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TEST

• 120-l-Freerideboards
Jung springt
• 7.0-qm-Freeridesegel
WELTSENSATION! Flo
fer den OCEAN
als erster Windsur
Travel er!!! Exklusive Welt-
• Icaraizinho – JUMP auf dem Wass l!
Windsurfing Journa
Jericoacoaras kleiner Bruder.
premiere in diesem

Das groSSe
INTERVIEW-SPECIAL
• Finnen-Guru Wolfgang Lessacher
• Profi-Windsurfer Flo Jung
• World-Cup-Sylt-Chef Mat thias Neumann
• Hot-Sails-Maui-Importeur Torben Sonntag Windsurfing Journal 12 | Ausgabe 02-2010
Juni/Juli| Deutschland 4,80 €
A 4,80 € | CH 11,- SFR | Benelux 5,80 € | E/I 7,50 €
6
INHALT 06 inhalt

EDITORIAL 08
inhalt
TRAVEL BRAZIL 10

ADVERTORIAL LIMNOS 26

EVENT OCEAN JUMP 28

| Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


NEWS 30

ÖSTERREICHNEWS 34

LESERBRIEFE 36

LESERSHOTS 38

vor 20 jahren 40

INTERVIEW W. LESSACHER 42

INTERVIEW M. NEUMANN 52

INTERVIEW T. SONNTAG 58

INTERVIEW F. JUNG 68

FREERIDETEST 80

FREERIDEBOARDTEST 83

FREERIDESEGELTEST 88

SHOPEMPFEHLUNGEN 95

AUSBLICK 98

© Covershot Bjoern Gottschall Fahrer Flo Jung


editorial

Interview-Special

F
ür die zweite Ausgabe 2010 haben wir uns einen Ocean Jump erfundenen Move gleichen Namens („Ocean
Schwerpunkt ausgesucht, der nach Meinung vieler Jump“: ein Frontloop, switch stand im Kreuzhang) auf dem
unserer Leser eine besondere Stärke des Windsurfing Wasser gesprungen ist.
Journals ist: die Interviews. Dabei haben wir nur bedingt Ein-
fluss auf die Qualität eines solchen Artikels, vielmehr hängt Matthias Neumann ist als Geschäftsführer der ACT Agency
es vom jeweiligen Gesprächspartner ab, inwieweit er bereit Hamburg nicht erst seit gestern der hauptverantwortliche Orga-
ist, seine ehrliche Meinung kundzutun und etwas von sei- nisator des größten Funsportspektakels der Welt: dem Colgate
nen privaten Gedanken preiszugeben. Für uns besteht die Windsurf World Cup Sylt. Auch wenn er sich häufiger „poli-
Schwierigkeit darin, interessante Charaktere zu finden und tisch korrekt“ geäußert hat, ist sein Interview besonders inte-
natürlich die richtigen Fragen zu stellen. ressant, wenn du es verstehst, zwischen den Zeilen zu lesen …

Wir glauben, dass es uns mit den vier Gesprächspartnern die- Und als Letztes haben wir mit Torben Sonntag, Deutschlandim-
ser Ausgabe gelungen ist, lesenswerte Artikel für dich zu ver- porteur von Hot Sails Maui, einen Interviewpartner, der sich
fassen. Wobei Artikel fast der falsche mit seinen deutlichen
Ausdruck ist – Gesprächsprotokol- Uns gefällt es, wenn jemand Wor­ten und Meinungen
le trifft es besser. Denn genau das über unsere Landesgren-
den Arsch in der Hose hat, für
macht unsere Interviews womöglich zen hinaus einen streit-
persönlicher, authentischer und inte- kontroverse Standpunkte sein baren Namen gemacht
ressanter: Wir stellen keine vorfor- Gesicht in den Wind zu halten. hat. Uns gefällt es, wenn
mulierten und zusammenhangslosen jemand den Arsch in der
Fragen, wir führen mit dem Gegenüber ein Gespräch, dessen Hose hat, für kontroverse Standpunkte sein Gesicht in den
Verlauf nicht geplant ist, sondern das sich erst mit fortschrei- Wind zu halten. Man muss mit ihm nicht (immer) einer Mei-
tender Dauer entwickelt. nung sein, doch man kann ihm zumindest drei Dinge nicht
absprechen: Rückgrat, Mut, fern jeder Anonymität für seine
Beispielsweise haben wir mit Wolfgang Lessacher, dem Fin- Meinungen einzustehen, und Gradlinigkeit. Fähnchen in den
nenguru mit der 50-Knoten-Finne, über sehr private Dinge Wind haltende „Experten“ gibt es in der Branche schon genug.
gesprochen, die wir vorher überhaupt nicht auf dem Zettel
hatten. Das Gespräch entwickelte sich einfach unverhofft in Wir hoffen, mit dieser Auswahl deinen Geschmack ge-
diese Richtung und wir hörten ihm sehr interessiert zu. Und troffen zu haben, und freuen uns über Feedback aller
so gewährt dir der Eigenbrötler – in diesem Zusammenhang Art! Deshalb schreib uns gern deine Sicht der Dinge an
nicht negativ zu interpretieren, er bezeichnet sich selbst als info@windsurfing-journal.de!
einen –sehr persönliche Einblicke in sein Leben.
Auf einen windigen Sommer!
Mit Flo Jung hatten wir einen Windsurfer als Gesprächspart-
ner, der vom stereotypen World-Cup-Profi deutlich abweicht.
Seine Projekte sind häufig anders und erregen dadurch auch
viel mehr Aufmerksamkeit, sodass er aus der Masse deutlich PS: Hast du es bemerkt? Auch die zweite Ausgabe des
hervorsticht. Und natürlich verdient er besondere Erwähnung, Windsurfing Journals ist pünktlich erschienen! Ist das nicht
da er als erster Windsurfer überhaupt den beim Kieler Woche der Hammer?

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travel brazil

Vor zwei Jahren machten sich zehn


World-Cup-Profis und sechs ausge-
wählte internationale Windsurfjour-
nalisten auf zur ClubVentos Beach
Search Tour, um an der Nordküste
Brasiliens einen neuen Windsurfspot
zu finden (siehe Windsurfing Journal
02-2008!). Hunderte Küstenkilometer
später hatte die Truppe dann Erfolg:
Icaraizinho war die Entdeckung der
Reise – ein neues, unberührtes Stück
vom Paradies. ClubVentos-Jeri-Chef
Fabio Nobre zögerte keine Minute. Er
entschloss sich sofort, hier ein neues
Center aufzubauen. Ich hatte damals
das groSSe Glück, einer der Teilnehmer
zu sein. Und als ich im Herbst 2009
erneut eine Einladungsmail von Fabio
bekam, zögerte ich natürlich keine
Sekunde. Einige Augenaufschläge
später war ich dann endlich wieder
vor Ort: Icaraizinho revisited!

Text Alexander Lehmann


© Fotos Richard Ström &
Gary „Lord Lolo” Crossley

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© Foto Gary Crossley
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Fahrer Ian Mouro © Foto Richard Ström

N
ikolaus 2009. Mit vielen gleichgesinnten Winterflüchtlingen sitze ich in Lissabon am
Flughafen und warte auf den Start der TAP-Maschine Richtung Fortaleza in Brasilien.
Dank drei sensationeller Schlaftabletten der Marke Tavor ist das Nächste, woran ich
mich erinnern kann, die Ansprache der sympathischen Stewardess mit der Bitte, meine Rückenleh- Es ist immer wieder der Hammer, mit
ne wieder gerade zu stellen. „Sensationell“, denke ich mir. Mein Mund fühlt sich an wie die Wüs­
te Gobi, aber dass ich mal acht Stunden Schlaf am Stück hatte, ist auch schon einige Jahre her.
welcher Konstanz der Wind vor dem
Mittag wie die heiSSe Luft eines Föns
In Fortaleza angekommen bemerke ich, dass sowohl Gary „Lord Lolo“ Crossley, Managing eingeschaltet wird und man sich keine
Editor von Boards UK, als auch Arnaud Dechamps, Cheftester vom PlanchMag, mit in mei-
Sorgen darüber machen muss, womög-
ner Maschine waren. Unser Wiedersehen wird auf der vierstündigen Fahrt Richtung ange-
messen mit der einen oder anderen original brasilianischen Hülsenfrucht gefeiert. lich nicht aufs Wasser zu kommen.

Unser erster Weg führt uns nicht nach Icaraizinho, sondern zu dem Ort, wo sich das
„Dream-Team“ vor sechs Jahren zum ersten Mal traf: Jericoacoara. Der Fahrer bringt uns zur
stylishsten Unterkunft im Ort – der Pousada Jeriba. Direkt an der Wasserkante gelegen ist
diese Pousada das Hilton des ehemaligen Fischerdorfes. Mein Zimmerkollege hat das Bier
schon kaltgestellt. Mart „der Bieber“ Kuperij von Motion windsurf magazine aus Holland
und ich sind über unser Wiedersehen bei 30 Grad und Sonnenschein so froh, dass unsere
Zimmernachbarn uns morgens um fünf durch zartes Klopfen an der Wand bitten, uns nicht
ganz so doll zu freuen. Gelingt uns aber nicht. © Foto Gary Crossley

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Fahrer Andre Paskowski © Foto Gary Crossley

Der erste Tag steht unter dem Motto „Akklimatisierung“. Wir beginnen den Tag mit einem ber machen muss, womöglich nicht aufs Wasser zu kom-
leckeren Frühstück im offenen Restaurant der Pousada Jeriba direkt oberhalb des Strandes. men. Einen Tipp können wir dir allerdings geben: Sorge
Falls du dich schon gefragt haben solltest, wieso Gary Crossley „Lord Lolo“ heißt: Das ist vor deinem Brasilienurlaub auf alle Fälle für ausreichend
seinem roten Ferrari-Acer-Laptop geschuldet, den er stolz beim Frühstück präsentiert und Hornhaut in deinen Handflächen! Ob durchs Hantelstem-
der an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist. Der Weg von Ferrari über Lolo Ferrari bis hin zu men oder andere Tätigkeiten, auf die ich hier nicht ein-
Lord Lolo ist dann ein logischer. Zu unserer Truppe gesellt sich in diesem Jahr noch Stuart von gehen möchte. Aber eines ist sicher: Wenn man als Bü-
Windsurfing US, nachdem sich sein Kollege, unser ehemaliges Dream-Team-Mitglied Josh, rohengst nach Wochen zum ersten Mal wieder in Jeri die
einer Brustoperation unterziehen musste. Ein Kilo frische Ananas, Papaya und Mango spä- Wellen abreitet, kann man gar nicht so schnell gucken,
ter geht es mit einer drei Zentimeter dicken Schicht Sonnencreme endlich zum ersten Mal wie das warme, salzige Wasser einem die Hände auf-
aufs Wasser. Es ist immer wieder der Hammer, mit welcher Konstanz der Wind vor dem weicht. Im schlimmsten Fall hast du bereits nach deinem
Mittag wie die heiße Luft eines Föns eingeschaltet wird und man sich keine Sorgen darü- ersten Windsurftag offene Blasen. Die sehen nicht nur

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blöd aus, sondern tun auch noch verdammt weh. Das Kli- Am nächsten Morgen ziehe ich zum ersten Mal seit meiner Ankunft in Brasilien wieder
ma sorgt dafür, dass die Wunden nicht trocknen und du feste Schuhe an. Es geht auf Quads zu einer großen Lagune für eine Flachwassersession.
wirklich lange gut davon hast. Und dann helfen nur noch Mit dabei: der kanadische Freestylepro Phil Soltysiak sowie Andre Paskowski. Phil erzählt
Handschuhe. Solltest du also keine Hände wie ein Maurer uns, dass er im vergangenen Jahr genau diese Quad-Tour schon einmal gemacht hat, doch
haben, empfehlen wir dir von Beginn an Handschuhe zu ungefähr auf der Hälfte der Strecke von dem Tourführer vom Bike gezogen wurde und zu
tragen. Auch wenn das ein wenig gay aussieht, verlängert Fuß nach Jeri zurücklaufen musste. Dem Guide hatte nicht gefallen, dass er immer seine
es einfach mal deinen Spaß auf dem Wasser um Tage. eigenen Wege aufmachte und ihm nicht folgte. Also halten wir uns anfangs noch an die
Aufforderung, gemeinsam in einem Konvoi zu fahren. Wir benehmen uns auch mehr oder
Nach einem „harten“ Arbeitstag als Windsurfjournalist treffen weniger vorbildlich, bis Fabio uns plötzlich rechts überholt. Für uns das willkommene Si-
wir uns zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant Casa gnal, mit der Formation zu brechen und richtig Gas zu geben! Links und rechts kreisen
da Dela in der Main Street wieder. ClubVentos-Chef Fabio wir in den Dünen, die Quads fahren bis zu 80 Stundenkilometer schnell, voller Wahn-
gibt das Programm der kommenden Tage bekannt: Windsur- sinn! Der Motorradfahrer, der als Letzter dafür sorgen sollte, uns zusammenzuhalten, gibt
fen in Jeri und auf Lagunen, Quad Racing, Partys, die Fußball- verzweifelt auf und irrt planlos durch die Gegend. Plötzlich kommt uns ein Jeep entge-
Revanche wegen der Schmach von gen und man kann schon von
vor zwei Jahren gegen eine brasilia- Wir fahren durch kleine, abgeschiedene Weitem sehen, dass die Ge-
nische Nationalauswahl und natürlich Dörfer, wo die Zeit stehen geblieben scheint. sichter im Wagen alles ande-
das eigentliche Reiseziel: Icaraizinho. re als fröhlich wirken. Es sind
Viele Kids freuen sich, wenn sie uns High
Naturranger, die sich um den
In Jeri selbst scheint sich seit meinem Fives geben können oder wir ihnen zuwinken. Schutz der Dünenlandschaften
letzten Besuch 2008 nicht allzu viel kümmern, und so bekommt
geändert zu haben. Auch wenn mir erzählt wurde, dass es im unser Guide den Einlauf des Jahrhunderts. Mit einer allerletzten Verwarnung im Gepäck
November noch recht voll auf dem Wasser war, können wir dürfen wir unsere Reise fortsetzen und müssen nicht per pedes zurück Richtung Jeri.
uns Anfang Dezember über mangelnden Platz nicht beschwe-
ren. Das liegt sicherlich auch daran, dass vor der großen Düne Nach eineinhalb Stunden Fahrt kommen wir an der Lagune inmitten der Wüste an. Sie wirkt
in der Bucht bei Hochwasser eine Lagune entsteht, wo alle wie ein grüner Klecks, irgendwo im Nirgendwo. Mit lauwarmem Wind geht’s auf Freeride-
fanatischen Freestyler fahren, um die neuesten Moves zu ler- material ins Wasser. Sogar Lord Lolo versucht sein Glück, nachdem er über zwei Jahre lang
nen. Der „Main Break“ direkt vor dem ClubVentos ist relativ mit einer kaputten Schulter außer Gefecht gesetzt war. Doch unser kleiner Kamikaze-Pilot
entspannt zu windsurfen. Bei Niedrigwasser ist die Bucht 300 kennt nur eine Richtung: Downwind! Mit Fullspeed jagt er los und wir sind froh, ihn bei
Meter upwind auf alle Fälle eine Empfehlung. Dort brechen seiner Ankunft am Ufer in Lee noch in Ameisengröße wahrzunehmen. Nach einer halben
die Wellen zwar chaotischer, aber deutlich höher. Die sandigen Stunde merken wir: Da stimmt was nicht … Lord Lolo kommt einfach nicht mehr zurück. Also
Straßen des Dorfes sind noch genau wie früher, obwohl Fabio muss jemand los, um ihn zu retten … Auf dem Motorrad unseres Aufpassers mache ich mich
erzählte, dass in der Regenzeit das halbe Dorf ins Meer gespült daher an der Wasserkante entlang auf dem Weg, unsere kleine britische First Lady einzusam-
wurde. Einige Restaurants waren nur noch über Leitern zu errei- meln. Lord Lolo ist begeisterter Motorradfahrer (normalerweise im Beiwagen), also tauschen
chen, so niedrig war der Boden der Straßen abgesackt. Hunder- wir einfach unser Equipment und kommen relativ zeitgleich am Ursprungsort wieder an. Das
te Lkws mit Sand waren die Lösung, Jeri seinen ursprünglichen war es leider mit Lord Lolos Windsurfaction in Brasilien für dieses Jahr. Seine Schulter ist wie-
und natürlichen Charakter zurückzugeben. Es hat funktioniert. der kaputt und er konzentriert sich für den Rest unsers Aufenthalts auf Tresensport.

Pumperatzen Mart & Alexander © Foto Gary Crossley © Foto Gary Crossley

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Während Lord Lolos Ausflug uns gut eine Stunde in ihrem


Bann hält, ist Fabios Filmteam zwischenzeitlich damit be-
schäftigt, Mart und seine „Frau“ Arrianne Aukes für einen
neuen Promotionclip abzufilmen. Laut Fabio sind die beiden
das ideale europäische Paar, obwohl Arrianne nach einem
Monat Jeri mittlerweile ein breiteres Kreuz als Mart hat.
Dass sie Fabio überzeugen konnte, bei diesem Film mitzuwir-
ken, ist sicherlich auch auf die 25 Caipirinhas vom Vorabend
zurückzuführen. Ob die beiden sich über den Dreh hinaus
noch in den Dünen amüsierten, ist nicht exakt überliefert …

Der Tag vergeht wie im Fluge. Nachmittags zurück in Jeri


geht es erneut aufs Wasser, ehe wir uns frisch geduscht
im ClubVentos zu Happy Hour und Surfkino wiedertref-
fen. Am Abend sind wir zu Gast im Tamarindo, ein Res­
taurant im Zentrum von Jeri. Es hat seinen Namen dank
des großen gleichnamigen Baums im Garten. Das Tamarin-
do ist eine echte Empfehlung. Es ist meiner Meinung nach
das beste Restaurant in Jeri. Das liegt nicht nur am herz-
lichen Ambiente, sondern vor allem an seiner vielseitigen

„Ich bin der festen Überzeugung, dass eine lang- und extrem leckeren Küche. Ob Fisch, Fleisch oder Pizza.
Es schmeckt wirklich alles außerordentlich gut. Das ein-
same und konstante Entwicklung der Schlüssel zige Problem: Man isst zu viel, denn man kann das gute
zur Nachhaltigkeit ist. Es gibt weltweit unzählige Essen einfach nicht stehen lassen. Zum Glück ist Arnaud
Beispiele für Reiseziele, die sich schnell zu Touris­ bei unserer Gruppe dabei und so wandert jeder Teller am
Ende vor seine Nase. Gerade heute ist es jedoch nicht
tenattraktionen entwickelt haben, doch dann
unwichtig, sich eine gute Grundlage zu schaffen. Denn es
irgendwann eingebrochen sind." Fabio Nobre ist Dienstag und das bedeutet: Pousada Mauricio Party!

Mauricio ist Italiener, mittlerweile jedoch als Local einzustu-


fen. Er hat mitten im Zentrum von Jeri eine Pousada, die mit
der Zeit zu einem zentralen Treffpunkt für viele Windsurfer
geworden ist. Die Party, die normalerweise jeden zweiten
Dienstag stattfindet, ist mittlerweile ein fester Programm-
punkt in Jeri. Dort treffen sich in entspannter Atmosphäre
alle Wassersportler des Ortes, um sich an einem der loka-
len Getränkewagen bis zum Morgengrauen diverse alkoho-
lische Getränke wie Caipirinhas, Caipiroskas, Capetas und
andere teuflische Mixturen in den Körper zu schrauben.
Die Party ist eine super Gelegenheit, um mit Menschen
unterschiedlichster Herkunft ins Gespräch zu kommen. Da
wir am nächsten Tag schon um sechs Uhr morgens mit
einer Buggy-Karawane Richtung Ica abfahren sollen, ma-
chen sich die meisten meiner Kollegen intelligenterweise
schon um ein Uhr nachts Richtung Horizontale auf. Nur
Mart und ich bleiben noch auf das eine oder andere Ge-
tränk. Immerhin fallen wir dann um halb sechs in unsere
Betten. Als eine halbe Stunde später der Wecker klingelt,
drückt Mart noch einmal dezent auf den Snooze-Button.

16 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 | © Foto Richard Ström


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© Foto Gary Crossley


© Foto Richard Ström © Foto Richard Ström © Foto Richard Ström

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Um 06:15 Uhr ist es dann Fabio, der uns endgültig aus


dem Schlaf reißt. Wir packen mehr oder weniger geord-
net unsere sieben Sachen und werden mit dem einen
oder anderen vorwurfsvollen Blick der Mitfahrer an der
Buggy-Karawane willkommen geheißen. Trotz hartem Sitz
und lautem Motorengeräusch schafft es mein Körper,
sich noch eine weitere Stunde Schlaf zu holen. Ich wa-
che gegen 07:30 Uhr mit einem brasilianischen Boycat im
Schädel und dem Vorsatz, nie wieder in meinem Leben
Alkohol zu trinken, auf.

Nach zwei Stunden Fahrt halten wir an einer Art Schild-


kröten-Kindergarten inmitten der Dünenlandschaft. Hier
werden verletzte Schildkröten liebevoll wieder aufgepäp-
pelt und versorgt. Durch die Mangroven geht es dann
weiter Richtung Icaraizinho. Wir fahren durch kleine,

abgeschiedene Dörfer, wo die Zeit stehen geblieben


scheint. Viele Kids freuen sich, wenn sie uns High Fives
geben können oder wir ihnen zuwinken. Wir passieren auf
abenteuerlichen Flößen Buggy für Buggy mit Muskelkraft
diverse Flüsse, ehe wir das letzte Stück dann wieder am
endlos scheinenden Strandsand entlang auf Ica zufahren.

Die kleine Gemeinde von Icaraizinho wurde vor etwa


hundert Jahren gegründet. Bevor wir sie vor zwei Jah-
ren „entdeckten“, gab es hier so gut wie überhaupt kei-
nen Tourismus. Die lokale Gemeinschaft lebte von der
Fischerei und Kokospalmen. Icaraizinho hat die höchste
Dichte von Kokospalmen der ganzen Ceará-Küste. Sie bil-
den einen schöner Kontrast zu den üblichen Dünenland-
schaften. Das Dorf hat sich weder in den vergangen zwei
noch in den Jahrzehnten davor großartig verändert. Der
Tagesablauf der Einheimischen ist immer noch traditionell,
auf eine eher entspannte Art und Weise. Der innerdörf-
liche Transport wird per Ochs und Wagen organisiert.

Fahrer Philip Soltysiak © Foto Richard Ström | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 | 19
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20 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 | Fahrer Philip Soltysiak © Foto Richard Ström
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Die Fischer sind noch auf ihren kleinen Nussschalen mit bunten Segeln auf dem Wasser. dafür gesorgt, dass die touristischen Änderungen nur noch
Es ist lustig zu sehen, dass ihre Segel oft von Firmen aus der Region gesponsert werden. sehr langsam vonstattengehen konnten. Dadurch haben
die Einheimischen die Möglichkeit bekommen, ihre Rolle
Die deutlichste Änderung in Ica bemerkt man aber unausweichlich, wenn man aus dem Nor- oder vielleicht sogar ihre Bestimmung in Jeri zu finden. Sie
den kommend auf das Dörfchen zufährt. Am Ende der Bucht wurde ein riesiger Windpark hatten die Chance, auf der Welle der Entwicklung mitzu-
aufgebaut. Die Windmühlen befinden sich in Lee von der Surfstation und beeinträchtigen surfen. Sie wurden nicht einfach weggespült, wie es an so
den Spot damit überhaupt nicht. Es ist vielmehr absolut crazy zu sehen, wie hier, mitten vielen anderen Destinationen weltweit passiert. Das lang-
in der Wüste am Rande eines kleinen Fischerdörfchens, so eine Hightech-Anlage aufgebaut same Tempo hat meiner Meinung nach also sehr positive
werden konnte. Man muss sich an den Anblick schon ein bisschen gewöhnen. Allerdings ist Auswirkungen auf Jericoacoara und nun auch auf Ica: Die

© Foto Gary Crossley © Foto Gary Crossley

diese Form der Energiegewinnung alternativlos. Und ich gehöre nicht zu den Experten, die Erhaltung des ursprünglichen Charakters, der Kultur, Ar-
zwar gegen Atom- und Kohlekraft wettern, auf der anderen Seite aber auch keine Wind- chitektur, sozialen Organisationen und der Ausbildung der
kraftanlagen in ihrer Nachbarschaft haben wollen. Der Bau dieser Anlage ist auf alle Fälle Menschen vor Ort sollte als eine Fallstudie zur Entwicklung
ein Indiz für die Windsicherheit des Spots. des Tourismus weltweit Anerkennung finden. Natürlich
könnte ich sofort ein Mega-Center an Stand von Ica bau-
Die ClubVentos Area hat sich glücklicherweise erstaunlich wenig verändert. Der Charme der en. Mit Hotelbetten in Massen, Restaurants und Shopping
kleinen Appartementhäuser mit dem Pool und dem Restaurant im Zentrum der Anlage ist Malls. Doch käme so eine Maßnahme auch wirklich den
bestehen geblieben. Hinzugekommen ist das Materialhäuschen, das liebevoll um Kokospal- Menschen vor Ort zugute? Ich denke nicht. Also setzen
men herumgebaut wurde, sodass der eine oder andere Stamm direkt zwischen den Boards wir hier lieber auf langsames, kontinuierliches Wachstum,
und Riggs steht. Auch das Örtchen selbst hat zum Glück nichts von seinem ursprünglichen bei dem wir möglichst viele Menschen mitnehmen und
Charme verloren. Fabio Nobre übt einen wichtigen Einfluss auf die wirtschaftlichen Aktivi- begeistern. Unser ultimatives Ziel für Ica ist, so wie in Jeri
täten vor Ort aus und hat da eine ganz eigene Philosophie: „Ich bin der festen Überzeugung, eine Oase zu gründen, wo nicht nur Windsurfer, sondern
dass eine langsame und konstante Entwicklung der Schlüssel zur Nachhaltigkeit ist. Es gibt auch ihre Partner den Tag genießen können. Qualität statt
weltweit unzählige Beispiele für Reiseziele, die sich schnell zu Touristenattraktionen entwi- Quantität, es muss exklusiv sein: schöne Wohnungen, viel
ckelt haben, doch dann irgendwann eingebrochen sind. Jeder Verantwortliche muss sich täg- Platz und eine gemütliche Atmosphäre.“
lich die Frage stellen, ob sein Tun oder Lassen dafür sorgt, dass die Situation der ursprüng-
lichen Bevölkerung besser geworden ist. Wir haben mit der Entwicklung in Jeri bewiesen, Auch der Spot ist nach wie vor fantastisch. Die Bucht von Ica-
wie man sich zu einer beliebten Urlaubsregion mausern kann, ohne dabei die Einheimischen raizinho wird von einem schützenden Riff umgeben, das flache
auf der Strecke zu lassen. Beispielsweise haben im Jahr 1984 erlassene Baubeschränkungen Wasser im Inneren ist perfekt für Freestyler und Anfänger.

Kurzerhand beschlieSSen wir Journalisten in Zusammenarbeit mit Club-


Ventos Chef Fabio, aus der Brasilianischen Meisterschaft eine Wohltä-
tigkeitsveranstaltung zu machen. Es soll keine Preise für die Gewinner,
sondern für die Menschen geben, durch deren Land wir täglich fahren.

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Zwischen Mittel- und Hochwasser generiert das Riff gelegentlich schöne kleine Wellen zum hätte stattfinden sollen, wurde in letzter Minute zu-
Springen und Wellenreiten. Wenn eine schöne Welle läuft, macht die flache Strecke es auf rückgezogen. Es gibt also plötzlich kein Preisgeld mehr
der Inside perfekt zum Springen. Der Wind ist so zuverlässig wie in Jeri, nonstop von Juli bis zu gewinnen, für das nicht wenige Fahrer einen teilwei-
Januar, mit dem einzigen Unterschied, dass in der Regel in Icaraizinho Segel mit einem halb- se weiten Weg auf sich genommen haben. Kurzerhand
en Quadratmeter mehr gefahren werden. Das bedeutet, dass für die meisten Windsurfer ein beschließen wir Journalisten in Zusammenarbeit mit
5.3er-Segel perfekt ist. Für Anfänger ist die Form der Bucht ideal: Selbst wenn man die Höhe ClubVentos Chef Fabio, aus der Brasilianischen Meis­
nicht halten kann, wird man downwind immer in der Bucht wieder angespült. terschaft eine Wohltätigkeitsveranstaltung zu machen.
Es soll keine Preise für die Gewinner, sondern für die
Die Tage in Ica vergehen wie im Flug, obwohl oder weil man nie gehetzt wird, es nie eilig Menschen geben, durch deren Land wir täglich fahren.
hat und einfach so in den Tag hineinleben kann. Das entspannte Gefühl, nichts zu verpas- Unser Plan sieht vor, für jede Eintragung in die Teilneh-
sen, wenn man nicht in den Ort geht, ist insbesondere in den Abendstunden mehr als er- merliste zehn Fußbälle zu kaufen und diese dann auf
holsam. Gerade dann, wenn man in Jeri nicht selten die Nacht zum Tag gemacht hat. Früh- unserem Weg zurück nach Jeri in den kleinen Örtchen
stück, Windsurfen, Mittagessen, Windsurfen, Hängematte, Abendessen, kühles Bierchen. an die Kids zu verteilen. Wir haben die fröhlichen Ge-
Die Fragen, warum man sich den nordeuropäischen Arbeitswahnsinn eigentlich antut, wer- sichter der kleinen Jungen und Mädchen in den Mangro-
den nach solchen Tagen nicht leiser im Kopf. ven von der Herfahrt noch im Kopf und so entschließen
wir uns, ihnen ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk
Am dritten Tag steuern wir auf das Großereignis zu, auf das die Menschheit gewartet hat: zu machen. Auch wenn viele Windsurfer nicht glück-
die Revanche. Nachdem wir vor zwei Jahren mit unserer Weltauswahl im Fußball unglück- lich über den Umstand sind, dass sie nun kein Preisgeld
lich gegen das brasilianische Team verloren haben, schworen wir Rache – und nun ist der mehr gewinnen können, tragen sich letztendlich knapp
Moment gekommen. Nach dem obligatorischen Teamfoto geht’s los. Obwohl wir gar nicht 30 Windsurfer in die Starterliste ein. Fabio hat nun also
schlecht spielen, steht es zur Halbzeit 0:3. Irgendwas läuft da schief … Die flexiblen Ca- bis zu unserer Rückfahrt nach Jeri 48 Stunden Zeit, um
poeira-Männer sind immer einen Tick schneller als wir Wohlstandsbäuchleinträger und so 300 Fußbälle zu organisieren, die von den Windsurfma-
beginnt die zweite Halbzeit, wie die erste endete: 0:4. Doch plötzlich wendet sich das Blatt. gazinen und ClubVentos finanziert werden.
Nach dem 1:4 bricht die Selbstsicherheit der Brasilianer zusammen wie die griechischen
Staatsfinanzen. 2:4 – 3:4 – 4:4 – Abpfiff – Verlängerung. Die Brasilianer sind drauf und Nach einem sensationellen Abendessen an unserem letzten
dran, sich gegenseitig durch den Fleischwolf zu drehen, ehe sie mit einem Tor in Führung Tag im Restaurant Hibisco, einen Steinwurf vom ClubVentos
gegen. Doch ihre Extase ist nur von kurzer Dauer. Wir gleichen aus und gehen eine Mi- entfernt, verabschieden wir uns am nächsten Morgen von
nute vor Ende der Partie sogar in Führung, wäre da nicht der Schiedsrichter gewesen, der Icaraizinho und fahren vollgepackt mit knapp 300 Bällen auf
offensichtlich mit 75 Prozent der brasilianischen Mannschaft verwandt ist. Und so endet der den Autodächern zurück durch die Mangroven nach Jeri.
Skandal in einem Elfmeterschießen, in dem wir erschöpft untergehen. Brasilien siegt erneut Um den einheimischen Kids deutlich zu machen, dass es
und im Nachhinein sind wir froh, ihnen anständig Paroli geboten zu haben und nun nicht sich um eine besondere Aktion handelt und sie nun nicht
von den teilnehmenden Köchen durchs Abendessen vergiftet zu werden. täglich mit Geschenken von Touristen rechnen können, tra-
gen alle Windsurfprofis und Journalisten Weihnachtsmann-
Um uns etwas von der lokalen Umgebung zu zeigen, hat Fabio am nächsten Tag eine Kanu- mützen und ihr offizielles ClubVentos-Beach­soccer-Trikot.
fahrt durch die Mangroven organisiert. Nach einer kurzen Fahrt im Buggy erreichen wir die Bei 35 Grad im Schatten Weihnachtsgeschenke zu vertei-
Wasserstelle. Lord Lolos Schulter ist immer noch out of order und so nehme ich die kleine len, ist eine ganz eigene Erfahrung. Wir schenken jedem
britische Senfnudel unter meine Fittiche. Zur Halbzeit unseres Ausflugs legen wir eine Pause Kind am Straßenrand einen Ball und lassen gleiche meh-
in einer sehr kleinen und abgeschiedenen Gemeinde ein, wo wir zum Frühstücken mit loka- rere Exemplare in den einzelnen Schulen an der Strecke.
len Früchten wie Mango, Guave und Banane eingeladen werden. Es schlägt uns eine warme Es ist im Grunde überflüssig zu erwähnen, mit welchem
Herzlichkeit entgegen und es ist schön zu sehen, dass diese Leute auf einem kleinen Stück Strahlen die Kids uns danken, als wir ihnen einen Ball
Land inmitten von Mangroven zwar nur einige Kokospalmen, aber eben auch ein großes überreichen. Nachdem uns das Land sieben Tage voller
Lächeln besitzen. Fabio erklärt uns, dass eine Kokospalme im Durchschnitt eine Kokosnuss sensationeller Aktivitäten, Wind und Wellen beschert hat,
pro Tag abwirft und dass für diese im Schnitt circa 28 Cent gezahlt werden. Je mehr Palmen ist es ein gutes Gefühl, den Menschen vor Ort zumindest
also auf deinem Land stehen, umso reicher bist du. ansatzweise etwas zurückgeben zu können. Und wenn in
einem Jahrzehnt die brasilianische Nationalmannschaft nur
Nachmittags zurück im Club sorgen die Freestyler für Aufregung. Das Sponsoring der Bra- noch aus Spielern aus der Region Jeri und Ica besteht,
silianischen Freestyle-Meisterschaft in Icaraizinho, die extra während unseres Aufenthalts dann weißt du ja, woran es liegt.

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© Foto Gary Crossley

Infokasten – So kommst du an die beiden Traumspots!

