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Anthropologie: Menschenbild M. Montessoris (Leonie Wiedom und Matthias Rottmann)

 Maria M. entwickelte einen anthropologischen Ansatz, der die kindliche Entwicklung von Geburt an
umfasst, „Ihnen stehen anthropometrische Messungen mit dem Anthropometer bzw. Pädometer und das
Führen von Tabellen und Statistiken über bestimmte körperliche Merkmale zur Seite. Montessori greift hier
auf Ergebnisse der Pädagogischen Anthropologie Sergis zurück. Gewonnen werden vergleichende
Ergebnisse über Körpergröße, Gewicht und Brustumfang etwa. Diese Ergebnisse werden dann in einer
Biographiekarte für jedes Kind zusammengefasst. Diese Daten spiegeln die durch Beobachtungen erfasste
körperliche und psychische Entwicklung des einzelnen Kindes.“ (S.9, Z.41-49)
 Das Kind als geistiger/sozialer Embryo
 Ausgehend von der spontanen Selbstentfaltung des Kindes; das Kind kann seine Persönlichkeit aus sich
selbst heraus entfalten, „Beide gehen von der durch Materialien angeregten kindlichen Selbstkraft, der
Eigenaktivität aus.“ (S.14, Z.188-189)
 Das Kind als Baumeister seiner selbst
 Individuelle Persönlichkeit; die Persönlichkeit liegt von Geburt an im Kind selbst.
 Stärken und Schwächen des Kindes müssen respektiert werden
 Das Kind muss sich seine Ziele suchen, sie sind ihm nicht von Geburt an mitgegeben
 Das Kind trägt Selbstverantwortung für seine Entwicklung
 Der Entwicklungsvorgang ist Ergebnis und Auseinandersetzung mit Personen und dem kulturellen
Lebensraum
 Notwendig in der kindlichen Entwicklung: Freiheit, Entscheidungswille, Selbstständigkeit, Selbsttätigkeit
 Die Person des Kindes ist Orientierungsmaßstab für Maria M.
 Großer Unterschied zwischen Kind und Erwachsenem: Der kindliche Geist ist vom Unterbewusstsein, der
erwachsene vom Bewusstsein geprägt.
 Kind ist ein Stadium der Menschheit
 Der schöpferische, kreative Wille des Kindes drängt nach Entwicklung
 Die Entwicklung des Kindes entspricht schöpferischem Selbstaufbau
 Menschenwürde und Unabhängigkeit, „Ihnen zur Unabhängigkeit von der Hilfe anderer und zur
Menschenwürde zu verhelfen, das war eine Aufgabe, die so an mein Herz appellierte, dass ich jahrelang
nicht von ihr loskam.“ (S.4, Z.68-70)
 Absorbierender Geist:
- Mensch zeigt „wahren Charakter in seiner freien Entwicklung“ (S.16, 3)
- Mensch als „Mittelpunkt der Erziehung“ (S.16, Z.8)
- Geistige Entwicklung beginnt von Geburt an, vollzieht sich stark während des 1.-3. Lebensjahres
- Kind als „Schöpfer von Intelligenz“ (S.16, Z.17-18)
- Kind als „Wesen, das, geleitet von einem inneren Lehrmeister, voll Freude und Glück nach einem
festen Programm unermüdlich an dem Aufbau dieses Wunders der Natur, dem Menschen arbeitet“
(S.16, Z.28-21)
 Das Kind ist nicht grenzenlos frei, es ist frei die Arbeit seiner Wahl zu tätigen

Anthropologie und Menschenbild (Jana Niemeyer)

„WAHR“
 Der Begriff „wahr“ wird bei den Ausführungen von Maria Montessori wie folgt verstanden: „wahr“
bezieht sich auf die unverfälschte „Natur des Menschen“ oder den „Kern des Menschen“ (ohne die
ggf. schädigenden Einflüsse der Kultur, ihrer Institutionen, etc.).
 „Frei“  Ermöglichung des „wahren Wesens“ des Menschen (durch Normalisation) („Das wahre
Wesen ist das durch Erziehung frei gewordene Kind.“ Seite 1, Zeile 15/16)
„FREIHEIT“
 Freiheit heißt für Montessori nicht Gegensatz zu Bindung, sondern schließt diese vielmehr mit ein,
da das Kind seine Arbeit frei wählt, sich freiwillig an sie bindet.
„NORMAL“
 Begriffe „krank“ und „normal“: „Auch das leiblich-organisch gesunde Kind kann krank, das heißt
nicht normal sein und bedarf entsprechender Zuwendung und spezifischer Mittel, um sich durch die
eigenen Kräfte mit Hilfe der Mittel zu normalisieren.“ (S. 1, Z. 74-77)
SELBSTENTFALTUNG
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 jedes Kind verfügt über die Kraft, seine Persönlichkeit (individuell) aus sich selbst heraus entfalten
zu können, wenn es die entsprechende Umgebung vorfindet und „Übungen“ machen kann („Das
Kind ist in seine intellektuelle Arbeit vertieft, wie ein Samen, der seine Wurzeln in die Erde schlägt
und sich dann entwickelt und wächst durch ein einziges Mittel: die lange Ausdauer bei jeder
Übung.“ (S. 2, Z. 14-16)
 Selbstentfaltung in einer „normalisierten Umgebung“  Gesellschaft muss normale/normalisierende
Strukturen aufweisen („Supra-Natura“)
 behinderte Kinder müssen erst „neu erschaffen werden“, um einen Platz in der Gesellschaft
einzunehmen (S. 4, Z. 66-70)
 durch „die Offenbarung seiner selbst“ fühlt man, dass man zu leben beginnt („Baumeister seiner
selbst“)
 die Selbstentfaltung kann durch schlechte Erziehung negativ beeinflusst werden
 Selbstentfaltung durch die „vorbereitete Umgebung“: „Der Geist muss aus seiner Umwelt die
Nahrung schöpfen, deren er bedarf, um sich seinen eigenen Wachstumsgrenzen gemäß zu
entwickeln.“ (schöpferischer Akt)
DER LEHRER
 der Erzieher darf das Kind nicht in dieser Selbstentfaltung behindern („Respektierung der
Eigenwürde und Selbstkraft des Kindes“)
 Der Lehrer „wird vom Kind selbst die Mittel und den Weg für seine Erziehung lernen, das heißt,
er wird vom Kind lernen, sich als Erzieher zu vervollkommnen“ (S. 8, Z. 16-18)
 „demütige Lehrperson“ (zurückhaltend, akzeptierend, dienend) (S. 9, Z. 26)
DAS KIND
 im Kind wird das Wesen und die Natur, die natürliche Gutheit des Menschen sichtbar und
erfahrbar. Diese zu erhalten und zu entwickeln ist der Grundansatz der Montessori-Pädagogik.
 das Kind ist unser „Lehrmeister“; es kann „uns wie keiner sonst unsere Natur und ihre
Möglichkeiten zeigen“ (S. 15, Z. 4/5)

Ziele der kindlichen Entwicklung:


Freiheit – Selbsttätigkeit – Entscheidungswille – Selbstständigkeit - Eigenaktivität
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Die Freiarbeit (Sabrina Petrausch)

- Voraussetzung: eine gute "Vorbereitete Umgebung"

In der Freiarbeit konstruiert der Schüler seinen „eigenen Lernprozess“, indem jedes einzelne Kind
entscheidet

- welches Lern- und Arbeitsangebot es annimmt


- welcher Aufgabe es innerhalb welchem Zeitrahmen zuwendet

- mit wem es zusammenarbeitet

- wo es arbeiten möchte

Somit werden die sozialen Prozesse, die zur Regelung der Freiarbeit notwendig sind, zum integrativen
Bestandteil der Entwicklungsarbeit

Wie funktioniert Freiarbeit?

- Schüler erschließen sich mit Hilfe von didaktischen Materialien die Lerninhalte selbst.
- Lehrer, berät, hilft und lenkt bei Bedarf. Verhält sich sonst „passiv“ (Rolle des Helfers)

- Die eigentliche Lehrfunktion liegt in den Lerngegenständen

Freiarbeit (Kristina Appel - Te)

