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Mobile Payment in den


Startlöchern
Analyse für den Handel auf Basis einer
Konsumentenbefragung, Juli 2015
Management Summary
Mobile Payment in den Startlöchern (1/3)
Mobile Endgeräte wie Smartphones avancieren für Konsumenten nicht nur zum ständigen
Begleiter, sondern werden verstärkt auch als praktisches Hilfsmittel beim Einkauf genutzt und
werden in Zukunft noch stärker das Einkaufsverhalten beeinflussen. Bereits in 2014 gaben 18%
der deutschen Konsumenten an, dass ihr Smartphone das bevorzugte Instrument
für den Einkauf werden wird (vgl. PwC-Studie „Total Retail 2015“).
Die weite Verbreitung und Nutzung von Smartphones, zunehmend ausgestattet mit NFC,
erlauben das schnelle und einfache Bezahlen mit dem Gerät. Mit der Weiterentwicklung der
Technik ist auch das Interesse der Konsumenten an den Einsatzmöglichkeiten deutlich gestiegen.
Bereits 25 % der deutschen Konsumenten haben schon einmal Mobile Payment (S. 5),
also die Bezahlung über ein mobiles Endgerät, genutzt.
35 % der befragten Konsumenten geben an, dass sie Mobile Payment in Zukunft
nutzen möchten. Aktuell haben jedoch drei von vier Deutsche noch nie kontaktlos
bezahlt (S. 5). Ein Drittel kennt diese Art des Bezahlens nicht oder hat sich zumindest noch
nicht damit beschäftigt (S. 6).
Hauptgrund für die Nichtnutzung ist die Sorge um die eigenen Daten (36 %,
S. 6). Generell sehen neun von zehn Deutsche die Gefahr, dass beim Mobile Payment Daten
gehackt oder missbraucht werden. Sie nehmen aber auch positive Aspekte dieser Bezahlform
wahr: Rund drei Viertel finden es vorteilhaft, Geldbewegungen direkt am Handy prüfen zu
können und nicht mehr darauf achten zu müssen, genügend Bargeld mit sich zu führen. 58 %
finden, dass Mobile Payment Einkauf und Bezahlen unkomplizierter macht (S. 7).
Mobile Payment Juli 2015
PwC 2
Management Summary
Mobile Payment in den Startlöchern (2/3)
Damit Konsumenten Mobile Payment nutzen bzw. häufiger nutzen würden, müssten die
Anbieter vor allem für die Sicherheit beim Bezahlen garantieren. 59 Prozent wünschen sich
diese Sicherheitsgarantie (S.8). Darüber hinaus gilt es für die Anbieter eine bessere
Infrastruktur und damit eine bessere Verfügbarkeit von Mobile Payment den Konsumenten zur
Verfügung zu stellen (S.8).
Handelsunternehmen sollten jedoch über das reine bargeldlose Zahlen hinaus einen echten
Mehrwert für den Kunden über die Mobile Payment App schaffen. Händler könnten
beispielswiese Produktinformationen und -Empfehlungen, Preisvergleiche, Transaktionshistorie,
Location-Finder sowie eine Integration in soziale Netzwerke über die App anbieten und so gezielt
auf die Ansprüche und Wünsche ihrer Kunden eingehen (S.8).
Über eine sogenannte „Wallet-Fähigkeit“ der Mobile Payment App könnten darüber hinaus
Bonusprogramme, Coupons, Kundenkarten und Mehrwert- sowie Premiumdienste mit
einbezogen werden. Diese integrierten Zusatzangebote stiften für den Konsumenten zusätzlichen
individuellen Nutzen und würden idealerweise die Nutzungshäufigkeit deutlich erhöhen (S.8).
Durch die Einbettung von zusätzlichen Services in das Mobile Payment System
könnten Händler eine massentaugliche und reichweitenstarke Mobile Payment Lösung
etablieren. Sie bietet dann dem Kunden die Möglichkeit, Zahlungen, Coupons und weitere
Zusatzdienste digital zu verwalten, zu nutzen und miteinander zu kombinieren, ein sogenanntes
Mobile Wallet (S.9).

Mobile Payment Juli 2015


PwC 3
Management Summary
Mobile Payment in den Startlöchern (3/3)
Damit haben Handelsunternehmen durch Mobile Payment die Möglichkeit, ihre
Kundenansprache zu verbessern, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen, als auch ihre Kosten zu
reduzieren.