Der „Place to be“ in Jericoacoara und Icaraizinho: einen Hubschrauber oder einen 4x4-Truck. Ab 889 Euro für Hin-
ClubVentos – www.clubventos.com. Insbesondere der ClubVentos und Rückflug inklusive aller Steuern bist du dabei. Mehr Informati-
in Jeri ist vielleicht die sensationellste Windsurfstation der Welt. onen bekommst du auf www.flytap.com.
Die entspannte Location in 1a-Lage mit tollem Ambiente bietet al-
les, was das Windsurferherz begehrt. Der Standort vom ClubVen- Wo du buchen solltest:
tos in Ica hätte ebenfalls nicht besser sein können. Inmitten von Sowohl die Surf & Action Company als auch sun+fun Sportreisen
Palmen liegt das Center in erster Reihe direkt am Spot. Außerdem haben die beiden Destinationen im Programm: Buche entweder bei
bietet das Revier viel mehr Platz und so ist es nicht nur an Land, der Surf & Action Company, Grünwalder Weg 28g, 82041 Ober-
sondern vor allem auch auf dem Wasser mehr als entspannt. haching, www.surf-action.com, info@surf-action.com, 089 6281670
oder bei sun+fun Sportreisen, Franz-Joseph-Str 43, 80801 München,
Wer dich fliegt: www.sportreisen.com, info@sportreisen.de, 089 208076111.
Wir empfehlen dir die Airline TAP Portugal. Sie wurde am 14.
März 1945 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Lissabon/Portu- Was wir dir empfehlen:
gal, was gleichzeitig als Drehkreuz für die Flüge in alle Welt dient. Buche die BEACH COMBO! Seitdem Ende 2007 aus der „ClubVen-
Insgesamt fliegen 56 Airbusflugzeuge jährlich rund neun Millionen tos Beach Search Tour“ Icaraizinho als neuer Traumspot herauskam,
Passagiere um den Globus. Ab Lissabon fliegt die TAP acht Ziele wurde vor Ort kontinuierlich die Station ausgebaut. Icaraizinho ist
in Brasilien nonstop an und das mehr als 60-mal die Woche (Belo ein ruhiges, entspanntes und niedliches Fischerdörfchen, wie man es
Horizonte: fünfmal wöchentlich, Brasília: siebenmal wöchentlich, sich als Europäer vorstellt. Spätestens um 18 Uhr werden hier die
Fortaleza: siebenmal wöchentlich, Natal: fünfmal wöchentlich, Re- nicht vorhandenen Bordsteine hochgeklappt und Hund und Katze
cife: siebenmal wöchentlich, Rio de Janeiro: zwölfmal wöchentlich, sagen sich Gute Nacht! Damit bietet Icaraizinho ein hervorragendes
Salvador: siebenmal wöchentlich, Sao Paulo: zwölfmal wöchent- Kontrastprogramm zu Jeri, wo man eigentlich jeden Abend Party ma-
lich). Vergangenes Jahr wurde TAP mit dem World Travel Award chen kann. Mit einem halbtäglichen Beach-Buggy-Trip entlang der
als „weltweit führende Airline nach Südamerika 2009“ ausgezeich- Küste erlebt man die Weite der Strände hautnah und nutzt so die
net. Täglich gehen mehr als 180 Flüge an 62 Ziele in über 30 Län- Fahrt zwischen beiden Orten eher als Adventure- denn als reinen
der. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Portugal (Festland, Inseln), Reisetrip. Als kleinen Zwischenstopp empfehlen wir dir einen Besuch
Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Afrika. Zweimal täglich ge- der Sea Turtle Conservation Base von der Umweltschutzorganisation
hen Flieger zwischen Hamburg oder München und Lissabon, von/ TAMAR im Örtchen Almofala, direkt am Strand. Das Beste ist: Wenn
nach Frankfurt sogar dreimal. Der Zielflughafen für Jericoacoara du dich beim ClubVentos in Jeri oder Ica einbuchst, kannst du jeder-
und Icaraizinho ist Fortaleza. Von dort aus nimmt man entweder zeit zwischen beiden Standorten hin- und herswitchen.

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advertorial

Limnos
Surf Club keros
Griechenland ist schon immer eines der besten Reiseziele für Es wird immer schwieriger, einen Spot zu finden, der noch unberührt ist. Ein solcher Spot ist Ke-
Windsurf-Urlaube gewesen. In den 70er- und 80er-Jahren ros Beach auf der Insel Limnos, der seit mehr als 15 Jahren ein gut gehütetes Geheimnis ist. Das
reis­ten Leute nach Griechenland, weil es traditionell, preiswert „Geheimnis“ wurde 2007 gelüftet, als Rick und Giannis, zwei lokale Windsurfer, ihre neue Station
sowie unverfälscht war und schon immer eine großartige Kü- „Surf Club Keros” direkt am Strand von Keros öffneten. „Keros Beach wird nie durch den Mas-
che zu bieten hatte. Innerhalb des letzten Jahrzehnts wurden, sentourismus zerstört werden, weil es zu einem geschützten Ökosystem gehört und niemand am
zumindest an vielen beliebten Windsurfdestinationen, Mar- Strand bauen darf. Sogar unsere gesamte Station ist auf Rädern und am Ende jeder Saison ziehen
kenzeichen wie der alte Mann mit dem Esel, der frische grie- wir sie vom Strand runter“, sagt Giannis zu den Besonderheiten des Spots.
chische Salat und die ruhigen und makellosen Strände durch
große Hotels, vorbereitetes Essen und höhere Preise ersetzt. Limnos gehört zu den nordöstlichen Ägäischen Inseln. Gemäß der griechischen Mythologie ist Lim-
nos die Insel von Hephästus, dem Gott des Feuers – was man auf die vulkanischen Felsformationen
der Insel beziehen kann. Limnos wurde auch „Anemoessa“ genannt: „Insel des Windes“ – weil sie
geografisch dort liegt, wo der Meltemi-Wind beginnt. Inmitten seiner vulkanischen Felsenformati-
onen hat Limnos große landwirtschaftliche Gebiete, infolgedessen ist die Insel schon um Ostern he-
rum völlig grün und wandelt sich während der Sommerzeit ins Goldene. Wenn man noch die tradi-
tionellen Steinhäuser und Windmühlen, die gelegentlich anzutreffende Oma mit Esel und die mehr
als 100 atemberaubenden Strände der Insel hinzufügt, ergibt sich die einzigartige Mischungen von
Limnos gefälliger und ausgereifter Landschaft. Die Insel ist für nur 17.000 Einwohner relativ groß.
Daher kannst du durchaus völlig allein am Strand sein oder eine Stunde lang eine Schotterstraße
entlangfahren, ohne jemanden zu treffen. Wenn du nach Frieden und Ruhe suchst, etwas erfor-
schen möchtest und den unverfälschten traditionellen griechischen Lebensstil miterleben willst,
dann ist Limnos das perfekte Reiseziel!

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Geschichte
Auf der Insel gibt es viele historische Sehenswürdigkeiten zu bewundern. Die wahrscheinlich
bedeutendste ist die vorgeschichtliche Siedlung von Poliochni. Diese prähistorische Stadt wur-
de vor 5000 Jahre gegründet wurde und soll die Wiege der Demokratie sein.

Der Wind
Limnos ist kein Starkwind-Reiseziel. Wenn du auf dein 4.0er-Segel bestehst, dann versuchst du
es wahrscheinlich besser auf Karpathos oder Kreta. Der Meltemi bläst hier für gewöhnlich mit
vier bis sechs, an manchen Tagen mit sieben Windstärken.

Windsurfen
Das normalerweise am besten geeignete Material ist die Kombination aus 4.7- bis 5.7-Qua-
dratmeter-Segeln und 85- bis 95-Liter-Boards. Ein absolutes Freeride-Paradies, ideal für durch-
schnittlich gute Windsurfer und auch für Familienurlaube. Die gemäßigten Windbedingungen
und der sandige, seichte Strand machen Keros zum perfekten Ort, um erste Wasserstarts und
Jibes zu erlernen oder einfach im türkisen Wasser zu freeriden. Der flache Bereich auf der
Nordseite des Strands ist für Freestyle und Slalom super geeignet, und wenn du Wellen magst,
ist die Südseite an windigen Tagen durchaus empfehlenswert. Keros Beach ist auch einer der
besten Orte in Europa, um das Kitesurfen zu lernen – nur für den Fall, dass du schon immer mal
mit dem Gedanken gespielt hast.

Anreise und Unterkunft


Es gibt einen modernen kleinen Flughafen auf Limnos (LXS), der von Athen und Thessaloniki
(SKG) aus angeflogen wird. Außerdem gibt es auch Fährverbindungen mit beiden Städten. Wenn
du planst, mit dem Auto zu fahren: Die Straße zwischen dem Igoumenitsa-Hafen und Thessa-
loniki oder Kavala wurde in den letzten Jahren ausgebaut, es ist mittlerweile eine dreispurige
Schnellstraße, die keine Gebühren kostet. Auf der Website des Surf Club Keros gibt es viele In-
formationen rund um Keros und die Jungs und Mädels helfen dir gern bei der Unterbringung und
hinsichtlich einer Autoanmietung. Klick doch einfach mal rein: www.surfclubkeros.gr
event

Vodafone Ocean Jump Weltmeisterschaft 2010


Text Jonas Wagner

Der Vodafone Ocean Jump zur Kieler Woche feiert in die- nach drei Stunden Dauerpumpen gemerkt, dass man nicht seine Luftpumpe vom Dreirad nutzen
sem Jahr bereits seinen fünften Geburtstag! Von Jahr zu Jahr kann. Muss man dazu noch was sagen? Im Grunde war der Weltmeisterschaftskampf ein reines
konnten sich bislang die Aktiven unglaublich steigern und Windsurfduell zwischen Flo Jung und mir. Aber so als kleine Randattraktion sind die Biker ja auch
so rechnen wir auch 2010 wieder mit einigen Sensationen, ganz nett dabei zu haben!“ Harte Töne vom Chef, doch nach dem letzten Jahr nicht ganz unbe-
wenn sich die Biker vom Liegefahrradfahrer-Magazin Peda- gründet. „Wir haben dieses Mal extra wasserfeste Pampers am Start! Ich habe gehört, Pedaliéro-
liéro mit dem Windsurf-Team vom einmaligen Windsurfing Chefredakteur Ange Sawitzki trägt die vorsichtshalber schon heute!“
Journal duellieren. Und spätestens zu den Nightshows bleibt
dann wieder kein Auge (und keine Kehle) trocken. Das größte Hinsichtlich der Rampenkonstruktion soll es in diesem Jahr noch krasser werden. Dazu der Event-
Funsportspektakel Deutschlands, das direkt im Zentrum einer chef Tim Jacobsen: „Wir werden extra für die Windskater oben auf der Rampe einen zusätzlich
Landeshauptstadt ausgetragen wird, darfst du dir auf keinen Roll-in bauen, der noch einmal einen Meter über das eigentliche Plateau hinausgeht. Wahlweise
Fall entgehen lassen! Also streich dir die Termine rot in deinem kann dann also mit noch mehr Speed über den eineinhalb Meter hohen Kicker gesprungen wer-
Kalender an und sei dabei! den. Der Höhenunterschied von der Wasserkante bis zum höchsten Anfahrtspunkt vergrößert
sich auf unglaubliche neun Meter. Die Oberkante des Absprungkickers wird auch in diesem Jahr
Nachdem aus dem Ocean Jump 2009 zum ersten Mal offiziell wieder knapp fünf Meter über dem Meeresspiegel liegen. Diese extremen Dimensionen sind in
eine Weltmeisterschaft wurde, geht es in diesem Jahr für die der Funsportwelt bis heute unerreicht.“
Windsurfer darum, ihren Titel zu verteidigen und die Damen
mit den rasierten Beinen erneut auf die hinteren Plätze zu ver- Man munkelt, dass sich die Organisatoren in diesem Jahr sowohl für die Fahrer als auch für die
weisen. Sanktioniert durch den Weltverband OCWC (Ocean Zuschauer wieder das eine oder andere Schmankerl ausgedacht haben. Neben tollen Antrittsprä-
Jump World Council) rechnet der Generalsekretär Klaus Hin- mien für die Fahrer werden sicherlich auch die Promotionaktionen der Hauptsponsoren vor Ort für
terzarten wieder mit einem harten, aber fairen Wettkampf: tumultähnliche Zustände sorgen!
„Im letzten Jahr haben die Fahrer wirklich alles gegeben und
man muss einfach festhalten, dass es das Windsurfing Jour- Neu sind in diesem Jahr auch die beiden Aftershowpartys, jeweils an beiden Samstagen des
nal geschafft hat, die weit besseren Profis zum Event einzu- Events. In der Eggerstedtstraße, zur Kieler Woche auch besser bekannt als „Center Court“, geht
laden. Die Sawitzki-Bros vom Pedaliéro Mountainbike Mag es ab 24:00 Uhr im „Club ohne Namen“ (rechts von der ehemaligen Sportsbar) so richtig zur
haben sich in diesem Jahr hoffentlich etwas mehr Mühe ge- Sache. In exklusivem Rahmen mit begrenztem Einlass kannst du dort mit den Aktiven und den
geben, auch wenn es nicht leicht sein dürfte, die Windsurfer VIPs der Szene den Tag standesgemäß zu DJ Moisis Musik vom Plattenteller (aka „der Windsurf-
zu schlagen. Sie sind einfach viel unerschrockener, mutiger Kugelblitz“) ausklingeln lassen.
und schöner als Fahrradfahrer, das muss ich auch als offizi-
elles Mitglied des Weltverbandes einfach mal so anerken- Und lieber Leute aufgepasst! Wenn du den Bikern ebenfalls in den Hintern treten möchtest: Wir
nen. Vielleicht kann ja dieser Event ein wenig dazu beitragen, verlosen zwei Wildcards zu diesem einmaligen Spektakel! Wenn du also als Windsurfer bei dem
dass Windsurfen in der öffentlichen, breiten Wahrnehmung Event dabei sein möchtest, schicke uns eine kurze Bewerbung mit Bildern und/oder Videos an
wieder als das angesehen wird, was es ist: die Mutter, der Va- info@windsurfing-journal.de!
ter und der Schwippschwager aller Funsportarten und dazu
sicherlich noch bis heute unerreicht der coolste!“
Programm

In der Tat war das Fahrerfeld der Biker im letzten Jahr inhomo- Freitag, 18.06.2010, ab 17:00 Uhr Freies Training für alle Fahrer
gen, um das mal vorsichtig auszudrücken. Lässt man die Buch-
Samstag, 19.06.2010, 15:00 bis 19:00 Uhr Qualifikationsläufe zur Weltmeisterschaft
stabenkombinationen „in“ und „gen“ aus dem Fremdwort raus,
Samstag, 19.06.2010, 22:00 bis 24:00 Uhr Bekanntgabe der Top-20-Fahrer fürs Finale.
trifft die Beschreibung noch besser zu. Nur Marcel Profittlich Im Anschluss: Die ultimative Nightshow mit Feuerwerk, Flammen und Co.
Samstag, 19.06.2010, ab 24:00 Uhr Aftershowparty mit allen Fahrern und VIPs in der
war in der Lage, den Windsurfern Paroli zu bieten, und landete
Eggerstedtstraße im „Club ohne Namen“ (neben der ehemaligen Sportsbar).
mit einer Bronzemedaille auf dem dritten Platz. Der amtieren-
de Weltmeister aus dem Windsurflager, Alexander Lehmann, Sonntag, 20.06.2010, 15:00 bis 19:00 Uhr Weltmeisterschaft der Top-20-Fahrer
Sonntag, 20.06.2010, 22:00 bis 24:00 Uhr Siegerehrung und die ultimative Nightshow
ist trotzdem siegesgewiss: „Nach dem letzten Jahr fällt es mir mit Feuerwerk,Flammen und Co.
schwer, die Biker ernst zu nehmen. Zugegeben, auch im Re-
Samstag, 26.06.2010, 15:00 bis 19:00 Uhr Best Trick Contest
daktionsalltag im Verlagsoffice sind die Kollegen eher eine Samstag, 26.06.2010, 22:00 bis 24:00 Uhr Siegerehrung Best Trick Contest und die ultimative
soziale Randgruppe, mit der keiner was zu tun haben möch- Abschluss-Nightshow des Vodafone Ocean Jumps 2010 mit jeder Menge Überraschungen!
Samstag, 26.06.2010, ab 24:00 Uhr Aftershowparty mit allen Fahrern und VIPs in der
te. Neulich wollte einer von den Experten kiten gehen, was
Eggerstedtstraß im „Club ohne Namen“ (neben der ehemaligen Sportsbar).
schon allein nicht kommentierungswürdig ist, hat dann aber

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news+news+news

1 2 4

Exocet Cruiser schlimme Mittelohrentzündungen wie die unserer Lek- che Moves ermöglichen. Durch die Hybrid-Technologie

1
Der neue Exocet Cruiser wurde für den Freizeit- und Ein- torin drohen und man dann den ganzen Tag mit einer trocknet die Shorts unglaublich schnell und man kann
steigerbereich entwickelt. Alle Modelle des Cruiser haben Pudelmütze im Büro sitzen muss. Spartan Wetsuits – die ohne Umziehen direkt vom Wasser aus weiterspazieren.
ein weiches, familienfreundliches EVA-Deck. Das Board gibt Marke, der unter anderem Fahrer wie Josh Angulo und Mehr Infos: +49 89 66 65 50, info@ion-essentials.com,
es in fünf Größen von 100 bis 220 Liter. Die Cruiser M (175 Anders Bringdal ihre Astralkörper anvertrauen – hat www.ion-essentials.com
Liter) und L (205 Liter) verfügen über ein Klappschwert und dafür genau das Richtige im Angebot. Im Programm
sollen dadurch auch zum Schulen geeignet sein. Der etwas befinden sich neben Fünf-Finger-Handschuhen und
Select Easy Rider
kleinere Cruiser KIDS (118 Liter) ist als Kinderbrett konzi- halb offenen Fäustlingen auch Hoods mit Lycra-Nacken

4
Die Freeridefinne Easy Rider von Select soll Windsurf­
piert. Er soll kompakt, gut manövrierbar und einfach zu sur- und Hauben, die mit einem Schirm ausgestattet sind
aufsteigern das Fahren erleichtern. Erhält die Finne zu
fen sein. Der Cruiser Match (220 Liter) kombiniert die Eigen- und dadurch besonders guten Schutz bieten sollen.
viel Druck auf den hintern Fuß, soll der Fahrer nicht gleich
schaften von Schulungsbrettern und modernen Longboards. Mehr Infos: +49 40 50 69 85 12, info@ezzysails.de,
mit radikalen Spinouts bestraft werden, sondern schnell
Der Match soll stabil im Wasser liegen, schnell angleiten und www.spartanwetsuits.com
wieder seine Spur finden. Die Finne soll ebenfalls schnell
sich dank der runden Rails leicht halsen lassen. Ein echtes
angleiten und die leicht gebogene Outline für gute Manö-
Allround-Brett also. Alle Cruiser-Modelle sind in der stabilen
ION Hybrid Technology Boardshorts vereigenschaften sorgen. Hergestellt wird die Easy Rider wie
ASA-Bauweise gefertigt. Sie kosten zwischen 899 und 1.099
„(K)night Rider“ auch alle anderen Select-Finnen durch Auflegen einzelner
Euro. Mehr Infos: +49 4349 91 57 63, info@liquid-sports.de,

3
Wer kennt ihn nicht? Michael Knight und sein Kohle-Lagen auf einen Kern, die unter einem Druck von
www.exocet-original.com
Hightech-Auto K.I.T.T. Ion präsentiert jetzt die drei Tonnen miteinander verbunden werden. Diese weltweit
neuste Erfindung der „Foundation für Recht und Ver- einzigartige Fertigungsweise ermöglichen es, den Flex der
Spartan Wetsuits Zubehör fassung“. Die Hybrid-Boardshorts ist eine komplette Finnen individuell einzustellen, und soll für hohe Festigkeit

2
Einzelne Tage sind zwar schon durchaus sommer- Neuentwicklung. Sie ist im Baggystyle („Arsch-zwischen- sorgen. Die Finne ist in den Größen 40, 42, 44, 46, 48, 50
lich, jedoch lassen die wirklich warmen Zeiten noch den-Knien-Schnitt“) designt und das Material sieht aus und 52 Zentimeter mit den Systemen Power-Box, Tuttle-Box,
etwas auf sich warten. Vor allem der eisige Wind auf wie das einer normalen, robusten Shorts. Gleichzei- Deep-Tuttle-Box und Trimm-Box erhältlich. Die Preise liegen
dem Wasser hat es in sich. Wir empfehlen jedem, sich tig soll sie sich aber auch perfekt für Action auf dem zwischen 105 und 115 Euro. Mehr Infos: +49 4349 91 57
auf dem Wasser ausreichend zu schützen, da ansonsten Wasser eignen und durch ihren weiten Schnitt sämtli- 63, info@liquid-sports.de, www.exocet-original.com

30 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


news

9 10

und vieles mehr. Er ist in der Stärke 4.5/3.5 Millimeter Stehsegelrevue T-Shirts

9
für 400 Euro zu haben. Mehr Infos: +49-8152-988 779, Provokant und stylish – das sind die Shirts von
oneill@intenics.de, www.oneill.com. Stehsegelrevue.com. Die Jungs haben 2010 wieder neue
Shirts im Angebot: Das „Windsklaven“-Shirt für alle, die sich

7 gern Fesseln anlegen lassen, das „Wind bläst umsonst“-Shirt


Amex Boom für die, die ihre Vorlieben auf der Brust vor sich her tragen,

7
Die Amex Carbon 100 vereint maximale Steifigkeit das „Sturmwarnung“-Shirt für alle, die ihre Freunde schon am
Tecno Limits ESlim und Myto mit Robustheit und Komfort. Je nach Modell hat Tag vor dem Sturm drauf aufmerksam machen wollen. Das

5
Tecno Limits präsentiert seinen neuen RDM-Mast mit sie einen Verstellbereich von 40 bis 60 Zentimeter. Sie „Kiter haben kurze Finnen“-Shirt spricht uns aus der Seele! Alle
55 Prozent Carbon. Der Mast soll trotz seines geringen besteht aus einem 100 Prozent Monocoque-Prepeg- Shirts sind jetzt im Onlineshop der Kollegen erhältlich. Mehr
Carbon-Anteils relativ leicht sein und zu den unterschied- Carbonrohr und ist dadurch bei geringem Gewicht Infos: Tel.: +49 89 69 38 15 68, info@stehsegelrevue.com,
lichsten Segeln passen. Dies wurde an Segeln verschiedener sehr steif. Gelochter Grip auf der Innenseite der Hol- www.stehsegelrevue.com
Hersteller getestet. Wer also nicht ganz so viel Geld ausge- me sorgt für besseren Komfort. Dank des axial drehba-
ben, aber dennoch auf Qualität nicht verzichten möchte, hat ren Frontstücks kann man die Gabel spielend auf jede
Gaastra IQ
mit dem ESlim eine echte Alternative. Die Preise beginnen gewünschte Höhe anpassen. Das Double-Pull-Pin-Ver-

10
Das Gaastra IQ ist das neue Signature-Segel von
bei 199 Euro für einen 370-Zentimeter-Mast. Ebenfalls neu stellsystem hat eine Längenbeschriftung zur einfachen
Thomas Traversa, dem verrückten Franzosen, der
ist die Gabel Tecno Limits Myto Revolution Mono. Sie ist Handhabung. Für 529 Euro kann das Teil dir gehören!
in der Welle für seinen No-Fear-Fahrstil bekannt ist. Das
jetzt aus einem Stück gefertigt und leichter als ihr Vorgän- Mehr Infos: +49-8152-988 779, amex@intenics.de,
Segel ist eine komplette Neuentwicklung und in der Gaastra-
ger. Das „Twister“-Kopfstück, das Endstück und der Verstell- www.intenics.de
Segelrange als superleichtes Wavesegel positioniert.
mechanismus blieben unverändert. Beide Produkte sind bei
Gaastra betont, dass man mit dem IQ immer eine Größe
allen Tecno-Limits-Händlern erhältlich. Mehr Infos: +49 431
Tushingham Lightning kleiner fahren kann als mit anderen Wavesegeln. In den
15501, info@tecnolimits.de, www.tecnolimits.de

8
Das Lightning ist Tushinghams Slalomsegel, mit dem Größen 3.6 bis 5.0 Quadratmeter hat das Segel lediglich
auch Nicht-World-Cup-Fahrer so richtig Gas geben kön- vier Latten, und bis zur Größe 4.7 lässt sich das Segel
6O’Neill Windfreak nen. Da es lediglich zwei Camber hat, soll es sehr benutzer- mit einem 370-Zentimeter-Mast fahren. Das Segel soll

6
Der Windfreak ist ähnlich aufgebaut wie der er- freundlich und nicht so hart und ruppig sein wie ein reines ein unglaubliches Handling haben und jedem die wahn-
folgreiche Wellenreitanzug Psychofreak aus dem Racesegel. Auch in Halsen soll es kontrollierbarer sein. Die sinnig vertweakten Moves von Thomas Traversa ermögli-
Hause O’Neill, verfügt aber über einen größeren Glatt- Segelrange reicht von 5.3 bis 9.4 Quadratmeter. Die beiden chen. Jetzt liegt es also nur noch an deiner Performance
hautbereich auf der Brust und an den Beinen und ist so- kleineren Größen sind für Bedingungen mit hartem, rauen und nicht mehr an der deines Segels! Das IQ ist in zehn
mit ideal für Windsurfer. Hinsichtlich der Features lässt Kabbelwasser konzipiert. Alle Segel sollen sich durch eine verschiedenen Größen von 3.6 bis 6.6 Quadratmeter er-
er keine Wünsche offen: Er hat eine XDS Air Firewall, unglaublich große Trimmrange auszeichnen und dadurch vor hältlich. Die Preise liegen zwischen 549 und 679 Euro.
Krypto-Kniepads, das patentierte ZEN-ZIP-Reisverschluss- allem in böigen Bedingungen punkten. Mehr Infos: Tel.: +31 Mehr Infos: Tel.: +49 2234 93 34 00, info@gaastra.com,
System, nahtfreie Bewegungszonen, eine Schlüsseltasche 50 3110845, info@fox-sports.nl, www.tushingham.com www.gaastra.com

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North Sails X.Over Air

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Das X.Over Air ist ein All-in-one-Trapez aus dem Hause North
Sails. Es ist für die Windsurfer geschaffen, die zum einen gern
mit großen Lappen zum Heizen aufs Wasser gehen, anderenfalls aber
auch Lust auf eine gepflegte Wavesession haben. Grundsätzlich ist das
X.Over Air baugleich mit dem Wavetrapez Cross. Der Unterschied ist
jedoch, dass das X.Over Air sich im Handumdrehen für den Raceeinsatz
umwandeln lässt. Dafür muss nur das optionale Sitzteil montiert werden
und schon kann man mit tiefer Sitzposition so richtig Gas geben. Durch
den Contour-Airbag passt sich das Trapez sowohl an einen Waschbrett-
als auch einen Waschbärbauch an. Durch die „Comfort.Cutouts“ und zwei
3D-modellierte „Side.Patches“ ist das Trapez an den wichtigen Stellen
weich und geschmeidig, gleichzeitig wird ein Hochrutschen unterbun-
den. Mehr Infos: Tel.: +49 89 66 65 50, office@boards-and-more.com,
www.north-windsurf.com

Surf & Action Company

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Die Surf & Action Company hat eine neue Homepage. Auf die-
ser sind alle Bewertungen der Kunden zu den Surfstationen hin-
terlegt und man erhält einen Eindruck von seinem Reiseziel. Unterstützt
werden die Bewertungen darüber hinaus durch Videos der einzelnen
Spots. Ebenfalls gibt es eine Blog-Funktion für Reviertipps. Tagesaktuelle
Angebote für die verschiedensten Ziele und Preisklassen runden den Ser-
vice ab. Dabei wird viel Wert auf Windsicherheit gelegt und es werden
keine Flauten-Schnäppchen angeboten. Für alle, die nicht so genau wis-
sen, wo sie hinfahren sollen, gibt es den Revierfinder. Bei dieser Funktion
müssen lediglich das Fahrkönnen und die Reisezeit eingeben werden und
der Revierfinder empfiehlt einem die besten Spots. Wer bei seiner nächs-
ten Reiseplanung noch nicht ganz sicher ist, sollte also einen Blick auf
die Seite werfen. Mehr Infos: +49 89 62 81 67 23, info@surf-action.com,
www.surf-action.de
österreichnews

h:
in österreic
unser mann
fenauer
manuel gra

PWA Surfworldcup
Podersdorf
30. April – 3. Mai 2010
Text Manuel Grafenauer © Fotos PWA/John Carter

„Es ist Surfworldcup und alle gehen hin!“ – trifft es wohl auch in Klarerweise liegt dieses Problem auch in der Schnelllebigkeit der Disziplin. Ständig tauchen
diesem Jahr wieder am besten. Der verschlafene Ort Podersdorf neue, junge Talente auf, die noch nicht einmal einen Führerschein haben. Es ist schön zu se-
am Neusiedler See, der erst vor ein paar Wochen aus dem Win- hen, dass vor allem EFPT-Racedirektor Tom Hartmann den „Neuen“ an Beispielen wie Raimondo
terschlaf erwacht ist, war nicht wiederzuerkennen. Allein am Gasperini und Andy Chambers immer wieder erklärt, worauf es als angehender Windsurfprofi
ersten Wochenende pilgerten fast 50.000 an den Strand eines neben der sportlichen Seite ankommt.
der wenigen Steppenseen Europas, darunter auch 46 PWA-
Freestyler, die sich um 30.000 Euro Preisgeld matchen wollten. Nach Tagen des Wartens wurden die feucht-fröhlichen Windopfer auf den genialen World-Cup-
Partys am letzten Eventtag doch noch belohnt. Das Skippersmeeting um 5:00 Uhr früh hätte
Trotz der Flaute der ersten Tage gelang es dem Veranstalter keine Minute später beginnen dürfen, pünktlich nach dem Finale der Single-Elimination verab-
dank einer guten Mischung aus Massenveranstaltung und schiedeten sich die 15 Knoten auch schon wieder. Viele Europäer surften in die Top10, doch Taty
Surfopening, bei dem ein Großteil der Branche und der ös- Frans war auch von Steven van Broeckhoven nicht aufzuhalten. Platz drei ging an Gollito, Platz
terreichischen Surfshops vertreten war, für jeden Besucher vier sicherte sich Kiri Thode.
etwas anbieten zu können.
Die Saison verspricht spannend zu werden, viele neue Moves und viele junge Gesichter machen
Waren vor wenigen Jahren an windlosen Tagen für die Fahrer einen Weltmeister-Tipp schwierig ... Wobei es da einen sehr entspannten Belgier gibt, der am
während eines Events eher Biertrinken und Sonnenbaden an- liebesten „FULL POWER“ sagt, vor dem sich alle fürchten ...
gesagt, gab es dieses Mal für die Freestyler jede Menge zu tun.
Jet-Ski und Motorboot sei Dank zeigten einige der Fahrer vor
Tausenden Begeisterten, was Freestyle-Windsurfen ist. Bei null
Wind wurde über die Schanze geloopt, im Flachwasser zeigten
einige Fahrer, allen voran Steven van Broeckhoven, die neues-
ten Tricks. Außerdem waren nahezu alle Windsurfmarken am
Strand mit eigenen Zelten vertreten, um neue Produkte vorzu-
stellen, Videos zu zeigen und die Fahrer zu präsentieren.

Schade nur, dass viele der Windsurfprofis lieber in der Riders


Lounge vor dem Rechner sitzend auf Seiten wie Facebook
und YouPorn oder mit Skypen ihre Zeit totschlugen, als sich
der breiten Masse zu präsentieren. 80 Prozent der Fahrer
waren während der sechs Tage weitestgehend unsichtbar.
Dem gegenüber machen Routiniers wie Andre Paskowski,
Tonky und Taty oder Nicolas Akgazcian – aber auch einige
junge Fahrer, die langsam anfangen, zu verstehen, dass nur
aktive Medienarbeit und Präsenz am Strand sie zu professio-
nellen Windsurfern werden lässt – einen richtig guten Job.

34 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


österreichnews

Gaining Grounds – ways of moving on


Im letzten Windsurfing Journal haben wir euch ja das DVD-Projekt „Gaining Grounds“ unseres
Österreich-Redakteurs Manuel Grafenauer vorgestellt. In den letzten Wochen hat sich viel getan
und die Jungs stecken mitten in den Dreharbeiten der ersten beiden Parts.

Hinter so einem Film in DVD-Qualität und -Länge steckt aber viel mehr Arbeit, als das reine Drücken
des „Record“-Knopfs an der Kamera. Suchen nach passender Musik, Koordination von einzelnen
Parts, Buchungen von Flügen und Hotelzimmern, Auswahl des nötigen Kameraequipments und das
Warten auf die richtigen Windbedingungen machen ein solches Projekt schnell zu einem Fulltime-Job.

Damit die Kosten der Produktion einigermaßen gedeckt werden können, braucht man Sponsoren.
Das Konzept von „Gaining Grounds“ scheint zu gefallen, denn nun sind neben Fanatic, North
Sails, Naish, ION, Hangloose.at und U4 auch RRD, windsurftravel.net und der österreichische
Fernsehsender ATV mit an Bord. Speziell Letzterer wird dazu beitragen, den Film im großen­ Stil
zu promoten, und den Produzenten dank einer großen Auswahl an Filmequipment neue Perspek-
tiven eröffnen. Nähere Infos unter www.gaininggrounds.com

Moving and moving on ...

