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UMTS

Der Vorteil liegt aber nicht nur in der Vereinheitlichung aller bisherigen Standards,
sondern auch in der größeren Kapazitätsleistung. Größere Datenmengen von bis zu
2 MB pro Sekunde können übertragen werden. Dank der größeren Bandbreite der
Frequenzkanäle (5MHz statt 200kHz bei GSM) wird das UMTS-Funknetz Multimedia-
Anwendungen ermöglichen. Das heißt, dass mit UMTS Sprache, Daten, Text, Bilder,
Audio und Video übertragen werden können. Reine Sprachübertragung wird zu
einem großen Teil aufgrund der geringeren Kosten weiterhin über GSM abgewickelt
werden.
Das UMTS Universal Mobile Telecommunication System
folgt einem Standard der 3. Mobilfunk Generation und ist unmittelbarer Nachfolger
von GSM und GPRS.
Wie aus den nachfolgenden Abbildungen hervorgeht, existieren die Netze der
Generationen 2 (GSM), 2,5 (GPRS) und 3 (UMTS) parallel.
Zur Sicherung der Mobilfunkverbindung auf den internationalen Territorien müssen
Mobilfunkgeräte der 3. Generation zu GSM und GPRS kompatibel sein.
Damit ist für den Besitzer eines UMTS-fähigen Mobiles die durchgängige
Funkverbindung auf.
Die Spreizspektrumtechnik macht es möglich das Information unterhalb des
Rauschpegels gesendet werden kann.
Shannon- Hartly- Gesetz:

S…. Signalleistung
N…. Rauschleistung
B…. Analoge Bandbreite
C…. Kanalkapazität (bit/s)

Frage_5_UMTS Spreizspektrumtechnik
Spektrum
Das Frequenzspektrum für UMTS liegt zwischen 1900 MHz und 2025 MHz sowie
zwischen 2110 MHz und 2200 MHz. Für die Satellitenebene (MSS - Mobile Satellite
Service) ist ein eigenes Frequenzband innerhalb des UMTS-Spektrums spezifiziert
(Aufwärtsstrecke 1980MHz bis 2010 MHz, Abwärtsstrecke 2170 MHz bis 2200 MHz).
Das verbleibende Spektrum für die erdgestützte (terrestrische) Anwendung wird auf
zwei Betriebsarten aufgeteilt. In der Betriebsart Frequenzduplex (FDD - Frequency
Division Duplex) stehen zwei gleich große Frequenzbänder, eines für die
Aufwärtsstrecke (1920 MHz bis 1980 MHz), und das andere für die Abwärtsstrecke
(2110 MHz bis 2170 MHz) zur Verfügung. In der Betriebsart Zeitduplex (TDD - Time
Division Duplex) werden die Aufwärtsstrecke und die Abwärtsstrecke nicht durch
verschiedene Trägerfrequenzen, sondern durch verschiedene Zeitschlitze auf
derselben Frequenz realisiert. Daher benötigt man in der Betriebsart Zeitduplex kein
symmetrisches Spektrum, sondern kann das verbleibende Spektrum nutzen.

Dienste
Klasse Name Beschreibung Anwendungen
1 Conversational zeitlich konstante Datenübertragung Sprache, Videotelefonie
(Zeitverzögerung <400 ms)
2 Streaming zeitlich konstante Datenübertragung Multimedia Streaming,
Video on Demand
3 Interactive geringe Bitfehlerrate und kurze Internet-Zugang
Zeitverzögerung

Frage_5_UMTS Spreizspektrumtechnik
4 Background geringe Bitfehlerrate E-Mail, SMS,
Datentransfer

Multiplexverfahren
UMTS verwendet das WCDMA-Multiplexverfahren, das zur Familie der
Frequenzspreizverfahren gehört. WCDMA steht für Wideband Code Division Multiple
Access, "Wideband" deswegen, weil UMTS für einen Frequenzkanal eine Bandbreite
von 5MHz verwendet. Die diversen Teilnehmer werden bei UMTS nicht in Frequenz-
bzw. Zeitkanäle aufgeteilt, wie z.B. bei GSM, sondern durch Zuordnung eines für
jeden Teilnehmer spezifischen Codes, der es ermöglicht, dass die Teilnehmer
differenzierbar bleiben also sich nicht gegenseitig beeinflussen. Das bedeutet, dass
alle Teilnehmer über denselben Frequenzkanal und zur gleichen Zeit (Zeitschlitz)
kommunizieren. Damit dies funktioniert, müssen die jeweils zugewiesenen Codes
eine bestimmte Bedingung erfüllen: Alle zugewiesenen Codes müssen zueinander
orthogonal sein!
CDMA- Verfahren