- das Kind darf selbst entscheiden woran es arbeiten möchte und wie lange, es darf seine Ziele selbst
wählen
- in den Begriff Freiheit sind folgende Aspekte einbezogen: Freiheit des Interesses, Freiheit der
Kooperation, Freiheit der Zeit
- Montessori geht davon aus, das die Kinder ihre eigenen Aufgaben und Ziele erkennen und an ihnen
arbeiten
- Sie geht davon aus, das sie diese nicht unüberlegt oder grundlos beenden
- den Kindern stehen während der Arbeit viele Materialien zur Verfügung
- zur Freiarbeit ist also eine bestimmte Umgebung wichtig in denen den Kindern viele verschiedene
Materialien zur Verfügung stehen und sie aus diesen frei wählen können
- der Erzieher mischt sich nicht in die arbeit ein, sondern steht nur als Berater und Beobachter zur
Verfügung
- Die Freiarbeit in der Schule nimmt den größten Teil des Unterrichts ein (2 – 3 Stunden am Tag), wird
aber auch durch Fachunterricht, musische und künstlerische Angebote ergänzt.
- Ziele der Freiarbeit: (1) Selbstbestimmung, da selbstbestimmtes Lernen Spaß macht und zum
größten Erfolg führt (nur dann findet eine gesunde, normale (normalisierende) Entwicklung statt,
denn jedes Kind ist eine individuelle Persönlichkeit, die sich nach einem eigenen inneren Bauplan
entwickelt. (2) Selbstständigkeit schafft eine Unabhängigkeit vom Erwachsenen (3)
Persönlichkeitsentfaltung durch den Umgang mit dem Material in der Freiarbeit, wobei das Kind
lernt, sich für eine Arbeit zu entscheiden, sie vorzubereiten und seine Arbeitszeit selbst zu
bestimmen (4) Pflege sozialer Kontakte bzw. der Kommunikation, da Kinder unterschiedlicher
Jahrgänge gemeinsam während der Freiarbeit lernen und sie somit voneinander lernen können.
- Voraussetzungen für die Freiarbeit bzw. das Erreichen dieser Ziele:
(1) Die vorbereitete Umgebung, in der dem Kind eine geordnete Umgebung angeboten wird und in
der das Kind ein großes Angebot an Lernmaterialien findet.
(2) Lernmaterialien, die seinen Bedürfnissen, die sich in den sensiblen Phasen äußern, entspricht.
Das Kind kann dann frei aus dem Angebot an Materialien wählen, darf in der Phase des
selbstständigen Arbeitens nicht gestört werden und entscheidet selber über Dauer und Häufigkeit des
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Wiederholens seiner Tätigkeit. (Einzige Einschränkung: Die Arbeit muss zu Ende geführt werden,
egal wie lange es dauert!)
Ziel/Vorteil der Freiarbeit: Das Kind ist durch das freie Wählen, das seinem Leistungsstand
entspricht, weder unter- noch überfordert. Es entsteht kein Konkurrenzkampf unter den Kindern.
- Auch dem Lehrer kommt eine wichtige Funktion in der Freiarbeit zu: Einführung in das Material,
Hilfestellungen anbieten, Bezugs- und Vertrauensperson. Der Lehrer steht allerdings nicht im
Mittelpunkt des Geschehens.
- Freiarbeit (freie Arbeit), im weiteren Sinne „Freiheit“ im Sinne Montessoris meint
Entwicklungsfreiheit und bedeutet nicht ungehemmten Selbstlauf oder grenzenlose Freiheit.
Vielmehr bindet sich das Kind in der Freiarbeit durch freie Wahl an seine Arbeit und schreitet
dadurch in seiner Entwicklung voran.
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„Erzieher-/Lehrerfunktion“ (Katharina Breuer)

Zusammenfassung der Seiten 1-22 zum Thema: „Erzieher-/Lehrerfunktion“ nach Auffassung Maria
Montessoris
 Die Wissenschaft, somit auch die Lehrperson, muss sich ihrer Grenzen bewusst
werden, in dem sie ihre Leistungen innerhalb der Grenzen begreift (S.1, Z:14/15)
 Es existiert eine Erziehungspraxis, dessen Ergebnisse nicht messbar, aber durchaus als
erfahrbar galten (S.1, Z.24/25)
 Auch das „gesunde“ Kind bedarf spezieller Zuwendung und spezieller Mittel, um sich zu
normalisieren
 Es muss ein passendes Umfeld für das Kind geschaffen werden: angepasste Türklinken,
angepasste Türgriffe etc. (S.1/2, Z:1-17)
 Jedes Kind soll zu seinem wahren Wesen verholfen werdenPolarisation der
Aufmerksamkeit, Normalisation (S.2,Z: 30)
 Entfaltung der kindlichen Kräfte in einer normalisierten Umgebung wird immer
wichtiger(S.2, Z: 62)
 Kosmische Erziehung: Eine Erziehung zu einer produktiven Beteiligung an der Kultur
gewinnt an Bedeutung( S:2, Z: 64ff.)
 Mensch soll lernen, sich als Teil von Natur und Kultur zu verstehen (S:2,Z:69)
 Itard: Jeder Mensch soll zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft erzogen werden (S:3,
Z: 30ff.)
 Lehrer sollten Toleranz für alle Kinder, auch kranke und behinderte, zeigen (S. 4, Z:55ff)
 Kinder sollte man nach Montessori beschäftigen und sie spielen lassen., es ist wichtig, ihnen
diese Möglichkeiten der Beschäftigung zu bieten (S:4, Z:60)
 Kinder sollte man zu Unabhängigkeit und zur Menschenwürde verhelfen (S. 4, Zeile68)
 Man muss als Lehrer in der Seele des Menschen den darin schlummernden Menschen
ansprechen- Apathie vermeiden (S: 4, Z:81ff.)
 Das Koppeln verschiedener Tätigkeiten führt zum Erfolg. Bsp: Lesen wird mit einer
manuellen Tätigkeit gekoppelt Buchstaben raussuchen (S. 5, Z: 105)
 Isolierung der einzelnen Sinne beim Training und Förderung von Konzentration führen zum
Erfolg. (S. 5, Z:109/117)
 Die wechselnde Art der Durchführung des Lernens führt ebenfalls zum Erfolg: Augen
können durch Finger abgelöst werden, Sitzen durch Stehen etc. (S.5, Z: 157ff.)
 Durch die Möglichkeiten, die Übungen zu wiederholen, entsteht Konzentration. Der Lehrer
sollte diese Möglichkeiten schaffen (S.7, Z:49)
 Es müssen Angebote des Umfeld existieren, die das Kind dazu verleiten, von sich aus die
geistigen Kräfte zu aktivieren (S: 7 Z: 71)
 Freier Umgang des Kindes mit Materialen muss ermöglicht werden, da nur dann die
geistigen Fähigkeiten vom Kind aus aktiviert werdenDas Kind muss die Chance
bekommen, freiwillig zu handeln(S.7 Z: 74)
 Kind soll sich frei entfalten können, und die Eigenwürde und Selbstkraft des Kindes soll
respektiert werden (S: 8, Z: 116)
 Lehrer vermittelt Aufgaben, lenkt sie aber nicht keine Einmischung (S.8,Z:117)
 Die Erwachsenen vermitteln gewünschte Hilfen und Erklärungen( S.8, Z: 121)
 Lehrer preist den Umgang mit Materialien an, aber die Benutzung durch die Kinder erfolgt
selbstständig, der Lehrer beeinflusst diese bei ihrem Handeln nicht (S.8,Z: 129-131)
 Lehrer müssen:
 Anderes Selbstverständnis akzeptieren
 Räume zur Entfaltung ermöglichen
 Mehr Geist/Hintergrund der Pädagogik studieren, um so die Technik/Ablauf
dieser Erziehung zu verstehen
 Menschenbild akzeptieren
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 Neg. Erziehung zurückstellen

 Lehrer stehen im Hintergrund und opfern sich auf: I. S. v. nur wenig Einmischung in das
Handeln des Kindes von Seiten der Erzieher, Lehrer unterwirft sich dem Kind, kann vom
Kind lernen und agiert nur zum Wohle des Kindes (S.8/ 9 Z: 17-26)
 Montessori wollte ein verändertes Bewusstsein der Lehrer in den Schulen erzeugen (S.9,Z:
191)
 Eigenaktivität sehr wichtig“Kind als Baumeister des Menschen“ (S.14,Z:191)
 Kind ist der Lehrmeister (S.15, Z:5)
 Kind braucht verstärkt päd. Zuwendung, da die vom Menschen kreierte Wirklichkeit auf ihn
eintrifft und dieses nun wegen schwächer werdender biologischen Komponenten
Unteerstützung benötigt
 Unterricht gilt als Prozess von Selbsterarbeitung von Sachzusammenhängen durch die
Schüler selberLehrer im Hintergrund und Abkehr von Frontal Unterricht (S: 15,Z: 44/45)
 Lehrer bleibt in Peripherie und gibt nur auf Anfrage Erläuterungen oder Hilfestellungen (S.
15 Z: 47/50)
 Lehrer beobachtet und erweitert sein Wissen, abhängig vom Entwicklungsstand der
einzelnen Schüler (S.15,Z:50)
 Unterricht wird als Auseinandersetzung einer Thematik unter zur Hilfenahme von
Materialen angesehen, was durch den Schüler selbstständig durchgeführt wird
 Erzieher sollten Kind zum Mittelpunkt der Erziehung machen (S.116, Z:7)
 Die verborgenen Kräfte des Kindes sollten erkannt, bewundert und gefördert
werdenPersonalität des Kindes ist mit innerer Gegenwart präsent (S.20. Z:61-65)
 Pädagogik muss „Natur“ des Kindes entsprechen muss auf gesell. Probleme reagieren
durch Kritik, durch Normalisation von vorh. Störungen (s.21, Z:110-114)
 Es ist nicht möglich, künstlich ein lebendiges, ununterbrochenes Interesse des Kindes an
einem bestimmten Gegenstand zu kreieren Lehrer muss Möglichkeit bieten, dass dieses
von sich aus geschieht (S.21, Zeile 135)
 Bildender Unterricht braucht Initialzündungen durch die Schüler; Schüler sollten sich selbst
schwieriger Aufgaben stellen und diese lösenProzess der Lösung durch die Polarisation
der Aufmerksamkeit , Normalisation
 Schüler gelangt so zur Sache und damit auch zu sich selbst (S.21, Z:148-154)
 Jeder Schüler ist lernfähig wenn mit den Übungen früh genug begonnen wird
 Individuelle Arbeit/manchmal Gruppenarbeit
 Kinder aus verschiedenen Alltagsgruppen sollen individuell gefördert werden

„Uns drückt keine Schulbank“ von Renilde Montessori und Karin Schneider-Henn, erschienen im
Klett-Cotta Verlag im Jahre 1983

 Erwachsene lehren, ohne zu unterrichten


 Sind allgegenwärtig, treten aber bescheiden in den Hintergrund
 Sie bereiten eine Umgebung vor, die dann dem Kindern gehört (durch Materialen etc.)
 Erwachsene werden zu einem weiteren Element dieser Umgebung
 Lehrer wirken in Zusammenhang mit dem Material
 Lehrer suchen die Materialen entsprechend den Neigungen und Bedürfnissen der einzelnen
Kinder aus
 Ausmaß seiner Freude an der Existenz und Entwicklung der Kinder ist Maßstab für die
Qualität eines Erziehers
 Lehrer sind an keinem strikten Lehrplan gebunden
 Lehrer bieten Kinder emotionale Sicherheit in dieser Umgebung
 Lehrer sind das Bindeglied zwischen Kind und der Umgebung
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 Mitarbeit der Lehrer ist nicht ausgeschaltet


