Meisters Jonas Stehelin in W. Heyers Musikhistc-
Geigenbau und kam als Gehilfe 1875 zu J. Gschwenter rischem Museum in Köln bekannt.
nach Innsbruck. Einige Jahre später machte er sich
selbständig. Er baut hauptsächlich Zithern und Gitar-
ren und repariert Geigen. Gegenwärtig arbeitet er zu-
Böß (oder Höß), Maximilian. w len. 1763.
1789
sammen mit seinem Sohne.
Seinen Namenfindet man nur selten in nicht besonders

Böck, Johann Georg. — Wölfeisdorf. 1 9. Jahrb.


gebauten Instrumenten. Er scheint auch das
sorgfältig
Bürgerrecht nicht erworben zu haben, da er weder in
Vielleicht ein Schüler Ignatz Hoffmanns. Er hatte ein den Steuer- noch in den Bürgerlisten vorkommt.
ungewöhnlich langes Modell mit wenig hervortretenden
Ecken. Die F-Löcher sind groß und weit geschnitten, Böttcher, Gottfried. — Altenroda. 1846
der Lack ist gelblich. Seine Arbeit ist gut, eigenartig
Seiner Arbelt nach ein Dilettant.
und interessant. Eine schöne Geige von ihm besitzt
Pfarrer Nürnberger in Kaditz bei Dresden. Geigenzettel: Repare Gottfried / Böttcher in Alten-
roda / 1846 (geschrieben).
GeigenzettelJohann George Böck, Lauten- / Geigen-
:

und Harfenmacher in / Wölfeisdorf 18 (gedruckt). . . Bofili (Bonfili), Salvadore. — Barcelona. 1 738

Böcklin, Dr. Frhr. v. — Ruß (?). Um 1810


Soll Guarneri nachgeahmt haben; mir war jedoch nicht
möglich, diese Angabe zu überprüfen.
Em Musikhebhaber und Erfinder, der eine Tenorgeige
»Tenorotta« erfunden hat, die größer als eine Bratsche Bogaerde, Gisbert van den. — Antwerpen.
war und um acht Töne tiefer als die Geige gestimmt Geb. in Gent
wurde.
Sohn vonJosse v. d. B. Wurde 1558 in die Gilde, 1559

Bögenholz, H. sen. — Detmold. Geb. 1834


zum Bürger aufgenommen und ist nur als Clavecin-
macher bekannt, hat aber, wie alle seine Berufsgenossen,
Ein Musiker, der auch Instrumentenmacher ist und auch Zithern und Lauten gebaut.
seit 1874 und noch in seinem 83. Jahre Geigen gebaut
hat. Bogdanoffski, A.N. — St. Petersburg. 1880
Geigenzettel: H. Bögenholz / Detmold 1880 (geschr.)- Seine Geigen sind handwerksmäßig gebaut; häufig
fehlt ihnen Rand und Einlage. Statt der Lackierung

Böhm, Franz. — Budapest. 1804. 1805 zeigen sie eine Art Möbelpolitur.

Ein trefflicher Geigenmacher, dessen Werke jetzt viel- Geigenzettel : (Russischer Adler) A. N. Bogdanoffski /
fach mit italienischen Meisterzetteln versehen im St. Petersburg.

Handel vorkommen
seiner Geigen, die mit
Dr. J. Geyer erwähnt eine
sollen.
einem Guadagninizettel ver-
Bogdanovics, Stephan (Istvan). — Budapest.
sehen ist. Bei der Öffnung des Instruments fand man 1865
auf der Innenseite der Decke mit Bleistift die Inschrift
Ist nur kurze Zeit nachweisbar, soll aber recht geschickt
»Verfertigt von Franz Böhm in Pesth 1804«.
gewesen sein.
Geigenzettel: Franz Böhm Geigenmacher / in Pesth Geigenzettel: Keszitette Bogdanovics Istvan / Pesten
Anno 1804 (gedruckt). 1865 (geschrieben).
V. Lütg^endorff, Geig-en- und Lautenmacher. Bd. II
4
-

50 Boghart — Bolli
Boghart, Hayne (Heinrich). — Brüssel. 1436 einzelt auch Violen und Violinen von ihm vor; auch
Bruni hat eine Gamba dieses Meisters von 1735 inven-
Lautenmacher, von dem bekannt ist, daß er gute Leiern tarisiert. Er wohnte bis 1732 Rue de Grenelle St.
baute. Er wird als *faiseur de bas mstruments« in Ur-
Honore, dann Rue Ticquetonne und zog um 1749 nach
kunden bezeichnet. Vielleicht ein Vorfahr von Gisbert der Rue de la Poterie Nr. 10. Seine Arbeit ist gut, nur
van den Bogaerde, der 1558 in die Antwerpener Lucas- in bezug auf die Dicke ungenau. Sein Lack ist blaß,
gilde als Clavecinmacher aufgenommen wurde.
meist rötlichbraun. Außer seinem Zettel findet man

Bogner, Ambros. Joseph. — Prag, später Wien. auch seine Brandmarke. Eine sehr hübsche Gitarre von
ihm bewahrt das Museum des Pariser Konservatoriums
Geb. 12. Febr. 1752 in Hayd (Böhmen), (Nr. 273). Eine schöne siebensaitige Basse de Viole

Wien d'.Amour von 1734 befindet s:ch in W. Heyers Musik-


f 22. Sept. 1816 in
historischem Museum in Köln.
Er baute auch Lauten, war bis 1792 in Prag ansässig
Geigenzettel: Abb. 66 und 67.
und siedelte dann nach Wien über, wo er in der Stadt
Nr. 976 seine Werkstatt eröffnete und am 7. Aug. 792
den Bürgereid ablegte. Seine Geigen, die jedoch selten
1 1

Boldizsar, Stephan (Istvan). — Budapest. Um


vorkommen und nicht sonderlich hoch bewertet wer- 1865 geb. in Szegedin
den, sind gut gearbeitet und haben schönes Decken Schüler seines Schwagers Nemessanyi. Er gab das
holz; weniger schön ist der Boden, die Schnecke Geigenmachen aber nach kurzer Zeit auf, um Berufs-
schwungvoll, aber nicht sehr sauber ausgestochen, die soldat zu werden.
Wölbung von mittlerer Höhe, der Lack dunkel, spröde
und undurchsichtig. Er war einer der ersten in Wien, Bollecker, Felix s. Enel
die zu einem breiteren, flachen Modell übergingen.
Geigenzettel: Ambrosius Bogner
Josephus fccit
Boldrini, Ovidlo. — Salo. 1864
Ein Instrumentenmacher in der Heimat des großen
Viennae. Anno 1807 (gedruckt) und Abb. 43.
Gasparo: in seinen wenigen Werken ist von dem Genius

Bohmann, Joseph. — Chicago III. Geb. loci kein Hauch mehr zu verspüren.

23. Okt. 1848 zu Neumarkt in Böhmen Bolelll, Pletro. — Bologna. 19. Jahrhundert
Schüler seines Oheims. Machte sich zuerst in Böhmen Ein ausgezeichneter Orchestergeiger und später Im-
selbständig und ging um 1873 nach Amerika, wo er seit presario von Theaterunternehmungen (z. B. des Teatro
1876 in Chicago ansässig ist. Seine Geigen fanden auch communale in Bologna). Aus Liebhaberei beschäftigte
auf europäischen Ausstellungen Anerkennung. Heute er sich auch mit dem Geigenmachen und versuchte sich
besitzt er ein bedeutendes Musikgeschäft in Chicago als Reparateur, ohne dann etwas zu leisten. Da ihn
und fertigt hauptsächlich Geigen (nach allen italie- Valdnghi (389) aufzählt, sei er hier auch erwähnt.
nischen Meistern), die er mit Bernsteinöllack überzieht.
Er besitzt auch ein e'genes Modell, das zwischen dem Boller, Johann Adolf. — Frankfurt a. M. 1670
des Maggini und des Guarnen
Er verwendet das
liegt.
Er stammt vielleicht aus Mittenwald und ist bis jetzt
zum Geigenbau sehr geeignete kanadische Gebirgsholz nur durch eine sehr niedliche Pochette mit Ebenholz-
und baut auch vorzügliche Gitarren und Mandolinen, und Elfenbeineinlegearbeit, die sich in Berlin in der
sowie Bogen, an denen er am Frosch ein gut passendes
staatl. Sammlung alter Musikinstrumente (Nr. 781) be-
Daumenloch anbringt.
findet, bekannt. Der Körper besteht aus neun .Spänen
Geigenzettel: Abb. 41. mit Elfenbeinrippen; C-Löcher. In Frankfurt lebte

Bolssart. — Paris. 1606


1662 ein Krämer Johann Adolf Boller, der als »Bürger-
sohn« bezeichnet wird. Er dürfte der Sohn unseres
Lauten- und Geigenmacher, von dem nur wenig mehr Lautenmachers gewesen sein.
als der Name erhalten ist.

Boiteux, Claudius. — München. 1786. 1799


Boller s. PollerO
— London.
BoUes. 1600. 1620
Er stammte aus Mirecourt, wo er von 1 773 bis 1 779
nachweisbar ist. Im Jahre 1786 ließ er sich in München Th. Mace bezeichnet ihn als einen der berühmtesten
nieder und erhielt sehr bald die Arbeiten für die Hof- englischen Violen- und Lautenmacher seiner Zeit und
kapelle, da man mit Gregor Sidtler nicht zufrieden schätzte den Wert einer Baßviola dieses Meisters schon
war; er auch den Hoftitel und wird im Hof-
erhielt damals (1676) auf 100 £. Sehr bedauerlicherweise
kalender für 1799 noch als Hoflautenmacher aufge- scheinen sich gerade von ihm keinerlei Arbeiten er-
führt, er hat aber München schon Ende 1798 oder An- halten zu haben.

-
fang 1799 wieder verlassen. Geigen von ihm sind mir
nicht bekannt geworden; er scheint hauptsächlich mit BolH. — Neapel. 1897
Ausbesserungen beschäftigt gewesen zu sein. Besserer italienischer Geigenmacher, der nach alten

Bolvln, Claude. — Paris. 1730. 1754


Vorbildern arbeitet.

Unter den Pariser Lautenmachern war er sehr ange- ') Die Mitten walder Mitglieder dieser Familie
sehen und wurde geschworener Zunftmeister für 1752. schwankten im 18. Jahrhundert in der Schreibweise
Er nannte seine Werkstatt >>ä la guitarre royale* und zwischen B und P, jetzt schreiben sie sich ausschließlich
war hauptsächlich Gitarrenmacher, doch kommen ver- Poller.
Bol mon Bonc 51

Bolmon, Johannes. — ? 1683 Bonafon, Nicolas. — Paris. 18. Jahrhundert


Vermutlich zur Familie Pollmann (Pöhlmann) gehörig. Eine Viola, die dem Aussehen nach dem Anfange des
Ein Simon Pollmann (s. d.) wurde 1696 Meister in 18. oder Ende des 17. Jahrhunderts angehört haben
(Marl<)neukirchen und war wahrscheinlich aus Böhmen dürfte, trug den Zettel Abb. 49.:

dort eingewandert. Von "Johannes Bolmon" befindet


sich eine Gitarrelaute im Konservatorium in Brüssel Bonardi, Domenico. — Modena. 1728
(Nr. 268). Sein Name fand sich auf einem Reparaturzettel.
Geigenzettel Johannes Bolmon, Laute- und Geiger.-
macher . 1
:

683 (gedruckt). Bonazza, Domenico. — Triest. 1880


Ein Bassist aus Friaul, der gegen 1880 zu Gius. Dollenz
Bolt. — London kam und von ihm im Geigenbau unterwiesen wurde.
Ein Dilettant, der einige Gitarren nach Galbuseras Mo- Er baute sowohl Geigen als Celli und Bässe und ver-
dell gebaut haben soll. wendete braunschwarzen Lack. Die Arbeit ist ziemlich
gut, der Ton aber unbedeutend.

Boltze. — Elberfeld. 1890


— Paris
Bongars, Simon. (?) 1655
Ein Hoboist und leidenschaftlicher Geigenliebhaber,
der alte Geigen nicht ungeschickt wieder instand zu Eine sechssaitige Baßviola aus der Sammlung Bricque-
setzen verstand. Er machte sichtliche Fortschritte und ville trägt seinen Namen und Datum.
hätte mit der Zeit noch ein ganz guter Geigenmacher
werden können, wenn er nicht schon mit 40 Jahren ge- Bonichi, Francisco. — Cadix
storben wäre. Nur als Gitarrenmacher bekannt.

Bomberghi, Lorenzo. — Florenz. 17. Jahrh. Bonn, J. Edwin. — Brading, Isle of Wight.
Sohn des Giovanni B. Ein florentinischer Violen-
Geb. 28. März 1851 in Fermoy (Irland)
macher von wenig Ruf. Einige vermuten, daß er von
deutscher Abstammung war und daß sein Vater viel- Ursprünglich für den ärztlichen Beruf bestimmt stu-
leicht aus Bamberg eingewandert sei. Er soll 1670 noch
Chemie, bevor er sich dem Geigenbau
dierte er erst

gelebt haben.
zuwandte, den er dann regelrecht erlernte. Er arbeitet
mit Geschick nach Stradivari und nach einem eigenen

Bombino, Domenico. — Villafranca (Piemont). Modell und wurde auch als Erfinder eines vierfüßigen
Steges bekannt. Seine Biographie veröffentlichte Mere-t
1720. 1730 dith-Morris in der Zeitschrift »The Strad« Nr. 123.
Möglicherweise ein Schüler G. Cappas, unter dessen Geigenzettel: J. Edwin Bonn Brading, Isle of Wight
Einfluß seine .Arbeit steht, die im ganzen doch nur als (gedruckt).
mittelmäßig bezeichnet werden kann.
Bonnel aine. — Rennes. 1820. 1852
B ome, Th
1 homas de. Versaill
ersaiUes. 1788.
Besserer Geigenmacher, der auch als Reparateur einen
1808 gewissen Namen hatte.

Ein vornehmer Dilettant, der einige Geigen von un- Geigenzettel Reparee chez Bonnel,
: Luthier. A Rennes
gleichem Wert gebaut hat. Eine solche aus dem Jahre (185.) (gedruckt).
790 von recht gewöhnlicher .Arbeit besitzt das Pariser
1

Konservatorium (Nr. 24). Besser sind jene Geigen, die Bonnel jeune. — Rennes. 1855
er bestimmten Personen widmete. .Außer seinem Zettel Sohn und Schüler von Bonnel aine und sowohl im
(von verschiedenem Wortlaut) brachte er auch ein Neubau wie als Reparateur tüchtig. Seine Geigen sind
Schildchen mit den Buchstaben T. B. V. an. Seine sorgfältig durchgeführt und haben rötlichen Lack. Be-
Zettel spiegeln die Zeit, in der er lebte, charakteristisch
sonders gut sind seine Gitarren. Die Firma heißt jetzt
wieder 788 nennt er sich noch M. de Borne, Chevalier
: 1
Bossard & Bonnel.
de St. Louis, 1790 nur noch kurz Thomas Bome und
Geigenzettel: Repare chez Bonnel jeune Luthier
1803 läßt er Taufnamen und sogar den Ort weg.
facteur Musique etc. 1855 Rennes. (gedruckt).
Geigenzettel : M. de Bome Ch'^ de St. Louis
Fait par
Versailles 1 788 Donne a M. de Macusan (gedruckt). — Bonnici, Francesco. — Paris. Geb. um 1842
Thomas Bome, Versailles 1790 (gedruckt). — Bome
1803 (gedruckt). Brandmarke: Nr. 73. auf Malta

Bomini, Carlo. — Cremona. 1715


beiGand undBernardel, der mehrere
Seit 1865 Arbeiter
goldene Medaillen für Mitarbeiter in Brüssel 1897, in
In einer nach Stradivari gebauten Geige fand sich sein Paris 1889 und 1900 erhielt. Seit 1901 verbringt er
Zettel,doch gelang es mir nicht. Urkundliches über ihn seinen Lebensabend in Nogent.
zu ermitteln, obwohl er sich als einen Schüler Stradi-
varis bezeichnet. Bono, Gaetano. — Venedig. 18. Jahrhundert
Geigenzettel: Carolus Bomini, Discipulus Antonij Einer der weniger bekannten Venezianer, dessen Ar-
Stradivari) Cremonen- , sisl715 (gedruckt). beiten gleichwohl nicht schlecht sind.
4*
;

52 B onoris Borl on

Bonoris, Cesare. — Mantua. 1 568 reits die Rue d'Argenteuil


mente von ihm finden sich
als seine
in
Adresse an. Instru-
verschiedenen Samm-
Wahrscheinlich aus Dardelhs Schule hervorgegangen.
lungen, so in Paris eine Violine und ein Violoncell.
Seine Violen sind gut gearbeitet. Eine Viola da Gamba
Geigenzettel : Abb. 29 und 87.
von ihm besitzt Valdrighi.

Bontemps, Nicolas. — Lyon. 1507. 1517 Borbon (Bourbon), Caspar. — Brüssel. 1673.

Als »faiseur d'instruments« oder »de manicordions« 1702


bezeichnet. Er wohnte im Quartier du port du temple. Er wird in der Liste der Hofkapelle von 1 673 bereits als
Vgl. Coutagne, Duiffopruggar. Ein Dominique — »reparateur des Instruments« aufgeführt und war wahr-
Bontemps kam noch 1773 bis 1776 in Mirecourt als scheinlich ein Sohn Peter Borbons. Seit 1701 schreibt
Bogenmacher vor. er seinen Namen auch Bourbon. Seine Arbeit erinnert

Bonviclni, Filippo. — Spilamberto (?). 1790.


ein wenig an den
sind weit geöffnet,
Stil Gasparo da Salos; die F-Löcher
im übrigen verraten sie eine ge-
1796 schickte Hand; auch der gelbe, hellbraune oder rote
Lack ist nicht gerade schlecht. Eine Violine von ihm
Er wird von Valdrighi zwar erwähnt (408), doch ist sein
vom Jahre 1691 besitzt W. Heyers Musikhistorisches
Name in Spilamberto gänzlich unbekannt.
Museum in Köln.
Böpel s. Pöpel Geigenzettel: Gaspar Bourbon 1702 (gedruckt) und

Boom (Boon), Pierre. — Brüssel. 1758. 1779 Abb. 92.

Ein Genosse von Gilles Michiels bei der Hofkapelle, Borbon, Peeter. — Brüssel. 1636. 1641
»Bourgeois et habitant de Bruxelles«, wie er sich selbst Er war Hoflautenmacher, Art ein sehr ge-
in seiner
nennt; er war ein geschickter Lautenmacher, von dem schickter Meister. Vgl. v. d. Straeten, B. V. 137. Eine
es auch einige gute Violinen gibt. Ch. Bosselet (in sechssaitige Baßviola aus der Sammlung Snoeck be-
Belgien) besitzt ein Alto aus dem Jahre 1778, und bei findet sich in Berlin.
Cl. Snoeck befand sich eine Violine aus dem Jahre 779 1
Geigenzettel : Peeter Borbon tot Brüssel (gedruckt).
von ihm.
Geigenzettel: P. Boom me fecit. Bruxelles 1778 (gedr.). Borelh, Andrea. — Parma. 1720. 1746

Booth, Joseph. — Manchester. 1889


Tüchtiger Nachahmer von L. Guadagnini. Großes Mo-
dell, gelber, gelbbrauner oder brauner schöner Lack
Seine Geigen sind zwar ohne Eigenart, aber gut ge- und guter Ton zeichnen seine Arbeit aus, so daß seine
arbeitet und klingen nicht schlecht. Violinen bereits vor dem Kriege den Preis von 1000 M.,

Booth, William (I). — Leeds. Geb. um 1779,


seine Violoncelli von 1500 M. erreichten. Eine Violine
mit seinem Zettel und der Jahreszahl 1736 wurde am
t gegen 1858 2. Mai 1917 bei Lepke in Berlin versteigert.

Ursprünglich Friseur, verlegte er sich seit 1809 auf den Geigenzettel : Abb. 80.
Geigenbau und erlangte als Reparateur eine aner-
kennenswerte Geschicklichkeit. Borelli, Antonio Cesare. — Parma? 1792
Geigenzettel : Wm. Booth, maker, Leeds 1828 (gedr.). Vielleicht ein Sohn Andreas. Sein Modell ist groß, der
Lack von bernsteingelber Farbe, die Arbeit jedoch
Booth, William (II). — Leeds. Geb- 1816, ziemlich sorglos durchgeführt.

t I.Mai 1856 Borgia, Antonio. — Mailand. 1 769


Sohn von aber nicht dessen Schüler. Er
Will. B. I,
Seine Arbeit erinnert an Testore, hinter dem er freilich
machte sich bereits mit 22 Jahren selbständig und be- noch wesentlich zurückbleibt.
rechtigte zu großen Hoffnungen, starb aber, bevor er
Geigenzettel: Antonius Borgia me fecit / In Milano,
zur vollen Entwicklung gekommen war. In Burnley
anno 1769 (gedruckt).
(Lancashire) lebte noch am Ende des 19. Jahrhunderts
ein Booth als Geigenmacher. Boriero, Alfonso. — Malo (Vicenza). 19. Jahrh.
Boquay, Jacques. — Paris. Geb. zu Lyon, Er macht Geigen und Violen nach alten Vorbildern,
ohne Großes zu leisten. Auch in Schio lebte gleichzeitig
lebte von 1 700 bis nach 1 736 in Paris (noch 1891) ein Geigenmacher Boriero.
Vermutlich ein Mitschüler von Pierray, dem er in
seiner Arbeit zwar nicht gleichkommt, aber ähnlich ist. Borio, Francesco Antonio. — Asti und Cuneo
Er gehört zu den besseren französischen Geigen- (Coni). 1737
machern, und einzelne seiner Nachahmungen Hier.
Einige mittelmäßige Geigen tragen seinen Namen
Amatis (kleines Modell) sind ihm recht gut gelungen,
auch Valdrighi (4045) erwähnt ihn.
nur stellt er die F-Löcher manchmal etwas zu schräge.
Sein fast stets rotbrauner, nur manchmal ins Gelbliche Borlon (Burion, Porion), Ae.t (Artus oder
Arnold). — Antwerpen".
spielender Ollack ist sehr durchsichtig und verdient
alles Lob. Der Ton seiner Geigen ist etwas dick, aber 1 579
kräftig.Während er (nach seinen Zetteln) Im Jahre 1718 Er wurde 1579 als Zithermacher (cyetermaker) in die
noch in der Rue de la Juivene wohnte, gibt er 1719 be- Gilde aufgenommen.
:

Borlc Botin 53

Borion (Porion), Francis. — Antwerpen. 1645 Bosi (Basi), Florianus. — Bologna. 1 756. 1 782
Als Lautenmacher stand er in hohem Ansehen. Eine Er baute vorzugsweise Lauten und Mandolinen und
schöne, große Viola von ihm besitzt die St. Jakobs- liebte es, die Hälse mit Elfenbeineinlagen zu verzieren.

kirche in Antwerpen. Eine seiner Lauten war in der Sammlung Cavallieri in


Antwerpen op de Ferrara. Eine römische Mandoline von ihm aus der
Geigenzettel: Francis Borion tot /

Cathelyne Vest (gedruckt). Sammlung Snoeck befindet sich in Berlin.


Florianus m
Borlon (Porion), Jan. — Antwerpen. 1670.
Geigenzettel :

Bonon.e y Fecit 1756


Bosi via / S. Mcimoli-

1680
Bossard, Louis s. Desjardins
Sohn von Francis oder Peeter B. Man
Vielleicht ein
kennt einen Baß von ihm, dessen Arbeit nicht gerade Bossard & Bonnel. — Rennes. 1900
bemerkenswert ist. Geigenmacher, Händler und Reparateure der Gegen-
Geigenzettel : Joannis Borlon / tot Antwerpen (gedr.). wart.

Borlon (Porion), Peeter. — Antwerpen. 1636. Bossart, Rudolf. — Augsburg. Geb. um 1561.

1647 1625
Vielleicht einSohn von Aert B. Er baute 1647 für den Im Augsburger Meisterregister von 1615 wird er als
Kirchenchor der Kathedrale in Antwerpen einen noch Lautenmacher, 54 Jahre alt, angeführt. Erwähnt wird
heute erhaltenen Kontrabaß. er ferner im Meisterregister von 1619 und im Steuer-
buche von 1625. Er war vielleicht der Vater Jacob
Geigenzettel : Peeter Porion tot Antwerpen fecit / 1 647
Bossarts, der sich jedoch Bosshart schrieb.
(gedruckt).

Bortolotti, Giovanni. — Veri'ca (Fngnano). Bosshart (Bossart), Jacob. — Augsburg. 1625.

1884. 1894 1640


Im Augsburger Steuerbuche wird er zuerst als Jacob
Seme Bässe werden gelobt.
Bossart ohne Angabe des Berufs im Jahre 1625 erwähnt.

Bortolotti, Luigi. — Mailand. 1815 Von ihm haben sich noch einige Geigen erhalten, die
durch hohe Wölbung, hohe Zargen und kurze Ecken
Wenig bekannter Geigenmacher, der aus einer guten
auffallen. Er hatte sein eigenes Modell, arbeitete sorg-
Schule hervorgegangen ist, sauber arbeitete und gelben
fältig und nahm gutes Holz und feurigen, durchsichtig-
Lack gebrauchte. Häufiger kommen Gitarren usw. von rotgelben Lack. Die F-Löcher schnitt er parallel mit
ihm vor. A. Gautier m
Nizza besitzt eine sorgfältig
den Jahren. In der Sammlung Fritz Wildhagens in
durchgeführte Zither von ihm mit der Brandmarke
Haiensee b. Berlin befindet sich ein sehr schön ge-
Luigi Bortolotti / 1815.
arbeiteter, mit Elfenbeinstreifen eingelegter Chitarrone
von ihm v. J. 1629. Der Körper des Instruments ist aus
Bosch s. auch Posch Zypressenholz.
Bosch, Hans. — Kassel. Geb. 15. April 1881 Geigenzettel: Jacob Boßhart / in Augspurg 1626 (ge-

m Thannhausen a. d. M. (Bayern) druckt).