Das Code-Division-Multiple-Access-Verfahren (CDMA-Verfahren) basiert auf


der Trennung der Übertragungskanäle durch Codes. Kennzeichnend für
dieses Verfahren ist die Übertragung eines schmalbandigen Funksignals in
einem breiten Frequenzspektrum, wobei das schmalbandige Signal durch
eine geeignete Codiervorschrift auf ein breitbandiges Signal abgebildet
wird. Man spricht in diesem Zusammenhang von Codespreizung.
Das CDMA-Verfahren bietet folgende Vorteile:
1• Ein Vorteil des CDMA-Verfahrens ist, dass durch die Codierung die
Teilnehmerdaten vertraulich bleiben und deshalb ein kryptographisches
Verfahren zum Schutz der übertragenen Daten wahrscheinlich entfallen
kann.
2• Systeme, in denen CDMA angewandt wird, sind störsicherer als FDM-
und TDM-Systeme, dies gilt sowohl für atmosphärische als auch für
gezielte Störung der Kommunikation.
3• Ein weiterer Vorteil gegenüber dem TDMA-Verfahren ist, dass in
CDMA-Systemen keine Zeitsynchronisation der verschiedenen Sender
erforderlich ist. Sie sind aufgrund des Codes selbstsynchronisierend.

Ein systembedingter Nachteil im CDMA-Verfahren ist, dass Sender und


Empfänger synchrone Pseudozufallsfolgen generieren müssen. Wenn
mehrere Stationen gleichzeitig übertragen, können zufällige statistische
Überlagerungen entstehen, die zu Fehlern führen und Maßnahmen zur
Fehlererkennung bzw. -korrektur erfordern.
CDMA weist jedem eingehenden Signal einen speziellen Code (eine eigene
Sprache) zu anhand dessen der Empfänger des Signals dieses erkennen
und decodieren kann.
Im Unterschied zu TDMA bzw. FDMA (Frequency Division Multiple Access)
ist CDMA auch eine Breitbandtechnik, d.h. jeder Teilnehmer nutzt beim
Datentransfer das gesamte Frequenzspektrum und nicht nur rasch
aufeinander folgende Zeiteinheiten bzw. kleine Frequenzausschnitte.

Frage_5_UMTS Spreizspektrumtechnik
Signalaufbereitung

Bit: binäre Einheiten des Ausgangssignals (Nutzdaten)


Symbol: binäre Einheiten nach der Kanalkodierung (Nutzdaten+ Prüfbits)
Chip: binäre Einheiten nach der Spreizung (Nutzdaten+ Prüfbits+ Spreizcode)
1.) Quellkodierung
Sprachkodierung reduziert Bitrate
2.) Kanalkodierung
Die Kanalkodierung hat die Aufgabe der Fehlererkennung und Korrektur. Bei
aufwendigen Kanalkodierungen verringert sich die Nutzbitrate und es können
weniger Daten übertragen werden. Bei einer einfachen Kanalkodierung
entstehen mehr Bitfehler, die für manche Dienste auf Kosten der Datenrate in
Kauf genommen werden. Es werden je nach verwendeter Kanalkodierung Bits
hinzugefügt. Die binären Einheiten heißen nicht mehr Bit sondern Symbole.
Kodierrate= Bitrate/ Symbolrate
3.) Spreizkodierung
Der Symbolstrom wird mit den definierten Spreizcode multipliziert. Das
gesamte Signal erhält die Rate des Spreizcodes und dessen Bandbreite. Das
Signal kann nur mit dem richtigen (gleichen) Spreizcode im Empfänger
rekonstruiert werden. Die binären Einheiten des gespreizten Signals werden
Chip genannt. Hört man den Begriff Chip so ist immer das gespreizte Signal
gemeint. Die Multiplikation des Signals mit dem Spreizcode entspricht einer
XOR- Verknüpfung.
(SF) Spreizfaktor= Chiprate/ Symbolrate