 Lehrer müssen eine sittliche Gewandtheit erwerben, die aus Ruhe Geduld und Demut
besteht

Lehrer-/ Erzieherfunktion (Claudia Maushagen)

 Rolle des Beobachters


 Rolle des behutsamen Förderers
 Kind zum „wahren Wesen“ verhelfen
 Soll in der „Seele des Kindes den darin schlummernden Menschen ansprechen“
 Vermittlung von Anregungen
 Auf vom Kind erwünschte Hilfen und Erläuterungen einwirken
 Geduldiges und ausführliches Zeigen von Benutzung von Materialien
 Respektierung der Eigenwürde und Selbstkraft des Kindes
 „selbsttätige Erziehung“
 Kind „leben lassen“
 soll nicht lenkend eingreifen
 keine Übermacht und keinen Einfluss auf das Kind ausüben
 „eigenen Umgang“ des Kindes mit dem Spielzeug nicht beeinflussen

Funktion des Erziehers (Katharina Winter)

 Wichtigste Aufgabe des Erziehers ist es, dem Kind Helfer zum Leben zu sein
 Der Erzieher versteht sich somit als Helfer für die Entwicklung der selbstständigen
Persönlichkeit ( Unterstützung der Normalisation des Kindes)

 Der Erzieher soll sich möglichst passiv verhalten, damit das Kind aktiv werden kann

 Er dient als Anreger, um dem Kind in der vorbereiteten Umgebung die Gelegenheit zu
geben, sich zu normalisieren

 Dabei sorgt er für die richtige Gestaltung der Umwelt und führt in den richtigen
Gebrauch der Spiele und Materialien ein und unterstützt das Kind im Umgang mit den
Materialien ( vorbereitet Umgebung und didaktisches Material)

 Er ist somit Vermittler zwischen dem Kind auf der einen Seite und dem Material auf der
anderen Seite

 Sobald allerdings das Kind selbständig mit dem Material umgehen kann, zieht er sich
zurück und nimmt die Position eins Beobachters ein. ( Respektierung der Eigenwürde
und Selbstkraft des Kindes)
 Er übernimmt in seiner passiven Rolle im wesentlichen drei Aufgabenbereiche:

1. Beobachten: Der Erzieher versucht herauszufinden, in welcher sensiblen Phase


das Kind sich befindet.
2. Anregen: Entsprechend der sensiblen Phase gibt er dem Kind Anregungen in
Form des passenden didaktischen Materials
3. Unterstützen: Bei der Ausführung frei gewählter Tätigkeiten unterstützt er das
Kind oft. („Hilf mir, es selbst zu tun!“)
 Der Erzieher versteht sich als eine Art helfende Hand, die nur kommt wenn sie gebraucht
wird
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 Er hilft dem Kind mit Umsicht, Geduld und Unterstützung und begegnet ihm mit
Respekt und Herzlichkeit ( Liebe und Vertrauen ermöglicht Wachstum des
Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls des Kindes)

 Das Kind wird durch ihn ermutigt, Schwierigkeiten selbstständig zu überwinden anstatt
ihnen auszuweichen
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Normalisation (Felix Deja)

In Übereinstimmung mit neuesten Erkenntnissen gelangte Maria Montessori bereits vor mehr als
einem halben Jahrhundert zu der Gewissheit, dass echter Lernerfolg nur dann von Dauer und von
bildender Wirkung ist, wenn das Kind durch aktives Handeln und gemäß seiner sensiblen Phasen
Lerninhalt, Lerntempo und Lernverfahren selbst bestimmen kann.
Die Art und Weise, in der diese ganz und gar unkonventionelle Form selbstkontrollierten Lernens
verwirklicht werden soll, ist die in Montessori-Einrichtungen praktizierte sog. "Freiarbeit". Das
„Sich –Versenken“ in eine interessante und frei gewählte Arbeit, in der das Kind über die Tätigkeit
zur Konzentration findet.
Es geht um Folgendes: Der Geist, der sich entwickeln will, braucht eine Tätigkeit. Er muss sich
üben und durch eine angemessene Arbeit beschäftigen können, damit sich seine Energie nicht in
"Teilbildungen" verliert. "Ein tatenloser Mensch kann nicht geistig sein".
Es genügen nicht Gegenstände irgendwelcher Art, sondern es muss eine Umgebung von,
progressiven Interessen sein. Das heißt, die Gegenstände müssen die Aktivität des Kindes
herausfordern, es neugierig machen. Deshalb sollen sie in ihrem Schwierigkeitsgrad eher etwas über
dem aktuellen Leistungsvermögen des Kindes liegen. Andernfalls sind sie außer Stande, die
Energien des Kindes zu konzentrieren, wodurch leicht abweichendes Verhalten hervorgerufen bzw.
verstärkt wird.
Die Aktivität des Kindes, die eintritt, sobald es sich für Gegenstände zu interessieren beginnt, die
seinen Neigungen entsprechen, bedarf keines äußeren Zwangs; denn die Arbeit wird zu einer
"Haltung", durch die sich wiederum das intellektuelle Niveau des Kindes sehr rasch erhöht. Die
Kinder arbeiten dann mit Ordnung, Ausdauer und Disziplin in einer andauernden, natürlichen Art
und Weise, die den natürlichen Bedürfnissen des inneren Lebens entspricht.
Dabei ist der Einfluss auf die gesamte Persönlichkeit des Kindes unverkennbar: Das Kind
empfindet die Untätigkeit als unerträglich. Eine Haltung des „inneren Gleichgewichts“ und der
beständigen Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umgebung stellt sich ein. Weitere Folgen
konzentrierter Arbeit sind, dass sich nach deren Beendigung nicht etwa Müdigkeit oder gar
Erschöpfung zeigt, sondern Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Aufgeschlossenheit für die
Bedürfnisse anderer. Launenhaftigkeit, Unordnung, Schüchternheit, Trägheit verschwinden und an
deren Stelle treten Konzentration, spontane Disziplin, kurz all das, was Montessori als
"Normalisation" bezeichnet.
Am auffallendsten ist das Phänomen der freiwilligen Disziplin. Sie ist die erste Folge einer sich
innerlich formenden Ordnung und äußeres Zeichen für eine begonnene innere Arbeit. Auf diese
Weise wird ein altes, schier unlösbares Problem gelöst, dass nämlich Disziplin erlangt wird, indem
man Freiheit gibt.
Jedoch muss vor einem Missverständnis gewarnt werden. Freiheit darf nicht mit Bindungslosigkeit,
Willkür oder Beliebigkeit verwechselt werden. "Dem Kind seinen Willen lassen, das seinen Willen
nicht entwickelt hat, heißt den Sinn der Freiheit verraten". Dadurch würden Kinder nicht nur Gefahr
laufen, seelisch zu verwahrlosen; allzu leicht könnte daraus auch eine ungeordnete Entfesselung
nicht mehr kontrollierter Impulse entstehen.
Daher muss der Weg in die Freiheit behutsam erfolgen. Es bedarf einer willensstarken Hand, einer
kreativen Führung und eines wachen Auges, das die Zeichen erkennt, wenn ein Gegenstand das
Interesse des Kindes weckt; denn dies ist der entscheidende Moment, in dem das Phänomen der
Konzentration entsteht, aus der wiederum das Kind sein geistiges Wachstum und seine innere
Ordnung gewinnt.

Normalisation (Ramona Voss - Juliane Gropp - Te)

- heilen
- das wahre Wesen kommt zum Vorschein
- durch diese Erziehung können Kinder sich entfalten
- Ziel: alle Kinder sind zu „normalisieren“ (wünschenswerter Zustand)
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- Kind ist „normal“, wenn es selbst aktiv ist


- Mittel werden zur Verfügung gestellt, Kinder normalisieren sich durch eigene Kraft, aus sich
selbst heraus, wenn sie dazu die Möglichkeit haben  „Hilfe zur Selbsthilfe“
- Gesellschaft macht Kinder „krank“
 19.Jhr. Repressionspädagogik: Unterdrückung der Frau und der Kinder
- Montessori versucht die/eine neue Art des Aufwachsens zu ermöglichen
- Das Kind muss sich selbst „definieren“ ( Kein Bewusstseinsakt, Entfaltung von Bedürfnissen
und Möglichkeiten aus sich selbst heraus, seinem Wesen gemäß)
- Nach Montessori: Jeder ist einer „Normalisation“ bedürftig
- Peripherie wirkt normalisierend auf das Zentrum
- Normalisierte Kinder sind im Einklang mit sich selbst, nicht destruktiv sondern friedlich.
- Mit Normalisation bezeichnet den Prozess, bei dem sich das Kind ungehemmt und nach eigenen
inneren Gesetzen im Sinne seiner Natur entwickeln kann.
- Erschwert, verhindert wird diese Normalisation, wenn die entwicklungsnotwenige Polarisation
der Aufmerksamkeit und die Möglichkeiten selbstständigen Handelns durch die Erzieher/die
Umstände/Umgebungen nicht unterstützt, sondern unterdrückt werden.
- Die zentrale Aufgabe des Erziehers ist also die Hilfestellung für das Kind „Hilf mir es selbst zu
tun!“
- Da die Kinder non Natur aus neugierig und wissbegierig sind und ihre Aufmerksamkeit
polarisieren, sind sie von Natur aus „Baumeister ihrer selbst“.
- Sie sollen in ihrem Leben Selbstständigkeit, Pflichtgefühl und Selbstverantwortung entwickeln.
- Wenn ein Kind bereits normalisiert ist, entwickelt es sich im Einklang mit seinem inneren
Bauplan und braucht die Lehrperson kaum noch: Es kontrolliert seine Arbeitsergebnisse selbst,
braucht keine Bestätigung und wählt seine Arbeiten selbst.
- Auch wählt das Kind selbstständig Konzentrations- und Ruhephasen.
- Während dieses Normalisierungsprozesses macht das Kind immer einen weiteren Schritt in
Richtung Selbstständigkeit und damit auch in Richtung Freiheit
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Sensible Phasen (Perioden) (Björn Winkelmann)

Definition: Jedes Individuum hat in seiner jüngeren Lebensphase sensible Phasen (Perioden), die
ganz individuell unterschiedlich erscheinen und verschieden lang andauern. In diesen Phasen kann
das Individuum besonders schnell und unproblematisch Informationen aufnehmen und sich
Fähigkeiten aneignen.
Heutzutage spricht man eher von „neuronalen Fenster“, die in der Hirnforschung nachgewiesen
worden sind.

