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Garrelt Duin Ostfriesisch. Klar. Newsletter
Garrelt Duin
Ostfriesisch. Klar.
Newsletter

Berlin, 10. Juni 2011

www.garreltduin.de

Ausgabe 6 / 2011

Merkel zwingt Griechen in Sackgasse

SPD: Wachstumshilfe und Transfersteuer / Auch private Gläubiger müssen verzichten

Ein Jahr nach dem ersten Finanz- paket von 110 Milliarden Euro für Griechenland, aus denen mittler- weile 750 Milliarden wurden, herrscht wieder Alarm im Kanz- leramt und im Finanzministerium. Angela Merkels verfehlte Hilfspo- litik hat Griechenland weiter in die Sackgasse geführt. Neue Hil- fen sind nötig. Aber immer noch schenken Merkel und Schäuble den Menschen keinen reinen Wein ein.

Sie scheuen sich, die Banken und andere private Gläubiger an der

Finanzsanierung Griechenlands zu beteiligen. Zwar behauptet der Finanzminister, Gläubiger nicht ungerupft zu lassen - aber nur zum Schein. Wenn er sie wirklich ins Risiko nehmen wollte, hätte er die Aktion nicht angekündigt. Jetzt ist nichts mehr zu holen.

Die SPD-Bundestagsfraktion zog Konsequenzen aus der Hilflosig- keit der Regierung und legte ei- nen Entschließungsantrag zur Euro-Stabilität vor. Sie hat genug davon, dass noch mehr Steuer- geld in leere Fässer gekippt wird.

dass noch mehr Steuer- geld in leere Fässer gekippt wird. Vor Journalisten von Print, Radio und

Vor Journalisten von Print, Radio und Fernsehen erläuterten führende Politi- ker der SPD die Forderungen ihrer Fraktion zur Euro-Stabilität. Von links Mi- chael Roth, europapolitischer Sprecher, Carsten Schneider, haushaltspoliti- scher Sprecher, und Garrelt Duin, wirtschaftspolitischer Sprecher.

A und O für eine grundlegende Besserung der Staatsfinanzen ist Wirtschaftswachstum. Vor Jour- nalisten in Berlin nannte Garrelt Duin, wirtschaftspolitischer Spre- cher der SPD-Bundestagsfraktion, die Einzelheiten. Ein wichtiger Punkt ist, dass die EU notleiden- den Ländern befristet den Ko- Finanzierungsanteil bei Investitio- nen erlässt oder mit einem gerin- geren Eigenanteil der Nehmerlän- der zufrieden ist.

Das Geld soll in Infrastruktur wie Straßen und Schienen, in Bildung oder Energie fließen. Gefordert wird auch, Geld aus Fonds für die Landwirtschaft in ertragsstärkere Branchen umzuschichten. Duin:

„Die Olivenbauern werden Grie- chenland und auch Portugal nicht retten.“

Weitere Forderungen der SPD:

Gläubigerbeteiligung bei der Fi- nanzsanierung, Transaktionssteu- er, Vermeidung von Spekulation und Zockerei durch mehr Aufsicht und Ausbau des Rettungsschirms EMS zu einer europäischen Fi- nanzinstitution. Das EU- Parlament und nationale Parla- mente brauchen dabei mehr Ent- scheidungs- und Mitwirkungs- rechte.

Die Welt ist ein Panoptikum. Wir erleben zurzeit im Bundestag ein Schauspiel, wie es in dieser Form wohl noch nie aufgeführt worden ist. Es handelt von CDU, CSU und FDP und wie sie die Energiewen- de über die Bühne bringen. Schon das Vorspiel war bizarr: Die Regie- rung Merkel machte mit viel Bo- hei und starken Worten das Atomausstiegsgesetz der Regie- rung Schröder den Garaus.

Das hinderte sie nicht, nach der Atomkatastrophe in Japan vor staunendem Publikum eine Voll- bremsung mit 180-Grad-Schwenk vorzunehmen. Jetzt legte die Regierung ein neues Atomgesetz vor. Wir Sozialdemokraten nen- nen es Irrtumsbeseitigungsgesetz.

