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Rackers kleines Tagebuch

The Corporate War Files

[Mit dem Ende der Yakuza Files wollte ich eigentlich mit den Tagebüchern aufhören. Wir kamen danach
auch kaum zu spielen, hauptsächlich wegen Spielermangels und haben auch einige andere Systeme
ausprobiert. Aber schließlich begann Mr. Five eine neue Kampagne, den Konzernkrieg. Allerdings spielt er
so gut wie keine Rolle und diente nur als Aufhänger. Eigentlich sollten die Files wohl eher die Vory Files
heißen, da Mr. Five die Kampagne immer mehr auf die russische Mafia fokussierte. So, genug der Vorrede,
ich wünsche viel Spaß beim lesen.]

File 1
Der Beginn einer neuen Ära

06.03.59 Donnerstagmorgen Seattle Bellevue Testarossa Health Club

Brrr! Was für ein kalter Morgen. Es schneit leicht vom schmutzig grauen Himmel Seattles. Und es ist
wirklich viel zu Kalt um draußen zu sein. Aber meine geliebte Lehrmeisterin Sakura hält das nich ab, hier in
der parkähnlichen abgeschotteten Außenanlage des Testarossa Health Clubs zu joggen. Und ich natürlich
hinter her. Muss ja Fit bleiben. Da kennt Sakura-chan nix! Weis das!

Bin echt froh, als da mein Handy klingelt und ich eine kleine Verschnaufpause einlegen kann. Bin vielleicht
mal geschlaucht. Ist Schwester Jasmin dran, meine Lieblingsschieberin. Ui! Ein Johnson verlangt nach
meinen Diensten. Puh, bin ganz außer Atem. Hochdotierter Job, aber Gefährlich, nur was für Spezialisten.
Kenn ich ja zur Genüge. Der Johnson wollte mich namentlich haben. Ui? Bin ich inzwischen schon so
begehrt? Könnte man gerade meinen, neh? Aber so was ist immer gefährlich. Könnte ja ne Falle sein. Auf
alle Fälle wäre das Meeting im Zaibatsu, ist in Downtown. Ist ein Nachtclub, vom Namen her kenn ich den
Laden sogar. Solide. Kann ja mal anhören, was der J will. Okidoki!

Sakura wirft mir nen Schneeball an die Birne. Na warte, dass gibt Rache. Es entbrennt eine heiße
Schneeballschlacht. Hier kann man das noch wenigstens machen, ohne Angst haben zu müssen,
Hundescheiße, BTL Chips oder Spritzen durch die Kante zu werfen. Es endet damit, dass wir beide lachend
in einem Schneehaufen landen. Iiiks! Naß! Wir rappeln uns auf und klopfen uns den Schnee von den
modischen Trainingsanzügen. Dann scheucht sie mich noch ein paar lockere Kilometerchen, wie sie das
ausdrückt, durch den Park. Drek! Komm mir vor wie in der Fremdenlegion. Dann schwimmen. Fünfzig
Bahnen. Ich bin so groggy danach. Aber die Massage und Sauna danach wecken die Lebensgeister. Dann
gehen wir noch im Bistro des Health Clubs essen. Hab so nen Mega Kohldampf, verdrücke genau so viel wie
Sakura-chan und die hat ne Hyperschilddrüse drin. Schmeckt halt lecker.

Und weil ich so ein tapferes Girlie bin, darf ich mit dem Ferrari nach Hause fahren. Daisuki! Der hat ne
richtige Sportgangschaltung. Also selber schalten, schaff es natürlich gleich, den Wagen beim Anfahren
abzuwürgen. Gl! Sakura-chan sieht gar nich Happy aus. Gl! Aber ich krieg das hin und schaffe es, ohne ne
Schramme rein zu fahren, die Tiefgarage des Clubs zu verlassen. Hier stehen viele solche Nobelkisten rum.
Weia! Als passionierte Autodiebin schlägt mir das Herz bis zum Hals. Aber niemals da klauen, wo man lebt.
Erste Regel des Heiligen Sankt Waschbärs! Weis das! Ohne weitere Probleme schaffe ich es, den Ferrari
nach Hause zu steuern. Puh, meine Hände sind Schweißnaß.

Daheim will meine Geliebte mir doch glatt noch ne Arbeit aufdrängen, aber ich hab ja schließlich heute
Abend noch ein Meeting und muss mich dazu noch mental einstimmen, verklickere ich ihr. Das mentale
Einstimmen mach ich dann im Schlaf. Stell den Wecker auf sechs, dass reicht. Das Training hat doch mal
wieder geschlaucht und bin nix wie weg. Wach auch pünktlich auf. Gähn. Hätte ruhig noch ein wenig länger
sein können. Dann kommt der wirklich schwierige Teil, was zieh ich nur an? Ich fälle eine Vorentscheidung
und frage dann Sakura, was sie zu den einzelnen Abendkleidern meint. Sakura-chan ist unten im
Kunstzimmer und pinselt gerade Kanji, also japanische Zeichen, auf ein großes Blatt Papier. Kaligraphie
nennt sich das, was sie da macht. Weis das!

Hab ja inzwischen ne ziemlich große Auswahl an modischer Kleidung. Irgendwo muss das viele Geld ja hin,
neh? Schließlich wähle ich nach nur einer halben Stunde das knappe Schwarze aus, dass ich in NO gekauft

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habe. Mein Schatzi hilft mir dann beim Hübsch machen und gibt mir zum Abschied einen Klapps. Und einen
leidenschaftlichen Kuss. Ach! Was würde ich jetzt geben, wenn ich noch bei ihr bleiben könnte. Na ja,
Arbeit ruft halt.

Mit meinem Nachtschwarzen VW Impuls GTI fahre ich in das am nächsten liegende Parkhaus vom
Treffpunkt. Inzwischen habe ich einen Führerschein und meine Angst vor Autos überwunden. Irgendwie
scheint der Fluch gebrochen zu sein, dass jedes Auto, in das ich einsteige, fast schon automatisch explodiert.
Aber das Vorsicht besser als Nachsicht ist, habe ich natürlich eines der Sichersten Fahrzeuge auf dem Markt
geklaut. Ein VW Impuls GTI, Serienmäßig mit APPS, Überrollbügel. Roller, meine Lieblingsmechanikerin,
hat noch ein paar Extras dazugeschraubt, so das die Fahrgastzelle jetzt einiges aushält. Und ich hab ne
Christhoperus Plakette drin und auf dem Armaturenbrett habe ich eine kleine Marienstatute befestigt. Beides
in Rom gekauft. Und der Wagen ist frisch von Pater Angelus gesegnet. Also sicherer kann man kaum noch
unterwegs sein. Weiß das!

Und wenn treffe ich unten am Eingang des Zaibatsus? Na, den alten Al, schwer vercyberter, durchschnittlich
aussehender Anglo Norm Streetsam, aber sonst ganz OK, wenn er auch seine Freiheit aufgegeben hat. „Auch
mal wieder im freien Geschäft?“ frage ich. Wenn da mal seine Familie nich motzt. Check immer noch nich
ganz, warum er seine Unabhängigkeit aufgegeben hat und der Mafia beigetreten ist. Na ja. Muss er wissen.
Nich mein Problem.

Das Zaibatsu ist ein echt nobler Schuppen. Wie gut, dass ich so ein schickes Kleid anhabe und so nicht
weiter auffalle. Ziemlich viele Jap Norms hier, die meisten in fröhlicher Kollegialer Runde beim Umtrunk.
Ist seit vielen Jahrzehnten Jap Brauch, dass man mit Kollegen nach der Arbeit einen Trinken geht. Na ja,
leidet ja nur das Familienleben drunter. Viele Kinder sehen ihre Väter unter der Woche so gut wie nie. Auch
nich gerade Sahne. Aber ebenfalls nich mein Problem.

Der Barkeeper ist ein Ork. Sieht für nen Ork recht annehmlich aus. Schätz mal, da wurde etwas kosmetisch
nachgeholfen. Wohl der hiesige Quoten Meta, um zu zeigen, dass Jap Norms gar nich rassistisch eingestellt
sind, wie die Medien dass immer behaupten. Hier kostet ne Cherry Coke sagenhafte 5 Nuyen für ein 0.2
Glas. Ich geb ihm aber zehn und frag nach unserem J. Müssen durch ne Tür gehen, wo Privat drauf steht. Der
Gang ist dunkel tapeziert und mit nem Teppich ausgelegt. Ein Glatzköpfiger Anglo Norm guckt ziemlich
arrogant drein. Brauch gar nich erst astral zu spicken um zu sehen, dass der Kerl so mit Chrom voll ist, dass
es ihm schon aus den Ohren quillt. Weia!

Ich krieg nen dummen Spruch zu hören und darf dann mit Al rein. Drei Typen sind schon drin. Ein Ork,
ebenfalls mit Chrom vollgepfropft lehnt an der Wand. Zwei Norms sitzen am Tisch, einer ist Jap, der andere
Jap Anglo Mischling. Der Jap ist der J, der Ork Bodyguard, aber der Mischling? Magisches Backup? Für uns
zwei? Zuviel der Ehre. Wir sind ein wenig zu früh und scheinen noch auf jemanden zu warten. Und da
kommt auch schon Deathdancer hereinspaziert. Gl? Zurück aus der Karibik ins kalte Seattle? Egal, wir sind
nu komplett. Deathdancer ist ein Hochgewachsener Anglo Elf Ende zwanzig. Er trägt ne Neonfarbene
Hochgerichtete Frisur, die er für modisch hält, aber eigentlich nur peinlich ist. Er sieht so aus, wie wenn
jemand in einem Slapstick Film eine Stromladung abbekommen hat. Erwartungsvoll gucke ich unseren
Johnson an. Wissen will, was Sache ist! Jetzt!

06.03.59 Donnerstag Seattle Downtown Abend

Unser J faselt was von gefährlicher, risikoreicher Arbeit und angemessener Bezahlung. Schön das ein J mal
nich die Gefahr runterspielt. Es geht um sehr heimliches Vorgehen. Kann das! Und um Datenextraktion.
Kann Deathdancer. Und eine Wanze zu legen. Kriegen wir alles gestellt. Auch zusätzliche notwendige
Ausrüstung über einen Schieber namens S.D. Kenn ich nich. Allerdings ist der Zeitpunkt auf Samstag
festgelegt. Hm, gerade mal zwei Tage Vorlaufzeit. Da würden jetzt viele kalte Füße kriegen. 50 K insgesamt
pro Nase. 25 K Spesen und zusätzliche Ausrüstung. Vorausinfos und Bonus, falls wir noch mehr
rauskriegen. Hört sich so gut an, dass ich nich mal Nachverhandle. Fair! Bin einverstanden. Der Rest auch.
Deal!

Wir sollen das HQ von Yamatetsu infiltrieren. Ui! Wirklich harter Brocken. Weiß das! Yamatetsu ist zurzeit
voll in den Schlagzeilen, weil die ihr Oberstes HQ von Japan nach Wladiwostok verlegen. Die Aktienkurse

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sind nun auf voller Talfahrt, weil viele das nich für ne gute Idee halten. Verabschiedet sich sozusagen ja aus
Japan und deren Struktur. Soll sich nun der Pacific Rim Group anschließen. Da wird nu gerade ein
Divisionschef ausgetaucht. Ne gewissen Mary Luce kommt statt eines Jacques Bernard. Kriegen Fotos von
beiden. Dazu noch en Typ namens Newton Chin, ist auch ein hohes Tier und den japanischen
Sicherheitsberater. Die sollen wir alle während des Empfangs zum Wechsel des Divisionsleiters verwanzen
und am Ende wieder die Wanzen einsammeln. Ui, das ist Mega knifflig.

Dann kriegen wir noch Infos zu drei Firmen, die dort anwesend sein werden. Zum einen das Yamatetsu
Broadcasting TV mit einer jungen Reporterin mit dem Namen Sarah Yurikawa. Hi, dass reimt sich ja. Dann
ein Kateringservice. Na ja, nich wirklich geeignet, da Al durch keinen Check als Ober kommt. Und als
drittes ein Bodyguard Service für die anreisenden Gäste. Auch ne Möglichkeit. Da kommt Al recht gut unter.
Und ich kann einen auf Sicherheitsmagier machen. Muss nur so tun, als ob ich Hermi wäre. Aber das
Problem ist dann, wir müßten die ganze Zeit an unseren Kunden kleben. Hm. Mal gucken.

Der Mischling und unser J tuscheln kurz und wir müssen raus. Was soll das jetzt? Null Check? Was gibt es
da noch zu mauscheln? Die Glatze vor der Tür wirft mir wieder nen dummen Spruch an den Kopf. Mag den
nich! Der kriegt jetzt ne Lektion verpasst. Man ärgert nu mal keine süßen Waschbärschamaninen. Tut man
nich!

Ich stell mich so, dass er mich nich im Blickfeld hat und singe innerlich das Lied über die fernen Finger.
Damit binde ich ihm die Schnürsenkel seiner Kampfstiefel zusammen. Wird schon sehen, was er davon hat,
ein Girlie zu beleidigen, dass dem heiligen Sankt Waschbär folgt. Wir dürfen wieder rein, bekommen die
Wanzen und unser Cash. Dazu noch ne Kontaktnummer. Dann lassen die uns allein. Ich höre draußen einen
Schrei und ein Plumpsen. Ein diabolisches Grinsen umspielt meine Lippen. So, dass hat Glatze nun von
seinen mangelnden Manieren. Wir reden über unsere Möglichkeiten. Kateringservice fällt flach, nich mit Al.
Reporterteam wäre ne Möglichkeit, wird Möglichkeit B. Zuerst wollen wir es erst mal über die
Bodyguardagentur versuchen. Wir haben ja recht wenig Zeit, also müssen wir sofort loslegen. In meinem
kleinen Köpfchen manifestiert sich ein überaus genialer Plan. Kann das! Wir machen nen Stuffer Shack als
Treffpunkt aus und jeder geht erst mal seiner Wege, um die notwendige Ausrüstung zu fassen.

Ich düse nach Fife, Tacoma, in meine kleine Zweitwohnung, die ich immer noch habe. Vor nem Jahr war ich
noch in Diensten der Mafia. Weia, wie die Zeit vergeht. Bald jährt sich der Tod von Al Borg zum ersten Mal
und Bigio, dieses niederträchtige Dreckschwein, hat noch nich für seine vielen fiesen Verbrechen gebüßt,
aber das wird er noch. Hoffentlich! Na ja, hier ist es trostlos wie immer und ich parke meinen VW auf dem
Parkplatz vor dem Wohnhaus. Jetzt darf ich mich wieder sieben Stockwerke nach oben kämpfen. Die
Beleuchtung funzt wieder mal nich und nur meine Maglite läßt mich die ganzen Hindernisse gut erkennen. In
meiner Wohnung packe ich mal ne große Tasche mit Ausrüstung zusammen und schleppe die dann nach
unten. Weia! Hab voll den Muskelkater.

Die anderen warten schon auf mich. Wir müssen jetzt in die Bodyguardfirma einsteigen, um zwei
Personaldateien anzulegen. Leider kann Deathdancer das nich von außen, da die Veränderungen sonst zu
schnell gefunden werden würden. Also müssen wir einsteigen. Die haben leider ne Nachtschicht in ihrer
Verwaltung. Deathdancer war mal kurz in deren Host gewesen und hat etwas geschnüffelt. Aber der
Reinigungsservice geht um 3 Uhr Morgens durch. Wir kriegen heraus, oder besser gesagt unser überaus
fähiger Decker, wer das macht und wo die jetzt gerade sind. Das ist unsere Chance. Weiß das!

Wir passen das Reinigungsteam bei ihrem letzten Job vor der Bodyguard Firma ab. Es sind drei Leute, zwei
Norms und ein Ork. Als erstes probieren wir es mit der guten alten Bestechungsnummer. 1K für ne Stunde
nix tun ist für die Leute ein gutes Argument ne kleine Pause zu machen und uns den Wagen kurzzeitig zu
borgen. Nur der einzige Meta, der Ork, schiebt die Mißtrauische Nummer. Klar, ich könnte ja den Wagen
klauen. Aber ich könnte sie auch für nich mal ein Nuyen pro 9mm Vollmantel Patrone aus dem Weg räumen.
Nach etwas hin und her erhöhe ich mein Angebot auf 1,5 K und auch der Ork läßt seine Zweifel hinten
anstehen. Ich geb jeden 500, den Rest nachher. Die Jungs sind etwas überrascht, da sie gemeint haben, die
1,5K wären für alle zusammen. Na ja, kam wohl nich klar genug von mir rüber. Sie verkrümeln sich und wir
düsen zu unserem Ziel hin. Deathdancer hinterläßt noch einen Temporäres File mit unseren Daten bei der
Reinigungsfirma. So, jetzt nur noch schnell umziehen und rein geht es.

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Die Wachen in dem Bürogebäude sind alle auf Modus Gähn und lassen uns nach oberflächlicher
Überprüfung passieren. Unser Ziel ist ein Großraumbüro, in dem die Verwaltung der Bodyguard Firma sitzt.
Al bringt die Reinigungsdrohnen in Position, ich leere die Papierkörbe und Deathdancer verdrückt sich in
eine leere Kabine des Büros und schließt sein Deck an. Die Reporterin hat einen Bodyguard für die nächsten
Tage beantragt. Ui, perfekt. Die süße Reporterin, dass bin ich und der Muskelbepackte Bodyguard, dass ist
Al, werden ein Klasse Gespann abgeben. Leider ist der Bodyguard schon informiert. Drek! Aber
Deathdancer trägt Al als Ersatz ein, falls dem guten Edward Bryce was zu stoßen sollte. Und irgendwie habe
ich den leisen Verdacht, dass Bryce innerhalb der nächsten 8 Stunden im Krankenhaus landen wird. Weia!

Hier arbeiten noch einige, darunter ein Wachmann. Oh oh! Und der macht jetzt genau seinen Rundgang
durch das ganze Büro. Und bei seinem Kurs würde er Deathdancer bemerken, der immer noch am Decken
ist. Also begebe ich mich mit einem kleinen Karren auf Abfangkurs. Kurz bevor er passiert, lasse ich
ungeschickter weise einen Papierkorb fallen und der Inhalt verteilt sich auf dem Boden. Drek! Leise spanisch
vor mich hinfluchend sammele ich emsig hektisch die Reste auf. Der Wachmann kommt jetzt nich vorbei, da
der Wagen und mein überaus süßer, knackiger Hintern den Weg blockieren. Schließlich sucht er sich nach
kurzem Warten ne andere Route, die Deathdancer nich gefährdet. Lucky!

So! Deathdancer ist endlich fertig und wir evakuieren flott, nachdem alles Pikobello sauber ist. Hah, dass
ging jetzt super fix! Kann das! Dann bringen wir den Wagen und das ganze Zeug zu den Leuten zurück.
Denen fällt ein Stein vom Herzen, als sie die restlichen 3K von mir bekommen. Versprochen ist Versprochen
und ich halt nix davon, Leute zu geeken um ein paar K N¥ zu sparen. Und der heilige Sankt Waschbär auch
nich! Jawohl! So was tut man einfach nich!

07.03.59 Freitag Renton früher Morgen

Den ersten Schritt haben wir getan. Weia! Ich bin Müde. Aber jetzt geht es erst richtig los. Schlafen werde
ich erst viel später können, wird noch ne lange Nacht werden. Wir schauen als erstes Mal an, wo unsere
Zielperson, also der Bodyguard Edward Bryce, wohnt. Ist ein typisches Wohnhaus in Renton. Zehn
Stockwerke hoch. Mittelgute Gegend. Bewachtes und sicheres Wohnen. Hm. Kleiner Einbruch kommt wohl
nich in Frage. Ich strenge mein kleines süßes Köpfchen an und hab dann die geniale Idee. Kann das! In
letzter Zeit macht so ne Psycho Go Gang mit dem Namen „The Bystender“ von sich reden. Und die werden
noch heute ein weiteres scheinbar sinnloses Verbrechen begehen. Weis das! Und das ohne Weissagung! Bin
Genial!

In nem Baumarkt, der 24 Stunden offen hat, kaufe ich uns nen Eimer häßlich blauer Farbe und
Einmachgläser. Dazu noch ein paar Stahlrohre, mehrere Dosen mit Abwaschbarer Farbe und einen kleinen
Dampfstrahler. Hab vorher noch einen Tanz der Verwandlung getanzt. Ich will es ja später den ermittelten
Beamten nich zu leicht machen, neh? In nem 24 Stunden Second Hand Shop kaufen wir uns wilde Freak
Klamotten. Wollen ja schließlich authentisch aussehen. Ich nehm noch so ne Fliegerhaube, wie sie im ersten
Weltkrieg von Piloten verwendet wurden. Mit so ner fetten Brille und nem Schal als Gesichtschutz. Das wird
Cool kommen. Weiß das! Hinten auf die Jacken sprühen wir in den Gangfarben „The Bystander“. So, jetzt
ist unsere Tarnung perfekt.

Wir trennen uns, um unsere Motorräder zu hohlen und treffen uns auf einem verlassenen, in Ruinen
liegenden Fabrikgelände im Norden von Auburn. Die Ruinen sind sicher von Squattern und anderem
Gesindel bewohnt, aber egal, wir kriegen niemanden zu sehen. Ich bau aus Trümmern einen kleinen Parcours
auf und dort üben wir dann das Zuschlagen mit Eisenrohren auf Pappdeckel, die Windschutzscheiben
darstellen sollen, während wir mit dem Motorrad dran vorbei fahren. Am Anfang geht das noch etwas
schwer von der Hand, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Als wir das dann so halbwegs drauf
haben, bewerfen wir sie im Vorbeifahren mit Steinen. Schließlich machen wir dabei auch ne halbwegs gute
Figur dabei. Können das! Dann sprühen wir unsere Motorräder noch mit der Wasserlöslichen Farbe ein.
Falsches Nummernschild noch drauf und den Transpondercode geändert.

Wir bringen Al´s Wagen in ner Nebenstraße auf der Route unter, die unser Ziel mit aller Wahrscheinlichkeit
benutzen wird. Im Mercedes befindet sich dann der Dampfstrahler, der später noch ein wichtiges Element in
meiner Planung hat. Dann legen wir uns in einer schmalen schmuddligen Seitengasse auf die Lauer. Ein paar
Müllcontainer geben uns recht gute Deckung. Nich das jemand vorher die Sterne holt. Von hier aus sind es

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knappe zweihundert Meter zum Wohnhaus unseres Ziels und wir haben Tiefgaragenausfahrt und Haustüre
im Blickfeld. Da jetzt die Sonne aufgegangen ist, tanze ich einen Tanz des Rufens und ein Stadtgeist in Form
einer antiken runden blechernen Mülltonne bietet mir seine Dienste an. Ich weise ihn an, wenn ich einen
Farbtopf auf ein rotes Auto geworfen habe, dann auf dieses Auto die Kraft Unfall anzuwenden. Er erklärt
sich bereit, mir diesen Gefallen zu erweisen.

Um die von uns geschätzter Zeit kommt unsere Zielperson in einem roten 58er Ford Amerika aus der
Tiefgarage gefahren. Und los geht es. Kickstart! Mit aufheulendem Motor und viel Gummi auf dem Asphalt
hinterlassend schieße ich mit meiner Yamaha Katana aus der Seitengasse heraus. Die anderen beiden tun es
mir nach. Hinter uns quietschen Reifen und Hupen ertönen, als wir ein paar Autos die Vorfahrt nehmen. Mit
unerhört überhöhter Geschwindigkeit düsen wir durch die ruhige Wohngegend. Ich will Spaß, ich geb Gas!

Wir schließen schnell auf den roten Ford Amerika auf. Ich stoße einen Rebellen Schrei aus. Jiipeeeee! Hier
und da geht eine Windschutzscheibe zu Bruch, als ich beim vorbeifahren mit der Eisenstange drauf schlage.
Dann bin ich an unserem Ziel. Als ausgebildeter Bodyguard hat er gewiss ein Sicherheitsfahrtraining für
Autos hinter sich. Denn der Typ hindert mich gekonnt am Vorbeikommen, in dem er kurz ausschert und ich
muss auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Arg! Gegenverkehr. Weia! Zwei Wagen kommen rasend schnell
näher. Links ein roter Ford Swift und links ein silberner Nissan Coda. Auf dem Gehsteig befinden sich
gerade ausgerechnet hier so ein paar Automaten, in denen man Zeitungen, Nikostiks oder Getränke ziehen
kann, vor denen ein paar Leute stehen. Was mach ich jetzt nur? Mega Weia!

Präzise fädele ich mich auf den gelben Fahrbahnstreifen auf und sause zwischen den beiden Autos durch. Ui
ui ui! Die Außenspiegel sind nich mal nen Zentimeter weit weg gewesen. Uf! Das war Knappikoski
gewesen. Mega Weia! Mein kleines Herzchen wummert schier bis zum zerbersten. Aber ich bin jetzt in
Position und werfe mein Farbglas. Das zerplatzt auf der Windschutzscheibe und mein Geist schubst auch
noch den Wagen. Der Ford bricht aus. Ara! Und ich bin direkt daneben. Gl gl gl! Und ausgewichen. Lucky!
Aber da! Einer dieser Drohnelaster kommt frontal auf mich zu, füllt mein Sichtfeld bis zum Horizont aus.
Weia! Ein Schlenker und ich sause dran vorbei. Das Spatzenhirn des Lasters bremst und der GMC 4201
kracht in den schleudernden Ford. Ui ui ui! Das sieht übel aus. Hoffentlich ist nich zuviel passiert. Weia!
Zurück auf die normale Spur. Puh! Die restliche Farbe wird noch verteilt und ein paar Außenspiegel
demoliert. Das reicht erst mal. Ging ja wie geschmiert. Wir sind noch einen Block von unserem Wagen
entfernt, als ein Lone Star Fahrzeug uns entgegen kommt. Die Sterne gehen heute ungünstig früh auf. Drek!

07.03.59 Freitag Renton Morgen

Ara! Hot Wheelie! Scharfe Kehre und Stoff. Wir rasen auf die nächste Highwayauffahrt zu. Dort ist Stau.
Mit unseren Motorrädern kommen wir zwischen den Wägen gut vorbei. Der Cop nich so gut. Schließlich hat
er ein einsehen und bleibt stehen. Lucky! Aber da! Oh Nö! Ein Pulk Motorräder kommt hinter uns her. Die
tragen alle Eishockeymasken und tragen ein ähnlich abgefahrenes Outfit wie wir. Die richtigen Bystander!
Gar nich gut!

Oh oh! Die kommen schnell näher, haben die voll mega getunten Kisten unter ihren Hintern. Nitro
Einspritzung oder so was. Für ne eingehende technische Untersuchung hab ich jetzt nich gerade den Nerv,
während ich bei über 200 Sachen zwischen stehenden Autos hindurch brettere. Mega Drek! Einer kommt
ganz nahe zu mir und versucht ne Eisenstange nach mir zu werfen. So ein Drekhead. Ist der irre? Zum Glück
passiert mir nix, da die Stange harmlos am Motorrad abprallt.. Es gibt etwas Gerangel und ich muss wild hin
und her kurven. Aber ich spüre eher das Leben in mir pulsieren, als das ich groß Angst hätte. Das ist alles
viel zu aufregend, mein Adrenalin kickt mich weit jenseits aller Angst. Das ist Leben pur! Leben auf der
Überhohlspur und das Wortwörtlich!

Zwei Strato 9 Luftüberwachungsdrohen der Lone Star Highway Patrol tauchen auf. Zeigen Präsenz. Und ich
will nich hier rumdüsen, bis noch die Highway Patrol mit ihren Nova heißen Schlitten aufkreuzen. Nix wie
die nächste Abfahrt wieder runter. Die Bystander haben inzwischen auch keine Lust mehr, sich mit uns zu
prügeln, während Lone Star zuguckt. Da teilen die Go-Ganger sich lieber und fliehen. Wir nehmen die dritte
Richtung und als kleinster Pulk werden wir nich verfolgt. Lucky!

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Das war jetzt ziemlich eng gewesen. Boah! Das ausgerechnet jetzt die richtigen Bystanders auftauchen
mussten. Was für nen Mega Zufall. Aber wir haben es überlebt und sind Lone Stars entkommen. Lucky! In
einer Seitenstraße wandert unsere Verkleidung in eine Mülltonne. Auch meine schöne Fliegerkappe, gar nich
Sahne! Hätte die gerne behalten. Na ja. Unbehelligt kommen wir zu Al´s Mercedes und sprühen unsere
Motorräder ab. So, jetzt sehen sie wieder ganz zivil aus. Transponder wieder an. Nummernschild wieder
lesbar. Al hat inzwischen den Auftrag der Bodyguard Agentur bekommen, sich um Sarah Yurikawa zu
kümmern. Er fährt los. Lucky! Mein genialer Plan ist aufgegangen. Kann das!

Deathdancer und ich kümmern uns nun um S.D. Dieser Schieber hat ja die Codes von Yamatetsu und die
braucht Deathdancer, da dies seine Entdeckungschance rapide senkt und er sich mehrere Stunden wohl im
Yamatetsu Host aufhalten muss. Ist ja nich so, dass man als Decker ewig in einem Host sich tummeln kann.
Die meisten Datenruns sind rein, raus, Mickey Maus. Je länger man drin ist, desto eher wird man entdeckt.
Weiß das!

S.D. hat seinen Standort im Süden von Downtown in einer scheinbar verlassenen halb abgebrochenen
Mietskaserne aus dem Anfang dieses Jahrtausends. Ein alter unrasierter Afro Norm mit ner Schrotflinte hält
Wache und schickt uns dann nach hinten, als wir ihm verklickert haben, dass wir zu S.D. wollen. Mit einem
alten Lastenaufzug fahren wir nach unten. Muss en alter Bunker sein, da es tiefer geht, als normale Keller
liegen. Hier sind ein paar Leute dabei, Waffen zu prüfen. Interessiert gucke ich, ob da was Brauchbares dabei
ist. Na ja, zurzeit habe ich ja alles, was ich so brauche. S.D. finden wir schließlich auch. Ist ein Anglo Norm
Ende 30. Er will 30K für die Codes haben. Sind bis Sonntag gültig. Hm. 30K für temporäre Codes
erscheinen mir zu hoch. Ich fang bei 20K an, wir tauschen Argumente, entkräftigen diese jeweils und treffen
uns schließlich bei 25K. Das waren unsere Spesen. Da müssen wir noch etwas für unsere Kriegskasse
nachschießen. Jeder noch mal 5K. Bleiben dann immerhin 45K übrig. Immer noch ne Stange Cash! Mag das.

Die Codes sind Sahne. Der Typ nimmt dann schon mal meine Maße, für die Maske, die mich in Sarah
Yurikawa verwandeln wird. So. Deathdancer und ich trennen uns erst mal. Al ruft an und berichtet von dem
Treffen mit Sarah. Die kleine Göre, den älter als 19 kann sie nich sein, hat es faustdick hinter beiden Ohren.
Sie will ne Schieberin in den Barrens auffliegen lassen, die im Glowworm illegales Zeug vertickt. Na so was
auch. So ein Frechdachs. Sich an Schwesterchen Jasmin für ne Story vergreifen zu wollen. Da schreit sie ja
gerade zu danach, von uns eine Lektion zu bekommen. Sahne! Al wird sie begleiten. Wir werden einen
kleinen Überfall inszenieren und sie dabei entführen. Perfekter Plan. Al wird sich um das Versteck
kümmern, ich um die Karre und den Rest. Ich gebe bei Yasmin schon mal die Bestellung auf. In nem Nukit
Burger esse ich ne Kleinigkeit und such dann ein Sarghotel auf. Ich zieh mir nur die Schuhe und Socken aus
und roll mich zusammen. Müde jetzt, hab ja die ganze Nacht gearbeitet. Wenn auch zu nem verdammt hohen
Stundenlohn.

07.03.59 Freitag Redmond Abend

Meine Wecker gehen alle um 17.00 Uhr. Oh Nö! Bin Fix und Foxi. Auch ein niedliches Magic Girlie braucht
Schlaf. Ara! Aber alles Jammern hilft nix. Hab nen Job zu erledigen. Also hoch und raus. Nehme die I-90,
gehe bei Issaquah ab und überschreite die Distriktsgrenze nach Redmond. Dann durch die trostlosen
Sozialhilfeempfänger Viertel von Brain Heaven hinein in die gefährlichen Barrens. Niemandsland, Lone Star
lässt sich hier nur zur Niederschlagung von Hungeraufständen blicken. Hier gilt das Recht des besser
Bewaffneten. Gangs haben oft das Sagen. Die Straßen sind seit 29, dem Jahr des Crash, nich mehr gepflegt
worden und gleichen mehr einem verdreckten Feldweg als einer asphaltierten Straße. Bald erreiche ich die
Ausläufer von Sophocles. In diesem Teil haben die Sisters of Mercy das sagen, bei denen ich Quasi mehr
oder weniger Mitglied bin.

Ohne Probleme komme ich beim Glowworm an. Das einstöckige Gebäude aus dem letzten Jahrtausend war
vor langer Zeit mal ein Familienrestaurant, heute ist es eine berühmt berüchtigte Biker Bar. Die Glowworm
Races für Motorräder sind Stadtbekannt und werden gerne von Piratensender übertragen. Wie üblich drücke
ich meine 5 N¥ Parkgebühr bei Hike, einer jungen Asia Anglo Norm ab. Hamlet, ein netter Troll, der hier als
Türsteher arbeitet, liest in einem Buch und übt für seine Rolle bei MacBeth, den er sogar spielt, wie ich nach
etwas Smalltalk herausfinde. Mal gucken, ob sie wenigsten diese Stück aufführen werden. Werde auf alle
Fälle gucken, dass ich dabei bin. Es wäre der Rentoner Troll Shakespeare Kompanie zu gönnen, weil
irgendwelche Rassisten bis jetzt jede Aufführung torpediert haben. Dreksäcke! Sogar der alte Wang,

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Barkeeper, Herzensbrecher und Besitzer des Glowworms, spielt mit. Meine Schieberin Yasmin hat mein
Zeug. Sie residiert stilgerecht wie im Trid in einem Hinterzimmer. Dort hat sie alles Mögliche an Tech
rumfahren. Yasmin selber ist ein Asia Anglo Mischling, ihr Paps ist der alte Wang, die etwa Anfang Vierzig
ist. Ich zahle für die Sachen, die ich bestellt habe und bin wieder draußen. Der Wagen steht hinter dem
Glowworm.

Es ist ein 53er Ford Amerika von unbestimmter Farbe. Jetzt ist er jedenfalls irgendwie Braun. Die breiten
Reifen mit sehr tiefem Profil sehen neu aus und das ganze Chassis ist höher gelegt. Die Stoßdämpfer könnten
durchaus von nem Offroader stammen. Ich befestige die Rauchgranaten und den Knallkörper gut mit
Klebeband unten am Fahrzeugboden. Zuerst denke ich, die Schlüssel passen nicht, aber die Tür ist nur
verzogen. Ich fall beinahe auf den Hintern, als sie plötzlich nachgibt. Wie gut das ich inzwischen so gut Auto
fahren kann. Der Wagen ist besser in Schuss, als er von außen aussah. Ohne Zwischenfälle gelingt es mir den
Wagen von Sophocles bis nach Touristville, dem noch am besten erhaltenen Viertel von Redmond, zu
schaffen. Hinter dem berühmt berüchtigten Nachtclub Skeleton stelle ich die Karre ab und übergebe Al, der
hier auf mich gewartet hat, die Schlüssel. Wir gehen noch mal schnell den Plan durch und mir fällt ein, dass
ich gar nix zum fesseln eingepackt habe. Ara! Dummes Girlie!

Aber zum Glück gibt es genug Läden, wo Adult Only und XXX drauf steht in dieser Gegend. In einen der
Läden gehe ich rein und bediene mich großzügig in der SM Ecke. Ui, was die für Zeug haben. Knebel,
Gesichtsmaske, Hand und Fußschellen wandern in meinen Einkaufskorb. Ist mir schon ein bisschen Peinlich,
hier das ganze Zeug zu kaufen. Weia! Der Verkäufer fragt mich, ob ich nich zu jung für solche Praktiken
wäre. Hey! Bin 19! Glaub ich, hab jedenfalls bald mein 19 Findungsfest. Weiß ja als Findelkind nich, wann
ich nun den genau geboren wurde. Deswegen feiere ich als Geburtstag den Tag, an dem ich von Pater
Angelus gefunden wurde. Darf auf alle Fälle das! Nich das ich drauf stehen würde. Ne ne. Ich will Liebe,
keine Hiebe.

Zu allen Schandtaten bereit, tanze ich in einer Seitengasse die Tänze des Nich gesehen werdens und des
Leicht seins. Ist nich ganz Leicht hier, da die Nähe der wahren Barrens doch auch hier in Touristville
durchaus zu spüren ist. Die Verschmutzung, sprich die Hintergrundstrahlung, beträgt immerhin eine satte
zwei auf der nach oben offenen UCLA Skala für magische Phänomene. So warte ich auf dem Dach des
Skeletons, bis Al mit Sarah auftaucht. Die Kleine sieht wirklich wie ein Girlie aus. Hihi. Mag sie, glaub ich.
Die Jap Norm hat sich Redmond Stylisch in Synth Leder geworfen. Na ja, man sieht auf Schrotflintenweite,
dass sie nich von hier ist. Pinkel im Straßenlook. Aber egal. Die beiden fahren los. Al kurvt mit ihr erst mal
Richtung Glowworm. Lotse ihn schließlich auf ne Route etwas Abseits, soll nich so viele Zeugen geben. In
Redmond ist zwar die Hilfsbereitschaft nich gerade Standart, aber ich will nich, dass hunderte von Leuten
unsere Show mitkriegen. In einer etwas unbelebteren Gegend, einer recht leeren Seitengasse, zünde ich dann
die Rauchgranaten. Bamm! Das gab nen ziemlichen Wums und es qualmt ziemlich stark. Die Kleine ist
sogar bewaffnet, teilt mir Al noch mit. Weia.

Auf alle Fälle kommt der Wagen zum stehen, weil Al wie Abgesprochen schleudernd anhält und einen auf
Bodyguard macht. Die Kleine hat Mut und zieht ebenfalls ihre Waffe. Ich ballere zweimal in die Luft und Al
schreit theatralisch auf. Ich verwandle den scheinbar zu Boden gegangenen Al in einen fies aussehenden
Ork. Eigentlich sollte er sie jetzt so überwältigen. Aber die Kleine macht mit ihrer tapferen Masche unserem
Plan einen Strich durch die Rechnung. Na ja, ich kann auch anders. Ein Lied des Krieges fällt sie. Ich knebel
und fessel sie routiniert. Gemeinsam hieven wir sie auf die Rückbank und fahren los. Ich guck sie mir Astral
an. Sie hat mehr in der Rübe, als ich gedacht habe. Ich kann es nich genau erkennen, was sie genau hat, zu
viele Astrale Interferenzen hier. Oh oh! Bin nich sicher, ob sie nun soviel Headmemory hat, wegen ihrer
Augenkamera oder ob diese ganzen Chipsätze nich zu nem internem Handy gehören. Drek! Daran hab ich
gar nich gedacht. In ihrer Trendy Handtasche, hey, ich hab die gleiche, finde ich ein Handy, sechzig
Nummern eingespeichert, einen Taschensekretär mit guter Codierung und das übliche, was das Girlie von
Welt dabei hat. Sie scheint exotische Früchte zu mögen. Kondome mit Kiwi Geschmack. Aber ich hatte
schon mal Mega Ärger, weil jemand ein internes Handy in der Rübe hatte. Also Anruf an Jasmin wegen nem
Headwarejammer. Will 2K. Ara! Und braucht 3 Stunden um es zu besorgen. Gl gl gl. Okidokili, soll sich
beeilen.

Bei dem ganzen Kram in der Handtasche findet sich noch ein Sketchbook. Kawaii! Oh, die Kleine hat ja
Talent. Die kleinen Handgezeichneten Mangas drehen sich meist um sie. Girlie bei gefährlicher Reportage

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oder bissige Karikaturen von Kollegen. Die Kleine hat es voll drauf. Ich beschließe, dass ich sie wirklich gut
mag. Sonst fördert ihre Handtasche nur wenig Interessantes zu Tage. Aber sie hat die Musikanlage mit nem
Chip, auf dem die Highlights der dieswöchigen japanischen Idol Pop Szene drauf sind, gefüttert. Find die
Stücke gut. Sind jetzt meine. Happy!

07.03.59 Freitagnacht Redmond Barrens

Schließlich erreichen wir das von Al besorgte Versteck in den Barrens. Ist ein altes Haus im südlichen
Avondale aus dem letzten Jahrtausend, dem man das Alter wirklich auch ansieht. Weia, ein schiefer Blick
und das Teil fällt in sich zusammen. Hab schon Ruinen gesehen, die sahen stabiler und wohnlicher aus. Da
Al zurzeit wie ein fieser Ork aussieht, gibt es deswegen erst mal Konfusion. Aber der Zauber ist mir so
Sahne gelungen, den will ich nich noch mal sprechen. Der Bewohner der Hütte ist selber ein Ork, recht breit
und etwa Mitte bis Ende Zwanzig. Für nen Mafiosi würde man den Kerl echt nich halten.

In ner alten Decke eingewickelt schleppen Al und ich die Kleine in das Haus. Im Trid läuft ein Hardcore
Porno der üblen Art. Bukkake! Örks! Hab noch nie verstanden, was an einem Liter weißer Flüssigkeit im
Gesicht einer Frau irgendwie Erotisch oder Anregend sein soll. Ui? Und überall liegen einschlägige
Magazine und Chipschachteln herum. Iiiiks! Wir kommen in den Keller. Hier sind die Wände mit Postern
nur noch so gepflastert. Überall stapeln sich noch mehr Magazine herum und Chips liegen gleich mal
Schachtelweise herum. Ich werd Knallrot. Drek! All diese Pornos, wo Frauen zu reinen Wichsobjekten
degradiert werden. Mega Drek! Aber für den Eigengebrauch ist das echt viel zu viel. Der scheint das ganze
Zeug entweder zwischen zu lagern oder direkt hier zu verticken.

Eine weitere Tür später sind wir in einem kleinen Verlies. Scheint nich zum ersten Mal für einen
Gefangenenaufenthalt benutzt zu werden. Na ja, der Kerl gehört sicher zur Familie. Aber ich bin irgendwie
entsetzt, dass Al ausgerechnet diesen Kerl als Vertrauenswürdig betrachtet. Er hat richtige Stilaugen und eine
ausgebeulte Hose, als wir die Jap Norm ans Bett ketten. Gefällt mir gar nich, die hier alleine zu lassen. Wir
machen dem Kerl klar, dass wenn der Kleinen was passiert, ihm was ganz schlimmes widerfahren wird. Und
das meine ich Mega Ernst! Mag diesen Ort hier gar nich! Und den Ork auch nich! Mag das alles nich!

Im Auto rede ich erst noch mal mit Al, der etwas irritiert daraufhin den Caporegime McMallen anruft. Der
meint wiederum, dass es wohl keine gute Idee sei, ein Mädchen bei ihm zu lassen. Al hat wohl gewisse
Details, wie Geschlecht und Alter der zu aufbewahrenden Person, bei seiner Anfrage unterschlagen. Ich hab
ein schlechtes Gefühl und geh erst mal Astral zurück. Der Typ sitzt wieder oben. Guckt auf Trid, auf ein
Magazin in seiner Hand und dann zur Kellertür. Und das immer wieder. Gefällt mir von Sekunde zu Sekunde
immer weniger. Dann kommt noch en weiterer Ork angewackelt. Ist wohl Kunde, krallt sich einen Chip und
löhnt Cash. Dabei unterhalten die sich über die Kleine im Keller. Drek! Der Ork zeigt die echt seinen
Chummer und die Philosophieren, dass die Kleine einer der Protagonistinnen, wenn man diese Art der
Schauspielerei mal so bezeichnen möchte, aus Geile Maso Schlampen V ähnlich sieht. Ich krieg hier allein
vom Zuhören schon die Mega Zustände. Das schreit nach Feuerball! Aber die beiden verdrücken sich, ohne
den Worten Taten folgen zu lassen. Hm, ich lasse lieber einen kleinen Watcher zurück, als wir den
Headjammer hohlen. Ich zahl 1,1K dafür. Auf dem Rückweg beschließen wir endgültig, die Kleine nich dort
zu lassen. Ist mir echt zu heavy. Es soll ja Männer geben, die haben ihre Triebe recht gut unter Kontrolle.
Aber irgendwie bezweifle ich das bei dem Ork durch sein einschlägiges Ambiente seiner Behausung. Ist bei
ihm sicher nur ne Frage der Zeit.

Der Kerl hat sie zum Glück noch nich angerührt, als wir wieder dort sind, aber ich will es nich darauf
ankommen lassen Also fahren wir in ein Alternativ Versteck, dass Al zur Verfügung gestellt wird. Ist mehr
oder weniger eine ehemalige Lagerhalle oder Fabrikgebäude im östlichen Woodinville. Auf alle Fälle kein
Wohnhaus, wie sich herausstellt, als wir nach knapp ner halben Stunde Rüttelfahrt über Straßen, die diesen
Namen echt nich mehr verdienen, dort ankommen. Daraus ertönt Waffenfeuer. Das wird ja immer besser.
Noch ne Gangballerei oder was? Ich geh Astral rein gucken. Ist nur ein Schießstand. Etwa über ein Dutzend
Personen sind anwesend.

Wieder gibt es Streß wegen Al´s perfekter Maske. Muss den Zauber jetzt doch canclen, weil es kurz vor ner
Eskalation steht. Drek auch. Das hier sind alles Waffenfetischisten. Die haben nen Horizont von der
Flugweite einer ausgeworfenen Patronenhülse. Irgendwie checken die nich, was wir eigentlich genau wollen.

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Die haben noch nich mal nen Verschlag oder richtig abgetrennten Raum, wo wir die Kleine lassen. Einer der
hier hausenden wird mehr oder weniger gezwungen, seine Pritsche freiwillig zur Verfügung zu stellen.

Dann muss ich noch auf Scheiben rumballern, ist hier ja ein Schießstand, treff aber nich besonders gut. Mist,
kann das doch besser. Ich muss sogar ne Dessert Eagle abfeuern. Oh, die ist so schwer und nach nur einem
Schuß tun mir die Gelenke weh. Mag die Waffe nich, hat nich mal die Schockdämpfung mehr drin. Hab ja
selber ne Desert Eagle, aber inzwischen habe ich eingesehen, dass die Waffe nich für Girlie Hände gebaut
ist. Und selbst mit Gyro und Schockdämpfung ist sie nur im Kaliber .357 Magnum noch halbwegs bequem
abzufeuern. Und der Typ drückt mir doch glatt eine .50 AE in die Flossen.

Auf alle Fälle haben wir hier erst mal ein halbwegs sicheres Versteck. Ist nich das, was ich gerne gehabt
hätte, aber besser als wie beim perversen Porno Ork. Mit einem Stuhl, Plastiktüten drum herum und einem
offenen Werkzeugkasten, den ich öffne und die Werkzeuge griffbereit hinlege. Dann instruiere ich Al, wie
ich mir das gute und böse Runner Spiel vorstelle. Ich verwandle ihn wieder in den Brutalo Ork und mich in
eine etwa 25 Jahre alte Anglo Norm mit Renton Akzent. Dann hänge ich sie vom Tropf und warte, bis ich
denke, dass sie gleich aufwacht. Dann rede ich davon, dass ich diesmal nich alles weg wischen werde und er,
sprich Niel, die abgeschnittenen Finger selber aufsammeln darf. Sie rührt sich recht schnell und schaut sich
Angsterfüllt um.

Ich tu so, als ob ich Niel beschwichtige, ihr erst mal Zeit zu geben, die Fragen so zu beantworten, ohne
gleich Brutal zu werden. Bei der ganzen Sache fühl ich mich gar nich wohl und der Gedanke, dass andere
Teams viel Brutaler und gar nich subtil vorgehen, sind auch nur Ausreden. Hab nen ganz flaues Gefühl im
Magen und fühl mich dabei echt Scheiße. Jedenfalls beantwortet sie alle meine Fragen offen oder ihre Lügen
sind leicht zu durchschauen, weil sie so vor Angst zittert. Nach fünf Minuten weiß ich in etwa, was sie über
den morgigen Abend weiß, welche Sicherheitsprozeduren sie im Yamatetsu HQ aus früheren Besuchen her
kennt und was sie dort genau tun soll. Dann frage ich sie noch etwas über ihren Background aus, dass
Passwort für Taschensekretär und Telekom und noch ein paar Persönliche Dinge, die ich wisse sollte. Das
geht recht fix.

Erleichtert hänge ich sie wieder an den Tropf und sie schläft ein. Das wäre erledigt. Leute verhören mag ich
gar nich. Hass das. Aber das ging ja jetzt ganz glatt. Hab nich ein einziges mal richtig drohen müssen. Bloß
Al ist teilweise beinahe aus der Rolle gefallen, na ja, macht nix. Nich jeder hat einen Schauspielkurs besucht.
Ich räume die Plastiktüten und das Werkzeug wieder weg. Puh! Die Hausaufgaben wären damit fast erledigt.
Zum Schluss nehme Sarahs Gesicht noch mal von allen Seiten mit der Fotofunktion meines Taschensekretärs
auf und schicke die Daten an S.D. So kann ich Morgen Mittag die Maske mir anpassen lassen. Dann bringe
ich Al zurück zum Skeleton, wo sein Wagen steht und fahre selbst zum Glowworm, wo ich den Wagen
zurückbringe. Da ich nich allein mit dem Motorrad durch die Nacht von Redmond fahren will, schlafe ich
bei der Schwesternschaft in meinem Schlafsarg.

08.03.59 Samstag Seattle Morgen

Die Nacht war wieder mal viel zu kurz. Weia! Keine vier Stunden geschlafen. Gähn. Aber Zeit zum
Ausruhen habe ich später. Und ich krieg verdammt viel Cash fürs aufbleiben. Nach einer Katzenwäsche
begebe ich mich in Richtung Downtown. Die Straßen sind zum Glück ziemlich ruhig. Es ist zu kalt um groß
Streß zu schieben. Es Nieselt unangenehm. Schlotter! Nich gerade das Wetter, wo Motorradfahren Spaß
machen würde.

In einem Nukit Burger mache ich eine Frühstückspause. Riesen großer Hunger, da ich gestern kaum was
gegessen habe. Leckere Cheeseburger harren meiner, dazu Schoko Snorkel und große Pommes. Sakura-chan
würde mich rügen, wenn sie wüßte, dass ich mich die ganze Zeit nur von Soy Fast Food ernähre. Aber mir
schmeckt es, bilde ich mir jedenfalls erfolgreich ein.

Bei Versteck von S.D. ist alles unverändert. Wieder die gleiche Prozedur um herunter zu kommen. Man
wartet schon auf mich. Meine Maske ist so gut wie fertig. Gute Arbeit. Aber ich dummes Girlie hab
vergessen, von Sarah die Fingerabdrücke zu scannen. Wie gut dass ich ihre Handtasche habe. Im Sketchbuch
finden sich genug, um daraus welche herzustellen. Lucky!

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Ich krieg auch meine Haare gerichtet, so das ich nun wirklich wie Sarah Yurikawa aussehe. Kawaii!
Inzwischen ist es Mittagszeit und ich treffe mich mit meinen beiden Kollegen in einem Pizza Hut in
Downtown. Ich nehm ne Hawaii Pizza und ne Vanille Coke und wir bereden die letzten Schritte. Das wird
was werden. Weia!

Zuerst muss ich mir noch ein paar Sachen von dem Reporter Girlie leihen. Sarah wohnt in einem
schnuckeligen Apartmenthaus. Hier könnte ich es auch aushalten. Ohne Probleme betrete ich die Lobby, wo
sogar ein Wächter steht. Er begrüßt mich auf Japanisch und ich antworte so gut ich kann mit ihrer Stimme.
Krieg das halbwegs hin. Kann das!

Ihr Credstick öffnet mir alle Türen, die ich brauche. Automatisch bringt mich der Fahrstuhl in das richtige
Stockwerk. Dank eines bunten Übersichtsplans finde ich ihr Apartment auf Anhieb. Scheint echt nich arm zu
sein. Ihre Wohnung ist chaotisch aufgeräumt. Nur in ihrem Schlafzimmer ist wirklich ein Wirbelwind
durchgeflogen. Getragene Kleidung, Ausdrucke, Magazine und Kuscheltiere liegen wild durcheinander. Die
Codekarte für den heutigen Empfang liegt an der ihr beschriebenen Stelle. Ich durchwühle ihre Sachen,
stöbere in ihrer Kleidung und suche was Passendes für heute Abend aus. Qual der Wahl, probiere einiges aus
und entscheide mich dann für ein konservativeres mittellanges Abendkleid in Schwarz. Sie hat auch frechere,
raffiniertere und wirklich sexy Klamotten im Wandschrank hängen. Aber ich denke nich, dass dies zu einer
Konzernveranstaltung das richtige Outfit wäre. Bin ja im doppelten Sinne zum arbeiten da. Dazu bequeme
flache Schuhe in der gleichen Farbe wie das Kleid.

Irgendwie bin ich neidisch auf Sarah. Sie hat eine Familie, einen Job der ihr Spaß macht und Geld. Überall
sind Bilder von ihren Eltern, Geschwistern und Freundinnen. Wie Glücklich sie aussieht. Für einen
Sekundenbruchteil hasse ich sie, weil ich keine Familie habe und sie ein Intaktes Familienleben hat. Ich
nich! Keinen Vater, keine Mutter, keine Geschwister. Ich bin ganz allein! Mag das gar nich! Aber ich habe
Sakura, die für mich Schwester, Mutter, Freundin, Lehrmeisterin und Geliebte ist. Ach! Habe eigentlich
keinen Grund mich zu beschweren oder mir gar selbst Leid zu tun. Ich kämpfe meine Negativen Gefühle
nieder, die nur zum toxischen Weg führen. Hab ja auch noch den Heiligen Sankt Waschbär. Und die
Schwesternschaft. Und viele Leute, die mich mögen. Glaub ich jedenfalls. Gehe denen schon manchmal
tierisch auf die Nerven. Aber bin halt so.

In ihrem Trideo quillt die Speicherbox über. Das meiste kann ich ignorieren, aber ihr Chef hat mehrmals
angerufen. Ich rufe zurück und muss mir einen ziemlichen Einlauf anhören. Ui, sieht aus, als ob Sarah
einiges ertragen müsste. Weia! Wenn der Typ so mit mir von Angesicht zu Angesicht reden würde, der
könnte vielleicht was erleben. Ihn in eine Kröte verwandeln wäre das mindeste. Kann das! Aber zum Glück
bin ich inzwischen eine gute Schauspielerin und kopiere die Art von Sarah ziemlich gut, ein zerknirschtes
Girlie darzustellen. Ist gar nich so schwer, da ich ja auch ein Girlie bin. Auf alle Fälle geht für heute Abend
alles glatt. Lucky!

In einem ihrer Schubladen finde ich einen ganzen Stapel mit ihren Sketchbüchern. Ui, die hätte beinahe
Mangaka werden können. Und Reihen über vorwitzige, niedliche Reporterinnen sind eigentlich selten. Mir
fällt jedenfalls keine auf Anhieb ein. Aber beim durchblättern der Hefte habe ich eine Idee. Seit einiger Zeit
trage ich mich mit dem Gedanken, mir einen kleinen Verbündeten anzuschaffen. Für Jobs eben, wo Watcher
zu beschränkt sind. Und da muss man ja ne Formel herstellen. Bei uns Schamanen bedeutet das, irgendeinen
Gegenstand herzustellen, sei es ne Maske, ne Trommel oder ähnlichen Tand. Seit Wochen grüble ich drüber,
was ich nur machen soll. Aber jetzt weiß ich es. Ich werde die Formel in ein kleines Manga packen. Das
passt zu ner Neo Schamanin aus nem Megaplex wie mir. Happy!

Nach dem ich noch ein wenig vor dem Spiegel geübt habe und auch ihr Sprachmuster noch mal verinnerlicht
habe, ziehe ich mich für den Abend um. In Ihrer Handtasche verstecke ich die Wanzen ziemlich gut. Al ist
auch schon ganz kribbelig und wir starten unseren Run auf Yamatetsu. Wenn das mal nur gut geht. Heiliger
Sankt Waschbär, hilf!

08.03.59 Samstagabend Seattle Downtown

Wir fahren mit einem Taxi zum Yamatetsu Building. Verdammt viel los an dem großen Hochhaus. Vor dem
Eingang stehen wie Statuen zwei Gardisten in gestylter Sicherheitspanzerung. Ui, die erinnern mich an die

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englischen Wachsoldaten in London, die standen auch nur so in der Kante herum und ließen sich die ganze
Zeit Fotografieren. Wir passieren sie anstandslos und durchschreiten die Lobby. Lucky! Auch hier Gardisten
und ziviles Personal. Ich bin etwas unsicher, da ich irgendeine Kontrolle erwarte, obwohl Sarah erzählt hat,
dass die ganzen Checks so unauffällig wie möglich im Hintergrund laufen. Aber ich muss nur zum Fahrstuhl
rufen die Karte in den Schlitz stecken. Wir betreten die Kabine und fahren in das sechzehnte Stockwerk, wo
die Veranstaltung schon begonnen hat. In der Kabine dudelt nichtssagender Synthopop aus versteckten
Lautsprechern. Kein weiterer Sicherheitscheck. Die Abwehrmaßnahmen sind so verdammt gut versteckt,
dass ich sie gar nich wahrgenommen habe und das will was heißen. Ich entspanne mich ein wenig, da die
erste Hürde überwunden ist. Kann das!

Die Party findet in einem Ecksegment des Gebäudes statt. Viel Glas und Chrom. Der Bereich ist vom
sechzehnten bis ins achtzehnte Stockwerk offen und über uns sind eine Ballustrade und ein Balkon. Die
meisten Gäste sind Norms. Nur ganz wenige Metas sind hier. Wie gut, dass ich dank Verkleidung auch wie
eine Norm aussehe. Über all sind Ober des Cateringservices unterwegs mit Tabletts und bringen Champus
und andere Getränke unter die Gäste. Es schon ziemlich voll hier. Ich mische mich, als würde ich
dazugehören, unter die Leute. Als erstes unserer Ziele kommt mir Klive Newton entgegen. Zeit für ein
Interview.

Wie gut das ich inzwischen besser Japanisch als Englisch sprechen kann. Zu Hause spreche ich mit Sakura
nur noch Japanisch im Tokiodialekt, was allgemein als Hochjapanisch gilt. Ist gar nich mal so schwer, wenn
man so ne tolle Lehrerin wie Sakura hat und täglich die Sprache benutzt. Das einzig knifflige ist, dass die
Sprache sich der sozialen Position anzupassen hat. Und der Dialekt. Aber mit dem Tokio Dialekt kann man
nix falsch machen, den versteht jeder, selbst die aus Osaka. Und als Frau hat man es gegenüber Männern
auch leicht seine Position einzuschätzen, man ist immer darunter, selbst die Kaiserin ist noch unter dem
letzten Penner angesiedelt. Sexistisch das! Aber ist so. Ich schraube meine Stimme hoch, wie es als Zeichen
der Freundlichkeit von Frauen gegenüber Männern angebracht ist. Also frage ich Klive Newton nach einem
Interview. Er ist Feuer und Flamme, sucht sich selbst ein Fotogener Hintergrund aus und steht mir für 120
Sekunden Rede und Antwort. Kommt zwar nur bla bla rüber, aber egal. Hab mein erstes Interview hinter
mich gebracht und so ganz nebenbei auch noch die Wanze bei ihm versenkt. Gotcha!

Keine zehn Minuten da und schon ein Teil erledigt. Ein guter Anfang. Aber das Primäre Ziel ist das
anbringen der Wanze im Büro des Divisionsleiters von Seattle. Das ist die wirklich harte Nuß. Deathdancer
hat keine Bilder aus dem Bereich und kann auch die Schlösser nich öffnen. Beim heiligen Sankt Waschbär!
Für was haben wir dann 25K für die blöden Codes gelöhnt, wenn es uns gar nich ans Ziel bringt? Weia! Und
die ersten Versuche vorzudringen bringen auch nix. Beide Zugänge zu dem Bereich sind mit Wachen
abgesichert, die mich freundlich, aber bestimmt jeweils in den Hauptraum zurück schicken. Drek auch. War
zu erwarten gewesen.

Aber was mich echt überrascht ist, dass hier keine Magier herumfliegen, auch Elementare oder Watcher sind
nich zu sehen. Lucky! In der Mulitsex Toilette mache ich Al und mich mit einem Lied des Nich gesehen
werdens Unsichtbar. Kann das! Es ist nich ganz leicht den ganzen Leuten immer so fix auszuweichen, aber
wir schaffen es unbemerkt in die Gänge und sogar bis in die kleine Lobby vor dem Chef Büro. Wir kriegen
gerade mit, wie Ryan Bricks das Büro verläßt. Drek! Das wäre die Gelegenheit, ihm die Codekarte zum Büro
zu klauben. Aber leider würde er es wohl spätestens am Fahrstuhl merken und obendrein hampeln hier noch
ein paar Gardisten rum. Die ziehen zwar dann nach und nach ab, aber das nützt mir nix. So ein Drek! Das
wird knifflig, aber das war ja von Anfang an klar gewesen. Mag das trotzdem nich! Aber wenigstens kann
ich ihm die Wanze verpassen.

So wie es aussieht wird das hier erst mal nix. Wir beschließen unsichtbar mit dem Fahrstuhl ins 18
Stockwerk auf den Balkon des Saales zu fahren, weil dort die ganzen Zielpersonen sich befinden. Also nix
wie hoch. Die Fahrstuhlkabine ist zum Glück nich mit nem Hüter gesichert. Lucky! Oben angekommen
begehe ich beinahe den fatalen Fehler, einfach loszustürmen. Fast zu spät denke ich daran, dass der eine oder
andere Promi doch seinen eigenen Sicherheitshermi dabei hat. Ui ui ui! Dummes Girlie! Aber zum Glück
checke ich in der letzten Sekunde das und bleib wie angewurzelt stehen. Zwischen zwei Zierpflanzenkübel
mach ich uns wieder sichtbar. Dann misch ich mich so, als ob ich dazu gehören würde, unter die Promies.
Kann das!

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Soku Kobashi, ein Sicherheitsexperte und eines unserer Ziele wird auf mich aufmerksam. Ich verklickere
ihm, dass ich kleine freche Reporterin hier auf Promijagd bin. Dank meines treuen Hundeblickes läßt er mich
gewähren. Lucky! Leider kann ich die Wanze nich an ihn anbringen. Ergibt sich keine Gelegenheit. Mein
nächstes Opfer ist Mary Luce, die neue Chefin. Ich krieg ein Interview, aber auch hier gelingt es mir nich,
die Wanze ranzubringen. Drek! Gar nich Sahne.

Am Rande krieg ich mit, wie Ryan Bricks ein Zettel zugespielt bekommt. Der wirft ihn einfach weg. So was
auch. Ich schnapp mir den zerknüllten Zettel und lese ihn. Darauf steht, dass ihn jemand nachher treffen will.
Was es da wohl zu bereden gibt? Leider trau ich mich nich, mich an ihn dranzuhängen. Als nächstes Ziel
schnapp ich mir Jacpue Bernard. Krieg wieder ein Interview, aber krieg es nich gebacken, ihn zu verwanzen.
Heiliger Sankt Waschbär, hilf! So wird das nie was. Was auch ganz komisch ist, dass Jacque mich mit dem
gewissen Blick anguckt, als ob er askennen würden. Drek! Ich fühle mich durchschaut, was tief blicken läßt.
Weia! Aber er unternimmt nix. Lucky!

Ryan Bricks taucht wieder auf und bedient sich beim Buffet. Hm, irgendwie kommen wir so nich weiter.
Aber so wie es aussieht, ist das die Gelegenheit, ihm seine Codekarte zu entwenden, da er hier richtig schön
was wegmampft. Nach einem kleinen Rempler beim Essen fassen habe ich die Codekarte in meinem Ärmel.
Kann das! Wieder fahren wir nach unten und in der Multisex Toilette tanze ich den Tanz des Nich gesehen
werdens. Aber irgendwie fließt das Mana recht zäh, bei mir klappt der Zauber irgendwie nich. Drek. Muss
das halt Al allein managen. Er zuckelt los und verdrücke mich in eine Ecke. Nach zehn unendlich langen
Minuten taucht er wieder auf. Al meint, dass in dem Büro sich schon jemand zu schaffen gemacht hat. Eine
Blumenvase wäre zerbrochen, der Abdruck eines Glases erkennbar und der PC sei an gewesen. Oh oh!

Ich krieg ein recht unangenehmes Gefühl, als sich eine dunkle Ahnung in mir manifestiert. Evakuierung!
Jetzt! Schritt eins ist die Karte wieder beim Besitzer abgeben, was mir gelingt. Auch kriegen wir die Wanze
wieder geborgen. Aber die vom Newton lassen wir, da der sich in einem Pulk befindet und kein rankommen
ist. Zu guter letzt kriegen wir noch eine Ansprache des neuen Vorstandvorsitzenden mit, dass alles gut
werden wird, Yamatetsu vom Umzug profitiert und eben das übliche bla bla dazu.

Zeit für nen flotten Schuh und sich schwitze mindesten einen Liter aus, als wir im Fahrstuhl wieder zur
Lobby nach unten fahren. Jede Sekunde rechne ich, dass wir festgenommen werden. Aber wir erreichen den
Platz vor dem Gebäude. Ein Wink und wir sind im Taxi. Ab durch die Mitte. Mehrmals wechseln wir das
Taxi und rufen unsern J an. Der ist etwas ungehalten, meint, wir wären aufgeflogen. Ich erklär ihm, dass nich
wir die Vase zerbröselt haben. Da ist irgendwas vor unserer Nase gelaufen, nur hab ich keinerlei Checkung
was genau. Gar nich Sahne.

Der J bestellt uns in Zaibatsu. Die üblichen Verdächtigen halten Wache und wir kommen zu unserem J. Die
verlorene Wanze wird uns mit 8K in Rechnung gestellt. Aber trotzdem gibt es noch en Bonus, da wir
wichtige Gespräche aufgezeichnet haben. Nur weiß ich nich, was ich davon halten soll. Irgendwie habe ich
das Gefühl, dass es bald große Veränderungen in der Konzernlandschaft geben wird.

Um insgesamt 50K reicher rücken wir ab. Jetzt müssen wir nur noch Sarah auf freien Fuß setzen. Die arme
Kleine. Tut mir ja so Leid, was wir mit ihr angestellt haben. Dabei ist es nur ein kleiner Trost, dass die
meisten Runner sie wohl um einiges härter behandelt hätten und sie womöglich am Ende gegeekt hätten.
Aber das kommt für mich nich in die Tüte. Auch die Option, Geld von ihrer Familie zu erpressen, kommt
nich in die Tüte. Zum einen wäre das fies, zum anderen würden wir uns dadurch auch zu sehr exponieren.

Wieder mal geht es eine lange Fahrt zurück zu dem Schießstand. Die Deppen ballern selbst um die Zeit noch
in der Kante herum. Und diese Idioten haben sie vom Tropf abgehängt, so dass sie etwas Trid gucken kann.
Deswegen muss ich noch mal den Tanz des anders aussehen Tanzen. Wir fesseln sie wieder zu einem Paket
und legen sie auf den Rücksitz. Al überspielt auf meinen Wunsch noch die Aufnahmen aus seiner
Augenkamera, so dass sie wenigstens ein paar Interviews vorweisen kann. Am Parkplatz des Skeleton lassen
wir sie gehen. Ich geb ihr auch ihre ganze Handtasche wieder. Aber irgendwie schnallt sie nich, dass sie
wahnsinniges Glück gehabt hat und wirft uns tatsächlich noch Unrat hinter her. Na ja, an ihrer Stelle wäre
ich in erster Linie auch stinke Sauer auf uns. Kann das Verstehen. Na ja, ich wünsch ihr innerlich noch viel
Glück. Ich mag diese kleine quirlige Reporterin irgendwie. Vielleicht treffen sich ja unsere Wege noch
einmal.

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Aber jetzt bin ich erst mal Fix und Foxi. Es dauert noch über eine Stunde, bis ich endlich in meiner
Zweitwohnung bin und mich in mein Bett kuscheln kann. Nach nem Run gehe ich nie gleich ins
Primärversteck zurück. Aber so wie es aussieht, ist wohl doch noch alles gut Gegangen. Ich mach mir noch
ein paar Gedanken über meinen neuen Verbündeten und Dusel dann ein. Müde!

Gespielt am 06.03.2004
SL: Mr. Five
Spieler: Racker, Al
Karma: 5
Eingenommenes Geld: ca 50K
Beute für die Hall of Fame: 1 Audiochip Japanischer Idol Pop, Chart 3/2059

Zwischenspiel 1

09.03.59 Sonntag Morgen Fife

Glump? Irgendwas reißt mich aus dem Schlaf. Bin sofort Hellwach, hab meine Pistole unter dem Kopfkissen
in der Hand und meine Abschirmung oben. Huh? Kein Angreifer zu sehen, die Alarmanlage zeigt nichts an.
Draußen ist es noch dunkel. Ein Blick auf dem Wecker zeigt mir, dass es kurz nach sieben Uhr Morgens ist.
Sonntagmorgen. Was los? Haben meine überreizten Nerven mir nen Streich gespielt? Nö, irgendwo kracht
was. Ich höre einen Mann schreien und eine Frau kreischen. Drek! Langsam entspanne ich mich. Irgendeiner
meiner Nachbarn, keine Ahnung wer, da ich jeden Kontakt auf ein Minimum beschränke, hat Krach. Ich
sichere die Pistole wieder und kuschle mich in mein warmes Bett. Müde. Will schlafen. Aber der Lärm läßt
nich nach und die Geräusche wandeln sich dahingehend, dass ich den Eindruck gewinne, dass der Kerl seine
Frau verdrischt.

Mein Herz stupst mich an, dass ich da wohl eingreifen sollte. Mein Verstand meint, dass es mich nich
tangieren sollte und dem heiligen Sankt Waschbär ist es lang wie breit. Aber mein Herz prügelt schließlich
so lange auf den Verstand ein, dass ich meinen Körper verlasse und via Astralraum nachsehen gehe. Der
Lärm kommt aus einer Wohnung schräg gegenüber meiner. Die sind etwas größer, gehen aber zu tristen
Innenhof hin raus. Die Frau liegt auf dem Boden, ihre Aura zeigt Schmerz und Angst. Der Mann steht mit
dem Gürtel in der Hand über ihr und schlägt auf sie ein. Seine Aura ist voll Wut und Nüchtern scheint er
auch nich gerade zu sein. In einem Nebenzimmer mache ich noch zwei kleine Kinder aus, Junge etwa um die
sechs, Mädchen um die vier, beide Auren ebenfalls voll Angst. Sie zucken bei jedem Wort ihres Vaters
zusammen. Er spricht spanisch, aber da er fast nur flucht, versteh ich sogar die Hälfte. Aber keine Ahnung,
um was es eigentlich geht. Wie es aussieht kommt er gerade wohl von der Nachtschicht. Er hat
Plastikknochen implantiert, wenn ich das richtig sehe. Könnte ein unterbezahlter Wachmann nach ner zwölf
Stunden Schicht sein. Und wenn er weiter macht, schlägt er seine Frau zusammen. Mein Herz tobt in mir und
kämpft den Verstand endgültig nieder.

Zurück in meinen Körper ziehe ich mir ne sportliche Jumpsuit über und schlapp mal zu meinen Nachbarn.
Zwei Türen schließen sich leise, als ich den Flur betrete. Außer mir scheint aber keiner den Mum zu haben,
bzw. so wenig Verstand, sich dieses Problems anzunehmen. Ich klingle Sturm. Das Geschreie setzt kurz aus
und ich krieg ne ziemlich schroffe Aufforderung, mich um meinen eigenen Drek zu scheren und mir meine
Einmischung dahin zu stecken, wo niemals die Sonne scheint. Mein Verstand meint, ich hätte es wenigstens
versucht, während mein Herz ihn in den Schwitzkasten nimmt. Also weiter klingeln und klopfen. Schließlich
wird die Tür aufgerissen und der Typ steht in ner Uniform von Jolly Roger Security schwitzend vor mir. Er
ist ein Hispanic Norm. Mitte Zwanzig, hat wohl Jung geheiratet. Wütend sieht er mich an. Sein Machismo
geht wohl gerade mit ihm durch. Ich versuche freundlich ihn darauf hinzuweisen, dass wir im 21 Jahrhundert
leben und das Schlagen von Frauen schon seit längerer Zeit unter Strafe steht und die moderne Zivilisation
einem viele Mittel in die Hand gibt, Eheprobleme auf gewaltfreie Art zu lösen. Er wiederholt seine
freundliche Aufforderung mich zu verpissen, bevor er mir die Zähne in den Hals schiebt, nich Nett der
Mann. Weis das!

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Ich überlege kurz, ob ich ihm mit einem Lied der guten Idee umstimmen sollte, aber in seinem Zustand
dürfte selbst mein Kraftvolles Lied scheitern. Er nimmt mir die Entscheidung ab, in dem er mir die Tür vor
der Nase zuknallt. Und das Herumgeschrei geht wieder los. Verstand und Herz schreien sich bei mir auch an.
Aber mein Herz stupst mich an und ich klopfe wieder. Wieder wird die Tür aufgerissen und eine schnell
größer werdende Faust will ein Versprechen war machen. Huch! Wieder mal zahlt sich das gnadenlose
Training von Sakura aus. Ich weiche nich nur dem Schlag aus, sondern packe den Arm, hebel ihn aus und
nutze seine Kraft ihn zu Boden zu schicken. Kaum auf dem Boden, hab ich ihn schon im Polizeigriff. Ich
zerre ihn auf die Beine und befördere ihn in seine Wohnung.

Seine Frau hat sich mit geschwollenem und blutverschmiertem Gesicht aufgerichtet. Ihr Pyjama ist zerrissen
und offenbart einen geschundenen Körper. Sie scheint mir viel zu Jung für einen sechsjährigen Jungen, war
wohl noch minderjährig schwanger geworden. Aber anstatt mir Dankbar zu sein, schreit sie mich jetzt an.
Mich ginge das hier nichts an und was mir wohl einfalle, hier einzudringen und ihren Mann fest zu halten.
Aber! Ich versuche ihr zu erklären, dass wir im 21 Jahrhundert leben und Frauen nicht der Besitz ihres
Mannes sind. Sie verklickert mir allen ernstes, dass Schläge ein Zeichen von Liebe seien, ihr Vater hätte ihre
Mutter auch immer geschlagen und sie würden eine gute Ehe führen. Mein Herz ist ganz klein, während
mein Verstand darauf beharrt, mit der Strategie der Nichteinmischung besser gefahren zu sein.
Strategieänderung!

Von Masche, will helfen, gehe ich zur Masche, will meine Ruhe haben. Also verklickere ich ihr, dass es
mich wirklich nix angeht, was sie miteinander machen. Wenn sie Masochistin ist und meint, mit Schlägen
Liebe zu erfahren, ist es nich mein Prob. Aber es ist mein Prob, wenn ich schlafen will und ich das nich
kann, weil ihr Mann ihr gerade ihre Liebe beweißt. Und auch ich kann stinkig werden. Und das bin ich jetzt!
Ja! Und Ruhe jetzt oder ich sorge dafür! Das saß! Wütend stapfe ich zurück in meine Wohnung. Knalle
lautstark die Türe hinter mir zu. Es bleibt ruhig. Wenigstens etwas erreicht. Ich schlüpfe aus meiner Jumpsuit
in mein Bett und versuch noch ne Runde zu schlafen. Jetzt!

09.03.59 Sonntag Morgen Fife

Versuchs jedenfalls. Aber mit der inneren Ruhe ist es vorbei, auch wenn die Hispanic Norms keinen Stress
mehr zu machen scheinen. Meine Intervention war wohl doch nich ganz so Sinnlos. Also stehe ich auf,
spring kurz unter die Dusche, zum Glück gerade keine Rationalisierungszeit, richte meine Haare so gut wie
es eben geht, lege ein dezentes Make up auf und verlasse mies gelaunt meine Wohnung. Wieder mal sieben
Stockwerke nach unten. Will nen Fahrstuhl, der funktioniert! Weia! Wenn ich mir ein neues Versteck kaufen
werde, dann nehme ich entweder eines mit funktionierenden Fahrstuhl oder eines, wo nich so hoch liegt.
Weiß das!

Ich fahr über Umwege erst mal in unser Domizil im Elfenviertel. Sakura hatte Anfang des Jahres einen
Taschensekretär mit einem X auf der Hülle gefunden. Das hat zu ner Tauschbörse gehört. Eine Tauschbörse
der ganz besonderen Art. Man tauscht Gefallen. Oder so ähnlich. Man tut irgendwas und bekommt was
dafür. Sakura hat ein wenig geforscht und dann herausgefunden, dass man eher drauf zahlt. Jedenfalls auf
lange Sicht. Also hat sie den Sekretär dann einfach verloren, nachdem sie ein paar Aufgaben erfüllt hatte.
Aber da das Ding wohl auch so ne Art Wanze ist, haben die vielleicht mehr aufgeschnappt, als einem Lieb
sein konnte. Jedenfalls haben wir uns dann entschlossen, umzuziehen.

Aber nich weit. Und wir haben uns verbessert. Wir wohnen jetzt in einer wirklich schnuckeligen Penthouse
Wohnung eines acht Stockwerke hohen Apartmenthauses. Alles mit Efeu überwachsen, wie sich das für ein
Haus im Elfenviertel gehört. Das Penthouse ist wirklich geräumig und geht über zwei Stockwerke und einen
Wintergarten und Pool auf dem Dach. So richtig Mondän. Mag das! Wir haben unseren eigenen Fahrstuhl
und einen abgetrennten Bereich in der Tiefgarage. Dort Parke ich mein schönes Auto. Der VW ist so richtig
stabil und von Pater Angelus gesegnet. Auch habe ich eine Christhoperus Plakette darin, hab ich mir im
Vatikan in Rom gekauft. Bringt Schutz und Gottes Segen. Weiß das!

Die Fahrstuhltüre ist wirklich gut gesichert, alles bis auf Profis meines Schlages hält es jedes Gesocks
draußen. Ich würde die ganze Anlage knacken können, aber nich so ohne weiteres. Die Kabine hat einen
Spiegel und ich guck mich an. Oh, meine Frisur! Sieht schrecklich aus. Ach! Mein Teint ist viel zu dunkel,
meine Titties zu klein, aber sonst bin ich eigentlich mit meinem Aussehen ganz zu frieden. Hab ne niedliche

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Stupsnase, große dunkle braune Augen, einen Mund mit Lippen, die nich zu schmal und nich zu aufgeblasen
sind. Manche meinen, ich wäre ne Hispanic, wegen meinem dunklen Teint, andere ne Indianerin, wegen
meinen Wangenknochen, oder ne Inderin. Keine Ahnung, kann ja niemanden fragen. Für ne Elfe bin ich mit
meinen 1,75 schon eher etwas klein. Mein Bauch ist Flach und es zeichnen sich schon ein wenig die
Bauchmuskeln ab. Auf meinen Po bin ich richtig stolz, der ist nämlich genau richtig. Mag den!

Ganz oben angekommen stell ich fest, dass Sakura nich da ist! Fies das! Sie ist im HQ der Schwesternschaft.
Hm. Fahr ich halt auch nach Redmond. Was solls. Auf dem Weg dorthin fällt mir ein, dass ich schon viel zu
lang nich mehr in der Kirche gewesen bin. Wäre eigentlich die Gelegenheit. Komm gerade rechtzeitig an.
Pater Angelus zelebriert einen schönen Gottesdienst in der etwas heruntergekommenen Katholischen Kirche
in Sophocles. Mag den! Auch wenn er gar nich mag, wenn ich von der Verknüpfung des heiligen Sankt
Waschbär mit der katholischen Kirche zu reden beginne. Da wird er mega stinke Sauer. Echt Wahr. Wo er
doch die heiligen Farben von Waschbär trägt, schwarz und weiß, neh? Auf alle Fälle vermeide ich
inzwischen dieses Reizthema so gut es geht.

Am Ende erkennt mich eines meiner Patenkinder und bin dann von einem Pulk kleiner Girlies umgeben.
Zehn Stück, für jeden von mir getöteten Menschen eines. Na ja, inzwischen habe ich zwei weitere Menschen
getötet. Einmal ein Magier, den ich für jemanden gehalten habe, der seine Tochter nem Ritual zuführen
wollte, aber statt den Oberschurken, war der nur seine rechte Hand. Aber den Tod hat er trotzdem verdient.
Rede ich mir jedenfalls erfolgreich ein. War ziemlich heavy gewesen. Zwanzig Söldner und zwei
Sturmhubschrauber uns auf den Fersen. Weia! Und da war dann dieser Projizierende Magier gewesen. Hab
ihn für den Oberchef gehalten. Und ich habe gedacht, wenn ich den geeke, hören die anderen auf uns zu
jagen. War aber dummerweise nich der Oberchef gewesen. Aber trotzdem ein ziemlich übler Bursche.

Der andere war eine Voodoo Knilch aus NO, der Zombies hatte. Hui, das war ein mega harter Kampf in
einem Kühlhaus. Mag gar nich daran denken. Das war ziemlich gefährlich gewesen. Da war gerade so ein
Totenfest in NO und ziemlich viel Geistergesindel war unterwegs. Unter anderem auch die Geister von
einigen, die ich getötet habe. Egg zum Beispiel. War richtig fertig mit der Welt. Der Houngan hat versucht,
die Geister zu versklaven. Und er hatte noch ne Frau entführt, die für die Mafia hier in Seattle arbeiten sollte.
War jedenfalls unser eigentlicher Job gewesen, die Frau nach Seattle zu überführen. Und dann wird sie
entführt und dürfen in ne Festung eindringen und im Kühlhaus mit dem Houngan kämpfen. Weia! Hab mir
einige Erfrierungen zugezogen. Aber die ganzen Geister waren mir letzten Endes echt dankbar, dass sie nich
versklavt wurden. Bin mit einigen ins Reine gekommen. Puh, ist mir da ein Stein vom Herzen gefallen.
Lucky!

Die kleinen Mädchen freuen sich sehr, mich zu sehen. Bin ja schließlich ihre Patentante Ruth. Mich reut kein
Nuyen, den ich in sie investiert habe. Sie alle haben rosige Wangen und sehen gut genährt aus. In ihren
Waisenhausuniformen sehen sie gar putzig und brav aus. Aber leider habe ich nich die Zeit, die ich gerne mit
ihnen verbringen würde. Enttäuscht und Traurig ziehen sie von dannen. Auch das eine oder andere Tränchen
schimmert in ihren Augen. Ach!

Ich rede noch ein paar Takte mit Pater Angelus. Der große Troll freut sich auch, mich zu sehen, hab ja
schließlich schon genug Nuyen gespendet, um ein gern gesehenes Mitglied der Gemeinde zu sein. Aber
leider muss ich ja weiter. Es ist nur Katzensprung bis zum HQ der Schwesternschaft. Zu Wällen geformte
Schrottberge beschützen ein Lagerhaus und die Autowerkstatt. Auf dem Areal selbst verteilt befinden sich
weitere Schrottberge, Container in denen Straßenkinder hausen und noch ein paar weitere Schuppen.

Sakura ist beim Trainieren im Dojo, dass aus einem ehemaligen kleinen Festzelt besteht, dass mit Matten
ausgelegt ist.. Und Wulf treffe ich auch dort. Wulf ist nich nur die Anführerin der Schwesternschaft, sondern
auch die meiner magischen Gruppe. Die Anglo Norm sieht um einiges älter aus, als sie eigentlich ist. Ihr
ehemals schwarzes Haar ist schon an vielen Stellen ergraut, sie ist etwas kleiner als ich und hat graue Augen.
Sie folgt Wolf und hat einiges von ihrem Totem übernommen Nach dem sie mit ihrer Trainingseinheit fertig
ist, fange ich sie ab und spreche mit ihr über meine neusten Pläne, was einen eigenen Verbündeten betrifft.

Sie meint, ein Verbündeter bedeutet nich nur Machtzuwachs, sondern auch große Verantwortung. So ein
Verbündeter ist schon beinahe wie ein eigenes Kind. Nur von Anfang an etwas aufnahmefähiger, aber
trotzdem würde er geformt werden müssen. Also erziehen. Ihm die richtigen Werte vermitteln.

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Und ich solle mir auch gut Überlegen, für was ich ihn haben wolle. Hm, als Assistent und Beschützer, dachte
ich. In meiner nächsten Initiation würde ich die Fähigkeit der Zentrierung erlangen und derweil war man
immer Astral angreifbar. Jemand der einem da den Rücken freihielt, war schon praktisch. Sie meint, ich
sollte erst mal klein Anfangen. Ihm die Fähigkeiten mitgeben, die er meiner Meinung nach können sollte,
aber erst mal ihn selbst auf geringer Stufe lassen. Ihn als Kind betrachten, dass wachsen und gedeihen muss.
Ihm dann mit Ritualen der Wandlung Stufenweise mehr Macht zu kommen lassen, würde die Verbindung
zwischen Geist und Meister stärken. Auch am Anfang keine Zauber, sonders diese dann nach und nach
beibringen. So würde er Anfangs nich von seinen Möglichkeiten erschlagen werden. Sondern ihm lieber
Fertigkeiten beibringen. Und die dann trainieren. Ui, da wird ja einiges auf mich zukommen. Ob ich wirklich
schon dafür reif war? Hm, krieg leichten Bammel.

Ihn auf der zweiten Stufe der nach oben offenen UCLA Einstufung der Magie zu beschwören, wäre wohl das
Beste. Die Formel würde dann Anfangs nich so komplex sein, sondern auch für mich überschaubar. So was
machte nämlich wahnsinnig viel arbeit. Und dafür würde ich kaum die Zeit haben, da man sie am besten an
einem Stück machen sollte. Auch müsste ich dann meine Medizinhütte nich so groß machen und die Formel
wäre in akzeptabler Zeit geschrieben. Davor graut es mir jetzt schon. Tag für Tag an der Formel zu sitzen
und keine Zeit für groß was anderes haben. Weia! Wulf ist wirklich eine sehr weise Anführerin und ihr Rat
ist immer von mir geschätzt. Happy!

09.03.59 Sonntagmittag Seattle

Meine Sakura-chan ist auch da und fall ihr natürlich um den Hals. Werfe sie beinahe um dabei. Hab sie doch
so lieb! Daisuki! Wie auch immer. Wir küssen uns lange und zärtlich. Ich spüre ihren kräftigen Schenkel in
meinem Schritt und presse mich daran. Oh, mir wird ganz anders. Könnte sie jetzt und hier vernaschen. Na
ja, bis ins Kuschelzimmer würde ich es wohl doch schaffen. Schließlich lösen wir uns voneinander, was mir
beinahe körperlich weh tut. Aber erstmal muss ich ganz dringend erzählen, wie es mir in den letzten Tagen
ergangen ist.

Ich berichte meiner Geliebten, wie es bei Yamatetsu gelaufen ist, dass dort irgendwas im Busch ist. Auch
verklickere ich ihr, dass ich die Verbündetenformel als Manga schreiben will. Da muss sie lachen. Heh?
Dieses Vorgehen ist nu mal genial! Sakura weiß sogar in etwa, wie man Mangas zeichnet. Lucky! Ihre Oma
war mal ne Zeitlang Mangaka gewesen. Allerdings hat sie es nie mehr als zu ner Assistentin bei anderen
Zeichnern gebracht. Hat aber allerdings viel als Doshini im Eigenverlag veröffentlicht. Es ist eine der
wenigen male, dass Sakura irgendwas von ihrer Familie erzählt, krieg ganz große Ohren. Aber mehr erzählt
sie nich darüber, sondern was ich dafür alles brauch. Ist nich wenig. Die meisten zeichnen heutzutage die
Mangas am Computer. Aber das kommt für mich nich in Frage, da ich die Formel in nen Folianten packen
will. Klar könnte ich die einzelnen Seite ausdrucken und dann Binden lassen. Ich gehe kurz in mich und
überlege. Mein kleiner Waschbär in mir hat kein gutes Gefühl, auch meinem Herzen scheint dieser Weg
falsch. Mein Verstand meint nur, dass es letztendlich egal ist, wie ich es mache, da die Zeit mehr oder
weniger durch das investierte Karma feststeht und nich durch die Verarbeitungstechnik groß verändert wird.
Und es in einem alten Folianten zu zeichnen wäre passender, als es neu binden zu lassen. Auch würde es viel
persönlicher werden, wenn ich es selbst zeichne.

Noch während dem Gespräch gehe ich mit meinem Taschensekretär Matrix Ligth Online und such mir einen
in Seattle ansässigen Laden aus, sprich Animeland Seattle. Sakura berät mich, was ich alles an Stiften und
sonstiges Material, besonders Rasterfolien mit verschiedenen Mustern zum abrubbeln für die Hintergründe,
brauche. Boah! 140 N¥ kostet mich das Grundpaket mit ner Anleitung. Besonders die Rasterfolie für die
Hintergründe kostet ein Vermögen, weil die kaum noch hergestellt werden. Okashi! Lasse das Zeug gleich
mal zu unserem Haus im Elfenviertel liefern. Ich überzeuge Sakura-chan, dass sie mir sofort beibringen
muss, wie man richtig cool zeichnet. Sie meint, es wäre Jahre her, dass sie zum letzten Mal was in der
Richtung gemacht hat. Nix da! Wir fahren Richtung Hause. Unterwegs kehren wir in einem Dennys ein. Wir
bestellen uns eine richtig große All American Platte und mampfen uns so richtig voll. Mag das! Hab voll den
Hunger, Frühstück war ja nich.

Wir kommen gerade rechtzeitig zu Hause an, die Lieferung wird gerade beim Wachmann im Foyer abgeben.
Ich zerfetze das Paket regelrecht, so ungeduldig bin ich, endlich anzufangen. Sakura lacht mich aus. Meint,

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ich wäre ja richtig Feuer und Flamme. Klar doch, hatte schließlich die Inspiration. Irgendwann tu ich Sarah
Yurikawa was Gutes. Werde ihr die Mega coole Story zum Nulltarif verschaffen. Oder halt ganz billig. Aber
egal. Ich zerre Sakura zum Esszimmertisch, weil man da gut sitzen kann und zwinge sie dazu, mir endlich
was bei zu bringen. Nach fünf Minuten fange ich langsam an zu begreifen, dass es nich so einfach ist, wie
mir das Vorgestellt habe. Menno!

Aber Sakura ist ne gute Lehrerin und zeigt mir die Grundlagen, soweit sie das eben selbst beherrscht. Wie
man Proportionen einteilt, wie was welche Länge von diesem oder jenem hat. Alles ist miteinander
verknüpft. Sie zeigt am Beispiel des berühmten Logos von Michelangelo, dass einen Menschen umgeben
von einem Kreis zeigt, wie die optimalen Proportionen sind. Auch wie man ein Gesicht einteilt. Das
zwischen zwei Augen ein drittes von gleicher Größe genau Platz haben müsste, um wirklich korrekt
angeordnet zu sein. Dann wie das bei nem Manga aussieht, dem Zeichenstil, in dem ich wohl die Formel
zeichnen werde. Kawaii! Ich versuch das auch mal. Aber mir sieht das so Kacke aus. Kann das nich! Sakura
stupst mich an und meint, dass Übung den Meister macht. Will das nich glauben, weil ich total untalentiert
bin. Aber Sakura knuddelt mich so lange durch, bis ich es weiter versuche. Bis zum Abend krieg dann
halbwegs ansehnliche Skizzen hin, wo man erkennen kann, was ich darstellen will. Kann das doch! Sakura
hatte Recht. Daisuki!

Sakura ist ein wahrer Schatz und managet das mit dem Abendessen. Hm, Delikatessen vom Chinesen.
Während dem essen erzähle ich ihr wieder ganz begeistert, was man kleiner Verbündeter alles können soll.
Also mehr Unterstützung und so. Ne kleine Einbrecherin sozusagen. Deswegen wird sie, ich bleib einfach
mal beim weiblichen Terminus, Fähigkeiten im Bereich der Elektronik und alles was man braucht, um jede
Art von Schloß und Sicherheitsanlage zu umgehen. Und sie soll sich ganz toll verstecken können und
unauffällig sein. So wie ich! Und natürlich soll sie sich auch Verteidigen können, nich nur im Astralkampf,
sondern auch auf dieser Ebene. Dann habe ich auch ne gute Sparringspartnerin. Sakura wird da etwas
knatschig, weil wir ja auch fast täglich trainieren. Aber wenn meine Kleine mal richt Fit ist, dann kann ich
auch mit scharfen Waffen üben, macht ihr ja dann nix aus. „Ist natürlich ein Argument“, meint Sakura, aber
nur wenig versöhnt. Ui! Da hab ich was gesagt.

Ich schmiege mich ganz lieb an sie und reibe mich zärtlich an ihr. Sie meint, es wäre gut, aber ich zeig ihr,
wie lieb ich sie habe. Wir füttern uns gegenseitig und fangen dann an, uns gegenseitig anzuknabbern. Bald
haben wir gar nix mehr an, weil es so heiß wird. Ui, in mir läuft das Wasser zusammen. Oh! Bald wird mir
ganz anders. Ui ui ui! Sakura versteht es, mir Lust bis zur totalen Ekstase zu bereiten. Auch wenn sie mich
eine Ewigkeit auf genau kurz davor hält und mich einfach nich kommen lässt. Aber dann lässt sie mich
explodieren und wieder und wieder, bis mir hören und sehen vergeht. Ich nich mehr weiß, wo oben und
unten ist. Alles auf ein einzigen Punkt in mir konzentriert ist. Uff, ich bin so fix und foxi. Aber ich weiß, was
sich gehört und ich revanchiere mich entsprechend. Kann das!

09.03.59 Sonntagabend Elfenviertel

Als ich dann nach unendlicher Neckerei mich an Sakura-chans durchtrainierten Körper kuschle, fühle ich
mich tief befriedigt und geborgen. Dann erzähle ich ihr weiter, was ich alles noch so mit meinem
Verbündeten vorhabe. Sie wird auch als Köder dienen, denn sie wird genau so aussehen wie ich, so kann ich
Leute ablenken und habe so ganz neue taktische Möglichkeiten. Sakura fragt, ob die Kleine das so mir nix
dir nix mitmachen wird. Na ja, die Kleine ist ja an mich gebunden und muss tun, was ich will. Aber ich
werde es nich übertreiben und der Kleinen mehr zumuten als mir selbst. Wirklich!

Die erste Gestalt wird die eines kleinen Waschbären sein. So richtig zum knuddeln und was zum
anschmusen. Soll den Aspekt meines Totems verkörpern. Also Heimlichkeit, Pfiffigkeit und die Fähigkeit
überall hin rein zu kommen, wo man rein will, aber nich darf.

Die zweite Gestalt wird die eines Babys sein. Kawaii! Soll den Aspekt der Unschuld verkörpern. Und das es
sozusagen mein Kind ist. Im engeren Sinn stimmt das ja auch, neh? Nich mein Körper wird es gebären,
sondern mein Geist, mein Wille. Oder besser gesagt, meine Magie. Außerdem habe ich dann ne lebendige
Puppe. Sakura meint, sie hätte als Kind auch so eine von diesen semiintelligenten Babydrohnen gehabt. Ui,
die muss damals ein Vermögen gekostet haben. Selbst heute gibt es die nur im vierstelligen K Bereich. Ich

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will nachhaken, aber Sakura bringt mich wieder sofort auf mein momentanes Lieblingsthema zurück. Und
darauf springe ich natürlich sofort wieder an.

Die dritte Gestalt wird die von mir sein, also ganz Nackt. So das ich die Kleine noch mit ner Rüstung
ausrüsten kann. Sakura meint, dann könnte ich mir auch selbst da reingucken, wo man das sonst ja nich
kann. Ferkel! Auf so was würde ich nie kommen. Gar nich wahr! Na ja, diese Gestalt wird mein Aspekt
verkörpern, die Meisterin. Hi hi. Meisterin! Geht mir runter wie Öl. Das wird die Kleine immer daran
erinnern, dass ich sie gemacht habe.

Die vierte Gestalt wird immer so sein, wie ich gerade aussehe, wenn ich sie in dem Moment rufe. Sprich,
genau die Frisur haben, genau das gleiche tragen wie ich. Als Köder und wird den Aspekt des Krieges und
Kampfes repräsentieren. Weil sie kann ja sich immer einfach in ihre Heimatebene retten.

Die fünfte Gestallt wird die von Racoon sein, meinem ersten Freund, Geliebten und Lehrmeister. Diese wird
den Aspekt der Liebe repräsentieren. Sakura fragt, ob ich damit was nachholen will. He! Ultra Perverso! Wer
ist denn hier das Ferkelchen? Ich bin’s nich! Auf so ne Idee wäre ich nie gekommen. Also neh! Wobei
Racoon ja niemals wirklich intim mit mir war. Kam ja was dazwischen. Will jetzt aber nich daran denken.
Außerdem wird die Gestallt angezogen sein. Und da die Kleidung ein integraler Bestandteil des Körpers des
Verbündeten ist, wird diese auch nich zum ablegen sein.

Die sechste Gestalt wird die eines Engelchens sein. Aspekt der Gnade. Und das Engelchen wird so aussehen
wie meine Watcher immer aussehen. Kawaii! Also wird sie sich auch in einer Schar meiner Watcher
verstecken können. Das wird ne üble Überraschung für manche werden, der dann denkt, er hat nen Watcher
vor sich.

Die siebte Gestalt ist die eines Schäferhundes. Wird den Aspekt der Treue und Gehorsam verkörpern. Hab
vor, ihn auch so als ne Art Blindenhund aussehen zu lassen. Kann dann die Blinde spielen. Perfekte Tarnung.
Oder sie kann dann auch als Wachhund durchgehen. Kann noch ne Schutzweste für Hunde tragen, wie
unsere normalen Wauzis ja auch. Können das!

Die achte Gestallt wird die einer etwa sieben Jahre alten Norm Göre sein. Wird das Frech sein verkörpern.
Und in etwa so aussehen wie Waschbär, wenn er mir erscheint. Sakura meint, ich würde da eine zweite
Racker erschaffen. Und? Das wäre zuviel für dieses Universum, meint sie ganz ernst. Heh! Das gibt nen
Knuff. Ich krieg nen Knuff zurück und bald haben wir einen heftigen Catfigth. Ui ui ui! Sakura überwältigt
mich und kitzelt mich so lange, bis ich um Gnade flehe. Ui. Langsam beruhige ich mich wieder und erzähle
weiter.

Und für jede Gestallt werde ich dann ein kleines Manga zeichnen. Da würde ich mir noch ein paar coole
Geschichten überlegen. Aber zuerst würde ich richtig zeichnen lernen müssen. Dann würde ich noch meine
Medizinhütte verstärken. Und zu guter letzt würde ich einen großen Tanz des Rufens Choreographieren
müssen. Für jede Gestalt einen speziellen. Und da dies gleichzeitig auch meine vierte Initiation sein würde,
musste der Tanz auch was ganz besonderes sein. Sakura verspricht ihrem kleinen Girlie zu helfen, wo sie nur
kann. Daisuki! Ui, da kommt noch einiges an Arbeit auf mich zu. Weia!

