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Führungsinformationssysteme.

Die EZ/AZ im KdoMFüSys verwendeten Betriebs- und satz- und Durchhaltefähigkeit der Flotte und
sind die Referenzanlagen und Prüfsysteme Anwendungssysteme, der Softwareentwick- Zukunftsfähigkeit der Marine bei. Das Mot-
für alle im Betrieb befindlichen Waffensy- lungsumgebungen sowie der eingerichteten to aus Anlass seines Jubiläums im Jahr 2007
steme der Deutschen Marine und bilden Netzwerke (inklusive Kommando-Intranet) »40 Jahre KdoMFüSys – 40 Jahre Zukunft« ist
die Rechner- und Radaranlagen an Bord werden außerdem datenbankbasierte Web- Ausdruck seines Selbstverständnisses.
nach bzw. simulieren die im Kommando Anwendungen entwickelt. Im Zuständig- Autorenteam KdoMFüSys
nicht real vorhandenen Anlagen. Weiter- keitsbereich der Fachgruppe liegt ebenfalls
Fregattenkapitän Nils Böhme, Fachgruppe Einsatz-
hin wird für den reibungslosen Betrieb das Rechenzentrum mit seiner umfangrei- systeme, Dezernatsleiter Boote/Luftfahrzeuge; Ka-
dieser Anlagen und der gesamten unter- chen Serverlandschaft. Zukünftig wird hier pitänleutnant Marc Florian Behring, Lehrgruppe,
stützenden Technik, wie Klimaanlagen, insbesondere die fortgesetzte Virtualisie- Hörsaalleiter Systemeinsatz; Kapitänleutnant Mar-
unterbrechungsfreie Stromversorgungen rung der Arbeitsschwerpunkt sein. kus Lohmann, Fachgruppe TAUES, Sachbearbeiter
und Notstromaggregate gesorgt. In einem im Dezernat Operation; Kapitänleutnant Dirk Rödel,
neuen Aufgabenfeld wirkt die Fachgruppe Fazit Fachgruppe Einsatzsysteme, Teamleiter im Team
Fähigkeitsanpassung F123; Oberleutnant zur See
ST zurzeit bei der Konzeption eines EZ/AZ Michael Böhnke, Fachgruppe Systemtechnik, Team
für die Fregatte Klasse 125 mit und bereitet Mit seinen Produkten und Dienstleistungen Netzwerke; Leutnant zur See Joachim Gudehus,
sich auf dessen zukünftigen Betrieb vor. Ne- trägt das Kommando Marineführungssyste- Fachgruppe Einsatzunterstützung, Sachbearbeiter
ben der Betreuung und Administration aller me entscheidend zur Sicherstellung der Ein- Betriebsunterstützung

Marinekommunikation
Neue Schlüsseltechnologien liefern Informationsüberlegenheit

Bernd Kaschte schritt sind die sogenannten Software De- Sicherer Austausch taktischer