Neuer Surfshop in Kärnten „Fanatic/North Sails“-Testcenter und


Kärntens erster und einziger Windsurf-, Kite- und Trendsportshop öffnet seine Fahrtechnikseminare am Neusiedler See
Türen! Direkt am Wörthersee hat sich Thomas Buchacher den Traum vom eige- Ab Anfang Juni wird es bei der Surfschule Peisser an Nordstrand in Po-
nen Surfshop, den Herman Gschwendtner managen wird, erfüllt. Auf 140 Qua- dersdorf ein „Fanatic/North Sails“-Testcenter geben. Viele aktuelle Boards
dratmeter finden Surfer und Kiter neuestes Equipment von Fanatic, F2, Simmer, und Segel können dort ausprobiert werden. Außerdem werden die öster-
Challenger, Starboard, F-One, Core, North Kite sowie Beach- und Streetwear reichischen Teamfahrer um Chris Sammer, Max Matissek und Hias Höller
von Maloja, F2, Haiopaii, Rusty, Element, Ion, Tinana und Mystic. Vom 2. bis 3. an mehreren Juniwochenenden auf Stand-by-Basis Loop-, Freestyle- und
Juli wird das Wind and Waves Surf Festival im Bad Stich in Krumpendorf über Halsenseminare anbieten. Nähere Infos und Anmeldung zu einer der
die Bühne gehen. Mehr Infos: www.wind-and-waves.eu, Store: Hauptstraße Schulungen unter chrissammer@gmx.net oder auf der Facebook-Seite
131, 9201 Krumpendorf am Wörthersee, info@wind-and-waves.eu „Fanatic Austria“.
leserbriefe

Liebes „Windsurfing Journal“-Team, ihr kriegt es immer wie- Hallo Windsurfing Journal! Eure Artikel sind ja wirklich interes-
der hin, ein superinteressantes, ehrliches und gut ausseh- sant, aber mir fehlen noch interessante Spotberichte. Da hätte
endes Magazin zu veröffentlichen! Ein großes Lob dafür! ich gleich eine tolle Idee für euch: Könntet ihr nicht einmal einen
Und daher möchte ich natürlich auch mittels dieser Mail Spotbericht über den Titisee machen? Jan aus Titisee-Neustadt
versuchen, das Jahresabo zu gewinnen und das WSJ so
weiterhin zu genießen. Auf dem Foto bin ich bei meinen da- Anm. d. Red.: Ist Titisee wirklich ein Gewässer oder dein Hobby?
maligen ersten Windsurfing-Versuchen abgebildet, und das
am Topspot Gardasee. Ich würde mich über eine Veröffentli- Anm. d. Red.: Mitte Februar kursierte im Internet das Gerücht,
chung des Fotos natürlich riesig freuen! Macht auf jeden Fall dass der Northshore auf Fuerteventura für alle Funsportler ge-
weiter so! Grüße aus Braunschweig, Euer Magnus schlossen werden soll. Wer wenn nicht Local Jürgen Hönscheid
sollte genauer wissen, ob da was dran ist oder nicht, und so
Anm. d. Red.: Obwohl es sich fast so anhört: Auch diesen schrieben wir ihm Ende März eine Mail und fragten nach. Seine
Leserbrief haben wir tatsächlich bekommen und uns nicht Antwort, und was er sonst noch anzumerken hatte, wollen wir
selbst geschrieben. Vielen Dank, Magnus! Unser Dank an dir nicht vorenthalten:
dich: Leserfoto Nr. 1 und ein Jahresabo vom WJ.
Hallo WJ-Team, hallo Alexander! Keine Sorge: Das mit dem
Hola Alexander und Team, nun habe ich ab der Erstausga- Funsportverbot am Northshore war eine Ente. Vielleicht ha-
be alle Windsurfing Journals gelesen. Viele bemerkenswert ben das ein paar Engländer irgendwie missverstanden. Laut
offene Berichterstattungen zum Thema Windsurfen (als Tä- des Raumordnungsplans „PIOF“ des Cabildos Fuerteventu-
tigkeit) und Hardware (also Material, Vertriebe, Hersteller). ra (in dem eigentlich alles geordnet werden soll) sollen ver-
Dazu interessante Interviews mit Windsurfern und Ehema- schiedene Zonen am Northshore zu Nationalparks werden.
ligen. Ich habe seit eurer Erstausgabe kein anderes Magazin Anfang März war ich auf einem Meeting, auf dem uns Insel-
mehr gelesen. Das spricht wohl für sich! Besonders interes- präsident Mario Cabrera (er selbst hat gerade mit SUP-Surfing
sant für uns Norddeutsche: Tests in unseren Revieren unter angefangen) das Ganze erklärt hat. Es gibt keine Surfsport-
unseren Bedingungen! Was nutzt mir ein Supergleitboard Einschränkungen, auch nicht in Nationalparks. Im Gegen-
für Glattwasser, wenn an meinem Spot nur Kabbelwasser teil, Fuerteventura soll ja als Wassersportparadies beworben
vorhanden ist und ohne Seegrasfinne fast nie etwas geht? werden. Zu diesem Thema, Fuerte als Wassersportparadies,
Super Idee auch: „Das weltweit größte Windsurfmagazin“ waren meine Tocher Janni und ich auch Mitte April in der ZDF-
(Ausgabe 05-2009). Etwas Kritik, die aufrichtige Macher si- Frühlingsshow, wo wir SUP und Wellenreiten vorstellen konn-
cher verschmerzen: 20 Seiten Werbung sollten wirklich die ten. Rene Egli war als Experte fürs Windsurfen und Kitesurfen dabei. Gedreht wurde im Hotel
Obergrenze des Erträglichen darstellen! Viel Erfolg weiter- Rio Calma an der Costa Calma mit einem Riesenaufwand. Ich hoffe, dass wir den Funsportteil
hin und einen tollen Umsatz für 2010! Surfer aufs Wasser. ganz gut vertreten konnten. Du weißt ja: Mit Auftritten wie diesen tue ich mich eher ein wenig
Ralf Meyert aus der Hansestadt Rostock. schwer. Janni hat auch ganz schön dicke Backen gemacht, als wir in der Kantine plötzlich mit
der ganzen „Prominenz“ vor dem Buffet standen. Das ZDF-Team war aber wirklich sehr gut und
Anm. d. Red.: Dem haben wir nichts hinzuzufügen und dru- sympathisch. Es waren auch Surfsportler unter ihnen mit guten Fachkenntnissen hinsichtlich der
cken als Dankeschön gleich mehrere von deinen Bildern ab, Unterschiede von SUP, Wellenreiten, Windsurfen und Kitesurfen. Und noch kurz ein Kommen-
Ralf! Dir viel Wind und alles Gute! tar zu deinem Editorial im letzten Windsurfing Journal: Du hast mir aus der Seele gesprochen.
Was die Politiker da so treiben … Da müsste es doch eigentlich mehr Revolte geben. Viele sind
Betreff: Abo und anderes; Nachricht: Traurig, traurig ... erst ja eher mit Facebook etc. beschäftigt und so manch einer wird ganz schön eingelullt. Politikver-
den Mund voll nehmen (... tagesaktuell ... wir sind besser als drossenheit macht sich breit und es interessiert viele oft mehr, wer der nächste Gewinner ir-
der Rest ... etc.) und dann? Nichts. Die Homepage nicht ge- gendeiner Castingshow ist. Wer als Jungpolitiker in das ganze System hineinwächst, ist oft auch
pflegt. Die Tests nicht aktualisiert. Und das Mag kommt nur nicht besser als das traurige Vorbild. Und gute Quereinsteiger laufen nach kurzer Zeit gegen die
unregelmäßig. Im Vorwort hat A.L. nichts Besseres zu tun, als Wand dieser ganzen Witzfiguren, die Deutschland repräsentieren sollen und alle Skandale auf
uns zu erklären, dass ein „Jahresabo“ nicht zwingend in einem ihren Hintern aussitzen. Hinsichtlich deiner Kritik an den Quads bin ich mir nicht ganz sicher.
Jahr erscheinen muss. Hallo? Dann schaut mal in euer eige- Meine Tochter Sonni war Ende März in Australien und konnte beobachten, dass die Hälfte der
nes Impressum... Dort ist die Rede von „6 Ausgaben im Jahr“. Wellenreiter vier Finnen unterm Brett hat. Das ist wahrscheinlich aber so nicht aufs Windsur-
Meine Konsequenz steht jedenfalls fest. Ich werde mein Abo fen übertragbar und schon gar nicht fürs Flachwasser. In der Welle hat das vielleicht durchaus
kündigen und weiter die surf lesen. Die sind wenigstens ver- eine Berechtigung, aber nicht für jeden und auch nicht für alle Bedingungen. Gerade vorgestern
lässlich. Jens Kempny aus Brunswick. am Glass Beach war der beste Windsurfer einer mit einem zehn Jahre alten, traditionellen 250-
Zentimeter-Singlefinboard. Kein anderer hat so hohe Aerials rausgehauen. Es ist eben alles eine
Anm. d. Red.: Na immerhin! Stil- und Geschmacksfrage. Viele Grüße von Fuerteventura, Jürgen.

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lesershots

1 2 3

dubistder

4 8

1. Der mit den Schwänen surft… Magnus Raab auf dem Garda­
see, aufgenommen von Ute Schierloh.
2. … nicht nur ein guter Windsurfer (siehe Bild; aufgenommen
von Philipp Meyert), sondern auch noch ein absoluter Ma-
gazinkenner ist (siehe Leserbriefe!). Und daher hat er es als
erster Fotograf überhaupt geschafft …
3. Mein letzter Wille, ein Sohn mit Brille! Das Foto hat Ralf
Meyert geschossen, der …
4.-5. Diese beiden Bilder zeigen Dieter Malke 1982 auf dem Fe-
ringasee in München/ Unterföhring (am Auslöser saß Chris-
tine Malke). Er schrieb uns: „Hallo Windsurfing-Redaktion!
Es wäre schön, wenn man auch einmal von anderen Wind-
surfern noch die alten Fotos sehen könnte. 1982 war die Zeit
der Tricksurfer: Kante vorwärts, Kante rückwärts, Headdipp,
Bodydipp, Fahren ohne Schwert mit einer riesen Wasserfon-
täne aus dem Schwertkasten. Es war einfach eine geile Zeit!
Und wir waren dabei!!!“ Vielen Dank für die sensationellen
Bilder, Dieter! Wir zeigen sie extra etwas größer, damit uns
noch mehr Windsurfer ihre ganz alten Bilder schicken! Über
zahlreiche Einsendungen würden wir uns freuen!
6. Auch Dieter Keil hat uns einen netten Leserbrief geschickt
5 uns so hat es sein Bild, das ihn im Januar beim Sturmtief
Franz auf der Mosel (Oberfell bei Koblenz) zeigt, natürlich
in die Lesergallery geschafft.
7. … noch zwei weitere Bilder in die Lesergallery zu bekom-
men. Hier sieht man seinen Kollegen Tobias Steinhagen auf
8. dem Boiensdorfer Werder und auf dem kommenden Bild…
… ist Familienmitglied Philipp im Sonnenuntergang am glei-
chen Spot zu bewundern.

6 7

Wolltest du auch schon immer mal gerne in einem Windsurfmagazin auftauchen? Dann sende einfach eine Mail mit einem Windsurf-Foto von dir an info@windsurfing-journal.de
und benenne die Bilddatei nach folgendem Muster: Fahrername_Fotografenname_Spot.jpg (Beispiel: ReinerHorst_MoniTor_Gardasee.jpg)! Als Dankeschön erhält
jedes veröffentlichte Bild ein Jahresabo (6 Ausgaben im Wert von 24,50). Wenn du dich also irgendwann im Magazin auf einem Foto wiederfindest, sende einfach
eine Mail (erneut an info@windsurfing-journal.de) mit deiner Adresse und ab der dann kommenden Ausgabe erhältst du sechs Mal das Windsurfing Journal kostenlos.

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vor 20 jahren

Frühsommer 1990

Indoor-World-Cup
In Paris findet der erste Indoor-Slalom-World-Cup statt.
Im ausverkauften „Palais Omnisport“ wird vor 12.000
Zuschauern um zwei Tonnen geheizt und über eine
Sprungschanze geloopt. Das 70 x 30 Meter große
Becken wird von 20 in Deutschland gefertigten und
25.000 Mark teuren Windmaschinen belüftet, die für
sechs Beaufort sorgten. Unter anderem treten Robby
Naish, Björn Dunkerbeck, Erik Thime, Robert Teriitehau,
Rush Randle, Mike Eskimo und Cesare Cantagalli an.
Den Gesamtsieg sichert sich der Franzose Erik Thieme
vor Naish und Teriitehau. Bester Deutscher wird Ralf
Bachschuster auf Platz zehn.

Interessante Paarung
North Sails hat einen neuen Mast in seinem Programm.
Das Besondere ist, dass Mastoberteil und Mastunterteil
nicht aus dem gleichen Material gefertigt sind. Das Unter­­
teil besteht aus Aluminium, das Oberteil hingegen aus
Carbon. Mit dieser unüblichen Kombination soll der
Fahrer vor allem oberhalb des Gabelbaums eine große
Gewichtserleichterung haben. Das Carbon-Oberteil gibt
es für 199 Mark in 200 und 220 Zentimeter.

Speedrekord
Pascal Maka hat auf dem Speedkanal von Les Saintes
Maries de la Mer einen neuen Speed-Weltrekord auf-
gestellt. Er schafft es während des Orkantiefs Vivian,
das mit neun Beaufort über den Kanal fegt, den alten
Rekord von 74,97 Stundenkilometer auf unglaubliche
79,47 Stundenkilometer zu verbessern. Maka ist erst
seit circa vier Wochen Mitglied im A.R.T.-Speed-Team
und benutzt bei seinem Rekord ein 4.5 Quadratmeter
großes ART-Prototypsegel von Monty Spindler.

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vor 20 jahren

S p li t t e r
World Cup Barbados
Bei dem World Cup auf Barbados sind zu wenig Der Besitzer der Segelmarke Gaastra, Hutchison, will die
Damen für eine offizielle Wertung am Start. Deshalb Marke verkaufen.
fahren die deutschen Damen Natalie Siebel und Jutta
Müller kurzerhand bei den Herren mit. Natalie Siebel Natalie Siebel wechselt von Gaastra zu Easy Rider. Jutta
zeigt im Waveriding ihr ganzes Können und wirft zu- Müller hingegen steigt bei den Hannoveranern aus und
erst ihren Teamkameraden Ralf Bachschuster aus dem geht zu F2-Sails.
Rennen. Direkt darauf zieht Axel Ohm den Kürzeren
und muss sich Siebel geschlagen geben. Somit landet Die französische Boardmarke Tiga ist erneut in finanziellen
sie am Ende auf Platz vier. Einen Rang vor ihr ist ihr Schwierigkeiten. Da die ehemalige Miss Tiga, Jenna de Ros-
Freund Bernd Flessner, der sich mit einem starken nay, auf ihrer Gehaltsforderung von 150.000 Mark besteht,
Slalomauftritt den Gesamtsieg sichert. muss Tiga abermals kämpfen. F2 und Neil Pryde haben ein
gemeinsames Kaufangebot abgegeben.

Plattes Design Robby Naish entkommt beim Snowboardfahren in St.


Moritz nur knapp dem Tod. Er wird von einer Lawine bis
„1200 Quadratzentimeter, die die Surfwelt verändern!“ zum Hals im Schnee begraben und von Helfern gerettet.
So wirbt HiFly für seinen neuen planen Unterwasserschiff-
Shape beim Wave 260 und Slalom 290. Der sogenannte Christian Herles ist neuer Geschäftsführer der PBA (Professi-
Facet-Bottom ist ein planer Bereich im vorderen Teil des onal Boardsailors Association).
Unterwasserschiffs, welcher Verwirbelungen verhindern
und für viel Auftrieb sorgen soll. Daher gleite das Board Björn Dunkerbeck belegt beim ersten World Cup der
schneller an und es werde auch deutlich schneller. Saison in Almanarre den ersten Platz overall. Auf Platz
Entworfen hat das Design der Shaper Brian Hinde. Der zwei und drei folgen Robby Naish und Phil McGain. Bester
Shape wird durch das äußerst robuste HTS-Polypropylen Deutscher wird Ralf Bachschuster auf Platz 15. Bei den Da-
der Außenhaut unterstützt, welches stoßunempfindlich men gewinnt Britt Dunkerbeck, Jutta Müller wird mit Platz
und das perfekte Material für ein Windsurfboard sein soll. vier beste Deutsche.

Der Direktversender Gun Sails hat jetzt auch ein Race-Bike im


Filmstar Robby Naish Angebot, für nur 1.095 Euro ist die Rennmaschine zu haben.

Robby Naish spielt in dem Willy-Bogner-Film „Feuer, Eis Robby Naish reist zusammen mit seiner neuen Freundin
und Dynamit“ mit den größten Sportstars der Welt. Mit Kate Lipp nach Paris zum Indoor-Word-Cup. Die beiden
dabei sind unter anderem Steffi Graf, Dennis Conner sind seit Ende letzten Jahres ein Paar..
und Niki Lauda. Der bekannteste Darsteller des Films
ist jedoch Roger Moore. Es geht in dem Film um den Björn Dunkerbeck soll laut Insiderinformationen mittlerwei-
Kampf um ein 135-Millionen-Dollar-Erbe, das nur der le rund 500.000 Mark im Jahr mit seinen Sponsorenver-
erhält, der sich gegen die harte Konkurrenz durchsetzt. trägen verdienen.

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interview wolfgang lessacher

Interview Wolfgang Lessacher

Text Wolfgang Lessacher und Alexander Lehmann

Er bezeichnet sich selbst als Eigenbrötler und ist unumstritten ein Querdenker:
Finnenguru Wolfgang Lessacher, 1941 in Berlin geboren. Bereits 1968 kommt er das
erste Mal mit dem Thema Windsurfen in Berührung. Im Laufe der Jahre entwickelt er
Hunderte neuer Finnenmodelle und hat dank des 50-Knoten-Laufs von Thomas Döblin
Ende 2009 mit seiner „Rake 30“-Finne die Bestätigung, die er so lange vermisste. Selten
war die schriftliche Aufbereitung eines Interviews so schwierig. Und selten sind
wir in Themen und in Zeitabschnitten so hin und her gesprungen. Doch selten war
ein Interview auch so gut, so persönlich und so ehrlich.

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interview wolfgang lessacher

W
olfgang, meine erste Frage ist gleich et- Horizont ohnehin übersteigen würde. Ob es nun die Medien sind oder auch Bretthersteller. Die
was pikant und bitte sei mir nicht böse. sind mir mittlerweile einfach nur noch egal. Ich habe für so viele Leute Finnen gebaut und ihre
Es ist immer extrem interessant, deinen Wirkungsweise erklärt. Ich habe keine Lust mehr auf doofe Kommentare und Schlaumeiereien.
Ausführungen zuzuhören, und dein Schreibstil ist le-
gendär. Doch nun der Knackpunkt: Ist dir bewusst, Das kann ich gut verstehen. Meistens passt so eine Einstellung allerdings dem Le-
dass dich im Grunde kaum ein Mensch versteht und bensabschnittspartner nicht … Wem sagst du das. Meine Freundin regt sich öfter darüber
es superschwierig ist, dir bei deinen Ausführungen auf, dass viele mit mir ein Problem haben. Dabei will ich mich mit den meisten gar nicht un-
zu folgen? Ja, das ist mir bewusst. terhalten, tue es aber anstandshalber. Nenn es Desinteresse oder mangelndes Vertrauen. Es
kommt eben immer sehr stark auf meinen Gesprächspartner an.
Mit dieser Antwort habe ich nicht gerechnet. Weißt du
denn, woran es liegt, dass deine Erzählungen manchmal Kannst du denn vielleicht versuchen zu erklären, wieso Wolfgang Lessacher so ist, wie
so ein wenig wirr erscheinen? Nein, das weiß ich nicht. er ist? Versuchen kann ich es ja mal. Dafür muss ich sehr weit in meinem Leben zurückgehen,
bis in meine Kindheit. Du musst wissen, dass ich bis kurz vor meiner Hochzeit keine Geburtsur-
Es ist teilweise einfach unheimlich schwierig, dich zu kunde von mir besessen habe. Es hieß, alle Familiendokumente seien bei einem Bombenangriff
verstehen und deinen Argumenten logisch zu folgen. auf Berlin zerstört worden. Als ich dann heiraten wollte, brauchte ich natürlich ein Dokument.
Man hat den Eindruck, dass in deinem Kopf einfach Meine Frau war 20, schwanger, durfte offiziell nicht selbst entscheiden – erst ab 21 Jahren war
so viele unterschiedliche Ideen umherschwirren, dass man volljährig. Ihr Vater setzte sich als Oberstadtdirektor von Oberhausen, meinem späteren
dir bei deinen Erzählungen immer schon wieder neue Wohnort, zum Glück
Sachen einfallen und du diese dann auch sofort mit- dafür ein, dass ich
Ich habe in den letzten 30 Jahren mit
teilen möchtest, dabei aber grundsätzlich den roten auf unbürokratischem so vielen Idioten zu tun gehabt, dass ich
Faden verlierst. Jemand, der nicht zu 1.000 Prozent Weg eine Geburtsur­ es jetzt einfach leid bin, mich ständig
in deinem Thema drin ist … kann mir nicht folgen. Das kunde erhielt. Das war
wieder von Neuem zu rechtfertigen
Problem ist mir bewusst. Deshalb habe ich mich im Laufe das erste Mal, dass
der Jahre auch immer weiter abgekapselt. Ich bin vielleicht ich Inhaber eines sol­ und auf Leute mit meinen Ideen zuzu-
ein etwas schwieriger Mensch. Manche würden das eventu- chen Dokuments war. gehen, deren Tragweite ihren Horizont
ell auch chaotisch oder im schlimmsten Fall idiotisch nennen. Als nun vor drei Jahren
ohnehin übersteigen würde."
Wobei ich den Begriff „Fachidiot“ gar nicht als Beleidigung meine Mutter starb,
verstehen würde. Ich habe mich einfach seit 30 Jahren ei- tauchte plötzlich unser Familienstammbuch wieder auf. Es war gar nicht im Krieg verloren ge-
nem sehr speziellen Thema gewidmet: dem Finnenbau. Ich gangen, es wurde einfach nur zurückgehalten. Und das aus einem guten Grund. Fünf Jahre vor
habe alles ausprobiert, was man ausprobieren kann. meiner Geburt hatte ich einen Bruder, von dem nie irgendjemand etwas wusste. 1936 geboren,
nach drei Monaten an Kinderlähmung verstorben. Das war natürlich ein sehr harter Schicksals-
Du bezeichnest dich selbst als Eigenbrötler. Laut rei- schlag für meine Eltern. Vor allem zu meiner Mutter hatte ich ein Leben lang ein eher unter-
ner Definition sind das Menschen, die sich von der kühltes Verhältnis. Mein Vater war einer der ersten Skiartisten der Welt – ich durfte nie Ski fah-
Gemeinschaft bewusst absondern. Deshalb trifft die Be- ren. Er war Turmspringer, 1936 bei der Olympiade in Berlin dabei, ich durfte nicht einmal aufs
zeichnung so gut auf mich zu! Trampolin. Ich durfte nichts. Ich fühlte mich ungeliebt, eigentlich mein gesamtes Leben lang.
Das hat mich sehr belastet und sicherlich auch geprägt. Jahrzehnte später habe ich dann erst
Liegt dir nichts an anderen Menschen? Ach, weißt die Wahrheit erfahren. Die zweite Frau meines Vaters war die Einzige, die von dem Tod meines
du, ich bin jetzt in einem Alter, da kann ich mir den Luxus Bruders wusste und die das Verhalten meiner Eltern erklären konnte. Sie hat mir erzählt, dass
leisten zu sagen: Ich möchte mit vielen Menschen einfach meine Eltern aus der Angst heraus, mich auch zu verlieren, so gehandelt haben. Meine Mutter
nichts mehr zu tun haben. hatte Angst, mich näher an sie ranzulassen. Sie hätte es sonst nicht verkraftet, wäre auch mir
etwas zugestoßen. Mein Vater hat mich immer in Watte gepackt und mir mehr oder weniger
Meinst du damit konkrete Personen oder liegt dir so alles Gefährliche verboten. Es war also nicht so wie von mir vermutet, dass meine Eltern mich
ganz im Allgemeinen nichts mehr an den Menschen? In nicht lieben. Sondern sie waren einfach nur durch den Tod meines Bruders so stark geprägt,
erster Linie richtet sich mein Ausspruch gegen die Menschen dass sie ihre Gefühle nicht zeigen konnten und mich zu sehr beschützen wollten. Und nun
rund um die Windsurfbranche, jedoch nicht gegen Windsur- musst du im hohen Alter damit anfangen, deine Eltern zu lieben, zu denen du aber niemals ein
fer im Allgemeinen. Ich habe in den letzten 30 Jahren mit so enges Verhältnis hattest. Ich kann mich jetzt nur noch an ihr Grab stellen und mich entschul-
vielen Idioten zu tun gehabt, dass ich es jetzt einfach leid digen, dass ich ihr Verhalten jahrzehntelang falsch gedeutet habe. Und diese Lebensgeschichte
bin, mich ständig wieder von Neuem zu rechtfertigen und auf hat natürlich einen maßgeblichen Einfluss auf mein Verhalten heute. Vielleicht verstehst du nun
Leute mit meinen Ideen zuzugehen, deren Tragweite ihren besser, warum ich so ein Eigenbrötler bin.

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43
interview wolfgang lessacher

In der Tat. Und es ist und fünf Meter nach rechts. Wie eben beschrieben, weiß
Wenn einer mit meiner Finne zwei Se-
schwer, nun wieder ich heute, wieso sie mich nicht weiter weg ließen. Sirene –
kunden lang 100 Stundenkilometer einen Übergang zu unse- Luftschutzkeller – Bordstein. Das war mein Leben. Wir sind
maximalen Speed fährt, höre ich auf." ­­rem eigentlichem Thema dann nach dem Krieg vor den Russen nach Österreich ge-
zu finden: den Finnen. flüchtet, mit einem der letzten Rosinenbomber sind wir aus-
Nein, das ist gar nicht schwer. Denn auch hier gibt es einen wunden Punkt: Heute verdienen ande- geflogen worden. Mutter, Vater und meine Schwester. Wir
re eine Menge Geld mit meinen Finnen, ich bekomme vielleicht zwei oder drei Euro pro verkaufte sind bei meinen Großeltern in Österreich unterkommen,
Finnen. Das Gute ist allerdings, dass ich mir von diesen Serienfinnen welche zu Einkaufskonditi- mein Vater war Österreicher. Wir hatten es dort wirklich
onen bestellen und sie dann als Basis für weitere Verfeinerungen und Prototypen nutzen kann. nicht schlecht, doch als Berliner Jung kam ich mit der Spra-
che der Einheimischen natürlich überhaupt nicht zurecht.
Du bezahlst für deine eigenen Finnen Händlerpreise? Nicht die Herstellungskosten? Ich wurde ein Jahr von der Schule befreit und musste aus-
Das ist ja süß, dann verdienen die Vertriebe ja auch an dir Geld! Tja, so ist das. Aber schließlich den Kärntner Dialekt lernen. Ich war damals also
ich habe über 50 Jahre Arbeit hinter mir. Das alles selbst zu organisieren, meine Finnen produ- schon immer der Piefke, der aus dem großen Reich kam.
zieren zu lassen und zu vertreiben, Auch wenn viele Menschen da unten noch Nazis waren,
Laborwerte sind selten mit dazu hätte ich keine Lust mehr. wollte man mit Deutschen nichts zu tun haben.
Realitätswerten vergleichbar."
Warum machst du dir überhaupt Aber du warst beziehungsweise bist doch halber Ös-
noch so viel Arbeit mit deinen Finnen? Aus Spaß an der Freude! Und weil ich alle Wind- terreicher. Ich war und bin Österreicher. Ich habe keinen
surfer davon überzeugen möchte, wie schön es sein kann, wenn man nie einen Spinout hat. deutschen Pass.
Das Thema Speed ist jetzt im Grunde nur eine Begleiterscheinung. Aber es ist schön, wenn du
in Südfrankreich oder Holland am Strand stehst und die Leute ankommen und sagen: „Da ist Willst du auch keinen haben? Nein. Was habe ich da-
der Finnenmann!“ von? Ich war in Österreich beim Militär, bin in Berlin gebo-
ren – macht mich ein deutscher Reisepass glücklicher?
Anerkennung ist dir also schon wichtig? Ja, klar.
Nicht, dass ich wüsste! Wie ging deine Jugend dann
Und im Umkehrschluss bist du dann auch traurig oder sogar sauer, wenn einer mit weiter? Schule, Schlosserlehre mit 14, dann Abitur, Ma-
deinen Finnen nicht zurechtkommt? Das kommt sehr selten vor. Du bist einer der wenigen … schinenbaustudium, allerdings nur für drei Jahre, dann wur-
de ich eingezogen …
Ich war ja nicht unzufrieden! Ich bin am falschen Spot, bei falschen Bedingungen
mit der falschen Segelgröße die womöglich richtige Finne gefahren. Dass deine Rake Sie haben dich aus dem Studium einfach eingezogen?
30 funktioniert, steht wohl nach Thomas Döblins 50-Knoten-Lauf nicht mehr zur Dis- Ja, aber daran hatte ich selbst schuld. Ich wollte unbedingt
kussion. Wenn einer mit meiner Finne zwei Sekunden lang 100 Stundenkilometer maximalen zur Luftwaffe, Pilot werden. Dann hatte ich aber Pech. Bei
Speed fährt, höre ich auf mit der Entwicklung und widme mich etwas anderem. meinem ersten Flug mit dem Fluglehrer bin ich runtergefallen.

Kann es sein, dass du Kritik etwas zu persönlich nimmst? Das war mal mein Problem. Wie?! Du bist runtergefallen?! Abgestürzt? Ja, so kann
Mittlerweile ist mir das schnurzpiepegal, ob ein Hersteller mit meinen Finnen zurechtkommt man das auch sagen. Der hatte vergessen, Sprit aufzutan-
oder nicht. Schau mal, ich habe bereits für diverse Hersteller Finnen gebaut. Angefangen hat ken. Aus knapp 100 Meter sind wir dann halt runtergefal-
alles mit Eberhard von Osterhausen bei Gun Sails, zu dem ich einen sehr guten Kontakt hatte. len. Mit einem tschechischen Sport- und Kunstflugzeug vom
Er produzierte und verkaufte meine Finnen. Allerdings hat er einmal in einem Artikel den Mike Typ „Zlin“. Dabei habe ich mir das Schlüsselbein gebrochen
Pucher sehr schlecht gemacht und das hat mir nicht gefallen. Zugegeben: Mike war ein net- und es hat mir einige Zähne komplett mit Wurzeln raus-
tes Arschloch, aber ein brillanter Entwickler. Er hat immer bei allen etwas geschnorrt, hat aber geschlagen. Daraufhin war ich leider fluguntauglich. Nach
trotzdem sehr viel geleistet. Die beiden hatten wohl Stress und so kam es dann dazu, dass dem Militär habe ich in der Nähe von Kufstein als Schlosser
Eberhard über Mike schlecht gesprochen hat. Da habe ich ihn angerufen und ihm gesagt, dass gearbeitet, das hat mir aber nicht gepasst und so bin ich
ich nicht mehr möchte, dass er meine Finnen produziert. Damit war das Thema gegessen. zurück nach Hause, wo ich dann bei meinen Eltern meine
spätere Frau kennengelernt habe.
Das ist ja nun schon einige Jährchen her. Dann warst du also schon immer etwas
spezieller, oder? Das kann man so sagen. Ich bin ein klassisches Kriegskind, 1941 in Ber- Wieso hast du bei deinen Eltern deine spätere Frau
lin geboren habe ich meine Kindheit im Luftschutzkeller verbracht. Meine Eltern erlaubten mir, kennengelernt??? Meine Eltern hatten eine Frühstückspen-
auf dem Bordstein mit meinem kleinen Modellauto zu spielen. Maximal fünf Meter nach links sion in Millstatt am See. Wir hatten immer so ungefähr 35

44 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


01. Das zweite Board von rechts war Wolfgangs erster Eigenbau. Bereits Ende
1979 baute er für seinen Sohn Martin ein Brett mit nur zwei Meter Länge.
02. Wolfgangs Shape waren immer recht ungewöhnlich…
03. Wolfgang Lessacher 1967: „Ich hatte früher tiefschwarze Haare, wie ein Italie-
ner. Mit meinen Kaminarbeiten, hauptsächlich Hauben aus Zinn, Kuper und Emaille,
wurde ich in ganz Deutschland rumgereicht.“
04. Wolfgang schmeißt sich 1986 ordentlich in die Kurve.

Hausgäste und eine davon wurde dann zu meiner Frau. Ein


15-jähriges, bildhübsches Mädchen. Ich war damals 20 Jah-
re alt und habe als Schlosser gearbeitet. Mit 25 Jahren bin
ich dann zu ihr nach Deutschland gezogen.

Und die fünf Jahre dazwischen? Haben wir uns einmal


im Jahr in ihrem Urlaub gesehen. Ansonsten haben wir tele-
foniert, aber das war nicht besonders toll. Kurz vor unserer 1
Silberhochzeit hat sie mich dann verlassen und wir haben
uns scheiden lassen. Ich war ihr zu kompliziert. Aber meine
beiden Söhne sind mir geblieben.

Als was hast du gearbeitet, als du nach Deutschland


gekommen bist? Wir sind nach Oberhausen gezogen. Mir
wurde damals von der Kunstakademie in Düsseldorf eine gro-
ße Ehre zuteil. Es wurde extra für mich eine neue Berufsbe-
zeichnung erfunden, damit ich einen Betrieb eröffnen kann:
Metallbildhauer. Ich habe dann in meiner Werkstatt haupt-
sächlich Kupfertreiberarbeiten gemacht. Zum Beispiel Kirchen-
türen und Kaminhauben, unter anderen für Konrad Adenauer.
2 3
05. Finnenformen.
Du hast den Kamin für Konrad Adenauer gebaut?! 06. Wolfgang wollte auch auf Speed-Guns nicht mit den Hacken im Wasser stehen,
Dann war das doch sicherlich ein sehr einträgliches also baute er für den hinteren Fuß eine Verbreiterung. Allerdings war diese zu plan
und so konnte der keinen Druck auf die Kante geben. Eine von seinen wenigen
Geschäft! Ja, ich habe zu der Zeit sehr gut verdient. Aber Fehlkonstruktionen. Die Löcher im Deck sollten die Vibrationen „weglenken“ (1987).
es war auch wirklich stressig. Und nach knapp 25 Jahren, 07. 1993 entwickelt Wolfgang zum ersten Mal Speedfinnen mit dem Wechselspiel
der Konkaven.
kurz nach meiner Scheidung, wurde mir das dann alles zu
viel. Allein einen Betrieb zu leiten, die Buchführung, ach
nee, da habe ich dann lieber damit aufgehört. Ich bin dann
noch in eine andere Firma eingetreten und habe mehr oder
weniger als Festangestellter für die Luxushäuser der Chefs
Metallgestaltungen gemacht. Alles andere, was das Wind-
surfen betraf, wie Boardbau oder Finnenentwicklung, habe
ich immer nur in meiner Freizeit gemacht.

Wann hast du denn eigentlich mit dem Windsurfen


angefangen? Am 01. August 1970.

4 5
Das weißt du aber noch sehr genau! Ich habe darüber
Buch geführt. Ich fuhr jedes Jahr mit meiner Familie zu mei-
nen Eltern nach Österreich und habe da über die Jahre ein
freundschaftliches Verhältnis zu dem Segellehrer vor Ort ent-
wickelt. Außerdem habe ich mir in seiner Wassersportschu-
le immer ein wenig Geld nebenbei als Segellehrer verdient.
Gleichzeitig war ich Wasserskiläufer. Und im Sommer 1968
sagte mein Freund zu mir: „Ich war im Winter in den USA!
Ich muss dir einen Film zeigen! Da steht jemand auf einem
Brett, hält ein Segel in der Hand und bewegt sich vorwärts!“
Der Name des Windsurfers war, wie wir später herausfan-
den, Jim Drake. Der war uns damals natürlich völlig fremd.

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6 7
08. 1994 entwickelte Wolfgang die Hinkelstein-Prototypen für Lechner. Das Besondere: Sie
waren hohl! Siehe das Ventil an der Nose. „Hohlboards sind immer schneller als Bretter mit Sty-
roporkern! Das liegt an den geringeren Vibrationen. Leg mal ein hohles Board aufs Wasser und
schlag rauf! Das schwingt nur ein Mal, Ende. Ein gefülltes Board vibriert bis zu zehn Mal nach.“
09. Dieses Modell sollte sich 1980 den Groundeffekt zunutze machen. Dahinter steckt die
Idee, dass Luft direkt über dem Wasser sehr dicht ist und so für besonders guten Auftrieb sorgt.
Das Konzept konnte sich allerdings nicht durchsetzen. „Das war eine meiner wenigen Erfindun-
gen, die überhaupt nicht funktioniert hat und vor allem für Badende nicht ungefährlich war.“

Erst ein Jahrzehnt später wussten wir ihn einzustufen. Wir


bauten uns kurzerhand so einen Stehsegler. Was wir aller-
dings nicht wussten, war, dass das Brett in dem Video eine
Finne hatte! Die sahen wir ja nicht! Wir haben uns aus Sty-
ropor ein Board geraspelt, nicht laminiert, einfach so. Wir
8 haben dann eine Dachlatte da reingesteckt und ein Segel
von einem Flying Junior an die Latte genagelt. Einen Ga-
belbaum haben wir uns aus Alurohren selbst gebogen. Ein
Paddel diente als Schwert, fertig war unser erster Stehseg-
ler. Und er fuhr.

Würdest du sagen, du warst der erste Windsurfer in


Deutschland? Vielleicht in Österreich. Aber „der Erste“
war im Grunde ja jeder. Mir ist das egal, wie wo wer zum
ersten Mal auf einem Brett stand. Wir haben das auf jeden
9 10
Fall im Sommer 1968 ausprobiert!

Aber du sagtest doch, du hättest 1970 angefangen?


Naja, wir waren 1968 noch nicht ganz so zufrieden mit un-
serem Windsurfer …

Das kann ich mir vorstellen! Also haben wir die Idee erst
einmal wieder auf Eis gelegt. Ich war dann 1969 wie jedes
Jahr auf der Bootsausstellung und habe dort Unterlagen der
Patentanmeldung von Holly Schweizer in die Hände bekom-
men. Da sah ich zum ersten Mal, dass das Board eine Finne
11 12 hat! Ich habe dann meinen Freund angerufen und ihm davon
berichtet. Er steckte eine Finne in unser Styroporbrett und
siehe da: Es fuhr auf einmal geradeaus! Mein Freund hatte
schließlich die Idee, sich Bretter bei Klepper in Rosenheim
bauen zu lassen. Die waren damals im Segelbootbau vorn mit
dabei und wurden durch ihr Faltboot weltberühmt. Er hat-
te Kontakt zu Klepper und war dort über Jahre Kunde. Wir
sind da hingefahren, haben denen das Konzept präsentiert
und sie wollten uns vier Bretter bauen. Ein Techniker war
13 14 bei dem Gespräch dabei und völlig begeistert. Er fragte uns,
wie der Sport den heißen würde. Aber wir hatten keine Ah-
nung. Den Ausdruck Windsurfen gab es damals noch nicht.

Bist du dir sicher? 100 Prozent! Noch heute sagen die


Amis „sailing by board“. Der Begriff Windsurfen kam erst
15 16 viel später.

Und wer hat denn den Begriff Windsurfen erfunden?


Die Holländer!