Bemerkenswert, dass wir Sozial- demokraten die einzigen sind, die hinter dem neuen Gesetz stehen, das den alten Zustand wieder herstellt: Die Grünen sind irgend- wie beleidigt, weil jetzt auch an- dere für den Atomausstieg sind. Union und FDP passt die ganze Richtung nicht - und das sagen sie auch, bevor sie das Gesetz vertei- digen (müssen).

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Politiker und Journalisten in einem Boot

Auch nach 50 Jahren: Spargelfahrt des Seeheimer Kreises eines der beliebtesten Treffen im politischen Berlin

Einst schipperten die „Kanalarbeiter“ der SPD- Bundestagsfraktion über den Rhein von Bonn nach Unkel, heu- te laden ihre Nachfolger des See- heimer Kreises in Berlin auf den Wannsee zur Spargelfahrt ein. An Bord eines Ausflugdampfers tref- fen sich Politiker der SPD und Journalisten aus der Hauptstadt. Das Wetter war lauschig, die Stimmung gut, die Gespräche locker, auch wenn es sich um ernste Themen handelte. Im nächsten Jahr sind wieder alle dabei.

Themen handelte. Im nächsten Jahr sind wieder alle dabei. Garrelt Duin als einer der Sprecher des

Garrelt Duin als einer der Sprecher des Seeheimer Kreises begrüßte die 700 Gäste an Bord. Neben ihm die weiteren Seeheimer-Sprecher Johannes Kahrs und Petra Ernstberger (Bild oben).- Unter den Gästen auch Ulla Schmidt, Reinhold Robbe und sein Lebenspartner Freo Majer (Bild unten links). - Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Karl Lau- terbach amüsierten sich prächtig. (Bild unten rechts).

terbach amüsierten sich prächtig. (Bild unten rechts). Goldener Boden Energiewende bietet dem Handwerk große

Goldener Boden

Energiewende bietet dem Handwerk große Chancen

„Gleiches Geld“

SPD und IG Metall gegen Leiharbeits-Missbrauch

Geld“ SPD und IG Metall gegen Leiharbeits-Missbrauch Die Energiewende wird dem Handwerk viele Aufträge besche-

Die Energiewende wird dem Handwerk viele Aufträge besche- ren. Profitieren werden vor allem Baugewerbe, Versorgungstech- nik, Metalltechnik und Kommuni- kationstechnik. Darüber sind sich Garrelt Duin und der Generalsek-

retär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke (rechts), einig. Duin steht in regelmäßigem Kontakt mit den Spitzen des Handwerks in Berlin. Schließlich ist das Hand- werk eine Säule der Wirtschaft.

IG Metaller aus Hamburg über- brachten der SPD-Fraktion 12.000 Unterschriften von Menschen, die sich gegen den Missbrauch von Leiharbeit und für „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld“ einsetzen. Für die SPD-Fraktion, die diese Forde-

rung der IG Metall unterstützt, nahmen Garrelt Duin und sein Hamburger Kollege Ingo Egloff (9. und 10. von links) die Unterschrif- ten entgegen. Sie wurden an Arbeitsministerin von der Leyen, CDU, weitergeleitet.

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Energiewende: SPD sagt, wie es gehen kann

Ausstieg aus der Atomkraft ist nicht das Ende von Energiepolitik / Strom und Heizung müssen bezahlbar bleiben

Energiepolitik / Strom und Heizung müssen bezahlbar bleiben Mit 45 Vertretern deutscher Energieunternehmen, unter ihnen

Mit 45 Vertretern deutscher Energieunternehmen, unter ihnen auch die Repräsentanten der EWE und des Windmühlenbauers Enercon, diskutierten Garrelt Duin, SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und der energiepolitische Sprecher Rolf Hempelmann über die SPD-Vorstellungen zur Energiewende.

