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Johanniskraut-Salbe selbst herstellen und

anwenden
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Das echte Johanniskraut ist eines der vielseitigsten und wirkungsvollsten Heilkräuter in
Europa, und es lohnt sich auf jeden Fall im Sommer ein paar seiner gelben Blüten zu
sammeln. Du kannst sie trocknen und als Tee verwenden oder ihre Wirkstoffe durch die
Herstellung einer Johanniskraut-Tinktur oder in selbstgemachten
Ölauszügen konservieren. Das sogenannte Rotöl ist besonders beliebt und wird zur
Herstellung von Salben und Cremes genutzt. Wie du eine einfache, pflegende Johanniskraut-
Salbe zubereitest, erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Die Kraft der gelben Blüten


Das Johanniskraut wird seit jeher mit der Kraft der Sonne assoziiert. Die gelben Blüten
speichern die Energie des Sonnenlichts, darum nutzen Wildkräuterliebhaber sie so gerne an
bewölkten, düsteren Wintertagen. Schon seit dem Mittelalter ist die stimmungsaufhellende
Kraft des Johanniskrauts bekannt, und inzwischen hat auch die Schulmedizin die enthaltenen
Wirkstoffe Hypericin und Hyperforin untersucht und ihre positive Wirkung auf das Gemüt
festgestellt. Mittlerweile gibt es zahlreiche verschreibungspflichtige Medikamente auf Basis
von Johanniskraut und frei verkäufliche Präparate wie Dragees, Öl und Tee im Handel.

Eine selbstgemachte Salbe mit dem Rotöl des Johanniskrauts kann die Stimmung heben und
die Lichtempfindlichkeit steigern. Das hat vor allem im Winter den Vorteil, dass es der Haut
hilft, mehr Sonnenlicht aufzunehmen. Im Umkehrschluss sollten das Öl und die Salbe nicht
vor einem Sonnenbad angewendet werden, da du sonst Verbrennungen riskierst.

Auch bei Muskelverspannungen, Beschwerden im Bereich des Ischiasnervs,


Bandscheibenbeschwerden, Rheuma, Gicht, Neurodermitis, leichten Verbrennungen und
Insektenstichen kannst du die Rotölsalbe einsetzen.

Zutaten für die Johanniskraut-Salbe


Zunächst einmal benötigst du das selbstgemachte Rotöl. Außerdem einen oder zwei
Konsistenzgeber und nach Bedarf ätherische Öle.

Hier eine besonders einfache Rezeptur mit nur zwei Zutaten:

 50 ml Rotöl
 5 g Bienenwachs (von deinem regionalen Imker oder online erhältlich)
Bienenwachs kannst du teilweise oder vollständig durch Wollwachs (Lanolin) ersetzen.
Dadurch entsteht eine weichere, streichfähigere Salbe.

Eine weitere Alternative zur Verbesserung der Konsistenz ist das Verwenden einer
pflanzlichen Butter, wie zum Beispiel Sheabutter. Die Sheabutter macht die Haut weich und
geschmeidig und verbessert die Wundheilung. Folgende Rezeptur wäre hierfür möglich:

 50 ml Rotöl
 15 g Sheabutter
 2 g Bienenwachs

Optional kannst du ätherische Öle für einen bestimmten Duft oder besondere
Wirkungsweisen in deiner Salbe verarbeiten.

Rotölsalbe herstellen
Das Herstellen einer Salbe ist relativ einfach. Gehe folgendermaßen vor:

1. Öl und Wachs in einem feuerfesten Glas im Wasserbad erhitzen. Ein Marmeladenglas


in einem Topf mit zwei bis drei Zentimetern Wasser genügt hierfür meist.
2. Mit einem Holz- oder Glasstab umrühren, bis das Wachs vollständig geschmolzen ist.
Bienenwachs hat einen Schmelzpunkt von etwa 60 Grad Celcius.
3. Falls du Sheabutter verwendest, die Flüssigkeit etwas abkühlen lassen und bei etwa
45 Grad Celsius die Sheabutter hinzugeben. Sanft rühren, bis sie geschmolzen ist.
4. Ein paar Tropfen der flüssigen Salbe auf einem Teller erkalten lassen und prüfen, ob
dir die Konsistenz zusagt. Ist die Salbe zu fest, kannst du mehr Öl hinzugeben. Falls
sie nicht hart genug ist, verwende etwas mehr Bienenwachs oder Sheabutter.
5. Die Flüssigkeit in desinfizierte Salbentiegel oder kleine Gläser füllen.
6. Optional ätherische Öle untermischen und mit einem Stäbchen verrühren.

Nachdem die Salbe vollständig erkaltet ist, solltest du sie noch mit Namen,
Herstellungsdatum und Zutaten beschriften.

Anwendung der Salbe


Das Johanniskraut wirkt sehr stark und sollte daher mit Bedacht eingesetzt werden.
Wechselwirkungen sind bekannt mit Antibiotika, Antidepressiva, blutverdünnenden
Medikamenten, hormonellen Verhütungsmitteln und HIV-Medikamenten. Im Zweifelsfall
besprich die Anwendung mit deinem Arzt oder Apotheker.

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