Maria Montessori beschreibt die Kleinstkindzeit als Phase höchster Produktivität.


Die Bildung des Menschen wird während der sensiblen Perioden vorangetrieben.

Zitate aus dem Text:

Seite 16 / Zeile 76 – Zeile 80


„Sie ist nur möglich auf Grund der Entwicklung der biologisch gedachten „Natur“ des Menschen,
der sensiblen Perioden. Werden diese nicht ausgebildet, so gelang das Kind, der Schüler nicht zur
Einstellung hochmotivierten Interesses, sondern zur Verunsicherung und Hemmung, die den aktiven
Lernprozess behindern, ja unmöglich machen.“

Sensible Phasen (Ludwig Jürgenliemk - Te)

Unter dem Begriff sensible Phasen versteht man bestimmte Zeiträume, in denen das Kind gewisse
Fähigkeiten leicht und mit Interesse erwerben kann, denn die Zeiträume beschreiben eine
Zeitspanne, in der das Kind besonders empfänglich (sensibel) ist für Anreize aus der Umwelt und es
eine besonders hohe innere Bereitschaft vorweist, einen bestimmten Lern- oder Entwicklungsschritt
zu machen.
Das richtige Angebot zur rechten Zeit, also in diesen Phasen, garantiert dann freudvolles, leichtes,
rasches und intensives Lernen. Sobald dies geschehen ist, klingt die entsprechende Sensibilität
wieder ab. Wird diese Phase verpasst, kann es später die betreffenden Inhalte nur durch Willenskraft
und Anstrengung lernen.

(So ist in den ersten Lebensjahren die sensible Phase des Erwerbs von präzisen
Bewegungsabläufen und der Erwerb der Sprache zu beobachten.
Im Alter von zirka 6 Jahren besteht eine starke Sensibilität für soziale Ordnungen und das
Bedürfnis, die Welt zu entdecken. Diese Reifung des Kindes erfolgt nicht zufällig, sondern wird
durch den Wechsel der sensiblen Phasen gesteuert. Das Kind ist also "Baumeister" seiner selbst. Es
benötigt für den Aufbau seiner Persönlichkeit das Angebot der Umwelt, um sich in seinem
Rhythmus entwickeln zu können.
Nicht alle Kinder sind zum selben Zeitpunkt in der gleichen sensiblen Phase, d. h. nicht im selben
Maße ansprechbar für eine Sache. Genauso wie jedes Kind zu einem anderen Zeitpunkt seiner
Entwicklung das Krabbeln, Laufen, Sprechen etc. lernt, ist auch jedes Kind zu einem anderen
Zeitpunkt besonders empfänglich für das Lernen des Lesens, des Schreibens oder des Rechnens. Bei
Montessori werden die individuellen Bedürfnisse und das individuelle Leistungsvermögen der
Kinder berücksichtigt. Entscheidend für die Entwicklung von Montessoris Pädagogik und
Lehrmaterialien ist die Beobachtung, dass eine der wichtigsten sensiblen Phasen jedes Kindes jene
der "Verfeinerung der Sinne" ist.
Findet das Kind während einer sensiblen Phase eine Beschäftigung, die genau seine Bedürfnisse
anspricht, ist das Kind zu einer tiefen Konzentration fähig. In einer solchen Phase tiefer
Konzentration lässt sich das Kind nicht von anderen Reizen ablenken – es durchläuft einen
Erkenntnisprozess, der nicht nur sein Denken, sondern laut Montessori seine gesamte
Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflusst
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Überwiegend finden die sensiblen Phasen in dem Alter von 3-6Jahren statt, aber auch danach
spielen sie noch eine große Rolle, bis die gesamte Entwicklung der Kindheit abgeschlossen ist.)

- intensive Empfänglichkeitsperioden, die dem Individuum dazu dienen, bestimmte


Fähigkeiten leicht zu erwerben,
- die erworbenen Fähigkeiten sind jeweils die Grundlage für die nächste Entwicklungsstufe
- die Reihenfolge und der Dauer der sensiblen Phasen ist individuell unterschiedlich
- das Entwicklungstempo, das Ausmaß und der Zeitpunkt ist nicht von außen beeinflussbar
- das Kind nimmt während der sensiblen Phasen mit Hilfe des absorbierenden Geistes jeweils
das auf, was es zum Aufbau seiner Persönlichkeit und zur Anpassung an die Umwelt
benötigt
- „selektives Interesse“: Das Interesse, die Aufmerksamkeit des Kindes richtet sich
ausschließlich und sehr intensiv auf EINE Tätigkeit. Die Motivation liegt in der Tätigkeit
selbst, nicht im Erreichen eines Zieles. Später erst wird das Ergebnis des Handelns wichtig.
- erst wenn eine bestimmte Fähigkeit errungen wurden klingt die betreffende
Empfänglichkeitsperiode wieder an
- es gibt sensible Phasen für Bewegung, Ordnung, Sinne und Sprache
- sie sind grundlegende Voraussetzung für die spontane Selbstentfaltung des Kindes
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Übungen des täglichen Lebens (Sina Röckendorf)

- ermöglichen die Persönlichkeit zu verändern


- Anregung des Geistes
- Entwicklung der Motorik (z.B. alltägliche Übungen, wie die Jacke zu knöpfen)
- Trainieren der Sinneswahrnehmung (z.B. geometrische Figuren, die eingesetzt werden
müssen)
- Erziehung der Muskeln, Erziehung der Sinne und Sprache durch Hauptbewegung des
täglichen Lebens, Körperpflege und bei der Führung des Haushaltes, bei der Gartenarbeit,
beim Turnen und bei rhythmischen Übungen
- Koordination durch Erfahrungen (Tisch decken, Übungen mit der Hand)
- Entwicklung von motorischer Bewegung, Gehirntätigkeit und Handbeweglichkeit

Übungen des täglichen Lebens (Julian Kneifel - Te)

 Übung durch Praxis (z.B.: Schuhe zubinden, Jacke zuknöpfen, Spielküchen für Kinder etc.)
 Experimentelles „Erlernen“ des alltäglichen Lebens (Montessori verwendet eine
wissenschaftliche Terminologie)
z.B.:
Schreiben lernen:
- Schulung der Hand durch Übung
- Training der Beherrschung des Schreibinstrumentes
- Buchstaben erlernen (u.a. durch mehrfaches Nachzeichnen vorgezeichneter
Buchstaben)
- Wörter erlernen (Buchstaben zum Wörter legen)

Bewegung: Hauptmittel der „Muskelerziehung“

M. Montessori entwickelte besondere Spiel- und Lernmaterialien zur Übung bzw. zum Erlernen des
täglichen Lebens ( sie bezeichnet Spiel allerdings des Öfteren als Arbeit)

- Übungen des täglichen Lebens (ÜdtL) sind alltägliche Verrichtungen wie: Schleife binden,
Blumen pflegen, spülen, Hände waschen, Zähneputzen, fegen, Tier füttern, Flüssigkeit in Tasse
gießen etc.
- Montessori hat die ÜdtL entworfen, damit die Kinder – besonders in den sensiblen Phasen für
Bewegung und Ordnung – ihren Wünschen und Bedürfnissen nachgehen und ihre motorische
Koordination verfeinern können
- Besonders in der Behindertenpädagogik spielen die ÜdtL eine große Rolle: Mit ihrer Hilfe soll
die sinnliche Wahrnehmung der Kinder angeregt und jeder Sinn einzeln angesprochen und
geschult werden, so dass sie einfache Verrichtungen des täglichen Lebens selbstständig
ausführen können (vgl. Ergotherapie)
- Sie bieten einen starken Reiz für Kinder, da sie einerseits „Erwachsenen-Übungen“ sind,
andererseits erfordern sie Geschick, welches das Kind durch wiederholtes Üben erreicht.
- Mit Hilfe der ÜdtL kann das Kind seine Bewegungskoordination verfeinern (sensible Phase für
Bewegung). Diese Koordination der Bewegung ist Voraussetzung für das seelische
Gleichgewicht des Kindes (Psychomotorik) und für die Fähigkeit zur Konzentration. Das Kind
führt die Bewegungen kontrolliert und zielgerichtet aus.
- Die Übungen verlangen eine gewisse Geschicklichkeit, die erst durch wiederholtes Üben
erworben wird.
- Die alltäglichen Handlungen bestehen aus recht komplexen Einzelschritten, die in einzelne
Handlungen zerlegt und wiederholt geübt werden müssen.
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- Einfache Bewegungsabläufe werden zuerst an groben Materialien vorgeübt; dann schließen sich
Übungen in zunehmendem Schwierigkeitsgrad an, bis die Bewegung schließlich beherrscht
wird.
- Falls Kinder Schwierigkeiten mit dem Gesamtablauf dieser Übungen haben, werden einzelne
Schritte isoliert geübt.
- Montessori unterscheidet bei diesen Übungen nicht zwischen typischen Jungen- und
Mädchenarbeiten
- ÜdtL dienen (1) als Mittel zum Aufbau der Intelligenz und (2) zur Erlangung der
Unabhängigkeit vom Erwachsenen
-15-