Spreizung und Verwürfelung:

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1.) Das Signal wird mit dem OVSF (Orthogonal Variable Spreading Factor/
Spreizfaktor) multipliziert.
2.) Das gespreizte Signal wird mit der PN- Sequenz (Verwürfelungscode)
verwürfelt.
Ergebnis: Das entstehende Codesignal wird über den Mobilfunkkanal übertragen. Es
hat eine höhere Datenrate als das Nutzsignal.
Zusammenhang von SF, Nutzdatenrate und Übertragungsrate

Spreizfaktor
Mit dem Spreizfaktor wird die Datenrate von UMTS gesteuert. Je höher der
Spreizfaktor desto niedriger ist die Datenrate. Für die Datenrate von 2 Mbit/s darf
maximal ein SF=4 verwendet werden. Je höher der Spreizfaktor desto höher ist der
Prozessgewinn.

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Prozessgewinn

Durch die Spreizung ändert sich auch die spektrale Leistungsdichte des Signals. Die
Leistung des Ausgangsignals wird nach der Spreizung auf den gesamten
Frequenzbereich verteilt. Da sich alle Signale denselben Funkkanal teilen,
demoduliert der Empfänger das gewünschte Signal mit den individuellen Code. Es
werden aber auch alle anderen unerwünschten Signale demoduliert. Es entscheidet
das Verhältnis aus Nutzsignal zu alle störenden Signale, ob die Information
empfangen werden kann.
Der Prozessgewinn hat in einem CDMA-System eine besondere Bedeutung. Man
muss nämlich Nutzsignale, die einen größeren Spreizfaktor (SF) verwenden und
somit auch eine geringere Datenrate haben, mit weniger Leistung über die Antenne
übertragen als Signale mit hoher Datenrate. Grund dafür ist, dass Signale mit
größerem Spreizfaktor auch einen größeren Prozessgewinn haben, da durch die
Dekodierung das Signal "mathematisch" durch den Spreizfaktor "verstärkt" wird. So
hat das ursprüngliche Nutzsignale die diskreten Werte "-1" und "+1". Bei Verwendung
des Spreizfaktors 4 hat das dekodierte Signal bereits die "verstärkten" Werte "-4"
bzw. "+4", bei einem Spreizfaktor 128 wären die dekodierten Werte bereits bei "-128"
oder "+128".

Die Erzeugung von Kanälen im UMTS

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Parameter eines physikalischen Kanals:
• Frequenzkanal
• Bandbreite
• Code
schmalbandiger Kanal → geringe Bitrate
breitbandiger Kanal → hohe Bitrate

Spreizung

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Scramblingcode (Verwürfelungscode)
UMTS verwendet das Codemultiplexverfahren WCDMA, das für die orthogonale
Kodierung und die Bandspreizung den Spreizcode verwendet. Dieser Spreizcode hat
die angenehme Eigenschaft, dass alle seine Codes zu 100% orthogonal zueinander
sind. Dies gilt aber nur, falls alle kodierten Signale synchron zueinander sind. Das
System funktioniert bei fehlender Synchronisation nicht mehr zuverlässig. Der
Verwürfelungscode gewährleistet das jeder Sender einen eigenen Code besitzt der
zu allen anderen Codes orthogonal ist. Somit kann im Empfänger mit dem richtigen
Code das richtige Signal decodieren. Jede Basisstation erhält bei der Zellplanung
einen eigenen Scramplingcode, somit können die Zellen untereinander
unterschieden werden. Es wird dadurch gewährleistet das jede Basisstation und
Mobilstation(UE) ihren eigenen individuellen Code besitzt der eindeutig im System
erkannt wird.

Prinzip der Verwürfelung:

Spreizvorgang:

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1.) Multiplikation mit den individuellen Spreizcode
2.) Addierung zum Summensignal, das Summensignal ist 3-wertig!!!

Entspreizung

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1.) Multiplikation des Summensignals mit den individuellen Spreizcode
2.) Mittelung (Integration) über eine Symbolperiode T.
Voraussetzung:
Kenntnis des verwendeten Spreizcodes und eine hochgenaue Synchronisation
des Empfängers.

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