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Phalaenopsis Orchideen richtig gießen

Meine Praxistipps

Phalaenopsis Orchideen richtig gießen Meine Praxistipps © http://www.orchideen-pflegen.de

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

3

Bestens für Orchideeneinsteiger geeignet

4

Nicht zu häufig gießen

4

Phalaenopsis Orchideen bevorzugen das Tauchen

4

Niemals die Blätter und das Herz unter Wasser halten

5

Staunässe vermeiden

5

Phalaenopsis Orchideen regelmäßig einnebeln

6

Regenwasser verwenden

 

6

Auf Zimmertemperatur achten

6

Allgemeines

Früher galten Orchideen noch als bizarre Exoten, an deren Kultur sich nur die Experten unter den Hobbyzüchtern wagten. Aus Angst, einer anspruchsvollen Pflege der fremdartig anmutenden Geschöpfen nicht zu genügen, trauten sich viele Pflanzenfreunde nicht an Orchideen heran. Inzwischen bieten aber sogar die Supermärkte Orchideen an und so hielten die faszinierenden Gewächse mittlerweile in nahezu jeder Wohnung Einzug. Im Handel steht vor allem die Gattung Phalaenopsis auf den Verkaufsregalen. Nicht zuletzt aufgrund ihrer bezaubernden Blüten, die in vielfältigen Farbvarianten anzutreffen sind, werden diese Orchideen auch gerne verschenkt. Die Floskel: „Lasst Blumen sprechen!“, erhält mit einer liebreizenden Phalaenopsis eine völlig neue Dimension.

liebreizenden Phalaenopsis eine völlig neue Dimension. Abbildung 1: Die Phalaenopsis ist u. a. sehr gut für

Abbildung 1: Die Phalaenopsis ist u. a. sehr gut für Einsteiger geeignet.

Bestens für Orchideeneinsteiger geeignet

Die Züchtung des ersten Phalaenopsis-Hybriden erfolgte im Jahre 1886 in England. Heute stammen viele der bei uns angebotenen Pflanzen aus großen, niederländischen Orchideenfarmen, die riesige Mengen an Gewächsen hervorbringen. So ist es kein Wunder, dass Phalis-Hybriden im deutschsprachigen Raum am meisten verbreitet sind. Diese Orchideengattung ist trotz ihrer grazilen Erscheinung sehr robust und nimmt den Transport nicht übel, solange sie keiner Kälte ausgesetzt wird. Im Handel präsentieren sich die Orchideen mit einer einzigartigen Blütenpracht, so dass zahlreiche Kunden nicht widerstehen können. Im Prinzip sind Phalaenopsis Orchideen gar nicht so pflegeintensiv, wie sie auf den ersten Blick vermuten lassen. Sie eignen sich sogar sehr gut für Anfänger in der Orchideenzucht, um erste Erfahrungen zu sammeln.

Nicht zu häufig gießen

Werden ein paar wesentliche Grundsätze beachtet, bleibt der herrliche Blütenschmuck nach dem Kauf für längere Zeit erhalten. Wirft eine Phalaenopsis dann doch irgendwann alle ihre Blüten ab, muss dies nicht unbedingt für Beunruhigung sorgen. Die Pflanze legt höchstwahrscheinlich lediglich eine kurze Ruhephase ein, in der sie frische Kraft schöpft, um bald wieder neue Triebe mit zahlreichen jungen Knospen hervorzubringen. Was die Gießmenge betrifft, sollten Orchideen lieber etwas kürzer gehalten werden. Ein zu häufiges Wässern wirkt sich für die Pflanzen eher nachteilig aus. Ein- bis zweimaliges Gießen in der Woche reicht den Phalaenopsis Orchideen vollkommen aus. Das Wasser sollte direkt auf die Erde geschüttet werden, so dass es schnell zu den Wurzeln vordringen kann.

Phalaenopsis Orchideen bevorzugen das Tauchen

Im Regenwald steigt nach Sonnenaufgang durch die Wärmeeinwirkung alle Feuchtigkeit nach oben, wo sich neue Wolken entwickeln, die sich wiederum in starken Regengüssen entladen. Die Phalaenopsis leben epiphytisch. Sie sitzen auf Bäumen, weil so dort in den Genuss von mehr Sonnenlicht gelangen, als dies bei einem Standort am Boden der Fall wäre. Während des täglichen Starkregens nehmen sie eine ausgiebige Dusche und die Wurzeln saugen sich mit Wasser voll. Dieser Effekt lässt sich in Zimmerkultur mit dem Tauchen der Orchideenwurzeln nachahmen. Hier haben die Wurzeln gleichfalls eine gute Gelegenheit zur Flüssigkeitsaufnahme, was mit einem Gießvorgang niemals in dieser Form zu erreichen wäre. Die Wurzeln sehen nach einem Tauchvorgang völlig anders aus, denn sie sind dicker, da mit Wasser gefüllt. Sie besitzen dann eine grünliche Farbe, die nach einigen Tagen wieder verblasst. In Zimmerkultur genügt ein etwa 30 Minuten dauernder Tauchvorgang im ein- bis zweiwöchigen Abstand. Das Wasser sollte anschließend immer gut ablaufen.