Was für Holländer? Die Holländer waren damals ganz


vorn mit dabei. Erinnerst du dich noch an die Marke „Ten
Cate“? Das war eigentlich ein Segeltuchhersteller. Und sie

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17 18
10. „Der Junge hatte noch die Pampers am Arsch, da musste er schon windsurfen“. Der junge, holländische Speedwindsurfer Dirk Höhe laufen und auf der anderen Seite radikal in die Kurve geht.
Doppenberg, noch heute einer der schnellsten Windsurfer auf dem Wasser, mit seinem Vater und einem eigenwilligen Eigenbau von 14. Wolfgangs Hauptdesign waren Streifen und so wurden seine Boards „Streifen-
Wolfgang. Durch das Loch im vorderen Bereich sollte der Windwiderstand bei der Fahrt reduziert werden. Nur das Angleiten war hörnchen“ genannt. Dieses Bild entstand 1983 bei einem privaten Testwochenende
etwas schwierig, das Brett hatte nur etwas mehr als 50 Liter Volumen. am Spot Strandhorst in Holland. Verkauft hat er seine Boards nie. Er hat sie inner-
11. Wolfgangs Werkbank heute mit Blick aufs Wohnzimmer. halb der Familie und unter Freunden verschenkt.
12. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Auszug aus Wolfgangs Finnensortiment 1995. 15. Die leichtesten Bretter der Welt! Wolfgang war „das Eichhörnchen im Bohren“. Er
13. 1988 baute Wolfgang ein Board mit unterschiedlichen Rumpflängen je nach Fahrtrichtung. Die linke Seite war drei Meter, die bohrte den Kern auf und laminierte die Löcher dann über. Auf diese Weise konnte er 40
rechte Seite nur 2,70 Meter lang. In Kombination mit den Konkaven im Unterwasserschiff sollte das Board auf der einen Seite super Prozent des Styropors einsparen. Diese Bretter wogen schon 1986 um die fünf Kilogramm.
16. Quad-Fin-Boards hat Wolfgang bereits Ende 1979 im Programm…
17. Familie Lessacher am Strand von Zandvoort.
haben das erste Serienbrett mit der Lizenz von Holly Schweizer nach Europa gebracht. Und auf 18. Finnenform offen.
eines der Modelle schrieben sie dann „Windsurfer“.

Klepper hat euch also vier Bretter gebaut. Genau! Drei für meinen Freund und eines für
mich. Und aus diesen vier Brettern ist dann kurze Zeit später das erste Serienbrett von Klepper
geworden. Der Klepper Swift. Klepper sagte damals „Swiften“ und nicht Windsurfen! Der An-
fangsbuchstabe von Swift ist dann ins Segel gewandert. Das war 1969/1970.

Das S von Klepper stand für Swift? Genau!

Krass, das wusste ich nicht! Ich habe mich immer gefragt, in welchem Zusammenhang
das S mit Klepper stand! Swiften eben, weil es den Begriff Windsurfen noch nicht gab. Aber
es war kein Erfolg und Klepper stellte die Produktion wieder ein. Erst Mitte/Ende der 70er-Jahre,
als Ostermann mit dem Windglider rauskam, nahm Klepper die Produktion wieder auf und be-
nannte dann ja auch alle Boards mit einem S. S1, S2, S3, später dann zum Beispiel S107, S208.

Was hast du in der Zwischenzeit gemacht? Ich habe mir selbst Bretter gebaut! Und zwar
immer sehr außergewöhnliche.
So viel wird einfach als wahr in den Schon damals stand ich mit mei-
nen Ideen oft etwas abseits. Jahre
Raum gestellt, dabei kann es letzt-
später erwiesen sich dann aber
endlich kein Mensch beweisen." viele Dinge als richtig und wurden
von anderen Windsurfern, aber
auch Herstellern übernommen. Ich habe zum Beispiel schon 1979 Boards mit vier Finnen gebaut …

Du hast dir sogar mal ein Board mit Plexiglasheck gebaut, um die Anströmung der
Finne genauer zu beobachten! Stimmt. Das muss so 1985 gewesen sein. Das war mehr
oder weniger das erste Flextail-Windsurfboard auf dem Markt. Doch darum ging es mir nicht.
Ich wollte einfach nur beobachten, wie sich die Wasserströmung um die Finne herum bei un-
terschiedlichem Druck und verschiedenen Geschwindigkeiten verhält.

Und was hast du dabei herausgefunden? Dass ein Spinout etwas vollkommen anderes ist,
als es damals von allem „Fachleuten“ erzählt wurde.

Und was ist das genau? Ein Strömungsabriss! In Form einer Rotation um die Finne.

Aber wurde das nicht auch damals von Fachmagazinen in Strömungskanälen festge-
stellt? War dieser Versuchsaufbau nicht besser? Laborwerte sind selten mit Realitätswer-
ten vergleichbar. Das Problem bei einem Strömungskanal ist, dass dabei ein fester Gegenstand,
die Finne, ins Wasser gehalten wird. Wenn wir aber mit einem Windsurfboard durchs Wasser
fahren, ist der Druck auf die Finne ein ganz anderer! Wir fahren ja nicht gerade durchs Wasser,
sondern seitlich! Das kannst du in einem Labor nicht simulieren. Dafür musst du schon aufs
Brett steigen. Und so kam es zu meinem Plexiglasheck.

Hätte man die Finne nicht einfach in dem Strömungskanal schräg stellen können?
Und wer drückt dann auf die Finne und schiebt sie seitlich durchs Wasser?

Deshalb mag ich keine Gegenfragen! Dabei sieht man immer schlecht aus! Man hätte das mit einer
Gummizughalterung für die Finne und einem Seitenruder vor der Finne eventuell simulieren können.

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interview wolfgang lessacher

19. Wolfgangs Sohn Martin war ständig als Tester von Wolfgangs Ideen auf 21. Bevor Fivestar mit seinem Schaumstoffsegel rauskam, hatte Wolfgang schon 1982 ein
dem Wasser. ähnliches System entwickelt, um eine bessere Anströmung des Riggs zu erreichen. Aller-
20. Nein, dies ist kein Miniatur-Tankschiff! Dieses Board war als Rettungsbrett ge- dings schob er dafür kein Schaumstoff über den Mast, sondern Aluminiumteile, die ihm
dacht. Wenn Martin mit seinem Zweimeterbrett aufgrund von Windmangel nicht regelmäßig bei Stürzen das Brett zerstörten…
mehr starten konnte, rettete ihn Wolfgang mit diesem Ungeheuer und es konnten 22. Finnenproduktion à la Wolfgang Lessacher.
beide gemeinsam wieder an Land fahren. 23. Wolfgang 1988.

Aber die Abdrift des Segeldrucks ist nicht so ohne Weite- Die Materialwahl bei Finnen ist ja auch ein heißes The-
res darstellbar. Am Ende des Tages ist nichts so realistisch ma. Was, würdest du sagen, ist besser: Carbon oder
wie der Versuch unter echten Bedingungen. Ich habe in G10? In der Regel sind G10-Finnen langsamer. Aber es
Südfrankreich am Kanal schon vor Jahrzehnten beobachtet, kommt auf den Aufbau der Carbonfinne an. In meinen Fin-
dass die Windsurfer im Grunde alle schief durchs Wasser nen sind zum Beispiel die einzigen Matten, die ich verbaue,
fahren. Die Brettnase zeigt gar nicht zum Ziel, sondern ge- die Decklagen ganz außen, die man dann ja auch sieht. Im
nau genommen immer einen Tick in den Wind, weil wir halt Inneren der Finne verbaue ich eine Konstruktion, die es der
19 seitlich abdriften. Um das Optimum aus einer Board-Finnen- Finne ermöglicht, sich unheimlich schnell wieder auf ihre Ur-
Kombination herauszuholen, müsste man also eigentlich die sprungsposition zurückzustellen. Ich verarbeite schnürsenkel-
Finne schief ins Board einbauen beziehungsweise die Finne dicke Fäden von oben nach unten. Dicht aneinander. Wie
etwas seitlich auf den Schaft setzen. Stahlträger sozusagen. Und das ganz weit außen auf beiden
Seiten. Die halten die Finne steif. Dazwischen lege ich, im
Hast du das mal ausprobiert? Ja selbstverständlich! Das mittleren Bereich von drei bis vier Millimeter, keine senk-
hat auch super funktioniert! Allerdings nur in eine Richtung. rechten Fäden, sonst hätte man ja einen Klotz an Trägern,

20 Wenn du dann auch noch die Finnen asymmetrisch baust, der wieder viel zu langsam reagiert. In der Mitte mache ich
hast du das Optimum erreicht. Ich habe das alles auspro- die Fäden quer rein und so leisten sie nichts hinsichtlich des
biert und hatte so rechte und linke Finnen. Allerdings ist Flex. Es gibt ja auch noch Leute, die dann die inneren Fäden
Massenkompatibilität etwas anderes. schräg stellen wollen, damit die Finne einen Twist bekommt,
aber das ist in meinen Augen alles Käse. Das Wichtigste ist,
Unlogisch hört sich das nicht an! Warum macht das dass sie sich schnell wieder zurückstellt. Und das tun meine
denn heute eigentlich keiner? Bei Weltrekordversu- Carbonfinnen. G10-Finnen sind da langsamer. Es ist ja nur
chen wird doch ohnehin immer nur in einer Richtung ein Block. Guck mal in die GPS-Rangliste! Die vorderen Plät-
gefahren! Weil das keiner weiß. ze sind alle mit Carbonfinnen gefahren worden. Ich habe in
meinem Leben schon Hunderte Carbon- und Hunderte G10-
Wie, das weiß keiner?! Entschuldige bitte meine Aus- Finnen gebaut. Ich bin mir da sicher.
drucksweise, aber das sind einfach alles Fachidioten.

Kann es nicht sein, dass sich dieser Effekt des seitlichen Meine Grasfinnen sind überall
21 Wegdriftens auf starken Raumschotkursen abmildert und auf der Welt eine sichere Bank."
damit der Effekt einer schief eingesetzten Finne kontra-
produktiv oder vernachlässigbar wäre? Mag sein.
Wie viele Finnen hast du überhaupt schon gebaut?
Die Antwort akzeptiere ich nicht! Das musst du Ich würde sagen an die 10.000 Stück.
doch wissen! Ach, weißt du, es wird so viel behauptet.
So viel wird einfach als wahr in den Raum gestellt, dabei In Handarbeit? Wie lange brauchst du denn für eine
22 kann es letztendlich kein Mensch beweisen. Nach deiner Finne?! Das sage ich nicht … Na gut. Vielleicht so um die
Theorie dürfte dann ja auch kein Spinout auftreten, wenn vier Stunden.
auf Raumkursen der seitliche Druck auf die Finne so ge-
ring wäre. Die Wahrheit ist einfach, dass es letztendlich Dann hast du fast fünf Jahre lang 24 Stunden am Tag
keiner mit 100-prozentiger Gewissheit sagen kann. Ich Finnen gebaut! Das darf man keiner Frau erzählen … Aber
auch nicht. Wenn ich mal 60 Stundenkilometer gefahren jede einzelne Finne hat sich gelohnt. Ohne anzugeben: Ich
bin, habe ich mich richtig gefreut. Allerdings weiß ich könnte Wände mit den Dankesschreiben tapezieren. Es sind
auch, dass ich meine Theorien, die ich dabei aufgestellt wirklich Hunderte. Ich habe mal gewettet, dass ich ohne
habe, womöglich nicht verallgemeinern kann. Denn was Geld Urlaub in Leucate in Frankreich machen kann. Ich
mit einer Finne bei 90 oder 100 Stundenkilometer pas- muss halt nur ein paar Finnen mitnehmen. Wir sind dann
siert, werde ich sicherlich niemals selbst testen können. losgefahren und mein Wettpartner musste eingestehen,
Du könntest das vielleicht herausfinden, für mich ist der dass ich recht habe. Meine Grasfinnen sind überall auf der
Zug da abgefahren. Welt eine sichere Bank.

23
interview matthias neumann

Interview

© Foto Kenny

Text Matthias Neumann und Alexander Lehmann

Matthias Neumann ist Geschäftsführer


und CEO von der ACT AGENCY GmbH. Die
Marketingagentur gehört zu den führenden
Sportvermarktern in Deutschland und ist
unter anderem der langjährige Veranstalter
des Colgate World Cup Sylt. Die ACT AGENCY
GmbH ist in vielen Sportarten aktiv, bei-
spielsweise beim FuSSball (DFB, National-
mannschaft, FIFA-Projekte), Möbel Kraft
Marathon Hamburg, Palmolive Kitesurf
World Cup St. Peter-Ording und Jever SUP
World Cup Hamburg. Wir haben mit Matthias
über die derzeitige Zusammenarbeit mit der
PWA (Professional Windsurfers Association),
die Zukunft des Colgate Windsurf World Cup
Sylt und die Probleme in der Vermarktung
des Windsurfens gesprochen.

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© Foto Kenny
interview matthias neumann

M
atthias, ich habe gehört, der Colgate Windsurf World Cup Sylt stünde dieses
Jahr zur Diskussion. Der Colgate Windsurf World Cup Sylt? Der stand nie zur Dis-
kussion! Wer sagt denn so etwas?

Nennen wir es eine freie Interpretation meinerseits aufgrund von Unstimmigkeiten,


hervorgerufen durch die Ankündigung der PWA, eine Woche vor Sylt in Dänemark ei-
nen Low-Budget-World-Cup anzusetzen. Dann formuliere ich das mal anders: Die ACT
AGENCY und deine Person, ihr seid unglücklich über die Art und Weise, wie dem
World Cup Sylt ein Event so dicht vor die Nase gesetzt wurde. Sagen wir es mal so,
die ganze Sache ist vielleicht etwas unglücklich gelaufen. Aber man muss ganz klar sagen, dass
wir mit dem Colgate Windsurf World Cup Sylt, als dem mit Abstand größtem Windsurfevent
der Welt, schon ein gewisses Selbstbewusstsein haben können und es daher zurzeit auch keine
Konkurrenz im Windsurfen gibt. Mit der PWA arbeiten wir seit Jahren vertrauensvoll und pro-
fessionell zusammen. Beim Klitmøller-Event hat es aber leider an der Kommunikation gehapert,
was natürlich zu Diskussionen geführt hat. Klitmøller war in der Vergangenheit häufiger Austra-
gungsort kleinerer Events, insbesondere auch als Vorbereitung vieler Aktiven für die speziellen
Bedingungen auf Sylt, jedoch bisher ohne World-Cup-Status. Jimmy Diaz, Chairman der PWA,
hat aber sehr professionell reagiert und mir zugesichert, dass wir das nächste Mal bei etwaigen
Terminkonflikten frühzeitiger eingebunden werden. Dann gibt es auch keinerlei Probleme mehr.

Was ist denn das Problem an dem Dänemark-Event? Der Colgate World Cup Sylt hat
es geschafft, zu den Top-Sportevents in Deutschland, über alle Sportarten gesehen, zu wer-
den. So eine Entwicklung ist aber nur
möglich, wenn die Interessen vieler
Sinkende Sponsorengelder
Beteiligter gewahrt werden. Nehmen
wir beispielsweise den Aspekt der führen zwangsläufig zu
Saisonverlängerung und des Allein- sinkenden Preisgeldern."
stellungsmerkmals für die Insel Sylt.
Da könnte es schon ein Problem sein, wenn man direkt vor das Saisonhighlight einen Event in
der gleichen Sportart, nur wenige Hundert Kilometer entfernt, sozusagen vor die Nase gesetzt
bekommt. Aber wie gesagt: Wenn das nur einmal passiert, und da glaube ich der Zusage der
PWA, wird da nächstes Jahr keiner mehr darüber sprechen. Wichtig ist nur, dass der Colgate
Windsurf World Cup Sylt seine Alleinstellungsmerkmale behält, und das bedeutet eine zeit-
liche Entzerrung zu einem andern Nordsee-World-Cup in der Nähe, denn die mediale Auf-
merksamkeit einer Randsportart wie Windsurfen ist leider nicht wie im Fußball multiplizierbar.

Was sagen denn die anderen Sponsoren zu dieser Situation? Im Moment sind alle Part-
ner noch entspannt. Wir haben aber die Pflicht, die Sponsoren über alle Eventualitäten unse-
rer Projekte ständig zu unterrichten. Es ist ja nicht so, dass wir einer Marke wie Colgate platt
irgendwelche Webemittel wie Segelsticker oder Banden „verkaufen“, sondern wir beraten sie,
welche Kommunikationsmaßnahmen am meisten Erfolg versprechen. Hier heißt das konkret:
Nehmen wir an, in Klitmøller sind die Mega-Bedingungen und die Fotos und TV-Bilder gehen
über alle Sender, dann könnten wir mit den Bildern von Sylt ein Problem haben, wenn Klitmøller
unmittelbar vorher stattfindet. Dann müssen wir unsere Sponsoren davon unterrichten. Wenn
das passieren würde, muss man sich ernsthaft Gedanken machen. Das haben wir aber mit der
PWA besprochen, die das meines Erachtens auch eingesehen hat. Die Unterstützung der Spon-
soren steht natürlich im Verhältnis zur Berichterstattung über den Event. Wir sind also abhängig
von dem Coverage in reichweitenstarken Medien wie TV oder Tageszeitungen. Und so besteht
die Gefahr, dass sich der Sport selbst kannibalisiert. Denn eines ist sicher: Sinkende Sponsoren-
gelder führen zwangsläufig zu sinkenden Preisgeldern. Mir geht es also nicht um den Event in
Dänemark im Allgemeinen. Ich werde mich grundsätzlich immer dafür einsetzen, dass es mehr
Events auf der Tour gibt! Das ist sehr wichtig für den Sport. Allerdings ist es im Interesse al-
ler Beteiligten, dass die World-Cup-Termine sinnvoll und durchdacht aufeinander abstimmt sind.

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interview matthias neumann

Ihr organisiert ja auch den PKRA Kitesurf World Cup in St. Peter-Ording. Wenn du die- Würdest du sagen, dass die vermeintliche Eindimen-
se beiden Veranstaltungen miteinander vergleichst, zu was für einem Ergebnis kommst sionalität in den Denkstrukturen der PWA auch dar-
du? Das sind meine beiden Lieblingsprojekte, die wir machen. Jeder der Events hat seinen eige- an liegt, dass nur Windsurfer im Member Board sind?
nen Charakter. Für die Sportarten generell muss man aber feststellen, dass sich die PKRA, also das Auf keinen Fall. Ich könnte jetzt anfangen, dir eine Litanei
Pendant zur PWA im Kitesurfen, im Moment rasant weiterentwickelt und die PWA World Tour sta- von Ex-World-Cup-Professionals aufzulisten, die heute ent-
gniert. Dafür kann aber die PWA allein nichts. Kitesurfen ist eben im Moment ein Mega-Trend, so weder im Top-Management sind oder aber als sehr erfolgrei-
wie es Windsurfen Ende der 80er-Jahre war. Doch hinsichtlich deiner Sorge, der Colgate Windsurf che Unternehmer arbeiten. Allen voran Robby Naish: Es gibt
World Cup auf Sylt könnte auf der Kippe stehen, kann ich dich zu 100 Prozent beruhigen. Jeder keinen Profisportler auf der ganzen Welt, der während sei-
kann zu dem Event seine eigene Meinung haben. Fakt ist aber, dass diese Veranstaltung ein Er- ner aktiven Zeit eine derartige Kult- und Qualitätsmarke aus
folgsmodell ist, das seinesgleichen sucht. Es ist wahrscheinlich der Event mit dem größten Hebel im seiner Person gemacht hat. Das Potenzial ist auf jeden Fall
Tourismusmarketing in Deutschland. Deshalb suchen wir da auch demonstrativ den Schulterschluss vorhanden. Ich denke, es gib nur eine Strategie: Alle Steak-
mit dem Veranstalter, dem Insel Sylt Tourismus Service und seinem Chef Peter Douven. Wir haben holder im Windsurfen müssen mehr miteinander sprechen,
gemeinsam mit den Sponsoren und natürlich auch mit der PWA einen Event entwickelt, der in der und zwar mit gegenseitigem Respekt und auch mal ohne
Windsurf- und wahrscheinlich auch Funsportwelt im Allgemeinen einzigartig ist. Deshalb steht die- Eigeninteresse, wenn es um das Große und Ganze geht.
ser World Cup für mich außer Frage. Aber wir dürfen nicht Entwicklungen abwarten, die von au- Wenn wir die Sportart generell wieder zum Wachstum brin-
ßen negativ auf den Event einwirken. Wir werden gemeinsam vorher analysieren, in welche Rich- gen, profitieren alle. Die PWA und ihre Tour ist aus meiner
tung sich der Event weiterentwickeln kann und muss. Ohne jetzt hochgestochen herumzureden, Sicht ein ganz wichtiger Indikator für den gesamten Sport,
muss man klar sagen: Die beiden wichtigsten strategischen Dinge für das Überleben eines solchen dessen müssen sich insbesondere alle Hersteller bewusst
Events sind die Akzeptanz beim Publi- sein, was auch ohne großes Geld geht. Das fängt beim Flag-
kum sowie den Massenmedien, die Be- gezeigen in der Boxengasse vom Windsurfing Journal beim
Alle Steakholder im Wind- tonung liegt hier auf Massenmedien, und größten Windsurf-Event der Welt an.
surfen müssen mehr mit- die wirtschaftliche, langfristige Stabilität.
Viele Hersteller ruhen sich auf dem Argument aus,
einander sprechen, und zwar
Die Situation im Windsurfsport und dass von den 200.000 Besuchern womöglich nur ein
mit gegenseitigem Respekt damit auch die der PWA ist natür- Bruchteil tatsächlich Interesse am Windsurfsport hat.
und auch mal ohne Eigen- lich zurzeit nicht gerade einfach. Das ist ja Quatsch. Das kann ich mit der Marktforschung, die
Da greift man vielleicht eher nach wir jährlich vor Ort machen, eindeutig widerlegen. Wir haben
interesse, wenn es um das
jedem Strohhalm. Du hast recht. Die sogar ein nachvollziehbares Gegenbeispiel: Als wir vor rund
GroSSe und Ganze geht." Situation der PWA ist zurzeit sicher nicht zehn Jahren so richtig auf die Sparbremse treten mussten,
einfach. Zeiten ohne Wachstum können haben wir nur die Disziplin Wave ausgerichtet. Vom Rah-
aber auch heilsam und stärkend sein. Wichtig ist, dass die PWA alles tut, um ihre Stammevents menprogramm vor Ort war alles wie immer, wenn nicht sogar
zu erhalten und zu manifestieren. Weiterhin sind Konzepte für kleinere Events wichtig, um in noch etwas größer. Dann hatten wir neun Tage lang keinen
der Breite zu wachsen und Nachwuchs zu fördern. Außerdem wäre es eine gute Idee, die größ- Wind und du kannst dir nicht vorstellen, was da los war! Die
ten Organisierer mit in die grundlegenden Entscheidungsprozesse des PWA Board einzubezie- Zuschauer haben uns im übertragenen Sinne verprügelt. Es
hen. Wir stehen an der Front und müssen die Budgets für die Events akquirieren. Ich stünde hagelte schlechte Kritiken. Die Leute fanden den Event ohne
bereit, wenn man mich fragt. Ich kann mir vorstellen, dass mein Kollege Rene Egli, Veranstalter Windsurfen nicht mehr sexy. Und erinnere dich doch mal
des Fuerte-Events, auch so denkt. Die PWA sollte versuchen, durch Bündelung der Kontakte bitte an den World Cup 2008! Gratulation noch einmal an
aller im Windsurfsport Tätigen und Zusammenführung hier ein Maximum an Know-how und dich und an Leon, dass ihr beide im Stockdunklen in unserer
Kontakten zu fördern, nur dann wird der Windsurfsport langfristig den Stellenwert erhalten, den Nightsession als Einzige auf dem Wasser ward! Da standen
wir uns alle wünschen. 10.000 Leute im strömenden Regen am Strand und haben
sich das angeguckt! Da soll mir einer sagen, die Menschen
Klingt logisch. Mal etwas ketzerisch gefragt: Warum macht ihr dann nicht einfach einen haben kein Interesse am Windsurfen. Eines ist mal sicher:
World Cup ohne die PWA? Das ist theoretisch und praktisch keine Alternative. Ich bin heilfroh, Der Colgate Windsurf World Cup auf Sylt funktioniert nur
dass es die PWA gibt. Wenn eine Sportart keinen „Governing Body“ hat, herrscht Anarchie. Das wegen des Themas Windsurfen. Als reines Oktoberfest auf
wäre für die Vermarktung tödlich, weil man den Sponsoren keine Exklusivitäten zusichern kann. Deutschlands nördlichster Insel wäre der Event nach kurzer
Da sind wir wieder bei den Alleinstellungsmerkmalen für unsere Partner und die kann nur eine Zeit gestorben. Hier liegt aus unserer Sicht ein riesiges Poten-
PWA garantieren. Was wir dann aus unserem Recht machen, nämlich eine Eventmarke aufzubau- zial, das noch genutzt werden kann. Viele Hersteller nutzen
en, das ist unser Job. Gerade für die deutschen Medien ist eine derartige Verankerung in einem das schon, es ist aber noch eine Menge Musik drin. Wir ste-
offiziellen Sportverband sehr wichtig, ohne diese ist eine sportliche Berichterstattung nicht denkbar. hen bereit, wenn es hier weitere Ideen aus der Industrie gibt.

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interview matthias neumann

Denken wir noch größer: Warum ist es deiner Mei- Rückblickend betrachtet: Was war die schwierigste Zeit für den Cup auf Sylt? Ende
nung nach so schwierig, wieder einen Tour-Sponsor der 90er-Jahre waren harte Zeiten. Der Sport ging rapide bergab und wir haben jahrelang unser
zu finden, der komplett die Serie unterstützt? Wir ha- eigenes Geld investieren müssen, um den Cup am Leben zu halten. Ich habe mich aber immer
ben in den letzten Jahren auf diesem Feld einiges versucht dafür eingesetzt, den Event trotzdem zu organisieren. Das sind unsere Wurzeln und ich bin der
und auch gemeinsam mit der PWA bei großen, internationa- Meinung, dazu müssen wir stehen. Der Erfolg hat uns recht gegeben. Der Colgate Windsurf
len Brands präsentiert. Zwei Probleme sind ausschlaggebend World Cup auf Sylt steht seit einigen Jahren wieder wirtschaftlich auf stabilen Beinen. Dazu hat
dafür, dass wir nicht erfolgreich waren: Erstens – die Tour- maßgeblich unsere Strategie beigetragen, den Event neben großen Sponsoren auch Partnern aus
stopps sind zu inhomogen. Soll heißen, das Qualitätsgefälle dem TV und Verlagswesen anzubieten. Durch dieses Zusammenspiel haben wir schon vor dem
zwischen den einzelnen Events ist einfach zu groß. Zweitens Event eine prognostizierbare Reichweite, was für alle Sponsoren selbstverständlich eine entschei-
– als Hauptsponsor der Tour kommt nur ein internationaler dende Rolle spielt. Und letztendlich ist auch die Zusammenarbeit mit dem Windsurfing Journal
Partner in Betracht. Allerdings ist die Tour von einer weltweit für uns sehr wichtig, da es dem Event die Erdung und Authentizität zum Sport garantiert.
flächendeckenden Eventlandkarte weit entfernt. Man muss
einfach die großen Industrienationen zumindest teilweise ab-
decken, um hier eine gewisse Anzahl an Zielmärkten errei-
chen zu können. Hier ist es wahrscheinlich beim Kitesurfen
zurzeit einfacher, und daran muss man arbeiten.

Woran liegt das? Kitesurfen gilt zurzeit einfach als ange-


sagter. Viele erfolgreiche Manager im Alter zwischen 30 und
45 Jahren sind selbst begeisterte Kiter und identifizieren sich
daher mit diesem Sport. Wenn die dann auch noch Ent-
scheidungsträger über Werbebudgets sind, dürfte deren Prä-
ferenz klar sein. Zum Glück hat der Colgate Windsurf World
Cup Sylt damit kein Problem. Der Event gilt als Urgestein,
das sich trotzdem kontinuierlich weiterentwickelt und immer
up to date ist. Wir versuchen immer, an allen Stellschrauben
neu zu drehen und Jung und Alt gleichermaßen anzuspre-
chen. Diese Vorgehensweise müssen alle Windsurfevents
beachten, um sich nicht nur gegenüber dem Kiten zu be-
haupten, sondern auch gegenüber anderen Sportarten. © Foto PWA John Carter

Nenn mal die drei Hauptmerkmale, wieso gerade Ich habe nun gerade erfahren, dass ihr in der Vergangenheit schon Geld mitbringen
euer Event auf Sylt so erfolgreich ist! Als Erstes ein- musstet, um den Event durchzuführen. Auf der anderen Seite lobt ihr mehr als dop-
mal ist es der Sport selbst. Ich stehe dazu: Es gibt keinen pelt so viel Preisgeld aus wie andere Veranstaltungen. Wieso tut ihr das? Aus Respekt
telegeneren und fotogeneren Sport als Windsurfen in der vor dem Sport und weil es die Vermarktungssituation hergibt. Als ehemaliger World-Cup-Fahrer
Welle. Das ist einfach das Größte. Das hat man ja auch schlägt mein Herz vielleicht noch etwas mehr auf der Seite der Aktiven und ich weiß, was es
im letzten Jahr gesehen. Du hast super Bilder, verbunden heißt, als World-Cup-Profi mit dem gesamten Material durch die Welt zu fliegen.
mit einem positiven Image. Außerdem ist natürlich Sylt
die imageträchtigste Tourismusregion Deutschlands und Wie hoch ist das Gesamtbudget, das ihr zur Durchführung des Colgate Windsurf
der Sport passt auf die Insel wie die Faust aufs Auge. Da- World Cup auf Sylt benötigt? Rund eine Million Euro.
raus resultiert dann einfach der hohe Publikumszuspruch.
Dazu kommt das enorme Medienecho. Der Colgate Wind­ Respekt. Die muss man erst einmal auftreiben. Genauso ist das. Am wichtigsten sind pro-
surf World Cup Sylt gehört zu den großen Sportevents gnostizierbare, mediale Reichweiten für unsere Markenpartner, das ist neben dem Auftritt vor
und das kommt nicht von ungefähr. So schaffte der Ort natürlich der wichtigste Grund für deren Investition. Unser Ziel ist es, immer der größte
Colgate World Cup Sylt 2009 eine Mediareichweite von Windsurfevent der Welt zu bleiben, und das heißt auch, dass wir das höchste Preisgeld anbie-
305 Millionen allein in Deutschland. Das Zusammenspiel ten müssen. Ich würde mir aber für dieses Jahr einen nicht so großen Abstand zum zweitgröß-
dieser Faktoren ist keine Selbstverständlichkeit und das ten Event wünschen. Um das Vorjahresniveau zu halten, kämpfen wir gerade um einen weiteren
kommt auch nicht automatisch kontinuierlich Jahr für Jahr Sponsor, da zum Beispiel unser Automobilpartner aufgrund der wirtschaftlichen Situation nur
und darum muss stetig daran gearbeitet werden. noch ein eher kleines Kooperationspaket eingehen kann.

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interview matthias neumann

Das bedeutet: Im Zweifel werden Disziplinen wegfallen. Das könnte im schlimmsten Fall Wir hatten kürzlich einen Artikel, in dem sich manche
passieren. Da werden wir uns mit der PWA besprechen müssen. Hier wahre ich den Schulter- professionelle Windsurferin darüber beschwert hat,
schluss, so etwas gemeinsam mit ihnen zu diskutieren. Aber wie gesagt, wir kämpfen und unse- dass der Event-Sport der PWA mehr und mehr zur
re Sponsorenakquise arbeitet auf Hochtouren. Männerdomäne wird. Mag auch daran liegen, dass nur
Männer entscheiden und sie zahlenmäßig auch unter
Dann prognostiziere ich einfach mal, dass darunter die Damen leiden und sie im den Aktiven deutlich überwiegen. Für Sylt ist das Pro-
Zweifel auf Sylt nicht antreten werden. Auch auf den anderen Tourstopps werden blem ein ganz klassisches: Hätten wir eine sehr gute deut-
sie durch die PWA ja nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst, geschweige denn sche Windsurferin, die es schaffen könnte, aufs Podium zu
gleichbehandelt. Gutes Thema! Wir haben ja schon 2009 heftig darüber nachgedacht, ob wir fahren, wäre das auch medientechnisch interessant und es
die Frauen an den Start schicken oder nicht. Und ich habe mit Jimmy Diaz darüber gesprochen, wäre leichter, Sponsorengelder zu organisieren. Da ist halt
das Steffi-Graf-Phänomen aus dem Tennis auf jede andere
Sportart übertragbar. Als sie und Boris Becker ihre Karriere
beendeten, ging Tennis durch schwindendes Medieninteres-
se in Deutschland den Bach runter.

Hätten wir eine sehr gute deutsche Wind-


surferin, die es schaffen könnte, aufs
Podium zu fahren, wäre das auch medien-
technisch interessant und es wäre leich-
ter, Sponsorengelder zu organisieren."

Die zweite Disziplin, die auf Sylt den Sparzwängen


zum Opfer fallen könnte, wäre dann sicherlich der
Freestyle der Herren … Das sind natürlich Spekulatio-
nen für eine Eventualität, aber man muss auf alle Situatio-
nen vorbereitet sein. Beim Freestyle habe ich zwei Seelen
in meiner Brust. Als Vermarkter muss ich knallhart sa-
gen, dass im Rampenlicht von Sylt eindeutig die Disziplin
Wave­riding steht. Und dann braucht man noch die Sla-
© Foto Kenny
lomdisziplin, um auch bei wenig Wind eine Alternative auf
dem Wasser zu haben. Genauso spiegelt sich das auch in
der Berichterstattung der großen Medien wider. Freestyle
ist dort schwieriger zu platzieren – beziehungsweise dif-
ferenzieren die großen Massenmedien nicht. Hier geht es
um spektakuläre Bilder und möglichst hohe Sprünge. Das
haben wir analysiert. Wir machen Freestyle trotzdem, weil
© Foto PWA John Carter © Foto Kenny es die Innovationsplattform im Windsurfen ist und vor al-
lem die jungen Windsurfer anspricht. Und das ist natürlich
dass man ein Gesamtkonzept zum Thema Frauenwindsurfen entwickeln muss. Es ist genauso, auch sehr wichtig, da man den Nachwuchs im Auge ha-
wie du sagst: Weltweit werden die Damen immer weiter zurückgestellt – auch bei dem neuen ben muss. Nur medientechnisch ist es eben nicht so be-
Event in Dänemark gehen sie nicht an den Start, obwohl dieses Thema für die PWA politisch deutend. Das ist eine echte Quadratur des Kreises. Gene-
sehr wichtig ist. Ich fände es persönlich sehr schade, wenn auch auf Sylt die Frauen hinten run- rell arbeiten wir wie jedes Jahr daran, alle Disziplinen auf
terfallen, denn ich habe mich immer für die Damen eingesetzt. Ich stehe dazu, dass das ein Sylt zeigen zu können. Der Colgate Windsurf World Cup
wichtiger Bestandteil einer Veranstaltung ist. Ich habe hohen Respekt vor ihren Leistungen, aber war immer der Saisonhöhepunkt aller Windsurfer und das
im Moment sehe ich kein tragfähiges Gesamtkonzept. Du etwa? sollte er meiner Meinung nach auch bleiben.

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interview torben sonntag

58 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 | © Foto Lars Wehrmann


interview torben sonntag

Bevor ein Interview seinen


Weg ins Windsurfing Journal
findet, senden wir den Be-
troffenen den fertigen Text
noch einmal zur Freigabe zu.
Das ist nicht unbedingt üb-
lich, doch finden wir es fair,
den Partnern noch einmal
die Möglichkeit zu geben,
ihr Gesagtes zu reflektieren.
Aus eigener Erfahrung weiSS
ich, dass man sich mitunter
schon mal in Rage reden kann und dann doch einiges womöglich hinterher
bereut … Umso mehr ist ein Interview mit Torben Sonntag, "hot Sails Maui"-
Deutschlandimporteur, für jeden Redakteur eine Bereicherung. Und das liegt
nicht an dem Umstand, dass er sein Herz auf der Zunge trägt. Vielmehr freut
man sich über die Tatsache, dass jedes einzelne gesagte Wort auch tatsäch-
lich den Weg ins Magazin findet – ohne Korrekturen, ohne Veränderungen.
Torben leistet sich als einer der wenigen in der Windsurfbranche den Lu-
xus, das zu sagen, was er denkt. Auf Anzeigen zeigt er seinen Mitbewerbern
schon mal für ihre Testhörigkeit den Mittelfinger und im Gegensatz zu man-
chen seiner Kollegen steckte sein Kopf noch nie im Allerwertesten eines
Windsurfmagazin-Chefredakteurs. Viel SpaSS mit den kommenden Seiten.