D
fined Radios (SDR). Hier werden neue, auf Daten mit Link 22
ie zunehmende Anzahl von frie- dem SCA-Standard (Software Communica-
densschaffenden und -erhaltenden tions Architecture) basierende Breitband- Unabdingbar bei militärischen Operatio-
Missionen stellen Streitkräfte und deren Wellenformen Einzug halten, die jeweils nen ist es, taktische Daten ohne Zeitverzö-
Führungsstrukturen – auch die Marine auf hohe Datenraten, hohe Reichweite oder gerung zwischen den beteiligten Plattfor-
– vor stets neue Herausforderungen. Mul- Störfestigkeit optimiert sind. Ein weiterer men wie Schiffen, U-Booten, Flugzeugen
tinationale und lang anhaltende Einsätze Schwerpunkt bei der Entwicklung der SDR und Küstenstationen auszutauschen. Dafür
unter wechselnden Bedingungen ver- liegt auf der Fähigkeit, selbstorganisierende werden in der NATO seit Jahren verschie-
langen nach zuverlässiger, sicherer und mobile Ad-hoc-Netzwerke (MANET) auf dene standardisierte digitale Datenübertra-
vor allem interoperabler Kommunikati- IP-Basis bilden zu können. Eine dem Ein- gungsverfahren wie Link 11 und Link 16
onsausstattung; nicht nur für die Über- satzszenario angemessene integrierte Ver- eingesetzt. Das vor allem im Marinebereich
mittlung von Sprache, sondern auch für schlüsselung wird ebenfalls ein wichtiges genutzte Link 11 erfüllt jedoch die gestiege-
den Austausch von Daten. Nur, wenn die Merkmal der SDR sein. nen Anforderungen hinsichtlich Datenrate,
richtige Information zur richtigen Zeit am Rohde & Schwarz hat sich von Beginn an Störresistenz und inhärenter Verschlüsse-
richtigen Ort verfügbar ist, ergibt sich eine stark in der Entwicklung von SDR-Funk- lung nicht mehr ausreichend.
nachhaltige Informationsüberlegenheit, geräten engagiert. Nach der Beteiligung an Daher haben sieben NATO-Staaten auf
ohne die sich diese Herausforderungen verschiedenen SDR-Studien hat das Unter- Basis eines Memorandum of Understan-
nicht meistern lassen. Im Folgenden wer- nehmen Ende 2008 vom IT-Amt der Bun- ding (MoU) das Nachfolgeverfahren Link
den einige Schlüsseltech­nologien für die deswehr den Auftrag erhalten, im Rahmen 22 entwickelt. Link 22 – auch bekannt als
Marinekom­mu­n i ­k a­t ion beleuchtet, mit der streitkräftegemeinsamen, verbundfä- NATO Improved Link Eleven (NILE) – ist
deren Hilfe diese Informationsüberlegen- higen Funkgeräteausstattung (SVFuA) ein ein Kommunikationsstandard für den takti-
heit erreicht werden kann. SCA-konformes, multibandfähiges, modu- schen Datenfunk, der mittelfristig das Link
lares Mehrlinienfunkgerät (Grundgerät) zu 11-Verfahren im Marinebereich ersetzen
Ein Blick in die Zukunft: entwickeln und die Herstellbarkeit als Serie und parallel zu dem in der Luftwaffe ge-
Software Defined Radios nachzuweisen. nutzten Link 16 im Einsatz sein wird.
Nichtsdestotrotz werden bis zur end- Link 22 zeichnet sich insbesondere durch
Als Basis einer modernen Kommunika- gültigen Beschaffung und Einführung der eine optimierte Informationsverarbeitung,
tionsausstattung an Bord dienen auch in SDR noch einige Jahre vergehen, sodass die eine höhere Datenrate, eine robustere
Zukunft leistungsfähige Funkgeräte im HF-, klassischen Funkgeräte, auch Legacy-Geräte Übertragungstechnik und eine flexible
VHF- und UHF-Frequenzbereich. Bei den genannt, weiterhin einen hohen Stellenwert Netztopologie aus. Durch die Anwendung
meisten Anbietern ist inzwischen die Ent- haben. Allerdings helfen dem Nutzer in der dynamischer TDMA-Mechanismen (Time
wicklung von der analogen hin zur digita- Übergangsphase viele neue und moderne Division Multiple Access) kann Link 22
len, softwarebasierten Funkgerätetechnik Schlüsseltechnologien bei der Bewältigung überdies schnell an veränderte Kommu-
abgeschlossen. Der nächste Entwicklungs- seiner vielfältigen Aufgaben. nikationsstrukturen von Einsatzszenarien