Meine Geliebte fragt mich, ob ich auch wirklich weiß, was ich da tue. Na ja, so einen Gefährten erschaffen
ist schon ne Verantwortung. Und auch nachher das erziehen. Sakura macht mir schon mal
unmissverständlich klar, dass ich für jeden Unsinn der Kleinen gerade stehen werde. Wenn irgendwas futsch
geht, werde ich das bezahlen. Ist ja wohl Ehrensache, neh? Ich verspreche mir jedenfalls einiges von nem
eigenen Verbündeten. Wird mich ziemlich stärken, wenn die Kleine mal richtig Fit ist. Bin ja nich gerade die
Megamagierin, ist ein halbwegs fähiger Feindmagier am Werk, dann kann ich kaum noch was anderes tun,
als auf volle Abwehr zu schalten. Aber das kann dann in Zukunft mein Kleines für mich tun, zwar nich so
super, wie ich das selber könnte, aber immer noch gut genug. Hoffe ich zumindest. Da sie so gut zaubern
werden kann wie ich, wird vielleicht sie sogar dann die offensiven Part übernehmen. Muss ihr halt vorher
noch den Tanz des Krieges vermitteln.

Ob ich Sex mit der Kleinen haben werde, fragt mich Sakura ernsthaft. Ui? Ne, eigentlich nich. Bin nich mal
so sicher, ob das so einfach geht. Sakura weiß jedenfalls von einigen Hermis, die ihre Verbündeten auf den

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Strich schicken. Ist ja auch mal echt was anderes. Aber ich kann dazu groß nix sagen. In meiner nackten
Gestalt wird die Gefährtin mir entsprechen, dass schließt Intimanatomische Details mit ein. Rein theoretisch
könnte ich durchaus mit meiner Verbündeten Intim werden. Weia! Allerdings würde die Raccoon Gestalt
vollständig angezogen sein und ich hatte nich vor, dass die Gestalt die Hosen runter lassen kann. Wobei ich
mir recht sicher bin, dass so was gar nich geht. Was mich dann auch ins Grübeln bringt, ob so eine Gestalt
dann nich von Grund auf einen Steifen haben müsste. Weia! Genau genommen könnte ein männlicher
Verbündeter ja auch gar keine Samenflüssigkeit verspritzen. Oder ein weiblicher auch nich feucht werden.
Oder vielleicht doch? Schließlich können toxisch verderbte Geister auch Säure produzieren. Hm, werde wohl
dazu meine Gruppe fragen müssen. Vielleicht wissen die ja mehr zu dem Thema.

Allen Verdächtigungen zum Trotz, hatte ich so was eigentlich gar nich vor gehabt, mir bis jetzt noch nich
mal Gedanken darüber gemacht. Als Partnerin oder Partner für Sex jeder Art war sie nie gedacht, aber je
länger ich darüber nachdenke, desto mehr eigentlich recht interessante Fragen fallen mir zu dem Thema ein.
Puh, werde ganz rot. Also sage ich Sakura ganz einfach die Wahrheit und lege ihr meine Gedankengänge
dar. Ganz ohne Hintergedanken. Meine Geliebte akzeptiert diese Antwort. Lucky!

Sakura streichelt mich, tut gut. Ganz vorsichtig und zärtlich liebkosen wir uns. Wir lassen uns treiben. So
langsam wird es hier unten zu kalt, um Nackt herumzuliegen. Also gehen wir ins Sakura breites Bett. Dort
setzen wir unsere Zärtlichkeiten fort, ohne dabei einen Höhepunkt anzustreben, denn von denen hatte ich
heute schon genug. Einfach nur daliegen und sich streicheln und liebkosen. Schließlich schlafen wir
aneinandergekuschelt ein. Daisuki Sakura-chan.

10.03.59 Montag Seattle Elfenviertel

Sakura ist ja so grausam! Anstatt mich mal ausschlafen zu lassen, haut sich mich Punkt 8 Uhr aus ihrem Bett.
Sie ist schon seit zwei Stunden auf, verklickert sie mir. Hab ich gar nich mitgekriegt. Ja, ja, bin nun mal
keine Senshi der 43 Generation und muss jeden Tag üben. Dreh mich und will weiter schlafen. Brutalst zieht
sie mir die Decke runter. Brrr. Kalt! Oh nö! Aber alles jammern hilft nix. Aufstehen, ein paar
Aufwärmübungen, jedenfalls nennt Sakura das halbstündige Fitnessprogramm so, und dann hartes Voll
Kontakt Training. Zieh mir dazu meine gute Jumpsuit an und fahr meinen Panzerzauber hoch. Dann kämpfen
wir mit Bokken, japanische Holzschwerter, gegeneinander. Trotz der guten Panzerung fange ich mir
mindestens ein Dutzend blauer Flecke ein. Autsch! Soll mir eine Lehre sein, meint Sakura und meint, ich
müßte mehr trainieren. Weia! Alle Welt will mir verklickern, dass ich mehr trainieren soll. Mag das gar nich!
Ich streng mich richtig an und schließlich gelingt es mir, Sakura-chan einen Treffer zu versetzen. To! Und
ich hab die Lücke gesehen, bevor sie überhaupt da war und automatisch gehandelt. Das ist cool! Bedeutet
nämlich, dass ich mich langsam weiter entwickle. Kämpfen ohne zu denken. Sakura-chan lobt mich. Ui!

Wir duschen dann zusammen und Sakura zeigt, dass sie durchaus mehr drauf hat, als mich nur zu hauen.
Hm, mag das! Befriedigt und trocken mach ich dann das Frühstück, dank Automatisierung nich so der Akt.
Sakura meint, wir sollten heute vielleicht auf den Schießstand fahren. Ich aber meine, dass ich noch einiges
an Zeug für die Verbündetenformel kaufen muss. Auch muss ich meine Medizinhütte verbessern. War bis
jetzt zu faul gewesen, sie nach dem neusten Umzug wieder gleich aufzubauen. Auch gefällt mir das alte
Zeug gar nich mehr so. Hab das damals einfach so wild zusammen gekauft. Meist nach dem Gesichtspunkt,
klein und leicht, dadurch einfach zu transportieren.

Und da ich die Verbündetenbeschwörung innerhalb meiner nächsten Initiation machen will, wird auch meine
Gruppe anwesend sein. Ne, da muss neues Zeug her, dass zueinander passt. Und was hergibt. Jetzt war es an
der Zeit, das mal richtig aufeinander abzustimmen. Ich erkläre Sakura, was ich genau vorhabe und sie findet
das gut. Happy!

Also fahren wir nach dem Frühstück mit dem Mitsuhama Tanto zu Gandalfs Magic Shop. Der liegt in
Redmond Touristville, nur wenige Meter hinter der Distriktgrenze zu Bellevue. Hier ist die Gegend noch
halbwegs sicher, die Ordnungskräfte von Bellevue sind hier noch in Scharfschützengewehrreichweite. Und
die Jungs hier haben den Ruf, gute Schützen zu sein. Natürlich heißt der Laden nich offiziell so. Esoterik
Bookshop steht darüber. Und auch wirklich gibt es ne ganz große Auswahl an richtigen Büchern zu dem
Thema. Und der Besitzer heißt auch nich Gandalf. Aber er sieht nun mal so aus wie der Schauspieler aus der

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2000er Verfilmung. Deswegen nennen alle den etwa 60 bis 70 Jahre alten Norm so. Aber nur hinter seinem
Rücken. Mag er nämlich gar nich, wenn man ihn mit Gandalf anredet.

Gandalf ist Griesgrämig wie immer, wenn er mich sieht. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass ich ihm
tierisch auf die Nerven gehe. Ich erzähle im trotzdem begeistert, wie ich meine Verbündeten Formel
herstellen werde. Er guckt ganz entgeistert und fragt allen ernstes, ob ich nun Girlie folgen würde. Find das
nich witzig! Auch gibt er mir den Folianten, als so en richtiges gebundenes großes Buch mit noch leeren
Seiten, in dem ich dann mein Manga für die Formel zeichnen würde, nur mit Widerwillen. Sagt mir offen ins
Gesicht, dass er das für Verschwendung von gutem Material hält. Menno!

Dann kaufe ich mir mit Mineralien angereicherte natürliche Farbe für die Wände meiner Medizinhütte. Weiß
und Schwarz. Aber die vierte Wand wird ganz bunt werden. Werde die Landschaft der Metaebene vom
heiligen Sankt Waschbär malen, die ich auf meinen Questen gesehen habe. Also eine schöne grüne
Landschaft mit Hügeln. Bin sicher, dass ich das hinkrieg. Hab schon nen groben Plan, was ich an die Wände
malen würde. Also noch etwas bunte Farbe, viel Grün und dann noch etwas Gelb, Rot und Blau. Zum
Mischen und so.

Als Bodenbelag Tatamimatten. Zuerst dachte ich an Teppich, aber da ich dort tagelang Barfuß tanzen würde,
waren mir robustere Matten lieber. Die werde ich allerdings noch in Schwarz und Weiß einfärben lassen.
Wird dann schon beinahe wie ein Schachbrett aussehen. Gandalf hat so was spezielles nich auf Lager, kann
aber meinen Wunsch bis zum Wochenende erfüllen. Wird allerdings nich billig werden. Egal!

Für meine Gruppe kaufe ich einen Haufen bequem aussehender Kissen in Schwarz und Weiß, den Farben
Waschbärs, mit arkanen Stickereien verziert. Und da steht noch ein schöner Schreibtisch. So richtig Rustikal.
Gandalf meint, der wäre für Hermis. Nix da. Jetzt gehört er mir, darauf würde ich die Formel zeichnen. Ein
wirklich toller Stuhl gehört auch noch dazu. Meins! Und wenn ich mit der Formel fertig bin, dann werde ich
dort in Zukunft meine Zauber lernen. Und wenn ich ihn sonst nich brauch, kommt ne schöne Decke drüber
und mach nen Altar für den heiligen Sankt Waschbär draus. Darf das! Auch finde ich noch ein paar wirklich
schöne Tücher, die mir als Gardinen dienen werden, muss man halt noch etwas umändern

Ich stöbere noch ein kleines Körbchen auf. Das wird der Schlafplatz für die Waschbärgestalt meines
Verbündeten sein. Dazu noch ne flauschige Decke rein. Kawaii! Ach, ich bin richtig Glücklich. Happy!
Dann noch ein Dutzend schöner Kerzenhalter im Neogotischen Stil, die man an der Wand befestigen kann.
Dafür kaufe ich gleich noch einen Vorrat an Handgemachten Kerzen, die ganz Toll duften sollen.

Für den Altar erwerbe ich ein wunderschönes weißes Tuch mit schwarzen arkanen Stickereien. Echte
Handarbeit. Dazu noch eine schlicht verzierte Opferschale aus schwarzem Metall. Da drin werde ich dann
aromatische Kräuter verbrennen, die gleich Bündelweise auch auf meinen Stapel kommen. Und zur
Abrundung ein schwarzes Kreuz aus lackiertem unverzierten Holz, dass durch seine makellose Schlichtheit
besticht. Das werde ich über dem Schreibtisch befestigen. Auch kaufe ich noch zwei große Kerzenständer
zum hinstellen, die den gleichen Stil verkörpern, wie die Kerzenständer für die Wände.

Dazu kommt noch eine Schmuckschatulle, um mal einen Ort zu haben, um meine Foki aufzubewahren. und
da ist noch ne richtige geschnitzte Maske. Aus dem SSC, meint Gandalf, Antiquität, Authentisch, über 200
Jahre alt. Die Farbe ist Schwarz Weiß und das Gesicht ist das eines Waschbärs. Ich kaufs. Gandalf meint, ich
würde das doch gar nich zu schätzen wissen und ich muss ihn echt überzeugen, mir die Maske für einen viel
zu hohen Preis abkaufen zu dürfen. Weia! Letztendlich werde ich 10K los. 5K für die Medizinhütte und 5K
für meinen Verbündeten. Mit Sakura Hilfe verstaue ich erst mal alles in dem Tanto. Sogar den Schreibtisch
kriegen wir in dem Raumwunder von einen Wagen unter. Lucky!

Unterwegs halten wir wieder mal in einem Dennys und schlagen uns die Bäuche voll. Morzarella Sticks als
Vorspeise, dann ein guter Burger mit allem und ein frischer Salat. Mjam mjam! Dann ab nach Hause. Als
erstes räume im mein altes Zeug aus dem Raum, den ich als Medizinhütte vorgesehen habe. Der Raum liegt
im Erdgeschoß unseres Penthauses. Ist wohl ursprünglich als eine Art Saloon oder Mulimedia Raum gedacht
gewesen. Wo man eben abgeschottet vom großen hallenartigen Hauptraum sich unterhalten oder eben
ungestört was angucken kann. Im Erdgeschoß befindet sich noch ein Esszimmer, dazu ne voll Auto Küche
mit allem Schnickschnack. Der Zugangsbereich mit Garderobe. Ne Gästetoilette und ein Multiraum, den

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Sakura als Kunstzimmer nutzt. Oben befinden sich dann die Zimmer von Sakura und mir. Beide mit eigenem
Bad und Wandschrank. Geräumig ohne Ende und jeweils größer als meine Wohnung in Fife. Es gibt noch
ein drittes Schlafzimmer, dass wir zu nem Fitnessraum mit Sauna umgebaut haben. Und dann noch ein
Gästezimmer. Auf dem Dach gab es noch einen Wintergarten und den Pool. Oben waren auch unsere Wauzis
untergebracht. Denen gefällt es da oben aber gar nich! Na ja, wer weiß schon, wie lange wir hier überhaupt
bleiben. Ich nich!

Erstmal Arbeitsoverall an, Hüte aus FACT Zeitungspapier gebastelt und die Farbe angerührt. Den Boden
noch mit Folie abgedeckt und los geht’s! Unter den Klängen von Japano Pop, genau, der Chip, den ich von
Sarah Yurikawa habe, bemalen Sakura und ich die Wände. Zuerst mal Weiß als Grundfarbe. Dazu singe ich
das Lied des Errichtens und tanze die notwendigen Schritte. Bald ist alles weiß, bis auf die vierte Wand. So,
nun mal ich die ganzen Symbole des Errichtens drauf. Kann das. Na ja, sieht ganz manierlich aus. Sakura
mischt derweil die Farben an, da ich einigen Symbole mit Schattierungen versehe, um ihnen einen
Tiefenaspekt zu geben. Puh! Am Abend sind wir beide geschlaucht. Aber die Medizinhütte steht, wenn auch
nur das Grundgerüst. Im Astralraum kann ich die Symbole magisch leuchten sehen. Kann das!

Heute steht es uns nach Vietnamesischer Küche und prompt bekommen wir auch ne große Portion geliefert.
Das haben wir uns wirklich verdient. Ui ui ui! Vom vielen Pinseln tun mir die Arme weh. Danach geh ich
noch in die Matrix und besuche auf den Rat von Sakura hin das Animeland Seattle. Dort gibt es eine lebhafte
Doshini Szene. Also geh ich dort mal hin. Die meisten Leute arbeiten dort nur noch rein am Computer. Nur
wenige können noch wirklich gut selbst zeichnen. Aber die Verbündeten Formel am Computer zu erstellen
kommt für mich nich in Frage. Will das selbst machen. Ist der richtige Weg so. Viel wirklich Neues erfahre
ich nich. Schade!

Aber ich bekomme verklickert, dass im Animeland Tokio noch viele sind, die noch richtig zeichnen können.
Also flitze ich dort hin. Bin dort aber nich als Kunde registriert, muss das erst mal machen. Hier sieht das
Animeland aus wie feudale Festung im Stil der Osaka Burg mit einigen SF Elementen. Zwei riesige Mechas
bewachen die Eingangsportale, die mit einem Energieschirm verschlossen sind. Nach dem ich mich
registriert und ein Kundenkonto angelegt habe, wird die Energiewand für mich durchlässig. Hier sind fast
ausschließlich nur Anime Icons vertreten. Wie gut, dass ich auch eines hab. Hier platzen die Foren und
Chaträume aus allen Nähten. Als Newbie werde ich zuerst ziemlich gemieden. Weia! Aber dann finde ich
doch noch ein paar hilfsbereite User, die durchaus selber nach alter Art zeichnen. Krieg einiges an Know
How vermittelt. Mir wird ein sehr gutes Lehrprogramm empfohlen, mit dem ich Schritt für Schritt in die
hohe Kunst des Mangazeichnens eingewiesen werde. Das kaufe ich mir! Als ich mich ausstöpsle ist es schon
weit nach Mitternacht. Ui ui ui! Das wird wieder eine kurze Nacht. Sakura ist schon im Bett. Ich geh in mein
Zimmer und schaufle mir einen Platz unter all meinen Kuscheltieren. Obwohl ich eigentlich Müde bin, will
der Schlaf nich kommen. Bin irgendwie viel zu aufgedreht. Ich überlege mir die ganze Zeit, wie ich meine
Mangas zeichnen soll. Träume sogar davon und schrecke immer wieder hoch. Weia!

11.03.59 Dienstag Seattle Elfenviertel Penthouse

Hab’s gewußt! Sakura peitscht mich buchstäblich um Acht Uhr Früh aus dem Bett. Oh, bin doch keine Sub.
Mag das gar nich! Aber jammern hilft wie üblich nich. So früh am Morgen. Acht Uhr! Ist ja noch mitten in
der Nacht. Jetzt könnte ich endlich richtig schlafen! Krieg zur Antwort, wer nicht zu Bett geht zur rechten
der Zeit, der am Morgen lieber nicht so laut schreit. Mano! Meine Lehrmeisterin bringt mich erst mal
ordentlich ins Schwitzen. Aufwärmtraining, pah! Schwitze mindestens ein Liter Schweiß aus. Dann Katas
bis mir die Arme abfallen. 100 zum aufwärmen, 100 zum verinnerlichen und dann 50 Stück zum erholen.
Sakura ist heute besonders streng zu mir. Jeder noch so kleine Fehler in einer Ausführung erntet ätzende
Kritik. Bringt mich voll auf die Palme. Strenge mich voll an, kann das doch. Aber mit nix ist sie so ganz
zufrieden. Zeigt mir noch mal den Ablauf, so und wenn ich es noch mal verhaue, gibt’s nen Striemen. So
was auch. Hab doch heut noch viel vor. Deswegen macht sie es ja auch heute kurz und schmerzvoll. Oh Nö!
Sie findet zwei Fehler und ich hab zwei rote Striemen auf dem Oberschenkel! Autsch! Das brennt. Der
nächste Ablauf ist dann wirklich Fehlerlos. Klappt doch, meint Sakura und ist auf einmal ganz lieb zu mir.
Besonders als wir gemeinsam den Schweiß abspülen. Daisuki, Sakura-chan!

Darf wie üblich Frühstück machen. Immer ich! Und das auch nur weil ich mal was verschlammpert hab.
Dummes Girlie! Hau mir selber auf die Pobacke. Autsch! Aber geschieht mir recht. Nach dem Frühstück

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gehe ich wieder in meine Medizinhütte. So, nun kommt das eigentliche Wandbild dran. Gestern hab dich die
drei normalen Wände bemalt, jetzt kommt das Landschaftsbild. Zuerst mach ich mir ne kleine Skizze. Och,
sieht nich so toll aus. Sakura ruft, dass sie kurz wegfährt. Das kurz wegfahren zieht sich dann bis zum
Abend hin. Na ja, hab ja auch so keine Zeit für was anderes. Ist schon ne ziemliche Arbeit, so ne Medizin
Hütte aufzubauen. Der sechste Entwurf sieht dann nach was aus. Den übertrag ich an die Wand. Erst mal nur
die Striche, die Flächen würde ich später ausmalen. Selbst die Skizze macht ne Wahnsinnsarbeit, muss
mehrmals korrigieren, weil ich das einfach nich so hinkrieg, wie ich das mir so vorstelle. Hab vielleicht auch
zu viele Details drin. Nach insgesamt Acht Stunden Arbeit bin ich geschafft und das Bild auch. Uh! Das
sieht vielleicht mal cool aus. Die ganze Zeit über summe ich Lieder des Errichtens und wiege mich im takt
der Melodie. So ne Hütte zu errichten ist knall harte Arbeit.

Hermies haben’s da einfacher, wenn sie nen Verbündeten erschaffen wollen, die brauchen nur ne olle
Bibliothek auf Chip zu kaufen und fertig. Während wir Schamanen uns halt ne Medizinhütte zusammen
bauen müssen. Ist dafür dann auch ne super Barriere, darf man auch nich vergessen und wird auch meinen
Verbündeten gut schützen. Außerdem kostet so ne Biblo ein Vermögen. Müßt 100K löhnen, da bin ich doch
lieber ne niedliche kleine Schamanin, die Waschbär folgt. Mag das!

Am Abend ist die magische Struktur schon um einiges Mächtiger. Kann das halt! Aber immer noch weit von
dem entfernt, was ich aufstellen muss, für meinen Verbündeten. Ui ui ui! Das ist wirklich harte Arbeit. Acht
Tage, weiteres Tanzen, Singen und Malen. Weia! Zum Glück kann ich das ab und zu unterbrechen. So wie
es aussieht, wird es wohl einige Veränderungen in den Schatten geben. Und da sagen die Leute immer,
magisch begabten hätten es immer und überall so leicht, gar nich wahr! Weis das!

Sakura kommt auch endlich wieder nach Hause. Hm, das duftet gut. War kurz vorher noch beim Elfen und
hat was Leckeres mitgebracht. Mjam Mjam. Mag das wirklich! Daisuki Sakura-chan. Genau das hab ich jetzt
gebraucht. Wir essen gemeinsam und ich berichte, wie gut ich vorankomme. Sakura sieht sich bewundert die
Skizze an der Wand an. Sieht gar nich mal so verkehrt aus, meint sie. Ich kuschle mich an sie und fühle mich
so unendlich geborgen. Könnt ewig so in ihren Armen liegen.

Aber da kriegt Sakura-chan ne Nachricht, dass sie gebraucht wird. Nur ein kleiner Job. Och, nich für mich.
Sakura verschwindet und ich bleib allein zurück. Nun ja, ich geh noch mal in Animeland Tokyo und greif
mir noch ein paar Tipps und Tricks von Leuten ab, die was vom Zeichnen verstehen. Diesmal bleib ich nich
so lange, sondern setze mich auf meinen knackigen Arsch und fange an zu zeichnen. Im Hintergrund läuft
Japano Pop der besonders quietschigen Art. Mag das! Arbeite erst mal an den ersten Skizzen vom Waschbär,
der ja der Hauptchar im ersten Manga sein wird. Och, ist verdammt schwer. Bis Mitternacht krieg ich nix
wirklich brauchbares gebacken. Kann das nich so gut! Mano. Die Figur sieht mal eher wie ein Hamster, dann
wie ne Maus, dann wiederum wie ne Mischung aus sonst was aus. Also werfe ich mal das Lernprogramm an
und lasse mich davon anleiten. Vielleicht sollte ich einfach erst mal die Grundlagen lernen. Um zwei Uhr
Nachts merke ich, wie ich beinahe Einnicke. Spät geworden! Müde und etwas geknickt schleiche ich mich in
mein Bettchen und kuschle mich ein. Oyasumi Nasai!

File 2
Ultra Ressort Ultra Run

12.03.59 Mittwochmorgen Seattle Downtown

Oh! Sakura schmeißt mich nich aus dem Bett. Ist gar nich da! Mag das nich. Na ja, dann mach ich halt meine
Übungen ohne ihre anspornende Art. Ist irgendwie nich das gleiche, wenn keiner zuguckt. Ich hüpf danach
unter die Dusche und mach mir ein feudales Frühstück, dass aber nur halb so gut schmeckt. Ich guck
nebenher etwas Trideo. Ui, ein Bericht von Sarah Yurikawa kommt, 15 Sekunden von nem Unfall. Hört sich
ziemlich gekünstelt an. Oh, die haben sie sicher durch die Mangel gedreht. Armes Girlie! Aber ich mach es
irgendwann wieder gut. Versprochen!

Mein Handy klingelt und es meldet sich der Johnson vom letzten Mal. Also der Jap Anglo Norm Mischling.
fragt, ob ich an einen Auftrag interessiert wäre. Bin ich! Mir ist alles Recht, wo Sakura-chan jetzt nich da ist.
Und hab ehrlich gesagt auch keine große Lust, heute meine Medizinhütte weiter zu machen, wenn Sakura

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mir nich die Farben anrührt. Als melde ich mal Interesse an. Gab ja letztes mal echt viel Cash zu recht fairen
Konditionen, da kommt man doch gerne wieder, neh? Gut, wir treffen uns dann um 13.00 Uhr im Emporium.
Das ist eines der Nobel Hotels in Downtown. Kenn ich von außen, weiß aber sonst nich allzu viel darüber.

Als erstes fülle ich die Fütterungsautomatik auf und verabschiede mich von unseren Wauzis. Die vier sind
ganz geknickt. Ihnen gefällt es hier gar nich. Früher konnten sie im Garten herumtollen. Ist hier leider nich.
Lofyr guckt so richtig traurig. Armer Wauzi. Da streichle ich in doch gleich mal ganz doll. Na ja, ich pack
die Sachen zusammen, die ich Gedenke zu brauchen und mach mich erst mal auf meine Wohnung nach Fife
auf. Ich vermeide es soweit wie möglich, direkt von dem Ort zu starten, wo ich in Ruhe leben will.

Das Ambiente von Fife umfängt mich auch schon bald. Dort zieh ich mich für das Emporium entsprechend
an. Meine Wahl fällt schließlich auf einen schicken und dezenten Hosenanzug. Lege noch ein dezentes Make
Up auf. Hm, seh ganz manierlich aus. Ein kurzer Tanz des Anders Aussehens, um nich unnötig viel
Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. So ne Kleidung trägt man nämlich hier nich. Der Hosenanzug hat mich
satte 800 Neue Yen gekostet. Diese Summe haben die meisten hier nich mal zum leben. Weis das!

So fahre ich mit meinem GTI zurück nach Downtown und parke in einem Parkhaus. Lasse meinen Zauber
hier wieder fallen. Dann gehe ich fein essen. Hm, Französisch. Mjam Mjam. Lass es mir Schmecken.
Lecker! Dann begebe ich mich ins Emporium. Feiner Schuppen, gehobene Kundschaft. Ein muskulöser Ork
im zu engen Anzug in der Lobby gibt mir nen Umschlag. Zwischen zwei Topfpflanzen stehend gucke ich
rein, ist ne Schlüsselkarte drin. 1405. Hm, 14 Stockwerk und Zimmer Fünf. Die Fahrstühle sind
Sprachgesteuert und man kann sie nur mit Schlüsselkarte betreten.

Der Flur ist mit nem schönem rotem flauschigem Teppich ausgelegt und an den Wänden hängen Lampen,
die wie Kerzen aussehen und heimelig flackern. Ich öffne die Türe und gucke in ein gemütliches Zimmer.
Auf nen Tisch stehen ein paar Getränke und ich höre Geräusche von einem Nebenzimmer. Ich rufe Hoi und
bekomme die Antwort, dass ich mir was zu trinken holen kann. Mach ich. In der Bar haben sie leider keinen
Snorkel, aber ne Cherry Coke tut es auch. Es ist tatsächlich wieder der Johnson vom letzten Mal. Gute Arbeit
zahlt sich eben aus. Kann das!

Al kommt auch, Deathdancer ist wieder als Decker mit von der Partie, wenn auch körperlich nich anwesend.
Es geht darum, eine Person zu überprüfen. Hm? Check ich nich ganz. Der Johnson konkretisiert es auf eine
Abhöraktion. Okidoki, volle Checkung. Mal wieder ne Wanze anbringen. Kann das gut! Es würde 20K
Nuyen dafür geben. Und 10K für die Spesen. 10K Spesen sind Sahne, 20K mir etwas zu wenig. Bin ja
Spitzentalent und so. Ich meine 25K wären pro Nase für uns Spitzenkräfte für nen Auftrag innerhalb von so
kurzer Zeit innerhalb von Seattle angebracht. Schließlich haben wir ja schon bewiesen, dass wir nen Auftrag
wirklich gut durchziehen können. Wahr das!

Die 25K werden Akzeptiert. Happy! Dann kommen die Details. Es geht um einen Kerl namens Clive
Nealson. Ihm gehört ein dickes Aktienpaket von Yamatetsu. Sprich irgendwas im einstelligen
Prozentbereich. Na, dann hat der Mann ja einen Großteil seines Vermögens in den letzten Tagen verloren.
Die Aktien von Yamatetsu befinden sich ja zurzeit im freien Fall. Die meisten Analysten halten nix davon,
das HQ nach Russland zu verlegen. Wie auch immer, Clive Nealson hält sich jetzt im Ultra Ressort auf.
Autsch! Das ist heftig. Das Ultra Ressort ist ein Hochsicherheitshotel auf einer Insel. Jedenfalls halten die
meisten es für ein Hotel, es gibt auch Gerüchte über eine Klinik oder Edelbordell. Die
Sicherheitsvorkehrungen sind legendär. Angeblich hat es noch nie einen Erfolgreichen Einbruch gegeben.
Nur Mitglieder haben dort Zugang und Mitglied zu werden, ist gar nich so leicht. Waschbär in mir ist Feuer
und Flamme und hüpft wie von Sinnen auf und ab. Verstand findet das ganze ziemlich heftig, Herz meint nix
dazu. Auf einmal kommen mir die 25K Entlohnung ziemlich billig vor. Weia!

Aber Deal ist Deal. Unser Johnson gibt uns noch ne Akte von Clive Nealson. Anglo Norm um die Fünfzig
und man sieht es ihm auch an. Gute Ausbildung an einer renommierten Wirtschaftsuni. Hat das Vermögen
seiner Familie vervielfacht. Stand Erfolgreich mal einem A Konzern an der Spitze, wechselte dann zu
Yamatetsu und war jetzt im Vorstand. Sonst ist die Akte ziemlich dünn. Kaum was über sein Privatleben
oder sexuelle Vorlieben. Dann kriegen wir noch ein Luftbild des Ultra Ressorts. Die Anlage selber besteht
aus vier großen Gebäuden auf Tapps Island. Zuerst lese ich Traps Island und krieg schon beinahe die Krise.
Der See ist eigentlich verdammt groß, aber hier sind es jeweils zweihundert Meter bis zum Ufer. Eine

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schmale Brücke führt zum Festland. Dort stehen mehrere Gebäude. Eins sieht wie ne Verwaltung aus, dass
andere wie ein Wachhaus, die anderen kann ich mir keinen Reim drauf machen. Vielleicht Garagen,
Critterverschläge oder Drohnenhangars. Mal sehen. Das Ufer selber ist bewaldet.

Wir kriegen noch ne Karte mit ner Kontaktnummer für Nachrichten zum Johnson und er geht dann. Das
Zimmer dürfen wir erst mal behalten. Auf den Schreck futtere ich erstmal Erdnüsse. Hm, dass wird knifflig.
Das ist sogar die Meinung von Waschbär. Wir machen uns erst mal etwa über die japanische Geschäftswelt
kundig. Wer ist was und wie hängt das alles miteinander zusammen. Ich gehe mit meinen Taschensekretär in
das Matrix Ligth System und guck mal auf einer bekannten Wirtschaftszeitschrift nach. Nach etwa einer
Stunde habe ich einen groben Überblick gewonnen, was den japanischen und pazifischen Geschäftsraum
angeht. Wir beschließen erst mal die Anlage von außen anzugucken.

Auf dem Weg nach unten ruft Deathdancer an und meint, für die Mission hätten wir den besten Decker
Seattles an unserer Seite. Was, Dodger ist im Team? Da wird Deathdancer etwas grummelig (und seine
Rache sollte später gar schrecklich sein). Hihi, war ja nur Spaß. Aber in einem Sprachgesteuerten Fahrstuhl
will ich nich gerade Details eines Runs durchgehen und verklickere ihm, dass ich draußen mit ihm reden
werde. Mach ich auch, ich verklickere ihm unsere Erkenntnisse. Auch er meint, dass es wirklich hart wird.
Besonders da das Matrix System der inneren Anlage nicht mit der übrigen Matrix gekoppelt ist. Wir müssten
also ein Dongel innen setzen. Ui ui ui! Das wird heftig. Weiß das!

12.03.59 Mittwochnachmittag Seattle

Wie auch immer, aus meinem VW nehme ich meine kleine Tasche für Beobachtungsaufträge. Wir fahren mit
Al seinen Mercedes hin, weil der wohl etwas besser in die Nachbarschaft eines so Noblen Hotels passt. Auf
dem Weg dorthin packe ich mein Skizzenbuch aus und übe ein wenig. Aber trotz der guten Federung des
Mercedes kommt nix brauchbares dabei raus, brauch nen richtigen Kurs, da hilft alles nix. Weis das!

Lake Tapps befindet sich im Süden von Auburn. Eine der wenigen noch grünen Punkte in Auburn, wo doch
hier einst eine schöne grüne Ebene gewesen sein soll. Jetzt schlägt hier das Industrielle Herz von Seattle. Das
Werk von Boing nimmt viele Quadratkilometer ein. Früher stand das Hauptwerk in Everett, aber dieses
Werk hier ist noch mal viel größer. Auch gibt es noch eine große Fabrik von Renraku, in der Hardware
produziert wird.

Wir fahren so nah wie möglich heran. Der Wald am Ufer ist recht licht und kann den Zaun erkennen. Und
hier und da eine Kamera. Es gibt nur einen Weg zur Anlage. Ein einfaches Rolltor ist der einzige Eingang.
Die wirkliche Sicherheit wird danach wohl beginnen. Da heute ausnahmsweise die Sonne scheint. Hah, es
wird ja bald angeblich Frühling, kann ich das reflektierende Sonnenlicht auf einer Condor Eins ausmachen.
Also haben die Luftüberwachung. Auf dem Heliport, der sich auf dem Zehnstockwerke hohen Hauptgebäude
befindet kann ich eine Radaranlage ausmachen. Sieht nich gut aus.

In meinem kleinen Köpfchen braut sich ein Plan zusammen. Ich rechne aus, wie schnell ich fliegen kann,
wenn ich mich noch von einem Geist beschleunigen lasse. Kann mit etwas mühe etwa 150 KM/H erreichen.
Aber wie schnell ist ein Heli im Landeanflug? Ich weiß es nich, Al auch nich. Ich ruf Roller an. Die Zwergin
ist so gut gelaunt wie immer, wenn sie was von mir hört. Ui ui ui! Was hab ich ihr bloß getan? Sie meint
etwa, dass 150 KM/H in etwa durchaus die Anflugsgeschwindigkeit auf Fünfhundert Meter Entfernung sein
können. Dann frage ich noch, ob Helis blinde Winkel haben, wo ihre Sensoren nich hinreichen. Oben
eigentlich nur, wegen dem Rotor. Bei manchen auch in dem Bereich hinten, wo der Heckrotor für
Interferenzen sorgt. Hm.

Ich verklickere Al meine Idee, beschleunigt durch einen Geist sich an einen Heli ranzuhängen. Er ist
überhaupt nich begeistert und meint, es gibt bestimmt ungefährlichere Alternativen. Okidoki, war ja auch nur
ein Vorschlag. Wir parken etwa einen Kilometer entfernt und ich geh mal Astral gucken. Ich nutze den Wald
als Deckung. Über der Insel mache ich einen Magier, zwei Wasser und ein Luft Elementar aus. Über der
Uferanlage kreisen zwei Watcher. Das Wasser ist hier sehr klar, man kann fast bis zum Grund sehen. Auch
mache ich einige Sonarbojen aus. Soweit zum Unterwasser eindringen. Ich schleiche mich in Richtung
Brücke. Versuche die Watcher abzupassen, aber einer der vorwitzigen Kerle entdeckt mich und kommt

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zeternd auf mich zu. Ich überlege kurz, ob ich ihn zum Absturz bringen soll, verschwinde dann aber lieber
ohne Widerstand. Das war wohl nix!

Ich verklickere Al, was ich herausgefunden habe. Ein Anruf bei Deathdancer bestätigt mir, dass auch ein
Eindringen über die Kanalisation unmöglich ist. So langsam verlässt mich der Mut. Waschbär rotiert zwar
immer noch, aber wirklich brauchbare Ideen produziert er auch nich. Wir beschließen erst mal die Anlage
weiter zu beobachten. Zu dem Zweck tanze ich die Tänze des Nich gesehen werdens und des Leicht sein. So
mache ich mich auf, eine meiner kleinen Spionagekameras am Mast anzubringen. Und zwar so, dass ich das
Eingangstor im Blickfeld habe. Dann heißt es warten.

Wieder vertreibe ich mir die Zeit mit Zeichenübungen. Zum ersten mal kriege ich den Waschbären so hin,
dass man ihn nich für ne Maus hält. Mach Fortschritte, kann das doch! Aber ich bin immer noch schlecht.
Der Verkehr hält sich in Grenzen. Zwischen 18 und 19 Uhr ist halbwegs was los, aber immer noch zu wenig,
um ein richtiger Schichtwechsel zu sein. Drek. Das Personal wohnt tatsächlich zum größten Teil auf der
Insel. Wir überlegen kurz, ob wir einen von denen zu Hause besuchen sollen, kommen aber zu dem Schluss,
dass die wohl eher unwichtig sind und zum anderen wir wohl nur Aufmerksamkeit auf uns lenken werden.
Deathdancer meint, dass wohl nix anderes übrig bleiben wird, als das wir einen Dongel ins
Verwaltungsgebäude setzen, von dem er sogar Pläne hat. Dann könnte er schon wenigstens auf die
Personaldaten zugreifen und auch irgendwelche Sachen bestellen, mit dem wir dann mit rein können.

Zuerst muss ich meine komplette Infiltrationsausrüstung holen. Also fahren wir zurück zu dem Parkhaus.
Dann fahre ich mit meinem VW zum meiner Wohnung nach Fife. Dank Maglite Taschenlampe komme gut
oben an. Stinkt das hier mal wieder. Örks! Meine lieben Hispanic Nachbarn streiten mal wieder, aber mir ist
das jetzt gerade Wurst. Ich pack erst mal mein ganzes Zeug zusammen, ziehe meine Jumpsuit an, die
wirklich Hauteng sitzt. Mein Werkzeug, das ich an einer Weste trage, kommt erst mal in eine Sporttasche.
Volle Bewaffnung nehme ich auch mit, irgendwie denke ich, dass ich mir den Weg zurück schießen muss.
Weia!

12.03.59 Mittwochabend Auburn

Auf dem Weg halte ich noch kurz bei nem Nukit Burger Drive Inn und schieb mir noch nen Cheeseburger
rein. Spüle die ganze Sache mit nem Schoko Snorkel runter. Ich treffe Al wieder, der inzwischen die Dongel
von Deathdancer hat und los geht es. Wieder eine Fahrt durch die Nacht. Kurz vor 23.00 Uhr sind wir dort.
Ich tanze dort die Tänze der Beschleunigung, des Leicht seins und des Nich gesehen werdens. Die jeweils in
meine Zauberspeicher kommen. Mit voller Ausrüstung mache ich mich auf dem Weg. Al bleibt zurück und
ich nehme noch nen Geist mit, den ich in großer Gestalt rufe und ihn bitte, mir zu helfen.

Jede Deckung des umliegenden Geländes ausnutzend arbeite ich mich vor. Mein Bewegungsmelderdetektor
meldet mir Kontakt. Mir gelingt es das Feld zu annullieren und bewege mich durch, dann stehe ich vor dem
Zaun. Mein Lied des Leicht seins trägt mich wie eine Feder im Wind darüber. Ich schleiche mich bis zum
Verwaltungsgebäude an, in dem ich zwischen die Garagenähnlichen Gebäude hindurch husche. Auch hier
sind überall Kameras und Bewegungsmelder. Weia!

Waschbär ist glücklich, alles andere in mir ist angespannt. Ins Verwaltungsgebäude führen zwei Türen, beide
haben Stimmerkennungssysteme. Die Fenster zu den kleinen Büros sind eng und dazu noch vergittert. Da
komm ich nich rein. Langsam schwebe ich nach oben und sehe mir die Oberlichter an. Hm, auch recht gut
gesichert. Ich kauere mich in eine Ecke und gehe Astral hinein. Die großen Fenster sind alle mit
Erschütterungssensoren auf Laserbasis gesichert. Heiliger Sankt Waschbär! Keine Chance. Einen Keller gibt
es nicht, die Dachfenster sind ebenfalls zu gut gesichert. Komm ich nich ran.

Zurück im Körper schau ich mir noch mal das Bürofenster an. Hier kann ich den Alarm wenigstens noch
manipulieren. Aber das Gitter müsste ich rausbrechen, durchschweißen oder wegflexen. Alles davon würde
bemerkt werden. Hm, ich habe die Möglichkeit, mich in ein kleines Tier zu verwandeln. Da käme ich dann
durch die Gitterstäbe durch. Weia! Das ist wirklich herausfordernd. Da ich nach fünf Minuten immer noch
keine Alternative sehe, sage ich Al bescheid, dass ich für die nächste halbe Stunde nicht zu erreichen sein
werde.

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Zuerst muss ich mich um die Glasscheibe kümmern. Es ist eine ziemliche Fummelarbeit, an die Kontakte für
die Erschütterungssensoren heranzukommen. Immerhin muss ich meine Hände durch das Gitter quetschen.
Wie gut das ich so zart gebaut bin. Schließlich gelingt es mir, die Kontakte zu überbrücken. Vorsichtig löse
ich das Fenster aus seinem Rahmen. Mein Geist in großer Gestalt erscheint im Gebäude und hält das Fenster
im Rahmen, bis er es auf meinen Befehl auf den Boden stellt. So, einen Zugang habe ich jetzt geschaffen.

Dann ziehe ich mich in Zeitlupe aus, weil hier Bewegungsmelder sind, aber die Kameras hier einen toten
Winkel haben. Schließlich stehe ich Nackt in der kalten Luft. Biber. Es soll ja Leute geben, die finden so was
erfrischend. Ich frier mir aber buchstäblich meinen knackigen runden Arsch ab. Mag das gar nich.

Da mein Fokus für den Tanz des Leicht seins ein Ring mit Federn für meinen Ringfinger ist, muss ich ihn
abnehmen. Dann tanze ich den Tanz der Verwandlung. Es tut etwas weh, als mein Körper sich umformt.
Arg! Alles sieht so fremd aus, so groß! Ich mach einen Buckel und schüttele mein Fell. Zuerst tapse ich
etwas unbeholfen herum, dann kriege ich meinen Katzenkörper in den Griff. Konnte ich vorher noch durch
das Fenster sehen, so ist es nun in unendlich weite Ferne gerückt. Ich versuche hoch zu springen und komme
einfach nich hoch genug. Ne Katze kann doch so was! Weis das!

Nach dem fünften Versuch bin ich endlich oben. Miau! Und dann rein in das warme Büro. Ah! Lucky! Bin
drin und es hier so warm. Ich verwandle mich zurück und stehe ganz Nackt da. Wie gut das mich niemand
sehen kann. Ui, wäre das Peinlich! Mein Geist bringt mir mein Werkzeug und reicht es mir durch. Drek, ich
hab nix zum Transportieren, da meine sperrige Weste nich durch geht. Mein Blick fällt auf den Papierkorb.
Idee! Also kommt mein Werkzeug da rein. An der Bürotüre ist ein Kartenschloss. Auch von Innen lässt es
sich nich so einfach öffnen. Mag ich gar nich!

Aber es ist nur ein Ares Professional Protektion Mark 52/4C. No Match for me! Innerhalb weniger Sekunden
habe ich das Gehäuse runter, die Drähte soweit manipuliert, dass die Verriegelung aufschnappt. Im Flur ist
zum Glück die Kamera nich in meine Richtung gerichtet. Irgendwie komme ich mir voll dämlich vor, als ich
mit dem Papierkorb in der Hand Nackt durch den Gang schleiche. Ui ui ui! Ist das Peinlich! Wie gut das
niemand sehen kann, knall Rot bin. Jedenfalls mein Gesicht brennt ganz schön. Weia!

Auch die Tür zum Großraumbüro ist nur mit einem APPM 52/4C gesichert und nach ein paar Sekunden ist
es offen. Kann das! Waschbär in mir hüpft voller Begeisterung. Im Großraumbüro erspähe ich eine sich
drehende Kamera. Ui, gerade noch rechtzeitig schließe ich die Tür, danach ist dann Schreibtisch kriechen
angesagt. Dummerweise muss ich ja den Papierkorb mit mir herumtragen. Schließlich stehe ich vor der Tür
des Abteilungsleiters. Deathdancer ist der Ansicht, dass ich dort am besten das Dongel am Terminal des
Sektionschefs anbringe. Tu ich!

Das Schloss zur Bürotür ist schon etwas besser. Ein APPM 58/6C. Aber der heilige Sankt Waschbär ist mit
mir. Geschickt knacke ich das Schloss und husche in das Büro. Hübsch eingerichtet. Ich krabble unter den
Schreibtisch. Ich komme mir vor wie in einem Porno. Nackte Sekretärin wartet unter dem Schreibtisch ihres
Chefs, um ihn dann einen zu blasen. Gl! Ne, an was ich wieder denken muss. Ich suche das passende Kabel
aus und setzte dann das Dongel ein. Puh! Das wäre geschafft. Lucky!

Vorsichtig bewege ich mich wieder zurück, jeweils die Schlösser wieder verriegelt und unbeschädigt zurück
lassend. Schließlich habe ich auch das letzte Magschloss wieder repariert. So, jetzt kommt der Lustige Teil.
Ich winke meinen Geist wieder her, der mein Werkzeug nimmt und zurück trägt. Nur Sekundenkleber halte
ich zurück. Auf meinen Tanz des Rufens erscheint ein Herdgeist in Form einer Sekretärin in unmodischen
Klamotten, Anfang 40er Jahre schätze ich mal. Ich bitte den Geist, hinter mir das Fenster wieder einzusetzen.
Sie gibt meiner Bitte statt. Dann schmiere ich etwas Kleber an die Scheibenränder. So, jetzt habe ich etwa
eine halbe Minute Zeit. Ich werfe den Kleber zu meinem Stapel und tanze wieder den Tanz der
Verwandlung. Diesmal kann ich den Schreibtisch als Sprungbrett nehmen und komme auf den Sims. Der
Geist macht seine Arbeit und ich springe zu Boden, der unendlich weiter unter mir zu sein scheint und laufe
zu meiner Kleidung. Dort hebe ich den Zauber wieder auf. Autsch!

Ich sag bescheid, dass meine Mission erfolgreich war und ziehe mich wie in Zeitlupe wieder an. Boah! Ist
das vielleicht mal Kalt. Erinnert mich irgendwie an die Sache mit dem Kühlhaus in New Orleans, ist gerade
mal zwei Wochen her, kommt mir aber schon wie nie Ewigkeit vor. Da habe ich mir richtige Erfrierungen

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zugezogen, weil es dort über 40 Grad Minus war. Und das Beste war, meine Thermounterwäsche lag im
Wagen keine hundert Meter entfernt. Weia!

Aber endlich bin ich wieder angezogen. Nach einem weiteren Tanz des Nich gesehen werdens ist auch meine
Kleidung wieder unsichtbar und ich schleiche mich nach draußen. Ein letzter Tanz des Leicht seins und ich
bin über den Zaun. Puh! Nix wie weg. Jiepee! Was bin ich froh, als ich wieder im Auto bin. Deathdancer war
inzwischen im Host und hat einiges an Infos ausgegraben. Das wichtige Personal wohnt tatsächlich auf der
Insel. Der Trick mit dem Personal können wir stecken. Aber Deathdancer hat je auch einen Belegungsplan
von der Anlieferungszone. Direkt daneben ist die Sicherheitszentrale. Wenn wir am Zentralhost ein weiteres
Dongel anbringen, so hat er Zugriff auf alles. Hört sich gut an.

Okidoki! Dann wird es wohl Zeit, dass Deathdancer eine Bestellung aufgibt. Al´s „Familie“ hat sogar einen
Lieferservice, nich gerade die Nobelmarke, aber wir werden als Gemüselieferung in die Tiefgarage auf die
Insel kommen. Aber jetzt bin ich erst mal Fix und Foxi! Müde! Wir fahren zurück zum Parkhaus und ich
fahre nach Hause. Also nach Fife. Es ist nach Mitternacht und nur hier und da ist noch ein Trid zu hören.
Wobei ich mir bei manchen Geräuschen nich sicher bin, ob das nun ein Porno oder ein richtiges Pärchen ist.
Egal! Ich schlüpfe aus meinen Klamotten und kuschel mich in meine Decke. Stelle noch den Wecker und
dusel ein.

13.03.59 Donnerstagmorgen Auburn

Viel zu früh geht mein Wecker. Mag das gar nich! Aber Jammern hilft nix! Unter die Dusche, wach werde.
Hmpf! Im Vorratschrank herrscht voll die Ebbe. Weia! Also anziehen, diesmal Infiltrationsausrüstung leicht,
da in den Kisten garantiert kaum Platz sein. In nem Dinner mampfe ich ein kleines Frühstück. Dann treffe
ich mich mit Al auf dem Gelände der Familienfirma. Der Spaß kostet uns 2K. Null Problemo. Ich geh vorher
noch aufs stille Örtchen, lege meine restliche Ausrüstung an, binde mir ein Kopftuch um und geh dann in die
Kiste. Voll eng. Für Al als großer breiter Norm ist es noch viel schlimmer. Ich erinnere mich an Sakuras
Übungen zur Entspannung und mach die. Kann das!

Zur Tarnung wird die Kiste noch mit Salaten aufgefüllt. Weia! Da bestätigen sich ja Vorurteile über Elfen
und Grünzeugs. Zum entriegeln der Kisten von Innen bekommen wir noch jeweils einen kleinen schmalen
Stab, der wie ein Lineal aussieht. Damit können wir von Innen die Verriegelung öffnen. Dann wird der
Deckel zugeknallt und ich bin in der Dunkelheit mit mir allein. Ich atme flach, aber die Luft wird merklich
schnell schlechter. Die Kisten werden angehoben und verladen. Ich spüre, wie sich ein Lastwagen in
Bewegung setzt. Und scheinbar durch jedes verdammte Schlagloch in Seattle mit viel zu hoher
Geschwindigkeit fährt. Die Federung im Laderaum ist natürlich viel schlechter, als für Personen und ich bin
froh, dass meine Jumpsuit gut gegen Erschütterungen hilft. Weia! Werde ich vielleicht mal durchgeschüttelt.
Ui ui ui!

Die Luft wird immer schlechter hier drin. Ara! Jetzt nur nich in Panik geraten. Nach einer Ewigkeit hält der
Wagen mehrmals schnell hinter einander an, dann wird die Ladeklappe entriegelt und ich spüre, wie die
Kiste bewegt wird. Der Transport ist nur Kurz. Ich zähle bis 120 und geh dann Astral aus meinen Körper
heraus. Ich guck, wo wir uns in etwa befinden. Lagerraum F wie es aussieht. Ich geh schnell mal fix
aufklären. Laut Unterlagen gibt es wohl nur drei Magier in der Anlage und der aktive, wenn man von drei
Schichten ausgeht, patrouilliert draußen fast die ganze Zeit. Also kann ich mich in der Anlage recht frei
bewegen. Der Wachraum zur Anlage ist mit einem Hüter verstehen, aber der direkte Zugang nich. Lucky!
Sonst wäre es dass nämlich gewesen.

Zurück in den Körper und raus hier. Denn Sauerstoff scheint es hier nich mehr zu geben. Aber der kleine
Stab ist viel zu dick! Muss voll mit Gewalt durchstechen, aber ich krieg nur einen Riegel auf. Al befreit mich
zum Glück aus meiner Zwangslage. Lucky! Puh, endlich wieder Luft. Hach, wie herrlich es ist, richtig zu
atmen. So, nach zwei Tänzen des Nich gesehen werdens müssen wir nur noch warten, bis jemand die Tür
aufmacht. Was nach zehn Minuten der Fall ist. Und raus. Wir schleichen uns durch die Lagerarbeiter und
stehen schließlich vor der Schleuse. Jetzt heißt es warten. Ich stehe bequem und grüble über die
Mangageschichten für meine Verbündetenformel.

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Schließlich kommt uns ein Anglo Norm mit Glatze entgegen. Die Gelegenheit. Wir huschen an ihm Vorbei
und sind drin. Na ja, nur in der Zwischenschleuse. Ui ui ui! Warten kann ja so schlauchen. Auch wenn ich
kreativ an meinen Geschichten arbeiten kann. Endlich kommt der Kerl zurück und wir sind im Raum der
Sicherheitszentrale. Erinnert mich irgendwie an die Kommandobrücke eines Raumschiffes aus dem Trid.
Eine Wand ist nur mit Ausschnitten von Überwachungskameras bedeckt. In der Grube, die wie ein
Großraumbüro aussieht, sehe ich mehrere Decker und einer könnt durchaus der ruhende Magier sein, der
draußen Patrouilliert, deswegen sollten wir uns nich so ewig hier aufhalten. Hayaku!

In einem Nebenraum befindet sich der Host. Zum Glück ist die Tür aus Schusssicherem Glas. Also ein Tanz
der fernen flinken Finger und einer der Stecker hüpft aus seinem Slot. Hihi! Zwei Decker schreien auf und
halten sich die Birne. Auswurfschock tut weh. Nach kurzem hin und her wird ein Reparatur Team geholt.
Die machen uns die Tür auf. Dummerweise drängelt sich der Chef mit rein und so wird es etwas eng. Mit
einem Tanz des Leicht seins, schwebe ich an die Decke und schleiche mich so ein. Es dauert
Nervenaufreibende Minuten, bis ich endlich eine Gelegenheit habe, dass Dongel unbemerkt zu setzen.
Lucky!

So, jetzt muss ich nur noch hier wieder raus. Das Team findet schließlich den Stecker und steckt ihn wieder
rein. Mit ihnen schleichen wir uns wieder nach draußen. In einer Ecke kontaktiere ich Deathdancer. Er wird
den Mülltransport vorverlegen, mit dem wir dann hier wieder raus kommen. Nach fünf Minuten hat er die
Sache ins Rollen gebracht und lotst uns dann durch Anlage. Schließlich erreichen wir den Raum mit dem
Müllcontainern. Örks! Das stinkt ja zum Himmel. Und wir mitten drin. Mega Weia!

13.03.59 Donnerstagmittag Auburn

Wir klettern in den von Deathdancer genannten Müllcontainer hinein und machen die Türen zu. Nach kurzer
Zeit wird der Container aufgehoben und auf einen Lastwagen verladen. Damit verlassen wir die Anlage. Ich
zähle bis sechshundert und bitte dann einen freundlichen Stadtgeist, doch die Türe von außen aufzumachen.
Beide Türen gehen auf, der uns transportierende Lastwagen bremst und der ganze Müll entlädt sich auf das
Auto hinter uns. Weia! Der Fahrer sieht gar nich glücklich aus. Nix wie raus hier. Zwar Unsichtbar, aber die
Leute können uns riechen. Also in einer Nebengasse werden wir sichtbar. Im nächsten 24 Stunden
Automatenkombini von Lawson ziehen wir uns Use N Lose Wegewerfkleidung. Und ein paar Schritte weiter
ist ein Sarghotel. Die Duschräume sind unter aller Sau, aber wenigstens ist das Wasser halbwegs klar und die
Seife aus dem Automaten ist auch nich verkehrt. Sauber!

Auf zur dritten Phase unserer Infiltration des Ultra Ressorts. Auf der Rückfahrt schließen wir uns mit
Deathdancer kurz. Er kann mich als Mitglied eintragen, als Starlet. Na ja, Tir Princess oder SSC
Häuptlingstochter wären wohl doch nich so Sahne. Okidokili, Al ist dann mein treuer Bodyguard. Hört sich
gut an. OK, ich sag Schwertchen Jasmin bescheid, dass ich nich mehr die Zeit habe, die Wanze bei ihr
abzuholen. Ich geb nen Briefkasten an, wo sie geliefert werden soll. So weit so gut.

Hm, ich muss First Class Kleidung anziehen, mit entsprechend noch richten. Das kann ich nich in Fife.
Besonders da jetzt Rationalisierungszeit ist. Drek! Ich muss da wohl meinen Codex brechen. Überlege kurz,
sehe keine Alternative. Ich verabrede mich mit Al am Heliport des Sea Tac in knapp zwei Stunden.
Deathdancer verspricht bis dahin alles zu managen. Auf dem Weg zu meiner Wohnung meldet er sich noch
mal und macht mich mit meiner Legende vertraut. Ich bin ein Pink Eiga Starlet namens Carmen Escoba, der
Name ist meine Erfindung, der Rest nich, die auf eine Präsentation ihres neusten Filmes in ihre alte Heimat
anreist. Hm, Pink Eiga Starlet. So ein Drekhead! Arg! Und er meint zum Abschluss, bevor ich ihm meine
Meinung sagen kann, er hätte für ein Entsprechendes Ambiente gesorgt. Gl gl gl!

Mir schwant böses. Das ist sicherlich die Quittung dafür, dass ich einen Scherz auf seine Kosten gemacht
habe. Weia! Da mir nix anderes übrig bleibt, als gute Mine zum wirklich bösen Spiel zu machen, muss ich
wohl in den sauren Apfel beißen. Was ein Pink Eiga überhaupt ist und warum ich so stinkig bin? Nun, ein
Pink Eiga ist eine Form des japanischen Softpornos. Da in der JIS immer noch eine Quasi Zensur herrscht,
die sich darin äußert, Hardcoreaufnahmen an den besonderen Stellen mit einem Raster zu übertünchen, hat
sich der Softporno im Gegensatz zu der westlichen Welt halten können. Diese Pink Eiga werden meist in
Kinos gezeigt und das oft fast rund um die Uhr. Die Produktionsfirmen stellen ein Budget zu Verfügung und
schreiben die Anzahl der Sexszenen, die Art und die Paarungen vor. Der Rest ist dem Regisseur überlassen.

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Er kann also einen Kunstfilm drehen, oder einen Kung Fu, oder einen Western, oder eine Thriller, oder eine
Gangsterballade. Das ist dem Auftraggeber vollständig egal. Deswegen gehört Japan zu der Nation, wo die
meisten Autorenfilme produziert werden, eben im Pink Eiga Gerne. Und nun zum zweiten Punkt, es ist eben
Mega Peinlich, für ein Softporno Sternchen gehalten zu werden. Ganz Rot werd!

So, zu Hause, also im Elfenviertel, hüpfe ich erstmal richtig in die Nasszelle. So, dann ein etwas grelleres
Make up als gewöhnlich. Ich guck in meinen Kleiderschrank und entscheide mich für das lange Schwarze,
mit dem Schlitz an der Seite, dem wirklich tiefen Ausschnitt und das mir die rechte Schulter und linke Seite
frei lässt. Hm, darin sehe ich schnuckelig aus. Kawaii! Und auch etwas verrucht!

Bloß meine Titties sind viel zu klein. Heul! Auch wenn Sakura sagt, sie sind genau richtig. Snüff. Werden
einfach nich mehr größer. Aber Silikon oder was anderes rein pumpen kommt nich in die Tüte. Naja, wenn
ich High Heels trage, wird meine Brust noch etwas rausgedrückt. Macht auch noch etwas aus. Ich wähle
dafür meine schwarzen, wirklich hohen aus. Die gehen zwar auf die Kniegelenke, aber wer schön sein will,
muss leiden, dass war schon immer so. Ich packe in meinen guten Koffer mit den vielen Reiseaufklebern
noch etwas Einbruchswerkzeug, Minimalausrüstung, den Magschlossknacker und den Automatischen
Dietrich. Keine Waffe. Ich schau etwas zweifelnd in meinen Koffer rein. Weia! Hab ein ganz flaues Gefühl
im Magen. Ich nehm noch flache Sneaker und einen luftigen Trainingsanzug mit. So! Auf geht es.

Ich lasse mir ein Taxi kommen. Oh, knick beinahe um in meinen hohen High Heels. Örks. Sakura hatte
Recht, als sie meinte, die wären zu hoch für mich. Sie könnte sie tragen, weil sie schon viel länger hohe
Absätze trägt als ich. Aber ich dummes Girlie hab nich auf sie hören wollen. Unterwegs hohle ich noch die
Wanze ab und nehme ein weiteres Taxi zum Sea Tac Inercity Heliport. Al wartet schon auf mich. Sieht
schick in seinem Anzug aus. Man in Black. Vielleicht etwas zu Klischeehaft, aber für unsere Tarnung
passend. Auf ins Verderben. Weia!

13.03.59 Donnerstagabend Auburn Ultra Ressort

Wir nehmen ein sehr exklusives Air Star Taxi. Oh! Die Innenausstattung ist ja mal so was von edel. Krieg
mein Mündchen vor Staunen gar nich mehr zu. Auskleidung mit echtem Holz. Man hört gar nix, als der Heli
startet. Ich bezahl pauschal 500 Nuyen für einen Flug von maximal einer halben Stunde innerhalb der
Grenzen von Seattle. Hier gibt es so viele Multimediamöglichkeiten, dass ich gar nich alle ausprobieren
kann. Gar nich Sahne. Fenster gibt es keine, aber Trideo Holoprojektoren zeigen auf Wunsch die Außenseite.
Ich könnte echt den ganzen Tag hier hocken und die ganzen Features durchprobieren. Während des Fluges
schlüpfe ich aus den Schuhen und versinke in den flauschigen Teppich mit den Zehen. Luxus Pur.

Nach viel zu kurzer Zeit fliegen wir ins Ultra Ressort ein. Der Wald huscht unter uns vorbei, dann der See.
Und schon landen wir. Zurück in die unbequemen High Heels und ein Lächeln aufgesetzt. Pink Starlet. Ich
könnte Deathdancer echt was äußerst schmerzhaftes antun. Zum Beispiel ihn eine Stunde lang in High Heels
rumlaufen lassen. Grrr! Das wäre eine angemessene Strafe, finde ich. Hai!

Auf dem Dach warten vier Leute auf uns. Zwei davon tragen schwere Sicherheitspanzerung und sind mit
AK-160, High End Sturmgewehre, bewaffnet. Die anderen beiden tragen Anzüge. Der eine ist offensichtlich
gepanzert und auch ohne Astralcheck als Bottichjob zu erkennen. Der andere trägt einen Seidenanzug, der
scheinbar ungepanzert ist. Bin mir aber nich sicher. Zuerst krieg ich einen kleinen Schreck, denke, dass
unsere kleine Scharade aufgeflogen ist. Aber ich werde freundlich als Miss Escobar begrüßt. Mr. Andrew
hält eine sehr freundliche kurze Rede und merkt an, dass schon lange niemand so eine Zimmerausstattung
verlangt hat. Mir schwant bei diesen Worten wirklich böses. Oh Deathdancer, der Tag der Abrechnung wird
kommen. Weis das!

Wir haben auf dem siebten Stockwerk unsere Zimmer, genau so wie Mr. Nealson, unser Ziel. Deathdancer,
so ein dummer Arsch er auch ist, trotz allem ist er wohl der beste Decker den ich kenne und ich kenne mehr
als einen, hat inzwischen den Terminplan von unserem Ziel herausgefunden. Für 22.30 hat der gute Mann
einen Konferenzraum gemietet. Und unser Nealson schiebt Paranoia pur. Jeder Raum den er betritt, wird von
einem Team nach Wanzen durchsucht. Drek! Und in dem Raum ist noch ein White Noise Generator. Mega
Drek! Das werden echt heftig verdiente 25K sein. Ui ui ui! Vorher wird Nealson noch die Sauna und den
Massage Saloon besuchen. Hat extra einen chinesischen Masseur bestellt. Ist der Schwul? Ne, das ist ne

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richtige Massage, nich nur auf ein Körperteil beschränkt. Ach so, kann auch nich alles wissen. Bin nich
Super Girlie!

Ich krieg vom Mr. Andrews noch ne Codekarte ausgehändigt. Da drin ist ein Peilsender und die Umgebung
wird meinen Wünschen angepasst. Die Musik ist Jap Idol Synth Pop und die Bilder an den Wänden sind, na
ja, Pornographisch ist vielleicht etwas zu hart, aber nah dran. Na warte, Deathdancer. Der Vorraum, in dem
ich geführt werde, ist noch recht normal. Aber das Schlafzimmer. Das Wasserbett ist von der Marke
überbreit und mit schwarzem Nietenleder ummantelt. Ein Haufen Ösen und Haken lassen gewisse
Funktionen vermuten. Daneben steht ein Rollcontainer. Ich brauch gar nich rein zu gucken, um zu wissen,
was drin ist. Ich werde auch so schon Rot. Weia! Mein Gesicht brennt so, dass ich so knallrot wie eine
Tomate sein muss. Heiliger Sankt Waschbär! Ich bin ein Pink Eiga Star! Ich falle voll aus meiner Rolle. Ich
sage, dass alles zu meiner Zufriedenheit ist. Mr. Andrews geht und ich bin mit Al allein. Puh!

Erst mal raus aus den Folterschuhen. Ah, das tut gut! Ich überzeuge Al, dass es gut wäre, wenn er einen
Blick auf unser Ziel hat und ich dann den Part mit Raum übernehme. Al hat ja ne Menge
Aufzeichnungscyberware in der Rübe. Er kann ne Stecknadel noch aus einem Kilometer in nen Heuhaufen
fallen hören und das mit seiner Hochauflösenden Augenkamera aufnehmen. Der kann so was. Und er ist ein
Mann und kann deshalb die Männersauna betreten. Allein gucke ich mir mal den Inhalt von dem Schrank an.
In der ersten Schublade finde ich Kondome mit wirklich allen Geschmacksrichtungen. Kirsche liegt ganz
vorne. Soll das irgendeine Botschaft sein? Sonst finden sich noch Gleitcreme, Potzenmittelchen und
verschiedene andere Mittel aus diesem Sektor. In der mittleren Schublade finde ich ein Sammelsurium an
Ketten, Fesseln, Seilen und Schellen. Weia! Dazu noch einige Schlaginstrumente. Ui ui ui! In der untersten
finden sich einige Dinge, die man mit „In Ermangelung eines besseren“ umschreiben könnte. Tja, die Frau
von heute ist Modern. So ziemlich jede Größe ist vertreten. Und einige haben eine etwas extravagante
Ausprägung. Weia!

Dann schlüpfe ich aus mein Kleid und ziehe mir erst mal wieder Unterwäsche an. Dann Socken und meinen
bequemen Traininganzug. Zum Schluss noch lautlose Sneakers. Ich packe mein Ohrknopf Handy aus und
klebe mir das Mikro an den Hals. Dann Verbindung zu Deathdancer. Ich gratuliere ihm zu der Wahl der
Ausstattung in meinem Zimmer und verspreche ihm, dass wir darüber noch ein sehr ernstes Gespräch führen
werden. Schmerzen! Furchtbare Schmerzen!

13.03.59 Donnerstagnacht Auburn Ultra Ressort

So, noch meine Ausrüstung in einen kleinen Rucksack verpackt. Ich tanze den Tanz des Nich gesehen
werdens, der mir hervorragend gelingt. Ich schlüpfe aus meinem Zimmer und ich trau meinen kleine Äuglein
nich, wer mir da über den Weg läuft. Der oberste Staatsanwalt von Seattle. Guck mal einer an. Ich steige mit
ihm in den Fahrstuhl und fahre mit ihn den fünften Stock. Und wenn seh ich da noch? Brackhaven! Dieser
Drekskerl! Dieses verdammte Rassistenschwein. Weia! Und Staatsanwalt und Rassistenschwein gehen in
einen Konferenzraum. Was die wohl ausbrüten? Oh! Wie gerne würde ich da lauschen. Hab ja leider nich die
Zeit dazu. Snüff. Mr. Andrews ist auch da. Ich guck auf meine Uhr. Ist jetzt so ziemlich genau zehn Minuten
vor und da trabt auch schon das Wanzenteam an. Haben ziemliches Equipment dabei. Der Raum selber ist
mit nem mächtigem Hüter gesichert. Mich da durch zu mogeln kann ich vergessen. Unsichtbar komme ich
da nie durch. Drek!

Pünktlich sind die Leute nach wirklich eingehender Untersuchung des Raumes fertig. An denen sichtbar
vorbei zu schlüpfen ist Unmöglich. Weia! Was mach ich nu? Mr. Andrews bleibt vor der Tür stehen. Mega
Drek! Wie krieg ich den jetzt von der Tür weg? Weia! Mir fällt nix ein. Ich hüpfe von einem Bein auf das
andere. Aber kein Plan. Alles was ich machen kann, würde ihn Misstrauisch machen. Al meldet, dass unsere
Zielperson den Saunabereich verlassen hat. Was mach ich nu? Habs Versaut. Snüff!

Deathdancer handelt und sorgt dafür, dass Mr. Andrews für etwa fünfzehn Sekunden abgelenkt ist. Ich
schleich mit hinter ihm, lasse meinen Zauber fallen und schlüpfe durch die von Deathdancer entriegelte Tür.
Lucky! Ich bin auf einmal gar nich mehr so sauer auf den schweinischen Elfen. So, aber jetzt weiter im Text.
So schnell wie noch nie in meinem Leben habe ich das Gehäuse vom White Noise Generator unten. So, wie
gut dass ich mit dem Schaltplan des Securtech WNG58/8 gut vertraut bin. Ich unterbinde seine Funktion,

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wobei die Diode immer noch brennt und das Summen weiter ertönt. Frech installiere ich gleich noch die
Wanze mit ein. So, jetzt schnell noch das Gehäuse wieder drauf. Fertig. Lucky!

So, ich versuche eine Verbindung zu Deathdancer zu bekommen. Aber da ist nur Rauschen. Ah! Die Tür
geht auf. Ein schneller Tanz des nich gesehen werdens und ab unter den Tisch. Mein kleines Herzchen klopft
bis zum Hals. Ui, war das mal knapp gewesen. Aber Clive Nealson hat nix mitgekriegt. Mega Lucky! Der
Norm ist darauf fixiert, mit Sprachsteuerung eine Konferenzschaltung einzurichten. Ich krieg das Gespräch
live mit.

Computerstimme: Verbindung hergestellt. DKD Protokoll aktiviert.


Clive Nealson: (begrüßende Verneigung) Saru-sama.
Iwano Saru: (nickt kurz) Ich habe noch andere Termine, also halten wir das hier kurz.
Clive Nealson: Wie sie wünschen. Ich habe heute Vormittag mit dem ehrenwerten Sayoto-sama gesprochen.
Wie sie erwartet haben, hat er die Fehler in seiner Sichtweise erkannt und schließt sich nun eurer weisen
Erkenntnis an. Ich denke, dass der Takarei - Zwischenfall mit Sicherheit eine große Rolle in seinem
Umdenken gespielt hat.
Iwano Saru: Hoffen wir, dass er nicht der Einzige bleibt.
Clive Nealson: Ich bin zuversichtlich, dass zumindest Katayama-san und Ôshima-san in Kürze ihre Irrwege
erkennen werden. Jedoch muss ich sagen, dass ich befürchte, dass manche der Aktionäre möglicherweise mit
ehrlosen Praktiken zu ihrer Meinung gebracht wurden.
Iwano Saru: (seine Gesichtszüge verhärten sich) Natürlich wurden sie das.
Clive Nealson: Es könnte in diesem Fall schwierig werden rechtzeitig genügend Aktionäre zu überzeugen
ihre Meinung zu ändern, Saru-sama. Darf ich daher vorschlagen, dass sich das Statistik-Recherche-Projekt
dieser Problematik animmt?
Iwano Saru: Das SRP hat andere Prioritäten, aber eine entsprechende Arbeitsgruppe ist bereits vor Wochen
ins Leben gerufen worden.
Clive Nealson: Ein sehr weiser Schachzug, Saru-sama. (Nealson räuspert sich nervös) Ein letzter Punkt noch,
der eurer Aufmerksamkeit bedarf: Meine Gespräche mit Kazuo-san haben leider wie erwartet negative
Resultate erbracht. Mir scheint er ist leider sehr von der Richtigkeit seines Irrglaubens überzeugt und
vernünftigen Argumenten kaum zugänglich.
Iwano Saru: Machen sie sich keine Sorgen. Dem SRP steht bereits jemand zur Verfügung, der helfen wird,
etwas Licht in Kazuo-sans geschäftliche Aktivitäten zu bringen. Er wird sich in Kürze richtig entscheiden.
Clive Nealson: Wieder muss euch zu eurem vorausschauenden Handeln gratulieren. (Nealson verneigt sich)
Mögen eure Geschäfte auch in Zukunft von eurer weisen Voraussicht profitieren.
Iwano Saru: (nickt verabschiedend, Bildschirm wird schwarz)
Computerstimme: Verbindung beendet. DKD Protokoll tritt in Funktion. Gespeicherte Daten gelöscht.

Hm, wird nich so ganz schlau draus. Nealson löscht seine Programme und macht sich nen Drink. Dann setzt
er sich hin, kann gerade noch zurückweichen, bevor er seine Beine nach unten streckt. Er murmelt etwas
unverständliches was vor sich hin und pafft ne Zigarre. Wenn es mal wieder länger dauert. Schließlich steht
er auf und verlässt den Raum. Puh! Ich krabble unter dem Tisch hervor und widme mich erst mal wieder
dem White Noise Generator. Nach ein paar Handgriffen habe ich die Wanze und der Generator funktioniert
wieder einwandfrei. So, dann versuche eine Verbindung zu Deathdancer zur kriegen. Bekomme aber immer
noch keinen Kontakt. So langsam dämmert es mir, dass dieser Raum wohl alles Unterbindet, was irgendwie
auf Funkbasis arbeitet. Aber selbst ist die Frau. Also das Magschloss geknackt. Securtech 58/6C. Recht gutes
Schloss, aber nix, mit dem ich nich fertig werden würde. Ich entriegel es vorsichtig, stell wieder
Autoverriegelung ein und mach das Gehäuse wieder darauf. So, dass wäre geschafft. Ganz vorsichtig spähe
ich nach draußen. Niemand zu sehen. Ich schlüpfe raus und lass die Tür hinter mir ins Schloss fallen.

Ah! Die andere Tür geht auf. Weia! Ratz Fatz der Tanz des Nich gesehen werden, der wirklich gut klappt.
Kann das! Brackhaven und der Staatsanwalt kommen aus der Tür raus. Sie verabschieden sich mit
Handschlag und der Humanis Ober Chief sieht ganz zufrieden aus. Ich schleiche ihm hinter her. Das ist der
reine Wahnsinn. Kein Meter von mir entfernt befindet sich der Verhassteste Mensch Seattles. Jedenfalls der
von Meta Menschen am meisten gehasste. Brackhaven, der Finanzier des Terrors und ehemaliger
Präsidentschaftskandidat von 57. Sein Onkel ist der Vorsitzende von Humanis in Seattle. Man sagt in den
Schatten, dass die Familie Verbindungen zu der Hand of Five nach, dass ist ne rassistische
Terrororganisation. Nach außen hin gibt er den Wohltäter, aber wenn man genau hinsieht, dann sind seine

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„Wohltaten“ sehr Ziel gerichtet. Kostenlose Sterilisation für Metas und solche Sachen eben. Ich betrete mit
ihm den Fahrstuhl.

Keinen Meter stehe ich neben ihm. Ich denke an Chico Oroville, als Rassisten versucht haben, mich bei
lebendigem Leib zu verbrennen. Ich denke an die vielen Demütigungen, die ich von Rassisten erfahren habe.
Und einer der Hauptverantwortlichen steht direkt neben mir. Mein Herz sieht Rot, schreit nach seinem Blut.
Mein Verstand hämmert aber wie Wild herum. Macht mir klar, welche Folgen eine Tötung von diesem
Abschaum haben würde. Seine Familie ist vermögend und verfügt über hervorragende Kontakte in die rechte
Terror und Schattenszene. Über kurz oder lang würden sie mich kriegen. Und ich würde wohl einige Leute
mit in den Tod reißen, die ich sehr schätze oder gar liebe. Dazu ist meine ganze Tarnung hier zu leicht zu
durchschauen, wenn ich erst mal auffliegen würde. Bis jetzt ging alles glatt. Auch bin ich nich auf eine
augenblickliche Flucht vorbereitet. Nein, so günstig der Moment im Augenblick zu sein scheint, die
Menschheit von einem Geschwür zu befreien, so ist es doch nich die Zeit zu töten. Weiß das!

Ich steh direkt vor ihm, auf Zehenspitzen und seh ihm in die Augen. Optimale Schlagdistanz um seinen
Kehlkopf zu zertrümmern. Mein Herz fordert weiter sein Blut, aber Verstand und Waschbär setzen sich
durch. Es hier zu tun wäre reiner Wahnsinn. Auch wenn er einer der Anführer ist, so würde sich letztendlich
doch nix ändern, ein anderer würde an seine Stelle treten. Auch würde ich ihn zum Martyrer machen. Ich
sehe die Schlagzeile innerlich schon vor mir. Wohltäter Seattles von lesbischer Elfe bestialisch
abgeschlachtet. Haben wir es nich immer schon gesagt? Würde es heißen. Metas in die Ghettos, dass Maß ist
voll! Auch wenn er ein Anführer, ein Drahtzieher ist, wirklich was Ändern würde ich mit seiner Tötung nich.
Ich habe zwölf Menschen getötet. Zwölf Leben beendet. Es gibt Zeiten, wo es notwendig ist, Leben zu
nehmen. Nich bei allen war es unbedingt Notwehr gewesen, aber ich bilde mir ein, jedes Mal mehr oder
weniger richtig gehandelt zu haben. Brackhaven zu töten, würde mir nix ausmachen, aber mir ist klar, dass
ich damit mir nur selbst in viel zu großen Maß Schaden würde. Ne, die Stunde von Brackhavens Tod ist nich
heute. Weiß das!

Als die Türen aufgehen, trete ich schweren Herzens zur Seite und lasse ihn passieren. Ihm wenigstens einen
Streich zu spielen, wäre wenigstens eine kleine Genugtuung, aber alles was ich tue, würde die Mission
gefährden. Also tu ich gar nix, sondern schleiche zu meinem Zimmer. Al öffnet mir die Tür und ich husche
hinein. Puh. Mission completed. Lucky!

14.03.59 Freitagmorgen Auburn Ultra Ressort

Um die Tarnung aufrecht zu erhalten, verbringen wir die Nacht noch im Ressort. Leider gibt es nur das
Wasserbett. Ich nehme die linke Seite und überlasse Al die Rechte. Da ich ihn als Gentleman einschätze,
verbanne ich ihn nich in den Vorraum oder ins Bad. Im Bad ziehe ich mich um und schlüpfe dann unter die
Decke. Ich bin ehrlich geschafft und schlafe bald ein. Das Schaukeln des Bettes ist irgendwie einlullend. Ist
irgendwie schon befremdlich, mit einem Mann im gleichen Bett zu schlafen. Aber ich vertraue Al soweit,
dass ich ihm zutraue, seine Finger und andere Körperteile bei sich zu behalten.

Hm, gut geschlafen. Streck! Wir lassen uns ein wirklich feudales Frühstück ans Bett bringen. An so einen
Service könnte ich mich gewöhnen. Was da aufgefahren wird, dass haben manche Leute noch nich mal den
ganzen Tag. Oh, bin Pappsatt. Ich geh als erste ins Bad und bin nach nur ner halben Stunde fertig. Zur
Erinnerung und Beweiß, das ich hier war, nehme ich eine Original verpackte Seife mit, auf der Ultra Ressort
steht. Auch ein flauschiges Handtuch mit einer Goldstickerei mit dem Namen des Hotels wandert in meinen
Koffer. Al hat sich schon angezogen und kommt nach nur fünf Minuten wieder aus dem Bad raus. Huh? Na
ja, mit Reflexbooster wäre ich sicher auch schneller. Hai!

Wieder tripple ich mit den Mörderschuhen durch die Gänge. Oben erwartet uns schon ein Luftaxi, mit dem
wir zurück zum Sea Tac Innercity Heliport fliegen. Bis zum letzten Augenblick erwarte ich schon beiahe,
dass wir angehalten werden. Aber alles läuft glatt. Der Hubschrauber hebt ab und fliegt Richtung Norden.
Erstmal atme ich auf und sende dem Heiligen Sankt Waschbär ein inniges Dankgebet, dass von Herzen
kommt.

Vom Sea Tac Intercity Heliport fliegen wir mit nem weiteren Lufttaxi nach Downtown. Von dort rufe ich
unseren Johnson an, berichte, was wir alles herausgefunden haben. Deathdancer hat schon ein File mit den

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extrahierten Daten angelegt. Clive Nealson scheint dort hauptsächlich wegen einer Medizinischen
Nachbehandlung zu sein. Wir verabreden uns mit unserer Johnson im Hotel. Mit mehreren verschiedenen
Taxis fahren wir dort hin. Wir laufen auch durch zwei Malls und durch die Renraku Pyramide, um etwaige
Verfolger abzuschütteln. Aber trotz aller Register und Manöver erkenne ich keinen Verfolger, was mich zu
dem Schluss bringt, dass wir nich verfolgt werden. Lucky! Unbehelligt kommen wir zum Emporium, wo
unser Johnson uns erwartet. Unsere Schlüsselkarten ebnen uns den Weg.

Wir müssen im Zimmer noch kurz auf unseren Johnson warten. Er kommt dann und nimmt die Daten der
Wanze im Empfang. Er ist höchst erfreut über die Aufnahme des Gesprächs. Ich frag ihn nach dem Takachi
Zwischenfall. Durch die Massenentlassungen durch den Umzug von Yamatetsu gab es bei den Metas einen
Aufstand in dieser Region, der blutig vom japanischen Militär niedergeschlagen worden ist. Oh!

Wir bekommen einen fetten Bonus von 10K und von den Spesen ist auch noch was übrig, genau 370 Nuyen
für jeden. Hah! Hat sich doch noch gelohnt. Und wir haben das Ultra Ressort lebend verlassen. Lucky!
Waschbär ist ganz Stolz darauf. Jetzt kann ich mich wirklich zu den Weltklasse Infiltratoren zählen. Leider
kann ich damit nich angeben. Heul! Aber Sakura kann ich es erzählen, sie wird platzen vor Neid. Weis das!
Happy!

Freudestrahlend nehme ich den Checkstick in Empfang. Der Johnson fragt uns, ob wir noch für weitere Runs
zur Verfügung stehen. Da bis jetzt die Kohle gestimmt hat und die Aufträge knifflig, aber unblutig gewesen
waren, stimme ich zu. Da gibt es nix zu überlegen. Gute Arbeit gegen gutes Geld. So muss das sein. Al ist da
ein wenig zögerlich. Seine Familie ist da etwas eigen. Aber ich bezweifle, dass sie ihm soviel Knete bezahlt.
Ich checks immer noch nich, warum er zu der Familie gegangen ist. Rowena ist in Ordnung, Onkel Al und
McMallen auch. Aber trotzdem, die Mafia ist nu mal kein Wohltätigkeitsverein. Runner sollten unabhängig
sein. Wenn mir ein Auftrag nich gefällt, dann will ich ihn ablehnen können. Bin zwar mit der
Schwesternschaft und meiner Gruppe auch gebunden, aber Wulf würde nie etwas von mir verlangen, was
mir zu sehr gegen den Strich oder mein Totem gehen würde. Da bin ich sicher, denn sie kennt mein Herz.

Was da jetzt eigentlich bei Yamatetsu vorgeht, da blick ich immer noch nich durch. Und wer wohl unser
Johnson ist? So wie ich die Sache sehe, arbeitet er wohl auch für Yamatetsu. Konzerne sind ja in den
seltensten Fällen wirklich Homogen, da der Besitz auf mehrere Leute verteilt ist. Nur der Kraut Drache
herrscht ungeteilt über seinen Konzern, alle anderen haben Fraktionen. Auch scheint es innerhalb von
Yamatetsu wohl zwei Gruppen zu geben. Ich überprüfe selten meine Johnsons. Manche meinen, dass gehört
zum Geschäft. Aber letztendlich ist Anonymität einer der Eckpfeiler des Shadowruns. Man wird beim
Schieber für eine bestimmte Position im Team oder eine Aufgabe angefordert. Der Schieber wählt einen
nach mehreren Gesichtspunkten aus und man trifft sich Anonym mit seinem Auftraggeber. Checkt in etwa ab
um was es geht, macht einen Preis aus und hört sich dann an, was genau gefordert ist. Man erledigt dann
seine Arbeit und bekommt seinen Lohn. Manchmal wird man auch reingelegt. Aber es ist eben eine
Gradwanderung und es ist schön, wenn der Auftraggeber mit der Arbeit zufrieden war und man einen
Folgeauftrag bekommt. Allerdings sollte so eine Verbindung nie zu eng werden, sonst wurde man
Konzernrunner. Exklusiv für jemanden zu arbeiten, war natürlich manchmal gar nich so verkehrt, aber als
freier Runner konnte man immer noch Nein sagen. Na ja. Hatte alles seine Vor und Nachteile.

Gespielt am 20(?).03.2004
SL: Mr. Five
Spieler: Racker, Al
Karma: 4(?)
Eingenommenes Geld: ca 30K
Beute für die Hall of Fame: 1 Seife mit Aufschrift Ultra Ressort

Zwischenspiel 2

14.03.59 Freitagmorgen Seattle Downtown

So! Feierabend. In einem Nebenraum ziehe ich mich noch schnell um. Endlich befreit von diesem äußerst
knappen Kleid und diesen Mörderschuhen. Ich schlüpfe in einen Grünen Geschäftsanzug mit über die Knie
reichenden Rock, Nylons und recht flache Pumps, in denen ich bequem laufen kann. Es ist jetzt etwas nach

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Zehn Uhr Morgens. Auf zu neuen Untaten. Der Tag ist noch Jung und es lohnt sich noch, an meiner
Medizinhütte weiter zu basteln. Über verschiedene Taxis fahre ich nach Hause. Oh! Endlich wieder Daheim.
Happy!

Sakura-chan ist auch wieder da. Daisuki. Ich falle ihr um die Arme und tausche mit ihr einen innigen Kuss.
Dann platze ich regelrecht. Erzähle ihr, dass ich im Ultra Ressort drin war. Ha, bin jetzt Weltklasse
Infiltratorin. Ich kann nich anders. Muss tanzen. Sakura schaut belustigt zu, wie ich durch das große Zimmer
wirble. Muss meiner Freude einfach lauf lassen. Ich ruiniere dabei die Nylons, aber das ist mir egal. Es ist
einfach zuviel Freude in mir. Nach etwa einer halben Stunde halte ich dann schwer atmend inne. Mega
Happy!

Puh! Hunger! Jetzt! Also gehen wir beim Elfen um die Ecke essen. Sakura erzählt, dass sie unsere Wauzis zu
Black Thunder gebracht hat. In unserem alten Haus hatten sie noch halbwegs einen Sinn. Dort hatten sie
einen Garten, wo sie herumtollen konnten. Aber hier im Penthouse ist das einfach nich gegeben. Da wir
sicherlich irgendwann wieder umziehen werden, vielleicht in ein Haus mit Außenanlagen, will sie die Hunde
nich verkaufen. Ich auch nich. Mag die nämlich. Aber bei Black Thunder sind sie gut aufgehoben. Die hat
ein Haus mit nem großem Garten. Und da sind auch andere Hunde. Da sind sie nich so allein.

Ich ruf noch bei Schwesterchen Cheyenne an und investiere 5K, um den Background von meinem
Momentanen Johnson ein wenig auszuhellen. Wenn ich in Zukunft öfters für den Kerl arbeiten soll, will ich
doch in etwa wissen, mit wem ich es zu tun habe. Schwesterchen Cheyenne verspricht, sich der Sache
anzunehmen. So, auch das wäre erst mal in die Wege geleitet.

Daheim geht es dann frisch ans Werk. Alter Overall an und Papierhut aus der heutigen Fakt. Ich erkläre
meiner geliebten Gehilfin, wie ich die Farben haben will. Sie mischt, kann sie nämlich gut und ich trage sie
in die von mir am Dienstag aufgezeichneten Flächen. Dazu singe ich die Lieder des Errichtens. Dank
Sakuras Hilfe geht mir die Arbeit leicht von der Hand. Schon Bald sind die sanften Hügel fertig. Auch der
Himmel mit den Wolken geht recht fix. Aber der Baum, an dem mir Waschbär die Tänze des Leicht seins
und der fernen Finger lehrte, ist etwas aufwendiger. Sakura macht das Licht an, dass ich noch was sehe, denn
draußen dämmert es schon. Aber schließlich ist auch dieses Element gemalt und die Medizinhütte ist
verstärkt. Jetzt hat sie Stufe 3 auf der nach oben offenen UCLA Einstufung für magische Phänomene.
Geschafft!

So, dass war die Arbeit, nun das Vergnügen. Juhu! Tanzen! Aber wo nur? Und was anziehen? Penumbra?
Dante? Underworld 94? Qual der Wahl! Ui ui ui! Hm, Sakura entscheidet Souverän, Dante. Liegt mehr oder
weniger um die Ecke und sie kennt ein paar von den Türstehern. Okidoki! So soll es sein. Und was zum
Anziehen? Wollen wir auffallen, schocken oder in der Menge untergehen? Mir ist heute nach in Menge
untergehen und abtanzen. Also rotes Latex Top eng anliegend, durchsichtiger Minirock, drunter
Hautfarbener Tanga und flache Tanzschuhe. Mir malt Sakura-chan mit Bodyfarbe gewisse Muster auf
Bauch, Oberarmen und Schenkel. Ui, sieht cool aus. Ich mach dann das gleiche bei ihr. Sieht nich ganz so
gut aus, aber immer noch annehmbar. Mag das.

Um 22.00 Uhr holt uns ein Taxi ab und wir gondeln zum Dante. Die Schlange davor ist Gigantisch, aber
Sakura kommt mit einem bezaubernden Lächeln dran vorbei, schließlich kennt sie einen der Türsteher besser
als mir eigentlich lieb ist und ich bin in ihrem Schlepptau. An der Garderobe geben wir unsere Mäntel ab. Ist
kalt da draußen. Wir begnügen uns auf der obersten Ebene abzutanzen. Es gibt was zu feiern und der Abend
geht auf meine Kosten. Nach zwei Stunden lässt meine Kondition doch merklich nach. Die Woche hat
geschlaucht, die davor auch und die davor auch. Weia! Also setzen wir uns im Chill Out Bereich in so ne
flauschige Ecke und schlürfen nen Cocktail. Ich hab einen nach der Farbe bestellt. Ui, da muss ziemlich viel
Alk drin sein. Denn bald bin ich richtig albern. Hihi!

Sakura merkt das und sorgt dafür, dass es bei verbalen Entgleisungen bleibt. Ui, werde Müde. Also fahren
wir wieder nach Hause. Dusel sogar im Taxi schon ein. Oh, mein Köpfchen tut weh. Alles dreht sich.
Wenigstens muss ich mich nich übergeben. Ich fall in mein Bettchen und bin weg. Nachti!

15.03.59 Samstagmorgen Seattle Downtown

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Ui ui ui! Mein Köpfchen tut so weh. Wenigstens ist Sakura-chan so lieb und lässt mich ausschlafen. Oh!
Vertrag nix! Auf der Suche nach ein paar Aspirin krabble ich aus meinem Bett. Von unten ertönt Musik.
Uralter Japan Idol Pop. Hört sich aber fast genau so wieder aktuelle an. Huh? Sakura ist unten und hat ein
buntes Kostümchen an. Wie es Sportlerinnen bei der Rhythmischen Sportgymnastik tragen. Und so wie es
aussieht, tanzt sie gerade eine Kür. Ich lehne mich an das Geländer und versinke. Oh, ist das schön. Sakura
hat so ein Band und lässt es herumwirbeln. Irgendwie erinnert es mich an den Flug eines Schmetterlings. Als
die Musik ausklingt, sinkt sie in sich zusammen. Ich applaudiere. Sie schaut zu mir hoch und lächelt.

Ich renne nach unten und bestürme sie mit Fragen. Woher sie das kann. Hat sie als Kind gemacht, meint sie.
Wäre die Idee ihrer Mutter gewesen, wohl um ihre Energie noch etwas zu verausgaben. Als kleines Kind war
sie ein wilder Wirbelwind gewesen. Huy. Aber als ich weiter fragen will, bringt sich mich sofort auf ein
anderes Thema. Die eingefärbten Tatami Matten wären gekommen. Juhu! Und dann frage ich sie, ob sie mir
diesen Tanz beibringt. Sei meint, dass wäre ja kein Richtiger Tanz gewesen, sondern ein Kür. Egal! Das wird
der Tanz werden, mit dem ich die Achte Gestalt festlege, die Gestalt des kleinen Mädchens bei meinem
Verbündeten. Und ich will sofort damit beginnen. Sakura lacht und meint, vielleicht sollte ich mir erst was
anziehen. Ui! Hab nur den Fleischfarbenen Tanga an. Vor lauter Begeisterung über diese Darstellung habe
ich ganz vergessen, dass ich gar nix anhabe. Weia!

Aber das ändert nix an meinen Entschluss diesen Tanz zu lernen. Ich hab leider kein Trikot, aber ein
Badeanzug tut es auch. Und ich erinnere mich wieder an meine Kopfschmerzen. Also zuerst ne Aspirin
eingeworfen und nen Badeanzug angezogen. Und dann lehrt mich Sakura ihre Kür. Was bei ihr so
Federleicht ausgesehen hatte, entpuppt sich als eine äußerst anstrengende Übung. Und es verlangt ein
gehöriges Gefühl für Timing. Und Körperbeherrschung. Eine Beherrschung die Sakura vollendet hat. Bei
mir sieht das so richtig Plumb aus. Mano! Sakura nimmt meine letzte Kür auf und ich seh das aus wie ein
herumhüpfender Elefant. Heul! Sakura meint, dass ich nich in zwei Stunden das lernen und verarbeiten kann,
für was sie selber auch Jahre gebraucht hat. Dazu lacht sie aufmunternd und gibt mir einen Klapps. Dann
küsst sie mich. Hm, sie schmeckt so gut. Mag das!

Und bei einem Kuss bleibt es nich. Bald habe ich sie aus ihrem Trikot geschält und sie mich aus meinem
Badeanzug. Wir lassen uns Zeit. Um die Vereinigung zu steigern, singe ich das Lied der innigen
Verständigung. So verschmelzen nich nur unsere Körper, sondern auch unsere Seelen. Oh! Mag das!. Aber
auch der schönste Moment hat irgendwann mal ein Ende. Wir gehen zusammen duschen und spülen uns
Schweiß und andere Körperflüssigkeiten vom Leib. Mein Magen knurrt ganz schön. Hunger!

Wir gehen zum Schwarzwälder, ein paar Ecken weiter. Da gibt es Deutsche Spezialitäten. Leckere Nudeln.
Spätzle heißen die. Mjam Mjam. Schlag mir das Bäuchlein voll. So, frisch ans Werk. Wir bringen die Tatami
Matten nach oben. Sind nach meinen Anweisungen Schwarz und Weiß eingefärbt. Wir stapeln sie erst mal
im großen Raum auf. Ich bringe dann die erste schwarze Matte in die äußerste Ecke und tanze darauf den
Tanz der Errichtung. Sakura bringt die nächste Matte, eine weiße, darauf tanze ich ein weiteres mal. Das
wiederholt sich, bis auch die letzte Matte eingesetzt ist. Das zeiht sich bis Sonnenuntergang hin. Dann hat
meine Medizinhütte eine weitere Verstärkung erhalten und hat jetzt eine UCLA Einstufung von 4 auf der
oben offenen Skala magischer Phänomene.

Schwesterchen Cheyenne ruft an, hat ein File in meine Mailbox hinterlegt. Geh ich doch gleich mal gucken.
Mein momentaner Johnson heißt Radek, bzw. ist eben unter diesem Namen in den Schatten bekannt. Ist ein
an der Pazifik Küste agierender Jobschieber. Seit Jahren ist er im Geschäft. Anfangs hatte er einen ziemlich
üblen Ruf, Runner am laufenden Band zu verschleißen. Aber inzwischen soll er einen recht soliden Ruf
erarbeitet haben. Er gilt als Toppmann in seinem Metier. Seine Aufträge gelten als heftig, aber sehr hoch
dotiert. Und seine Erfolgsquote scheint sehr hoch zu sein. Allerdings vertritt er die Interessen seiner
Auftraggeber vehement. Über den Asiaten, den zweiten Johnson im ersten Run, konnte Cheyenne gar nix
herausfinden. Okidoki, jetzt weiß ich schon etwas mehr.

Nachdem ich jetzt den ganzen Tag getanzt habe, ist mir nich mehr so nach tanzen. Da schlag ich doch Kino
vor. Sakura ist einverstanden. Im Cinedrom läuft Jack Shadow III Shadowstriker. Nich das der Film
besonders Sahne oder realistisch wäre, aber ein cooler Actionthriller ist es alle mal. Aber was anziehen? Ich
steh vor meinem Kleiderschrank und hab keinen Plan. Weia! Schließlich entscheide ich mich für das kurze
Weiße mit dem Herzförmigen Ausschnitt. Dazu weiße Strümpfe, die mir bis zu den Oberschenkeln gehen

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und nur einen schmalen Streifen Haut freilässt. Zur Abrundung noch ein weißer Haarreif, der mir die Haar
hinten hält. Kawaii! Dazu noch schwarze Pumps, aber nur recht niedrige, nich die Folterdinger die ich im
Ressort dabei hatte. Dann noch ein wenig hübsch machen und los geht es!

Da es heute Abend Mild ist und wir keinen Kilometer vom Seattle Center entfernt wohnen, laufen wir hin.
Hand in Hand schlendern wir durch das Abendliche Seattle. Ist es im Elfenviertel noch relativ Ruhig, nur
wenige Läden und die mit eher dezenten Reklametafeln ändert sich das je näher wir ans Seattle Center
kommen. Hier ist jede Menge los. Norms prägen hier das Stadtbild. Viele Pinkel aus Übersee sind zu sehen.
Krauts, Leimys und Frösche. Natürlich auch viele Asiaten, aber die sind schwer von einheimischen Asiaten
zu unterscheiden, da sich Asiaten so gut wie nich assimilieren. Genau so ein Sprachgewirr herrscht hier. Wie
in Babylon. Das Cinedrom liegt neben der Arena. Es ist ein wahnsinniger Andrang hier. Es dauert fast ne
halbe Stunde, bis wir unsere Karte haben. Wie gut das der Film in drei der zwanzig Säle läuft. Wir kriegen
leider nich gerade Logenplätze, aber doch noch akzeptabel. Das Kino ist ausverkauft. Kein Wunder, der Film
läuft jetzt erst diese Woche an.

Zuerst kommt die Reklame. Gähn, ich schmiege mich an Sakura und freue mich, sie an meiner Seite zu
haben. Nach der Reklame gibt es erst mal ne Eispause. Ich schmeiße ne Runde Snorkeleis. Lecker! Danach
gibt es ein paar Trailer. Unter anderem Fireteam Cherokee, Revanche. Ui ist voll der Kracher, sehen will!
Und White Roses. Oh, ganz arg romantischer Film mit Rittern, großen Gefühlen und tollen Schlachtszenen.

Dann geht es endlich los. Ich streife mir das Band über den Kopf und wähle, wessen Gefühle ich miterleben
will. Nehme die von Mika, der Assistentin von Jack Shadow. Das Team von Jack bekommt nen
Wetworkauftrag, sollen ein paar Ultra Fiese Produzenten von Kinderpornos umnieten. Natürlich sind das in
Wahrheit nur ein paar Umweltaktivisten, die einen Musterprozess gegen einen fiesen deutschen Megakon
anstrengen, der nem schwarzen gemeinen Drachen gehört. Jack Shadow kriegt das natürlich raus und will
den Auftrag zurückgeben. Aber der Johnson stellt sich quer und schickt ihm ein Hitteam auf dem Hals. Die
legen dabei ein ganzes Hotel in Schutt und Asche. Und zwar wirklich in Schutt und Asche. Alles fällt in sich
zusammen, aber Jack Shadow kommt natürlich raus. Der Gejagte wird dann zum Jäger und fördert
schließlich den Johnson ins Jenseits. Natürlich nicht ohne vorher eine halbe Hundertschaft Bodyguards aus
dem Weg geräumt zu haben. Die Umweltheinis gewinnen dann den Prozess und die Krauts samt schwarzem
Drachen sehen alt aus. Es gibt zwischen durch ne wirklich scharfe Sexszene zwischen Mika und Jack
Shadow. Och!

