Sie sind auf Seite 1von 2

Foto: TransFair e.V. / M.

Ersch

Blumen und Pflanzen


Fact sheet
Zahlen und Fakten
Der Großteil der Schnittblumen und Pflanzen, die bei uns in
den Verkauf gelangen, wächst in Ländern des globalen Südens.
Fairtrade stärkt die Position der Beschäftigten auf Plantagen.
73 53% 825 Mio.
Farmen in sechs Ländern der Fairtrade-Blumen Fairtrade-Blumen wurden
Die Fairtrade-Standards sind das Werkzeug, um Entwicklung bauen Schnittblumen und -Pflanzen weltweit 2018 weltweit verkauft.
voranzubringen. Dazu gehören Arbeitsschutz, Löhne, Versamm­ und Pflanzen nach kommen aus Kenia, rund Mehr als die Hälfte davon
lungsfreiheit und Umweltkriterien. Mit der Fairtrade-Prämie Fairtrade-Standards an. 37% aus Äthiopien. in Deutschland.
setzen die Beschäftigten Gemeinschaftsprojekte um.

Produzentenorganisationen mit fairtrade-Zertifizierten Blumen 2019 nach Region

Äthiopien Sri Lanka


6 1
Uganda
5

Ecuador Tansania Kenia


48
11 2

WARUM SCHNITTBLUMEN UND PFLANZEN MIT DEM FAIRTRADE-SIEGEL?


Für Entwicklungsländer spielt die Blumen- gelnde Arbeitssicherheit verschlechtern die Trotz Luftfrachttransport haben beispielsweise
und Pflanzenindustrie eine immer bedeuten­ Situation. Fairtrade-Blumen aus Äthiopien und Kenia
dere Rolle. Sie bringt dringend benötigte Fairtrade hat das Ziel, die Arbeits- und Lebens- eine wesentlich günstigere Energie- und CO2-
Devisen ins Land und bietet tausenden bedingungen der Beschäftigten zu verbessern. Emissionsbilanz als einheimische Rosen. Das
Menschen einen Arbeitsplatz. In Kenia sind Dazu gehören feste Arbeitsverträge, Versamm­- belegen verschiedene unabhängige Studien.2
es beispielsweise 100.000 Arbeitskräfte. Die ­lungs- und Gewerkschaftsfreiheit, Mutterschutz, Grund ist das wärmere Klima in den Ländern
Blumenindustrie beeinflusst somit indirekt das klare Arbeitszeitre­ge­lungen sowie Schutzklei­ in Äquatornähe. Auf beheizte Gewächshäuser
Leben von knapp zwei Millionen Menschen dung und Trainings zum sicheren Umgang mit wie in den Niederlanden mit einem hohen
des Landes.1 Nach Tee sind Blumen die Chemikalien. Fairtrade-Farmen sind verpflich­ Energieverbrauch vor allem im Winter kann
zweitgrößte Devisenquelle für Kenia. tet, einen landes- oder sektorspezifischen Min­- verzichtet werden.
destlohn/Tariflohn zu zahlen, und diesen konti­
Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit nuierlich zu erhöhen, um auf das Level eines Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte
Frauen machen ungefähr die Hälfte der Be­ Living Wages, also eines existenzsichernden Die Blumenfarmen erhalten zusätzlich zum
schäftigten auf Blumen- und Pflanzenfarmen Lohnes zu kommen. Für die Farmen gelten Exportpreis eine Fairtrade-Prämie ausbezahlt.
aus. Sie sind als Pflückerinnen oder in den außerdem strenge Umweltkriterien. Diese beträgt zehn Prozent dieses Preises
Verpackungshallen tätig. Viele sind allein­ und kommt direkt den Beschäftigten zugute.
erziehend, ihr Bildungsstand ist meist niedrig. Optimale Klimabedingungen für den Anbau Das von der Belegschaft gewählte Fairtrade-
Oft kennen sie ihre Rechte als Arbeitneh­ Auch aus ökologischer Sicht ist es sinnvoll, Prämienkomitee entscheidet über die Nutzung
merinnen nicht. Niedrige Löhne und man­ sich für Blumen aus Übersee zu entscheiden. des Geldes.
1
kenyaflowercouncil.org
2
Cranfield 2007; quantis 2015; Soode et al. 2015, Treeze 2018
Foto: TransFair e.V. / J. Böthling