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interview torben sonntag

I
ch habe im Internet auf einem Hot-Sails-Werbe- dass man theoretisch viele Segelhersteller abmahnen
banner bei Stehsegelrevue.com gesehen, dass der könnte, da sie keine realistischen Markt-, sondern
Chefredakteur vom surf-magazin mit den Worten Mondpreise auf ihre Produkte schreiben, die im Shop
zitiert wird, in diesem Magazin würde die Aufklärung niemals erreicht werden und damit wettbewerbswid-
deiner neuen Vertriebs­strategie erklärt werden. Wir rig sind. Ich hatte nicht erst nach diesem Interview den Ein-
freuen uns über diese Form der Werbung sehr und druck, dass Jörg Müller einer der wenigen in der Branche ist,
möchten uns dafür bedanken. Ein Dankeschön auch der seinen Kopf zum Denken nutzt. Er hat vollkommen recht.
erst mal von meiner Seite aus. Denn bei meiner kleinen Marktanalyse ist herausgekommen,
dass mir die Segel zu Einzelpreisen zwischen 400 und 450
Aber was hat das bitte zu bedeuten? Welche neue Euro angeboten wurden. Weit entfernt von den 590 bis
Strategie? Hast du keine Lust mehr, Hot Sails Maui 630 Euro, die den offiziellen Preis darstellen. Da habe ich
zu importieren? Doch, mehr als jemals zuvor. mich natürlich gefragt, wie ich ein vergleichbares „Hot Sails

Jeder weiSS doch


im Grunde, dass
die 650 Euro, die
auf manchem
Segel stehen,
nur Schall und
Rauch sind."

© Foto Frank Molter © Foto Frank Molter

Na, das ist jetzt eine Antwort, die musste ja so kom- Maui“-Segel für 500 Euro verkaufen soll, wenn ein eben-
men … Natürlich! Hört sich doch auch super an! Aber im falls qualitativ hochwertiges Produkt einer wesentlich größe-
Ernst: Nach einem bescheidenen Jahr 2009 musste sich bei ren Marke für 100 Euro weniger zu bekommen ist. Und so
mir etwas ändern. Ich habe mir das letzte halbe Jahr über musste ich mir die Frage stellen, wie ich auf der einen Seite
die Branche den Kopf zerbrochen und versucht, einen Weg meine Preise dem Markt anpassen und auf der anderen Sei-
aus dem jetzigen Schlamassel zu finden. Angefangen hat- te trotzdem noch Geld damit verdienen kann. Denn es ist
te alles damit, dass ich mir anonym bei zehn Surfshops in ja kein Geheimnis, dass die Margen in der Windsurfbranche
Deutschland Angebote über drei Segel eines großen Herstel- schon heute klein sind, und würde ich mich einfach nur dem
lers eingeholt habe, um mal einen realistischen Marktwert zu Wettbewerb anpassen, würde ich nichts mehr an einem Se-
ermitteln. Jeder weiß doch im Grunde, dass die 650 Euro, gel verdienen, keinen Service oder Beratung bieten können
die auf manchem Segel stehen, nur Schall und Rauch sind. und eher heute als morgen vom Markt verschwinden.

Bei diesem Thema erinnere ich mich immer wieder Ihr könntet euch ja mal dem einen oder anderen gro-
gern an das Interview mit Jörg Müller von Gun Sails ßem Brand anschließen und die Qualität reduzieren.
aus unserem Jahrbuch 2009. Er meinte sinngemäß, Das ist nicht der Weg von Hot Sails Maui. Ich habe mit Jeff

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interview torben sonntag

© Foto hotsailsmaui.com

Henderson, dem Inhaber der Marke, erstmals im Herbst Denn seien wir doch mal ehrlich: Viele Hersteller ändern doch schon heute von Jahr zu Jahr
2009 über die Problematik gesprochen und er sieht den nichts mehr an ihren Produkten, sondern bestenfalls das Design ein wenig und gaukeln den
Handlungsbedarf genauso wie ich. Wenn man mal ehrlich ist, Kunden damit vor, sie hätten was tolles Neues im Programm.
subventionieren alle Windsurfer, die sich kurz nach Erschei-
nen Windsurfprodukte zu höheren Preisen kaufen, die Aus- Gaukeln das wirklich die Hersteller vor? Ich kenne Marken, die gehen damit ganz
lauf-Schnäppchenjäger mit. Denn ich muss meine Preise so offensiv um und schreiben auch deutlich, wenn sich nur das Design verändert hat.
kalkulieren, dass ich im Durchschnitt über das gesamte Jahr Das sagen sie vielleicht. Irgendwo in ihren Prospekten. Aber der Otto-Normal-Windsurfer, der
– den regulären und den Auslaufverkauf also zusammenge- keine Lust aufs stundenlange Stöbern im Internet hat, und das ist die Mehrheit, geht in den
rechnet – genügend Deckungsbeitrag erwirtschafte, um alle Shop und denkt, dass da ein neues Produkt steht. Für mich grenzt das an Betrug. Stell dir
meine Kosten decken zu können. Ich habe diese Problematik vor, du hast einen BMW 530d. In dem Moment, wo der Nachfolger auf den Markt kommt,
dann einmal weitergesponnen und bin zu dem Ergebnis ge- fällt der Wert deines Autos. Und stell dir vor, du bist ein Typ, der immer das Neuste haben
kommen, dass ich, wenn ich keinen Auslauf mehr habe, die will, fährst zu deinem BMW-Händler und da steht exakt dein Auto. Allerdings nicht in Weiß,
Segel eigentlich von Anfang an günstiger verkaufen könnte. sondern in Rot. Ansonsten ist alles identisch.

Und wie willst du den Auslauf am Ende der Saison Warum sollte ich mir dann ein neues Auto kaufen? Musst du ja nicht. Aber ist es nicht
umgehen? Weniger ordern? Nein! Den Produktzyklus Betrug, dass dein jetziges Auto einfach mal 30 Prozent weniger wert ist, obwohl sich nichts
ändern! Und das ist die sensationelle Auflösung der Stra- geändert hat? Siehst du das nicht so?
tegie, für die Andreas Erbe von der surf so nett geworben
hat: Hot Sails Maui verabschiedet sich von den Jahreszy­ Ich bin mir nicht sicher. Schließlich sind wir alle mündige Windsurfer und können
klen. Es wird zukünftig keine Baureihen 2009, 2010, 2011 selbst entscheiden, ob wir etwas Neues kaufen oder nicht. Es stimmt natürlich, dass
geben. Am Beispiel unseres Wavesegels Fire: Wir starten mein „altes Board“ sofort weniger wert ist als das „neue“, was womöglich nur eine
mit dem Fire 2.0 und es wird erst dann ein neues Segel andere Farbe hat. Das wäre im Grunde ja auch dann kein Pro­blem, wenn diese Regelung
auf den Markt gebracht, wenn es auch wirklich eine Ver- nicht die ganze Auslaufproblematik verursachen würde, bei der am Ende des Tages alle in die
besserung gibt. Und dann wird das Segel Fire 3.0 heißen. Röhre gucken, bis auf den Hersteller selbst. Also reduzieren wir die Preise und hören damit
auf, dass der normale, ehrliche und gute Kunde die Auslaufpreise der Sparfüchse subventio-
Und wie lange soll so ein Zyklus dauern? Na so lan- niert. Unsere Segel werden in Zukunft keine Jahreszahlen mehr haben. Weder auf den Segel-
ge, wie es eben dauert, ein besseres Produkt herzustellen! säcken noch in den Produktkatalogen.

© Foto Lars Wehrmann © Foto Lars Wehrmann

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interview torben sonntag

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interview torben sonntag

© Foto Lars Wehrmann | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 | 63


interview torben sonntag

© Foto Lars Wehrmann

War das deine Idee? Auch. Ich habe mit Jeff letztes Jahr auf Hawaii dieses Konzept bespro- durch Preissenkungen mehr verkaufen. Und im Moment
chen und dann gemeinsam mit ihm ausgearbeitet. Wir waren uns sofort einig, dass das ein sieht es auch so aus, als würde es funktionieren.
guter Weg sein könnte, auch wenn die Motivationen aus total unterschiedlichen Richtungen
stammen. Jeff meinte, er könne ohnehin nicht jedes Jahr alle seine Segel neu entwickeln, ge- Wie viele Segel hast du bislang nach deiner Redu-
schweige denn verbessern. Mir ging es um die Preis- und Lagerhaltungsproblematik. zierungsaktion ins europäische Ausland verkauft?
Eins! Ach nee, warte mal, die Schweiz gehört ja gar nicht
Ich frage mich sowieso, wie ein Brand es schaffen möchte, innerhalb eines Jahres zur Europäischen Union! Also keins! Ich habe natürlich
100 Segel neu zu entwickeln. Theoretisch müsste man ja für jede einzelne Größe meinen Kollegen in den anderen Ländern versucht zu er-
Prototypen bauen und diese dann gegeneinander testen. Es sei denn, man macht klären, warum ich diesen Weg für richtig halte. Da man in
einfach Hoch- oder Runterskalierungen. Genau das ist ja der Punkt. Deshalb sind wir uns Deutschland aktuelle Segel von den „Marktführern“ für 450
auch einig, dass Jahreszyklen Unsinn sind. Und aus diesem Grunde rücken wir davon ab. Wir Euro kaufen kann, wäre es idiotisch zu glauben, man kön-
diskutieren gerade noch die Möglichkeit, zukünftig alle Segel wie das Superfreak als Custom- ne mit einer weit unbekannteren und kleineren Marke 50
Segel mit freier Farbwahl anzubieten, neben den drei oder vier Standardvarianten. Dann kann Euro mehr für ein Segel verlangen. Ich war nie ein Freund
jeder Kunde selbst entscheiden, ob er sofort ein Segel haben möchte oder aufgrund der In- von Rabatten, denn es ist immer denjenigen gegenüber
dividualisierung lieber drei Monate wartet. Im Gegensatz zu vielen anderen Importeuren sehe unfair, die nicht so dreist sind. Ich schreibe ein Preis aus
ich ja nun genau, wie das Kundenverhalten ist, und interessiere mich nicht nur dafür, die und der gilt. Deshalb waren meine Preise nie Mondpreise,
Shops mit meinem Material auf Teufel komm raus und nach dem Motto „nach mir die Sinn- sondern realistische. Wir müssen uns den Gegebenheiten
flut“ vollzustopfen. Wenn neues Material im Spätsommer erscheint, wollen sich das zwar viele anpassen und überlegen, wie wir mit geringeren Preisen
anschauen, aber wirklich kaufen tun dann nur die wenigsten. April und Mai sind die stärksten weiterhin am Markt bestehen können. Da ist unsere neue
Monate. Im Juni kaufen dann schon wieder weit weniger Kunden beziehungsweise bezahlen Strategie eine gute Lösung. Und solange meine ausländi-
niemals den vollen Preis, da ja zwei Monate später dann wieder neues Material erscheint. Du schen Kollegen nur rumheulen, aber selbst keine Lösungs-
musst dir mal vorstellen, dass du dir ein Segel zum vollen Preis kaufst und genau nur zwei ansätze erarbeiten, geht mir deren Gejammer auf Deutsch
Monate das Gefühl haben darfst, ein aktuelles Modell zu fahren. Was für ein Schwachsinn ist gesagt am Arsch vorbei. Außerdem: Wo ist das Problem?
das? Wir machen das nicht mehr mit. Mein holländischer Kollege verkauft doch auch liebend
gern Segel an die deutschen Windsurfer, die zu Tausenden
Was sagen deine europäischen Kollegen zu der Idee? Sie heulen rum. Das ist mir im Jahr über die Grenze fahren, um dort zu windsurfen!
persönlich aber egal. Ich habe natürlich kurz nach meiner Preissenkungsaktion Ende März Warum soll ich dann keine Segel nach Holland verschi-
eine Mail von Jeff bekommen, dass sich die anderen Importeure bei ihm beschwert hätten. cken? Ich weiß auch, dass er und andere Importeure in der
Die Aktion selbst war aber mit Jeff abgesprochen und natürlich erhoffen wir uns, dass wir Vergangenheit auf Anfragen aus Deutschland meine Preise

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interview torben sonntag

unterboten und Segel hierher verschickt haben. Da habe wir uns mal etwas überlegen müssen, wie wir von den ein-
ich mich auch nie darüber aufgeregt. Man munkelt, die Eu- zelnen Produkten mehr verkaufen können. Zumal das Image
ropäische Union wäre genau aus dem Grund des grenzen- von Airush hierzulande ungefähr dem der Nivea-Segel ent-
losen Warenverkehrs gegründet worden. Wer damit nicht spricht. Anstatt auf meine Probleme einzugehen, hat er mir
klarkommt, sollte aufhören. geraten, mehr Snowkites zu kaufen, denn das wäre ein ganz
toller Markt. In Deutschland … Wo das Land, mal abgese-
Ich verstehe deine Sichtweise, aber wie sieht Jeff hen von diesem Winter und den Bergen in Süddeutschland,
das, wenn ihm womöglich mehrere Importeure weg- seit 20 Jahren nie länger als eine Woche Schnee im Jahr
brechen? Es ist nicht passiert. Dazu kann ich also nichts sieht. Das Ende vom Lied wäre, ich hätte 100 Snowkites
sagen. Abgesehen davon bin ich gemeinsam mit meinem auf Lager, er hätte viel Geld verdient und ich wäre pleite.
französischen Kollegen sein wichtigster Importeur in Europa.
Es ist für ihn auch nicht ganz uninteressant, wenn ich in Zu- Magst du Svein Rasmussen nicht? Doch! Persönlich
kunft deutlich mehr Segel verkaufe. Einen positiven Effekt habe ich überhaupt kein Problem mit ihm. Ich bin ja auch
merke ich schon jetzt: Ich habe deutlich mehr Neukunden jahrelang seine Boards gefahren. Das ist allerdings auch
unter den Bestellern. Bisher hatte ich damit immer ein Pro- so ein gutes Beispiel. Zähl doch mal die Boardrange von
blem. Denn im Shop konnte man sich meine Segel ja nie Starboard! Da kommst du auf weit über 100 Bretter! Erklär
anschauen. Ich habe mich auch deshalb für den Onlineweg mal einem Außenstehenden den Windsurfsport anhang
entschieden, da ich keine Chance sah, in den Einzelhandel dieser Range! Das ist doch absoluter Käse. Der ehemalige
reinzukommen. Ein Großteil der Shops hat mittlerweile ei- Starboard-Vertreter aus Norddeutschland hat mir das ein-
nen der großen Vertriebe als Hausbank und darf deshalb mal so erklärt: Geh mal in einen Shop mit zwei Brettern
gar keine anderen Produkte mehr aufnehmen als die seines und präsentiere die! Dann werden die Shops bestmöglich
„Partners“. Selbst wenn die Qualität von Hot Sails eindeu- beide ordern. Geh in den gleichen Shops mit 30 Boards,
tig höher ist, käme also nie ein Shopbesitzer auf die Idee dann wird er mindestens acht ordern, um seinen Kunden Wenn man mal
zu sagen: „Schmeiß deine Frischhaltefolie aus Hong Kong immerhin einen kleinen Auszug aus der Modellpalette prä-
ehrlich ist, sub-
weg und kauf dir lieber ein anständiges Hot-Sails-Segel.“ sentieren zu können. Als Marke verkaufst du also mehr,
wälzt aber die Probleme komplett auf deine Importeure ab, ventionieren alle
Darf ich das so schreiben? Von mir aus?! Ist doch nicht die zum Bestellzeitpunkt nicht wissen, welche Boards nun Windsurfer, die sich
gelogen. Auch wenn das aus meinem Mund keiner hören tatsächlich gut sind und welche vor allem der Kunde gern kurz nach Erschei-
oder glauben mag: Jeff Henderson ist tatsächlich anders hätte. In der Regel machen sich die Importeure dann das
gegenüber den Endkonsumenten, den reinen Windsurfern Lager zu voll. Und genauso geht es den Shops dann doch
nen Windsurfpro-
also, eingestellt als viele seiner Marken-Kollegen, die lieber auch! Sie müssen sich ebenfalls mindestens acht Bretter dukte zu höheren
segeln gehen oder sich mit Fahrrädern die Taschen noch kaufen, damit das im Shop einigermaßen gut rüberkommt. Preisen kaufen, die
voller machen wollen. Sonst wäre Hot Sails ganz anders auf- Der Importeur wälzt demzufolge seine Probleme zumindest
Auslauf-Schnäpp-
gestellt und die Qualität weitaus niedriger. Ich habe ja auch zum Teil auf den Shop ab. Lachender Dritter ist immer die
eine Zeit lang Airush-Kites importiert und da am eigenen Marke, die ohne Lager und Risiko wirtschaften kann. chenjäger mit."
Leib gespürt, wie Markeninhaber auch drauf sein können.
Denn für den Produzenten ist es doch eigentlich sensatio- Svein hat mir mal gesagt, für unterschiedliche Märk-
nell, wenn ständig neue Produkte auf den Markt kommen. te auf der Welt müsse man unterschiedliche Produk-
Je mehr, desto besser. Jeder Importeur muss davon ja mal te anbieten. Dann sollte er nicht jedem Importeur alles
mindestens eins in fast jeder Größe und Farbe kaufen. Das anbieten. Abgesehen davon kann mir das kein Mensch
heißt also, die Marke wird sofort Hunderte Produkte ab- erzählen. Am Ende des Tages fährt jedes Board auf der
setzen, nur damit sich alle weltweit ihre Sachen anschau- gesamten Welt gleich gut oder gleich schlecht. Und die
en können. Dann ordern die Importeure, die Marke lässt Bedürfnisse der Windsurfer sind doch in Wahrheit auch
produzieren und liefert aus. Was dann mit den Produkten nicht unterschiedlich, sondern deckungsgleich. Aber darum
passiert, ist denen doch scheißegal! Ein Lager legen die sich geht es den Marken nicht. Die bekommen immer ihre Koh-
nicht zu! Dafür ist schließlich jeder Importeur verantwortlich. le, während Importeure und Shops noch Segel und Bret-
Das nennt man Risikoabwälzung! Ich habe zum Inhaber von ter von 2007 rumliegen haben. Ich habe den Eindruck, auf
Airush, dem nebenbei ja auch noch eine Segel- und eine Nachhaltigkeit setzen nur die wenigsten. Und in der Regel
Brettmarke gehört, bei mehreren Telefonaten gesagt, dass keiner der Marktführer.

© Foto Lars Wehrmann


interview torben sonntag

Du bietest seit Kurzem auch ein Leasing für Kinderriggs an. Genau. Ich möchte mög-
lichst vielen Kids ermöglichen, mit wirklich guten Riggs Spaß auf dem Wasser zu haben. Viele
Eltern schrecken vor der Anschaffung zurück, da ihr Kind womöglich eine Saison später schon
wieder einen halben Quadratmeter mehr braucht. Deshalb kann man nun Kinderriggs für eine
Saison zu einem fairen Kurs leasen und sie dann einfach wieder zurückgeben.

Apropos Kinder. Wie alt sind denn eigentlich die Kinder, die deine Eigennamen-
Masten zusammenlaminieren? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Ich war noch nie in
der Fabrik, geschweige denn in Taiwan. Ich gehe aber mal schwer davon aus, dass da keine
Kinder arbeiten. Meine Ansprechpartnerin ist jedenfalls 22 Jahre alt.

Und lass mich raten: Sie sieht gut aus! (lacht) Genau! Im Grunde kann man sagen, dass
die Mastproduktion für mich eine Art Sozialprojekt ist: Würde ich dort nichts produzieren las-
sen, müsste sich das junge Mädchen womöglich prostituieren.

Sensationelle Antwort … So habe ich die ganze Problematik in diesen Ländern noch
nie gesehen. Im Ernst: Ich hab die Dritte-Welt-Problematik im Studium gehabt und das lässt
sich jetzt nicht mit zwei Sätzen erklären. Aber jeder, der jetzt aufschreit, sollte sich überlegen,
wo Dritte-Welt-Länder heute stünden, würden die Industrienationen dort nicht produzieren.
Und vor allem, ob er selbst bereit ist 2.500 Euro für einen in Deutschland produzierten Mast
zu zahlen. Naja, abgesehen von dem Sozialprojekt möchte ich meinen Hot-Sails-Kunden güns-
tigere Masten anbieten, die ebenfalls gut in den Segeln funktionieren.

Also das Mastthema ist ja ein ganz sensibles! Da hast du bestimmt jahrelang an der
perfekten Biegekurve herumexperimentiert. Nicht nur ich. Auch Nobelpreisträger, NASA-
Experten und andere intelligente Menschen. Gut, vielleicht nicht ganz. Ich habe es einfach ge-
nauso gemacht wie alle anderen Hersteller. Ich bin in eine Fabrik gegangen, habe mir Muster
schicken lassen, habe ein wenig verglichen und dann den meiner Meinung nach besten Mast
als Serienprodukt bestellt. Im Allgemeinen wird viel zu viel Wind um dieses Thema gemacht.
Und je unwichtiger und schlechter die Windsurfer, umso mehr reden sie darüber. Da sollte man
mal die Kirche im Dorf lassen. Denn am Ende aller Bemühungen steht die Produktion. Und
was in unserer Branche für Schwankungen auftreten, muss ich dir ja wohl nicht sagen. Das
Fass braucht man gar nicht aufzumachen. Meiner Meinung nach entwickelt keine Marke ihre
Masten bis ins letzte Detail. Bei den vorhandenen Margen und Abverkaufsmengen zu glauben,
man könne Zehntausende Euros allein in die Mastentwicklung stecken, ist einfach nur dämlich.

Abschließend noch eine Frage: Was machst du, wenn die neue Strategie für Hot Sails
nicht aufgeht? Aufhören!

Bei den vorhandenen Margen und


Abverkaufsmengen zu glauben,
man könne Zehntausende Euros
allein in die Mastentwicklung
stecken, ist einfach nur dämlich."

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interview torben sonntag

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interview flo jung

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interview flo jung

Interview

Text Flo Jung und Alexander Lehmann

Florian Jung schafft es als Free-Windsurfer immer


wieder, durch spektakuläre Aktionen und Trips
Coverage in reichenweiten starken Medien zu bekommen
und erreicht dadurch ein weit gröSSeres Publikum als
andere deutsche Windsurfer. Wir sprachen mit dem
Saarbrücker über seinen Boardsponsor RRD, die Entwick-
lung des Windsurfens und seine soziale Ader.

© Foto Eric Aeder | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


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interview flo jung

„Ich kann mit frischen


Ergebnissen nach einem
Jahr einen hoffentlich
noch besseren Vertrag
aushandeln. Wenn man
glaubt, man könne sich-
nicht mehr steigern, sollte
man sich eher länger lau-
fende Verträge sichern.“

© Foto Ralf Bachschuster

D
raußen liegt noch Schnee und du bist braun gebrannt … So muss ein ech- weiter steigern. Und so kann ich mit frischen Ergebnissen
ter Windsurfer aussehen! Ich komme gerade aus Südafrika zurück, da hatten wir nach einem Jahr einen hoffentlich noch besseren Vertrag aus-
ganz gutes Wetter. Wenig Wind, aber super Wellen. handeln. Wenn man glaubt, man könne sich nicht mehr stei-
gern, sollte man sich eher länger laufende Verträge sichern.
Sieht man! Urlaub, Training, Fotos? Weshalb warst du dort? Von allem ein bisschen.
Wir hatten ein Fotoshooting mit meinem Boardsponsor RRD und haben gleichzeitig noch die Das ist gut! So habe ich das noch nicht gesehen.
neuen Quad-Boards getestet. Generell ist die Situation in der Windsurfbranche aber ge-
rade echt verrückt. Nachdem HiFly die Produktion gestoppt
Wie sieht die Zusammenarbeit mit deinem Boardsponsor aus? Man munkelt, nach hatte, musste ich mich nach einem neuen Boardsponsor
deinem Wechsel von HiFly zu RRD hattest du einige Schwierigkeiten … Das stimmt, umschauen. In der jetzigen Situation ist es so gut wie un-
wobei das auch dadurch bedingt war, dass ich mit HiFly eine ziemlich enge Zusammenarbeit möglich, gute Verträge zu bekommen. Was dir die meisten
hatte und bei RRD wieder von null anfangen musste. Wir haben dort ein großes Team und anbieten, ist ein besserer Witz. Die Brands erwarten 1.000
auch die Kommunikation war am Anfang etwas zäh. Zudem macht RRD neben Windsurfboards Prozent Output, bei null Input. Ich habe beispielsweise
auch Segel, Kites, Kiteboards, Wellenreiter, Yachten und besitzt ein Kleiderlabel. So können ei- 2009 insgesamt um die 120 Seiten Coverage in Magazinen
nige Abläufe etwas länger dauern. In diesem Winter hatte ich die Gelegenheit, Roberto (Ricci) gehabt. Da steckt echter Aufwand dahinter, den ich natür-
näher kennenzulernen. Wir haben zusammen neue Produkte getestet und ich konnte mit ihm lich nicht auf Dauer selbst tragen kann.
über alles sprechen. Es ist wirklich beachtlich zu sehen, was er alles so auf die Beine stellt.
Jetzt sehe ich viele Umstände aus einer anderen Sicht. Sein Angebot für die zukünftige Zusam- Nur was sollen die Firmen machen, wenn in Deutsch-
menarbeit war sehr fair und nun fühle ich mich hier gut aufgehoben. land, dem größten Windsurfmarkt der Welt, keine 10.000
Boards pro Jahr mehr verkauft werden? Wollen und Kön-
Wie lange geht nun dein Vertrag? Ein Jahr! nen liegen da wahrscheinlich einfach zu weit auseinander.
Du hast recht! Das ist ein generelles Problem, das die gesam-
Oha, da musst du Ende dieses Jahres schon wieder neu verhandeln! Das ist doch super! te Windsurfbranche hat. Irgendwie bekommen wir es nicht
Ich habe noch Luft nach oben und kann mich hinsichtlich meiner Veröffentlichungen sicher noch hin, den Sport so attraktiv für Außenstehende zu machen,

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interview flo jung

dass wirklich neue Windsurfer dazukommen. Wenn man sich beispielsweise das Thema Wellen- mit den richtigen Mitteln. Wenn ich mir mein persönliches
reiten genauer anschaut, versteht es diese Branche einfach besser, den Sport als cool, hipp und Engagement anschaue, funktioniert das in dieser Form nur,
angesagt zu promoten. Da haben wir Windsurfer noch jede Menge Nachholbedarf, obwohl die weil ich eine Agentur hinter mir habe, die das FIAT Free-
beiden Sportarten gar nicht so weit auseinanderliegen. Beim Windsurfen wurde vielleicht der style Team betreut. Die bekommen ohne Ende Anfragen für
Fehler gemacht, dass es hinsichtlich der Außenwirkung immer in erster Linie um Produkte und Windsurfmotive und -storys. Das sagt mir, dass ein generelles
Tests geht, anstatt den Lifestyle hinter der Sportart in den Vordergrund zu stellen. Interesse vorhanden ist. Und meine Veröffentlichungen in rei-
chenweiten starken Titeln wie „Mens Health“ oder der „Bild“
Amen! Ich habe das Gefühl, dass die Branche zu sehr damit beschäftigt ist, die noch verbliebe- sprechen für sich. Durch meinen Alaskatrip, wo ich vor einer
nen Windsurfer auf Teufel komm raus bei der Stange halten zu wollen und ihnen Geld aus der Gletscherkante windsurfen war, habe ich so viel Feedback be-
Tasche zu locken, anstatt sich mal darüber Gedanken zu machen, wie man den Sport für neue kommen, dass ich eindeutig sagen kann, dass Windsurfen das
Sportler attraktiv machen könnte. Das ist einfach kurzfristig und die Quittung für dieses Verhal- Interesse großer Medien wecken kann. Und ich war erstaunt,
ten bekommen wir von Jahr zu Jahr durch sinkende Abverkaufszahlen aufs Neue präsentiert. wie wenig mancher Redakteur über unseren Sport wusste.

Das hätte von mir sein können. Ein weiteres Problem ist, dass Windsurfen viel zu wenig in
den Massenmedien auftaucht. Ich habe mit Windsurfen begonnen, weil ich die Übertragungen
„Irgendwie bekommen wir
der Indoor-Events auf Eurosport so sensationell fand. Mein erster Gedanke damals war: Was
für ein geiler Sport! Dieses Potenzial, auch im TV regelmäßig präsent zu sein, hat Windsurfen
es nicht hin, den Sport
heute einfach nicht mehr. so attraktiv für AuSSen-
stehende zu machen, dass
Wer säße denn deiner Meinung nach an der richtigen Adresse, um Veränderungen her-
beizuführen? Nenn es naiv, aber wie wäre es, wenn alle Firmen mal zumindest hinsichtlich der
wirklich neue Windsurfer
Außenwirkung und der Nachwuchsförderung zusammenarbeiten würden?! Es wurden ja schon dazukommen.“
Versuche in diese Richtung gestartet, nur offensichtlich weder mit den richtigen Leuten noch

72 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 | © Foto R. Sprick


interview flo jung

© Foto Ralf Bachschuster

Viele hatten noch das Bild eines Stehseglers auf einem Bag- ist und welches langsamer. Wenn du dich mal weltweit umschaust, erkennst du schnell, dass es
gersee im Kopf. Das Windsurfen auch in der Welle statt- Magazine gibt, die eher den Lifestyle präsentieren und sich so offen für neue Sportler zeigen,
finden, man springen und andere Tricks machen kann, war und solche, die versuchen ihre Leserschaft zu binden. Das ist nicht sehr zukunftsorientiert. Auf
vielen gar nicht bewusst. Da müsste man mal ansetzen. der anderen Seite hat die kaufkräftige ältere Zielgruppe natürlich andere Interessen und es ist
Und da geht kein Weg am Fernsehen vorbei. Es gibt da ja nicht immer einfach, diesen Spagat hinzubekommen. Trotzdem müsste man versuchen, Wind-
auch eine Handvoll Firmen, die versuchen, etwas in diese surfen etwas dynamischer und trendbewusster zu präsentieren.
Richtung zu bewegen. Beispielsweise unterstützt Roberto
Ricci gerade verstärkt Videoprojekte, die dann in Italien im Da zähle ich uns dann mal zur ersten Kategorie Magazine! Das kannst du halten, wie du
TV ausgestrahlt werden sollen. Dabei geht es weniger um möchtest! Wichtig ist nur, dass wir in der Windsurfbranche verstehen, dass alle externen Partner
seine Produkte als um das Image des Windsurfens im Allge- den Zustand einer Sportart auch anhand deren Special-Interest-Titel bewerten. Als ich vor Jahren
meinen. Natürlich versucht jeder in erster Linie seine eige- meinen Sponsor Rip Curl verloren habe, da wurde mir klar gesagt, dass sie sich als Brand nicht
nen Boards oder Segel zu verkaufen, aber das widerspricht im Windsurfsport sehen, so wie er derzeit präsentiert wird. Da fragt man sich doch ernsthaft, was
sich ja nicht. Man kann auf der anderen Seite auch versu- da gerade schiefläuft! Man müsste versuchen, gemeinsam an diesem Imageproblem zu arbeiten.
chen, den Sport im Ganzen zu pushen. Und das eher durch
emotionale Dinge statt durch technische Produkte. Wenn Du bist ja nun auch eher ein Free-Windsurfer, der seine Sponsorenberechtigung
Brands schon Teamfahrer unterstützen, sollten sie meiner aus spektakulären Storys zieht und weniger mit guten Ergebnissen punktet, bei-
Meinung nach diese viel mehr auch nach außen hin präsen- spielsweise in der PWA. Ist das ein Problem für deine Sponsoren? Meiner Mei-
tieren und versuchen, von dem hoffentlich positiven Image nung nach hat ein Teamfahrer, der sich ausschließlich auf den World Cup konzentriert und
des Fahrers zu profitieren. Das ist in meinen Augen sinnvol- keine Hintergrundberichte oder andere Medienarbeit vorzeigen kann, heutzutage kaum noch
ler, als den neuen Quad auf eine Anzeigenseite zu drucken eine Berechtigung. 2009 gab es in der PWA gerade mal noch drei Wave-Events. Da musst
und dann etwas drunter zu schreiben wie „aber wir haben du schon mindestens in die Top 3 kommen, um überhaupt Aufmerksamkeit zu generie-
die besten Finnenschrauben“. Im Endeffekt sollte doch je- ren. Ich fahre eigentlich gern Wettbewerbe mit und es wäre sicherlich auch nicht schlecht,
mand ein Windsurfmagazin aufschlagen und die Emotionen wenn ich mich da verbessern würde. Allerdings ist es bei dem jetzigen Stand der PWA-Re-
spüren, die hinter dem Sport stecken, anstatt auf 30 Seiten geln für alle Neueinsteiger unheimlich schwierig, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Spä-
in Tests zu lesen, welches Board nun einen Hauch schneller testens in der zweiten Runde fährt jeder Neueinsteiger sofort gegen einen aus der Top 10.

74 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


interview flo jung

© Foto Brian Bojsen

Da musst du alles riskieren und in der Regel geht das Du hattest ja schon kurz deinen Alaskatrip ange-
schief. Wie soll man da als Einsteiger bei der geringen An- sprochen. Der hatte doch zum Ziel, auf den Klima- „Natürlich versucht
zahl von Events Wettkampferfahrung sammeln, wenn man wandel aufmerksam zu machen, oder? Ja, der Trip hat- jeder in erster Linie
nach zehn Minuten schon wieder nach Hause fahren kann. te einen ökologischen Hintergrund, zum Vergnügen bin ich
seine eigenen Boards
Ich habe in der Vergangenheit öfter die Disziplinen ge- sicher nicht auf das eiskalte Wasser gegangen. Ich weiß,
wechselt und habe schon immer mehr mein eigenes Ding dass ich als jemand, der viel mit dem Flugzeug unterwegs oder Segel zu verkaufen,
gemacht. Deshalb bin ich alles andere als ein ausgewiese- ist, um weltweit an die schönsten Spots zu kommen, wo- aber das widerspricht
ner Wettkampfexperte. Gerade nach diesem Winter habe möglich nicht das perfekte Aushängeschild für Klimaschutz
sich ja nicht. Man
ich aber wieder etwas Feuer gefangen. Ich war viel mit an- bin. Ich kann nur einfach nicht verhindern, viel im Flieger
deren Profis auf dem Wasser und habe gemerkt, dass ich zu sitzen. Auf der anderen Seite versuche ich aber, sehr kann auf der anderen
eigentlich hinsichtlich der Performance ganz gut mithalten bewusst mit den Ressourcen umzugehen und alles zu ver- Seite auch versuchen,
kann, ich muss das nur auch in den entscheidenden acht meiden, was konträr zum Umweltschutz läuft. Ich bin der
den Sport im Ganzen
Minuten hinbekommen. Und so werde ich 2010 in der Überzeugung, dass es positive Auswirkungen hätte, wenn
PWA mein Bestes versuchen. Ich kann mir jedoch nicht jeder Einzelne einfach etwas mehr auf sein Handeln ach- zu pushen.“
vorstellen, nun nur noch von Wettkampf zu Wettkampf zu ten würde. Ich will mich hier nun gar nicht als großer Um-
tingeln. Windsurfen hat für mich etwas mit Reisen zu tun weltschützer aufspielen. Ich kann nur in meinem täglichen
– neue Länder entdecken, eigene Ideen entwickeln. Wenn Leben mein Bestmögliches tun, um zum einen selbst bewusst mit der Natur umzugehen und
ich von Jahr zu Jahr immer die gleichen Eventgelände se- zum anderen durch meine Projekte Dritte auf verschiedene Probleme aufmerksam zu machen.
hen sollte, würde ich verrückt werden. Gerade wir als Windsurfer sollten uns schon aus egoistischem Eigeninteresse heraus mehr als
andere ums Weltklima kümmern. Und wenn man es nicht verhindern kann, viel zu reisen, soll-
Wie siehst du dich im Vergleich zu den anderen te man zumindest an den Spots, wo man ist, und auch in seinem täglichen Leben verstärkt auf
deutschen Fahrern? (lacht) Also bei Freestyle habe ich eine korrekte Umgangsform mit unserer Natur achten.
einigen Nachholbedarf.
Keine schlechte Antwort. Ich kann mich erinnern, dass es ja auch einige Kritiker zu
Dafür bist du mit 26 Jahren nun ja auch schon fast deiner Reise gab. Da ging die Argumentation in diese Richtung. Das kann ich verste-
zu alt. Das vielleicht auch! Das eigentliche Problem ist aber, hen. Gerade auch unter dem Aspekt, dass mit FIAT ein Automobilunternehmen den Trip unter-
dass ich mir mal den Mittelfußknochen gebrochen habe und stützt hat, wo ja nun die Fahrzeughersteller auch nicht gerade als grüne Engel bekannt sind.
seitdem nicht mehr lange switch fahren kann. Und irgend- Auf der anderen Seite muss man wissen, dass gerade FIAT sich sehr stark in diese Richtung
wann habe ich auch gemerkt, dass viele neue Manöver nur bemüht und den niedrigsten Flottenverbrauch in Europa hat. Darüber hinaus experimentieren
noch auf die Knochen gehen und für mich nicht mehr so sty- sie viel mit Wasserstoffantrieben. Klar mag der eine oder andere unter den Gesichtspunkten
lish und flüssig aussehen. Ich hatte außerdem das Glück, im- Fliegen und Automobilunternehmen den Alaskatrip als zwiespältig empfunden haben. Auf der
mer viel in Wellen windsurfen zu können, deshalb liegt mein anderen Seite hatte aber gerade dieser Trip eine riesige Resonanz und ich hatte Veröffentlichun-
Fokus klar auf Waveriding. Und da hoffe ich, 2010 bei den gen in allen großen Medien Europas, sodass unheimlich viele Menschen zum einen aufs Wind-
Events mit meinen deutschen Kollegen mithalten zu können. surfen und zum anderen auf die Probleme in den arktischen Regionen aufmerksam wurden.