Na ja. Popcorn Film eben. Und was jetzt? Mein Bäuchlein meldet sich. Hier im Seattle Center haben wir die
riesige Auswahl an allen Geschmacksrichtungen. Und damit meine ich nich den Kondomladen! Wer die
Wahl hat, hat bekanntlich ja die Qual. Warum nich mal Afrikanisch? Also gehen wir in ein Afrikanisches
Restaurant. Wird von Afro Norms betrieben. Die Speisekarte ist recht klein. Ich bin mir nich ganz sicher,
was ich da genau esse. Auf alle Fälle schmeckt es sehr lecker. So! Was nun? Es ist Samstagabend und wir
haben keinen Plan. Tanzen? Nö! Aber da ist ne Arkade! Lucky! Also nix wie rein.

Star Wars Figthers IX. Ganz neu! Ich fordere Sakura heraus. Wir sind die nächste halbe Stunde mit Daddeln
beschäftigt. Ich nehme ne niedliche Jedi. Kawaii. Sakura kontert mit nem echt böse aussehenden Sith
Oberschlächter mit nem Laserhammer. Ui, wenn der mal trifft, ist gleich mal nen drittel von der
Energieleiste weg. Und meine kleine Jedi muss 10 Treffer landen, aber dafür bin ich Agil. Und ich gewinne!
Kann das! Mega Lucky! Hab Sakura besiegt. Kann das! Als Verliererin zahlt sie mir ein großes Eis. Ui,
heute schaufel ich mir die Kalorien nur noch so rein. Aber durch das viele rumtanzen kann ich ja gar nich
dick werden. Hihi.

Jetzt ist nach Mitternacht. Eigentlich noch ziemlich früh. Aber ich bin doch irgendwie geschafft. Zuviel
gearbeitet in der letzten Zeit. Sieben Runs in drei Wochen, dass Schlaucht. War zwei mal in New Orleans,
bin quer durch das SSC gejagt worden, hab zwei Menschen umgebracht und so wie die Sache aussieht, hab
ich für die nächste Zeit nen festen Johnson mit sehr viel Arbeit. Und damit meine ich nich McMallen. Auch
Sakura hat keine Böcke mehr. Also schlendern wir in Richtung Elfenviertel. Im Gegensatz zur allgemeinen
von den Medien forcierten Panik ist es hier doch recht sicher. Wir werden weder von einer Gang überfallen
noch von irgendwelchen Sittenstrolchen belästigt.

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Der Diensthabende Anglo Elf Wachmann grüßt uns freundlich, als wir durch das Foyer laufen. Per Fahrstuhl
geht es dann nach oben. So Müde jetzt. Wir schminken uns ab und gehen dann zu Bett. Ich kuschle mich an
Sakura und wir schlafen aneinander geschmiegt ein. Happy!

16.03.59 Sonntagmorgen Seattle Downtown

Sonntag! Endlich einmal ausschlafen. Tu das auch! Lucky! Tut das gut! Mag das! Einmal nich von nem
Johnson oder von Sakura aus dem Bett gejagt zu werden. Sakura schläft wie ein Murmeltier. Wie schön sie
ist. Daisuki! Ich hab irgendwie Lust zum kuscheln. Also tauche ich ab und wecke sie, in dem ich meine
Geliebte mit meiner Zunge wach kitzle. Ui, da strömt echt was zusammen. Schon bald windet sie sich und
ich lasse mir echt viel Zeit dabei. Und sie revanchiert sich entsprechend. Schon bald versinkt alles in einem
Kreislauf der Lust. Mag das!

Schließlich treibt der Hunger uns aus dem Bett. Unter die Dusche und dann hübsch gemacht. Wir
beschließen Thai essen zu gehen. Es gibt ein Restaurant nur drei Blöcke weiter. Wir sparen Energie und
laufen hin. Hah! Ich hab heute Bock auf was wirklich Scharfes und bestell mir was mit Chili. Die nette Asia
Norm, die uns bedient, fragt mich, wie scharf ich es haben möchte. Asiatisch Scharf. Sakura mischt sich ein,
dass dies wohl doch etwas zuviel für ihr kleines Girlie sei. Pah, ich bleib bei meiner Bestellung und Sakura
zuckt mit den Schultern. Schließlich bin ich scharfe Gewürze gewöhnt. Wir halten ein wenig Smalltalk und
schließlich kommt unser Essen. Hm, sieht lecker aus. Ich streu noch ordentlich was von dem daneben
liegenden Gewürz drauf und Sakura nervt mich in dem sie fragt, ob ich mir im Klaren bin, was ich da tu.
Logisch. Mag es heute nun mal scharf und mach eine züngelnde obszöne Bewegung in ihre Richtung. Sie
grinst irgendwie wissend. Das macht mich doch etwas unsicher. Huh?

Dann nehme ich den ersten Bissen und schlucke ihn runter. Ist gar nich mal so scharf, denke ich, bis ich den
nächsten Bissen zu mir nehmen will. Feuer! Ara! Gl gl gl! Das brennt. Tränen schießen mir in die Augen, so
brennt das. Ich schnapp meine Cherry Cola und kippe sie runter. Aber das verschafft mir nur ein paar
Sekunden Linderung. Sakura amüsiert sich in der Zwischenzeit königlich über mein Malheur. Sie verklickert
mir, dass wir zum essen meist Gewürze verwenden, die für den amerikanischen Geschmack gedacht sind. So
wirklich scharfes Zeug, wie ich es hier vor mir habe, ist nix für ungewohnte Esser. Weia! Hat ja Recht. Ich
bestell drei Cherry Colas bei der Bedienung, die etwas irritiert nachfragt, ob ich wirklich drei Colas haben
will. Ja! Jetzt!

Auch die verschaffen mir nur wenig Linderung. Ich fühle nich mal mehr meine Zunge. Oh, mir ist ganz
elend. Ich muss das Essen zurückgeben, da ich das so nich essen kann. Bestell mir ne Suppe, ganz mild
gewürzt. Ui ui ui! Sakura meint, ich hätte ein ganz rotes Köpfchen. „Ja, mach dich nur lustig über mich.
Weia!“ Memo an mich selbst, wenn Sakura meint, es wäre zu scharf für mich, dann hat sie recht. Aber aus
Erfahrung wird man klug. Neh?

Daheim bastle ich erst mal weiter an der Errichtung meiner Medizinhütte. Mit Sakuras Hilfe bringe ich den
Schreibtisch in meine Medizinhütte. Ich stelle ihn an die Wand mit dem bunten Bild. Dann tanze ich den
Tanz des Errichtens herum. Da ich heute nur ein einziges Element integrieren muss, bin ich auch recht flott
fertig. Happy! So, jetzt ist Hütte schon auf ne ordentliche Kraft angewachsen. Die Hälfte der Notwendigen
Stufe der nach oben offenen UCLA Einstufung für magische Phänomene habe ich jetzt. Den notwendigen
Rest schaffe ich auch noch.

Um 16.00 Uhr trifft sich meine magische Gruppe am Tiger Mountain Ressort. Also muss ich mich sputen.
Sakura bleibt zurück, während ich mit meinem VW Impuls zu dem Treffen düse. So ein Auto ist schon was
Praktisches. Besonders wenn es draußen noch nich so warm ist und dann auch noch regnet. Ich flitze auf den
Intercity 5 Expressway und bleibe dort bis ich auf die Intercity 90 muss. Dann bei Issaquah runter Richtung
Süden. Dann wieder nach Osten auf eine schmale Straße den Berg hinauf. Schließlich erreiche ich das Areal,
wo meine Gruppe ihre gemeinsame Medizinhütte hat. Obwohl ich noch Pünktlich bin, scheine ich nach den
geparkten Wägen die letzte zu sein. Krieg das natürlich auch unter die Nase gerieben. Die Jüngste kommt
mal wieder zu letzt. Heh, hab heute schon an meiner Medizinhütte gebaut. Bin fleißiges Mädchen, neh?

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Meine magische Gruppe hat genau sieben Mitglieder. Alles Frauen, alles Schamaninnen und Angehörige der
Sisters of Mercy. Deswegen heißt die Gruppe auch der innere Zirkel der Schwesternschaft. Die
Mitgliedschaft ist exklusiv und mehr oder weniger geheim.

Unsere Anführerin ist Mutter Oberin Wulf (wenn sie nicht da ist und es nicht hören kann, nennen sie viele
auch die Alte). Sie ist eine Anglo Norm die Aussieht wie Mitte Fünfzig, ihre einst schwarzen Haare sind
schon fast alle grau. Ich weiß aber, dass sie gerade mal Mitte Vierzig ist. Sie hat grau blaue Augen und ihr
Gesicht ist irgendwie scharf geschnitten. Und sie kann ganz schön streng gucken. Ihre Arme sind mit Narben
überseht. Fast 40 Stück, alle haben sie die gleiche Länge und Abstand zueinander. Jede Narbe symbolisiert
eine Tote Schwester im Kampf gegen die Kräfte der Finsternis. Ich bete zu Gott und zum heiligen Sankt
Waschbär, dass ich für keine weitere Narbe auf ihrem Arm sorgen werde. Will das wirklich nich!

Schwester Martha ist genau so Alt wie Wulf, sieht aber etwas jünger aus, kann auch daran liegen dass durch
ihr Übergewicht die Falten nicht so scharf wie bei Wulf sind. Wo Wulf klein und sehnig ist, ist Martha groß
und breit, um das mal diplomatisch auszudrücken. Sie hat braune Haare in Dauerwelle. Um sie aus der Ruhe
zu bringen, muss verdammt viel passieren. Sie ist immer hilfsbereit und freundlich. Sie hat mehrere Kinder,
ihr ältester Sohn studiert Medizin an der Uni von Boston. Sie ist sehr stolz auf ihn und erzählt wie bei jeder
Zusammenkunft von seinen neusten Erfolgen.

Schwester Amelia ist ne echte Ex-Nonne. Ist Französin. Frankreich ist ein Land in Europa und das ist ganz
weit weg. Weis das. Auf alle Fälle hatte sie Mega Ärger dort und musste nen flotten Schuh machen. Nun ja.
Bei Pater Angelus ist sie untergekommen. Sie ist brünette und hat ganz kurze Haare. Sie hat nen verdammt
mächtigen Waffenfokus in Form eines Europäischen Schwertes.

Schwester Jodie, auch Little Wulf genannt, ist die Tochter von Wulf und wie diese auch Wolfsschamanin.
Sie ist Mitte Zwanzig und hat zwei Kinder. Ihr Sohn lebt bei Pater Angelus und die Tochter bei ihr. Little
Wulf ist Eurasierin, ihr Vater ist wie bei so vielen Schwestern der zweiten Generation der alte Wang, dem
der Glowworm gehört. Sie hat lange schwarze Haare, aber die gleichen Augen wie ihre Mutter.

Schwester Carla hat voll die Feuerroten Haare. Und sie hat Grüne Augen. Sie sieht aus wie eine richtige Irin,
aber ihre Vorfahren kommen von ganz wo anders her. Sie mischt sich meiner Meinung nach zu sehr in die
Angelegenheiten anderer. Aber ihre Tipps sind meist gar nich so schlecht. Sie betreibt einen Wellness
Service für Reiche in Bellevue. Aber nur vormittags. Danach widmet sie sich der Sache, für die auch Schwe-
sternschaft eintritt. Sie folgt dem Feuerbringer. Als einzige hat sie ne richtige akademische Ausbildung
genossen. War auf der UCLA gewesen, also die Uni, die als die weltweit beste Fakultät in magischen Dingen
gilt. Auch wenn da andere Institute da ganz anderer Meinung sind.

Schwester Xandrea, Straßenname Black Thunder, ist ein 1,53 großes oder kleines Energiebündel, je nach
Sichtweise. Sie ist eine rechte helle Afro Elfe mit Platinblondem Haar, dass sie vorne in Igel träg und hinten
lang. Sieht Strange aus. Sie hat einen voll durchtrainierten Körper. Sie ist mit Abstand die Körperlich fitteste
in unserer Gruppe. Kein Wunder das sie dem Pfad des Drachentöters folgt. Zurzeit trägt sie sich mit Plänen,
ganz professionell auf Critterjagd zu gehen. Da sie so klein ist, halten manche sie für ein Kind, was
besonders bei Türstehern immer wieder zu Stress führt. Da Elfen ewig jung erscheinen, gehen viele
Nichtelfen ganz einfach nach der Größe und da 1,53 selbst für ne Norm sehr klein wäre, hält man Xandria oft
für ein Kind. Das macht sie immer fuchsteufelswild. Sie ist neben mir die einzige Meta, ebenfalls Elfe, in der
Gruppe.

Zuerst gibt es Kaffee und Kuchen. Lecker! Dann kommen wir auf die ernsteren Themen zu sprechen. Unter
anderem auch meine bald anstehende Initiation. Und die Erschaffung meines Verbündeten. Ich erzähle voller
Begeisterung was ich bis jetzt unternommen habe und was schon fest steht. Schon bald habe ich den
Eindruck, dass sie sich über mich etwas lustig machen. Mag ich gar nich! Nich über mich machen sie sich
lustig, nur meine übersprudelnde Art bringt sie halt zum schmunzeln. Etwas weniger enthusiastisch beende
ich meinen Bericht. Ich krieg überaus positives Feedback. Die Verbündetenformel in ein Manga zu
verpacken hat bisher wohl noch niemand gemacht. Das wäre eigentlich schon beinahe eine Erwähnung in der
Magic Today wert, meint Schwester Carla, die Feuerbringerin. Das meinen auch die anderen. Eh, will kein
Objekt der Forschung werden, hab ja nen recht schattigen Beruf und so. Damit ist das Thema erst mal vom
Tisch.

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Auch die anderen haben hier und da was zu berichten. Black Thunder geht ja Neuerdings aktiv auf
Critterjagd, gibt schließlich genug Zeugs hier in Seattle. Hat einige haarsträubende Horrorgeschichten zu
berichten. Ui ui ui! Mag keine Critter!

Wir kommen schließlich wieder auf meine Initiation zurück. Will das nach meinem Findungsfest machen,
also nach dem 20. April. Bis dahin ist es noch über einen Monat. Fünf Tage allein brauche ich noch, um
meine Medizinhütte auf die notwendige Stufe zu bringen. Die Formel selbst ist ebenfalls sehr komplex und
da kann ich noch gar nich abschätzen, wie lange das dauern wird. Bis zu 20 Tage könnten es schon sein.
Weia! Und so wie es aussieht, werde ich in nächster Zeit wohl recht viel Arbeiten, brauch Cash. Und muss
erst noch richtig zeichnen lernen. Die Initiation selbst und die Beschwörung werden dann insgesamt zwei
Tage benötigen. Wenigstens am zweiten Tag sollten dann alle Anwesend sein. Da würde sich ja Samstag und
Sonntag anbieten. Da ich mich nich abhetzen will und kann, schlage ich mal den 10 und 11 Mai 2059 vor.
Meine Schwestern schauen nach und keine hat schon was vor. Also steht der Termin mal unter Vorbehalt.

Schwester Carla spricht mich noch mal darauf an, dass meine Initiation und die Technik der Beschwörung
des Verbündeten wohl wirklich ein Artikel in der Magic Today wert wäre. Ich weis, dass sie pro Jahr zwei
oder drei Artikel für die Zeitschrift schreibt. Meist handelt es sich um Zauberpraxis im Gesundheitsbereich.
Es scheint Carla wichtig zu sein. Hm, in der Vergangenheit hat sie mir immer sehr geholfen, wenn auch oft
ungefragt. Ich will mich aber nich jetzt festlegen und sag ihr, dass ich es mir überlegen werde. Das werde ich
wirklich. Für die anderen stelle ich auf alle Fälle mal ein Festessen in Aussicht. Das wird was werden. Auf
alle Fälle nämlich Teuer! Weia!

Danach reden wir noch über Interna in der Schwesternschaft und schließlich löst Wulf die Versammlung
wieder auf. Bei der letzten Sitzung habe ich mir noch ein paar Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen gehabt,
die ich dann gerade wieder zurückgebe. Ab nach Hause. Die Fahrt verläuft ohne Probleme, fahre mit
Autonav und surfe derweil ein wenig mit meinem Taschensekretär und klappere ein paar Foren ab. Lese ein
paar Beiträge über Tipps und Tricks beim Zeichnen. Unterwegs rufe ich Sakura an, sie ist ausgegangen.
Hmpf!

Daheim lasse ich mir was Leckeres vom Koch-O-Mat zusammen mischen und esse, während ich etwas
Trideo gucke. Viele Schlimme Dinge passieren wie jeden Tag weltweit. Manchmal frage ich mich, wo das
nur enden soll. Überall Mord und Totschlag. Dann schnappe ich mir mein ganzes Zeichenzeugs und lege
mich im Wohnzimmer in einer der Nischen vor dem großen Trid auf dem Boden und fange an zu Zeichnen.
Versuche Raccoon zu malen. Fällt mir schwer. Er ist jetzt vor sieben Jahren gestorben und die Erinnerung
verwischt so langsam. Hab leider kein Foto mehr von ihm. Nach der Sache war ich für Wochen ausgeschaltet
und in der Zwischenzeit wurde unser Versteck vollkommen geplündert, selbst Wertloser Plunder war
entfernt worden, darunter auch Fotos von uns beiden. Ein Wirklichkeitsgetreues Bild bekomme ich auch
nach mehreren Versuchen nich hin, aber etwas, mit dem ich leben kann

File 3
Das Rätsel des tanzenden Girlie

16.03.59 Sonntagabend Seattle Downtown

Ein Anruf reist mich aus meinen Betrachtungen. Radek, also der Johnson der letzten beiden Runs, ist dran.
Es gäbe da etwas zu Erledigen. Ob ich Lust hätte, Details wie immer nich am Telefon. Könnte ja wer
mithören. Na ja, eigentlich nich, bin etwas Müde. Das geht ja jetzt Schlag auf Schlag. Aber ich raffe mich
auf, zieh mir was Feines an. Und los geht es. Mit meinem VW Impuls düse ich mit mehreren Umwegen zum
Emporium, wechsle zweimal in ner Nebengasse die Fahrzeugfarbe und den Registrierungscode. Parke den
Wagen in einer der vielen kostenpflichtigen Parkhäuser.

Radek erwartet mich schon. Leider ist Cherry Coke aus, muss halt normale Coke nehmen. Wir kommen
schnell zum Geschäftlichen. Diesmal geht es darum, jemanden zu finden, der entweder untergetaucht, oder
was wahrscheinlicher zu sein scheint, entführt wurde. Mein Job wäre es aber nich nur, die Person zu finden,
sondern sie auch zu ihm zu bringen und die Hintermänner zu entlarven. Je mehr Infos darüber, desto mehr
Cash. Er bietet mir nen Grundlohn von 15K an, 15K Spesen und Bonus bis 30K. Ich will 25K Grundlohn, er

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bietet 20K. Okidoki, akzeptiert. Aber ich merke an, dass weitere Teammitglieder nich schlecht wären,
besonders ein Decker wäre von Vorteil. Aber leider ist das nich! Heul!

Dann kommen wir zu den Details. Die Person ist eine japanische Norm Namens Mioko Kusaki. 25 Jahre alt,
arbeitet bei der technischen Sicherheit von Hakamura Inc. in Tokio. Sie war zu Besuch bei ihrem Bruder in
Tacoma, der dort als Hafenarbeiter arbeitet. Sie wohnte im Nagato Inn, dass in unmittelbarer Nähe zur
Intercity 5 liegt. Am Mittwochabend verließ sie ihren Bruder und wurde danach nicht mehr gesehen. Lone
Star nahm bis jetzt die ganze Sache nich sehr ernst. Da soweit alles klar ist, verlasse ich Mr. Johnson aka
Radek.

Ich fahre bei mir im Zweitversteck vorbei und nehme mal meine gesamte Ausrüstung mit. Wie gut, dass in
meinem GTI hinten soviel Platz ist. Zum Nagato Inn, dass auch in Tacoma liegt, ist es nich weit. Wie alles in
der Gegend ist das Hotel recht heruntergekommen. Die Neonbeleuchtung flackert und die Fenster sind alle
vergittert. Das Gebäude selber hat drei Stockwerke. Ich parke am Straßenrand und singe das Lied des anders
Aussehens. Ich verwandle mich in eine Jap Norm von Mitte Zwanzig. Private Eye Hitomi Kurusawa! Hai!

Wie ein PI aus dem Trid schlappe ich in die Lobby des Hotels. Niemand zu sehen. Der PC auf dem Tresen
ist ausgeschaltet, die Schlüssel hängen hinten an der Wand. Keine Möglichkeit herauszufinden, wo meine
Zielperson gewohnt hat. Ich klingle und ein kleiner Jap Norm kommt aus dem Hinterzimmer angewuselt.
Mit seinem Aussehen passt er genau in das abgewirtschaftete Ambiente des Hotels. Er verklickert mir, dass
schon drei Detektive am Werk sind und ich unmöglich mit hoch kann. Okidokili. Ich geh zurück in mein
Auto und gehe in den Astralraum. Nach einem kurzen Durchflug mache ich drei Personen in einem
Einzelzimmer aus. Zwei sind offensichtlich vercybert, der dritte, ein Ork, ist magisch Aktiv. Sie durchsuchen
akribisch den Raum. Machen so was nich zum ersten Mal. Einer wird als Murray angeredet, der wohl Murrik
heißt. Der Name sagt mir was. Altgedienter Runner. Solider Ruf.

Ich halte mich so gut es geht aus dem Sichtfeld des Magiers. Sie scheinen nix zu finden, aber ihnen fällt
mein Wagen auf. Drek! Also zurück in meinen Körper und erst mal abwarten. Könnte interessant sein, sie zu
verfolgen. Aber sie verfolgen eher mich. Als sie rauskommen und an meinem Wagen vorbeilaufen, stürzen
sie sich auf einmal auf mich. Drek! Nix wie weg. Alarmstart. Die ziehen tatsächlich Waffen, ballern aber
nich! Lucky!

Was mach ich nu? Würde gerne wissen, für wen die Arbeiten oder ob die schon mehr wissen als ich. Ich
kurve einmal um den Block und guck, dass ich sie noch erwische. Ara! Die erwischen mich. Nix wie weg.
Ich fahre einen Kilometer, niemand hinter mir. Aber einer davon ist ein Magier. Den muss ich erst mal
loswerden. Ich halte den Wagen in einer Nebengasse. Auf volle Abschirmung geschaltet wage ich einen
Blick in den Astralraum. Ich seh den Kerl auf dem Rücksitz sitzen. Er zaubert und mir gehen die Lichter aus.
Weia!

[Zur Erklärung. Ich nahm 14 Würfel zur Abwehr, mein MW war 6, dem vom Ork 10. Ich rechnete mit
maximal zwei Erfolgen. Mit meinem ersten Wurf schaffte ich keine 6. Hm, Reroll, eine Sechs, weiterer
Reroll, wieder nix. Noch ein Reroll, noch ne sechs. Zwei sechsen, mussten reichen, hatte bis dato dann ein
drittel von meinem Karmapool aufgebraucht und wollte nicht noch weitere 4 Punkte Opfern. Der Ork hatte
Sensationelle 4 Erfolge gegen 10 und so gingen bei Racker die Lichter aus.]

Ara! Köpfchen tut so weh! Weia! Was ist passiert? Oh Nö! Bin mit Kabelbindern gefesselt. Irgendjemand
redet auf mich ein. Was los? Wer ich bin? Hm, Alice. Der Typ meint, er kennt mich irgendwo her. Es ist
Murrik. Er erklärt mir, dass kleine Kinder wie ich um die Uhrzeit nix mehr zu suchen hätten. Sie lassen mich
dann einfach im Wagen gefesselt liegen. Zum Glück nehmen sie nix mit, aber lassen bestimmt was da. Erst
mal auf das Spiel eingehen, vielleicht können wir noch zusammen arbeiten. Es dauert ne weile, bis ich mich
befreit habe. Drek! Hab ich vielleicht mal Kopfschmerzen.

Aber noch habe ich Arbeit vor mir. Für hundert Nuyen kriege ich Zugang zu dem Zimmer. Durchsuche es
und finde rein gar nix. Hab auch nich wirklich erwartet, was zu finden, aber musste eben sicher gehen. War
wohl ein Griff ins Klo! Bleibt nur noch das Trid übrig. Jemand hat den Speicher vollständig gelöscht. Aber
unter kriege ich ne Aufstellung der Nummern, die hier für sie Eingegangen sind. Drei sind vom Anschluss
des Bruders, der vierte Anruf kann von nem Handy. Deathdancer checkt die Nummer für mich ab. Kein

40
verifizierbarer Anschluss. Bingo! Also überrede ich ihn, ne Dreipunkt Peilung einzurichten. Würde mich
10K kosten. Nie im Leben! Handle ihn auf 5K runter. Allerdings gelingt es mir nich, den männlichen
Gesprächsteilnehmer die benötigte Zeit am Rohr zu halten. Drek! Nach 10K verpulvert gebe ich auf. Heut ist
nich mein Tag! Hab immer noch üble Kopfschmerzen und hab genug für Heute. Müde fahre ich nach Fife
und hau mich hin. Dummes Girlie!

17.03.59 Montagmorgen Tacoma

Gestern war ja wohl nich mein Tag gewesen. So ein Drek auch. Wie konnte mir das nur passieren? Wie auch
immer. Ich dusche mich, zum Glück tröpfelt lauwarmes Wasser aus der Leitung. Ui, meine Haare sehen aus.
Aber nach ner halben Stunde mit Fön, Haarfestiger und nötiger Inspiration sehe ich nich mehr wie ein
begossener Pudel aus. Dann noch etwas Make Up und ich kann mich wieder öffentlich sehen lassen. Da in
meiner Speisekammer immer noch gähnende Leere herrscht, schiebe ich mir nen Stuffer im nächsten Shack
ein. Nich gerade die Mega gesunde Art sich zu ernähren. Aber es stopft den Hunger. Und darauf kommt es
meinem Bäuchlein an. Weis das!

Frisch gestärkt fahre ich zu der Adresse des Bruders von Mioko Kusaki. Das Haus ist nich gerade Sahne,
aber auch kein Notstandsgebiet. Ich klingle und werde eingelassen. Im Treppenhaus klammert sich ein
kleines Orkmädchen an das Geländer. Sie reagiert aber nich auf mein winken und guckt mich nur aus großen
Augen an. Der Bruder ist nich da, nur die Schwägerin. Sie fragt mich, warum jetzt noch mal ein Detektiv
kommt, wo doch Gestern schon welche da waren. Ich erzähle die Story vom Pferd wegen verloren
gegangener Unterlagen. Ist schon hanebüchen aber ich kann gut lügen. Sie will meinen Ausweis sehen und
begnügt sich nich mit einem schnellen Blick. Also überzeuge ich sie auf meine zauberhafte Art, dass sie
meinen Ausweis nich weiter sehen muss. Kann das auch. Wie auch immer. Sie waren zusammen im Zoo.
Das einzige was war, dass Mioko ein Anruf bekommen hat. Sie sind dann hier her gefahren und um 17.30
hat sie hier ein Taxi bestellt. Eines von City Go Taxi, die haben nen guten Ruf und sind günstig. Vielen
Dank.

Auf dem Weg nach unten unterhalte ich mich noch kurz mit der Kleinen. Die sie ja so Kawaii. Mag Kinder.
Nach kurzer Recherche mit meinem Taschensekretär finde ich im Matrix Ligth System die Adresse des
Unternehmens. Hier in Tacoma. Nach fünfzehn Minuten bin ich da. Gebäude mit Werkstatt und großem
umzäunten Parkplatz. Drinnen gibt es einen Informationsschalter. Die freundliche Frau meint auch, ich wäre
jetzt schon die Zweite, die danach fragt. Aber mit meiner charmanten Art, diesmal ganz ohne Magie, kriege
ich den Fahrer ans Rohr, der Mioko gefahren hat. Er verklickert mir, dass die Japanerin sich nach einer
Adresse einer Bar erkundigt hat, dem Lust Stop Inn. Aber er kennt diese Bar selber nich. Vielen Dank.

Wieder eine kleine Recherche später habe ich die Adresse. Weia! Das Gebäude ist vielleicht mal herunter
gekommen. Die Neonreklame ist schon seit Jahren demontiert worden. Nur noch die Schatten künden von
dem Namen. Innen sieht es genau so trostlos aus. Der Wirt erinnert sich sogar an die Japanerin. War mit nem
Anglo hier. Ich krieg ne grobe Beschreibung. Trifft auf etwa zwei Millionen Einwohner von Seattle zu. Was
immerhin 18 Millionen wiederum ausschließt. Vielen Dank auch!

Der einzige Gast in der Bar. Ein Ork, weiß sogar noch mehr zu berichten. Ein paar Jungs hätten sich diese
Jap Norm vor dem Eingang geschnappt. Sie wäre voll die Karate Braut gewesen. Aber sonst kann er sich an
nix erinnern. Synthanol macht Birne hohl. Der Wirt meint, dass es die Urban Devils gewesen sein müssten.
Eine kleine Norm Gang mit rassistischen Tendenzen, mehr fällt mir zu denen nich ein. Mehr gibt es wohl
auch über die nich zu wissen.

Ich mach mich auf die Suche nach ihnen. Hier sind überall ihre Zeichen, aber von ihnen selbst ist nix zu
sehen. Also denke ich, sie sollten mich wohl eher finden. Ich singe das Lied des anders Aussehens und
verwandle mich in einen Hallowener. Nach dem ich total Unbehelligt eine Stunde Lang durch ihren Turf
gelaufen bin, schwant mir langsam böses. Ich kauf in nem Stuffer Shack Farbe und fange an, ihre Symbole
zu übermalen. Als nach einer weiteren halben Stunde noch keiner aufgetaucht ist, habe ich Gewissheit.
Denen muss was passiert sein. Nachdem ich ein paar Passanten angepöbelt habe, weiß ich, wo sie ihr HQ
haben.

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Ein weiteres Mal verwandle ich mein Aussehen. Diesmal in einen Lone Star Detective, wie er im Trid zu
sehen ist. Der Zugang ist durch einen Bretterzaun, der mehr Lücken hat, als das Gebiss eines
Redmondbewohners. Im Hof dahinter finde ich zwei Leichen. Schon mehrere Tage tot. Da krabbelt schon
einiges und verschiedenes Getier hat sich schon satt gefressen. Tja, dass ist der Kreislauf der Natur. Aber ich
sehe meinen Verdacht bestätigt. Vorsichtshalber ziehe ich meine Glock GL-7 Match und lade sie durch. Auf
einer Wand mache ich Einschusslöcher aus. Ich pule ein 5,56 Stahlmantelgeschoss heraus. Hm. Ich stecke es
mal ein.

Ich rücke sichernd weiter vor und komme in einen Innenhof. Dort liegen weitere Leichen und etwas, was
sich daran gütlich tut. Zuerst denke ich, es ist ein nackter Ghoul. Aber das Ding hat Haare auf dem Kopf. Ich
versuche es von vorne zu betrachten. Das Ding bemerkt mich und guckt mich knurrend an. Das was auch
immer setzt zum Sprung auf mich an. Ich schieße kurzer Hand drauf. Es heult getroffen auf und verwandelt
sich in einen Hund. Und rennt dann ins Gebäude hinein. War das ein Gabrielshund? Wahrscheinlich. Nich
weiter wichtig, da dieser Critter nich für die Toten verantwortlich ist und sicherlich auch rein gar nix gesehen
haben kann.

Ich nehme den anderen Durchgang. Die Tür, bzw. deren Reste hängen schräg in den Angeln. Jemand hat sie
offensichtlich eingetreten. Dahinter drei weitere Leichen. Alle noch bewaffnet, zwei davon haben die Waffen
in der Hand, aber keine Hülsen auf dem Boden. Sie kamen nich mehr dazu, sie abzufeuern. Die Magazine
sind tatsächlich noch vollständig. Wieder akkurate Treffer im Torso Bereich. Wer immer das gewesen war,
Schießen und Treffen können die echt gut.

Da! Ein Geräusch. Ich gehe in Combat Stellung und fixiere die Richtung, aus dem das Scharren gekommen
ist. Ein Kistenstapel fällt in sich zusammen und ein junger Norm mit einem rostigen Katana kommt auf mich
zu. Ein blitzschnell gesungenes Lied des Krieges fällt ihn. Puh. Das muss ein Urban Devil sein. Steht
jedenfalls auf seiner Jacke drauf. Ich fessel ihn mit Gürteln seiner toten Kameraden. Es dauert eine
dreiviertel Stunde bis er Ansprechbar ist. Mal hören, was er zu sagen hat. Wissen Will! Jetzt!

17.03.59 Montagmittag Tacoma

Nachdem ich dem Ganger klar gemacht habe, dass er nur ein paar Fragen beantworten muss, sprudelt die
Geschichte nur noch so aus ihm heraus. Ein gewisser Mr. Barnes hat sie angeheuert, eine Frau zu entführen.
Und zwar aus dieser Bar Last Stop Inn. Sie bekamen ein Zeichen von einem gewissen Anglo Norm, wieder
in etwas die gleiche Beschreibung wie aus der Bar. Und so schnappten sie sich kurzerhand die Frau. Die
Urban Devils entführten Mioko und hielten sie hier gefangen. Am Donnerstag sollte die Übergabe
stattfinden. Aber statt Kohle gab es Stahlummanteltes Blei. Er selbst entkam, weil er gerade hinten am
kochen war und so ungesehen abhauen konnte.

Mr. Barnes scheint eine Art Schieber zu sein, der schon einige Jobs an die Jungs vermittelt hat. Meist
irgendwas rum tragen oder ähnliche Handlangerarbeiten. Ich zwinge den Kerl, mir den Laden zu zeigen und
lass ihn dann gehen. Ist ein typischer kleiner Laden, mit Schwerpunkt auf verderbliche natürliche
Lebensmittel. Neben dem Ladeninhaber sind noch zwei Personen anwesend. Ich warte, bis der Kunde
draußen ist und spreche dann Mr. Barnes an. Irgendwie ist er nich erfreut, als ich ihn auf die Urban Devils
anspreche und ihm ein paar Fragen stellen will. Zuerst geht der Schrank, die zweite Person im Laden, auf
mich los. Aber ich packe seine Faust, die mir mein schönes Köpfchen deformieren will, dreh die ihm auf die
Rücken und hab ihn so kalt gestellt. Ich drohe ihm damit den Arm zu brechen, wenn er nich still hält. Dieser
Barnes holt tatsächlich ne Gatekeeper, dass ist ne kompakte Schrotflinte, unter der Theke hervor und hält sie
in meine Richtung. So was ist gefährlich, neh?

Meinen Gefangen als Deckung benutzend, versuche ich, weiter mit dem Kerl zu reden. Aber der Doofkoop
will nich reden. Der schiebt voll Stress! Oben geht ne Klappe auf und ein Netz fällt herunter. Ich hüpf zur
Seite, meine Gefangen loslassend, der sich im Netz verfängt. Barnes schießt auf mich und ich hechte hinter
ein Regal. So was fieses! Wollte doch nur reden! Weia! Und der Typ schreit auch noch nach Verstärkung.
Drek auch! Armes kleines Girlie hat gar nix gemacht! Mega Fies das!

Wie auch immer, zwei weitere Gestalten kommen herein. Die sind verdammt schnell und scheinen vercybert
zu sein. Zeit für ein paar taktische Tricks. Ich mach mich Unsichtbar und flieg an die Decke. Methodisch und

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professionell fangen die beiden an, einer davon ist ein großer breiter Ork, den Laden zu durchsuchen. Als sie
mich nich finden, hohlen sie einen Magier. Drek! Ein normaler kleiner Schieber ist das nich! Hm, kleiner
Laden, starkes Back up, das spricht sehr dafür, dass dieser Barnes mehr als nur ein kleiner Schieber ist. Ui ui
ui! In mir keimt so langsam der Verdacht, dass ich ein Caporegime, dass ist so ne Art Hauptmann bei der
Mafia, vor mir habe. Glub! Kluge Girlies hätten vielleicht vorher ein paar ihrer Connections abgefragt, oder
ihnen der Name Barnes was sagt. Ist ja nich so, dass ich in der Richtung keine Kontakte habe. Muss voll in
ein Wespennest der Mafia gestochen haben. Ich schätz mal, die gehören zu Bigio, diesem Schwein! Mag den
gar nich.

Aber zurzeit habe ich andere Probleme, als alte Geschichten aufzuwärmen. Ich flieg genau über die Tür und
warte, bis der Magier auftaucht. Versuche dann hinter ihm in die Tiefe des Gebäudes zu verschwinden. Aber
die Vorrichtung, die automatisch die Türe schließt, ist mörderisch schnell und klemmt mir die Beine ein.
Aua! Mir bleibt nix anderes übrig, als den Magier, ein Anglo Norm, zu tasern und mich durch die Tür zu
quetschen. Kaum bin ich drin, wird die Türe regelrecht pulverisiert. Weia! Mir fliegen die Splitter nur noch
so um die Ohren, als die auf die Türe mit allem schießen, was sie haben. Weiter hinten im Gebäude scheinen
noch mehr Soldati zu lauern. Drek auch. Hier muss ne ganze Armee sein.

Also Rückzug. Ich schlängle mich wieder durch die zerschossene Tür und durchquere den Raum. So, jetzt
muss ich nur noch hier raus kommen. Um diese Penner noch mal richtig zu ärgern schleudere ich ein Lied
der Rauchwolke in die andere Ecke. Kann das ziemlich gut. Alle Husten und ich komme hier endlich raus.
Lucky! Das war jetzt knapp gewesen. Heiliger Sankt Waschbär sei Dank! Und ich wollte doch nur ein paar
Fragen stellen und die schießen auf mich. Ganz arg mega super fies. Aber jetzt erst mal nix wie weg.

Irgendwie war das ja jetzt voll der Griff ins Klo. Bin keinen Schritt weiter gekommen. Dieser Mr. Barnes
muss bestimmt so ein Caporegime sein. Schätz ich auf alle Fälle mal, nachdem ich ihn so aufgescheucht
habe und so massiv ausgekontert wurde. Weia! Es gehört schon einiges dazu, so einen Deal platzen zu
lassen. Wer immer das Killerkommando geschickt hat, der muss sich das leisten können. Versteh nur nich
ganz, warum er nich gleich seine Profis geschickt hat, auch die Frau zu entführen? Vielleicht hatte er gerade
nen Engpass und musste auf zweitklassige Mafiaschläger zurückgreifen? Aber wäre es nich besser gewesen,
einfach zu bezahlen und die Tuss ohne Aufsehen mitzunehmen? Nich jeder handelt immer unbedingt
Rational und ich kenne auch nich alle Fakten. Fakt ist, Mioko wurde entführt, die ursprünglichen Entführer
sind Tod und der Mittelsmann will nich reden. Und ich schätze mal, dieser Mr. Barnes ist ne verdammt Harte
Nuss. Weia!

17.03.59 Montagmittag Tacoma

Oh je, ich flieg zu meinem schönen Auto und setz mich erst mal rein. Toki Toki! Mein armes Herzchen
wummert ganz schön. Das war vielleicht mal knapp. Will nur ein paar Fragen stellen und die versuchen mich
armes kleines Girlie gleich umzubringen. Gar nich Nett so was! Ich guck mal, ob mich jemand verfolgt.
Genau, da war doch noch was. Und wen seh ich denn da? Den Ork von Gestern. Na Toll. Dummes Girlie,
dreimal darfst du raten, warum die dich Laufen gelassen haben, find das nich Sahne. Der Typ verdrückt sich.
Zurück im Auto tanze ich erst mal den Tanz der Heimlichen Elektronik entdecken. Und tatsächlich finde ich
einen Peilsender. Ach ne!

Ui ui ui! Das wird jetzt wieder ein Akt werden, muss meine Schatten erst mal loswerden. Also erst mal
Richtung Intercity 5 und dann nach Norden. Fast ne Stunde quäle ich mich durch die Rushhour. Den Sender
transportiere ich via eines Liedes der fernen Finger zu einem anderen Wagen. Um meinen astralen Verfolger
abzuschütteln fahre ich in die Renraku Pyramide, parke dort in einer der Parkdecks. Dann laufe ich zu den
Einkaufpassagen, gehe durch, ohne mich von den wirklich verführerischen Boutiquen ablenken zu lassen,
und düse dann zum Busbahnhof im Untergeschoss, nehme den Nächsten Bus zur Tacoma Mall. Von dort
fahre ich in Richtung meines Versteckes. Immer wieder gucke ich mich um, kann aber nix mehr verdächtiges
finden. Wieder mal sieben Stockwerke hoch, nehme meine Ersatzausrüstung und fahre mit meinem Motorrad
zum Zweitversteck, dass gar nich mal so weit entfernt ist. Sieht so aus, als hätte ich sie abgeschüttelt. Ne
Zusammenarbeit kommt immer weniger in Frage. Schade!

Hm, was mach in nun? Gute Frage. Mit diesem Barnes friedlich zu reden ist wohl nich mehr möglich. Mist!
Aber egal. Vielleicht haben ja die Anwohner irgendwas gesehen. Also rauf auf die Katana und los geht es.

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Als ich wieder in der Nähe des HQ der Urban Devils ankomme, sehe ich zwei verdächtig aussehende
Gestallten das Gelände betreten. Ich such mir ne sichere Stelle in der Nähe und sehe mir das Astral an. Sie
erschießen gerade den Gabrielshund, als ich dort Ankommen. Sie gucken ein wenig herum und reden die
ganze Zeit von ner Ratte, die sie fangen sollen. Ich glaub, die meinen mich. Mag aber gar nich als Ratte
bezeichnet zu werden. Hmpf!

Die installieren ne Kamera und rufen dann Mr. Barnes an, dass hier die Lage unverändert ist. Sie gehen
zurück und ich guck noch etwas zu, was sie so treiben. Einer hat nix besseres zu tun, ein armes Auto zu
treten und nen dummen Spruch über die Automarke zu machen. Mafiosi sind auch nich mehr das, was sie
mal waren. Drek auch!

Zurück in meinen Körper tanze ich mal wieder den Tanz des anders Aussehens und verwandle mich in nen
Lone Star Detectiv, diesmal nen Afro. Ich mach etwas Zeugenbefragung und obwohl ich hier und da mal das
Lied der guten Idee einflüstere, krieg ich nich mehr raus, als das es zwei schwarze Vans waren, die wo das
Hit Team transportiert haben. Ich hab mir nich viel davon versprochen, aber doch in etwa die Anzahl und
Bewaffnung der Killer. Um daraus dann weitere Rückschlüsse zu ziehen. Bin echt frustriert. Mag das gar
nich.

Ich geh noch mal Astral zu Barnes Laden. Gerade wird dort ein Lieferwagen beladen. Dem folge ich einfach
mal, vielleicht ergibt sich ja irgendwas. Auch wenn es nur Infos sind, die gar nix mit meinem Problem zu tun
haben. Daten über Verteilerstrukturen der Mafia können auch ihren Wert haben, besonders wenn es um
Bigio geht, dem ich einen ganz speziellen Platz in meinem Herzen eingeräumt habe. Nämlich die Stelle, wo
mein Hass sitzt. Irgendwann!

Sie führen mich zu einem Schrottplatz, ein paar Kilometer weiter. Dort laden sie ein paar Kisten aus. Hm,
die öffnen ein paar und kramen hier und da Cyberdecks heraus. Nach der Größe zu Urteilen, müssten dass
Sony CDTs sein. 15 Stück insgesamt. Das ist ein Schwarzmarktwert von über einer Million N¥, nich
schlecht. Diese Kiste tragen sie dann schließlich in das einzige Gebäude auf dem Schrotplatz und verstecken
die Kiste unter einer Bodenluke. Ziemlich gut getarnt und gesichert.

Aber was wirklich interessant ist, dass der Schrottplatzbesitzer wohl so ne Art Recherche Decker ist. Oder
ein Info Broker oder so was in der Art. Jedenfalls führt er, Barney, mit Barnes ein Gespräch über die Ratte,
die nich aufzutreiben ist. So langsam kommt mir der Verdacht, dass ich nich gemeint bin. Barney verspricht,
alles zu tun. Er ruft irgendjemand an und kriegt ne Abfuhr. Dann geht er in ein kleines Häuschen, wo noch
ne Sekretärin arbeitet und macht was an seinem Terminal. Ich kann Konturen wahrnehmen, scheint sich um
ne Akte zu handeln. Irgendwie habe ich den Verdacht, dass es sich um den blonden Pinkel handelt.

Ich beschließe mir diesen Computer mal noch näher anzusehen. Zurück in meinen Körper fahre ich in die
Nähe des Schrottplatzes, tanze den Tanz des Nich gesehen werden und des Leicht sein und mach es mir dann
auf dem Dach bequem. Die Zeit verrinnt zähflüssig. Der Kerl geht einfach nich weg. Es wird Nacht. Hunger
und Durst quälen mich. Irgendwann wird es mir zu blöd und ich geh in nem Stuffer was zu essen und trinken
besorgen. Geh auch gleich mal auf die Toilette. Auf dem Flachdach zurück geht die Warterei weiter. Mano!

17.03.59 Montagnacht Tacoma

Schließlich kommt ein Pickup auf das Gelände gefahren. Dort wird die Kiste aus dem Geheimversteck mit
den Cyberdecks verladen. Neugierig wie ich bin, hänge ich mich einfach dran und gucke, wohin die
Cyberdecks kommen. Sie fahren zu den Docks in Tacoma. Der Wagen hält vor einem der wirklich großen
Lagerhäuer. Ein Rolltor geht auf und ein halbes Dutzend Kerle kommen heraus. Und einer davon ist Magier
auf Astralsicht. Wie gut das ich den Wagen so als Deckung benutzt habe. Ich versuche aus seinem Sichtfeld
zu bleiben und gehe hinter ein paar Kisten in Deckung. Wagen samt Inhalt verschwindet im Lagerhaus.

Bevor ich hinter her kann, geht das Rolltor runter. Egal. Der Magier ist drin und ich draußen. Also schwebe
ich hoch zum Dach und setze mich drauf. Tolle Aussicht auf das Meer von hier aus. Ich gehe vorsichtig von
Oben Astral hinein und gehe hinter ner großen Deckenleuchte in Deckung. Ich sehe, wie die Cyberdecks dort
unten auf verschiedene Kisten verteilt werden. Scheint hier wohl so eine Art Umschlagsplatz zu sein. Das
Lagerhaus ist riesig und mit solchen modernen Stapeldrohnen versehen. Hin und Her, Hoch und Runter und

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das in einem Affenzahn. Mir wird schon vom zugucken schwindelig. Zwei herumschwirrende Watcher
machen mir klar, dass es bessere Orte zum was zugucken gibt. Also nix wie raus hier. Ich merk mir die
genaue Lage.

Dann bitte ich einen Windgeist mir zu helfen. Mit seiner Hilfe fliege ich sehr schnell zurück zum
Schrottplatz. Zwei Idioten halten immer noch Wache. Au Weia! So langsam wird es mir echt zu blöd. Hab
nich bis in alle Ewigkeit Zeit. Ich könnte sie jetzt irgendwie rauslocken, aber ich kann sie gut durch das
Fenster sehen. Also schleudere ich einen Betäubungsblitz auf den ersten. Der fällt nich mal um! Drek! Ich
setze nach und der Fällt, aber der andere geht in Deckung und mir aus dem Blickfeld. Also Scheibe
eingeschlagen und rein. Er ruft gerade noch in das Handy, dass sie angegriffen werden. Ich fälle ihn. Dann
versuche ich einen Fehlalarm vorzutäuschen, klappt aber nich. Drek!

Also ab ans Terminal, mit meinem Codebreaker 9 knacke ich das Passwort und bin im System drin. Die
letzte Datei ist schnell gefunden. Es scheint wirklich der Auftraggeber zu sein, dieser blonde Pinkel, der die
Urban Devils ausgelöscht hat. Aber die scheinen echt nich viel über ihn herausgefunden zu haben. Er fährt
einen BMW mit gefälschtem Kennzeichen und eines der Bilder zeigt, wie der Wagen in der Tiefgarage eines
Gebäudes verschwindet, dass die Buchstaben YBS als Logo hat. Drek! Das ist das Yamatetsu Broadcasting
Service Gebäude. Kenn das!

Schnell die Daten kopiert und ab zu dem Geheimversteck. Normalerweise wäre es jetzt höchste Eisenbahn
nen flotten Schuh zu machen. Aber mein kleiner Waschbär in mir hüpft wie wild herum und will unbedingt
noch das Geheimversteck inspizieren. Da bleibt Herz und Verstand nix weiter übrig, als ganz hinten zu
stehen. Die haben das immer über so nen Impulsgeber geöffnet, mit denen auch die Wachen ausgerüstet sind.
Ein Druck auf den Knopf und die Tür schwingt auf. Drek! Ist ein Hüter drum. Ich maskiere mich mit nem
Tuch und deaktiviere meine Zauber. Vorsichtig gehe ich nach unten. An der Wand ist ein Panel eingelassen.
Das Bedienfeld ist ziemlich komplex. Da ich mir über Funktion und Sinn dieses Panel nich im Klaren bin,
bleibe ich dort stehen.

Der Raum ist nich gerade groß. Es stehen vier große Kisten hier herum. Irgendwelche Sensoren oder gar eine
Sentry kann ich nich ausmachen. Aber es kann durchaus sein, dass hier noch eine hinterhältige Sauerei
installiert ist, die man mit dem Panel über einen Code ausschalten muss, bevor man den Raum betritt. Aber
da ich innerhalb des Hüters bin, hohle ich mir einfach eine der Kisten mit einem Tanz des Leicht seins her.
Boah! Die ist vielleicht mal schwer! Krieg die fast kaum bewegt. Schließlich habe ich sie zu mir her bewegt.
Zwei Verschlüsse aufgemacht und den Deckel hochgeklappt. Und was seh ich? Maschinengewehre vom
feinsten. Kein Wunder das die Kiste so schwer gewesen ist. Hm. Ich nehm mir ein Schweizer
Maschinengewehr im Kaliber 5,56 Nato. Meins!

Ich überlege kurz, die ganze Kiste zu der Müllpresse zu schaffen. Hm, zu großer Aufwand, da ich die Kiste
nich durch den Hüter hinaus levitiert bekomme. Ob ich die Kisten zerschießen sollte? Würde Bigio sicher
ärgern. Aber in den Behältern kann sonst was sein. Von toxischen Zeugs über Explosiva bis hin zur BTL
Chips. Und ich will nich riskieren, dass mir der ganze Keller spektakulär um die Ohren fliegt und ich gleich
mit. Nö!

Also nix wie weg von hier. Draußen kommt schon ein Fahrzeug angeschossen. Zwei Tänze später bin ich
über der Mauer und an meinem Motorrad. Ich verstecke mein neues MG und mache mich wieder sichtbar.
Aber bin ich jetzt viel weiter gekommen? Sehr viel mehr Infos habe ich jetzt auch nich. Muss erst mal mein
kleines Köpfchen zum denken bringen. Und ich bin so Müde! Also suche ich ein Sarghotel auf und miete mir
ne Kabine.

18.03.59 Dienstagmorgen Tacoma

Es ist jetzt fast genau ein Jahr her, 15.03.2058 das Al Borg vor meinen Augen erschossen wurde, mir sein
Gehirn ins Gesicht gespritzt ist. Die Verantwortlichen sind immer noch auf freiem Fuß, kein Gericht dieser
Welt wird sie jemals dafür belangen. Aber für mich war diese Rechnung noch offen. Es gibt noch drei
weitere Namen, die mir im Gedächtnis haften geblieben sind. Avite! Cabaal! Jerome Deverneux! Und ich
habe gesehen, wie Bigio, der indirekte Mörder dieser Leute, eine Million Nuyen verlieren könnte. Ein
einziger Anruf genügt. Das würde eventuell Konsequenzen haben. Weiß das. Aber ich habe etwas

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versprochen am Grab von Al Borg. Gerechtigkeit! Und wenn es keine Gerechtigkeit gibt, bleibt immer noch
Rache! Hai!

Also ziehe ich mich wieder an. Ich rufe Sakura an und bitte sie, die persönliche Nummer von Chefermittler
Takagi in Erfahrung zu bringen. Hab sie nach fünf Minuten. Ich wähle die Nummer an einem öffentlichen
Telekom. Hab mich mit einem Tanz des Anders Aussehens maskiert. Es ist jetzt um die Fünf Uhr Morgens.
Aber Tanaka geht nach dem dritten Klingeln ran. Schnell verklickere ich ihm, wo Bigio wertvolle Tech
lagert. Und er begrüßt mich mit einem Guten Morgen, Fräulein Racker. Gl? Ich hab extra meine Stimme
verstellt! He, wie macht er das nur? Er hat zwar schon mehrmals meine Stimme gehört und schon meine
Faust im Magen gehabt. Erst kürzlich. Hüstel. Aber das haut mich jetzt um. Okidoki, durchschaut. Er
versucht mich in ein Gespräch zu verwickeln. Ich guck auf meine Armbanduhr, wo der Timer läuft und der
ist jetzt im roten Bereich. Will nich, dass hier die Sterne aufgehen. Ich hänge ein, fahre zu einem anderen
öffentlichen Terminal und wähle mich noch mal ein. Sag ihm noch, dass er den Hinweis ja Vertraulich
behandeln soll, sonst gibt’s Ärger! Klick!

Mein Verstand meint, dass die ganze Aktion vielleicht nich so Klug gewesen war. Aber Waschbär und Herz
pochen darauf, dass es richtig war, Bigio einen Schlag zu versetzen. We are at War! Huah!

Gähn! Auch kleine Girlies können nich ewig aufbleiben. Müde Jetzt! Also auf zum nächsten Schlafsarghotel,
ein etwas besseres und Klappe zu. Ich gönne mir dreieinhalb Stunden schlaf. Will nich aufstehen, muss aber!
Mag das gar nich! Blöder Radek, hätte mir ruhig noch nen Helfer spendieren können. Kann nich alles ganz
allein machen. Bin nich Super Girlie!

Aber alles Jammern hilft nix, muss da durch. Und je schneller ich fertig bin, desto eher kann ich ausschlafen.
Ich guck meine Notizen durch. Hab nix wirklich verwertbares. Bis auf dieses Bild, wo der verräterische
Johnson ins YBS Building verschwindet. Ob das die heiße Spur ist? Aber das ist mir ne Nummer zu groß.
Ich ruf Radek an und vereinbare ein Treffen mit ihm in einem Dennys in Nord Tacoma. Also angezogen und
Aussehen überprüft. Ui ui ui! Seh so schrecklich aus. Meine Haare! Muss unbedingt mal wieder zum Friseur.
Fruchtbar das! Im Waschraum richte ich mich so gut wie möglich wieder hin. Seh jetzt schon wieder etwas
besser aus. Also nix wie los. Das Wetter ist zum kotzen und wieder mal macht Seattle seinem Ruf als
Hauptstadt des Regens alle Ehre. Jetzt weiß ich auch wieder, warum Autos so praktisch sind.

Bin als erste da. Bestelle mir ne extra Portion belgische Waffeln, mit echten Erdbeeren und Schlagsahne.
Dazu Soykaf mit viel Milch und Zucker. Das tut gut. Lecker! Radek taucht nur fünf Minuten später auf. Ich
verklickere ihm, was ich bis jetzt weiß. Oder besser gesagt, was ich zu wissen glaube. Mioko ist wohl
kontaktiert worden, von dieser Ratte und hat mir ihr ein unverbindliches Treffen ausgehandelt. Da er damit
rechnete, dass Mioko wohl sein Angebot ablehnen würde, heuerte er über Barnes die Urban Devils an, um
sie abzufangen. Das geschah dann auch. Aber die Ratte spielte falsch, wobei ich mir dieses Massaker immer
noch nich plausibel erklären kann. Irgendwie wortwörtlich der Overkill. Und die Entführung wäre mit seinen
eigenen Leuten viel einfacher gewesen, könnte sein, dass die gerade mit ner anderen Sauerei beschäftigt
gewesen waren. Wie auch immer, ein Team von Shadowrunner oder Konzernkillern, der Unterschied ist viel
kleiner, als mancher wahr haben mochte, hat dann die Devils ausgelöscht und Mioko übernommen. Und da
verliert sich meine Spur bis auf dieses Bild. Wird ziemlich heftig werden, da drin nachzugucken. Neh?

Er meint, es wäre wohl für eine so gute Infiltratorin ein leichtes, dort hineinzukommen. Weiß nich! Kein
gutes Gefühl dabei. Girlie allein in der Höhle des Löwen. Kann nich gut gehen. Aber ich bin einfach zu
übermüdet, als das mir wirklich gute Argumente eingefallen wären. Mein Verstand wagt vorzuschlagen,
vielleicht den Auftrag zurück zu geben. Hätte zwar jetzt ein paar Miese gemacht, aber die paar N¥ wären ja
nich mein Untergang. Aber Waschbär meint, dass wäre zu schaffen. Und da gibt es ja noch die arme Frau,
meint Herz. Na gut.

Radek hätte mir ruhig einen Decker zur Seite stellen können, so muss ich Deathdancer anwerben. Macht er.
Toll. Will mir Pläne und anderes Zeug besorgen. Schritt Nummer 2, ich brauche meine Ausrüstung wieder.
Ich bringe mein Motorrad zu dem Teamversteck, was wir mal vor längerer Zeit eingerichtet hatten. Puh.
Überall Staub. Dann nehme ich mehrere Taxis, die mich dann zur Pyramide bringen. An meinem Wagen ist
schon wieder eine Wanze angebracht, wie ich nach einem kurzen Lied der Überwachungselektronik
entdecken finde. Ist gut innerhalb des hinteren Stoßfängers versteckt. Muss sogar dran rumschrauben.

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Vorsichtig trage ich den Peilsender zum nächsten Fahrzeug und bringe ihn dort an. Ich parke aus und nehme
den Südzubringer zur Intercity 5. Ich wechsele dann auf die Intercity 90 und fahre auf die große Brücke zum
Council Island. Ich stelle den Autopiloten ein und gehe Astral auf die Suche nach Verfolgern. Hier ist alles
mehr oder weniger offen und ein Verfolger leicht zu entdecken. Aber nix zu sehen. Mach das Spielchen
mehrmals aber ich kann nix niemanden finden. Ich düse auf der Intercity 405 dann nach Süden bis ich wieder
auf die Intercity Fünf stoße. Komme gut Vorwärts und erreiche dann auch bald das Häuschen, dass als
Versteck dient. Lucky!

18.03.59 Dienstagmittag Seattle Downtown

Ara! Was mach ich nun? Das wird Mega Knifflig! Deathdancer hat inzwischen ein paar Baupläne vom
Sendegebäude aufgetrieben. Fünf Levels hat das Gebäude. Zwei davon sind geräumige Tiefgaragen, für
mich relativ uninteressant. Ein Archivlevel, dass ziemlich verwinkelt ist. Ein Erdgeschoss und ein
Obergeschoss. Es befinden sich drei Studios hier. Verwaltung, Redaktion, Technik. Hm, ist eigentlich nich
gerade der Ort, in dem man ein Black Ops HQ vermuten würde. Vielleicht ist ja auch das der Clou bei dieser
Standortwahl, niemand würde es dort vermuten. Hoffentlich bin ich auf der richtigen Spur. In meinem
kleinen übermüdeten Köpfchen manifestiert sich ein kühner Plan. Weia! Krieg viel zu wenig Knete für
diesen Höllenjob. Mag das gar nich!

Aber alles Jammern hilft da nix, muss da durch. Ich rufe Sakura-chan an und bitte sie, mir eine Maske
aufzulegen, sie kann das schneller als ich. Sie kommt und Ruck Zuck bin ich eine generische Asiatische
Norm. Das muss reichen, um ins Gebäude zu kommen. Ich stelle mir ne minimal Ausrüstung zusammen und
bringe dann in Erfahrung, wo sich gerade Sarah Yurikawa befindet. Die macht heute Mittag ein längeres
Interview mit dem Stadtbaurat von Seattle. Wow, welch höchst interessanter Gesprächspartner. Muss voll
der Arschjob sein. Ihr Redakteur scheint echt nix von Sarah zu halten. Arme Kleine. Arme Racker! Ich wälze
mich noch fünf Minuten in Selbstmitleid über diese ungerechte Welt, dann raffe ich mich auf, meinen
unterbezahlten Job zu tun. Drek auch.

Also fahre ich mit meinem VW in die Nähe des Sendegebäudes. Es liegt in Seattle Downtown Süd,
Dienstleistungsgewerbe Gegend. Die Gebäude sind hier alle recht flach. Als ich in die Nähe des
Eingangsbereiches komme, stelle ich fest, dass selbst die Lobby schon einer Festung gleicht. Eigentlich hatte
ich vor, als Besucherin hineinzukommen und mich im Innern als Sarah Yurikawa zu verkleiden. Dummer
Plan!

Ich versuche es mit Plan B. Suche mir ein Stilles Örtchen, tanze die Tänze des Nich gesehen werdens und
des Leicht seins. Dann gucke ich nach, wie es auf dem Dach aussieht. Jede Menge Antennen, Schüsseln.
Einige Deckengläser sind zu sehen. Besonders über dem Redaktionsraum. Aber kein Heliport und kein
direkter Zugang. Der geht über die Seite ins Erdgeschoß, dass von der Fläche etwas größer ist. Aber die
Bodenluke ist wie in Fort Knox gesichert. Kein Reinkommen. Auch Deathdancer ist mir in der Beziehung
keine Hilfe. Mega Drek.

Dann kommen wir zu Plan C, den ich zwischen zwei Büschen hockend in der umliegenden Grünfläche
ausdenke. Ich hasse Runs allein machen zu müssen, besonders wenn man ein Zeitlimit von vergiss es hat.
Mag das gar nich! Aber in meinem kleinen Köpfchen manifestiert sich bald wieder mal ein neuer Plan. Der
heilige Sankt Waschbär ist mit mir. Oder auch nich!

Ich werde wieder sichtbar und passe eine Norm in meiner Größe ab. Huch! Und ihre Codekarte ist mein. Tja,
was alles so einem an den Fingern kleben bleiben kann, erstaunlich. Ein kurzer Tanz des anders Aussehens
lässt mich wie die Frau aussehen, die nun aus meinem Sichtfeld verschwunden ist und ihre Codekarte öffnet
mir den Weg durch die Sicherheitsschranke in der Lobby. Ich gehe auf volle Maskierung und hoffe, dass hier
kein Battallion von Sicherheitsmagiern rumschwirt. Eigentlich habe ich genau so ein vorgehen eigentlich
vermeiden wollen. Aber mir fällt keine brauchbare Alternative mehr ein. An der Decke hängt tatsächlich ein
Intruderdetector der Firma Professional Security. Sieht verdammt neu aus. Bodenradar in einer Lobby habe
ich noch nie gesehen. Heiliger Sankt Waschbär! Was geht hier ab?

Oben in einer Damentoilette verwandle ich mich mit der Maske in Sarah Yurikawa. Ihren Trippelschritt
nachmachend düse ich hektisch in den Redaktionsraum. Ein etwa Zwanzig Jahre alter Norm fängt mich ab.

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Fragt mich, ob dass Interview mit dem Baustadtrat schon gelaufen ist. Yupi! Kaum hab ich ihn
abgewimmelt, fliegt die Tür vom Chefredakteursbüro auf. „Yurikawa!“ Schreit er mich an und zeigt rüde in
sein Büro. Ich darf mich in einen Sessel setzen, während der aufgeblasene Kerl einen Golfschläger nimmt
und einputten übt. Und das nich besonders gut. Ich krieg einiges zu hören. Arme Sarah. Ich kann es mir
leisten mir die Ohren auf Durchzug zu stellen und an passenden Stellen, Hai, ich werde mich bessern oder
ähnlichen Schrott von mir zu geben. Je länger ich mir diesen aufgeblasen Popanz ansehe, desto mehr morpht
er zu einem wirklich großen Ochsenfrosch. In mir kribbelt es, diesen Wichtigtuer in genau so ein Wesen
verwandeln. Quack!

Das einzig wichtige was dieser Fettsack von sich gibt, ist, dass ich, also Sarah endlich aufhören sollte, die
Leute wegen Studio B zu nerven. Das ist nun mal Sperrgebiet für normale Mitarbeiter und es geht mich
einen feuchten Kehricht an, was da zurzeit abgeht. Und nun zurück zu meiner Arbeit. Ich verbeuge mich
angemessen tief und tripple nach draußen. Puh! Das ist einer der Momente, wo ich die Freiheit meiner Arbeit
wirklich schätzen lerne. Mit so einem Chef ist man wirklich bestraft. Mag den gar nich!

Ich halte Ausschau nach einem Chaotischen Arbeitsplatz, der mit UFO Catcher Figuren aktueller Shojo
Anime Serien dekoriert ist. Brauche nich lange zu suchen. Ich setze mich frech hin und schnüffle ein wenig
in dem Berg aus Folien, Ausdrucken und Plänen. Die Kleine scheint eine blühende Phantasie zu haben.
Überall sieht sie Verschwörungen und die Arbeit des organisierten Verbrechens, Geheimgesellschaften und
noch so ziemlich die ganze Palette. Ui ui ui! In einer Schublade finde ich eine äußerst niedliche Stoffkatze,
die zum schmusen lieb ist. Kawaii!

18.03.59 Dienstagmittag Seattle Downtown YCB Sendegebäude

Sarahs Yurikawas Computerterminal am Arbeitsplatz ist mit ihrem Standartpasswort geschützt, dass sie mir
beim Verhör vor ein paar Tagen verraten hat. Ihre zu letzt bearbeitete Datei handelt um Studio B. Hat einige
Leute deswegen genervt, aber nur Nichtsagende Antworten bekommen. Also ist Studio B nun mein
Primärziel. Ich nehme Kontakt mit Deathdancer auf. Er meint, dieser Bereich wäre von der Matrix
abgetrennt worden. Aber wenn ich ihn über das Terminal des Chefredakteurs Freischalten könnte, dann wäre
er möglicherweise in der Lage, mir gute Dienste zu leisten. Okidoki!

Aber wie krieg ich diesen dämlichen Arsch da raus? Mein kleines Köpfchen schmerzt. Mir fällt nix weiter
ein, als ihm ein Lied der guten Idee zu schicken, dass er nach der nächsten Standpauke mal aufs Örtchen
gehen müsste. Schon bald zitiert er auf seine unnachahmlich charmante Art einen weiteren überlasteten
Mitarbeiter in sein Büro. Es klappt einfach nich, dass Mana in der notwendigen Intensität zu formen. Drek!
Der Zauber schlägt voll fehl und die Kopfschmerzen Explodieren nur noch so. Ich krieg tatsächlich
Nasenbluten davon. Weia!

[Für den Zauber brauchte ich meine letzten Karmapoolwürfel auf, trotzdem gelang der Zauber nicht und der
Entzug brachte sie genau auf M, wo sie volle Schmerzen spürt. Alles um 2 erschwert und kein Karmapool
zum ausgleichen, ist eine tödliche Kombination. Zu dem Zeitpunkt hätte Racker die Aktion abrechen
müssen. Aber kleine Girlies geben nicht so schnell auf. Besonders weil ich dachte, dass schwerste hätte ich
jetzt hinter mir. Denkste.]

Heul! Bin gar nich mehr Sahne Fit. Mag das gar nich. Aber jetzt bin ich schon mal drin und die Zeit läuft mir
davon. Wer weiß, vielleicht zählte jede Sekunde um die Frau aus den Fängen ihrer Entführer zu entreißen,
bevor sie ihrer Überdrüssig wurden. Mein Verstand merkt zwar an, dass ich so unter Schmerzen kaum noch
was hinkriegen werde, aber Herz und Waschbär sind gemeinsam für weitermachen. Ich guck, wer besonders
überarbeitet aussieht. Den lasse ich mit einem leise gesungen Lied des Krieges genau über dem
Wasserspender zusammenbrechen. Armer Kerl. Aber es ergibt den erhofften Auflauf. Wütend stürmt der
Chef aus seinem Büro raus, um die Leute an ihre Arbeit zurück zu scheuchen und ich schlüpfe in sein Büro
rein.

Schnell ans Terminal und den Codebreaker 9 geladen. Weia. Ich krieg das nur mit Hilfe von Deathdancer
gebacken. Aber er hat jetzt einen Account und kann sich regulär im System bewegen. Im Katenleser krieg
ich nun ne Zugangskarte konfiguriert, die mir Zugang zu allen Bereichen ermöglicht, bis auf Studio B
Natürlich. Aber da! Der Chef kommt zurück. Schnell den Taschensekretär abgehängt und ein Tanz des Nich

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gesehens gewirkt. Keine Sekunde zu früh. Der Typ kommt rein, stutzt kurz. Weia! Aber dann zuckt er mit
den Schultern und ignoriert mich. Lucky!

Es dauert nich lange, dann wird wieder jemand zum zusammen scheißen in das Büro gerufen. Ich nutze die
Gelegenheit, um rauszuschlüpfen. Auf der Toilette ändere ich mein Aussehen. So kann ich mich freier hier
bewegen. Deathdancer meint, wenn ich ihm die Rechte verschaffe, kann er auch die mit der Matrix
gekoppelten Geräte beeinflussen. Dazu muss ich nur die Berichtungskarte des technischen Leiters mopsen,
die zu seinem Arbeitsplatz bringen und Deathdancer dann die Rechte verleihen. Na wenn es weiter nix ist.
Irgendwie komme ich mir vor, wie in einem Computeradventure. Weia!

Also gucke ich nun den technischen Leiter. Nach etwas Suchen finde ich ihm Studio A. Dort gibt es wohl
gerade Probleme mit der Technik. Huch! Und schon habe ich seine Karte. Ganz einfach. Jetzt muss ich nur
das Büro finden. Ich muss etwas suchen, bis ich das Büro endlich im Erdgeschoss finde. Schnell
reingeschlüpft. Karte in den Rechner und der Rest macht Deathdancer. Der kann das gut. Dann so schnell
wie möglich zurück zum Technischen Leiter und die Karte ihm wieder in die Tasche gesteckt. So!

Deathdancer hat jetzt Zugang zu allen Plänen und der Steuerung aller technischen Anlagen. Der zeigt mir
einen Weg, wie ich ins Studio B gelangen kann. Die Luftsysteme sind recht groß. So ein kleines gelenkiges
Girlie wie ich kann sich da gerade durchquetschen. Also suche ich mir ein leeres Büro. Der Schreibtisch
steht direkt unter so einem Gitter. Ich schraube es auf und klettere dann hinein. Ist ein ziemliches Gefummel,
dass Gitter wieder einzupassen. Aber ich krieg das gerade so gebacken, als dann die Türe aufgeht und der
Angestellte wieder reinkommt. Puh, dass war jetzt vielleicht mal Knapikovski gewesen. Lucky!

18.03.59 Dienstagmittag Seattle Downtown YCB Sendegebäude

Die Gänge sind verdammt eng. Selbst ich mit meiner trainierten Gelenkigkeit habe große Probleme mich da
durchzuquetschen. Auch muss ich mich sehr vorsichtig bewegen. Die Lüftungsrohre sind darauf ausgelegt,
Luft zu transportieren und nich Girlies wie mich. Wie gut das ich so leicht und schlank bin. Mehr als einmal
habe ich das Gefühl, gleich geht es abwärts. Aber die Röhren halten, auch wenn hier und da ne Delle ist.
Hoffentlich fällt das keinem jetzt gerade auf. Und obendrein ich versaue mir auch meine ganze Kleidung.
Weia! Das wird ein echter Minusjob. Voll Fies von Radek, mir von Grund auf keinen Decker zur Seite zu
stellen. Nächstes Mal werde ich auf die Assistenz von Deathdancer bestehen. Weiß das!

Deathdancer lotst mich durch das Labyrinth. Mehrmals komme ich an Lichtschranken vorbei, aber
Deathdancer schaltet sie jeweils kurz aus, so dass ich durchrobben kann. Da ich im Erdgeschoss habe
einsteigen müssen, wird es jetzt echt zur Tortur ins Obergeschoss zu kommen. Zuerst mal sich in den
senkrechten Schacht hineinwinden. Und dann sich Stück für Stück nach oben Arbeiten. Ich bin in Schweiß
gebadet, als ich wieder in der Waagrechten bin. Meine Muskeln zittern und ich muss fünf Minuten pausieren,
da die Anstrengung beinahe zuviel für mich gewesen ist. Bin schließlich nich Super Girlie! Auch meine
Konditionen hat Grenzen. Toki Toki!

Nachdem ich wieder normal Atmen kann und meine Muskeln nich mehr vor Anstrengung zittern, robbe ich
weiter. Ich komme in den Bereich von Studio B. Ich erreiche einen Raum, in dem ein blonder Pinkel und
Asia Norm sich unterhalten. Nach der Beschreibung muss das die Ratte sein. Und ich seine gerade
Rechtzeitig zu kommen. So wie es aussieht ist die blonde Norm Ratte so ne Art Black Ops Leiter von
Yamatetsu, der mehrere Operationen koordiniert. Der andere muss ein Exec oder so was in der Art sein.
Interessiert lausche ich dem Gespräch der beiden Norms. Mit der Diktierfunktion des Taschensekretärs
nehme ich das Gespräch mal auf. Die haben doch tatsächlich Mioko Kusaki entführt. Wollen von ihr
Zugangscodes haben, für das Sicherheitssystem von Hakamura Inc. Damit soll dann belastendes Material
gesammelt werden, dass dann gegen den Direktor Choka Mokasu verwendet werden soll. Weia!

Dann haben die noch ne Operation laufen. Die Suchen irgendwelche Xiang Xing Schriftrollen. Irgendwo hab
ich das schon mal gehört. Kann es aber jetzt gerade nich so recht einordnen. Das macht Team A. Team B ist
hier in Seattle und deren Chef heißt Rudger. Die haben die ganze Entführung, bzw. dass auskehren
gedeichselt. Und sie erhalten gerade den Auftrag Murray und seine Chummer auszuradieren. Wie fies! Und
dann unterhalten die sich noch über meine Auftraggeber. Radeks Hintergrund kenn ich ja schon. Aber der
andere Typ, der damals den Run auf das Yamatetsu HQ gedeichselt hat, ist Sun-Chan Chen. Er ist wohl der

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Pedant von der blonden Ratte im Dienste von Tan Tien Inc. Den Namen kenne ich. Ein AA Konzern aus der
zweiten Reihe, aber immer noch mächtig. Weis das!

Auf alle Fälle checkt das Rat Pack da unten, dass Tan Tien hier ein paar Runner am Start haben. Yup und
eine davon ist keine zwei Meter von ihnen entfernt. Wie auch immer, sie sind mit dem Verhör von Mioko
Kusaki fast fertig. Die arme Frau befindet sich in einem Raum im Archiv im Keller, wo sie niemand schreien
hört. Und sobald sie alles gesagt hat, soll sie liquidiert werden. Drek auch. Und das in der nächsten Halben
Stunde. Weia! Und ich bin so Fix und Foxi. Mein Verstand mahnt, dass ich mich mit ner Rettungsaktion
übernehmen werde. So ganz allein und mit meinen gar schrecklichen Kopfschmerzen. Waschbär kreiselt wie
wild und meint, dass ist genau sein Ding. Und mein Herz meint, es wäre meine verdammte Pflicht diese
arme geschundene Frau aus den Klauen dieser überaus fiesen Folterschergen zu befreien. Verstand wird als
überstimmt und ich robbe zurück. Nachdem ich wieder ungestört reden kann, verklickere ich Deathdancer,
dass er diesen Murray warnen muss. Ist mir 1K wert. Schließlich sind wir Kollegen. Der Elf meint, er wird
das in die Wege leiten, er kennt jemanden, der jemanden kennt, der wiederum diesen Murray kennt.

Ich wäre am liebsten über die Luftversorgung dort hingekrabbelt, aber Deathdancer meint, dass ich das in
dem engen Zeitfenster nich schaffen werde. Weia! Also raus zum nächsten Gitter. Finde einen leeren Raum
und krabble dort raus. Weia, ich seh vielleicht mal aus. Ist nich gerade sauber dort oben. Sollten öfters mal
Reinigungsdrohnen durchjagen. Ich mach mich so weit wie es eben geht wieder sauber. Oh, meine Haare,
wie seh ich nur aus? Auch das kriege ich wieder halbwegs hin. So langsam wird die Zeit knapp. Aber ich
kann hier nich als Aschenputtel rumlaufen. Dann ab in das Kellergeschoss zu den Archiven. Komm ohne
Probleme nach da rein Dort unten mach ich mich in einer nich überwachten Sackgasse mit einem Tanz des
Nich gesehen werdens unsichtbar. Kann das! Danach noch einen Tanz der Beschleunigung. Auf geht’s!

Im Gang vor dem Verhörzimmer geht eine Wache in einer Vollrüstung auf und ab. Ich schleiche mich an,
mache meinen Taser feuerbereit und erledige ihn mit nem Elektroschock von hinten. Dann fange ich ihn auf
und schleife ihn zu ner Sackgasse. Puh! Ist der vielleicht mal schwer, da kriegt man es ja im Kreuz. Dann ist
da noch einer, für den ich zwei Schüsse brauche. Drek! Und ich habe keine Munition dabei zum Nachladen.
Sollte ja nur ne Aufklärungsmission sein, um den Standort zu lokalisieren. Mein Verstand macht mich darauf
aufmerksam, dass dies Wahnsinn ist. Herz und Waschbär gucken nur verächtlich.

Und dann mache ich einen tödlichen Fehler. Vor lauter Beeilung, die halbe Stunde ist inzwischen um, kläre
ich den Raum nich auf. Ich geh einfach nur von einem einzigen Verhörspezialisten aus. Großer Fehler! Ich
dummes Girlie hätte es besser wissen müssen. Es sind zwei. Und schlimmste ist, ich gehe mit aktivierten
Fokis durch nen Hüter durch. Der Tanz der Beschleunigung wird deaktiviert, auch mein Kraftfokus wird
deaktiviert. Nur mein Zauberspeicher mit dem Tanz des Nich gesehen werdens hält stand, aber der Zauber
wird geschwächt. Drek! Oh oh! Irgendwo merkt jetzt ein Sicherheitsmagier, dass mit seinem Hüter was nich
stimmt. Weia!

Mioko ist auf einem Verhörstuhl in der Mitte des Raums gefesselt. Neben ihr steht eine kleine Konsole, aus
der Kabel zu ihrem Körper gehen. Sie ist Pitschnass, lebt aber noch. Sieht aber gar nich gesund aus. Autsch,
die haben ihr übel Mitgespielt. Arme Frau. Ich gehe hinter einem Stapel Kisten in Deckung, weil einer der
Vercyberten mich irgendwie ausgemacht hat. Er muss meinen Zauber durchschaut haben, oder hat ne
entsprechende Cyberware. Drek auch. Ich trage zum Glück noch ne Panzerjacke, aber den
Stahlmantelgeschossen setzt es nich wirklich viel entgegen. Zuerst versuche ich den mich sehenden Norm
mit nem Lied des Krieges auszuknocken. Tut mir aber mehr weh als ihm. Ich krieg massives Nasenbluten.
Auch schlagen zwei Geschosse in mir ein. Zum Glück dämpft die Jacke das schlimmste, aber so wie sich
meine Rippen anfühlen, habe ich zumindest eine angebrochene. Drek!

SOS. Girlie in Not! Noch haben sie keine Verstärkung gerufen. Wenn ich sie schnell ausschalte, habe ich
noch eine minimale Chance, hier wieder herauszukommen. Einer ruft mir zu, ich solle mich ergeben, habe
keine Chance. Hat vielleicht recht, aber ein Girlie lässt sich nich so einfach gefangen nehmen. Also sammle
ich das Mana für ein Lied des Rauchs. Der Zauber gelingt mir auf höchstem Niveau. Die kleine Rauchkugel
verlässt meine Hand, dann schlägt der Zauber zurück. Ich spüre, wie mein Nasenbluten noch stärker wird,
dann umfängt mich Schwärze.

???Ende???

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[Soweit zu dem Vorurteil, ein Char mit Karma von 600 hätte keine Probleme. Ist der Karmapool erst mal
aufgebraucht und die Werte des Chars mit der Spielwelt kompatibel geblieben, ist er auch nicht effektiver als
ein genereischer Archetyp. Ich habe einige taktische Fehler gemacht, besonders nach Mitternacht Realzeit.
Racker und ich hätten mit einem Hüter um den Verhörraum rechnen müssen. Nicht daran gedacht. Na ja, aus
Fehlern lernt man.]
Karma. 3

File 4
Sakura Wars

[Oder auch Mr. Fives kleiner Bunkerrun genannt. Da Racker etwas indisponiert ist, übernimmt Sakura den
Part der erzählenden Person in diesem Kapitel.]

19.03.59 Mittwochmorgen Seattle Downtown Elfenviertel

Das leise Gedudel meines Telekoms reist mich aus meinem Schlaf. Das Holofeld zeigt mir, dass es 5.05
Morgens ist. Als Anschlusskennung ist eine mir unbekannte Nummer aufgeführt. Ruft meine Kleine von
einem fremden Anschluss aus an? Sie ist überfällig, aber das hat bei ihr nichts zu sagen. Das freche Girlie
meldet sich oft nicht zurück. Ich nehme den Anruf mit einem unguten Gefühl an. Auf dem Bildschirm
erscheint Radek, der momentane Job Schieber von der Kleinen. Ich kenne ihn, da Ruth ihm ein wenig auf
den Zahn gefühlt hat und ich auch die Akte gelesen habe. Meine dunklen Vorahnungen verdichten sich zur
Gewissheit. Er erzählt mir, dass die Kleine Probleme hat und ich die Möglichkeit habe, ihr zu helfen. Ich
müsse nichts weiter tun, als so schnell wie möglich in das Dennys Ecke 7te. Kenne ich, war mit der Kleinen
schon öfters dort Essen. Natürlich sage ich sofort zu und kleide mich an. Etwas frisch gemacht, dass nötigste
zusammen gepackt und ich bin Abmarschbereit.

Ich starre kurz auf die Lücke, wo sonst der Kleinen ihr VW steht. Mein Herz ist voller Sorge. Mein Blick
wandert über die Fahrzeuge, die hier stehen und ich wähle den Mitsuhama Tanto. Ein schönes Fahrzeug.
Robust und doch sportlich. Sein Vorbesitzer hat sehr viel Geld in Extras gesteckt, die ihm die Versicherung
garantiert nicht ersetzt hat, nachdem ich ihn für meine Zwecke übernommen habe. Es ist nicht weit bis zum
Dennys. Die Straßen glänzen Nass, die Holoreklamen spiegeln sich darin und versprechen ihre gute neue
Welt, die aus der hohlen Befriedigung von leerem Konsum von Dingen besteht, die man eigentlich gar nicht
braucht. Der Verkehr setzt so langsam ein. Frühschichtler, die zu ihrer Schicht fahren. Nachtschwärmer, die
nach Hause fahren. Oder Leute mit Schlafstörungen. Der kleine Parkplatz des Restaurants ist fast leer. Nur
wenige Gäste halten sich im Dennys auf. Gegenüber ist ein Gebäude mit einem Heliport.

Radek wartet in einer Nische auf mich. Äußerlich bleibe ich beinahe unbeteiligt, während es innerlich mir
beinahe das Herz zerreißt. Der Schieber erklärt mir, was passiert ist. Meine Kleine ist in Gefangenschaft
geraten. Yamatetsu! Vorher ist es ihr wohl noch gelungen, wertvolle Informationen zu extrahieren. Sie
wissen in etwa, wohin die Kleine und ihr eigentliches Ziel, die Person, die Racker befreien sollte,
hingeschafft worden sind. Irgendwo in der SSC. Das Nest nennt sich Tranquile Grove. Sie befindet sich dort
in einer Anlage der Firma Revive Life, aber es ist nicht bekannt, wo genau. Revive Life gehört über mehrere
Ecken Yamatetsu.

So weit die Informationen, die Radek offenbart. Ich bestelle belgische Waffeln und einen Kaffee zum
Nachspülen. Dazu noch ein paar Muffins. Trotz der sicherlich vorhandenen Geschmacksverstärker schmeckt
das Essen eher nach Asche. Nach und nach trudelt der Rest des angeworbenen Teams ein.

Salamander, ein verflucht gut aussehender Anglo Norm, der sich dessen leider nur zu bewusst ist, kommt
etwas übernächtigt hinein. Er ist ein recht fähiger Magier, mit dem ich schon mal zusammengearbeitet habe.
Er ist etwas größer als ich und trägt unauffällige Kleidung. Er hat einen etwas südländischen Einschlag.

Als nächstes kommt eine auch gut aussehende Elfe Eurasischer Herkunft herein. Sie trägt Use N Loose
Kleidung aus dem Stuffer, was zum großen Kontrast zu ihrem blauem Lambordginie steht, aus dem sie
ausgestiegen ist. Sie sieht aus, als ob sie die Nacht durchgefeiert hätte. Nicht gerade die Vorrausetzung, um
eine überaus ansprechende und schwierige Mission zu erledigen.

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Der nächste ist ein Anglo Norm namens Mo. Er hat ne Lederkombi an und macht eher den Eindruck eines
Gangers als den eines Profis. Er ist hoch gewachsen und ziemlich breit. Sieht mittelmäßig Vercybert aus.

Und der letzte des Teams ist ein müffelnder Zwerg, der eher wie ein Squatter aussieht, bzw. riecht. Er stellt
sich als Almöhi vor. Drek! Da ich Deutsch verstehe, kapiere ich die Bedeutung dieses Namens, stammt aus
einem Anime, dass auf einem Buch basiert, den Namen der Autorin ist mir entfallen. Das ist nicht gerade
Vertrauens erweckend. Weia!

Radek kommt dann gleich zum Geschäft. Sofortige Bereitschaft um zwei Personen herauszuholen. Und die
Ausrüstung der einen Person, also von Ruth. Am besten Lebend. Und eben auch die Informationen. Find ich
gut, dass ein Johnson sich um seine Leute kümmert. Radek hatte mal Anfangs den Ruf, Runner zu verheizen.
Aber es scheint zu stimmen, dass er sich geändert hat. Wirklich gute Runner sind selten. Die meisten sterben
oder steigen aus, bevor sie wirklich diesen Namen verdienen.

Für einen Transport ist gesorgt. Also Ausrüstung fassen gehen und Abflug in zwei Stunden. Schnell ist mein
ganzes Zeug zusammengepackt. Für die Kleine nehme ich noch etwas Kleidung und robuste Schuhe mit.
Wer weiß, in welchen Zustand sie sein wird. Ich sitze wie auf Kohlen, während ich auf die anderen warte.
Ich wende einige Meditationsübungen an, um nicht vor Nervosität herumzuzappeln. Ich stöpsel mich in
meinen Taschensekretär ein und lasse die Anzeigen auf meine Bildverbindung legen. Systematisch gehe ich
verschiedene News Channels durch. Aber keiner bringt etwas über einen Zwischenfall in einer Yamatetsu
Niederlassung, hätte mich auch sehr gewundert. Schließlich sind wir komplett und gehen zum Heliport
gegenüber. Der Heli bringt uns rüber ins Avondale. Schon bald überfliegen wir die Abwehrstellungen unter
uns, als Fort Laramie in Sicht kommt. Cat sieht gar nicht gut aus. Sie benutzt ausgiebig die bereitliegenden
Beutel.

Ich frage auf dem Flug, was die Leute so können. Cat kann in etwa das, was ich auch kann. Versteh Radek
nicht, da so eine Position so gut wie nie in einem Team zweifach besetzt ist. Mo ist ein Sam, der auch
zaubern kann. Eine seltsame Mischung. Almöhi ist ein Adlerschamane. Magisch sind wir eher überpowert,
was uns fehlt, ist ein richtiger Frontliner.

Unten am Landefeld übernimmt uns Tom. Bekleidet mit einem Overall, der genau so lange nicht mehr in
Wäsche gewesen war, wie der Anglo Zwerg selbst. Und seine Fahne ist so Alkoholhaltig, dass er diesen
bestimmt als Flammenwerfer einsetzen kann. Er besitzt ist ein kleines Flugzeug mit zwei Propellerturbinen,
dass uns in die SSC schaffen soll. Ich muss sagen, ich bin nicht begeistert mit dieser Klapperkiste fliegen zu
müssen. Die scheint schon auseinander zu fallen, wenn man gegen einen der Reifen tritt. Das kann ja heiter
werden. Mega Weia, wie die Kleine sagen würde.

19.03.59 Mittwochmittag SSC

Der Flug ist zum Glück kurz und schmerzvoll. Wir landen auf einem Wald und Wiesenflughafen im
Nirgendwo des SSC. Hier ist die Landschaft noch ursprünglich. Soll heißen, außer Natur ist hier nix. Wir
bekommen einen Humwee als unauffälliges Dienstfahrzeug. Schrottkarre. Irgendwie hat Radek am Transport
gespart. Drek auch. Cat klemmt sich hinter das Steuer, anstatt die Zeit zu nutzen, ein Nickerchen zu halten
und Energie zu schöpfen. Na ja, navigiere ich halt. Das Nest Tranquile Grove ist nicht schwer zu finden.
Etwas über eine Stunde fahrt. Überwiegend durch bewaldetes Gebiet mit vielen Hügeln. Wir drehen in dem
kleinen Ort eine Runde. Hier ist es wie lebendig begraben und die einzige Touristenattraktion ist die Wildnis
hier. Es gibt eine Stelle, wo Wildnistouren angegeben werden. Dann gibt es noch einen Ruder und
Tretbootverleih für den örtlichen See. Die Polizeistation ist neu und für diesen Ort ziemlich
überdimensioniert. Sind wohl für eine große Region zuständig. Wahrscheinlich ist hier der Radius der
Einsatzreichweite nicht vom billigsten Donatanbieter abhängig. Revive Life ist allgegenwärtig. Uns kommt
eines ihrer MPUV´s entgegen. Der Hotelneubau ist fast fertig, die örtliche Verwaltung von Revive Life ist
schon im Betrieb. Den Flughafen sehen wir leider nicht.

Auch nicht den Sendeturm, den es hier geben soll. Wir checken in einem Motel, das etwas im Wald
abgelegen ist, ein. Wir nehmen zwei Bungalows. Jeder hat ein Wohn und zwei Schlafzimmer mit

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Doppelbetten. Dazu noch ein Bad. Salamander und Cat nehmen gemeinsam ein Schlafzimmer. Wir übrigen
sind jeweils alleine.

Wir machen ein Briefing um Dreizehnhundert aus. Bevor wir anfangen zu reden, machen Salamander und
ich einen Wanzencheck. Drek. Ich spüre eine am Heizkörper auf. Und über der Lampe ist auch noch eine, die
findet Salamander zuerst. Die sind hier ja mal Paranoid. Also machen wir einen Spaziergang. Zuerst müssen
wir herausfinden wo sie die Kleine, diese Mioko und die Ausrüstung sich befindet. Das über einen Decker
herauszubekommen, scheint nach einem Anruf bei Deathdancer, aussichtslos. Also müssen wir selber
herausfinden, wo sie sein könnten.

Es bieten sich an der Flughafen, der Sendeturm, die Insel auf dem See, der Neubau des Hotels, die
Verwaltung von Revive Live und das Polizeigebäude. Die Insel auf der See fällt nach einem kleinen
Bootsausflug flach. Dort wohnt tatsächlich nur ein alter Sonderling. Anglo Norm, der wahrscheinlich eine
Indianischer Urururgroßmutter vorweisen kann. Ist ziemlich einsilbig und Angelt während der Schonzeit.
OK, die Insel fällt flach. Die Polizeistation ist auch eher unwahrscheinlich. Ruth ist ein recht dunkler Typ
und könnte durchaus Indianische Wurzeln haben. So jemanden werden sie wohl nicht unbedingt in einer
SSC Polizeistation foltern, auch wenn Revive Life diese Station gesponsert hat.

Das Verwaltungsgebäude sieht mir auch nicht gerade wie ein Hochsicherheitsgefängnis aus. Der Neubau des
Hotels? Sicher könnten in den Kellerräumen Verhörzimmer untergebracht sein. Aber irgendwie scheint es
mir nicht logisch zu in einem Hotel mit viel Publikumsverkehr so etwas unterzubringen. Trotz allem noch
eine Möglichkeit. Kommt aber auf die dritte Stelle der Möglichkeiten. Nummer zwei dürfte der Flughafen
sein, der zu einer ehemaligen USA Militär Base gehört. Nummer eins ist der Sendeturm, der Sperrgebiet ist,
weil ein paar Terroristen namens Forest Aktivist, die wohl ein Fake sind, wie eine kurze Überprüfung von
Deathdancer ans Tageslicht fördert, dort in der Nähe was in die Luft gejagt haben sollen.

Also wandern wir mal da hin. Wir machen einen auf dumme Touris. Allerdings kommen wir nicht mal in die
Nähe. Die Patrouille aus drei Leuten komplimentiert uns freundlich aber bestimmt hier weg. Irgendwie fühle
ich es in meinem Bauch, dass der Sendeturm unser Ziel ist. Wir fangen an Pläne zu schmieden. Aber wir
haben das fast schlimmste Szenario, dass man als Shadowrunner haben kann. Wir müssen in eine
Hochsicherheitsanlage, die unterirdisch ist. Von dem wir keine Pläne haben, keine Daten, kein gar nichts!
Wenn es nicht um die Kleine gehen würde, dann wäre jetzt wohl der Zeitpunkt gekommen, diese Sache noch
mal gut zu überdenken. Aber Ruth ist in Gefahr. Wird vielleicht in diesem Augenblick gefoltert. Vielleicht
schneiden sie gerade ihr etwas ab. Das macht mich Wahnsinnig. Meine arme Kleine. Nein, es gibt kein
Zurück. Das unmöglich muss gewagt werden. Sieg oder Tod!

Almöhi beginnt schließlich den Turm Astral aufzuklären. Immerhin schafft er es bis zum Gebäude.
Allerdings ist es mit einem Hüter gesichert. OK, jetzt haben wir Gewissheit. Jedenfalls das dort irgendetwas
ist. Scheiße auch! Wir müssen alles auf eine Karte setzen. Almöhi und Mo wird es zu brenzlig und ziehen
Leine. [Es ist immer auf Cons ein Problem, wenn ein Run zu lang dauert und die Leute dann irgendwann
weg müssen. Die Spieler waren OK.]

19.03.59 Mittwochabend SSC Tranquile Grove

Wir machen einen groben Plan, während wir im Wald im Dunkeln stehen. Salamander passt auf, dass wir
Astral nicht belauscht werden. Und ich hoffe, dass meine kleiner White Noise Generator uns vor weltlichen
Lauschangriffen schützen wird. Hier ist ja alles verwanzt. Ich schätze, dass die Anlage nicht besonders groß
sein dürfte. Ein paar Wachen, maximal 4, eher 2, vielleicht ein Techniker, zwei Verhörspezialisten, ein Arzt
und ein Verantwortlicher. Würde ich jedenfalls mal schätzen. Nichts, mit dem wir nicht auch zu dritt fertig
werden würden. Heimlich und Leise ran, Schnell rein, die Sicherheitszentrale nehmen, Kommunikation
unterbrechen, alle nieder tasern, die Gefangenen befreien und nichts wie weg. Die einfachsten Pläne sind
meist die Besten.

Dann inszeniere ich im Wohnzimmer unseres Motelzimmers ein kleines Schmierentheater vor den
versteckten Wanzen unserer Gegner. Ich spiele vor, als ob eine kleine Nichte von mir von einem
Drohnenlaster angefahren wurde und ich unbedingt zurück muss. Natürlich haben die anderen auch keine
Lust hier zu bleiben und so checken wir alle wieder aus. Mit unserem Humwee fahren wir langsam los.

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Unterwegs ziehen wir uns unter dem aufmerksamen Blicken von Salamander um. Hentai! Ich programmiere
den Wagen, dass er eine halbe Stunde auf der Straße fährt, dann wendet und dann dort am Straßenrand hält,
wo wir auf ihm warten.

Die Nacht umfängt uns, umarmt uns als Freund. Wir sind Schatten und schleichen uns leise durch den
dunklen Wald. Mit meinem Bewegungsmelderdetektor und Emulator gelingt es uns die meisten Sensoren zu
orten und zu unterdrücken. Hier wimmelt es nur noch davon. Wir müssen uns sehr langsam bewegen. Der
Situation angemessen tragen wir Waldtarnanzüge. Aber irgendwie scheinen wir doch irgendwo einen
verdammten Alarm ausgelöst zu haben. Grelle Lichter durchschneiden den Wald, fokussieren den Punkt, wo
gerade noch Salamander gestanden hat. Ein Fahrzeug, ein GMV SPU mit einem großen Scheinwerfer kommt
näher. Ich verschmelze mit dem Wald, werde eins mit ihm.

Der Wagen kommt bedrohlich näher. Hält an. Türen gehen auf. Schätzungsweise drei Personen verlassen
den Wagen. Konzentrierte Lichtkegel reisen die Finsternis auf. Sezieren die Dunkelheit. Sie huschen hier
und da hin. Aber sie nähern sich unerbittlich dem Standort von Salamander. „Mach dich Unsichtbar!“ Denke
ich. In dem Augenblick, als die Gardisten sein Versteck aufgestöbert haben, verschwindet er. Unsicher tasten
die Lichtkegel durch das Dunkel. Unschlüssig verharren die Gardisten. Dann gibt einer Entwarnung.
Fehlalarm. Muss irgendein kleines Vieh gewesen sein. Sie müssen wohl die Empfindlichkeit der
Bewegungsmelder etwas noch oben justieren.

Türen schlagen und sie fahren weiter. Bei Buddha! Mir ist ganz heiß geworden. Langsam fällt die
Anspannung von mir ab und wir bewegen uns noch vorsichtiger durch den Wald. Eine halbe Ewigkeit sind
wir unterwegs. Ich will gar nicht wissen, was sie gerade mit meiner Kleinen machen. Sollten sie ihr wehtun,
dann Gnade ihnen ihr Gott, denn von mir werden sie keine erhoffen dürfen.

Schließlich erreichen wir das Gebäude der ehemaligen Sendestation. Der Turm ragt vor uns auf. Das
Gebäude ist heruntergekommen. Die Fenster mit Plastikverpackungen vernagelt. Die Tür fehlt. Das einzige
was die Harmlosigkeit stört sind die Batterien von Bewegungsmelder und die Kamera, die aus dem
Türrahmen hindurchlinst. Und da die Kamera direkt hinter einem Hüter ist, fällt die Standartprozedur flach.
Also arbeiten wir uns im toten Winkel so nah wie möglich an die Kamera heran. Dann husche ich hinein.
Hier geht es tiefer hinein. Aber bevor ich die Kamera manipulieren kann, höre ich das Geräusch einer
aufgehenden Tür. Schwere Schritte sind zu hören. Ich ziehe meinen Taser und gleite in eine Ecke. Mich
passiert nach wenigen Sekunden ein Gardist in schwerer Sicherheitspanzerung. Ich benötige zwei
Taserschüsse um ihn niederzustrecken. Ziemlich zäh der Kerl!

Mit etwas Glück wurde noch kein Alarm ausgelöst. So schnell wie möglich setze die Kamera in eine
Endlosschleife. Jetzt können die anderen nach. Das Gebäude ist bis auf eine massive Tür leer, wie eine
oberflächliche Überprüfung ergibt. Die Tür hat eine Gegensprechanlage und ein Stimmerkennungssystem.
Ziemlich schwer zu manipulieren. Ich entferne das Gehäuse und schließe die losen Drähte an mein Deck an.
Ein kurzer Routinecheck zeigt mir an, dass ich das Schloss auf keinen Fall aufbekomme. Salamander sieht
derweil nach, ob die Tür mit einem weiteren Hüter gesichert ist. Zum Glück nicht. Also geht er Astral rein.
Sein Erdelementar scheint seine Überredungskünste gekonnt einzusetzen. Auf alle Fälle geht die Tür endlich
auf und wir sind drin.