Ein Architekt, hervorragender Raumkünstler, der als


leidenschaftlicherMusikfreund sich schon in früher
Botelli, Angelo. — Neapel. 1857

Jugend mit dem Bau von Musikinstrumenten befaßte,


In seinen Violinen spürt man noch die Nachwirkung
der guten neapolitanischen Werkstatt-Tradition.
was auch sein Vater, der als Altarbauer und Tischler-
meister die nötige Handfertigkeit von vorneherein be-
saß, schon tat. Seine Studienjahre und seine Berufs-
Bothe. — Berlin. 1787 ^

tätigkeit nahmen ihm wohl längere Zeit die Gelegenheit, Ein Instrumentenmacher dieses Namens wird als Er-
seiner Liebhaberei nachzugehen, dann kam der Krieg, finder einer chromatischen Harfe genannt und soll auch
an dem er, als er nicht mehr felddienstfähig war, als Gitarren nach eigenen Grundsätzen gebaut haben.
Bauingenieur bei der Heeresbauverwaltung teilnahm,
aber sobald er wieder einige freie Zeit hatte, kehrte er Bothwell, Wilham. — Aberdeen. Geb. 1815
mit erneutem Eifer an den Werktisch zurück, und,
in Aberdeen
angeleitet durch Wettengels Buch, und durch sorg-
fältigesStudium alter Geigen und zahllose Versuche Nachfolger von John Young. Er machte nur billige
und Vorübungen geschult, begann er seine erste Geige Geigen und Violoncelli nach einem eigenen Modell.
zu bauen. Mit rastlosem Eifer arbeitete er weiter und
Das Holz ist gewöhnlich unschön, die Einlage manch-
brachte es schließlich so weit, daß seine .Arbeiten jetzt mal aber recht kunstvoll. Er verwendete nie Zettel.

den Vergleich mit jeder neuen Geige eines zunftgerecht


ausgebildeten Geigenbauers aushalten und sich auch
Botin. — Chantilly. 1795. 1800
durch großen, edlen Ton auszeichnen. Ein Geigenmacher dritten Ranges, der vielleicht in
Mirecourt gelernt hat.
Geigenzettel: Johannes Bosch /Thannhausen a. d. M.
Bayern (gedruckt). Geigenzettel : Abb. 69.
54 ßott — Boureard

Bott, Johann. — Wien. Geb. um 1810, Boumeester (Bouwmeester), Jan. — Amster-

t 10. März 1881 dam. 1637. 1689


Ein geschickter Geigenmacher, der nur wenig neue, Einer der besten holländischen Geigenmacher des
aber sehr schöne Violinen gemacht hat, die nach Stra- 17. Jahrhunderts, der sich durch besonders saubere
divari und Amati gebaut sind und guten gelbbraunen Arbeit und guten, gelben oder gelbroten Lack aus-
Lack haben. Er nach seiner eigenen Angabe nur ein
soll zeichnet. Er bevorzugte ein großes Patron von mittlerer
einziges Violoncello gemacht haben. Als Reparateur Wölbung und brachte am Wirbelkasten geschnitzte
war er vielbeschäftigt und wegen seiner Sorgfalt ge- Köpfchen an. Er stand in hohem Ansehen, und das
schätzt. Er hatte seine Werkstatt in der Burggasse bei Selhofsche .Auktionsverzeichnis führt Violinen, Gam-
St. Ulrich, wo jedermann den originellen kleinen Mann ben und Violoncelli von ihm aus den Jahren von 1614(?)
mit dem großen grauen Künstlerhut kannte. Er ver- im Haag 1759). In der Samm-
bis 1675 auf (versteigert

wendete nur geschriebene Zettel. lung von Scheurleer sind zwei Violen von 1683 und
1689 und bei Snoeck eine Baßviola von 1667 (jetzt in
Bottari, Ferdinando. — Pisa. 1849 Berlin). Auch auf der Ausstellung des Verbandes
deutscher Geigenbauer Leipzig im Jahre 1908 war
in
Ein Gitarrenmacher vom Anfang des 1 9. Jahrhunderts
eine Violine dieses Meisters zu sehen, die den Arbeiten
ohne bemerkenswerte Vorzüge.
von Petrus Guarneri (Mantuae) zum Verwechseln

Botti, Antonio. — Sassuolo (Modena). 19. Jahr-


ähnlich war. Es ist daher wahrscheinlich, daß die
meisten seiner .Arbeiten jetzt unter italienischer Flagge
hundert segeln.

Er wird bei Valdnghi (3689) erwähnt; man kennt nur Geigenzettel: Jean B;umeester ,
Amsterdam 1667 (ge-

einige Kontrabässe von ihm. druckt). — .Abb. 76.


Bourbon Borbon
Botze, Johannes. — Erfurt. 1687
s.

— Mirecourt.
Bourbon, Nicolas. 1753. 1787
G. Siefert in Leipzig besitzt eine aus der Kirche einer
Brüdergemeinde stammende Viola von ihm (Decke Er galt als geschickter Meister und war mit Nicolas
und Kopf sind neuere Arbeit) mit dem geschriebenen Vuillaume befreundet. Ein Fran(;ois Bourbon, der von
Zettel: Johannes Botze in Erffürth 1687. 1775 bis 1789 nachweisbar ist, war dagegen nach
Jacquot nur ein mittelmäßiger Geigenmacher.
Boucher. — London. 1764
Bourdet, Jacques. — Paris. 1750. 1752
Ein in England ansässiger Franzose, der sich durch
Er stammt wahrscheinlich aus Mirecourt (vgl. Bourdot)
nichts hervorgetan hat.
und scheint Instrumente aller Art gebaut zu haben.

Bouillot, Jean Fran^ois. — Mirecourt. 1778.


Seine Violinen sollen von sehr gewöhnlicher Arbeit sein.
Mir ist er nur als der Wiederhersteller eines Clavecins
1787 bekannt geworden. Von seinem Leben weiß man auch
nur, daß er 1751 geschworener Meister der Pariser
Nur dem Namen nach bekannt.
Lautenmacherzunft war.

Boul, Simon. — ? 1786 Bourdot (Bourdet), Jean-Sebastien. — Mire-


Eine gute Geige mit seinem Zettel führt das Preisver- court. Geb. im Beginn des 18. Jahrhunderts,
zeichnis von G. Withers auf (16 £).
lebte noch 1 766
Boulanger, Nicolas. — Mirecourt. 1 727. 1 758 Ein sehr geschickter Meister. Über seine Lebenszeit
gehen die Nachrichten weit auseinander. Während
Nur von A. Jacquot erwähnter Luthier.
Jacquot und Vidal das 18. Jahrhundert als seine Zeit

Boullangier, Charles. — London. Geb. 1823


nachweisen, setzen ihn andere ein Jahrhundert zurück
und lassen ihn 16.20 leben, und wieder andere sagen,
inMirecourt, t Okt. 1888 er sei 1 530 geboren und habe 1 555 in Paris gelebt. Man
hat es da bestenfalls mit drei gleichnamigen Meistern
Nachdem er in Mirecourt ausgelernt hatte, ging er 1843
zu tun. Andere Mitglieder der Familie waren Claude- :

nach Paris, arbeitete drei Jahre bei Vuillaume und drei


FrancoisB. (1738. 1745), Dominique B., der Bruder von
Gand & Bernardel und wandte sich 1849 nach
Jahre bei
Jean-Sebastien, der auch Orgelmacher war(l 732. 1748),
London, wo er bis 1856 für Edw. Withers Geigen
sowie zwei Franc^ois B., die 1785 und 1786 in den
machte und dann seine eigene Werkstatt eröffnete. Er
Zunftlisten vorkommen.
war sehr fleißig, baute viele Geigen nach Stradivan und
Guarneri und verwendete einen schönen, roten Lack. Bourgard, Jean. — Nancy. 1775. 1786
Besonders geschätzt sind seine Violoncelli.
Er stammte aus Prag und war der Sohn des Johann

Boullangier, C. — London. 1889. 1900


Burghardt und der Cathanna, geb. Baumgarten. Er
kam in jungen Jahren zu Charotte nach Nancy, wo er
Wohl der Sohn und Nachfolger von Charles B. Er er- seinen Namen französisierte und die Marianne Fanchon
hielt für seine Violinen und Violoncelli 1889 auf der heiratete. Seine Geigsn sind meist ohne Sorgfalt aus-
Invention Exhibition eine silberne Medaille. geführt und haben braunen Lack, doch gibt es auch

I
Bourgeois — Bozzolo 55

bessere Arbeiten von ihm, die schönen, roten Lack Bourse. — Paris. 1805
zeigen.Er schloß sich der französischen Schule an und
Jacquot teilt seinen Namen nach einem geschriebenen
machte oder handelte wenigstens mit allen möglichen
Geigenzettel mit.
Saiteninstrumenten.
Geigenzettel : Jean Bourgard maitre luthier ä Nancy, / Boury, A. — St. Quentin. 1867
rue de laPoissonnerie, n° 404; f ait et raccomode toutes/ Neue Geigen von ihm sind mir nicht zu Gesicht ge-
sortes d'ouvrages de sa profession comme /
guitares kommen.
allemandes, guitares mechaniques, guitares / espagnoles, Geigenzettel Repare par A. Boury
:
,'
Luthier ä S* Quen-
mandolines, luths, paradons ä trente cordes ' contre- tin 1867 (geschrieben).
basses, basses, violon d
— Jean Bourgard, facteur
amour, violons
d'instruments ä
etc. (gedruckt).
Nancy 776 1
Boussu , Benoit-Joseph. — Eterbeek-Brüssel.
(gedruckt). — par moi
F*. Bourgard, facteur d'instru-
1750. 1780
ments, rue / de la Poissonnerie a Nancy 1 786 (ge-
Einer der besseren belgischen Geigenmacher, der
schrieben).
ziemlich gutund sauber nach Amati arbeitete und auch
Bourgeois, Seraphin. — Genf. 1829 einen schönen, gelben Lack verwendete. Seine Werk-
stattwar in der Vorstadt Eterbeek, doch dürfte er, wie
Es war unmöglich, irgend etwas über diesen Schweizer
auch van der Straeten glaubt, in Brüssel selbst einen
Geigenmacher zu erfahren. Ich kenne nur den folgenden
Verkaufsladen besessen haben. Eine Geige von ihm
Zettel von ihm. Vielleicht hieß er Seraphin und war
mit charakteristischer Schnecke besaß C. C. Snoeck.
Bürger zu Genf.
Geigenzettel: Repare par Seraphin Bourgeois ,
ä Ge- Bovis, Fran^ois. — Nizza. Geb. 1860 in Nizza
neve An 1829 (gedruckt). Von 1874 — 1881 war er Schüler von Nicolo Bianchi,

Bourguignon, Maurice. — Brüssel. Geb.


dessen Werkstatt er nach
nahm. Er
dem Tode
nach eigenem Modell und verwendet
arbeitet
des Meisters über-

18. Sept. 1885 in Mattaincourt einen halbfetten Lack. Er ist Geigenmacher des Kon-

Schüler von Georges Mougenot, dessen Nachfolger er zertorchesters von Monte Carlo.

im Jahre 1910 wurde. Geigenzettel : Abb. 77.

Bourlier, Jacques. — Mirecourt. 1770. 1790 Bowes, A. — Edinburgh. 1895

Bevor er sich selbständig machte, arbeitete er eine Zeit-


Bekannt durch seinen Versuch, die Saiten der Geige
lang bei Charotte in Nancy, an dessen Art seine Geigen paarweise anzubringen (ähnlich wie bei der Mandoline).
erinnern.
Bourlier.
Er verwendete einen Brandstempel Jacq. Bowler, Arthur. — Islington-London. Geb.
12. Juli 1867 in Thame (Oxfordshire)
Bourlier, Jean-Baptiste. — Mirecourt. 1773.
Seine Mutter war die jüngste Schwester der Frau von
1785 Georges Chanot, so daß schon in früher Jugend sein
Interesse für den Geigenbau geweckt wurde; doch er-
Er stand seinerzeit in einem gewissen Ansehen. Ar-
lernte er zunächst in der Werkstatt seines Großvaters
beiten von ihm kenne ich nicht. Ein Francjois B., der
die Schreinerei. 1893 nach London gekommen, suchte
1788 vorkommt, war vielleicht sein Sohn.
er seinen Oheim Chanot auf und bot nach dem Tode
Bourlier, Laurent I. — Mirecourt. Geb. um desselben dem Sohne und Nachfolger seine Dienste an.
J. A. Chanot nahm ihn auf drei Jahre in die Lehre. Hier
1737, t 1780
kamen ihm seine Vorkenntnisse in der Holzbearbeitung
Mehr können auch Vidal und Jacquot von ihm nicht sehr zustatten, und er machte schnelle Fortschritte. Er
sagen, da bisher keinerlei Arbeiten von ihm bekannt blieb bei Chanot bis 1899 und machte sich dann selb-
geworden sind. ständig. Bowler arbeitet ungemein sauber und baut

Bourlier. — Mirecourt. 1775. 1820


seine Geigen hauptsächlich nach der »Messias« von
Stradivari. Er verwendet einen dunkelorangeroten
Sohn von Laurent I B. Er baute hauptsächlich Kinder- Bernsteinlack und wird als Künstler geschätzt. Seine
geigen in Viertel-, halber und Dreiviertel große und Biographie mit Bildnis, Geigenabbildung und Zettel
war nicht ungeschickt. veröffentlichte Rev. Meredith-Morris in »The Strad«

Bourlier, Laurent II. — Mirecourt. Geb. um (April 1900, Nr. 120).


Geigenzettel Arthur Bowler
: London, fecit 19.. (Kreis
1798, t 1878 mit A. B.).

Ein Enkel von Laurent I. B. und wohl der Geschickteste


aus seiner Familie, der sauber arbeitete und einen guten
Boyer, Alexis. — Mirecourt. 1773. 1789
Ein Geigenmacher, dessen gleichnamiger Sohn 1783
Ton Einen Brandstempel mit seinem
erzielte. Namen
brachte er innen am Boden an.
erwähnt wird.

Bourlier, Nicolas. — Mirecourt. 19. Jahrh.


Bozzolo, Pietro. — St. Petersburg. Geb. um
Vielleicht der Bruder von Laurent 1 1 B. Auch er war 1830, t9.JuH 1907
nicht ungeschickt. Von ihm rühren die Geigen her, die Ein Mailänder, der im Jahre 1862 als Chorist der
nur den Namen Bourlier als Brandmarke tragen. italienischen Oper nach St. Petersburg kam. Den
)

Bradi Brand ner


56

Geigenbau scheint er schon m seiner Heimat betrieben teilung gelangte die Firma Herrmann & Söhne in

zu haben, und so verlegte er sich auch in Rußland sehr Berlin in den Besitz seines zufällig erhaltenen Nach-
bald ausschließlich auf die Reparatur und den Handel lasses, aus etwa 50 Geigen bestehend.
mit alten italienischen Geigen. Er war als Kenner sehr Geigenzettel : Abb. 74.
ungemein sparsam und hinterließ bei
Brandini. — Pesaro.
geschätzt, lebte
seinem Tode ein großes Vermögen. Sein schönes Lager 1660
italienischer Streichinstrumente erwarb Jul. Heinr. Der Geigenmacher dieses Namens, von dem es
älteste
Zimmermann, während seine Werkstatt und seine Geigen und Violoncelli gibt, die nicht ganz schlecht
reichen Geigenholzvorräte in den Besitz von A. J. sind. Auch Valdrighi (3691) erwähnt ihn.
Leman übergingen.
Brandl, Karl. — Budapest. Geb. in Szom-
Braglia, Antonio. — Modena. 1 790. f um 1 820
bathely 1821, f 16. April 1864
Besonders als Bogenmacher geschätzt; seine Gitarren
Schüler vonTischenant und Anton Hoffmann in Wien,
und Bässe sind dagegen weniger wertvoll.
bei dem er gleichzeitig mit Th. Gutermann arbeitete-

Brahi. — Lüttich. 1900


Er hat mehrere sehr gute Geigen gemacht, auch
die Londoner Ausstellung von 1862 enthielt zwei
Geigenmacher und -händler der Gegenwart. schöne Geigen von ihm, nach Stradivan und Guarnen

Braidi, Geminiano. — Modena. 1 794


del Gesü gebaut, von denen die letztere später in den
Besitz von Louis van Waefelghem überging.
Er baute Geigen und Bogeninstrumente aller Art. — Geigenzettel: Carolus Brandl fecit ad formnm Gio.
Alles aber ohne besonderes Verdienst. Pao. Maggini Pestini 1863 (gedruckt).
/

Braidi, Giovanni. Modena. 1766 Brandner. — Schönbach b. Eger. Geb. 29. Jan.
Mittelmäßiger Geigenmacher, von dem ich ein großes
1814, 17. Febr. 1895
Violoncello und einen Baß gesehen habe. Vielleicht der
Trat Geigenmacherssohn frühzeitig in die Werk-
als
Vater Geminianos.
statt seinesVaters ein und war ein fleißiger Geigen-
Geigenzettel: Johannes Braidi, protomagister / violae
macher, dessen Sohn Johann auch wieder das väterliche
majoris (sie) in C. S.""' ducis / Mutinae fecit a. 1 766
Geschäft fortsetzt.
(gedruckt).
Brandner, Anton — Schönbach in B. Geb.
Brandillonl (Brandiglioni), Filippo. — Bres-
um 1800
I.

cla(?). 1790. 1800


Kommt 1826 bereits als Innungsmeister vor.
Er wird von mehreren in das 7. Jahrhundert versetzt
1

und soll das Maggini-Modell nachgeahmt haben. Das Brandner, Anton II.
— Schönbach in B. 1870.
erstere ist falsch und das letztere nicht bewiesen. Eine
t 1898
Violine von ihm aus dem Jahre 1795 hat braunroten
Ursprünglich Geigenmacher, verlegte er sich in der
Leimlack und eine scharfe, bestimmte Hohlkehle. Die
Folgefast ausschließlich auf das Schnitzen von Geigen-
Schnecke, durch deren Mitte ein Ebenholzstift geht,
ist nach Amati geschnitten, mit vertiefter, schwarz ge-
hälsen und Schnecken.
färbter Mittellinie. Die Zargen sind hoch, die F-Löcher
plump, aber die Wölbung ist schön. Die ganze Geige
Brandner, Ignaz. — Schönbach in B. f um
erinnerte an die Arbeit Leop. Widhalms und mehr an 1899
die Mittenwalder als an die italienische Schule; selbst Ein Geigenmacher, der nur billige Geigen und Schach-
das für Mittenwald charakteristische Merkmal für die teln machte.
Mitte der Unterzarge fehlt nicht. Da ihn Fenaroli gar
nicht erwähnt, ist das »Brixiee« vielleicht auf Bnxen Brandner, Johann. — Schönbach in B. Geb.
statt auf Brescia zu deuten.
in Schönbach 1849
Geigenzettel Abb. 93.
Schüler von Anton Brandner. Durchwanderte als Ge-
:

Brandini, Fausto. — Pisa. 1 777


hilfe Deutschland und war von 1870 1875 bei Bausch —
in Leipzig, worauf er 1875 sein eigenes Geschäft be-
Seine Geigen sind nicht ungeschickt gemacht. Val- gründete. Er baut Streichinstrumente nach allen Mo-
drighi (3867) schreibt den Namen Prandini, doch dellen und wendet verschiedene Lackierungen an.
scheint die Schreibweise mit B die vorherrschende zu Auch Handel mit alten Instrumenten. Außer
treibt er
sein. seinen eieenen Zetteln klebt er auch solche nach dem

Brandini, Jacopo. — Pisa. 1789. 1807


Modell ein.

Gehört er auch nicht zu den hervorragenden Geigen-


Brandner, Josef |

machern, so kennt man doch einige gut klingende » Karl I


Schönbach
Violinen von ihm. Sein Modell ist nicht besonders
schön, er verwandte aber im allgemeinen gutes Holz
» Wenzel
und einen ziemlich guten Lack. Der Boden ist bei ihm In der Geigenindustrie ihrer Heimat noch gegenwärtig
oft nach der Schwarte geschnitten. Nach einer Mit- tätige Mitglieder der Familie B.
ßrandner — Braun 57

Brandner, Johann. — Mittenwald. Geb. 1835, Brandstätter, der von


haben soll, hat nicht existiert.
1840 bis 1855 in Wien gelebt

t 1916 Geigenzettel : Mathäus Brandstätter in Viennae / repa-


Ein braver Gelgenmacher, der selbständig wenig her- ravit Anno 1817 (gedruckt) und Abb. 47.
vorgetreten ist, aber seines unversieglichen Humors
halber sehr beliebt war, und der als Hochzeitlader und Branzo, Francesco Barbaro. — Padua. 1 620. 1 660
Brautführer bei allen Familienfesten seines Ortes eine Das Wort »Barbaro« dürfte die Heimat dieses Meisters
gewichtige Rolle spielte. andeuten. Ein Calascione (beliebtes neap. Volksinstru-
ment) in der staatl. Sammlung alter Musikinstrumente
Brandner, Kaspar. — Mittenwald. Geb. in Berlin, Nr. 723 (von1620), S.Abbildung Bd. I
nur der Name mit der Jahres-
Seite 54. Bei Vidal wird
18. Nov. 1883 in Mittenwald zahl 1660 erwähnt. Erscheint also nur die aus diesem

Schüler der Mittenwalder Geigenbauschule unter Franz Jahre stammende Gamba von ihm in der Sammlung
Baader. Als Gehilfe arbeitete er zwei Jahre lang bei Correr gekannt zu haben. Valdnghi nennt ihn Bronzo-
G. Kriner in Landshut und drei Jahre in München bei Barbaro (3693).
Gius. Fiorini, Zunterer und Sim. Rieger,
zuletzt bei
Brater s. Pradter
nachdem er vorher m
seinem Heimatsort noch das
Lauten- und Gitarrenmachen erlernt hatte. Im Jahre Bratti, Cesare. — Florenz. 1882
1904 machte er sich selbständig, baut nach Stradivari Er nicht ungeschickt gewesen sein
soll ; da er aber in
und Guarnen gute Konzertgeigen und nach italie- seine Geigen gerne fremde Zettel geklebt hat, findet
nischen und Wiener Modellen Lauten und Gitarren. man seinen Namen sehr selten.
Er ist auch in der Wiederherstellung aller Saiteninstru-
mente geschickt und wurde 1896 auf der Nürnberger Braun, Adam. — (Mark-)Neukirchen. 1697
Ausstellung für seine Geigen prämiiert. Sein Name wird als der eines Stiefsohnes und Schülers
Geigenzettel : Kaspar Brandner / Instrumentenmacher von Komelius Kretzschmar überliefert. Da er keines
und Reparateur / Mittenwald Nr. 125 (Bayern) [Rechts Meisters Sohn war und die vorgeschriebene Wanderzeit
und links Medaille Prämiiert Nürnberg 1906]. nicht erledigt hatte, wurde er erst auf ein an den Landes-
herrn gerichtetes Gnadengesuch hin am 17. Okt. 1697

Brandstätter, Ignaz. w len. Geb. um 1757.


als Meister in die Zunft aufgenommen. Er ist wahr-
scheinlich der Ahnherr der noch bestehenden Familie,
t 10. März 1791 seine Söhne und Enkel scheinen jedoch nicht Geigen-

Da er nur ein Alter von 34 Jahren erreicht hat, dürfte macher gewesen zu sein.
es nur wenige Geigen von ihm geben. Er scheint übri-
gens hauptsächlich Gitarren gemacht zu haben, die aber
Braun, Anton. — Budapest, Szegedin, Belgrad.
nur von mittelmäßiger Arbeit sind. Boden und Zargen Geb. 1847, t 5. Okt. 1901
zeigen denselben schwarzbraunen Lack, der zu seiner Schüler von Placht in Wien und Ferd. Jos. Homolka in
Zeit in Wien beliebt war. Kuttenberg. Er hielt sich nur kurze Zeit in Budapest
auf, ging dann nach Szegedin und ließ sich um 1887 in
Geigenzettel : Abb. 46.
Belgrad nieder, wo er Königl. Serbischer Hofinstru-

Brandstätter, Matthäus Ignaz. — Wien. Geb.


mentenmacher wurde. Er war auch ein tüchtiger Mu-
siker und wahrscheinlich der Vater von Johann und
um 1791, t 6. März 1851 Michael Braun.
Geigenzettel : Antonius Braun / fecit Beigradi 1890 (ge-
Er wohnte Stadt Nr. 994 und legte am 3. Oktober 1817
als Lautenmacher den Bürgereid ab. Er baute sehr sauber
druckt). — Reparavit / Ant. Braun Beigradi / 1882 (ge-
druckt).
gearbeitete Violinen nach Stradivari und verwendete
einen gelben Lack mit rötlicher Schattierung. Leider ist Braun, August Hermann. — Markneukirchen.
der Ton seiner Geigen nicht so schön wie ihr Aussehen.
Er war sehr fleißig, soll aber in den letzten Lebens- Geb. 11. Dez. 1868
jahren nicht zu bewegen gewesen sein, eine seiner neuen Schüler von Karl Wilhelm Keßler, bei dem er seit 1882
Geigen zu verkaufen. Nach seinem Tode fanden sich in lernte. Als Gehilfe arbeitete er bei verschiedenen
seiner Werkstatt mehrere Schubladen voll Violinen, die Meistern und machte sich 1892 selbständig. Im Jahre
bis zum Lackieren fertig waren. Anton Hoffmann kaufte 1896 trat er bei der Firma Karl Gottlob Schuster ein
den ganzen Nachlaß, machte die Geigen fertig, versah und gründete deren Werkstatt für Kunstgeigenbau, die
sie mit Brandstätters Zettel und brachte sie in den er durch 22 Jahre leitete. Im Jahre 1918 richtete er
Handel. Diese nachgelassenen Geigen sind leicht an seine eigene Werkstatt ein und baut sehr sorgfältig aus-
ihrem minderwertigen Lack zu erkennen und nur halb geführte Violinen und Violoncelli nach italienischen und
so viel wert als diejenigen, die er selbst noch fertig ge- Tiroler Meistern, die sich sehr schnell Eingang in Künst-
macht hat und die jetzt recht gut bezahlt werden. lerkreisen verschafften. Er verwendet einen guten äthe-
Er stand als Reparateur in großem Ansehen. Ein Re- rischen Ollack. Besonders wird auch seine Geschicklich-
paraturzettel von ihm in Brüssel (Mus. d. Cons. keit im Wiederherstellen alter Meistergeigen gelobt.
Nr. 258), ein ebensolcher in einer theorbierten Laute Geigenzettel: Gebaut im Jahre 19 / von Aug. Her- . .

von Pradter, die sich in der Sammlung alter Musik- mann Braun Lauten- und Geigenbaumeister / Mark-
/
instrumente in Wien, Burgring 5, befindet. Ein Johann neukirchen i.'S. No. 855.
58 B raun -B renner
Braun, August Robert. — Erlbach. 19. Jahrh. Brauner, Johann Josef. — Wien. 1749. 1761

Er soll nach Spremberg gezogen sein, war aber dort Inden Wiener Steuerbüchern kommt er von 1750 bis
nicht zu ermitteln. 1758 vor. Im letzten Jahre mit der Bemerkung: »Wegen
seiner Abreisung von hier der Steuer und des Bürger-
Braun, August Wilhelm. — Markneukirchen. rechts entlassen worden«. Er wohnte im Schotten viertel
und legte am 4. Juli 749 den Bürgereid ab. Er wird
1

Geb. in Erlbach 1819, f 30. Okt. 1869,


zuletzt erwähnt mit der Bemerkung »Vermög Ver- :

50 Jahre 23 Tage alt ordnung dd° 29. May 1758 der Bürgerpflicht entlassen
Ließ sich anfangs der fünfziger Jahre in Markneu- und das Bürger Zettel zurückgegeben worden.« Doch
kirchen als Geigenmacher nieder und baute billige kommen noch Geigen mit der Jahreszahl 1761 von ihm
vor. Auf seinen Zetteln gebraucht er abwechselnd bald
Geigen für den Ausfuhrhandel.
den Taufnamen Johann, bald Josef, selten beide zu-
Braun, Ernst Moritz. — Markneukirchen. Geb. sammen.
Geigenzettel Abb. 40.
in Erlbach 27. Dez. 1848 :

Sohn von Aug. Wilh. Braun. Geigenmacher der Gegen-


wart.
Brauns, Carl Friedr. Wilh. — Hamburg. 1798
Er wird als »Instrumentenmacher« am 12. Okt. 1798
Braun, Gustav. — Düsseldorf, Dresden, Lü- Bürger von Hamburg, ist aber sonst nicht bekannt.

beck. Geb. in Erlbach 7. Febr. 846, f Ostern


1

B reazzano s riazzano
Bri
1896 in Lübeck
Sohn von Aug. Wilh. Braun. Er war ursprünglich Breckinridge, John. — Glasgow. Geb. 1790
Bratschist; da er jedoch Geigenmacherssohn war,
in Parkhead bei Glasgow, f 1840 in Glas-
interessierte er sich für den Geigenbau, und als er in
Hannover Gelegenheit gehabt hatte, bei einem Geigen- gow
macher Unterricht zu nehmen, begann er bald darauf in Er war von Hause aus Weber und besaß später einen
Düsseldorf, in seiner freien Zeit Geigen zu reparieren. Krämerladen dabei machte er fleißig Geigen, die recht
;

1872 siedelte er nach Dresden über und 1895 nach gut nach Amati gebaut sind. Sein (Splritus-)Lack ist
Lübeck. Er besaß theoretische Kenntnisse und be- gelb oder dunkelbraun. Der Ton ist angenehm, aber
schäftigte auch zeitweise Gehilfen. Die von diesen an- nicht groß.
gefertigten Geigen tragen seinen Zettel.
Geigenzettel: John Breckinridge Maker Parkhead
Geigenzettel Repariert von Gustav Braun / Düsseldorf
:
1834 (geschrieben).
1869 (gedruckt). Gustav Braun /Dresden 18 (geschr.). . .