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interview flo jung

Es haben sich diverse Umweltschutzorganisationen bei mir für die Aktion bedankt. Also kann sondern auch etwas von dem jeweiligen Land wahrzu-
das nicht so falsch gewesen sein. nehmen. Die Townships gehören nun einmal zu Südafrika
wie das Oktoberfest zu München. Als ich die Chance be-
Kann man sagen, dass du ein sehr sozialer Mensch bist? (lacht) Nicht immer. kam, mal persönlich ein Township zu besuchen, habe ich
sie natürlich sofort genutzt.
In Südafrika hast du nun aber auch ein besonderes Projekt gestartet … Stimmt. Ich
versuche dort momentan, ein Non-Profit-Projekt zu starten. Das steckt aber noch in den Kin- Man munkelt ja, dass es nicht ganz ungefährlich ist, in
derschuhen. Ich habe gemeinsam mit meiner Freundin angefangen, Moncoeur-Bänder nach ein Township zu gehen. Es ist ratsam, jemanden an der Sei-
Deutschland zu importieren. Das ist ein besonderer Schmuck: Kleine Armbänder, die von Frauen te zu haben, der in dem Township akzeptiert ist und was zu
in Townships in Handarbeit hergestellt werden. Wir kaufen ihnen die Bänder ab, verkaufen sie sagen hat. Doch ich hatte bei meinen Besuchen das Gefühl,
in Deutschland über die Internetseite www.moncoeur.de und der Erlös geht zu 100 Prozent in dass manche Berichte über die Townships übertrieben negativ
das Township zurück. Beispielsweise werden davon Schulen und Kindergärten unterstützt. Wir sind. Natürlich kommt es ganz darauf an, in welches du gehst.
sind da gerade noch im Anfangsstadium. Wir haben nun erst einmal die Rohstoffe gekauft, die Aber letztendlich sind das alles Menschen, die einfach leben
Erstausstattung sozusagen, und die Frauen haben angefangen, Moncoeur-Bänder herzustellen. wollen. Die Reaktionen auf meinen Besuch waren eher posi-
tiv. Ich war in dem Township Gugulethu in der Nähe des Kap-
Warum machst du das? Das hat sich ehrlich gesagt einfach so ergeben. Das Hauptenga- stadter Flughafens. Die Lebenssituation ist auf jeden Fall heftig.
gement ist da auf meine Freundin zurückzuführen. Ich hatte in Südafrika auf einer Party ei- Aber die Einwohner versuchen, das Beste daraus zu machen.
nen Kollegen kennengelernt, der mich mit in ein Township genommen hat. Das Erlebnis hat Und ich hatte das Gefühl, dass es eher ein Miteinander als
mich sehr beeindruckt und so kam in mir der Gedanke hoch, etwas für die Menschen vor Gegeneinander ist. Das war sehr beeindruckend zu sehen.
Ort tun zu wollen. Ich versuche auf all meinen Reisen nicht nur Sonne, Meer und Wind, Nachts sollte man aber wohl besser jedes Township meiden.

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Jung springt
WELTSENSATION! Flo
fer den OCEAN
als erster Windsur
er!!!
JUMP auf dem Wass

© Foto Bjoern Gottschall

So ein Townshipbesuch ist ja ein deutliches Kontrast-


programm zum heilen Strandleben … Ich kann nur jedem „Ich versuche auf all meinen Reisen nicht
raten, sich auch mal die andere Seite von Südafrika anzuschau- nur Sonne, Meer und Wind, sondern auch etwas
en, wenn er die Gelegenheit dazu hat. Man kann daraus nur
von dem jeweiligen Land wahrzunehmen.“
lernen und ich habe auf alle Fälle ein besseres Verständnis für
die Einwohner entwickelt und sehe deren Situation heute mit
ganz anderen Augen. Deshalb unterstütze ich jetzt auch das
Projekt moncoeur.de. Auch wenn es nur ein sehr kleiner Bei-
trag ist: Wenn alle Besucher des Landes einen kleinen Beitrag
zur Verbesserung der Lage leisten, kann sich die Lebensqualität Bedingungen switch im Kreuzhang auf einem Waveboard zu fahren, ist echt schon mal eine
der Menschen dort vielleicht ja doch ein wenig verbessern. Sache für sich. Sowie du einen Spinout bekommst, was bei Kabbelwasser schneller passiert,
als man gucken kann, fliegt man ab – und das sehr unsanft. Ich hatte das aber nach einigen
Was sind deine nächsten Projekte? Ich habe deinen Versuchen ganz gut raus und habe mir nicht ganz so hohe Wellen zum Absprung ausgesucht.
Move auf dem Wasser gestanden! Nun muss ich ihn nur Wenn man dann auf Raumkurs abspringt, muss man auch gar nicht so hoch sein, um in den
noch in einer Bildserie festhalten! Frontloop reinzudrehen. Du musst dich sofort auf die Landung konzentrieren. Ich habe dazu
die hintere Hand irgendwann losgelassen, weil ich den Druck nicht halten konnte, bin aber
Den Ocean Jump??? Genau! switch gelandet. Es war auf alle Fälle ein irres Gefühl.

Sensationell!!! Wie war es denn? Nicht ganz einfach. Herzlichen Glückwunsch. Damit bist du weltweit der erste Windsurfer, der den
Es war Wind für 4.0er-Segel, also richtig Dampf. Bei den Move auf dem Wasser gesprungen ist!

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freeridetest local hero

Freeride-Material
Text Alexander Lehmann © Fotos Lars Wehrmann

Für diese Ausgabe haben wir mit dem Test der 7.0-Quadratmeter-Segel und 125-Liter-
Boards eine Kategorie abgedeckt, die zu den erfolgreichsten der gesamten Branche zählt.
Es ist die ultimative Freeridekombination, die einen breiten Einsatzbereich abdecken muss.
In den vergangenen Jahren wurde in dieser Klasse immer stärker diversifiziert. Free­move
– Freeride – Freerace – freerideorientierte Freeracer – freeraceorientierte Freemover:
Hauptsache, am Ende des Tages steigt kein Mensch mehr durch.

Vielleicht wollen die Hersteller damit verschleiern, dass sie nicht in der Lage sind, ein Board
mit 125 Liter Volumen zu bauen, das vielen unterschiedlichen Anforderungen gerecht wird,
vielleicht ist es aber auch ein Ergebnis der fortlaufenden Technisierung und Verkomplizierung
unseres Sports, man weiß es nicht. Fakt ist, der Otto-Normal-Windsurfer interessiert sich für
diesen zunehmenden Wahnsinn eher weniger, wird er doch dadurch eher verunsichert und
abgeschreckt. Deshalb testen wir einfach einen bunten Mix von Boards und Segeln unter-
schiedlicher Hersteller und versuchen zu beschreiben, für welchen Typ, für welchen Einsatzbe-
reich und für welche Anforderungen sie unserer Meinung nach am besten geeignet sind.

Generell kann ich mit reinem Gewissen schreiben, dass du mit jedem hier veröffentlichten
Produkt in dem von uns beschriebenen Einsatzbereich wirklich Spaß haben wirst. Wir haben
im Vorfeld schon leicht selektiert und präsentieren dir hier nun ausschließlich Produkte, die
definitiv funktionieren. Wie immer haben wir vielen die Testteilnahme angeboten.

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1
local hero freeridetest

Einige konnten uns leider nicht beliefern (z.B. Mistral),


andere wollten es nicht (z.B. Hot Sails).

Getestet haben wir an mehreren Tagen auf der Ostsee bei


unterschiedlichen Windbedingungen. Von Leicht- bis Stark-
wind hatten wir verschiedenste Windverhältnisse und konn-
ten so das Material über einen breiten Einsatzbereich unter
die Lupe nehmen. Und auch dem Ruf nach der Integrati-
on eines „normalen“ Windsurfers in das Testteam sind wir
dieses Mal nachgekommen. Mein Vater, 73 Jahre jung, be-
geisterter Windsurfer seit 1976 und immer noch unheimlich
fit, gab uns ebenfalls Feedback, das wir in unsere Texte ha-
ben einfließen lassen. Auch gegenüber den Herstellern argu-
mentiere ich immer mit seinem Anforderungsprofil, wenn es
um die Klassifizierung eines „guten“ Boards oder Segel geht.
Denn er windsurft gern schnell, aber entspannt, möchte mit
seinem Material früh angleiten, aber auch möglichst lange in
den oberen Windbereich hinein Spaß haben, ohne umtrim-
men zu müssen. Genauso wie es sich wahrscheinlich 90 Pro-
zent aller anderen Windsurfer auch wünschen.

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2
freerideboardtest

Exocet Sting 124 F2 Vanta ge


Sting DT 114 – 114 l – 245 cm 68 cm Vantage 126 – 126 l – 245 cm – 69 cm
Sting DT 124 – 124 l – 247 cm 73 cm Vantage 136 – 136 l – 255 cm – 72 cm
Sting DT 134 – 134 l – 250 cm 78 cm Vantage 146 – 146 l – 255 cm – 76 cm
Sting DT 148 – 148 l – 259 cm 85 cm Vantage 156 – 156 l – 255 cm – 80 cm

Am Strand Am Strand
Fazit Fazit
Der Sting ist in der Exocet-Boardrange als schnelles Der Vantage von F2 verspricht ungetrübtes Freeride-
Der Sting 124 geht als stabilste Freerideplatt- Der F2 Vantage ist ein tolles Freerideboard, das
Freeride-Slalomoabrd positioniert. Der Sting 124 ist das vergnügen und soll auf der einen Seite eine stabile
form aus dem Test. Er eignet sich für Freerideein- sich dank seiner Gutmütigkeit vor allem auch für
zweitkleinste der vier Boards umfassenden Reihe. Er ist Plattform sein, auf der anderen Seite aber auch ein
steiger und geübte Fahrer gleichermaßen, bietet Freerideaufsteiger eignet, die sich von so manch
in zwei Bauweisen erhältlich, in Wood sowie in Dura- freies Fahrgefühl bieten. Der Vantage 126 ist in der
er doch Sicherheit gepaart mit jeder Menge anderem Board dieser Gruppe bislang immer
tech (DT). Getestet haben wir die günstigere DT-Version. Standardbauweise und der leichteren Vantage-Air-
Potenzial. leicht überfordert gefühlt haben. Mit dem Van-
Der Sting ist aus der SCross-Linie hervorgegangen und Bauweise in vier Größen erhältlich (125, 136, 146
tage werden sie schnell Fortschritte machen.
erscheint mit komplett neuem Shape zur Saison 2010. und 156 Liter). Im Test haben wir die Standardbau-
Besonders auffällig sind das unglaublich flache Deck und weise unter den Füßen gehabt. Zur Saison 2010 ist
die sehr parallele Outline. Sowohl im vorderen als auch im der Vantage mit einem neuen Shape am Start. Er hat
hinteren Bereich ist das Deck fast plan. Der Sting ist mit Board-Ergebnisse eine eher parallele Outline mit breitem Heck und Board-Ergebnisse
guten Pads mit weichen Heel-Cushions ausgestattet. Exo- breiter Nase. Das Board hat Standardpads und Stan-
cet nennt diese DDSA (Double Dentity Shock Absorber). Angleiten dardschlaufen. Die zwei Plugreihen sind sehr weit Angleiten
Die Fußschlaufen sind allerdings gewöhnungsbedürftig. auseinander positioniert, sodass sich die Verände-
Beschleunigung Beschleunigung
Ein- beziehungsweise Umstellungen lassen sich nur rung der Schlaufenposition deutlich auf dem Was-
schwierig vornehmen und so stellen sie sich als wahre Geschwindigkeit ser bemerkbar macht. So können Freerideaufsteiger Geschwindigkeit
Fingernagelkiller heraus, Fluchanfälle sind garantiert. Top End Control
und Fortgeschrittene die für sie richtige Einstellung Top End Control
Einmal die richtige Position gefunden, funktionieren sie finden. Das Board hat ein deutliches Dome-Deck
aber tadellos und sind sehr bequem. Das Board bietet Manövereigenschaften und Cutouts im Heck. Das Unterwasserschiff hat Manövereigenschaften
zwei Fußschlaufen-Plug-Optionen zum Freeriden und hat Benutzerfreundlichkeit ab der Nose ein eindeutiges V mit Doppelkonkave. Benutzerfreundlichkeit
dazu noch eine sehr weit innen liegende dritte Option für Die Doppelkonkave und das V sind auf Höhe der
Kinder und Windsurfer, die erste Erfahrungen mit dem Mastschiene am deutlichsten und ab den vorderen
Schlaufenfahren machen wollen. In diesem Setup ist die Eignung Schlaufen läuft die Doppelkonkave komplett aus. Ab Eignung
hintere Schlaufe eine Single-Schlaufe. Das Unterwasser- dort ist das Unterwasserschiff nur noch durch ein V
Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
schiff beginnt an der Nose mit einer Monokonkave, die in geprägt. Zum Board gehört eine 38 Zentimeter lange
eine leichte Doppelkonkave mit einem deutlichen V über- Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer GFK-Finne. Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
geht. Auf Höhe der vorderen Fußschlaufen existiert nur
Einsatzbereich Freeride Freerace Einsatzbereich Freeride Freerace
noch eine leichte Doppelkonkave mit einem kleinen V. Auf Auf dem Wasser
Höhe der hinteren Schlaufen wird das V wieder deutlicher. Der Hersteller verspricht keines Falls zu viel. Der
Die Doppelkonkave bleibt minimal ausgeprägt. Zum Heck Vantage liegt satt im Wasser und ist sehr kippstabil
laufen Doppelkonkave und V dann aus. Die Finne ist eine für ein Board dieser Größe. Damit gleicht er auch
44 Zentimeter lange Standard-GFK-Freeridefinne. kleinere Fußfehler beim Angleiten aus und kommt
schnell über die Schwelle hinweg. Er beschleunigt
Auf dem Wasser eher sanft als explosiv auf seinen Topspeed, sodass
Das Board sieht nicht nur ganz anders aus als alle Mit- der nicht ganz so geübte Windsurfer es leicht hat,
bewerber, es fühlt sich auch ganz anders an. Es ist mit sich sicher in die Schlaufen zu stellen. Sehr posi-
Abstand die stabilste Plattform im Wasser, sodass uns tiv finden wir den deutlichen Abstand der beiden
spätestens jetzt bewusst wird, dass die sehr weit innen Plug­reihen für die Fußschlaufen, sodass sich beim
liegenden Plugs zum Erlernen des Fußschlaufenfahrens Vantage auch wirklich ein Unterschied im Setup be-
wirklich sinnvoll sind. Denn mit dem Sting 124 werden merkbar macht, wenn man die Position verändert.
sich sowohl Kinder als auch leichte Erwachsene spielend Bei vielen anderen Herstellern sind die Plugreihen
an diese Hürde herantrauen können. Hinzu kommt, dass so dicht beieinander und vor allem auch weit außen
sich der Sting wie ein 130-Liter-Board anfühlt und dem Pi- auf der Kante positioniert, dass der Freerideeinstei-
loten auch die gleiche Sicherheit gibt. Das Thema Anglei- ger keine für ihn richtige Schlaufenposition wählen
ten ist keines für den Sting, denn er geht schnell und spie- kann. Das ist beim F2-Board anders. Die innere Rei-
lerisch über den kritischen Punkt hinweg und liegt dabei he eignet sich ideal für Windsurfer, die noch nicht
mehr als ruhig auf dem Wasser. Die Beschleunigung ist ganz so sicher im Schlaufenfahren sind. Insgesamt
nicht so explosiv, wie es die vom Hersteller gewünschte eignet sich aber nicht nur deshalb der Vantage für
Positionierung vermuten ließe. Denn der Sting explodiert eine sehr breite Zielgruppe. Denn auch die Fort-
nicht auf den Topspeed, sondern lässt es eher ruhig ange- geschrittenen werden mit dem Brett Spaß haben,
hen und bietet damit auch Freerideaufsteigern genügend erreicht es doch eine gute Endgeschwindigkeit und
Zeit, sich den nötigen Halt in den Schlaufen zu sichern. In bleibt dabei immer leicht zu kontrollieren. In Manö-
Gleitfahrt verlässt einen der Eindruck nicht, mit dem Sting vern ist das Verhalten des Brettes als gutmütig zu
einen sehr gutmütigen Partner unter den Füßen zu haben, bezeichnen. Es reagiert eher vorsichtig auf Fußsteu-
der einen niemals unverhofft abschütteln würde. Trotzdem erungsimpulse und bietet nach der Kurvenfahrt die
lässt sich der Sting auf einen hohen Topspeed bringen, ir- Bauweise PVC & Duratech Sicherheit, ungestört und ohne Reinfallen den Fuß- Bauweise Single-Shoot Wood-Composite
gendwann wird er lediglich von der etwas zu weichen Fin- Länge 247 cm wechsel zu fortführen und schnell wieder auf den Länge 245 cm
ne ausgebremst. Sportlich ambitionierte Windsurfer wer- Breite 73 cm Topspeed zu kommen. Die Finne passt gut zum Brett Breite 69 cm
den das Brett mit einer guten Finne zu deutlich höheren Volumen 124 l und bietet jederzeit eine sichere Führung. Im absolu- Volumen 126 l
Speedwerten bringen können. In Manövern verzeiht das Gewicht ohne Schlaufen & Finne 9.640 g ten Top-End-Bereich hatten wir das Gefühl, dass für Gewicht ohne Schlaufen & Finne 8.260 g
Board viele Fehler. Nach dem Segelschiften haben auch Relation (Gramm je Liter) 77,7 g/l den Vantage irgendwann das Ende der Fahnenstan- Relation (Gramm je Liter) 65,5 g/l
Anfänger genügend Zeit, sich auf die neue Fahrtrichtung Offizielles Gewicht (ohne S.& F.): 8.800 g ge erreicht ist und er dann nicht weiter beschleu- Offizielles Gewicht: (ohne S. & F.) 8.400 g
einzustellen. Der Sting ist deutlich besser in weitere Radi- Finnenlänge (Material; System) 43 cm (GFK.; PB) nigt. Für 90 Prozent aller Windsurfer wird aber der Finnenlänge (Material; System) 38 cm (GFK.; PB)
en zu fahren, enge Turns sind nicht sein Ding. Empfohlene Segelgrößen 5.0 - 8.5 qm erreichbare Topspeed mehr als ausreichend sein. Empfohlene Segelgrößen 5.0 – 8.5 qm
Preis: 1.199,- Euro Preis 1099,- Euro

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4
freerideboardtest local hero

Fanatic Hawk 120 LTD Fanatic Shar k 125 HRS


Fanatic Hawk 100 LTD – 100 l – 245 cm 62 cm Shark 100 – 100 l – 245 cm – 63 cm
Fanatic Hawk 110 LTD – 110 l – 245 cm 65 cm Shark 115 – 115 l – 247 cm – 66 cm
Fanatic Hawk 120 LTD – 120 l – 245 cm 68 cm Shark 125 – 125 l – 249 cm – 69 cm
Fanatic Hawk 135 LTD – 135 l – 249 cm 73 cm Shark 135 – 135 l – 245 cm – 73 cm
Shark 150 – 150 l – 250 cm – 78 cm

Am Strand Am Strand
Fazit Fazit
Der Hawk ist das performanceorientierte Freerideboard Die Shark-Reihe bildet die klassische Freeridelinie von
Der Hawk ist eine explosive Rakete, dem gute Der Shark 125 ist vielleicht das typischste Free-
von Fanatic. Der Hawk 120 ist das zweitgrößte Board Fanatic. Die Eagle-Freerideboards sind für die Saison
Fahrer mit technischem Input eine slalomähn- ridebrett der Gruppe. Er ist für Einsteiger ein
aus der vier Größen umfassenden Hawk-Reihe. Er ist 2010 komplett in die Shark-Reihe integriert worden, um
liche Performance entlocken können. verlässlicher Partner, Aufsteigern bietet sich
in der Standardbauweise und in der leichteren LTD- eine einfachere und kundenfreundlichere Modellpolitik
eine super Plattform, um sich zu verbessern,
Bauweise erhältlich. Letztere haben wir getestet. Die im klassischen Freeridesegment vertreten zu können.
und fortgeschrittene Windsurfer werden das
Rocker-Line wurde für die Saison 2010 überarbeitet, Und so ist der hier getestete Shark shape- und baugleich
Leistungspotenzial zu schätzen wissen.
um die Overallperformance weiter zu verbessern. Erst- mit dem entsprechenden Eagle-Modell aus 2009, das wir
mals gibt es in diesem Jahr auch eine 110-Liter-Version, bereits Anfang 2009 im Test hatten. 2010 ist der Fanatic
welche die Lücke zwischen 100 und 120 Liter schließt. Shark 125 das mittlere aus der fünf Boards umfassenden
Auf den ersten Blick fällt die eher runde Outline auf. Der Board-Ergebnisse Produktpalette. Er wird in zwei Bauweisen angeboten: Board-Ergebnisse
Hawk ist mit Standardpads und Standardschlaufen aus- die leichtere LTD-Version sowie die robustere HRS-
gestattet. Er bietet zwei unterschiedliche Plug-Optionen, Angleiten Version. Wir haben im Test die robustere HRS-Version Angleiten
wobei beide Reihen sehr weit außen liegen. Die hintere unter die Lupe genommen. Der Shape macht einen kon-
Beschleunigung Beschleunigung
Schlaufe lässt sich auch als Singleschlaufe fahren. Das ventionellen Eindruck, mit einer eher runden Outline. Die
Unterwasserschiff hat im vorderen Bereich eine Dop- Geschwindigkeit Ausstattung beinhaltet solide Fußpads und die guten Geschwindigkeit
pelkonkave mit V. Kurz vor der Mastschiene wird das Top End Control
Standardschlaufen von Fanatic. An dieser Stelle ein Top End Control
V sehr ausgeprägt, ab der Mastschiene läuft die Dop- Dankeschön an die Verantwortlichen, dass sie sich von
pelkonkave in Richtung Heck aus und ist nur noch leicht Manövereigenschaften den unglaublich schlechten Schlaufen des Vorjahres- Manövereigenschaften
vorhanden. Das V bleibt deutlich und wird Richtung Heck Benutzerfreundlichkeit HRS-Modells getrennt haben! Das Board hat fast über Benutzerfreundlichkeit
immer stärker. Das Board hat ein schmales Pintail mit die gesamte Länge ein Dome-Deck. Der Shark bietet
viel Volumen. Die mitgelieferte Finne ist eine sehr gute zwei unterschiedliche Plug-Optionen, wobei man die
G10-Freeridefinne mit 39 Zentimeter Länge. Eignung hintere Schlaufe auch als Single-Schlaufe fahren kann. Eignung
Das kommt vor allem Aufsteigern entgegen. Zum Un-
Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
Auf dem Wasser terwasserschiff: Der vordere Bereich des Shark ist plan
Nachdem wir bei unserem Test für die letzte Ausgabe Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer und geht in ein V über. Das V wird Richtung Heck immer Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
schon von der Performance des 100-Liter-Hawk über- deutlicher. Ab Höhe der vorderen Schlaufen kommt eine
Einsatzbereich Freeride Freerace Einsatzbereich Freeride Freerace
rascht waren, hatten wir uns dieses Mal schon geistig ganz leichte Doppelkonkave dazu. Ab der Finne läuft es
auf einiges eingestellt … Und wurden dennoch wieder wieder in ein normales V aus. Die Finne ist eine Stan-
überrascht. Auch der Hawk 120 LTD sticht so deutlich dard-GFK-Finne mit einer Länge von 42 Zentimeter und
aus seiner Testgruppe hervor, dass er im Vergleich zu praktischem Schnellverschluss.
klassischen Freerideboards fast deplatziert wirkt. Mit
den Schlaufen weit auf den Kanten hat man eher das Auf dem Wasser
Gefühl, auf einem Slalomboard als auf einem Free- Auf den Shark 125 zu steigen, ist ein wenig wie nach
rideboard zu stehen. Leider hatten wir das Freerace- Hause zu kommen. Wenn zu einem Board in der Gruppe
board von Fanatic, den Ray, nicht für einen Vergleich der Ausdruck „Plug & Play“ – also draufsteigen, losfah-
am Start – der direkte Unterschied zwischen diesen ren, wohlfühlen – passt, dann ist es dieses Brett. Das
beiden Boards hätte uns sehr interessiert. Shapetech- mag zum einen daran liegen, dass wir uns in den ver-
nisch ist der Hawk etwas gestreckter (vier Zentimeter gangenen Jahren einfach an das Brett gewöhnt haben.
länger und zwei Zentimeter schmaler), von der Top-End- Doch zum anderen stand unser Gasttester noch nie auf
Performance dürfte ein normaler Windsurfer keinen diesem Shape, hatte aber auch sofort ein gutes Gefühl
Unterschied herausfahren. Trotz gefühlt weniger als und erhob den Shark 125 zu seinem persönlichen Test-
120 Liter Volumen geht der Hawk sehr früh los und die sieger. Die Stärke des Shark ist definitiv die Vielseitigkeit
Beschleunigung ist als explosiv zu beschreiben. Man und so ist es kein Wunder, dass er sowohl bei Aufsteigern
kommt so schnell auf Touren, dass nicht ganz so geübte als auch fortgeschrittenen Windsurfern gleichermaßen
Windsurfer Probleme haben werden, rechtzeitig in die gut ankommt. Es gibt nicht viele Boards, die sowohl in
Schlaufen zu kommen. Beim Topspeed hat das Board der eher zurückhaltenden als auch in der angepowerten
scheinbar keine Grenze. Je mehr Wind man im Segel Fahrweise gleichermaßen viel Spaß bringen und vor
hat, umso schneller wird man. Das Board fliegt übers allem nicht langweilig wirken. Die zwei Performance-
Wasser und man sollte alle seine sieben Sinne perma- stufen lassen sich je nach Fahrkönnen aus dem Board
nent auf Hochtouren laufen haben, um das Board bei locken und so ist der Shark auch ein idealer Begleiter für
seiner Lichtgeschwindigkeit kontrollieren zu können. Pärchen mit unterschiedlicher Könnensstufe. Leistungs-
Von klassischen Freeridesegeln fühlt sich der Hawk fast orientierteren Fahrern empfehlen wir, wie bei fast allen
unterfordert. Denn während er noch schneller werden Boards dieser Gruppe, den Austausch der Finne hin zu
möchte, ist bei den meisten Testsegeln irgendwann das einem etwas geraderen und vor allem steiferen Typ. In
Ende der Fahnenstange erreicht. Positioniert man sich Bauweise Aramid Carbon Sandwich Light allen Bewertungskategorien ist der Shark ganz vorn mit Bauweise High Resistance Skin
eher aufrecht, kann man auch entspannt mit dem Hawk Länge 245 cm dabei und lässt sich von seinen Mitbewerbern nicht ab- Länge 249 cm
dahingleiten, doch der Reiz, das Board immer schneller Breite 68 cm hängen. Besonders erwähnenswert finden wir auch die Breite 69 cm
werden zu lassen, lässt einen nicht los. In Manövern Volumen 120 l Vielseitigkeit in Manövern. Die ausgedünnten Kanten im Volumen 125 l
muss man sich bei der Einleitung der Halse etwas stär- Gewicht ohne Schlaufen & Finne 6.460 g Heck lassen viele Radien zu, selbst enge Turns gleitet Gewicht ohne Schlaufen & Finne 8.700 g
ker konzentrieren und man sollte beherzt die Leekante Relation (Gramm je Liter) 53,8 g/l der Shark gut durch und ermöglicht so eine individuelle Relation (Gramm je Liter) 69,6 g/l
drücken. Dank der hervorragenden Gleiteigenschaften Offizielles Gewicht (ohne S.& F.) 6.400 g Anpassung aufs eigene Fahrkönnen und aufs Revier. Offizielles Gewicht (ohne S. & F.) 8.600 g
kommt man auch nach Fußfehlern durch die Halse, ohne Finnenlänge (Material; System) 39 cm (G10; PB) Finnenlänge (Material; System) 42 cm (GFK; PB)
dabei zu viel an Geschwindigkeit zu verlieren. Empfohlene Segelgrößen 5.5 bis 8.5 qm Empfohlene Segelgrößen 5.5 – 8.0 qm
Preis 1.649,- Euro Preis 1099,- Euro

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5
local hero freerideboardtest

JP X-Cite Ride 120 Pro Edition Naish Fr eewide 120


X-Cite Ride 100 – 100 l – 246 cm – 62,5 cm Freewide 120 – 120 l – 249 cm – 69 cm
X-Cite Ride 110 – 110 l – 246 cm – 65 cm Freewide 130 – 130 l – 253 cm – 73 cm
X-Cite Ride 120 – 120 l – 250 cm – 67,5 cm Freewide 140 – 140 l – 254 cm – 77 cm
X-Cite Ride 130 – 130 l – 250 cm – 70 cm Freewide 160 – 160 l – 267 cm – 79 cm
X-Cite Ride 145 – 145 l – 252 cm – 74 cm
X-Cite Ride 160 – 160 l – 253 cm – 78 cm

Am Strand Am Strand
Fazit Fazit
Der JP X-Cite Ride ist als ultimativer Freerider mit Der Naish Freewide ist bei Naish als Leichtwind-Free-
Der X-Cite Ride 120 Pro ist ein tolles Freeride­ Der Freewide 120 ist ein aufregend zu fahrendes,
Allroundcharakter positioniert. Der Shape ist im Ver- ride-Maschine für jedermann positioniert. Im Vergleich
board mit sportlichem Charakter und tollen sportliches Freerideboard ohne Schwächen und
gleich zum Vorjahresmodell unverändert. Das Board zum letzten Jahr geht er unverändert in die Saison. Der
Manövereigenschaften, das dank seiner Perfor- mit tollen Manövereigenschaften. Insbesondere
ist in zwei unterschiedlichen Bauweisen erhältlich: in Freewide 120 hat eine konventionelle Freeride-Outline.
mance einer breiten Zielgruppe und ihren unter- leichte und mittelschwere Windsurfer werden
der FWS-Version (Full Wood Sandwich) sowie in der Er hat ein großes Deckpad, auf dem man auch beim
schiedlichsten Revieranforderungen eine Menge mit ihm eine Menge Spaß haben.
leichteren Pro Edition (hier im Test). Die Outline wirkt Dümpeln guten Halt findet. Dafür sorgt auch eine Erhö-
Spaß bereiten wird.
im Vergleich zu manchem Mitbewerber der Gruppe hung hinter der Mastschiene, an der man sich sehr gut
eher gestreckt. Der X-Cite Ride bietet lobenswerter- mit den Zehen festkrallen kann, während es von der Ver-
weise drei unterschiedliche Plug-Reihen an, sodass dränger- in die Gleitfahrt geht. Die Pads sind unter den
vom Aufsteiger bis zum Fortgeschrittenen wirklich alle Board-Ergebnisse Schlaufen sehr dick und angenehm weich. Die Schlau- Board-Ergebnisse
Windsurfer die richtige Position für die Fußschlaufen fen machen einen hochwertigen Eindruck, der Klettver-
finden können. Für die hinteren Fußschlaufen wird Angleiten schluss ist allerdings bei den ersten Benutzungen zu gut, Angleiten
sogar eine Single-Option angeboten. Die Schlaufen man muss beim Verstellen auf seine Fingernägel achten.
Beschleunigung Beschleunigung
selbst sind standardmäßig einfach zu verstellen und Das Board hat zwei Plug-Optionen, wobei die innere
bieten in Kombination mit den weichen Pads und Geschwindigkeit Plug-Option deutlich von der äußeren entfernt ist und Geschwindigkeit
Heel-Cushions ein bequemes Zusammenspiel. Das Top End Control
somit einen spürbaren Unterschied bietet. Die hintere Top End Control
Unterwasserschiff ist von einem leichten V geprägt, Schlaufe kann man auch als Single-Schlaufe fahren. Das
welches Richtung Heck immer deutlicher wird. Zudem Manövereigenschaften Board hat Bevils im Deck, um es zu versteifen. Das Heck Manövereigenschaften
ist das Unterwasserschiff mit JP-typischen Channels Benutzerfreundlichkeit hat einen reduzierten Tail-Bereich. Zum Unterwasser- Benutzerfreundlichkeit
versehen. Zum Board wird eine gute, 38 Zentimeter schiff: Der Freewide ist im vorderen Bereich plan, geht
lange G10-Finne mitgeliefert. dann in ein leichtes V über und zwischen Mastschiene
Eignung und vorderen Fußschlaufen kommt eine Doppelkonkave Eignung
Auf dem Wasser mit V dazu. Das V wird zum Heck hin immer deutlicher.
Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
Im Vergleich zu manchem Mitbewerber fühlt sich Das Board hat eine 36 Zentimeter lange GFK-Standard-
der X-Cite Ride deutlich kleiner an und liegt auch Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer Finne und wird inklusive Boardbag geliefert. Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
nicht ganz so stabil im Wasser. Das liegt sicherlich
Einsatzbereich Freeride Freerace Einsatzbereich Freeride Freerace
auch an der Volumenverteilung, der X-Cite Ride läuft Auf dem Wasser
Richtung Heck eher dünn aus, während viele ande- Oh Wunder: Im Vergleich zum Vorjahresmodell haben
re Boards auch noch weit hinten ein dickes Profil sich die Fahreigenschaften nicht verändert und so
aufweisen. Trotzdem gleitet er als eines der ersten ist auch unsere Bewertung identisch. Die Pads des
Boards an und beschleunigt schnell auf einen hohen Freewide sind ein echter Knüller. Auf keinem anderen
Topspeed. Dank des geringen Eigengewichts liegt er Board steht man beim Dümpeln so weich und komfor-
unheimlich loose am Fuß. Man hat das Gefühl, auf tabel. Auch der kleine Wulst hinter der Mastschiene
einem sehr sportlichen Board zu stehen, das einen (von Naish „Stop and Go Wedge“ genannt) bietet kurz
trotzdem nie überfordert und immer schnell auf den vorm Angleiten bereits guten und sicheren Stand an
gewünschten Winkel einzustellen ist. Das sorgt für Deck, man kann sich mit den Zehen gut abstützen. Der
ein angenehmes Fahrgefühl, mit dem man sofort Freewide 120 fühlt sich kleiner an als ein Board dieser
gut zurechtkommt, ohne sich erst großartig auf das Größe, im Gegenzug dazu aber auch sehr spritzig und
Brett einstellen zu müssen. Die unterschiedlichen wendig. Er gleitet dennoch gut an und beschleunigt
Plug-Reihen ermöglichen einer breiten Zielgruppe schnell auf eine hohe Endgeschwindigkeit. Mit einer
den Zugang zur Performance des X-Cite Ride. Zu den steiferen Finne wären noch höhere Geschwindig-
Manövereigenschaften: Kein Nachteil ohne Vorteil, keiten möglich. Man spürt das Potenzial des Boards,
die Volumenverteilung mit dem dünneren Heck und jedoch lässt die Finne richtig viel Druck nicht zu. Für
damit dünneren Kanten sorgt dafür, dass hinsichtlich den normalen Freerideeinsatz reicht sie jedoch locker.
der Variabilität kein anderes Board aus dieser Grup- Der Freewide ist leicht zu kontrollieren und auch im
pe an den X-Cite Ride heranreicht. Hier hat die Pro Grenzbereich für nicht ganz so geübte Piloten noch
Edition im Vergleich zu der von uns im Vorjahr gete- jederzeit manövrierbar. Er läuft sehr frei, fühlt sich
steten FWS-Version mehr als deutlich die Nase vorn. kompakt, loose und aufregend an. Er ist ein tolles
Auch wenn das Board dafür nicht gebaut ist, wür- Freerideboard, das eine Menge Spaß macht und zum
den wir den X-Cite Ride bei entsprechenden Bedin- stundenlangen Heizen geeignet ist. Hinsichtlich der
gungen mit den Schlaufen auf der innersten Position Manövereigenschaften müssen wir erneut auf die
gefahren sehr schweren Windsurfern durchaus als Finne eingehen, denn kein Nachteil ohne Vorteil. In
Leichtwind-Waveboard empfehlen. Er dreht Radien Manövern passt sie sehr gut zum Board und ermög-
in allen Größen und macht auch hierbei einen super- licht erstaunlich enge Turns. Schon ohne großen Kan- Bauweise Technora/Wood Reinforcements Glass
sportlichen Eindruck. So sportlich, dass nicht ganz Bauweise PRO Carbon Kevlar Technology tendruck geht der Freewide in wirklich enge Turns und Laminate Wood Glass Bottom
so geübte Windsurfer sich langsam an die engeren Länge 250 cm ist auch dabei unheimlich sportlich und mit viel Spaß Länge 249 cm
Turns herantasten sollten, um nicht vom Board abge- Breite 67,5 cm zu fahren. Auch hier fühlt er sich kleiner an, als er ist, Breite 69 cm
schüttelt zu werden. Nach den Halsen muss man sich Volumen 120 l und so muss man sich beim Schiften etwas beeilen, Volumen 120 l
durch das dünnere Heck beim Segelschiften etwas Gewicht ohne Schlaufen & Finne 6.860 g damit man nicht aus dem Gleiten kommt. Aufsteiger Gewicht ohne Schlaufen & Finne 8.340 g
beeilen und die Füße einen Tick weiter vorn platzie- Relation (Gramm je Liter) 57,2 g/l sollten den Radius einfach etwas weiter wählen, auch Relation (Gramm je Liter) 69,5 g/l
ren, dann ist auch das Durchgleiten kein Problem. Offizielles Gewicht (ohne S. & F.) 6.600 g das ist ohne Probleme möglich. Offizielles Gewicht (ohne S. & F.) 8.100 g
Finnenlänge (Material; System) 38 cm (G10;PB) Finnenlänge (Material; System) 36 cm (GFK; PB)
Empfohlene Segelgrößen 5.5 – 8.0 qm Empfohlene Segelgrößen 5.0 – 7.0 qm
Preis 1.799,- Euro Preis 1.299,- Euro