In dem Raum befinden sich zwei Techniker, die vollständig mit den Nerven unten sind. Arme Kerle.
Vernünftig ist mit ihnen nicht mehr zu reden, so eingeschüttert sie von Salamanders Erdelementar, dass
wirklich bedrohlich aussieht. Also fesseln wir sie. Von hier aus geht eine Treppe nach unten. Dort ist eine
weitere Türe, diesmal mit Karte. Leider hatte keiner der bisher Gefangenen keine Codekarte dabei. Aber für
mich kein Problem. Aber anstatt jetzt gleich zu den Verhörräumen zu kommen, betreten wir einen sehr
langen Gang. Schätzungsweise 300 Meter bis zu einer weiteren Tür am Ende. So weit zu der Theorie, dass
unter dem Sendeturm eine kleine Verhörzentrale mit maximal 10 Mann Besatzung ist. Drek auch!

19.03.59 Mittwochnacht SSC Bunkeranlage

Im Mittelteil des Ganges ist ein längeres Segment mit einem Drucksensor bedeckt. Zum darüber springen ist
es zu lang. Aber Salamander weiß Rat und levitiert uns rüber. War die Sicherheit überirdisch der Overkill, ist

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sie hier geradezu lächerlich gering. Wahrscheinlich dachte man, dass keiner durch die Oberirdischen
Perimeter schlüpfen kann und hat hier entsprechend gespart. Kann uns nur Recht sein, neh?

Das nächste Schloss macht Cat auf, weil sie auch mal will. Ich versteh immer noch nicht, warum dieser
Posten doppelt besetzt ist, während unsere Kampfkraft nicht gerade überragend ist. Na ja. Dahinter erstreckt
sich ein Bunkerkomplex. Nach einem verwitterten Übersichtsplan an einer der Gangwände scheint dieser
Bunker einst ein Teil einer USA Militäreinrichtung gewesen zu sein. Auf alle Fälle hat die Anlage nun einen
neuen Besitzer, Revive Life. Ich schließe die Tür und manipuliere das Schloss so, dass die Türe wieder
verriegelt. Wir hören Schritte, orientieren uns kurz an dem Plan und huschen um ein paar Ecken. Die Schritte
verfolgen uns. Eine Wache!

Wir beschließen sie leise auszuschalten. Nach ein paar Tasertreffern liegt der Mann bewusstlos zu Boden.
Meine Blicke wandern zwischen dem Wächter und Salamander hin und her. Hm, könnte ihm passen.
Salamander ist mehr als nur begeistert sich vor uns ausziehen zu können. Er macht das richtig Professionell.
Ein Wunder, dass ihm dabei nicht der Schwanz aus der Hose hüpft. Jedenfalls kann er sich jetzt mit der
Sicherheitsrüstung und dem verspiegelten Helm unauffällig durch die Gänge bewegen. So kann er den Weg
vor uns ganz locker aufklären.

Salamander hat sich gerade die Rüstung angezogen, hat den Helm in der Hand und will gerade in den Bunker
zum Erkunden vorgehen: "Cat, ich muss Dir jetzt etwas sagen. Das kommt aus der Tiefe meines Herzen und
ist wirklich ehrlich gemeint“, tiefer, ernster Blick in die Augen der Elfe, kurze theatralische Pause. „Du bist
die geilste Elfenschnalle, die ich jemals flachgelegt habe und das meine ich ernst!" Dann setzt Salamander
den Helm auf und stampft mit dem Gewehr in der Hand los. Cat starrt ihm zuerst Fassungslos nach.
„Männer!“ Meinen wir beide gleichzeitig. Verdammt schlechtes Timing. Ich hätte ihm für den Spruch eine
gescheuert. Na egal. Er geht vor, wir folgen ihm. Als erstes bringen wir den Bewusstlosen nach draußen in
den Gang. Etwas müßig wieder die ganzen Schlösser zu öffnen und wieder zu schließen. Aber was soll es.

Meiner Meinung nach befinden sich Ruth und die andere Frau auf der ehemaligen Krankenstation. Also
steuern wir diese als erste an. Oder besser gesagt, Salamander geht erst mal aufklären. Magier sollte man
sein. Er findet heraus, dass die beiden wirklich auf der Krankenstation sind. Amida Buddha sei Dank, die
Kleine ist noch am Leben. Mein Bauch entknotet sich spürbar. Allerdings soll die Kleine bald verhört
werden. Also nix wie hin.

Dummerweise müssen wir, um dahin zu kommen, an einem großen Gemeinschaftsbüro vorbei, dass zum
Gang hin offen ist. Es ist selbst um diese Zeit, schließlich haben wir es nach Zweiundzwanzig Uhr, sehr
zahlreich besetzt. Drek! Was machen die hier nur um diese Zeit? Das Angestellte bei japanische Firmen oft
sehr lange arbeiten oder besser gesagt, anwesend sind, ist ja nichts neues, aber selbst um diese Zeit sind sie
meist beim gemeinsamen Umtrunk. Kann mir keinen Reim darauf machen. Auf alle Fälle dient diese Anlage
zu mehr, als nur Gefangene zu verhören.

Wir schaffen es, an dem Büro vorbei zu bekommen, ohne das man über Gebühr auf uns aufmerksam wird.
Die Krankenstation ist zum Glück mit einer Türe vom Rest getrennt. Ich geh nach der Kleinen sehen,
während die anderen sich um den behandelten Arzt kümmern. Ich biege gerade um die Kurve, als ich sehe,
wie jemand ein Bett aus dem von Salamander angegebenen Zimmer hinausrollt. Er hat mich noch nicht
gesehen und so soll es auch bleiben. Ich erwische ihn von hinten. Aber da fängt einer an zu schreien. Ich
brauche zwei Sekunden um ihn zum schweigen zu bringen. Drek! Hätte mir denken können, dass sie zu
zweit das Bett herum schieben.

Die Schreie scheint man draußen gehört zu haben, wenn man bedenkt wie dick die Bunkerwände sind, muss
da jemand ein verdammt gutes Gehör haben. Wie auch immer. Salamander managet die Situation zu unseren
Gunsten. Puh! Das war knapp gewesen. Mein kleines Girlie scheint ganz zu sein. Wenigstens etwas. Man hat
ihr Drogen verabreicht, die sie in einen bewusstlosen Zustand halten. Rein theoretisch müsste hier irgendwo
ein Gegenmittel herumliegen. Aber selbst in dem Verhörzimmer lässt sich nichts dergleichen finden.
Komisch. Vielleicht haben es die Verhörexperten auch bei sich.

Wie auch immer, wir haben nun Ruth und Mioko. Jetzt brauchen wir nur noch die Ausrüstung. Salamnder
findet sie, in dem er Astral aufklären geht. Wieder mal müssen wir durch die ganze Länge des Bunkers

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schleichen. In der technischen Abteilung sind zwei Techniker damit beschäftigt, den Taschensekretär der
Kleinen zu zerlegen. Weia, da wird die Kleine später aber erfreut sein, wenn sie das alles wieder
zusammensetzen darf. Auf alle Fälle sind die Techniker nicht vor Stromschlägen oder Salamanders
magischer Macht gefeit. Bewusstlos sacken sie in sich zusammen. Ich räume alles schnell zusammen und wir
machen uns auf den Rückweg zu der Krankenstation.

19.03.59 Mittwochnacht SSC Bunkeranlage

Ohne größere Probleme erreichen wir wieder die Krankenstation. Da es nicht möglich erscheint, die beiden
Frauen aus ihrem Drogenschlaf zu erwecken, müssen wir sie eben im Bett hier raus schieben. Wir werfen
uns Medizinermäntel über und packen beide auf ein Bett. Da hat sogar noch die Ausrüstung platz. Durch
Zufall bekommen wir mit, dass unser Wagen gefunden wurde. Drek! Die gehen gerade auch Gelben Alarm.
So ein Mist. Aber zum Glück stehen auf dem Rollfeld zwei Helikopter. Wir wissen wo ein Fahrstuhl sich
befindet, der aller Wahrscheinlichkeit zum Flughafen führt. Hoffe ich zumindest. Wäre schlecht, wenn wir
sonst wo herauskämen.

„Und wer soll den Heli fliegen“, fragt Salamander düster unter seinem Helm. „Ich“, meine ich lapidar und
fange an, meine Kleine durch die Gänge zum Fahrstuhl zu schieben. Aber es kommt, wie es kommen muss.
Gerade als wir ihn erreichen und zu uns herbeordert haben, dank einer kleinen Elektronischen Manipulation
meinerseits, kommt eine Wache in unser Sichtfeld. Sie gibt Alarm, bevor ich sie nieder tasern kann. Drek!
Der Tanz beginnt.

Wir schieben das Bett in den Fahrstuhl und los geht es nach oben. Ich wechsele auf meine Mendozza, einer
Maschinenpistole im Kultkaliber .357 Magnum. Geladen habe ich sie mit Gelgeschossen. Ich rechne jeden
Augenblick damit, dass sie die Kabine anhalten, was uns vor ziemliche Probleme stellen würde. Aber wir
fahren bis nach ganz oben. Dort erwarten uns schon vier Gardisten mit Waffen im Anschlag. Und die Kleine
ist völlig ohne Deckung. Ich wirble herum und reiße sie vom Bett herunter zum Boden. Hart schlagen
Geschosse des Kalibers 5.56 Nato in meine Panzerung. Autsch! Auch wenn die Panzerung nicht
durchschlagen wurde, einige Quetschungen habe ich mir doch zugezogen. Ich schütze die Kleine so gut es
geht mit meinem Körper und erwidere das Feuer. Cat hat das Gleiche mit Mioko gemacht Wir Frauen
müssen eben zusammen halten.

Die Jungs sind ziemlich Zäh. Ich versuche sie erst mit Salven niederzukämpfen. Aber ihre verstärkte
Sicherheitspanzerung schluckt einiges. Und sie scheinen unter einer Kampfdroge zu stehen. Cat ballert als
einzige mit letaler Munition, jedenfalls auf unserer Seite. Ich strecke sie mit vollem Autofeuer nieder. Das
Gefecht ist kurz und hart. Aber schließlich hört das Stakkato der Vollautomatischen Waffen auf. Der Boden
ist mit leeren Hülsen übersäht. Einer der Wachmänner kriecht ohne Waffe auf die Treppe zu, von ihm geht
keine Gefahr mehr aus. Was Cat aber nicht daran hindert, ihm in den Rücken zu schießen. Sein Blut verteilt
sich unmalerisch an den Gangwänden.

„Das war Unnötig!“ Sie meint nur, es wäre eine Panikreaktion gewesen. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, dies
auszudiskutieren. Aber wenn sie so leicht in Panik gerät, nur weil sie etwas blutet, dann hat sie womöglich
den falschen Beruf gewählt. Ich starre kurz auf die Leiche des Mannes. Stelle mir vor, wie es an einer Tür
klingelt, wie eine junge Frau sie aufmacht, im Morgenmantel, etwas übermüdet, denn Anzugträger
angsterfüllt anstarrend, die lange befürchtete Nachricht erwartend. Vielleicht noch ein kleines Kind
verschlafen aus einer Tür hervorlugend. Unnötig!

Aber was weis schon Cat über Familien von Wachmännern? Ich dafür umso mehr. Ich hatte gehofft, die
ganze Sache ohne menschliche Verluste über die Bühne bringen zu können. Sollte wohl nicht sein. Ich
nehme die Kleine über die Schulter und die Mendozza in Vorhalte. Wir stürmen die Treppe nach oben. Wir
kommen in einem weiteren Großraumbüro heraus. Und auch hier wird noch gearbeitet. Drek und es ist nach
22 Uhr. Was für Arbeitszeiten haben die hier nur? Ein einsamer Wachmann wirft seine Waffe weg, bevor
Cat wieder mal überreagieren kann. Nichts wie raus hier. Draußen ist zum Glück das Flugfeld. Ich laufen
schieße ich ein volles Magazin Stahlmantelgeschosse in den zweiten Hubschrauber. Die erste Garbe schieße
ich auf die Sensorkuppeln am vorderen unteren Rumpf, wo ich die Avionik dahinter vermute. Die zweite
Garbe schieße ich in die Turbine. Das musste riechen. Das Schloss des Helis zu knacken ist eine Sache von
Sekunden.

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Auch die Startmechanik ist noch mit einem Kartenschloss gesichert. Am Ende der Startbahn fahren mit
quietschenden Reifen ein halbes Dutzend Polizei und Sicherheitsfahrzeug heran. Innerhalb weniger
Sekunden habe ich das Schloss überbrückt. Ich starrte die Turbinen, checke die Systeme. Cat soll sich um die
Abschaltautomatik kümmern. Mit blutverschmierten Fingern fängt sie an hektisch herumzuwerken. Wenn
das mal nur gut geht. Die ersten Geschosse schlagen in den Copter ein. Mit protestierend aufheulenden
Turbinen hebe ich ab. Salamander hat inzwischen die Frauen gut in den Sitzen hinten verpackt. Scheinwerfer
flammen auf, würden mich blenden, wenn ich nicht ein entsprechenden Goodie in meinem Cyberaugen hätte,
dass mich unter solchen Umständen fast ganz normal sehen lässt. Eine Garbe hämmert in die Kanzel, kugeln
schütteln mich durch, aber meine Panzerung hält. Ein Teil der Instrumente meldet Fehlfunktion, als es die
vordere Sensorkuppel nimmt. Wir sind praktisch Blind, da die Kanzel mit einem Netz aus Einschlägen
überzogen ist und das Glas gesplittert ist. Mit einem Faustschlag sprenge ich die Scheibe aus der
Verankerung und Splitter regnen nach unten. Nichts wie weg hier.

20.03.59 Donnerstagnacht SSC

Wir liegen unter massivem Feuer und Cat meint mit einem hysterischen Unterton in der Stimme, „Ich
bekomme die Fernsteuerungsoption nicht überbrückt“. Aber Salamander ist wieder mal der Retter der
Stunde. Sein Erdelementar Kid Karou reißt kurzerhand die ganze Sendeanlage vom Tower herunter. Die
Turbinen geben jetzt endlich Schub und wir schießen in die Nacht hinaus. Fast alle Anzeigen zeigen rote
Werte. Turbine 1 hat dreiviertel Leistung, Turbine 2 läuft mehr oder weniger im Leerlauf. Wir ziehen eine
Rauchspur hinter uns her. Die Kiste hat mehr abgekriegt, als ihr gut tut. Ich werfe einen Blick nach hinten,
die Kleine schlummert ganz friedlich in ihrem Sitz. Ruth scheint unverletzt zu sein. Die andere Frau auch.
Lucky! ;)

Am vorhandenen Kartenmaterial versuche ich mich zu orientieren. Wir werden bald ein neues Fahrzeug
brauchen. Turbine Eins verliert ständig an Leistung. Zuerst versuche ich einen Kurs parallel zur Straße zu
halten. Aber das erscheint mir nicht gut genug. Ich nehme den direkten Kurs auf den Flughafen, wo unser
Fluchtflugzeug steht. Hier und da sind Farmen und Ranches. Wir steuern eine an als die Leistung von
Turbine 1 unter fünfzig Prozent fällt. Kurz bevor wir einen geeigneten Landeplatz erreichen, fängt Turbine 1
an zu stottern und gibt dann endgültig den Geist auf. Wir schmieren ab. Mir gelingt den Absturz zu einer
halbwegs Überlebbahren Bruchlandung zu mildern. Es knirscht und einiges zersplittert. Autsch! Und das
nicht nur an der Maschine.

Irgendwann kommt das Wrack zur Ruhe. Drek! Ich hab mir mehrere Rippen geprellt. Auch Ruth sieht gar
nicht gut aus. Ihr Bein scheint gebrochen zu sein. Sie wimmert leise in ihrer Betäubung. Nichts wie raus hier.
Chikosu! Ich nehme meine Medkit und spritze mir erst mal einen Medikamenten Cocktail. Das hilft, die
schlimmsten der Schmerzen zu unterdrücken. Salamander hilft mir, einen Stützverband für meine Rippen
anzulegen.

Dann gehe ich zum nächsten Haus, die anderen verarzten noch gegenseitig ihre Verletzungen. Das Anwesen
ist von einer drei Meter hohen Mauer umgeben. Ich springe mit einem soliden Anlauf einfach darüber.
Hoffentlich ist dahinter nichts wirklich Unangenehmes. Im Innenhof stehe ich einem Indianer mit einer
Schrottflinte gegenüber. In einer offenen Garage sehe ich zwei Fahrzeuge. Meine Wahl fällt auf einen
Geländegängigen Rover. Da ich ihn nicht bestehlen will, kaufe ich ihm die Kiste zu einem fairen Preis von
5K ab. Meine Maschinenpistole ist eine gute Verhandlungsgrundlage. Ich bekomme den Codegeber und
steige in den Wagen ein.

[Es war jetzt etwa fünf Uhr Morgens Realzeit. Keine Ahnung mehr, warum ich Sakura für den Wagen hab
bezahlen lassen. Voll der Black Out. Ziemlich bescheuert die Aktion von mir. Aber gesagt, getan. Heiliger
Grundsatz in meiner Gruppe.]

Die anderen gable ich vor dem Wrack auf. Und weiter geht es. Wir fahren mehr oder weniger zuerst
Querfeld ein, bis wir auf die Straße kommen, die in Richtung Flughafen führt. Ich verlange alles der Kiste
ab. Aber schon bald sehe ich die Scheinwerfer vieler Fahrzeuge im Rückspiegel, die stetig näher kommen.
Das sieht nicht gut aus. Die Straße geht hier mehr oder weniger Schnurgerade. Wer die meisten
Pferdestärken unter der Haube hat, wird dieses Rennen gewinnen. Und das sind garantiert nicht wir.

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„Haben wir Sprengstoff dabei“? Cat hat welchen, ich weise sie an, etwas davon vorzubereiten. „Die nächste
Brücke werden wir sprengen“. Sie macht zwei Pakete bereit. Die Fahrzeuge kommen unaufhaltsam näher.
Habe ich sie Anfangs kaum wahrnehmen können, so habe ich sie jetzt immer im Blickfeld. Die nächste
Brücke kommt endlich in Sichtweite. Cat und Salamander machen sich bereit. Beide werfen die Pakete aus
dem Wagen, als wir über die Brücke brettern. Eines der Pakete hüpft in den Fluss, dass andere bleibt oben
liegen. Kaum sind wir auf der anderen Seite, bricht hinter uns das Inferno aus. Die Brücke wird regelrecht
pulversiert. Die Verfolger bleiben auf ihrem Ufer. Lucky, wie die Kleine sagen würde.

Aber kaum denke ich, wir könnten es schaffen, kommt das nächste Problem. Ein Hubschrauber schwebt
neben uns. Ich sehe wie an der Seite ein Schütze mit einem Sturmgewehr lauert. Drek! Ich bremse stark ab,
als er Anfängt uns zu beschießen. Die Kugeln fliegen ins Leere. Der Pilot hat was drauf und ihm gelingt es
recht fix, sich wieder in Position zu bringen. Mit wilden Manövern versuche ich den Copter
auszumanövrieren. Aber diesen Kampf kann ich nicht gewinnen. Salamander versucht mehrmals den Kerl
mit einem Betäubungsblitz aufzumischen, aber auch das haut nicht hin. Ich bin gezwungen, die kürzeste
Route zum Flughafen zu nehmen. Querfeldein. Salamander sagt Tom Bescheid, dass er einen Alarmstart
vorbereiten soll. Derweil rase ich mit dem Rover über offenes Gelände. Der Offroader wird über die Grenzen
seiner Belastbarkeit gefordert. Wir kriegen mehrere Treffer ab. Qualm beginnt langsam immer stärker
werdend aus der Motorhaube aufzusteigen. Einige Warnlampen fangen an zu flackern.

Nach einer halben Ewigkeit rasen wir auf das Rollfeld unseres Flughafens. Eine weitere Garbe aus dem
Sturmgewehr des Hubschrauberschützen hämmert in die Motorhaube unseres Rovers. Etwas explodiert, die
Haube wird hoch geschleudert und schwarzer öliger Qualm kommt heraus. Der Motor erstirbt und wir rollen
aus. Zeit die Samthandschuhe wegzupacken. Jetzt geht es um das Leben der Kleinen und Meins. Ich lade die
Mendozza mit Stahlmantel. Sieg oder Tod! Ich steige aus, nehme die Türe als provisorische Deckung und
nehme mir die Zeit, das Ziel, in dem Fall der Mann mit Sturmgewehr, aufzunehmen. Das Universum
reduziert sich auf diesen einen Punkt und ich drücke ab. Präzise jage ich eine Garbe von Acht Kugeln in den
Schützen, während mir die Kugeln von ihm um die Ohren fliegen. Er wird sichtbar durchgeschüttelt und
sackt in sich zusammen. Der Copter dreht ab. Geschafft! Aber wieder mal tauchen jede Menge
Polizeifahrzeuge am Ende der Startbahn auf. Deja vu!

Tom rollt mit der Cesna an. Nix wie rein. Die Motoren heulen auf, als Tom sie jenseits des roten Bereiches
treibt. Die Polizeifahrzeuge kommen schnell näher. Salamander schickt sein Erdelementar Kid Karou vor,
um die Polizisten aufzuhalten. Sein letzter Dienst. Er schafft es tatsächlich die Polizeifahrzeuge zum halten
zu bringen. Im letzen Moment hebt die Maschine ab und reißt noch einem der Wägen die Leuchten vom
Dach. Ohne den Einsatz des Erdelementar hätten wir es wohl nicht geschafft. Die Schießen auf uns. Kugeln
schlagen in die Maschine ein, scheinen aber nichts Wichtiges zu treffen. Cat kotzt sich wieder mal die Seele
aus dem Leib. Tom, unser Pilot hat alle Hände zu tun, uns in der Luft und in den Sensorschatten der Hügel
zu halten. Wir entschwinden in die Nacht und nach einem scheinbar ewig andauernden Flug in unmittelbarer
Bodennähe auf den Pazifik hinaus.

Nach einem mehrstündigen Irrflug erreichen wir endlich Seattle. Unser Johnson erwartet uns schon in Fort
Laramie. Ich hab auch unterwegs bei Martha und Doc Brown angerufen. Die kümmern sich erst mal um die
Kleine. Noch immer ist sie nicht aufgewacht. Ich möchte nicht wissen, was das für Drogen waren. Der
Johnson ist besonders begierig auf die technische Ausrüstung der Kleinen. Sie wird wohl irgendwelche
wichtigen Daten extrahiert haben. Ich verabschiede mich von den anderen und lasse mich mit der Kleinen in
die Schattenklinik von Doc Brown fahren, auch ich hab einiges abbekommen. Ob ich wohl den einen
Schützen getötet habe? Es war gut möglich, aber hatte ich eine andere Wahl gehabt? Ob er wohl Familie
gehabt hatte? Will ich überhaupt Gewissheit haben? Nicht unbedingt. Ich schaue auf das inzwischen
entspannte Gesicht der Kleinen und weiß, dass sich dieser Run gelohnt hat. Ich liebe dieses quirlige Girlie.
Für sie würde ich durch die Hölle gehen. Und sie für mich auch.

Gespielt am 01.05.2004 ab ca. 20.00Uhr bis 7.30 am 02.05.2004 fast Nonstop auf dem V-Con VS-Villingen
im Nichtraucherzimmer.
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Sakura, Salamander aka Appel, Cat aka (Schoko)Hase, Almöhi (?), Moe (?)
Karma: 7 (Rekord für Mr. Five!)

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Eingenommenes Geld: ca 70K Minus 5K für das zerschossenes Auto und 6K? für Kid Karou
Beute für die Hall of Fame: 1 Krankenhausleibchen

Zwischenspiel 3

20.03.2059 Donnerstagnachmittag Redmond Schattenklinik von Doc Brown

Ui ui ui! Was los? Wo bin ich ich? Warum tut mir alles nur so weh? Mhm! Ich orientiere mich. Ich scheine
mich in einem Krankenzimmer zu befinden. Autsch! So langsam kommt die letzte Erinnerung in mir hoch.
Wollte Mioko retten und hab mich voll übernommen. Weia! Bin ich in Gefangenschaft? Bin nich gefesselt,
sieht nich so aus. Mein Bein tut weh, eigentlich tut fast alles weh, als ob ich einen Absturz oder so was
überlebt hätte. Mega Weia!

Sakura tritt in mein Sichtfeld. Sie hat einen Morgenmantel an und sieht auch nich gerade Fit aus. Was
passiert? Sie umarmt mich erstmal und schmust mich ab. Oh, mag das! Dann erzählt sie, was mir passiert ist.
Weia! Die haben mich ins SSC verschleppt gehabt, solche Schurken. Und wollten mich foltern. Wie fies.
Aber Sakura hat mich gerettet. Lucky! Von der Partie wären noch ein Magier namens Salamander und ein
Runnerin mit Namen Cat gewesen. Au, die kenn ich. Hatten wir mal gefangen genommen. Aber wie es
aussieht scheint es ja recht glimpflich von statten gegangen. Aber es hat wohl eins bis zwei Tote gegeben.
Weia! Einer davon wohl ganz unnötig, weil Cat in Panik geraten war. Mega Weia!

Aber es hätte viel schlimmer können. Mioko ist auch gerettet worden. Lucky! Das freut mich wirklich. War
mein ganzer Einsatz doch nich so Sinnlos. Happy! Und mein Fluch scheint wieder mal zugeschlagen zu
haben, dass jedes Fahrzeug, in das ich steige, zerstört wird. Weia! Aber Ende gut, alles gut. Lucky! Und
nach einem Anruf bei Deathdancer weiß ich, dass auch die Runner, die vom Yamatetsu Team hätten gegeekt
werden sollten, dank meines Tipps entkommen konnten. Mega Lucky!

Ich scheine mich wieder mal in der Schattenklinik von Doc Brown zu befinden, hoffentlich wird diesmal
niemand mehr versuchen, mich armes Girlie mit Gift den Rest zu geben. Einmal hat mir gereicht. Das war ja
echt voll fies damals gewesen. Weia! Auch das ist schon wieder ein Jahr her. Wie schnell die Zeit vergeht.
Zum Glück hat dieser Raum ein von Schwester Martha errichteten Hüter von beträchtlicher Macht. Bin nich
gut genug drauf, um zu erkennen, wie stark der nun auf der nach oben offenen UCLA Einstufung für
magische Phänomene ist.

Och, fühl mich trotzdem gar nich Sahne. Schwester Martha kommt vorbei und guckt mal rein, wie es mir
denn so geht. Sie hat mit magischer Kraft mir das Bein geheilt. Aber Knochenbrüche sind immer etwas
schwierig. Deswegen haben sie es erstmal geschient, um den Bruch nich zu sehr zu belasten, wenn ich
aufstehe. Bekomme auch zwei Krücken. Auch haben mir die Drogen ziemlich zugesetzt. Ich werde wohl
noch zwei Tage hier bleiben müssen. Na ja, hätte schlimmer kommen können. Wenigstens ist Sakura ja auch
da. Sie hat auch ein paar Blessuren davon getragen. Arme Sakura-chan. Und das alles nur wegen mir.
Daisuki!

Ich krieg auch meine Ausrüstung wieder. Mein Taschensekretär ist ein verdammtes Puzzle. Was soll das
denn? Sehe ich so aus, als ob ich Microlöten könnte? OK, kann das sogar, aber die haben echt jeden
verdammten Chip getrennt, dass dauert Tage, alles wieder zusammen zu löten. Heul. Mein schöner Rosa
Taschensekretär mit den Wachbäraufklebern ist hinüber. Wie gut, dass ich meine ganzen Programme als
Back Up noch habe. Muss mir halt einen neuen kaufen. Wenigstens sind meine Foki noch in Ordnung. Wie
gut, dass ich keine habe, die wie ein elektronisches Gerät aussehen, nich auszudenken, wenn sie das
auseinander genommen hätten. Memo an mich selbst, nie nen Foki in Gestallt eines Taschensekretärs binden.
Kommt nich gut!

Ich hab da ja was Wichtiges aufgeschnappt, diese Xiang Xing Schriftrollen machen mich neugierig. Ich
organisiere von Sakura-chan ihren Taschensekretär, meiner ist ja grad ein Puzzle und steige damit ins Matrix
Ligth System ein. Die Suchanfrage produziert eine ganz schöne Menge Hits. Ich wusste doch, dass ich von
den Rollen schon mal was gehört habe. Die etwa 2000 Jahre alten Rollen wurden vor dreißig Jahren in China
gefunden, sind verdammt gut erhalten für ihr Alter. Aber bis jetzt waren sie nich lesbar. Die Kanji an sich

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bilden die ganz Normalen Charakter, wie sie teilweise heute noch in Gebrauch sind. Erst 1950 herum gab es
bei denen so ne Rechtschreibreform, wo einige Charakter vereinfacht wurden, aber andere so blieben, wie sie
von Kaiser Quin vor über 2000 Jahren festgelegt worden waren. Aber die Worte geben keine vernünftigen
Sätze wieder. An sich sind die Rollen recht unspektakulär, bis halt darauf, dass man sie nich so einfach lesen
kann. Der Code wurde bis Heute nich geknackt. Und sie gelten als vollkommen unmagisch. Was in aller
Welt will nur Yamatetsu mit 2000 Jahren alten Schriftrollen? Und was ich auch noch herausfinde, nächsten
Dienstag werden sie im Seattler Museum für Asiatische Kultur und Geschichte zu sehen sein. Muss ich mir
unbedingt ansehen.

Zwischendurch kriege ich noch was Schmackhaftes zu essen. Oh! Pizza Hawaii! Mag die! Obwohl es mir
halbwegs wieder gut geht, scheinen die Drogen immer noch in mir nachzuklingen. Ich werde auf einmal sehr
schläfrig. Bevor ich es überhaupt merke, bin ich wieder weg.

21.03.2059 Freitag Redmond Schattenklinik von Doc Brown

Oh, Schlaf Mega Lang. Mein Mund ist vollkommen trocken, als ich aufwache. Sakura ist nich mehr da. Hat
ein Memo hinterlassen, wird heute Mittag wieder kommen. Snüff. Ich guck auf die Uhr und sehe, dass ich
etwa sechzehn Stunden am Stück geschlafen habe. Fühle mich trotzdem etwas Schlapp. Ich trinke erst mal
ne Flasche Mineralwasser leer. Dann muss ich aufs Töpfchen. Das Doppelzimmer gehört zu besseren
Krankenzimmern in Doc Browns Klinik und hat ein eigenes Badezimmer. Dort gehe ich erst mal aufs Klo.
Ich benutze die Krücken um dort hin zu humpeln. Dämlicher Gips.

Zurück, klingle ich erst mal nach der Schwester. Mega Hunger! Krieg was Leckeres aus dem Koch-O-Mat.
Schwesterchen Martha guckt auch mal vorbei und schaut nach meinem Bein. Meint, es würde sich gut
entwickeln und Morgen könnte ich gehen. Sie hat mir ein paar Ausgaben von Magic Today mitgebracht,
dem altbacken wirkenden, zwei Wöchentlich auf Papier erscheinenden Hausmagazin der magischen Fakultät
der UCLA. Die neuste kenne ich noch nich uns stürze mich da drauf.

Schließlich klopft es und Sakura streckt den Kopf hinein. Huh? Und dann ergießt sich eine Horde kleiner
Mädchen in mein Zimmer. Kawaii! Meine ganzen Patenkinder. Alle haben sie Selbstgemalte Bilder und
einen kleinen Blumenstrauß dabei. Daisuki! Bin die nächsten Minuten erst mal damit beschäftigt, jedes der
Kleinen Girlies erstmal zu herzen. Dann bewundere ich gebührend die Bilder. Muss bei ein paar ganz schön
raten, um das dargestellte Bild richtig zu interpretieren. Komm mir beinahe wie in einem Psychologietest
vor, wo man Tintenkleckse erklären soll. Aber zum Glück scheine ich meist richtig zu liegen. Lucky!

Die Jüngste ist Mirjam Redmond. Sie ist auch die einzige Anglo Norm unter meinen Patenkinder. Auf
Anraten von Sakura habe ich in etwas die Struktur der Bevölkerung von Seattle bei der Auswahl
berücksichtigt. Also 6 Norm Girlies, zwei Orkse, eine Elfe und eine Zwergin. Bei der Herkunft hat das nich
so geklappt, weil reinrassige Anglo Norms die wenigen sind, für die sich Eltern finden lassen. Oder für die es
ein rentablen Sklavenmarkt gibt. Also setzen nur wenige Mütter solche Babys aus, sondern verkaufen sie
weit unter Marktpreis an Kinderhändler, die sie dann weiterverkaufen. Die wo Glück haben, werden von
irgendwelchen normalen Leuten adoptiert, die nicht Zeit und Lust haben, sich durch die ganze Bürokratie zu
quälen, die meisten Mädchen landen in Bordellen oder Schlimmerem. Josephine ist eine Ausnahme gewesen,
weil sie wohl unter gewissen Genetischen Defekten gelitten hat, die bei Inzest nun mal auftreten.
Wahrscheinlich ist ihr Vater auch ihr Großvater. Aber Doc Brown hat sich an ihr verkünstelt und Mirjam
sieht nun richtig süß aus, ohne Wolfsscharte. Sie ist jetzt etwa 19 Monate alt und wirklich Kawaii in ihrem
blauen Jeanskleidchen und der weißen Strumpfhose.

Die Elfe ist vier und wohl asiatisch. Thai, meinte mal Sakura. Sie heißt Kanya und wurde von ihrer Mutter
abgeben. Die meisten lassen die Kinder auf der Treppe zur Kirche stehen. Nur wenige haben den Schneid,
ihre Kinder persönlich abzugeben. Ihre Mutter hatte gemeint, sie hätte nun einen Sohn und könnte keine
zwei Kinder, besonders einer Tochter, das Maul stopfen. Na ja, jetzt ist die kleine Elfe mein Patenkind. Sie
ist ein richtiges kleines Schleckermäulchen. Wenn ich Süßigkeiten verteile, hat sie alles als erste vertilgt und
kriegt dann immer ganz große Augen.

Die beiden Orkinnen sind Schwestern und wirklich Waisen. Ihre Eltern kamen bei rassistischen Unruhen
ums Leben. Die beiden Mädchen waren gut Versteckt und konnten gerettet werden. Obwohl sie Zwillinge

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sind, sehen sie sich nur wenig ähnlich. Beide sind vom Südländischen Typus. Ihre Eltern waren wohl
Hispanics. Concha und Felipa heißen die beiden vier Jahre alten Mädchen, mit ihren langen Rabenschwarzen
Haaren, die sie zu zwei Zöpfen geflochten haben. Obwohl sie nich die ältesten sind, so sind sie doch die
größten von meinen Patenkindern.

Bekky heißt die Zwergin. Sie ist für ihre Größe richtig schwer, aber Doc Brown versichert mir, dass dies für
eine Zwergin in ihrem Alter ein gutes Durchschnittsgewicht ist. Zwerge sind zwar klein, aber breit und ihre
Muskelmasse ist sehr dicht. Sie ist eine Anglo Zwergin und fünf Jahre alt. Sie hat Knallrote Haare, was ihr
den wirklich innovativen Spitznamen Karotte eingebracht hat. Auch sie wurde wie ich einfach in einer
Tragetasche auf der Kirchentreppe liegen gelassen.

Chau ist eine Asia Norm und fünf Jahre alt. Sie hat das rot weiße Kleidchen an, was ich ihr zum letzten
Geburtstag geschenkt habe. Sie hat einen fröhlich wippenden Pferdeschwanz und einen bronzenen Teint. Sie
ist ein richtiges kleines Computerass und hat mich schon mehrmals um eine Datenbuchse angebettelt. Aber
dazu ist es noch zu früh, meint Doc Brown. Unter Zwölf sollte man auch keine Datenbuchsen einsetzen,
auch wenn manche Ärzte und Bodyshops das nich so eng sehen.

Mireia wiederum ist eine weitere Hispanic Norm und vier Jahre alt. Sie hat ganz kurze Haare und trägt blaue
Jeans Hose und Roten Pullover. Sie ist ziemlich burschikos und leugnet schon mal, ein Mädchen zu sein. Ein
wahrer Wildfang. Deswegen trägt sie auch immer gepolsterte Kleidung. Sie fällt halt beim herumtollen oft
hin.

Mei ist eine weitere Asia Norm, sie die älteste mit sechs Jahren und war auch mein erstes Patenkind. Sie ist
ziemlich eifersüchtig auf die anderen, weil sie nicht mehr mein einziges Patenkind ist. Aber da muss sie eben
durch. Sie trägt ihr Haar offen, nur gebändigt durch einen Clip. Sie ist ein begeisterte Tänzerin und will
unbedingt ins Ballett. Aber das wird wohl nur ein Traum bleiben. Oder vielleicht auch nich. Schließlich gibt
es Tanzinternate und wenn sie wirklich Talent und Willen hat, vielleicht lässt sich da was drehen.

Atiya ist ein Arabic Norm. Sie ist vier und hat einen Lockenkopf. Sie hatte ein ziemlich entstelltes Gesicht,
als hätte man sie mit der Wange an etwas sehr heißes gedrückt. Aber auch hier hat Doc Brown wieder mal
seine Künste gezeigt. Kosmetische Operationen dienen eben nicht nur dazu, Runnern ein neues Gesicht zu
geben. Sie ist ein ziemlicher Zappelphillip. Kann keine fünf Minuten still sitzen und muss immer was
machen. Sie trägt den Spielanzug, den ich ihr aus NO mitgebracht habe, steht ihr wirklich gut.

Madison ist eine Afro Norm und fünf. Sie hat viele kleine Zöpfchen und trägt eine dunkelblaue Latzhose, auf
deren Brustseite ein spielender Waschbär zu sehen ist. Hab ich ihr zu Weihnachten geschenkt. Madison ist
dunkelbraun, also in ihrer Ahnenreihe befinden sich wohl hier und da ein Anglo. Sie ist von ein paar Leuten
abgegeben worden, die sie blutig im Straßengraben gefunden hatten. Doc Brown hat sie gerettet. Er hat halt
auch ein Herz aus Gold, auch wenn er das nich allen erzählt.

So ne Horde quirliger kleiner Girlies ist recht schnell anstrengend. Sakura hält es zum Glück recht kurz.
Nachdem die Bilder an den Wänden aufgehängt sind und alle was mit nem dicken Stift auf meinen Gips
gekrakelt haben, treibt Sakura sie alle wieder raus. Puh! Manchmal kann Stille etwas schönes sein. Aber es
freut mich doch, dass meine kleinen Girlies an mich denken.

Mir fällt ein, dass ich ja jetzt weiß, für wen Radek und damit ich letztendlich arbeite. Tan Tien. Sagt mir
großartig nix. Und Sakura hat den Taschensekretär dabei. Da ruf ich doch bei Schwesterchen Cheyenne an.
Die verspricht, mir ein File über Tan Tien zusammen zu stellen. Für Schlappe 500 Nuyen. Na ja, kann ich
mir leisten.

Ich vertiefe mich wieder in die Ausgaben von Magic Today. Es ist immer wichtig, in seinen Fachgebieten
auf dem laufenden zu bleiben. Weis das! Nach einer Stunde kommt Sakura wieder zurück. Sie hat die Horde
wieder am Waisenhaus abgeliefert. Auch sie sieht etwas geschafft aus. Meint, sie müsste noch einiges
managen. Sie hat zwar auch ein paar Sachen abbekommen, aber das kann sie auch zu Hause machen. Also
Bai Cha! Den Rest verbringe ich mit Dösen und etwas Trideo gucken. Dann Heia!

22.03.2059 Samstagmorgen Seattle

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Puh! Ausgeschlafen! Herrlich mal über Acht Stunden zu schlafen. Ich klingle nach nem Frühstück, was ich
auch bekomme. Schwester Martha kommt und guckt sich mein Bein an. Meint, der Gips könnte jetzt runter
und ich meiner Wege gehen. Ich ruf Sakura-chan an, dass sie mich abholen kommen kann. Macht sie auch.
Daisuki!

Mein Bein fühlt sich gut an. Keine Schmerzen und nix ist Dank Magie zurück geblieben. Sollte es aber die
nächste Zeit trotzdem nich übertrieben. Als ob ich es je übertrieben würde. Schwester Martha gibt mir da
doch glatt einen Klapps. Racker wäre nich umsonst ein passender Name für mich. Weis ich doch!

Nach ner Stunde trudelt Sakura-chan ein. Bezahlen brauch ich nix, hat der Johnson übernommen. Lucky!
Radek scheint echt nich verkehrt zu sein. Obwohl der Aufenthalt eigentlich echt OK war, bin ich doch froh,
endlich wieder nach Hause zu kommen. Erwartet mich schließlich viel Arbeit! Beinahe hätte ich doch
vergessen, die Zeichnungen meiner Patenkinder mitzunehmen. Vorsichtig mache ich sie von der Wand ab
und nehme sie mit.

Die urbanen Raubtiere Redmonds scheinen gerade zu schlafen. Will heißen, wir schaffen es ohne
Zwischenfall nach Hause zu kommen. Ah, herrlich, endlich wieder zu Hause. Ich guck erst mal in meine
Medizinhütte, alles so wie es ist. Hab jetzt einige Tage verloren. Aber wenn ich das Altartuch integriere,
dann brauche ich nur ne Stunde dazu. Also mach ich das mal ganz fix. Es ist immer eine Frage der Elemente,
wie lange etwas zum integrieren braucht. Hat man viele kleine Elemente, so dauert das ewig. Aber bei einem
einzigen großen geht das wiederum sehr schnell.

Nachdem ich das Altartuch auf dem Schreibtisch ausgebreitet habe, Tanze ich den Tanz des Errichtens
darum. Schon sehr bald verfestigt sich die Struktur meiner Medizinhütte. Jetzt hat sie Stufe 6 auf der nach
oben offenen UCLA Einstufung für magische Phänomene. Happy!

So Hunger jetzt. Wir lassen uns was anliefern, einen schönen Tir Salat vom Elfen um die Ecke. Lecker das!
Sakura fährt ja voll auf das Vegetarische Zeug ab. Weis auch nich warum. Bin da nich so wählerisch. Ich
mampfe das, was mir schmeckt. Jawohl!

Sakura war so lieb, mir einen neuen Taschensekretär zu besorgen und hat schon einige Programme drauf
gespielt, die man nich im Radio Shack kaufen kann. Ich richte mir das System wieder so her, wie es beim
alten war. Dieser Sekretär ist ein Tick moderner. War eh Zeit, sich einen neuen zu besorgen. Ich brauch ne
Stunde, um alles zu konfigurieren und meine wichtigsten Nummern zu speichern. Natürlich verschlüsselt
und gut geschützt.

Schwesterchen Cheyenne schickt mir ne Nachricht, dass sie in meiner Mailbox ein File geparkt hat. Gucke
ich doch gleich mal an.

Tan Tien Inc.:


Ein chinesischer C Kon, der es trotz seiner geringen Größe in der Geschäftswelt zu internationalem Interesse
gebracht hat. Das Hauptgeschäftsfeld ist Forschung, insbesondere im Cyberware- und
Matrixinterfacebereich. Neuentwicklungen bringt Tan Tien nicht selbst auf den Markt, sondern lizenziert sie
an andere Megakonzerne (früher in erster Linie Zaibatsus wie Renraku und Mitsuhama). Für viele der derzeit
geschwächten Großkonzerne (in erster Linie Renraku) bietet Tan Tien eine anziehende Möglichkeit die
eigene Forschungsabteilung zu verstärken. Übernahmegerüchte und -versuche sind damit eine ständige
Bedrohung für Tan Tien.
Es gibt viele Theorien, warum diese Übernahmen bisher nicht gelungen sind. Von hauseigenen Otakukadern
bis hin zu Magie. Die Wahrheit dürfte nach Meinung von Experten jedoch eher in geschickter
Aktienverteilung liegen.
Nachdem Tan Tien in Dunkelzahns Testament mit einer größeren Geldsumme und Forschungsdaten bedacht
wurde (und Bilder auftauchten, die zeigten, wie sich Tan Tien Vertreter darüber hinaus zu einem geheimen
Treffen mit Nadja Daviar von der Draco Foundation eingefunden haben), verstärkten sich die
Übernahmeversuche. Es überraschte daher wenig, als Tan Tien Anfang des Jahres seinen Beitritt zur PPG
bekannt gab. Dies hatte Signalwirkung für einige kleinere chinesische Konzerne, die TTs Vorbild folgten.
Gerüchte, dass die Verträge mit Japanokons nach deren Auslaufen nicht mehr verlängert werden und neue

62
Forschungsergebnisse nur noch an PPG Mitglieder lizenziert werden, hat TT in eine recht
Übernahmebedrohte Situation gebracht. Nach Expertenmeinung braucht Tan Tien wahrscheinlich mehr als
jedes andere PPG Mitglied finanzstarke Verbündete, wenn es auch weiterhin unabhängig bleiben will. Noch
ist die PPG nicht offiziell formiert (Experten gehen von einer Unterzeichnung der Verträge innerhalb der
nächsten zwei Monate aus), so dass TT sich derzeit noch in einer recht bedrohlichen Situation befindet.
Sollte die Formierung der PPG scheitern, zweifeln Experten nicht an einer baldigen Übernahme Tan Tiens.
Experten gehen davon aus, dass Tan Tien innerhalb der nächsten sechs Monate aus den Forschungsdaten aus
dem Dunkelzahntestament Profit schlagen kann. Zusammen mit den zahlreichen Übernahmegerüchten treibt
dies den Aktienkurs natürlich gewaltig in die Höhe.

Hm, jetzt bin ich schon etwas schlauer als vorher. Ob ich mir da ein paar Aktien sichern sollte? Weis nich,
muss darüber nachdenken. Aber über was ich nich nachdenken muss, ist, wie ich Sakura-chan meine
Dankbarkeit fühlen lassen kann. Hihi! Und das mach ich auch. Und es gefällt Sakura-chan sehr. Daisuki!

File 5
Boston Comic Party

[Dieser Run wurde zeitlich aus organisatorischen Gründen (wir waren auf der Nippon Connection in
Frankfurt und hatten Palmgarten für 5 Teuro oder SR improvisiert zur Auswahl) vor den beiden vorherigen
Runs gespielt, so dass logischer weise gewisse Konsequenzen noch nicht berücksichtigt worden sind.
Normalerweise hätte Racker nie auf eine Solomission nach den letzten Erfahrungen eingelassen.]

22.03.2059 Samstagnachmittag Seattle Downtown Elfenviertel

Mein Handy klingelt. Moshi Moshi? Ui! Es ist mein neuer Lieblingsjobschieber ist am Apparat. Ultra
Dringender Sofort Auftrag. Angemessene Bezahlung. Jetzt in einer Stunde auf dem Parkplatz des . Kenn ich.
Ui ui ui! Das wird ziemlich knapp. Puh, brauch bald mal Urlaub! Aber ich bin es wohl Radek schuldig, also
los! Ich lass alles stehen und liegen. Schnapp mir meinen Anorak, schlüpf in meine Sneakers und fahr nach
unten. In der Tiefgarage steige ich in meinen Nachtschwarzen VW Impuls GTI. Nach nur wenigen hundert
Metern fahre ich schon auf die Intercity 5 Richtung Süden. Kämpfe mich zur Auffahrt des Expressway hoch
und schieße dann an den Staus Downtowns vorbei in Richtung Süden. Nach zwanzig Kilometer runter vom
Expressway und ab nach Fife. Die Tristesse des Sozialen Notstandgebiets umfängt mich. Berge menschlicher
Tragödien umgeben mich. Weia!

Ich finde einen Parkplatz und jogge schon mehr oder weniger in mein Wohnhaus. Der Wachmann, ein
breiter Ex-Soldat nickt mir zu, während ich den langen Marsch nach oben antrete. Fahrstühle lernt man erst
dann richtig zu schätzen, wenn sie nich funktionieren. Weiß das! Ich brauche nich lange zum packen. Das
meiste von meinem Zeug habe ich eh schon einer Sporttasche griffbereit liegen. Da ich nich genau weiß, was
denn mich nu erwartet, nehme ich die volle Ausrüstung mit. Oh, dass ist vielleicht mal schwer. Bin richtig
Fix und Foxi als ich unten wieder ankommen und von dannen ziehe. Ich spüre die nachdenklichen Blicke des
Wachmannes hinter mir. Ist mein unmittelbarer Nachbar. Was wird er wohl denken, was ich wirklich
mache? Irgendwann sollte ich es echt in Erwägung ziehen, diese Wohnung abzustoßen und mir was neues
zulegen. Hab aber einiges an Technik investiert und die Wohnung hat einiges an Investitionen verschlungen.
Und es wird Zeit kosten, eine neue ähnlich gut auszustatten. Zeit, die ich im Moment einfach nich habe.
Aber so langsam bleibt mir keine andere Möglichkeit mehr. Schließlich weiß schon ein Runnerteam davon
und wenn es mehr als einer weiß, dann ist es kein Geheimversteck mehr. Ach Mano! Ein kluger eiskalter
Runner hätte die Mitwisser einfach sterben lassen. Aber bin nich eiskalt. Mag das nich sein.

Auf der Rückfahrt kann ich leider nich den Expressway nehmen. Ich vertraue auf den Autonav und lasse
mich an den größten Zusammenballungen vorbei lotsen. Richtige Abfahrt runter, gleich auf die linke Spur
gekämpft, dann auf den Abbiege Mittelstreifen und in die nächste Lücke rein. Alarmstart! Puh! Sause durch
den nicht abreisen wollenden Gegenverkehr und lande ohne jemanden übermäßig zum Bremsen gezwungen
zu haben in der Einfahrt. Auf dem Parkplatz steht als einziger Wagen eine Stretchlimo. Ein Glatzköpfiger
Anglo Norm, nich der Knilch vom Zaibatsu, hält Wache. Ich steig aus und schlendere auf ihn zu. Ich werde
wohl erwartet und er öffnet mir die Tür, als ich mich zu erkenne gegeben habe. Oh! Schöne
Innenausstattung. Mr. Johnson aka Radek ist auch schon da. Er kommt gleich zum Geschäftlichen.

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Infiltration, nich in Seattle, enges Zeitlimit, was Hinterlassen, wenn möglich nich entdeckt werden. Ich frag
ob es ne Bombe ist oder was ähnlich Schädliches. Nö, nur ne Grußkarte und ein Optischer Chip. Beides
gelten nich gerade als optimale Virenherde. Aber ganz alleine? Mag das nich! Hab erst letztens eins auf mein
kleines süßes Köpfchen bekommen. Aber ich bin ja auch irgendwie Radek verpflichtet, neh?

OK, wie viel? Er bietet mir 30K bei vollständigem Erfolg. 15K bei offener Flucht. Ist nich. Auslandeinsatz
mit so engem Zeitlimit ist mindestens 40K Wert. Und das auch nur, weil für Transport bis zum Zielort
gesorgt ist und ich ne Connection vor Ort kriege. Er meint, ich lerne schnell und ist einverstanden. 5K im
Voraus, weitere 35K bei vollständigem Erfolg. 15K bei Teilerfolg. Deal!

Mein Ziel ist in Boston. Ein Penthouse auf einem Geschäftsgebäude. Ich soll diese Grußkarte und diesen
Optischen Chip im Wohnbereich gut sichtbar hinterlassen. Und das soll bis spätesten 4 Uhr plus minus eine
Stunde geschehen. Ortszeit. Drek! Das wird eng werden. Alarmstart! Gegenüber ist ein Heliport und ein
Hubschrauber steht bereit. Der bringt mich nach Fort Laramie zu einem voll getankten Lear Jet. Wir werden
in der Nähe von Bosten landen, wo mich schon ein Empfangskomitee erwarten wird, dass mich zu einem
örtlichen Schieber bringen wird. Der hat einen Mann im Gebäude, der mir helfen wird. Lucky!

Also los geht es. Ich steig aus, lauf zu meinem VW, park den richtig schön ein und laufe mit meinen
schweren Taschen zum Heliport. Kurzer Spurt über die Straße. Ich ignoriere das Gehupe geflissentlich hinter
mir. Ein Lufttaxi erwartet mich schon. Der Heli fliegt los und Downtown breitet sich unter mir aus. Weia, ist
hier viel Luftverkehr. Dann zieht der Lake Washington unter uns vorbei und die Hügel von Bellevue. Dann
geht es über Redmond. Wir gewinnen an Höhe, unter mir das Elend der Barrens. Irgendwo brennt es und
eine große Rauchschwade treibt unter uns. Aber bald ist Avondale in Sicht und damit auch Fort Laramie.
Wir sinken, passieren die Schützengräben und die ausgebauten Luftabwehrstellungen und landen auf dem
Flugfeld des illegalen Schmugglerflughafens.

Hier stehen in Splitterboxen aus angehäuftem Schrott und Sandsäcken teilweise hochmoderne Fluggeräte.
Andere dagegen sehen aus, als ob sie schon beim Schief angucken auseinander fallen würden. Steelhawk
begrüßt mich. Ui? Er hat doch nur nen Helikopter, coole Kiste, aber nich gerade das, was mich in Vier
Stunden nach Bosten bringt. Keine Panik, er führt mich zum nen Jet. Älteres Modell, hat wohl schon hier
und da einiges abgekriegt. Ein fetter Ork in einer generischen Airline Uniform begrüßt mich. Er ist mein
Pilot. Ui? Ich wuchte meine schweren Taschen in die Maschine und guck, wo ich die verstauen kann.
Nirgends richtig, wie es aussieht. Für die Passagiere gibt es gerade mal zwei Sessel und ein Tisch. Weia!
Will aussteigen!

22.03.2059 Samstagabend Nord Amerikanischer Kontinent Lear Jet

Fat Rick, so heißt der Pilot, klemmt sich hinter das Steuer und wir rollen auf die holprige Piste. Irgendwie
scheinen wir etwas schwer beladen zu sein. „Musste Zusatztanks wegen der langen Strecke befüllen, deshalb
ein etwas höheres Startgewicht“, meint Fat Rick auf meine Frage. Wir rollen scheinbar eine Ewigkeit auf der
Piste, die mal ne Straße war. Und die Straße macht bald ne Kurve und dahinter stehen ein paar Ruinen, die so
aussehen, als hätten in der Vergangenheit schon mehr als eine Schmugglermaschine so ihre Startprobleme
gehabt. Mega Weia!

Aber wir gewinnen gerade genug Höhe, um darüber hin weg zu schießen. Uf! Dann steigen wir schnell in die
Höhe. Rick ist andauernd mit irgendwelchen Leuten in Funkkontakt, die haben nen seltsamen Slang drauf.
Versteh, wenn überhaupt, fast nur jedes drittes Wort und kann den Sätzen keinerlei Sinn entnehmen.
Nachdem mein armes Herzchen keine zweihundert Schläge mehr in der Minute macht, entspanne ich mich
ein wenig und hole mein Zeichenbuch heraus. Ich versuche mich an dem Chardesign von Gestallt Nummer 8
meines zukünftigen Verbündeten, dem frechen Schul Girlie. Krieg aber nix wirklich richtig gutes hin. Sehen
entweder viel zu niedlich aus, oder irgendwie böse verzerrt. Ach, ich weiß auch nich! Frustriert gebe ich es
nach zwei Stunden auf und wähle mich mit meinem Taschensekretär ins Matrix Ligth System ein. Dann
gucke ich, was die Bostoner Touristen Information so schreibt.

Boston ist wohl die wichtigste Stadt für die Rest UCAS, was Konzerne angeht. Nirgendwo gibt es so viele
Niederlassungen auf so engem Raum, wie hier. Nur Seattle ist da noch extremer, aber das gehört ja schon

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nich mehr zur Kontinental UCAS, neh? Nach Boston ist auch die wichtigste Börse, die ECSE, nach dem
großen Erdbeben in NY gezogen. Auch befindet sich hier mit der MIT&T eine der wichtigsten Universitäten.
Auch gibt es hier noch von Dunkelzahn gesponsert eine weitere magische Uni. Und in Salem gibt es noch
Hexen, die eine etwas andere Interpretation zur Magie jenseits der Lehrmeinung des MIT&T vertreten.

Das MIT&T ist wohl mit die wichtigste magische Uni auf dem Nordamerikanischen Kontinent, genau
genommen auf der ganzen Welt, und wird im gleichen Atemzug mit der UCLA in Cal Free genannt. Letzte
Jahr hat die MIT&T eine neue Skalierung für die Magie herausgebracht. Die erste Skalierung wurde Mitte
der Zwanziger an der UCLA entwickelt und gilt als die Allgemein Gültige. Inzwischen ist die magische
Forschung natürlich vorangeschritten und die Professoren der MIT&T haben eine feinere Abstufung
entwickelt. Was Kraftstufe 3 nach der UCLA ist, ist dann in etwa 307 nach der MIT&T. Aber es gehört sehr
viel Erfahrung dazu, so fein magische Kräfte einschätzen zu können, so dass die neue Skalierung eigentlich
bis jetzt in der Fachwelt außerhalb von Boston so gut wie keine Resonanz gefunden hat. Auf alle Fälle hat
man sich damit bei den UCLA Leuten nich gerade beliebt gemacht und die Magic Today, die
Hauspublikation der magischen Fakultät der UCLA, ist sehr kritisch und parteiisch geworden, was
Veröffentlichungen von Forschungsdaten der MIT&T angeht. Na ja, Hermis und ihre Probleme. Froh
Schamanin zu sein. Lucky!

Boston hat knapp 6 Millionen Einwohner, also ein Drittel von dem was Seattle hat. Norms sind die Mehrheit,
die Metas sind in etwa so wie in Seattle vertreten. Boston ist ziemlich europäisch, was Flair und Gebäude
angeht. Starke Irische Minderheit. Auch Elend gibt es hier. ROX nennt sich hier das Barrens Gebiet. Soll
recht hart da drin sein. Will da gar nich hin, um das zu überprüfen.

Ich hoffe nur, dass diesmal alles glatt geht. Hab schon ein wenig Bammel wegen meinem letzten kleinen
„Unfall“. Hab mich echt übernommen. Weia! Aber hatte ich eine Wahl? Es gab ein Menschenleben zu
retten. Nach meinem heutigen Wissensstand heraus, hätte ich wohl von Befreiung abgesehen. Der Hüter hat
mir das Genick gebrochen. Bin nich Mega Girlie, dass ohne Vorbereitung es mit zwei erfahrenen Kämpfern
auf nehmen kann, wenn die Überraschung futsch ist. Besonders nich mir rasenden Kopfschmerzen. Ich hab
meine Grenzen überschritten und hab die Quittung dafür bekommen. Zum Glück hat Sakura und Radek mich
da wieder rausgeboxt. Mit diesen düsteren Gedanken merke ich, wie die Maschine in Sinkflug übergeht.

Ohne irgendwelche Zwischenfälle erreichen wir schließlich einen kleinen Flughafen westlich von Boston.
Rick scheint auch hier die richtigen Leute zu kennen. Drei junge Norms erwarten mich. Sonata-san schickt
sie, dass ist der Schieber, der mir helfen soll. Haben es natürlich nich nötig, mir das Gepäck abzunehmen.
Oh, manchmal hasse ich die Emanzipation. Die Jungs kennen sich gut aus und mit dem Ford Amerika sind
wir Ruck Zuck im Zylinder Hat, dem Nachtclub, der Arashi Sonata als Stützpunkt dient. Es scheint einiges
los zu sein und es stehen viele, auch teuere Autos beim zugehörigen Parkplatz herum. Aktuelle Musik
empfängt mich, als wir das Gebäude durch die Hintertüre betreten. Ich werde nach oben zum Büro des Chefs
geführt. Es ist recht Modern eingerichtet und hat ein Fenster, dass nach draußen zeigt. Einige Bildschirme
sind an und zeigen das Geschehen im Club. Arashi ist ein Jap Anglo Mischling Norm, ein so genannter Half,
in einem schwer zu schätzenden Alter. Vielleicht Ende dreißig, aber auch Anfang fünfzig. Recht
durchschnittliches Aussehen, teurer Maßanzug. Er begrüßt mich freundlich und verklickert mir dann die
neusten Infos.

22.03.2059 Samstagnacht Boston Zylinder Hat

Bis jetzt hat es noch nie jemand geschafft, erfolgreich das Penthouse zu betreten und zu verlassen. Lebend zu
verlassen. Denn alle die es bis jetzt versucht haben, sind tot. Oder haben ihren Erfolg nich an die große
Glocke gehängt. Verklickert mir Arashi Sonata mit sonorer Stimme. Das hört sich ja nich gerade einfach an.
Ich muss an das Ultra Ressort denken, dass habe ich ja auch schließlich gemeistert. Aber dann muss ich
wieder an den letzten Run denken und das gibt mir doch wieder einen heftigen Dämpfer. Niedliche Girlies
die Waschbär folgen sind sterblich, merken! Auch ist nich bekannt, wer dort eigentlich wohnt. Bezahlt wird
von einem Konto, dass einer nich existierenden Person gehört, wenn man tiefer nachbohrt. Na so was auch.
Arashi meint, dass es ihm einen Bonus wert wäre, wenn ich irgendwelche Familienbilder, Dokumente oder
sonst was Verwertbares vom Besitzer mitbringen würde. Er hat tatsächlich einen seiner Leute in dieses
Gebäude einschmuggeln können. Der ist nun Sicherheitsdecker dort. Hm, da hat jemand den Bock zum
Gärtner gemacht. Lucky!

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Heute Abend gibt es dort im Restaurant im Erdgeschoss des Gebäudes eine Art Geschäftsparty. Alle
möglichen Geschäftsleute treffen sich dort. Und wie es der Zufall so will, befindet sich zurzeit einer der
geladenen Gäste im Club. Ich bekomme auf dem Bildschirm einen etwa fünfzig Jahre alten Anglo Norm
gezeigt. Halbglatze, übergewichtig und angeheitert. Ui ui ui! Aber meine Freikarte ins Gebäude. OK, dumm
nur, dass ich kein entsprechendes Kleid dabei habe. Gut, dass ich Magic Girlie bin und den richtigen Zauber
im Programm habe.

Einen Tanz der modischen Verschönerung auf meine Jumpsuit und ich habe einen Sexy Hexy, beides im
wahrsten Sinne des Wortes, Hosenanzug. Dann noch einen um meine Sneaker und ich habe schöne High
Heels der sündigen Art. Jetzt fehlt nur das passende Täschchen dazu. Wie praktisch, dass ich so was in nem
Laden einen Block weiter besorgt kriege. Nich gerade perfekt, um illegales Zeug zu schmuggeln, aber besser
als gar nix. Weiß das! Da kommt nur die absolute Minimalausrüstung mit rein. Ob das reichen wird? Weia!
Da kommen wirklich ungute Erinnerungen in mir hoch. Aber diesmal muss ich nur was hinterlassen und nix
unter Zeitdruck hinausschaffen. Ich kämpfe meine Angst nieder und konzentriere mich auf die vor mir
liegende Aufgabe. Bin Profi, na ja, wenigstens ein bisschen, kann so was.

Dann sinke ich erstmal in mich zusammen und gucke mir mein Ziel mal Astral an. Ein kurzer Gedanke und
das Gebäude ragt vor mir auf. Zwei Watcher sind auszumachen, sonst ist hier tote Hose. Das Gebäude ist
verdammt hoch. Das Penthouse logischerweise ganz oben. Es geht über zwei Stockwerke und ist kreisrund.
Die Fensterfront ist verspiegelt. Vorsichtig nähere ich mich der Wand. Versuche einen Hüter zu entdecken.
Finde aber keinen, was mich noch misstrauischer macht. Viel zu lange starre ich die Wand an, sind ja noch
Watcher unterwegs. Schließlich siegt Vernunft über Neugier. Der Tarnhüter muss verdammt gut gesichert
sein, oder hier ist keiner. Aber ich will nix riskieren.

So, jetzt noch schnell auf die Toilette, muss wirklich mal und dann noch etwas hübsch machen. Seh gut aus.
Schade, dass ich einen Tanz des anders Aussehens tanzen muss. Ich verwandle mich in eine Anglo Blondine
meines Alters. Mit grazilen Trippelschritten begebe ich mich zur Bar. Zum Glück sind die Plätze neben dem
Anglo Norm, der übrigens Harold Summers heißt, frei. Mag auch daran liegen, dass er nur noch Mist von
sich gibt. Der arme Barkeeper kann ja nich weg. Wie auch immer, ihm gefällt was neben ihm sitzt und wir
kommen ins Gespräch. Einen Drink später habe ich ihn soweit, dass er mich zu seinem Geschäftstreffen
mitnimmt. Und das ganz ohne Magie. Kann das nämlich auch so. Bin auch so charmant, wenn ich will, neh?

Er fährt nen Rolls Royce Pheaton. Oder besser gesagt, sein Norm Chauffeur fährt diesen wirklich hübschen
Schlitten. Die Innenausstattung hat was. Und man kann seine Beine richtig ausstrecken. Aber er ist so
langsam! Ich halte noch ein wenig Smalltalk mit mir Summers. Schließlich fahren wir in die Tiefgarage des
Gebäudes. Okidoki, bin drin, dass war der leichte Teil der Übung. Mr. Summers macht noch seine Scherze
mit dem genervten Chauffeur. Auch ein mieser Job, neh?

Als geladener Gast kommt Mr. Summers ohne Probleme an jede Sicherheitskontrolle vorbei. Ich als
dümmlich lächelnde Blondine werde als ungefährliches Zubehör angesehen. Lucky! Hier im Restaurant sind
über hundert Schlipse anwesend. Auch die oder andere Frau wo man irgendwie an das Wort „Begleitservice“
denken muss. Bei der ersten Gelegenheit entschuldige ich mich damit, dass ich mein süßes Näschen pudern
muss. Zuerst gehe ich in Richtung Damentoilette, drehe dann aber ab und gehe Richtung Fahrstühle. Die sind
Codekarten gesteuert. Die Pausenräume für die Bediensteten sind ein Stockwerk höher und nur für das
Personal zugänglich. Gästen ist der zutritt natürlich nich erlaubt. Aber nich für Magic Girlies! Die
Zauberhaft, Geistreich und elektrisch geladen sind. Und über wirklich geschickte Finger verfügen.

Beim Fahrstuhl stehen zwei Türsteher. Könnten beinahe Statuen sein. Bevor ich in ihr Blickfeld komme,
fange ich an ein wenig zu schwanken. Leicht torkelnd komme ich auf die beiden zu. Dann stolpere ich
scheinbar und remple den rechten an. „Upsi!“ Er fängt mich dank verstärkter Reflexe auf. „Tschuldigung!“
Meine Hand fährt unter sein Jackett und seine Sicherheitskarte verschwindet in meinem Ärmel.
„Tschuldigung, der Boden schwankt so. Tschüßi“! Ich torkle in den Fahrstuhl, die Tür schließt sich und ich
führe die Karte ein. Nach einem Tanz des anders Aussehens sehe ich nach einer Pausebedürftigen Kellnerin
aus, wie dort unten zu einem halben Dutzend herumlaufen. Hoffe nur, dass jetzt gerade niemand die
Überwachungskamera hier im Auge hatte. Weia!

66
Der Pausenraum ist leicht zu finden und noch ist kein SWAT aufgetaucht, um mich zu verhaften. Ich schaue
auf meine Uhr. Mein Kontakt müsste jetzt jeden Moment kommen, wenn Arashis Angaben korrekt sind. Und
wirklich, ein etwas Vorlauter Elf und ein Norm betreten den Pausenraum. Er geht zu dem Caf-o-Mat. Ich
flüstere ihm zu, dass ich sein Kontakt bin. Wir plaudern laut ein wenig. Mit einigen Schlüsselwörtern
kommunizieren wir wirklich. Er kann mir den Weg bis zum Penthaus frei räumen. Ist gebongt. Ich geb ihm
noch die Nummer von meinem Handy und gebe ihm vier Minuten Vorsprung. Wenn das mal nur gut geht.
Nachdem ich den Fahrstuhl betreten habe, bete ich erst einmal zum heiligen Sankt Waschbär, auf dass er sein
kleines Girlie in dieser ach so heiklen Stunde sehen und beschützen würde. Amen!

23.03.2059 Sonntagmorgen Boston Zielobjekt

Ich tanze den Tanz des Nich gesehen werdens. Beende den Zauber des Anders Aussehens und zelebriere
dann denn Tanz des Leicht seins. Unsichtbar schwebe ich nach oben. Jeff gibt bekannt, dass ich gleich oben
ankommen werde. Weia! Wenn das mal gut geht. Schließlich komme ich oben an. Die Fahrstuhltüre öffnet
sich leise. Nix passiert. Dann wage ich einen Blick nach draußen. Vor mir ist die Kreisrunde Empfangshalle.
Eine Treppe führt nach oben. Es gibt ein Geländer und wohl einen Gang, der um den Raum herumführt. Vor
mir sind zwei Statuen, erinnern mich an chinesische Krieger, die den Raum zu bewachen scheinen. So sieht
alles recht harmlos aus. Aber ein Astraler Blick zeigt mir, dass es hier ganz und gar nich Harmlos ist. Weia!

Boah! Hier hatte wohl Jemand Karma im Sonderangebot eingekaut. Heiliger Sankt Waschbär! Eigentlich
hatte ich einen Hüter oder so was erwartet. Ne, das hier war viel raffinierter. Vor mir liegt ein intensivierter
leben Entdecken Zauber. Der Bewohner ist entweder Initiat oder kann sich einen wirklich guten leisten. Wie
auch immer. Vorsichtig beginne ich ein Lied der Auflösung. Zuerst greife ich die Struktur an den Seiten und
trage Schicht auf Schicht mit mehreren lautlosen Liedern ab. Die Kraftstufe des Zaubers liegt bei immerhin 6
der nach oben hin offenen UCLA Einstufung für magische Phänomene. Da der Zauber nich besonders
mächtig in seinen Auswirkungen ist, macht mir der Rückschlag keine Probleme. Kann das!

Nach einer scheinbaren Ewigkeit bricht die Struktur des Zaubers zusammen. Langsam gleite ich aus der
Fahrstuhltür hinaus. Ich habe ein Wachsames Auge auf elektronische Alarmauslöser. Ich mache zwei
Bewegungsmelder aus. Ganz langsam schiebe ich nach oben. Ich kann eine kleine Warnleuchte ausmachen,
die plötzlich anfängt zu flackern. Ara!

Jetzt nur keine hastige Bewegung. Die Melder sind zu gut, um sie ohne elektrische Hilfsmittel zu umgehen.
Also langsam wieder runter und knapp über den Boden. Auf einmal kommt leben in die Statuen. Drek! Ich
quetsche mich an einen Sockel. Von oben sehe ich wie eine Bunraku Puppe nach unten geschaukelt kommt.
Weia! Und damit meine ich keine menschliche Puppe mit einem Personafix Chip, sondern so ne echte
japanische Bunrakupuppe, wie sie im Puppentheater verwendet wird. Jedenfalls sieht sie ganz so aus. Was ist
das nur? Ein Homunkulos? Ein Geist? Ein Phantom? Ein Konstrukt? Weis nich!

Ich mach mich so klein wie möglich. Es dauert eine Ewigkeit, bis die Statuen ihre Position wieder
einnehmen und die Puppe verschwindet. Komisches Konstrukt. Verbündeter? Gebundener freier Geist?
Immer noch keine Ahnung. Könnte Platzen vor Neugier. Aber von hier aus kann ich sehen, was mich erfasst
hat. Zwei weitre Zauber, Waffen entdecken und Metall entdecken.

Wieder beginne ich die Struktur Stück für Stück der investierten Zauber aufzulösen. Weia! Was bin froh,
dass der Rückschlag so gering ist, denn derjenige, der diese Zauber gewoben hat, versteht ziemlich viel
davon. Viel mehr als ich. Will dem nich begegnen. Wirklich! Der muss echt was auf dem Kasten haben.
Initiatengrad sicherlich um die 6. Vielleicht sogar noch mehr. Intensivierung ist eine Metakraft, die man
meist recht spät nimmt. Gibt besseres vorher.

Ja Ta! Die Struktur des letzten Zaubers bricht zusammen und ich schleiche mich ganz langsam über die
Treppe nach oben. Schließlich sind da ja immer noch die Bewegungsmelder, aber scheine sie hier nich
auszulösen. Mega Lucky!

Ein einziger großer Raum erwartet mich. Nur der Badbereich ist mit Wänden umstellt, sonst ist alles offen.
Ich mache ein einziges großes Bett aus. Wer immer hier wohnt, scheint dies allein zu tun. Ich kann die Puppe
ausmachen, wie sie beinahe gelangweilt an einem Fenster steht und nach draußen sieht. Leider krieg es nich

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gebacken, sie askennt zu kriegen. Mano! Mitten in dem Raum stehen Stapel von Bücher. Also richtig
aufeinander gestapelt, nich in nem Regal oder so. Kein Menschliches Wesen stapelt so Bücher. Irgendwoher
kenne ich diesen Satz, aber mir fällt nich ein, woher. Sonst mache ich noch eine Sitzgruppe aus. Auf dem
Tisch in der Mitte türmt sich ein kunstvolles Gedeck auf. Ikebana! Sehe ich auf den ersten Blick. Sonst sehe
ich noch ein paar Schränke, die etwas seltsam angeordnet im Raum herumstehen. Bilden aber so die einzige
wirkliche Sichtbarriere.

Als erstes mache ich mich zu dem Bett auf. Ziemlich kuschelig, sieht aber irgendwie wie ein
Dekorationsstück aus. Hm, drum herum liegen Transportbehälter, wie sie Umzugsfirmen benutzen. Zwei
davon sind offen und ich guck rein. Und was seh ich da? Ich krieg ganz große Augen. Ui? Das hätte ich hier
jetzt nich erwartet.

23.03.2059 Sonntagmorgen Boston Penthouse

Marvel und DC Comics aus dem 20 Jahrhundert. Ui! Teilweise mit Bändern zusammen gehalten. Scheint
irgendwie mal geordnet gewesen zu sein. Ich guck wo der Wächter ist, der schaut immer noch in ne andere
Richtung wühle ganz vorsichtig darin herum. Kann leider auf die Schnelle keine Erstausgabe finden, die sind
nämlich wahnsinnig Wertvoll. Mano! Also guck ich, ob mir eines so gefällt. Finde eines. Superman und
Batman kämpfen gemeinsam gegen nen Schurken, der Rätsel stellt. Wandert unter meine Kleidung. Meins!

Ich schleiche mich zu den Schränken. Einer wie der andere. Waren wohl mal im Sonderangebot. Vorsichtig
linse ich in einen Rein. Eine komplette Golfausrüstung, recht Nobel, kaum benutzt. Im zweiten Schrank
Tennisausrüstung, nur vom feinsten, ebenso kaum benutzt. Ich finde noch weitere Ausrüstungen. Als hätte
jemand öfters eine Sportart angefangen, sich die beste Ausrüstung gekauft, die auf dem Markt erhältlich ist
und dann recht schnell wieder die Lust daran verloren. Na ja, jedem sein Hobby.

Der nächste Schrank ist schon erquicklicher. Voll Paper Mangas! Lucky. Aber leider nur aktuelle Serien.
Weia! Viel Shojo darunter. Einige Serien lese ich auch. Hab die alle schon. Aber da? Sketche! Jede Menge
Entwürfe verschiedener Charas. Und teilweise echt gelungen. Kawaii! Besonders der Entwurf eines kleinen
Schulmädchens sticht mir regelrecht ins Auge. Genau das was ich gesucht habe. Lucky! Auch meins!

Aber Bilder der Familie oder gar vom Besitzer selbst finde ich nix. Auch weitere Untersuchungen fördern
nix zu tage. Ein Blick auf meine Uhr zeigt mir, dass es so langsam höchste Eisenbahn wird. Ich platzier den
Chip und die Grußkarte auf dem Tisch vor dem Gesteck. Ich guck noch kurz in die Karte hinein und lese in
Chinesischen Kanji ein altes Sprichwort, dass wir auch im Unterricht hatten. Das wie folgt lautet:
„Halte dir deine Freunde nah, aber deine Feinde noch näher.“

Mich würde ja interessieren was auf dem Chip steht. Hm, darf nich! Ist jetzt auch nich die Zeit dafür. Da!
Ein Bild! Aber zeigt nur ein Tempel. Ach nö! Aber besser als gar nix. Ich mach ein Foto von. So! Mein
Handy meldet sich, es ist Mr. Johnson aka Radek. Zeit zu gehen! Okidoki! Auftrag erledigt. Ich flitze zum
Eingang. Nix wie weg. Ich erreiche die Kabine und sag Jeff, dass er mich unten bringen soll. Die Türen
schließen sich. Ich höre wie oben jemand „Licht“ sagt. Ui? Wie ist derjenige hier herein gekommen? Hat da
jemand das Geheimnis der Teleportation gelüftet? Kann nich sein!

Wie auch derjenige da rein gekommen ist. Die Fahrstuhltüren schließen sich und ich sterbe tausend Tode, bis
ich unten bin. Aber kein Erschießungskommando erwartet mich unten. Ich flitze unsichtbar durch die
Tiefgarage und bin dann im freien. Einen Block weiter werde ich wieder sichtbar. Ich winke mir ein Taxi,
lasse mich zu ner Bar fahren, die im Reiseführer stand. Dort steige ich aus, lauf ne Querstraße weiter und
hohle mir ein weiteres Taxi, dass mich zu nem Hotel fährt. Ich ruf Arashi an, dass er mir die Jungs schickt.
Die gabeln mich schließlich zwei Blöcke vom Hotel entfernt auf. Astrale Verfolger scheine ich keine zu
haben, weltliche auch nich. Also zurück zum Zylinder Hat. Puh! Das war jetzt Knapikovsky gewesen.

Arashi ist gar nich so unglücklich über das von mir gemachte Foto, ist ihm die Auslagen für Jeff, den
elfischen Decker im Gebäude wert. Deal! So, dass wäre es. Er fragt mich, ob ich noch etwas hier bleiben
möchte. Nö, eigentlich nich, hab ja so viel noch zu erledigen. Leider! Hätte gerne noch etwas Zeit hier
verbracht. War noch nie so richtig an der Ostküste. Hier gibt es viele interessante Dinge. Aber hab ja leider
keine Zeit. Mano!

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Ich verabschiede mich von ihm und lass mich von den Jungs zum Flughafen bringen. Darf mein Zeug wieder
selber schleppen. Männer! Fat Rick, der orkische Pilot erwartet mich und wir starten hinein in die Nacht.
Seattle und viel Arbeit erwartet mich. Auf dem Rückflug lese ich den Comic. Amerikanische Comics werden
wohl nie mein Fall sein, irgendwie fehlt der Funke. Mangas sprechen mich da schon eher an, auch wenn sie
schwarz weiß sind. Aber die geklaute Zeichnung ist Sahne. Ich pause sie zuerst ab, um ein Gefühl dafür zu
bekommen, dann zeichne ich die Figur in mehreren Posen. Auch das Gesicht lasse ich verschiedene
Emotionen zeigen. Perfekt! So vergeht die Zeit buchstäblich im Flug.

Gespielt am 16.04.2004 in Frankfurt


SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker
Karma:3 (? Bin nicht sicher, können auch 4 gewesen sein)
Eingenommenes Geld: 40K
Andenken für die Hall of Fame: DC Superman Comic von 1980 (Aus dem Nachlass von Dunkelzahn an
Butterblume)

Zwischenspiel 4

23.03.2059 Sonntagmorgen Seattle

Es ist früher Morgen als die Maschine in Fort Laramie aufsetzt. Hier ist gerade Hochkonjunktur. Die ganzen
Nachtmaschinen sind gerade gelandet und werden entladen. Die meisten Schmugglerflüge finden im Schutz
der Nacht statt. Gähn. Ich streck mich erst mal draußen vor dem Flugzeug, war ne aufregende Nacht. Jetzt
muss ich erst mal gucken, dass ich von hier wegkomme. Zum Glück ist gerade ein Shuttle Helikopter
anwesend, der noch Passagiere nach Auburn mitnimmt. Soll mir recht sein. Der Flug kostet satte dreihundert
Nuyen. Schmuggleraufschlag und so. Aber in der Nähe des inoffiziellen Heliports in Auburn ist ein
Taxistand, wo ich mir eines nehme. Fahre dort nach Downtown. Nehme einen Block weiter ein weiteres Taxi
und verwische so meine Spuren.

Endlich Daheim. Mmmm. Sakura-chan schläft friedlich in ihrem Zimmer und ich mach mich auch auf, in die
Heia zu gehen. Ich fall angezogen hinein und bin weg. Sakura weckt mich um die Mittagszeit. Och. Aber ich
bin schnell wieder fit. Erst mal raus aus den Klamotten und unter die Dusche. Muffel ein wenig. So. Sakura
will essen gehen, also ziehe ich mir was Ordentliches an. Qual der Wahl mal wieder. Ich zieh mein schönes
weises Kleid an. Mit den weißen Strümpfen. Seh darin doch so niedlich aus. Sakura-chan findet das auch.
Happy!

Wir beschließen, diesmal wirklich exotisch essen zu gehen. Nämlich Schweizerisch. Es gibt da ein kleines
Delikatessenrestaurant am westlichen Ende des Denny Ways. Also nix wie hin. Wir haben Glück und
kriegen einen schönen schnuckeligen Tisch. Kann mich gar nich entscheiden, was ich da nehmen soll. Sieht
alles so verdammt lecker aus. Ich nehm dann ein mit Ananas und Käse überbackenes Schnitzel. Dazu Rösti
Ecken. Mag das!

Danach fahren wir ins Seattle Center, fahren dort mit der Achterbahn im Vergnügungspark unter der Needle.
Hui, ab durch die vier Loopings. Das macht Fun! Und natürlich kreischen wir ordentlich los, wenn es in die
Loopings geht, gehört dazu. Noch mal! Und dann Noch mal! Jupeee! So, dreimal reicht, meint Sakura-chan.
Na gut. Dann fahren wir halt ne Runde Scooter. Diese kleinen Vehikel können wenigstens nich Explodieren.
Obwohl diese Art des Vergnügens schon ziemlich alt ist, macht es doch mir Spaß. Jetzt wo ich keine Angst
mehr vor Autos hab. Oh, da steht ein Karussell, dass ganz schnell fährt. Sakura-chan meint, ich wäre ein
richtiges Kind. Weia! Hab doch früher nie in nen Vergnügungspark gehen können. Sakura-chan knufft mich,
sie mag mich doch so, wie ich bin. Happy! Daisuki!

Mir ist schwindelig, als die Fahrt mit dem Turbo High Speed Kreisel vorbei ist. Ui, alles dreht sich. Örks,
mir wird schlecht. Muss mich erst mal hinsetzen. Ui ui ui! Genug gekreiselt für heute. Zurück nach Hause,
muss noch an meiner Medizinhütte weiter schrauben. Daheim fällt mir ein, dass ich zu gerne wissen würde,
wer denn nun in dem Penthouse gelebt hat. Ich hab ja das Comic. Ich zeige Sakura die von mir geklaute
Ausgabe und erzähle ihr, von den sechs Behältern, die wohl voll mit Comics gewesen waren. So, als ob die

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jemand auf einen Schlag gekauft hätte. So was müsste sich doch zurückverfolgen lassen. Sakura-chan sieht
mich schräg überlegend an. Sie meint, sie hätte irgendwas mit einer Comicsammlung im Gedächtnis, müsste
kurz nachgucken gehen. Daisuki!

So, Zeit für meine Medizinhütte. Da Sonntag ist und ich keinen Ärger riskieren will, integriere ich erst mal
die Kerzenständer auf meinen Altar. Zwei Tänze des Integrierens und meine Hütte hat jetzt Stufe 7 nach
oben offenen UCLA Einstufung für magische Phänomene. Knappe zwei Stunden Singen und Tanzen waren
dafür notwenig. Ein weiterer Schritt wäre geschafft.

Sakura-chan erwartet mich mit einem breiten Grinsen, sie hat herausgefunden, wen ich beklaut habe. Och,
sie macht es wieder mal ganz arg spannend. Die Comics stammen aus einer Sammlung, wurden aber nie zum
Verkauf angeboten. Sakura zeigt mir einen Ausschnitt von Dunkelzahns Testament, wo der Drache einem
freien Geist namens Butterblume seine Sammlung alter Comics vermacht. Butterblume! Häh? Eine Sekunde
später fällt der NuSen. Heiliger Sankt Waschbär! Ich hab den freien Geist Butterblume beklaut. Ihr gehört
ein ziemlich großes Aktienpaket von Yamatetsu. Lucky! Ich fang an zu tanzen. Nur wenige können sich
rühmen, einem freien Geist was geklaut zu haben. Und ich hab ihr auch noch eines ihrer Charkonzepte
gemopst. Wobei fraglich war, ob sie Comic und Sketch überhaupt vermissen werden wird. Vielleicht doch,
wenn sie anfängt, nachzusehen ob was fehlt. Immerhin weiß sie ja durch Karte und Chip, dass jemand da
gewesen sein musste. Auch natürlich durch die von mir gebannten Zauber. Ui! Aber ich fühle trotzdem
große Befriedung und mein kleiner Waschbär in mir wirft sich stolz in Pose. Happy!

Aber keine Zeit um müßig herumzutanzen. Bald wird meine Hütte fertig sein und dann muss die Formel
gezeichnet werden. Also suche ich mir in Wohnzimmer eine ruhige Ecke, stapele ein paar Kissen drauf, lege
mich hin und lade das Zeichenlernprogramm hoch. Weiter geht es mit Lektion 2. Ui, gar nich so einfach.
Aber bis zum Abend check ich, was ich alles zu beachten habe. Kann das! Auch wenn mein kleines
Köpfchen qualmt.

Abendessen! Sakura hat was Feines beim Tex Mex bestellt. Tacos und Tortillas. Mag das. Ui, bin bald
richtig Pappsatt. Dann gehen wir in unsere Trideoecke und lassen uns ein wenig berieseln. Ich kuschle mich
ganz eng an meinen Schatz und bald sind wir mit was anderem beschäftigt, was uns den ganzen Abend
versüßt. Müde gehen wir dann ins Bett.

File 6
Ruth Croft und die Schriftrollen des Todes

24.03.2059 Montagmorgen Seattle Downtown Elfenviertel

Wie könnte es denn auch anders sein? Genau! Um 8 Uhr ist die Nacht zu Ende. Aufwärmtraining, andere
würden es Knochenschinderei nennen, dann Nahkampftraining. Sakura meint, wir müssten wieder mal
unsere Tricks trainieren. Wir haben ein paar Sachen entwickelt, wenn wir zusammen kämpfen. Besonders
meine Fähigkeit, dreidimensional agieren zu können, ist ein wichtiges Element bei der ganzen Sache. Also
üben wir das. Gar nich so einfach, dass richtig zu timen. Aber zusammen kriegen wir das hin! Können das!
Happy!

Ab unter die Dusche, etwas Beauty Pflege betrieben und dann Frühstück. Sakura schlägt vor, dass wir mal
wieder zum Schießstand fahren könnten. Aber ich will lieber an meiner Hütte rumschrauben und das
Wortwörtlich. Boden mit Folie ausgelegt und dann beginnt die Messerei. Meine Leuchter sollen ja schon
symmetrisch angebracht sein. Wie seiht denn das sonst aus? Also Maß genommen und gebohrt. Dann Dübel
gesetzt und die Leuchter angeschraubt. Dazu noch jeweils ein Tanz des Errichtens gewirkt. Viel Arbeit für
ein kleines Girlie! Puh, nach mehreren Stunden wäre auch das vollbracht. Stufe 8 auf der nach oben offenen
UCLA Einstufung für magische Phänomene. Sakura-chan hat sich verkrümelt und mir im Koch-O-Mat mein
Mittagessen hinterlassen. Schmeckt trotzdem gut.

Mein Lieblingsjobschieber Radek ruft mich schließlich an. Wichtiger Eiljob für kleines Elfengirlie. Mal
wieder, hab doch erst gestern was erledigt gehabt. Soll an Anlegeplatz Pier 37/4 kommen. So schnell wie
möglich. Okidoki! Also was anziehen? Hm, zu den Piers ist es nich weit, wie sieht es da überhaupt mit
Parkplätzen aus? Fahre ich lieber mit dem Motorrad hin. Also Motoradkombi an und los geht es.

70
Der Anlegeplatz entpuppt sich als von einer kleinen Yacht belegt. Tja, man verändert sich. Al ist schon da.
Und auch Deathdancer macht wieder mal mit. Ist aber nich persönlich anwesend. Na ja, Decker können sich
das halt leisten. Es geht darum, was zu besorgen, was gut gesichert ist. Die Xiang Xing Schriftrollen? Platze
ich heraus. Kann nich stillsitzen, da der kleine Waschbär in mir förmlich vor Anspannung explodiert. Und ja,
die Schriftrollen sind das Ziel. Lucky!

Aber was das? Ich krieg nix dafür? Soll das für meine Rettungsaktion tun? Weia! Bin stinkig. Al kriegt 10K
Mindestlohn und 40K Erfolgsprämie. Fies das! Mag das gar nich. Und das Beste ist, ich darf nix mitnehmen,
aus dem Museum für Asiatische Geschichte. Denn ich soll die Rollen so stehlen, dass niemand was davon
merkt! Soll also einen Austausch vornehmen. Aber was mich wirklich sauer aufstößt, die haben noch gar
keine Fälschung, weil es angeblich keine Bilder von diesen ach so berühmten Schriftrollen gibt, die
ausreichen, um eine Fälschung anzufertigen. Na Danke auch! Soll die selbst besorgen. Ach? Und ein
weiteres unwesentliches Detail ist, die Rollen werden erst Morgen der Öffentlichkeit zugänglich sein. Und
die ganze Sache soll heute steigen. Mega Weia!

Hmpf. Mein kleiner Waschbär kreiselt gar nich mehr enthusiastisch in mir herum. Und die Rattenjungs von
Yamatetsu sind auch dahinter her. Die Info haben die ja von mir! Und die werden die Rollen wohl morgen
stehlen, weil sie dort dann nach China transportiert werden sollen, weil Wuxing die von der Chinesischen
Firma gekauft hat, denen die Rollen gehören. Zum Hintergrund, China ist ja zerfallen in viele kleine
Einzelstaaten, die von Warlords, Konzernen oder ähnlichem Kroppzeug kontrolliert werden. Eine Firma hat
sich nun darauf spezialisiert, die ganzen Kulturgüter zu erhalten. Haben sich also die ganzen Sammlungen
geschnappt, die früher so in staatlichen Museen rumgelegen sind.

Okidoki, also zusammengefasst. Wir sollen die Rollen austauschen, so dass die Fälschungen dann von den
Rattenjungs von Yamatetsu geklaut werden können. Und die sollen erfolgreich sein, wenn sie uns in die
Quere kommen sollten, sprich es ihnen nich versauen, die getauschten Rollen zu klauen. Ein wichtiges
Detail! Mag dies aber gar nich!

Ich guck auf die Uhr, ist jetzt kurz nach 17.00 Uhr. Deathdancer hat schon etwas Vorarbeit geleistet und
schaltet sich via Satellit dazu. Es findet um 21.00 Uhr ein Pressetermin statt. Frage, ob Sarah Yurikawa mit
dabei ist. Zum Glück nich, aber soll sie? Ne, diese Tarnung will ich nich zum dritten Mal benutzen,
besonders dann nich, wenn die Rattenjungs noch hier herumhängen. Ich werde wohl als Reporterin von
National Geographics da hin gehen, die stehen nich auf der Liste und sind doch renommiert. Ich muss mich
dazu erst noch ein wenig richten, werde dafür Sakura-chans Hilfe benötigen. OK, dass wäre das.

Das Museum hat für weitere Sicherheit gesorgt, in dem sie Lens Grubb Inc. mit der Bewachung beauftragt
hat. Die Jungs gelten nach Knigth Errant und Wolverine als der dritte beste Sicherheitsanbieter in Seattle und
haben so auch Lone Star auf den vierten Platz verdrängt. Ein Gegner, der nich zu unterschätzen ist. Weis
das!

Okidoki! Mein Plan ist, dass wir, als Al und Ich, in das Museum eindringen. Dazu ziehen wir Uniformen von
der Sicherheitsfirma an. Die tragen dort leicht ICS Kampfanzüge. Müssen wir erst besorgen. Nach einem
Anruf bei Schwesterchen Jasmin haben wir sie um 22.00 Uhr. Al wird sie abholen. Deathdancer wird sich
um die Sicherheitsanlangen innerhalb des Museums kümmern. Hoffe ich zumindest. Deathdancer zickt da
ein wenig herum und will nich so recht. Weil die dort hauptsächlich auf Funkbasis arbeiten. Und? Ist er nich
so Firm drin. Und? Er wird es versuchen. Na, dass kann ja was werden. Weia!

24.03.2059 Montagabend Seattle Downtown

Nach dem das geklärt ist, mach ich mich zurück nach Hause auf, um mich für meine Reportershow
vorzubereiten. So langsam könnte ich glatt Reporterin werden. Hm, wäre vielleicht gar nich mal so schlecht,
sich mal so ne SIN zu besorgen. Mach mir dazu ne geistige Notiz.

Daheim bitte ich Sakura-chan, die inzwischen wieder zurück ist, mir zu helfen, mein äußeres etwas zu
verändern. Sehe bald aus wie ne Anglo Elfe. Was etwas Hautaufheller und ne Intensive Blondfärbung, blaue
Kontaktlinsen alles bewirken können. Davon machen wir nen Foto. Dann fälsche ich mit Sakuras

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Kartenkopierer mit der Vorlage von Sarahs Yurikawas Presseausweis meinen für National Geographic. Mein
Name wird Tina Taylor sein. Ich schicke Deathdancer die Notwendigen Daten. Dann leihe ich mir von
Sakura noch ihre Broschenkamera aus. Ziemliches Stück High Tech, von Cheyenne gefertigt. Ich probier
etwas herum, bis ich den dreh raus habe, damit verwertbare Bilder zu machen.

Was ziehe ich nun an? Hm, dass ist wieder mal das schwierigste. Mein Grünes Geschäftskleid? Hm, etwas
aus der Mode. Vielleicht mein weißes Cocktailkleid von Vernce? Na, ich weiß nich. Qual der Wahl. Ich
ziehe das Expertensystem von Sakuras Holospiegel zur Rate. Ich entscheide mich für das dezente Schwarze.
Steht mir gut. So jetzt noch die Frisur richtig drapiert, dass Make Up wirklich gut aufgelegt und die
Fingernägel dezent manikürt. Puh, die Zeit wird Knapp und muss mich dann echt beeilen. Komme auf den
Letzten Drücker an, werde aber nach kurzer Kontrolle durchgelassen. Allerdings werden Aufnahmen im
Innern verboten sein und die Konfiszieren alle Kameras. So manche Brille, Anstecknadel und auch meine
Brosche wird vorübergehend Konfisziert. Ich könnte platzen! Drek auch! Was mach ich jetzt nur?

Wie komme ich jetzt an verwertbare Bilder ran? Ara! Der Museumsdirektor ist ganz stolz, dass die
Schriftrollen morgen zum letzten Mal der Öffentlichkeit in seinem Museum gezeigt werden, dass er uns
damit eine geschlagene Viertelstunde nervt. Dann werden wie eine Herde Schafe durch das Museum geführt.
Die Rollen befinden sich im Keller, zu dem es nur einen Zugang gibt. Dieser Raum ist mit einem neuen
Bewegungsmelder bestückt. Sieht aus wie ein Ares Security BM6. Die Treppe selbst ist nich gesichert. Aber
dafür der Boden im Kellerraum. Der Boden ist gekachelt und man hat in den Ritzen dezent ein Druckgitter
verlegt. Kann die Marke nich identifizieren, aber spielt hier auch nich die Rolle, da ich nich vorhabe, es zu
manipulieren.

Hier stehen viele chinesische Exponate herum. Meist Waffen und Rüstungen. Keine davon magisch, aber
sehr wertvoll. Mein kleiner Waschbär bekommt beinahe einen Kollaps, weil ich davon später nix mitnehmen
darf. Dahinter kommt ein großer offener Raum. Ui! Zwei Pheromonscanner. Ares Security Mark PS59/6.
Das wird hart. Dann kommt endlich der Raum der Rolle. Hier wurden mit Stellwänden Barrieren geschaffen,
die einen Gang um den Ausstellungsraum bilden. Der direkte Zugang ist mit einer Laserbarriere gesichert.
Mit gutem Timing kommt man rüber, wenn man flink und gelenkig ist. Das wäre ich, aber Al dürfte dafür
einfach zu groß sein.

Der eigentliche Ausstellungsraum beinhaltet nur die Vitrine, wo die beiden Rollen ausgestellt sind. Ich krieg
hier noch mal das zu hören, was ich selbst schon in Erfahrung gebracht habe. Die etwa 2000 Jahre alten
Rollen wurden vor dreißig Jahren in China gefunden, sind verdammt gut erhalten. Aber bis jetzt waren sie
nicht lesbar. Die Kanji an sich bilden die ganz Normalen Charakter, wie sie heute noch teilweise in Gebrauch
sind. Aber die Worte geben keine vernünftigen Sätze wieder. Das eine oder andere Wort kann sogar ich
lesen. Kann das!

An sich sind die Rollen recht unspektakulär, bis halt darauf, dass man sie nich so einfach lesen kann und sie
so gut erhalten sind. Der Code wurde bis Heute nich geknackt. Und sie sind vollkommen unmagisch. Aber
trotzdem wollen Yamatetsu, Wuxing und Tan Tien diese Rollen unbedingt haben. Was die wohl damit
wollen? Wissen will! Jetzt! Mein Blick wandert von den Rollen zu dem Kasten. Verschlossen,
wahrscheinlich Kartenschloss, siehe eine Klappe im Sockel, die verschraubt ist. Die Vitrine selber hat einen
Erschütterungsalarm, wird wirklich heftig werden, wenn Deathdancer das nich ausschalten kann. Drek auch.

Mir fällt ein Mann auf, Anglo Norm, schütteres Haar, Anfang Fünfzig. Immer wieder streicht er seine
Krawatte glatt. Hm, wenn seine Nadel mal nich ne Kamera enthält. Ich glaub, ich hab meine Bilder
gefunden. Lucky!

Wir werden schließlich hinaus geleitet. Auf der Treppe versuche ich die Nadel von dem Norm zu klauen.
Klappt aber nich. Drek! Er macht sogar noch ein Bild von mir. Ich lasse ihn erst mal ziehen, verfolge ihn
aber. Obwohl ich recht sicher bin, dass ich sehr unauffällig vorgehe, biegt er auf einmal in ne schmutzige
Seitengasse ein. Drek. Alter Trick. Hier ist zuviel los. Also gehe ich eine Seitengasse weiter hinten und tanze
dort den Tanz des nich gesehen werdens. Gerade noch rechtzeitig komme ich zu ihm hin, um das Ende eines
Gesprächs mitzubekommen. Er arbeitet wohl für Yamatetsu. Hm, ich folge ihm weiter und er geht in ein
kleines Restaurant. Als er kurz bei der Bestellung abgelenkt ist, mopse ich ihm ganz geschickt die Nadel.
Lucky!

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Auf der Toilette nehme ich den Anstecker auseinander. Ist ein ziemliches Gefummel, aber schließlich kann
ich so was doch ganz gut. Mir gelingt es ein Interface zu legen und die Daten zu extrahieren. Das letzte Bild,
ich auf der Treppe, lösche ich. Die restlichen Daten lasse ich drauf. Dann baue ich wieder alles zusammen
und schleiche mich zurück. Der Typ kleckert gerade auf seiner Krawatte. Drek. Ich husche hin und lege die
Nadel auf dem Boden, da er gerade ihren Verlust bemerkt. Aber er findet sie und ist beruhigt. Und ich mach
den flotten Schuh. Mega Lucky!

24.03.2059 Montagabend Seattle Downtown

Ich schicke die Bilder nun Radek. Der ist ganz Begeistert und meint, die währen brauchbar. Lucky! So, dass
wäre geschafft. Da ich kein Pheromonspray mehr habe, sage ich Al Bescheid. Der ist gerade im Glowworm
und holt das restliche Zeug ab.