Braun, Johann. — Szegedin. Geb. in Nagy Breiling, Andreas Ludolph (Ludwig). — Göt-
tingen. 1801. 1829
SzentMiklos 1860
Er wurde am 21. September 1801 zum Bürger ange-
Als C.W.Richters Nachfolger ließ er sich 1883 in
nommen, aber am 29. April 1829 als solcher ver-
erst
Szegedin als Geigenmacher und Optiker nieder. Er soll
Da ihm dabei die Gebühren erlassen wurden,
eidigt.
bei Ig. Lutz in Wien gearbeitet haben und unterhält
kann man annehmen, daß er in beschränkten Verhält-
eine Werkstatt. Auf der Szegediner und Torontäler
Trotzdem war er ein sehr geschickter
nissen lebte.
Gewerbeausstellung sowie auf der Budapester Millen-
Lautenmacher, der ebenso originell als sauber arbeitete.
niumsausstellung erhielt er Medaillen.
Eine Laute von ihm aus dem Jahre 1803 trug die
Geigenzettel: Joannes Braun fecit / Szegedini 1895 Nr. 132.
(gedruckt).
Geigenzettel: A. L. Breiling in Göttingen ,' fecit 1802
Braun, Joseph. — Mittenwald. 1914 No. 121 (?) (geschrieten).

Er gilt als guter Violoncellomacher, arbeitet aber auch


Breitenberger, Ludwig, lebt als Instrumenten-
als Zimmermann.
macher München
Braun, Michael. — Szegedin, Klausenburg.
in

Bremitz, Giuseppe. — Tnest. 1895


1891. 1896
Unbedeutender Geigenmacher aus den letzten Jahren
Geschickter Geigenmacher der Gegenwart. Er arbeitet des 19. Jahrhunderts, der wohl nur von Fabriken her-
nach Guarnen und Stradivari, verwendet einen gold- gestellte Schachteln verarbeitete.
rötlichen Lack und liebt dicke Einlagen.

Geigenzettel: Braun Michael / Szegedin 891 (geschr.). Brenner, C. — Gefle. 1804

Braun, Wilhelm August. — Markneukirchen. Man kennt einige Reparaturen von ihm, es ist aber
wahrscheinlich, daß er ein Musiker war, der nur ge-
Geb. 18. Juni 1855 in Markneukirchen legentlich Ausbesserungen vornahm.

Sohn von Aug. Wilh. Braun. Gelgenmacher der Gegen- Geigenzettel: Reparerad 1804 C . . . Brenner, Gefle
wart. (gedruckt).
,

Brensio — Brinckmann 59

Brensio (Brensius, Brinsius), Antonio. — Bo- einer näheren Wohnungsangabe zu Zweifeln


Hinsicht berechtigt. Seine Arbeiten zeichnen sich nicht
m dieser

logna. 1592 aus und werden häufig mit denen von F. Breton ver-
Vielleicht der Vater oder Sohn von Girolamo. Eine Lira wechselt, wozu
die '\hnlichkeit der Modelle einigen

da Gamba von ihm besitzt W. Heyers Musikhistonsches Anlaß Es ist auch nicht ganz sicher, welcher
gibt.

MuseuTi in Köln (Nr. 782). Breton den Brandstempel Breton Luthier ä Paris be-
:

Geigenzettel Antonino Brensius Bononi (gedruckt).


:
— nutzte. Eine Violine von ihm befand sich in der Samm-

Antonius Bononiensis (geschrieben). lung Snoeck (Nr. 522).

Brensio, (Girolsmo) Hieronymus. — Bologna Geigenzettel:


vendit et recon-
J. F. Breton, citharae fabri-
cinat instrumenta
'
cator, faclt
musica omnis /

16. Jahrhundert generls. Parisiis anno 1780 (gedruckt).

In einer nicht datierten Viola da Eraccio im Museum Gleichlautende Zettel kommen von 1740 1780 häufig —
des »Liceo filarmonico« in Bologna findet sich der vor. doch fand sich ein solcher Zettel auch in einem
Name dieses Meisters. Vidal teilt die Maße des fünf- Violoncello mit der Jahreszahl 1815 vor. Ob er dieses

saitigen Instruments, das für die Geschichte des Gei-


noch gemacht hat, oder ob der alte Zettel mit
selbst

genbaus sehr bemerkenswert ist, mit. neuer Jahreszahl von einem Werkstattnachfolger ge-
braucht worden ist, müßte erst festgestellt werden.
Geigenzettel : Abb. 89.

Brenzoni, Pietro. — 1902


Breton s. auch Le Breton

Italienischer Geigen macher unserer Zeit.


Breuling s. Breiling

Bresa (Brosa?), Francesco. — Mailand. 1708


Briano, Fran<;ois. — Nizza. 1900
Musikinstrumentenmacher und -händler der Gegen-
Vidal ergänzt den Namen der Stadt, die auf einem
wart.
Originalzettel nicht ganz leserlich war, wohl richtig,
wenn er Milano lesen will, wofür auch »alla scala« zu Bnazzano (Breazzano) s. Brizzano
sprechen scheint. Das zu dem Zettel gehörige Instru-
ment ist übrigens verschwunden und Werke von F. Briere, Paschal. — Rouen. Anfang des S.Jahr- 1

Bresa sonst nicht bekannt geworden. Vgl. auch Brossa.


hunderts
De Piccolellis bezeichnet ihn als einen mittelmäßigen
Mailänder Geigenmacher. Er wohnte in der Rue du Petit Pults (Pfarrei St. Michel),
scheint aber nur wenig Zuspruch gehabt zu haben.
Geigenzettel : Francesco Bresa fece alla Scala in Mil . .

1 708 (gedruckt). Briggs, James William. — Glasgow. Geb.


Bressano, Baptista. — ? 16. 17. Jahrhundert 9. Juli 1855 m Wakefield
Eine Pochette im Museum des Liceo filarmonico in Schüler von William Tarr, machte sich 1876 selb-
Bologna trägt diesen Namen. Sie ist wahrscheinlich ständig und baut sowohl nach Stradivan und Guarneri
Brescisner .Arbeit, in welchem Falle das Wort Bressano als auch nach einem eigenen Modell, wobei er einen
wohl als Heimatsbezeichnung angesehen werden muß. Bernsteinöllack verwendet. Seine Geigen und Bässe

Breton, Fran^ois. — Mirecourt. Geb. in Mire-


sind vorzüglich gearbeitet, und schon 1891 erhieltereine
goldene Medaille dafür. Er ist auch als Händler mit
courtum 1750, f 1830 alten Instrumenten bedeutend und wohnte um 1890 u.
1891 in Leeds. Seine Biographie veröffentlichte
Seine Arbeit ist zwar nicht künstlerisch, aber immerhin
recht sauber. Er bevorzugte ein großes Modell und
Meredith-Morris in »The Strad« 1902 Nr. 142.

verwandte meist hellgelben Lack. Da er viele Arbeiter Geigenzettel: James William Briggs Glasgow 19. .

beschäftigte, sind seine Geigen nicht selten man muß ; (gedruckt).


sich jedoch trotzdem vorsehen, denn abgesehen davon,
daß seine Firma auf eine Mirecourter Fabrik überging,
Brinckmann, Franz Georg. — Frankfurt a. M.
die noch immer seinen Zettel m ganz neue Instrumente Geb. 1 799 in Frankfurt a. M., f daselbst
klebt, ist er auch norh vielfach nachgeahmt worden. Es
geht ihm beinahe so wie der deutschen Famihe Hopf.
nach 1845
Sie erhob sich nicht über handwerksmäßige Mittel- Er war der Sohn eines Musikers, von dem er wohl die
mäßigkeit und wird doch fortwährend von einer urteils- ersten Unterweisungen erhielt. Später kam er zu einem
losen Menge zum Vorbild senommen. Er ver- — Schreiner in die Lehre und wurde 1829 auch als
wendete auch den einen Brandstempel, dessen letzte Schreinermeister zum Bürger aufgenommen. Er ver-
Zeile häufig fehlt. — .'Xuch als Bogenmacher hat er legte sich jedoch ganz auf den Instrumentenbau und
sich betätigt. brachte es dann zu bemerkenswerter Geschicklichkeit,
so daß er für eine Geige gern 100 fl. bekam. Mit Vor-
Geigenzettel: Abb. 71 und 79.
liebe baute er jedoch Gitarren und war stolz darauf,

Breton, Joseph Fran^ois. Paris, Mirecourt. hierfür von Paganini belobt worden zu sein. Er hat auch
einen Mechanismus erfunden, der das häufige Ver-
1740. 1815 (?) stimmen der Gitarren verhüten sollte. Instrumente mit
Ein Mirecourter Meister, der vielleicht wirklich vor- diesem Mechanismus nannte er >>Korrektionsgitarren«.
übergehend in Paris ansässig war, obwohl das Fehlen Sehr geschätzt waren seine übersponnenen Saiten.
60
Britsen — Brown
Britsen, Georgius. — Antwerpen. 1613 Broquet, lebte Ende des 19. Jahrhunderts In
Schüler des Bildhauers Melchior Ykens. Er ist freilich Dunkerque (Dep. Nord)
nur als Clavecinmacher bekannt. Auch sein Sohn und
sein Enkel gleichen Taufnamens kommen 1654 1659 — Broschi (Brocchi), Carlo. — Parma. 1 730. 1 744
und 1675 im gleichen Berufe vor, doch wurde mir von Wenig bekannter Geigenmacher, über den sich nichts

einem Händler vor längerer Zeit eine schön geschnitzte ermitteln ließ. Eine zweifellos echte, vom Wurm stark
Theorbe mit dem eingeschnittenen Namen »Britsen« angegriffene Violine (kleines an Nie. Amati erinnerndes
angeboten, so daß anzunehmen ist, daß auch m dieser Modell, hübsche F-Löcher, kleine Schnecke), trug den
Familie die Lautenmacherei wenigstens nebenbei be- Zettel Carlo Broschi / in Parma fecit 732. Ein gleich-
: 1

trieben wurde, wenn der Name nicht etwa nur den namiger Geigenmacher lebte noch in den zwanziger
einstigen Besitzer andeutete. Jahren des 19. Jahrhunderts. Der Name wird auch

Brizzano (?), Vincenzo. — Foggla. 1860


Braschi gelesen.

Der Name war nicht sicher leserlich, aber die Geige, Brosig. — Neiße. 1910
die ihn trug, recht gut, ja besser als viele von seinen
Wurde nur als Reparateur genannt.
italienischen Zeitgenossen.

Broberg, Carl Johan. — Gothenburg. 1 769. 1 793 Brossa (Brosa, Bresa), Francesco. — Mailand.
Er war vermutlich ein Schüler von Jacob Hellman in 1700
Engelholm^) und wurde im Jahre 769 als Geigen- und 1
Eine Violine mit seinem Namen erinnert an die Bres-
Musikinstrumentenmacher in Gothenburg zugelassen. cianer Schule und hat orangeroten Lack. Ich bin ge-
Er war fleißig und baute alle Arten von Streich- und neigt, diesen Francesco Brossa mit Francesco Bresa zu
Rupfinstrumenten. Er verwendete geschriebene und identifizieren; es wäre nur festzustellen, welche Form
gedruckte Zettel und gelegentlich auch eine Brand- des Namens die richtige ist. Eine Geige von ihm be-
marke. Arbeiten von ihm haben sich im Privatbesitz findet sich in Freiburg i. B.
mehrfach erhalten.
Geigenzettel: Francesco Bro'-a fece / dalla Scala in
Geigenzettel Carl Joh. Broberg
: / Götheborg Anno 774 1
Mano / 1700 (gedruckO.
(gedruckt).

Brechet (Broche) s. M. Snoeck Brouaux. — Bar-le-Duc. 1860. 1890

Brock, Alfred Nilsson. — Stockholm. Geb.


Beschäftigte sich hauptsächlich mit Wiederherstellungs-
arbeiten.
15. April 1876
Sohn und Schüler von N. Nilsson in Malmö. Am Brown, Alexander. — Glasgow. 1855. 1860
1. Oktober 1900 eröffnete er Stockholm seine eigene
in Er baute nicht ungeschickt nach Stradivari und ver-
Werkstatt und ist jetzt dort Geigenmacher der König- wendete Spirituslack.
lichen Hof kapelle und des Musikhistorischen Museums. Geigenzettel : Alex. Brown Maker, / Glasgow, 1 857

Brocsko (Brotsko), Karl. — Budapest, f 1858


(geschrieben).

Schüler von Teufelsdorter. Seine nach Amati gebauten


Geigen sind in ihrer Arbeit, im Lack und im Ton recht
Brown, Anthony. — London. 1855

lobenswert. Er soll ein Schüler von Morrison oder Panormo ge-


wesen sein und war besonders als Gitarrenmacher ge-
Geigenzettel : Carolus Brotsko fecit / Pestini 1 85 1 (ge-
schätzt. Er wohnte um 1855 in der Rosamond st.,
druckt).
Clerkenwell.
Brooley, Charles. —
London. 1885

Gitarren- und Banjomacher. Brown, James (sen). London. Geb. vor
1759, t vor 1834
Bronzo s. Branzo
Er war ursprünglich Seidenweber und erlernte erst im
Brookfleld, Edward. — Southport. 1890. 1900
Jahre 1804 bei Thomas Kennedy den Geigenbau, er-
Er baut nach Guarneri und Stradivari und verwendet öffnete dann in der Wheeler st. ,Spitalfields' seine eigene
ÖUack von gelber und orangeroter Farbe. Die Firma Werkstatt als Geigenmacher und Reparateur und be-
heißt jetzt Brookfield & Co. tätigte sich als geschickter Meister.

Edward Brookfield
Geigenzettel: (geschrieben).
Brown, James (jun.). — London. Geb. im Nov.
Broomley, Ch. H. — New Haven 1786, t 1860
Amerrkanischer Geigenmacher der Gegenv.'art.
Sohn und Schüler von James B. sen. Ursprünglich
^) Was Hedvig Boivie, Amanuensis am Nordischen sollte er nur Bogen macher werden und erlangte darin

Museum in Stockholm, in ihrem hübschen Aufsatz über eine besondere GeschicklicKkeit. Nach dem Tode
die schwedischen Geigenmacher in der Mus. Zeitschr. seines Vaters verlegte er sich dann mehr auf den
»Fataburen« 1921, S. 64 mit aller Vorsicht sehr wahr- Geigenbau und leistete auch darin Beachtenswertes.
scheinlich macht. Auch sein Sohn war zum Geigenmacher bestimmt.
Brown — Brusere 61

Brown, John. — Melbourne. 1880 auch fertigt er gute Schlaginstrumente (Cymbal) an'
Als Gehilfe arbeitete er vor 1874 bei W. Schunda.
J.
Ein australischer Geigenmacher der Gegenwart, der
Geigenzettel Brückner Nändor ,'
hangszer keszitö
auf der Melboumer Ausstellung den dritten Preis
:
/
Budapest ,
Raktar: Magyar utcza 4. sz. (gedruckt).
erhielt.

— Melbourne Brückner, Franz. — Berlin, New York. 1879.


Brown, W. J.
1892
Erhielt 1880 einen Ausstellungspreis für vorzügliche
Reparaturen. Die Firma heißt jetzt W. J. Brown & Son. Er ließ sich zuerst in Berlin nieder und ging im Anfeing
der neunziger Jahre nach New York.
Browne (Brown), John. — London (Cornhill). Brückner, Heinrich Albin. — Markneukirchen.
1680. 1743 Geb. 2. März 1855
Er führte die Hausmarke *at the Black lyon«. Das Geschickter Geigenmacher der Gegenwart, der auch
Selhofsche Auktionsverzeichnis weist eine Viola da
alsLehrmeister erfolgreich gewirkt hat.
Braccio von ihm auf. Seine Violinen gehen auf ein
Amatimodell zurück, erinnern aber auch an Stainer. Brückner, Heinrich August, Mark neu-
Brubac, Antoine. — Rouen. Geb. in Mire-
kirchen. Geb. 6. Sept. 1856
Geigenmacher der Gegenwart.
court 22. Jan. 1847, f in Rouen 1894
Ein tüchtiger Meister und verdienstvoller Leiter der Brückner, Richard. — London. 1886. 1906
bekannten A. Kleinschen Geigenbauwerkstatt. Seine Bruder von Franz Br. er hat eine Zeitlang in Berlin
;

Geigen tragen den Namen der Firma Klein. gearbeitet und ist dann nach London übergesiedelt, wo
er namentlich als Reparateur geschätzt wird. Der Ton
Brubac, Charles. — Paris. Geb. in Mirecourt seiner Geigen findet Anerkennung.

21. Mai 1853 Geigenzettel repaired at R. Brückner


: / London Septbr.
1892 (gedruckt).
Bruder von Antoine B. Er arbeitet seit 1877 bei Gand
& Bernardel (jetzt Caressa & Franjais) und erhielt
in Brüssel eine goldene Mitarbeitermedaille.
1897 Brückner, W. — Erfurt. 1900
Wurde mir nur durch seinen Zettel bekannt.

Brücken-Hammig, Christian August. — Mark- Geigenzettel: W.Brückner, Geigenbauer


Instrumenten- und Saitenhandlung
/ Erfurt. /
900 (gedruckt).
/ 1

neuklrchen. Geb. 14. Okt. 1833, f 19. Dez.


1885
Bruders, Johann August Christof. — Tanger-
Er selbst war hauptsächlich Baßmacher, aber er be- münde. 1829
schäftigte in seiner Werkstatt viele Geigenmacher, Er soll beiA. Zabel gelernt haben. In den Akten wird
hielt auf saubere Arbeit und besaß viele Ausstellungs- er als Instrumentenmacher bezeichnet.
preise.
Brugere, Charles -Georges. — Paris. Geb.
Brücken-Hammig jun., Max. — Markneu- 10. Nov. 1865 in Mirecourt
kirchen 1897 Sohn von Charles Joseph Br. und Schüler von Etienne
Streichinstrumentenmacher der Gegenwart, von dem Drouin m Mirecourt. Er arbeitete als Gehilfe bei Blan-
ein 1897 ausgestelltes Quartett nach Stradivari Beifall chard in Lyon, bei P. Bailly und bei Gand & Bernardel
verdiente. und übernahm am 22. Sept. 1892 die alte Werkstatt der
Familie Henry in der Rue St. Martin. Er arbeitet unge-
Brückner, Ernst Max. — Markneukirchen. mein sorgfältig, so daß er in jedem Monat nur eine
Geige fertig bekommt, die er nach Stradivari baut und
Geb. 30. Mai 1875 mit einem gelben bis goldroten Lack versieht. Nur in
Geigenmacher der Gegenwart. die Geigen, die er vollkommen allein fertigmacht,
klebt er seinen Zettel. Er besitzt bereits mehrere
Brückner, Ernst Richard. — Markneukirchen. silberne Medaillen und und
eine goldene (Lüttich 1 905)
war auch 1900 auf der Pariser .Ausstellung gut ver-
Geb. 5. Nov. 1867 treten.Eine Verbesserung der Klangfarbe des Kontra-
Geigenmacher der Gegenwart. basses ihm durch Änderungen in der Bauart recht
ist

wohl gelungen.
Brückner, Ferdinand (Nändor). — Budapest. Geigenzettel: Abb. 51. 65, 94.
1874. 1900. Geb. 1848
Brugere, Charles-Joseph. Mirecourt. Geb.
Schüler von Mönnig. Im Jahre 1874 begründete er in
Budapest sein Geschäft, in welchem er stets eine Reihe 1842, t 1876
von Gehilfen beschäftigt hat. Unter seinen Streich- Nur als geschickter Gitarrenmacher hervorgetreten.
instrumenten werden besonders seine Bässe gelobt; Seine Arbeiten tragen seinen Namen als Brandmarke.
62
Brugere — Bubenik

Brugere, Charles -Malakof f. — Marseille. Geb. von ihm befindet sich


der Pfarre St. Moritz
als
in
Inventarstück auf
Olmütz.
dem Chor

1857, f 1894 In Mirecourt Gelgenzettel: Martin Bruner, Lauten- und Geigen-


Ältester Sohn von Fran<;ois B., arbeitete lange Zeit bei macher in Ollmütz 1771 (gedruckt).
Hei in Lille und ließ sich dann in Marseille nieder, wo er
über 100 gute Geigen baute, deren Wert vor dem Kriege
Bruno, Carlo Colombo. — Turin. Geb. 1 6. Mai
auf durchschnittlich 200 fr. geschätzt vvurde. 1872 in Caltanisetta (Sizilien)
Geigenzettel : Abb. 62. Er kam frühzeitig nach Turin, wo er lernte und 15
Jahre lang als Gehilfe arbeitete, worauf er seine eigene
Brugere, Franq:ols. — Mirecourt. Geb. 1822, Werkstatt eröffnete. Er baut vorzugsweise Geigen und
Violoncelli nach Stradivari, die er mit einem fetten, rot-
t 1874 in Mirecourt
braunen Öllack versieht, ferner auch gute Mandolinen.
Bruder von Charles- Joseph Br. Nachdem er unter
Seine Geigen sind sauber gearbeitet und gut im Ton.
Pierre Silvestre und unter Daniel in Marseille gearbeitet
Er erhielt In Turin 1898 eine goldene und 1900 in Paris
hatte, kehrte er nach Mirecourt zurück, wo er haupt-
eine Bronzemedaille und in Marseille einen großen
sächlich für Derazey tätig war. Er hatte drei Söhne, die
Preis.
sämtlich Geigenmacher wurden, aber nur Charles-
Geigenzettel : Abb. 33 und 60.
Malakoff B. machte sich selbständig.

— Mirecourt. Geb. Bruno, Nicola. — Bologna. 1 727


Brugere, Joseph-Napoleon.
In einigenGelgen findet sich der Name dieses auch von
um 1859 Valdrlghl (4052) erwähnten Meisters.
Z-.veiter
Baßmacher.
Sohn von Fran(;^ois Br. Gilt als sehr gesuchter
Brunskill, J.
— Newcastle-on-Tyne. 1900
GeigenmacHer, -lehrer und -händler der Gegenwart.
Brugere, Michel. — Paris. Geb. 1864 in Mire-
— Flensburg.
Brustgrün, M. C. 1862
court
Ein Holzblasinstrumentenmacher, der auch Geigen
Dritter Sohn von Franc. B. und seit 1893 Werkführer
repariert hat.
bei Charles-Georges Br., ein besonders tüchtiger Re-
parateur. Brynildsrud, Lars Larsen. — Kongsvinger.

Brugger, Michael. — Salzburg. 1822. 1824 Moß (Norwegen). Geb. 4. Juli 1859 auf
Er war eigentlich kein Geigenmacher, sondern Tischler. dem Hofe Brynildsrud im Amte Hede-
Ob erneue Geigen gebaut hat, ist nicht bekannt, wohl
marken (Norwegen)
aber war er als Reparateur viel beschäftigt, da zu seiner
Zeit kein Geigenmacher in Salzburg ansässig war. Schüler von Lars Grinager, bei dem er von 1887 1889 —
Eines der Instrumente im städtischen Museum Caro- Er Heß sich darauf In Kongsvinger als Geigen-
arbeitete.

llno-Augusteum in Salzburg trägt einen Reparatur- macher nieder und stellte ein von Ihm gebautes Quar-
7ettel von ihm aus dem Jahre 1824. Von der Regierung erhielt er dann ein
tett in Paris aus.
Reisestipendium, arbeitete nach seiner Rückkehr in
Brunner, Franz. — Wien. Anfang des 9.Jahr- 1 einer Orgelfabrik in Chrlstlanla und ließ sich 1895 als
Orgelbauer In Moß nieder. Bis dahin führte er nur den
hunderts Namen nach dem Taufnamen des Vaters, also Lars
Der Erfinder der sog. »Harpe amphionique«, einer Larsen, und legte sich nun noch den Namen seiner Ge-
kleinen Pedalharfe, die man auf dem Schoß halten burtsstätte zu. Er hat ziemlich viele Streichinstrumente
konnte. — Eine Harfe von Ihm besitzt das k. k. öster- gebaut und beschäftigt sich noch immer eifrig mit dem
reichische Museum Kunst und Industrie in Wien.
für Studium des Geigenbaus, wenn seine Haupttätigkeit
Er hat auch Gitarren, schwerlich aber Geigen gemacht. auch der Orgel gewidmet ist.
jetzt

Brunner, J.
— Dübendorf (K. Zürich). Gegr. Bubenik, Joh. Bapt. — Prag. Geb. 21. Juni

1860. 1895 1 800 in Hrusic bei Mnichovic, f 1 9. Jan. 1 836


Streichinstrumentenhandlung und -fabrikatlon. in Prag

Brunner, Martin. — Olmütz. Geb. 1724,


Schüler von Caspar Strnad, dessen Werkstatt er nach
dem Tode des Meisters übernahm. Er war mit Karo-
line, der Tochter des Musikers Scharoch, mit der er
t 26. Febr. 1801
am 17. Mal 1826 In der Kirche Maria Schnee getraut
Ein guter Meister, der wahrscheinlich bei J. Strobl ge-
wurde, verheiratet und wohnte in der (jetzigen) Ferdi-
lernt hatte und sorgfältig nach der Form baute. Hohe
nandsstraße (Ferdinandovä tl'ida) Nr. 9-19. Er arbeitete
Stalner-Wölbung und gelber Spirituslack sind für ihn
nach den Modellen Strnads; nur nahm er die Wölbung
charakteristisch. Der Ton seiner Gelgen Ist recht an-
in der Mitte der Decke runder; da er aber verhältnis-
sprechend. Statt der Schnecke brachte er am Wirbel-
mäßig jung starb, hat er nicht allzuviel Geigen gebaut.
kasten gerne einen schön geschnitzten Hundekopf an.
Er brachte es trotzdem zu keinem Vermögen und starb Geigenzettel Johann Bubenik: / Fecit Pragae Anno 829 1

im Hause Nr. 565 in bitterster Armut. Ein Kontrabaß (gedruckt).