Um dieses Potential für sich zu nutzen, gilt es für Handelsunternehmen einen effektiven Verbund
mit Payment Anbietern und Telekommunikationsunternehmen zu schließen. Dabei gilt die
Prämisse, dass dieses sogenannte Mobile Wallet Ökosystem für alle Beteiligten Nutzen
stiftet. Denn nur dann kann ein Mobile Wallet zur »All-in-One-Lösung« aufgebaut werden.

Mobile Payment Juli 2015


PwC 4
35% der Deutschen möchten Mobile Payment in
Zukunft nutzen, 25% haben es bereits genutzt

Nein, bislang noch nicht, möchte ich in


Zukunft aber nutzen. 35% 35%
der Deutschen möchten
Nein, nutze ich nicht und werde ich auch in Mobile Payment in Zukunft
Zukunft nicht nutzen. 40%
nutzen.

Ja, für Kleidung, Schuhe und Accessoires 11%

Ja, für Unterhaltungselektronik, wie 25%


Computer, Laptop, Fernseher, HiFi-Geräte, 9% der Deutschen haben Mobile
Spielekonsolen etc. Payment schon einmal
Ja, für Lebensmittel, also Nahrungsmittel und
genutzt.
Getränke z. B. im Supermarkt 8%

Ja, für Möbel oder Dekorationsartikel 6%

F1: Mobile Payment beschreibt die Möglichkeit, mit einem mobilen Endgerät wie Smartphone oder Tablet ohne Bargeld im Vorbeigehen an der Kasse zu bezahlen. Dabei reicht es
aus, wenn Sie Ihr Smartphone oder Tablet für ein paar Sekunden in die Nähe eines Lesegerätes halten. Nutzen Sie die Möglichkeit bargeldlos per Smartphone zu bezahlen bereits
und wenn ja, für welche Produkte und Dienstleistungen? Basis: alle Befragten, N = 1.020 (Mehrfachnennung)

Mobile Payment Juli 2015


PwC 5
Vor allem die Sorge um Datenschutz schreckt
manche Konsumenten vor Mobile Payment ab

Aus Sorge um den Schutz meiner Daten. 36%

Aus Angst vor Hackern. 30%

Ich habe bisher immer lieber mit Bargeld bezahlt. 28%

Ich habe mich mit dieser Art des Bezahlens noch nicht beschäftigt. 26%
Ich bezahle grundsätzlich lieber mit Bargeld und werde
25%
dies auch in Zukunft tun.
Ich habe kein Vertrauen in die Technik. 24%

Ich kenne kein Geschäft, das diese Zahlart anbietet. 24%

Aus Sorge, die Übersicht über meine Ausgaben zu verlieren. 17%

Ich besitze weder Smartphone noch Tablet. 13%

Ich kenne diese Art der Bezahlung nicht. 8%

Sonstiges* 2%

F2: Warum haben Sie bisher noch kein Mobile Payment genutzt? Basis: alle Befragten, die bislang noch kein Mobile Payment genutzt haben, N = 769 (Mehrfachnennung)
* z. B. Sorge um Diebstahl, Endgerät hat die technischen Voraussetzungen nicht, nutze unterwegs kein Internet, bin dagegen, zahle lieber mit Karte.

Mobile Payment Juli 2015


PwC 6
Der Top-Bremser ist möglicher Datenmissbrauch,
der Top-Vorteil der Überblick über die Finanzen

Bei Mobile Payment besteht die Gefahr, dass


Daten gehackt und missbraucht werden. 88%

Die Gefahr, dass mein Handy gestohlen wird und mit


Mobile Payment Missbrauch getrieben wird, wächst. 85%

Meine Geldbewegungen kann ich direkt am Handy prüfen. 76%

Es besteht die Gefahr, dass mein Handy-Akku leer ist


und ich dann nicht bezahlen kann. 76%

Ich muss nicht mehr darauf achten, ob ich genügend


Bargeld dabei habe. 74%

Wenn ich Mobile Payment immer nutzen würde, könnte ich keine
anonymen Zahlungen mehr leisten und wäre ein gläserner Kunde. 74%

Durch die Nutzung von Mobile Payment wird


man schneller zum Kaufen verleitet. 72%

Mobile Payment macht den Einkauf und


das Bezahlen unkomplizierter. 58%

F4: Das mobile Bezahlen über Smartphone oder Tablet birgt wie alle Zahlungsmöglichkeiten Vor- und Nachteile. Bitte geben Sie an, ob Sie den folgenden Aussagen im
Zusammenhang mit Mobile Payment zustimmen oder nicht zustimmen. Basis: alle Befragten, N = 1.020 (Skalierte Abfrage Stimme zu / Stimme nicht zu.) Darstellung „Stimme
zu“.