Der Ausstieg aus der Atomkraft, der in den nächsten Wochen gesetzlich verankert wird, läutet nicht das Ende der Energiepolitik ein. Im Gegenteil: Nie war eine kluge und weitsichtige Energiepo- litik wichtiger als jetzt nach der Energiewende. Bei einer Diskussi- on mit Vertretern von Energieun- ternehmen und -Verbänden in Berlin berichtete SPD- Fraktionschef Frank-Walter Stein- meier von seinem Eindruck, den er auf dem Evangelischen Kir- chentag gewonnen habe: „Es wachsen viele energiepolitische Träume.“

Steinmeier wies darauf hin, dass Kraftwerke für Übergangsbrenn- stoffe wie Gas, Braun- und Stein-

kohle nicht vom Himmel fallen, sondern nur gebaut werden, wenn sie sich finanzieren lassen und rentieren. Er verlangte Wirt- schaftlichkeitsmodelle für neue Kraftwerke, deren Bau bisher „kaum durch unternehmerische Entscheidungen unterlegt“ sei.

Steinmeier verlangt einen Moni- toring-Prozess für die Wirtschaft. Monitoring bedeutet, die Wirt- schaft genau zu beobachten und zu vergleichen, um Fehlentwick- lungen rechtzeitig ausschalten zu können. Er legt besonderen Wert darauf, die hohe Innovationsfä- higkeit der Industrie nichts aufs Spiel zu setzen: „Wir brauchen die Grundindustrie und die klei- nen High-Tech-Schmieden. Sie

bilden eine Innovationskette, die nicht reißen darf.“

Steinmeier kritisierte die Un- wucht im geplanten Gesetz für erneuerbare Energien (EEG). Demnach will die Regierung die Windparks auf See stärker för- dern als die an Land. Die Konse- quenz werde sein, dass die Mög- lichkeiten beim Repowering, dem Aufrüsten alter Windmühlen, nicht ausgeschöpft würden.

Garrelt Duin, wirtschaftspoliti- scher Sprecher der SPD- Bundestagsfraktion, vermisst bei der Regierung eine klare Linie. Sie verzettele sich im Klein-Klein, statt das Thema Energiewende als großen Wurf mit riesigen

Chancen darzustellen - ohne da- bei jedoch zu versäumen, den Menschen klaren Wein über die Kosten einzuschenken.

Kernforderungen der SPD sind:

Unumkehrbar aus der Atomkraft aussteigen; eine ergebnisoffene Endlagersuche einleiten; die Brennelementesteuer erhalten; erneuerbare Energien schnell ausbauen; die Energieeffizienz vorantreiben; die Versorgungssi- cherheit garantieren; die Wettbe- werbsfähigkeit für Industrie und Mittelstand sichern; den Netzaus- bau voranbringen. Garrelt Duin:

„Vor allem aber werden wir dar- auf achten, dass Strom und Hei- zung für die Menschen bezahlbar bleiben. Daran lassen wir Sozial-

die Menschen bezahlbar bleiben. Daran lassen wir Sozial- Und noch einmal die Energiewende: Der Arbeitskreis

Und noch einmal die Energiewende: Der Arbeitskreis Zukunftsenergien hatte eingeladen zum Thema „Vom Ethikrat zum Energiekonsens? Chancen eines par- teibergreifenden Energiekonzeptes“. Es diskutierten (von links) Michael Fuchs, CDU/CSU, Hermann Otto Solms, FDP, Diskussionsleiter Frank-Michael Baumann als Vorsitzer des Arbeitskreises, Garrelt Duin, SPD, und Ingrid Nestle, Die Grünen.

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Zeitgeist setzt auch dem Ehrenamt zu

SPD setzt „Zukunftsgespräche“ fort / Thema in Ihlow war das Ehrenamt / Lebhafte Diskussion

fort / Thema in Ihlow war das Ehrenamt / Lebhafte Diskussion Vier sehr engagierte Ehrenämtler berichteten
fort / Thema in Ihlow war das Ehrenamt / Lebhafte Diskussion Vier sehr engagierte Ehrenämtler berichteten

Vier sehr engagierte Ehrenämtler berichteten von ihren Erfahrungen im Bürgerhaus in Ihlow. Von links Anke Knöner, Vorsitzende der Gemeinschaft für Sport und Gesundheit in Emden, Mettin Köllmann, Vorsitzender des KBV Germania Lübbertsfehn, Regina Meinen, Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Emden, und Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestags. Garrelt Duin (rechts) stimmte das Publikum auf das Thema Ehrenamt ein.