6 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


freerideboardtest local hero

Starboar d Car ve Starboar d Futur a


Carve 121 – 121 l – 251 cm – 68 cm Futura 93 – 93 l – 237,5 cm – 61,5 cm
Carve 131 – 131 l – 251 cm – 71 cm Futura 101 – 101 l – 239,5 cm – 65,5 cm
Carve 141 – 141 l – 252 cm – 73 cm Futura 111 – 111 l – 240,0 cm – 68,0 cm
Futura 122 – 122 l – 245,5 cm – 71,5 cm
Futura 133 – 133 l – 248,5 cm – 76,5 cm
Futura 141 – 141 l – 246,5 cm – 80,5 cm
Futura 155 – 155 l – 249,5 cm – 85,0 cm

Am Strand Am Strand
Fazit Fazit
The Carve is back. Es gab nicht wenige Windsur- Nach der Wiedereinführung des Carve als klas-
Der Carve ist wie sein Vorgänger aus 2007 als The Carve is back? Stimmt! Aber der S-Type
fer, die nach der Zusammenlegung der Carve- und sischem Freerider rückt der Futura nun mehr in die
Freerideboard nicht zu kritisieren. Er kann genau auch. Nur dass der nun weiterhin Futura heißt.
S-Type-Line 2008 unglücklich waren. Und so legt sportliche Ecke. Man könnte also sagen, dass Star-
das, was man von einem Board dieser Kategorie Der Futura ist ein klassisches Freeraceboard
Starboard den Carve nun für die Saison 2010/11 in board damit wieder auf dem Stand von 2007 ist, als
erwartet: Er bietet einfaches Handling bei toller mit den Kontrollmöglichkeiten eines sportlichen
drei Größen und zwei Bauweisen neu auf. Er wird der Carve als Alleskönner und der S-Type (heute Futu-
Kontrolle und einer ansprechenden Performance Freerideboards – und so für fortgeschrittene und
wie vor drei Jahren als der ultimative Freerider ra) als Freerace­board beschrieben wurden. Doch gibt
über einen breiten Windbereich. gute Windsurfer eine empfehlenswerte Wahl.
mit tollen Manövereigenschaften angekündigt. Die es den Futura heute in deutlich größerer Auswahl als
Palette erstreckt sich von der 121-Liter-Version, den Carve. Die Linie erstreckt sich von 93 bis 155
welche wir getestet haben, über die 131-Liter- Liter, wobei wir die mittlere Version mit 122 Liter
bis hin zur 141-Liter-Version und ist sowohl in der Board-Ergebnisse getestet haben. Den Futura gibt es (erschreckender- Board-Ergebnisse
Wood- als auch in der Tufskin-Bauweise erhältlich. weise „nur“) in vier unterschiedlichen Bauweisen.
Für unseren Test stand die Wood-Version auf dem Angleiten Im Test hatten wir die zweitleichteste Wood-Version. Angleiten
Prüfstand. Das Board bietet Standard-Fußschlaufen Außerdem sind noch die extrem leichte und teure
Beschleunigung Beschleunigung
und Standard-Fußpads, welche sich in drei unter- Wood-Carbon-Version, die Technora- und die Tufskin-
schiedlich positionierte Plug-Reihen schrauben Geschwindigkeit Bauweise erhältlich. Im Vergleich zum Vorjahr wurde Geschwindigkeit
lassen. Besonders auffällig sind die Cutouts am Top End Control
das Heck mit Wingern schmaler gemacht. Im Heck Top End Control
Heck des Unterwasserschiffes und das ausgeprägte hat der Futura wie der Carve­ Cutouts. Des Weiteren
Dome-Deck im hinteren Bereich des Boards. Das V Manövereigenschaften finden wir von den vorderen Fußschlaufen bis zum Manövereigenschaften
ist im Unterwasserschiff im hinteren Teil stärker Benutzerfreundlichkeit Heck ein deutliches Dome-Deck. Von der Nose bis zur Benutzerfreundlichkeit
ausgeprägt als im vorderen, am stärksten auf Höhe Mastschiene erstreckt sich eine tiefe Deck-Konkave,
der vorderen Fußschlaufen, wobei es in Richtung welche den Mastfuß und damit den Schwerpunkt des
Finnenkasten wieder ausläuft. Als einziger Her- Eignung Riggs tiefer setzt und darüber hinaus das „Close the Eignung
steller im Test bedient sich Starboard dem Tuttle- Gap“-Fahren erleichtern soll. Zwei Plugreihen mit
Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
Box-Finnensystem mit zwei Schrauben. Zum Board zwei Positionierungsmöglichkeiten innen und drei
gibt es wie beim Futura eine 40 Zentimeter lange Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer außen erlaubt die Montage der Standard-Fußschlau- Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
G10-Finne. fen von Drake. Das Unterwasserschiff zeigt ein aus-
Einsatzbereich Freeride Freerace Einsatzbereich Freeride Freerace
geprägtes V mit leichter Doppelkonkave, diese läuft
Auf dem Wasser zwischen Mastspur und vorderen Fußschlaufen aus,
Ehrlich gesagt können wir uns nicht mehr an den das V bleibt bis zum Heck hin bestehen und läuft
Carve aus dem Jahr 2007 erinnern. Zu viele unter- dort aus. Auch im Futura finden wir das Tuttle-Box-
schiedliche Bretter haben wir seit unserem letzten Finnensystem mit zwei Schrauben. Carve und Futura
Test dieses Boards unter den Füßen gehabt. Trotz- haben die gleiche Finne: eine 40 Zentimeter lange
dem fühlt man sich gleich wohl auf dem Carve G10-Finne.
und braucht überhaupt keine Eingewöhnungszeit.
Er liegt stabil im Wasser und kommt schnell und Auf dem Wasser
einfach über die Gleitgrenze. Seine Beschleunigung Der Futura ist im Vergleich zum Vorjahr sportlicher
ist konstant und gleichmäßig, ohne den Piloten zu geworden und grenzt sich so deutlich zum Carve ab.
überfordern. Und so hat man genügend Zeit, sich Bis man über die Gleitschwelle gekommen ist, steht
entspannt in die Schlaufen zu stellen, um einen man auf dem Futura durch seine breitere Outline fast
sicheren Stand zu haben. In Gleitfahrt stellt sich noch stabiler als auf dem Carve. Jedoch ist es mit
das für Starboard typische Fahrgefühl ein. Das der Gemütlichkeit vorbei, sobald das Board ins Rut-
Board ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen und schen kommt. Denn schon bei der Beschleunigung
auch härtester Chop bringt den Carve nicht aus dem merkt man einen deutlichen Unterschied. Der Futura
Konzept. Er gleitet seelenruhig dahin und ist damit kommt viel schneller auf seinen Topspeed, bleibt
sowohl für den Aufsteiger als auch für den fortge- aber im Vergleich zu anderen sportlichen Testkandi-
schrittenen Windsurfer ein angenehmer Begleiter. daten dabei sehr gut zu kontrollieren und macht es
Mit mehr Wind beschleunigt der Carve auch auf dem Fahrer nicht ganz so schwer, bis man mit den
höhere Geschwindigkeiten, er bringt im Grunde im- Füßen sicheren Halt in den Schlaufen hat. Auf hohem
mer das Potenzial, was der Fahrer ihm abverlangt. Speed angekommen liegt es beim Futura nur an der
Im Vergleich zum Futura fängt der Carve aber nicht Performance des Fahrers, wie schnell man wird. Mit
an „zu fliegen“, das bedeutet, er behält immer einem leistungsstarken Segel kombiniert, erreicht
genügend Wasserkontakt, um ein gutes Handling man slalomähnliche Geschwindigkeiten, hat dabei
und einfache Kontrolle zu ermöglichen, wird aber aber immer noch recht gute Kontrolle über das Brett.
auf längeren Strecken vom Futura abgehängt. In Bauweise Wood Der Futura läuft freier als der Carve und wird dem-
Manövern zeigt sich der Carve ziemlich vielseitig, Länge 251 cm entsprechend auch deutlich schneller. Wie Carve und Bauweise Wood
auch wenn ihm ein bestimmter, moderater Radius Breite 68 cm Futura nun aufgestellt sind, erinnert es uns stark an Länge 245,5 cm
deutlich mehr zusagt als enge Turns mit hoher Kan- Volumen 121 l die Zeiten des S-Type, und so macht die Differenzie- Breite 71,5 cm
tenbelastung. In Halsen kann man also nicht viel Gewicht ohne Schlaufen & Finne 7.400 g rung wirklich Sinn. Sportlichen Fahrern würden wir Volumen 122 l
verkehrt machen und dank der guten Gleiteigen- Relation (Gramm je Liter) 61,2 g/l klar den Futura empfehlen, du wirst definitiv zu den Gewicht ohne Schlaufen & Finne 7.220 g
schaften ist es auch nicht so geübten Windsurfern Offizielles Gewicht (ohne S. & F.) 7.560 g schnellsten Windsurfern an deinem Strand gehören. Relation (Gramm je Liter) 59,2 g/l
möglich, schnell durch Halsen durchzugleiten. Finnenlänge (Materail; System) 40 cm (G10; TU) Offizielles Gewicht (ohne S. & F.) 7.130 g
Empfohlene Segelgrößen 5.0 – 8.0 qm Finnenlänge (Material; System) 40 cm (G10; TU)
Preis 1.599,- Euro Empfohlene Segelgrößen 5.5 – 9.0 qm
Preis 1.599,- Euro

| Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


7
local hero
Die Geschichte des Windsurfens

Ta bou Rocket 125


Autobiografische Erinnerungen von Deutschlands
Rocket 95 – 95 l – 237 cm 58 cm
Rocket 105 – 105 l – 242 cm 61 cm Windsurfpionier Jürgen Hönscheid.
Rocket 115 – 115 l – 242 cm 66 cm
Rocket 125 – 125 l – 245 cm 69 cm
Rocket 135 – 135 l – 250 cm 72 cm
Wellenreiter, Windsurfl egende, Weltenbummler – Jürgen Hönscheid
Rocket 145 – 145 l – 245 cm 76 cm
verkörpert wie kein zweiter Deutscher die Zeit, in der Windsurfen noch
unumstritten der Trendsport Nummer eins war.

Im Alter von 12 Jahren fi ng er 1966 auf Sylt mit dem Wellenreiten an.
Die Gesellschaft war im Umbruch. Die 68er-Generation löste sich von
den Fesseln ihrer Eltern und ging in der Hippiekultur auf. Surfen war
ein Synonym für Freiheit, Unabhängigkeit und Naturverbundenheit.
Inmitten dieser Zeit erlebte der Autor seine turbulente Jugend. Mit 18
Am Strand Jahren entdeckte Jürgen Hönscheid das Windsurfen für sich und wurde
Fazit
Der Tabou Rocket ist als klassischer Freerider im Tabou-
Der Rocket ist und bleibt als Freerideboard
Programm platziert. Der 125er ist das drittgrößte der zu einem der international erfolgreichsten Profis der 80er-Jahre.
nicht zu kritisieren und überzeugt uns in allen
sechs Boards umfassenden Boardrange. Die Rockets sind
Bereichen mit einer tollen, leicht zugänglichen
in drei unterschiedlichen Bauweisen erhältlich: Es gibt die
Performance und gutem Handling.
günstige GT-Version, die besonders leichte LTD-Version Jürgen Hönscheid ist auch heute noch durch und durch vom Surfsport ge-
sowie die Standardbauweise, welche wir in diesem Jahr
getestet haben. Der Shape des Rocket 125 geht unver- prägt. Er lebt den Spirit, der in der Branche oft nur noch als Marketinghülse
ändert in die neue Saison, nachdem sein Shape in der
herhalten muss.
vergangenen Saison verändert wurde. Im Vergleich zum
Vorgänger wurde der flache Bereich im Unterwasserschiff Board-Ergebnisse
verlängert, um die Gleiteigenschaften und die Kontrolle
zu verbessern. Lediglich der Shape der 115er- und 135er- Angleiten
Als einer der deutschen Waterman-Pioniere fängt Jürgen Hönscheid
Modelle wurden von 2009 auf 2010 überarbeitet. Das Un- den Zeitgeist von 50 Jahren Surf- und Windsurfgeschichte ein. Er hat
Beschleunigung
terwasserschiff des 125er-Rocket beginnt an der Nose mit
einer Doppelkonkave und einem V. Die deutlichste Stelle Geschwindigkeit die Entwicklung der Funsportarten hautnah miterlebt und maßgeblich
der Doppelkonkave liegt auf Höhe des Mastfußes. Auch
das V wird zur Mitte hin am deutlichsten. Im hinteren
Top End Control beeinfl usst. Mit diesem Buch lässt der Autor den Leser durch unzählige
Bereich läuft die Doppelkonkave aus und das Unterwas- Manövereigenschaften
Geschichten und Anekdoten an seinen Erlebnissen teilhaben.
serschiff ist nur noch durch ein V geprägt. Auf ganzer Benutzerfreundlichkeit
Länge des Unterwasserschiffs endet die Doppelkonkave
jedoch nicht direkt an der Kante, sondern fünf Zentime-
Eignung „Mein Arbeitgeber ist der Wind” – eine unvergleichliche, nie da gewe-
ter vorher. Das letzte Stück bis zur Kante ist dann plan.
Die Ausstattung des Boards gefällt uns gut: Heel-Shock- sene Zeitreise durch die Geschichte zweier Funsportarten.
Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
Absorber sorgen für eine komfortable Fahrt, die Pads
bieten auch zum Dümpeln einen angenehmen Halt und Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
die darauf montierten Fußschlaufen funktionieren gut und
Einsatzbereich Freeride Freerace
sind bequem. Das Board hat eine innere und eine äußere
Plugreihe. Es gehört eine 44 Zentimeter lange GFK-Finne
mit einer Standard-Freeride-Outline dazu.

Auf dem Wasser


Bereits Mitte letzten Jahres hatten wir den 125er im Test,
damals jedoch in der teuren und leichten LTD-Version.
Doch auch die etwas günstigere Bauweise sorgte für ein
stetiges Grinsen auf unseren Gesichtern beim Testen.
Und ehrlich gesagt würden wir mal behaupten, dass ein
echter Unterschied zwischen den beiden Brettern auf dem
Wasser nur für die Prinzessin auf der Erbse spürbar sein
dürfte. So steht unser Board seinem teureren Bruder in
rein gar nichts nach. Der Rocket ist im Vergleich zu seinen
Mitbewerbern einfach ein sehr schönes Freerideboard
ohne Schwächen, das genau das macht, was ein Freeride­
board in dieser Klasse können muss: Es gleitet spiele-
risch an, beschleunigt gut, aber nicht explosiv und damit
nicht überfordernd auf einen guten Topspeed und ist in
allen Lagen einfach zu kontrollieren. Wie auch im letzten
Jahr empfanden wir den Rocket als ein sehr vielseitiges
Freerideboard. Es ist hinsichtlich der persönlichen Anfor-
derungen variabel trimmbar. Man kann es sowohl ange-
powert über die Finne als auch entspannt im aufrechten
Stand fahren, in beiden Situationen hat man das Gefühl,
mit dem Rocket einen guten Begleiter unter den Füßen zu
haben. Windsurfern, die das Brett hauptsächlich angepo-
wert im Grenzbereich fahren wollen, empfehlen wir eine
andere Finne. Für den herkömmlichen Einsatz ist sie voll- Bauweise Glass/PVC Full Sandwich
kommen ausreichend. Man merkt jedoch, dass noch mehr Länge 245 cm
im Brett steckt als die Finne zulässt. Fährt man mit dem Breite 69 cm
Rocket in die Halse, hält es ruhig und leicht kontrollierbar Volumen 125 l
die Spur und kommt mit einer guten Geschwindigkeit aus Gewicht ohne Schlaufen & Finne 7.880 g
dem Turn heraus. Schwere Windsurfer können mit dem Relation (Gramm je Liter) 63 g/l
Board auch engere Radien fahren, doch am Ende des Offizielles Gewicht (ohne S.& F.) 7.800 g
Tages mag der Rocket es lieber, mit nicht zu viel Druck Finnenlänge (Material; System) 44 cm (k.A.; PB)
auf der Kante einen schönen, eher weiteren Bogen zur
Richtungsänderung zu fahren.
Empfohlene Segelgrößen 5.5 bis 8.0 qm
Preis 1.299,- Euro
Direkte Bestellmöglichkeit unter:
info@terraoceanisverlag.de | oder 0431-9969977
8 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |
freeridesegeltest local hero

Segelvertrieb te Segeltop einen sehr gestreckten Eindruck, die Chop wird durch das Segel abgefedert und nicht
Ezzy Sails Fr eeri de 4 Technor a 7.0

Achterliekoutline hat eine deutliche Konkave. wie bei harten und direkten Segeln unmittelbar
Ezzy Sails Deutschland BS Sport GbR
an den Piloten weitergegeben.
Tel.: +49 (0)40 50 69 85 12 Aufriggen
info@ezzysails.de | www.ezzy.com Spätestens seit dem Artikel im letzten Windsurfing
Positiv Ein klassisches Freeridesegel mit toller
Journal müsste nun eigentlich jeder Windsurfer
Gesamtperformance
wissen, wie leicht es ist, ein Ezzy-Segel richtig
zu trimmen. Man muss sich eben nur an die
Negativ Nichts zu kritisieren.
Anhaltspunkte im Segel halten. Die Einstellung
des Freeride 4 ist wirklich kinderleicht. Leichte
Windsurfer sollten das Vorliek bis zur innersten
Markierung im Segeltop durchziehen, mittel-
schwere Windsurfer bis zur mittleren, schwere
Windsurfer bis zu der ersten. Die Gabelbaumlänge
kann man dann einfach mithilfe der farbigen Segel-Ergebnisse
Fäden an der Ackterlieköse idiotensicher richtig
Angleiten
wählen. Mehr ist zu einem Ezzy-Segel nicht zu
sagen, das Aufriggen ist durch die vorbildlichen Beschleunigung
Hilfen absolut problemlos. Geschwindigkeit

Fahreigenschaften Top End Control


Das Freeride 4 von Ezzy ist als klassisches Handling
Freeridesegel zu charakterisieren. Es funktio-
Wind Range
niert in allen Bereichen über einen sehr breiten
Windbereich auf nur einer Einstellung sehr gut,
ohne erkennbare Schwächen. Beim Dümpeln Eignung
Der erste Eindruck Trimmhilfen angebracht: Drei unterschiedlich liegt es sehr leicht in der Hand. Es verhilft dem
Bereits in der vierten Auflage ist das Freeride- lange, farblich auf die Trimmmarkierungen im Brett schnell über die Gleitgrenze und beschleu- Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
Segel von Ezzy Sails erhältlich. Das Segel hat Segeltop abgestimmte Fäden sorgen dafür, dass nigt schnell auf einen hohen Topspeed. Das weit
Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
sieben Segellatten, wobei die untersten zwei man beim Trimm nichts verkehrt machen kann. ausgestellte Unterliek sorgt dafür, dass man die
dicht beieinander unterhalb des Gabelbaumes Die Vorliekbahn ist aus X-Ply. Zusätzlich ist sie Lücke zwischen Board und Segel leicht schließen Einsatzbereich Freeride Freerace
liegen. Die Latten sind alle im „Sandwich-System“ durch eine Lage Dacron verstärkt. Ein kleines PVC- und so in einer angepowerten Position ent-
zwischen die einzelnen Segelpanels genäht. Die Fenster im Gabelbaumbereich zwischen zweiter spannt dahingleiten kann. Windlöcher machen
Lattenenden sind durch eine schmale Gummilippe und dritter Segellatte verbessert die Durchsicht. dem Ezzy-Segel nichts aus, es gleitet problem- 5.5, 6.0, 6.5, 7.0, 7.5, 8.5, 9.5
auf der einen Seite und auf der anderen Seite durch Der Mast wird durch einen Becher mit Variotop los durch. Auch in Manövern macht es durch Vorliek 478-481 cm
Gurtband geschützt. Die vier Minibattens sind mit gehalten. Der gut gepolsterte Mastprotektor ist das geringe Gewicht eine gute Figur. Dank der Gabel 197-205 cm
kleinen runden Latten gefüllt. Das Unterliek ist nur am oberen Ende mit dem Segel verbunden, Segellattenkonfiguration (die Latten enden an Gewicht 4.680 g
mit einer zwei Zentimeter breiten Gummilippe ansonsten kann man ihn komplett abklappen der Masttasche) rotiert das Segel butterweich Relation 669 g/qm
geschützt. Des Weiteren finden wir vier verschie- und hat so freien Zugriff zur Trimmrolle. Die und angenehm. Durch den RD-Mast im Segel Latten 7
dene Sorten X-Ply im Segel, im oberen Bereich Dreifach-Trimmrolle lässt sich durch einen D-Ring hat man das Gefühl, dass das Segel „atmet“ und Preis 489,- Euro
ist das leichte Technora-X-Ply verarbeitet. Um die austauschen. Ezzys Lattenspanner ist über der sich so allen Situationen individuell anpasst. Das Empf. und
Achterlieköse herum ist das Segel stark verstärkt. Trimmrolle in einer kleinen Tasche untergebracht. eher weiche Fahrgefühl macht sich vor allem auf verw. Testmast Ezzy Sails The Hookipa
Dort findet man auch die für Ezzy typischen Die Segeloutline macht durch das weit ausgestell- unruhigem Untergrund positiv bemerkbar. Harter Mast 460 RDM

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9
local hero freeridesegeltest

Segelvertrieb Aufriggen
Positiv Hervorragendes, klassisches
Beim Gaastra Matrix kann man nichts verkehrt
New Sports GmbH Freeridesegel.­
machen, wenn man sich an die angegebenen
Tel.: +49 (0)2234 93 34 00
Maße hält. Für mittelschwere Windsurfer ent-
tim@gaastra.de | www.gaastra.de Negativ Nichts.
steht damit ein Trimm, mit dem er über einen
großen Windbereich wirklich lange Spaß haben
kann. Je nach Fahrergewicht ist das Matrix leicht
einstellbar, da es Trimmveränderungen deutlich
im Shape und am Loose Leech zu erkennen gibt.
Ansonsten lässt sich das Segel leicht aufriggen.
Lediglich dem Mastzapfen im Top sollte man
Gaastr a Matrix 7.0

etwas Beachtung schenken. Der sollte schon


im Mast stecken, bevor man die Spannung an
das Unterliek anlegt, damit dieser nicht daran
vorbeirutscht. Segel-Ergebnisse
Angleiten
Fahreigenschaften
Als klassisches Freeridesegel ist am Matrix seit Beschleunigung
Jahren nichts auszusetzen. Und das ändert sich Geschwindigkeit
auch in diesem Jahr nicht. Es ist einfach für alle
Windsurfer, die einen hervorragenden Kompromiss Top End Control
aus Leistung und Handling suchen, eine sehr gute Handling
Alternative. Es zeigt in keinem Bereich Schwächen
Wind Range
und war für den normalen Freerideeinsatz eines
der beliebtesten Segel im Testteam. Dank des
leichten Gewichts liegt es beim Dümpeln gut in Eignung
Der erste Eindruck auf das Segel genäht und die Lattenenden von der Hand, kommt schnell in Fahrt und erreicht eine
Das Matrix ist als camberloses Segel von Gaastra der einen Seite mit einem Gummipad, von der tolle Endgeschwindigkeit. Dabei liegt es zu jeder- Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
für jeden konzipiert, der nach einem ausgewo- anderen durch den Lattenspanner geschützt. Bei zeit sehr ausbalanciert in der Hand, mit gleichmä-
Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
genen Freeridesegel sucht. Von 5.5 bis 8.5 gibt den vier Latten über dem Gabelbaum kommen ßiger Druckverteilung. Auch in Manövern macht
es in 0.5-Quadratmeter-Schritten sieben unter- Tubelatten zum Einsatz. An der Unterliekkante das Matrix eine gute Figur und ist spielend auf Einsatzbereich Freeride Freerace
schiedliche Größen. Im Vergleich zum Vorjahr gibt wird zum Schutz eine dünne Gummilippe ver- neue Situationen einzustellen. Beeindruckend ist
es eine designtechnische Überarbeitung, aber wendet, die bis zur Achterlieköse reicht. Die auch die Windrange, die man mit dem Matrix auf
ansonsten nur kleine Veränderungen, welche die Nähte im Unterliekbereich sind nicht sichtbar nur einer Einstellung abdeckt. Es ist sowohl unten 5.5, 6.0, 6.5,7.0, 7.5, 8.0, 8.5
Charakteristik des Segels nicht verändert haben und gut geschützt, da das Dacron nach dem heraus als auch in den oberen Windbereich hinein Vorliek 479 cm
sollen. So wurde zum Beispiel das Vorliek von Vernähen umgeklappt wurde. Die anderen bei- ein angenehmer Begleiter. Das Segel eignet sich Gabel 203 cm
480 auf 479 Zentimeter geringfügig gekürzt. Das den Hauptnähte im Unterliekpanel sind durch sowohl zum stundenlangen Dahingleiten wie auch Gewicht 4.680 g
Segel besteht fast ausschließlich aus Monofilm. Gummilippen vor dem Abscheuern geschützt. Die zum einen oder anderen Matchrace mit deinen Relation 669 g/qm
Lediglich im Unterliekbereich, an der Vorliekbahn Dreifach-Trimmrolle ist recht gut zugänglich und Kollegen. Und solltest du doch Letzter werden: Am Latten 6
und an der Achterliekkante kommt X-Ply zum durch einen eher dünnen Mastprotektor geschützt. Segel kann das nicht gelegen haben. Auch wenn Preis 559,- Euro
Einsatz. Das Segel hat sechs Segellatten und zwei Auf die Vorliekbahn aus X-Ply ist eine Dacronlage du mal wieder klassische Freestylemanöver wie Empf. und
Minibattens, welche mit kleinen, sehr breiten als zusätzlicher Verschleißschutz genäht. Der Mast 360er oder Duck Jibes fahren möchtest, macht das verw. Testmast Gaastra 75 (55) SDM
Latten gefüllt sind. Die Latten sind von einer Seite wird durch einen Zapfen im Segel gehalten. Matrix problemlos alles mit.

Segelvertrieb drei Fingerbreit Dacron zum Schutz genäht. Im ein angenehmes Handling. Auch in Manövern
obersten Panel ist Gun Sails Trimmhilfe FRED macht das Gun Sails eine sehr gute Figur und
Gun Sails v. Osterhausen GmbH
(Fast Rigging Easy Doing) positioniert. Durch rotiert nach der Halse weich und angenehm. Als
Tel.: +49 (0)6893 8 01 10 einen aufgeklebten Punkt unterhalb der ober- klassisches Freeridesegel in Kombination mit
service@gunsails.de | www.gunsails.de sten Latte wird genau angezeigt, bis wohin das den in dieser Ausgabe getesteten Boards ist es
Loose Leech reichen sollte. eindeutig in der Topgruppe dabei, hinsichtlich
des Preis-Leistungs-Verhältnisses unerreicht.
Aufriggen
Mit einer empfohlenen Mastlänge von 465 Positiv Ein rundes Gesamtpaket für grenzen-
Zentimeter hat das Future das kürzeste Vorliek losen Spaß zum unschlagbaren Kurs.
Gu n Sails F ut ur e 6.9

im Test. Das liegt zum einen an dem kompakten


Shape, zum anderen aber auch an dem Cutout, Negativ Als Freeridesegel nicht zu kritisieren.
wodurch die Trimmrolle etwas oberhalb am
Unterliek angebracht ist. Auf dieser Einstellung
hat das Future ein sehr ausgeprägtes Loose Leech,
das weit Richtung Masttasche ins Segel hinein- Segel-Ergebnisse
ragt. Bei der Gabellänge soll man sich nicht
Angleiten
täuschen lassen. Erst kommen einem die 201
Zentimeter etwas zu kurz vor. Legt man dann aber Beschleunigung
Spannung ans Achterliek an, merkt man, dass es Geschwindigkeit
genau richtig ist. Ansonsten ist das Future sehr
leicht aufzubauen und macht vollkommen falten- Top End Control
frei einen sehr guten Eindruck. Handling

Wind Range
Fahreigenschaften
Das Future gehört bei unserem Test ebenfalls in
Der erste Eindruck nötige Stabilität. Ebenfalls stabilitätsfördernd die Gruppe der positiven Überraschungen. Und Eignung
Das Future ist Gun Sails camberloses Free­ wirkt eine Dacronbahn, die in das dritte Panel das liegt nicht daran, dass wir ein schlechtes
ridesegel. Es hat sechs Latten, davon sind geklebt ist. Die Unterliekkante ist durch eine Segel erwartet hätten. Vielmehr hat es uns so Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
drei Tubelatten. Sie sind, bis auf die zweite Gummilippe bis hin zur ersten Latte geschützt. positiv überrascht, dass wir die Zeit mit ihm auf
Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
von unten, alle von der gleichen Seite auf Auf der Tasche dieser Latte ist ebenfalls eine dem Wasser wirklich genossen haben und unse-
das Segel genäht. Die Lattenenden sind auf Gummilippe vernäht, damit das Segeltuch re Erwartungen deutlich übertroffen wurden. Einsatzbereich Freeride Freerace
der einen Seite durch Gummipads, auf der nicht durchscheuert, wenn man das Segel Wir hatten mit dem Segel jede Menge Spaß,
anderen Seite konstruktionsbedingt durch den beim Wasserstart über das Brett zieht. Die es hat im Grunde keine Schwächen und ist
Lattenspanner geschützt. Es gibt insgesamt Hauptnaht im Unterliekbereich ist umgeklappt über einen breiten Einsatzbereich auf nur einer 4.7, 5.5, 6.0, 6.9, 7.5, 8.1
fünf Minibattens, die aus kleinen runden Latten und dadurch geschützt. Der Mastprotektor in Trimmeinstellung ein sehr guter Begleiter. Der Vorliek 465 cm
bestehen. Das Segel ist fast ausschließlich aus angedeutetem Moto-X-Style verbirgt eine um Shape ist moderat vorgeformt, der Wind formt Gabel 201 cm
Monofilm. In den kritischen Bereichen kommen 90 Grad gedrehte Dreifach-Trimmrolle. Diese ist es noch deutlicher und beschleunigt das Future Gewicht 4.920 g
insgesamt drei unterschiedliche Arten X-Ply durch einen Cutout etwas erhöht positioniert. leicht und schnell über die Gleitschwelle auf Relation 713 g/qm
zum Einsatz. Am Achterliek finden sich eine Dadurch sitzt das Segel insgesamt tiefer und einen guten Topspeed. Es liegt sehr kompakt in Latten: 6
Öse und ein Cutout. Über dem Cutout endet man kann einfacher die Lücke zwischen Segel der Hand. Als Pilot kann man das Segel unver- Preis: 339,- Euro
im Vergleich zu den anderen Herstellern keine und Board schließen. Der Mast endet in einer züglich und kraftsparend auf neue Situationen Empf. und
Latte, sondern eine Minibatten sorgt für die Gurtbandtasche. Auf die X-Ply-Vorliekbahn ist einstellen. Es reagiert schnell und sorgt so für verw. Testmast Gun Sails Cross/Expert 460

10 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


freeridesegeltest local hero

Segelvertrieb Zentimeter und Gabellänge 200 Zentimeter) liegt


Positiv Leichtestes Segel im Test mit
Powertrading GmbH man beim All Terrain genau richtig. Schon beim
bestem Handling und Spitzenposition im
Ausrollen fällt einem das leichte Gewicht des
Tel.: +49 (0)431 319770 Freemovebereich.
Segels auf. Es ist der leichteste Testkandidat
info@powertrading.de | www.naishsails.com und hinsichtlich des Schnittes deutlich auf den
Negativ Wer ein Performance-Freeridesegel
Freemovebereich ausgelegt. Alles in allem ist das
von Naish sucht, sollte das Sprint wählen.
All Terrain sehr problemlos aufzuriggen. Der Mast
geht leicht in die Masttasche und die Trimmkräfte
sind ebenfalls nicht sonderlich hoch.
Naish All Ter r ain 7.0