Bucharin — Buchstetter 63

Bucharin, Iwanowitsch. — Kasan. 1914 Bucher, Johann. — Wien. Geb. 1792 zu

Sohn des geschickten Holzschnitzers Iwan Dimitro- Hammerschwang in Württemberg, f in Wien


witsch B., der sich schon mit der Ausbesserung alter 1856
Musikinstrumente beschäftigt hatte. So war er frühe
Er kam als Knabe nach Wien zu J. G. Stauffer in die
auf den Geigenbau hingewiesen und hat es darin zu
Lehre, gründete bereits 1816 sein eigenes, heute noch
einer bei seinen Landsleuten sehr gerühmten Geschick-
Er arbeitet sehr sauber nach Amati blühendes Geschäft und brachte es bald zu Ansehen,
lichkeit gebracht.
und verwendet einen guten, dunkel- sodaß er schon in den dreißiger Jahren in Schuberths
und Stradivarl
Lexikon unter den hervcrragerden neueren Geigen-
gelben Ollack.
machern aufgeführt wird. Hauptsächlich verlegte ersieh
Rom. auf den Bau von Gitarren, die er nach Legnani, Stauffer
Buchenberg (Buckenberg), Mattheus.
u. a. baute und in großer Zahl auch an die Wiener
1592. 1619 Händler verkaufte.
Der Name kommt in allerlei entstellten Formen vor: Geigenzettel (Schwebender, Gitarre spielender Engel )
:

Bückenburg, Buechtenberg und italienisch sogar Johann Bucher Guitarremacher in der Stadt. Schul-
Matteo Boccaber. Er selbst schrieb sich Bucchenberg; tergasse am Judenplatz N° 403 , in Wien (Abb. 70).

in Urkunden heißt er manchmal auch Bucherberg


(1606). Er war deutscher Abkunft und ein berühmter Bucher. Michael. - Halle (Hall?). 1729
Lautenmacher. Baron schreibt von ihm: »Man hat die Eine Arbeit von ihm besitzt das Museum in Darmstadt
vortrefflichsten Theorben von ihm, die nur zu finden (Nr. 499).
seyn.e. g. Oval rund, von einer sehr proportionierlichen

Größe, und von einem sehr delikaten, durchdrmgenden Buchner


metallenen Ton. Wer das Glück hat, von diesem be- Eine Geigenmacherfamilie, von der gegenwärtig selb-
sonderen und vortrefflichen Meister etwas zu besitzen, Anton B., Emanuel B. und Wenzel B.
ständig tätig sind :

der kann nur solches als ein wahres Kleinod von Instru- inSchönbach und Josef B. in Steingrub. Der Klavier-
menten aufheben. Das Dach oder die Decke ist ins-
macher Carl Conr. B. (geb. 1778) in Sondershausen
gemein mit drey Sternen nach römischer .\rt geziehret, gehört einer anderen Familie an.
damit sie den Ton gut auswerf fen können.« (Vgl. —
auch V. d. Straeten, B. VI, S. 516. 517.) Im Jahre 1592 Buchstetter, Christoff Andre. — Stadtamhof.
heiratete er Virginia, die Tochter des Lautenmachers
1741
Pietro de Albertis. Eine Theorbe von ihm aus dem
Jahre 1608 besitzt .Mfr. Keil in Lissabon, ein Chitarrone Wahrscheinlich der Vater von Gabriel David B. Er
von 1614 das Victoria- and Albert-Museum in London. arbeitete nach G. da Salö und nennt sich »Bürger,
Landen und Geigenmacher«.
Bucher, Ignaz Johann (I). — Wien. Geb. in
— Stadtamhof bei
Buchstetter, Gabriel David.
Wien 1828, t ll.Juh 1881
Regensburg. 1752. 1771
Schüler seines Vaters Johann B., dessen Geschäft er
Seinerzeit galt er für einen der besten deutschen
1856 übernahm. Er war ein sehr tüchtiger Geigen-
Meister, und selbst Spohr spielte auf seinen Konzerten
macher, der u. a. für ein nach Stradivari gebautes
nur eine »Buchstetter«, bis ihm der Zufall in Münster
Quartett, dessen guter und starker Ton auffiel, im
bei Kolmar seine »Lupot« in die Hand fallen ließ.
Jahre 1873 die Verdienstmedaille erhielt. Er baute auch
Buchstetter war fleißig und galt für sehr wohlhabend.
verschiedene andere Saiteninstrumente, von denen
Seine besten Geigen sind lang und schmal, haben flache
namentlich seine Gitarren sehr beliebt waren. Als in
Wölbung und eigenartige F-Löcher, die etwas an
den sechziger Jahren die Zither populär wurde, ver-
Amati erinnern. Die Arbeit ist gut, stellenweise sogar
legte er sich ganz auf den Bau dieses Instruments und
sehr sorgfältig; nur in der Wahl des Holzes war er nicht
brachte es darin bald zu großem Rufe.
allzu wählerisch und verarbeitete gern hartjähriges
Geigenzettel : Abb. 48. Tannenholz, was den Ton scharf machte. Weniger gut
war ursprünglich sein Lack, der über einer braunen
Bucher, Ignaz Joh. (II). — Wien VII. Geb. In Beize aufgetragen erscheint. Später verstand er aber

Wien 1859 einen schönen, feurigen Lack von guten Eigenschaften


und gelber oder gelbroter Farbe herzustellen. Auch
Schüler seines Vaters Ign. Joh. B. I, dessen Geschäft seine Schnecken sind oft schön gestochen. Er machte
er 1881 übernahm. Er arbeitete eine Zeitlang als Ge- Geigen und Lauten aller Art, und Arbeiten von ihm
hilfe inMarkneukirchen und setzt jetzt die Traditionen kommen noch ziemlich häufig vor. Eine Chorlaute be-
des ererbten Geschäftes, das neun Medaillen besitzt, in sitzt das Germanische Museum in Nürnberg, zwei
würdiger Weise fort. Er baut seine Geigen meist nach Violinen das Stift St. Florian in Obcrösterrelch. Es gibt
Stradivari, die übrigen Instrumente (Zithern, Gitarren auch eine Anzahl hochgewölbter Geigen (mit tiefer,
usw ) Modellen und verwendet Spintus-
n-ich eigenen
breiter Hohlkehle, kurzen, geschweiften F- Löchern
und Öllack.Mit dem Geschäfte ist jetzt auch eine mit eiförmigen Endpunkten, gutem Lack, aber
Saitenfabrik und eine Musikalienhandlung verbunden. schlechter Schnecke), in denen statt Gabriel David nur
Gcigenzettel: Ig. Joh. Bucher / VII Zollergasse 22 ,'
Gabriel Buchstetter zu lesen ist. Man hat daher zwei
Wien (gedruckt). Geigenmacher unterscheiden wollen. Wahrscheinlich
64
Buchstetter — Burekart
hat er seine billigen Geigen in den gangbaren deutschen Büchner, F. W. — Leipzig. 1850. 1861
Formen und bessere nach italienischem Vorbild ge- Musiker und Instrumentenmacher. J. Lotto zollte ihm
macht. Eine Violine von ihm mit geschriebenem Zettel
wegen des kräftigen Tons seiner Geigen lebhafte Aner-
besitzt Carl Stoeber in Würzburg.
kennung. Ich kenne nur Ausbesserungsarbeiten von
Geigenzette! : Abb. 35 und 83. ihm. Seine Reparaturzettel klebte er gewöhnlich im

Buchstetter, Josef. — Stadtamhof b. Regens-


Innern an die Zargen.

burg. 1776
Bühlich, Richard. — Rostock i. M. Geb. um
Sohn von Gabriel David B. und auch dessen
jedenfalls 1 868 in Lützen bei Leipzig
Schüler, da er ganz wie dieser arbeitete doch kommen; Er lernte bei Ad. Paulus in Leipzig, war von 1885 bis
seine Geigen seltener vor. 1895 als Gehilfe tätig und ließ sich 1895 in Rostock
Geigenzettel: Josephus Buchstetter, Filius Gabrielis / nieder, wo er schon vorher bei Ellersieck gearbeitet

Davidis, PedepontI prope Ratis- / bonam Anno 1776 — hatte. Er baut nach eigenem, dem Stradivari ähnlichen
(gedruckt). Modell und verwendet einen goldgelben Spirituslack
mit rotbrauner Schattierung. Sein Holz ist gut, und
Buchta, Johann. — Brunn. 1776. 1841. Geb. seine Geigen klingen, wenn sie nicht zu dünn aus-
gearbeitet sind.
bei Ingrowitz in Mähren um 1755, f 1841
Geigenzettel : Richard Bühlich, Rostock / Geigenbauer
Außer Lauten und Gitarren soll er auch Harfen gemacht
18.. (gedruckt).
und sich schließlich auf den Klavierbau verlegt haben.
Er war seit 1776 Mitglied der Tischlerzunft und wurde Bürger, Joh. Adolph. — Frankfurt. 1694
1803 Bürger. Der im Jahre 1838 als Bürger vorkom-
C. C. Snoeck besaß eine 26 cm lange Taschengeige mit
mende Instrumentenmacher Wilhelm B. dürfte sein
Perlmuttereinlagen von ihm. Die größere Wahrschein-
Sohn, und der 1888 verstorbene Klaviermacher Rudolf
lichkeit spricht dafür, daß er in Frankfurt a. M. gelebt
B. sein Enkel gewesen sem.
hat, obwohl sich im dortigen Archiv kein Beleg dafür

Buckman, Geo. H. — Dover. 1899. Geb. finden ließ. In Frankfurt


gebens nach ihm geforscht.
a. 0. habe ich gleichfalls ver-

23. Okt. 1845


Ein Beamter und guter Geiger, der, durch Ottos und
Bull, Ole. — Bergen. Geb. 5. Febr. 1810,

Heron-Allens Schriften angeregt, sich dem Geigenbau t 17. Aug. 1880


zuwendete und am besten nach dem Modell von Stra- Der berühmte norwegische Geiger versuchte sich auch
divaris »Le Messie« arbeitete. Seine Geigen zeigen
als Geigenmacher. Er ging dabei von den Lehrsätzen
gutes, altes Holz, sorgfältige Arbeit und sind mit geometrisches
Bagatellas aus und bildete sich ein
»Whitelaws Cremona-Bernstein-Öllack« in verschie- System, das ihm einen Schlüssel abgeben sollte, um in
denen Farben lackiert. Seine Biographie veröffentlichte die vermuteten Geheimnisse der Cremoneser und be-
Meredith-Morris in »The Strad<' 1899 Nr. 112. sonders Stradivaris einzudringen. wertvollsten Am
Geigenzettel: Geo. H. Buckman / Dover 1899 (gedr.). waren dabei vielleicht seine Versuche, die er mit den
verschiedenartigsten Hölzern vornahm.
Buczak, Franz, lebte im letzten Drittel des
19. Jahrhunderts in Galizien
Buonaroti. — Rom. 18. Jahrhundert
Ein Meister zweiten Ranges, dessen schmales Patron
Geigenzettel: Rep. w roku 1877 / Franciszek Buczak
sowie die ziemlich starke Wölbung eher auf deutsche
(gedruckt). Manche
alsauf italienische Vorbilder schließen läßt.
bringen ihn mit D. Tecchler in Beziehung.
Budiani s. Rodiani

Büchel, Hugo. — Coburg. Geb. 19. Nov. 1859 Buonfigliuoli, Pier Francesco. — Florenz.

auf der Coburger Feste 17. Jahrhundert


und und Vidal wird er zwar dem Namen
Bei de Piccolellis
Er war ursprünglich Mechaniker, bereiste Italien
nach erwähnt, doch war es mir nicht möglich, irgend
die Schweiz, studierte, als Sprößling einer bekannten
etwas von ihm oder über ihn zu ermitteln.
Musikerfamilie, bei dieser Gelegenheit alle Geigen-
sammlungen
stützt
und verlegte sich schließlich, unter-
von der herzogl. sächs. Hofkapelle, ganz auf
Burekart, Dionysius. — Rastatt. 1807

den Geigenbau. Er trat in das Galdertsche Geschäft In einer mittelmäßigen, nach dem Stainermodell ge-

in Coburg ein, dessen Eigentümer er seit 1891 ist. Er bauten Violine fand sich der untenstehende Zettel. Die
arbeitete ursprünglich nach Stainer, doch hatten seine Schnecke ist flach, am besten noch der gelbe Lack. Da
ersten Geigen in den tieferen Lagen einen hohlen, in nur der Ort und die Jahreszahl handschrifdich ange-
den höheren einen spitzen Ton. Später kam er auf ein bracht ist, scheint Burekart an verschiedenen Orten
gearbeitet und dann auf seinem Zettel den jeweiligen
eigenes Modell, in der Mitte zwischen Stradivari und
Bergonzi liegend, das auf ellipsenförmiger Ausarbeitung Aufenthaltsort vermerkt zu liaben.
der Decke beruht. Geigenzettel Dionisius Burekart Musikus / Violin-
:
und
Geigenzettel: H. Büchel / Coburg 1899 (nur geschr.). Saitenmacher / in Rastat 1807 (geschrieben).
Burckholtzer — Buti 65

Kontrabaß hier genannt werden darf. Er hat sich seit


Burckholtzer (Burgkholzer) s. Purkholtzer
langen Jahren mit der Verbesserung des Kontrabasses
Burghardt s. Bourgard beschäftigt, der bekanntlich an dem Mangel leidet, daß

Burkhardt, Emil. — Elsenach. Geb. 1871 zu seine Töne nur bis zum Kontra-E hinuntergehen, daß
also die Kontraoktave zu den tiefsten Cellotönen bis C
Annaberg im Erzgeb. fehlt. Schon 1856 baute C- Kontrabaß, der sich
er einen

Er lernte bei Meisel in Klingenthal und arbeitete 1888 aber nicht praktisch erwies, well er in Quinten gestimmt
alsGehilfe bei Ernst Gläsel in Markneukirchen von da ;
war. Um
die gewohnte Mensur bestehen zu lassen und

ging er 1890 nach Dresden zu Hammig, 1892 zu Beyer nur die tiefste Saite nach Bedürfnis bis zum Kontra-C
nach Erfurt und 1895 nach Kötzschenbroda bei benutzen zu können, ersann Buschmann verschiedene
Dresden, wo er sich am 1 Juni selbständig machte. Er
.
Systeme mit Anwendung von Wellen, Klappen oder
erfand ein Universalstreich- und Rupfinstrument, zu Druckstäben, aber alle wollten den Ansprüchen an
dessen fabrikmäßiger Herstellung er sich mit einem bequeme Spielart nicht genügen. Schließlich löste er
Kaufmann in Schleusingen verband. Seit 1898 widmete das Problem durch Verwendung eines zweiten Sattels
er sich wieder ausschließlich dem Geigenbau und für die tiefste Saite und von vier Greifern, die durch

siedelte 1901 nach Eisenach über, wo er durch ge- Druckknöpfe vom Hals aus in Tätigkeit gesetzt werden.
diegene Arbeit bald allgemeine Anerkennung fand. Er So kann die gewöhnliche Spielart des Instruments be-
ist gleich tüchtig im Neubau wie in der künstlerischen stehen bleiben und doch nach Belleben die tiefste Saite
Wiederherstellung alter Geigen. nach Dis oder Es, D, Cis oder Des und C zu gestimmt
werden. Damit ist nicht nur die Skala um diese Töne
Geigenzettel: Emil Burkhardt, / Instrumentenmacher
erweitert, sondern der Klang des Instruments vervoll-
u. Reparateur, '
Elsenach, anno 190 (gedruckt).
kommnet und die Tonarten, die sonst ohne Kraft sind,
Burnley, Arnold. — 1871 wirken freier. Eine ähnliche Erfindung hat allerdings
Karl Plttrlch in Dresden schon früher gemacht.
Ein englischer Geigenmacher, dessen OUack gelobt
wird.
Bussetto, Giovanni Maria del. — Cremona,
Burzenski, Kasimir. — Uscie-Solne. 1796 Brescia. 1640. 1681
In der Wiener Musik- und Theaterausstellung waren Er wird noch von Valdnghi, in die Zeit von
stets, u. a.

Arbeiten von ihm ausgestellt. 1540 — 1580 und dann der Zeit nach als einer
gesetzt
der ersten Geigenmacher Cremonas erklärt. Auf echten
Busan, Domenico. — Vicenza, Venedig. 1 740. Zetteln ist jedoch die Zahl 16 bei der Angabe des Jahr-
hunderts ganz deutlich; einen solchen Zettel veröffent-
1780
licht auch Grillet. In einer Ahviola der Sammlung
Die Lesart BusaS ist sein:n Zetteln nach falsch. Er ist Scheurleer mit der Ortsangabe Brescia wird die Jahres-
wenig bekannt und soll nach de Plccolellis aus Vicenza zahl 576 gelesen, was offenbar falsch ist. Seine Geigen
1

stammen, schloß sich aber der Venezianer Schule an. sind hochgewölbt, haben großes Patron, kurze, weite
Hauptsächlich sind einige gute Bässe von ihm bekannt. F-Löcher, und dunkelgelben oder braunen Lack. Er
Geigenzettel Dominlcus Busan / Venetus Fecit / Anno
:
stammt wahrscheinlich aus Busetto und ist vielleicht
1746 (gedruckt). —
Dominicus Busan / fecit Venetils der Meister der Violen mit dem Namen: Joannes
1761 (gedruckt). Marlus (gedruckt).

Busch, Ernst. — Nürnberg. 1612. 1644


Geigenzettel : .Abb. 85.

Ein fleißiger und geschätzter Lauten- und Violen- Bussolero, Luigi. — Riva-Nazzaro. 1817
macher, der in den Umrissen eine neue Form anstrebte.
Guter Gitarren- und Mandollnenbauer vom Anfang
Arbeiten von ihm sind in verschiedenen Sammlungen
des 19. Jahrhunderts.
zu finden. Zwei Gamben von ihm sind in W. Heyers
Musikhistorischem Museum in Köln und ferner eine Geigenzettel: Luigi Bussolero Rivanazzaro 1817 (ge-
Violine von 1644 im Germanischen Museum in Nürn- druckt).
berg. Eine aus der Sebalduskirche stammende Viola von
ihm besitzt der 85 jährige Nürnberger Musiker Auer Buthod. — Mirecourt. 1820. 1845
seit 65 Jahren. Die Viola ist sehr groß und hat einen
Nachdem Vulllaume gearbeitet
er eine Zeitlang unter
wundervollen Ton. C. Claudius in Kopenhagen hat
hatte, gründete er in Mirecourt eine große Fabrik und
eine sehr große Baßgamba mit Bogen von ihm aus
verband sich später mit Husson; zuletzt hieß die Firma
dem Jahre 1638 und eine Diskantviola da Gamba.
»Husson, Buthod et Thibouville*.
Gelgenzettel: Ernst Busch, Nürnberg 1617 (gedruckt).
— Ernst Busch / in Nürnberg 638 (gedruckt).
1 Ernst — Geigenzettel : Buthod. Luthier / Eleve du Vulllaume, ä

Busch Nürnberg 1641 (gedruckt). Paris (gedruckt).


/

Buschmann, Gustav Adolf. — Hamburg. Geb. Buti, Antonio. — Archi. 1756


1835 in Freiburg i. Br. Mittelmäßiger Geigenmacher aus Albano.

Bekannter Piano- und Harmoniumfabrikant, der als Geigenzettel: Antonio Buti d'Albano Archi / Fece
Erfinder einer schätzenswerten Verbesserung am l'anno 1756 (gedruckt).

V. Lütg-endorff, Geig-en- und Lautenmacher. Bd. II J


66 Button — Ca'.agari

Button. — London. 1806. 1830 Caeste, Gaetano. — Cremona. 1660. 1680


Hauptsächlich Händler. Er war zuerst mit Purdey, Da die wenigen, die seinen Namen
erwähnen, ihre
später mit Whitaker verbunden und wohnte eine Zeit- Quellen verschweigen, war es nicht möglich, etwas
lang in St. Paul's Churchyard. Näheres über ihn festzustellen. Er gehört vielleicht zur
Familie Costa, ist aber m Cremona unbekannt.

Byrom, John. — Liverpool. 1900


Caffarata. — ? 1840
Eine sauber gearbeitete Violine, die ich in Händen hatte,
Ein geschickter Italiener, von dem ich einen sehr guten
trug semen Namen.
Baß kennen lernte.

Cahusac. — London (Strand). 1785. 1788


Da nur mit den Söhnen von Banks gemeinsam
C. C.F.R. — Wien. 1800
er fast
arbeitete, kommen Geigen mit seinem Namen äußerst
In einer sehr schön gearbeiteten, mit Ebenholz, Elfen- selten vor. Er hielt sich an den deutschen Stil; sein
bein und Perlmutter eingelegten Gitarre fand sich dieser Modell ist hochgewölbt. Die Einlage fehlt zwar, dagegen
Brandstempel. Es gelang mir nicht, den Verfertiger fest- ist sein bernsteinbrauner Lack schön. Sein Sohn (»Ca-
zustellen. husac Son«) ist als Verfertiger von Oboen bekannt ge-
worden.
Cabasse, Prosper. — Mirecourt. Anfang des
— Charroux. Geb. Aug. 1864
Cailhe, Henri. 8.
19. Jahrhunderts
Geschäftsteilhaber seines Vaters J. B. Cailhe-Decante.
Vielleicht ein Sohn des 1778 genannten Bogenmachers
Jean C. Ein ziemlich geschickter Gitarren- und Geigen- Cailhe (Cailhe-Decante), Jean Baptiste. —
macher, der auf seiner Brandmarke Paris als Ursprungs- Mai
Charroux. Geb. in Charroux d'Allier 10.
ort anzugeben pflegte. Sein Modell war schmal und
höher gewölbt als das in Mirecourt übliche. Seine 1832
Brandmarke wurde auch nach seinem Tode noch von Schüler und Schwiegersohn von Jacques Decante,
Händlern benutzt, wobei der Name manchmal als dessen Geschäft er 1858 übernahm und von Jenzat
Gabasse erscheint. nach Charroux verlegte, nachdem er vorher von 1855
1857 in Paris und Lyon gearbeitet hatte. Er baute
Cabled (Cabley). Claude. — Mirecourt. 1604.
bis
Leiern (Viellen) nach den Modellen seines Hauses und
hat ihnen eine gefälligere Form und volleren Klang
1607
gegeben und auch den Saitenbezug verdoppelt. Er ver-
Ein bisher nur aus den Urkunden nachzuweisender
wendet einen Spirituslack eigener Mischung. Seine
Geigenmacher. Einer seiner Nachkommen, Jean Claude
Fabrik führt das Schild »ä la vielle Bourbonaise«. Auf
Cabley, lebte zwischen 762 und 777 als Bogenmacher.
seinen Zetteln findet man außer dem Namen seine
1 1

Cabresy. — (?) 1725


zahlreichen Auszeichnungen angeführt.

Der am 8. Mai 1794 guillotinierte Tavernier de Bou- Caille. — Mirecourt. 18. Jahrhundert
logne besaß nach Brunis Inventar (Gallay, Un Inven- lacquot nennt zwei Mitglieder dieser Familie: Louis C.
taire sous la terreur par A. Bruni, Paris 1890, S. 25) (1779—1787) und Dominique C. (1769—1789).
»ein Violoncello von Cabresy«. Auch ein Baß aus dem
gleichen Jahr von diesem Meister ist bekannt. Über Caisser s. Kaiser
seinen Wohnort usw. war nichts zu erfahren.
Calabri,PierVittoriodi. — Ferrara. 1549. 1551
Cabroli, Lorenzo. — Mailand. 1716 Ein Musiker, der auch Lyren gebaut haben soll. Vgl.
Valdrighi 518 und Anmerkung dazu.
Mittelmäßiger Geigenmacher, dessen gelber Lack noch
das Beste an seinen Arbeiten ist. Calace, Antonio. — Neapel. Um 1850

Cabroly. — Toulouse. 1734. 1747


Nur Gitarrenmacher bekannt. Er wohnte Strada
als
Mezzo-cannone Nr. 32.
Er scheint ein in Frankreich eingewanderter Italiener
gewesen zu sein und könnte mit der Mailänder Familie Calace (Calaca), Nicola und Raffaele. - Neapel.
Cabroli zusammenhängen. Seine Arbeiten sind nicht
1881. 1903
schlecht und sein Lack ist gewöhnlich blaßrot oder
Söhne des Antonio C. Gehören wie ihr Vater zu den
rötlichgelb. Statt der Einlage zog er oft nur Linien.
vielen Mandolinenmachern Neapels.
Eine Diskantviola von ihm ist in der Crosby Brown-
Sammlung in New York zu sehen. — 1685
Calagari, Francesco Giuseppe.
-
?
Geigenzettel: Abb. 124.
Eine sehr schöne, hochgewölbte Viola von großem,
edlem Ton, mit braunem feurigen Lack und schöner
Cadot, Theobald. — Toulon. Geb. um 1850 Schnecke in der Sammlung Carl Stoeber in Würzburg
Er ließ sich in den achtziger Jahren des 9. Jahrhunderts
1 enthält einen Zettel mit diesem Namen. Der Wohnort
in Toulon als Geigenmacher und -händler nieder. läßt sich nicht einwandfrei lesen.

I
Ca'.ar — Campetti 67

Calar, Giovanni. — Rom. 1624 Calow, William. — Nottmgham. 1875. 1890


Ein in Rom ansässiger Lautenmacher, wahrscheinlich Geigenmacher, Reparateur und Händler.
deutscher Abstammung.
Caltrassaure (?). — 1787
Calcagni (Calcanius), Bernardo. G enua. Eine Geige mit diesem zweifelhaften Namen, hellbraun
1710. 1750 lackiert, besitzt G. Withers in London.

Ein geschickter Meister, der von verschiedenen Ken-


nern der Schule Guarneris zugewiesen wird. Wenn er
Calvalono. — Genf. 1 725
auch zeitweise das Guarnen-Modell nachahmte, so Zweifelhafter Name, der jedoch von Grillet noch an-
nähert er sich mehr und mehr dem flachen Modelle geführt wird ; s. Cavalono.
Stradivaris nur um 740, da er mit Pazarini verbunden

; 1

war, scheint er das hochgewölbte Modell seines Ge- Calvarola, Bartolommeo. Torre Baldone
nossen angenommen zu haben. Sem Holz
schön und ist
(Bergamo) und Bologna. 1 750. 1 767
der Lack von rotgelber oder Goldorangefarbe. Ein
Ferdmando Calcanius, den manche erwähnen, hat in Viele seiner Geigen sind von gewöhnlicher Arbeit,
Genua nicht gelebt^). einige aber sorgfältiger gemacht und erinnern an die
Schule der Ruggeri. Sein gelber Lack ist immer ziem-
Geigenzettel: Abb. 140.
lich gut ; dagegen sind seine Schnecken ohne Schwung
Caldeira. — Lissabon. 1896 und bei aller Kleinheit plump in der Form.
Geigenzettel : Bartolommeo Calvarola / fecit Bergame
Sein Geschäftsteilhaber war Rosa. Beide sind die Nach-
1 76 (gedruckt).
folger von Manoel Pereira gewesen und bauten haupt-
. .

sächlich Gitarren und Mandohnen.