Wir treffen uns schließlich wieder bei der kleinen Yacht. Radek hat die Fälschung besorgt. Das ging jetzt
aber Fix. Die Rollen sehen aus wie die in im Schaukasten. Perfekt. Al trudelt mit Rüstungen ein. Sehen
natürlich ganz anders aus als die von Lens Grubb. Aber heh. Ich kann zaubern! Nach zwei Liedern der
Kleidung stylen habe ich zwei Uniformen. Sieht klasse aus. Na ja, zugeben, ner wirklich guten Musterung
aus einem halben Meter Entfernung halten die nich stand. Bin nich Super Magic Girlie aus dem Trid. Kann
nich alles wirklich perfekt. Aber für unsere Zwecke dürfte es reichen. Die meisten sehen eh nur das, was sie
sehen wollen.

Zwischendurch habe ich auch die Standarthauptbewaffnung geholt. Taurus DK40A2, meine ehemalige
Lieblingsmaschinenpistole. Aber das letzte halbe Jahr habe ich auf verschiedenen Typen trainiert und kann
jetzt mit so ziemlich jeder Maschinenpistole bis hin zu Sturmgewehrkarabinern. Inzwischen benutze ich
Hauptsächlich die Mendozza SZ-4 im Kaliber .357 Magnum. Mag die! Obwohl viele andere auch cool sind.
Ach, wer die Wahl hat, hat einfach die Qual!

Aber Dummerweise habe ich nich an die Seitenwaffe gedacht. Dummes Girlie! Aber Al kann Fix welche
Besorgen. Ares Alpha Handcombatgun. Kaliber .40SW. Und von Deathdancer hohle ich noch ein Teil, mit
dem ich den Funk anzapfen kann. Wenn das mal gut geht. Ich geh Astral mal aufklären. Ein nerviger
Watcher fliegt außerhalb des Museums und hat auch immer wieder den Kommandowagen gegenüber im
Blickfeld. Im Gebäude selber flitzen in jedem Stockwerk zwei von diesen Nervkugeln durch die Kante.
Weia!

Es ist dann schon etwa zwei Uhr Morgens, als wir starten. Das wird was werden. Wir fahren mit Al seinem
Mercedes hin. Das Museum für Asiatische Geschichte befindet sich gerade mal 1 Kilometer von meinem
und Sakuras Penthouse entfernt. Okashii! Wie auch immer. Ich singe das Lied des Nich gesehen werdens
und flitze schon mal vor. Die Luft ist rein und ich schaffe es ohne Probleme bis zum Kommandowagen. Mit
einem Tanz des Leicht seins unterstützt schwebe ich nach oben zu einem Verteilerkasten. Schwupp die
Wupp habe ich ihn offen. Ui ui ui! Sieht ja da drin aus wie in einem Nähkästchen, in dem ein Kätzchen
gespielt hat. Weia!

Aber nachdem ich mich kurz orientiert habe, schließe ich das Gerät an. So, jetzt schnell wieder die Klappe
drauf. Deathdancer meldet, er wäre drin, aber kann trotzdem kaum was machen. Grrr! Na gut, muss es eben
so gehen. Also zurück zum Wagen und Al mit einem Lied unsichtbar gemacht. Ich versuche mit ihm dort hin
zu fliegen. Weia! Er ist so schwer, rutscht an mir runter. Mir bleibt nix anderes übrig als ein weiteres Lied
des Leicht seins zu wirken, bevor Al wortwörtlich den Abflug macht. Er ist als Mann halt etwas schwerer als
Sakura, deren Gewicht ich gewohnt bin, neh?

Wir landen schließlich auf dem Dach. Es fängt an, leicht zu nieseln. Bäh! Dreks Wetter. Wann wird es
endlich Sommer? Die Stadt des Regens hat ihren Spitznamen nich umsonst. Dort oben auf dem Dach des
Museums läuft ne Wache auf und ab. Wir warten bis sie ganz außen hinten ist und Deathdancer kriegt es
gebacken, eine der Lichtkuppeln zu öffnen. Allerdings müssen wir das Bewegungsmelderfeld emulieren.
Hab ja so ein Gerät. Praktisch das! Wir kriegen es gebacken, in das Museum einzudringen, ohne Alarm
auszulösen. Langsam schwebe ich nach unten. Bis zum Abgang in den Keller schaffen wir es in weniger als
fünf Minuten. So! Jetzt wieder vorsichtig, wegen den Bewegungsmeldern.

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Quälend langsam durchqueren wir den Raum und erreichen schließlich die Treppe. So weit, so gut.
Vorsichtig nach unten, wir schweben über das Drucknetzgitter rüber und gelangen schließlich in den großen
Raum mit den Pheromonscanner. Hier kommt unser Spray zum Einsatz. Eine der Wachen läuft im
Innenbereich herum. Das wird wirklich knifflig werden. Deathdancer kriegt es nich gebacken, die Barriere
der Laserschranken zu deaktivieren. Drek auch. Es ist eines dieser System, wo die Verbindungen sich immer
wieder neu ausrichten. Ich schau mir die Sache zwei Minuten an. Dann hebe ich den Zauber auf Al auf und
schlüpfe durch das Gitternetz. Boah. Das war jetzt knapp. Toki Toki!

Wenigstens bin ich jetzt im Gang. Im Innenraum ist noch ein zweites Netz. Und ich muss auch noch auf dem
Wachmann aufpassen. Aber schließlich gelingt es mir, bis zur Vitrine vorzustoßen. Wieder warte ich, bis der
Wachmann eine Position weiterläuft und öffne dann das Panel. Tatsächlich ein Kartenschloss. Ich mach das
Panel wieder zu, warte bis der Wachmann wieder wo anders hinguckt und fange an zu manipulieren. Da ich
gut mit Schlössern umgehen kann, krieg ich die Vitrine innerhalb von 15 Sekunden entriegelt. Das war der
leichte Teil gewesen. Ha ha! Jetzt kommt das wirklich Harte. Ich konzentriere mich, gehe den Ablauf
mehrmals innerlich durch. So! Wachmann wieder weg. Los! Dann entnehme ich die Fälschungen dem
Transportbehälter und wickle so ab, wie sie ausgestellt sind. Der Wachmann wirft einen Blick hinein und
geht dann wieder weiter. Jetzt!

25.03.2059 Dienstagmorgen Seattle Downtown Museum für asiatische Geschichte

Mit einem Lied des Leicht seins, hebe ich den ganzen Kasten an. Puh, muss dabei ganz vorsichtig vorgehen.
Dann tausche ich die Schriftrollen aus. Eine nach der anderen. Jetzt habe ich sichtbar beide Rollen in der
Hand. Schnell senkt sich wieder die Glasumschalung und ich geh hinter dem Podest in Deckung. Lucky! Der
Wachmann schaut diesmal etwas länger hinein. Ich piss mir beinahe in den Tanga, so angespannt bin ich.
Dann geht er weiter. Puh!

Schnell rolle ich die Rollen zusammen und verstaue sie im Behälter. Deckel zu, Rollen drin. Jetzt verschließe
ich wieder den Schaukasten und mach das Panel fest. So, nun muss ich wieder durch die Laserschranke.
Deathdancer meint, dass irgendwas faul wäre. Dann reißt der Kontakt ab. Drek! Ich krieg auch Al nich mehr
rein. Mein Funk wird gestört. Mega Drek! Entweder sind wir entdeckt und ein stiller Alarm ist gerade runter
gegangen. Oder die Rattenjungs von Yamatetsu spielen jetzt schon mit. Das ist natürlich gar nich Sahne.
Weia!

Ich versuche durch das Gitter der Laserschranken zu kommen. Hab voll den Bammel und bin voll Nervös.
Kein Wunder, dass ich eine der Bahnen streife. Weia! Das wars. Wie erstart warte ich darauf, dass ein Alarm
losgeht, oder die Wache sich rührt. Aber alles bleibt still, der Wächter bewegt sich ganz normal auf seiner
Route weiter. Alles Klar. Dann bleibt nur eine der beiden Möglichkeiten übrig. Die Rattenjungs scheinen
einen Decker im System zu haben, der mehr drauf hat als Deathdancer. Und auch wenn ich immer wieder
über Deathdancer und sein Können Witze mache, der Mann kann decken, besser als ich Mana formen kann.
Ui! Wenigsten löse ich so keinen Alarm aus. Also husche ich jetzt so schnell wie möglich direkt zu Al und
verklickere ihm was Sache ist.

Und über Funk kriege ich ne komische Nachricht. Da hat sich doch glatt einer in unsere Frequenz und
Verschlüsselung gehackt. Drek! Die Rattenjungs wissen, dass wir hier drin sind. Find ich nun gar nich
Sahne. Jedenfalls meint der Typ, dass wir keine Chance haben, Nullen sind und er mit uns spielen wird. Nix
wie weg. Wir bekommen mit, wie der Wächter aus dem Raum in einen anderen Bereich geschickt wird.
Deutlich höre ich Schritte. Mist! Unter der Treppe gibt es so einen kleinen Verschlag, wo ein paar
Transportbehälter und anderes Zeug herum stehen. Darin schlüpfen wir hinein. Ich meine drei Leute
auszumachen, Al meint, dass es vier sind. Da er Cyberlauscher hat, glaube ich seiner Aussage eher als
meinen eigenen Ohren.

Da ich weiß, dass die Rattenjungs ziemlich fiese Schweine sind, lade ich meine DK40A2 mit Stahlmantel.
Das sind Black Ops Spezialisten, Konzernrunner, oder besser gesagt, Konzernkiller. Die gleichen Jungs
waren das mit den Urban Devils und ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie gnadenlos akkurat sie zu
töten in der Lage sind. Dies sind keine Wachmänner, die nur ihren Job tun, um ihre Familien
durchzubringen, oder versuchen, so genug Geld für ihr Studium zu bekommen. Das sind Killer und ich bin

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sicher, sie lieben ihre Arbeit. Mein Herz schlägt so laut, dass ich meine, es müsste durch das ganze Museum
dröhnen. Weia, ich muss jetzt echt auf die Toilette. Mein Mund ist ganz trocken. Toki Toki!

Sie haben nun den Fuß der Treppe erreicht. Al signalisiert mir, dass zwei links und einer rechts kommt. Ich
berühre ihn, um zu zeigen, dass ich verstanden habe, weil sehen kann er mich ja nich. Wenn es zum Kampf
kommt, ist die Mission gescheitert. Und verdammt noch mal, ich will nich kämpfen! Ich singe leise ein Lied
des Rufens. Ein kleiner Mensch mit Nickelbrille, gekleidet wie ein alter Chinesischer Krieger, wobei er
Anglo Typus ist, visualisiert sich vor mir. Ich bitte ihm, Al, sich selbst und mich zu verschleiern. Macht er
doch. Wir pressen uns in den Schatten der Kisten, als von beiden Seiten hier hinein geleuchtet wird. Die
Kegel zucken hin und her, gleiten aber unmerklich ab, so dass wir immer im Schatten liegen. Dann wieder
Dunkelheit und die Schritte entfernen sich stetig.

Wieder diese nervige Stimme in meinem Ohr. Al meint, dass nur drei weiter gegangen sind, der vierte
müsste hier noch wo sein. Ein kurzer astraler Check macht mir klar, dass der Typ im Schneidersitz auf der
Treppe sitzt. Gesichtsfeld nach unten. Weia, da kommen wir nich so ohne weiteres vorbei. Muss ich ihn
ausschalten? Wäre eigentlich eine gute Gelegenheit. Der Typ ist Mundan, aber Vercybert. Zwar kein
Essenzloch wie Reaper oder Jonny, aber doch ziemlich viel Zeug drin. Er hat zwar keine Ultrasoundbrille
auf, aber wenn ich mir das Zeug in seinem Kopf so angucke, könnte er durchaus was Intern drin haben. Der
Typ nervt mich weiter mit seinen dämlichen Funksprüchen. Er will mich aus der Reserve locken, will, dass
wir es jetzt und heute beenden. Und verdammt noch mal, in mir wird der Wunsch ihn zu töten immer größer.
Langsam gleite ich aus unserem Versteck, ganz langsam drücke ich mich nach oben, schwebe an ihm vorbei.
In meiner Taurus DK40A2 habe ich 25 Kugeln mit Stahlmantel. Vater unser im Himmel!

25.03.2059 Dienstagmorgen Seattle Downtown Museum für asiatische Geschichte

Der Kerl steht auf. Wahrscheinlich spürt er die von mir ausgehende Gefahr, in der er sich befindet. Ich bin
direkt hinter ihm. Ein sauberer Genickschuss. Ich brauch nur abzudrücken und das Schwein ist alle. Aber die
Mission wäre damit nich erfolgreich. Krieg zwar keine Kohle dafür, aber kaum ein Johnson würde so viel
Mühe aufbringen, um einen seiner Runner aus der Gefangenschaft zu befreien. Radek hat immerhin über
300K dafür ausgegeben, bin meinem Johnson was Schuldig. Nein, heute ist nich der Tag für diese Ratte zu
sterben. Die Mission geht in diesem Fall vor, persönliche Gefühle haben in meinem Biz nix zu suchen.
Intensive Gefühle führen in den toxischen Weg. Will das nich! Unglaublich vorsichtig schleiche mich ich
von ihm weg, nur kein Geräusch verursachen, nich mal zu atmen wage ich vor lauter Angst, dass er da hören
könnte. Ich schwebe nach oben und gehe hinter dem Treppengeländer in Deckung. So, dass er mich nich
sieht.

In weniger als eine Minute kommen sie alle vier Jungs vom Team B die Treppe hoch, die gefälschten Rollen
wohl im Gepäck. Hihi! Er gibt noch einen letzten dämlichen Spruch durch, dann sind sie weg. Ich hohle
noch Al, dann sausen wir nach oben. Krieg immer noch keinen Kontakt zu Deathdancer, dann ruf ich ihn halt
an. Nach dem fünften Klingeln meldet er sich. Gut, wir leben noch, haben die Rollen und müssen hier raus.
Wieder tanze ich einen Tanz des Leicht seins, der mir trotz großer Kopfschmerzen gelingt. Kann das! Wir
fliegen langsam hoch, warten bis der Wachmann weit weg ist und lassen die Kuppel etwas hochfahren.
Inzwischen prasselt es und Seattle macht ihren Beinamen, Hauptstadt des Regens, wieder mal alle Ehre.
Leider rinnt auch etwas Wasser nach unten und wird ne kleine Pfütze bilden. Aber dafür hat der Wachmann
garantiert seinen Ultrasound ausgeschaltet. So! Wir sind draußen und die Kuppel senkt sich langsam wieder.
Lucky!

So schnell wie möglich sausen wir zum Mercedes. Und rein. Im Wagen entspanne ich mich etwas. Wir
haben es geschafft. Mega Lucky! Soeben sehe ich, wie die Türen des Kommandowagens auffliegen und drei
Leute herauslaufen. Sie scheinen gemerkt zu haben, dass was nich stimmt. Die anderen haben wohl keine so
gute Arbeit geleistet. Aber eigentlich müssten sie ja auch Fälschungen zum Austauschen gehabt haben.
Schließlich war der Schlipsträger mit der Fotoanstecknadel von denen. Oder sie wollten nur aktuelle Bilder
von Innen haben. Na ja, egal. Wir haben die richtigen Rollen und mein kleiner Waschbär freut sich darüber
diebisch. Happy!

Ich rufe Radek an. Er meint, wir wären wohl aufgeflogen. Iwo! Wir doch nich! Die anderen haben die
Fälschung und ich das Original. Wir versprechen, so schnell wie möglich zu kommen. Al fährt los und ich

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hole die Rollten heraus. Vorsichtig entrolle ich sie und versuche irgendwas herauszufinden. Aber ich schaffe
es nich in zwanzig Minuten dass zu vollbringen, wozu Spezialisten seit dreißig Jahren nich in der Lage sind.
Die Rollen ergeben so einfach keinen Sinn. Vielleicht braucht man einen Schlüssel oder die zwei Rollen sind
Teil eines großen Sets von vier bis acht Rollen, die man dann alle haben muss. Könnte ich mir jedenfalls
vorstellen.

Wir fahren vor, ich rolle die Rollen wieder mal zusammen und stecke sie in den Behälter. Im Boot ist Radek
nich allein. Zwei Chinesen, kenne sie beide nich, in Schlips sind bei ihm. Recht schmale Kerle, etwa dreißig
bis vierzig Jahre alt. „Wir haben es geschafft!“ Schreie ich und tanze in der Kabine, schwenke dabei die
Rolle mit den Behältern. Die beiden China Norms gucken mich ganz entgeistert an. Halten mich wohl für
verrückt. Mit einer theatralischen Verbeugung übergebe ich sie Radek. Er öffnet den Behälter und übergibt
den Inhalt an die beiden China Normas, die mit großer Ehrfurcht darauf starren. Al kriegt seine Kohle und
ich gucke etwas beleidigt aus der Wäsche. Kleiner Bonus zum decken der Unkosten hätte schon sein können.
Na ja, nix wie weg hier.

Ich verabschiede mich von Al und bleibe allein im Regen zurück. Da fällt mir auf, dass ich immer noch die
ICS Sicherheitsrüstung anhabe. So kann ich nich rumlaufen. Und hab ja noch Sachen auf dem Boot. Also
wieder zurück. Ich klopfe und Radek schaut mich fragend an. Muss noch mal rein, meine Sache und
umziehen und so. Es gibt zum Glück noch ein Schlafzimmer, wo ich mich dann umziehe. Dann muss ich
unbedingt mal für kleine Girlies. Hab inzwischen den Wahnsinns Druck drauf. Puh, tut das gut. So, die
Rüstung in ne Mülltüte verpackt und das ganze Zeug kommt hinten auf mein Motorrad. Weia! Nich gerade
der beste Ort, um so was zu transportieren. Aber bin ja nun mal mit dem Hobel da. So brause ich in die
Nacht nach Hause. Lucky!

Gespielt am 08.05.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker und Al
Karma: 4 (Viel zu wenig! Heul! ;) )
Eingenommenes Geld: Minus 8.6K für Anzug und Pistole
Andenken für die Hall of Fame: 1 Presseausweis National Geographic

Zwischenspiel 5

25.03.2059 Dienstagmorgen Seattle Downtown Elfenviertel

Ui ui ui! Bin Fix und Foxi! Ich schleppe mich ganz Müde zu meinem Bettchen, schäle mich aus meiner
Kleidung und falle hinein. Bin sofort weg. Träume davon, dass ich eine berühmte Archäologin bin und
Schriftrollen aus einem Tempel des Todes stehle. Statuen sind in Wahrheit Erdelementare und wollen mir
ans Leder. Felskugeln rollen durch die Gänge und ich habe alle Hände voll zu tun, mit den Gefahren des
Labyrinths fertig zu werden. Schließlich muss ich in einen See springen, um einer Horde von Monstern zu
entkommen. Weia!

Der Traum ist sehr realistisch, denn auf einmal spüre ich, wie mein Gesicht nass wird. Oh nö! Sakura hat
mich mit einem Glas Wasser geweckt. Fies das! Mag ich gar nich. Sie lacht nur und meint, sie versucht mich
seit geschlagenen fünf Minuten aufzuwecken. Hätte mich ruhig ausschlafen lassen können. Bin hart
arbeitendes Girlie! Aber Sakura kennt einfach keine Gnade. Fies das!

Also bleibt mir nix anderes übrig als aufzustehen und mich anzustrengen. Diesmal meint Sakura, dass wir
etwas Nahkampf machen sollten. Och, welch große Abwechslung. Jeden Wochentag dasselbe. Will nich
mehr! Was würde denn mir so vorschweben? Hm, wie wäre es mal mit etwas Tanzen oder so. Etwas was
Spaß macht. Ob ich meinem nächsten Gegner nun was vortanzen würde. Na ja, mit Tanzen werde ich mich
bald für meine Zauber zentrieren und deswegen wäre es eigentlich gar nich mal verkehrt, wenn ich das etwas
üben würde. OK, meine Sakura, können wir ja nachher noch zusätzlich machen und jetzt darf ich mich
verteidigen. Fies das! Sakura greift mich an und ich muss mich wehren. Menno!

So kann man natürlich auch trainieren. Mag das gar nich. Aber schließlich meint sogar Sakura, es wäre für
heute genug. Und nun noch etwas tanzen. Sie zeigt mir noch ein paar Tänze aus ihrem Fundus. Das macht

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wenigstens noch Spaß. Um Spaß geht es hier aber nich, meint Sakura, sondern darum, da draußen zu
überleben. Check ich doch, aber deswegen muss man es ja nich gleich so übertreiben. Es gibt ja noch andere
Möglichkeiten, seine freie Zeit zu verbringen. Aber Sakura lässt sich von ihrer Meinung nich abbringen. Die
Schwachen und Langsamen sterben in unserem Biz, nur die Starken und Schnellen überleben. Und jetzt ab
unter die Dusche. Diesmal duschen wir getrennt. Weia!

Ich mach wie immer Frühstück und Sakura liest ihre herunter geladenen Zeitungen. Während dem essen
guck ich etwas Trid. Sarah Yurikawa macht wieder mal ne Reportage auf ihre unnachahmliche sympathische
Girlieart. Happy! Sakura fragt mich, warum ich auf einmal quietsche. Ich erkläre ihr, wie übel ich Sarah
teilweise mitgespielt habe, wo sie doch so ein nettes Girlie ist. Ob ich mich in sie verleibt hätte. Also nö! Gar
nich war. Mag sie nur. Sakura grinst breit, sie hat mich aufgezogen. Ich geb ihr nen Knuff. Sie lacht nur.
Hmpf!

Nach dem ich das Geschirr in die Spülmaschen versorgt habe, ist es Zeit weiter an meiner Hütte zu
schrauben. Ich befestige das Holzkreuz über den Altar. Das Teil sieht recht Schmucklos aus, war aber sehr
teuer. Darum muss ich nur einen einzigen Tanz aufführen und meine Medizinhütte ist nun Stufe 9 nach der
oben offenen UCLA Einstufung für magische Phänomene. Schon bald werde ich die notwendige Stufe haben
und dann kann ich mit der Erstellung der Formel beginnen. Ui, dass wird noch was werden. Muss noch viele
Charaktere entwickeln, Geschichten ausdenken und richtig zeichnen lernen.

Da ich so schnell fertig geworden bin, könnten wir ja die Zeit nutzen, um mal wieder auf den Schießstand zu
fahren. Käme ja ganz aus der Übung. Heiliger Sankt Waschbär! Mir fällt da was ein! Da liegt ja noch ein
Maschinengewehr von mir herum, was ich der Mafia vor knapp ner Woche geklaut habe. Dummes Girlie!
Ahh, wenn das nun Kinder oder schlimmeres gefunden hat? Gar nich auszudenken. Schnell hin. Hab zwar
die Knarre echt gut versteckt, aber man weis ja nie. Sakura meint, nur nix überstürzen. Entweder man hat die
Waffe schon längst gefunden oder sie ist auch noch in den nächsten Stunden sicher. OK, da hat sie wohl
recht.

Also in Ruhe anziehen und ab in den VW Impuls. Ich komme recht gut Vorwärts. Ich liebe es, dass die
Auffahrt zum Expressway direkt vor unserer Türe ist, sprich weniger als zwei Kilometer. Lucky! So bin ich
recht Fix im Süden von Tacoma. Aber was ist denn das? Ui ui ui! Als ich am Schrottplatz vorbeifahre, sehe
ich den von Lone Star Cops umstellt. Detective Takagi schreitet wie ein Siegreicher General über Berge von
Leichen. OK. Das war jetzt übertrieben. Aber Fakt eins, da liegen ein paar Tote herum. Fakt zwei, Detective
Takagi ist vor Ort. Fakt drei, hier wimmelt es wirklich von Cops. Über dem Geschehen kreisen zwei
Hubschrauber von News Net Sendern.

An dem Ort, wo ich mein cooles MG hab liegen lassen, steht ein Lone Star Streifenwagen. Irgendwie scheint
es mir jetzt nich gerade der geeignete Zeitpunkt zu sein, eine Illegale Vollautomatische Waffe zu bergen. Ne,
ganz und gar nich! Also fahre ich ganz normal weiter und mach dass ich hier wegkomme. Hah, dass wird
Bigio nich schmecken. Ich guck mal, ob das Lagerhaus auch hops genommen worden ist. Ich stell den
Wagen auf Autopilot und schalte dann den Minitrid des Wagens an. Zuerst muss ich etwas durch die Sender
suchen, aber dann kriege ich Live mit, wie ne Razzia dort am laufen ist. Allerdings geht das ganz ohne Tote
und Action ab, so dass der Bericht schnell wieder eingestellt wird. Nich genug Blut für ne Quote. Dafür
bekomme ich noch mal einen Mitschnitt geliefert, wie sich die Mafiosi am Schrottplatz wehren, nur um von
einer SWAT Unit nieder geballert zu werden. Lone Star macht recht schnell kurzen Prozess, wenn man sich
nich ergibt. Weis das! War mein Tipp an Takagi doch nich so verkehrt. Rache für Al Borg. Werde ihn nie
vergessen! Und meine drei Chummer aus NO, Avite, Cabaal und Jerome Deverneux, auch wenn ich sie nur
kurz kannte, sie werden immer in meinem Herzen wohnen. Weis das!

File 7
Familiengeschäfte

25.03.2059 Dienstagnachmittag Seattle Downtown

Auf der Rückfahrt ruft mich Radek an. Hätte mal wieder einen Job für mich. Ich guck auf die Uhr, den
letzten Job habe ich noch nich mal vor zwölf Stunden beendet. Scheine echt gefragt zu sein. Lucky! Beim
Outstander, ne kleine Bar in Downtown sollen wir uns treffen. Ich geb den Namen in den Autonav ein, der

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sagt mir, dass es bis dorthin ne dreiviertel Stunde ist. „Also dann bis gleich.“ Da ich den Piloten fahren lasse,
nutze ich die Zeit, ein wenig zu relaxen und Musik zu hören. Wenn man in Dauerarbeit ist, lernt man erst die
Nützlichkeit von so nem Autopiloten kennen. Weiß das!

In der Nähe der Bar gehe ich wieder auf Manuel und guck mich nach nem Parkplatz um. Im Trid finden die
Protagonisten, ui, ich liebe diese coolen Fremdwörter, immer gleich nen Parkplatz direkt vor dem Eingang.
Sakura meint, es wäre nich interessant, die Leute bei der Parkplatzsuche zu beobachten. Na ja, hat sie wohl
recht. Ich finde immerhin am gleichen Block noch ne große Parklücke. Vorsichtig parke ich Rückwärts ein
und schaffe das, ohne einen Wagen dabei zu berühren. Kann das!

Das Outstander macht nen recht heruntergekommen Eindruck. Nich gerade die Art von Bar, in die ich gerne
gehe. Radek sitzt an einem Tisch in einer Nische am Ende des Raumes und ich ordere mir ne Cherry Coke.
Der Johnson kommt schnell zum Punkt. Ein Typ namens Foku Katayama ist ermordet worden. Mit ner
Autobombe. Bumm! Mafia? Ne, ist in Japan passiert. Yakuza? Ist nich sicher, meint Radek. Fuko Katayama
hat ne kleine Firma gehört. Und auch noch ein ansehnliches Aktienpaket von Yamatetsu. Zwar nur im
Promillebereich, aber bei nem AAA Konzern bedeutet das, der Mann war ein Steinreicher Knacker. Wie
auch immer. Tags darauf ist sein Sohn Kenji umgekommen. Ist mit ner zweimotorigen Cesna abgestürzt.
Menschliches Versagen, wie es im Unfallbericht heißt. Der Unfall fand am frühen Abend bei ruhigem Wetter
statt. Kein Notruf. Mega Seltsam.

Meine Aufgabe soll es nun sein, die Umstände dieses seltsamen Todes genau herauszufinden und wer oder
was dafür verantwortlich war. Nun ja, und wo war das genau? Provinz Iwata in Japan? Oro? Gl gl gl! Ich
zeige auf meine niedlichen Ohrspitzen, die in Japan mögen keine von meinem Schlag. Sperren die in Getthos
und geben unser einer nur die niedrigsten Arbeiten für nen absoluten Hungerlohn. Voll Fies das! Finde mich
deshalb für so eine Art Aufgabe nicht gerade geeignet.

Ich hätte doch sicher meine Möglichkeiten. Klaro. Aber ich hab nich die passende SIN dazu. Aber mein
Johnson meint, er hätte da Möglichkeiten das zu deichseln. OK. Einen Flug hätte er auch dorthin. Das
einzige Problem ist, dass er auf der schnelle keinen Illegalen Transport dorthin organisieren könnte. Also ich
könnte nix Illegales mitnehmen. Nich so Sahne. Und 5K Spesen sind auch nich so die Welt.
Schattenkontakte nach Japan hat er auch nich. Logisch, sonst bräuchte er mich ja nich dort hin zu schicken.
Hm. 30K wären meine Erfolgsprämie, plus Bonus, falls sich dort noch was ergibt. 30K für etwas schnüffeln
ist schon OK. Aber das letzte Mal wäre ich beinahe bei so einem Stunt umgekommen. Waschbär ist natürlich
trotzdem begeistert. Verstand kriegt echte Zustände und mein Herz hat nich gerade nen Freudentaumel, aber
30K sind schon was Feines. Also Deal!

In nem Nebenraum tanze ich den Tanz des Anders aussehen, verwandle mich in ne niedliche Japanerin.
Radek macht Fotos davon, für die SIN. Dann krieg ich noch ein paar Details verklickert. Dieser Kenji war
vorher bei nem Yakuza Oyabun Namens Nagano in Miyako, gelegen in der Provinz Iwata, zu Besuch. Ist
natürlich schon mal verdächtig. Also nix wie hin. Radek braucht etwa drei Stunden, bis die SIN steht. Boah,
geht das vielleicht mal schnell. Soll mir Recht sein. Wir machen nen Treffpunkt aus, Informationsschalter
13, wie gut das ich nich Abergläubisch bin, wo ich dann mein Ticket und die SIN bekomme. Ich werde
Asuka Suzuki heißen. Frischer Morgenduft Flussbarsch. Wie poetisch. Gl!

Ab nach Hause. Sakura fällt aus allen Wolken, als ich ihr verklickere, dass ich nach Japan düse. Sie meint,
ich solle bloß auf meinen kleinen knackigen Arsch aufpassen. Nich das sie mich wieder rauspauken muss.
Werde aufpassen. Versprochen. Und jetzt packen. Was ist en dort für en Klima? Meine Geliebte guckt nach
und meint, dass dort schon recht warm ist. Kann also was Frühlingshaftes mitnehmen. Immer diese Qual der
Wahl. Mit Sakuras Hilfe packe ich dann das Notwendigste ein. Als einzige Ausrüstung nehme ich nur
meinen ausziehbaren Schlagstock und meinen Taser mit. Diesmal kommen Zwanzig Nadeln dazu. Nich das
mir wieder die Muni ausgeht. Kann losgehen!

26.03.2059 Mittwochmorgen JIS Tokyo

Mit einigen heißen Küssen verabschiedet mich Sakura. Dann muss ich los. Leider! Hätte echt viel Lust auf
mehr. Bei den ganzen Küssen läuft bei mir das Wasser zusammen. Heul! Lust auf mehr! Aber die Pflicht in
Form eines Fluges ruft. Weia!

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Zuerst mit nem Taxi nach Downtown, mit nem weiteren nach Tacoma und von dort zum Sea Tac. Ist einiges
los. Muss mich richtig zum Infoschalter durchkämpfen. Gar nich so einfach, wenn man nen schweren Koffer
hinter sich herzieht. Die Leute sind ja so Rücksichtslos! „Tschuldigung, dass ich mich nich in Luft auflösen
kann!“ So ne Dumpfbacke, rennt mich doch so ein dämlicher Touri beinahe über den Haufen. So was auch!
Ein Schrank im Anzug übergibt mir in der Nähe des Infoschalters unauffällig nen unbeschrifteten Umschlag.
Ist meine SIN und das Ticket drin. Lucky! Das ging ja jetzt fix. Auf der Damentoilette tanze ich den Tanz
des Anders Aussehens, nachdem ich mich überzeugt habe, dass keine Nervkugeln in der Nähe sind und sehe
jetzt wieder so aus, wie es auf der SIN hinterlegt ist. Kann das!

Dann darf ich mich bis ans andere Ende des Terminals durchkämpfen, um zu den Internationalen Flügen zu
kommen. Und die ganze Zeit mein schwerer Koffer im Schlepptau. Will auch so einen coolen Drohnenkoffer
haben, der selber fahren kann und einem überall folgt. Aber ich armes Girlie muss halt selbst ziehen. Puh,
endlich bin ich am Schalter der JAP Airline. Muss einen Haufen dämlicher Fragen beantworten, habe ich den
Koffer selber gepackt, sind auch keine Drogen drin, bla blub. Und ich krieg noch nich mal einen
Fensterplatz. Heul! Zu spät dran halt. Na ja, egal.

Das passieren der Sicherheitskontrolle verläuft ohne Zwischenfälle, habe echt die Befürchtung, dass irgend
so ein Sicherheitsmagier meine Maskierung durchschaut, aber nix passiert. Lucky! Reguläre Flüge sind so
was von Easy, wenn man keine Chromklumpen mit sich rumschleppen muss. Bei denen gibt es immer den
Megaärger, wenn sie durch den MAD gehen. Und erst recht, wenn es dann den Cyberwarecheck gibt. Na ja.
Dann ab in die U-Bahn zum neuen Terminal Fünf.

Ist ein normaler Linienflug in einem Airbus. Hab natürlich nur Touriklasse. Ich sitze außen, neben mir ein
Pärchen aus Tokio. Haben in Seattle Verwandte besucht. Zum Glück nerven sie nich mit irgendwelchen
Geschichten. Find ich gut. Nach einer gewissen Zeit kann ich mich entspannen und schlafe sogar eine
Runde. Der Rest des Fluges verläuft ohne Ereignisse. Lucky! Wir fliegen direkt den Zentralflughafen in
Tokio an. Weia! So viele Wolkenkratzer auf einem Fleck. Ein richtiges Meer davon. Seit einige findige
Ingenieure ein Verfahren entwickelt haben, wie man auf dem schwammigen Grund von Tokio trotzdem hoch
bauen kann, ist einiges an Hochhäusern dazu gekommen.

Mein Anschlussflug geht in ner halben Stunde, so dass ich nich nach Tokio shoppen gehen kann. Weia! So
viele geile Läden und ich kann nich hin! Mega Fies! Ich bin die einzige Passagierin von dem Flug nach
Miyako. Es ist hier früher Morgen, als wir einfliegen. Der Flughafen ist klein. Ein Ankunftsgebäude mit
Tower, zwei Hangars. Keine Maschinen auf dem Rollfeld. Es ist zu früh, um Fragen zu stellen, weil so gut
wie keiner da ist, den ich überhaupt fragen könnte. Vor dem Flughafen gibt es sogar ein Taxi. Schon cool,
die Türen gehen hier automatisch auf und es gibt tatsächlich noch Fahrer. Das Taxi ist sehr sauber und ich
sitze auf einem gehäkelten Sitzbezug. Kawaii! Das Taxi könnte direkt aus dem letzten Jahrtausend stammen.
In manchen Dingen sind die Japaner seltsam Traditionell. Ich lass mich zu nem Hotel fahren. Geb dem
Fahrer kein Trinkgeld, weil das hier ganz und gar nich üblich ist. Haben hier schon seltsame Sitten, diese
Japaner. Echt wahr!

Im Hotel bekomme ich ein japanisches Zimmer. Soll heißen, kleiner mit Tatami Matten ausgelegter Raum.
Ein kleiner, sehr niedriger Tisch, ein Stuhl ohne Beine, also nur ne Lehne. Das Bett ist eine Futonmatte, die
eingerollt im Schrank liegt. Ui. Richtig Japanisch. In einer Ecke steht auf einer kleinen Anrichte ein Trideo.
Ich wähle mich hier erst mal ein und guck nach ner Autovermietung finde eine. Ich miete mir nen Subaru
Swift Mini Compact. Ist ein schnuckeliger Zweisitzer. Mit nem Taxi fahre ich dort hin. An einem Terminal
lade ich den Code für den Wagen in meinen gefälschten Credstick. Der Wagen wird aus einer roulierenden
Garage ausgespuckt. Praktisch Platz sparend so was.

Mit dem Wagen fahre ich aus der Stadt heraus. Wenn ich keine Kanji könnte, ich wäre vollständig
aufgeschmissen. Hier steht alles nur in japanischen Zeichen. Nur die Ziffern sind Arabisch. Auch das
Autonav scheint nur eine japanische Bedienoberfläche zu haben. Was bin ich froh, das ich Japanisch
inzwischen besser als Englisch spreche. Und auch lesen kann. Von wegen, mit Iconographie käme man weit.
Schwachsinn!

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Was auch auffällt, ist, dass alle Leitungen oberirdisch verlegt sind. Dicke Kabelstränge hängen an Masten.
Weia, wenn hier mal ein richtiger Taifun durchgeht, müsste doch überall der Strom ausfallen. Und es sind
nur wenige Metas zu sehen. Scheinen wohl fast alle noch im Getto zu sein. Oder hier gibt es einfach keine,
kann auch sein.

Ich komme recht gut auf der ausgebauten Straße vorwärts. Das einzige was nervt, dass sie hier falsch rum
fahren. Alle auf der falschen Spur. Irritiert echt. Liegt daran, dass sie das englische Verkehrssystem
übernommen haben. Und Engländer fahren falsch herum, weil bei denen die Peitschen so ausgeholt worden,
dass sie manchmal Fußgänger trafen, deswegen mussten die Kutschen dann ganz links fahren. Und wegen
den blöden Engländer muss ich jetzt voll aufpassen, nich auf die richtige Straßenseite zu wechseln. Ist
besonders nervig beim abbiegen. Aber bald habe ich den Bogen raus. Inzwischen ist die Sonne aufgegangen,
aber hier draußen auf dem Land ist kaum was los.

Nach ner dreiviertel Stunde Fahrt erreiche ich die Absturzstelle. Liegt in Sichtweite der Straße. Zwei Kerle
halten sich dort auf. Hm? Haben Freizeitkleidung an, die so deplaziert wirkt, als ob Yaks sich verkleiden
würden. Ich fahre weiter. Bei einer Tankstelle halte ich an und plündere den Getränkeautomaten. Ah, das
erfrischt. C Lemmon. Herrlich. Aber zurück zur Arbeit. Ich parke den Wagen etwas abseits und geh erst mal
etwas astral spicken. Ein kurzes Askennen zeigt mir, dass die beiden einiges an Cyberware haben, der eine
mehr, der andere weniger. Sie unterhalten sich gerade über Wetten. Die Mannschaftsnamen kann ich der J-
Leage zuordnen, der Japanischen Baseball Liga. Nich das mich das interessieren würde.

Weiter unten ist das Flugzeugwrack zu sehen. Und was sehe ich da? Ein Vorwitziger Watcher kreist dort
herum und guckt mal hier und da. Ein schnelles Askennen zeigt mir, die Nervkugel hat ne Kraftstufe von 4
auf der nach oben offenen UCLA Einstufung für magische Phänomene. Der Schöpfer muss mindestens
genau so mächtig sein wie ich. Ui ui ui! Da der kleine Watcher mich nervt, bringe ich ihn mit ner guten Idee
dazu, lieber auf die Leute aufzupassen. Aber irgendwie klappt das nich so recht, denn jetzt behält er beide
Sachen im Auge, in dem er hin und her flitzt. Drek!

26.03.2059 Mittwochmittag JIS Iwata Provinz

Astral ist das Flugzeugwrack recht unergiebig. Mist auch. Irgendwelche Magische Reststrahlung ist nich
auszumachen. Aber es fehlt der Geschmack des Todes. Muss mir die Sache körperlich angucken. Ich tanze
den Tanz des Nich gesehen werdens und des Leicht seins. Und ab die Post im Tiefsflug, jede noch so kleine
Deckung wegen dem Watcher ausnutzend, pirsche ich mich an die Stelle an. Die beiden Aushilfsyaks sind
immer noch im Gespräch vertieft und nerven sich gegenseitig an. Der Watcher schwirrt nervös hin und her.
Ich passe ihn ab und flieg runter zu dem Wrack, dass malerisch an der Steilküste liegt. Das Wrack selbst
müsste mir genug Deckung vor der Nervkugel geben. Hoffe ich zumindest mal. Genau am Pilotensitz hat
eine Felsspitze das Wrack durchschlagen. Übel! Das kann niemand überlebt haben. Aber von der Sauerei ist
so gut wie nix zu sehen. Seltsam. Hat Wasser vielleicht alles weggespült?

Ich durchsuche das Auseinandergebrochene Wrack nach irgendwelchen Hinweisen. Motor und Elektronik
sind zu stark zerstört, als das ich was erkennen könnte. Ich ruf Roller an, die Zwergin ist in diesem Fach
kompetent, da sie ja studierte Ingenieurin ist. Zwar nur allgemeine Fahrzeugtechnik, aber sie weiß bestimmt
viel mehr als ich oder jeden anderen, den ich sonst noch so auf diesem Sektor kenne. Sie hört sich gar nich
glücklich an, als sie mich hört. Aber sagt mir, auf was zu achten wäre. Ich gehe Stück für Stück ihren
Hinweisen nach. Aber eine eindeutige Spur von Sabotage kann ich nich finden. Danke Roller, hast was gut
bei mir.

Dann ruf ich Radek an und teile ihm den Stand meiner Ermittlungen mit. Ich frag ihn nach dem
Polizeibericht und der Pathologischen Untersuchung. Nach wenigen Minuten habe ich den Bericht, ist vom
Polizeichef höchstpersönlich verfasst, seltsam. So was macht normalerweise ein ermittelnder Beamter,
jedenfalls in der UCAS. Auch der Pathologische Bericht fehlt. Die müssen die Leiche doch obduziert haben,
schon allein deswegen, ob Alkohol im Spiel war. Aber nix dergleichen. Es wird von menschlichen Versagen
gesprochen. Aber das kann nich sein. Erfahrener Pilot, gutes Wetter, kein nachgewiesener Alkohol. Mega
Seltsam!

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Und was mich wirklich stutzig macht, hier ist überhaupt kein Blut, rein gar nix. Als ob überhaupt niemand an
Bord war. Das ist es! Ich nerv noch mal Roller und frag sie, an was ich eine Fernsteuerung erkennen kann.
Sie zählt ein paar spezifische Komponenten auf und wo die mit der Bordelektronik verbunden sein müssen.
Und tatsächlich finde ich mit ihrer Hilfe die Überreste einer Fernsteuereinrichtung. Lucky! Okidoki, der Tod
von Kenji wurde vorgetäuscht, aber warum? Steckt da vielleicht der zweite Bruder und nun Alleinerbe mit
drin? Am Verdächtigsten sind in einem Verbrechen der wo am meisten vom Tod profitiert und der wo zuerst
am Tatort war. Hm. Und dieser Oyabun steckt auch noch drin. Was hat der vom Tod von Kenji? Was hatten
die beiden zu bereden? Diese Fragen gilt es zu beantworten.

Also zurück in mein Auto. Ich fahre wieder in die Stadt. Beim Vorbeifahren sehe ich, wie einer der beiden
Telefoniert. Also Wagen auf Autopilot und nix wie Astral hin, dabei immer auf die immer noch nervig
herumschwirrende Kugel achtend. Ich krieg noch den Namen Nagano mit, als dem von dem örtlichen
Oyabun, der irgendwie mit drin zu hängen scheint. Das wäre die Bestätigung meines Verdachtes.

Als nächstes Fahre ich zum Flughafen. Leider muss ich mich jetzt ein wenig exponieren. Rauskriegen tu ich
gar nix. Keiner will was gesehen haben. Ich kriege eigentlich nur den Rat, nich so viele Fragen zu stellen.
Hier ist was Oberfaul. Die Yakuza schient hier wirklich alle in der Tasche zu haben. Ich hasse so was!

So, mal sehen wo dieser Nagano so lebt. Nach kurzer Suche bekomme ich das raus, der Kerl steht im
öffentlichen Telefonbuch. Nein, nich in den gelben Seiten unter Oyabun. Seine Adresse ist außerhalb der
Stadt, in einem kleinen Wäldchen liegt sein Anwesen. Ich fahre in die Nähe und sehe mir die Sache mal
Astral an. Das Gebäude ist im alten Stil errichtet. Jede Menge Jojimbos, oder auch beleidigend Dumbos
genannt, halten hier Wache. Ist ne halbe Armee an Yakzuasoldaten. Allein die Perimetersicherung wird von
vierzehn Personen durchgeführt. Entweder ist der Typ total Paranoid oder er hat seine Gründe, sich zu
fürchten. Auch hier trudeln zwei Watcher herum. Ein Askennen zeigt mir, dass sie den gleichen Chef haben
wie der an der Klippe. Ich werde dem Anwesen wohl noch einen Besuch abstatten, aber nich jetzt. Das war
die Arbeit, jetzt das Vergnügen!

Ich bin in Japan und hier gibt es Sachen, die es sonst nirgendwo gibt. Also fahre ich nach Morioka, nach
japanischer Lesart eine kleine Provinzhauptstadt, da sie noch nich mal die Millionengrenze durchschlägt.
Schlappe 900K Einwohner. Ich park mein Auto in einem Parkhaus und ab ins reine Vergnügen. Shoppen bis
der Credstick glüht. Aber zuerst knurrt mein Magen. Ganz arg Hunger! Ich geh in ein japanisches
Restaurant. Als eines, wo man auf Kissen sitzt und an nem ganz niedrigen Tisch isst. Hm, was nehm ich nur?
Nach kurzer Wahl nehme ich ne Platte mit frittierten Fischen, die ich restlos wegputze. Mag so was!

Ich finde einen ganz tollen Mangaladen. Sumimasen! Tausende, Zehntausende von Paper Mangas. Oh,
komplette Serien! Ui ui ui. Schwindlig werd! Oh, kann mich gar nich entscheiden. Ich finde den Band 19
von Blood and Glas, einem Horror Shojo, und genau dieser Band fehlt meiner lieben Sakura noch. Kauf ich
ihr. Auch für mich finde ich einiges an tollen Sachen. Oh, könnte den ganzen Laden kaufen. Nachdem ich
mich auf zwanzig Stück limitiert habe, gucke ich nach Mitbringsel für meine kleinen Kiddies. Hab ja 10
Stück und alle hab ich sie lieb. Ich finde wunderschöne Knuddelkätzchen, Miyuki-chan, Star des neusten
Ghibli Anime. Kawaii! Nehme 10 Stück, die werden sich vielleicht mal freuen. Und dann zieht es mich
magisch in einen Modeladen. Oh, ein Furisode von Gonzo´s! Haben will, jetzt. Kauf mir einen ganz schönen
für 2K. Aber jeder Nuyen wert. So eine Furisode Kimono ist nämlich ganz erotisch, seh so sexy darin aus.
Happy!

26.03.2059 Mittwochabend JIS Iwata Provinz

So! Zuerst das Vergnügen, jetzt die Arbeit! In nem Elektroladen kaufe ich mir das notwendige Werkzeug
zusammen. Und einem Kleiderladen eine Panzerjacke. Das muss reichen. Also fahre ich zurück nach
Miyako. Im Hotel werde ich schon erwartet. Fünf Wannebee Yaks bauen sich vor mir auf. Mir wird
empfohlen, weiter zu fahren. Egal wo hin, nur ganz weit weg. Sie waren schon so vorkommend, mir mein
Gepäck herunter zu tragen und drücken mir meinen Koffer in die Hand. Hm, da ich mich nich noch weiter
exponieren will, mache ich gute Mine zu bösem Spiel und verzichte darauf, diesen Flegeln eine Lektion in
gutem Benehmen zu spendieren. „Ja ne!“ Also fahre ich weg, zu einem Parkplatz. Dann richte ich mich für
eine Infiltration.

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Wieder mal ein Tanz des Leichts seins und des Nich gesehen werdens. Als Verstärkung beschwöre ich mir
einen Stadtgeist in großer Gestalt. Es kommt zuerst ein grünes Telefon von Renraku, dann morpht sich der
Geist für seine Große Gestalt in eine ausgewachsene Telefonzelle. So, auf geht’s. Ich schleiche mich im
Schutze der Dunkelheit an. Jede Deckung ausnutzend stehle ich mich an den Bewegungsmeldern und den
Dumbos mit ihrem MP´s vorbei. Einmal wird es beinahe knapp, aber gewandt husche ich an einen Dumbo
vorbei. Ich komme bis zu dem überdachten Gang, der um das Haus herumführt. Leider komme ich nich so
leicht hinein, wie ich mir das vorgestellt habe. Also versuche ich es über den Inneren Garten. Dort belausche
ich ein Gespräch zwischen Oyabun Nagano und einem Typ Namens Kobashi. Häh, diesen Kobashi hab ich
doch schon mal gesehen, der kommt mir so bekannt vor. Aber mir fällt einfach nich ein wo. Oh, schlechtes
Gedächtnis. Mega Weia.

Sie unterhalten sich darüber, dass ein Problem endgültig gelöst werden soll. Hm, in mir beginnen ein paar
Rädchen ganz schnell zu drehen. Wahrscheinlich ist dieses Problem Kenshi, ob er noch lebt? Mal gucken.
Kobashi geht und ich folge doch ganz frech einfach mal den Typ. Er läuft zu ner Yak Kutsche und ich häng
mich dort Buchstäblich dran. Kann das. So fahren wir vom Grundstück runter wieder in die Stadt. Die Fahrt
endet schließlich auf dem Gelände der Firma Zukaya Umzüge. Ein roter großer Laster mit Hänger steht hier
herum. Und ein großes Gebäude mit sehr großer Garage für mehrere LKW. Ich folge den Yaks einfach. Sie
reden davon, dass das Problem gut versteckt sei und bald entsorgt werden würde. Das hört sich gar nich gut
an.

Im Aufenthaltstraum krabble ich unter einem Schreibtisch und guck mich mal um. Laut Aussage müsste das
Problem im letzten Lastwagen sein. Ich geh gucken, finde aber auf Astraler weise nix. Kann sein, dass sie
Kenji Stückweise untergebracht haben. Örks! Aber ich brauch Gewissheit. Also nutze ich einen
unbeobachteten Augenblick, um in die Garage zu huschen. Die Ladeluke vom LKW ist nur manuell
verriegelt. Also öffne ich die Tür, schlüpfe hinein und mach hinter mir zu. Hier steht jede Menge Gerümpel
herum. Hm. Nach oberflächlicher Durchsuchung fällt mir auf, dass der Wagen viel zu kurz ist. Da fehlt ein
Stück. Also gehe ich ganz nach hinten und finde nach etwas suchen tatsächlich eine Geheimtür. Mit etwas
herumprobieren gelingt es mir schließlich, sie zu öffnen. Kann das!

Dahinter ist ein kleiner Raum und da hängt ein Sack an einem Haken. Meine Befürchtungen werden
Gewissheit, als ich den Reißverschluss nach unten ziehe. Vor mir befindet sich die Leiche von Kenji
Katayama. Seine Todesursache kann sogar ich auf einen Blick erkennen. Drei große Löcher zieren seine
Brust. Sieht so aus, als ob er aus nächster Nähe erschossen worden ist. Drek auch. Ich mach ein Foto von und
ruf Radek an. Ich schicke ihm das Bild auf sein Handy. Es wäre seinen Auftraggeber einen Bonus wert,
wenn ich die Leiche bergen könnte. Nach kurzem überlegen muss ich passen. Kann das nich allein. Kenn
meine Grenzen. Radek akzeptiert das. Lucky!

Aber nach den neusten Infos, die er hat, ist Toju, Bruder von Kenji, hierher unterwegs. Auf Einladung von
diesem Fiesling Nagano. Ich solle Toju über den Tod von seinem Bruder informieren und nach Möglichkeit
das Gespräch auch noch aufnehmen, was er anschließend mit Nagano führen wird. Gäbe auch nen fetten
Bonus. Hm, Okidokili, dass liegt schon eher in meinen Möglichkeiten. Mach ich. Toju wird in jetzt 80
Minuten eintreffen, also genug Zeit, um mich darauf vorzubereiten.

Zuerst muss ich hier wieder alles so hinbeugen, wie es vorher war. Bin gerade fertig, als es draußen Lärm
gibt. Kobashi hat die offenen Riegel entdeckt und guckt hinein. Ich geh unsichtbar in Deckung. Nich das der
was hat, dass ihn mich trotzdem sehen lässt. Schließlich verriegelt er wieder die Türe. Der Lastwagen fährt
aus der Garage und ich sitz erstmal fest. Aber he, bin schließlich Waschbärs Lieblings Girlie und mir stehen
einige Möglichkeiten offen, hier wieder raus zu kommen. Kann das.

Als der Wagen an einer Ampel hält, bitte ich einfach meinen Geist, mir die Türen von Außen zu öffnen. Und
Schwupps bin ich draußen. Mach die Luke wieder zu und verdrücke mich an die Seite, bevor mich noch
jemand überfährt. So, auf zu meinem Wagen. Ist ein weiter Weg bis dahin.

26.03.2059 Mittwochnacht JIS Miyako

Mit meinem Wagen fahre ich in die Nähe des Flughafens und packe erst mal meine ganzen Einkäufe in
meinen Koffer, wie gut das darin noch genug Platz gewesen ist. Muss allerdings ganz schön pressen. Die

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ganzen kleinen Plüschkätzchen für meine Patenkinder nehmen doch ziemlich viel Platz weg. Drück! So,
alles verstaut. Ich geh erst mal Astral zum Flughafen. Oro? Da warten doch tatsächlich schon vier
verdammte Yaks auf die Maschine. OK, mit vier werde ich fertig, kann so was. Aber da kommen noch zwei
Wägen und jetzt sind es doch tatsächlich zehn Stück, darunter dieser Kobashi. Das ist jetzt doch ein klein
wenig zu viel für mich. Ehrlich gesagt, sind das viel zu viele. Weia!

Okikidokili, Plan B! Ich warte bis etwa zehn Minuten zu der Ankunftszeit, dann gehe ich in den Astralraum
und düse über die Landpiste Richtung Süden, versuche eine gerade Linie zu fliegen. Bei zehn Kilometer
Entfernung beginne ich zu steigen, dann warte ich auf den Flieger. Hätte ihn beinahe übersehen. Ich sause
hin und gleiche meine Geschwindigkeit an. Dann bin ich im Flieger. Im Passagierraum sitzt nur eine Person.
Leichte Vercyberung im Schädel, Datenbuchse, Chipbuchse und etwas Memory. Das muss Toju sein. Ich
habe mich wieder mal als kleine arabische Prinzessin verkleidet. Ich mag einfach diese Plusterhosen und den
Schleier. Seh darin so niedlich aus!

Ich visualisiere mich, Toju kriegt erstmal voll den Schreck. Ich verklickere ihm, was Sache ist. Er will
logischerweise Beweise, da will ich seine Nummer vom Taschensekretär, dann kriegt er einen Beweis zu
geschickt. Er lässt sich darauf ein und nennt mir eine Zehnstellige Nummer. Ui, ich stelle mir zu den Zahlen
jeweils ein bild vor und merke mir das dann. Zurückgeflitzt in meinen Körper schicke ich Toju dann das Bild
von seinem toten Bruder im Leichensack. Ich sause wieder zurück ins Flugzeug und kriege mit, dass er dem
Bewies glaubt. Er will den Landeanflug abbrechen lassen, aber der Pilot scheint nich zu reagieren. Drek!

Damit war zu rechnen. Ich mach Toju klar, dass er erstmal gute Mine zum bösen Spiel machen soll. Bei
Gelegenheit werde ich ihn rausholen. Kann so was! Waschbär und Herz sind über die Wendungen recht
erfreut, mein Verstand weniger. Also mal wieder zurück in meinen Körper. Ich schleiche mich unsichtbar an
den Flughafen an. Rede noch mit Radek, dass ich einen Transport von hier weg brauche. Er meint, er könnte
ne Maschine herschicken, würde aber zwanzig Minuten ab jetzt dauern. Nur zwanzig Minuten? Er muss was
geahnt haben. Wie auch immer. Die Maschine landet auf dem kleinen Flughafen. Toju ist nicht erfreut, aber
Kobashi nimmt ihn mehr oder weniger gefangen. Schon interessant, wie offen er, bzw. die Yakuza hier
agieren kann. Das lässt tief blicken. Scheiß Yakuza!

Sie schleppen ihn mehr oder weniger in einen Toyota Elite. Insgesamt drei Fahrzeuge setzen sich in
Bewegung. Ich häng mich an den letzen dran. Sie fahren in Richtung Anwesen, war ja auch irgendwie voll
klar, neh? Hm, mir gehen einige Pläne durch den Kopf, wie ich sofort zuschlagen könnte. Ich müsste sie
trennen. Aber jeder Plan hat so seine Macken, so dass ich auf bessere Gelegenheiten hoffen muss. Ohne
Zwischenfälle erreichen wir wieder das Yakuza anwesen. Ich bleibe in Deckung und lass die erst mal vor.
Die verschwinden im Haus. Ich drücke mich durch ne andere Tür und bin drin. Ui. Holzfußboden.
Überzieher und Pantoffeln liegen hier herum. Mich juckt es in den Fingern, darin Reißnägel zu verstecken.
Fies!

Ich höre laute Stimmen und folge dem Geräusch. Nagano, Kobashi, zwei Dumbos und Toju befinden sich in
einem Raum, den ich durch ein Lüftungsfenster einsehen kann. Ich schnapp mir meinen Taschensekretär und
missbrauche ihn als Wanze. Toju ist ziemlich stinkig. Nagano versucht ihn zu beruhigen. Versichert ihm,
nicht am Tod seines Vaters schuld zu sein, dass glaubte nämlich Kenji. Bei dem Gespräch soll Kenji ihn
angegriffen haben und einer seiner Leute hätte halt überreagiert. Scheiß Reflexbooster. Preis des Fortschritts.
Bla Bla.

Wie auch immer. Es geht darum, dass die Katayamas nun mal ein beträchtliches Aktienpaket besitzen. Zwar
nur im Promillebereich, aber es würde bald eine Abstimmung geben und da würde den kleineren Paketen ein
ziemliches Gewicht bekommen. Es gäbe einige Aktionäre von Yamatetsu, Nagano scheint dazu zu gehören,
die es gar nich gut fänden, den Firmensitz zu verlegen. Ein Papier namens Mandrake Untersuchung würde
diesen Standpunkt untermauern. Auch wäre es ein Fehler, in diese Pacific Prosperity Group beizutreten. Von
so einem Bündnis würden nur die Kleinen profitieren, nicht die großen wie Yamatetsu, immerhin einer der
großen Acht. Und Nagano will nun Toju überzeugen, in seinem Sinne auf der nächsten Investoren Konferenz
für eine Ablehnung des Bündnisses und ein Verbleib des HQ in Japan zu stimmen. Er dürfe sich als Gast
betrachten und hätte bis Morgen Früh Zeit, sich das durch den Kopf gehen zu lassen. So kann man eine
Erpressung auch formulieren. So ein Drek!

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26.03.2059 Mittwochnacht JIS Miyako Yakuza Anwesen von Oyabun Nagano

Kobashi und die beiden Dumbos führen Toju ab. Er wird in ein Zimmer am Ende des Ganges gebracht. Dort
sperren sie ihn ein, die beiden Dumbos bleiben vor der Tür stehen. Kobashi steckt die Schlüsselkarte wieder
ein. Das Schloss sieht verdammt gut aus. Mark 6/4. Da ist es besser, die Karte zu haben. Ich schwebe zu
Kobashi und will ihm die Karte entwenden. Aber er scheint irgendwie auf meine Anwesenheit zu reagieren.
Erschreckt schwebe ich nach oben an die Decke, seine Blicke folgen mir. Drek!

Ich versuche einen der Balken als zusätzliche Deckung zu nutzen und er scheint mich tatsächlich zu
verlieren. Er befielt zwei Leute zu sich her und lässt alle Wachen durchzählen. Ich verkrümle mich im
Gebälk des Gangknicks. Verschmelze regelrecht mit dem Haus. Schließlich kommen zwei Wachen mit
Ultrasoundbrille und sie fangen an, dass ganze Anwesen auf den Kopf zu stellen. Ich bin hier oben wohl
relativ sicher, hoffe ich zumindest und bleibe erst mal ganz cool an Ort und Stelle kleben. Nach einer Stunde
legt sich so langsam die Aufregung. Aber noch ist es zu Früh zum zuschlagen. Unten macht schließlich eine
Frau den Holzboden auf ganz traditionelle Art sauber. Tja, Yakuza achtet eben auf Tradition, dass macht
auch nich vor der Putzfrau halt, die mit Mitteln putzt wie im Mittelalter. Ich guck interessiert zu. Irgendwie
gefällt mir das Anwesen. Wäre was für mich. Viele Räume, in die ich meine Kunstschätze stellen kann. Hab
zwar bis jetzt noch so gut wie keine, aber das wird schon noch.

Weitere Stunden vergehen. Das Warten wird langsam zur Qual, ruhig irgendwo zu bleiben war noch nie
meine Stärke. Aber da muss ich wohl durch, überlege mir Geschichten für meine Mangas, die ich in die
Verbündetenformel packen werde. Das hilft mir, die Zeit zu vertreiben, auch wenn ich die meisten
Geschichten dann wieder verwerfe. Ach, Kreativ sein kann so schwer sein. Weia!

Ich warte bis Ein Uhr Morgens. Inzwischen ist Ruhe eingekehrt. Die beiden Dumbos lümmeln vor der Tür
herum. Scheiß Job, die sind der gleichen Meinung. Aber leider muss ich da rein und die Jungs stören. Da sie
jeden Zwischenfall egal welcher Art wohl melden würden, wie Kobashi es ihnen eingeschärft hat, fallen
wohl alle Tricks aus. Mein Waschbär ist traurig, als ich die beiden mit Liedern des Krieges fälle. Ist ziemlich
anstrengend zwei Lieder des Krieges gleichzeitig zu wirken und auch nur einer Fällt um. Der andere
bekommt von mir Nachschlag. Das reicht auch für den und er kippt aus den Latschen. Lucky!

So, als erstes überliste ich vorsichtig das Schloss an der Tür, hinter Toju eingesperrt ist. Muss da ziemlich
vorsichtig agieren, um den Antifummel Alarm nich auszulösen, ist ja immerhin ein Mark 6/4. Aber ich krieg
das ohne Probleme gebacken. Jetzt noch ein paar Drähte gelöst und miteinander verbunden. Voila! Die Tür
entriegelt und ich linse vorsichtig rein. Toju liegt auf einer Futonmatte und starrt die Decke an. Ich gebe
mich zu erkennen und sage ihm, dass ich nun ihn hier wegschaffen werde. Dazu muss ich ihm aber ein Lied
des Nich gesehen werdens geben. Und er soll nich zappeln und sich nich dagegen wehren. Käme sonst nich
gut. Mein Lied klappt ganz gut und wir machen das wir von hier wegkommen. Ich nehm in an die Hand, dass
er nich über mich drüber fällt.

Verdammt, ich höre Schritte. Ich arbeite mich mit Toju im Schlepptau bis zur Gangecke vor. Dahinter höre
ich diesen verdammten Kobashi rumlatschen. Jetzt weis ich wieder woher ich den Kerl kenne. Natürlich. Das
war der Sicherheitsberaterknilch auf der Yamatetsu Party anlässlich der Amtseinführung von Mary Luce.
Hah, damals hat er mich schon genervt. Ich zieh meinen Taser und bereite mich vor, ihm eines überzubraten,
wenn er um die Ecke kommt. Tut er aber nich, geht nur kurz in die Küche und scheint sich was für den
kleinen Hunger Zwischendurch zu holen. Puh!

Nachdem der Kerl wieder verschwunden ist, gehen wir beide in die Küche. Vorsichtig mach ich Fenster auf,
klettere raus und helfe dann Toju, der etwas unbeholfen ist. Drek! Das hört man doch noch im Ort. Schnell
das Fenster zu und schon kommt ne Wache um die Ecke gebogen. Guckt doof und trollt sich wieder. Macht
aber trotzdem Meldung. Gl! Zeit zum Durchstarten. Ich pack Toju und wir heben ab. Wir sind noch viel zu
niedrig, als unten Alarm gegeben wird. So ein Drekhead mit nem Ultrasound nimmt uns aufs Korn. Die
Garben seines Karabiners zischen verdächtig nahe an uns vorbei. Ich singe ein aggressives Lied des Rauches
und Nebel ihn ein.

Wir sind viel zu langsam. Ich bitte einen Windgeist, mich und Toju zu beschleunigen. Wir kommen aus MP
Reichweite raus, aber da spüre ich, wie jemand anfängt mein Lied des Leicht seins anzugreifen und

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abzutragen. Shit! Eine weibliche Stimme fordert mich zum Aufgeben auf. Klar doch! Ich geh in Sinkflug
und deaktiviere das alte Lied und spreche es neu. Dummerweise greift sie das Lied noch besser an. Weia!
Wir stürzen. Rasend schnell kommt der Wald am Boden näher. Mayday, Mayday, Girlie stürzt ab!

26.03.2059 Mittwochnacht JIS Miyako

Kurz vor Aufschlag singe ich ein neues Lied des Leicht seins. Puh! Das kann die Hexe aus dem Astralraum
heraus jetzt nich mehr bannen. Hähä! Schnell sausen wir durch den Wald. Als ich denke, wir hätten es
geschafft, taucht doch Leibhaftig die Yakuza Hexe vor mir auf. Ui? Kann die Teleportieren? Ist jedenfalls
ziemlich fix unterwegs. Hat auch ein schickes sexy Furisode an, als Yakuza muss man wohl so gekleidet
sein. Aber was sie auch hat, ist ein Katana. Ui! Und zum weiteren ist sie echt unhöflich. Sagt andauernd
Schlampe zu mir. Dafür sag ich Busu zu ihr. Bedeutet eigentlich Vogelscheuche, aber hat sich als die
schlimmste Beleidigung für eine Frau eingebürgert. Die Japanische Sprache ist sehr Arm an Flüchen. Wo
man im Englischen ein Fünfhundertseitiges Buch füllen kann, hat Japan gerade mal genug Schimpfwörter für
eine einzige Seite.

Wie auch immer, die Frau ist Mega Stinkig auf mich kleines niedliches Girlie. Da sie mich Astral sehen
kann, hat sie sicher erkannt, dass ich ne süße Elfe bin. Das macht sie rasend. Sie haut als erstes meinen
freundlichen Windgeist in zwei Hälften. Ich versuch mit meinem Taser auf sie zu schießen, sie weicht aber
einfach aus. Fies! Ich kann gerade noch meinen Schlagstock ausziehen, da haut sie mich. Autsch. Sie schlitzt
meine ganz neue, erst heute gekaufte Panzerjacke auf. Das brennt! Ich bitte meinen Stadtgeist, mir zu helfen.
Nur Sakuras gnadenloses Training lässt mich die nächsten Sekunden überleben. Werde mich nie mehr
beklagen, versprochen!

Mein Geist lenkt sie ab und kann ihr eines mit meinem Schlagstock überziehen. Gibt ne Platzwunde auf ihrer
Stirn. Blut sickert etwas heraus. Sieht aber schlimmer aus, als es ist. Aber jetzt ist sie wirklich stinkig. Ich
stachle sie noch etwas auf, in dem ich sie Busu nenne. Sie haut meinen armen Geist regelrecht in Stücke,
aber ich hau ihr ordentlich eines auf ihre Kniescheibe. Tut das weh? Toju hat inzwischen einen Knüppel
aufgenommen und sammelt Mut. Sollte sich besser damit beeilen, wer weiß, wann die ganzen Dumbos hier
her kommen. Ein weiters mal zischt ihr Waffenfokus auf mich zu. Ah! Ein weiterer Schnitt, aber die
Schneide verfängt sich am Reißverschluss ich krieg nix ab. Dafür ramme ich ihr den Stock voll auf den Solar
Plexus. Sie wankt zurück und Toju gibt ihr noch eines von hinten mit auf dem Weg. Sie verdreht die Augen
und bricht zu Boden. Lucky!

So. Sie hat meine schöne neue Panzerjacke ruiniert und mich Schlampe genannt. Das gibt Rache! Ich krame
meinen Tattoo Stift aus den Tiefen meiner Tasche. Der Stift ist Sahne! Damit malen meine geliebte Sakura
und ich uns Tattoos auf den Körper. Die Farbe ist Wasserresistent und so ziemlich gegen jedes
herkömmliche Reinigungsmittel Immun. Der Clou ist, dass die Farbe nach etwa einer Woche selbstständig
sich zersetzt und mit etwas Wasser und Seife abgespült werden kann. Das einzige, was die Farbe vorher
entfernt, ist nich gerade Hautfreundlich zu nennen. Also nehme ich diesen Stift, schüttele ihn kurz und male
ihr gut lesbar das Kanji für Busu auf die Stirn. Dann nehme ich ihren Waffenfokus und trenne damit einen
Haufen Haare ab, so ihre Frisur ist damit versaut, einen Teil der Haare behalte ich. Den Waffenfokus werfe
ich in den Wald, auch ihren Kraftfokus den sie um den Hals in Form eines Kanji für Freiheit trägt, werfe ich
ins Unterholz. Dann schnappe ich mir noch ihren Ring, der nich magisch ist. Eine schnelle Durchsuchung
fördert noch ein Abspielgerät für Musik zu Tage. Oh, das neuste Modell von Sony. Meines. Das wird ihr
eine Lektion sein. Leg dich nich mit kleinen niedlichen, liebenswerten und guten Waschbärgirlies an! Hai!

Von den Dumbos ist zum Glück noch nix zu sehen. Ein weiterer Geist beschleunigt uns. Das erste Auto ist
meines. Ist ein kleiner Mazda. Das Schloss hält keine fünfzehn Sekunden und auch das Lenkradschloss ist
eine Beleidigung für meine Künste. Nich mal sechzig Sekunden hat es gedauert, bis das Auto startet.
Countrymusik plärrt aus der Musikanlage. Heiliger Sankt Waschbär, ich krieg voll den Schreck! Gar nich
Sahne! Japaner haben teilweise nen komischen Musikgeschmack. Aber egal, nix wie weg. Anfangs kommen
wir recht fix durch die Gegend, aber so langsam wimmelt es von Yak Kutschen. Ich verwandle mich in einen
Fünfzig Jahren Japaner mit Cowboyhut und Toju in eine Frau von Mitte Vierzig.

Kurz vor dem Flughafen kommt uns eine Toyota Elite entgegen. Er fährt langsam Vorbei. Ich fühle mich bis
auf den Grund meiner Seele gemustert. Ich weiß, dass sich darin Kobashi befindet. Aber nix passiert, als der

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Wagen uns passiert. Ich biege auf die Zufahrtsstraße des Flughafens ein. Der Toyota, der schon außer Sicht
schien, kommt wie ein geducktes Raubtier angeschossen. Drek! Gas! Ich beschleunige den Mazda, aber
obwohl ich alles aus der Kiste heraushole, kommt doch der Elite sehr schnell näher. Ich rufe einen Geist zu
Hilfe. Er soll, sobald der Elite da vorne am Flughafengebäude um die Kurve fährt, einen Unfall drauf
machen. Der Geist verspricht, mir diese Bitte zu erfüllen.

Ich schlittere um die Kurve, der Elite ist nur noch wenige Meter hinter mir. Aber in der Kurve bricht er aus
und rast in das Flughafengebäude, während ich haarscharf daran entlangfahre. In dem Gebäude kracht es
deutlich, aber ganz Hollywood untypisch explodiert nix. Endlich bin ich auf dem Rollfeld. Ich bitte meinen
Geist nun meinen Koffer zu holen. Da sind schließlich meine ganzen Mitbringsel drin, will die nich hier
lassen. Der Geist macht sich auf den Weg. Ich halte derweil mit quietschenden Reifen neben dem Flugzeug.
Toju steigt schon mal aus, da kommen Yaks aus dem Gebäude herausgeschossen. Die haben
Sturmgewehrkarabiner dabei. Drek! Und die schießen tatsächlich auf mich! Weia! Dieser Drekskerl Kobashi
trifft mich. Autsch! Das tut jetzt richtig weh! Mit der erbeuteten Taurus Basic erwidere ich das Feuer. Aber
meine Kugeln durchschneiden nur die Luft. Weia, dass wird eng!

27.03.2059 Donnerstagmorgen Seattle UCAS Lucky!

Ui ui ui! Jetzt nix wie weg! Krieg es richtig mit der Angst zu tun. Mega Weia! An mir Pfeifen die Kugeln
nur noch so vorbei. Endlich hat mein Geist auch meinen Koffer angeschleppt. Danke! Auf dem Weg vom
Mazda zum Flieger treffen mich noch weitere Kugeln. Autsch! Ich stolpere mehr ins Flugzeug, als das ich
gehe. Toju ist Geistesgegenwärtig genug, die Klapptreppe einzuziehen und die Tür zuzumachen. Dann startet
der Pilot durch. Vanguard!

Uff! Ich schleppe mich in einen der Sessel und blute vor mich hin. Das tut weh! Wir heben so schnell wie
nur irgendwie möglich ab. Zum Glück hat der Flieger nix abbekommen. Mega Lucky! Anfangs haben noch
ein paar Kugeln eingeschlagen. Hat sich angehört wie Hagel, der auf ein Blechdach fällt. Der Flieger scheint
zum Glück wirklich gut genug gepanzert zu sein, um mit Treffern von Handfeuerwaffen fertig zu werden.
Ich singe ein Lied der Heilung auf mich. Hab ziemliche Probleme, dass durch zu bekommen. Aber ein Teil
der Wunden schließt sich und die Kugeln drückt es aus den Wunden. Oh, sieht das Hässlich aus. Meine
Schöne Jacke ist jetzt vollständig hinüber. Die kann ich wegwerfen. Aber zum Glück lebe ich ja noch.
Lucky!

Im Flieger finde ich noch ein Medkit und lasse mir ein Schmerzstillendes Medikament verabreichen. Der
Schmerz sinkt zu einem dumpfen Pochen ab. Toju ist ziemlich durch den Wind, kann ich echt verstehen,
weil es mir genau so geht. Der arme Kerl zittert am ganzen Körper. Wahrscheinlich war es das erste Mal,
dass man auf ihn geschossen hat. Dieses Erlebnis liegt bei mir schon gut ein Jahrzehnt zurück. Aber sonst ist
er unverletzt. Ich ruf Radek an und sage, dass die Mission erfüllt ist. Und ich werde einen fetten Bonus
bekommen. Happy!

Wir landen schließlich in Sendai und lassen dort Toju aussteigen. Er ist ziemlich froh, wieder in Sicherheit
zu sein. Der Flieger tankt auf und wir starten. Da ich mit meinen ganzen Wunden wohl nich so einfach in
einen Flieger komme, bringt mich die Maschine einfach nach Seattle. Uah! Ich bin Müde. Nach kurzem
Suchen finde ich eine Decke, zieh die Schuhe aus und leg mich hin. Ahh! Nach wenigen Augenblicken bin
ich weg.

Als ich wieder Aufwache, sind wir in Seattle gelandet. Huh? Hab den gesamten Flug verschlafen. Das waren
jetzt Vierzehn Stunden. Fühle mich schon wieder viel besser. Radek hat für einen schnellen Transport
gesorgt. Ein gefakter Krankenwagen holt mich ab. Ich sorge dafür, dass mein Koffer mitkommt und werde
so vom Sea Tac herunter geschafft. Ich zieh mich im Krankenwagen schnell um, hab ja einen Koffer voll
Kleidung dabei. Hab Probleme den wieder verschlossen zu bekommen. Ist halt doch etwas viel Zeug drin.
Und ne Taurus Basic habe ich jetzt auch noch. Jupeee. Der Krankenwagen lässt mich in Seitengasse
aussteigen. Endlich Daheim!

Ruf Sakura-chan an. Erzähle ihr, dass es mich mal wieder erwischt hat und sie mich doch bitte hier abholt.
Sie kommt mit dem Tanto angebraust. Bin ja so froh, dass ich mich in ihren Armen wiegen kann. Auch sie
ist froh. Happy. Erstmal fahren wir zu Doc Brown. Ich erzähle meiner Geliebten, was ich alles erlebt habe.

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Trotz der Verwundung bin ich mit dem Ablauf voll zufrieden. Auch mein kleiner Waschbär schlägt vor
Freude Purzelbäume. Keine Toten, keine Schwerverletzten, nur ein paar Leute mit Kopfschmerzen. Ein
Leben gerettet und Beute gemacht. Wenn ich die Foki mitgenommen hätte, wäre ich jetzt um einiges
Reicher. Aber heh, wer bin ich, der eine arme, hart arbeitende Yakuzamagierin umbringt und bestielt? Wir
sind alles nur kleine Bauern in einem Spiel. Wir sollten uns nich gegenseitig das Leben zur Hölle machen.
Hoffentlich hat sie meine Botschaft verstanden. OK, den Ring und ihr tolles Sony Abspielgerät sind jetzt
mein, aber die Foki hätten sie doch arg getroffen. Kriegt wohl so schon genug Ärger. Der Heilige Sankt
Waschbär ist auf alle Fälle befriedigt.

Doc Brown reißt Witze, als er mich sieht. Danke auch! Tut vielleicht mal weh, neh? Er meint, dass sehe gar
nich so schlimm aus und legt mir nur frische Verbände an. Dann gibt er mir noch ein paar Medikamente mit
und ich kann gehen. Ab nach Hause. Feierabend! Ich ruf Radek an und er meint, der Bonus würde 30 K
betragen. Also insgesamt 60K plus Spesen, die ich hauptsächlich für mein tolles Furisode, die Mangas und
die übrigen Mitbringsel ausgegeben habe. Da kann ich die paar hundert Nuyen für die durchlöcherte Jacke
verschmerzen. Lucky!

Gespielt am 23.05.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker
Karma: 5 (Angemessen!)
Eingenommenes Geld: 60K
Andenken für die Hall of Fame: 1 Ring mit Haarlocke

Zwischenspiel 6

27.03.2059 Donnerstag Seattle Elfenviertel

Daheim schickt mich Sakura-chan erst mal ins Bettchen. Meint, ich würde Ruhe brauchen. Och, hab
eigentlich lange genug geschlafen. Aber ich kann auch einiges im Bettchen machen. Heh, nich das, ihr
Ferkel! Nein, ich meine ich kann ja Vokabeln lernen. Bald soll es ja wohl nach China gehen, so wie ich
Radek verstanden habe. Hab nach den Ereignissen im Little China Market angefangen, Kantonesisch zu
lernen. Zuerst hab ich gedacht, lern ich Chinesisch, kann ich mich mit ner Milliarde Leute in ihrer
Muttersprache unterhalten. Pusteblume. Ist nich. China ist kein homogener Staat, sondern da leben viele
Völker. Und alle haben einen anderen Dialekt, oder sogar Sprache. Es gibt Sieben Hauptsprachen, die
jeweils einen Haufen Dialekte haben. Und dann gibt es noch einen Menge verschiedener Sprachen von
Minderheiten. Mandarin ist die am häufigsten gesprochene Sprache, weil diese auf den Dialekt von Peking
basierend, ab den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts als Hauptsprache eingeführt wurde. Auslandschinesen
wiederum sprechen häufig das Kantonesisch. Das ist auch die zweithäufigste gesprochene Sprache in China.
Und besonders in den Freihandelszonen ist das die bevorzugte Sprache. Deswegen habe ich mich für
Kantonesisch entschieden. Kann das! Na ja, fast.

(Diese Aussagen sind etwas strittig, da sich meine Quellen in einigen Beziehungen widersprechen. Mal ist
von 8 Hauptsprachen, dann wieder von 7 die Rede. Dann setzt sich Mandarin überall durch und dann doch
wieder nicht. Mr. Five und ich kamen schließlich zu der Übereinkunft, dass Kantonesisch der in Seattle
vorherrschende Dialekt ist und auch in den Regionen mit gefestigtem Konzerneinfluss wenigstens
verstanden wird. Die Quellenbücher schweigen wieder mal zu solche Dingen, so wie China fast gar nicht
erwähnt wird. Asia in the Shadow ist also mehr als nur überfällig.)

Und es wäre vielleicht gar nich so ne schlechte Idee, meine Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern. Also
lade ich mir mein Lernprogramm auf den Sekretär und fange an zu büffeln. Kantonesisch ist verdammt
schwer. Viele Worte sind mindestens fünfach belegt. Die Unterschiede liegen rein in der Aussprache. Weia,
verdammt knifflig den richtigen Ton zu treffen. Sakura-chan streckt ihren Kopf herein und fragt, ob ich
Hunger habe. Heh, mein Bäuchlein knurrt wie auf Kommando. Hunger! Auf was ich den Appetit hätte. Hm,
wenn ich schon chinesisch büffle, wäre vielleicht was chinesisches gar nich so verkehrt, neh?

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Meine Geliebte bestellt was Herzhaftes beim nächsten Chinesen, gibt es ja genug hier in Seattle. Ich werfe
mir meinen Morgenmantel über und geh nach unten zum Essen. Oh, meine Wunden fangen wieder an weh
zu tun. Weia! Nehme ich doch gleich mal so ne starke Schmerztablette, die von Doc Brown verschrieben
wurde. Ich frag mich echt, warum die Yaks so Mega stinkig waren, dass sie gleich mit scharfer Muni auf
mich ballern mussten? Voll fies das!

Wie auch immer, das Chop Suey ist genau das richtige für mich. Schmeckt das mal gut! Mjam Mjam! Mein
kleines Köpfchen raucht ganz schön von dem Vokabellernen, brauch ne Pause. Aber Schlafen will ich auch
nich. Anime gucken! Ja, dass ist genau das richtige. Wir machen es uns in unserer Trid Ecke bequem und
gucken ein paar lustige Animes. Muss auch mal sein, neh?

Schließlich werde ich doch wieder müde. Die letzten Tage waren doch recht Kräfte raubend. Immer in
Action. Mal hier, mal da. Brauch auch mal Ruhe. Bin schließlich nich Super Girlie. Also Nachti!

28.03.2059 Freitag Seattle Elfenviertel

Puh! Sakura-chan lässt mich ausschlafen. Und nich nur das, bringt mir sogar mein Frühstück ans Bett. Wie
Lieb von ihr! Daisuki! Sollte mich mal öfter verwunden lassen. Neh, lieber doch nich. Tut nämlich weh. Die
Moderne Medizin ist zwar weit fortgeschritten, aber sollte es nich übertreiben. Besonders nich, weil ich ja
magisch aktiv bin und sehr von meinem körperlichen Gleichgewicht abhängig bin. Weis das!

Auf alle Fälle lass ich es mir schmecken. Leckere Muffins! Schlag mir mein kleines Bäuchlein voll. Dann
geh ich duschen. Ui, muss meine ganzen Verbände abnehmen. Ich betrachte meine Wunden im Spiegel. So
wie ich das sehe, scheint alles gut zu verheilen. Mein Zauber hat den Großteil der Verletzungen geheilt, der
Rest sind nich mehr als ein paar tiefe Kratzer. Es ist immer wieder ein Genus, sich von der Nasszelle
verwöhnen zu lassen. Ach, ich liebe es im Luxus zu leben. Nach dem ich mich erfrischt habe, bitte ich
Sakura, mich wieder zu verarzten. So was macht sie doch gerne. Mag das!

Ich fühle mich nun auf alle Fälle fit genug, meine Medizinhütte zu vollenden. Endlich! Als letztes ist meine
rituelle Schüssel aus schwarzem Metall dran. Die dient dazu, um Kräuter zu verbrennen. Ich tu gleich mal
welche rein und zünde sie dann an. Hm, dass riecht gut! So tanze ich zum letzten mal das Lied des
Errichtens. Es dauert nich lange, dann hat sich die Struktur der Hütte auf die Notwendige Kraftstufe von
sagenhaften Zehn auf der nach oben offenen UCLA Einstufung für magische Phänomene verfestigt. So eine
mächtige Hütte hatte ich noch nie errichtet. War bis jetzt auch noch nie nötig gewesen. Warum auch? Aber
für die Erstellung der Formel meiner kleinen Verbündeten muss die nun mal so mächtig sein, weiß das!

Das schreit regelrecht nach einer Einweihungsfeier. Dumm nur, dass ich keine Gemeinde habe. Snüff! Aber
egal. Ich laufe nach oben und packe mir eine Armvoll Kuscheltiere. Die trage ich nach unten und stelle sie
dort in Reih und Glied auf. Sakura guckt mir etwas befremdet zu. Schließlich habe ich alle meine
Kuscheltiere in meine Medizinhütte verfrachtet und sie aufgestellt. Neugierig streckt Sakura den Kopf rein.
„Was wird das denn?“ fragt sie mich. „Mach meine Einweihungsfeier“, da muss sie breit grinsen. „Darf ich
zusehen?“ „Logo!“

Also setzte sie sich hin und nimmt einen von den kleinen Plüschwaschbären auf ihren Schoß. Kawaii. Dann
halte ich eine provisorischen Gottesdienst ab. Sakura muss dabei breit grinsen, dass irritiert mich voll. Soll
mich nich auslachen. Ganz rot werd! Sakura-chan meint, sie lacht nich über mich, sondern das erinnert sie an
ihre Kindheit, als sie in der obligatorischen Phase gewesen war, wo sie unbedingt Sängerin hatte werden
wollen. Sie hatte damals ein Handtuch auf den Boden gelegt, dass war ihre Bühne und ihre ganzen
Kuscheltiere reihum aufgestellt, als Publikum. Allerdings war wie bei 99.99% Prozent aller Girlies nix aus
der Gesangskarriere geworden. Aber ihr Können reicht, um sich beim Karaoke nich zu blamieren. Lucky!

Ui ui! Kann auch nix ernst bleiben. Der Heilige Sankt Waschbär wird es schon verstehen, dass die
Einweihungszeremonie in allgemeine Heiterkeit endet. So! Hütte eingeweiht und bereit. Jetzt brauch ich nur
noch 10 Tage lang Zeit um die Formel zu schreiben. Weia! Und Radek hat ja diesen Job in China für mich.
Das wird was werden. Auch muss ich erst noch meine Zeichnerischen Fähigkeiten verbessern. Mit meinem
jetzigen Können wird das nämlich nix. Und dann müssen mir da noch ein paar coole Geschichten einfallen.
Ist nämlich gar nich so einfach. Kreativ sein auf Befehl ist voll heavy schwer. Weiß das!

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Da ist es vielleicht gar nich mal so schlecht, wenn es erst mal nach China geht. Bin ja mal gespannt, was
mich da so alles erwartet. Es wäre auch cool zu wissen, in welchen Teil es von China gehen würde. Das einst
bevölkerungsreichste Land der Erde war ja in viele Kleinstaaten verfallen. Wo manchen von diesen
„Kleinstaaten“ immer noch über 100 Millionen Einwohner haben. Manche sind politisch stabil, andere waren
im blutigem Bürgerkrieg oder Gegenseitigem Konflikt verstrickt. Warlords oder/und Konzerninteressen
ließen manche Regionen einfach nich zur Ruhe kommen. Schlimm das!

Sakura-chan fragt mich gegen Abend, ob ich Bock habe, etwas auszugehen. Ui und wie! Genug vom
eingesperrt sein. Auf ins Nachtleben. Aber da ich kleines Magic Girlie es nich übertreiben soll, wäre wohl
ein Kinobesuch genau das richtige. Ja! Aber was anziehen? Immer diese ewige Frage und nie ne richtige
Antwort drauf. Nach längerem hin und her bleibe ich bei recht normalen Klamotten. Hautenge schwarze
Jeans, die meinen knackigen Hintern betont. Ein weißer Boleropulli und bequeme Laufschuhe. Seh Niedlich
aus!

Wir gehen in ne Romance. White Roses, die gerade erst angelaufen ist. Spielt zur Zeit der Rosenkriege. Oh,
als Männer noch Helden waren, mit natürlichen Muskeln. Und als es noch wirkliche romantische Liebe gab.
Aber das Ende ist so traurig. Heul! Die Heldin stirbt, niedergestreckt von einer heimtückischen Krankheit.
Snüff. Ich kuschel mich ganz eng an Sakura und tupfe mir die Tränen ab. Dann führt der König seine
Truppen in den Tod, um den Bürgerkrieg zu beenden. Ist so traurig. Nach der Vorstellung ist die
Damentoilette total überlaufen, alle müssen ihre Augenschminke wieder in Ordnung bringen. Na ja,
eigentlich nur die, wo noch ein Herz für Romantik haben. Das viele Heulen hat mich ganz hungrig gemacht.

Im Seattle Center gibt es ein paar gute Restaurants. Wir gehen in eines der gehobenen Preisklasse mit
italienischer Küche. Ich zieh mir ne Lassange rein. Lecker! Und nun? Billard! Muss auch mal wieder sein.
Im Seattle Center gibt es nen großen Saal. Eigentlich wäre alles voll, aber zwei so hübsche Mädels wie uns
enttäuscht man nich. Nach nur fünf Minuten haben wir nen Sahne Tisch. Wir spielen um Zehner und die
nächste Runde. Da wir beide gewinnen wollen, nehmen wir immer Alkoholfreie Getränke. Sakura gewinnt
schließlich mit 4 zu 3. War aber immer knapp. Kann nämlich auch gut spielen. Dann schlendern wir nach
Hause. Aber wir gehen noch lange nich ins Bett. Na ja, dass eigentlich schon, aber wir schlafen darin nich.
Aber das ist wirklich nich Jugendfrei. Licht aus!

29.03.2059 Samstag Seattle Elfenviertel

Was gibt es schöneres als an der Seite seiner großen Liebe aufzuwachen? Hm, mag das. Es ist eine der
wenigen male, dass ich vor Sakura-chan wach bin. Sie scheint immer mit viel weniger Schlaf auszukommen
als ich. Ich betrachte ihr schlafendes Gesicht. Es ist so schön. Irgendwie spürt sie, dass ich sie ansehe und sie
schlägt die Augen auf. Sie lächelt mich zufrieden an. Ich schmiege mich an sie und fühle mich wohl. Wir
schlafen wieder ein und stehen erst gegen Mittag auf.

Race Nigth ist heute im Glowworm und Sakura würde gerne mit machen. Oh, ich auch. Aber zuerst gehen
wir beim Elfen um die Ecke essen. Ist ziemlich voll heute, wohl weil Samstag ist. Müssen ne Viertelstunde
auf nen Nichtrauchertisch warten. Nich das es bei nem Rauchertisch schneller gegangen wäre, da der
abgetrennte Raucherteil viel kleiner ist. Wir bestellen uns eine große Vegetarische Platte mit verschiedenen
Käsesorten. Dazu noch Weißbrot. Lecker! So schlemmen wir uns mit Kalorien zu. Haben ja Gestern Nacht
jede Menge davon verbraucht. Hihi!

Ich übernehme die Rechung und wir machen nen flotten Schuh. Das Wetter ist ausnahmsweise mal Sonnig
und wir beschließen spontan einen Spaziergang im Kobe Park zu machen. Da der ein paar Kilometer von
hier weg ist, winken wir uns eine Automatentaxi heran und fahren dort hin. Der Park liegt gegenüber der
Pyramide. Da liegt es nahe, dass wir dorthin auch noch einen Abstecher machen. Die haben dort drin ein
paar noble Boutiquen, die uns magisch anziehen. Shoppen!

Oh, ich brauche unbedingt neue Abendgarderobe. Hab einfach rein gar nix zum anziehen! Also
durchkämmen wir die Pyramide nach coolen Klamotten. Finde einiges. Einen schönen Hosenanzug, den man
für Bodyguardjobs anziehen kann. Steht mir wie angegossen. Dann ein neues schwarzes schulterfreies

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Abendkleid mit geschlitztem Rock. Dazu passende, diesmal flachere Pumps. Ich lasse mir die Absätze sogar
anpassen. Dazu brauche ich natürlich noch ne neue Handtasche. Finde eine, die genau dazu passt. Lucky!

Wir gehen noch nen Kaffee trinken. Haben nen Tisch mit Blick auf die nach unten offene Einkaufsgallerie.
Gegenüber läuft auf ner Multimedia Wand der Countdown zur großen Eröffnungsfeier in der Pyramide
runter. Am 19. Dezember wird es so weit sein. Und es wird coole Angebote geben. Oh, unbedingt hin will!

Mit nem Taxi geht es schwer bepackt nach Hause. Schade, dass ich mein neues Schwarzes nich gleich
anziehen kann. Heute ist ja Race Nigth. So langsam sollten wir uns sputen, will ja noch beim Waisenhaus
von Pater Angelus vorbei und meine kleinen Gören besuchen. Hab ja tolle Sachen aus Japan mitgebracht.
Also rein in die Motorradkombi. Die zehn Miyuki Chan Plüschies kommen in die Seitentaschen. Bis nach
Redmond ist ein ganz schönes Stück. Aber mit den Motorrädern kommt man um einiges schneller als wie
mit dem Auto vorwärts.

Nach nich mal ner halben Stunde sind wir in Redmond, wir fahren über Issaquah hinein. Schon bald düsen
wir an den ganzen Elendsvierteln vorbei. Immer wieder Inseln in der sonst trostlosen Wüste. Viele Gebiete
sind verseucht oder verstrahlt. Oder etwas haust dort, mit dem nicht gut Kirschen essen ist. Schließlich
erreichen wir das Waisenhaus.

Die kleinen Gören freuen sich riesig, mich zu sehen. Will auch hoffen, kosten ja auch ein Vermögen, die
Kleinen. Und natürlich freuen sie sich über die kleinen Miyuki Plüschies. Ach, meine kleinen Girlies! Hab
sie alle so lieb! Am liebsten würde ich mich jeden Tag um sie kümmern. Ach! Aber das wäre wohl auch zu
viel des Guten. Zehn kleine Girlies bedeuten ja auch ne Menge Arbeit. Möchte gar nich wissen, wie oft man
da Wäsche waschen muss, wahrscheinlich täglich. Und wahrscheinlich würde einen sehr schnell der
Alltagstrott einholen. Einmal alle paar Wochen mit den Kleinen rumalbern und ihnen Geschenke bringen ist
das eine, sie täglich um sich zu haben, was ganz anderes. Ne, ist schon besser so. Weiß das!

Schließlich ist es für mich Zeit aufzubrechen, die kleinen Mini Girlies sind davon nich begeistert und es gibt
wieder mal hier und da ein Tränchen. Heul. Ich mach es so kurz und schmerzlos wie möglich und verdrücke
mich dann. Sie winken mir von ihrem Fenster die ganze Zeit hinter her. Macht es gut, ihr kleinen Racker!
Hihi!

29.03.2059 Samstagabend Redmond

Im Glowworm ist Buchstäblich die Hölle los. Überall Biker. Und Bikes. Und Girlies in engen Klamotten.
Oder auch in recht offenherzigen Klamotten. Weia! Ein Piratensender ist auch da um die Highligths des
Rennen festzuhalten, sprich spektakuläre Stürze. Eine Bildwand ist auch aufgebaut. Mindestens eine Drohne
scheint unterwegs zu sein.

Ich finde Sakura-chan in einem Haufen Schwestern. Werde mit nem großen Hallo begrüßt. Und krieg gleich
unter die Nase gerieben, dass man mich ja kaum noch sieht. He, bin hart arbeitendes Girlie, mit Einsatzorten
in der ganzen Welt. Kann da nich die Zeit mit der Gang abhängen. Wird irgendwie nich so richtig akzeptiert.
Fies das!

Aber ich bin ja nich unbedingt nur da, um zu quatschen, sondern auch um zu Racen. Kann Motorradfahren!
Besser als Autofahren. Hai! Ich trage mich in eines der Viertelmeilenrennen ein. 100 Nuyen Startgeld. Ab
dem Achtelfinale gibt es Preisgeld. KO System, wer einmal verliert ist draußen. Ich trete mit meiner Yamaha
Katana an. Ist von Grund auf ne Rennmaschine. Meine erste Gegnerin ist eine Asia Norm ohne Farben. Wir
machen noch ne Wette von 200 Nuyen untereinander aus. Hike, die Parkplatzwächterin, ausnahmsweise mal
in recht feminin wirkenden Klamotten gibt das Startzeichen. Ich sause los. Komm gut weg, seh aber
trotzdem kein Land gegen die Asiatin. Boah, die ist vielleicht mal schnell. Hatte nie ne Chance und komm
mit deutlichem Abstand hinter ihr an. Bin aber ne faire Verliererin und gebe ihr den Wetteinsatz, gratuliere
ihr und wünsche ihr viel Glück. Sie meint, in nem Viertelmeilen Rennen hat nur der ne Chance, der seine
Maschine tunt. OK.

Das war wohl nix. Sakura-chan kommt etwas weiter, fliegt dann aber auch. Och! Na ja, es gibt noch die
Möglichkeit an einem Fünf Kilometer Rennen teil zu nehmen. Startgeld 400 Nuyen. Immer Acht auf einmal,

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die ersten 2 kommen weiter. Siegprämie sind immerhin 20K. Mach ich mit. Ist nich das erste mal, dass ich
die Strecke fahre.

Hab aber jetzt über ne Stunde Zeit, bis der erste Start fällig wird. Ich schlendere mit Sakura-chan am Arm ein
wenig durch die ganzen Leute, gucken uns die Maschinen an und fachsimpeln ein wenig. Black Thunder, die
kleine Afro Elfe mit der weißen Mähne stößt schließlich zu uns. Sie hält zuerst etwas Smalltalk, kommt dann
aber recht schnell zu ihrem Anliegen. Sie hat vor, professionell in die Critterjagd einzusteigen. Wäre ne
Marktnische, weil die wenigstens Sicherheitsunternehmen solche Spezialisten hätten. Besonders wenn es um
toxische Bedrohungen geht. Weia! Critterjagd ist nich so mein Ding. Mein kleiner Waschbär in mir nickt
bestätigend. Aber Sakura ist durchaus eher zugeneigt. Ihr sei in letzter Zeit etwas langweilig. Und wenn es
sich finanziell auszahlen würde und man nebenher noch durchaus böse Bedrohungen aus der Welt schaffen
kann, warum nich? Aber sie bräuchte weitere Infos. Die beiden verabreden sich für nächste Woche.

Aber jetzt beginnt mein Rennen. Nix wie hin. Bin die einzige Frau unter den acht Startern. Sind allesamt
Machos! Echt wahr. Machen jede Menge obszöne Bemerkungen und Gesten in meine Richtung. Ich zeig
ihnen mein Mittelfinger, was sie mit einem Pfeifkonzert quittieren. Ich klapp nur das Visier meines Helmes
herunter und warte auf das Startzeichen. Wieder mal ist eine Asia Norm als Starterin am Werk.
Wahrscheinlich eine von Wangs unzähligen Töchtern oder Enkelinnen. Der alte Lustmolch hat ja jede
Menge von denen, wahrscheinlich hat auch er inzwischen total den Überblick verloren. Sie wirbelt mit ihrem
Tüchlein und ich starte durch. Komme verdammt gut weg und führe das Feld an. Diesmal kommt es nich nur
auf die Maschine, sondern auch auf das fahrerische Können an. Und ich kann fahren! Jedenfalls besser als
die Machos hinter mir.

Hah! Ich gewinne das erste Rennen! Lucky! Jetzt ist es an mir, hochnäsige Bemerkungen fallen zu lassen.
Freu mich diebisch über meinen Sieg. Der nächste Start ist gleich darauf. Diesmal wird es enger werden.
Auch sind zwei Girlies mit am Start. Ein Arabic Norm und eine Asia Elfe. Die fahren auch nich zum ersten
mal. Weia! Die lassen mich fast schon stehen! Kann nich sein wie die ab durch die Mitte zischen. Schon
nach der Hälfte des Rennen bin ich abgeschlagen und kämpfe eigentlich nur noch darum, nich meinen
fünften Platz zu verlieren. Waren im ersten Rennen nur Amateure und Wannabees am Start, so waren das
alle hier echte Motorradfreaks. Nicht mal Ganger oder so, sondern Motorradenthusiasten. Hatten wohl unter
der Woche ihren ganz normalen Job, ließen aber am Wochenende ihren Frust beim Race raus.