Mobile Payment Juli 2015


PwC 7
Konsumenten fordern garantierte Sicherheit, eine
bessere Infrastruktur und Mehrwertdienste
Gewünschte Zusatzangebote:

Garantierte Sicherheit beim Bezahlen 59%


Keine versteckten Gebühren 53%
Möglichkeit, das Handy über eine Notfallnummer sperren zu lassen,
wenn es gestohlen wird, so, wie bei Kreditkarten 41%
Mehr Geschäfte und Gewerbe, die Mobile Payment ermöglichen 31%
Coupons / Gutscheine / Rabatte bei Mobile Payment 24%
Möglichkeit, alle meine Kundenkarten, Bonusprogramme usw.
über mein Smartphone laufen zu lassen
23%

Handy-Ladestationen in allen Geschäften 22%


Einfache Kombination von verschiedenen Payment Optionen 14%
Einfachere Anmeldung als heute 14%
Zusatzinformationen per Handy vor und während des Kaufs 12%
Kombination mit neuen Formen wie Pick-and-deliver
und order-and-pick-up 5%
Nichts davon, ich werde Mobile Payment auch in Zukunft nicht nutzen. 27%

F5: Was müsste im Mobile Payment angeboten werden, damit Sie Mobile Payment nutzen würden bzw. (noch) öfter nutzen würden?
Basis: alle Befragten, N = 1.020 (Mehrfachnennung)

Mobile Payment Juli 2015


PwC 8
Ansatzpunkte für Händler, um Mobile Payment
attraktiv für ihre Kunden zu machen

Schritt 1: Informieren/Finden Schritt 2: Begrüßen & Cross-Selling

1 2 3 4 5 Kunde erhält 6 7 Schritt 3:


Kunde Kunde
Einkaufsliste
Kunde wird im
Coupons, Kunde erhält Kunde
Einkaufen
findet lässt sich zum Laden begrüßt Vorschläge
Start Einzelhändler Geschäft
in der
(Check-In/EBS/
Sonderangebote
für Produkte
geht zur
Wallet etc. (Push) über Kasse
navigieren Beacon) über über
Mobile Wallet
Mobile Wallet Mobile Wallet

8
Händler bzw.
Kasse erkennt
Kunden

15 14 13 12 11 10 9
Kunde erhält Kunde erhält Händler stellt
Treuepunkte, Kassenbon und Kunde bezahlt Anfrage auf
Teilen/ Kunde bestätigt
Rabattcoupon Rechnung Zahlung erfolgt über das
Ende Social Media
für nächsten elektronisch Mobile Wallet
Anfrage
Zugang
zur Mobile
Einkauf etc. nach Wahl Wallet

Schritt 5: Schritt 4: Bezahlen


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Mobile Payment Juli 2015


PwC 9
Untersuchungsansatz und Statistik

Untersuchungsansatz:
Befragung von 1020 Bundesbürgern ab 18 Jahren, bevölkerungsrepräsentativ, im Juni 2015.

Alter Geschlecht

18 bis 34 Jahre 27%

Männer
49%
35 bis 54 Jahre 37% 51%
Frauen

55 Jahre und älter 36%

Bundesländer
22%
16% 15%
14% 13%
8% 8%
4%

Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen Hessen, Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg, Sachsen,


Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen
Schleswig-Holstein Saarland Sachsen-Anhalt
Basis: Alle Befragten, N = 1.020, Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.
Mobile Payment Juli 2015
PwC 10
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Veröffentlichung. Für die Lösung einschlägiger Probleme
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Ansprechpartner. Meinungsbeiträge geben die Auffassung
der einzelnen Autoren wieder. Die ausführliche
Konsumentenbefragung „Mobile Payment –
Repräsentative Bevölkerungsbefragung“ kann hier
eingesehen werden.

Mobile Payment Juli 2015


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