Foto: TransFair e.V. / H. Mohr


Blumen | Fact Sheet
FAIRTRADE-BLUMEN UND -PFLANZEN IN IHRER NÄHE
Fairtrade-Blumen sind beliebt. Das zeigen die Wo findet man Blumen und Pflanzen mit
Absatzzahlen in Deutschland, Österreich und dem Fairtrade-Siegel?
der Schweiz sehr deutlich. Die Vielfalt des
Sortiments reicht von langstieligen Rosen in Blumen und Pflanzen aus fairem Handel
Bunden, Stückrosen sowie Mischsträußen. finden Sie im Fairtrade-Blumenfinder online:
Außerdem sind andere Schnittblumen wie
Chrysanthemen, Nelken, Spraynelken, Alstro­- Deutschland:
merien, Orien­tal­lilien, Asclepia, Calla, Trache­- www.fairtrade-deutschland.de/produkt-finder
lium, Solidago, Lederfarn und Gypso erhältlich. Österreich:
Auch das Topfpflanzen-Sortiment wächst. www.fairtrade.at
2015/2016 gab es erstmalig Fairtrade- Schweiz:
Weihnachtssterne und -Geranien zu kaufen. www.maxhavelaar.ch/floristenfinder

Es grünt so grün – fairtrade-zertifizierte Pflanzen


Seit November 2014 können neben Schnitt­ tigung, die Ernte der Stecklinge und die
blumen und fertig kultivierten Pflanzen auch Vor­bereitung für den Export. Heute können
Jungpflanzen oder unbewurzelte Stecklinge mehr Farmen Fairtrade-zertifiziert werden
Fairtrade-zertifiziert werden. Das bedeutet, und es sind mehr Fairtrade-Pflanzen in
dass Pflanzen, die zu einem früheren Entwick­ den Geschäfts­regalen erhältlich: Palmen,
lungsstand importiert werden – wie Stecklinge Weihnachtssterne aber auch Balkon- und
– eine Fairtrade-Zertifizierung erhalten Gartenpflanzen wie beispiels­weise Geranien. Händlerstandard zertifiziert. Sie müssen sich
können. So können tausende Arbeiterinnen Wenn die Stecklinge in Europa ankommen, ebenfalls an die Fairtrade-Liste der Gefahren­
und Arbeiter auch auf Stecklingsfarmen von reisen sie zu Jungpflanzenunternehmen stoffe halten und mindestens 20 Prozent
Fairtrade profitieren, wo die meiste Arbeits­zeit oder Gartenbaubetrieben, wo sie bis zur alternative Ausgangsmaterialien als Torf in der
anfällt. Die dortigen Arbeitskräfte sind Verkaufsreife heranwachsen. Die Betriebe Anzuchterde verwenden, also beispielsweise
zuständig für das Anpflanzen, die Verviel­fäl­- im Norden sind nach dem Fairtrade- Perlite oder Kokosfasern.

Internationales Netzwerk und Kontrollen


Fairtrade ist eine weltweite Bewegung, die duzentennetzwerke in Afrika, Lateinamerika In den Konsumentenländern vergeben die
benachteiligte Produzentenfamilien und Be­ und Asien. jeweiligen nationalen Fairtrade-Organisationen
schäftigte in Afrika, Asien und Lateinamerika das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Pro­-
über den fairen Handel unterstützt, so dass Fairtrade International legt die weltweit gülti­- dukte aus Regionen des globalen Südens
diese ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen gen Fairtrade-Standards fest und unterstützt und fördern das Bewusstsein für einen nach­
selbstbestimmt verbessern können. Der Dach­- die Produzentinnen und Produzenten im Sü­- haltigen Konsum. In unabhängigen Kontrollen
verband Fairtrade International hat seinen den bei deren Umsetzung. Im internationalen überprüft die Zertifizierungs­organisation
Sitz in Bonn. Mitglieder sind die nationalen Fairtrade-System haben Produzentennetz­ FLOCERT, dass die
Fairtrade Organisationen (wie z. B. FAIRTRADE werke 50 Prozent der Stimmen. Sie sind an Standards eingehalten
Österreich, Max Havelaar Schweiz oder allen strategischen Entscheidungen sowie der werden.
TransFair e.V. in Deutschland) und die Pro­ Standardsetzung gleichberechtigt beteiligt.

TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland) Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) FAIRTRADE Österreich


Remigiusstraße 21 | D-50937 Köln Limmatstrasse 107 | CH-8005 Zürich Ungargasse 64-66, Stiege 1
Stand: 01/2020

Tel.: +49 221 94 20 40 0 Tel.: +41 44 278 99 00 Top 209 | A-1030 Wien
info@fairtrade-deutschland.de info@maxhavelaar.ch Tel.: +43 1 533 09 56 26
www.fairtrade-deutschland.de www.maxhavelaar.ch office@fairtrade.at | www.fairtrade.at
facebook.com/fairtrade.deutschland facebook.com/fairtrademaxhavelaar facebook.com/fairtrade.oesterreich