Fahreigenschaft
Kein anderer Testkandidat ist so deutlich auf den
Freemovebereich ausgelegt wie das All Terrain.
Im direkten und unmittelbaren Vergleich hat man
beim All Terrain das Gefühl, man würde kein 7.0er,
sondern maximal ein 6.4er in der Hand halten. Segel-Ergebnisse
Es fühlt sich unheimlich leicht an. Es kommt gut
Angleiten
ins Gleiten und liegt dabei sehr ausbalanciert in
der Hand. Der Druck wird gleichmäßig auf beide Beschleunigung
Hände verteilt. Mit dem All Terrain steht man in Geschwindigkeit
einer aufrechten und manöverorientierten Position
auf dem Board. Es schreit förmlich nach dem Top End Control

nächsten Move und ist so auch für den Leichtwind- Handling


Freestyleeinsatz unter den Testkandidaten die erste
Wind Range
Wahl. Dank dieser Fahreigenschaften ist das All
Terrain auch als Leichtwind-Powerwavesegel eine
Der erste Eindruck ist durch eine dünne Gummilippe geschützt. Der absolute Empfehlung. In Manövern stellt es sich Eignung
Das Naish All Terrain wird vom Hersteller als Mastprotektor macht einen guten Eindruck und ganz neutral und liegt, wir können uns da nur
„früh angleitendes Freestyle-Wavesegel“ kate- Naishs eigens entwickelte Dreifach-Trimmrolle ist wiederholen, verdammt leicht in der Hand. Für Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
gorisiert. Der Segelshape hat sich im Vergleich um 90 Grad gedreht und sehr gut erreichbar. Die den normalen Freerideeinsatz ist das All Terrain Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
zum Vorjahresmodell nicht verändert, das Gewicht Lattenenden sind beidseitig mit kleinen Gummipads vor allem leichteren Windsurfern zu empfehlen,
jedoch durch die Verwendung des Naish-eigenen geschützt. Der Mast wird im Top durch einen Vario- die nicht darauf aus sind, sich von einem Race Einsatzbereich Freeride Freerace
X-Ply-Materials X-166 um krasse 30 Prozent redu- Zapfen im Segel gehalten. Dort ist das Segel ins nächste zu stürzen. Auch wenn es eine gute
ziert. Das All Terrain hat fünf Segelatten, welche außerdem sehr gut verstärkt und das Tuchmaterial Endgeschwindigkeit erreicht, kann es systembe-
alle von der gleichen Seite auf das Segel genäht durch dicke Patches vor Abrieb geschützt. An der dingt nicht vorn mitfahren – soll es ja aber auch 4.0, 4.5, 5.0, 5.5, 6.0, 6.5, 7.0
sind, und drei Minibattens, gefüllt mit kleinen Vorliekbahn ist ein etwa fünf Zentimeter breiter gar nicht. Das All Terrain soll in Manövern Spaß Vorliek 473 cm
runden Latten. Es besteht ausschließlich aus X-Ply. Dacronstreifen auf das X-Ply genäht. Im Segeltop machen und den Fahrer dazu animieren, neue Tricks Gabel 200 cm
Hierbei kommen vier verschiedene Sorten zum kommt das „X-166 Ultralight Scrim“-X-Ply von zu versuchen und seine alten zu verbessern. Dafür Gewicht 4.220 g
Einsatz. Im Segelfenster ist grobmaschiges X-Ply Naish zum Einsatz, welches das Segel in diesem ist es wie geschaffen und wird sicherlich schnell Relation 602 g/qm
für eine bessere Durchsicht verarbeitet. Das Segel Bereich besonders leicht machen soll. zu Lernerfolgen führen. Auf einer Einstellung hat Latten 5
hat einen Achterliekring, welcher direkt auf der das All Terrain einen großen Windeinsatzbereich, Preis 699,- Euro
Achterliekkante sitzt. Dieser ist aus sehr leich- Aufriggen lediglich bei zunehmendem Wind sollte man an Empf. und
tem und stabilem Titan gefertigt. Das Unterliek Mit den empfohlenen Angaben (Vorliek 473 Vor- und Achterliek kräftig nachtrimmen. verw. Testmast FS 100 460

Segelvertrieb Kraft braucht, um den Mast in das Segel zu des Fahrers ausgebremst. Dabei funktioniert
stecken. Die Vorprofiliertheit des Segels trägt es auf einer Einstellung über einen großen
Boards and more GmbH
dazu ihren Teil bei. Dank der MIN- und MAX- Windeinsatzbereich hinweg und verhindert so
Tel.: +49 (0)89 66 65 52 72
Aufkleber im Segeltop erkennt man leicht, wie lästiges Nachtrimmen.
info@north-windsurf.com | www.north-windsurf.com weit man das Vorliek durchziehen muss, um den
richtigen Trimm für sich zu finden. Wir empfeh- Positiv Performance-Granate mit Podiums­
len insbesondere leichten und mittelschweren garantie und riesiger Windrange.
Windsurfern auch bei weniger Wind das Segel
so zu trimmen, dass sich das Loose Leech bis
Nor th Sails X- Ty pe 7.3

Negativ Die Top-End-Leistung bedingt leichte


zum MAX-Punkt öffnet. Bei zunehmendem Wind Abstriche beim Handling.
schadet es dem Segel keinesfalls, über den
MAX-Punkt hinauszugehen, denn das Profil im
unteren Bereich ist nie ganz aus dem Segel zu
trimmen. Die Angaben zur Gabellänge sind sinn-
vollerweise an der Mastaussparung angegeben,
da sie sich je nach Höhenposition der Gabel um Segel-Ergebnisse
bis zu vier Zentimetern unterscheiden können.
Angleiten

Fahreigenschaften Beschleunigung
Der direkte Vergleich zu den anderen Mit­ Geschwindigkeit
bewerbern macht den Anspruch des X-Type
schon nach wenigen Schlägen deutlich: Es möch- Top End Control
te das schnellste Segel auf dem Wasser sein Handling
und diesen Anspruch kann es auch erfüllen. Dass
Wind Range
diese Performance etwas zulasten des Handlings
geht, liegt in der Natur der Sache. Beim Dümpeln
Der erste Eindruck Becher im Segel gehalten und der obere Bereich kann es seine Größe nicht ganz verhehlen, Eignung
Das X-Type ist das camberlose Performancesegel ist durch einen Gummirand geschützt. Das durch sowie man aber eingehakt in Gleitfahrt unter-
von North Sails und geht unverändert in die neue Monofilm bestimmte Segel verwendet X-Ply nur wegs ist, sorgt der ausbalancierte und tief- Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
Saison. Das X-Type ist in sieben Größen zwischen im Achterliek- und Unterliekbereich. Der Monofilm ere Druckpunkt für ein angenehmes Fahrgefühl
Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
5.4 und 8.8 Quadratmeter erhältlich. In der von uns läuft bis zur Masttasche und vom Unterliek bis zur und hebt dieses kleine Manko auf. In Sachen
getesteten Größe hat das Segel sieben Segellatten Latte über dem Gabelbaum ist zusätzlich ein dünnes Angleiten, Durchgleiten und Beschleunigung Einsatzbereich Freeride Freerace
(die beiden kleinsten Größen haben nur sechs Dacronpanel verarbeitet. Der Mastprotektor ist gehört das X-Type grundsätzlich zu den besten
Latten). Bis auf die Unterste sind alle Latten von dünn gepolstert und die Dreifach-Trimmrolle ist gut Segeln im Test. In allen Windbereich ist es das
der gleichen Seite auf das Segel genäht. Die erreichbar. Dank eines Cutouts am Achterliek ist die schnellste Segel im Test und treibt so manches 5.4, 6.0, 6.6, 7.3, 7.8, 8.2, 8.8
Lattenenden werden auf der einen Seite kon- Gabellänge reduziert. Das North Sails ist absolut Freerideboard an seine Grenzen. Es verlangt Vorliek 488 cm
struktionsbedingt durch die Lattenspanner und auf hochwertig verarbeitet und setzt auf eine lange nach leistungsstarken Freeraceboards, um sein Gabel 206 cm
der anderen Seite von Gummipads geschützt. Die Lebensdauer, wodurch das etwas höhere Gewicht Potenzial voll auszuschöpfen. Beispielsweise mit Gewicht 5.400 g
drei Minibattens bestehen aus drei sehr dün- zustande kommt. dem Starboard Futura gefahren erreicht man Relation 739 g/qm
nen Latten. Die wichtigsten Nähte im Unterliek Geschwindigkeiten von echtem Slalommaterial. Latten 7
sowie die Latte, die den Gabelbaum kreuzt, wer- Aufriggen Oben raus scheint das Segel hinsichtlich seiner Preis 670 ,- Euro
den durch Gummilippen vor dem Abscheuern Das X-Type ist leicht aufzubauen, auch wenn Performance keine Grenzen zu haben und wird Empf. und
geschützt. Der Mast wird durch ein Gurtband mit man bei einem jungfräulichen Segel etwas mehr eher durch das Board oder das (Nicht-)Können verw. Tesmast North Sails Platinum 460 SDM

| Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


11
local hero freeridesegeltest

Segelvertrieb 460er-RD-Mast mitgeliefert, was Sinn macht. Wir groß, dass man die Leistung des Segels nicht
haben das Segel auch mit einem SD-Mast auf- mehr aufs Board bekommt. Dann hilft auch kein
Sailloft Hamburg
geriggt, allerdings brauchen die Latten dann zur Nachtrimmen, denn das Profil ist auch mit vier
Tel.: +49 (0)40 8 50 11 91 Rotation durch die starke Profilierung des Segels Zentimetern mehr Vorliektrimm nicht aus dem
mail@sailloft.de | www.sailloft.de deutlich mehr Druck. Das Vorliek ist mit einer Segel zu bekommen.
Länge von 478 Zentimeter angegeben, was unserer
Meinung nach etwas zu wenig ist. Man kann Positiv Im unteren und mittleren Windbereich
es ruhig um zwei Zentimeter mehr durchsetzen, eines der leistungsfähigsten Segel im Test.
trotzdem hat das Cross noch einen sehr tiefen
Shape im unteren Bereich, nach oben hin läuft es Negativ Erst im oberen Windbereich kommt
dann aber in einem harmonischen Loose Leech das Cross an seine Grenzen.
aus. Leichte Fahrer sollten das Cross um drei
Saillof t Cr oss 7.0

Zentimeter mehr durchsetzen. Die Gabel sind wir


auf 204 Zentimeter gefahren, auch hier empfehlen
wir leichten Fahrern, mindestens einen Zentimeter
mehr anzulegen. Das Segel steht absolut faltenfrei, Segel-Ergebnisse
die Tuchspannung erinnert an den Bezug einer
Angleiten
Trommel. Beim neuen Design fällt auf, dass das
farbliche X-Ply-Panel auf Gabelbaumhöhe recht Beschleunigung
weit in das Segel hineinragt, sodass die Sicht Geschwindigkeit
durch das Segel ein wenig eingeschränkt ist.
Top End Control
Fahreigenschaften Handling
Das Vorgängermodell war eines unserer
Wind Range
Lieblingssegel in dieser Testkategorie und das
hat sich auch mit dem neuen Modell nicht geän-
Der erste Eindruck Segelpanel. Die Segellattenenden sind auf der dert, obwohl es einen merklich anderen Charakter Eignung
Das Cross geht mit einem neuen Design in einen Seite durch Gummipads und auf der ande- bekommen hat. Hatte das Vorgängermodell seine
die Saison 2010. Im Topbereich wurde eine ren Seite durch den Lattenspanner geschützt. Die Stärken vor allem auch im oberen Windbereich, Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
Segellatte gestrichen, um dort das Gewicht Segellatten sind alle von der gleichen Seite auf liegen diese nun eher im unteren. Das Handling
Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
zu reduzieren. Das neue Design soll zudem das Segel genäht. Es wurde eine Achterlieköse ist tatsächlich spürbar verbessert, sodass auch
eine bessere Allround-Trimmmöglichkeit bieten: mit dem SBC (Short Boom Concept) von Sailloft leichte Windsurfer das Cross gut fahren können. Einsatzbereich Freeride Freerace
Durch einen etwas bauchigeren Schnitt, etwas verbaut. Die Dreifach-Trimmrolle ist gut zugäng- Der tiefe Shape im unteren Bereich beschleunigt
mehr Loose Leech und Gewichtsreduzierungen lich und der Mastprotektor im Moto-X-Style lang das Cross schnell auf einen hohen Topspeed.
verspricht man sich einen noch breiteren sowie gut gepolstert. Wie für Sailloft typisch Vor allem im mittleren Windbereich gehört es zu 5.5, 6.0, 6.5, 7.0, 7.5, 8.0
Einsatzbereich sowie ebenfalls deutlich verbes- macht das Cross einen sauber verarbeiteten den leistungsstärksten Segeln im Test und fährt Vorliek 477 cm
serte Gleiteigenschaften. Das Segel hat sechs Eindruck mit sinnvollen Verstärkungen in den immer ganz vorn mit. Man hat nicht das Gefühl, Gabel 205 cm
Segellatten und zwei aufgenähte Minibattens kritischen Zonen. dass das Cross eine Leistungsbarriere hat, und so Gewicht 4.840 g
aus dickem Tuch. Es besteht fast überwiegend beschleunigt es Brett und Piloten immer weiter. Relation 691 g/qm
aus Monofilm und es kommen zwei unterschied- Aufriggen Dabei hat es auf nur einer Trimmeinstellung Latten 6
liche Sorten X-Ply zum Einsatz. Man findet das Schon beim Aufriggen fällt die starke Vorprofilierung einen breiten Windeinsatzbereich, was einem Preis 579,- Euro
X-Ply vor allem im Vorliek, an der Achterliekkante, des Cross auf und so muss man den Mast etwas lästiges Nachtrimmen am Strand erspart. Im Empf. und
um die Achterlieköse herum sowie im unteren beherzter ins Segel schieben. Sailloft hat uns einen oberen Windbereich wird der Druck dann so verw. Testmast Sailloft 460 DRS 75% RDM

Segelvertrieb Diese ist um 90 Grad gedreht und gut zugänglich auch mit höherer Vor- und Achterliekspannung die
sowie durch den Mastprotektor (im Moto-X-Style) Windrange des NCX oben raus nicht weiter vergrö-
APM Marketing GmbH
geschützt. Unterhalb der Gabelaussparung gibt es ßerbar. Dafür machen aber Manöver mit dem NCX
Tel.: +49 (0)89 89 51 11 70 einen weiteren Protektor auf der Masttasche. Im erstaunlich viel Spaß. Es liegt leicht in der Hand
team@apm-marketing.de | www.severnesails.com vierten Segelpanel ist quer eine doppelt vernähte und lässt sich gut auf alle Richtungsänderungen ein,
Dacronbahn angebracht. Diese soll dem Segel sodass auch leichtere Windsurfer mit dem Segel
zusätzliche Stabilität schenken. sehr gut zurecht kommen werden.

Aufriggen Pro Große Windrange, schnelle Beschleuni­


Die Herstellerangaben (472 Zentimeter Mast- gung, hoher Topspeed.
und 199 Zentimeter Gabellänge) bilden eine gute
Grundlage für mittelschwere Windsurfer und Contra Ein wenig technischer Input ist vonnö-
Sever n e NC X 7.0

ermöglichen den Einsatz über einen sehr breiten ten, um alles aus dem Segel herauszuholen.
Windbereich. Leichteren Windsurfern und sol-
chen, die bei mehr Wind mit ihrem 7.0er-NCX
aufs Wasser gehen möchten, empfehlen wir auf Segel-Ergebnisse
jeden Fall, das Vorliek um bis zu zwei Zentimeter
Angleiten
zusätzlich zu trimmen. Das Profil des Segels bleibt
dabei im unteren Teil des Segels im Grunde unver- Beschleunigung
ändert. Selbst mit noch größerer Vorliekspannung Geschwindigkeit
bekommt man den Shape nicht aus dem Segel.
Doch das Leech öffnet sich deutlich immer weiter Top End Control
und ermöglicht so das „Wegatmen“ von starken Handling
Böen noch besser.
Wind Range

Fahreigenschaften
Der erste Eindruck Die Segellatten sind wechselseitig auf das Segel Das NCX ist als sportliches Freeridesegel konzi- Eignung
Das NCX ist in der Severne-Range als camberloses genäht und bis auf die unterste sind alle beid- piert, mit dem man auch auf Freeraceboards eine
Freeracesegel platziert. Es soll dabei die Stabilität seitig durch Gummipads geschützt. Die zweite gute Figur machen soll. Diese Beschreibung des Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
und Geschwindigkeit eines Cambersegels bieten. Lattentasche von unten ist beidseitig durch eine Herstellers ist durchaus zutreffend, insbesondere im
Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
Neu für das Jahr 2010 ist ein Stabilisator-Panel, Gummilippe geschützt, da sie die Gabel kreuzt unteren und mittleren Windbereich ist das NCX ein
welches der Masttasche anliegt und für höchste und so Scheuerstellen auftreten könnten. Die sehr leistungsstarkes Segel, das aus den gegebenen Einsatzbereich Freeride Freerace
Profilstabilität an der kritischen Anströmkante Unterliekkante ist ebenfalls durch eine Gummilippe Windverhältnissen das Maximale an Speed heraus-
sorgen soll. Des Weiteren soll das so genann- geschützt, die bis zum Cutout reicht. Der Mast wird holen kann. Es gleitet gut an und beschleunigt
te S-Shaping in böigen Bedingungen den Druck durch Gurtband im Segel gehalten. Der obere schnell auf einen sehr guten Topspeed. Das Profil 5.5, 6.0, 6.5, 7.0, 7.5, 8.0, 9.0
von der Hinterhand nehmen und Positionshaltung Masttaschenbereich ist durch einen Protektor gut steht dabei einwandfrei und ermöglicht es auch Vorliek 472 cm
erleichtern. Dadurch sowie durch das reduzierte geschützt. Zwischen der zweiten und der vierten leichteren Windsurfern, sich voll und ganz aufs har- Gabel 199 cm
Losse Leech im Topbereich verspricht sich Severne Latten ist die Vorliekbahn eine Handbreit aus- monische Zusammenspiel zwischen Brett und Segel Gewicht 4.780 g
insgesamt eine Verbreiterung der Windrange schließlich aus Dacron. Im Bereich darüber ist zu konzentrieren. Die Druckverteilung ist gleichmä- Relation 682 g/qm
für das Segel. Das Segel besteht hauptsäch- zwei Fingerbreit Dacron auf den Monofilm genäht. ßig und der Pilot schießt in einer angepowerten Latten 7
lich aus Monofilm. X-Ply kommt im Unter- und Am Achterliek ist ein deutlicher Cutout mit zwei Haltung über das Wasser. Erst wenn der Wind Preis 539,- Euro
Achterliekbereich zum Einsatz. Das Segel hat Ösen. Das NCX ist das einzige Segel im Test, weiter zunimmt, kommt das NCX etwas an seine Empf. und
sieben Latten und drei kleine runde Minibattens. was am Unterliek eine Vierfach-Trimmrolle hat. Grenzen. Trotz gut funktionierendem Loose Leech ist verw. Testmast Red Line 460

12 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 | | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


12
freeridesegeltest local hero

Segelvertrieb ist mit 475 Zentimeter angegeben. Wir haben es


Positiv Ein absolut gelungenes Freeridesegel
auf 472 geriggt und hatten dann schon ein sehr
Fox Sports mit einer sehr ausgewogenen Performance und
ausgeprägtes Loose Leech, sodass wir leichten
Tel.: +31 (0)50 3 11 08 45 tollem Handling.
Windsurfern empfehlen würden, nicht mehr als
info@fox-sports.nl | www.tushingham.com 473 Zentimeter zu nehmen. Die Gabel ist hingegen
Negativ Nicht zu kritisieren.
mit 200 Zentimeter richtig angegeben und wir
können dir diese Einstellung auch empfehlen.
Im Ganzen macht das T4 einen sehr kompakten
Eindruck und gehört mit rund 4,2 Kilogramm zu den
leichtesten Segeln im Test.
Tush ingham T 4 7.0

Fahreigenschaften
Das T4 war das Überraschungssegel in unserem
Test. Denn ehrlich gesagt waren wir nach dem
Aufriggen etwas skeptisch, machte es doch
einen sehr gedrungenen Eindruck und weckte Segel-Ergebnisse
auch ansonsten durch sein eher konventionelles
Angleiten
Äußeres nicht gerade unser Interesse. Auf dem
Wasser kam dann aber ein großes Aha-Erlebnis. Beschleunigung
Das Segel ist wirklich sensationell. Es bietet Geschwindigkeit
einen hervorragenden Mix aus Handling und
Performance und ist erstaunlicherweise vor Top End Control
allem weit in den oberen Windbereich hinein auf Handling
nur einer Einstellung zu fahren. Auch im unteren
Wind Range
Windbereich konnte uns das T4 überzeugen. Es
gehört zu den besten Gleitern mit dem besten
Der erste Eindruck verarbeitet. Der mittlere Segelbereich wird stark und leichtesten Handling im gesamten Testfeld. Eignung
Das T4 ist Tushinghams ultimatives Freeridesegel, durch Monofilm dominiert. Die Segellatten sind Es ist für klassische Freerideboards wie geschaf-
aus dem T-Bird-Modell hervorgegangen und völlig wechselseitig aufgebracht. Die Lattenenden sind fen und wird so einer sehr breiten Käuferschicht Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
neu konzipiert für die Saison 2010. Der Hersteller durch beidseitige Gummipads, das Unterliek sowie jede Menge Freude bereiten. In Gleitfahrt ist es
Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
verspricht mehr Power im Angleiten sowie leich- die Hauptnaht durch Gummilippen geschützt. Der absolut ausgewogen, der Segeldruck verteilt
teres Handling im Vergleich zu seinem Vorgänger. Mastprotektor ist relativ kurz und unter ihm verbirgt sich gleichmäßig auf beide Hände und man hat Einsatzbereich Freeride Freerace
Der Cutout an der Achterlieköse ist genauso neu sich eine gut erreichbare und sehr große Öse nie das Gefühl, dass das T4 einen abschütteln
wie das Latten-Setup. In diesem Jahr sind im 7.0er anstelle einer Dreifach-Trimmrolle. Am Achterliek oder überfordern möchte, selbst wenn der Wind
nur noch sechs Latten verbaut und nicht mehr, wie befinden sich zwei Ösen. Das T4 ist das einzige mal plötzlich stark zunimmt. Hinsichtlich der 6.0, 6.5, 7.0, 7.5, 8.0, 8.5
im Vorjahr, sieben. Das Gewicht konnte so weiter Segel im Test, bei dem die gesamte Vorliekbahn Windrange auf nur einer Einstellung gehört Vorliek 475 cm
reduziert werden. Das T4 gibt es in sechs ver- ausschließlich aus einer Handbreit Dacron gefertigt das Segel zum Favoritenkreis der Gruppe, was Gabel 198 cm
schiedenen Größen in 0.5-Schritten von 6.0 bis 8.5 ist. Der Mast endet in einer Gurtbandtasche, der uns bei der Segeloutline selbst wundert. Aber Gewicht 4.240 g
Quadratmeter. Zu den sechs Segellatten kommen gesamte Bereich ist sehr gut verstärkt. es ist tatsächlich so. Im absoluten Topspeed- Relation 606 g/qm
noch drei Minibattens, die mit kleinen runden Latten Bereich fahren manch andere Segel der Gruppe Latten 6
gefüllt sind. An den kritischen Stellen kommen zwei Aufriggen dem T4 zwar davon, allerdings ist niemand Preis 489,- Euro
Sorten X-Ply zum Einsatz. Im Achterliekbereich ist Das T4 ist sehr einfach und bequem aufzuriggen. so relaxt unterwegs wie der Pilot mit dem Empf. und
sogar das besonders robuste X-Ply mit Kevlarfaden Der Mast gleitet problemlos ins Segel. Das Vorliek Tushingham T4. verw. Testmast Tushingham FreeWave 460

Segelvertrieb So ist es nicht ganz leicht, den SD-Mast hineinzu-


Positiv In den oberen Windbereich hinein Top-
New Sports GmbH schieben. Hat man den Mast ganz im Segel drin,
Performance bei sehr gutem Handling.
Tel.: +49 (0)2234 93 34 00 sollte man darauf achten, dass der Zapfen auch
tim@gaastra.de | www.gaastra.de wirklich im Masttop steckt. Dadurch kann man
Negativ Im unteren Windbereich wün-
verhindern, dass der Mast beim Anlegen der
schen sich schwere Windsurfer etwas mehr
Vorliekspannung an ihm vorbeirutscht. Mit der
Angleitpower.
empfohlenen Mastlänge von 478 Zentimeter und
Gabellänge von 200 Zentimeter hat ein normalge-
wichtiger Windsurfer im optimalen Windbereich
den perfekten Trimm für das Segel eingestellt.
Als leichterer Windsurfer oder bei zunehmendem
Wind kann man jeweils so viel mehr Spannung
Vandal St itch 7.0

anlegen, dass sich beide Werte um bis zu zwei


Zentimeter erhöhen.

Fahreigenschaften Segel-Ergebnisse
Das Vandal Stitch fühlt sich auf dem Wasser
Angleiten
wie ein Zwitter an. Auf der einen Seite hat es
das Latten-Setup und das Profil eines Freerace-, Beschleunigung
auf der anderen Seite die Outline eines Geschwindigkeit
Freemovesegels. Doch der Spagat gelingt dem
Stitch gut. Es liegt beim Dümpeln sehr leicht Top End Control
in der Hand. Die kurze Gabel vermittelt einem Handling
das Gefühl, ein manöverorientiertes Segel in
Wind Range
Händen zu halten. Das Profil ist neutral und eher
recht flach. Erst wenn Wind ins Segel drückt,
Der erste Eindruck geschützt. Der Mastprotektor ist relativ dünn, entwickelt sich im unteren Bereich ein schöner Eignung
Das Stitch kommt im Vandal-typischen Graffiti- die Dreifach-Rolle gut erreichbar. Der Mast wird Shape. Das Stitch gleitet gut an und beschleu-
Style daher. Das Segel ist in der Saison 2010 durch einen Zapfen im Segel gehalten. Auf die nigt schnell auf einen hohen Topspeed. Dank des Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
erstmals in der Palette der jungen Marke ver- X-Ply-Vorliekbahn ist eine fünf Zentimeter breite Sieben-Latten-Gerüsts samt Tubelatten sitzt der
Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
treten. Charakterisiert wird es als Freeridetuch Dacronbahn aufgenäht. Am Achterliek befindet Druckpunkt bombenfest und das Stitch ist weit
mit Freeracepotenzial. Es hat fast ausschließ- sich eine Achterlieköse. Der Unterliekbereich bis in den oberen Windbereich hinein auf einer Einsatzbereich Freeride Freerace
lich Monofilm verbaut, X-Ply kommt nur an sieht durch umgeklappte Segelbahnen, unter Einstellung gut zu kontrollieren. Ohnehin liegen
den Stresszonen des Segels (Achterliekkante, denen die Nähte geschützt verschwinden, sehr hier die Stärken des Segels. Wenn man mit
Vorliekbahn, Unterliek) zum Einsatz. Das Segel hat clean aus. Abschließend bleibt festzuhalten, dass anderen Kandidaten schon wieder vom Wasser 5.5, 6.0, 6.5, 7.0, 7.5, 8.0, 8.5
sieben von einer Seite aufgenähte Segellatten das Stitch unter den Freeridesegeln mit dem gehen muss, fängt das Stitch erst an, so richtig Vorliek 478 cm
und drei Minibattens, welche mit kleinen runden gewagtesten Design deutlich heraussticht. Wir Spaß zu bringen. Man hat nicht das Gefühl, dass Gabel 200 cm
Latten gefüllt sind. Die unteren fünf Latten des finden den Style gerade in Kombination mit dem das Stitch nach oben raus ein Limit hat, und so Gewicht 4.880 g
Segels sind sogenannte Composite-Tube-Latten. braunen Hauptton und dem goldenen Spiegel- dürfte es vor allem leichtere und mittelschwere Relation 697 g/qm
Sie sind nicht nur sehr leicht, sondern sorgen Monofilm sehr stylish. Windsurfer ansprechen, die zwar auf der einen Latten 7
auch für ein harmonisches und druckpunktsta- Seite ein performanceorientiertes Segel suchen, Preis 569,- Euro
biles Profil. Die Lattenenden sind, bis auf bei Aufriggen auf der anderen Seite aber nicht auf gutes Empf. und
der untersten Latte, beidseitig durch Gummipads Das Vandal Stitch hat eine recht enge Mast­tasche. Handling verzichten wollen. verw. Testmast 460 Axis SDM

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local hero freeridesegeltest

Segelvertrieb Mastprotektor ist schön lang, aber nicht sonderlich Bereich recht schnell und erhöht den Druck auf die
Liquid Sports GmbH dick. Die Trimmrolle ist durch einen Klettverschluss hintere Hand so stark, dass man in eine aufrechte
sehr gut erreichbar. Das X.O.-Segel hat auf den Position wechseln und Druck aus dem Segel neh-
Tel.: +49 (0)4349 91 57 63
beiden unteren Latten (genau in der Mitte) beid- men muss.
info@liquid-sports.de | www.xosails.com seitig Gummipads, damit die Lattentaschen dort
nicht durchscheuern, wenn das Segel aufgeriggt Positiv Tolle Performance und sehr leichtes­­
am Strand liegt. Handling­ im unteren und mittleren Wind­
bereich.
Aufriggen
Mit einer empfohlenen Mastlänge von 487 Negativ Im oberen Windbereich recht schnell
Zentimeter und einer empfohlenen Gabellänge von
X.O. S ails Ve ga 7.5

einsetzende Druckpunktwanderung.
220 hat das Vega deutlich größere Ausmaße, als
seine nur 0.5 Quadratmeter kleineren Testkollegen.
Für den leichten und mittleren Windbereich
halten wir die Trimmempfehlung für korrekt.
Windsurfer unter 80 Kilogramm sollten jedoch Segel-Ergebnisse
gleich das Vorliek um 1,5 und das Achterliek um
Angleiten
einen Zentimeter mehr durchziehen. Ansonsten
ist das Vega problemlos aufzuriggen. Der Mast Beschleunigung
gleitet leicht durch die Tasche, die erforderlichen Geschwindigkeit
Trimmkräfte sind moderat.
Top End Control

Fahreigenschaften Handling
Das Vega liegt unheimlich leicht in der Hand und
Wind Range
fühlt sich auf dem Wasser trotz größerer Ausmaße
des Masts und der Gabel um mindestens 0.3
Der erste Eindruck wird zudem durch eine Dacronlage verstärkt. Im Quadratmeter kleiner an. Das Profil entwickelt Eignung
Im Test hatten wir das 7.5 Vega LTD. Es ist Segeltop wird im X.O.-Segel Hightech-X-Ply ver- sich, wenn Wind ins Segel drückt. Das Vega geht
das größte Segel in unserem Testfeld. Inter­­es­ wendet, welches leichter als übliches X-Ply sein sehr früh los und beschleunigt sanft auf einen Könnensstufe Anfänger Fortge. Experte Pro
santerweise gibt es das Vega in zwei Bauweisen. soll. Die Latten sind alle von der gleichen Seite guten Topspeed. Dabei liegt es im passenden Fahrergewicht Leicht Mittel Schwer
Eine Standardvariante in sieben Größen ab 5.5 auf das Segel genäht, die Lattenenden sind dabei Windbereich sehr ausbalanciert in der Hand und
Quadratmeter in jeweils 0.5-Quadratmeter- beidseitig durch Gummipads vor dem Abscheuern ist sehr leicht und schnell auf den optimalen Einsatzbereich Freeride Freerace
Schritten und eine Limited-Bauweise in drei geschützt. Der Hersteller setzt auf sein „Shift Winkel anzustellen. Das geringe Gewicht kommt
Größen (6.5, 7.5, 8.5 Quadratmeter). Zu unserem Draft Locker System“, bei dem Kevlarbahnen von dem Segel auch in Manövern zugute. So sind
Test war nur die LTD-Bauweise verfügbar. Das der Achterliekkante durch das Segel bis um die Richtungswechsel auch dann kein Problem, wenn 5.5, 6.0, 6.5, 7.0, 7.5, 8.0, 8.5
Segel hat ein auffälliges Design mit Print auf der Masttasche herum verlaufen. Diese sollen das man keine 20 Eier zum Frühstück hatte. Es rotiert Vorliek 487 cm
Masttasche und im unteren Bereich des Segels. Profil in den großen Segelbahnflächen unterstüt- sanft und leicht und überfordert auch ungeübte Gabel 220 cm
Fünf Segellatten und zwei Minibattens, gefüllt zen. Es sind zwei Achterliekösen verbaut und im Piloten nicht. Nimmt der Wind zu, sollte man Gewicht 4.520 g
mit dünnen, flachen Latten, bilden das Gerüst. Segelpanel zwischen Achterlieköse und der Latte sowohl Vorliek als auch Achterliek noch einmal Relation 603 g/qm
Das gesamte Segel ist aus X-Ply gefertigt und es über dem Gabelbaum ist ein auffälliger Cutout. nachtrimmen. Allerdings ist es dem Fünf-Latten- Latten 5
kommen vier unterschiedliche Sorten zum Einsatz. Das Unterliek wird durch eine dicke Gummilippe Setup geschuldet, dass man es oben raus nicht Preis 590,- Euro
An der Achterliekkante und in der Vorliekbahn wird geschützt. Das Segel hat eine Dreifach-Trimmrolle, so lange fahren kann wie die besten Mitbewerber Empf. und
X-Ply mit Kevlarfäden verwendet. Die Vorliekbahn welche durch einen Cutout etwas höher sitzt. Der im Test. Der Druckpunkt wandert im überpowerten verw. Testmast X.O Masts SX-100/490

14 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 | | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |


14
ausblick

ausblick >>> Windsurfing journal 13 Windsurfing Journal – IMPRESSUM


BOSS
Alexander Lehmann
01 Monty Spindler im Porträt
REDAKTIONSANSCHRI F T
Wer erinnert sich nicht noch an das legendäre ART Rad Wing, das Must-have Ende
Windsurfing Journal | Barkauer Str. 121 | 24145 Kiel
der Achtziger?! Der verantwortliche Segeldesigner war damals Monty Spindler. Auch Fon +49 (0)431 996 99 77 | Fax +49 (0)431 996 99 86
wenn es ART mittlerweile nicht mehr gibt, ist Monty der Branche zum Glück erhalten info@windsurfing-journal.de
geblieben. Heute entwickelt er seine eigenen Segel unter dem Namen The Loft Sails. G e s ta lt u n g & K o n z e p t i o n
Erfahre mehr über den sympathischen Segeldesigner in der kommenden Ausgabe. outline-graphix.de
Jan Weisner (Inh.), Matthias Falk, Jonas Bronnert, Sven Krumbeck

02 Neuheiten 2011 M ITARBEITER DIESER AUS G ABE


Manuel Grafenauer, Tim Jacobsen, Kirsa Stoltenburg, Torben
Die einen nennen es Wahnsinn, die anderen finden es super. Traditionell veröf-
Sonntag, Michi Trapp, Jonas Wagner, Mart Kuperij, Meiko
fentlichen viele Marken bereits im August ihre neuen Produkte für die kommende Möller, Jonathan Klinck, Christian Sewening, Flo Jung,
Saison. Wir haben aufgehört, uns über die Sinnhaftigkeit dieses Zyklus Gedanken zu Wolfgang Lessacher, Matthias Neumann.

machen, und präsentieren dir in der kommenden Ausgabe alle wichtigen Neuigkei- CHE F V O M DIENST
ten, mit Schwerpunkt Wavematerial. Tim Jacobsen

F OTO G RA F EN
03 Vodafone Ocean Jump Lars Wehrmann, Thorsten Indra, PWA, John Carter, Niels
Patrick Geisselbrecht, Darrell Wong, Jeff Henderson, Claus
Weltmeisterschaft Döpelhauer, Jerome Houyvet, Jonas Roosens, Manuel
Grafenauer, Richard Strom, Lord Lolo Gary Crossley the First,
Schaffen es die Windsurfer, den Weltmeistertitel gegen die Biker zu verteidigen? Björn Gotschall, Kenny, Frank Möller, Brian Bojsen, Erik Aeder,
Im kommenden Windsurfing Journal erfährst du exklusiv alles rund um den spekta- R. Sprick, Ralf Bachschuster.
kulärsten Funsportevent Deutschlands. SHO PANZEI G ENLEITUN G
Tim Jacobsen, t.jacobsen@terraoceanisverlag.de

P RAKTIKANT
Easy-Heidekorn-Rider

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98 | Windsurfing Journal | Ausgabe 2 / 2010 |