Die beiden Mädels führen und liefern sich einen harten Figth an der Spitze. Und irgendwie berühren sich die
beiden. Jedenfalls gibt es keine wirklich offensichtliche Ursache, als eine der beiden auf einmal ausbricht
und die Maschine zur Seite legt. Ah, dass sieht richtig böse aus, wie sie es auf den Boden rubbelt. Auch die
andere stürzt. Die Nachfolgenden weichen mehr oder weniger gekonnt aus. Ich bremse dagegen und rolle
aus. Die eine rappelt sich gerade wieder auf, die andere bleibt wie eine kaputte Puppe liegen. Ein Astraler
Blick zeigt mir, dass die Frau schwer verletzt ist. Ui ui ui! Starke Innere Verletzungen, kann so was sehen.
Heiliger Sankt Waschbär!

Ich fahre neben sie, bocke die Maschine auf und knie mich neben ihr nieder. Mit einem Lied der Heilung
bekämpfe ich ihre inneren Verletzungen. Da die Frau nur minimale Cyber und Biomodifikationen hat,
spricht mein Lied mit aller Macht an. Die Aura stabilisiert sich und ihr Atem geht nicht mehr rasselnd und
stoßweise. Puh! Das war Knapp gewesen. Die Norm ist inzwischen auch angehumpelt gekommen, sie ist
auch verletzt. Ich biete ihr an, dass zu richten. Da sie gesehen hat, was ich mit der anderen gemacht habe,
willigt sie ein. Bei ihr gelingt mir sogar eine Vollständige Heilung. Lucky!

Endlich rollt ein Pick Up an, einige der Helfer springen ab und räumen die Wracks aus der Bahn. Die Asia
Elfe ist immer noch verletzt. Sie hat ein Doc Wagon Armband und es dauert auch nich lange, bis ein Orspray
einschwebt. Ist wohl nich der erste Heute und wird wohl auch nich der Letzte bleiben. Die Arabic Norm
wechselt ein paar Worte mit einem der Sanitäter und steigt dann schließlich mit ein. Die beiden kennen sich
wohl. Ob sie ein Pärchen sind? Ich steig wieder auf meinen Hobel und fahre zurück zum Glowworm. Den
Rest des Abends oder besser gesagt der Nacht begnüge ich mich in der Rolle der Zuschauerin. Sakura schafft
es immerhin bis ins Halbfinale beim Fünf Kilometer rennen, aber dann scheidet auch sie aus. Kriegt aber
wenigstens ihr Startgeld wieder raus.

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Gegen drei Uhr Morgens ist dann die Siegerehrung. Die meisten schütten sich jetzt so richtig zu, hab dazu
aber keinen Bock. Vertrag ja nich viel und werde dann zuerst lustig, dann ausfallend und dann kipp ich um.
Wenn Alkohol in rauen Mengen ins Spiel kommt, kann so ein Fest schnell eskalieren. Wang hat zwar einige
ziemlich grob aussehende Ordner engagiert, wohl Mitglieder der Streetfigter Szene, aber trotzdem. Da wir zu
weit in den Barrens drin sind, verkrümeln wir uns ins HQ der Schwesternschaft. Ich schäle mich aus meiner
Kombi, zieh die Socken aus und krieche in Unterwäsche in meinen Schlafsarg, der ziemlich muffig riecht.
Aber ich bin so Müde, dass ich gleich weg bin. Nachti!

[Ich gebs ja zu, dieser Abschnitt war stark von The Fast and the Furios inspiriert.] ;)

30.03.2059 Sonntag Redmond

Die Nacht ist wieder mal viel zu kurz. Heul! Sakura wirft mich schon um 9.00 Uhr aus dem Bettchen. Jetzt
können wir endlich mal wieder etwas mit Schusswaffen trainieren, meint sie erklärend. Oh Nö! Aber alles
Jammern hilft nix, ein kleines Frühstück, dann zum Schießstand. Ich feure mit meiner Glock Gl.-1 Match
über hundert Schuss ab. Die Waffe liegt verdammt gut in der Hand und fast alle Kugeln treffen ihr Ziel.
Juhuu! Kann das! Bin inzwischen deutlich besser geworden. Happy!

Als nächstes übe ich ein wenig an verschiedenen MPs. Ach es gibt so viele verschiedene und jede hat ihren
Vor und Nachteil. Die einen sind Kompakt, haben dafür keine Schulterstütze. Oder sie sind recht groß, haben
dafür aber 65 Patronen im Schneckenmagazin. Besonders für Fluchten gut geeignet. Man kann mit der Waffe
eine halbe Ewigkeit schießen und muss sich keine Sorgen um den Muni Vorrat machen. Oder die Mendozza
SC-4. Nur zwanzig Schuss im Magazin, aber dafür schon von Grund auf sehr Rückstoß dämpfend
konstruiert. Man kann es direkt verwenden, ohne noch lang dran rum tunen zu müssen. Schließlich habe ich
mit verschiedenen MPs über dreihundert Kugeln verschossen. Treffe damit auch schon ziemlich gut. Kann
das auch!

Sakura-chan ist zufrieden mit mir. Happy! Wir machen uns dann schließlich wieder auf den Heimweg.
Daheim ziehe ich mich um und fahre noch mal mit meinem VW nach Tacoma, jetzt endlich mal mein MG
abholen. Da noch Sonntag Mittag ist gerade wenig los. Komme gut vorwärts und erreiche die Stelle, wo das
MG liegt, schon fast in Rekordzeit. Diesmal ist die Gegend ruhig, keine Lone Star Razzia, die alle verrückt
macht. Ich könnt mir echt ins Fäustchen lachen, Bigio hat diesmal eine reingewürgt bekommen. Das einzige
was stört, das Takagi von mir weis. Wenn mein Tipp irgendwo vermerkt ist, kann das für mich übel
ausgehen. Weia!

Aber noch gibt es einige Ruhelose Seelen, die nach Gerechtigkeit schreien. Noch ist das Konto nich
ausgeglichen. Bigio wird für seine Gier und seine Mordlust noch bezahlen, wenn nich hier, dann vor einer
höheren Instanz. Weis das!

Mit einem Tanz des nich gesehen werdens mach ich mich im Auto unsichtbar. Dann tanze ich davor noch
einen Tanz des Leicht seins und der Beschleunigung. Die Zauber speichere ich in meine Foki. Dann bitte ich
noch einen Stadtgeist, mit beizustehen. Langsam, alle Register des Schleichens ziehend, taste ich mich
voran. Immer wieder bleibe ich stehen, schau durch mein Fernglas und versuche verdächtiges zu entdecken,
aber in allen Ebenen scheint die Luft rein zu sein. Auch ein Lied des Elektronischen Überwachungskrams
entdecken bringt nix zu tage. Ich taste mich bis zum Versteck vor. Das MG sieht unberührt aus. Ich schaue
trotzdem ganz genau, ob nich irgend ne Sprengfalle daran gekoppelt ist. Aber dem scheint nich so zu sein.
Vorsichtig nehme ich es auf. Jetzt gehört es endgültig mir!

Ich schaue mich noch einmal um, lasse den Zauber fallen und tanze ihn neu. Mit dem MG in der Hand eile
ich zu meinem VW. Schnell das Teil in den Kofferraum, ne Decke drüber und gut ist. Dann lasse ich die
Zauber in einer Seitengasse fallen und fahre in mein Versteck nach Fife. Das MG wickle ich in die Decke
und schultere es. Weia! Ich benutze nen wenig frequentierten Seiteneingang, muss durch den Keller, in dem
auch Leute wohnen, echt arme Schweine. Hier stinkt es auch so. Örks! Manche Leute machen ein
Nebengeschäft in dem sie ihre Kellerzellen noch an ärmere vermieten. Bei meiner Wohnung war schon gar
keine mehr dabei gewesen, da die Kellerzelle separat verkauft worden war. Die obligatorischen sieben
Stockwerke später stehe vor meiner Tür. Ich schließe sie auf und mach sie hinter mir zu.

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Hab auf einmal ein schlechtes Gefühl. Sofort ist meine Abschirmung oben und ich hab meine Pistole
durchgeladen in der Hand. Vorsichtig spähe ich hinein, singe leise den Zauber der Überwachungselektronik
entdecken. Der Spricht nur auf mein Zeug an. Hm! Auch ein Astraler Blick zeigt, dass der Hauptraum leer
ist. Langsam rücke ich vor. Hier war jemand drin gewesen. Aber schon vor mehreren Tagen. Das Versteck
mit den Waffen und der Ausrüstung ist nich angetastet, an dem Schloss kommt man auch nich vorbei, ohne
es zu zerstören. Zu fehlen scheint nix, aber hier und da steht etwas unmerklich anders, als ich es zurück
gelassen habe. In meinem Biz lernt man, auf solche Kleinigkeiten zu achten. Und ich kann mir auch in etwa
denken, wer hier war. Murrik und seine Crew. [Siehe dazu „Rätsel des tanzenden Girlies“] Verdammte
Idioten! Aber bin selber Schuld, warum lass ich mich auch verwanzen und warne die Typen noch, dass
jemand hinter ihnen her ist? So wäre das Problem nämlich gestorben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber
solche Maßnahmen sind nun mal nich mit meiner viel zu guten Einstellung zu verbinden. Weia!

Das trübt natürlich jetzt meine Freude über das gewonnene MG. Das Teil hat ne Smart II Verbindung, aber
damit kann ich recht wenig Anfangen. Ich bräuchte eher ne optische Zielhilfe, oder einen Laserpointer. Ist
nich so das Ding, so was dran zu schrauben. Aber hab jetzt natürlich nich die Sachen da. Gebe ich doch
gleich mal ne Bestellung für Monatageschienen, Optische Zielhilfe, Laserpointer und ein Zweibein auf. Und
nach ner neuen SIN. Die jetzige wo ich meist benutze, also Manuela Carnale-Pulido ist wohl leider
korrumpiert. Heul!

Und ne neue Wohnung brauch ich auch. Hm, diesmal nehme ich eine im dritten Stock! Weis das! Ich
schließe das MG erst mal weg und mach mich dann vom Acker. Im Gang treffe ich zufällig das Teenie Girlie
von neben an, die Anglo Norm erzählt mir, dass vor ein paar Tagen komische Typen hier gewesen wären
und fragen über mich gestellt hätten. Ui? Warum wundert mich das jetzt nich?

Daheim klage ich Sakura-chan mein Leid. Sie meint, ein Gewissen zu haben kann ne recht teure
Angelegenheit sein. Weis ich auch! Aber da nützt wohl alles Jammern nix. Zusammen arbeiten wir nen
Lebenslauf für meine neue SIN aus. Freischaffende Reporterin, wäre doch mal was. Jedenfalls besser als
Restaurateurin von Antiquitäten. Manuela war ein beliebter Hispanic Name für Mädchen Ende der dreißiger
Gewesen, ein spanischer Name, der auch im englischen Gebräuchlich ist. Ist zwar der gleiche Vornamen wie
von meiner alten korrumpierten SIN, aber irgendwie gefällt mir der Name recht gut. Dann als Nachname?
Sanchez-Escobar. Hispanics hatten ja immer diese Doppelnamen, die sich aus den Familiennamen von Vater
und Mutter zusammensetzen.

Ist gar nich so einfach, nen schlüssigen Lebenslauf zu erfinden. Sakura ist so lieb, den Großteil der
Recherche zu übernehmen, geht bei ihr sehr flott. Meine Geliebte kann so was. Daisuki! Da muss ich ihr
doch gleich mal nen dicken Kuss geben. Sakura-chan meint, ich wäre voll das Schmusekätzchen. Und wenn
schon? Mag schmusen! Sie doch auch! Hihi! Nach zwei Stunden steht der Lebenslauf, auch wie in etwa
meine Ausbildung verlaufen ist und was für Noten ich hatte. Das muss dann natürlich alles noch implantiert
werden. Auch mein Konsumbild. So ne SIN zu erstellen ist recht komplex. Rein Theoretisch könnten wir das
sogar selber machen, aber an manchen Stellen hilft nur Vitamin B weiter, sprich, man muss jemand dort
kennen, um was zu machen. Außerdem kostet so was voll viel Zeit. Dann noch ein Bild von mir, für den
Ausweis und das ganze Datenpaket wandert über mehrere Umwege zu Jasmin, die für so was die richtigen
Kontakte hat. So, dass wäre erledigt. Happy!

Mir graut es jetzt schon vor dem Umzug. Es gilt ja nich nur etwas Hausrat hin und her zu schieben, sondern
ein Versteck einzurichten. Wieder ein Geheimversteck für die Ausrüstung einbauen, ist gar nich so einfach,
weil die Wandschränke nich unbedingt genormt sind, meinen alten kann ich gerade an ort und Stelle lassen.
Ne, mein nich, dass ich den Wandschrank aus dem Gebäude reisen will, sondern die Türe, die den Raum
einteilt. Die muss nämlich Fugenlos passen, also ne Maßanfertigung. Dann die Sicherheitsmaßnahmen,
Kameras in Fluren und Aufgängen, Vorrichtungen, die das einrammen der Türe erschweren. Jalousien aus
Stahl für die Fenster. Ein Vorbereites Fluchtloch, sprich die Sprenglöcher für einen Bodendurchbruch und
die Ladungen samt Zünder dazu. Dann noch weitere Defensivmaßnahmen, um ein Team von Angreifern zu
verlangsamen. Das waren Kosten ohne Ende. Weia!

[So, dass war für lange Zeit erstmal das letzte Zwischenspiel. Die nächsten hundert Seiten sind nun Run an
Run, bzw. reines Inplay, da die Kampagne an dieser Stelle nun richtig durchstartet. Hoffe, es war bis jetzt
nicht zu langweilig. Viel Spaß auch weiterhin beim lesen. Und Feedback ist nach wie vor willkommen.]

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File 8
Eine Reise nach Hong Kong

Part A
Ghost Ship

30.03.2059 Sonntagabend Seattle Elfenviertel

Moshi, Moshi? Ui, Radek, mein Lieblings Jobschieber ist am Apparat. Genau richtig, wo ich mich wieder
richtig Fit fühle. Lucky! Er hat eine Mega Dringenden Auftrag für mich. Ach, ist ja mal was ganz neues. Soll
zum Pier kommen. Jetzt! Okidoki!

Also ab nach oben, lass alles so liegen wie es gerade liegt und springe regelrecht in meine Motorradkombi.
Mit dem Fahrstuhl nach unten und dann ab durch die Mitte. Meine Yamaha Katana saust wie ein Wirbelwind
über den Expressway. Sonntagabend ist nich gerade viel los hier. Also komme ich schon fast in Rekordzeit
in Tacoma an. Kenn mich ja hier recht gut aus und weiß deshalb einige Schleichwege. Ich glaub, ich seh nich
recht, am Eingang zum Pier erwartet mich ein alter Bekannter. Murrik! [Siehe dazu File 3.]

Ui! Irgendwer war in meiner Wohnung! Aber er streitet das natürlich ab. Würde ich auch tun. Er schuldet
mir noch was und er bestätigt das! Lucky! Ich fahr auf das Gelände. Ist ein Containerterminal mit jede
Menge Containern. Ein paar Leute fangen mich ab und suchen mich mit nem Scanner ab. Hihi, dass kitzelt.
Ich bock die Maschine auf und laufe zu Fuß weiter. Ist nich weit, da werde ich mehr oder weniger in einen
Container gezogen. Al ist auch schon da. Radek sieht etwas durch den Wind aus. Hatte heute Morgen von
der Opposition besuch. Oh, Rudger, der Rattenjunge? Weiß er nich genau. Auf alle Fälle hat er sehr schnell
umziehen müssen. Der Schattenkrieg scheint hier ja recht heiß geführt zu werden. Gar nich gut. Meint, dass
die Fraktion von Yamatetsu, die den Umzug verhindern will, die ganze Sache anfängt, persönlich zu
nehmen. So was ist gar nich gut. Al merkt an, man hätte heute seinen Mercedes gesprengt. Ist nich wahr!
Und wie das wahr ist. Heiliger Sankt Waschbär! [Hat nix mit der Sache zu tun, eher eine Mafia/Triaden
Geschichte.]

Wie auch immer. Radek hat den Job für uns, um für ein paar Tage, etwa 10 bis 16, aus Seattle zu
verschwinden. Wir sollen die Rollen von Xiang Xing, die wir ja aus dem Museum stibitzt haben, beschützen
und zu einem Meeting nach Hong Kong schaffen. Ey, dass liegt ja in China! Ich überlege kurz was ich über
Hong Kong aus dem Stehgreif so weis. Hong Kong ist einer der Kleinstaaten, in die China zerfallen ist. Die
Regierung ist recht stabil und sehr Konzernorientiert. Die Stadt ist deshalb von Flüchtlingen aus
Kriegsgebieten total überlaufen. War Hong Kong schon früher total überfüllt, so hat sich das um den Faktor
4 verschlimmert. Niemand weis so genau, wie viele Einwohner Hong Kong überhaupt hat. Die Schätzungen
belaufen sich zwischen dreißig und sechzig Millionen. Ein wirklicher Megaplex. Die Regierung hat einen
rigiden Baustopp verhängt, um dass Flüchtlingsproblem so zu bekämpfen. Hat allerdings mehr für Sozialen
Sprengstoff gesorgt. Die größte Triade ist dort die vom roten Drachen, dass hört sich schon mal gar nich gut
an. Auch wenn Gerüchte besagen, dass eigentlich hinter fast jeder Triade sich entweder ein Drache, ein freier
Geist oder ein uralter Vampir steht. Und Hong Kong gilt als ein Areal von wilder Magie. Hört sich jetzt
schlimmer an, als es ist. In NO treten ja ähnliche Effekte auf und hat mich bisher ja noch nie tangiert. Auch
soll es dort recht häufig zu Manastürmen kommen. Mehr fällt mir zu Hong Kong im Moment nich ein.

Was wir denn für eine Aufwandsentschädigung bekommen? Auslandseinsätze sind ja nich ganz billig,
besonders wenn sie ca zwei Wochen dauern. 100K, inklusive Spesen, für jeden. Ist schon mal ne gute
Verhandlungsgrundlage. Ich tu so, als ob ich jetzt groß Nachrechnen würde, um eine Verhandlung in Gang
zu bringen. Meine Zeit ist kostbar, so einigen wir uns auf 120K pro Nase, Deal!

Dann teilt uns Radek die Details mit. Wir werden die Rollen und uns in einem zum Expressfrachter
umgebauten, ehemaligen Truppentransporter namens USS Cromwell schmuggeln. Die Reise wird in etwa
eine Woche dauern. Würde natürlich lieber mit nem Flieger rüberjettten, aber Radek blockt ab. In HK
erwartet uns ein Kontaktmann namens John Miller. Falls er uns nich am Pier erwartet, dann sollen wir ihm
im River Side suchen, so ner Hafenbar. In HK sollen wir dann untertauchen und sind vollständig auf uns
allein gestellt. Wir bekommen die SAN Adresse eines Shinto Schreins. Und eine Namensliste. In dem

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Shintoschrein gibt es einen virtuellen Wunschbaum. Normalerweise kann man ja in so nem Shintoschrein
kleine Täfelchen kaufen, auf denen man dann Wünsche aufschreiben kann. Hier geht das eben Virtuell. Mit
der Namensliste sollen wir jeden Tag einen Wunsch posten und mit einem der Namen in absteigender
Reihenfolge unterschreiben. Er wird uns mit einer Nachricht eines gewissen Walter Donavan dann die
verschlüsselte Adresse einer Mailbox angeben, wo wir unsere Instruktionen abholen können. Ich krieg auch
noch das Entschlüsselungsprogramm. Und dann noch nen Vorschuss von 20K. Happy!

Ich schließe mich mit Al kurz, was wir alles für Sachen den mitnehmen. Ui, da kommt einiges an Zeug
zusammen. Drek auch. Wir verabreden uns dann um 7 Uhr Morgen auf dem Pier, wo der Frachter vor Anker
liegt. So! Jetzt heißt es erst mal packen. Also fahre ich zurück nach Hause. Mach ein paar Umwege und
ziehe alle Register des Untertauchens. Weia! Nix wäre schlimmer, als wenn sie meine Alpha Wohnung
aufspüren könnten.

Ich erzähle Sakura-chan sofort die Neuigkeit, dass ich für etwa zwei Wochen auf Reisen gehen werde. Ui ui
ui! Mag gar nich so lange von meiner Geliebten getrennt sein. Und Sakura zeigt mir gleich, was ich lange
Zeit vermissen werde. Oh! Sie kann das so gut! Oh Gott! Daisuki!

Nachdem ich vom siebten Himmel wieder auf der Erde bin, mache ich mich ans zusammenpacken. In Hong
Kong herrscht subtropisches Klima, da hat es jetzt schon Mitte zwanzig Grad und eine ziemliche Schwüle.
Also leichte Kleidung, für die Reise etwas Robusteres und auch Regenschutz nich zu vergessen. Dann was
nehm ich an Kosmetika mit. Alles was ich gerne möchte, hat unmöglich Platz. Und ich bitte Sakura-chan,
mir noch ihre Verkleidungsset und eine Wanze samt Ortungsgerät zu leihen. Bei Verlust werde ich es
bezahlen. Wirklich wahr! Dann nehme ich noch mein halbes Waffenarsenal mit. Denk mal, es wird durchaus
zu Kämpfen kommen. Drei Poket Dragon, eine Glock Gl-1 Match, ein Taser und meine neue Mendozza MP.
Als Nahkampfwaffen mein ausfahrbarer Schlagstock, ein Keramikmesser, ein Überlebensmesser und mein
Katana. Dazu noch ein paar Schockgranaten. Dann noch mein ganzes Zeichenzeug, will ja auf der Reise
üben. Ich nehme noch ne Mütze voll Schlaf. Spät geworden!

31.03.2059 Montag Seattle Hafen Tag 1 auf See

Oh, fünf Uhr Morgens Aufstehen. Grausam! Besonders wenn man erst um drei Uhr Morgens ins Bettchen
gegangen ist. Mag das gar nich! Aber alles Jammern hilft nich, hab den Job übernommen, also werde ich ihn
trotz widriger Umstände ausführen. Sakura-chan meint, ich soll mich nich so aufführen. Viele Leute müssen
jeden Tag um diese Zeit aufstehen. Sie gibt mir nen aufmunternden Klaps auf meinen Knackigen Arsch. Ui!

Meine Geliebte fährt mich dann zum Pier. Ist schon einiges los auf den Straßen. Glaubt man gar nich. Aber
Sakura-chan kennt sich gut genug aus, um ohne Probleme an das Hafenbecken zu kommen. Wir werden nich
kontrolliert und kommen ganz unbehelligt auf das Areal. Die Cromwell ist ein wirklich verdammt großes
Schiff. Seh sogar ich auf einen Blick. Kann das!

Al kommt mit nem Taxi an und ist ähnlich schwer bepackt wie ich. Ich verabschiede mich von Sakura-chan.
Oh, will nich gehen. Wir küssen uns noch mal ganz innig. Sakura meint, ich solle meinen knackigen Arsch
an einem Stück wieder nach Seattle schaffen. Ja, versprochen.

Der Kapitän erwartet uns schon. Der etwas dickliche Anglo Norm Mitte Vierzig stellt sich als Warren vor.
Wir folgen ihn an Bord. Das Schiff hat als ehemaliger Truppentransporter einen recht großen Aufbau. Dort
führt er uns hinein. Ist ein ziemliches Labyrinth da drin. Weia! Da kann man sich ja verlaufen. Die Crew
besteht aus ganzen vier Leuten. Der Technisierungsgrad hat auch die Seefahrt erreicht. Die einzige Frau der
Crew ist ebenfalls eine Anglo Norm namens Mosley. Sie macht nen fitten und durchtrainierten Eindruck, hat
dunkle Haare und ist so Mitte Zwanzig. Der einzige Meta ist ein Afro Ork namens Muertow, dreißig Jahre
alt und ziemlich breit gebaut, selbst für nen Ork. Und der letzte ist ein Hispanic Norm namens Rodriguez
und mit Anfang Zwanzig auch der Jüngste der Crew. Er macht den Eindruck der typischen Couchkartoffel.
Ist hier wohl Decker oder so was.

Wir können uns drei Kabinen am Ende des Aufbaus aussuchen, mit freien Blick nach hinten raus. Ich
überlasse Al die Wahl, er nimmt die ganz außen, da nehm ich die in der Mitte. Wir verstecken den Koffer
mit den Rollen in einer Kiste im Frachtraum. Der Kapitän führt uns persönlich da hin. Ist wohl nie

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Vorbereitete Kiste, ist ein Hüter drum herum errichtet. Weia! Fällt so was nen Zollmagier nich als alles
Erstes auf? Na ja, ich weiß nich! Ich bringe noch den Sendechip an den Koffer an und verstecke ihn dann in
das vorbereitete Versteck. Der Kapitän geht vor und ich setze schon mal eine von meinen
Überwachungskameras auf die Kiste an. Sicher ist sicher.

Die USS Cromwell läuft aus dem Hafen von Seattle aus und ich nutze die Gelegenheit, zwei Kameras u
setzen, mit denen ich unseren Gang überwachen kann, wo unsere Kabinen sind. Auch setze ich eine Kamera,
die alle drei Eingänge zum Aufbau des Schiffes im Blickfeld hat. So, jetzt fühle ich mich besser. Bin Müde
und gebe Al mal die Konsole. Ich erkläre ihm, wie das genau funzt. Dann gehe ich in meine Kabine und hau
mich aufs Ohr. Müde jetzt! Aber bevor ich die Matratze teste, bitte ich einen Herdgeist auf unsere Kiste
aufzupassen. Zur Sicherheit lasse ich ihn vorher noch die Leute an Bord durchzählen. Die Anzahl stimmt
und der Herdgeist, der wie ein Matrose aus einem alten Kriegsfilm aussieht, nimmt seine Wache auf.

Ich schlafe noch etwa sechs Stunden. Gähn! Jetzt fühle ich mich besser. Ich zieh einen Trainingsanzug an
und geh mal die Räumlichkeiten abchecken. Stell fest, dass die keinen Pool haben. Auch keinen richtigen
Fitnessraum. Sie haben ne Messe mit nem Trideo, nem großen Kühlschrank, ne Tiefkühltruhe und einem
Koch-O-Mat. Wohl bekomms. Wenigstens sind Tiefkühltruhe und Kühlschrank gut bestückt. Zwar fast nur
Soyfood, aber immer noch besser als Nutrosoy mit dreißig Geschmacksrichtungen. Ich werfe mir ein paar
Baguets in den Koch-O-Mat und esse dann die. Das ganze spüle ich mit ner Classic Coke runter.

Dann gehe ich etwas an Deck. Wir haben den Puget Sound schon verlassen. Das Schiff scheint sehr schnell
zu sein. Der Kapitän hat erklärt, dass die Cromwell dafür gebaut wurde, um sehr schnell Truppen mit
schwerem Gerät über die Ozeane zu transportieren. Die Cromwell war noch in der Zeit gebaut worden, als
die gute alte USA noch Interessen im Ausland vertreten hatte. Das war aber schon lange her. Ich fange etwas
an mit Lauftraining. Emsig drehe ich meine Runden. Rodriguez, der Hispanic Norm schaut mir interessiert
zu. Weia! Ich glaub, der hat nen Steifen! Ui ui ui!

Immer wieder unterbreche ich das Laufen für einige intensive Übungen. Schade, dass Sakura-chan das nich
sieht. Sie hätte ihre Freude daran. So, jetzt bin ich durchgeschwitzt. Ich suche mir ne Dusche und mach die
gut zu. Dann spüle ich mir den Schweiß von meinen Körper. So!

Ich geh Al besuchen. Der hat bis jetzt nix außergewöhnliches feststellen können. Ich übernehme die Wache.
Die Konsole stelle ich auf den Boden. Davor bereite ich meine Zeichensachen aus. Dann lege ich mich hin,
setze meinen Player auf und höre Musik. Japan Teenie Idol Syntho Pop. Ich fange an, die Geschichte für den
Racoon Part zu designen. Also ein Storyboard erstellen, Seiten in Panelle unterteilen und festlegen, was zu
sehen sein wird. Ich habe mich entschieden, die Szene zu zeichnen, wo ich Racoon zum ersten Mal treffe.
Zuerst dachte ich, sein Opfer wäre besser, aber das macht mich zu traurig. Immer wieder werfe ich einen
Blick auf die Konsole, alles ruhig.

Zum Abendessen backe ich mir zwei Brötchen auf und esse die mit Soywurst. Im Trid läuft gerade eine
Hong Kong Todesshow. Örks, ist die mal blutig. Da vergeht einem beinahe der Appetit. Aber ich bin
inzwischen schon richtig abgestumpft, was Gewalt im Trid angeht. War meinem ganzen Leben Gewalt
ausgesetzt und hab auch genug ausgeübt. Ich muss an die zwölf Menschen denken, die ich getötet habe. Und
irgendwie habe ich das Gefühl, dass es bald sehr viel mehr sein werden. Der Schattenkrieg, in dem ich
gerade verwickelt bin, wird mit sehr harten Bandagen geführt. Es steht wohl einiges auf dem Spiel, es gibt
viel zu gewinnen, aber auch viel zu verlieren.

Konzernruns sind meist mehr oder weniger die ungefährlicheren. Wenn man nich gerade ein Massaker
veranstaltet, werden die Schäden meist über Versicherungen abgedeckt oder sind nur ne Zahl in der Bilanz.
Und wenn es doch mal ein Exec persönlich nimmt, so wird der Auftraggebende Konzern gehauen, nich
unbedingt das ausführende Werkzeug, sprich den Runner. Syndikate nehmen so was gleich viel persönlicher.
Weiß das!

Hier liegen ein paar Cyberdecks herum, legale Teile, nich die frisierten Dinger, die Decker benutzen. Ich
stöpsle mich via Haarnetz in meine Sony Acabus ein und hinterlasse ein virtuelles Schildchen mit dem ersten
Namen auf der Liste. Bis jetzt alles klar. Ich geh zurück in meine Kabine und fange an, Vokabeln zu lernen.
Kantonesisch ist ja so schwer! Da raucht mir bald die Birne! Weia!

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Schließlich werde ich wieder Müde und gebe dann Al die Konsole, dass er ein wenig aufpasst. Gähn!
Schlafen, jetzt! Ich stell mir den Wecker auf die Zeit nach Sonnenaufgang ein. Wenn mein Geist seinen
Dienst beendet, den ich wieder zum aufpassen zu der Kiste geschickt habe.

01.04.2059 Dienstag Pazifik Tag 2 auf See

Mein Wecker reißt mich mal wieder aus den schönsten feuchten Träumen. Oh, hab grad was ganz geiles
Geträumt. Oh, und meine Sakura-chan ist soweit weg. Heul! Aber egal. Ich bitte meinen Herdgeist, ein
weiteres mal auf die Kiste aufzupassen. Er salutiert nachlässig und gähnt demonstrativ. Ziemlich lax die
Geister hier. Neh? Wie auch immer, ich kuschle mich zurück in die Decke und träume weiter schöne Sachen.
Mag das!

Klopf, Klopf! Ui? Al reißt mich nun aus meinen Träumen und meint, ich solle wieder übernehmen. Gähn!
Na gut! Und er meint, er hätte ne Bewegung am Rand des Sichtfeldes gesehen, wo die Rollen versteckt sind.
Hm? Ich rufe die Reply Funktion auf und gucke mir das mal an. Da scheint tatsächlich was gewesen zu sein.
Aber selbst nach Vergrößerung kann ich nich sehen, was da genau ist. Aber da dies erst von ein paar
Minuten passiert ist, geh ich ganz schnell mal Astral hingucken.

Ich komme gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie Mosley und Rodriguez sich unterhalten. Sie meinen,
alles wäre in Ordnung und wir würden nix peilen, bis es zu spät ist. Ui? Leider sagen sie nix mehr weiter zu
dem Thema sondern verkrümeln sich. Ich frag meinen Geist, ob die was hier gemacht haben. Nix mit der
Kiste, meint er und der Rest interessiert ihn nach meiner Befehldefinition ja nich. Ui ui ui! Da hat er wohl
Recht. Ich geh zurück zu Al und berichte ihm die ganze Sache. Er weis auch nich weiter. Hm, werde wohl
im laufe des Tages mal die Kabinen der beiden Durchsuchen. Kann das! Al geht, meint, er wäre jetzt Müde.
Nachti!

Also stelle ich die Konsole auf einen Tisch. Da ich nur nen Tanga und ein Muskelshirt anhabe, ist dass
eigentlich die perfekte Kleidung um ein paar Katas zu machen. Und das ganz ohne Sakura. Kann das auch
ohne sie. Bloß würde sie mir nach zehn Minuten in den Hintern treten, als ich genug davon hab. Und es ist
deutlich nach Acht Uhr. Genau genommen ist es so spät, dass ich das Frühstück ausfallen muss.

Im Koch-O-Mat schiebe ich mir eine Pizza und vertilge sie dann. Auf Deck spielt Muertow Golf. Häh? Er
schlägt die Bälle alle ins Wasser. Finde ich nich Sahne. Ist Umweltverschmutzung. Der Afro Ork schaut
mich an, als ob ich nich alle Tassen im Schrank hätte. Sind zwar nur Golfbälle aber wenn das jeder machen
würde, neh? Demonstrativ schlägt er so, dass der Ball Haarscharf an mir vorbeisaust. Ich singe ein Lied des
Leicht seins auf den Ball und lasse ihn zurück schweben. Der Afro guckt mich ganz groß an, dann wird sein
Blick finster. Mit einer Hand greift er sich den Ball und zerquetscht ihn. Jetzt ist es an mir, Große Augen zu
bekommen. Glub!

Ein Astraler Check zeigt mir, dass er Muskelverstärkung in den Armen hat. Und dann es verärgert ist, genau
genommen Stinke sauer und ich der Grund dafür bin. Mega Weia. Er wirft mir noch nen bitter bösen Blick
zu, schnappt sich seinen Schläger und den Eimer mit Golfbällen und geht zurück unter Deck. Irgendwie
scheint er gar nich auf Magic Girlies zu stehen. Weia!

Aber die Gelegenheit ist jetzt günstig, sich um die Kabinen von Mosley und Rodriguez zu kümmern. Al ist
inzwischen auch wieder Wach und hält den Hispanic Norm mal im Auge, während ich mich an seiner
Kabinentüre zu schaffen mache. Der Raum ist in einziges Chaos. Weia! Männer und Ordnung. OK, mein
Zimmer ist auch nich immer gerade aufgeräumt, aber zu so einem Chaos kommt es bei mir selten. Was für
ein Schlamassel!

Methodisch beginne ich das Zimmer zu durchsuchen. Ist gar nich so leicht. Immer wieder bekomme ich von
Al ne Statutsmeldung. Ich finde nix außergewöhnliches, bis auf ein Teil. Scheint ein elektronisches Bauteil
zu sein, mit der man sein Handy an die Funkanlage des Schiffes anschließen kann. Sprich man kann
unregistriert Ferngespräche führen. Hm? Ob er mit Yamatestu in Verbindung steht? Aber ich check nich, für
was er das Teil braucht. Er hat ja die Möglichkeit, auch über die Cyberdecks Verbindung aufzunehmen.
Seltsam!

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Dann nehme ich mir das Zimmer von Mosley vor. Sie hat ein Haar an die Tür geklebt. Alter Trick. Ich
fotographiere die Stelle und nehme es mit einer Pinzette ab. Das Schloss an ihrer Türe ist kein Hindernis für
mich. Schwup und schon bin ich drin. Das Zimmer ist das genaue Gegenteil des Hispanic. Klinisch sauber
und ordentlich aufgeräumt. Auch hier bringt eine Durchsuchung nix zu Tage. Das einzig erwähnenswerte ist
ein Poster von Green War, wie man sich über Matrix bestellen kann. Ob sie ne Aktivistin ist? Hm?

Um weitere Infos zu sammeln, knöpfe ich mir ihren Taschensekretär vor. Sie hat ein Professionelles Anti
Hacker System drauf. Im ersten Anlauf scheitere ich, erst mit etwas herum Gefummel komme ich rein und
kriege wenigsten die Fehlermeldung weg, kann sie aber nich aus dem Log löschen. Drek! Wenn sie da
nachguckt, wird sie merken, dass jemand dran war. Mega Dreck, aber ich kriegs anders nich hin. Bin kein
Decker und meine Computerkenntnisse sind auch nich gerade die von Dodger.

Das ist nich gut. Da ich damit rechnen muss, dass wir vielleicht im Laufe der Reise einem Angriff ausgesetzt
sein könnten und wir die Besatzung vielleicht ausschalten müssen, gehe ich mal auf die Brücke. Ich mach
eines auf neugieriges naives Girlie und lass mir erklären, mit welchen System der Frachter gesteuert wird.
Die Steuerung läuft über Autopilot. Der Kurs wird über GPS abgeglichen und vom Piloten laufend
angepasst. In Küstennähe steuern sie selber, aber auf hoher See steuert halt der Autopilot. Das Radarsystem
ist auch nich gerade mehr militärisch zu nennen. Es erscheint mir recht einfach und ich denke, im Notfall
kann ich das Schiff in Küstennähe steuern. Und das reicht ja auch.

Ich verkrümle mich wieder in meine Kabine, checke die Kameras durch und übe zeichnen. Dann lese ich ein
paar Mangas und fange an mich zu langweilen. Zwischendurch bitte ich einen weiteren Herdgeist, auf meine
Kiste aufzupassen, nachdem die Sonne untergegangen ist. Inzwischen scheinen wir in einen kleinen Sturm
geraten zu sein. Jedenfalls regnet es draußen und die Wellen gehen höher als noch am Mittag. Wenn das mal
gut geht. Weia!

02.04.2059 Mittwoch Pazifik Tag 3 auf See

Bevor ich ins Bett gehe, vertrete ich mir noch ein wenig die Beine. Der Ork Muertuw kommt vorbei, wieder
mit Golfschläger und nen Eimer voll Golfbälle bewaffnet. Weia! Genau das richtige Wetter um nach
Mitternacht zur Geisterstunde Golf zu spielen. Gähn! Der Regen peitscht mir ins Gesicht und es ist
verdammt ungemütlich da draußen. Der Ork glotzt blöd aufs Meer hinaus, kriegt große Augen und fängt was
an von einem Geisterschiff zu brüllen. Geisterschiff? Ui? Wo! Wissen will, jetzt!

Und tatsächlich, da scheint ein Schatten in Form eines Schiffes zu sein. Ui, hab noch nie eine Geisterschiff
gesehen. Der Ork rennt rein und lässt mich allein auf Deck zurück. Da ich mir die Sache auch näher ansehen
will, gehe ich hinein, sage Al Bescheid, der mich ungläubig anguckt und gehe mir mal Astral die Sache
angucken. Das Schiff sieht aus der Nähe beschädigt aus, ist eines dieser Fischerboote, Kutter nennt man die
glaub ich, mit denen man aufs Meer raus fährt. Ne, Klar, was macht man auch sonst mit nem Schiff? Und so
Fische fängt, mit so komischen Netzen und so. Wie auch immer, dass Schiff ist mehr ein Wrack und es ist
eindeutig Leck geschlagen. Trotzdem schwimmt es. Eine Einsame Gestallt steht am Bug. Gekleidet wie ein
Fischer. Kennt man ja aus einschlägigen Teen Horror Filmen, neh?

Das Schiff ist die reinste Manaverwerfung. Hab so was nur in Rom, am Kolloseum und in Akkon, am Turm
der Fliegen gesehen. Dieses Ding ist nich gut, ganz und gar nich gut. Die Aura des Fischers zeichnet sich
dahin gehend aus, dass er überhaupt keine Aura hat. Das Ding macht mir Angst. Heiliger Sankt Waschbär,
steh uns bei!

Auf der Brücke ist einiges los. Alle sind Wach, bis auf Mosley, und schieben Panik. Besonders der Afro Ork
gibt einige Seemannsgeschichten zum Besten. Dieser Kutter, Wang Fu, scheint einiges schon auf dem
Gewissen zu haben. Berge von Leichen bleiben zurück. Keine Überlebenden. Ach? Und woher weiß man
dann von dem Ding da draußen. Der Ork guckt nur grimmig. Weia! Für logische Spitzfindigkeiten ist der im
Moment gar nich empfänglich.

Man fragt mich, was ich von der Sache halte. Hah, mein fachlicher Rat ist gefragt. Na ja, mit Gespenstern
und Phanthome kenn ich mich nich so super aus. Mit Gespenstern hatte ich schon zu tun, die sind meist

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Harmlos, jedenfalls für normal sterbliche. Bei Phantomen sieht das wiederum ganz anders aus. Die Können
sich wie normale Geister und Elementare nämlich Materialisieren und haben die volle Interaktionsfähigkeit
in der normalen Ebene. Also sie können Mundane töten. Aber auch sie kann man ordentlich vertrimmen. Bei
manchen reicht das sogar, die kann man Verbannen und Vernichten. Andere haben eine so genannte Fessel,
die sie bindet. Sie gucken mich an, als ob ich chinesisch reden würde. Ich stelle mir vor, es wären kleine
Kinder und ich wäre eine geduldige Kindergärtnerin. Also in ganz einfachen Worten erkläre ich langsam,
was es mit diesen Phänomen auf sich hat.

Die interessiert eigentlich nur, wie man so was schnell kaputt kriegt. Na, volles Draufballern hilft. Al seine
Baphomet und meine Mendozza würde dem Ding auf alle Fälle was knabbern geben, hoffe ich. Der Kapitän
beschließt die Maschinen auf Notlast laufen zu lassen und einen optimalen Fluchtkurs einzuschlagen. Kam
das Geisterschiff bis jetzt immer kontinuierlich näher, so bleibt der Abstand zuerst gleich, dann gewinnen
wir langsam immer mehr Abstand. Nach einer Stunde verlieren wir das Schiff aus dem Blickfeld. Ich bin nur
richtig Müde und geh in die Heia! Träume aber von bösen Geisterpiraten und schrecke zitternd im kalten
Schweiß gebadet auf. Ui! Hab Angst. Ich kaure mich zitternd in die Ecke und begreife erst langsam, dass
dies gerade nur ein Traum war. Das vorher war schon real, neh? Es dauert ne Weile, dann falle ich wieder in
einen unruhigen Schlaf.

Ich schlafe so lang es geht und steh dann schließlich auf. Zur Entspannung mache ich ein paar Übungen,
dann wärme ich mich auf und mach ein kleines Training. Hai, fleißiges Girlie! Immer auf Zack! Schnell
unter die Dusche. Ich übe ein wenig Zeichnen. Plötzlich merke ich, wie sich der Türknauf bewegt. Al? Ne,
ist er nich, wie er mir über Funkt mitteilt. Ich springe leise auf und bewege mich lautlos wie eine Katze zur
Wand neben der Tür. Ich ziehe meinen Taser, mache in Schussfertig. Dann reiße ich die Tür auf. Links?
Leer! Rechts? Leer? Über mir? Leer? Glup? Astral Blick, nix unsichtbares. Häh? Der Gang ist sauber, der
andere auch. Astraler Check zeigt mir, dass auch alles anderen Räume leer sind. Al ist nich der Typ, der
Scherze auf Kosten von kleinen niedlichen Girlies macht. Ein kalter Schauer rieselt mir der Rücken runter.
Spukt es hier? Ich bitte meinen Geist, alles Anwesende durchzuzählen. Er kommt auf sechs Personen,
einschließlich mir. Weia! Das ist ja echt mal gruselig.

Nachdem ich mich wieder beruhigt habe, knurrt mein Magen. Im Koch-O-Mat mache ich mir ein Topf
Ravioli, den ich mit Al teile, der inzwischen auch schon wach ist. Nach dem wir fertig gegessen haben, fällt
mir auf, dass keiner auf die Kameras aufpasst. Mist, vor lauter Geisterschiff. Die Konsole steht noch in
meinem Zimmer. Na ja, sie liegt eigentlich eher auf dem Boden, die Bildschirm ist kaputt, defekt kann man
das nich mehr nennen. Auch die Tastatur sieht böse aus. Totalschaden. Drek!

Aber nich so schlimm. Ich kopple meinen Taschensekretär an meine Kommunikationszentraleinheit und
schalte auf die Frequenz der Kameras um. Alle bis auf eine melden nur Schatten. Drek! Die Kamera, die wo
auf die Kiste aufpasst ist in Ordnung, bei allen anderen wurde das Objektiv verkratzt. Genau das
Bauelement, das ich hier nich ersetzen kann. So ein Drek! Passt man einmal nich auf, schon ist alles am
Arsch! Ratlos gucke ich Al an, der kann sich auch nich so den Reim drauf machen. Einer von der Crew
scheint sich wohl gütlich gehalten zu haben. Oder ein Phantom! Hab Angst!

Part B
Racker was not amused

02.04.2059 Mittwoch Pazifik Tag 3 auf See

Al und ich halten Kriegsrat. Was soll der Scheiß? Wer war es? Rodriguez? Murtow? Mosley? Warren? Ein
Phantom? Drek! Wir wissen es nich! Wir könnten aber die Leute etwas nervös machen. Ober vielleicht lieber
doch nich. Al meint, wir könnten den Verstärker, den Rodriguez in seinem Zimmer versteckt hat, vielleicht
anzuzapfen. Hm. Wäre ne Möglichkeit. Okidoki. Besser als dumm rum zu sitzen und nix zu tun. Wir gehen
aus der Kabine raus, um ein paar Vorbereitungen zu treffen. Gegenüber auf der Wand schält sich gerade ein
Schriftzeichen aus der Wand heraus. Heiliger Sankt Waschbär! Was nu los?

Es brennt sich regelrecht in die Wand. Es ist ein chinesischer Charakter. Ich brauch mich nich mal
anzustrengen um das Schriftzeichen lesen zu können. Shi! Tod! Drek, was soll der Mist? Astral ist nix zu
entdecken. Wie kommt die Schrift auf die Wand. Mir fällt kein Zauber ein, der so was bewerkstelligen kann.

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Ist das eingebrannt? Aber ich spüre keine Hitzeentwicklung. Ist das Säure? Ich hole eines meiner
Ohrstäbchen und tupfe es in die Schrift. Die Watte qualmt und verschrumpelt. Al meint, dass manche Säure
so was wie ne Verbrennung bewirkt. Hm.

Da treibt jemand einen Schabernack mit uns. Finde ich nich Amüsant! Wirklich nich. Also gehen wir
Kapitän Warren und zeigen ihm das Ding an der Wand. Auch er findet das nich witzig. Brüllend trommelt er
die ganze Besatzung zusammen und legt dann erst richtig los. Weia, der ist vielleicht mal Mega Sauer! Er
scheißt die Besatzung nach Strich und Faden zusammen, meint, dass dies den Mega Ärger geben wird. Und
auch wir zwei sollen uns zurückhalten. Wir sind hier schließlich nich im Kindergarten. Hat er Recht! Aber
wir haben ja auch gar nix gemacht!

Nachdem die Leute sich wieder verteilen, gehen wir in den Aufenthaltsraum. Aus einer Toolbox hole ich mir
ein paar Teile, die ich brauche, um den Verstärker zu modifizieren. Kann so was. Al geht, um Rodriguez
aufzuspüren. Er gibt mir schließlich Meldung, dass die Luft rein ist. Also gehe ich zur Kabine, knacke das
Schloss und schnapp mir den Verstärker. Das Ding ist Marke Eigenbau. Wahrscheinlich von dem Hispanic
Norm sogar selber. Cheyenne baut ja auch so ein Zeug zusammen, bloß ist ihres meist getarnt. Also entferne
ich das Gehäuse und guck mir die Sache mal an. Hm, brauch ne weile, um hinter der Funktion und
Arbeitsweise des Dinges zu kommen, ist echt nich einfach, die Teile sind aus allen möglichen Sachen
ausgeschlachtet worden und hier irgendwie zusammengelötet worden. Aber schließlich peile ich die Lage
und löte meine Modifikationen an. Dann noch etwas Programmierarbeit und das Teil wird eine
Nebenverbindung zu meinem Taschensekretär aufbauen.

Kaum bin ich fertig, klopft es an der Tür. Mosley ist draußen und meint, sie wüsste, dass Rodriguez da drin
wäre. Drek! Wahrscheinlich hat sich mich gehört, muss verdammt gute Ohren haben, die gute Frau. Was
mach ich nur? Sie geht einfach nich weg. Blöde Kuh. Rodriguez ist für nen Norm recht klein, bin größer als
er und ich bin mit 1.75 beileibe keine Riesin. Hm. Fünf Zentimeter fallen schon auf. Aber mir bleibt wohl
nix anderes übrig. Ein Lied des anders Aussehens verwandelt mich in den Norm. Ich rufe mir sein
Sprachmuster ins Gedächtnis und mache die Tür auf. Mosley will irgendwas, aus dem ich ganz und gar nich
schlau werde, und meint, es wäre Zeit. Für was sagt sie nich und wage nich, nachzufragen. Sie geht vor, ich
zottle Schicksal ergeben hinter ihr her.

Wir begeben uns zum Laderaum. Unterwegs läuft uns Muertow der Afro Norm über den Weg. Er guckt
ziemlich misstrauisch. Hat er mich durchschaut? Mosley führt mich in die tiefen des Schiffes. In der Nähe
unseres Versteckes hält sie an. Meint, ich wäre dran. Ich check nich ganz, was sie jetzt von mir will. Sie
guckt aber den Kistenstapel hoch. Hm, ich klettere einfach mal hoch, sie glotzt mir etwas seltsam nach. Oben
auf dem Stapel ist ein Transportbehälter. Gutes Magschloss mit Nummerical Control Panel daran. Ich rufe
nach unten, dass alles OK ist.

Dann klettere ich wieder nach unten. Mosley meint, dass ich wohl viel trainiert hätte, denn so gewandt wäre
ich noch nie geklettert. Ausgerechnet jetzt kommt Muertow auch noch. Er hat nen 36er Gabelschlüssel in der
langen Ausführung in der Hand. Meint, hier wäre vieles sehr komisch. Ich bleib cool und lasse Al unser
Gespräch lauschen. Er wird wissen, was zu tun ist. Muertow meint, ich solle mit zum Aufenthaltsraum
kommen, wo der richtige Rodriguez gerade ist. Widerwillig gehe ich mit. Mag das gar nich. Al stößt an der
Treppe nach oben zu uns. Es kommt zu einem kurzen Streit. Gemeinsam gehen wir hoch. Hier macht Al ein
gelungenes Ablenkungsmanöver und fällt beinahe über Bord. Das ist die Gelegenheit. Ich setze mich ab und
haste zum Aufenthaltsraum.

Mit einem Tanz des Nich gesehen werdens mach ich mich unsichtbar. Dann singe ich Rodriguez ein Lied
des War ganz anders gewesen. Ich überspiele ihm meine Erinnerung der letzten Ereignisse und verklickere
ihm, dass er Sauer wegen Muertows Paranoidität ist. Kaum bin ich fertig. Stürmt Muertow mit dem Rest
wütend schnaufend in den Aufenthaltsraum hinein. Er reißt das Kabel aus der Buchse von Rodriguez. Der ist
jetzt natürlich Mega Sauer. Meint, dem Ork hätte man wohl ganz gehörig in das Hirn geschissen und er geht
jetzt zum Chef! Muertow guckt jetzt ganz verdattert und Mosley zeigt ihm den Vogel. Puh, dass wäre jetzt
überstanden.

Ich schlüpfe in meine Kabine, in der Al schon wartet. Meine, dass es ein Super Manöver gewesen war.
Lucky! Der Kapitän ruft uns wieder zu sich. Jetzt sind wir wieder Schuld, dass Muertow langsam durchdreht.

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Ich merke, wie gerade mein Geist aus dieser Ebene verdrängt wird. Drek! Was geht hier ab? Wer war das?
Die Besatzung ist komplett hier, also können es die nich gewesen sein. Das lässt nich gerade viele weitere
Möglichkeiten offen. Wir haben ein Phantom an Bord! Bibber! Einen Blick auf dem Bildschirm zeigt mir,
dass die Kiste noch so da liegt, wie sie sein sollte. Aber wer weiß, wie lange das noch so sein Wird. Also nix
wie hin. Wir lassen Warren einfach stehen und hasten zum Laderaum.

Wir sichern nach allen Seiten, kein Feind zu sehen. Al meint, eine Bewegung wahrgenommen zu haben. In
einer Zangenbewegung bewegen wir uns auf die Stelle zu, aber wir finden niemanden, als wir dort sind.
Auch ein kurzer Astral Check bringt nix zu tage. Drek auch. Wir jagen Buchstäblich ein Phantom. Wo kann
es nur sein? Drek auch! Ich komm aus dem Fluchen nich mehr raus. Hier läuft einiges Schief. Ein
Geisterhafter Gegner, eine Besatzung, die uns aus verschiedenen Gründen nich mag. Und ich armes Girlie
mitten drin. Mag das gar nich!

02.04.2059 Mittwoch Pazifik Tag 3 auf See

Al schaut nach, ob die Rollen noch drin sind. Sie sind noch da. Aber mir ist es zu unsicher, sie hier unten zu
lassen. Also nehmen wir sie mit. Jetzt wäre auch die Gelegenheit nachzusehen, was in der Kiste von
Rodriguez und Mosley ist. Aber diese Mosley kauert misstrauisch in der Nähe hinter einer Kiste und
beobachtet uns heimlich, jedenfalls versucht sie das, da muss sie aber noch viel üben. Na ja, später ist auch
noch Zeit. Also transportieren wir unsere Kiste in meine Kabine. Da wir es wohl mit einem magischen
Eindringling zu tun haben, schlage ich die Errichtung eines Hüters vor. Al ist einverstanden. Ich nehme mein
Abspielgerät und stelle mir vier Stunden Musik zusammen. Hauptsächlich Kanton Idol Pop, dazu etwas
Tokio Party Dance. Dann beginne ich den Tanz des Errichtens.

Schon bald versinke ich im Rhythmus der Musik und den Schwingungen des Manas, dass durch mich
hindurchfließt und von mir an den Wänden verteilt wird. Dort wird das Mana fest und schützt den Raum vor
Astralen Eindringlingen. Leuchtet die Struktur erst schwach, so wird sie von Stunde zu Stunde stärker. Al
reist mich kurz aus meiner Trance, weil mein Taschensekretär einen Verbindungsaufbau von Rodriguez
Handy aufzeichnet. Soll rangehen. Ich tanze weiter, während Al das Gespräch abhört. Der Norm redet mit
einem Asiaten, der ihn zur Ruhe und Besonnenheit mahnt. Hm, jetzt sind wir genau so schlau wie vorher. So
ein Drek!

Schließlich steht die Struktur des Hüters. Er hat jetzt Stufe 4 nach der nach oben offenen UCLA Einstufung
für magische Phänomene. Das muss reichen. Dann bitte ich einen Geist dieses Schiffes als zusätzliche
Wache zu fungieren. Puh! Mein Magen knurrt inzwischen ganz schön. Zeit für ne Zwischenrunde am Koch-
O-Mat. Ich geh mal in Richtung Küche, während Al im Hüter zurückbleibt. Kaum bin ich in der Küche, gibt
Kapitän Warren Meldung, dass alle auf die Brücke kommen sollen. Weia! Was ist nun schon wieder los?

Es gibt ein Problem mit der Funkanlage. Al trudelt mit der Kiste im Rucksack auch ein. Muertow lehnt
seelenruhig draußen an der Reling. Der Mann hat Nerven. Während noch diskutiert wird, wer da raus geht,
gucke ich mir Muertows Aura an. Drek! Sie ist am verlöschen. Ich flitze nach unten. Als ich nur noch
wenige Meter vor ihm bin, rutscht er über die Reling. Das kann ich nich mehr schaffen. Aber für was hat
mich der Heilige Sankt Waschbär denn auserwählt? Mit einem Lied des Leichtseins fange ich ihn auf. Ich
lasse ihn nach oben schweben und eile mit ihm zurück zu den Kabinen.

So was wie eine Krankenstation haben die hier nich. Ich lege ihn auf den Tisch im Aufenthaltsraum ab.
Weia! Ich schneide seine Blutgetränkte Kleidung auf. Sein Oberkörper ist mit dutzenden von Einstichen
übersäht. Manche nur Oberflächlich, einige ziemlich tief. Tief genug für innere Verletzungen. Der Afro Ork
hat einiges an Cyberware Intus. Ihn magisch zu heilen ist nich leicht. Medkit! Jetzt! Man drückt mir eines in
die Hand. Ich klappe es auf und der Inhalt kommt mir mehr oder weniger entgegen. Die Statusmeldungen
bleiben auch nach dem Hochfahren des Expertensystems auf rot. Heiliger Drek! Die haben das Medkit nich
aufgefüllt, bzw. der Inhalt ist abgelaufen. Ich schicke Rodriguez los, einen Nachfüllpack zu organisieren.

Die Aura des Orks fängt an, Instabil zu werden. Sein rasselnder Atem setzt aus. Seine Brust hebt sich nich
mehr. Mir bleibt nix anderes übrig, als das Mana in ihn zu pumpen. Ich verschränke die Hände über seiner
Brust und beginne das Lied er Heilung zu singen. Zuerst denke ich, dass Mana entgleitet mir. Ich sammle
mein Innerstes und das Mana überwindet die Verunreinigungen im Körper des Orks. Neues Gewebe bildet

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sich, die Atmung setzt wieder ein, ruhig und gleichmäßig. Die Oberflächlichen Wunden verschorfen, der
Schorf fällt ab und zeigt neues Gewebe. Die tieferen Wunden werden zwar nich geschlossen, aber sie sind
nich mehr lebensgefährlich. Das war vielleicht mal knapp.

Al geht derweil mit Mosley zum Bug des Schiffes, wo die Satteliten Funkanlage ist. Die Kiste samt
Rucksack lässt er bei mir. Die Sache stinkt doch zum Himmel. Wer immer hier ist, fängt an, aktiv zu werden.
Drek auch. Der Ork ist stabilisiert. Rodriguez lässt sich nich blicken. Also nutze ich die Zeit, zurück in
meine Kabine zu eilen und meine Kampfausrüstung anzuziehen. Dauert keine zwei Minuten und ich bin
bereit für das schlimmste. In voller Bewaffnung suche ich Rodriguez. Er ist in einem Lagerraum und sucht
Medizinische Ausrüstung zusammen. Er hat einen Berg von Verbänden ausgegraben, aber kein Nachfüllkit
oder verwertbares Chirurgisches Besteck. Muss hier irgendwo sein. Toll. Sind ja nur knapp hundert Kisten
zur Auswahl. Mag echt nich wissen, wer für diesen Schlamperladen zuständig ist. Kann nich sein, so was.
Mein freundlicher Geist hilft suchen und findet innerhalb einer Minute das Zeug, was ich brauche. Also gehe
ich voll bepackt zurück nach oben zu meinem Patienten.

Inzwischen meldet Al, dass jemand die Funkanlage zerstört hat. Eine provisorische Reparatur würde
Minimum zwei Stunden dauern. Um es noch besser zu machen, zwei Schiffe kommen auf uns zu. Eines
davon ist die Wang Fu, dass andere ne Yacht. Wie wäre es mit ner Kursänderung und volle Kraft voraus? Ist
nich, so lange die Funkanlage nicht funkt. Für solche Sachen brauchen sie die Bestätigung der Kompanie.
Häh? Kann nich sein. Sollen hat den Zentralrechner knacken, haben dafür aber nich das Know How. Weia,
krieg hier noch voll die Krise.

Ich packe inzwischen das chirurgische Besteck aus und desinfiziere mehrere Nadeln. Dann ziehe ich mir
Handschuhe über und fange an, die Wunden zuzunähen. Kann so was. Habe je ne sehr komprimierte
Schwesternausbildung erhalten. Endlich höre ich Rodriguez die Treppe hoch geschnauft kommen. Wird ja
auch Zeit. Bin gerade fertig, da höre ich ihn laut Aufschreien. Der Schrei endet in einem Gurgeln. Mega
Drek!

02.04.2059 Mittwoch Pazifik Tag 3 auf See

Mit der Mendozza MP im Anschlag gehe ich aus dem Raum hinaus. Ich sehe die Beine von Rodriguez im
Gang liegen. Ein Angreifer ist nich zu sehen. Ich rücke langsam vor und wirble um die Ecke. Fehlanzeige.
Rodriguez liegt in seinem Blut. Sein Bauch ist aufgerissen, seine Gedärme verteilen sich unappetitlich über
den Boden. Das sieht nich gut aus. Ich muss nich mal Astral gucken, um zu wissen, dass er tot ist. Der wo
diese Sauerei veranstaltet hat, wird sich wünschen, niemals geboren zu sein. Falls er überhaupt jemals
geboren worden ist. Drek!

Die Rollen! Ich eile zurück und sage Al Bescheid, dass wir weitere Verluste haben. Ich öffne den
Transportbehälter und will gerade die Rollen unter meine Weste stopfen, als eine Gestallt im Türrahmen
auftaucht. Chinese im schwarzen Regenmantel. Er hat einen Spitzbart und guckt gar grimmig. Leider reißt
mich seine Pistole aus der Betrachtung. Phantome benutzen keine Schusswaffen. Drek! Er schießt und trifft
mich zweimal. Es sind Giftpfeile. Irgendwie wird mir ganz schummrig. Weia! Ich sehe alles doppelt. Der
Kerl kommt auf mich zu. Sporne fahren aus seinen Ärmeln aus. Drek!

Ich rappele auf und ziehe mein Katana, da ist er auch schon da. Oder ist er dort? Drek! Ich krieg nen Treffer
ab. Drei blutige Striemen auf meinem Oberschenkel. Scheiße! Er hat meine Monofilament Jumpsuit
durchschlagen. Das bedeutet, dass dieses blöde Arschloch mich gerade 15K gekostet hat. War ich bis jetzt
nur mega stinkig auf ihn, so bin ich jetzt wirklich mega sauer. Ich bitte meinen netten Geist mir beizustehen,
was er mit einem zackigen Salut gerne tut. Ich versuche mir diesen B-Horrormovie Verschnitt irgendwie
vom Leib zu halten. Aber drei weitere Striemen auf meinen Oberarm sind ein Zeichen dafür, dass der
Mistkerl mir überlegen ist. Ein Lied des Krieges prallt an ihm ab. SOS!

Mein Geist kämpft tapfer und verwirrt den Mistkerl auch ordentlich. Hehe, so sind die Chancen
ausgeglichen. Mein Katana zischt und hinterlässt eine klaffende Wunde auf seiner Brust. Geschieht dem
Scheißkerl recht. Aber der lacht nur. Hä? Und das Beste ist, er hat wirklich gut lachen, denn die Wunde wird
zu einem schmalen Schnitt und nach wenigen Augenblicken ist nur noch eine saubere Narbe zu sehen. Und
auch diese Verschwindet einfach. Er bringt mir weitere Oberflächliche Wunden bei. Tun nich besonders

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weh, aber der Blutverlust lässt mich schwindeln. Ab und zu treffe ich ihn auch, meine Katana trieft bald
ebenfalls von Blut. Auch die Wände sind mit dem Blut meines Gegners bespritzt, aber die Wunden schließen
sich einfach zu schnell wieder. Ich versuche mich auf seine Rübe zu konzentrieren, aber wenn man alles
doppelt sieht, ist das gar nich so einfach.

Wo bleibt nur Al? Oder Warren? Allein schaffe ich dieses Monster vor mir nich. Ob er ein Gestaltwandler
ist? Oder gar ein dreckiger Vampir? Zum gucken fehlt mir einfach die Muse und seh eh alles doppelt und
verzerrt. Schließlich treibt er mich buchstäblich ins Trideo hinein. Ich stolpere und das schwere Gerät poltert
auf mich hinab. Drek! Ich bin eingeklemmt. Mein armer kleiner, tapferer Geist kämpft nun auf verlorenen
Posten. Armes Kerlchen. Der Gestaltwandlerphantom schnappt sich meine Rollen und verschwindet damit.
Mega Super Drek!

Trotz Anstrengung gelingt es mir einfach nich, mich unter dem Trid herauszubewegen. Schließlich taucht Al
auf und rettet mich. Danke! Mir geht es gar nich gut. Ich zähle 21 Wunden. Alle nur Oberflächlich, aber ich
bin Fix und Foxi. Al gibt einen Statusbericht. Funkanlage zerstört, Piraten von zwei Seiten im Anmarsch und
alles am Arsch. Toll! Al will ohne MP weiterstürmen, da er mir nich helfen kann. Ich gebe ihm meine
Mendozza mit, während ich mich erst mal auf dem Sofa etwas ausruhe.

Ich versuche ein Lied der Heilung zu singen, was aber fehlschlägt. Gar nich Sahne! Aber dafür klappt ein
Lied des besser geschützt seins, dass ich in mein Bauchnabelpiercing einspeise. Toll, fühle mich schon viel
sicherer. Al gibt durch, dass die Piraten inzwischen das Schiff geentert haben. Drek. Mosley ist noch vorne,
arme Norm, wahrscheinlich ist sie inzwischen auch schon Geschnetzeltes. Ich höre von unten MP Feuer. Al
schlägt sich mit einer Art Wasserelementar herum. Ich bitte einen weiteren Geist mir zu helfen. Dann stütze
ich mich auf mein Katana und rapple mich auf. Al kommt nach oben, den Elementar im Schlepptau. Aber es
gelingt ihm, dass Teil mit meiner Mendozza zu zersägen. Ich liebe meine MP. Aber die Piraten kommen von
unten hinter her. Wir flüchten in mein Zimmer. Hat ja immerhin einen Hüter drauf. Unterwegs legen wir
noch ne Handgranate aus. Kaum sind wir im Zimmer, läuft auch schon der erste Pirat rein. Wumms. Das hat
sicher wehgetan, in so einem engen Gang, der noch überaus stabil ist.

Vor meinem Zimmer marschieren die Piraten auf. Sie wollen, dass wir rauskommen. Wir sind ja nich blöd,
neh? Also frag ich, was sie wollen. Reden! Können wir auch so ganz gut. Es geht etwas hin und her. Dann
fangen die an zu beraten. Al hat ja Cyberlauscher und kann hier und da ein Wort auffangen. Die wollen wohl
das Schiff sprengen. Na toll auch. Wir sollten vielleicht in die Offensive gehen. OK. Als kleiner
Willkommensgruß will Al zwei von meinen Schockgranaten rauswerfen. Ich mach die Tür auf und Al will
sie werfen. Aber die Granaten prallen an einer magischen Barriere ab. Die beiden Granaten kullern nun in
meiner Kabine herum. Heiliger Sankt Waschbär! Hilfe!

03.04.2059 Donnerstagnacht Pazifik Tag 4 auf See

Mit übermenschlicher Geschwindigkeit hechtet Al nach den Granaten, fängt und sichert sie wieder. Mega
Lucky! Ein großes Dankeschön an Al! Das war jetzt echt Knappikovski gewesen. Puh! Mein armes
Herzchen wummert 200-mal die Minute. Damit war jetzt echt nich zu rechnen gewesen. Haben die einfach
ne blöde Barriere vor unserer Tür hochgezogen. Weia!

Aber was nun? Ich geh Astral gucken, was die draußen machen. Zähle fünf Leute vor unserer Tür, die Möbel
und sonstigen Schrott vor unserer Tür stapeln. Wollen die uns drin behalten, oder ist das ne Dämmung für
eine Sprengung? Kein Plan. Werde aber von nem Anglo Norm Juju Schleuderer entdeckt. Hat nen
komischen Wasserelementar bei sich. Toxisch? Hab so was noch nie gesehen. Kein Plan. Auf alle Fälle sieht
mich dieses Ding. Ui! Nix wie weg.

Es verfolgt mich und ich flitze hinter meinen Hüter. Es kracht dagegen, aber der Hüter hält und das Ding holt
sich ne kleine Abreibung. Hähä, geschieht ihm ganz recht, neh? Das Ding unterlässt weitere Angriffe. Bin
nich besonders Schlauer als zuvor. Drek! Was machen wir nu? Uns durchkämpfen? Weia! Ich seh zwar nich
mehr alles doppelt, bin aber noch ziemlich Down. Mal überlegen. Diese Ärsche haben was sie wollen, diese
tollen Schriftrollen, aus denen kein Mensch schlau wird. Warum hauen die nich einfach ab? Wahrscheinlich
wollen die uns beseitigen. Haben wenigstens ein paar Sachen gesehen. Was werden sie tun?
Höchstwahrscheinlich das ganze Schiff versenken, würde ich jedenfalls an ihrer Stelle als fieser gemeiner

103
Menschenlebenverachtender Pirat machen. Keine Zeugen, keine Spuren. Wie versenkt man ein Schiff? In
dem man unter der Wasserlinie was sprengt. Also sollten wir gucken, dass wir von dem Kahn
runterkommen, am besten auf die Yacht. Aber da kommt wieder mein kleines Problem ins Spiel, ich bin zu
geschwächt und Al wird unmöglich mit so vielen alleine fertig. Er ist ja auch nur ein Mensch und nich Super
Cyber Warrior oder Ramboid. OK, streng dein kleines Köpfchen an. Ich lege mir einen Notfallplan zurecht.

Die Typen ziehen draußen ab und kurz danach sind deutlich mehrere Explosionen zu hören. Ich geh kurz
Astral nachgucken, von dem Ding ist nix zu sehen. Lucky. Also wage ich mich nach draußen. Die
Piratenschiffe legen ab und Wasser dringt bei uns in den Rumpf ein. Auch haben sie das untere Stockwerk
beschädigt. Das ganze Oberdeck dürfte über kurz oder lang einstürzen. Mosley liegt tot vorne im Bug,
Kapitän Warren ist zersiebt auf der Brücke. Aber Muertow lebt noch. Wenigstens einer. Die Luft ist so weit
rein.

Ich flitze zurück in meinen Körper. Die Barrikade vor unserer Tür ist für mich zurzeit unüberwindlich. Auf
die Schnelle kriege ich das nich easy gebannt wie sonst. Das Bullauge ist für jemand so schlankes und
biegsames wie ich kein Problem. Aber Al ist einfach von den Schultern viel zu breit. Aber er hat noch
Sprengstoff und vergrößert das Bullauge. Gut. Ich packe das Notwendigste in meinen Rucksack. Ein Satz
normale Kleidung, sprich Jeans, Muskelshirt und ein T-Shirt. Mein China Blue Abendkleid, Hygieneartikel,
Survivalpack, mein Taschensekretär. Meine Kampfausrüstung, Werkzeug, Munition und Waffen für einen
Krieg trage ich ja bei mir. Was wir jetzt noch brauchen, sind Vorräte, Trinkwasser und etwas, was
schwimmt.

Al klettert als erster herunter, ich werfe ihm das Gepäck nach unten und er hilft mir Gentleman Like aus
meiner Kabine. Danke! So! Wir rennen zum Rettungsboot der USS Cromwell. Die Piratenschiffe sind
inzwischen schon ziemlich weit weg. Hätte nich übel Lust ihnen was großes Raketenförmiges hinter her zu
schicken. Mag die nämlich gar nich. Die werden erleben, was es heißt, Racker wütend zu machen. Arrg!

Ara! Das Rettungsboot hat sich verdoppelt. Oder besser gesagt, wir haben zwei. Nein, Hälften, nicht zwei
Stück. Drek! OK, Plan B. die ganzen Kisten bestehen aus Kunststoff. Wir werden große Deckel nehmen, mit
vier Stück kriegen wir eine gute Fläche. Drunter kommen leere Kisten, die Luftdicht verschlossen sind. Aber
zuerst brauchen wir Vorräte, Trinkwasser und den Verstärker von Rodriguez. Also nix wie rein wieder. Wir
schaffen es bis nach oben, aber wir sollten hier echt keine Wurzeln schlagen. Bald dürfte alles in sich
zusammen stürzen. Ich geh als erstes den Verstärker holen. Muss über einen Loch springen. Hah! Trotz
meines Blutverlustes schaff ich das mit Links. Sein Zimmer ist durchwühlt worden, aber den Verstärker
haben sie übersehen. Lucky!

Beim Sprung zurück bin ich viel zu kurz, aber ich kann mich noch auf der anderen Seite festhalten. Puh!
Mühsam ziehe ich mich nach oben. Al hat schon einiges zusammen getragen. Ich leere die Toolbox mit dem
Cyberzeugs aus und packe alles Verwertbare ein. Wir haben Frischwasser, Snorkel und Bier für etwa drei
Tage, bei drei Personen. Muertow ist wieder bei Bewusstsein und wir schaffen ihn und die Vorräte nach
unten. Hinter uns bricht der Überbau in sich Zusammen. Drek.

Mit richtigem Werkzeug sind wir nich gerade gesegnet, aber ich treibe ne Feuerwehraxt auf. Al macht den
Hauptteil der Arbeit. Bald haben wir vier große Deckel zusammen. Dazu vier kleinere Boxen, die als
Schwimmer dienen. Mit nem Feuerwehrschlauch verbinden wir die Schwimmer mit dem Floß. Das Floß
selber schweiße ich mehr recht als schlecht zusammen. Kunststoffschweißen ist mit meinem Werkzeug nich
gerade einfach. Aber ich kann das. Inzwischen haben wir ziemlich viel Wasser genommen. Nur noch ein
paar Minuten, dann schwimmen wir. Aus dem Rettungsboot nehmen wir noch ein paar Paddel und den
Außenborder. Provisorisch verbinden wir ihn mit dem Floß. Halten wird das nich lange. Wir packen alles auf
das Floß und warten, bis das Deck überspült wird. Dann schwimmen wir.

Um nich in den Sog zu geraten, werfen wir den Außenbordmotor an und tuckern weg. Wir erreichen den
notwendigen Abstand und der Motor erstirbt. Bevor das zu große Gewicht des Motors uns das Floß
beschädigt, bau ich es ab und schubse es in die Tiefe des Meeres. Umweltverschmutzung, ich weiß, aber das
macht den Kohl gerade auch nich mehr Fett. Die Cromwell bäumt sich auf und versinkt dann für immer auf
den Grund des Pazifiks. Der Regen hört auf und die Sonne erscheint am Horizont. Um uns herum die Weite
des Meeres. Weia!

104
04.04.2059 Freitag Pazifik Tag 5 auf See

Ich starre auf die Stelle, wo ein paar Kisten auf dem Wasser treiben. Wir sind allein, tausend Kilometer vom
nächsten Land entfernt. Dann muss ich heulen. Weia! Mosley, Rodriguez und Kapitän Warren sind Tod.
Warren war in Ordnung, die anderen nervig, aber den Tod haben sie nich verdient gehabt. Heul! Voll
Scheiße! Find das gar nich Sahne und indirekt sind wir zwei, Al und ich, durch unsere Anwesenheit auch
noch Schuld daran. Warum hat Radek uns nur keinen Flug nach HK spendiert? Dann wäre das alles gar nich
passiert!

Aber bald habe ich mich wieder beruhigt. Snüff, ich wische mir Tränen ab und schnäuze in ein
Papiertaschentuch. Muertow erklärt uns ein paar Grundlegende Dinge über das Überleben auf dem freien
Ozean und was es hier für üble Viecher gibt. Hört sich nich gerade ermutigend an. Also keine Beine ins
Wasser baumeln lassen. Und natürlich auch kein Salzwasser trinken. Logo! Und nix scharfes essen. Er
beginnt die Vorräte einzuteilen. Zeit meine vielen Wunden zu behandeln. Sind zum Glück nur alles
oberflächliche Schnitte. Singe ein Lied der Heilung. Ein Großteil meiner Verletzungen schließt sich. Aber es
tut immer noch weh. Wie gut das Al noch ein Medkit dabei hat. Das Wundplasma kühlt so schön und krieg
auch was gegen die Schmerzen.

Ich beginne damit, den Verstärker meinen Taschensekretär zu verbinden. Hah, krieg sogar via Satellit
Kontakt, muss mich aber erst als Kundin eintragen und 200 Nuyen Grundgebühr entrichten. Wenn es weiter
nix ist. Al hat sogar einen Credstickleser dabei, den vernetze ich mit meinen Taschensekretär. Und schon bin
ich eingetragene Kundin. Ich rufe Sakura-chan an. Krieg ne Verbindung. Ui, muss wieder heulen. Bin ja so
froh, dass ich ihre Stimme höre. Weia!

Ich verklickere ihre meine mehr als nur unangenehme Lage. Zuerst müssen wir unsere Position feststellen.
Das wird Deathdancer übernehmen. Dann beichte ich ihr noch, dass ihr ganzes Zeug, was ich von ihr
ausgeliehen habe, verloren habe. Weia! Aber sie meint, dass wäre jetzt gar nich wichtig. Baut mich ein
wenig auf, dann hat sie Deathdancer in der Leitung. Er macht natürlich mal wieder dämliche Witze. Das
würde er noch machen, wenn er bis zum Hals in Lava stecken würde. Seine Klappe würde man extra
zuschweißen müssen. Aber er schafft es, unsere Position über unseren Satelliten anzupeilen. Mega Lucky!

OK, das Wetter dürfte für die nächsten Tage stabil bleiben. Sonnenschein pur. Wir sind in der Nähe von
Wake Island, schlappe 500 Kilometer. Wake Island ist eine ehemaliger US Stützpunkt, der wohl vergessen
wurde. Jedenfalls hängen dort jede Menge Piraten und anderes Gesindel herum. Sakura linkt sich wieder ein
und meint, sie würde ihre Kontakte spielen lassen. Kennt ja Gott in die Welt. Al meint, seine Familie könnte
da vielleicht auch vertreten sein. Ich meine, wenn wir bis Morgen Mittag nich aufgepickt sind, dass wir dann
seine Familie kontaktieren werden. Will nich zu viele Schulden bei der Mafia haben, wenn es auch so geht.

Ich sage, ich werde mich wieder um 12.00 Ortszeit melden, muss Batterie sparen. Reicht nich ewig, so ein
Hochleistungsakku. Puh. So langsam wird es warm. Ich zieh erst mal die Weste aus und schäle mich dann
aus meiner Jumpsuit. Heul! Fünfzehntausend Nuyen, die sich in Luft auflösen werden. Aber lieber
Panzerung Futsch, als mein Körper, will gar nich wissen, wie tot ich jetzt ohne diese Panzerung wäre.

Bin Müde! Ich rolle mich zusammen und dusel ein. War ja die ganze Nacht wach und schlafe gleich ein, egal
ob die Sonne scheint und ich auf ner harten Unterfläche schlafe. Bin von früher viel widrigere Umstände
gewöhnt. Werde gegen 12 Uhr geweckt, soll ja mich noch mal melden. Der Kontakt ist gut. Sakura meint, sie
hätte inzwischen Kontakt mit Leuten auf Wake Island aufgenommen. Die Verhandlungen laufen. Al und ich
werfen 40 K in einen Topf für unsere Rettung. Muertow kann nix beisteuern. War ja klar.

Ich trinke etwas und mach ne Konservendose auf. Ui! Schmeckt nich so toll. Aber früher habe ich Sachen
gegessen, die andere weggeworfen haben. Toll, wenn ich genug Strom hätte, dann könnte ich jetzt
Chinesische Vokabeln pauken. Al leidet unter der Sonne. Weia, dass gibt nen fetten Sonnenbrand. Hier
kommt mir mein von Natur aus Dunkler Teint zu gute. Richtigen Sonnenbrand hatte ich noch nie, kann mich
jedenfalls an keinen erinnern. Mein Problem ist, ich werde nur mehr dunkler, was ich gar nich Sahne finde.

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Al hat bei der Evakuierung auch die Kiste von Mosley und Rodriguez geborgen. Jetzt haben wir die Muse,
uns mal eingehend damit zu beschäftigen. Das Schloss ist ziemlich gut, aber kann meinen Künsten nich
standhalten. Sehr vorsichtig hebe ich den Deckel an, als das Schloss entriegelt. Kein Draht oder sonst was zu
sehen. Auch keine anderen Vorrichtungen. Drinnen sind jede Menge in Antistatikfolie eingepackte Quader
zu sehen. Ui, Plastiksprengstoff. Jede Menge Plastiksprengstoff. Verdammt viel Plastiksprengstoff. Damit
kann man ein komplettes Hochhaus einebnen. Weia! Mal gucken, was wir damit anstellen werden. Ich mach
den Deckel wieder zu und verriegele das Schloss.

Muertow erzählt ein wenig über sein Leben. Aufgewachsen in LA, hatte mal Trouble mit den Cops und mit
ner Vorstrafe kommt man kaum mehr in nen Con rein. Jedenfalls nich in die Großen. Und selbst die Kleinen
nehmen Vorbestrafte nur für die miesesten Jobs, die sonst keiner machen will. Und dann noch Ork und
Schwarzer. Na Prost. Auf der Cromwell war es OK. Fünf Jahre hat er dort verbracht. Er hört sich sehr traurig
an. Kein Wunder, neh?

So vergeht der Nachmittag. Komm mir etwas blöd vor, in Unterwäsche, also Tanga String Slip und
Muskelshirt auf dem Floß zu liegen. BH trage ich selten. Meine Titties sind ja auch nich gerade wirklich
mega groß. Eigentlich sind sie ja viel zu klein. Weia! Und dieses Salzwasser, dass immer mal wieder auf
mich spritzt, ist echtes Gift für meine Haare. Mag ich gar nich. Auch brennt es in meinen Wunden. Heul! Um
18.00 Uhr melde ich mich noch mal. Sakura-chan hat einen Schmuggler gefunden, der uns für 20K
aufgabeln wird. Er wird etwa Morgen gegen 10 Uhr uns treffen. Er kennt unseren Kurs und die Strömung
wechselt hier nich, deswegen kann man den Treffpunkt recht genau vorhersagen. Der Typ heißt Jerome.
Okidokili. Hört sich gut an.

Zum Abendessen gibt es aufgetaute Pizza. Schmeckt wie aus dem Mülleimer. Langsam geht die Sonne unter.
Uah! Bin Müde. Al spachtelt in etwa die gleiche Menge wie Muertow und ich zusammen. Hyperschilddrüsen
können in so einer Situation echt zu Belastung werden. Nichts tun macht Müde. Ich bitte einen Meeresgeist,
unser Floß zu beschützen. Müde jetzt!

05.04.2059 Samstag Pazifik Tag 6 auf See

Ich schlafe die Nacht gut durch, weiß, dass ich gut beschützt werde. Erst die Sonne kitzelt mich wach. Gähn!
Oh, meine Haare! Ich muss schrecklich aussehen. Heul! Mag das gar nich. Um uns herum ist immer noch
Wasser. Ist ja wohl auch klar. Weltmeere heißen nich umsonst so. Ich mache meinen Anruf bei Sakura-chan
und gebe den nächsten Eintrag in den Virtuellen Shinto Schrein ab. Al meint, ob wir nich Radek anrufen
sollten. Na ja, wir sollten ja keinen Kontakt mit ihm aufnehmen. Aber er besteht darauf. Die Kontaktnummer
ist tot. Hab nix anderes erwartet.

Al meint, dass wir auf Wake Island uns nach nem Transport nach Hause umsehen sollten. Nach Hause? Nix
da. „Wir haben noch nen Auftrag zu erledigen. Schon vergessen?“ meine ich. „Die Rollen sind aber weg.“
Wirft Al ein. „Ne, sind sie nich, wir haben sie nich, aber wir wissen, wo sie sind.“ Al guckt mich an, als ob
ich nich alle Tassen im Schrank hätte. „Die Piraten haben die Rollen, schon klar!“ führe ich weiter aus. „Das
Meer ist zwar groß, aber wenn man jemand finden will, ist das immer nur eine Frage des Geldes. Ich denk
mal, dass wir sie noch erwischen können. Wir haben eine Mission, diese dämlichen Rollen für 120K pro
Nase nach Hong Kong zu schaffen. Und dieses Geld will ich verdienen. Und mit diesen Piraten habe ich
noch ein Hühnchen zu rupfen. Diese Leute sind Persönlich geworden. Haben versucht, uns umzubringen.
Haben Rodriguez, Mosley und Warren getötet. Vorsätzlich und ohne Not. Ihr Blut schreit nach Rache. Mein
Blut schreit nach Rache.“ Ich rede mich regelrecht in Rage. „Wenn du meinst.“ Meint Al ruhig mit einem
Achselzucken.

Runner sind meist nur Figuren in einem Spiel. Ich versuche immer so wenig wie möglich zu töten.
Schachfiguren sollten einfach nich aufeinander einschlagen. Aber in gewissen Situation, aus gewissen
Gründen kann es durchaus sein, dass die Zeit des Tötens gekommen ist. Viele halten mich für eine Pazifistin,
nur weil ich nich jeden Töte, der auf mich schießt oder mir dämlich kommt. Drek! Ich bin eine Kriegerin,
aber ich töte nur, wenn ich es für richtig halte. Und ich halte es für verdammt richtig, diesen Abschaum vom
Angesicht dieser Welt zu tilgen. Möge Gott ihren Seelen gnädig sein. Ich werde es nich!

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So, Blutdurst macht hungrig. Ein Teil der Soypaste wandert in meinen Magen. Dann muss ich mal für kleine
Girlies. Ist so Peinlich, hier sein Geschäft zu machen. Ui ui ui! Wenigstens sind die beiden Anständig genug,
mir eisern den Rücken zuzukehren. Gar nich auszudenken, wenn die jetzt zugucken würden. Weia. Ich frag
mich echt, wie die früher auf den alten Schiffen ihr Geschäft verrichtet haben. In einen Nachttopf in einer
stillen Ecke oder mit dem Hintern über der Reling, so wie ich jetzt beinahe. Puh, auf was für Gedanken ich
komme. Zuviel Sonne auf das ungeschützte Köpfchen tut nich gut. Merk das!

Ich melde mich bei Sakura-chan, sie meint, alles würde nach Plan verlaufen. In etwa zwei Stunden wären wir
in Sicherheit. Na Hoffentlich! Die Zeit vergeht wie in Zeitlupe. Wir suchen den Horizont ab. Nix zu sehen.
Ich halte es nich länger aus und geh Astral spicken. Aber schon bald merke ich, dass es ziemlich heftig ist,
hier auf dem Meer rumzuschweben. Überall nur Wasser, es leuchtet durch die ganzen Kleinlebewesen an
einigen Stellen. Aber nix, an dem man sich orientieren kann. Mir wird schwindelig und ich mache, dass ich
in meinen Körper komme.

Gegen zehn Uhr macht Al wirklich dann einen kleinen Punkt am Horizont aus. Nach Kompass müsste das
die Richtige Richtung sein. Astral flitze ich hin. Scheint ne ältere Hochseeyacht zu sein. So ein Teil, wo
reiche Leute zum Fischen benutzen. Es sind mehrere Liegestühle auf deck. Auf einem liegt ein Norm. Nich
vercybert, nich magisch aktiv. Scheint zu schlafen. Unter Deck zwei weitere Leute. Die Pennen auch. Das
Ding läuft per Autopilot. Ich stelle mich mit Kleidung einer arabischen Prinzessin vor und werde vor dem
Norm an Deck sichtbar. Dann schreie ich laut. Der Typ schreckt auf und plumpst auf das Deck. Er rappelt
sich auf und reibt sich empört seinen Allerwertesten. Ich verklickere ihm, dass wir gerne gerettet werden
würden. Es ist tatsächlich Jerome. Er meint, ich müsste keine Hektik machen, er hätte alles voll im Griff. Ja
ja! Auf ner Rettungsmission kurz vor dem Treffpunkt einfach pennen, dass lässt ja schon mal verdammt tief
blicken, neh?

Zurück in meinen Körper erzähle ich den anderen, dass unsere Rettung naht. Es dauert eine halbe Ewigkeit,
bis die endlich neben uns sind. Es ist tatsächlich eine alte Yacht. Statt Weiß ist sie mit Graffitis verschmiert.
Vorne haben sie ein Haifischmaul drauf geschmiert. Ui! Wie gruselig! Weia! Total Uncool!

Jerome ist ein Anglo Norm, trägt Bermudas und sonst nix. Hat ne Pistole im Gürtel stecken. Er begrüßt uns
auf der Paradiso, so heißt dieses Boot. Zuerst regeln wir das Finanzielle. 10K jetzt, 10 K auf Wake Island.
Deal! Wir dürfen an Bord. Von unten kommen noch zwei Orks hoch, sprechen beide ein unverständliches
spanisches Kauderwelsch mit anderen Sprachen vermischt. Egal, wir scheinen gerettet zu sein. Wie gut das
die nich zu gierig sind und versuchen, uns zu geeken und zu berauben. Könnten dem nur schwer was
entgegensetzen. Aber 20K für ne 2 Tagesreise ohne Risiko sind natürlich auch ein fetter Batzen Cash.

Der Norm zeigt uns sein Schiff. Es gibt nen großen Aufenthaltsraum, ne Kombüse wo gerade was köchelt,
ne Dusche und ein Gästeraum. Haben unsere Schlafsäcke und noch ne Hängematte Platz. Nich gerade die
Art Kabine, die 20K kosten sollte. Aber besser als das Floß ist es alle mal. Lucky! Wir sind in Sicherheit.
Ruf Sakura-chan an und melde, dass ich in Sicherheit bin. Daisuki! Werde mich dafür revanchieren. Juhu!
Wir sind in Sicherheit. Mega Lucky!

Nachdem ich mich wieder beruhigt habe, machen wir eine Reihenfolge für die Benutzung der Dusche aus.
Al geht zuerst und ich stromere noch etwas herum. Es gibt da noch ein Raum, wo wir nich hinein dürfen. Ui!
Das ist genau das, was mich kribblig macht. Also gehe ich mal ganz unauffällig astral spicken. Och! Ist nur
etwas Gerümpel drin. Nix, was einen zweiten Blick wert gewesen währe. Dann kann ich unter die Dusche.
Ah, das tut gut. Und ich kann mich um meine Haare kümmern. Ui ui ui! Sehen die vielleicht aus. Wie gut,
dass ich meinen Kulturbeutel gerettet habe. Mit einiger Mühe kriege ich eine akzeptable Frisur hin. Dann
creme ich mich gut ein. Meine arme Haut. Wenigstens verheilen meine Verletzungen gut. Dafür ist meine
Rüstung nur noch Müll, hat sich inzwischen in ihre Einzelteile zerlegt. Find ich gar nich Sahne. Ich ziehe mir
ein T-Shirt über und ne Jeans an. Ich schlage die Beine etwas hoch und bleibe Barfuss. Trage aber trotz
allem zwei Waffen in meinen Schulternhalftern. Trau den Leuten hier doch nich so ganz.

Al überrascht mich mit der Nachricht, das Clive Nealson gestorben wäre, hätte er gerade über Infochannel
erfahren. Die haben an Bord ein Satelliten gestütztes Trid. Clive Nealson war der Kerl, den wir ihm Ultra
Ressort vor scheinbar einer Ewigkeit bespitzelt haben. Er gehörte zu der Fraktion, die gegen den Umzug von
Yamatetsu nach Russland ist. „An was isser gestorben?“ „Herzinfarkt.“ Hm, der Mann war ja in

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Medizinischer Behandlung, ein natürliche Todesursache käme in Frage. Aber ich bin schon zu lange im Biz,
um an harmlose Zufälle zu glauben. Wie heißt es doch so schön, die besten Killer arbeiten so, dass es keinen
Mord gibt, sondern es wie ein Unfall oder ganz Natürlich aussieht. Wahrscheinlich haben unsere Unterlagen
noch dazu beigetragen, einem Wetworker die richtige Strategie wählen zu lassen. Na ja, Geschäft ist Krieg
und auch Generäle sind nich Unberührbar. Hab trotzdem ein ganz klein wenig schlechtes Gewissen.

Es gibt Essen. Die Pampe sieht nach nix aus, aber tut schmecken. Mjam mjam. Wahrscheinlich würde alles
gut schmecken, wenn gezwungen war, irgendwelchen Tiefkühlkram roh zu essen. Aber egal. Wir werden
etwa bis Morgen Früh nach Wake Island brauchen. Schade, dass es nich schneller geht. Ein paar Leute haben
ein Flug für die Höhle gebucht und ich werde es ihnen die Tickets überbringen. Im Format .357 Magnum.

Ich nutze die Gelegenheit, meine Akkus aufzuladen. Meine Waffen haben den Aufenthalt auf dem Meer gut
überstanden, trotzdem zerlege ich sie und reinige sie Gründlich. Salzwasser ist nicht gut für Metall. Dann
gehe ich an Deck, suche mir ein schattiges Plätzchen und büffle Vokabeln. Besonders solche Sätze wie: Ich
habe zwanzig Freunde und alle sind schneller als du. Oder, Grüße an den Teufel. Oder, Stirb, du Stück
Dreck. Im Gegensatz zu Japanisch hat Kantonesisch viele Schimpfwörter. Und die lerne ich mit Freude.

Zum Abendessen gibt es noch mal die Pampe vom Mittag. Egal. So langsam werde ich Müde. Ich telefoniere
noch mal mit Sakura und geh dann schlafen. Ich bitte einen Geist auf mich aufzupassen. Müde jetzt!

06.04.2059 Sonntag Pazifik Wake Island

Ich schlafe wie ein Murmeltier. Tut mir gut. Bin am Morgen wieder halbwegs fit. Meine Wunden heilen gut.
Dafür juckt es jetzt wie die Hölle. Ich geh als erste duschen. Tut das gut! Meine Haare fühlen sich schon
wieder viel besser an. Hab sie in weniger als ne halbe Stunde getrimmt. Auch meine übrige Körperpflege
kommt nich zu kurz. Mein Teint ist schon wieder viel zu dunkel. Dazu werden die ganzen Schnitte weiße
Linien bilden, wenn sie verheilt sind. Werde wie ein Zebra aussehen. Mag das gar nich!

Jerome meint Frühstück machen zu müssen. Er mixt irgendwas zusammen. Ich probiere und schütte es dann
weg. Ich krieg etwas Brot und Belag organisiert. Schmeckt um einiges besser. Ich nutze die Zeit, die heutige
Nachricht im Schrein zu hinterlegen. Noch sind wir im Spiel. Na ja, mehr oder weniger. Die Piraten werden
schon noch sehen, was sie davon haben, mich zu ihrer Feindin gemacht zu haben.

Schließlich kommt Land in Sicht. Der ehemalige Militärhafen ist nun mit primitiven Mitteln so umgebaut
worden, dass kleine Schiffe gut anlegen können. Die Insel scheint recht dicht besiedelt zu sein. Ruinen und
zusammengestückelte Bauten wechseln sich ab. Wobei auch einige der älteren Gebäude gut in Schuss sind.
Wir legen an und geben Jerome den vereinbarten Preis. Ich zieh mich Ausgehfertig an und nehme volle
Bewaffnung mit. Girlies müssen entsprechend auftreten, wenn sie nich mit ner Nutte verwechselt werden
wollen. Und Nutten laufen nich mit ner MP rum.

Jerome führt uns zu nem Typ, der hier das Kommando hat. Ist ein ehemaliger US Marine, der hier mit seiner
Einheit vergessen wurde. Wahrscheinlich waren sie wohl auch nich so erpicht darauf, sich wieder in
Erinnerung zu rufen. Ich krieg noch die Geschichte von Wake Island im Schnellverlauf verklickert. So um
1560 rum wurde die Insel von nem spanischen Typ entdeckt, der hier zufällig vorbei kam. Nannte das Teil
San Francisco und hat es als Spanische Kolonie eingetragen. Hat aber keine Sau interessiert, da es erstens
hier keine Menschen gab und zweitens auch keine Quelle. Sechs Quadratkilometer im Nirgendwo. Später
wurde die Insel so um 1840 von nem Engländer namens Wake angesteuert und der hat die Insel kurzerhand
umbenannt. Im Spanisch Amerikanischen Krieg wurde die Insel dann der USA zugeschlagen.

Erst so um 1930 herum begannen die sich dann für dieses Eiland zu interessieren und klatschten nen
Militärstützpunkt drauf. Hier und da waren noch ein paar alte Bunker zu sehen. Im zweiten Weltkrieg wurde
dann Wake Island von Japan angegriffen, die erste Invasion scheiterte am erbitterten Widerstand der hier
stationierten Marines. Das war die einzige Amphibische Operation der Japaner die im gesamten Krieg schief
ging. Beim zweiten Versuch wurde der Stützpunkt genommen. Die Insel wurde aber nich zurückerobert und
wurde nach der Kapitulation Japans wieder an die USA zurückgegeben. Blieb den besiegten Japanern ja nix
anderes übrig, neh? Der Flughafen wurde sogar noch etwas ausgebaut, um Jumbos als Notlandeplatz für
Transpazifik Flüge zu dienen. Während dem kalten Krieg war hier einiges los, aber dann erlahmte das

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Interesse an der Insel in der Mitte des Nordpazifiks. Nach und Nach wurden die Truppen abgezogen, bis auf
einen kümmerlichen Rest für Notfälle und so. Und da diese gerade mal sechs Quadratkilometer kleine Insel
so total unwichtig geworden war, wurde sie wohl nach dem Crash einfach vergessen. Die Marines blieben
und machten sich selbstständig. Dabei bauten sie wohl leider den Flugplatz etwas zu, was ich ganz und gar
nich verstehen kann. Wäre ein Toller Zwischenstopp für Schmuggler.

Der Oberkommandierende, wie wohl sein offizieller Titel lautet, ist wohl schon über sechzig und sieht
ziemlich relaxed aus, als wir in sein Büro treten. Seine bloßen Beine in Kakishorts sind auf dem Schreibtisch
gelegt und er liest in einem alten Hochglanzmagazin mit mehr als nur leicht bekleideten Frauen in
eindeutigen Posen. Ich mach ihm Klar, dass wir jemand suchen, der ziemlichen Dreck am Stecken hat.
Findet er nicht so gut. Hier geht es nach dem Prinzip ab, tu nix, was irgendjemand stören könnte. Pah! Also
von seiner Seite haben wir keine Hilfe zu erwarten. Aber schließlich suche ich nich zum ersten mal
Jemanden.

Wir gehen in ne Bar. Die Einrichtung sieht ziemlich zusammen gestohlen aus. Die Theke besteht aus einem
Brett, dass über zwei Tonnen gelegt wurde. Ein paar Kästen mit Getränken stehen darunter, mit nem
rostigem Gitter von den Kunden getrennt. Eine Leitung aus einem Einfachen Rohr verschwindet unter den
Boden. Die Kundschaft selbst ist genau so zusammengewürfelt wie die Einrichtung. Alles Meta und
Etnischen Rassen sind vertreten. Die Getränke haben hier ziemlich horrende Preise, da sind die Infos schon
beinahe ein Schnäppchen. Ich komme mit nem Barkeeper ins Gespräch. Zuerst frage ich nach dem Anglo
Juju Schwinger. Sagt denen nix, auch der Chinese scheint nich gerade bekannt zu sein. Aber über die Wang
Fu haben die hier auch schon viel gehört. Und über die Bande die dahinter steht. Gestern waren die noch hier
und die Bande heißt Gui Hun. Der Name könnte Rachsüchtiger Geist oder so was bedeuten, bin mir da nich
so sicher. Die Anführerin soll eine wahre Hexe sein. Hm, vielleicht ne toxische Schlampe. Der alte Musashi
könnte uns vielleicht noch mehr sagen. Okidokili.

06.04.2059 Sonntag Pazifik Wake Island

Jerome kennt zum Glück den Kerl, bei der kleinen Insel nich verwunderlich und führt uns zum Hafen. Die
Stadt selber ist eine bunte Mischung aus Militärgebäuden, Baracken, Fertigteilhäuser und Ruinen. Und genau
so Bunt sind auch die Bewohner hier. Ist eigentlich alles vertreten, auch ein Muppet läuft hier herum, muss
hier für ihn die Hölle sein. Die meisten sind bewaffnet, einige tragen offen Sturmgewehre herum. Da bin ich
froh, dass ich mit der Mendozza herumlaufe. Körperpanzerung ist dem Klima angepasst recht luftig, die
meisten tragen Westen verschiedener Bauart.

Wir erreichen einen Straßenmarkt. Drek! Da ist der chinesische Was auch Immer, der Rodriguez getötet hat.
Ich zieh die anderen in eine Seitengasse und beobachte diesen Scheißkerl. Er verhandelt gerade mit einem
alten Anglo Norm mit weißem Bart. Auf seinem Stand sind elektronische Bauteile zu sehen. Es geht mehr
als fünf Minuten hin und her, bis ein Plastikbeutel voll Komponenten ist und weitere zehn Minuten, bis die
beiden sich auf einen Preis geeignet haben. Der Chinese rauscht Richtung Hafen ab. Wir natürlich hinter her.