MarineForum 9-2010 15
angepasst werden. Link 22 ist damit eine eingesetzt werden. UHF ist für Verbindun- R&S Serie 4400 – mit jedem der drei aktuell
weitere wichtige Informationskomponente gen im LOS-Bereich (Sichtverbindung) und verfügbaren Typen von Link 22-Modems
in der Vernetzten Operationsführung, vor- der Kurzwellenbereich für Übertragungen fehlerfrei zusammenarbeiten kann.
nehmlich innerhalb der NATO. Mögliche bis etwa 1.000 nautische Meilen (ca. 1.850
Lieferungen dieses Verfahrens an Länder km) vorgesehen. In beiden Bereichen sind STANAG 4406 – der neue
außerhalb der sieben NILE-Nationen wer- sowohl Festfrequenzbetriebsarten als auch Standard für die militärische
den durch entsprechende Vereinbarungen EPM(ECCM)-Verfahren definiert.
mit dem verantwortlichen Programm- Link 22 hat inzwischen einen Reifegrad Kommunikation
management (NILE PMO) geregelt. Der erreicht, der die Installation in Kundensys-
automatisierte Datenaustausch über die teme ermöglicht. Bei militärischen Einsätzen ist nicht nur
verschiedenen Link-Verfahren wird vor- Für den UHF-Bereich wurden erst kürz- eine automatisierte Datenübertragung wie
wiegend beim Waffeneinsatz (Schwerpunkt lich zwei Realisierungsalternativen für die im Link 22-Verfahren sicherzustellen. Auch
Wirkmittel und Automatisierung) und zum Schnittstelle zwischen einem frequenz- ein schneller und vor allem sicherer Aus-
Austausch von »Situational Awareness«- sprungfähigen EPM-UHF-Funkgerät und tausch von Nachrichten und Mitteilungen
Informationen (Schwerpunkt Führungs- dem Link 22-Modem (SPC) als offizielle sowie die Übermittlung von Befehlen und
unterstützung) verwendet. Durch entspre- NILE-Schnittstellen festgelegt. Es besteht Aufträgen innerhalb der beteiligten Kräfte
chende Gestaltung des Link 22-Verfahrens hier die Möglichkeit, zwischen einer syn- muss gewährleistet werden. Auf den ersten
und die Anpassung vorhandener UHF- chronen oder asynchronen Schnittstelle zu Blick bietet sich der Einsatz von E-Mail-
Standards (z.B. der Standards STANAG wählen. Die asynchrone Schnittstelle wur- Systemen an.
4205 für Festfrequenzbetrieb und STANAG de ergänzt, da nur sie in der Lage ist, die Im Unterschied zu zivilen E-Mail-Syste-
4273 für Frequenzsprung-Betrieb) ist si- Anforderungen, die digitale Vermittlungs- men werden jedoch für militärische Nach-
chergestellt, dass die in herkömmlichen netzwerke auf Schiffen stellen, zu erfüllen. richten spezielle Attribute verwendet, bei-
Link 11-Systemen eingesetzten HF- und Rohde & Schwarz hat hier zusammen mit spielsweise Sicherheitseinstufungen und
UHF-Funkgeräte weiterhin auch in Link der Firma TELEFUNKEN-RACOMS die Prioritäten. Im militärischen Melde- und
22-Systemen betrieben werden können. asynchrone SPC-Radio Schnittstelle defi- Berichtswesen (Message-Handling-Syste-
Link 22 kann bis zu vier gemischte Funk- niert und zur Serienreife gebracht. me) sind Abläufe definiert, die garantieren,
netze (HF und UHF) gleichzeitig für die Seit mehreren Jahren finden bereits Link dass Nachrichten in der richtigen Reihen-
gemeinsame Kommunikation verwenden 22-Tests in realen Umgebungen statt. Be- folge von autorisierten Teilnehmern abge-
(Bild 1). Die erforderliche Kommunikati- reits im Jahr 2007 hat Rohde & Schwarz geben, geprüft und letztendlich freigegeben
onssicherheit gewährleisten entsprechende an einem Test in Finnland teilgenommen, werden. Hierbei müssen hohe Sicherheits-
Verschlüsselungskomponenten und der in dem Daten innerhalb eines »Super Net- anforderungen hinsichtlich Verschlüsselung
Einsatz frequenzsprungfähiger Funkgeräte work«, bestehend aus drei sogenannten und Verwaltung von Benutzerberechtigun-
(Systemkomponenten s. Bild 2). NILE Units, ausgetauscht wurden. In dem gen sowie der Echtheit von Nachrichten
Der taktische Datenfunk Link 22 kann im Funknetz wurden jeweils ein Führungsschiff und Absendern erfüllt werden. Zudem
Kurzwellenbereich (2 MHz bis 30 MHz) und sowie zwei Landstationen örtlich voneinan- besteht die Notwendigkeit, die gesendeten
im UHF-Bereich (225 MHz bis 400 MHz) der getrennt simuliert. Es war der erste Test Nachrichten neben drahtgebundenen auch
dieser Art, bei dem rea- über Funk- und Satellitenverbindungen an
le Radardaten mit Link mobile Einheiten zu routen.
22 übertragen wurden. Herkömmliche Message-Handling-Sys­
Zwischenzeitlich fan- teme basieren weitgehend auf dem Proto-
den weitere Tests unter koll ACP 127, einem einfachen System zur
anderem in Deutsch- Übertragung von Textnachrichten ohne
land und Frankreich Anhänge. Das NATO Standard-Funkpro-
un­ter der Beteiligung tokoll STANAG 5066 ergänzt zunehmend
von Rohde & Schwarz ACP 127-Systeme. Es fügt Fehlerkorrektur
statt. Es zeigte sich, dass hinzu und unterstützt den automatischen
die Funkgerätefamilie Verbindungsaufbau (Automatic Link Esta-
R&S M3SR – bestehend blishment, ALE) über HF-Funkverbindun-
aus Kurzwellengeräten gen. Diese Kommunikationslösung erfüllt
der R&S Serie 4100 so- jedoch noch nicht die Anforderungen, die
wie UHF-Geräten der an moderne Message-Handling-Systeme

