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BWL 3a – Controlling Zusammenfassung – SoSe 2019

1. Einführung:

Klausur (45 min.): 1.08.2019

Definition von Controlling: Beschaffung, Analyse, Aufbereitung & Kommunikation von Daten zur
Vorbereitung & Sicherstellung zielsetzungsgerechter rationaler Entscheidungen.

Mit anderen/eigenen Worten: das Unternehmen möchte rationale (wirtschaftliche) Entscheidungen


treffen. Dafür besorgt das Controlling relevante Informationen, verarbeitet, bearbeitet und
kommuniziert diese dann.
VL 2.0 - Kostenrechnung:

Beispiel: Copyshop

Gg.: Geschäftsjahr 2017, AK = 10000 €, ND = 2 Jahre, Miete = 200€/Jahr, WBW = 15000 €, Spende
= 1000 €, MK = 1000 €/Jahr, Telefon = 800 € davon 500 € außerordentlich, Umsatz = 9287 € (2017)

Ges.: War das Unternehmen erfolgreich? Geschäftsjahr 2017

1. Cash-Flow-Rechnung: Realer Geldfluss (alles +- vom Konto)


UE + 9287
Materialkosten -1000
AK -10000
Miete -200
Telefon -800
Spende -1000
Delta Zahlungsmittel = -3713 €

2. GuV-Rechnung: hier wurden AK auf Jahre der ND aufgeteilt


UE + 9287
Materialkosten -1000
Abschreib. Auf AV (AK/Nutzungsdauer) -5000
Miete -200
Telefon -800
Spende -1000
Delta Zahlungsmittel = + 1287 €

3. Kostenrtägerzeitrechnung (KLAR)
UE + 9287
Materialkosten -1000
Kalk. Unternehmerlohn -2000 (angenommener Wert!)
Telefon -300
Abschreibungen -7500 (WOHER?)
Miete -200
Delta Zahlungsmittel = - 1713 €

Unterscheidung der Begriffe (Skript):


Auszahlung Zahlungsmittelabfluss, Abfluss liquider Mittel
--> Nur echtes “Geld”
Ausgaben Verminderung Nettogeldvermögen --> Echte
“Geld” + Sachwerte und Leistungen
Aufwendungen Periodisierte Ausgaben als Strömungsgröße,
ext. ReWe
Kosten Periodisierter leistungsbedingter bewerteter
Verzehr von Gütern & Dienstleistungen, int.
ReWe
Siehe hier Unternehmerhandbuch:
Was ist Aufgabe der Kostenrechnung / Abgrenzung zum externen ReWe? Möglichst genaue
Darstellung der realen wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens. Diese Situation kann nicht
hinreichend dargestellt werden von dem externen ReWe, weil gesetzlich geregelt. Bsp: degressive
Abschreibung extern verboten aber intern ggf sinnvoll

Schmalenbachsche Treppe:

Anderskosten: anderer Wert in GuV als in KoRe

Zusatzkosten: kein Wert in GuV, aber in KoRe

Kalk. Kosten: kalk. Unternehmerlohn, -Mieten, -Zinsen, -Wagnisse, -Abschreibungen

VL 2.1 - Unternehmensrechnung
1) Unternehmensziele und Führungsaktivitäten:
Sachziele Bereitstellung Güter & Dienstleistungen von
bestimmter Art, Menge & Qualität für den
Markt zu einer Zeit, vor dem Hintergrund der
Bedarfsdeckung.
Erfolgsziele Ziele die gewünschte Wirtschaftlichkeit eines
UN ausdrücken (e.g. Gewinn, Umsatz …).
Finanzziele Fähigkeit jeder Zeit seine
Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu
können.
= Formalziele (ökonomische Ziele)

Weitere Aufgaben der Unternehmensführung:

1. Planung
2. Steuerung
3. Kontrolle

2) Informationssysteme der Unternehmensführung


Arten von Informationssystemen:

• Langzeitkapazität + Vorräte etc: Lagerhaltungs-Informationssysteme

• Lieferanten + Preis + Lieferfrist: Beschaffungs-Informationssysteme

• Mitarbeiterzusammensetzung,

Vergütung etc: Personal-Informationssystem

• Unternehmensrechnung

• Zielgruppe: Marketing-Informationssystem

• Maschinenkapazität,

Produktionsdauer etc.: Fertigungs-Informationssystem

• Langzeitkapazität + Vorräte etc. Lagerhaltungs-Informationssystem

Informationssysteme als Betätigungsfeld des Controlling

1) Inhaltlicher Aspekt
a. Unternehmensrechnung
b. Bereitstellung weiterer nicht monetärer Informationen
2) Informationstechnischer Aspekt
a. Betriebliche Daten-, Modell- und Methodendatenbanken
b. Controlling hat insbesondere strukturgebende bzw. beratende Funktion

Informationswirtschaftliches Gleichgewicht

(….)
3) Unternehmensrechnung
Unterscheidung Informationsempfänger
Externes ReWe UN-externe Adressaten
Internes ReWe UN-interne Adressaten
Unterscheidung Formal-Zielkategorien
Finanzorientierte UN-Rechnung
Erfolgsorientierte UN-Rechnung

4) Finanzzielorientierte Teilsysteme
Ziel: Aufrechthaltung der Zahlungsfähigkeit und des finanziellen Gleichgewichts. Dadurch sollen
Finanzziele erreicht werden.

Aufgaben Dokumentation, Planung, Kontrolle

1. Liquiditätsrechnung:
a. kurzfristige Finanzplanung und -kontrolle
b. Ziel: Zahlungsfähigkeit
c. Rechengröße = Ein- & Auszahlungen
2. Kapitalbedarfsrechnung:
a. Mittel- & langfristige Kapitalbindungsplanung
b. Zielgröße: strategisches Gleichgewicht
c. Rechengrößen = Einnahmen & Ausgaben

5) Erfolgsorientierte Teilsysteme
Eckdaten externes Rechnungswesen

- Zweck: primär Dokumentation & Rechenschaftsablegung


- Rechengröße: Aufwendungen und Erträge
- Zielgrößen:
o Unternehmensergebnis der Periode
o Rentabilität
- Verdichtung der Informationen

Vorzüge - Informationen standardisiert


- Datenvergleich zw. Unternehmen
- AGs und Kap.Gesellschaften
unterliegen Kontrolle v.
Wirtschaftsprüfern
Schwächen - Informationen sind
vergangenheitsorientiert
- Informationen fußen nicht auf
betriebswirtschaftlichem Kalkül
- GuV weist auch nicht sachzielbezogene
Erfolge aus
Eckdaten Kosten- & Erlösrechnung

- Zweck: primär fundierung con Planung & Kontrolle unternehmerischer sachzielbezogener


Entscheidungen, danach Dokumantation
- Rechengröße: Kosten & Erlöse
- Zielgrößen:
o Betriebsergebnis der Periode
o Erfolgsbeitrag einzelner Kalkulationsobjekte
o Wirtschaftlichkeit
- Informationen sind zwecks- bzw. entscheidungsbezogen

6) Relevanz der Teilsysteme für das Controlling


Nicht Klausurrelevant

7) Übungsaufgabe
2.2 Kostenartenrechnung

1 Kalkulatorische Abschreibungen
2 Schritte Wahl der Abschreibungsmethode:

1. Festlegung der Wertbasis für kalk. Abschreibungen


a. Abschreibung zu AK bzw HK (keine Berücksichtigung von Preiseffekten)
b. Abschreibung zu WBK:
i. Schätzung der WBK am Ende der ND
ii. Jährliche Ermittlung des Zeitwertes
2. Festlegung der Abschreibungsmethode
a. Zeitabschreibung / lineare Abschreibung (sinnvoll bei konstanter Abnutzung)

Abgrenzung zur ext. Buchführung:

- Wertbasis kann auch WBK sein


- Freie Wahl der Abschreibungsmethode, aber: Werteverzehr soll bestmöglich widergespiegelt
werden.

Abschreibungsmethoden:

1. lineare …

2. arithmetrisch - degressive …

3. geometrisch - degressive …

4. leistungsabhängige …

… Abschreibung

2 kalkulatorische Zinsen
• Betrachtet wird die (imaginäre) Verzinsung des gebundenen Kapitals (= Geldwerte, die nicht als
Geld vorliegt: Maschinen, Büromöbel etc.)