Calzavara, Santo. — Padua. 1764
Callsen, Bruno. — Zittau i. S. 1898 Sein Name klemen Mandoline der
ist mir nur in einer

Die Firma lautete bis 1898 B. Callsen & Schäfer. Er Sammlung Snoeck (Nr. 319) vorgekommen.
bezeichnet sein Geschäft als »Streichinstrumenten- Geigenzettel : Santo Calzavara fece ,' in Padova Tanne /

macherei". 1764 (geschrieben).

Calonardi, Marco. Cremona. Mitte des Camberini (?), Giambattista. — Florenz (?).

1 7. Jahrhunderts 18. (?) Jahrhundert


Sowohl de Piccolellis als Vidal teilen ohne Quellen- Wahrscheinlich ein Mitglied der Familie Giamberini
nachweis nur den Namen mit. »Calonardi« ist jedenfalls (s. d.), von dem G. Withers in London einen dreisaitigen
mit »Carlomordi« identisch, doch wage ich nicht zu Kontrabaß besitzt. Das Holz daran und die Arbeit sind
entscheiden, welche Form des Namens die richtige ist. gut.

Calon-Stremiti, Eugenio. — Modena. 1840 Camilli, Camillo. — Mantua. 1714. 1760


Nur als Gitarrenmacher bekannt geworden. Er wird zwar gewöhnlich als Schüler Stradivaris be-
zeichnet, doch sind seine Geigen viel häufiger nach
Calot. — Bern, Turin. 1820. 1830 Guarnen gebaut, so daß es wahrscheinlicher ist, daß er
Er stammte aus Mirecourt, arbeitete in verschiedenen bei einem Mitglied der Guarnerischule gelernt hat.
Städten als Gehilfe und ließ sich zuerst in Bern und Seine Instrumente kommen, wie nicht anders zu er-
später in Turin als Geigenmacher nieder. Valdrighi warten, jetzt immer mehr in Aufnahme. Schöner Ton,
besitzt eine schöne Gitarre mit dem Zettel : Calot, rue gutes Holz, hellroter oder bräunlichroter Lack, der an
de la rose rouge / porte N. 3. U etage, Turin (gedr.). Landolfi erinnert, weite, kurze F- Löcher kennzeichnen
— Eine von ihm ausgebesserte Viola besaß Comm. seine Geigen. Er verwendet verschiedene Zettel:
CaValien in Ferrara. Eine Violine mit der Inschrift »Camillo de Camilli Fee.
Geigenzettel : Repare par Calot ,'
ä Herne, 1 . may 820
1
in Mantova 1734« besitzt das Brüsseler Streichquartett.

(geschrieben). Geigenzettel : Camillus de Camilli , Fecit in Mantova


1760(gedruckO und Abb.
Calot (Callot). — Paris. Geb. 1810 in Mire-
116,

court Camilho, Davide. — Cremona. 1 755


In seiner Vaterstadt ausgebildet, kam er als Gehilfe zu Wenig bekannter Meister dritten Ranges, den de Pic-
Clement nach Paris und verband sich 1830 mit Augiere, colellis übrigens nicht erwähnt. Er ahmte Nie. Amati
mit dem zusammen er ein Geschäft in der Rue St. Eu- nach. Der Wohnort ist vielleicht fingiert.

stache Nr. 12 eröffnete. Ihre Instrumente zeichnen sich


durch saubere Arbeit, gelbroten Lack und guten Ton Campetti, Lorenzo. — Lucca. 1833
aus. Einer der vielen italienischen Geigenmacher des
19.Jahrhunderts ohne Eigenart, deren Arbeiten nichts
^) Ein Tiberio Calcagni war ein florentinischer Bild- mehr von den Traditionen der klassischen Meister ver-
hauer, der um 1560 bei Michel .'Xngelo arbeitete. raten.
5*
68 Campi — Cappa

Campl, Giuseppe. — Pescina. 1760. 1762 Cappa, Giuseppe Francesco. — Saluzzio. 640
1

Ein Geigen macher, der vielleicht in Pesaro gelernt hat Grillet veröffentlicht seinen Zettel. Wenn die Jahreszahl
oder zu Odoardo in Beziehung stand. Seine Geigen richtig gelesen und der Zettel echt ist, dann wäre dieser
sind nicht schlecht, flach gewölbt, aber von handwerks- bisher unbekannte Gius. Franc. C. vermutlich als ein
mäßiger Arbeit. Oheim des berühmteren Goffredo C. anzusehen.

Geigenzettel Josephus de
: Campis / in Pescina Ao 1 7 . . Geigenzettel: Abb. 139.
(geschrieben). — Giuseppe Campi fece ,' in Pescina

Anno 1762 (geschrieben). Cappa, Goffredo. Saluzzo. Geb. 1644 in

Saluzzo, t 6. Aug. 1717


Campion. — Paris (?). 1823
Sohn des Andrea C. aus Finalborgo. Er war wahr-
Nur nach einer reich mit Perlmutter und Ebenholz em- scheinlich ein Schüler Nicolo Amatis. Von seinen Le-
gelegten Gitarre aus Mahagoniholz bekannt, die m Paris bensschicksalen weiß man bedauerlicherweise sehr
im Jahre 1823 ausgestellt war. wenig, nur daß er im Jahre 1679 die Maria Scottl ge-

Camploy. J.
— Verona. 1854. 1860
heiratet hat. Er gehört zu den besten Meistern der
Amatlschule und geriet unverdienterweise so in Ver-
Wie so viele andere wollte auch er den alten Cremoneser gessenheit, daß allerlei schiefe Urteile über ihn und
Lack neu erfunden haben und stellte Geigen mit diesem seine Arbeit lange genug unwidersprochen verbreitet
Lack in München im Jahre 1854 aus. werden konnten. Auch wurden seine Zettel gefälscht
und mit unsinnigen Jahreszahlen versehen in minder-
Cannon, James. — Dumfnes. Geb. m Plascow wertige Gelgen geklebt, während seine echten Arbeiten
als Arbeiten der Amati, deren Namen den Händlern
(Kirkcudbrightshire) 1855
geläufiger waren, verkauft worden sind. Er nimmt die
Er kam um 1 880 als Bahnbeamter nach Dumfries und Wölbung ein klein wenig höher als sein Lehrer, hat eme
ist ein guter Geiger. Er besaß eine von seinem Groß- andere Schnecke, kurze, weite F-Löcher, hohe Zargen
vater gemachte Violine, die ihn zuerst veranlaßte, sich und kommt im Lack seinen größeren Zeltgenossen
auch im Geigenbau zu versuchen. Er studierte Ottos nicht gleich. Seine Geigen haben jedoch einen edlen
Schriftchen und hat aus Liebhaberei eine Anzahl Gei- Ton und können In dieser Beziehung mindestens den
gen gemacht, die nicht schlecht sind. Arbeiten G. B. Rogerls gleichgestellt werden. Da seine
Geigenzettel: J. Cannon. / Dumfries,/ 1888 (gedr.). besten Violinen, wie schon bemerkt, längst mit Amati-
zetteln versehen wurden, kommt nur selten ein ein-
Cans, Dominik. — Oudenaarde (Belgien). 1 748. wandfreies Exemplar mit seinem Namen zum Vor-
schein, eher begegnet man noch Violen und Violoncelli
t 1806 wenn min
von ihm, so daß es begreiflich erscheint,
In der Sammlung Snoeck befand sich eine von Jooris daß ihm diese Instrumente besser
angenommen hat,
Willems gebaute Baßviola mit seinem Reparaturzettel. gelungen seien. Auf den Zetteln, die er In seine Arbeiten
Er war von Beruf Apotheker und nur aus Liebhaberei klebte, liest man lofredus Cappa feclt / Salutlls anno
:

Geigenmacher. 16 . (gedruckt). Diese Zettel wurden schon In alter


.

Geigenzettel: D. Cans refecit / Aldenardae, anno 1801 Zeit gefälscht, und da sie häufig verwendet wurden,
(gedruckt). läßt dies doch einen Rückschluß darauf zu, daß Cappa
seinerzeit einen gewissen Ruf bei den Geigern gehabt
Capellus, Antonius. — ? 1563 haben muß. Dafür spricht auch, daß verschiedene ge-
Datum schickte Gelgenmacher als Cappa-Schüler bezeichnet
Eine Diskantlaute mit diesem Namen und be-
sitzt C. Claudius in Kopenhagen.
wurden, so die Turiner Meister G. Francesco Celoniato,
der etwas ältere Gius. Francesco Catenarl und Nicola
Capiari. 1846 Glorgl, femer Domenico Bombino In VUlafranca und
Spirito Sorsana in Conl und bis zu einem gewissen
Italienischer Geigenmacher, der um die Mitte des
Grade auch Carlo Giuseppe Testore In Mailand. Es
19. Jahrhunderts tätig war.
wird sich schwer feststellen lassen, was da willkürliche

Capo (Capa), Antonio. — Cremona. 1796


Vermutung und was Überlieferung Ist. Nach G. Hart
soll es Geigen Cappas geben, die als Ursprungsort Tu-
Einige wenige Geigen tragen seinen Namen; auch bei rin bezeichnen. Mir ist eine solche nie vorgekommen,
Valdrighi (4093) wird er erwähnt. auch auf seinen echten oder nachgeahmten Zetteln habe
ich nie diese Ortsangabe gefunden, sondern immer nur
Capo. — Mailand. 1717. 1718 Saluzzo. Wir wissen ja jetzt auch, daß er dort geboren
Ebenso selten vorkommend wie der gleichnamige Cre- und gestorben Ist, dort geheiratet hat, und daß er einen
moneser. Vidal führt nur den Namen an ; Grillet fügt Sohn hinterließ. Ich glaube daher nicht daran, daß er
die Beschreibung eines Zettels hinzu,ohne auf seine je In Turin ansässig war, und neige auch zu der Ansicht,

Arbeiten einzugehen. Beide sind vielleicht Nach- daß ihm nur Infolge des angeblichen Aufenthaltes In
kommen G. Cappas. Eine Violine (35,4 mm) von ihm Turin die genannten Turiner Meister als Schüler zu-
mit einem Pergamentzettel besitzt Julius von Thury gewiesen wurden. Cappa Ist. ein Meister des Gelgen-
In Budapest. Sie erinnert eher an das Klotz-Modell als baues, der es verdienen würde, daß man sich mit seinem
an die Arbeiten gleichzeitiger Malländer, Ist aber ele- Leben und seiner Kunst eingehender beschäftigte.
ganter Im Umriß und hat recht hübsche F-Löcher. Glücklicherweise wendet Ihm jetzt Bischof Obertl von
Cappa ^arcassi 69

Saluzzo neben Orazio Roggiero sein Interesse zu, und Carcassi, Antonio Feiice. — Florenz. 1773
dem Forschungseifer beider wird es gewiß noch ge- Seine Zugehörigkeit zu den anderen Mitgliedern der
lingen, manche wertvolle Einzelheit aus dem Leben Familie Carcassi steht nicht fest, wenn auch seine Ar-
Cappas zutage zu fördern. Auch Comm. Turbigüo, der beit manche Ähnlichkeiten aufweist.
im »Popolo della Domenica« (vom 3. Sept. 1906) m
Geigenzettel : Antonio Feiice Carcas , fece in Firenze
einem .Aufsatz auf Cappa hingewiesen hat, wird sich
1773 (gedruckt).
weiter mit ihm beschäftigen. Da
das Wichtigste aber
wäre, ihm seine Werke zurückzugeben und aus den Carcassi, Francesco. — Florenz. 1735. 1758
noch erhaltenen, echten Geigen seine Eigenart ein-
von Lorenzo und Tomaso, deren
Vielleicht der Vater
wandfrei festzustellen, so würde ich den freundlichen
Geigen den seinen nahe stehen. Mittelgute Arbeit,
Lesern dieses Buches, die Instrumente von Cappa be-
gelbbrauner Lack.
sitzen, sehr dankbar sein, wenn sie mir darüber eine
kurze Mitteilung zugehen lassen wollten. Einer Klä- Carcassi, Giovanni. — Florenz (?). 1688. 1698
rung bedarf auch noch das Verwandtschaftsverhältnis Bekannt als Verfertiger von Spinetts und Klavizimbeln.
Goffredo Cappas zu den übrigen Mitgliedern der Fa-
Geigenzettel : Joannes Carcassi fecit ;
anno Dommi
milie Cappa.
MDCLXXXVIIl (gedruckt).
Geigenzettel: lofredus Cappa fecit / Salutiis anno 16
— Florenz.
. .

(gedruckt). Carcassi, Lorenzo. 1737. 1757


Muster eines der häufig vorkommenden gefälschten Der Zeit nach muß er Teilhaber der Firma Lorenzo e-
Zettel: Abb. 98.
Tomaso C. gewesen sein, er arbeitete aber auch für sich

Cappa, Gloacchino und Giuseppe. — Saluzzio, allein und hatte bei der noch heute stehenden Kirche
»dalla Madonna dei Ricci« einen La Jen. Er wohnte im
Turin. 1661. 1725 Borgo San Fridiano und dürfte wohl bis 1776 noch ge-
Söhne Goffredos,
Vielleicht —
übrigens waren mehrere lebt haben. Dem Anscheine nach hielt er sich 1755
Nachkommen Goffredo Cappas Geigenmacher, diese vorübergehend in Turin auf, denn in einer Viola
waren aber durchaus unbedeutend, so daß man ihre d'amore in der Sammlung Keil in Lissabon von ihm
Arbeiten schon deshalb leicht von den seinen unter- liest man: »fecit Taurini 1755*. Seine Geigen sind gut

scheiden kann. Auch ihre Zettel wurden gerne gefälscht gearbeitet und haben leidlich hohe Wölbung und gelben

und mit Jahreszahlen, die bis 1640 zurückgehen, ver- Lack. Eine kleine Baßgeige in W. Heyers Musikhistori-
sehen. schem Museum in Köln trägt seinen Reparaturzettel,
Museum besitzt auch eine Hakenharfe von
Cappiello. — Neapel
das gleiche
ihm (Nr. 392). In der Sammlung Th. Hämmerle in'
Mandolinenmacher. Wien ist eine kleine Viola von ihm. Die Doppelfirma
Lorenzo Tomaso C. mindestens seit 1745 nach-
Caprari, Francesco. — Rolo. 1846
e
weisbar. Eine gute Geige von
ist

1764 und eine Viola


Mittelmäßiger italienischerGeigenmacher aus der ersten d'amore von 1767 von beiden besitzt das Musikhistori-
Hälfte des 19. Jahrhunderts. sche Museum in Köln. Eine gute Violine von ihm be-
sitzt Zeichenlehrer Bogs in Bromberg, eine andere
Capsperger s. Kapsberger Albert Berr in Böhmischbruck und eine dritte, mit

Car, Andrija. — Agram. 1903 schönem gelben Lack Dipl.-Ing. Rieh. Renner
Tutzing. Später verlegten sich die Brüder
in
mehr auf
Kroatischer Lauten(Tamburitza-)macher der Gegen-
den Bau von Gitarren.
wart.
Geigenzettel: Abb. 107, 122, 131.
Carabbä, C. V. — Catania. Ende des 19. Jahr-
— Florenz. 1802
Carcassi, Salvatore.
hunderts
Wahrscheinlich ein eines der Brüder Carcassi.
Sohn
Mandolinenfabrikant der Gegenwart. Von ihm sind mir hauptsächlich Gitarren bekannt ge-
worden.
Caradotti, Luigi
Italienischer Mandolinenmacher. Carcassi, Tomaso. — Florenz. 1747. 1786
Wahrscheinlich Teilhaber der Firma Lorenzo To-
Carboni, Gius., lebt als Saiteninstrumenten-
maso C. daß er auch allein gearbeitet hat, beweisen
;

macher m Pavia seine Zettel, die noch um 1786 vorkommen. Die Be-

Carbonari. —
Neapel hauptung, daß er schon in den dreißiger Jahren ge-
arbeitet hat, hat wenig Wahrscheinlichkeit für sich
Mandolmenmacher.
und beruht wohl auf einem Lesefehler.

Carcanius. — Cremona. 1500 Geigenzettel: Abb. 121.


Vidal führt diesen
mactiers an, von
Namen als den eines alten Geigen-
dem er einen gedruckten Pergament- Carcassi, Vincenzo.
Florenz. 1790 —
zettel gefunden haben will. Mir ist der Name niemals Das am wenigsten bekannte Mitglied der Familie. Eine
vorgekommen ich vermute sehr, daß man es hier, falls
; kleine (38 cm lange) Mandoline von ihm befand sich in
der Zettel überhaupt echt war, mit einem Calcanius zu der 1910 in Frankfurt a. M. versteigerten Sammlung
tun hat; die Jahreszahl wird falsch gelesen sein. Günther-Prestel.
70 Cardi — Carr
Cardi, Luigl. — Verona. 19. Jahrhundert Carlomordi (Carlomorti), Marco. — 1654. 1660
Ein Musikinstrumentenmacher, der auch einige Geigen Eine Violine forma« von ihm zählt der Ka-
»di piccola
gebaut hat. talog der Sammlung Correr in Venedig auf. Vidal führt

Care, Paul. — Danzig. Geb. in Beigard 1859


den Namen mit dem Taufnamen Carlo an und setzt als
Wohnort Verona. Da er die gleiche Jahreszahl (1654)
Von Haus aus Musiker, ist er durch 12 Jahre Hoboist mitteilt, scheint seine Kenntnis dieses Meisters doch
gewesen. Während semer Mihtärzeit wohnte er bei dem nur auf die kleine Violine der Sammlung Correr zurück-
Geigenmacher Leitzsch, der ihm einige Anleitung im zugehen. In der im November 1910 in Frankfurt a. M.
Gelgenbau gab. Er fand so viel Gefallen daran, daß er versteigertenSammlung F. Günther-Prestel befand sich
sich schließlich ganz darauf verlegte und 1893 seine eine Mandohne mit einer Sphinx aus Bein am Wirbel-
Werkstatt eröffnete. Er baut nach einem eigenen, Stra- kasten von Marco Carlomorti aus dem Jahre 1660.
divari nachgeahmten Modell, an dem der Mittelbügel M. Carlomordi ist jedenfalls identisch mit Marco Calo-
mehr an Guarnen erinnert. Auf den Lack legt er wenig nardi, der in Cremona gelebt haben soll.
Gewicht und verwendet verschiedene Sorten. Auf der
Berliner Musikausstellung erhielt er für mehrere Gei- Carlson, C. A., lebte Ende des 1 9. Jahrhunderts
gen eine silberne Medaille. in Salt Lake City (Utah)
Paul Gare Danzig 895 (geschrieben).
Geigenzettel : / 1

Caroli. — Brescia. 1681


Caressa, Felix Albert. — Paris. Geb. in Nizza Ein Brescianer Lautenmacher des 1 7. Jahrhunderts, vcn
25. Dezember 1866 dem sich eine Mandora in der Sammlung Galpin (Hat-
field, jetzt Boston) befindet.
Schüler von Gand und Bernardel. Nachdem er 10 Jahre
in dem Geschäfte tätig war, das er 1900 bereits leitete, Caroll (Carrol), James. — Manchester. Um 1 890
wurde er am 1. Juli 190! mit Henri Francjais zusammen
Es gibt flachgewölbte Geigen mit diesem Namen, die
der Nachfolger von Gustave Bernardel. Die Firma lau-
nach verschiedenen Modellen gearbeitet sind.
tet jetzt: Caressa & Frangais, Successeurs de Gustave
Bernardel, anciennes maisons Lupot et
nardel 4 passage Saulnier ä Paris.
Gand
Er baut nach Lupot
et Ber- Caron. — Versailles. 1775. 1790
und verwendete eine Zeitlang Gust. Bernardeis Zettel,
Er bezeichnet sich als Hoflautenmacher der Königin
Mane-Antoinette, wohnte erst in der Rue Royale,
jetztden der neuen Firma. Er besitzt viele Auszeich-
nungen, ist Ritter der Ehrenlegion und war bei allen dann in der Rue Satory und dürfte ein naher Ver-
großen Ausstellungen der letzten Jahre als Juror tätig. wandter des Uhrmachers Caron und von dessen Sohn,
des unter dem Namen Beaumarchais berühmt geworde-
Geigenzettel : (Monogr. C F.) Caressa & Francais /
nen Dichters, gewesen sein. Er ist zwar kein hervor-
Luthiers du Conservatoire de Musique / No. . .
ragender Meister, aber seine Arbeit ist gut; er ahmte
Paris 19..
italienische Modelle nach; nur sein brauner Lack ist zu

Cargnano s. Gargnano dunkel. Eine französische Lyra von ihm besitzt Clau-

Carlander, Elias. — Stockholm. Geb. 1721,


dius in Kopenhagen, eine zehnsaitige Theorbe mit den
Initialen der Königin Marie-.'\ntoinette im runden

Trosa 25. April 1784 Schalloch das Museum des Pariser Konservatoriums,
t in
Nr. 224.
Ein tüchtiger Geiger, Mitglied der Kgl. Hofkapelle, der
sich seit mindestens 1760 recht eifrig mit dem Geigen- Geigenzettel: Abb. 123.
bau beschäftigte. Besonders scheint er sich als Repara-
teur bewährt zu haben, doch kommen auch Geigen und
Carone, Giuseppe. — Neapel 1883
Violen, die er gebaut hat, mehrfach vor. Auf seinen Mandolinenmacher.
Zetteln bezeichnet er sich stets als Kgl. Hofmusikus.
Geigenzettel : Renarerad af Kongl / Hof Musicus Cai-
Carotti, C. — Florenz. 1694
lander A° 784 (geschrieben). Geigen von ihm habe ich bisher nicht kennen lernen
/ 1

können.
Carlman
Wird als
(?), Jonas
tüchtiger schwedischer Geigenmacher des
Carozza, Raffaele. — Messina. 1912
18. Jahrhunderts bezeichnet, der das Stainermodell Mandolinenmacher der Gegenwart.
zum Vorbild nahm. Vielleicht hieß er richtig Carlander?
Carp (Karp) s. Karg
Carlo, Giuseppe. — Mailand. 1769 Carr, John. — Falkirk. Geb. in Berwick-on
Auf seinem war nicht deutlich ersichtlich, ob
Zettel
Carlo nicht der zweite Taufname vor einem fehlenden
Tweed M.Mai 1839
Familiennamen war. Der Arbeit nach gehört er zu den Em Fabrikleiter und Musikalienhändler, der aus Lieb-
Meistern vierten Ranges. haberei weit über 50 Violinen und ein Violoncello ge-
macht hat. Die erste Anleitung dann erhielt er schon
Carlo (gen. Carlo da Pesaro). — Pesaro. 1682 als neunjähriger Knabe von James Thomson und

Er wird Geigenmacher mehrfach erwähnt, auchVal-


als Robert Harvie.
drighi (3702) führt ihn an, doch war es mir bisher nicht Geigenzettel: John Carr, / Maker / Falkirk, 1897 (ge-
möglich, seine Arbeiten kennenzulernen. druckt).
Carre — Castagneri 71

Carre, Antolne. — Arras. 1750. 1790 Casella, Fratelh, leben als Saiteninstrumenten-
Besonders geschickt als Verfertiger der '>vielle organi- macher in Catania (Sizilien)
see«; einige wenige Geigen von ihm zeigen dagegen nur
gewöhnliche Arbeit.
Caselli, Francesco. — ? 1740
Bisher nicht bekannter Geigenmacher. Grillet führt nur
Carrodus s. Haynes seinen Zettel an.

Carter, John. — London. 1780. 1790


Geigenzettel : Fece Francesco ^
Caselli 1 740 (geschr.).

Da er für die Betts arbeitete, welche auch, wie erzählt Casiglia, Casimiro. — Palermo. 19. Jahrh.
wird, die Leichenkosten für ihn bezahlten, tragen viele Seine Geigen sind sauber nach guten Vorbildern gebaut
seiner Instrumente die Zettel von diesen ; die wenigen und zeigeii einen goldbraunen Lack.
jedoch, in die er seinen Zettel klebte, sind gut.