Wissenschaftsbegriff (Katharina Pape)

- naturwissenschaftlich ausgebildete Ärztin (als Expertin für Kinderkrankheiten ausgebildet;


Umgang mit kranken/geistig behinderten Kindern im Krankenhaus und in der Psychiatrie)
→ ihre Pädagogik basiert auf soziologischen, naturwissenschaftlichen und christlichen
Hintergründen
- „Wissenschaft vermag viel, aber sie vermag letztendlich nicht das wahre Sein des Kindes zu
erfassen/hervorzubringen“
- „Wissenschaft vermag das Kind als heranwachsenden Menschen eindeutig zu bestimmen
und geht doch dann gerade am wahren Wesen des Menschen vorbei“
- im Kind manifestiert sich die Ursprünglichkeit des Menschen; diese wird dort sichtbar wo
„Wissenschaft sich ihrer Grenzen bewusst wird, indem sie ihre Leistung innerhalb dieser
Grenzen begreift“
- 1896 bis 1906: Übergang Medizin-Pädagogik : Nicht nur das medizinisch kranke Kind ist
hilfsbedürftig
- Frühwerk durch wissenschaftlich-experimentelles und durch die Liebe zum Kind bestimmt
- Itard mit seiner Experimentalpädagogik fließt in ihre Arbeit ein: von ihm durchgeführte
experimentalpsychologische Tests/wissenschaftliche Mittel „werden zu Maßnahmen, mit
deren Hilfe eine Erziehung erfolgt, so dass die Pädagogik selbst sich dadurch verändert“
- Definition Wissenschaftler: der Mensch, der empfindet, dass der Versuch die Möglichkeit
bietet, die tiefgründigen Wahrheiten des Lebens zu erforschen
- Wissenschaftliche Pädagogik: ‚Geist des Wissenschaftlers’ existiert über dem ‚Mechanismus
des Wissenschaftlers’; bei Lehrern muss der ‚Geist’ mehr geschult werden als der
‚Mechanismus’; wissenschaftl. Pädagogik entsteht in Schule, wenn die freie Entfaltung der
kindlichen Aktivität möglich macht
- ‚Geist des Lehrers’ ist vollkommen, wenn Opfergeist des Wissenschaftlers und der Geist
‚unaussprechlicher Verzückung eines solchen Mystikers zu erfüllen’ zusammen treffen
- Experimentalpädagogik: exakte Forschung, Experimentalprogramm: Einsatz des
Sinnesmaterials und anthropometische Messungen (Anthropometer/Pädometer und das
Führen von Tabellen/Statistiken über bestimmte körperliche Merkmale wie Körpergröße,
Gewicht, Brustumfang) →auf ‚Biographiekarte’ werden die Ergebnisse zusammengefasst,
damit körperliche und psychische Entwicklungen des einzelnen Kindes nachvollziehbar sind
- Wissenschaft hat den ‚Prozess der Bildung der Personalität’ noch nicht erforscht
- Wissenschaftler erforschen die Geheimnisse der Natur und erwerben durch ihre
Entschleierung tiefe Einsicht, die ihn auch zu Veränderungen ankurbelt
- Wissenschaft/der wissenschaftliche Mensch gab den „Anstoß eine ‚wirkliche Supra-Natur’
zu bauen, die phantastisch reicher ist als das, was wir gegenwärtig die ‚wilde’ Natur nennen“
- „Falls die Wissenschaft beginnen würde, den Menschen zu studieren, so würde es ihr nicht
allein gelingen, neue Techniken für die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu
vermitteln, sondern auch beizutragen zu einer tieferen Einsicht in viele Tatsachen und
Geschehnisse des menschlichen Zusammenlebens, die jetzt noch in dunkel gehüllt sind.“

Wissenschaftsverständnis (Te)

Maria Montessoris Verständnis von Pädagogik ist durch ihre Vorgeschichte als Medizinerin
geprägt.

Zum Einen liegt hier eine Voraussetzung für ihr empirisches Verständnis von Pädagogik als
einer experimentellen Wissenschaft vor, wobei experimentell hier nicht im Sinn von
Experimenten verstanden werden darf. Gemeint ist jedoch ein steter Wechsel zwischen
Beobachten, Erarbeiten von Handlungsmodellen, Erproben und Variieren der
Handlungssituation. Die entsprach wohl dem damaligen naturwissenschaftlichen Verständnis,
-16-

jedoch nicht dem der Pädagogik, welche noch lange stark philosophischem Denken verhaftet
blieb.

Zum anderen ging Montessoris Weg zur Pädagogik über ihre klinische Erfahrung mit
behinderten Kindern, aus der sie im Laufe der Zeit die Grundlagen herausdestillierte, die für
die Pädagogik insgesamt fruchtbar schienen. Die Basis ihrer naturwissenschaftlich-
erfahrungsorientierten Einstellung bildet die Anthropologie Sergis, Professor der
Anthropologie in Rom.

Er gründete das erste Institut für Experimentalpsychologie in Italien. Seine


Arbeitsschwerpunkte waren die Verteilung der Rassen (insbesondere Arier und der
mediterranen Rassen), sowie die Kranioskopie, die geometrische Beschreibung des Schädels.

"Seit vielen Jahren kämpfe ich für eine Idee, die ich desto mehr als richtig und nützlich für
die Ausbildung und die Erziehung des Menschen halte, je länger ich darüber nachdenke; dass
wir nämlich um natürliche Methoden zu gewinnen und diese Ziele zu erreichen, über
zahlreiche exakte und rationale Beobachtungen des Menschen verfügen müssen, ganz
besonders über seine Kindheit, in der die Grundlagen für Erziehung und Bildung zu legen
sind. Kopf, Größe usw. zu messen ist natürlich keine Pädagogik, sondern ein Mittel zum
Zweck, weil man niemand erziehen kann, ohne ihn genau zu kennen" (Sergi, zit. nach
Montessori, Entdeckung, S. 4).

Doch von Sergi übernahm Montessori nicht die Ideen, sondern die Methoden des
wissenschaftlichen Untersuchens, eine Art Phänomenologie des Menschen, die sich zunächst
auf seine biologischen Merkmale bezog, aber als Grundlegung einer wissenschaftlichen
Pädagogik, die Maria Montessori anstrebte, nicht ausreichte.

Nach Maria Montessoris Meinung führte diese anthropometrische Auffassung von den
Grundlagen der Pädagogik , genauso wie eine psychometrische, zwar zu möglicherweise
wissenschaftlich gebildeten Lehrern, aber nicht unbedingt zu einer wissenschaftlichen
Pädagogik: Man untersuchte wohl die Kinder, aber nicht die Pädagogik, bzw. das
pädagogische Geschehen. Für die Lehrer sei daher mehr der Geist des Wissenschaftlers und
weniger der Mechanismus des Wissenschaftlers zu schulen. Dabei nennt Montessori den
Wissenschaftler einen "Menschen, der empfindet, dass der Versuch die Möglichkeit bietet, die
tiefgründigen Wahrheiten des Lebens zu erforschen, ein Stückchen vom Schleier seiner
faszinierenden Geheimnisse zu lüften, und der dabei in seinem Innersten eine so
leidenschaftliche Liebe für die Geheimnisse der Natur in sich aufkommen fühlt, dass er sich
selbst darüber vergißt. Der Wissenschaftler ist kein Mensch, der mit Instrumenten hantiert,
sondern jemand, der die Natur kennt. Dieser sublim Verliebte trägt wie ein Mönch die
äußeren Zeichen seiner Leidenschaft..." (Montessori.., Erfindung, S. 7).

Dieser Geist des Wissenschaftlers hätte sich der Beobachtung von Menschen zu widmen.

"Stellen wir uns nun einen glühend mystischen Geist vor, der das kleine Kind in allen seinen
Lebensäußerungen beobachtet, um mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Liebe, heiliger
Neugier und Sehnsucht nach den höchsten Gipfeln des Himmels den Weg zur Erlangung der
Vollkommenheit zu erlernen, und führen wir ihn mitten in eine Klasse voller kleiner Kinder.

Dies wäre gewiss nicht der neue Erzieher, den wir heranbilden wollen.

Was wir versuchen, ist, den einzelnen Menschen mit dem strengen Opfergeist des
Wissenschaftlers und dem Geist unaussprechlicher Verzückung eines solchen Mystikers zu
erfüllen - dann haben wir den "Geist des Lehrers" vollkommen vorbereitet.
-17-

Denn er wird vom Kind selbst die Mittel und den Weg für seine eigene Erziehung lernen, das
heißt, er wird vom Kind lernen, sich als Erzieher zu vervollkommnen" (ebenda, S. 11).

Aber es geht bei diesem Beobachten und Daraus-Lernen nicht um Menschen an sich, sondern
um solche, die sich in einer Situation befinden, in der sie frei nach ihrer Natur lernen können.
Die findet der beobachtend lernende Lehrer nicht einfach in den Schulen, an Orten, in denen
Kinder durch Ersticken des spontanen Ausdrucks ihrer Persönlichkeit zu toten Wesen werden
und auf ihrem festen Platz in der Schulbank sitzen, wie in Reih und Glied aufgespießte
Schmetterlinge, welch die Flügel des hart erkämpften Wissens ausbreiten - ein Wissen, das
durch diese Flügel, welche Eitelkeit bedeuten, symbolisiert werden kann" (ebenda, S. 12).
Vielmehr muss man gleichzeitig die Situation schaffen, in der das Kind sich auf freie Weise
betätigen kann.