• Beachtung der EK-Kosten

• EK & FK werden nicht getrennt, sondern als Mischzins, der die durchschnittliche Kapitalverzinsung
darstellt (WACC).
Berechnung kalk Zinsen:
1. Ermittlung betriebsnotwendiges Kapital
I. Basis: Vermögenswerte (Aktivseite9
II. – nicht betribesnotwendige Vermögenswerte
III. + nicht bilanzierte betriebsnotwendige Vermögenswerte
2. Bewertung betriebsnotwendiges Kapital
I. Nicht abnutzbar: bewertung zu AK, HK oder WBK
II. Abnutzbar: Restwertmethode
a) Wertbasis (AK, HK, WBK) – Abschreibungen
3. Ermittlung kalk. Zinssatz
I. WACC
4. Ermittlung kalk Zinsen (€)
I. Kalk. Zinskosten = WACC  betriebsnotwendiges Kapital

ÜB:
Ihr Kommilitone Dummbratz, der seit vergangenem Jahr in ihr Geschäft Geld investiert, übernahm
8.000 Euro an der Finanzierung. Die weiteren 2.000 Euro stammen von Nils, mehr hatte er nicht
ansparen können. Dummbratz brauchte nicht lange von einem Einstieg überzeugt werden, denn sie
hatten ihm ihre GuV des ersten Jahres gezeigt, die einen satten Überschuss auswies. Dummbratz
hatte lediglich zögerlich gefragt, ob denn sein Geld verzinst werden würde, woraufhin Nils und Andrea
großspurig mit „natürlich“ geantwortet hatten. Insgeheim wussten sie, dass sie von keiner Bank einen
derart hohen Kredit bekommen hätten und waren dementsprechend heilfroh, dass sie Dummbratz
das Geld abgeschwatzt hatten. Außerdem wussten sie, dass die Zinsen für Bundesanleihen mit 1%
extrem niedrig lagen und dass auch die Rendite des Aktienmarktes mit 7% nicht horrend hoch war,
sodass sie 5% für Dummbratz Kredit und 10% für ihr eingelegtes Kapital als angemessen ansahen.

Kalk. Mieten - Zusatzkosten wenn Forma in Räumen


eines Gesellschafters arbeitet
- Bemessung: Vergleichsobjekte
Kalk. Wagnisse - Berücksichtigung von
unvorhersehbaren Risiken =
Selbstversicherungsprämie
Kalk. Unternehmerlohn - Reine Zusatzkostenart
- Bemessung: Vergleichbare Gehälter in
der Branche in der Region

ÜB siehe Folien:
3. Strategische Controllinginstrumente

Agenda:

1. GAP – Analyse
2. SWOT – Analyse
3. Ansoff – Matrix
4. Benchmarking
5. Fazit
6. ÜB

1. GAP – Analyse
- Planungs - & Kontrollinstrument
- strategische Zielvorstellung vs. gegenwärtige Entwicklung
- erkennen von „Lücken“
- Prognose zukünftiger Lücken
Operative Maßnahmen Verbesserung bestehender Prozesse, Produkte
 Die Dinge „richtig“ tun
Nicht substanziell neue Geschäftsfelder
Operative Lücke Kurzfristige Verbesserung bestehender
Produkte, Prozesse durch effizientere
Umsetzung
Strategische Maßnahmen  Neue Produke, Prozesse  Die „richtigen“
Dinge tun
Substanziell neues Geschäftsfeld
Strategische Lücke Langfristige Verbesserung durch Änderung
gegebener Unternehmensstruktur

ÜB GAP-Analyse:
Gegeben:

a) Hr. Ladenhüter: Umsätze in allen Perioden um + 4% über Basisentwicklung


2. SWOT-Analyse
Stellt unternehmensinterne Strengths und Weaknesses den externen Opportunities und Threats
gegenüber.

Beispiel Apple Strengths Weaknesses


- etablierte Marke - Branche sehr
- Finanzkraft schnelllebig

Opportunities Neue Produkte entwickeln, um Neue Produkte entwickeln,


- Neuproduktentwicklung im bereits etablierten Markt außerhalb des schnelllebigen
mit Bezug zu Apple- Potentiale auszuschöpfen Marktes.
Kosmos
- Cloud Nachfrage
Threats Marke so weit ausbauen, bis Öffnung von Apple-Produkten
- Hart umkämpfter Marktmacht gefestigt. für Asiatische Anbieter.
Wachstumsmarkt Finanzkraft einsetzen in
(samsung etc.) Entwicklung – „Vorreiter“
- Technologischer
Fortschritt
3) Ansoff-Matrix