Geigenzettel :
J. Carter. Violin-Tennor / & Bass Maker, Casini, Serafino. — CampiBisenziobei Florenz.
Wych Street, Drury Lane / London 1 787 (gedruckt). 1899

Cartheuser, Johann Christian. — Köln. 1790


Guter Mando'inenmacher, der durch seine Instrumen-
ten mit dreifachen Saiten und allerlei andere Verbesse-
Nähert sich m seinen Geigen öfter dem Amatimodell rungen an der lombardischen Mandoline bekannt wurde
und bevorzugt einen gelben Harzlack. Auch seine Einlegearbeit ist geschmackvoll.
Geigenzettel Johann Christian Cartheuser
der Mariengartengasse
:

1 790 (gedr.)
/ in Köln in
Caspan (Caspani), Giovani Pietro. — Venedig.
1658. 1670
Cartwright, John William. — Yeadon b. Leeds. Nach den Violinen zu urteilen, die diesen Namen
Geb. 21. Aug. 1836 in Assenby bei Thirsk tragen, wahrscheinlich ein Schüler der Brüder Amati,
deren .Arbeiten er nachahmte. Kleines Patron, gelber
(Yorkshire) Lack.
Er kam als Sohn von armen Bauersleuten
Lokomotivfabrik nach Leeds, wo er 10 Jahre lang blieb.
1851 in eine
Casrini, Gio. Batt. — Carrara. 1687
Er arbeitete dort unter Jos. Fox, der sich aus Liebhabe- Von ihm war Marmorgeige mit Intarsia auf der
eine
rei mit dem Geigenbau beschäftigte und auch m Cart- Wiener Musik- und Theaterausstellung zu sehen.
wright die Lust für diese Kunst erweckte. Dann arbei-
tete er drei Jahre lang in den Abendstunden bei
Cassanelli (Casanelh), Giovanni. — Ciano
H. Pickard und verlegte sich zunächst auf das Aus- (Modena). 1770. 1777
bessern alter Geigen. Tüchtig vorgeschult, versuchte er
Im allgemeinen kennt man nur Geigen von mittel-
auch neue zu bauen und hatte bald Erfolg damit. Sein
mäßiger Arbeit von ihm. Gewöhnlich verwendete er
Hauptaugenmerk verwendete er auf die Verbesserung
braunen Lack.
der Viola, um ihr jene Stellung im Quartett zu ver-
schaffen, die auch Ritter ihr zuweist. Seine .Arbeit ist Cassineau s. Cousineau
genau und sorgfältig und der Ton gesangreich. Er baut
vorzugsweise die sogenannte Baratoneviola und Kon- Cassini (Casini), Antonio. — Modena. Geb.
trabässe. Sein Fleiß ist bemerkenswert, schon 1898 um 1630, tum 1698
konnte er in eine Geige die Nummer 1075 schreiben.
Der bekannteste modenesische Geigenmacher seiner

Cary &Co., Alphonse. — London. Gegr. 1872


Zeit, ein vielbeschäftigter Meister, der auch in Diensten
seines Herzogs stand. Bei der großen Masse seiner
Geigenmacher- und Händlerfirma der Gegenwart. 1886 Geigen, Violoncelli und Bässe ist es nicht zu verwun-
erhielt .Alph. Cary (der damals in Newbury wohnte) auf dern, daß er sehr handwerksmäßig arbeitete. Seine
der Ausstellung in Liverpool eine silberne Medaille für besseren Geigen gehen auf das Amatimodell zurück,
Geigen und Zubehör. weshalb ihn auch einige zu einem Amatischüler machen
wollten. Die .Arbeit ist gut, die Ebenholzeinlage sauber,
Casaltoli, Giuseppe. — Florenz. 1714 F-Löcher und Schnecke von guter Form, der Lack
Sohn des Pier Giovanni. Nur als Lautenmacher be- kastanienbraun. Nach Valdnghi soll er zwar nach 1690
kannt. gestorben sein, doch kommen noch Geigen mit seinem
Zettel und der Jahreszahl 1710 vor. Er verwendete ver-
Casasnovas (Casanovas), Francesco. — Palma schiedene Zettel. Eine Viola von ihm aus dem Jahre
1667 besitzt Dr. Bornemann in Eisenach (Korpuslänge
(Balearen) 41 cm).
Spamscher Lautenmacher vom Beginn des 19. Jahr- Geigenzettel : Antonius Cassinus fecit Mutinae anno
hunderts, von dem mir eine gute Mandoline bekannt
1687(gedruckt). — Abb. 148.
geworden ist. Die Brüder M. und B. Casanovas waren
noch um 1888 in Palma als Gitarrenmacher ansässig. Castagneri, Andrea. — Paris. 1730. 1750
Geigenzettel : Fab«:" de Guitarras de / Fra^° Casano- Sohn und Schüler von Gian Paolo C, den er allerdings
vas, ,'
Plaza de la Merced N" / Palma de Mallorca
1 übertrifft. Sein Modell gehört der Stradi\ anschule an,
(gedruckt). die Arbeit ist sorgfältig, der Lack gewöhnlich etwas
72 Castaeneri — Castro
trocken und von rotbrauner Farbe und der Ton an- ten Korpusumnssen, C-Löchern und einem schön ge-
sprechend. Nur seine F-Löcher sind oft zu groß und schnitzten Mädchenkopf am Wirbelkasten besitzt.
zu weit offen. Seine Geigen haben aber fast immer noch Geigenzettel: Tomaso Castelli / fecit a Brescia 1623
ein italienisches Aussehen und werden geschätzt. Er (geschrieben).
wohnte bis 1744, wie sem Vater, in einem Anbau des
Hotel de Soissons, zog dann nach der Rue des Prou- Castello, Paolo. — Genua. 1 750. 1 780
vaires und schrieb von da an seinen Namen Castagnery. Seine Arbeit ist äußerlich sehr schön, erinnert an die
Auch seine Violoncelli dürfen hervorgehoben werden, der Gagliam und geht auf das Amatimodell zurück.
dagegen sind seine Versuche, Geigen mit ganz flacher Im allgemeinen ist er trotz alledem nicht sehr geschätzt,
Decke zu bauen, als mißglückt zu bezeichnen. Eine da er oft nur mittelmäßiges Holz verwendete. Sein
Geige von ihm bewahrt die Sammlung Snoeck (jetzt in gelber Lack ist dagegen nicht schlecht. Eine seiner
Berlin). schönsten Geigen, ein wahres Prachtexemplar aus der

Castagnery rue des Prouvaires Pangi Spätzeit des italienischen Geigenbaues, ist aus der
Geigenzettel : /

1747 (gedruckt). — Abb. 128 und 137. Sammlung Snoeck (Nr. 508) in die staatl. Sammlung
in Berlin übergegangen.
Castagneri, Gian Paolo. — Paris. 1638. 1665 Geigenzettel: Abb. 129.

Ein Italiener, angeblich sogar ein Cremoneser, der sich


in Paris niederließ. Wenn
auch unbedeutend, darf er
Castendorfer, Melchior. — Nördlingen.
doch als einer der besten unter den damaligen Pariser 15. Jahrhundert
Geigenmachern gelten. Vidal erwähnt ihn nicht einmal, Er wird als Lautenmacher bezeichnet und war ein Sohn
Fetis dagegen kennt Geigen von ihm aus den Jahren des Stephan C. Sein Name kommt aber weder in der
639 und 662 und lobt ihren Silberklang, wenn er auch
1 1 Nördlingischen Geschlechtshistone (gedruckt 1801)
den Mangel an Tonfülle beklagt. De Piccolellis gibt noch im Bürgerbuche vor, so daß als sicher angenom-
'seinen Zettel: Castagneri Gian Paolo / nel palazzo di men werden kann, daß er nur vorübergehend viel- —
Soissons / in Pariggi (gedruckt). leicht als Gehilfe des Vaters —
m Nördlingen ansässig
Castagnino, Giuseppe. — Chiavari. 1920
war.

— Erfurt.
Schüler von G. Fiorini, bei dem er in München seit
Castendorfer, Michel. 15. Jahrh.
1913 lernte. Sohn des Stephan C, Lautenmacher. — Bedauerlicher-
weise ließ sich auch Erfurt über diesen Meister nichts
Castaro, Antonio. — Rom. Um 1615 ermitteln.
in

Em geschickter Lautenmacher, dessen


Baron »Corta-ro« lauten soll; s. d.
Name nach Castendorfer, Stephan. — Nürnberg, Breslau,
Nördlingen usw. 1464. 1499
Castellani, Bartolomeo. Fl orenz. 1806. Von ihm weiß daß er 1460 in Nürnberg als
ich wohl,

tum 1820 Orgelbauer war und dort als »Stephanus de Bra-


tätig
tislavia« in Urkunden erscheint, dann wieder in Breslau
Er wohnte Via da S. Trinitä. Seine Geigen, die nur
lebte, die alte Orgel in der Georgskirche in Nördlingen
seltenvorkommen, sind nicht hervorragend, dagegen
von 1 466—
486 erbaut hat und 496— 499 in Schweid-
1 1 1
baute er sehr gute Gitarren.
nitz arbeitete. Ob er je Lauten und Geigen machte,
Geigenzettel Bartolomeo Castellani / fece
: in Firenze,
steht nicht fest, ist aber wahrscheinlich, da seine Söhne
l'anno / 1816 in Via S. Tnnitä (gedruckt). als Lautenmacher bezeichnet werden. Er ist identisch

Castellani e Figlio. — Florenz. 1900


mit dem in dem Werke Scriptores rerum Silesiacarum
:

III, S. 134 genannten Orgelmacher Stephan Kaschen-


Inhaber des Geschäftes ist jetzt P. Ballerini. dorf An der Stelle der Breslauer »Libri Signaturarum<',
.

Castellani, Luigi. — Florenz Geb. 1809, f 1884


an der die in den »Script, rer. Sil.« erwähnte Eintragung
von 1464 steht, kann man ebensogut Kaschendorf als
Sohn und Schüler von Pietro C. Tüchtiger Kontra- Kasthendor*^ lesen.
bassist. Er baute selbst keine Geigen, war aber ein vor-
trefflicher Reparateur und berühmt wegen seiner aus- Castorino, Lorenzo. — Aci Reale (Sizilien)
gezeichneten Gitarren. Er wohnte Via Calimaruzza, Sizilianischer Geigenmacher des 19. Jahrhunderts, der
1866 verband er sich mit G. Scarampella. Wegen seiner nicht ungeschickt war.
Kennerschaft und Geschicklichkeit im Wiederherstellen Geigenzettel: Lorenzo Castorino , Abitante in ,4ci
ernannte ihn das Florentiner Konservatorium zum Kon- Reale (gedruckt).
servator der Instrumentensammlung. Nach seinemTode
ging sein Geschäft auf P. Ballerini über. Castro. — Venedig. 1680. 1720

Castellani, Pietro. — Florenz. 1780. f 1820


Er hatte meist nur ein schlechtes Modell, nahm aber
gutes Holz; im übrigen ist seine Arbeit handwerks-
Von ihm kennt man ziemlich gute Geigen und beson- mäßig, die F-Löcher häßlich in der Zeichnung und
ders Gitarren und Mandolinen. rohgeschnitten, der Lack von roter Farbe, aber sehr

Castelli, Tomaso. — Brescia. 1 623


armselig. Einzelne Geigen hat er nach Stradivari ge-
t-aut. Am besten sind seine Bässe. Ein Kontrabaß von
Ein bisher nicht bekannter Brescianer, von dem Fritz ihm, der seines edlen Tons wegen sehr geschätzt wird,
Wildhagen in Haiensee eine Violine mit ausgeschweif- befindet sich in der Dresdener Hofkapelle.
Castrucci — Cavalorio 73

Castrucci, Pietro. Anf. d. 18. Jahrhunderts den alten Lack mit all seinen zufälligen Mängeln zu
imitieren. Er baute meist nach einem kleinen Modell.
Ein Geiger, der während seines Aufenthaltes in Eng-
Er kam alljährlich mit seinen Geigen nach Paris, und
land ein Streichinstrument nach Art der Liebesgeigen
da diese auch gut im Ton waren, brachte er sie leicht
erfand, das er »Violetto marina« nannte, was h'er nur
bei Händlern an. Gar mancher, der sich im Besitze einer
erwähnt wird, da Händel für dieses Instrument einiges
echten Cremoneser wähnt, hat nur eine »Caussin«. Er
geschrieben hat.
machte auch allerlei Versuche, so besaß C. C. Snoeck
Catenar, Gaetano. — Pavia. 1639. 1670
eine Violine von ihm mit acht Saiten und sechs F-
Löchern. Nicolas C. und Hipolyte C. (1878) waren
In Pavia sollen sich noch Violen und Gamben mit der gleichfalls sehr geschickt.
Ortsangabe und diesen Jahreszahlen erhalten haben.
Dieser Catenar könnte als der Stammvater der später
in Turin vorkommenden Familie betrachtet werden.
Caussin, Fran^ois-Hippolyte. — Rouvres-la-

Geigenzcttel : Gaetano Cattenaro / Fecit Paviae Anno Chetive (bei Neufchäteau). 1845. 1870
1670 (gedruckt). Sohn von Fran^ois C, der ganz in der Art seines Vaters

Catenari, Enrico. — Turin. 1671, soll 1746


arbeitete.

Geigenzettel: Caussin Luthier / Neufchäteau (Vosges)


noch gelebt haben (gedruckt).
Die Schreibweise des Namens schwankt; man findet
Catenar, Gattinari usw. angegeben. Er soll der Vater, Caussin, Nicolas. Paris, Neufchäteau. 1850.
nach anderen ein Bruder des Francesco gewesen sein
1860
und war vielleicht auch mit Catenar in Pavia verwandt.
Die Behauptung, daß er ein Schüler von Cappa ge- Sohn von Francois C. Er war kurze Zeit in Paris an-

wesen sei, kann nicht begründet werden, in seiner Ar- sässig, kehrte 1857 wieder nach Neufchäteau zurück

beit steht er den Stradivari-Nachahmern nahe. Vidal


und war fast immer für seinen Bruder tätig. Auch
er war wie dieser ein geschickter Nachahmer alter
teilt nebenstehenden Zettel mit Henricus Catenar /
:

Violinen.
fecit Taurini anno 1671 (gedruckt).

Catenari, Giuseppe Francesco. — Turin. 1


703' Cavaleri, Giuseppe. — Genua. 1732. 1747
1720 Man kennt verschiedene gute Geigen von ihm; wenn

Wahrscheinlich Sohn von Enrico C. Er verwendet — sienur selten vorkommen, so liegt es daran, daß die
Händler seine Arbeiten gerne mit berühmteren Namen
ein ziemlich hohes Modell und dicken, roten oder rot-
versehen haben.
braunen Lack. Vidal beschreibt eine gute Violine dieses
Meisters im Besitz des Marquis de St. Hilaire in Paris. Geigenzettel Joseph Cavaleri
: fecit / Genuae anno sa-
Der Name erscheint hier »Gattinari« geschrieben. Eine lutis 17.. (gedruckt).
Violine von ihm mit der Jahreszahl 703 Maler
Julius von Thury in Budapest.
1 besitzt
Cavalli, Arlstide. — Cremona. Geb. 12. April
Geigenzettel : Francesco Gattinari '
Fecit Taurini Anno 1856 in Cremona
Domini 7031 (gedruckt). — Joseph Franciscus Catenar/
Sohn von Savino C. und Schüler von G. Beltranni,
Fecit Taurini anno 1 720 (geschrieben).
dessen Nachfolger er auch 1882 wurde. Er baut haupt-

Cateni, Pietro. — ? 1722 sächlich Violinen nach eigenem Modell. Seine Arbeit
erinnert an die Beltramis und
Ceruttis. Er weicht jedoch
Withers in London bot eine Violine mit diesem Na- von seinen Vorbildern den Umrißlinien und den
in
men für 25 £ an.
Stärkeverhältnissen stellenweise ab. Sein Lack ist recht

Cati, Pierantonio. — Florenz. 1 738. 1 760 gut. Er führt als Ladenschild: 'Claudio Monteverdi's
(Schöpfer des Musikdramas 1567 — 1643).
In der Arbeit hat er manches mit Gabrielli gemeinsam,
ohne ihm gleichzustehen. Sein Modell geht auf Stradi- Geigenzettel: Abb. 147.
vari zurück, sein Lack ist meist braunorange, das Holz
oft nicht besonders schön, der Ton aber kräftig. Eine Cavalli, Savino. —
Cremona. 1850. f 1861
Taschengeige von 1741 (»Terzinodi Violino« Nr. 756). Tüchtiger Musiker, der auch einige gute Violinen ge-
besitzt W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln.
baut hat.
Geigenzettel: Abb. 108.

— Kassell828 Cavallini & Figlio, Luigi. — Arezzo


Cattas, J.H.
Streich-und Blasinstrumentenmacherfirma der Gegen-
Ein Hofmusiker, der sich auch mit dem Ausbessern wart. An manchen ihrer Mandolinen sitzen die Wirbel
alter Instrumente beschäftigte.
in einer halbrunden Metallscheibe.
Causbin (Coussin), Frangois. — Neufchäteau
Cavalorio (Cavalerio ?)
(Vogesen). 1845. 1881
Vidal nennt einen Geigenmacher dieses Namens und
Ein begabter Nachahmer der Italiener, der seine Geigen gibt 1725 als Jahreszahl und Genf als Ort an. Sollte
sehr hübsch ausführte und besonders geschickt war. nicht Cavaleri und Genua gemeint sein?
74 ^avani — Cerin
Cavani, Giovanni. — Spilamberto (Modena). Celionatus s. Celoniato

Geb. 13. Aug. 1851 Cellier. — Hamburg. 1840. 1855. 1864


Sohn von Domenico C. und Teresa geb. Merli. Ge- Ein K. Cellier lebte anfangs der vierziger Jahre des
schickter Streichinstrumentenmacher und nicht minder 19. Jahrhunderts in Hamburg; schon 1844 heißt die

tüchtiger Glockengießer. Als Sohn eines Tischlers, der Firma »Cellier & Sohn«, auch »Cellier & fils« und 1855
als Dilettant auch Musikinstrumente machte, kam er nur F. Cellier. Der letztgenannte war wohl der Sohn,
zuerst darauf, sich im Geigenbau zu versuchen, und der aber noch 1864 die Firma J. Celller & Fils ange-
ohne einen anderen Lehrer gehabt zu haben, brachte er wendet hat. Die Arbeiten mit ihren Zetteln sind nicht
es zu einer großen Fertigkeit sowohl im Neubau als in schlecht, am besten die Violoncelli. Doch scheinen
der Reparatur. Er besitzt mehrere Medaillen und ist diese öfters von anderen (J. J.C. Sauke
Geigenmachern
Lieferant der Konservatorien m Parma und Bologna. u. a.) gebaut zu sein, oder aus Mirecourt zu stammen.
Medaille 1901 Leider sind seine letzten Arbeiten nicht
.
Geiaenzettcl : K. Cellier. / Luthier / Hamburg (gedr.).
mehr so gut wie früher. Vgl. A. G. Spinelli »Giov. und Abb. 143.
Modena
Cavani«. 1901.
Cellini, Giovanni. — Florenz. Geb. um 1460,
Cecco s. Ceko
t 1527 oder 1528 an der Pest
Cecherini s. Cicchenni Der Vater des berühmten Goldschmieds und Erz-
Cejka, Johann. — Ödenburg (Sopron). f um gießers usw. Benvenuto Cellini. Ursprünglich Archi-
tekt, wie sein Vater, verlegte er sich ein echter —
1879 Renaissancemensch —
auf viele Künste, ward Rats-

Sohn von Jos. G. pfeifer und wollte auch aus Benvenuto einen Musiker
machen. Dieser schreibt von ihm in seiner Autobio-
Cejka s. auch Czejka graphie: »Mein Vater machte zu selbiger Zeit (um 1505)

Cejka, Josef. — Saar, Prag, Chrudim. Geb. um wundersame Orgeln mit hölzernen Pfeifen, Klaviere,
so schön und gut, als man sie damals nur sehen konnte,
1781 in Saar (Zd'ar in Mähren), f 7. Aug. Violen, Lauten und Harfen auf das Beste ... Er ar-
beitete wundersam in Elfenbein und war der erste, der
1859 in Chrudim in dieser Kunst etwas leistete.«
Er scheint in Prag gelernt zu haben wenigstens ist eine
von ihm gebaute Geige, die er dort in seinem achtzehn-
Celoniato, Gian Francesco. — Turin. 1730.
ten Jahre gemacht hat, bekannt. Er lebte dann bis etwa 1737
1837 in Saar, wo er 1820 in zweiter Ehe Franziska
Wenn er, seinem Modell nach zu urteilen, auch Amali
Vorlicek heiratete. Ende 1837 erlangte er das Bürger-
und Bergonzi gekannt hat, so steht er doch noch unter
recht der königl. Leibgedingstadt Chrudim, doch
dem Einflüsse Cappas. Die Arbeit ist ziemlich gut, be-
scheint er auch hier als Geigenmacher nicht auf seine
sonders schön aber sein gelber Lack. Die oft wieder-
Rechnung gekommen zu sein, da er nebenbei noch
kehrende Lesart Celionatus scheint auf einem Druck-
einen »Kleinhandel« betreiben mußte. Seine Geig3n
fehler zu beruhen. Eine Viola d'amore von 1732 besitzt
waren sauber gearbeitet und klangen gut.
W. Heyers Musikhistorisches Museum in Köln. Es soll
Geigenzettel Joseph Czejka
: / b. Instrumentenmachei / auch Geigenzettel geben, auf denen nur der Taufname
in Chrudim 1847 / reparava (sie) (gedruckt). — Josef Franciscus vorkommt. Seine Violoncelli sind gewöhn-
Cejka/ Instrumenta? Praha 1797 (gedruckt). lich sehr gut im Ton. Im Jahre 1905 wurde ein solches

Cejka, Severin. — Chrudim. 1851. f 4. Juni


in Wien für 4000 Kronen ausgeboten.

Geigenzettel: Joannes Franciscus Celionatus fecit /


1901 Taurinl anno Domini 737 (gedruckt).
1 Abb 09 und — 1

Musikinstrumenten- 119.
Jüngster Sohn von Josef C.
macher.
Centurio, Giuseppe. — Padua. 1750. 1780
Geigenzettel : Sewerin Cejka / hotovitel hudebni'ch na-
Von einem Gelgenmacher erhielt ich die folgende Ab-
strojii / v Chrudime (gedruckt).
schrift eines Zettels, der sich in einer gut gebauten, an

Ceko (Cecco), Cristoforo. — Venedig. 1654


Amati erinnernden Geige befunden haben soll: «Jos.
Certurio Tiburtinus f. in Padua 1780«. Danach wäre
Lauten- und Violenmacher dritten Ranges. anzunehmen, daß er aus Tibur, d. i. Tivoli bei Rom,
stammte. Es Ist dies jedenfalls derselbe Geigenmacher,
Celani, Emiho, gen. il Turco. — Ascoli Piceno. der auch unter dem Namen »Tibontimus« genannt
1880. 1894 wird. Andere lesen sogar »Conlusia Tibertimus«. Da
ich keinen Originalzettel zu Gesicht bekommen habe,
Er baute Geigen, Mandolinen und Gitarren und war
muß ich alle Konjekturen vermeiden.
auch als Reparateur nicht ungeschickt.
Geigenzettel : Restaurato da Emilio / Celani (gedruckt). Cerin, Marco. — Venedig. 1610

Celentano. — Neapel Eine prächtige Laute mit geschnitztem Männerkopf, bei


der nur die Einlage etwas plump erscheint, befindet sich
Mandolinenmacher. in der Königl. Sammlung alter Musikinstrumente in
Cerin — Chalon 75

Berlin (Nr. 702). Der Name kann hier allerdingsauch Cerutti, Giuseppe. — Cremona. Geb. um
Perin statt Cerin gelesen werden ; auch die Jahreszahl
möchte ich etwas anzweifeln.
1787, f 1860 zu Mantua
Geigenzettel : Marco Cerin fece in Venezia 1610 (gedr.). Sohn und Nachfolger von Giovanni Batt. C, den er
jedoch nicht ganz erreicht. Er bevorzugte ein kleines,
Cerin, Marco Antonio. — Venedig. 1 780. 1 824 zierliches Modell und schönes, am Boden enggeflamm-

Abkömmling von Marco Cerin. —Er be- tesHolz und verv.endeterötlichgelben oder gelben Lack.
Vielleicht ein
Seine F-Löcher sind sauber geschnitten, dagegen stehen
zeichnet sich als einen Schüler Ans. Belosios; seine
seine Schnecken oft ein wenig seh lef und haben schlechte
Arbeit ist schön, sein Lack blaßgelb oder sattrot und
das Modell dem des Stradivari ähnlich.
Rundungen. Seine bcsserenGeigen, die nußer dem Zettel
auch die Brandmarke G. C. tragen, werden schon mit
Geigenzettel: Abb. 138.
sehr hohen Preisen bezahlt. Er war auch sehr geschickt
Cermak, Josef. — Böhmisch-Schumburg als Verfertiger geodätischer Instrumente und berühmt
wegen seiner kunstreichen Wiederherstellungen alter
(Sumburk). 1889. 1895
Geigen.
Musikinstrumentenmacher, von dem mehrfach Arbei-
Geigenzettel Josephus Cerutti f ilius Joannis Baptis- /
:

ten vorkommen. taeCremonensis fecit anno 1830 (gedruckt). Brand-


Geigenzettel : Josef Cermäk / V Ceskem Sumburku u marke Nr. 26.
Tannwaldu (gedruckt).

Cermäk, Josef A. — Kutnä Hora (Kuttenberg). Cerrutti, Sebastian. — Piemont. 1615


Dieser Lautenmacher, den Valdrighi (4486) erwähnt,
Geb. in Pasek a. d. Iser am 17. Jan. 1874 dürfte ein Vorfahr der Cremoneser Familie gleichen
Schüler von Benj. Patocka. Er ließ sich im Jahre 1898 Namens gewesen sein.

in Kuttenberg nieder, wo er seine eigene Werkstatt er-


öffnete.Er baut nach Amati, Stainer, Stradivari und Cervella, Giovanni. — ?
Guarneri und verwendet goldgelben und feungroten Italienischer Geigenmacher des 18. Jahrhunderts.
Lack. Er arbeitet sorgfältig und besitzt die silberne
Staatsmedaille. Cervo, Giovanni. — S. Angelo. 1489
Geigenzettel: Abb. 144.
Einer der ältesten italienischen Lautenmacher, den Val-
Certinetti s. Nigetti drighi (3979) aufzählt.

Cleruttl, Enrico. — Cremona. Geb. 1808, Cesana, Carlo. — Carate (Brianza). 1898
t 20. Okt. 1883 Guter Mandolinenmacher.
Sohn des Giuseppe C. und der letzte Geigenmacher
der Familie. Wenn er auch so wenig wie irgendein an- Chalin pere. — Pont-ä-Mousson. 1865
derer Geigenmacher des 19. Jahrhunderts die großen Ein Liebhaber, dessen Zettel A. Jacquot mitteilt.
Cremoneser Meister so hat er doch An-
Challard. — Montpellier, Herault.
erreichte,
erkennenswertes geleistet namentlich seine Violoncelli
;
1898
gelten als wertvolle Arbeiten. Er hat an 400 Geigen ge- Erfinder einer Neuerung an Lauten, Mandolinen, Gi-
baut und beschickte alle größeren Ausstellungen, die tarren usw.
ihn mit Medaillen auszeichneten. Seine letzte Arbeit
war 1881 in Mailand ausgestellt. Er wohnte Via Borgo Challiot, Antoine. — Paris. 1778. 1816
SperaNr. 14. Anfangs baute er auch Lauten und Gitarren, aber bald
Geigenzettel: Abb. 146. verlegte ersieh ganz auf den Bau von Harfen. Er wohnte

Cerutti, Giov. Battista. — Cremona. Geb. um erst Faubourg St. Antoine und zog dann nach Faubourg
St. Martin. Sein Sohn Pierre (f 1839) und sein Enkel
1755, t nach 1817 Etienne waren seine Nachfolger. Eine Pedalharfe von

Er war Lorenzo Storionis Schüler und Nachfolger, ihm im Empirestil besitzt das .vlusikhistorische Museum
dessen Geschäft der Via di Coltellai er 1790 über-
in
inStockholm, eine ebensolche W. Heyers Musikhistori-
Krankheitshnlber mußte er seine Werkstatt sches Museum in Köln.
nahm.
schon vor seinem Tode semem Sohne übergeben. Er
i-bautenach Guarneri, seltener nach Stradivari, zumeist
Challoner, Thomas. — London. 18. Jahrh.

aber nach dem großen Amatimodell, ungefähr 500 In- Seine Arbeit geht, wie die der meisten seiner Zeit-
strumente. Sein Lack ist verschieden, von hellem Bern- genossen, auf das Stainermodell zurück; übrigens
steingelb bis zum tiefsten Rot. Manchmal nahm er auch könnte er ein Schüler von Wamsley gewesen sein.

verschiedene Farben für die Decke und den Boden. Er


war freilich auch kein ebenbürtiger Nachahmer seiner Chalon, Fr. — CHälons-sur-Marne. 1812
großen Vorgänger, aber man erkennt in seinen Arbeiten Er nennt sich »Luthier et facteurd'instruments ä vent«
doch noch die Traditionen der Schule, aus der er her- und hat nur in seiner letztgenannten Eigenschaft Be-
vorgegangen ist. Der Tjon ist edel und hat durch das deutung. Seine Geigen sind von mittelmäßiger Arbeit,
Alter naturgemäß sehr gewonnen. auch wenn er sie nach Maggini baute und doppelt ein-
Geigenzettel: Abb. 136, Brandmarke Nr. 25. legte.
! :

76 Chalupätzky — Chanot
Chalupätzky, Anton. Steingrub b. Eger. doch Savart u. a. zu wertvollen akustischen Studien an.
Eine Geige seiner Konstruktion, die er für Viotti ge-
1900 macht hat, bewahrt das Museum des Pariser Kon-
GeigenmacKer der Gegenwart, der für den Handel ar- servatoriums (Nr. 31) mit dem untenstehenden Zettel,
beitet. der das Datum seines Patentes (21. Januar 1818) an-
gibt. Die Buchstaben C. I. D. bedeuten seinen da-
Champion, Jean-Baptiste. — Paris. 1 783. 1 808 maligen Rang: Capitaine Ingenieur Deuxieme (Classe);
kurz vor seinem Tode wurde er wieder in Dienst ge-
Vielleicht ein Sohn von Rene Ch. Geigen von ihm sind
stellt und zum Kapitän I. Klasse befördert. Die ge-
nicht bekannt, wohl aber schön eingelegte, sechssaitige
Gitarren. nannte Violine enthält noch einen Zettel mit den Ver-
sen :

Champion de St. Juhen, Rene. — Paris. 1730. »A mes essais daigne sourire
Fais resonner ce nouveau violon
1770 Et Ion dira que d'Apollon
Er wohnte 1735 in der Rue des Bourdonnois und 1748 J'ai retrouve l'harmonieuse lyre.«
in der Rue des vieilles Odriettes. Seine Geigen sind hoch Geigenzettel: Abb. 132.
und verraten die Schule Guersans oder Boquays.
ge<\'ölbt
Gelber l.ack von guten Eigenschaften und brave Arbeit.
Auf den meisten Zetteln fehlt der Zusatz de St. Julien
Chanot, Frederic W. — London. 1890. 1900
nach dem Namen. Seine Witwe führte noch 1775 bis Zweiter Sohn von Georges II Ch., der sowohl als

1777 das Geschäft fort. Eine Bratsche findet sich aus Geigenmacher wie als Händler guten Ruf hat.
der Sammlung Snoeck (Nr. 470) in Berlin.
Geigenzettel: Rene Champion de St. Julien, rue des Chanot, Georges I (genannt »Du Joly«). —
vieilles Odriettes / au coin de l'echelledu temple ä Paris Mirecourt. 1710. 1714
1748 (gedruckt). — Abb. 104.
Das älteste von A. Jacquot nachgewiesene Mitglied und
Channon, Fred William. — Plymouth. Geb. wahrscheinlich der Stammvater der Familie.