"Es hat also keinen Wert, den wissenschaftlich gebildeten Lehrer zu schulen, man muss die
Schule für ihn bereit machen.

Die Schule muss die freie Entfaltung der kindlichen Aktivität ermöglichen, damit dort die
wissenschaftliche Pädagogik entsteht..." (Montessori, Entdeckung, S. 12).

Montessori fordert also ein verschränktes wissenschaftliches Verfahren. Einen


wissenschaftlich geschulten Lehrer, der in einer veränderten Schule Kinder in ihren
autonomen Äußerungen erfahren und daraus für die Erziehung lernen kann.

"Eine Grundlage der wissenschaftlichen Pädagogik muss deshalb eine Schule sein, wo die
Entwicklung spontaner Äußerungen und individueller Lebhaftigkeit des Kindes gestattet sind.
Falls sich eine Pädagogik aus dem individuellen Studium des Schülers entwickeln soll, so
muss dieses Studium wie folgt verstanden werden: es hat sich aus der Beobachtung von
freien, das heißt beobachteten und überwachten, aber nicht unterdrückten Kindern zu
ergeben." (ebenda, S. 23)

Man findet bei Maria Montessori also eine charakteristische Mischung von
erfahrungswissenschaftlichem und utopisch-spekulativem Denken. "Das Frühwerk scheint
strengsten naturwissenschaftlich-empirischen Kriterien verhaftet zu sein. Die späteren
Arbeiten tendieren scheinbar zum Spekulativen [...] Die genauere Betrachtung korrigiert
jedoch diesen Eindruck. Auch die frühen Werke beschreiben letztlich eine Erziehungspraxis,
deren Ergebnisse nur begrenzt empirisch messbar, wohl aber erfahrbar sind. Und die
späteren Schriften integrieren die frühen Ansätze in einer umfassenderen Schau des Kindes,
ohne die empirischen Befunde und die Methoden und Mittel der Frühzeit aufzugeben. Man
wird daher in der Geprägtheit Montessoris als naturwissenschaftlich ausgebildete Ärztin und
als Mensch mit einer tiefen, aber nicht ausschließlich katholisch-christlichen Religiosität die
beiden Wurzeln ihrer Pädagogik sehen müssen" (Heiland, S. 9).
-18-

Der absorbierende Geist (Merle Heitkötter)

- absorbieren = aufsaugen, verinnerlichen


- innere Aktivität des Kindes wird mit den Begriffen „sensible Periode, Baumeister des
Menschen, geistiges Embryo und absorbierender Geist“ beschrieben
- Kind nicht als kraftloses Wesen, sondern als Schöpfer unserer Intelligenz
- geleitet von einem inneren Lehrmeister
- Eindrücke dringen in den Geist des Kindes ein und formen ihn die Eindrücke inkarnieren
(verkörpern) sich in ihm
- Kind schafft sein „geistiges Fleisch“ im Umgang mit den Dingen seiner Umgebung
- privilegierte Geistesform des Kindes
- Kleinstkindzeit als Phase höchster Produktivität
- Entwicklung des einzelnen Menschen eingebettet in die konkrete Gesellschaft und in den
alles übergreifenden Kosmos
- Kind handelt gemäß kosmischen Gesetzen, steht damit im Dienst der Natur und bringt so die
Basisbedingungen für Gesellschaft, die Supra-Natur, hervor
- umweltintegrierende Produktivität des Kindes, insbesondere des Kleinstkindes
- sensibel
- konstituiert sich selbst und baut sich selbst auf, indem er das Umfeld aufsaugt und sich in
das Umfeld integriert
- kindliche Natur bringt unbewusst den absorbierenden Geist, die Geisteskraft, hervor
- bringt die „Schöpfung des Ganzen“ hervor
- schöpferisches Kräftepotenzial/ schöpferische Energie des Kindes veranlasst das Kind sich
die Umwelt zu absorbieren
- die immer präziser werdende kindliche Wahrnehmung der Sprachumwelt entspricht dem
Aufbau immer präziserer Sprachgestalten in den Nebulen (Nebula: allgemeines
Sprachpotenzial, das an einer bestimmten Sprachwirklichkeit gewissermaßen entzündet wird
und sich dann beim einzelnen Kind zu einer bestimmten Sprache gemäß der vorgefundenen
Sprachwirklichkeit entfaltet)
- akzeptiert alles, nimmt alles auf, inkarniert alles
- Basis der vom Menschen geschaffenen Gesellschaft
- Kind überbrückt die Schwierigkeiten des menschlichen Schicksals mit der Kraft der Liebe

Der absorbierende Geist (Lena Kayser)


(absorbieren = in sich aufnehmen)

 Metapher für die umweltintegrierende Produktivität des Kindes, besonders des


Kleinstkindes
 „Schöpfer unserer Intelligenz“
 von einem „inneren Lehrmeister“ geleitet
 aufgenommene Eindrücke dringen nicht nur in den kindlichen Geist, sondern formen ihn,
die Eindrücke „inkarnieren sich in ihm“
 privilegierte Geistesform des Kindes bis zu seiner eigenen Bewusstwerdung
 „das Kind als Baumeister des Menschen“, „geistiger Embryo“
 das aktive Kleinkind handelt gemäß kosmischer Gesetze  steht im Dienst der Natur
bringt die Basisbedingung für die Gesellschaft/Kultur (=Supra Natura)
 sensibel
 die kindliche Natur bringt unbewusst die menschliche Geisteskraft, den „absorbierenden
Geist“ hervor
 bringt die „Schöpfung des Ganzen“ hervor
 der Geist, der das Umfeld aufsaugt, wächst selbst, indem er sich in das Umfeld integriert
 veranschaulicht das schöpferische Kräftepotential des Kindes
-19-

 durch die schöpferische Energie absorbiert das Kind die Umwelt


 „die immer präziser werdende kindliche Wahrnehmung der Sprachwelt ist der Aufbau
immer präziserer Sprachgestalten in den Nebula“ Montessoris Verständnis des
absorbierenden Geistes für die Sprachentwicklung
 ist vorurteilslos, offen
 Basis für die von Menschen geschaffene Gesellschaft
 besitzt die Kraft der Liebe
 „Bewegungskoordination, Sinnesschulung, Ordnungssinn, Schreib-, Lese- und
Rechenvorübungen, Sinnesmaterial und Materialkontrolle, Funktion der Betreuungsperson“
bieten der Geistesform das `Futter`
-20-

Maria Montessori: „Innere Ordnung“ (Miriam Enning und Kristin Most)

- die innere Ordnung benötigt bzw. geschieht nach der Polarisation der Aufmerksamkeiten
- alles Unorganisierte & Unbeständige wird im Bewusstsein des Kindes zur inneren
Schöpfung organisiert/strukturiert
- gewonnene Erkenntnisse werden im Geist geordnet, so dass keine Verwirrung/kein Chaos
entstehen kann
- diese Merkmale der inneren Ordnung lassen sich bei jedem Kind finden
- innere Ordnung ist mit der vorbereiteten Umgebung verbunden; nur wenn die Umgebung
gut strukturiert ist, kann auch die innere Ordnung gelingen

Innere Ordnung (Carina Lips - Te)

- durch Konzentration wird dem geistigen Ordnungsgefüge eine Struktur gegeben


- die leibliche Aktivität des Kindes verbindet sich mit dem geistigen Inneren
- Übung: Aktivierung des kindlichen Inneren über die Sinne
- Das Zentrum ist durch die innere Ordnung bestimmt
- Innere Ordnung strukturiert Freiheit
- Innere Ordnung dient als Orientierungsmuster im Unterbewusstsein
- Kleine Kinder zeigen eine charakteristische Liebe für äußere Ordnung
- Sensibilität für Ordnung: inneren Sinn für Ordnung aufbauen um Beziehungen zwischen
Dingen zu erkennen (ganzheitliche Sicht)
- Diese äußere Ordnung ist für das Kind eine wichtige Voraussetzung dafür, die eigene innere
Ordnung zu finden
- Der Begriff der inneren Ordnung steht für ein auszubildendes inneres, geistiges
Ordnungssystem, welches dem Kind ermöglichen soll, die auf es einströmenden vielfältigen
eindrücke in eine selbst zu schaffende Ordnungsstruktur (z.B. Farbe, Form, ...)
einzugliedern.
- Dadurch wird dem Kind eine Orientierungsmöglichkeit geboten, alle auf es einwirkenden
Einflüsse von außen (= alle Sinneswahrnehmungen) zu differenzieren und besser einordnen
zu können. Nur so wird es ihm ermöglicht, mit der für ihn kompliziert erscheinenden
Umwelt fertig zu werden.
- Die Aufgabe der Montessori-Pädagogik liegt nun darin, die Heranwachsenden bei dem
Aufbau, der Bildung ihrer (meist allgemeingültigen) inneren Ordnung zu unterstützen,
indem durch gezielt eingesetztes Material (Sinnesmaterial) die Grundlagen dafür gebildet
werden.
- Dabei liegt die Aufgabe des Sinnesmaterials darin, durch gezielte Förderung jeweils nur
einer Empfindung, eines Sinnes (vgl. Sinnesisolierung) (z.B. nur Geräusche etc.) die
Grundstruktur der inneren Ordnung auszubilden, von der aus das Kind dann selber
weiterentwickeln kann.
- Die innere Ordnung sind eine große Hilfe im Rahmen des Lern- und
Entwicklungsprozesses.
- Die Gestaltung des Tagesablaufes sollte ritualisiert sein, um als äußere Ordnung
wahrgenommen werden zu können; gleiches gilt auch für die räumliche Gestaltung
(sensible Phase für Ordnung, vgl. Film „Wolfsjunge“)
- Die vorbereitete Umgebung soll das Bedürfnis nach einer äußeren Ordnung befriedigen. Die
Kinder befinden sich in einer sensiblen Phase für Ordnung. Daher ist es wichtig, dass jedes
Material seinen eigenen festen Platz hat und es dort immer anzutreffen ist. Dies ermöglicht
eine schnelle Orientierung. Andere Orientierungshilfen beziehen sich auf den Umgang
miteinander; so darf kein Kind bei der Arbeit gestört werden.
- Die vorbereitete Umgebung ist ein Teil der äußeren Ordnung.
- In jedem didaktischen Material findet sich eine Ordnung. Durch die Arbeit mit dem Material
verfeinert das Kind seine innere Ordnung, die es immer besser befähigt, spätere
-21-

Gegenstände seiner Umwelt zu differenzieren und einzuordnen.