Produkte bestehende neue

Märkte
Bestehende I Martkdurchdringung II Produkterweiterung
Neue III Markterweiterung IV Diversifikation

I. Bestehenden Markt mit alten Produkten durchdringen


II. Alte Märkte mit neuen Produkten bedienen
III. Neue Märkte mit bestehenden Produkten bedienen
IV. Neue Produkte, neue Märkte
V.
Synergieeffekt

N-Reihung: Stärke im Produktionsbereich

Z-Reihung: Stärke im Absatzbereich

4) Benchmarking

Ursprung: Das Streben, „der Beste der Besten zu sein“

Formale Definition: B. ist der kontinuierliche Prozess, Produkte, Dienstleistungen & Praktiken zu
messen mit den stärksten Mitbewerbern oder Firmen, die als Industrieführer gesehen werden.

Ziele: Suche nach den besten (Industrie-)Praktiken, die zu Spitzenleistungen führen, dazu müssen
geeignete Erfolgsfaktoren definiert werden.

a) Internes Benchmarking: Vergleich von Aktivitäten & Praktiken innerhalb des Unternehmens.
 iphone 6 vs. Iphone 7
b) Wettbewerbsorientiertes Benchmarking: Vergleich mit direkten Wettbewerbern auf Basis
von Produkten und Funktionen  Apple vs. Samsung
c) Funkionales Benchmarking: Vergleich bestimmter Funktion eines Unternehmens mit
ähnlichen Aufgaben innerhalb der eigenen Branche oder mit Branchenführer  Bsp.
Staubsaugerhersteller betreibt benchmarking mit einem Akkubohrschrauber-Hersteller
d) Generisches Benchmarking: branchenunabhängige Vergleiche von Funktionen oder
Geschäftsprozessen  Toyotas Qualitätsmanagement für Airbus.

5) Fazit
Strategische Controllinginstrumente  UN in geünschte strategische Richtung  UN-Wert steigern
 Existenzsicherung
 Übung

4.1 traditionelle Budgetierung

Agenda:

1. Begriffsbestimmung
2. Funktionen von Budgets
3. Planungsprozess Budget
4. Planung Erfolgsbudget
5. Budgetkontrolle
6. Partizipationsgrade in der Budgetierung
7. Kritische Würdigung
8. ÜB Traditionelle Budgetierung
9. Fazit

Sachziel- & Formalzielplanung

Planungsziel Absatz Produktion Beschaffung


Planungsinhalt
Sachzielplanung Befriedigung konkreter Befriedigung konkreter Befriedigung konkreter
Kundenbedürfnisse Absatzbedarfe Produktionsbedarfe
Absatzmenge und Produktionsmengen Beschaffungsmengen
-termine und – termine und -termine
Formalzielplanung Optimierung von Optimierung der Optimierung der
Gewinn und Produktionskosten Beschaffungskosten
Vertriebskosten
Erlöse, Produktionskosten Beschaffungskosten
Vertriebskosten

1) Begriffsbestimmung – Budget / Budgetierung

Budget: Arten: Budgetierung:


Formalzielorientierter (=monetär) Absatzbudget, Erfolgsbudget, Prozess der Aufstellung, Vorgabe
Plan, der Entscheidungseinheit für Investitionsbudget und Kontrolle des Budgets
bestimmten Zeitraum bestimmten
Grad an Verbindlichkeit vorgibt  

Mögliche Klassifizierung von Budgets


Kriterium Ausprägung
Planungshorizont Strategisches Budget, operatives Budget
Wertdimension Kostenbudget, Erlösbudget
Aufwands- und Ertragsbudget
Geltungsdauer Jahres-, Quartals-, Monats-, Mehrjahresbudget