1862 in Totness
Chanot, Georges II. — Paris. Geb. in Mire-
Ursprünglich Kunsttischler, begann er im Jahre 1891
seine erste Geige zu machen und wurde ein geschickter court 25. März 1801, t in Courcelles 10. Jan.
englischer Geigenmacher, der vornehmlich nach Stra- 1873
divaris »Tuscan« arbeitet und bereits viele Medaillen
Sohn und Schüler von Joseph Ch. 1819 kam er nach
erhielt.
Paris, wo er in der Leteschen Werkstatt Geigen für
Geigenzettel : Made by Fred : W. Channon / No. . .
seinen Bruder nach dessen Modell machte. Schon im
Plymouth. '

Medals 1893 1890 1889 1883. Jahre 1820 wollte er sich auf eigene Füße stellen er —
— wohnte Rue de !a Vrillere —
doch scheint man zu dem
,

Chanot, Francis. Paris. Geb. 1787 oder 19 jährigen Meister nicht genug Vertrauen gehabt zu
1788 zu Mirecourt, f 1823 zu Brest (Roche- haben. Er trat daher zunächst wieder bei Clement und
dann bei Ch. F. Gand als Gehilfe ein und machte sich
fort)
erst 1823 wieder selbständig. Er wohnte bis 1825 Rue
Sohn von Joseph Ch. und der Catherine geb. Beur- Oblin pres de la Halle, bis 1828 Place des Victoires, bis
douche. Er war von Beruf Marineingenieur und besaß 1837 Passage Choiseul, bis 1848 Rue Rivoü und zuletzt
ein reiches Wissen. Zu einer unfreiwilligen Muße wäh- auf dem Quai Malaquais, wo er bis 1871 tätig gewesen
rend der Zeit der Restauration gezwungen, nahm er ist. Er war einer der glänzendsten Vertreter der fran-

einen Lieblingsgedanken seiner ersten Jugendjahre wie- zösischen Schule des 19. Jahrhunderts und hat zweifel-
der auf und machte allerlei akustische Versuche, um los wertvolle Anregungen von seinem Bruder emp-
den Ton der Geigen zu verbessern. Er glaubte dies fangen, wenn er auch andere Wege ging. Er war ein
durch eine Veränderung im Bau zu erreichen, und um denkender Künstler und ein gründlicher Kenner der
die Holzfasern in ihrer ganzen Länge zu erhalten, was Italiener, die er eifrig studierte und nachahmte, be-
er für nötig hielt, konstruierte er 1817 eine Geive, deren sonders Stradivari und Guarneri. Arbeit, Holz und Lack
Körper sich der eckenlosen Form der Gitarre nähert. sind tadellos und der Ton sehr edel. Ebenso bedeutend
Neu war dieser Versuch und Gamben usw. hat
nicht, war er als Reparateur und als Händler und hat wieder-
man fast zu allen Zeiten mit abgerundeten Ecken ge- holt große Reisen durch Italien, Spanien, Deutschland,
baut. Chanot erhielt aber
1818 ein Patent auf seine Er- Osterreich und Rußland gemacht, um alte Geigen ein-
findung, die vom »Institut* glänzend begutachtet wurde, zuhandeln. Seine erste Frau (f 1858) war seine Schü-
und hoffte eine Revolution im Geigenbau herbeiführen lerin und konnte schon 1827 eine vorzügliche, von ihr
zu können. Da er selbst nicht Geigenmacher war, richtete gebaute Geige ausstellen. Später heiratete er seine
er bei dem Orgelbauer Lete eine Werkstatt zum Bau Schwägerin, und auch diese ward ihm eine brauchbare
von Geigen ein, in der er seinen Bruder Georges Ch. Gehilfin. Im Jahre 1872 zog er sich vom Geschäfte,
und J. B. Vuillaume beschäftigte. Der Ton seiner Gei- das er seinem Schwiegersohns Jos. Chardon übergab,
gen ist zwar voll, doch fehlt ihm der eigentliche Glanz nach Courcelles (Seine-et-Oise) zurück, wo er sich noch
und Schmelz. Hat sich somit Chanot kein Verdienst immer zu seinem Vergnügen mit dem Geigenbau be-
um die Verbesserung der Geige erworben, so regte er schäftigte. Auch er machte viele Versuche, um den Ton
Chanot — Chardon 77

der neuen Instrumente zu veredeln; er kam aber Chappuy, Nicolas-Augustin. — Paris, Mire-
alles zu verwerfen, was ein Ab-
schließlich dahin,
weichen von den bewährten Errungenschaften der
court. Geb. um 1 740, t 27. Sept. 1784
Cremoneser bedeutete. Bruder von Nicolas Ch. Er ließ sich um die Mitte des

Geigenzettel Chanot jeune rue Passage


: ,
Choiseul 18.Jahrhunderts in Paris nieder, wo er sich zwar eines
Nr. 15 ä Paris 1825 (geschrieben). Abb. — 126. gewissen Ansehens erfreute, doch ging er nach 1770
nach Mirecourt zurück. Er ist sehr ungleich in seiner
Chanot, Georges III. — London. Geb. in Arbeit und sorglos in der Wahl des Holzes gewesen und
verwandte meist einen gelblichen oderb''aunen Sj^intus-
Paris 1830, t London H März
. 1893
lack, der in der Mitte wesentlich dunkler gefärt-t er-
Sohn (erste.' Ehe) und Schüler von Georges II Gh. Im ErnahmdasStradivan- undGuarneridelGesü-
scheint.
Jahre 1851 ging er nach London, trat als Gehilfe bei
Modell zum
Vorbild, hat aber kaum je ein Original
seinem Landsmanne Ch. Maucotel ein und machte sich gesehen. Neben guten Geigen von ihm gibt es
1859 selbständig. Er darf als einer der besten Lon- auch solche, die kaum noch die Hand eines Fach-
doner Geigenmacher des 19. Jahrhunderts gelten, und mannes vermuten lassen. Einer seiner guten Geigen
eine in den siebziger Jahren von ihm gefertigte Maggmi- bediente sich der berühmte Geiger und Komponist
Kopie kann, nach Heron-AUens Ausspruch, jeden Ver- Habeneck mit Vorliebe. Diese befindet sich jetzt im
gleich mit einer Cremoneser Meistergeige aushalten. Museum des Pariser Konservatoriums. .Auch in der

Chanot, George Adolphus. — Manchester. Sammlung Snoeck befand


seiner Hand. Eine
sich eine bessere Arbeit
Violine, die er nach seiner Heimkehr
Geb. 28. Okt. 1855 in London nach Mirecourt 770 gemacht hat, besitzt Carl Stoeber
1

Ältester Sohn und Schüler von Georges III Ch. Zu in Würzburg. Eine Pochette befindet sich in der Samm-

seiner weiteren .Ausbildung arbeitete er auch ein Jahr lung Savoye in Paris. Auf seinen Zetteln nennt er sich
lang in Paris bei seinemOheim Jos. Chardon. Im Jahre meist nur Augustinus Gh., manchmal auchN. A., nie-

1879 eröffnete er seine Werkstatt in Manchester und mals nur N. oder Nicolas allein.
ist ein würdiger Erbe der Kunst seines Vaters und
Geigenzettel Augustinus Chappuy / olim Parisiis nunc
:

Mirecurtio fecit Anno 770 (gedruckt). .Augustinus —



1
Großvaters.
Chappuy Fecit Parisiis anno 766 (gedruckt).
, 1

Geigenzettel: Abb. 134.


N A Chappui, luthler de S. A. R. la Duchesse de

,

Chanot, Joseph. Mirecourt. 1780. f um Montpensier (gedruckt). — Abb. 97.


1830
Ein sehr handwerksmäßig arbeitender Mirecourter Gei-
Chappuy, Pierre-Fournier. — Mirecourt. 1 775.

genmacher. Sein Lack ist rot oder dunkelbraun, und Bruder von Nicolas und N. Augustin Ch. Geigen, die
sein Name findet sich innen im Boden eingebrannt.
ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden können, sind
noch nicht bekannt geworden.
Chanot, Joseph Anthony. — London. Geb.
l.Okt. 1865 in London Chardin. — Mirecourt. 1875. 1886

Dritter Sohn und seit seinem 14. Jahre Schüler von Geschickter Geigenmacher, der hauptsächlich für die

GeorL'es III Gh., bei dem er bis zu dessen Tod ( 1 893) als größeren Fabriken in Mirecourt tätig war. Lehrer von
Gehilfe blieb. Er übernahm hierauf die Werkstatt und A. Delivet.
das Geschäft seines Vaters, das sich nun seit 1858 in
der Wardour Street befmdet. Chardon, Joseph-Maria. — Paris. Geb. 22. Mai

Chanot, M°". — Paris 1843 in Paris


Geigenmacherfirma der Gegenwart, ges;r. 1821. In- Schüler und Schwiegersohn von G. Chanot, dessen Ge-
schäft er 1872 übernahm und fortsetzte. Später ward
haber: Chardon Vater und Sohn (s.d.). Seit 1900
lautet die Firma *>Chardon Successeur«.
:
auch sein Sohn Teilhaber der Firma »Chardon et fils«.
Sie arbeiten den alten Traditionen getreu und haben
Chantraine. — Mirecourt. Nach 1800 sich 1 900 wieder gelegentlich der Pariser Weltausstellung
ausgezeichnet. Auch er bereiste viele fremde Länder,
Man kennt bisher nur gute Gitarren, die seinen Namen
wie Chanot, um alte Geigen einzuhandeln. Er wohnte
als Brandmarke tragen.
zuerst Quai Malaquais und verlegte 888 sein Geschäft 1

Chapuy (Chappuy), Nicolas. — Mirecourt. in die Rue Poissonnerie 22. Er besitzt zahlreiche Me-
daillen.
1733. 1781
Geigenzettel: Abb. 130.
Jacquot weiß von ihm nur, daß er Geigenmacher und
mit Anne Parisot verheiratet war. Ich vermute, daß die
meist sehr gewöhnlich gearbeiteten Violinen, die die Chardon, M. Joseph-Ant. -Georges. — Paris,

bisher Bruder zugeschriebene Brandmarke


seinem Geb. 22. April 1870
»N. Chappuy« tragen, von ihm herrühren. Besser sind
Sohn, Schüler und seit 1896 Teilhaber von Joseph-
die Liebesgeigen mit dieser Brandmarke, die auch
Marie Ch.
durch hübsch geschnitzte Köpfchen am Wirbelkasten
auffallen. Geigenzettel: Abb. 103, 115, 125.
78 Charle — Chatelaln
Charle. — Paris. 1748 geahmt, doch hat er immerhin gut spielbare Violoncelli
und Bässe gebaut. Er führte das Schild >>ä la ville de
Aus Mirecourt stammender und sehr handwerksmäßig Cremone*. Seine Violinen sind gewöhnlich demStradi-
arbeitender Geigenmacher, von dem nur sehr selten
varimodell nachgeahmt und hell lackiert. Seme Brand-
Arbeiten vorkommen.
marke nannte Paris als Ursprungsort.
Gelgenzettel Charle, luthier dans
: les Quinze- / Vingts'
Geigenzettel: Abb. 110 und 1 14.
a Paris annee 1 748 (gedruckt).

Charles, J.
— Marseille. 1783. 1786 Charpantier (Charpentier). — Bordeaux. 1 780
Wahrscheinlich ein Schüler seines Oheims Guersan Wenig bekannter Geigenmacher, der »Galerie du spec-
und möglicherweise ein Sohn des Pariser Charle. Seine tacle« wohnte und wohl hauptsächlich als Wiederher-
Arbeit zeichnet sich durch nichts aus und ist sehr ge- steller alter Geigen tätig war.
wöhnlich. Besser waren seine Gitarren, die er sehr
Geigenzettel: Abb. 141.
hübsch auszustatten verstand. Er verwendete Zettel,
auf denen manchmal der Taufname fehlte.
Charpentier, Auguste. — Mirecourt. Anfang
Geigenzettel: Abb. 1 18.
des 19. Jahrhunderts
Charlutte. Ist mir nur als Lautenmacher bekannt. Eine große Gi-
Wahrscheinlich schlecht gelesen für Charoutte = Cha- tarre mit Ahornboden und -zargen besaß C. C. Snoeck.
rotte.

Charotte, Fran^ois. — Mirecourt. 1797. 1798 Charpentier (Louis) et Münchs. — Paris. 1 832
Erfinder der »Guitare multicorde« (Verbindung von
Nur dem Namen nach bekannt. Vielleicht der Bruder
von J. F. Ch. in Nancy.
Lyra, Gitarre und Harfe). — Ein Auguste Charpentier
lebte als Gitarrenmacher in Mirecourt.

Charotte, Claude. — Mirecouii:. 1763. 1765


Gewöhnliche Mirecourter Arbeit. Auf dem Zettel und
Chartrain. — Mirecourt. 1760
seiner Brandmarke gibt er, wie viele Mirecourter, Paris Einer der vielen Mirecourter, die Paris als Ursprungs-
als Ursprungsort an. ort angeben. Seine Geigen klingen nicht schlecht, sind
aber von gewöhnlicher Arbeit.
Geigenzettel: Cl. Charotte / ä Paris (gedruckt).

Charotte, Hippolyte. — Mirecourt. Geb. Chartrin. — Mirecourt


A. Jacquot nennt aus dieser Familie, die ursprünglich
30. April 1829. f nach 1876.
wohl mit den Chantraines und den Chartrains zusam-
Sohn von Joseph Ch.-Millot und jedenfalls auch dessen
menhing: Nicolas Ch.. f 11 April 1748, dessen Sohn
Schüler. Seine Arbeit gleicht der seines Vaters und ist
Fran<;ois Ch., f 8. August 1756, und einen Louis Ch.,
nicht hervorragend.
der schon 1720 vorkommt.

Charotte, Jean-Fran^ois. — Mirecourt, Nancy. Charwath, Franz. — Wien. 1849. f 1876


1784. 1801
Ein unbedeutender Saiteninstrumentenmacher, dessen
Wahrscheinlich ein Bruder von Claude Ch. Er kam Witwe Leopoldine das Geschäft bis 1880 fortführte.
nach A. Jacquots Feststellung im Jahre 1774 nach Geigen sind mir von ihm bisher nie bekannt geworden.
Nancy und hatte seine Werkstatt in der Rue St. Jean, In der Mitte seines Zettels befindet sich eine Lyra mit
später in der Rue de la Poissonnene. Er gebrauchte Kranz und den Buchstaben F. C. usw.
die Brandmarke: Charotte ä Nancy.
Geigenzettel: Franz Charwath / In Wien / Leopold-
Charotte, V. J.
— Mirecourt. 1904 stadt No312 (gedruckt).

Ein Geigenmacher, der, wie viele andere, ein System


zur Verbesserung der Tonstärke der Geigen erfunden
Chastelain, Martin. — Warwick. 1580
hat. Vgl. Nouvelles scientifiques 1904, S. 15. Ein blinder flandrischer Geiger, der auch Violen, Vio-
linen und Spinette gemacht haben soll.

Charotte. — Rouen. Geb. in Mirecourt, f 1836


Er ließ sich in Rouen nieder, wo er 1830 in der Rue Chatelain, Fran^ois. — Paris. 1766. 1799
Beauvoisine Nr. 36 wohnte. Seine Arbeit ist von ge- Er wohnte zuerst Rue de Braque Nr. 9 und dann in der
wöhnlicher Mirecourter Art, wenn auch manchmal mit Rue de Berry. Einige sehr gut erhaltene Geigen von ihm
einer gewissen Sorgfalt durchgeführt. Seine Nachfolger lassen ihn als einen tüchtigen Meister erkennen. Eine
waren P. N. Jeandel und Lucien Delau, die sich jedoch Zeitlang arbeitete er mit Renault (s. Renault et Chate-
1848 trennten. lain) zusammen. Ein »Alto recoupe« von ihm wird in

Charotte-Millot, Joseph. — Mirecourt. Geb.


Gallay-Brunis Inventaire S. 105 erwähnt. Eine Harfe
in chinesischem Stil ist im Museum Cluny in Paris zu

2. Sept. 1798. fnach 1848. sehen. Vielleicht ist er mit dem 1759 vorkommenden
Chaterain identisch.
Sohn von Fran^ois Ch. Er nennt zwar einen Schü-
sich
ler von Aldnc, hat aber dessen Arbeit nicht nach- Geigenzettel: Abb. 145.
Chatelin — Chiarelli 79

Chatelin (Chathelin), Adrien-Benoist. — Va- Chevrier, Amable. — Cherbourg. Geb. in

lenciennes. 1 757. 1 759 Mirecourt am 29. Jan. 1823, lebte noch 1886
Einige gute Violen von ihm sind bekannt, besonders Ältester Sohn von Claude Chevrier. Er verließ gegen

ein Quinton der Sammlung Samary von 1758 und ein 1884 Cheibjurg wieder und übergab seine Werkstatt,
Par dessus de viole in W. Heyers Musikhistorischem der er 30 Jahre lang vorstand, dem Geigenmacher A.
Museum in Köln. Nr. 789. Magne. Angeblich ist er nach Mirecourt zurück-
gekehrt.
Geigenzettel :Fait par Adrien Benoist / Chatelin ä Va-
lencienne / 1 758 (geschrieben). Chevrier, Andre-Augustin (Auguste). — Paris,

Chatelin (Chatelain), Pierre. — Mirecourt. Brüssel. 1830. 1840. Geb. in Mirecourt


Schüler von Koliker. Er ließ sich zunächst in Paris
1778. 1781
nieder und siedelte vor 1838 nach Brüssel über. Seine
Durch das Vorkommen seines Namens in Mirecourt Arbeit ist lobenswert. Er ahmte Lupot nach und ver-
daß auch die übrigen Geigenmacher dieser
ergibt sich, wendete einen dicken, rotorangen Lack, der jetzt aller-
Familie höchstwahrscheinlich aus Mirecourt stammen. dings ein wenig rissig erscheint. Seine besten Geigen
haben doppelte Einlagen.
Chaussier, H. — Paris. 1889

Chevrier, Antoine. 1 732. 1 775
Ein Instrumentenmacher und Reparateur ohne beson-
deren Ruf. Nur urkundlich nachweisbar.

Chavez, Tomas, lebte im 19. Jahrhundert in


Chevrier, Claude. — Mirecourt. Geb. 1800,
t 24. Juli 1878
San Salvador
Seine Geigen sind von gewöhnlicher, handwerksmäßi-
Chelz, Stephan. — Rom. 1602 ger Arbeit.
Von ihm weiß man Lautenmacher
nur, daß er ein
deutscher oder vlämischer Abkunft war und am 26. Juni
Chevrier, Claude- Auguste. — Beauvais. Geb.
1602 von Pompeo Lambertino ein Haus m Rom kaufte. in Mirecourt 19. Mai 1827

Cherbourg. —
Zweiter Sohn von Claude Chevrier und wohl auch
Paris. 1760. 1780 Im Jahre 1888 gab er seine Werkstatt
dessen Schüler.
Er wohnte im »Temple«. Seine Modelle sind gut, nur auf.
die F-Löcher etwas zu weit ausgeschnitten. Er ist u. a.
der Erfinder einer verbesserten Lyra. Eme solche be- Chevrier, Joseph. — Mirecourt. Geb. 26. Dez.
findet sichm der Sammlung Sax. 1833, f 1911
Geigenzettel Cherbourg dans le Temple a Paris / en-
:
Sohn von Claude Ch. Einer der besseren Mirecourter
venteuvre (sie) de la perfexion (sie) / de cet instrument
Geigenmacher seiner Zeit; er war seit etwa 1866 Leiter
tans desire (sie) (gedruckt).
der Thibonville-Lamyschen Fabrik

Cheron, Nicolas. — Paris. 1658. 1691 Chevrier, Nicolas. — Mirecourt. Geb. um


Vermutlich der Sohn eines Orgelbauers. Er wohnte in 1700. 1770
der Rue Dauphine und später in der Rue de laVieille-
Wahrscheinlich der Stammvater und auch der beste
Boucherie und handelte auch mit römischen Saiten.
Geigenmacher aus der Familie. Eine Geige von ihm
Außer Violen dürfte er auch Blasinstrumente gemacht
wurde in London einige Jahre vor dem Kriege cchon
haben.
um 360 Mark verkauft.

Cherpitel, Nicolas-Emile. — Paris. Geb. m Chevrier, Paul. — Mirecourt. Chälons-sur-


Mirecourt 24. Juni 1841 f Feb. 1893 in Paris , Saone. 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
Nachdem er in seiner Vaterstadt ausgelernt hatte, ar- Sohn von J. Chevrier. Er verband mit seiner Geigen-
beitete er bei Grandjon und kam 859 nach Paris zu den 1
werkstatt einen Klavierhandel.
Brüdern Gand als Gehilfe, wo er bis 870 blieb. Hierauf
begründete er seine eigene Werkstatt in der Rue St. De-
1

Chevrier, Victor. — Mirecourt. 1911


nis und zog 1884 in die Rue du Faubourg Poissonniere. Sohn von Joseph Ch. und dessen Nachfolger in der
Er arbeitete gediegen, hatte einen guten Lack und er- Thibonville-Lamyschen Fabrik.
hielt auf allen von ihm beschickten Ausstellungen Aus-
zeichnungen. Seine Witwe führte mit ihrem Neffen Chiarelli, Andrea. — Messina. Geb. in Mes-
Ch. Moinel das Geschäft bis 1 899 fort und überließ es
sina um 1675, f 1699
diesem dann ganz.
Ein Lautenmacher, der aber berühmter als Komponist
Geigenzettel: Nicolas-Emile Cherpitel, ä Paris / 13Fau- und Virtuose auf der Archilaute war. Er war ein so-
bourg Poissonniere. / N.E. C. (gedruckt). — Abb. 1 12. genanntes Wunderkind und erhielt seine Ausbildung
in Rom und Neapel. Es werden ihm auch einige Ver-
Cherpitel-Moinel s. Moinel besserungen an seinem Instrumente nachgerühmt; die

80 Chiareschi — Chretien
von ihm gemachten Theorben und Archilauten nennt sich der revolutionären Bewegung in der Romagna an-

Fetis, der eine solche von 1698 besaß, die besten, die schloß, geriet er in Gefangenschaft und mußte für ein

je gemacht wurden. Ich selbst habe keine Arbeiten von halbes Jahr in den Kerker wandern. Später zur Dienst-
ihm kennen gelernt. Schon 1690 veröffentlichte er leistungim 13. österr. Infanterieregiment herangezogen,
»Suonate musicali di violini, organo, violone ed arci- trat er als Fagottist indas Musikkorps ein und verlegte
luto«. sich ganz auf das Studium der Musik, so daß er schon
1844 Musikdirektor des Ballett-Theaters In Padua wer-
Chiareschi, PaoHno. — Del Bagno. 1827 den konnte. Hier wurde er mit Giuseppe Cerutti bekannt
und erhielt dadurch, schon in reifen Jahren, den ersten
Seine Geigen klingen manchmal nicht schlecht, smd
Anstoß, sich im Geigenbau zu versuchen. Er besuchte
aber nicht sorgfältig gearbeitet und lassen auch im Lack
verschiedene Werkstätten, blieb aber in der Haupt-
viel zu wünschen übrig.
sache Autodidakt und brachte es mit eisernem Fleiß

Chiari, Francesco. — Villa Mmozzo (Modena).


und einer ungewöhnlichen Begabung dazu, sich zu
einem trefflichen Gelgenbauer auszubilden. Die erste
1880. 1883 Gel.ge baute er Im Jahre 1858, aber er eignete sich erst
noch tüchtige Kenntnisse In den Gesetzen der Akustik,
Geigenmacher und Reparateur von wenig Ruf.
der Chemie usw. an, bevor er sein eigenes Modell auf-

Chlavellati, Domenico. — Lonigo. 1 780. 1 796 stellte, das mit einem veränderten F dem Magglnl-

modell nahesteht. Er galt zu seinen Lebzelten bald als


Er weniger wegen der Güte als wegen der oft bizar-
ist einer der besten Gelgenmacher in Italien, und da er
ren Formen seiner im übrigen ziemlich mittelmäßigen nur wenige Gelgen gemacht hat (Im ganzen etwa 50!).
Violinen bekannt. Eine achtsaitige Viola von ihm besaß stehen sie auch heute noch hoch Im Preise. Ton, Arbeit
ein süddeutscher Sammler. und Lack verdienen uneingeschränktes Lob, das ihm
Geigenzettel Dom<=° Chlavellati
: / Fece / Lanno 796 /
1 auch de PIccolellls zollt. Auf der Innenseite der Decke
In Lonigo (gedruckt). findet man In seinen Gelgen oft Eintragungen, die auf
die damaligen politischen Verhältnisse seines Vater-
Chlbon, Jean-Robert. — Paris. 1757. 1785 landes anspielen. Vgl. den Aufsatz von v. WasiUewski in
der Allgemeinen Musikzeitung VII, Nr. 30 (1872).
Die wenigen Arbeiten, die von ihm erhalten sind, lassen
ihn als einen handwerksmäßig arbeitenden Geigen-
iiiacher erkennen. Auch sein brauner Lack ist sehr
Chiochini, Pietro. — Pisa. 18. Jahrhundert
mittelmäßig. Selbst das von Gallay veröffentlichte Bru- Ein Meister dritten Ranges, der immerhin wegen des
nische Inventar bezeichnet ein Instrument von ihm schönen Holzes, das er verwendete, einige Beachtung
als »un Alto ordlnalre« (dasselbe war Eigentum des verdient.

am 27. Januar 1794 guillotinierten Kriegskomrnissärs


Saint-Laurent). Die Marqulse von Lestange besaß Chirone s. Manano
nach diesem Inventar ein gleiches Instrument und ein
Chironi, neuerer italienischer Geigenbauer
Violoncello von ihm. Er wohnte um 1757 in der Rue
de la Sourdiere, von 1755 bis 1779 in der Rue de la Chitarrino, dal, s. Petrobono
Comtesse d'Artois, und von 783 bis 785 in der Rue
1 1

de la grande Truandene. Chiusole, Antonio di. — Roveredo. 1784


Geigenzettel: Abb. 120. Sein Name daß er aus Chiusole
läßt darauf schließen,
(Trient) stammt. Seine Bässe erinnern an Tiroler Ar-
Chilinski (Chyliiiski), Paul Augustinowitsch. belt; Violinen scheint er nur selten gemacht zu haben.