Das Ehrenamt ist der Kitt unserer Gesellschaft. Aber es ist nicht mehr selbstverständlich, sich ehrenamtlich für eine Gemein- schaft einzusetzen. Auch Ostfries- land ist keine Insel der Seligen mehr, obwohl hier das Ehrenamt immer noch eine größere Rolle spielt als in größeren Städten.

Für Garrelt Duin und Erwin Wen-

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Kreistagsfraktion in Aurich,

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„Zukunftsgespräche“ zu machen.

Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestags, langjährig ehrenamtlich aktiv in der Leichtathletik, berichtete, was die Politik zur Unterstützung des Ehrenamtes tut. Sie nannte Übungsleiterpauschalen, Ehren- amtskarten und Steuererleichte- rungen - und bemängelte, dass Frauen in der ehrenamtlichen Arbeit immer noch unterreprä-

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sentiert seien. In der Diskussion wurde noch nach dem Bundes- freiwilligenjahr gefragt, das dem- nächst den Zivildienst ablösen wird, den es mit der Abschaffung der Wehrpflicht nicht mehr gibt. Das Konzept ist jedoch nicht aus- gegoren, wie die sehr spärliche Nachfrage beweist.

Klassische Positionen des Ehren-

amtes nehmen die Teilnehmer der Podiumsdiskussion ein: Anke Knöner als Vorsitzende der Ge- meinschaft für Sport und Gesund-

heit in Emden, Regina Meinen als Vorsitzende des Kinderschutzbun- des in Emden und Mettin Köll- mann als Vorsitzender des KBV Germania Lübbertsfehn.

Köllmann kennt in seinem Verein keine Nachwuchsprobleme. Er achtet darauf, dass schon Kindern eine Verantwortung übertragen wird. Regina Meinen hob hervor, dass ein Ehrenamt keine Einbahn- straße ist, sondern Netzwerke schaffe und soziale Kompetenz

fördere: „Ehrenamt macht nicht dumm.“ Anke Knöner plädierte dafür, die Bedeutung des Ehren- amtes in der Gesellschaft wieder stärker zu verankern.

Das Publikum nahm rege an der Diskussion teil. Walter Hoffmann vom SV Dornum wartete mit ei- nem originellen Vorschlag auf:

Ehrenamtlich tätige Menschen sollten Rentenanwartschaften erhalten.

Übereinstimmung herrschte, dass der Staat ohne Ehrenamt nicht funktioniert und das Ehrenamt zurzeit nicht überall hohes Anse- hen genieße. Erwin Wenzel wies auf die Ehrenamtskarte des Land- kreises Aurich hin, die Ehrenamtli- chen bestimmte Ermäßigungen bietet. Sie ist aber noch nicht sonderlich bekannt. Hilda Christi- ans, Vorsitzende der SPD im Land- kreis Aurich, will sich stark dafür machen, die Städte und Gemein- den stärker in das Angebot der Ehrenamtskarte einzubinden.

Spruch der Woche

„Wenn ich sehe, wie viele Kernkraftwerke weltweit gebaut wer- den, wäre es jammerschade, wenn Deutschland aussteigen würde.“

Bundeskanzlerin Angela Mer- kel am 15. Juni 2009.

Bundeskanzlerin Angela Mer- kel am 15. Juni 2009. Impressum Büro Garrelt Duin, MdB │ Platz der

Impressum Büro Garrelt Duin, MdB Platz der Republik 1 11011 Berlin Tel./Fax (030) 227-70145/-76445 garrelt.duin@bundestag.de www.garreltduin.de

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