Er führt uns an den Kais entlang bis wir eine Art großes Bootshaus erreichen. Es ist mit einer Schleuse vom
Meer abgetrennt und dahinter befindet sich ein Trockendock. Unter den Vier Schiffen befindet sich auch die
Wang Fu. Ihr Rumpf sieht noch ramponierter aus, als wie ich ihn in Erinnerung habe. Sieht schwer nach nen
Zusammenstoß mit nem üblen Critter aus. Geschieht ihm Gerade recht. Sieht nich so aus, als ob er die
nächsten Fünf Minuten verschwinden würde. Einen von der Bande hätten wir. Wenn ich mich besser fühlen
würde, wäre der Kerl jetzt fällig. Aber so, ist erst mal besser, sich einen Plan zu Recht zu legen und weitere
Infos einzuholen.

Der alte Musashi wohnt in einem zusammengestückelten Häuschen aus Fertigbauteilen. Ein Frachter muss
hier mal einen nich unerheblichen Teil seiner Ladung aus Fertighäusern verloren haben. Wie auch immer,
Musashi ist ein Afro Norm mit hellen Augen. Er spielt gerade Karten mit ein paar andere alten Knackern. Ich
bin Frech und spreche ihn einfach an. Nach zweihundert Nuyen weiß ich etwas mehr. Zwei Schiffe kamen
an, eines fuhr gestern schon wieder weiter. Richtung Festland um 16.00 Uhr. Die hätten vorher noch jede
Menge Diesel gebunkert. Sollen da mal nachfragen.

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Also gehen wir zur örtlichen Tankstelle. Ein gewisser Jersey ist hier der Besitzer. Nach etwas Gefeilsche
bekomme ich die gebunkerte Menge Diesel und ein paar technische Details über die Yacht heraus. Toll. Was
ich bräuchte, wäre ein Wasserflugzeug. Aber hier gibt es scheinbar so was nich. Finde ich gar nich Sahne.
Mein kleines Bäuchlein meldet sich vernehmlich. Hunger!

Also gehen wir in Jeromes Lieblingsrestaurant. Das besteht aus einem Gästeraum, der noch kleiner als meine
Wohnung in Fife ist und einer Küche, wo zwei dicke Afro Norm Weiber mit knallbunten Kopftüchern Essen
anrühren. Eine der Frauen meint, ich wäre viel zu dünn, da hätte ein Mann ja gar nix zum festhalten und
würde sich an meinen Rippen verletzten. Gl! Meine Titties sind sicherlich zu klein, die Frauen haben bald
doppelt so große, sind wohl mehrfache Mütter, aber mein Arsch ist Sahne, mein Bauch ist Flach und mein
Körper durchtrainiert. Und das letzte was ich werden will, ist Fett zu sein! Hmpf!

Jerome überredet uns, Samiras Spezial zu probieren. Hätte es lieber sein lassen sollen, ist nämlich scharf wie
ein mit Dikote überzogenes Katana. Komm mir vor wie beim Thailänder. Auch wenn mir die Tränen
kommen, mir der Rachen ausbrennt und ich meine Zunge nich mehr spüre, esse ich den Teller leer. Aber den
Nachschlag nehme ich aus dem anderen Topf. Irgendwie habe ich das Bedürfnis, Jerome zu packen und
seinen Kopf mit dem frechen Grinsen so lange in den Topf mit dem Spezial zu tunken, bis er weis, was
Schmerzen sind. Frustrierte Girlies sollte man einfach nich ärgern. Und der Tag der Vergeltung würde
kommen. Weiß das!

Gespielt am 12.06.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker und Al
Karma: 5
Eingenommenes Geld: Minus ca.40K
Andenken für die Hall of Fame: Nix

Part C
Pirates Island

06.04.2059 Sonntag Pazifik Wake Island

In Ma´s Küche lungert auch ein Südländischer Norm herum. Wau, irgendwie sieht der richtig niedlich aus.
Kakoii! Wenn ich auf Männer stehen würde, wäre der echt die Versuchung. So aber prallt sein Charme an
meiner Schale ab, wie 5mm Geschosse an der Panzerung eines Leopard III. Er stellt sich als Jack vor, ich als
Mandy. Al guckt ihn nur abweisend an und isst dann weiter. Dieser Jack, ist etwa so groß wie Al, fängt an,
viele Fragen zu stellen. Und er scheint nich von hier zu sein. Seine ganze Art ist aufdringlich, als ob er was
von uns will. Spür so was schnell. Ich wimmle ihn ab und stupse Al an, dass wir uns um unser dringliches
Problem kümmern sollten. Wir brauchen einen guten Plan. Also verlassen wir mit Jerome im Schlepptau
wieder Ma´s Imbiss Stube des Mega scharfen Eintopfs. He, ich spüre so langsam meine Zunge wieder.
Lucky!

Wir gehen auf Jeromes Boot, der Paradiso und dort unter Deck. Dann klamüsern wir zusammen einen Plan
aus. Dieser Dreckskerl, dieses was auch immer, muss sterben, der hat Rodriguez auf den Gewissen, aber vor
sollten wir ihn noch verhören und das wir knifflig werden. Gestaltwandler sind schwer unter Kontrolle zu
halten und noch schwerer auszuschalten. Und da ist noch das Problem, wie die Inselbewohner reagieren
werden. Ist mir nich ganz klar, wie solidarisch sie gegen Fremde sind. Kann sein, dass sie zugucken, kann
auch sein, dass sie auf uns Ballern bis die Läufe glühen und wir nich weiter als blutige Häufchen Fleisch
sind. Al schlägt vor, dass wir es erst mal ne Nummer kleiner versuchen sollen. Die haben bestimmt einen
Navigationscomputer und eingespeicherte Kurse, wenn wir ihren Heimatstützpunkt so herausbekommen,
ersparen wir uns auf alle jede Menge Gefahr. Al hat Recht, also klamüsern wir erst mal Plan A aus. Für
Rache ist später noch Zeit genug.

Al wird als Angler in der Nähe des Docks Stellung beziehen, sobald der Dreks Gestaltwandler Scheiß Critter
rauskommt, ich mag den wirklich nicht, sagt Al bescheid und ich erledige den Rest. Falls es Probleme gibt,
habe ich Al vor der Tür, der mich raus haut. Wir machen Frequenz 97.4 und Verschlüsselung A aus. Wir
prüfen die Geräte auf Funktion und Al geht dann mal vor. Ich bleibe zurück und mache mich für eine

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Infiltration fertig. Ich lade meine Mendozza mit Gel, obwohl ich lieber Stahlmantel nehmen würde. Hass und
Zorn kochen in mir, eine gefährliche Mischung. Ich ziehe meine verbleibende Kampfausrüstung an.
Bewaffnet und Gefährlich. Huah!

Draußen höre ich Stimmen, ich luge nach draußen und sehe sechs Afro Norms die laut Palavernd den Kai
entlang laufen. Sie tragen ein Sammelsurium an Langwaffen, von alten AK 107 bis zu Sturmschrotflinten.
So sehen Leute aus, die auf Ärger aus sind. Ich will mir einen Herdgeist beschwören und was sehe ich da?
Ein verdammter kleiner Watcher, der große Augen bekommt und Oh oh sagt. Ui ui ui! Der will Ärger. Ich
aktiviere meinen Waffenfokus und sause hinter her. Der kleine Kerl führt mich schnurstracks zu seinen
Meister. Und es überrascht mich nich wirklich, dass er zu diesem Jack düst. Na, wusste ich es doch. Wer
viele Fragen stellt, macht sich halt verdächtig. Er ist Magier, Initiat und er will was von uns, offenbart mir
eine Untersuchung seiner Aura. Ob er hinter den Schriftrollen des Todes her ist?

Der Watcher fängt gerade an, Bericht zu erstatten. Will nich, dass er unsere Pläne verrät und zappe ihn. Jetzt
nix wie weg. Zurück in meinen Körper höre ich, dass Jerome in einen lauten Streit verwickelt ist. Und Al
meldet Probleme. Sein Funk ist an und ich folge einem Gespräch, in dem hervorgeht, dass der
Piratengestaltwandler Al gerade gefangen nimmt. Drek! Und hier ist die Scheiße auch gerade dabei, durch
den Ventilator zu fliegen. Wie gut, dass ich der Ventilator bin. Einen Tanz des Nich gesehen werdens später
bin ich an Deck und luge über das Schanzkleid. Die sechs Afro Norms schieben Stress. Jerome hat wohl was
gemacht, was den Afros gar nich schmeckt. Die einzige Frau in dem Haufen ist auch noch erwacht. Drek!
Wir brauchen Jerome noch, also müssen die Afros weg. Ein Lied des Rauches auf die Jungs und das Magic
Mädel. Es macht Poff und mehrmals knallt was Schweres zu Boden. Aber der Chef steht noch und ballert auf
Jerome, der sich in Deckung bewegt. Bevor ich noch was tun kann, kullert schon ne Granate an Deck und
auf mich zu. Heiliger Sankt Waschbär!

Ich schnappe mir die Handgranate und werfe sie in Richtung des Afros zurück, aber viel zu weit, denn ich
höre ein Deutliches Platschen. Eine weitere Granate fliegt über das Schiff und fällt dahinter ins Wasser. Jetzt
ist es mir zu blöd. Ein Lied des Krieges schickt den Afro zu Boden. Lucky! Einige Wasserfontänen spritzen
auf, als die beiden Granaten hochgehen. Hoffentlich hat hier niemand getaucht.

Zu Jerome sage ich, er soll die Lage unter Kontrolle bringen und sich bereit zum auslaufen machen. Dann
tanze ich den Tanz des Leicht seins und sause im Tiefflug auf dem Wasser um die Insel herum. Die
Trockendocks liegen ja nich weit von hier entfernt. Drek! Al ist nich mehr zu sehen. Ich bitte um ne
Positionsangabe und er fragt wohl seine Entführer, ob wir bei Ma´s was essen wollen. OK! Weiß nu
Beschied. Ich fliege in das kleine Wäldchen und sehe die Gruppe gerade an Ma´s Haus vorbeilaufen. Es sind
drei Bewacher. Der Gestaltwandler macht mir am meisten Sorgen. Die anderen beiden sind Asia Norms,
einer hat ne chinesische Pistole, der andere ne billige MP, auch aus chinesischer Fertigung. Aber keine Zeit
zum lange Überlegen. Inzwischen stehen sie an der Klippe, die hier etwa zehn Meter nach unten geht. Und
die holen Schwung, um den armen Al da runter zu werfen. Drek!

06.04.2059 Sonntag Pazifik Wake Island

Al wehrt sich und der Gestaltwandler sagt gerade was zu ihm. Dann verdreht einer der Chinesen die Augen
und fällt herunter. Huh? Egal, ich tasere den, der Al ne Pistole in die Seite drückt. Al und der andere zucken
auch. Ui, hab ich nich bedacht. Der getaserte stürzt über die Klippe, hält sich aber an Al krampfhaft fest.
Mein Chummer entledigt sich dieses Problems mit einem beherzten Stiefeltritt ins Gesicht des Asiaten. Das
tat sichtlich weh und mit einem schnell abbrechenden Schrei stürzt der Norm in die Tiefe. Ich eile derweil
vorwärts, um Al zu helfen, da fliegt auch schon der letzte über die Klippe. Autsch!

Ich geh auf Astralsicht, aber bevor ich nach unten gucken kann, sehe ich über Al einen Watcher stehen. Der
guckt mich groß an. Auf volle Abschirmung wirble ich herum und suche den Waldrand ab. Jack kommt ganz
salopp herausgeschlendert, mit nem flotten Spruch auf den Lippen. Leider habe ich nich die Zeit, mich um
den jungen Kerl zu kümmern. Al behält ihm im Auge, während ich gucke, ob der Gestaltwandler noch da ist.
Ich kann zwei Leichen ausmachen. Die gerade von der Steilküste abgetrieben werden. Mein spezieller
Freund ist nich darunter. Mit aktivierten Waffenfokus sause ich Astral nach unten. Er ist weg. Also sause ich
in Richtung Trockendock. Dort sehe ich ihn gerade aus dem Wasser klettern. Der Kerl ist verdammt schnell
unter Wasser. Muss ne Robbe sein. Dreks Critter!

111
Trau mich aber nich, ihn hier und jetzt anzugreifen. Meine Wunden tun immer noch verdammt weh. Mag das
gar nich! Also ziehe ich mich erst mal zurück und berichte Al, dass der Kerl noch lebt. Wir danken Jack lieb,
dass er uns geholfen hat und lassen ihn dann stehen. Er folgt uns mehr oder weniger unauffällig. Da Al keine
MP dabei hat, gebe ich ihm meine. Bevor wir reinstürmen, gehe ich erst mal von Oben Astral reingucken. Da
drin ist einiges los. Der Pirat scheint einige Leute motiviert zu haben, Wache zu schieben, ich mache
mindestens fünf Leute mit schwerer Bewaffnung aus, die sich in dem großen Raum verteilt haben. Auch in
den Schiffen, die hier zur Reparatur sind, warten Bewaffnete. Fraglich, ob die Neutral bleiben. Kein guter
Zeitpunkt für einen Angriff. Wie es Aussieht, will der Pirat auslaufen. Gut!

Ich erstatte Al bericht und auch er kommt zu dem Schluss, dass es höchst Lebenszeit verkürzend wäre, dort
einfach rein zu gehen. Also Plan B. Wir gehen zu Jerome und fangen die mit unserem Schiff ab. Im
Laufschritt düsen wir zurück zur Yacht. Oh, meine Wunden fangen an wie wild zu schmerzen. Hmpf! Muss
da durch. Wir erreichen schließlich die Paradiso. Jerome ist immer noch am diskutieren. Die Afros hat man
solidarisch inzwischen ausgeplündert, aber sonst wartet man noch ab. Ich frage Jerome, ob eine kleine
Kreuzfahrt nich ne gute Idee sei, um die Luft hier etwas abkühlen zu lassen. Er findet das auch und ich
musste noch nich mal dafür singen. Kann Leute auch so überreden.

Also hoch auf das Schiff und klar zum ablegen. Jack kommt hektisch angejoggt. War ja klar. Der will was
von uns. Ist nur nich klar, ob er uns helfen will, oder die Rollen für sich. Hm. Ich meine, dass es wohl besser
wäre, wenn er mit an Bord kommt. Dann wissen wir wenigstens, wo er ist und für den bevorstehenden
Kampf können wir jede Unterstützung gebrauchen. Also Leinen los mit Jack an Bord.

Wir stoßen vom Kai ab und nehmen Kurs auf das Trockendock. Die Wang Fu fährt mit Volllast voraus.
Weia! Die sind vielleicht mal schnell. Zuerst sieht es so aus, als ob die uns eiskalt abhängen. Aber dann
werden die Langsamer. Der Abstand bleibt erstmal, dann kommen wir stetig Näher. Mit Fernglas ist deutlich
zu sehen, dass die ne Ölspur hinter sich herziehen, die Reparaturen sind wohl nich abgeschlossen gewesen.
Dann halten die an. OK, auf zum letzten Gefecht, dem ihren letzten Gefecht. Böses Grinsen auf mein
Gesicht. Ich überprüfe den Sitz von meinem ATU Helm und suche mir ein gutes Plätzchen hinter dem
Schanzkleid.

Ich kann fünf Personen auf Deck ausmachen. Einer davon ist der Gestaltwandler. Er hat was Glänzendes in
der Hand und springt über Deck. Er verschwindet in den Tiefen des Ozeans. Der Drecksack will bestimmt ne
Haftmine anbringen. Auf der Wang Fu eröffnen sie das Feuer auf zweihundert Meter mit Sturmgewehren.
Eine Garbe schlägt in meine Panzerung ein. Autsch! Aber zum Glück hält die Weste. Ich lasse mich fallen.
Mit seiner Ruger 100 erwidert Al das Feuer. Jack hat sich eben falls fallen gelassen und fummelt gerade an
einem Endoskop herum.

Die Jungs schießen mir zu gut. Ich bitte einen Windgeist mit einem Lied des Rufens zu mir. Eine kleine
Windhose erscheint und hört sich meine Bitte an. Ich erkläre ihm, dass er via Astralraum hinter die Wang Fu
soll, dort soll er wieder auf diese Ebene hier, sich verschleiern und vorsichtig nach und nach die Besatzung
der Leute dort drüben Ablenken. Er verspricht, meinen Wunsch zu erfüllen und geht.

Da wir zu weit weg sind, als das ich mich mit meiner Mendozza treffen könnte, berühre ich Al und singe das
Lied des besser geschützt seins. Nun leuchtet er grün. Dutzende von Kugeln schlagen ihn das Feld ein,
immer wieder sprühen bunten Funken auf, als die Kugeln harmlos abprallen. Mein Panzer hält Al vor
Schaden ab. Jack zaubert durch das Endoskop, aber ich kann nich gucken, wie gut er dabei ist. Da immer
noch Kugeln ins Schanzkleid schlagen, wohl nich besonders erfolgreich. Weia!

06.04.2059 Sonntag Pazifik bei Wake Island

Ich wage nach einiger Zeit wieder einen Blick über das Schanzkleid, ob wir inzwischen schon näher
gekommen sind. Gl? Gerade mal zwanzig Meter oder so? Jerome! Näher ran! Jetzt! Auf die Entfernung kann
ich nix treffen! Jerome jammert herum, weil die Schießen. Baka! Das tun sie jetzt doch auch schon, aber
wenn wir näher sind, dann treffe ich vielleicht auch mal was, neh!

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Und so langsam mache ich mir Sorgen um den Gestaltwandler, besonders da wir quasi auf dem
Präsentierteller gondeln. Da schließe ich mich mit Jack kurz. Wir sollten in den Astralraum und ihn
bekämpfen. Ich sag Al, dass ich ihn nich länger schützen kann, lasse den Zauber fallen und erschaffe einen
Watcher aus Mana in Form eines Engelchens. Ich befehle ihm, mir zu folgen und ziehe mein Katana. Jack
hat auch einen Watcher beschworen und wir düsen in den Astralraum. Das Wasser behindert doch die Sicht
um einiges, aber trotzdem finde ich die Mine unter dem Boot auf Anhieb. Drek auch. Die muss weg! Sofort!
Jack bleibt im Astralraum, um vielleicht dem Gestaltwandler eins auf die Rübe zu geben, wenn er ihn denn
finden sollte.

Zurück in meinen Körper, krabble ich zuerst über das Deck, während ich meine Waffen zurücklasse. Zuerst
versuche ich mich an der Ankerkette festzuhalten, was aber nich gelingt. Also platsche ich ins Wasser und
werde beinahe noch vom Boot unter Wasser gedrückt. Ahhh! [Hab vor lauter Aufregung den noch aktiven
Levitate vergessen.] Das Salzwasser brennt in meinen Wunden. Ich bitte einen Geist des Meeres mir zu
helfen. Eine kleine Meerjungfrau mit Glubschaugen und dicken Backen folgt meinen Ruf. Ich erkläre der
Kleinen, das sich unter dem Boot einer runder Körper befindet. Mit meinen Händen zeige ich die
Abmessungen. Den soll sie abmachen und so schnell wie möglich so tief wie es geht nach unten schaffen.
Und dann das Teil loslassen, nich das es den armen Geist noch erwischt. Sie macht sich auf den Weg und ich
levithiere wieder auf das Boot hoch. Jack ist immer noch im Astralraum und Al schießt weiter auf die
Piraten. Inzwischen scheint er zwei ausgeschaltet zu haben. Die anderen beiden haben sich unter Deck
verkrümelt.

Dann spüre ich, wie meine kleine Meerjungfrau aus dieser Ebene verdrängt wird. Dann gibt es eine große
Wasserfontäne hinter dem Boot, die teilweise Rot ist. Puh! Die Flossen einer Robbe schwimmen kurz auf
dem Wasser, bevor diese in die Tiefen des Ozeans hinabsinken. Das war ja gerade noch rechtzeitig gewesen.
Lucky!

Jack visualisiert sich, hat sogar was an, hätte ich nich von ihm erwartet und erzählt, dass der Critter Pirat tot
ist. Jack hat ihm mehrere Betäubungsblitze reingejagt. Dabei hat der Critter den Zünder verloren. Immer
wenn der Pirat zu Bewusstsein kam, ist er nach dem Auslöser geschwommen. Schließlich gelang es dem
Robbengestalltwandler sich den Zünder in dem Moment zu krallen, als die kleine Meerjungfrau an ihm
vorbei geschwommen ist. Dummerweise hat er da schon gedrückt. Na ja, gab wohl ne ziemliche Sauerei und
meine kleine Meerjungfrau darf jetzt erstmal 24 Tage lang Urlaub auf ihrer Ebene machen. Gut gemacht,
Jack Daniels!

So, zeit zum Entern! Die Paradiso geht längsseits zu der Wang Fu und Al und ich jumpen rüber. Wir gehen
so richtig SWAT Mäßig vor. Jerome und seine Crew bleiben auf ihrem Schiff, um uns den Rücken frei zu
halten. Ha Ha! Jack Daniels ebenso. Schließlich sind wir links und rechts zur Treppe nach unten. Al geht
gebückt vor, ich ziele über seinen Rücken, aber es bietet sich mir kein Ziel. Unten steht schon alles unter
Wasser, die Wang Fu scheint ein kleines Leck zu haben. Ich höre Kampfgeräusche und Rücke nach. Al ist
gerade mit einem im Klinsch. Der Pirat scheint aber nich bei der Sache zu sein. Mein kleiner Geist ist wohl
noch bei der Arbeit. [In dem Moment ist mir gar nicht aufgefallen, dass sich der Gegner außerhalb der
Domäne des Windgeistes befand.] Ich zieh dem Schurken eines mit dem Kolben meiner MP über. Fehlt nur
noch einer. Al meint, um den kümmert er sich, ich soll die Daten retten. Okidoki!

Ui, Chinesisches Betriebssystem. Gl! Wie gut das ich in letzter Zeit so viele Chinesische Charakter gebüffelt
habe. Fleißiges Girlie! Nach kurzer Eingewöhnungszeit komme ich mit dem System so weit klar. Und ich
krieg auch raus, dass die da schon rumgelöscht haben. Drek auch. Auf alle Fälle haben sie öfters Hong Kong
angelaufen. Bringt uns nich viel weiter. Al hat inzwischen auch den letzten der Crew ausgeschaltet. Die
elektronische Ausrüstung, die hier herumliegt, ist einiges Wert. Ich ruf mal Jack Daniels her und lade ihn mit
dem Zeug voll. Schwankend wankt er die Treppe hoch. Ich nehm den Rest und gemeinsam wuchten wir den
ganze Kram auf die Paradiso rüber. Dann die Gefangenen. Die Wang Fu nimmt inzwischen ziemlich viel
Wasser auf. Zeit zu verschwinden. Wir nehmen auch die Sturmgewehre und zwei weitere Unterwasserminen
mit.

Wenn ich etwas Hasse, dann ist es Gefangene zu verhören. Mit Al mache ich wieder eine Verhörstrategie
aus. Dann suche ich ein paar scharfe, unangenehm aussehe Gegenstände zusammen und drappiere sie auf
den Küchentisch. Dann wecken wir den ersten auf. Er jammert herum, dass die Gui Hun ihn umbringen wird,

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wenn er was sagt. Gl! Wir etwa nich? Wir bekommen genau das heraus, was wir schon wissen. Dann fängt
er an Wasser zu spucken. Ara! Verdammte Triaden Magie. Ich hasse diese Scheißer. Dreckige Bastarde.
Könnte Kotzen! Deja vu! Der Typ ertrinkt vor unseren Augen im trockenen. Leider kann ich nich genau
Askennen, was das nun wieder war. Das erste mal, wo ich so was erlebt habe, war ich echt schockiert. [Siehe
Yakuza Files] Jetzt bin ich eher wütend. Tötet jeden Triaden Magier Weltweit! Verdienen es nich anders!

Ich ruf Jack von oben, der runter kommt. Auf meinen Wunsch hin, askent er den noch lebenden, auf dem ein
Zauber liegt, leider findet er nich mehr heraus. Der Gutaussehende Anglo Norm nutzt die Gunst der Stunde,
uns wieder mit Fragen zu bombardieren. Ich kontere mit Gegenfragen, wer er denn nun eigentlich sei und
was er will. Er präsentiert einen Ausweis von Andrew Transport, der Company, die die USS Cromwell
gehört hatte. Er sei Kontrolleur und hätte die Fracht überprüfen sollen. Darunter auch die Schriftrollen. Aha!
Und woher weiß er von den Schriftrollen? Ertappt! Die Standen nämlich garantiert nich auf einer Liste von
der Company. Ich fahre meine komplette Abwehr hoch und erwarte seine Reaktion.

Jack legt nun die Karten auf den Tisch. Er wurde angeheuert, auf uns aufzupassen, dass die Rollen Hong
Kong erreichen. Hmpf! Als ob wir die Sache nich voll im Griff hätten. OK, wir haben einen temporären
Rückschlag erhalten. Heul! Aber wir sind noch im Spiel. Noch ist nix verloren. Also verklickere ich Jack,
dass die Rollen gerade Futsch sind, aber wir jetzt wissen, wo wir sie wieder finden werden. Na ja, jedenfalls
in welcher Region wir suchen müssen. Hong Kong selber hat ja nur schlappe 30 Millionen Einwohner. Aber
ich bin optimistisch, dass wir das hinkriegen. Er ist mit dabei. Und das Beste ist, er hat ne VTOL
Transportmaschine in der Hinterhand. Lucky!

Er beordert das Teil her und wir packen schnell zusammen. Den überlebenden Pirat geben wir die gleiche
Chance, wie er uns gegeben hat. Wir setzen ihn mit unseren übrig gebliebenen Vorräten in einem
Schlauchboot aus. Find ich nur Fair. Hab deswegen gar kein schlechtes Gewissen. Jawohl!

Die Maschine fliegt heran und wirft ne Strickleiter herunter. Jack klettert hoch und dann kommt schon ein
Transportnetz herunter. Wir verladen die sperrigen Sachen darin und das wird hochgezogen. Dann müssen
wir uns noch mit Jerome einig werden. Wir geben im 8K Bares, die Sturmgewehre und die beiden Minen.
Nach kurzem zögern ist er einverstanden. Wir evakuieren.

Die Besatzung des VTOL besteht aus drei Mann. Harry ist der Rigger, der vorne in der Kanzel hockt. Hinten
sind Mike und Sam. Sam ist der voll humorlose Kommisskopp, Weia! Mike eher so ein lustiger. Alles sind
Anglo Norms. Sind wohl so ne Art Söldner. Leute fürs Grobe. Wir fliegen zuerst nach Wake Island zurück.
Jack holt dort sein Gepäck ab, die Leute richten ziemlich viele bösartig aussehende Feuerwaffen auf uns,
aber zum Glück düsen wir schnell weiter, bevor jemand ausprobiert, wie viel so ein VTOL an Treffern
aushält. Wir fliegen Richtung Süden.

Bald Nicke ich ein. Als ich wieder aufwache, sind wir gerade im Landenaflug auf ne Bohrinsel. Wo sind
wir? Im Nirgendwo. Die Bohrinsel ist mit Baracken und Anbauten übersäht. Hier wird noch Öl gefördert und
gleich weiter verarbeitet. Hier stinkt es entsprechend. Maschinen, Musik und anderer Lärm vermischt sich zu
einer Symphonie der Apokalypse. Harry verhandelt selber mit dem Chef hier. Wir bleiben auf dem
Landedeck. Ein paar Asia Norms mit dicken Wummen lungern hier herum. Auch noch ein paar neugierige
Kinder, die aber bald weggeschickt werden. Ist ja inzwischen Nacht. Die Maschine wird aufgetankt und wir
fliegen weiter in die Dunkelheit. Jeder hängt seinen Gedanken nach und Gespräche versanden recht schnell.
Unter uns ist die gigantische Fläche des Pazifiks. Endlose Weiten und ein kleines Girlie mitten drin.

07.04.2059 Montag Pazifik Hong Kong

Schon bald bin ich wieder eingenickt. Bin irgendwie Müde. Schlaf tut mir gut, dem Körper mal ne Pause
gönnen. Am Morgen landen wir auf einer Insel, keine Ahnung, wo. Auf dem Flughafen weht die Flagge der
JIS. Die aufgehende Sonne mit den Strahlenkranz. Die Maschine wird aufgetankt und Fragen werden mit
nem Bündel Nuyen Scheine beantwortet. Ich geh hier auf die Toilette und mach mich etwas frisch. Seh mal
wieder aus. Weia!

Dann geht es weiter. Unter uns sind immer wieder Schiffe zu sehen. Bald ist es richtig voll da unten und nur
wenig später kommt Hong Kong in Sicht. Weia! Das nenne ich mal dicht bebaut. 30 Millionen Einwohner

114
und viel weniger Platz als Seattle. Ui ui ui. Erinnert mich an einen Termitenbau. Mein Gott! Die bauen
vielleicht mal Eng. Von allen Megaplexen ist mir noch nie so ein Engbebauter untergekommen. Da ist keine
Lücke im Häusermeer zu sehen. Wir landen sehr weit außerhalb auf einem Flughafen. Nich gut, wenn man
bedenkt, was wir alles für Zeug dabei haben. Aber es ist vorgesorgt worden und wir können ohne Kontrolle
vom Gelände. Puh!

Jetzt sind wir in Hongkong, ging ja schneller als Gedacht. Als erstes sollten wir die Kiste mit dem
Sprengstoff von Greenwar irgendwo deponieren. Ebenso die elektronischen Geräte der Wang Fu. Flughafen
fällt flach. Ich guck mal über Matrix Ligth nach Lagerräumen. Ist nich so ein großer Markt wie in Seattle.
Liegt wohl daran, dass der Platz einfach zu sehr von Menschen benötigt wird. Aber ich finde eines in der
Nähe. Mit nem Taxi fahren wir hin. Wir sind hier in den Außenbezirken, aber die Häuser sind hier alle
verdammt hoch. Mir fällt auf, dass sie hier die Leitungen alle oberirdisch verlegen. Das sieht wirklich
Strange aus. Tieffliegende Girlies könnten hier echte Probleme bekommen.

Das Aufbewahrungshaus hat ein Platz sparendes modernes System. Man packt sein Zeug in einen Container,
der dann in ein Hochregallager eingelagert wird. Wir zahlen für den Monat 200 Nuyen. Und das ist der
kleinste Container. Na ja. OK, jetzt brauchen wir ne Unterkunft für uns. Ich guck mal wieder im Matrix
Ligth System. Ich finde ein günstiges in der Nähe des Hafens. Harbour Holiday Inn. Also nix wie hin. Ein
enges Taxi bringt uns hin. Ich setz mich so, dass ich Al an meiner Seite hab, während ich an der Außenseite
sitze. Jack trau ich durchaus zu, dass er seine Hände nich bei sich behalten kann.

Die Hochhäuserschluchten werden immer tiefer, je weiter wir fahren. Die Holoreklamen sind hier um einiges
Greller und Aufdringlicher als in Seattle. Es gibt hier wohl einen regelrechten Wettstreit wer die auffälligste
Reklame hat. Das tut richtig in den Augen weh. Voll die Überreizung. Der Wagen ist klimatisiert, aber wir
riechen nich gerade gut. Müffle auch. Weia! Aber draußen muss es stinken, Abgase, Ablüfte von Garküchen
und der Geruch von wilden Müllhaufen. Viele Müllwägen scheinen pausenlos in Einsatz zu sein, aber
wahrscheinlich reichen die Kapazitäten einfach nich aus. Und der Lärm. Musikbeschallung, Huperei,
Geschrei von Leuten. Das nenne ich einen Megaplex, nich so wie Seattle, wo sich alles verteilt, wo es Parks
und trotz allem ne Müllabfuhr gibt, die in den meisten Vierteln noch funktioniert.

Es ist Abend, als wir in unser Hotel einchecken. Das Hotel ist schmal, aber lang und hoch. Verdammt hoch.
Auch die Reklame ist grell wie hier gewohnt. Die Zimmer sind nur unwesentlich größer als ein Schlafsarg.
Jack hätte mit mir gerne ein Doppelzimmer genommen. Nich mit mir. Nö! Also nehmen wir alle
Einzelzimmer für ne Woche. Das Bad besteht aus ner Dusche, in der eine Klapptoilette und ein
Waschbecken, ebenfalls zum Ausklappen, sich befinden. Der Rest des Zimmers ist das Bett ein hängender
Schrank und eine kleines Trideo mit den normalen und Pay Trideo Programmen, die man extra zahlen muss.
Selbst hier, tief im Innern des Gebäudes, dringt immer noch der Lärm der Straße hoch. Weia!

Oh! Erst mal ne richtige Dusche. Meine Haare haben ja so gelitten, mein restlicher Körper auch. Weia, das
gibt weiße Striche auf meinen dunklen Teint. Das wird total Scheiße aussehen. Weia! Mag das gar nich. Der
Wasserdruck aus der Dusche ist nich gerade berauschend. Es tröpfelt mehr. Aber endlich kann ich mich
richtig waschen. Ah, dass tut so gut! Endlich wieder sauber, aber meine Kleidung ist trotzdem
durchgeschwitzt, hab nur noch das China Blue und nen frischen String Tanga. Nich mal Socken hab ich
mehr. Gar nich Sahne!

Gespielt am 19.06.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Jack (Daniels) aka Salamander ^^ (Apple), Mandy aka Racker und Will aka Al 8)
Karma: 5 [Lucky]
Eingenommenes Geld: Minus ca.5K
Andenken für die Hall of Fame:

File 9
Hong Kong Stadt der Stürme

07.04.2059 Montagabend Hong Kong

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Wir treffen uns kurz in Al seinem Zimmer, was wir als nächstes unternehmen wollen. Ich hab etwas mühe,
mir Jack Daniels von der Pelle zu halten. Hier in der Enge des Zimmers ist er mir viel zu Nah. Böser Blick!
Ich mach den Jungs klar, dass ich erst mal shoppen gehen muss. In den Zeug, was ich hier habe, kann ich
mich unmöglich auf der Straße länger als unbedingt notwendig sehen lassen. Auch sollte ich vielleicht zum
Arzt, um meine Verletzungen professionell versorgen zu lassen. Nich, dass sich da noch was entzündet. Die
Jungs werden derweil ne Karre besorgen. Kaufen, nich klauen. Eine Auto ohne gute Vorbereitung zu klauen
ist nich, als müssen wir hier wohl uns eines kaufen. Jeder trägt 3K dazu bei.

Ich mach mich vom Acker. Lärm, Schmutz und eine unangenehme Masse von hastenden Menschen umfängt
mich. Örks! Eigentlich sollte ich als Bewohnerin eines Metroplexes Massen von Menschen gewöhnt sein,
aber nich Mal in Downtown von Seattle ist es jemals so voll. Höchsten bei ner Massenveranstaltung, aber
nich auf ner normalen Straße. Und die Leute sind hier verdammt Rücksichtslos. Autsch! Das war mein Fuß!
Baka! Schon bald drängle, schiebe und schubse ich wie alle anderen. Weia!

Endlich erreiche ich eine Klinik, die halbwegs vertrauensvoll aussieht. Der Warteraum der Registrierung ist
Knackevoll. Mit 50 Nuyen bei der Oberschwester erreiche ich eine Vorgeschobene Behandlung. Ein Junger,
eigentlich recht gut aussehender Asia Norm ist mein Arzt. Er schaut sich meine Verletzungen an, reinigt die
Wunden wo nötig und behandelt die Wunden mit Plasma. Ah! Das tut gut. Endlich geht es mir wieder etwas
besser. Die Behandlung kostet mich 800 Nuyen. Aber das ist es mir Wert.

Schon mit sehr viel besserer Laune, nich das ich nich noch immer Mega Stinkig wäre, mache ich mich auf
zum shopping. Zuerst ein neuer robuster kleiner Reisekoffer. Dann Füßlinge, Socken, Stringtangas, T-Shirts
mit originellen Sprüchen und Motiven, ebenso ein paar Muskelshirts. Dazu noch ne luftige Panzerjacke für
dieses schwüle Klima optimiert. Ich bin gerade dabei, mir ne leichte Panzerhose aus Jeansimitat zuzulegen,
als mich so eine Chinese anspricht. Er hat so einen kleinen spitzen Kinnbart, da der Gestaltwandler auch so
einen getragen hat, bin ich sofort etwas reserviert ihm gegenüber. Er drückt mit ne Plastikkarte in die Hand.
Ist von Shabazu Casting. Es gäbe da so ne ultra coole Reality Show, habe bestimmt davon schon gehört. Ne,
eigentlich nich. Street Violence Extrem. Und es wäre viel Geld zu verdienen. Na ja, ich steck mal die Karte
ein und warte bis der Kerl Leine gezogen hat. Dann singe ich ein Lied des Überwachungselektronik
entdecken. Alle Waren sind hier mit nem Chip verstehen, aber die Karte selber ist sauber.

Zwischendurch kriege ich noch nen Anruf von Al, dass Jack Daniels nich zum Autokaufen mitgekommen ist
und sich abgesetzt hat, um sich mit nem Chummer zu treffen. Könnten eventuell Verstärkung bekommen.
Gegen die Penner der Gun Han ist jede Hilfe willkommen. Bin aber nich sicher, wie sehr ich diesem Jack
vertrauen kann.

Ich tätige meine Einkäufe zu ende und mache mit dann mit dem nun gefüllten Koffer auf zum Holiday
Harbour Inn. In der Nacht scheinen die Reklamen noch greller zu sein. Die normale Straßenbeleuchtung geht
eigentlich komplett unter. Bin echt froh, als ich wieder im Hotel bin. Zuerst kurz unter die Dusche und
danach ziehe ich mir neue Kleidung an. Puh! Die alte ist richtig durchgeschwitzt. Dabei ist es hier nich mal
so heiß, sondern nur so schwül. Wie in ner Waschküche. Mag das Klima hier gar nich!

Al ist schon da, zeigt mir das Auto. Ist so ein knallroter Mini Kompakt Van. Subaru Dragon. Vier Leute und
ne Menge Gepäck haben hier gut Platz. Aber ein Rennwagen ist das nich. Muss es auch nich sein, schneller
als dreißig Kilometer kann man hier in dem Dauerstau kaum mal fahren. Hat allerdings 10K dafür löhnen
müssen. Geb ihm ohne zu Murren 333 Nuyen, da er mit den Budget ja nich ausgekommen ist. Jack Daniels
kommt wenig später wieder zu uns. Wir würden einen weiteren Mann als Verstärkung bekommen. Einen
Frontmann, Ki-Depp und Samurai. Alles in einem, na mal gucken, ob der was taugt.

07.04.2059 Montagnacht Hong Kong

Also machen wir uns auf, durch das nächtliche Hong Kong zu fahren. Obwohl nach 22 Uhr ist der Verkehr
eher noch stärker geworden. So was wie einen Gridguide haben die hier nich und das Autonav von unserer
Kiste ist nich gerade State of the Art. Und die fahren wie in Japan auf der falschen Seite. Bin echt froh, dass
Al den Fahrer mimt. Ich setze mich neben ihn und versuche mich als Scout. Wir müssen zum Hafenviertel,

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in ne Bar namens River Side. Luftlinie sind es vielleicht fünf Kilometer, aber wir brauchen mehr als ne
dreiviertel Stunde bis dahin. Hubschrauber sollte man haben. Oder fliegen können. Hihi!

Mit dem notwendigen Elan erobert Al eine Parklücke in der Nähe des River Side. Die Bar sieht genau so
heruntergekommen aus, wie der Rest der Gegend. Darüber befindet sich noch ein mehrstöckiges Wohnhaus.
Raum wird hier wahrlich nich verschwendet. Die Bar hat einen betonten Anglo Touch. Die Klientel scheinen
auch überwiegend Anglos zu sein. Wir machen unseren Mann einsam an einem Tisch aus. Ungeniert setze
ich mich zu ihm und stelle mich als Mandy vor. Er sich als Hajami Tozaemon Mitsutaka. Gl? Das ist sein
Straßenname? Wer soll sich das nur merken? Okay, ich kürze das gleich mal auf Hajami-kun ab.

Der Elf scheint eurasische Wurzeln zu haben. Hat aber ein ziemliches japanisch elitäres Gehabe drauf.
Erinnert mich an Sakura-chan. Er selbst bezeichnet sich als Ronin. Sein Daimyo wäre gestorben. Ui?
Verwechsele das zuerst mit einem Dynamo, he, kann nich alles wissen. Krieg erklärt, ein Daimyo wäre ein
japanischer Fürst. Klar, kommen auch in Mangas vor. Jetzt erinnere ich mich wieder. Wie auch immer, er
kann Leute auf verschiedene weise töten und seinen Herrn beschützen. Das sein Daimyo tot ist, spricht nich
gerade für Qualität in diesem Belang. Aber im Moment ist jeder Kämpfer höchst willkommen. Schließlich
müssen wir ein paar wirklich fiese Piraten finden und sie in die Hölle befördern. Die Chinesische Mythologie
hat schließlich genug davon, da wird sich schon noch ein Plätzchen finden lassen, die wir mit diesen
Schurken auffüllen können.

Da wir schon in ner Kneipe sind, bestelle ich mir gleich mal was zu essen. Soyfras, aber besser als
Kohldampf schieben. Was machen wir nun? Wir müssen Walter Donavan finden. Der soll hier öfters sein.
Glücklicher Zufall, aber der Barkeeper meint nur, dass er nur selten hierher kommt. Toll auch. Aber Hajami
kennt diesen Donavan, hängt zurzeit im Royal Seaman ab. Lucky!

Also machen wir uns dorthin auf. Der japanisch europäische Elf weißt uns den Weg durch das
Straßengewirr. Schließlich müssen wir den Subaro stehen lassen und uns zu Fuß durchschlagen. Mir ist gar
nich wohl hier. Die Gassen sind furchtbar eng und überfüllt. Selbst um diese Zeit. Mehr als einmal spüre ich
eine Hand in einen meiner Taschen. Finger weg! Auch tauchen hier und da Bettelkinder auf. Och, die
Armen, aber leider habe ich keine Hong Kong Dollar dabei. Nach einer Viertelstunde haben wir uns zu der
Bar durchgekämpft. Der Schriftzug ist vollständig verblasst und mit chinesischen Zeichen übermalt worden.
Die hat noch nich mal mehr ne richtige Tür. Zwei finster aussehende Orks stehen an der Tür, mustern uns
nich gerade freundlich. Drinnen ist die Hölle los.

Schließlich finden wir Donavan. Er ist ein Anglo Norm, hat aber nen komischen Akzent drauf, den ich nich
genau einordnen kann. Er führt uns auf die Herrentoilette. Örks! Stinkt das vielleicht mal hier. Gar nich
Sahne. Eine der Zellen ist voll gekotzt, eine andere ist verstopft und ich will gar nich hingucken, was da alles
in der Wasserlache schwimmt. Aber diese komischen Becken sind interessant, hab echt wenig Gelegenheit
gehabt, mal ne Herrentoilette von Innen anzugucken. Gehöre ja nich zu den Girlies, die es in Discotoiletten
mit ihren Freunden treiben. Donavan ist erfreut, dass wir es doch noch geschafft haben, nachdem die USS
Cromwell als versenkt gilt. Na ja, um uns auf ein Versteck zurück zu ziehen, ist es noch zu früh. Haben da ja
noch ein kleines Problem wegen den Schriftrollen des Todes. Wir müssen die Penner erst mal finden.
Verdammte Gui Hun. Der Begriff bedeutet wirklich die Geister. Hab ich es nich gesagt?

Donavan kennt jemand, der sich in dem Metier gut auskennt. Also nix wie hin. Jack macht mich darauf
aufmerksam, dass dieser Donavan mit den Roten Drachen Triaden, den Hun Lung auf Chinesisch,
zusammenarbeitet. Und die wiederum hängen mit der Gui Hun zusammen. Oh? Ich stell Donavan in einer
Seitengasse zur Rede. Er versichert mir, dass zwangsläufig jeder Schieber in der Stadt mit der Hun Lung
zusammenarbeiten muss. Schließlich haben die hier so was wie das Monopol. Trau ihm nich zu hundert
Prozent, aber doch weit genug, um ihn weiter zu folgen.

Er bringt uns zu einem kleinen Waffenladen. Hinter dem Tressen hockt ein etwa sechzig Jahre alter
chinesischer Norm. Der heißt Chao-Tse Kun. Er war früher mal Triadenmitglied des Weißen Lotos. Hm? Ich
dachte immer, so ne Mitgliedschaft ist lebenslänglich und nich zurücktretbar. Aber wenn es keinen Club
mehr gibt, kann man auch kein Mitglied mehr sein. Ah? Okidoki! Leuchtet mir ein. Aber Wissen ist Macht.
Und an Wissen zu gelangen, kostet viel Zeit und Mühen. Natürlich kann man das doch entsprechende bunt

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bedrückte Scheinchen mit Chipeinsatz abkürzen. OK, schon verstanden, 2K Nuyen wandern auf den Tresen.
Die sehr schnell verschwinden. Dann spitze ich die Ohren und lausche seinen Ausführungen.

08.04.2059 Dienstag Früher Morgen Hong Kong

Die Gui Hun treibt seit fünf Jahren ihr Unwesen im chinesischen Meer. Das Konzept der Bande ist, dass sie
sich den Aberglauben der asiatischen Besatzungen zu Nutze machen. Und es sind dazu nur ganz wenige
magische Tricks notwendig. Trugbild, absichtlich herbeigeführte Verschmutzung des Astralraums, einige
mundane Kniffe wie mit etwas Verzögerung wirkende Säure, die Schriftzeichen in die Wände ätzt. Warum
kommt mir das alles nur so verdammt bekannt vor? Heul! Ich bin tatsächlich auf solch billige Tricks
hereingefallen. Weia!

Mehr als ein Schiff ist von ihnen fast vollständig massakriert worden, schließlich muss ja mindestens ein
Überlebender die Gruselgeschichte noch verbreiten können. So vermischen sich künstlich hervorgerufener
Aberglaube mit belegbaren Resultaten, wie eben tote Besatzungen zu einem Nimbus des Schreckens. Oft
reicht ihr Auftauchen, dass das Schiff fluchtartig geräumt wird und die Piraten sich ihre Beute ohne
Gegenwehr aussuchen können oder gar das ganze Schiff klauen. Der Konzernrat sieht so ein Treiben
natürlich nich gerne, aber bis jetzt sind ihre Gegenmaßnahmen ohne Erfolg geblieben. Sie jagen einem
Phantom hinter her.

Hinter der Gui Hun steht bekanntermaßen die Hung Lung, die rote Drachen Triade. Genau genommen ist die
Gui Hun das Lieblingsprojekt des Assistenten des Zeremonienmeisters mit dem Namen Chen Parker.
Zeremonienmeister sind oft die wahren Herren einer Triade, also ist dieser Chen Parker wohl unter den Top
3 der Organisation anzusiedeln. Dieser Chen Parker befindet sich zurzeit im Walddorf Astoria hier vor Ort,
in irgendwelchen Verhandlungen vertieft. Natürlich ist es streng Geheim, wo die Gui Hun nun ihr
eigentliches Versteck hat. Weia!

Dadurch, dass die Gui Hun von so einer mächtigen Triade unterstützt wird, genau genommen sogar ein Teil
davon ist, wird es verdammt schwer werden, sie irgendwie auf normalen Weg aufzuspüren. Die Anführerin
heißt Tsai-Chin Tun. Und sie ist eine Puppe. Häh? Puppe? So eine Bunraku Puppe eben. Glub? Seit wann
werden Bunraku Puppen Piratinnen? Ich krieg erklärt, dass ein gewisser Rick Zeng diese Frau im Auftrag
von Chen Parker kreiert hat. Rick Zeng gilt als der beste Puppenmacher von ganz HK, seine Kreationen sind
vom feinsten. Er hat in seinem Anwesen ein kleines Bordell, wo Kunden Probeexemplare testen können. Ich
krieg ein echt flaues Gefühl im Magen, als ich den Ausführungen von Chao-Tse Kun lausche.

Die Piratenbande der Gui Hun verfügt über zwei Leutnants. Der eine ist Chen und zwar nur Chen. Was sehr
ungewöhnlich ist. Er soll kein Mensch sein. Ich mach mir ne geistige Notiz mit einem Kreuz hinter seinen
Namen. Diesen Kerl haben wir schon erledigt. Der andere heißt Arnanson. Ist ein Anglo unbekannter
Herkunft. Soll Magier sein. Tradition unbekannt. Wäre ja auch zu schön gewesen, mal was neues zu hören
zu bekommen. Okidokili! Ein paar Gesichter haben Namen bekommen. Aber sehr viel mehr wissen wir nich.
Allerdings scheint die Anführerin nun doch nich zaubern zu können. Hoffe ich zumindest.

Und nun? Wir vier ziehen uns in eine Ecke des Ladens zurück und bereden die neuen Informationen. Chen
Parker auf den Zahn zu fühlen halte ich für keine gute Idee. Walddorf Astoria ist für gute Sicherheit bekannt.
Nix mit dem ich nich fertig werden würde, aber wie sieht es mit den anderen aus? Und selbst wenn wir es bis
zu den Privaträumen von Chen Parker schaffen, was dann? Der wird seine Unterlagen nich gerade
ausgedruckt unter dem Kopfkissen liegen haben. Oder haben wir nen fähigen Decker in der Gruppe? Nich?
Habe ich mir doch gedacht. Dann kommt der Vorschlag von Hajami, wir könnten uns vielleicht einen seiner
Vertrauten schnappen. Ach? Um ihn dann verbrennen, ertrinken, aufplatzen, auflösen oder sonst was zu
sehen? Ich erkläre ihm meine Erfahrungen mit verschiedener Triadenmagie und wie sie auf Mitglieder wirkt,
die befragt werden. Also ist Entführen und Befragen einfach keine Option, wie sie es sonst vielleicht wäre.

Dann wenden wir uns Rick Zeng zu. Ich halt von Anfang nix davon. Er hat die Chefin gemacht. Und? Das
war vor fünf Jahren. Wir würden heraus bekommen, was sie alles Intus hat und was auf ihren Personchip
denn so steht. Aber ihre Adresse wird wohl weniger drauf stehen. Auch wenn es vielleicht noch nen
Wartungsvertrag gibt. Bei dem Wort kommt mir echt die Galle hoch. Chao-Tse Kun mischt sich ein und gibt
uns das Bild von nem Asiatischen Norm mit Spitzbart. Scheint hier gerade voll die Mode zu sein. Aber he!

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Den Kerl kenn ich doch, dass ist dieser Castingknilch. Kun verklickert mir, dass dieser Scheißkerl mit dem
Namen Mao Tse mit dieser Masche Frischware für die Puppen heranschafft. Drek auch! Wäre mir echt ein
Vergnügen, diese Schweinebande auf die Finger zu klopfen und zwar so, dass die Finger ab sind. Grrr!
Mädchenhändler. Solche verdammten Dreckschweine! Hong Kong ist einer der weltweit größten Märkte für
Puppen. Die Verkäufe sind teilweise mehr oder weniger öffentlich. Es gibt Viertel, da traut sich weder
Polizei noch die Truppen des Konzernrates hinein. Jedenfalls nich, um ne Sklavenauktion zu torpedieren.
Drek auch. Krieg voll den dicken Hals.

Aber ich seh keinen taktischen Vorteil in Bezug auf die Wiederbeschaffung der Rollen des Todes in diesem
Fall. So schwer es mir auch fällt und mein Herz darauf pocht, dass ich da wohl was machen sollte. Aber wir
dürfen uns nich verzetteln. Wir legen uns zwar so oder so mit der Roten Drachen Triade in Bezug auf die
Gui Hun an, aber dies will ich erst tun, wenn es um die letztendliche Wiederbeschaffung geht. Also was tun?
Großes Schweigen in der Runde.

08.04.2059 Dienstagmorgen Hong Kong

Wir haben immer noch den Navigationscomputer der Wang Fu. Die Daten waren zwar gelöscht, aber um
Daten wirklich in einem System gründlich zu löschen, ist die vollständige Zerstörung der Speicherplatinen
notwendig. Weiß das. Ist die einzige Möglichkeit, die Position des Heimatstützpunktes herauszubekommen,
finde ich wenigstens. Da den anderen auch nix mehr einfällt, beschließen wir, es erst mal so zu probieren.
Alles klar.

Da wir schon mal in einem Waffenladen sind, rüsten wir erst mal auf. Da meine Mendozza recht sperrig ist,
kaufe ich mir hier eine IMBEL PA-30 im Kaliber .45ACP. Die Waffe wird gerne von Kurieren des
organisierten Verbrechens getragen, da sie bequem von einer normalen Jacke verdeckt wird. Was man von
der Mendozza ja nun nich gerade sagen kann. Ich greife mir noch gleich ein 50er Päckchen mit
Stahlmantelmunition und zwei Clips ab. So, dass muss reichen. Al motzt ein wenig rum, weil ich etwas mit
dem alten Knacker feilsche. Pah!

Alle bis auf Al rüsten etwas nach, schließlich hat so ein Megaplex andere Vorraussetzungen als ein Schiff.
Auch sorgen wir dafür, dass ein gültiges Einreisevisa auf unsere SIN kommt. Und dazu noch ein kleiner
Sender, der den ganzen Überwachungsgeräten eine falsche SIN präsentiert. Und wieder sind 2K futsch. Will
gar nich nachrechnen, was ich am Ende von den 120K noch bekomme. Armes Girlie!

Diesmal fährt Hajami den Subaru. Er als Japaner ist Linksverkehr gewöhnt und auch diese Art Auto zu
fahren. Weia! Mir wird echt angst und bange. Aber ohne Crash erreichen wir die Lagerhalle. Die ist zum
Glück rund im die Uhr offen. Ohne Probleme bringt uns ein Vollautomatisches System den Container. Wir
tragen das ganze Zeug ins Auto. Donavan lotst uns nun zu einer Spezialistin für solche Sachen. Die wohnt in
einem der typischen Wohnblöcke hier. Die Haustür ist sogar noch im Rahmen, dass Schloss aber nich. Es
stinkt hier ziemlich. Noch stärker als im Wohnblock in Five. Auch sind die Gerüche etwas anders, würziger,
schwüler, voll gesogener. Schwer zu beschreiben. Kimi, die Spezialistin wohnt in einer kleinen Wohnung
jenseits des zehnten Stocks. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Die haben noch nich mal Fahrstühle
hier. Die Treppenhäuser sind gefährlich eng und da ist viel Holz verbaut. Möchte hier nich sein, wenn es
anfängt zu brennen.

Kimi ist eine junge Chinesin in meinem Alter. Sie ist nur mit einem T-Shirt bekleidet, als sie uns die Tür
aufmacht. Ihre Wohnung besteht aus einem Multifunktionswohnraum, ein abgetrenntes Schlafzimmer und
ein Mini WC. Die Wohnung macht eher den Eindruck einer Elektronikwerkstatt, als der Behausung einer
jungen Frau. Weia, bin sicherlich nich die ordentlichste, aber das ist Chaos pur. Die kleine China Norm sieht
sich mit gerunzelter Stirn die Navigationsanlage an. Meint, die hätte ordentlich was abgekriegt. Wir feilschen
kurz über ihren Preis und sie setzt sich dann dran. Uah! Müde! Salamander ebenfalls. Er schaufelt ein Stück
eines Sofas frei. Gute Idee, ich grabe mich zum anderen Ende durch und bau eine massive Barriere zu ihm
auf. Ihm trau ich gar nich zu, dass er seine Griffel bei sich behält. Zur Sicherheit beschwöre ich einen
Hausgeist, der mich vor sexuellen Übergriffen schützen soll. Beruhigt ziehe ich mir die Schuhe aus und rolle
mich wie ein Kätzchen zusammen. Innerhalb weniger Sekunden bin ich eingeschlafen.

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Irgendein Geräusch weckt mich. Ich taste nach meinem Taser und orientiere mich. Kimi vergräbt gerade ihr
Knie in Donavans Schritt, der rot anläuft. Sie lässt es dabei sein und setzt sich mit Knallroter Birne wieder an
die Arbeit. Ihr T-Shirt ist etwas verrutscht. Ey, ihre sind größer als meine. Heul! Sie zupft es wieder zu Recht
und macht sich schweigend wieder an ihre Arbeit. Donavan verkrümelt sich auf das WC. Die Situation
scheint geklärt zu sein. Ich entspanne mich und schlafe wieder ein.

Schließlich weckt mich mein Geist. Er will irgendwas sagen, verschwindet dann aber. Die Sonne geht gerade
auf und sein Dienst ist beendet. Salamander steht etwas zu nah bei mir, Grabschreichweite. Wollte mein
Geist mich warnen? Wollte der Wüstling mir gerade an die Wäsche gehen? Ich werfe ihm einen überaus
giftigen Blick zu. Wehe! Oder wollte er mich nur wecken, weil Kimi fertig zu sein scheint? Da ich nich
sicher bin, lasse ich es bei dem Blick bewenden und setze dann ein Lächeln auf. War ja vielleicht auch alles
ganz harmlos.

Die kleine Asia Norm ist tatsächlich inzwischen fertig. Sie hat einige der gelöschten Daten rekonstruieren
können. Das meiste scheinen Punkte auf dem offenen Meer zu sein. Aber drei sind Inseln oder Anlageplätze.
Ey, dass ist vielleicht mal Interessant. Wir haben eine Spur. Lucky!

08.04.2059 Dienstagmittag Hong Kong

Die anderen wollen Frühstücken gehen und mein kleines Bäuchlein sagt nich Nein dazu. Aber zuerst muss
ich kurz auf das WC und mich noch etwas frisch machen. Dann kann es losgehen, die anderen sind schon
mal vorgegangen und ich sause die Treppen hinunter. Draußen sehe ich, wie ein großer Chinesischer Ork
Donavan am Hals gepackt hat und ihn hochgehoben hat. Boah, der Typ ist stark. Kimi steht daneben und
redet den Ork mit großer Bruder an. Ein kleiner Scan zeigt mir, dass der Ork ein massives Drogenproblem
hat und nich gerade der gesündeste ist. Die kleine Chinesin muss ihm das mit dem Zwischenfall verklickert
haben, jedenfalls droht er Donavan einige höchst unappetitliche und anatomisch höchst fragwürdige
Vergeltungsmassnahmen an. Mit meiner charmanten Art wirke ich ein wenig auf den Ork ein, der schließlich
den blau angelaufenen Donavan fallen lässt. Armer Kerl. Aber wer seine Hände nich bei sich behalten kann,
der braucht sich nich zu wundern, neh?

Um die Ecke ist ein Nudelstand. Feine Ramen gibt es hier. Ich mag diese Nudeln. Mjam! Danach gehen wir
in einen Elektronikladen, den Kimi empfiehlt. Jack braucht ein paar Sachen. Sieht mir ziemlich nach nehm
Laden von nem Hehler aus. Neuwertiges in ramponierten Originalverpackungen, oder kaum gebrauchtes.
Die Preise des alten sind aber nach etwas feilschen ganz OK. Das Zeug ist hier billiger als in Seattle. Ich
rechne kurz durch, ob sich etwas Schmuggel lohnen würde, aber der Aufwand lohnt sich bei der geringen
Gewinnspanne nich wirklich. Auch die Waffen waren bei dem anderen Händler recht günstig gewesen.
Vielleicht werde ich da noch mal zuschlagen, bevor es ab nach Hause geht. Mal sehen, wie lange wir noch
hier sein müssen, wenn wir die Rollen des Todes wieder in unserem Besitz haben.

Wir entlohnen Kimi noch, 800 Nuyen und das Gerümpel. Scheint Fair zu sein. Deal! Dann zurück ins Hotel.
Im Süden auf dem Meer braut sich ein ziemliches magisches Unwetter zusammen. Die Nachrichtensender
überschlagen sich vor Manasturmwarnungen. Weia! Und da wollen wir Piraten jagen gehen? Das wird was
werden.

Hajami meint, er wäre Müde und braucht etwas Schlaf. Na gut. Jack will noch unbedingt einen Hüter auf
sein Zimmer beschwören. In Anbetracht der realen Gefahr eines astralen Spanners beschließe ich auch einen
kleinen Tarnhüter zu beschwören. Bin nach zwei Stunden fertig, dusche in der Minizelle und hüpfe dann nur
mit Slip bekleidet ins Bettchen. Stelle den Wecker auf 13 Uhr. Das muss reichen. Bin etwas aufgedreht und
schlafe nur sehr schlecht. Habe Träume von Geisterpiraten und den Schriftrollen des Todes.

Bin nich gerade ausgeschlafen, als das Gedudel meines Sekretärs mich weckt. Ich sorge dafür, dass die
anderen auch wach sind und bereite mich auf einen kleinen Krieg vor. Da die IMBEL PA-30 kompakter und
damit leichter zu transportieren als die Mendozza ist, fällt meine Wahl auf die Pistola Alto 30. Dann noch
Taser und meine kaum gebrauchte Glock GL-7 Match. Im Springhalfter unter dem Ärmel noch eine Poket
Dragon. Im Hosenbein noch ein Überlebensmesser und im Gürtel der Ausfahrbare Schlagstock. Und mein
Katana kommt in Packpapier eingewickelt auch noch mit. Manchmal denke ich, es wäre cleverer gewesen,
eine kompaktere Waffe wie ein Dolch oder Überlebensmesser als Waffenfokus zu wählen.

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Auch die anderen sind bereit und es kann losgehen. Unterwegs scheint es mir, als ob wir verfolgt werden. In
einem unbeobachteten Moment steigen wir schnell in der Nähe des Hafens aus und Al fährt weiter, als ob
nichts gewesen wäre. [Der Spieler von Al musste schon um 22.00 Uhr heimgehen.] Am Hafen wird es echt
die Qual einen Bootsverleih zu finden, der uns ein Boot überlässt. Wegen dem Manasturm und seine
weltliche Komponente meiden heute die meisten das offene Meer. Aber wir haben keine Zeit zu vertrödeln.
Wenn mich nich alles täuscht, dann müssen die Piraten spätestens heute kommen, falls sie nich schon hier
sind.

Schließlich finden wir einen geschäftstüchtigen Vermieter. Müssen nur den Betrag für das Boot hinterlegen
und noch einen 500er als Gefahrenzulage drauf legen. Was solls. Bei Erfolg bekomme ich 120K. Mit etwas
Glück kriege ich 60K Reingewinn heraus. Hoffentlich. Keiner von uns kann wirklich Boot fahren. Aber so
schwer ist das nich. Die See ist rau, aber zum Glück werde ich nich Seekrank. Wir fahren die erste Position
an, die uns am Vielversprechensten ist. Die Insel ist karg, mehr ein Felsen, als sonst was. Nur eine
Anlegestelle, einige Gebäude, die sich in den Fels krallen. Nix wo jetzt ein Piratenschiff sich verstecken
könnte. Also weiter zum zweiten Punkt.

Diese Insel ist schon etwas größer. Sie galt in alter Zeit als ein berüchtigtes Piratenversteck. Es gibt drei
Anlegestellen, eine davon recht abgelegen mit Warenhäusern. Leider ist unsere gesuchte Yacht nich
darunter. Drek auch. Jack checkt mit seinem Neuerworbenen Scanner die Frequenzen ab. Und siehe da, er
fängt einen Funkspruch auf, wo es um ein Treffen geht. Der Spruch scheint von unseren Piratenfreunden
ausgegangen zu sein. Bingo! Wir haben einen Anhaltspunkt, aber wo nur wollen die sich treffen? Wir
beschließen, die Sache Astral aufzuklären. Hier sind wir schon mehr oder weniger im Bereich des
angeblichen Manasturms. Astral ist davon allerdings kaum was zu sehen. Sieht hier ein wenig Strange aus.
Vorsichtig verlasse ich meinen Körper. Hajami-kun macht mich darauf aufmerksam, dass meine
Astralgestalt als Nebelwolke hier zu erkennen ist. Mano! Das mit dem Astralen Aufklären hat sich gerade in
Luft aufgelöst. Weia!

Also legen wir mal im kleinen Hafen an. Wahrscheinlich wird das Treffen an dem Landungssteg mit den
Lagerhäusern stattfinden. An der Steilküste können wir schlecht anlegen, also bleibt nur der Hafen übrig.
Wir machen einen auf Touri. Oh, guck mal an. Ein paar Schlipsträger machen einen auf Unauffällig.
Manchen Leuten sieht man das organisierte Verbrechen auf 50 Meter Entfernung an. Ganz falsch scheinen
wir hier nich zu sein. Lucky!

08.04.2059 Dienstagmittag Hong Kong Pirateninsel

Wir machen einen auf unerschütterliche Touris. Es fängt langsam, aber stetig an zu regnen. Die Wolken
sehen hier ziemlich bedrohlich aus. Wir mieten uns ein paar Fahrräder und kurven damit ein wenig herum.
Schließlich bekommen wir mit, wie zwei weitere Schiffe am Hafen anlegen. Keines davon ist die
Piratenyacht. Drek! Und nun? Einfach mal abwarten. In einem Pulk von Leibwächtern bewegen sich zwei
Personen fort. Beides China Norms, der Mann ist etwas älter, schätze ihn mal auf sechzig Jahre, die Frau ist
jünger, vielleicht so Ende dreißig. Sie bewegen sich zum Zentrum der Stadt. Dort steht ein alter
Pagodenförmiger Tempel, der Pak Tai geweiht ist. Laut Info Schild ist das so ein Meeresgott. Hm, soll die
Übergabe im Tempel stattfinden?

Also nix wie rein. Der Haupteingang ist uns natürlich versperrt. Also gehen wir mal gucken, wie das so
hinten aussieht. Zwei Anzugträger halten dort Wache. Hier ist recht wenig Publikumsverkehr. Hajami-kun
und ich werden eines auf dummes Touri Paar machen. So machen wir es auch. Wir kommen ganz nah an sie
heran und fragen, ob man den Tempel besuchen kann. Kann man nich. OK, und schon hat der erste meinen
Taser im Gesicht. Zuck! Hajami hat echte Probleme, den Triadensoldat ins Reich der Träume zu schicken,
aber Jack rettet gekonnt. Sein Betäubungsblitz zieht ne richtige Nebelwolke hinter sich her. Sieht vielleicht
mal strange aus.

Bis jetzt sind wir unentdeckt. Hajami-kun packt die Jungs und stellt sie hin. Ich knacke derweil das Schloss
von der Tür. Weia. Das Ding ist mindestens ein Jahrhundert alt. Aber für was habe ich mein kleines Set
dabei. Innerhalb weniger Sekunden ist die Türe offen. Tata! Nix wie rein. Wir zerren die Bewusstlosen in
den kleinen Lagerraum und fesseln sie. OK. Was nun? Sind die Rollen hier? Oder werden sie hier

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übergeben. Unsichtbar herumschleichen fällt flach, Astral eben so. Ein weiteres Schloss hält mich nur ein
paar Sekunden auf und wir sind in dem eigentlichen Tempelraum, der jetzt eigentlich mehr Museum ist. Ich
geh voran, von Schatten zu Schatten huschend. Immer den Taser schussbereit in der Hand. Da! Im
Hauptraum lungert die Gui Hun Schlampe und ihr Lakai, dieser Aranson herum. Muss näher ran. Es gibt hier
eine mit Gitterstäben abgetrennte Barrikade. Ich husche wie ein Schatten dahin. Hajami-kun folgt mir mit der
Eleganz eines Elefanten. Drek!

Ich tauche unter die Barrikade und Hajami-kun saust zurück in Deckung, während die Sekunden quälend
vergehen. Die beiden Piraten tuscheln kurz und ich höre Schritte auf die Barrikade zukommen. Drek! Dann
aber geht der Haupteingang auf und die beiden Norms traben herein. Puh! Das war wieder mal knapp
gewesen. Lucky!

Nach einer knappen Begrüßung wird Aranson hinausgeschickt, was er mit nem ziemlich wütenden
Gesichtsausdruck auch macht. Ich wage es durch die Gitterstäbe zu linsen. Will gucken, was da genau
abgeht. Die Schriftrollen des Todes kann ich leider nirgendwo entdecken. Wo sind die nur? Der ältere Mann,
könnte das Chen Parker sein? Fragt, ob Tsai-Chin Tan, also diese Piratenschlampenpuppe, sicher ist, dass die
Runner tot sind. Sie meint, dass Problem wäre aus der Welt geschafft. Denkste, Puppe!

Ich werde aus dem ganzen nachfolgenden Gefasel nich ganz schlau. Aber so viel kann ich schon mal
herausfiltern. Die Rollen sind wohl schon übergeben worden und zwar an die andere Frau. Die Rollen des
Todes scheinen wohl gerade übersetzt zu werden, von einer Organisation namens Kun Lai. Drek auch! Und
es gibt einen Weisen, der meint, das Gleichgewicht würde gestört werden. Und die Runner, als Al und ich,
wären der Auslöser dieses Problems. Was für ein Gleichgewicht? Huh?

Die Piratenpuppe bleibt bei der ganzen Diskussion seltsam emotionslos. Ich will sie mir Astral angucken,
aber der Nebel hindert mich an einen eindeutigen Scan. Sie hat offensichtliche Cyberarme, sehen irgendwie
auf seltsame Art verdreht aus. Die Frau ist mir unheimlich, vielleicht ist so von ihrem Erbauer, würg, genau
auf diesen Effekt ausgelegt worden. Die einzige Emotion zeigt sie, als der Typ sie an der Kehle packt und sie
leicht schüttelt, um zu verdeutlichen, dass die Runner ein Problem sind. Und er Gewissheit über unser
Schicksal haben will. Die Puppe meint, ihr Leutnant Chen würde bald kommen und dann würde sie ihn
eingehend befragen. Da wird sie lange warten können, dem seine Einzelteile sind schon längst verdaut.

08.04.2059 Dienstagabend Hong Kong

Mit der Ermahnung, bald Gewissheit haben zu wollen, verlassen die beiden China Norms die Gui Hun
Puppe, die Bewegungslos zurückbleibt und ihnen erst nach zwei Minuten folgt. Habe ich bis jetzt nur Hass
für sie Empfunden, so verschwindet diese Emotion und macht eher Mitleid platz. Die Frau ist nichts weiter
als ein Chip in einer fleischlichen Hülle. Das macht mir Angst. Ich krieg richtig Gänsehaut. Weia!

In der Hoffnung, dass die Rollen vielleicht hier übersetzt werden, durchsuchen wir den Tempel. Aber
Fehlanzeige, war ja klar. Wir verlassen den Tempel über den Hinterausgang. Ein kleiner Watcher visualisiert
sich vor uns. Er sieht aus wie so ne chinesische Götterstatuette. Er will gerade was sagen, als ein Blitz vom
Himmel zuckt und er in tausend Stücke zerspringt. Ich guck fasziniert den Rauchfäden zu, die Myriadenfach
zu Boden rieseln. Astrale Aktivität scheint keine gute Idee zu diesem Zeitpunkt zu sein. Dieser Manasturm
zeigt so langsam, was in ihm steckt. Schluck!

Aber keine Zeit, Maulaffen zu halten. Mit High Speed zum Hafen. Ich kann gerade noch ein Foto von der
Frau und den ablegenden Schiffen machen. Wir geben die Fahrräder zurück und düsen hinter her. Schon bald
merken wir, dass wir mit unserer Nussschale in der aufgewühlten See einfach keine Chance haben, dem
Schiff auf den Fersen zu bleiben.

Ein Anruf bei Donavan verschafft Abhilfe. Wir brauchen nen Rigger mit ner gescheiten Drohne und zwar
jetzt! Wegen dem Sturm dürfte das Schwierig werden. Pah! Geld war schon immer ein erfolgreiches
Überredungskonzept und auch diesmal versagt es nich. Weia! Wird das wieder mal teuer. Die Nuyen rieseln
mit wie Sand durch die Hand. Der Rigger nennt sich Tommy, wir bringen ihn auf Kurs und er übernimmt die
Verfolgung für uns. Schließlich trennen sich die Yachten. Er soll an der Yacht mit der Frau dranbleiben, die
wird uns zu den Rollen führen.

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Die See wird zunehmend rauer und ungemütlicher. Und Blitze zucken teilweise wie Trommelfeuer auf die
Wasseroberfläche. Weia! Alles was dual ist, hat heute sicherlich nen verdammt schlechten Tag. Mühsam
kämpfen wir uns Richtung Ufer zurück. Tommy meldet uns, dass die Yacht der Frau den Hafen erreicht hat.
Soll Folgen! Macht er auch. Mir wird inzwischen ganz mulmig zu mute. Mein Bäuchlein schlägt richtige
Kapriolen. Wie gut, dass wir kein Mittagessen hatten. Örks, mir ist schlecht! Mag keine hohen Wellen!

Langsam, aber unsicher laufen wir den Bootsverleih an. Ui. Endlich wieder festes Land unter meinen Füßen.
Mag das! Mega Lucky! Wir holen unser Pfand ab und Al gabelt uns auf. Tommy meldet, die Frau hätte ihr
Ziel erreicht. Ist ein Gebäude in einer Nobelgegend. Sieht verdammt groß aus. Ein normales Wohnhaus ist
das nich! Ne Privatklinik, kleine Schule, kleines Hotel? Donavan soll die Adresse checken und Pläne
besorgen. Macht er.

Nur wenig Später haben wir Gewissheit. Es ist eine ehemalige Magieschule die nun das Kun-Lai, die
Gesellschaft für den Erhalt der chinesischen Geschichte, beherbergt. Okidokili! Würde Sinn machen, neh?
Geleitet wird das ganze von einer gewissen Kuei-Fen Ma. Und das ist die Tussi vom Tempel. Wem die
Stiftung nun eigentlich gehört, kriegen wir nich raus, aber ich denk mal, die sind ganz Dick mit der Hun
Lung.

Wir kriegen auch ein paar Baupläne zugesandt. Und Donavan kennt jemand, der sich mit der magischen
Sicherheit der ehemaligen Schule auskennt. Ist irgend so eine Feng-Shui Geomant Fuzzi. Nich schlecht, aber
als erstes gucken wir uns die Sache doch lieber mal selbst an. Unser Rigger bleibt mit der Drohne in
Stellung. Das Ressort ist von einer steinernen Mauer umgeben. Es gibt nur einen einzigen Zugang. Kameras
oder andere weltliche Sicherungsmaßnahmen sind nich zu entdecken. Wahrscheinlich verlassen die sich
vollständig auf Magie. Und tatsächlich sausen hier zwei Watcher herum. Der Sturm ist bis jetzt noch nich
hier her gekommen. Während dem Sturm ist eigentlich die Gelegenheit zuzuschlagen. Wir sind zwar auch
gehandicapt, aber die noch viel mehr. OK, dann lasst uns noch weiteres Infos beschaffen.

Wir treffen unseren Informanten in einem kleinen Restaurant. Gute Gelegenheit das Vakuum in meinem
Bauch aufzufüllen, nachdem ich mal kurz für kleine Waschbärschaminnen war. Unser Informant sieht aus
wie so ein chinesischer Magier aus dem Trid. Na ja, wem es gefällt? Wir kriegen ne kleine Einführung in
Feng Shui. Wie halt alles in Gleichgewicht sein muss. Und so weiter. Nach diesem Prinzip ist auch die
magische Überwachung der Schule aufgebaut. Das entscheidende Schlüsselelement ist eine Buddha Statue in
einem Zierbrunnen unter einer Pergola. Wird der Buddha gedreht, bricht die gesamte Verteidigung endgültig
zusammen. Geht natürlich nur, wenn sie vorher schon durch ein anderes Phänomen geschwächt wurde. Wie
eben der gerade aufziehende Manasturm. Also, worauf warten wir noch?

08.04.2059 Dienstagabend Hong Kong

Als wir wieder mit voller Ausrüstung an der Schule ankommen, erreicht der Manasturm auch dieses
Gebäude. Als erstes platzen die Watcher. Dann gibt es ein regelrechtes Trommelfeuer, das nach wenigen
Sekunden erlischt. Wir warten noch etwas und dann beginne ich als Vorläuferin mit der Infiltration, um den
Buddha zu drehen. Wie ein Schatten husche ich über die Straße und klettere gewandt die Wand hoch. Kein
Problem für mich. Dahinter befindet sich eine Batterie von Bewegungsmeldern. Der Platzregen sorgt aber
dafür, dass die Melder unablässig Bewegungen anzeigen. Lucky!

Ein einsamer China Norm Wächter steht missmutig unter dem Dach und schaut in den Regen hinaus. Da ich
mich in seinen Toten Winkel bewege, bemerkt er mich nich. Lucky! Ich sause über das offene Feld. Die
Pergola ist mit Lichtschranken geschützt. An der Wand der Schule ist noch eine Kamera auf den Brunnen
gerichtet. Ich taste mich bis da hin und manipuliere die Kamera routiniert. Jetzt zeigt sie in einer zehn
Sekundenschleife den Regen. Dann gehe ich zur Pergola und schau mir die Schranken an. Für ein gelenkiges
Girlie wie mich sind die kein Hindernis. Und durch!

Jetzt steht der Brunnen vor mir. Ich klettere auf den Rand, mach eine Krätsche und beuge mich nach vorne.
Will nich das Wasser berühren. Dann kriege ich den kleinen grinsenden Buddha zu fassen und drehe ihn um
180°. Das wäre vollbracht. Die Luft ist rein und die anderen beiden folgen. Wieder husche ich an den
Lichtschranken vorbei. Wir haben vor, dass wir über die Bücherei in das ehemalige Schulgebäude

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eindringen. So ganz ohne Aufklärung ist es recht mulmig, dass Schloss zu knacken. Was, wenn nun jemand
direkt dahinter steht?

Innerhalb kürzester Zeit habe ich das Magschloss geöffnet. Der Raum dahinter ist wirklich noch immer die
Bibliothek und es befindet sich niemand darin. Glück gehabt. Ich bringe die Verschalung wieder an und wir
schließen die Tür hinter uns. Da sind leise Schritte zu vernehmen. Unter Lesepulten gehen wir in Deckung.
Ein Wachmann kommt hinein, trägt ne MP bei sich. Hoffentlich sieht er nich die nassen Flecken auf dem
Boden, die wir hinterlassen haben. An der Fensterfront bleibt er stehen, starrt hinaus in das Unwetter, wohl
froh, hier drinnen Dienst zu schieben. Schaut auf seine Uhr und guckt auf den Brunnen mit dem Buddha.
Dann geht ein Ruck durch seinen Körper, kratzt sich am Kopf und greift dann nach seinem Funkgerät.
Jedenfalls versucht er es. Mein Taser zischt und er zuckt. Leider bleibt er stehen. Ich will gerade ein zweites
mal schießen, als es ein Plop gibt. Blut spritzt auf und der Wachmann stürzt zu Boden. Hajami-kun hat
geschossen.

Baka Nindeo! Was soll der Drek? Ich hatte ihn doch schon! Der Wachmann liegt in einer sich schnell
ausbreitenden Blutlache. Aber noch lebt er. Heiliger Sankt Waschbär hilf! Ich verschränke meine Hände
über das Einschussloch. Hoffentlich trifft mich jetzt der Blitz nich! Aber wohl nur draußen scheint Magie
einen Blitz anzuziehen. Hier drinnen im Gebäude fließt das Mana ungehindert in den Körper des Gardisten.
Ich sehe wie das Geschoss heraus gedrückt wird und sich wie Wundränder ein wenig verengen. Meine Macht
reicht nich aus, die Wunde komplett zu heilen. Bin nich die Medizinfrau vom Dienst, wie Martha, die Bär im
Heilersapekt folgt. Kann das nich so gut. Aber die Blutung hört auf und seine Aura ist wieder stabil. Er wird
es überleben. Lucky!

Dann halte ich Hajami-kun ne kurze Standpauke. Er ist ganz verdattert. Verspricht aber, in Zukunft lieber
nen Taser zu verwenden gut. Hat leider bloß keinen gescheiten. Nur den von Mitsuhama. Na ja, wird schon
gehen. Im Gang vor der Bibliothek lungert eine weitere Wache herum. Zwei Nadeln später ist er ziemlich
geschockt. Der arme Kerl. Aber ihm geht es um einiges besser als sein Kumpan. Wir schlagen den Weg zu
dem ehemaligen Versammlungsraum der Schule ein. Laut Plan hat der nur einen einzigen Zugang und ist
recht groß. Eine gute Location um ein Expertenteam samt Labor zu platzieren.

Auf dem Weg dorthin ist eine Stelle, in der ein Becken eingelassen ist. Das Wasser sondert diesen Nebel ab,
der magische Aktivität verrät. Darüber führt nur ein schmaler Steg ohne Geländer. Es gibt keinen anderen
Weg als darüber. Ich ziehe meinen Waffenfokus und gehe als erste darüber. Ich bin auf volle Abwehr und
erwarte jeden Moment einen Angriff, ob nun von nem Wasserelementar oder einer sonstigen magischen
Sauerei. Unablässig kreisele ich um meine eigene Achse, während ich langsam und vorsichtig den Steg so
leise wie möglich überquere. Nix passiert.

Jack Daniels folgt als zweiter. Wieder nix. Dann kommt Hajami-kun an die Reihe. Und natürlich wird er
angegriffen. Eine Art Wasserelementar greift ihn an. Bevor ich was machen kann, ist er in dem Ding drin.
Drek! Und dann geht das Teil wieder ins Wasser zurück. Salamander blitzt das Teil in sich zusammen und
ich ziehe Hajami-kun mit einem Tanz des Leicht seins da raus. Ein weiteres Elementar greift ihn an, aber
mein Lied des Krieges schickt ihn in den Urlaub. Kann das! Aber Hajami-kun sieht recht beschissen aus.
Weia! Ihn hat es schwer erwischt.

08.04.2059 Dienstagabend Hong Kong

Jack sichert, während ich versuche, dass Wasser aus Hajami-kuns Lunge zu bekommen. Ich drücke gegen
seinen Brustkorb und sauge ihm das Wasser aus der Lunge. Schließlich hustet er das ganze Zeug aus. Puh!
Das war knapp gewesen. Ich singe ein weiteres mal ein Lied der Heilung. Manchmal straft Gott die Sünder
eben sofort. Wer tötet, wird getötet werden. So spricht der Herr.

Mein Lied der Heilung spricht an, magischer Nebel steigt von seinem Körper her auf und seine Atmung wird
fest und regelmäßig. Jetzt sind wir nur noch zu zweit. Hoffentlich kommt es nich mehr zu nem weiteren
Gefecht. Wir haben keinen Frontliner mehr im Team. Obwohl Hajami-kun sich bis jetzt leider nich gerade
als wirklich hilfreich herausgestellt hat, allerdings hatte er auch so gut wie keine Gelegenheit sein sicher
vorhandenes Können unter Beweiß zu stellen. Wir müssen ihn erst mal liegen lassen, da wir ihn nich mit uns
schleppen können. Aber wir sind eh kurz vor der entscheidenden Tür. Das Kartenschloss ist ziemlich gut,

124
aber nix, was mich wirklich aufhalten könnte, besonders da wir ne Zugangskarte von den Gardisten haben.
Und schon ist es auf.

Der ehemalige Versammlungsraum ist tatsächlich das gesuchte Labor. Die Schriftrollen des Todes sind auf
einen Scanner eingespannt. Auf zwei Leinwänden ist zu sehen, wie Zeichen von den Rollen gescannt,
verformt und übersetzt werden. Die scheinen irgendwie eine Möglichkeit gefunden zu haben, die
Schriftrollen zu übersetzen. Scheint wohl doch keine weiteren Rollen zu geben. Die Schlampe aus dem
Tempel ist auch anwesend und kommentiert die Fortschreitende Arbeit. Es hampeln etwa noch fünf weitere
Weißkittel hier herum. Alles China Norms. Daniels fällt sie mit einem Betäubungszauber. Nur die
Professorin bleibt stehen. Und sie sieht nich erfreut aus, uns zu sehen.

Jack ist auch nich mehr so ganz frisch, der Entzug scheint ihm doch etwas zugesetzt zu haben. Weia! Die
Frau ist recht gut ihm zaubern und ich will nich warten, bis sie die Oberhand erreicht. Zeit sie zu schocken.
Nachdem ich ihr eine ordentliche neue Frisur mit meinem geliebten Taser verpasst habe, ist der Weg frei zu
meinen Schriftrollen des Todes. Vorsichtig löse ich sie aus den Scannern und rolle sie zusammen. Ich stecke
sie unter meine Weste. Och! Hab sie wieder, meine Babys! Ähm, ja. Ich versuche die bis jetzt übersetzten
Teile auf einen optischen Chip zu brennen. Aber irgendwie würde das die unglaubliche Ewigkeit von etwa
20 Minuten dauern. Huh? Ah, Microdeck Betriebssystem, war ja klar.

Das ist hier eine Großrechneranlage aus einem Netzwerk von Towern. Modulares System eben. Leicht zu
transportieren und kann es von der Leistung her mit nem Host aufnehmen. Ich mache vier zentrale
Komponenten aus. Hm! Mein Blick wandert zu einem der Tische und in meinem kleinen niedlichen
Köpfchen manifestiert sich eine Möglichkeit, die Daten zu retten. Ich räume ihn ab und werfe den Tisch
dann um. Dann schleppe ich ratz fatz die vier Zentralmodule auf Tisch darauf. Zum Schluss kommt noch
Hajami-kun obendrauf und nix wie weg hier. Im Vorbeigehen nehme ich noch zwei Foki der Frau mit und
spüle sie die Damentoilette runter. Da wird sie erst mal mit Suchen beschäftigt sein. Wenn ich jetzt ne harte
Runnerin wäre, dann hätte ich ihr natürlich die Kehle durchschneiden können und die Foki, die sicherlich
nich gerade billig gewesen waren, behalten können. Aber ich bin nun mal nich so eine. Klar, neh?

Bis jetzt war das Glück der Mutigen auf unserer Seite, der Sturm verzieht sich gerade über uns. Die Wachen
haben noch nix gecheckt, also ab durch die Mitte. Wir kommen bis zur Hälfte, als ein Blitz in den Tisch
einschlägt. Ara! Zum Glück wird nur der Zauber gebrochen und einer der Rechner sieht jetzt irgendwie
verkohlt aus. Aber wenigstens hat es Hajami-kun nich noch schlimmer erwischt. Wir erreichen die Mauer
und jetzt geht das nach unten wuchten los. Puh, das geht in die Knochen. Al steht unten und hilft nach
Leibeskräften. Der Regen ist zum Glück immer noch so stark, dass er die Bewegungsmelder nutzlos macht.
In Rekordzeit haben wir alles verstaut. Ich springe als letzte runter und wir fahren los. Ich habe meine Rollen
wieder. 120K! Ich komme!

Und wir haben viele neue Infos bekommen. Wir haben vier Parteien, die sich um die Rollen kloppen, Tan
Tien, Hung Lung, Yamatetsu und Wuxing. Wuxing wollten ja die Rollen ursprünglich kaufen. Hm, was ich
mich frage, an wen die Rollen übergeben werden sollen? Eine fünfte Fraktion? An eine der anderen schon
bekannten? Es wird immer komplexer und je mehr ich mitkriege, desto mysteriöser wird alles. Mal sehen,
wie sich das alles noch so entwickeln wird.

Gespielt am 26.06.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Jack (Daniels) aka Salamander ^^ , Mandy aka Racker, Will aka Al 8) Hajami-kun
(Sephirot)
Karma: 5 [Hart verdient]
Eingenommenes Geld: Minus ca.15K
Andenken für die Hall of Fame: 1 Visitenkarte

File 10
Hong Kong Stadt der Verräter

08.04.2059 Dienstagnacht Hong Kong

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Jetzt haben wir endlich wieder die Rollen. Lucky! Und jetzt brauchen wir ein Versteck. Also rufen wir
Donavan an. Wir machen einen Treffpunkt bei Mr. Kuns Laden aus. Es dauert wieder mal ewig, bis wir dort
sind. Ich nutze die Zeit, mich ein wenig zu entspannen. Hajami-kun ist wieder ansprechbar und ihm geht es
den Umständen entsprechend gut. Kann das!

Schließlich müssen wir wieder an der Peripherie dieses Labyrinths anhalten. Ich nehme die Rollen mit.
Hajami-kun und Jack Daniels bleiben zurück. Werden hoffentlich nich stiften gehen. Trau denen immer noch
nich hundertprozentig über den Weg, auch wenn Jack bis jetzt sehr verlässlich und hilfreich gewesen ist.
Aber jetzt wo wir die Rollen haben, bin ich lieber vorsichtig. Aber erst mal auf in das Getümmel. Drängel!
Drück! Schubs! Eh, der unterste war meiner. Menno! Hier leben wollen würde ich echt nich. Und ich hab das
Gefühl, den meisten hier macht das hier auch gar keinen Spaß mehr. Schließlich erreichen wir die Nähe des
Treffpunkts. Hm, da steht ein großer Troll, reinigt mit nem großen bösen Messer seine Fingernägel. Ein Ork
scheint zu ihm zu gehören, der in einem Nudelstand was isst. Ich mach Al darauf aufmerksam. Wir teilen
uns, er geht vor, ich bleibe zurück und sichere.

Zuerst geht Al noch in Mr. Kuns Laden, Zünder und ein paar Patronen für mich einkaufen. Mr. Kun
unterbreitet Al ein Angebot. Ein gewisser Michal Chang hätte ein paar Infos und die würde Mr. Kun gerne
haben. Und was ist für uns drin? Das er nich sagt, wo die Hun Lung uns findet. Ist nich wahr! Erpressung!
So ein Drek! Die beiden Metas gehören zu Mr. Kun. Der Dreakhead hat sich Rückendeckung besorgt. Find
ich nich Sahne! Uns wird wohl nix anderes übrig bleiben, als in diesen sauren Apfel zu beißen. Ich kalkuliere
kurz die Chancen, die Sache Gewaltsam zu lösen und komme zu dem Schluss, das Mr. Kun bestimmt noch
irgendwo magisches Backup bereitgestellt haben wird. Kennt ja in etwa, was wir drauf haben. Gegen einen
vorbereiteten Gegner spontan loszuschlagen war noch nie ne gute Option. Und ihn mit einem Lied der guten
Idee von der Sache abzubringen könnte entdeckt werden. Falls die Informationsbeschaffung zu stressig
werden sollte, können wir uns immer noch für Plan B entscheiden.

Mr. Donavan taucht auf und führt uns erst mal zu unserem Versteck. Wir sind fast zwanzig Minuten in
diesem Moloch unterwegs. Von Bauvorschriften haben die hier schon lang nix mehr gehört. Weia! Möcht
nich hier sein, wenn es mal richtig anfängt zu brennen. Der Schieber führt uns zu einem Gebäude, wo
Fenster und Türen bis ins dritte Stockwerk hoch zugemauert sind. Ein Tritt gegen die Wand und alles bricht
zusammen. So sieht es jedenfalls aus. Über ne rostige Feuerleiter steigen wir hoch und gehen durch einen
Mauerdurchbruch. Teilweise hat sich hier der Fußboden nach unten verabschiedet. Auch das Treppenhaus ist
mehr ein Schacht als sonst was. Es gibt noch eine Tür, die verschlossen ist.

Dahinter befindet sich ein „Hotel“. Ja klar. Ist ne Absteige für Straßenkinder. Was für ein ausgemergelter
Haufen. Weia! Da sind die Straßenkinder in Redmond geradezu wohlgenährt und gut gekleidet. Da geht mir
echt das Herz vor Mitleid über. Nach außen wahre ich aber meine unnahbare Aura. Der fette Quai, so heißt
hier der Hotelier, führt uns zu unserem Zimmer. Wir müssen ne klapprige steile Treppe, mehr ne Leiter
eigentlich nach unten. Dort sind weitere Räume und unser „Zimmer“. Eine ehemalige Küche und zwei
Lumpenlager. Na Sahne! Das einzig massive ist ein Ofen in der Ecke. Hm, nich gerade ein Tresor. Im
Gerümpel finde ich ein Zahlenschloss, wie es gerne für Fahrräder verwendet wird. Hat den Vorteil, das
automatische Dietriche oder so ein Schnick Schnack da nich wirken. Aber für mich kleines gewitztes Girlie
ist es nur eine Sache von nich mal dreißig Sekunden das Schloss zu öffnen und ne neue Nummer festzulegen.
Die Rollen kommen in den Backofen, nachdem wir sie noch in ne Plastiktüte gewickelt haben. Was für ein
Abstieg. Dann Klappe zu und Schloss dran. Wird wenigstens die kleinen Langfinger abhalten. Dann bitte ich
einen Geist dieses Hauses, auf die Rollen aufzupassen. Macht er. Sieht auch so ausgemergelt wie seine
Bewohner aus.

Leider wartet noch ne Menge Arbeit auf uns. Weia! Das wird so langsam echt zum Dauerstress. Es gibt ja
Leute, die machen einen Run im Monat. Ich mach gerade zwei an einem Tag. Aber irgendwie muss sich ja
die Elite von den Möchtegerns unterscheiden, neh? Apropos Möchtegerns. Jack Daniels ruft an, meint, er
wäre indisponiert und müsste gehen. Hm? Als wir schließlich am Wagen ankommen, sind die beiden
verschwunden. Hinten ist alles leer, die Rechner sind weg. Heiliger Sankt Waschbär! Die haben sich die
Rechner gekrallt und sind abgedampft! Das war gerade mein Bonus gewesen. Weia! Als kleine
Entschädigung liegen 10K auf dem Beifahrersitz. Na ja, besser als gar nix. Und he, wir müssen die
verdammten Rechner jetzt nich noch zu unserem Versteck schleifen. So gesehen ist das sogar Positiv zu

126
sehen. Wäre fair gewesen, wenn sie vorher gefragt hätten. Der Preis wäre zwar etwas höher gewesen, aber
verkauft hätten wir ihnen die Sachen auch so.

Wir haken die Sache ab. Da ich etwas Paranoid bin, tanze ich den Tanz des Überwachungselektronik
Entdeckens um den Mini Van. Und siehe da. Im hinteren linken Radkasten finde ich tatsächlich einen
kleinen Sender. Der wandert bei erster Gelegenheit an einen Reisebus ins Nirgendwo. Und wir fahren zu der
Adresse, wo die Michael Chang wohnen soll. Ist wie üblich die totale Tortur. Bin froh, dass Al fährt. Ich
würde nach zehn Minuten heulend am Lenkrad zusammenbrechen. Falsche Seite, rüpelhaftes Verhalten und
kein Plan, wie man sich einordnen muss. Und dieses ewige Gehupe. Al muss Nerven aus Stahlseilen haben,
um so stoisch durch dieses Gewusel zu kommen.

09.04.2059 Mittwoch Früher Morgen Hong Kong

Die Adresse entpuppt sich als noch funktionierender Wohnblock. Wir kriegen noch nen Parkplatz in
akzeptabler Nähe. Die Gegend ist hier richtig leer, was Fußgänger angeht. Nur ein Trio, ein Riese mit zwei
Orks im Schlepptau, macht die Gegend unsicher. Haben einheitliche Kleidung, die sie als Gang
kennzeichnet. Wir kommen direkt an ihnen vorbei. Der Riese guckt mich komisch an und sagt irgendwas zu
mir. Ich versteh nur die Hälfte. Ich wäre was? Kein Plan. Könnte von kleinem niedlichem Schmetterling bis
hin zur Megageilen Fotzenschlampe alles sein. Dann spuckt er vor mir aus. Denke, es war eher das letztere,
was er zu mir gesagt hat. Mag nich so genannt werden. Und mag es auch nich, dass man vor mir ausspuckt.
Normalerweise hätte ich es belassen. Ärger bringt meist nur noch mehr Ärger. Aber ich bin frustriert, genervt
und echt mies drauf. Keine gute Idee, jetzt mich zu stressen. Und da kommt mir dieser Popanz um etwas
Dampf abzulassen gerade recht. Hah!

Sag ihm, dass ich Spuken auf Straße als Mega Unfein betrachte. Wieder wirft er mir was an den Kopf, von
dem ich nur die Hälfte verstehe. Kein Plan was das jetzt wieder war. Sag ihm aber, dass ich ihn nach wie vor
für einen ungehobelten Klotz, ohne Benehmen und mit Vakuum in der Rübe halte. Denk mal, das versteht er
so, wie ich seinen Sprech. Al fühlt sich sichtlich unwohl, aber mir fängt es an, Spaß zu machen. So was habe
ich gebraucht. Eine kleine gepflegte Auseinandersetzung gegen einen Gegner, der mir nich das Wasser
reichen kann, auch wenn er doppelt so groß wie ich ist. Und sicherlich drei Mal so stark. Aber ich bin ein
Magic Girlie!

So langsam kommen die Drei auf den Trichter, dass ich mich über sie lustig mache. Finden sie nich witzig
und werden etwas pampig. Wollen, dass wir ihnen Geld geben. Wie viel denn? Alles? Und wenn nich? Oh,
tun sie uns dann weh? Wie niedlich. Der Riese beugt sich zu mir runter. Örks! Der hat vielleicht mal
Mundgeruch, könnte damit echt nem Luftelementar Konkurrenz machen. Er sagt wieder etwas zu mir, was
sich nich Nett anhört. Ich habe nun genug vom spielen und schnippe ihn mit meinen Fingern an die Nase.
Dabei summe ich leise ein Lied des Krieges. Poff! Der Riese verdreht die Augen und fällt um. Hihi! Das war
jetzt fies, aber ich fühle mich richtig befriedigt. Haha! Mächtiges Magic Girlie. Muhahahaha!

Die beiden Orks wollen wissen, wie ich das gemacht habe. Ich erzähle ihnen die Story vom Pferd, was mit
Shakrapunkten, Ki konzentrieren und allerlei anderes halbgares Zeug. Die beiden fangen an, sich gegenseitig
unter meiner Anleitung an die Nase zu schnippen. Müssen halt noch etwas üben. Fröhlich hüpfe ich los. Al
ist etwas genervt und meint, ob das nun unbedingt nötig war. Ich lächle ihn an und meine, „Ja.“

Das Klingelbrett ist ziemlich groß und die Kanji nicht gerade leserlich. Al findet den Namen als erster,
müsste im dritten Stock sein. Die Haustür ist leider zu. Magschloss, fast älter als ich. Ich brauch nich mal
eine Minute um das Teil zu manipulieren und wieder zusammen zu schrauben. Und schon sind wir drin. Der
Flur ist mit mittelmäßigen Graffiti verschmiert. Al geht zu den Fahrstühlen.

„Die gehn eh nich!“ Al drückt den Knopf und es tut sich was. „Heh! Kann nich sein! Hier gehen die
Fahrstühle. Fies das! Bei mir zu Hause mache ich seit über einem Jahr rum, dass endlich die verdammten
Fahrstühle repariert werden. War drei mal beim Hausverwalter. Hab ihm ein Lied der guten Idee gesungen,
aber hat alles nix genützt. Und hier funktionieren sie einfach.“ Bin am Boden zerstört. Al guckt nur
verständnislos und schüttelt dann den Kopf. Jetzt bin ich wieder deprimiert. Ich grummle was in meinen nich
vorhanden Bart, während wir nach oben fahren. Sogar mit spürbarer Geschwindigkeit.

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Wir gucken uns erst mal den linken Flur an. Dort finden wir auch die Wohnung von Michal Chang. Ich geh
mal Astral spicken. Ich finde einen Mann vor nem Trideo, leicht vercybert, Kampfcyberware, ne Pistole auf
dem Tisch vor ihm. In der Küche eine Frau, unvercybert. Berichte das Al. Ich nehme die Frau, er den Mann.
Das Schloss an der Wohnungstür ist ein wenig besser, aber nich gut genug für mich. Schwupps und auf ist
es. Dann tanze ich den Tanz des anders Aussehen, Al zieht sich ne Maske rüber und rein. Die Frau sieht uns
eher als geplant. Ein Lied des Krieges schickt sie ins Reich der Träume. Der Mann kommt mit der Waffe an.
Drek, er hat ne Uniform an. Hong Kong Police Department. Oh nö! Mr. Kun hat uns Tatsächlich zu nem
Bullen in die Wohnung geschickt. Weia!