-22-

Kosmische Erziehung (Anna Kortendieck)

- Vordringlichste Aufgabe der kosmischen Erziehung: „Den Keim für die Naturwissenschaften
legen!“

- Diese umfasst die Lehre und Auseinandersetzung mit der Umwelt ( Weltall, Erde, kindliche
Umgebung).
- Sie bietet vielfältige Möglichkeiten, durch Staunen über beobachtbare Phänomene und
experimentellem Lernen dem Kind Erkenntnisse über den naturwissenschaftlichen Bereich zu
vermitteln.

- Beantwortung der Kinderfragen „WOHER?“ und „WARUM?“ durch Bildtafeln, Erzählungen


und einfache Versuche auf kindgerechte Weise.

- Man sieht den menschlichen Lebensraum als Kosmos an. Jeder Mensch ist für diesen Kosmos
selber verantwortlich.

- Die kosmische Erziehung versucht jedes Kind entsprechend seiner Entwicklungsphasen in


unser ganzes System/ den Lebensraum einzubinden. Dies geschieht, indem das Kind erst eine
Übersicht- eine Art Ordnungssystem erhält und dann immer mehr Einzelheiten erfährt.

- Ziel ist es, dass das Kind die Beziehung von Lebewesen und ihrer Umwelt erkennt und
versteht, dass alle Dinge im Universum Teil eines großen Ganzen sind und dass alles miteinander
verbunden ist.

Kosmische Erziehung (Te)

- Beruht auf der kosmischen Theorie:


- Der gesamten Schöpfung liegt ein einheitlicher Plan (göttlicher Plan) zugrunde
- Erde stellt eine Ganzheit dar, in der jedes Lebewesen seine Aufgabe für das Ganze erfüllt
und umgekehrt  harmonisches Zusammenwirken  Erziehung zum Frieden
- Mensch nimmt eine Sonderstellung ein, da er Entscheidungen treffen kann, die der Natur,
dem Kosmos jedoch oft schaden

- Montessoris Ziel:
- Harmonische, friedvolle Gesellschaft, Einklang des Menschen mit Mensch und Natur 
Supra-Natur

- Voraussetzung/Ziel der kosmischen Erziehung:


- Kennen der Zusammenhänge in der Natur
- Bewusstsein von der Verantwortung des Menschen der Natur gegenüber
- Wissen über die Welt

- Teilaspekte der kosmischen Erziehung:


- Geographie, Astronomie, Geologie, Chemie, Physik, Biologie, Politik, Soziologie,
Geschichte

- Möglichkeiten der Vermittlung:


- direkte Erfahrung in der Natur (Wanderungen in der Natur, etc.)
- Schulgarten (selbst angelegt und gepflegt)
- Pflege von Blumen und/oder Tieren im Klassenraum als Teil der vorbereiteten Umgebung
-23-

- Versuche
- Experimentierecke

- Aufgabe des Erziehers:


- Erwecken des Interesses, der Faszination an den Zusammenhängen des Kosmos (durch
Bilder, Geschichten etc.)

- Wichtigstes Gebot:
- Das Ganze geben, indem man das Detail als Mittel gibt: Im Detail das Ganze erblicken!
- Dadurch ist das Kind in der Lage, mit Hilfe seiner Vorstellungskraft, Phantasie, auf das
Ganze zu schließen und Zusammenhänge herzustellen
-24-

Montessori Materialien

– Montessori-material wurde zuerst bei behinderten Kindern eingesetzt


und dann erst später auf die „normale“ Erziehung übertragen
– Montessori-Arbeitsmaterial ist „Sinnesmaterial“
– Durch Stimulierung der Sinne werden die Kinder neugierig und ihre
Aufmerksamkeit wird auf das Arbeitsmaterial gelenkt
– Kinder haben einen natürlichen Drang Dinge zu berühren, zu riechen
und zu schmecken
– Begreifen und Greifen werden zur Einheit
– -> Intellekt und Motorik werden zur Einheit
– Kinder lernen durch das Material selbstständig, die Lehrperson ist nur
eine „Unterstützung“
– Kinder können am Material selbst erkennen, wann sie einen Fehler
gemacht haben
– Montessori-material entspricht in seiner Klarheit, Struktur und
Sachlogik den sensitiven Entwicklungsphasen des Kindes
– Einzelne Sinne werden isoliert, damit mehr „Wert“ auf die gerade
notwendige Sinneserfahrung gelegt wird

Montessori-Material = Sinnesmaterial = didaktisches Material (Julia Kehl-Detemple)

- Montessoris Philosophie lautet « Hilf mir es selbst zu tun »: unter diesem Motto stand auch
ihr Material
- Das Material soll jedem Kind zu seinem wahren Selbst verhelfen
- Kinder sollen das didaktische Material benutzen, um sich selbst zu erziehen (Didaktik : Die
Lehre von den Inhalten).
- Mit Hilfe des didaktischen Materials eignet sich das Kind die Inhalte eigentätig an.
- Geistige Schulung/Heilung durch Sinnestätigkeit bzw. Motorik  dies unterstützt das
Material
- Materialien sind SINNESAKTIVIEREND
- Peripherie: Vorbereitete Umgebung , Materialien
- Mithilfe der Materialien : Übung des täglichen Lebens  z.B. Jacke zuknöpfen, Schleifen
binden etc.
- Sinnestraining mit didaktischem Material als Vorbereitung für z.B. Lesen, Schreiben etc.
- Montessoris Sinnesmaterial dient zwei bestimmten Phänomenen: 1. Prinzip der Isolierung,
Spezialisierung auf einen ganz bestimmten Inhalt. 2. Prinzip einer festgelegten Reihenfolge,
von grob zu fein ( Einsatzzylinderblock)
-25-

- Montessori überträgt, aufgrund ihrer Erfolge mit geistig behinderten Kindern, ihr
didaktisches Material in den Bereich der Normalerziehung
- Bei ihr gibt es keinen Spielbegriff als solchen, sie redet nur von « Arbeit » , im Sinne von 
« ich mache es für einen bestimmten Zweck, mit einem höher gestellten Ziel »
- Sinnesmaterial als « Kristallisationspunkt »  Polarisation der Aufmerksamkeit: Über die
Sinne zum geistigen Schöpfungsakt
- Durch Wiederholung wird die gewonnene geistige Struktur (Ordnung) verfestigt, gesichert.
- Didaktische Material geht in seiner Funktion Hand in Hand mit der vorbereiteten Umgebung
- Das Material ist Teil der Umgebung
- Das Kind soll « aus seiner Umwelt die Nahrung schöpfen » Materialien, vorbereitete
Umgebung
- Bei Montessori steht das Material für den eigenen Begriff von Wirklichkeit, es ist Teil der
Wirklichkeit. Das Kind soll sich ein eigenes Bild von Wirklichkeit machen, durch das
Material
- Das Sinnesmaterial hat eine Schlüsselfunktion für die Aktivierung eines eigenen
Verständnisses von Wirklichkeit  Es besitzt Anregungspotential für den
eigenschöpferischer Akt.
- Materialien haben eine formale Funktion, « sie sollen über die Sinne den Geist in seiner
Konzentrationsleistung aktivieren »
- Geistige Gestaltung passiert über die Beschäftigung mit dem Material
- Im Material ist Inhalt und Intention verpackt
- Nach Montessori soll das Kind
 Die Welt in ihren Zusammenhängen erfahren
 Im Konkreten das Abstrakte erkennen
 Freude über alles haben, was gelingt
 Mit allen Sinnen wahrnehmen
 Selber entscheiden, wann etwas zu machen ist
 Ordnen und Begreifen
 Selber merken wenn etwas falsch ist
 Eine kindliche Selbstaktivität entfalten

 all dies unterstützt und fördert das Material Montessoris


-26-

Polarisation der Aufmerksamkeit (Jan Middendorf)

 Eine auf einen Gegenstand fixierte Aufmerksamkeit des Kindes, die durch Wiederholung
Konzentration hervorbringt

 durch diese „Polarisation“ wird das Kind ruhiger, intelligenter und mitteilsamer.
Zum Teil beginnt es das Kind sich vollständig zu verändern.

 Das Kind „offenbart“ außergewöhnliche innere Qualitäten

 Fixierung einer Sache, die das individuelle Kind intensiv anzieht. Die komplette
Aufmerksamkeit wird erregt  völlige Hingabe zur Sache

 Der Mensch erlebt „die Offenbarung seiner selbst und fühlt, dass er zu leben beginnt“.

 Die geistigen Kräfte können durch Angebote seiner Umgebung aktiviert werden. Sie äußern sich
dann „eruptiv, explosionsartig“ Aktivierung nicht durch Erziehung, sondern im freien
Umgang des Kindes mit Materialien

 Das Sinnesmaterial ist der Kristallisationspunkt, der auslösende Faktor oder Katalysator dafür,
dass die geistigen Kräfte gebündelt werden und nach außen treten.