Bild 1, oben: Architektur


eines Link 22-Funknetzes

Bild 2: Komponenten eines


Link 22-Systems
(Quelle: IT Amt der Bundeswehr)

16 MarineForum 9-2010


erlaubt ein im Annex E der STANAG 4406
definiertes taktisches Gateway zusätzlich
den Nachrichtenaustausch mit Funknet-
zen mobiler Einheiten. Damit steht ein ein-
heitliches, IP-basiertes Message-Handling-
System für alle mobilen und stationären
Einheiten von Marine, Heer und Luftwaffe
zur Verfügung (Bild 3). Rohde & Schwarz
ist der erste Hersteller, der eine solche, voll-
ständig integrierte Lösung aus einer Hand
bietet.
Das R&S MMHS realisiert in seinem
Gateway zu taktischen Funknetzen eine
effiziente Punkt-zu-Punkt- und vor allem
Punkt-zu-Multipunkt-Kommunikation
in Funknetzen. Dabei wird eine Nachricht
einmal vollständig versendet. Fehlerhaft
empfangene Nachrichtenteile werden au-
tomatisch vom R&S MMHS aller Empfän-
ger erneut angefordert. Dieses Verfahren
reduziert die Funkkanalbelegung auf ein
Minimum, nutzt die verfügbare Bandbreite
optimal aus und stellt den korrekten Emp-
Bild 3: Das R&S MMHS ist eine vollständig integrierte STANAG 4406-Lösung einschließlich Netzüber-
gang (Gateway) zu mobilen Funknetzen gemäß Annex E
fang aller Nachrichten sicher, ohne dass eine
erneute manuelle Anforderung notwendig
ist.
hinsichtlich Sicherheit, klassifizierender Message-Handling-System R&S MMHS Das R&S MMHS unterstützt die wich-
Nachrichtenattribute und automatischer von Rohde & Schwarz verfügt genau über tigsten militärischen Nachrichtenformate
Abläufe gestellt werden. diese Funktionalitäten. Neben strategischer, STANAG 4406, STANAG 5066, ACP 127
Das auf dem neuen NATO-Standard drahtgebundener LAN- /WAN-Kommuni- sowie E-Mail (Bild 4, S. 18). Alle zu sen-
STANAG 4406 basierende militärische kation oder Kommunikation über Satellit denden Nachrichten werden in einem
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die elektromagnetische Verträglichkeit des
Kommunikationssystems treffen. Diese
Kollokationsprobleme sind durch folgen-
de Maßnahmen auf ein verträgliches Maß
begrenzbar:
 der Einsatz moderner Funkgeräte mit
hervorragenden Sende- und Empfangs-
eigenschaften wie die Rohde & Schwarz-
Funkgerätefamilie R&S M3SR
 die richtige Wahl der Antennenstand-
orte
 der Einsatz geeigneter Filter und Mul-
tikoppler
Ein neuer und
moderner An-
satz zur weiteren
Verminderung
von Kollokati-
onseffekten sind
Integrierte An-
Bild 4: Das R&S MMHS unterstützt die wichtigsten Nachrich-
tenformate und erlaubt die Nutzung der entsprechenden Kom-
tennensysteme
munikationsnetze (IAS). IAS kön-
nen entweder an
Bild 5, rechts: Schematische Anordnung einer integrierten An- die vorhandene
tenne um einen Mast Maststruktur angepasst oder
sogar darin integriert werden.
einheitlichen Editor generiert und in den Sie bestehen im Wesentlichen
Gateways automatisch für die unterschiedli- aus einer bestimmten Anzahl
chen Kommunikationsnetze in das jeweilige Konfigura- von Einzelantennen mit Sek-
passende Format der Nachrichtenwege kon- tion und Überwa- torcharakteristik, die gleichmä-
vertiert. Nachrichten können daher einfach chung von Funklinien und ßig um eine Tragstruktur oder
bearbeitet werden. deren Komponenten wie Schlüsselgeräte, einen Mast angeordnet werden (Bild 5).
Basis für die Sicherheit der militärischen Modems oder Funkgeräte. Um zuverlässige Eine heute bereits verfügbare Technik
Kommunikation ist die Verschlüsselung. Kommunikation sicherzustellen, muss ein führt die Einzelantennen über Kombi-
Das R&S MMHS bietet unter Verwendung Message-Handling-System exakt mit dem nationsnetzwerke so zusammen, dass die