Abbildung 2: Orchidee im Tauchbad. Dabei kann es vorkommen, dass etwas Granulat austritt. Dieses wird

Abbildung 2: Orchidee im Tauchbad. Dabei kann es vorkommen, dass etwas Granulat austritt. Dieses wird danach einfach wieder eingedrückt.

Niemals die Blätter und das Herz unter Wasser halten

Die Blätter und das Herz der Pflanze verabscheuen einen längeren Aufenthalt unter Wasser, denn während des Regens in ihrer Heimat im Südosten Asiens rieselt das Wasser schnell herunter. Ein längerer Tauchvorgang könnte bei den Blättern zu Fäulnis führen. Es sollten immer nur die Wurzeln im Wasser stehen, die Blätter und das Herz bleiben an der Luft. Deshalb reicht ein kleiner Eimer oder ein Übertopf, in dem der Kunststoff-Orchideentopf gerade so Platz hat. Die Blätter hängen dann während des Tauchens außerhalb des Gefäßes seitlich herab und kommen mit dem Wasser nicht in Kontakt.

Staunässe vermeiden

Auch die fleischigen Wurzeln der Phalaenopsis Orchideen faulen leicht, wenn sie über einen längeren Zeitraum im Wasser stehen. Staunässe muss deshalb unter allen Umständen verhindert werden. Orchideensubstrat besteht aus Rindenstücken, die anders als Erde, nur geringfügig Wasser speichern können. Bei einem solchen grobstrukturierten Substrat läuft Gießwasser schnell hindurch. Keramikorchideentöpfe verfügen über ein besonders großes Wasserreservoir, so dass die Wurzeln im Trockenen bleiben, wenn das überschüssige Wasser in den Übertopf tropft. Bei dem Gebrauch von normalen Keramiktöpfen muss das Wasser, das sich am Boden sammelt, immer gleich entfernt werden, um Fäulnis an den Wurzeln auszuschließen.

Phalaenopsis Orchideen regelmäßig einnebeln

Innerhalb der Wohnung nimmt das Badezimmer die Favoritenrolle als geeigneter Standort für Orchideen ein. Bei jedem Dusch- oder Badevorgang verdunstet Wasser, so dass die Luft einen hohen Feuchtigkeitsgehalt besitzt. Die Dampfentwicklung im Badezimmer entspricht den natürlichen, feucht-warmen Begebenheiten im Regenwald. Weil die Luft in allen anderen Räumen erheblich trockener ist, empfiehlt sich dort das tägliche Einnebeln der Phalaenopsis Orchideen als Ersatz. Für die Gewächse wird auf diese Weise eine tropische Umgebung simuliert. Die Luftwurzeln und die Blätter genießen diese feine Umnebelung sehr, im Gegensatz zu den Blüten, die nicht besprüht werden sollten.

Regenwasser verwenden

Phalaenopsis Orchideen vertragen keinen Kalk. Auch die anderen Mineralstoffe und Salze, die im Leitungswasser vorkommen, sind in hoher Konzentration für die Pflanzen eine Belastung, die sie an ihrem Naturstandort nicht kennen. Auf den Bäumen steht den Orchideen nur Regenwasser zur Verfügung, das nur sehr minimal Mineralstoffe enthält. Leitungswasser ist zum Gießen von Orchideen nicht geeignet, denn es wird aus dem Grundwasser gewonnen. Bis der Regen dort ankommt, muss er unterschiedliche Bodenschichten passieren. Vorhandene Salze lösen sich durch die Nässe auf und bleiben im Wasser enthalten. Wer keine Möglichkeit zur Nutzung von Regenwasser hat, sollte das Leitungswasser zumindest etwas abstehen lassen oder abkochen. Eine weitere Alternative wäre der Einsatz eines Wasserfilters. Destilliertes Wasser, das vollkommen von Mineralstoffen und Salzen befreit wurde, sollte zu gleichen Teilen mit Leitungswasser gemischt werden.

Auf Zimmertemperatur achten

In ihrer Heimat werden Phalaenopsis Orchideen mit angenehm warmen Temperaturen verwöhnt. Kalte Winter sind ihnen völlig fremd. Sogar nachts fällt die Temperatur im Regenwald nur um wenige Grade. Überall dort, wo Jahreszeiten fehlen, wird die Witterung auch als Tageszeitenklima bezeichnet. Orchideen der Gattung Phalaenopsis beanspruchen deshalb auch bei uns immerwährende Zimmertemperaturen um die 20° C. Unter 18° C erleiden die Gewächse einen Kälteschock, den auch zu niedrig temperiertes Gießwasser auslösen kann. Das Regenwasser sollte deshalb, gerade im Herbst und im Winter, erst eine Weile in der Wohnung stehen, damit es die Umgebungstemperatur annimmt. Das betrifft das Gießwasser und das Wasser zum Tauchen oder zum Einnebeln gleichermaßen.