 Geistig nicht behinderte Kinder im Vorschul- und Grundschulalter sind nicht als „normal“
hinsichtlich ihrer „geistigen Aktivität“ zu betrachten. Durch Materialangebote kann ihre geistige
Kraft aktiviert werden.

 Die Polarisation der Aufmerksamkeit gilt für Montessori als Ursprungsort des
elementaren Ordnungs- und Entwicklungsprinzips menschlicher
Personalität
-27-

Soziale Erziehung (Elisa Kramer)

 Auch wenn den Kindern viele Freiheiten (z.B. Freiarbeit) ermöglicht werden, sollen sie auch
lernen, dass bestimmte zwischenmenschliche Umgangsformen für das Leben in der
Gemeinschaft wichtig sind
 Das soziale Verhalten wird u.a. dadurch gefördert, dass jedes Material nur einmal vorhanden ist
 Kinder lernen Rücksichtnahme, Abwarten auf Arbeitsmaterialien und anderen Kindern zu
helfen
 Ordnungsprinzip: alle Materialen müssen so hinterlassen werden, dass der Nächste direkt damit
weiter arbeiten kann  Kinder lernen Respekt vor den Gegenständen/Materialien
 Kinder lernen in altersgemischten Gruppen/Klassen  soziales Lernen findet statt, weil Kinder
voneinander lernen und sich gegenseitig ergänzen
 Da auf individuelles Lerntempo großer Wert gelegt wird, macht jedes Kind die Erfahrung, dass
andere Kinder schon fortgeschrittener sind  dadurch lernt es, seine eigenen Leistungen zu
akzeptieren, wodurch ein Konkurrenzkampf unnötig wird
 Zur sozialen Erziehung gehört auch die Erziehung zum Frieden

Soziale Erziehung (Sonja Kleykamp)

- die Lehrgemeinschaft setzt sich zusammen aus Kindern unterschiedlichen Alters und
entspricht somit der natürlichen Lebensumwelt des Kindes
- da sich jedes Kind auf einem anderen Niveau befindet und somit jeder seinen eigenen
Entwicklungsstand hat, herrscht kaum Konkurrenzdenken ( keine Vergleichsmöglichkeit)
- die Älteren übernehmen Patenschaften für die Jüngeren ( Vorbildfunktion) und lernen
daraus Verantwortung und Hilfsbereitschaft; die Jüngeren schauen sich Regeln ab und ihnen
wird der Start in der neuen Umgebung erleichtert
- Entwicklung sozialer Verhaltensweisen wird durch jahrgangsübergreifende Klassen
gefördert (z.B.: Material ist nur einmal vorhanden, die Kinder müssen geduldig,
rücksichtvoll sein und sich einigen)
- Ebenfalls Ziel der Sozialerziehung ist es, alle Kinder mit ihren Eigenarten zu akzeptieren
und in die Gruppe zu integrieren, indem ihnen Mut zur Arbeit gemacht wird und Erfolge
neidlos anerkannt werden.
- Das Einhalten einer äußeren Ordnung ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt der sozialen
Erziehung. Durch die Übernahme bestimmter Kontrolldienste merken die Kinder, wie
wichtig eine Ordnung ist. Dadurch werden bestimmte Regeln des sozialen Zusammenlebens
verinnerlicht.

 Die aufgeführten Punkte zeigen, dass die besondere Art des Arbeitens nach Montessori
soziales Verhalten begünstigt!
-28-

Vorbereitete Umgebung (Sandra Theil)

 „beste Entwicklungsbedingungen“ (= „vorbereitete Umgebung“)

 kindgerechte Möbel
 familiäre Atmosphäre
 die Einfachheit oder Unvollkommenheit
der äußeren Gegenstände dient dazu die
Rührigkeit und Geschicklichkeit des Zöglings
auszubilden Gestaltung des Raumes
 soll Kind zur Aktivität anregen
 stellt Angebote
 muss freie Entfaltung der kindlichen Aktivität
ermöglichen
 kann nur durch Ruhe und Ordnung einen
günstigen Einfluss ausüben

 sinnesaktivierende Materialien
 reichhaltiges Lehrmaterial
 Selbstlernmaterial
 wissenschaftliches und didaktisches
Material
 soll geistige Kräfte anregen notwendige Materialien
 Erziehung geschieht durch Umgebung ( mit
Materialien und Tätigkeiten)
 Produktivität des Kindes soll durch äußere
Bedingungen über Sinne und Bewegungsabläufe
unterstützt und gestärkt werden
 Montessoris „Entwicklungsmaterial“

 soll Persönlichkeitsentwicklung anregen und


befreien
 stellt Äußerung des seelischen Wachstums ein
 Hauptmittel der Muskelerziehung
 notwendig für freie Entwicklung
 offenbarende Umwelt sammelt die Kräfte im Kind
und zersplittert sie nicht  hilft einer Persönlichkeit
zur Entwicklung, deren innere Freiheit zur freien sittlichen „Auswirkungen“ auf
Tat führt das Kind
 Umwelt dient als Mittel zur Erwerbung verschiedener
Fähigkeiten während dem Wechsel der Empfänglichkeiten
(innere Empfänglichkeit bestimmt, was aus der Vielfalt der
Umwelt jeweils aufgenommen werden soll und welche
Situation für das augenblickliche Entwicklungsstadium
die vorteilhaftesten sind)

 Sensibilität des Kindes gelangt von der Peripherie (Sinne und Motorik) zum Zentrum (Geist)
 Freiheit ist Tätigkeit  Kind braucht Freiheit um aktiv zu werden
 die Freiheit des Kindes hat als Grenze das Interesse der Gesellschaft
-29-

 die Tätigkeit (des Lehrers/ Erziehers) muss in der Erscheinung liegen


 Lehrer soll nur eingreifen, wenn es die vollständige Entfaltung des Kindes
befördert
 Lehrer soll spontane Bewegungen nicht unterdrücken und nicht nach seinem
Willen Forderungen stellen

Zitat: „Das neugeborene Kind aber ist nicht einfach ein Tierlein, das man nähren muss, es ist von
Geburt an ein Geschöpf mit Seele, und wenn man für sein Wohl sorgen will, genügt es nicht,
seine körperlichen Bedürfnisse zu befriedigen: man muss ihm auch einen Weg zur geistigen
Entwicklung eröffnen, muss seine geistigen Regungen vom ersten Tag an achten und
verstehen, sie zu fördern.“

Vorbereitete Umgebung (Te)

- das Kind erobert sich durch den Eintritt in das Kinderhaus, die Schule einen eigenen
Lebensbereich ( neue Regeln, neue Bezugspersonen etc.)
- Voraussetzung für eine spontane Selbstentfaltung durch Selbsttätigkeit (jeweils der sensiblen
Phase entsprechend) ist eine stimulierende Umgebung, damit sich die Kinder frei entfalten
können ( Konzentration,  Polarisation der Aufmerksamkeit)
- Die vorbereitete Umgebung wird vom Erzieher geschaffen, sie ist keine natürliche
Umgebung. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche, alle Gegenstände und Materialien sind
bewusst ausgewählt worden und haben eine besondere Funktion im pädagogischen Prozess.
- Die vorbereitete Umgebung dient als Schlüssel zur Welt, denn hier können die Kinder erste
exemplarische Erfahrungen machen, die sie später auf andere Lebensbereiche übertragen
können (vgl. z. B. Übungen des täglichen Lebens etc.)
- Vorbereitete Umgebung und Erzieher bilden eine Einheit, die eine vertrauensvolle
Atmosphäre vermittelt, in der sich das Kind angenommen und respektiert fühlt
- Die vorbereitete Umgebung stellt eine äußere Ordnung dar, die dem Kind zu einer inneren
Ordnung verhelfen soll.
- Die vorbereitete Umgebung beinhaltet ein Ordnungssystem, als (1) Orientierungsrahmen
und (2) zur Ordnung der Sinneseindrücke und Erfahrungen

Vorbereitete Umgebung (Linda Prott)

- Kind soll sich in einer kindgemäßen, „vorbereiteten“ Umgebung frei entwickeln


- vom Mensch bewusste Gestaltung einer Wirklichkeit/ eines Lebensraumes um lernenden
Kindern eine selbstständige, eigenaktive Entfaltung und Aneignung von Fähigkeiten und
Wissen zu ermöglichen
- Stütze/ Hilfe um sich entwickeln/ entfalten zu können
- stellt Möglichkeit zur Offenbarung, geistige Kräfte können aktiviert werden
- durch die v.U. wird auf das Innere/ auf den Geist des Kindes eingewirkt
- gestaltete Einrichtungen, Traditionen, Gebräuche
Erwachsene/ Lehrperson
- nehmen Vermittlerfunktion ein, dienen als Begleitperson und pädagogische Bezugsperson
- Förderer nicht „Bestimmer“
- bietet sich an, sorgt für optimale Umgebung
-30-

- „negative“/ passive Erziehung


- zeigt Benutzung der Materialien, beeinflusst den Umgang des Kindes mit diesem aber nicht
Materialien/ Aufbau
- Dinge/ Möbel sind den Proportionen des Kindes entsprechend gebaut (kleine, pflegeleichte
Tische, Stühle, Regale...)
- Selbstlernmaterial (Material korrigiert Kind, Lehrer „unnötig“)
- Material lässt Sinne, Motorik, geistige Kraft des Kindes auf Gegenstand konzentrieren
- Materialien müssen Kind fordern, seine Aufmerksamkeit völlig in Anspruch nehmen
geistige Kräfte sollen durch strukturierte Angebote (Reize) der vorbereiteten Umgebung
geweckt, geübt und weiterentwickelt werden