einer Public Key Infrastructure (PKI) so- Funklinienmanagement abgestimmt sein. Gesamtantenne eine omnidirektionale Cha-
wohl die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Deshalb ist das R&S MMHS zusammen rakteristik erhält. Bei entsprechender Aus-
(S/MIME-Verschlüsselung) als auch die mit dem R&S SIMCOS II eine vollständig legung der einzelnen Komponenten kann
digitale Signatur von Nachrichten. Das ge- integrierte Systemlösung für den reibungs- ein solches Antennensystem große Sende­
währleistet Sicherheit hinsichtlich Echtheit losen, automatischen Betrieb komplexer leistungen in einem breiten Frequenzbe-
des Absenders, Schutz vor Manipulation der Mehrlinien-Systeme. reich abstrahlen (z.B. 600 W mittlere Sum-
Nachricht und vor unberechtigtem Zugriff. menleistung im Bereich 118 MHz bis 453
Für eine zusätzliche Absicherung der Funk- Integrierte MHz). Diese Technik reduziert die bisher
strecke werden Schlüsselgeräte wie z.B. das Antennensysteme (IAS) notwendige Vielzahl von Einzelantennen
ELCRODAT 4-2 der Rohde & Schwarz SIT signifikant. Zusätzliche Funkkommunikati-
GmbH eingesetzt. Die stetig steigende Anzahl notwendiger onslinien im selben Frequenzbereich lassen
Ein Zustellungsmechanismus im Funklinien an Bord eines Schiffes erfordert sich damit ohne Erweiterung des Antennen-
R&S MMHS überwacht die Nachrichten eine exakte Planung des gesamten externen systems installieren. Zudem reduziert das
während des Transports und der Bearbei- Kommunikationssystems. So sind auf grö- IAS in der Maststruktur den Radarquer-
tungsphase. Erfolgt die Bearbeitung einer ßeren Schiffen in der Regel mehr als 20 An- schnitt des Schiffes und vermindert damit
Nachricht nicht innerhalb eines definier- tennen im Frequenzbereich von 100 kHz bis das Gefährdungspotenzial erheblich.
ten Zeitraums, so wird sie automatisch an 1 GHz zu integrieren. Bei der Auslegung des In der Praxis verwendet man für die Sen-
Stellvertreter weitergeleitet. Unzustellbare Antennenplans für das Oberdeck bedarf es de- und Empfangszüge meistens getrennte
oder unbearbeitete Nachrichten leitet das folglich größter Sorgfalt. Trotzdem kann die Antennensysteme. Damit die bordeigenen
System gegebenenfalls zu einer alternativen räumliche Nähe der verwendeten Antennen Sender den Empfang nicht beeinträchti-
Organisation um, sodass diese in jedem Fall im simultanen Betrieb die Leistungsfähig- gen, sollten die Antennensysteme optimal
termingerecht bearbeitet werden können. keit der einzelnen Funklinien erheblich voneinander entkoppelt sein. Auf größeren
In modernen, komplexen Kommunikati- einschränken. Dabei können zahlreiche Schiffen ist deshalb in der Regel die Sende-
onssystemen, wie sie an Bord von Schiffen unerwünschte Effekte auftreten – von der antenne am unteren und die Empfangsan-
oder an Marine-Landstationen benötigt Desensibilisierung der Empfänger bis zur tenne am oberen Ende desselben Mastes
werden, ist eine Vielzahl von Funklinien Verringerung der Senderausgangsleistung. integriert. Dank der Modularität von IAS
zu planen und untereinander abzustimmen. Mit einer Computersimulation anhand ei- kann der Schiffskonstrukteur die Antennen
Das Signal Management and Control Sys­ nes originalgetreuen 3D-Modells der kom- flexibel innerhalb vorgegebener technischer
tem R&S SIMCOS II von Rohde & Schwarz pletten Schiffsstruktur lässt sich bereits im Rahmenbedingungen anbringen und un-
ermöglicht die dynamische Verschaltung, Vorfeld eine sehr verlässliche Aussage über terschiedliche, an die Schiffsaufbauten an-