Warschau, Kiew. Geb. 1830 Gelgenzettel : Antonius de Clusolls / faciebat Roboreti


.... opus 1 1 (gedruckt). —
Antonius de Clusolls / feclt
Ursprünglich Schauspieler, bildete er sich autodidak-
1784 (gedruckt).
tisch zum Gelgenmacher aus und siedelte in den sieb-
ziger Jahren des 19. Jahrhunderts von Warschau nach
Kiew anzusehen, daß
über. Vielen seiner Arbeiten Ist es
Chretien, Hippolyte, gen. Silvestre. — Lyon,
er den Gelgenbau nicht regelrecht erlernt hat, die Ein- Paris. Geb. I.April 1845 in Sommerviller
lagen und die F-Löcher lassen zu vs'ünschen übrig. Er
(Meurthe, Frankreich)
verwendet jedoch sehr schönes Holz, auch im Ton
sind seine Geigen nicht schlecht, sie klingen welch, Ein Schwestersohn von Pierre und Hipp. Silvestre und
wenn auch etwas dumpf. Er baut nach Guarneri del deren Schüler. Nachdem er tüchtig vorgebildet war,
Gesü und verwendet einen vollroten Kopalöllack. Aut übernahm er Im Jahre 1865 das von seinen Oheimen
der St. Petersburger Muslkausstellung 1908 erhielt er begründete Geschäft von Plchon. Er ist ein würdiger
eine kleine goldene Medaille. Nachfolger der beiden Sllvestres und erregte schon
1873 auf der Wiener Weltausstellung mit einem Violon-
Chiocchi, Gaetano. — Padua. Geb. 13. Jan. cello,das durch die Fülle und den Adel des Tons wie
durch die Ausführung hervorragte, ein gewisses Auf-
1814 in Monselice bei Padua, f nach 1880 sehen. Ebenso gut waren seine Gelgen und Violen,
Einer vornehmen Familie entstammend, studierte er deren Lack an italienische Vorbilder erinnert. Im Jahre
zuerst Philosophie, dann Medizin und erlernte bei 1884 verlegte er sein Geschäft nach Paris, Rue du Fau-
einem tüchtigen Tartlnischüler das Gelgenspiel. Als er bourg-PoIssonnlere, und ist auch als Reparateur zu
Christa — Clagget 81

großem Ruf gekommen. 1900 verband er sich mit


Cianchl, Sebastlano dl Rocco. — Florenz. 1 662
Ernest Maucotel. Er besitzt zahlreiche Auszeichnungen
Von Valdrighi (653) erwähnter Lautenmacher; auch
und ist Ritter der Ehrenlegion.
der Vater Rocco Cianchi soll Lauten gemacht haben.
Hippolyte Chretien, Silvestre neveu (ge-
Geigenzettel
druckt).
:

— Silvestre et Maucotel / Paris 19 N" . .


Clarma, Francesco, gen. Nlcchitto. — Ascoll
(gedruckt) und Abb. 102 und 113.
Unbedeutender Geigenmacher des 19. Jahrhunderts.

Christa, Joseph Paul. — München. 1730. 1776


Ciccherini
Vielleicht der am 3. März 1700 fjeborene Sohn des als
Mandolinenmacher.
Italienischer
»Faber lignarius« bezeichneten Michael Christa in
Füssen. Ein seinerzeit geschätzter Geigenmacher der ClcUlano s. Slciliano
Füssener Schule, der auch heute noch alles Lob ver-
Clfka, Wenzeslaus
dient. Der älteste Zettel, den ich von ihm kennen lernte,
rührte von 1730 her; in den Hofrechnungen (Münch- Ein böhmischer Keramiker des 19. Jahrhunderts, von
ner Kreisarchiv) kommt er noch 776 vor. Er erinnert 1 dem sich in der Sammlung Keil in Lissabon eine

in seiner Arbeit an Alletsee, als dessen Gehilfe er nach Fayencegeige mit eigenartiger Bemalung befindet.
München gekommen sein könnte, und bevorzugt ein
hochgewölbtes Modell. Sein Lack ist meist braun, Clgl, Jeromos. — Budapest. Geb. In Berzde-
scheint jedoch nachgedunkelt zu sein. Besonders schön kow. 1 874
sind seine Liebesgeigen, die am reichverzierten Wirbel-
Schüler von Pilät. Er machte sichim Jahre 1912 selb-
kasten das Köpfchen der Themis tragen. Eine solche
ständig, arbeitet nach Stradivari und verwendet einen
besaß Horst Berger in Hamburg.
rötlichen Lack.
Geigenzettel: Josephus Paulus Christa, Lauten / und
Gelgenzettel : Cigl Jeromos / feclt Budapestini anno
Geigenmacher in München 1730 (gedruckt).
1913 / Op . . . (geschrieben).

Christa, Michl. — Füssen. 1606


Clnquegranl, Ercole. — Rom. 1882
Er vk'ar Bürger und Mitglied der Lautenmacherzunft. Wert-
Seine Mandolinen erfreuten sich einer gewissen
Er oder sein gleichnamiger Sohn hat am 5. August 1618
schätzung.
die Maria Schröder geheiratet.

Chrlstie, James. — Dundee. Geb. In Arbroath Clntl, Giuseppe. — Bologna. 1856


Es istnicht bekannt, daß er Geigen selbständig gebaut
I.Dez. 1857 hat, doch soll er Im Wiederherstellen ein gewisses Ge-
Ein Ingenieur, der aus Liebhaberei Geigen nach dem schick an den Tag gelegt haben.
großen Stradivarimodell macht. Er begann damit um
1889 und verwendet einen roten Öllack. Er hat bisher Clochl (Clocchl), Antonio. — Venedig. 1790
über zwei Dutzend Violinen gemacht. Ein Geigenmacher dritten Ranges, der gleichwohl
Geigenzettel : James Christie, / Violinmaker / Dundee einige bessere Arbeiten hinterlassen hat.
1890 (gedruckt). Geigenzettel: Antonio Clochl dl Venezia / anno 1790

John. — Kincardine-on-Forth. 1840. (gedruckt).


Chrlstie,

tum 1859 Clonl, Emlllo. — Mont' Orso (Frlgnano). 1 884


Tüchtiger Geiger und Tanzlehrer, der über fünfzig 1894
recht gute Violinen gemacht hat.
Schüler von R. Florini. Er arbeitete fleißig, wenn auch

Christophe, Denis und Joseph. — Mlrecourt. etwas handwerksmäßig. Seine Violinen und Violoncelli
kommen oft vor.
Jahrhundert
18.

Zwei bisher nur von A. Jacquot erwähnte Luthiers.


Clottl, Leone. — Siena. 1889
Ein Instrumentenmacher ohne besondere Eigenschaf-
Chrlstophle, Jean. — Avlgnon. 1695 ten.

Man kennt bis nur ein Alto im Pariser Konserva-


jetzt
torium (Nr. 1032) von ihm: Körper 41 cm lang, untere
Circapa, Tomaso. — Neapel. 1730. 1735

Breite 23 cm. Sehr schöne Schnecke, prachtvoller Ton. Ungleich an Aless. Gagliano er-
in seiner Arbelt, die

Geigenzettel Jean Christophle d'Avignon/ 695 (gedr.).


: 1
innert, —
am besten ist noch sein orangegelber Lack;
häufiger als Gelgen kommen Mandolinen von ihm vor.
Chrlstophorl s. Crlstoforl (verdorben: Crlsto-
Claas s. Glass
fall)
Clagget, Charles. — London. 1780. 1795
Churchward soll der Name eines älteren eng-
Ein Instrumentenmacher, der seit 1789 allerlei Erfin-
lischen Geigenmachers sein. dungen, angebliche Verbesserungen an Musikinstru-
Churst s. Rud. Höß menten öffentlich ausstellte und u. a. einen beweglichen
Steg, eine Regulierschraube für Saiteninstrumente er-
Chylinski, Pawel s. Chlllnskl dachte.

V. Lii t g end o rf f , Gelg^cn- und Lnutonmachci-. Bd. II 6


;

82
Claine — Clement

Claine, Jean. — Mirecourt. 1780 neu waren, gut gewesen sein sollen, haben jetzt allen
Klang verloren. Er hatte zwei Söhne, von denen jedoch
Als Bogenmacher genannt. nur einer Geigenmacher wurde.
Geigenzettel Charles Claudot (gedruckt). Brandmarke
:

Claisse, lebt als »Luthier« in Brüssel Nr. 58.


Clark. — London. 1780. 1789 Claudot, Charles III. — Rennes.
^
Geb. in Mire-
Schüler von Matthew Furber. Er wohnte Turnmill
und scheint viel für Händler ge-
court um 1835, t 1888 in Rennes
Street, Clerkenwell,
Sohn von Charles II Cl. Er arbeitete erst in Mirecourt,
arbeitet zu haben.
dann in Paris und Bonnel in Rennes, wo er
zuletzt bei

Clark, A. B. — Richmond. 1880. 1900 auch starb. Er hat nur fünf bis sechs Geigen selb-
Namen schrieb; diese
ständig gebaut, in die er seinen
Amerikanischer Geigenmacher und -händler der Gegen-
aber sind mit der größten Sorgfalt ausgeführt.
wart. Er arbeitet nach Cremoneser Modellen und ver-
wendet gern alte amerikanische Hölzer. Claudot, Felix. — Mirecourt. Geb. 10. Juli

Clark, John. - Riga. Geb. 19. (31 .) Okt. 1830


1871
Sohn von Felix Cl. (der kein Geigenmacher war). Nach
in Riga, t 19. Juli (1. Aug.) 1905 in Bilder- beendeter Lehrzeit arbeitete er bei C. Silvestre in Paris,
dann bei Jacquet und erfüllte darauf seine Militär-
lingshof bei Riga
pflicht. Im Jähe 1899 machte er sich in Mirecourt
Er war Professor am Polytechnikum, Maler undZeichen- selbständig und baut hauptsächlich Kontrabässe. Er
lehrer, beschäftigte mit der Theorie des
sich viel
verwendet eine Brandmarke: Felix Claudot.
Geigenbaues und studierte die Modelle der alten Mei-
ster. Er hat dann neun Violinen und ein Violoncello Claudot, Frangois. — Dijon. Geb. 10. Sept.

gebaut, die sehr gut gelungen sein sollen. 1865 in Mirecourt


Enkel von Charles Cl. und Bruder von Felix Cl. Er
Claude (Clauze?), Jean, Jean-Claude und
lernte in Mirecourt bei Darte und ging 1884 zu Gand &
Vincent. — Mirecourt. 18. Jahrhundert Bernardel, bei denen er zwei Jahre blieb. Hierauf
mußte er seiner Militärpflicht genügen und ließ sich am
Drei Geigenmacher, die in den Jahren 1740^1768 vor-
kommen. Ein anderer Vincent Gl. wird 1770 1780 als — I. Dez. 1889 in Dijon nieder, wo er Geigenmacher des

Konservatoriums wurde. Er baut nach Stradivari, ver-


Bogenmacher erwähnt.
wendet einen roten oder braunen OUack und besitzt

Claudon, Charles-Fran^ois. — Mirecourt 1785 bereits verschiedene Medaillen. Außer seinem Zettel
tragen seine Geigen im Innern auch die Brandmarke
Nur urkundlich nachweisbar. »Claudot. Dijon« — Geigenzettel: Abb. 135.
Claudot, Augustin. — Mirecourt. 1840. 1850 Claudot, Nicolas. — Mirecourt. Geb. um
Bruder von Charles 1 1 Claudot. Er Jugend
soll in seiner 1840, t ?
auch in Paris gearbeitet haben. Sein Modell von brei- Sohn von Charles II Cl. — Der Unbedeutendste der
tem Patron ist nicht schlecht; weniger läßt sich dies Familie.
von seinem (gelben oder orangefarbigen) Lack sagen
dagegen verwendete er meist gutes Holz. Statt des Claudot, Paul. — Mirecourt. Geb. in Mire-
Zettels gebrauchte er eine Brandmarke mit seinem
court um 1800, t 1886 bei Paris
Namen ohne Ortsangabe. Eine Geige von ihm war in der
Sohn und Schüler von Augustin Cl. Seine Geigen sind
Sammlung Snoeck.
von gewöhnlicher Arbeit; dagegen zeichnen sich seine
Brandmarke: Nr. 7.
Bässe durch guten Ton aus. Er verwandte nur eine

Claudot, Charles I. — Mirecourt. 1775. 1780


Brandmarke: Nr. 68.

Wahrscheinlich der Vater von Charles II Q. Er war Cleinmann s. Kleynmann


Geigen- und Bogenmacher. Clement, Jacquot (Jacob). — Mirecourt. 1 747.

Claudot, Charles II. — Mirecourt. Geb. in


1757
Schwiegersohn des Geigenmachers Berly, wie A. Jac-
Mirecourt 1794, f 1876 quot mitteilt.
Seine Arbeit ist sehr gewöhnlich; sein Lack von gelb-
brauner Farbe ist in der Mitte der Brust und des Bodens
Clement, Jean-Laurent. — Paris. 1783. 1847

geschwärzt. Seine Geigen schreien und sind im gün- Er stammte aus Mirecourt, kam um 1815 nach Paris
stigsten Falle brauchbare Orchesterinstrumente. Sein und wohnte erst in der Rue Croix des Petits-Champs
Name findet sich in der Regel im Boden eingebrannt. und dann in der Rue des Bons-Enfants. Er arbeitete
Häufig verwendete er die etwas rätselhafte Brandmarke sauber nach italienischen Vorbildern und hatte gutes
»Marquis de l'air l'oiseau«. Er verwendete ein Modell, Holz und einen hübschen, dunkelrotbraunen Lack. In
das oberflächlich an Stradivari erinnert. Viele seiner der Geschichte des Geigenbaues ist er weniger wegen
Geigen und namentlich seiner Bässe, die, solange sie seiner Arbeiten von Bedeutung als in seiner Eigenschaft
Clementl — Coletti 83

als Lehrmeister einer ganzen Reihe von treffhchen toriums eine Archilaute (Nr. 233) besitzt mit dem nach-
Schülern, unter denen G. Chanot, Augiere, Calot, stehenden Zettel und der Brandmarke: Christoforo
Thomassin u. a. hervorragen. Er machte fortgesetzt Cocko.
allerlei und verschiedene Er-
interessante Versuche Geigenzettel Cnstofer Cocks, AU'insegna Dell' Aqui-
: /
findungen; so ließ er sich u. a. mit L. V. Brouot zu- la d'oro / Venetiae 1654 (gedruckt).
sammen im Jahre 1823 ein Patent ausstellen für die Er-
findung einer neuen Art von Wirbeln für Geigen und Coelho s. Pereira
Gitarren und im Jahre 1824 für einen neuen Steg, der
die Saiten in gleichmäßiger Stimmung erhalten sollte.
Coenen, Ludwig und Franz. — Rotterdam.
Einen dreisaitigen Baß von ihm besitzt C. Claudius in 19. Jahrhundert
Kopenhagen. Zwei Brüder, die eine gemeinsame Werkstatt besaßen.
Geigenzettel: Abb. 99. Mittelmäßige Arbeit, dürftiger Lack.

Clementl, Pietro. — Cremona. 1678


Geigenzettel Fratres Ludovicus
ad Rotterdam
:

f. 18 . . (gedruckt).
& Franciscus / Coenen,

In einer zweifellos alten italienischen Geige von kleiner


Form und gelbem Lack fand sich der folgende Zettel, Coffe, Jean Joseph. — Bayonne. Geb. um 1 799
wenn
dessen Alter gleichfalls nicht anzuzvsfeifeln war,
in Mirecourt, f das. 6. Sept. 1881
auch Bedenken schon wegen der Form des Tauf namens
»Peter« und die Bezeichnung >>en (sie) Cremona« nicht Er galt als geschickter Arbeiter.

zu unterdrücken sind.
Geigenzettel : Peter Clementius en Cremona 1678 (ge-
Coffe-Goguette. — Mirecourt. 1834. 1860
Er erhielt für gute Arbeiten eine Bronzemedaille und
druckt).
ist nur als Gitarrenmacher bekannt geworden.
Clementl & Co. — London Coincu s. Couicu
Der berühmte Pianist Muzio Clementi gründete, nach-
dem er 1800 durch den Fall des Hauses Longman & Colas, Prosper. — Paris. Geb. Coincourt
Brodenp einen großen Teil seinesVermögens verloren 20. Jum 1842
hatte, eine Klavierfabrik, in der auch andere Musik-
Seit 1873 in Paris ansässiger Bogenmacher.
instrumente gebaut wurden, so z. B. Gitarren, Harfen
und auch Geigen, mit deren Herstellung er sich offen-
bar schon früher beschäftigt hatte, denn Harry Dykes
Cole, James. — Manchester. 1850. 1910
konnte vor mehreren Jahren eine Violine zum Kauf Lernte zuerst bei Tarr und dann bei George Crask..
Namen Clementis mit der Jahreszahl
ausbieten, die den Seine Geigen sind gute Orchesterinstrumente. Bis 1858
1 785Brandstempel trug. Leider ist nicht bekannt,
als gebrauchte er einen Zettel, später nur mehr eine Brand-
welche Geigenbauer für ihn arbeiteten. marke.

Clermont. — Nancy. 1759 Cole, Thomas. — London (Holborn). — 1672.


Geschickter Harfenbauer. 1690
Clerq s. De Clerq Er gehört zwar zu den weniger bekannten englischen
Geigenmachern, hat aber einige sehr gute Violen und
Cleve (richtig Clerc) s. Leclerc Gamben gebaut. Eine Viola da Gamba von ihm besaß
De Valdrighi.
Cllquot, Henry. — Paris. 1765
Geigenzettel Thomas Cole, near Fetter Lane / in Hol-
:

Geschworener Meister der Pariser Lautenmacherzunft


für 1765, aber nur als Orgelbauer bekannt.
born 1690 (gedruckt). —
Made 1690; by Thomas Cole /
of London, on Holborn Hill / who selleth all sorts of /

Cliquot, Louis-Alexandre. — Paris. 1756 musical Instruments') (gedruckt).

Geschworener Meister der Pariser Lautenmacherzunft


für 1756, wohl der Vater des berühmten Orgelbauers
Coletti, Alfred. — Wien. Geb. 1878 in Wien
Schüler von C. H. Voigt, bei dem er auch acht Jahre
Frangois-Henry-Chquot und wahrscheinlich auch selbst
lang als Gehilfe arbeitete und sich zu einem tüchtigen
nicht Lautenmacher, sondern Orgelbauer.
• Reparateur ausbildete. Seit 15. Mai 1905 ist er Nach-
Cllrlcato, Luigi. — (Venedig?) 1899 folger von Jos. Hamberger, und seit November 1906
führt er den Titel eines k. k. Hofgeigenmachers. Er
Schüler von Eugenio Degani, bei dem er vier Jahre
bewohnt den alten Geigenmacherladen in der Habs-
lernte.
burgergasse (vordem obere Bräunerstraße genannt), der
Clusolis s. Chiusole seit mehr als 21 8 Jahren besteht. Dieser Laden ging von

Cochet. — Paris. 1818


Christoph Bartl, Joh. Jak. Fux, Ant. Posch, Dan. Ad.
Stadimann, Mich. Ign. Stadimann, Martin Stoß, Jos.
Mittelmäßiger Geigenmacher Hofmann auf Hamberger und nun auf Coletti über.

Cocks (Cocko), Christofer. — Venedig. 1654


Alle waren Hofgeigenmacher und zugleich Geigen-
macher der Hofpfarrkirche zu St. Michael. Auch den
Ein wahrscheinlich aus England eingewanderter Lau-
tenmacher, von dem das Museum des Pariser Konserva- ^) Von Pearce mitgeteilter Zettel einer Tenorviola.
6*
84 Colle — Colson I.

»Wiener Stradivari« Geissenhof darf Coletti wohl zu Collin-Mezin, Charles-Jean-Baptlste. — Paris.


seinen Geschäftsvorgängern rechnen, wenigstens fand
Geb. in Mirecourt 12. Nov. 1841
er in der Werkstatt noch den größten Teil des mit
Geissenhofs Brandmarke versehenen Handwerkszeugs Schüler seines Vaters Claude-Nic. Collin. Er arbeitete
sovi'ie Musterschnecken dieses Meisters vor. Seine bei Cl. Fr. Vuillaume und ließ sich zuerst in seiner
neuen Geigen sind sorgfältig gearbeitet und klingen Vaterstadt nieder, siedelte 1867 nach Paris über und
gut. Er verwendet vorzügliches Holz, das er beim Ab- wohnte stets in der Rue du Faubourg-Poissonniere. Er
bruch eines nachweisbar im Jahre 1 535 erbauten großen gilt als einer der besten Pariser Geigenmacher, und
Hauses entdeckte. selbst Joachim stellte ihm ein glänzendes Zeugnis aus.
und auch auf der
Colle. — Rouen. 18. Jahrhundert
Er besitzt viele Medaillen,
Ausstellung 1900 war er sehr gut vertreten. Er gebraucht
Pariser

Er gehörte der Zunft der Musiker und Instrumenten- gedruckte Zettel, denen er seit 1879 noch seine eigen-
macher von Rouen an doch steht nicht fest, in welcher
; händige Unterschrift hinzufügt. Auch als Wiederher-
Eigenschaft er aufgenommen wurde. Geigen ist er sehr gewissenhaft und hat die
steller alter
akademische Palme für schöne Künste erhalten.
Collenot, L. — Rouvier-la-Chetive. Reims.
Geigenzettel : Ch. J. B. Collin-Mezin fils / luthier ä
19. Jahrhundert Paris / rue du Faubg. Poissonniere 1 (gedruckt) und
Schüler von Honore-Just-Derazey und von Nicolas
Abb. 106 und 117.

Caussm, in deren Stil er arbeitete. Collin-Mezin, Charles. — Mirecourt. Geb. in

CoUeoni, Cesar. — Nizza Amboise 25. Okt. 1870


Streichinstrumentenmacher der Gegenwart. Sohn von Ch. J. B. Collin-Mezin, ein trefflicher Gei-

Colllchon, Michel. - Paris. 1670. 1693


genmacher, der sich auf weiten Reisen, die ihn bis nach
Amerika führten, vervollkommnete. Er verlegte die
dem Jahre 1693
Vidal kannte eine sechssaitige Viola aus Werkstatt in die Stammheimat seiner Familie und er-
von ihm mit flachem Boden und gelbem Lack; eine hielt auf allen Ausstellungen, die er beschickte, erste
schöne Baßviola von ihm war 1889 in Paris ausgestellt; Preise. Seit 1911 ist er Offizier der Akademie und Mit-
auch Taschengeigen mit seinem Namen kommen vor. glied der Handelskammer usw.
Geigenzettel Michel Collichon
: / A Paris 1 683 (geschr.).
— Mirecourt.
Collin(-Mezin), Claude-Nicolas.
Collier, Samuel. — London. 1750. 1755 1835. tl865
Ein Musikinstrumentenmacher dritten Ranges, dessen Schüler von N. F. Vuillaume, sorgfältig arbeitender
Geigen wenig Wert haben. Meister, war seit etwa 1839 in Mirecourt selbständig
Geigenzettel: Samuel Collier, musical instrument /
und galt als tüchtiger Lehrer.
Maker, at Corellis Head, on London Bridge 755 (ge-
/
— London.
1

druckt). Colhngwood, Joseph. 1760

Collier, Thomas. — London. 1775 Guter englischer Geigenmacher des 18. Jahrhunderts.
Geigenzettel: Joseph Collingwood / at the Golden
Wahrscheinlich der Sohn von Samuel C., dem er auch
Spectacles on London Bridge 17.. (gedruckt).
/
in der Arbeit nahestehen soll.
Colhns, William Henry. — London. Geb. in
Collier and Davis. — London. Ende des
Marylebone 1860
18., Anfang des 19. Jahrhunderts
Er bildete sich durch Selbststudium nach den besten
Es ungewiß, mit welchen Mitgliedern ihrer Familien
ist Lehrbüchern aus, baut nach Stradivari und nach
die beiden identisch sind. Ihre gemeinsame Arbeit ist einem eigenen Modell und verwendet einen Bernstein-
lobenswert, wenn auch die Einlagen fehlen, der rot- lack, den er selbst zusammensetzt.
braune Lack dagegen ist unbedeutend. Geigenzettel: William Henry Collins / London 1901
Geigenzettel Collier and Davis Makers / at
: N° 7 Fifth- (Monogramm) (gedruckt).
Street-Hill-London (gedruckt).
Colonna. — Paris. 1897. 1900
Colhn s. auch Duchene Ein geschickter Geigenmacher, der jedoch den Neubau
Collln. — Laval. 1900 bald aufgegeben und sich seither ausschließlich als
Reparateur betätigt hat ^). Er erfand einen mechanischen
Er nennt sich Luthier und handelt auch mit Musik-
Bogen für Streichinstrumente.
instrumenten.

CoUin (Colin), Jean und Nicolas. —


Mirecourt
Colson I. — Mirecourt. 1840
Gitarren- und Leiernmacher ohne besonderes Ver-
Zwei Geigenmacher, die um die Mitte des 18. Jahr-
dienst. Eine Drehleier von ihm besitzt C. Claudius in
hunderts lebten und ihre Arbeiten gerne aus Paris da- Kopenhagen.
tierten. Nicolas C. wird auch als Bogenmacher be-
Geigenzettel : Colson A mirecourt (gedruckt).
zeichnet. Auch ein Jean-Frangois und ein Louis C.
werden im letzten Drittel des 8. Jahrhunderts 1 als ^) Da seine Landsleute »nur noch für Zweiräder Sinn
Geigen- und Bogenmacher erwähnt. haben«, wie er schreibt.
G)lson II. — Contal 85

Colson