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gepasste Konfigurationen wählen. Zu den DMO) beherrschen, die Kommunikati- zeit flexibel an geänderte Anforderungen
technischen Rahmenbedingungen gehören on innerhalb bestimmter Nutzergruppen anpassbar.
beispielsweise die notwendige Entkopplung aufrecht erhalten. DMO-fähige Endgeräte
oder das Gewicht der Antenne. sind unabhängig vom Funknetz einsetzbar. Kompetenz
Die Transceiver der jeweiligen Funkkom- Einer der Vorteile von ACCESSNET®-T in der Marinekommunikation
munikationslinien werden sendeseitig über ist die Möglichkeit, Gruppen zu definieren
Koppler auf die Sendeantenne geschaltet sowie Prioritäten in der Kommunikation Zukunftssichere Funkkommunikation
(Bild 6). Empfangsseitig übernehmen sol- festzulegen. Besonders wichtig ist auch die auf modernen Schiffsplattformen gewinnt
che Koppler die Verteilung auf die Empfän- integrierte Applikationsschnittstelle, über aufgrund der lang anhaltenden Einsätze mit
ger. Die Anzahl der parallel zu betreibenden die sich verschiedene Alarme an definier- wechselndem Einsatzspektrum stark an Be-
Linien lässt sich einfach erhöhen, indem te Benutzergruppen senden lassen. Damit deutung. Die zunehmend multinationalen
man mit zusätzlichen Kopplern mehr Ein-/ werden nur die Leute an Bord alarmiert, Einsätze erfordern die Integration in Natio-
Ausgänge zur Verfügung stellt. Weitere An- die gegen den jeweiligen Störfall etwas un- nen übergreifende Kommunikationsnetze,
tennen oder Schiffsverkabe- inklusive der notwendigen In-
lungen sind dafür nicht not- teroperabilität. Diese verstärk-
wendig. Die entsprechenden te Vernetzung stellt erhöhte
Hardware-Anpassungen wer- Anforderungen an die Flexi-
den lokal in den Funkräumen bilität der Funkkommunikati-
oder -kabinen vorgenommen onslinien, die eine sichere und
(in Bild 6 gelb dargestellt). leistungsfähige Sprach- und
Datenkommunikation zur
Interne Kommuni­ Verfügung stellen müssen.
kationssysteme auf Software-basierte Funkgeräte
und integrierte Antennensy-
TETRA-Basis steme von Rohde & Schwarz
schaffen in Verbindung mit
Ein weiteres interessantes Kommunikationsmanage-
Themenfeld ist die Ausle- ment-Systemen bereits heute
gung der sogenannten in- die Basis dafür. Mobile Funk-
ternen Kommunikations- systeme auf TETRA-Basis
einrichtungen auf Schiffen, wie das ACCESSNET®-T er­
d.h. die Möglichkeit, über gänzen die internen Kom-
diverse Systeme schiffsinter- munikationseinrichtungen
ne Gespräche zu führen. Zu auf Schiffen in idealer Weise.
diesen Systemen zählen unter Modernste Funkerfassungs-
anderem automatische und und Funkaufklärungssysteme
batterielose Telefonanlagen, von Rohde & Schwarz unter-
Wechselsprechanlagen, aber stützen die Schiffsbesatzung
auch Kommando- und Ruf- Bild 6: Koppelnetzwerk eines IAS-Systems bei der taktischen und strate-
anlagen für Durchsagen und gischen Lagebeurteilung. Zu-
Alarme. Ein entscheidender Nachteil dieser ternehmen müssen. Bei einem Brand wird dem liefert die Rohde & Schwarz SIT GmbH
Systeme ist, dass die Endgeräte und Sprech- der Alarm beispielsweise automatisch an die noch die geeignete Verschlüsselungstechnik
stellen an Bord fest installiert und an ein Brandabwehr gesendet. für höchste Abhörsicherheit. Abgerundet
komplexes Netzwerk aus Fernsprechleitun- Außerdem ist das ACCESSNET®-T-Sys­ wird das Rohde & Schwarz-Portfolio von
gen angebunden werden müssen. Deshalb tem mit Schnittstellen zu anderen internen Mess- und Testsystemen wie Signalgenerato-
benötigt man gerade auf größeren Schiffen Kommunikationssystemen des Schiffes aus- ren, Spektrum- und Netzwerkanalysatoren,
zusätzlich ein digitales Mobilfunksystem gestattet, um den Kontakt zu den Sprach- um die Kommunikationsausstattung und
– beispielsweise für die Schadensabwehr, Terminals zu gewährleisten. Verschiedene andere elektronische Systeme an Bord oder
das Wartungspersonal oder das Personal Endgeräte werden an strategisch günstigen im Depot zu installieren und zu warten.
auf dem Flugdeck. Diese Systeme müssen Stellen fest im Schiff installiert, um der Be- Rohde & Schwarz liefert integrierte
redundant, ausfallsicher und erweiterbar satzung im Notfall ungehinderten Zugriff Funkkommunikationslösungen, Funker-
ausgelegt werden. darauf zu ermöglichen. Diese Endgeräte fassungs- und Funkaufklärungssysteme,
Hier liegt es nahe, ein TETRA-Mobil- können über das Netzwerk oder durch NATO- und Non-NATO-Verschlüsse-
funksystem wie das ACCESSNET®-T- Umschalten in den Direktmodus betrie- lungstechnologie sowie Messtechnik aus ei-
System von Rohde & Schwarz einzusetzen. ben werden. Natürlich erfüllen sie auch die ner Hand. In Zusammenarbeit mit etablier-
Die ACCESSNET®-T-Infrastruktur erfüllt Anforderungen der ATEX-Richtlinien zum ten Plattformherstellern oder als erfahrener
die Bedingung der Redundanz: Sie besteht Schutz von Personen in explosionsgefähr- Systemintegrator ist das Unternehmen ein
aus einer oder mehreren Basisstationen deten Bereichen. leistungsstarker Partner der Deutschen
mit je zwei HF-Trägern und je einer unter- Noch ein wichtiger Aspekt ist die einfache Marine und zahlreicher internationaler
brechungsfreien Stromversorgung. Sollte Erweiterbarkeit für künftige Anwendungen. Seestreitkräfte.
einmal einer der Träger einer Basisstation So muss das Kommunikationssystem bei
ausfallen, arbeitet diese unvermindert wei- Bedarf mit zusätzlichen Basisstationen auf- Bernd Kaschte ist Leiter Vertrieb und Ge-
ter. Selbst wenn alle Basisstationen kom- rüstbar sein und über Schnittstellen für die schäftsentwicklung Secure Communications,
plett ausfallen, können Endgeräte, die den Verschlüsselung verfügen. ACCESSNET®-T Funkkommunikationssysteme Europa bei Roh-
Direktmodus (Direct Mode Operation, erfüllt auch diese Bedingung und ist jeder- de & Schwarz

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