Auch er ist im wahrsten Sinne des Wortes von unserem plötzlichen Auftreten geschockt. So! Klar! Ich
schleife die Frau ins Schlafzimmer und fessel sie mit einem Klebeband. Al kümmert sich um den Polizisten.
Da er noch etwas indisponiert ist, gucken wir so lange halt Trideo. Läuft gerade ein Urban Brawl der Hong
Kong Leage. Haben genug Bevölkerung für mehrere Mannschaften. Im dritten Viertel wird der Polizist
wieder zu sich. Vorher habe ich versucht, mit Al ne Strategie auszumachen. Aber wir sind beide zu lieb, um
wirklich harte Methoden anwenden zu können. Also rede ich mit ihm einfach direkt. Wir wollen nur ein paar
Fragen beantwortet haben und wir gehen, sonst. Das sonst lasse ich offen. Der Mann zeigt sich kooperativ,
nachdem wir ihm versichert haben, dass es seiner Frau gut geht. Wir sind ja keine brutalen Unmenschen wie
Cool Jerk.

Allerdings sind seine Infos nich gerade der Hammer. Ein gewisser Ork namens Marlowe aus Taiwan, wie
sein Name vermuten lässt, scheint er ein Schnüffler zu sein, befindet sich im Auftrag von Rick Zeng in Hong
Kong und schnüffelt in der Unterwelt herum. Da die Unterwelt nur aus einem großen Syndikat besteht, ist
das Ziel wohl klar, die Hun Lung. Toll! Mr. Kun ist genau so begeistert von diesen mageren Infos wie wir
zwei auch. Er meint, dass reicht ihm nich. Wir sollen die Info von diesem Marlow extrahieren. Sprich, in das
Anwesen von Rick Zeng einsteigen und die Infos herausholen. Na, wenn’s weiter nix ist. Wir evakuieren.
Zum Schluss ziehe ich noch mein Kampfmesser, drehe den Polizisten um und schneide die Bänder an, so
wird er etwa zehn Minuten brauchen, bis er sich befreit hat. Will nich riskieren, dass die beiden zu lange
gefesselt sind. Nich das die Frau sich erbricht und dann erstickt. Will das nich!

Der Wagen steht noch da, wo wir ihn haben verlassen haben. Brav! Dann mal los. Bald sind wir auf eine
Schnellstraße und kommen recht fix voran, sprich wir erreichen sagenhafte fünfzig Stundenkilometer. So
zuckeln wir dann schließlich Richtung Süden auf ne Insel. Dort ist in einem Nobelviertel dann die Villa von
Rick Zeng.

09.04.2059 Mittwoch Früher Morgen Hong Kong

Das Anwesen von diesem Puppenmacher hat nur einen einzigen Zugang, der natürlich verschlossen ist. Die
Mauer um das Anwesen ist etwa drei Meter hoch. Scheint hier die Einheitshöhe zu sein. Stacheldraht oder
ähnliches scheint nicht vorhanden zu sein. Wir fahren daran vorbei und Al parkt ein ganzes Stück weiter. Ich
sag bescheid, dass ich astral aufklären werde. Als arabische Prinzessin, ich liebe einfach dieses Outfit, steige
ich nach oben. Die Sicht hier ist relativ gut. Die Villen sind von Grünanlagen umgeben und die Emotionen
scheinen recht ungetrübt zu sein. Die einzige Ausnahme ist natürlich das Anwesen von Rick Zeng. Dort
befindet sich eine Dunstglocke schlechter Gefühle. Schwarzer Nebel. Darin sausen zwei Luftelementare hin
und her. Gar nich gut!

Ich riskiere einen Probevorstoß auf das Anwesen. Komme sogar rein und bin in einem Vorratsraum. Und
schon saust ein Elementar an mir vorbei. Hat mich zum Glück nich gesehen, aber ich weis jetzt, was ich
wissen wollte. Nix wie weg! Ich verklickere Al, wie es um die Sache steht. Die Elementare machen ein
Eindringen quasi unmöglich. Heimlich kommen wir so nie rein. Wir gehen verschiedene Möglichkeiten
durch. Aber ohne weitere Infos haben wir keine Chance. Mr. Donavan hat jemanden an der Hand, der Pläne
vom Anwesen hat. Er will 10K dafür, ich biete 8K, wird angenommen. Dann bräuchten wir noch Infos, wer
hier alles anliefert. Hm? Wohl alles über Triadenkanäle? Gar nich Sahne.

Es juckt mir echt in den Fingern, diesem Puppenmachen eines ordentlich aufs Dach zu geben. Ob wir uns
vielleicht einfach an diesen Marlowe hängen sollen? Wäre ne Chance. Aber Mr. Kun ist recht ungehalten.
Will die Infos am liebsten sofort gleich. Wir erwägen das Problem an der Wurzel zu packen. Bei Mr. Kun
wissen wir in etwa, was uns erwartet. Ein Troll, ein Ork, ein Norm, womöglich magisch aktiv, und Mr. Kun.

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Nix mit dem wir nich fertig werden würden. Ich bin echt keine blutrünstige Killerin, aber manchmal hat das
eigene Leben höhere Priorität. Und durch die ganzen Piraten habe ich mich eh schon auf das Töten von
Menschen eingestimmt. Ich bin keine Pazifistin. Ich töte nich nur in Notwehr. Ich töte, wenn ich es für
unabdingbar halte. Auch präventiv, wenn ich dazu gezwungen bin. Vier Menschleben gegen das unsere,
genau genommen reicht es, wenn Mr. Kun ins Gras beißt. Was erpresst er uns auch. Fies das!

Unsere Mordpläne fangen gerade an konkret an Gestalt zu gewinnen, als Bewegung am Tor auszumachen
ist. Es schwingt auf und ein Cabrio flitzt heraus. Eines dieser schicken kleinen japanischen. Drinnen sitzt ein
Schönling im feinsten Zwirn. Weia, dem seine Garderobe kostet mehr als unser Vehikel. Drek auch, ist auch
nich so das Problem bei dem fahrenden Schrotthaufen, was wir zurzeit unser Eigen nennen. Und das Beste
ist, über dem Cabrio flitzt ein Watcher. Ich guck mir die Sache Astral an. Der Typ ist Mundan und
unvercybert. Hm? Der ist maskiert, aber irgendwie kann ich sie nich durchdringen.

Zurück in meinem Körper nehmen wir die Verfolgung auf. Vielleicht ergibt sich ja was. Ob das der
Sicherheitsmagier ist? Ob er gerade Freizeit hat? Es ist etwa ein Uhr Früh. Na ja, hier scheint immer Tag und
High Life zu sein. Wir fahren eine halbe Ewigkeit hinter dem Kerl her. Zwischendurch müssen wir auch eine
Fähre benutzen. Wo will der nur hin? Verschwenden wir unsere Zeit oder kommen wir unserem Ziel näher.
Wir lassen mal das Kennzeichen abchecken. Wie üblich über Donavan. Ich hasse es, in einer fremden Stadt
arbeiten zu müssen, wo alles an einem einzigen Syndikat hängt. Wie weit können wir Donavan vertrauen?
Besonders da, wie Mr. Kuns uns bei seinem nächsten Anruf beiläufig erzählt, die Hun Lung Geld für Infos
über uns ausgesetzt hat. Und diesen Betrag fast stündlich erhöht. Mit dem Rückklau der Rollen des Todes
müssen wir sie ernsthaft getroffen haben. Diese Stiftung scheint mit der Hun Lung zusammen zu hängen.

Die Fähre legt an und wir nehmen die Verfolgung wieder auf. Zum Glück halten wir in einem
Vergnügungsviertel. Der Norm verschwindet in einer Nobeldisko. Hm? Ich will nich mit ner Maske
rumlaufen und meine Klamotten taugen echt nich dazu, in so nen Schuppen rein zukommen. Hier kommt es
eben auf die Verpackung an, nich nur auf die Füllung. Aber ne Boutique ist gleich um die Ecke. Wie alles
hier hat die 24 Stunden auf. Was nehm ich nur? Die haben hier ne echt hammerharte geile Auswahl an
coolen Klamotten. Da fehlt mir die Wahl schwer. Da mir die Zeit fehlt, kralle ich mir die erste Kombo, die
mir passt. Das ist ein hautenges schwarzes Top aus Latex. Dazu ein enger schwarzer Minirock und genau so
schwarze Pumps der Marke lasziv. Dann noch ein passendes Handtäschchen. Ich lasse meine alte Kleidung
einpacken und tripple mit dem neuen Outfit raus. Al kriegt Stielaugen, als ich an ihm vorbeischlendere.
Drücke ihm mein Zeug in die Hand und stolziere in die Disko.

Die Türsteher reisen vor mir Regelrecht die Türen auf. Wie eine Queen durchschreite ich die Menge. Manch
einer spricht mich an, aber ich lasse sie eiskalt abblitzen. Ich habe nur ein Ziel und das entdecke ich an der
Bar. Der durchaus Gutaussehende Asia Norm sitzt an der Bar neben einer überaus durchgestylten jungen
Asia Norm. Mit über 1.70 ohne Pumps ist sie groß. Man sieht ihrem Körper an, dass sie öfters im
Fitnessstudio ist und auch nich gerade selten den Beautyshop besucht. Die beiden unterhalten sich, die Frau
ist noch etwas unentschieden, als sie von einem Lied der guten Idee in eine bestimmte Richtung geschubst
wird. Nich von mir, sondern von dem Kerl! Der Typ ist wirklich Magier und so langsam wird selbst mir klar,
was der Kerl hier gerade abzieht. Er schleppt Rohmaterial zur Puppenherstellung an. Fies das!

09.04.2059 Mittwochmorgen Hong Kong

Mit der wortwörtlich bezauberten Frau im Schlepptau verlässt der Magier die Disko. Ich sause Verehrer
abwimmelnd hinter den Beiden her. Nächstes Mal nehme ich sicher ein etwas unauffälligeres Outfit. Mit Al
am Steuer nehmen wir die Verfolgung auf. Was machen wir nu? Das ist echt die Frage. Wir wissen jetzt, wie
die noch an Rohmaterial herankommen. Ob wir vielleicht den Magier schnappen und verhören sollen?
Triadenmitglieder haben ja diesen dämlichen Antiverhörzauber auf sich liegen. Vielleicht ist er auch kein
Triadenmitglied. Kann ihn ja nich richtig askennen. Mano!

Ich hätte auf alle Fälle Mega Übel Lust diesen Jerk aus dem Verkehr zu ziehen. Inzwischen sind wir wieder
auf der Fähre. Der Kopf der Frau verschwindet aus dem Sichtfeld. Drek, die bläst ihm einen. Hier, wo alle
zugucken können! Ui! Während sie emsig mit ihrem Blowjob beschäftigt ist, überlegen wir, was wir tun
sollen. Dieses Arschloch will ich haben. Es gehört sich nich, Magie dazu einzusetzen, jemand zum Sex zu

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zwingen. Ist fies so was. Verdorben! Toxisch! OK, was tun? In meinem roten Köpfchen manifestiert sich ein
gewagter Plan. Ich weihe Al ein und da er keine Alternativen hat, willigt er ein.

Die Fähre legt wieder an. Der Kopf der Frau kommt wieder hoch, lächelnd. Örks! Ob sie es geschluckt hat?
Blub! Was denke ich da nur? Muss mich auf das wesentliche Konzentrieren. Ich bitte einen Geist der Stadt,
den ich mit einem Lied des Rufens hergewunken habe, mir zu helfen. Er soll da hinten, ich zeige auf einen
Kurvenreichen abschnitt vor uns, auf den Wagen mit dem Mann und der Frau einen Unfall machen, aber sehr
vorsichtig sein, wegen dem Watcher. Der Geist verspricht mir zu helfen und der kleine Briefkasten macht
sich auf den Weg.

Leider wird er vom Watcher entdeckt. Aber als der Watcher aufgeregt seinem Meister bescheid sagt, macht
der gewitzte Briefkasten einen Schlenker gegen das Auto. Abgelenkt verreist der Fahrer und kracht mit
fünfzig Sachen gegen einen Pfeiler. Schluck! Aber wie gut, dass dieses Fahrzeug über APPS verfügt und
beide angeschnallt sind. Al hält neben dem Wagen und ich springe heraus. Volle Abwehr und mein Taser
schickt den Typ in das Reich der Träume. Die Frau ist etwas konfus. Hat ne kleine Platzwunde am Kopf, die
schlimmer aussieht, als es ist. Alles im grünen Bereich. Ich eisen den Typ los und Al hilft mir den Kerl ins
Auto zu tragen. Keiner der anderen Fahrer belästigt uns. Die hupen nur, dass wir endlich verschwinden. Tun
wir auch.

So! Jetzt haben wir den Typ. Ich sitze hinten bei ihm. Schnell durchsuche ich ihn, üblicher Kram, 2K auf
nem Checkstick. Am Ringfinger hat einen Zauberspeicher. Charisma steigern, gehört jetzt mir. Da er
ohnmächtig ist, kann ich ihn in Ruhe askennen. Seine Aura ist seltsam verdreht! Toxisch! Hab ich es doch
gewusst! Heiliger Sankt Waschbär! Und ich sehe diesen Triadenrückkopplungszauber gegen Verhöre. So ein
Drek! Lebend nutzt er uns nix. OK, er wäre ne volle Mille Wert, wenn wir ihn lebend bei Draco Foundation
abgeben. Aber he! Wie wollen wir dieses Arschloch quer über den Ozean schaffen? Wir haben nich die
notwendigen Mittel dafür. Wären die Rollen nich, könnte man was deichseln. Schätze mal, dass man 50K
Investieren müsste und etwas über ne Woche. Dann wären Al und ich um ne satte Million reicher. Aber wir
haben schon unseren Job und hier nich die Möglichkeit, was schnell in die Wege zuleiten. Mano! Warum
passiert mir das nich in Seattle? Wäre so easy ne Mille abzukassieren. Drek auch.

Aber alles Jammern hilft nich. Was machen wir jetzt mit dem Kerl? Fragen können wir ihm nix. Lebend
nützt er uns nix. Überlege kurz ihn zu bezaubern, aber ne, bin nich gut genug, dass wirklich hinzukriegen.
Seine verdrehte Aura macht mir Sorgen. Ich erwische mich, wie ich nervös an der Unterlippe kaue. Weia,
dass macht Sakura immer, wenn sie mal nich weiter weiß. Muss ich unbewusst abgeguckt haben. Weia! Ich
gehe in mich. Waschbär tritt hervor. „Er ist toxisch, du weißt was das bedeutet? Richte ihn!“ Danach spricht
mein Herz. „Er ist verdorben, stürzt junge Gutaussehende Frauen ins Unglück, stürzt sie in das Tal der
Finsternis. Du weißt wie es ist, wenn man gegen seinen Willen benutzt wird. Richte ihn!“ Dann tritt mein
Verstand hervor. „Du hast dich eh schon mit der Hun Lung angelegt. Ob sie nun auch noch den Tod des
Magiers dir anlasten, ist ohne Bedeutung für dich. Richte ihn.“ Als letztes tritt mein Gewissen hervor,
Waschbär, Herz und Verstand sehen Gewissen gerade in die Augen. „Richte ihn.“

Ich spreche mich noch kurz mit Al ab. Er versteht nich ganz, was ich mit toxisch meine, versuche es ihm so
gut wie es geht einem Mundanen zu erklären. Man muss sehen können, um es wirklich zu begreifen, diese
Windungen und Verzerrungen in einer Aura. Diese unnatürliche. Das wirkliche Böse. Er fragt, ob ich es
wirklich machen will. Ich nicke fest, meine Tränen zurückhaltend. Mit einer schnellen Handbewegung
katapultiere ich meine Poket Dragon in meine Hand. Entferne das Magazin mit der wertvollen
Explosionsmunition und lade eine 9mm Parabellum mit Stahlmantel in die Poket Dragon. Dann schraube ich
den Schalldämpfer darauf. Ich atme mehrmals durch und bete das Vater Uns herunter. Inbrünstig und im
Glauben an Gott. Bitte verzeih mir, denn ich muss das Gebot des Tötens brechen, auf das unschuldige
verschont werden von einem finsteren Schicksal.

Mit klopfenden Herzen, Schweißnassen Händen, aber doch festem und entschlossenem Griff drücke ich die
Dragon an seine Schläfe. Richte ihn! Ich nehme den Vorzug weg. Richte ihn! Atme noch mal tief durch.
Richte ihn! Dann drücke ich ab. Ist gerichtet! Es macht nur ein Plop. Die Waffe ruckt, ebenso sein Kopf.
Eine kleine Sternförmige Wunde ist zu sehen. Seine verdrehte Aura erlischt. Es ist vorbei. Mit automatischen
Bewegungen schraube ich den Schalldämpfer ab, lade wieder das Magazin und arretiere die Hold Out in dem
Springhalfter. Dann kommen die Tränen.

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Etwa fünf Minuten sitze ich schluchzend neben der Leiche des von mir getöteten Menschen. Waschbär tritt
hervor. „Gut getan. Und gut, dass es weh tut. Wenn es das eines Tages nicht mehr tun sollte, dann bist du
gefallen.“ Auch Herz, Verstand und mein Gewissen sind dieser Meinung. Schließlich versiegen die Tränen.
Ich bin froh, dass Al mir schweigend die Zeit lässt, die ich brauche, um mich wieder zu fangen. Ich wische
mir die Tränen ab und steige vorne ein. Im Schminkspiegel richte ich mein Make up wieder.

„Geht es?“ Fragt Al mit etwas brüchiger Stimme. „Ja, Danke. Ich geh mal schauen, ob die Elementare noch
da sind.“ Auch meine Stimme hört sich nich gerade eiskalt an. Aber he, hab es nich nötig, mega cool in jeder
Situation zu wirken. Aber ich habe jetzt noch einen Job zu erledigen. Also gehe ich in den Astralraum und
sehe nach. Die Dinger sind weg. Keine Spur zu sehen. Der Weg ist frei für eine leise Infiltration. Also,
worauf warten wir dann noch?

09.04.2059 Mittwochmorgen Hong Kong

Schnell bin ich umgezogen und es kann losgehen. Mit zwei Lieder des nich gesehen werdens mach ich uns
unsichtbar. Wir schleichen uns an die Mauer an. Ich schalte meinen Bewegungsmelderemulator an. Mit einer
Räuberleiter klettere ich die Mauer hoch, dann helfe ich Al nach. Langsam lassen wir uns in den Garten
hinab. An der Rückseite des Hauses, inzwischen haben wir für 8K die Pläne bekommen, suchen wir uns
einen Einstieg. Ich geh vorsichtig Astral aufklären. Im ersten Raum ist tatsächlich einer drin und arbeitet und
das um vier Uhr in der Frühe. Fleißiges Kerlchen. Also der Raum daneben. Hier ist niemand. Ich husche
durch die Tür und sehe gerade einen massiven Kerl durchlaufen. Könnte Marlow sein. Scheint wohl auch
Nachtaktiv zu sein. Hong Kong, die Stadt die niemals schläft. Ich askenne ihn und stelle fest, dass dieser
verdammte Nebel hier einfach zu dicht ist. Blöde Hintergrundstrahlung. Mag ich gar nich!

Er verschwindet hinter einem Hüter. OK, werden wir ihn wohl dann folgen müssen. Ich sage Al bescheid,
wie es da drinnen aussieht, die Pläne stimmen, soweit ich das erkennen kann. Unser Ziel ist Rick Zengs
Büro. Aber zuerst muss ich das Fenster öffnen. Ist nich einfach, den Alarm dafür zu überbrücken. Ne echte
Fummelarbeit. Wie gut, dass ich so schlanke und geschickte Finger habe. Schlanke Frauenhände eben. Dann
schneide ich ein kleines Loch hinein. Schwupps, schon ist der Griff umgelegt. Al zuerst, ich hinter her. Dann
das Fenster wieder zu und das Glas eingeklebt. Na ja, sieht man wohl doch recht schnell. Wir huschen in den
Gang und kommen dann zum abgetrennten Gang, der zu Rick Zengs Büro führt. Hüter dahinter. Gar nich
Sahne. Und das Schloss ist eine Aztech Protect Professional Mark 6/59. State of the Art und ganz neu auf
dem Markt. Ich brauch ganze drei Minuten, um es zu manipulieren. Puh!

Dann cancel ich wieder die Zauber und rein durch die Tür. Zum Glück ist in dem Gang hier keine Kamera.
Aber auf die Tür vom Büro von Rick Zeng schon. Ui! Die sieht verdammt stabil aus. Wird ne Zeitlang
dauern, die in ne Endlosschleife zu setzen. Zuerst mache ich mich wieder Unsichtbar und kriege leichte
Kopfschmerzen. Autsch! Dann schleiche ich mich hin und montiere vorsichtig das Gehäuse ab. Fünf ewige
Minuten schraube ich daran herum. Endlich habe ich zugriff. Ich lege mir ein Interface und kopple das mit
meinem Taschensekretär. Eine ewig lange Minute nehme ich das Bild auf und speise es dann in deren
Speicher und schicke die Kamera in eine Endlosschleife. Dann wieder ein Gefummel bis das Gehäuse wieder
drauf ist. Weia! Bin nich die Mega Elektronudel.

So, jetzt zur Tür. Zwei Schlösser sind dran. Warum zwei? Besonders da es sich noch um Kartenschlösser
handelt. Da muss ein Sekundärsystem dahinter stecken. Ich schalte mich mit Al kurz, auch er kann sich
keinen Reim drauf machen. Hm? Ich öffne es und fahre ne Analyse mit meinem Sekretär. Ein System würde
aktiviert werden. Aktiviert? Mein kleines Köpfchen ist leer, auch Al peilt nix. Sind wir schon zu zweit, die
keinen Plan haben. Was nur tun? Mich macht das Nervös. Was abzuschalten würde eher Sinn machen, ne
Sentry, externes Alarmsystem, aber was schaltet man von außen ein? Kenne ich nur von Klobeleuchtungen.
Drek auch. Hab ein verdammt unangenehmes Gefühl im Magen. Ein oder Aus? Al zuckt mit den Schultern.
Da es dafür ein Extra Schloss gibt, mach es lieber mal an. Dann kommt das nächste Schloss. Weia! Ein Ares
Superior Mark 8/59. Gilt als das beste Kartenschloss auf dem Markt. Brauche ne halbe Ewigkeit dafür. Dann
entriegelt endlich die Tür.

Ist natürlich noch mal ein Extra Hüter dahinter. Wieder Zauber runter und rein. Richtig heimelig hier. Eine
Wand besteht nur aus einem Aquarium. Schwimmt einiges an bunten Fischen darin herum. Blaue Leuchten

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erhellen das Aquarium und damit auch den Raum. Sonst ist hier noch eine überaus Bequem aussehende
Couchecke mit einem Tisch aus Bergkristall. Dann ein wirklich großer Schreibtisch aus echtem Tropenholz,
Handgefertigt mit Einlegearbeiten. Schätze ich mal auf über 100K. Schade das ich keinen Möbelwagen dabei
habe. In einer Ecke ist noch ein Kissenberg. Sieht aus wie unser Liebesnest daheim. Hihi!

Und dies scheint die gleiche Funktion hier zu haben, denn aus den Kissen graben sich buchstäblich zwei
Asiatinnen aus. Sie tragen beide rote chinesische Kleider. Diese engen Teile, wie mein China Blue. Aber
deren ist so eng, dass sie keine Unterwäsche darunter tragen können, denn die würde sich sonst abzeichnen.
Ihr ganzer Körper ist perfekt. Idealmaße. Für Asiatinnen sind sie groß, ihre Gesichter sind wohlgeformt.
Erinnert mich bei der einen an die Kanton Pop Sängerin Lee, die gerade die Charts anführt. Beide haben eine
Körpersprache drauf, die signalisiert, fick mich, fick mich hart, fick mich durch und dann mach es noch mal
mit mir. Alles was du willst und noch viel mehr. Diese Frauen sind die Sünde, die Verführung, das absolute
Versprechen von vollkommenem Sex. Al steht mit großen Augen und offenem Mund da. Er ist definitiv
nicht schwul.

Die Frauen turnen mich nich an, obwohl ich ja bekanntlich in diese Richtung tendiere, sie machen mir eher
Angst. Ich habe ne Gänsehaut und meine Nackenhärchen sind aufgerichtet. Diese Frauen können nich echt
sein. Sie sind zu Perfekt für die Wirklichkeit. Nur Matrixicons in virtuellen Bordellen erreichen diese
Makellosigkeit, dieses Versprechen auf den ultimativen Orgasmus. Das sind Puppen, die besten, die ich je
gesehen habe. Man hört ja viel über Bunraku, über die armen Frauen, die dort arbeiten. Manche Huren
behaupten, die Fixpersönlichkeiten währen ein Segen, da sie ihre Arbeit nur noch im Unterbewusstsein
mitbekommen und der Chip die Arbeit übernimmt. Aber ich denke mal, dass dies nich die ganze Wahrheit
ist. Und diese Frauen sind bestimmt nich freiwillig zu dem geworden was sie sind.

„Ihr seid Gäste?“ Ihr Kantonesisch ist wie aus dem Lehrbuch. Ihre Stimme ein Hauch von Sünde. Weia! Das
macht mich ganz kirre. Al hat sich inzwischen auch wieder im Griff. Ich signalisiere ihm, dass er die Puppen
ablenken soll. Eine packt ihn schon und streicht ihm über den Schritt. Die andere ist auf mich fixiert. Ich
begebe mich zum Schreibtisch mit dem Terminal. Al versucht ihre Aufmerksamkeit zu erhaschen. Ich
schaue mir das Terminal an. Dann höre ich ein Klicken und als ich wieder aufschaue, hat sie eine Norinco in
der Hand, die Mündung auf mich gerichtet. Weia!

Glub? Wo hat sie die nur her? Ihr Kleid ist zu eng, als ob was anderes als die bloße Haut darunter sein
könnte. Auch nach zweimal blinzeln hat sie die Waffe immer noch in der Hand. Meine Sinne sind in
Ordnung. Die Frau wird so langsam pampig. Zeit die Puppe schlafen zu legen. „Gute Nacht.“ Mein Lied des
Krieges erwischt sie voll. Sie sackt wie eine kaputte Marionette in sich zusammen. Noch nie war dieser
Vergleich so treffend wie heute. Al schlägt die seine kurzerhand KO. Und diese Puppe demonstriert, wie
man am Hautengen Kleid, das wo noch nich mal Unterwäsche zulässt, ne Knarre versteckt. Sie hat ein
Cyberholster. Örks auch.

Gerade will ich eine der Puppen mal näher in Augenschein nehmen, als die Tür entriegelt. Nix wie in
Deckung. Zwei Leute kommen rein. Einer davon ist Rick Zeng, der andere der Feng Shui Typ, der uns die
Infos für die ehemalige Magierschule und jetziges Stiftungsgebäude gegeben hat. Was macht der denn hier?
Es gibt einen kurzen Wortwechsel über in Anschlag gehaltenen Taser. Ich bin auf voller Abschirmung, hab
leider Al nich im Blickfeld. Der Magier legt Al mit nem Lied des Krieges schlafen. Dann greift er mich
sofort auch an. Heiliger Sankt Waschbär hilf!

Sein Zauber zerbricht an meiner Abwehr und ich versuch ihn zu tasern. Die Nadel weicht deutlich vor ihm
zur Seite ab. Drek auch. Der zweite Schuss geht auch daneben. Sein nächstes Lied des Krieges durchschlägt
meinen Schild. Mir wird mal wieder schwarz vor Augen und ich merk noch nich mal, wie ich auf den dicken
Teppichboden aufschlage. Nich schon wieder. Weia!

09.04.2059 Mittwochmittag Hong Kong

Aua! Will nich! Mag das nich! Miss Stitch ist immer so fies zu mir. Immer zu gibt es was mit dem Lineal auf
die Hand. Tut weh das! Häh? Wo bin ich? Glub? Al? Was los? Huh? Ui! So langsam kommt die Erinnerung
wieder. Ich liege auf einem Rollbett, um mich herum sind Wände mit grünen Kacheln. Al steht vor mir in

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einem Grünen Arzthelferanzug. Ein Katheter hängt neben mir. Oh, ein Narkosemittel. Irgendwie tut mir
mein Kiefer weh.

Al erzählt was, kann kaum folgen. Bin irgendwie noch voll durch den Wind. Was mit Puppe, verletzt,
Mädchen, Tod, Auge, Geist. Blick nich durch, wanke einfach mal hinter ihm her. Oh, bin voll nich da. Hier
ist ein OP, ein Toter liegt auf dem Boden. Zwei Kugeln in Herzgegend waren noch nie Gesundheitsfördernd.
Wirklich akute Bleivergiftung. Auf dem OP liegt eine junge Frau. Idealmaße. Puppe eben. Eine Augenhöhle
ist leer. Ein Cyberauge liegt daneben. Irgendwas blutet in ihrer Augenhöhle. So langsam verstehe ich Al
seine Worte. Das Mädchen hier braucht meine Hilfe. Ob ich das Auge eingesetzt bekomme? Hab so was
noch nie gemacht. Nur einmal zugeguckt. Hm, ne, trau ich mir nich zu. Kann das nich. Aber ich kann ihr
Blutgerinnsel stoppen. Ich schau mich nach nem Medkit um. Hier ist ein komplexes Terminal. Natürlich in
kantnonesisch. Vor den ganzen Fachbegriffen muss ich kapitulieren. Also, dann auf magischen Weg. Hier ist
natürlich nich die Beste Umgebung für so was. Aber kann nix anderes hier machen.

Also sammle ich das verschmutzte Mana, zwinge ihm meinen Willen auf und leite die heilenden Kräfte in
das Auge. Während ich das Lied der Heilung aus tiefstem Herzen heraus singe, kommt ein Ork um die Ecke.
Marlowe! Al schnappt ihn sich. Sie kämpfen und gehen aus meinem Blickwinkel. Al ist ein guter Kämpfer
und ich trau ihm zu, dass er auch ohne Hilfe meinerseits mit dem Ork fertig wird. Schließlich kommt Al
wieder, als mein Lied beendet ist. Die Blutung ist gestoppt, die Frau außer Gefahr. Lucky!

Al meint, wir müssten den toten Doc hier wegschaffen. Hätte er versprochen. Hm? Ich steig nich durch.
Meine aber, dass wir den Doc einfach auf das Bett legen sollten, wo ich drin lag. Ich rollere es rein und wir
legen den Doc darauf. Dann geht es über den Flur in eine Zelle hinein. Nackte Betonwände. Null
Einrichtung. Al redet mit jemand. Aber ich höre oder sehe keinen Gesprächspartner. Im Astralraum kann ich
eine schmale weiblich scheinende Gestallt vor ihm stehend ausmachen. Kann es aber nich einordnen.
Schätze mal, dass es ne Art Phantom ist. Auf alle Fälle wird es durchscheinend und löst sich auf. Al sieht
zufrieden aus. Nun gut. Muss nich alles verstehen. An den Wänden kann ich Kratzspuren ausmachen, und
Blut. Weia. Manche der Frauen müssen versucht haben, sich mit bloßen Fingern hier heraus zu graben. In
mir kommt Wut hoch. Wut, dass es solche Orte wie diesen gibt. Wut, dass Frauen für viele Leute nix weiter
als Sexobjekte sind, die jeder Zeit bereit sein müssen. Drek auch. Könnte echt hier den Rappel kriegen.

[Zum besseren Verständnis, weil Racker es nicht kapiert. Al hat in der Zelle ein Phantom, also der sterbliche
Nachhall eines Mädchens, dass in der Zelle gestorben ist, getroffen. Er konnte es zur Mithilfe überreden. Der
Preis war, die Fessel zu lösen. Mit dem hineinbringen des Doktors wurde die Fessel gelöst und das Mädchen
konnte endlich sterben.]

Marlowe liegt in der Nähe, Tod. Loch im Hinterkopf. Al war wohl in Killerlaune. Kann ich ihm nich
verdenken. Er hatte einen Chip dabei gehabt. Aber zuerst kralle ich mir meinen ganzen Besitz wieder, der
hier in ner Ecke aufgestapelt ist. Sieht so aus, als ob sie auch unser Auto gefunden und ausgeräumt haben.
Nur die technische Ausrüstung fehlt. Die finden wir in einem Nebenraum. Und jede Menge Analysegeräte,
genau das, was wir jetzt brauchen. Lucky!

Der Chip von Marlowe enthält eine Aufzeichnung einer Konferenz der Hun Lung. Chen Parker redet gerade.
Es geht um die Gründung der PPG. Zwei Firmen müssten noch überzeugt werden, Wuxing und Yamatetsu.
Die PPG würde Wohlstand für die Massen bedeuten und damit unendlicher Reichtum für die Hun Lung. Und
deswegen muss dieses Projekt mit allen Mitteln unterstützt werden. Aha? Die Aufzeichnung scheint von
einer Augenkamera heraus gemacht worden zu sein. Ah! Verstehe, die Puppen dienen auch der Spionage.
Klar, man kann sie über Datenfilter sicher das Gedächtnis löschen, aber da waren wohl ein paar Subroutinen
eingebaut, die wo der Spionagetätigkeit dienen. Gar nich mal so ne Dumme Idee. Ändert aber nich daran,
dass ich am liebsten hier allen das Licht ausblasen würde.

Wir extrahieren noch Daten aus der Headwarememory vom toten Marlowe. Dann haben wir noch seinen
Taschensekretär, der aber gut codiert ist. Komm ich nich so einfach ran. Wir finden auch noch nen
Autocodegeber. Mein Herz wäre dafür, dieses Loch auszuräuchern, dem Treiben hier ein Ende zu bereiten.
Mein Verstand ist der Meinung, dass wir lieber von hier verschwinden sollten, bevor es zu Spät wäre. OK,
schweren Herzens bereiten wir die Evakuierung vor.

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In der nur wenige Schritt entfernt liegenden Garage finden wir noch einen Mechaniker, der von Al eines mit
dem Betäubungsschlagstock übergezogen bekommt. Auf dem Codegeber hin entriegelt ein Jeep. Ui, geiles
Teil. Ich krabble unter den Wagen und klemme den Unterbrecherchip ab. So! Als nächstes gleich mal den
Transpondercode deaktiviert. Dann laden wir den Wagen voll. Ein guter Tausch. In einem Lagerraum finden
wir zwei Tiefkühltruhen. Die sind voll mit Cyberware. Ui, da ist einiges an wertvollem Zeug darunter.
Leider nur mit Strichcode und so ein Leser scheint es nich zu geben. Grummel! Also nehme ich eben das
Zeug mit, das ich halbwegs als Wertvoll erkennen kann. Kommt einiges in die Transportbox. Die Truhen
selber lassen wir offen.

In der Garage finden wir noch ein großes Schweißgerät. Daran pappt Al fachmännisch etwas C4 und ein
Zeitzünder. Wir rollern das in den OP. Mit dem Equipment wird nie wieder eine Frau in eine Puppe
verwandelt werden. Diese Bombe sollte ausreichen, den OP und die umliegenden Räume zu zerstören. Wir
wollen ja nich gleich das ganze Haus in die Luft jagen, da sich wohl noch weitere Puppen hier befinden
könnten. Al macht den Zünder scharf und wir schleppen die Frau zum Auto. Dann nix wie raus. Die
Garagentüren öffnen sich und wir düsen hinaus. Einer der Tong raucht gerade ne Ziggi und meint, er müsste
noch auf uns Ballern. Der Codegeber öffnet uns auch noch das Außentor. Dann sind wir aber schon um die
Ecke und ab durch die Mitte. Dann hören wir noch ne Explosion und sehen Rauch, das von Rick Zengs
Anwesen aufsteigt. Lucky!

09.04.2059 Mittwochmittag Hong Kong

Wir überspielen Mr. Kun die Daten, die wir bis jetzt haben. Ist nich so ganz zufrieden. Drek auch. Ich stecke
Marlowes Sekretär in den Port vom Auto, schalte ihn an und rufe Deathdancer an. Ist erst mal ein wenig
maulig, kommt dann aber in die Gänge, hier diesen Sekretär zu hacken. Von der Aufzeichnung des Meetings
ist Mr. Kun schon eher erfreut. So erfreut, dass er uns steckt, dass Donavan gerade mit der Hun Lung
konferiert. Ich hab es gewusst! Wie gut, dass ich so lange ohnmächtig gewesen bin. Ich bin voll ausgeruht
und zu allem bereit.

Al meint, wir sollten erst die Frau hinten versorgen. Nope! Durchstarten, jede Sekunde zählt. Der Frau
passiert schon nix, den Rollen schon. Will sie nich noch mal zurück erobern müssen. In Rekordzeit kommen
wir wieder zu dem Armenviertel. Wir parken bei nem Stuffer Shack, die gibt es hier nämlich auch. Mit
forschen Schritten betreten wir das Gassengewirr. Die Leute hier haben wohl nen sechsten Sinn für Gefahr.
Keiner Rempelt uns an, keiner tritt mir auf den Fuß. Nein, ganz im Gegenteil. Sie spritzen regelrecht vor uns
weg. Ich bin auch echt geladen. Verrat ist einer der Sache, die ich total nich mag. Aber es war abzusehen.
Wenn wir nich mit diesem Puppenmacher aufgehalten worden wären, hätte ich schon längst das Versteck
gewechselt. Zwar schwer ohne Kontakte, aber ich bilde mir ein, es trotzdem schaffen zu können.

Vor dem „Hotel“ sind vier offensichtlich Bewaffnete aufmarschiert. Drek auch. Wir umgehen sie und Al
schlägt vor, uns durch die Kanalisation voranzuarbeiten. Hm, der fette Quai hatte so was erwähnt. Versuchen
wir es. Wir finden einen alten Einstieg. Scheint aber nich ein gebräuchlicher Zugang zu sein. Sondern eher
seit Jahrzehnten nich mehr benutzt. Al müht sich, dass Teil aufzubekommen. Dank meines Brecheisens
stemmt er den Deckel auf. Ich geh als erste, da meine Mendozza ne Leuchte hat. In der Kanalisation ist alles,
nur kein Wasser, bis auf ein kleines Rinnsaal. Irgendwas tappt in der Dunkelheit und ich bin verdammt froh,
dass wir es nich zu Gesicht bekommen. Schließlich erreichen wir einen Einsturz. Ich passe gerade so durch,
aber Al bekommt Probleme, er muss noch mal zurück und schiebt dann seinen Rucksack durch. Ich zerre
und etwas zerbricht, dann falle ich beinahe auf meinen Hinterns, als der Rucksack auf einmal nachgibt. Bloss
nich in den Drek da rein. Al krabbelt hinter her und wir sind wieder vereint. Wir sind definitiv im Haus. Dort
ist ein Schuttberg. Al sichert, ich klettere nach oben. Ich höre Stimmen, Hun Lung, über uns, drei bis vier.
Ich sichere und Al rückt nach.

„Es wäre besser, wenn wir unsichtbar wären.“ „Na, bei der Verschmutzung hier. Nich so einfach, neh?“ Aber
Al hat recht, lieber einen schwachen Schutz als rein gar nix. Zwei Tänze später arbeiten wir uns weiter nach
oben. Schließlich landen wir in dem Stockwerk, wo der Backofen ist. Eine Triade läuft in unser Blickfeld
und wendet dann wieder. Hier lungern einige verängstigte Straßenkinder herum, die lieber wo anders wären.
Ich höre Donavan. Ich gehe schleichend vor und linse um die Ecke. Donavan und noch zwei Triaden sind
hier drin. Er macht gerade mein schönes Schloss kaputt. Hat zum Glück lange genug gehalten. Für alles gibt
es eine Zeit, lehrt uns das heilige Buch. Nun ist die Zeit gekommen, um zu töten.

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Als der Anführer der Gruppe herauskommt, beginnt der Tanz des Todes. Leider durchschaut der Kerl meine
Zauber, jedenfalls den bei Al. Der ist mir auch echt Scheiße gelungen. Kann nich immer super gut Zaubern,
besonders nich hier. Kein guter Ort dafür, verschmutztes Mana zu formen ist halt schwer. Al kriegt mehrere
Treffer ab, die aber seine Panzerung aufhält. Ich wirke ein Lied des Rauches in den hinteren Teil des
Gebäudes, wo sich zwei Triaden befinden müssen, um wenigstens etwas Deckung zu haben. Dann ziehen
wir uns ein Stück weit zurück und Al legt ne Schockgranate nach. Den Kids wird es danach nich so gut
gehen. Tut mir Leid. Aber es geht hier nun mal um alles oder nichts. Und jetzt zu diesem Zeitpunkt hat die
Unversehrtheit dieser Kinder eine recht niedrige Priorität, auch wenn mein Gewissen weint. Gomen Nasai!

Ein Teil der Decke und des Bodens verabschieden sich in die Tiefe. Bin nich sicher, was da alles mitgeht.
Hoffe mal, keines der Kids. Die scheinen einen Magier dabei zu haben, den auf einmal züngelt einen
Flammenlohe, die eine der Wände trifft und dort rauchende Trümmer hinterlässt. Ich glaube, weitere
Granaten wären gar nich gut für das Gebäude. Auch keine Elementaren Zauber mehr. Al rückt vor, sich den
Anführer mit den Rollen zu schnappen. Er blockiert mir leider den Zugang. So passiere ich ihn und versuche
durch den zweiten Durchgang einen Zangenangriff zu starten, hier hat sich der Boden teilweise in die Tiefe
verabschiedet, so dass nur ein kleiner Sims übrig geblieben ist. Ein paar Kinder husten in der Ecke, die noch
da ist. Leider steht mir der Magier im Weg. Weiter hinten steht noch ein Schläger der Triaden auf einem
Vorsprung. Der beballert mich! Heh!

Kugeln fliegen mir um die Ohren und sprengen Brocken von bröckligem Beton aus der maroden Wand.
Derweil haue ich dem Magier mein Katana um die Ohren. Einige der Kugeln seines Kameraden treffen sogar
ihn. Allerdings scheint es ihm nich viel auszumachen. Mein Katana hinterlässt dafür einen blutigen Schnitt
an seiner Schulter. Ich schlage ihm weitere Wunde am Oberschenkel, dann stürmt er mir einfach entgegen.
Ups! Seiner Masse kann ich kaum was entgegensetzen und er schubst mich runter, in die schier Bodenlose
Tiefe. Ich falle! Heiliger Sankt Waschbär hilf!

09.04.2059 Mittwochmittag Hong Kong

Ich rausche in die Tiefe. Da! Ein Stahlträger, der aus der Wand ragt. Mit der rechten Hand greife ich nach
dem Stahlträger, während die Linke weiter das Katana hält. Der Fokus war verdammt teuer gewesen. Der
Ruck ist mörderisch, der durch meinen Arm geht. Ich versuche mit einem Umschwung viel von der Wucht
zu kompensieren. Es gelingt mir soweit, dass ich mir nich das Schultergelenk ausrenke, aber es zieht doch
ganz schön. Autsch! Wenigstens kann ich jetzt den Boden erkennen. Und der Triade am Sims nimmt mich
ein weiteres mal unter Feuer. Keine Chance, hier den Kugeln auszuweichen. Ich lasse los. Die Kugeln
durchpfeifen die Luft, wo ich noch gerade gehangen habe. Rasend schnell kommt der Boden näher. Ich
lande, rolle ab und knalle unsanft auf. Autsch! Das hat schon wieder wehgetan! Oh! Neben mir liegt die
Leiche von einer Triade, die nich so viel Glück hatte. Muss wohl mit dem Boden in die Tiefe gerauscht sein.

Oben hat sich ein anhaltendes Feuergefecht entwickelt, bei der schließlich der Triade auf den Sims den
kürzeren zieht. Er schlägt neben mir auf. Ich reibe mir die geprellte Stelle und rapple mich auf. Ein Tanz des
Leicht seins katapultiert mich nach oben. Gerade noch rechtzeitig treffe ich oben an, um den Anführer eine
reinzutasern. Der Kerl steckt das aber weg wie nix. Weia! Al ballert den Rest von seinem Magazin in den
Burschen und der kippt um. Sofort hin und die Rollen sind wieder meine. Lucky!

Und ich habe noch einen schönen praktischen Behälter dazubekommen. Banzai! Donavan kommt mit
erhobenen Händen hinter der Ofen hervor. „Hoi Omaes! Alles Sahne, neh? Heh, dass müsst ihr verstehen,
hier kommt man ohne die Hun Lung nicht aus. Also nicht persönlich nehmen. So ka?“ Was für ne linke
Tour. Ich krieg so ein Jonny Zucken im Auge. Jonny war dieser Gewaltbereite Sam, der mit mir in der
Yakuza Sache unterwegs war.

„Verrat ist immer persönlich. Dumpfbacke!“ Bevor ich ihn ins Jenseits pusten kann, bin nämlich echt stinkig
auf diesen Verräter, rappelt sich der Triadenanführer noch mal auf. Seine MP ruckt und spickt Donavan und
den Bereich um ihn mit Blei. Das Resultat ist ein Donavan, der tot durch die Wand bricht und unten auf die
Gasse knallt. Na soll mir Recht sein. Ein Toter reicht für heute. Al verabreicht dem zähen Triadenbrocken
noch mal Nachschlag aus seiner Ares. Was für ein Gemetzel. Und die Triadenverstärkung rollt schon an. Ich

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höre ein ziemliches Getrampel. Oh oh! Wir haben, was wir wollen. Also nix wie weg. Ich schnapp mir noch
den Diemaco Karabiner des Triadenchefs und klammere mich an Al. Huckepack!

So schweben wir aus der neuen Öffnung hinaus und dann ab nach oben. Drek! Ich kann mich Null
orientieren. Hab voll den Drehwurm. Aber Al behält den Überblick und lotst mich dann nach ein paar
Missverständnissen über die Dächer. Links von ihm oder mir aus gesehen, zu dem Stuffer. Al hat einiges
abgekriegt. Sie nich gut aus. Wir landen an unserem Wagen und steigen erst mal ein. Die Frau auf der
Rückbank ist noch immer bewusstlos. Ich bin groogy, gönne mir 1 Minute der Entspannung. Dann lege ich
mir die Hand auf meine schmerzende Seite und singe ein Lied der Heilung. Die Wunde verschwindet und
frisches Gewebe bildet sich.

Kritisch schaue ich Als Wunde an. Da er ziemlich vercybert und obendrein noch Bioware hat, ist es mit
Heilen ziemlich Essig. Krieg ich nich gebacken. Wir hatten noch irgendwo ein Medkit herumfahren gehabt,
hm, finden es nich mehr. Mein Blick fällt auf den Stuffer Shack. Ich geh rein, der sieht hier genau so aus wie
in Seattle, nur die Aufschriften sind anders und das Angebot etwas an die Asiatische Küche angepasst. Aber
genau im gleichen Regal liegen die Medkits. Allerdings fehlt der obligatorische Werbespruch mit dem Troll.
Ich schnapp mir eines, dass in der Mitte des Stapels liegt und greife mir unterwegs noch ein Sixpack 2 Liter
Mineralwasserpets. Der Verkäufer guckt mich ganz schön komisch an. Seh etwas ramponiert aus und rieche
sicherlich nich besonders gut. Aber das ist mir gerade jetzt so was von Dreks egal, ob ich nun Tipp Topp
aussehe oder nich. Ich bezahle und verschwinde. Im Auto schließe ich das Gerät an Al an. Zuerst was gegen
die Schmerzen. Mit ner Sonde ziehe ich dann einige Kugeln heraus. Kann so was. Dann Heilplasma und Al
ist wieder fast neu. Lucky!

Und jetzt ab durch die Mitte. Deathdancer hat inzwischen die Daten extrahiert und Mr. Kun ist sehr
zufrieden. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns eines Tages kurz wieder sehen werden. Über ne
Zieloptik. Sicherlich nich in den nächsten Tagen oder Wochen, aber der Tag der Abrechnung würde
kommen. Erpressung ist eine der Dinge, die ich genau so wenig wie Verrat mag.

Wir suchen ne Klinik für die Frau, fahren dort zur Notaufnahme und drücken dem dortigen Personal die Frau
in die Hand. Dazu ein Beutel mit dem Cyberauge und dem 2K Nuyen Checkstick von Marlowe. Ich merke
mir die Adresse von dem Hospital und wir fahren weiter. Bei der Gelegenheit besuche ich den virutellen
Shintoschrein und hinterlasse die tägliche Nachricht. Aber da! Die codierte SAN Adresse. Suche die dort auf
und bekomme einen Termin übermittelt. 17.00 Uhr Ortszeit. Hotel Peaceful Rest. Das ist ja bald.

09.04.2059 Mittwochmittag Hong Kong

Wir haben etwa Zweistunden Zeit, um dort hinzufahren. Da wir nich unbedingt dort warten wollen, steuern
wir einen kleinen Naturpark auf dem Weg dort hin an. Ich nutze dort den Damenwaschraum einer
öffentlichen Toilette, um wenigstens den übelsten Drek loszuwerden. Weia, seh echt ramponiert aus. Mag
das gar nich. Hab leider nich mein richtiges Schminkzeug dabei, kann aber einiges improvisiert wieder
hinbiegen. Ui ui ui! Brauch Urlaub. Drei Wochen Südsee mit Sakura. Ja, hab sie doch so lieb. Ach!

Wir gönnen uns ne volle Stunde Pause. Hier gibt es nen Nudelstand, wo wir etwas Essen fassen. Ist schon
wieder mal Vakuum da drin. Langsam wird es Zeit. Gemächlich machen wir uns auf den Weg. Trotzdem
kommen wir noch etwas zu früh an. Das Hotel Peaceful Rest ist abgesperrt. So ein Anzugträger will uns nich
rein lassen. Geschlossene Gesellschaft. Wir gehören aber dazu. Schicksalsschwer schwenke ich den
Rollenbehälter. Er legt kurz den Kopf schräg und lässt uns dann passieren. Wir würden erwartet werden. Da
hier viel Platz ist, parken wir fast vor der Tür. Schönes Hotel. Ist um einiges besser als das Holiday Harbour
Inn.

Ich stoße ein Juchzen aus, als ich Radek erblicke. Er lebt noch! Lucky! Auch er sieht erfreut aus, als er uns
mit den Rollen hinein marschiert sieht. Erfurchtsvoll nimmt er sie entgegen. Mir fällt es richtig schwer, sie
wieder herzugeben. So viele Menschen haben ihr Leben wegen diesem alten Stück Papier lassen müssen.
Gute wie Böse. Ich hoffe mal, der Preis war es Wert. Radek nimmt sie vorsichtig aus dem Transportbehälter
und legt sie in eine Schatulle aus schwarzem lackiertem Holz. Oh, japanische Lackarbeit. Genial einfach,
aber wirklich schon gearbeitet. Ein wahres Meisterwerk. Frühes 20 Jahrhundert. 10K auf dem Markt. Hm. Er
drückt mir das in die Hand und meint, ich hätte die große Ehre, es dem Mr. Johnson, also dem vom

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allerersten Run, in die Hand zu drücken. Oh! Wie seh ich denn aus. Al versichert mir, dass ich Sahne
aussehe. Na, ich weis nich. Mein Make Up, meine Frisur, ich müffle. Will da nich rein. Jedenfalls nich so.

Aber Radek schiebt mich mehr oder weniger hinein. Es ist ein bequemer Meetingraum. Zwei und Zwei
sitzen sich gerade gegenüber. Alle vier sind Asia Norms. Zwei Japaner, Zwei Chinesen. Yamatetsu und Tan
Tien. Ich straffe mich und versuche wenigstens selbstsicher aufzutreten. Mit angemessenen Schritten komme
ich auf meinen Mr. Johnson zu. Bevor ich ihn erreiche, gibt es draußen Tumult. Drek! Volle Abschirmung.
Die Tür wird aufgestoßen und drei Personen betreten den Raum. Alles Norms, zwei Anglo und eine
Chinesin. Die Chinesin sieht verdammt jung für ne Exec aus. Etwa mein Alter, provokant geschnittener
Geschäftsanzug. Mutig. Und dann erkenne ich sie. Butterblume. Oh oh! Von ihr hab ich nen Comic aus
Dunkelzahns Nachlass und einen Charaktersketch geklaut. Upsi! Könnte jetzt peinlich werden.

Die Anima, ich hoffe mal, dass sie wirklich eine ist, wird respektvoll begrüßt. Schon beinahe gierig grabscht
sie nach den Schriftrollen. Mich würdigt sie keines zweiten Blickes. Eingebildete Kuh! Aber vielleicht gar
nich mal so verkehrt, dass ich mich so verdrücken kann. Und weg.

Radek wartet draußen. Er meint mal wieder, es wäre gute Arbeit gewesen und er hätte da noch ne klitze
kleine Nichtigkeit zu erledigen, die gut bezahlt werden würde. Hier in Hong Kong? Zum Glück nich! Hier
würde ich noch nich ein zweites mal arbeiten möchten. Drek auch. Diese Hun Lung Spinner haben uns ganz
schön zugesetzt. Ich bräuchte zwar etwas Urlaub, aber ich bin ja noch Jung und Robust. Also ja. Wenn er mir
mein Zeug aus dem Holliday Harbour Inn holen würde. Verspricht er zu managen. Wir können so lange hier
wohnen. Soll mir recht sein. Ich hole mein Zeug aus dem Wagen und lasse mich von einem Pagen auf mein
Zimmer führen.

Das hier ist wenigstens ein schönes großes sauberes Zimmer. Und das Badezimmer hat eine richtige große
Badewanne. Ich kann es gar nich glauben. Und es kommt sogar sauberes Wasser heraus. Aus mir bricht
hysterisches Gelächter. Lauter und Lauter, bis ich meine, mein Trommelfell platzt. Dann sinke ich am
Beckenrand zusammen. Starre auf den Wasserstrahl und spüre meine Tränen. Der Auftrag ist erfüllt.
Wirklich erfüllt. Heiliger Sankt Waschbär! Ich habe es geschafft. Allen Gefahren zum trotz. Meine Tränen
versiegen und wische sie mir weg.

Dann reiße ich mir die schmutzigen Kleider vom Leib und probiere verschiedene Badeindigrenzien aus. Als
das Wasser schön rosa Schaumig ist, habe ich die perfekte Mischung gefunden. Da ich mich im Bad
entspannen will, hüpfe ich zuerst unter die Dusche uns spüle den Oberflächlichen Drek runter. Dann rein ins
warme Vergnügen. Oh, tut das gut. Ich schließe die Augen und entspanne mich. Herrlich. Könnte ewig so
liegen bleiben.

Gespielt am 10.07.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker, Al
Karma: 7 [Mega Fair]
Eingenommenes Geld: 100K
Andenken für die Hall of Fame: 1 Ring Zauberspeicher Charisma Steigern 3

File 11
Beherrsche den Osten!
Part I
Wladiwostok Stadt der Anarchisten

09.04.2059 Mittwochabend Hong Kong

Oh! Wie gerne wäre ich jetzt in Sakuras Armen. Hm. Nachdem das Wasser langsam kälter wird, steige ich
aus der Wanne. Das hat jetzt gut getan. Ich trockne mich ab, Föne meine Haare und frisiere sie so gut ich
kann. Dann noch eine Salbe auf meine Wunden und steige dann in einen Kuschliegen Frotte Mantel. Ich
suche meine getragene Kleidung zusammen und gebe die unten an der Rezeption zum Reinigen ab. Stinkt
vielleicht mal. Dann suche ich Al.

137
Klopf, Klopf! Er hat sich auch frisch gemacht und ich pflanze mich auf sein Sofa. Streife die Badeschlappen
ab und ziehe die Beine an meinen Körper. Muss mit ihm reden. Er bietet mir was zum trinken an, nehme ne
Cherry Coke aus der Minibar. Denke jedenfalls mal, dass es eine Cherry Coke ist. Hat einen etwas anderen
Namen und Geschmack, mag das aber trotzdem. Dann verklickere ich ihm, dass ich das Geld von der
Cyberware nich haben will. Finde, dass dies verschiedenen Organisationen, die Menschen hier helfen und
die Frau aus dem Puppenhaus bekommen soll. Finde das nur fair. Will mich daran bereichern. Waschbär,
Herz und Verstand sind da einer Meinung. Al findet, dass es meine Entscheidung ist, da ich das ganze Zeug
extrahiert habe. Happy!

Also gucke ich, wo ich Radek finde. Finde ihn in der Lobby. Guckt traurig in ein Whiskeyglas. Ich stupf ihn
an und setze mich neben ihm. Dann erkläre ich was Sache ist. Nach etwas hin und her übernimmt er die
Sache. Kennt hier die notwendigen Leute. Dann meine ich noch, der Wagen draußen wäre heiß. Für den
hätte ich dann noch gern eine schwere MP für Al. Eine, die besser für den Häuserkampf geeignet ist. Besorgt
er auch. Dann meint Radek noch, wir würden noch Verstärkung bekommen. „Einen Decker?“ Nö? Einen
weiteren Frontliner. OK, aber ich fordere vehement, dass für spätere Missionen uns Deathdancer als fest
bezahltes Teammitglied zur Verfügung steht. Ob was mit dem Elf wäre. Ja, er ist sehr teuer! Und wir
brauchen Rückendeckung aus der Matrix, die nich unseren Lohn aufzerrt! Versteht Radek. Lucky!

So, das wäre erledigt, ich gebe Radek noch den Codegeber für den Wagen. So dann drücke ich ihm noch ein
Küsschen auf die Wange und schlappe wieder nach oben. Irgendwie bin ich Fix und Foxi! Und hier ist
endlich mal wieder ein richtiges flauschiges Bett, wo man keine Platzangst bekommt. Ich werfe die
Badeschlappen und Morgenmantel ab und hüpfe in das Bett. Oh, herrlich. Kann mich nach allen Seiten
strecken und hab doch Bett unter meinen Gliedern. Verdunkeln! Oh, ich liebe Vollautomatisierte Zimmer,
wo alles über Sprachsteuerung geht. Dank Klimaanlage ist hier sehr kühl. Lässt mich in meiner Nacktheit
schon beinahe wieder frösteln. Darum krabble ich dann schließlich unter das Seidenlaken. Oh, welch
herrlicher Luxus! Und jetzt noch Sakura da. Das wäre der absolute Hochgenuss. Komm da auf ganz
besondere Gedanken. Och!

Ich gebe ihr ne Nachricht, dass es mir gut geht, aber ich noch eine ganze lange Weile wohl unterwegs sein
werde. Wo Radek uns wohl weiter schicken wird? Die Zukunft wird es weisen. Mit den Gedanken schlafe
ich ein. Es war ein langer Tag, eine lange Woche, eine lange Reise. Es ist so viel passiert und doch so wenig.
Leben wurden beendet, Tatsache geschaffen. Gute Nacht!

10.04.2059 Donnerstagmorgen Hong Kong

Glmbl? Irgendwas weckt mich. Häh? Telefon? „Moshi Moshi?“ „Häh?“ „Wie?“ „Glub?“ Versteh kein Wort.
Muss sich verwählt haben. Gerade mal fünf Uhr Morgens. Oh, hab wohl etwa zehn Stunden geschlafen, aber
mein Körper macht gleich wieder das Licht aus. Weiter schlafen.

Glmbl? Irgendwas weckt mich. Häh? Telefon? „Moshi Moshi?“ „Häh?“ „Wie?“ „Soll runter kommen.
Warum“ „Konferenz? Warum sagt mir das niemand?“ „Schon mal angerufen?“ „Aha, in fünf Minuten?
Okidokili!“ Ui ui ui! Fünf Uhr dreißig. Bin Müde. Schüttele den Kopf und Reibe die Augen. Oh je. Dann
strecke ich mich. Dann springe ich auf und gehe ins Bad. Mache mich frisch und lege ein dezentes Make Up
auf. Dann gucke ich vor die Tür. Da! Mein Koffer aus dem anderen Hotel. Habe endlich wieder was zum
Anziehen. Ziehe einen frischen String Tanga an und schlüpfe in mein China Blue, endlich kann ich mein
schickes Kleid mal anziehen. Dann noch in flache Schuhe und ich renne herunter. Aus den Fünf Minuten
sind leider Fünfundzwanzig geworden. Na ja, bin Girlie. Darf das!

„Ohaio!“ Schmettere ich den Leuten entgegen. Außer Radek und Al sind zwei weitere Personen anwesend.
Einer lehnt an der Wand, ist der Anglo Norm, der Butterblume gestern begleitet hat. Wahrscheinlich ihr
Sicherheitsberater, wie man das in der Branche so gerne nennt. Meist berät er, wie man die Sicherheit
anderer Leute untergräbt. Was will der hier? Gehört doch immer noch zu Yamatetsu.

Der andere sitzt am Tisch. Komisskopp! Ex Soldaten erkennt man manchmal auf fünfzig Meter Entfernung.
Er scheint etwas größer zu sein als ich, aber sehr viel breiter und schwerer. Schätze ihn auf zwei Zentner,
aber kein Gramm Fett, sondern alles Muskeln. Er hat nen Kurzhaarschnitt, keine offensichtliche Cyberware.

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Aber ich fühle auch so, dass er bis unter die Haarwurzel vercybert sein muss, brauch ich noch nich mal groß
nachzugucken. Aber Ex-Soldat bedeutet auch, dass er Teamfähig ist. Find so was immer gut.

Er stellt sich als Demo vor, Abkürzung von Demolition und nich von Demonstrant. Radek macht uns
bekannt und nennt mich Racker. Bäh! Mandy! Mandy! Mandy! Will weg von diesem Namen. Werde bald
19! Da finde ich diesen Namen nich mehr als so passend. Nach dem das geklärt ist, halte ich Ausschau nach
Frühstück oder wenigstens einer Kaffeekanne. Örks! Nix da! Nur etwas Orangensaft. Gar nich Sahne!

Wie auch immer. Wir zwei Alteingesessenen kriegen erst mal unsere Belohnung. Auf dem Display steht
120K! 20 K mehr als abgemacht. Bonus! Da sag ich nich Nein! Und für die Karre gibt es noch für jeden 4K.
Happy! Die Sache hat sich doch noch gelohnt. Die Cyberware brachte 120K, die auf verschiedene
Organisationen verteilt wurde. Für die Frau wurden 20K zurückgelegt, die sie dann noch bekommen würde.
Gut!

Dann kommt Radek zu unserem neuen Auftrag. Wir sollen in Wladiwostok die neue Yamatetsu Schatten
Kommandozentrale finden. Die erste von ihnen war in dem Yamatetsu Broadcasting Gebäude gewesen. Die
zweite in Tranqule Grove. Jetzt ist sie irgendwo in dem Russischen Mega Sprawl. Toll. Dort sollen wir dann
auch gleich noch Walther Mandrake und Kyle Frakes extrahieren. Ui. Entführung. Mandrake sagt mir was,
der hat ne Expertise geschrieben, warum der Umzug nach Wladiwostok Bullshit ist. Kein Wunder, dass die
den haben wollen. Deren Chef, ein gewisser Iwano Sarow hängt da wahrscheinlich auch noch rum. Ist ja nur
der CEO von Yamatetsu. Ui ui ui!

Für das ganze sollen wir 150K bekommen. Und 50K Spesen. Hm. Hört sich gut an. Aber ich will die 150K
in Stimmberechtigten Aktien haben. Radek erklärt sich nach kurzem Zögern einverstanden. Wenn so ein
oller freier Geist wie Butterblume einen Konzern kontrollieren kann, dann kann ich das auch. Klar, 150K
sind nich die Welt, aber ich hab ja schon 300K in Aktien. Und wenn ich immer fleißig weiter anlege, dann
werde ich irgendwann mal ein Paket zusammen haben, dass mir doch einen kleinen Einfluss geben wird.
Geld regiert die Welt. Konzerne regieren die Welt. Volle Checkung!

Wir nehmen den Auftrag an. Kriegen aber keinen Vorschuss. Hmpf! Zwischendurch spreche ich Radek mal
auf den Yamatetsu Knilch an der Wand an, aber er meint, das währe so Sahne. Weia! Verbündete von Heute
sind die Feinde von Morgen und innerhalb von zwei Wochen kann viel passieren. Mag das gar nich! Aber na
ja. Der Paladin von Butterblume will anschließend Radek noch unter vier Augen sprechen. Gefällt mir auch
nich so arg. Was haben die zu bereden? Geht es um uns? Werden wir schon jetzt verkauft? Würde ja gerne
spicken, aber ich denk mal, die werden sich entsprechend abschirmen, also gehe ich mal um zu packen.
Meine Sachen sind inzwischen gereinigt und ich zieh mir Reisekleidung an.

Wir fahren zum Flughafen. Ich fahre mit Radek in einen Sedan, die beiden Norm Frontliner fahren in dem
anderen. Radek sieht immer noch seltsam bedrückt aus. Gefällt mir gar nich, ihn in diesem Zustand zu sehen.
Der Mann hat offensichtlich ein Problem, irgendwas belastet ihn. Ist nur die Frage, Privat oder Beruflich?
Oder überschneidet sich da was? Auch Radek ist nur ein Mensch, mit Gefühlen, mit Schwächen, mit
Punkten, die ihn angreifbar machen. Es ist nur die Frage, ob das den anderen und mir eventuell Schaden
könnte.

10.04.2059 Donnerstagmittag Wladiwostok

Wir fliegen von einem kleinen Flughafen los. Ist ne kleine Privatmaschine. Luxussaustattung. Könnte mich
daran gewöhnen. Und Frühstück gibt es endlich auch. Allerdings nur Sandwichs. Egal! Hab Hunger! Und
schmeckt gut! Oh, da fühle ich mich doch gleich besser. Hier gibt es ein kleines Terminal, mit dem man in
der Matrix surfen kann. Zuerst mal gehe ich zu einem der Spielzeugläden in HK. Suche einen, der
International verschickt. Finde einen, dann stelle ich für jedes meiner kleinen Patenkinder ein Geschenkpaket
zusammen. Großer Knuddelpandabär, ultra niedliches chinesisches Kleidchen, noch ein paar süße
Anziehsachen und ein Puzzle. Kostet mich stolze 300 Nuyen pro Girlie. Aber das gebe ich doch gerne für
meine kleinen Lieblinge aus. Man gönnt sich ja sonst nix und ich tu damit ja auch was gutes.

Dann gucke ich mal, was ich über Wladiwostok so finde. 1860 gegründet als Militärstützpunkt. Endstation
der Sibirischen Eisenbahn. Stützpunkt der russischen Pazifikflotte. Wladiwostok bedeutet so viel wie

139
„Beherrsche den Osten“. Der Metaanteil der Stadtbevölkerung liegt bei über 60 Prozent. Fast 30 Prozent sind
Orks. Hatte die Stadt zur Jahrtausendwende gerade mal Achthunderttausend Einwohner, so sind es jetzt
Schätzungsweise über Zwanzig Millionen. Flüchtlingswellen aus China und Nordkorea haben die Stadt
explodieren lassen. Dazu noch die vielen Metaflüchtlinge. Wohnraum ist knapp. Die Wirtschaft ist nich
gerade am boomen, aber der Umzug von Yamatetsu bringt neue Impulse in die Stadt. Und viele erwarten im
Zug des Umzugs einen Boom. Könnte durchaus passieren.

Auch Radek erzählt uns noch ein paar Sachen über Wladiwostok und Russland. Es gibt zwei wichtige
Geheimdienste in der Stadt. Zum einen die UGB, vergleichbar mit der NSA, einen Inlandsgeheimdienst. Ihr
untersteht auch der Grenzschutz. Zum anderen die NVD, vergleichbar mit dem FBI, ihr untersteht die Innere
Armee. Aber nich genug damit. In der Stadt ist auch die Vory I Zakone sehr aktiv. Es gibt drei große
Fraktionen, die jeweils von einem so genannten Zar angeführt werden. Zar also gleich einem Don
vergleichbar. Die größte Fraktion gehört Sergei Bjermaldin. Die zweite Korodov. Die dritte sind die
Yunggart, bestehend aus Usuris, dass sind hier die Ureinwohner und die sind dick im Schmuggel mit
Telesma aus Yakutien. Die Vory ist so ähnlich wie die Mafia aufgebaut. Die Titel heißen etwas anders, aber
die Struktur ist die Gleiche, nur haben die keinen Oberchef wie den Don. Und auch keine übergeordnete
Comissione.

Na, das wird ja heiter werden. Wir haben nur einen einzigen Ansatzpunkt. Ein gewisser Orek Larson wollte
Radek ein paar Infos verkaufen, die mit Yamatetsu zusammen hängen. Leider hat dieser Larson sich nich
mehr gemeldet. Haben wenigstens seine Matrixadresse. Lassen die doch gleich mal von Deathdancer
abchecken.

Schließlich landen wir auf einem Flughafen im Norden der Stadt. Die Einreiseprozeduren sind die Hölle.
Heiliger Sankt Waschbär! Krieg voll die dicke Birne von. Weia! Nach zwei Stunden ist mir ganz schwindlig,
aber wir stehen draußen. Und unsere Ausrüstung haben wir auch durch den Zoll bekommen. Radek
verabschiedet sich und fährt in ein Hotel. Wir nehmen ein Taxi und fahren zu nem Autohändler.

Haben ne verdammt große Auswahl. Wir entscheiden uns für einen Van, Geländegängig und doch
Spurtstark. Der Verkäufe ist ein Ork in einem rot schwarzen Geschäftsanzug von seltsamen Uniformartigen
Schnitt. Ich handle ihn von 15K auf 12,5K herunter. Ich melde den Wagen auf meine SIN an, die ist eh
schon korrumpiert und ein Auslaufmodell. Ob sie nun jetzt endgültig auffliegt, ist nich mehr von belang.

Als nächstes nehmen wir uns drei Zimmer in einem Motel. Recht Teuer hier, aber dafür sauber, geräumig
und sicher. Im nächsten Nukit Burger nehmen wir unser Mittagessen zu uns. Deren Cheeseburger schmecken
etwas anders als wie in Seattle. Seltsam, aber doch gut! Deathdancer hat inzwischen die Adresse
herausgefunden. Also nix wie hin. Das erste was mir zu Wladiwostok auffällt, ist grau. Hier ist alles Grau,
Häuser, Autos, Menschen, Straßen und der Himmel. Grau in Grau. Wenn etwas Bunt ist, dann ist es
verwaschen, ausgeblichen, angegraut. Hier würde ich nich leben wollen. Im Gegensatz zu Hongkong hatte
der Sprawl genug Platz sich auszudehnen. Wohnsilo reiht sich an Wohnsilo. Auch wir halten vor ein
Wohnsilo. Sieht so grau und Öde wie alles hier aus.

Ich gehe Astral aufklären, kenne Stockwerk und Apartmentnummer. Die Wohnung sieht ramponiert aus, die
Tür eingetreten. Ein Ork schnüffelt darin herum, macht Bilder. Spurensicherung? Ne, die sind nie allein. Der
Typ ist vercybert. Ein Detektiv? Ein Reporter? Ein Gangster? Ein Geheimdienstler? Kann ihn ja schlecht
fragen. Ich sause nach unten und erstatte Bericht. Schlage vor, wir warten, bis der Kerl rauskommt, zwei
folgen ihm, einer bleibt zurück und geht Wohnung angucken. Da ich viele Möglichkeiten habe, werde ich
zurückbleiben. Ich verwandle mich in eine osteuropäische Elfe, also sehr helle Haut und rabenschwarze
Haare in einer Frisur, die ich hier mehrmals sehe. So steige ich aus und gehe bestimmt in das Haus hinein.
Ein Türschloss gibt es hier nicht mehr. Ich drücke mich in eine Ecke im Gang und warte.

Schon bald sehe ich den Ork herunterkommen. Ich gebe eine Beschreibung durch und übergebe den Jungs
den Ork. So, nun gehe ich nach oben. Vierzehn Stockwerke. Immer wieder kommen kreischende Kinder mir
entgegen, die Sturzkampfbomber zu spielen scheinen. Auch im Flur mit der aufgetretenen Tür spielen drei
Kinder fangen. Ich komme an einen rauchenden Typen vorbei, der mir einen Blick hinter her wirft. In einem
ruhigen Moment schlüpfe ich in die Wohnung von Orek. Jemand war hier verdammt gründlich. Fast die
Gesamte Einrichtung ist Kleinholz. Die Trümmer eines Terminals, wahrscheinlich sogar ein Deck, liegen auf

140
dem Boden verstreut. Da ist nix mehr zu retten. Sogar die Poster sind von der Wand gerissen und zu
Papierschnitzel verarbeitet worden. Puh!

10.04.2059 Donnerstagmittag Wladiwostok

Systematisch beginne ich die Wohnung zu durchsuchen. Im kleinen Bad fange ich an, klopfe die Kacheln ab,
suche Hohlräume unter der Wanne, schau im Abfluss nach, sogar in der Toilette. Fehlanzeige. So suche ich
gewissenhaft die ganze Wohnung ab. Im Wohnzimmer fällt mir eine Schublade auf. Sie müsste tiefer sein.
Tatsächlich finde ich einen doppelten Boden. Hat gerade mal ein Blatt elektronisches Papier platz. Darauf
stehen zehn San Adressen. Eine davon ist rot eingekreist. Bingo!

Ich rufe Deathdancer an und gebe ihm die Adressen durch. Er meint, er guckt mal nach. Dann rufe ich die
Jungs an und berichte, was gefunden habe. Sie haben den Ork inzwischen zu einem Imbiss verfolgt. Dort
scheint er gerade mit einer Bedienung zu streiten. Oder besser gesagt, der Kerl scheint wieder hierher
unterwegs zu sein. Soll ich mich um ihn kümmern?

Die beiden haben auch keinen Plan, haben sie wenigstens mal das Nummernschild überprüfen lassen? Haben
sie nich, aber sie geben es mir durch. Die haben hier so komische Zeichen, macht die Übermittlung nich
gerade einfacher. Ich gebe das dann Deathdancer durch. So, um für alle Fälle gerüstet zu sein, tanze ich den
Tanz des Nich gesehen werdens und des Leicht seins. So warte ich, bis der Kerl kommt. Brauche nich lange
zu warten. Leise Fluchend durchsucht er auch noch mal alles.

Deathdancer ruft dann endlich mal an und sagt mir, was er herausgefunden hat. Der Typ ist Arbeitslos und
Vorbestraft. OK, ein Vori. Hier gibt es nix mehr zu hohlen. Und weg. Unten gibt es erst mal eine große
Beratungsrunde. Schätz mal, dass die Frau vielleicht Oreks Freundin ist. Also nix wie hin. Der Imbiss ist
klein, soll wohl ein amerikanisches Dinner darstellen. Na ja, schlechte Imitation. Die Frau, typische russische
Norm anfangs dreißig. Olga steht auf ihren Namensschildchen. Al, der einen russischen Sprachchip hat,
versucht sie auf Orek anzusprechen. Scheint für sie das Reizthema schlechthin zu sein. Sie schmeißt uns
hochkant raus. OK, war wohl nix.

Wir lassen sie von Deathdancer überprüfen. Ich singe einen kleinen Watcher her und schicke das Engelchen
zu der Frau, soll bescheid sagen, wenn die Frau das Gebäude verlässt. Bekomme etwas Kopfschmerzen und
lege mich ein wenig hin und döse. Dusel dabei ein, aber werde bald wieder geweckt. Wir sind vor einem der
typischen Wohnsilos. Ui ui ui! Dann wollen mir mal wieder. Das Schloss zu knacken kann ich mir zum
Glück ersparen, da gerade ein Junge heraus kommt. Lucky! So können wir durch die offene Tür schlüpfen
und sind drin. Hier funktioniert auch mal wieder der Fahrstuhl. Das Schloss der Wohnungstür ist eine Sache
von Sekunden und ich bin drin.

Die Wohnung ist Klein. Schlafzimmer mit Doppelbett. Aber hier liegt auch die Kleidung eines Kindes
herum. Wohl die eines Jungen, nach den Unterhosen zu urteilen. Küchennische, Minibad und ein
Wohnzimmer. Dort steht ein Terminal. Und an. Die Passwortabfrage nervt ein wenig, aber für was habe ich
meinen Codebreaker auf meinem Taschensekretär? Sie scheint ziemlich links von der Mitte zu stehen. Neo
Anarchistin. Es gibt eine Umfangreiche Datei über Kronstadt, einer Stadt, in der die totale Anarchie herrscht.
Ich finde noch ein Privates Photoalbum. Sie scheint eine recht graue Maus zu sein, nur auf den Bildern mit
einem etwas jüngeren Kerl scheint sie aufzublühen. Das könnte Orek sein. Kriegt Deathdancer doch gleich
mal ne Kopie davon. Aber Orek ist definitiv nich hier. Drek!

Da kommt mein kleines Engelchen angeschossen und meint, die Frau hätte den Imbiss verlassen. Oh oh! Ich
geh schnell nachgucken, kann sie aber nirgends entdecken. Zurück in meinem Körper meldet Demo, dass
Olga gerade das Haus betritt. OK, fragen wir sie einfach. Natürlich ist nich begeistert, als sie uns in ihrer
Wohnung entdeckt. Wäre ich auch nich. Sie fordert uns auf, die Wohnung zu verlassen und geht dann zu
einem Schreibtisch, als wir nich wollen. Sie zieht tatsächlich eine Knarre aus der Schublade. Ts, und das in
einem Haushalt mit einem Jungen, weis sie nich, wie gefährlich so was sein kann? Kinder und Waffen sind
strickt getrennt zu halten. Mit einem Lied des Leicht seins reise ich ihr die Waffe aus der Hand und nehme
sie zu mir, bevor noch ein Unglück passiert.

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Al, der als einziger Russisch kann, versucht sie zur Mitarbeit zu überreden. Aber sie ist ziemlich störrisch.
Dann wird sie immer pampiger. OK, was ich jetzt tun muss, mag ich gar nich, aber es geht um viel. Mit
einem Lied der guten Idee versuche ich sie zur Mitarbeit zu überreden. Leider hat sie nen ziemlichen
Querkopf und mein Lied prallt ab. Jetzt ist sie natürlich mega stinkig. Weia! Mir fällt nur noch eines ein und
das mag ich noch weniger machen. Ich richte die Waffe mit einem eiskalten Gesichtsausdruck in Richtung
des Jungen, ich ziele sorgfältig an seinen Kopf vorbei. Der Bluff gelingt und jetzt wird Olga etwas
gesprächiger. Sie weis auch nich, wo Orek ist. Er hat irgendwelche Infos gefunden, die ne ziemliche Sauerei
seien. Hätte davon gesprochen, Waffen zu kaufen und Leute zu gewinnen, um ne Aktion durchzuziehen. Um
was es nun dabei ging, hätte er nich gesagt.

Auf ihrem Telekom waren noch zwei Anrufe gespeichert gewesen. Dort hat auch jemand Orek gesucht. Das
war Friendly Karov. Ein Waffenhändler auf Ruski Island. Ja, die Insel heißt wirklich so. Mehr kriegen wir
nich heraus. Ich entschuldige mich dafür, dass ich so fies sein musste und wir gehen. Ihre Waffe und tausend
Nuyen als Entschuldigung werfe ich in den Briefkasten. Dann mal weiter nach Ruski Island. Ui, das war jetzt
echt nich ne Glanzleistung von mir. Weia!

10.04.2059 Donnerstagabend Wladiwostok

Wir beschließen, erst mal die Arbeitsstelle von unserem Orek aufzusuchen. Vielleicht ergibt sich ja da noch
was. Ist in ner Mall und das Geschäft ist im dritten Stockwerk. Die Geschäfte sind hier eher klein und
spezialisiert. Wie es eben in den meisten Malls der Fall ist.

Der Verkäufer, ein Ruski Elf, ist nich gerade kooperativ. Auch nach 300 Nuyen gibt er uns nur die schon
bekannte Adresse. Al macht dem Elfen klar, dass mit ihm nich gut Kirschen essen ist. Und wir kriegen noch
ein paar Infos. Der Ruski Elf überschlägt sich nun gerade vor Hilfsbereitschaft. Auch Al kann manchmal
sehr Überzeugend sein. Wir kriegen heraus, dass ein Arbeitskollege mit dem Namen Michael Dubrov recht
dicke mit Orek ist. Alles klar. Vielen Dank auch.

Wir fahren zu dessen Adresse und ich gehe mal nachgucken. Schlafzimmer mit Doppelbett, Kinderzimmer
mit einem Bett und sonst ne leere Wohnung, die recht gemütlich eingerichtet zu sein scheint. Könnte wetten,
dass Olga die ganzen Leute vor uns gewarnt hat. Dumm gelaufen. Da wir diesmal nich noch mal einbrechen
wollen, würde eh nix bringen, beschließen wir erst mal nach Ruski Island zu fahren. Ist ein ganz schönes
Stück.

Die Adresse entpuppt sich als Pfandleihe. OK, gehen, wir mal rein gucken. Hinter nem Tressen, der mit
Panzerglas gesichert ist, steht ein Troll, na Toll. Es sind drei Kunden im Laden. Sehen aber eher so aus, als
ob sie zusammengehören und sie haben ausgebeulte Stellen an ihren Jacken, scheinen also bewaffnet zu sein.
Tun sie auch, denn Friendly Karov hat uns wohl schon erwartet. Die drei „Kunden“ nehmen uns in die
Zange. Hinter uns verriegelt sich die Panzerglastür automatisch. Da wird mir richtig mulmig zu mute.
Wahrscheinlich hat Olga auch hier ne schlechte Presse über uns verteilt. Wir stehen hier mitten auf dem
Präsentierteller, keine Deckung und ich kann mir vorstellen, dass hier noch ein paar böse Überraschungen
auf uns lauern. Weia!

Friendly Karov findet es gar nich Sahne, dass wir hier durch die Gegend herumschnüffeln und Leute mit
Waffen bedrohen. Für nen Troggy hat er ne ziemlich große Klappe und drückt sich recht eindeutig aus.
Irgendwie kommt mir der Verdacht, dass dieser Karov mehr als nur ein kleiner Trödelhändler ist. Ich muss
an Mr. Barnes denken, dass war dieser „Gemüsehändler“ gewesen, dem ich mal vor gar nicht so langer Zeit
auf den Zahn fühlen wollte und ich mir dabei einen Haufen Ärger eingehandelt hatte. Weia! [Siehe dazu
„Das Rätsel des tanzenden Girlies“]

Na ja, wir wollen eigentlich nur mit Orek reden, soll sein Schaden nich sein. Orek scheint hier so was wie ein
Netzwerkadministrator zu sein. Hat die Anlage aufgebaut und gewartet, so als Nebenverdienst. Wirklich
neues bekommen wir nich heraus. Nur noch mal die gleiche Story, dass Orek auf was gestoßen ist und er auf
einmal vollautomatische Waffen kaufen wollte. Dann werden wir hochkant rausgeworfen. Puh! Hätte
schlimmer laufen können. Toki Toki! Das ist einer der Momente, wo ich mich nach der beruhigenden
Wirkung eines Nickosticks sehne.

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So ein Drek! Was machen wir nu? Fassen wir mal zusammen. Orek hat was gefunden, Infos in der Matrix.
Irgend etwas, dass ihn mächtig auf die Palme gebracht hat. Etwas, dass er nich mit seinen Chummern teilen
wollte. Hat Radek kontaktiert und ist dann Untergetaucht. Jemand muss auf ihn Aufmerksam geworden sein
und Orek hat es gemerkt. Die Vori war auch hinter ihm her, aus welchen Gründen auch immer. Jetzt war die
Frage, wer hatte ihn? Oder war er sogar noch auf der Flucht? Wir können nur spekulieren. Fast alle Spuren
sind versandet. Dieser Arbeitskollege vielleicht noch, aber die Chancen stehen schlecht, dass der was
Hilfreiches weis. Drek!

Als ob das nich schon deprimierend genug sei, ruft noch Deathdancer an. Er meint, wir hätten in ein
Wespennest gestochen. In Seattler Foren würden sich Neo Anarchisten aus Wladiwostok herumtreiben und
fragen über uns stellen. Die hätten sogar unsere Straßennamen. Oh nö! Nich so schnell kann nich sein! Mega
Weia! Das Schicksal ist mächtig gegen uns. Seh das schon. Voll Fies!

Ich hab kein Plan, was wir Sinnvolles noch tun könnten. Demo schlägt vor, dass wir für Heute Feierabend
machen und ins Motel zurückfahren sollten. Der Vorschlag gefällt mir mangels einer Alternative sehr gut.
Also ab ins Motel. Unterwegs essen wir noch ne Kleinigkeit. Im Motel ist alles noch ruhig. Müde gehe ich
ins Bett. Fühle mich gar nich wohl in meiner Haut. Hong Kong hat mich aggressiv gemacht. Diese Massen
von Menschen, die ewige Gefahr. Die Angst, die Rollen endgültig zu verlieren. Neh. Gar nich Sahne. Dieser
Tag war nich gut gewesen. Bin etwas überarbeitet. Ui ui ui! Krieg viel Knete dafür, werde damit mal
irgendwann viel Gutes tun. Hoffe ich zumindest. Muss nur lange genug überleben. Zu meinem Schutz bitte
ich einen Herdgeist über meinen Schlaf zu wachen. Und so schlafe ich mit schweren Gedanken ein. Nachti!

Gespielt am 17.07.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker, Al, Demo
Karma: 2 (Heul) [Al 3]
Eingenommenes Geld: 0
Andenken für die Hall of Fame: Nix

Part II
Horror in Wladiwostok

11.04.2059 Freitagmorgen Wladiwostok

Oh! Hab gut geschlafen. Ich springe aus den Federn und unter die Dusche. Dann bin ich erst mal die nächste
halbe Stunde mit hübsch machen beschäftigt. Ara! Meine Haare! Wie gut das ich Bürste, Fön und
Haarfestiger dabei habe. Dauert halt ein wenig. Gerade als ich fertig bin, klopft Al an die Tür. „Herein.“ Er
meint, er müsste mir was zeigen und wir sollten Leise reden. Oro? Al macht mich neugierig und ich folge
ihm. Er hat das Gehäuse des Trideos abgeschraubt und zeigt mir ein seltsames Bauteil. In mehreren Sprachen
wird vor der Entfernung gewarnt. Scheint mir ne Art Datenwanze zu sein. Jedenfalls sind die Kontakte so
gesetzt, dass eingehende und ausgehende Daten sondiert werden können und es ist auch mit der Kamera
verbunden. Drek! Die haben hier echt die Frechheit, Hotelzimmer ganz offen zu verwanzen. So was auch.
Wie gut, dass Al nachgeguckt hat. Lucky!

Demo verdrückt sich gerade, hat von Radek eine andere Aufgabe erhalten. Na ja, nich wirklich ein Verlust.
Wir checken erst mal aus. Deathdancer meldet sich, er hatte gerade einen Deckerkontakt, in seinem System
und hat diesen und die örtliche Mitsuhama Universität verfolgt. Also nix wie hin. Das Gebäude entpuppt sich
als ummauertes Areal mit einem Parkplatz und einem sehr hohen Gebäude. Wie ein Monolith ragt es vor uns
auf. Macht mehr den Eindruck eines Symbols, als einer Universität. Die staatliche Universität ist schon vor
Jahrzehnten von Terroristen weggebombt worden und irgendwie fehlte von staatlicher Seite die Motivation
oder schlicht das Geld hier die Uni wieder aufzubauen. Da trat wohl Mitsuhama in die Bresche. Nach deren
Homepage zu urteilen ist die Uni mehr auf Fernstudium ausgelegt. Also über die Matrix die Vorlesungen
Virtuell zu besuchen. Der Parkplatz ist deswegen auch nicht gerade zugeparkt. Auf dem
Professorenparkplatz sind gerade mal fünf Autos, aber der Parkplatz ist gleich mit zwei Kameras überwacht.
Entweder wollen die ihre Golfausrüstung schützen oder sie befürchten verstärktes aufkommen von
Studentenulk.

143
In der Eingangslobby mache ich eine von diesen Sensorkuppeln aus. Drek, die verifizieren die Leute beim
rein und raus gehen. Deathdancer war inzwischen nicht inaktiv und hat Pläne von der Uni und den genauen
Standort Lokalisiert. Er besorgt uns auch zwei Codes von Studenten, die nich im Gebäude sind. Dauert Zehn
Minuten und wir haben ein Profil und die notwendigen Daten. Ich singe im Auto zwei Lieder des anders
Aussehens und verwandle uns beide in die Studenten. Mit den notwendigen modifizierten Daten auf unseren
Credsticks laufen wir ganz normal hinein. Die Lobby ist recht Dunkel. Eine Empfangsdame wirft uns kurz
einen Blick zu und widmet sich dann ihrer eigentlichen Arbeit. Keine Ahnung was die wichtiges zum
ausfüllen hat. An einer großen Leinwand läuft ein Werbefilm von Mitsuhama. Zeigt eine von einer
paradiesischen Landschaft umgebenen Arcologie in Neu Guinea. Keine Ahnung wo das liegt, aber ne echt
schöne Gegend. Frage mich, wie viel von dem Bild wohl der Wahrheit entspricht.

Die Uni ist ein richtiges Labyrinth. Projekträume. Bibliotheken genannte Matrixterminals, Vorlesungsräume
und oben gibt es sogar noch Schlafräume. Und überall laufen auf Leinwänden diese Werbefilme. Mal auf
Japanisch, mal in Russisch. Das ist eine der Momente, wo ich mir ernsthaft überlege, mir Cyberohren
einbauen zu lassen. Aber nach ein paar Minuten Konzentration habe ich meine Ohren auf Durchzug gestellt,
bevor ich Gehirnblutungen von der ach so tollen Welt Made by Mitsuhama bekomme.

Die Bibliothek entpuppt sich als Saal, mit vielen Terminals. Deathdancer hat die genaue Nummer. Der Platz
ist leer, der Sessel noch warm. Aber da mir die Vergleiche fehlen, kann ich nich sagen, wie lange der Platz
schon leer ist. Darunter finde ich Zellophanpapier, wie es dazu benutzt wird, Sandwichs zu verpacken. Al
stöpselt sich in das Terminal ein, in der Hoffnung, irgendwas zu finden, was uns weiter helfen könnte. Ich
setze mich daneben und klemme mir so ein Kabel hinter das Ohr und tu so, als ob ich in der Matrix surfen
würde. Der Wachmann hier, guckt schon misstrauisch in unsere Richtung. Der japanische Norm ist recht
schwer, sprich er hat fast die Hälfte seiner Menschlichkeit aufgegeben, vercybert. Kampfcyberware der
recht guten Art. Und er trägt eine MP. Taurus 40DK4. Ich frage mich, was hier so wertvoll ist, dass
Mitsuhama in der Innensicherung so toughe Jungs am Start hat. In der Seattler Uni tragen die Wachmänner
Betäubungsschlagstöcke und Taser. Weia!

Al kriegt nix heraus, wird sogar von Deathdancer aufgefordert, hier nich rumzuspielen. Und er hat den User
lokalisiert. Er befindet sich in der Mensa. Also nix wie hin. Aus der Mensa kommen drei Leute. Ein Ork, ein
Norm und eine Norm Frau mit Roten Haaren. Die ist mir gleich mal verdächtig. Wir suchen ja einen
Angehörigen der Red Six und die haben bestimmt immer was rotes an. Und rote Haare stechen mir da sofort
ins Auge. Sie ist leicht vercybert, Datenbuchse, wie jeder hier und ein paar kleine Spielereien in der Rübe.
Und sie ist besorgt. Wir lassen sie erst mal passieren. In der Mensa ist recht wenig los. Wir plündern erst mal
auf den Kosten anderer den Sandwichautomaten und ziehen noch nen Energiedrink. Schließlich heute noch
nich gefrühstückt.

Deathdancer meldet sich wieder. Unser Kontakt ist nicht mehr in der Mensa. Toll. Hat er das nich ne Minute
früher sagen können. Die Frau. Meine Intuition war wieder mal richtig. Die beiden anderen Studenten finden
wir in nem Aufenthaltsraum. Diskutieren auf Japanisch über die neuste Prozessortechnologie, versteh
allerdings nix genaues. Direkt Gegenüber sind Toiletten. Ich geh mal rein, nur eine Kabine ist besetzt. Wie in
japanischen Frauentoiletten üblich ist, laute Musik zu hören. In einer freien Kabine nehme ich Platz und geh
mal Astral spicken. Wie peinlich! Auf den ersten Blick sehe ich, dass in der besetzten Kabine nich unsere
Zielperson ist. Drek! Wo ist die hin?

11.04.2059 Freitagmorgen Wladiwostok

Deathdancer bestätigt mir meinen Standort, ich muss direkt bei ihr sein. Hm? Ich guck in den Abfallbehälter
und finde dort einen Credstick und ein Handy. Weia! Raus! „Sie ist weg. Nix wie hin zum Ausgang.“ So
schnell wie möglich bewegen wir uns zum Ausgang hin. Draußen sehen wir sie gerade noch, wie sie um die
Ecke biegt. „Verfolge sie mit dem Auto, ich flitz zu Fuß hinter her.“ Dann schlüpfe ich zwischen zwei
Autos, singe das Lied des nich gesehen werdens und beende den Zauber des anders Aussehens. So und jetzt
Sprint. Ich renne so schnell ich kann hinter der Frau her, die auch einen Zwischenspurt einlegt. Aber Dank
Sakuras Trainings hole ich sehr schnell auf und bin bald in guter Entfernung hinter ihr. Sie geht wieder
normal, schaut sich mehrmals um und geht dann in ein Matrixcafe. Al bezieht in der Nähe Stellung, während
ich hineingehe.

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Die Tür ist leider Automatisch. Wieder mal Zeit für nen kleinen Trick. Ich werfe meinen leeren Energiedrink
einfach am Sensor vorbei und schlüpfe dann durch die Türe. Die Frau, die wir inzwischen als Natascha
Sugawa identifiziert haben. Sie ist ein Half, also nur zur hälfte Japanerin. Ihr Vater ist ein hohes Tier bei
Mitsuhama. Und es wäre Klug, wenn wir ihr nich zu sehr zusetzen würden. Die junge Frau ist ziemlich
nervös. Ihre Finger trommeln auf dem Tresen und sie nippt andauernd an ihrem Drink. Dann fährt ein Wagen
vor. Ein älterer Sedan. Sie steht auf und geht hinaus. Auf dem Fuß folge ich ihr. Ich zücke mein Handy und
halte es neben der Frau, so kann Al das Gespräch auf Russisch belauschen. Dann steigt die Frau ein und die
fahren los. Al folgt mit etwas Abstand. Ich tanze auf dem Bürgersteig den Tanz des Leichtseins und Tanze
ein Lied des Rufens. Ein netter Windgeist folgt meinem Ruf und schiebt mich etwas an. Mit meiner coolen
Sonnenbrille kann mir auch nix ins Auge rein fliegen, als ich den Wagen per Luftreise verfolge.

Sie fahren zu einem alten Park. Alles verwahrlost. Dort setzten die beiden sich auf eine Bank. Wieder spiele
ich Wanze. Ich hasse es von Augenblick zu Augenblick mehr, kein Russisch zu können. Da, Njet, und damit
hören meine Kenntnisse schon auf. Glmpf! Das ist einer der Momente, wo ich mir ernsthaft überlege, mir ne
Buchse zu holen. Al gibt mir später die Zusammenfassung, dass die beiden sich darüber unterhalten haben,
dass sie von Deathdancer entdeckt wurde, sie meint, ihn abgeschüttelt zu haben, aber nich sicher ist.
Deswegen will sie erst mal untertauchen Der Prof meint, er hätte da ein paar Chummer, wo sie ne Weile
bleiben könnte. Dann steht er auf und macht sich auf den Weg. Eigentlich wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, uns
zu erkennen zu geben. Aber bis Al mir alles erklärt hat und ich die Sache checke, ist der Prof schon
abgedampft. Ara!

Aber wir haben ja immer noch die Frau. Al setzt sich einfach mal neben sie und verklickert ihr, was Sache
ist. Diesmal gehen wir das geschickter an, als bei Olga. Und wir bekommen diesmal auch Kontakt zur Red
Six. Mit dem Prof macht Al ein Treffen aus. In eineinhalb Stunden in einem Cafe am Potemkin Platz.
Okidokili! Al entpuppt sich als Charmeur und nutzt die Gunst der Stunde. Und Natascha scheint ihn gar nich
so unsympathisch zu finden. Kann ich verstehen. Irgendwie ist Al schon in Ordnung. Von allen Sams die ich
kenne, ist er der am geistig stabilsten. Und er sieht dabei so unglaublich normal aus. Der perfekte Runner
eigentlich. Mir wird es bald sehr langweilig, ein Gespräch zu lauschen, von dem ich nur zwei Wörter
verstehen kann. Also setze ich mich auf das Dach eines alten Kiosks, pack meine Sandwiches aus und esse in
aller Ruhe mein Frühstück.

Dann setze ich mich ins Auto, immer noch unsichtbar und die Fahrt geht los. Wir sind eine gute Dreiviertel
Stunde unterwegs. Schließlich parken wir in einem Parkhaus. Ich lasse den beiden einen gewissen
Vorsprung, bevor ich ihnen Folge. Boah! Ist hier viel los. Auf dem Platz steht eine Säule. Kenn den Mann
obendrauf nich, kann auch nich lesen, was da drauf steht. Aber darunter ist eine Leinwand und große
Lautsprecher. Darauf läuft eine Propagandafilm. Weia! Rollende Panzer, schießende Panzer, explodierende
Elementare, brennende Dörfer, an Türen genagelte Babys, Raketenwerfer, die Tundra
Quadratkilometerweise verwüsten. Teilweise Schwarzweiß, dann wieder Farbe. Da hat jemand Bilder aus
verschiedenen Epochen zusammengemixt. Russland hat ja seit Jahrzehnten einen heißkalten Krieg mit
Yakutien. Am Platz liegt ein großes Gebäude, scheint was staatliches zu sein. Die Massen zwingen mich
dazu, wieder sichtbar zu werden. Also rein ins Getümmel.

Ich warte draußen vor dem Cafe und stehe schmiere. Al managet inzwischen die Sache mit dem Prof und der
Red Six. Das ist eine ganz ungewohnte Rolle für mich. Meist übernehme ich ja das Reden, weil ich das
besser kann. Aber diesmal ist Al der Mann der Stunde, dank Chipbuchse. Schließlich verlassen der Prof und
Natascha das Cafe und ich gehe rein. Al erzählt mir was Sache ist. Orek ist seit zwei Tagen verschwunden.
Wahrscheinlich befindet er sich in der Gewalt eines gewissen Vukov. Der war mal Mitglied der Red Six,
charismatischer Mann, der große Worte sprechen kann. Aber er ist auch Mitglied der Vory. Ein kleinerer
Hauptmann, Anführer vieler Jugendlicher, die ihn bewundern und noch nich durchschaut haben. Die Red Six
haben ein unterirdisches Kommunikationszentrum, dass wohl einst von irgend einer Abteilung eines der
vielen Geheimdienste eingerichtet und dann wohl schlicht vergessen wurde. Dieses Kommunikationszentrum
liegt im ehemaligen U-Bahn Netz der Stadt, dass Anfang dieses Jahrtausends gebaut wurde, als Wladiwostok
für Konzerne sehr interessant war. Das änderte sich, als den Konzernen während den Eurokriegen der
Zugang zu wichtigen Infrastruktureinrichtungen verwehrt wurde. Aha! Wie auch immer, in dem Netz liegt
dieser Bunker. Die U-Bahn wird gerade Saniert und es werden Vakuumröhren eingesetzt. Bei der
gigantischen Ausdehnung von dieser Stadt gar nich mal so ne schlechte Idee. Diese Röhren durchschneiden
das alte System. Aha!

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Aber das ist natürlich noch nich alles. Dieser Vukov will diese Zentrale haben und belagert sie seit drei
Tagen. Orek wollte was dagegen unternehmen und ist wohl gescheitert. Dieser Vukov hat obendrein noch
eine kleine koreanische Söldnerorganisation unter einem gewissen Huang Ze angeheuert. Der Typ wird auch
Hunting Dragon genannt. Ui? Einen kurzen Rechereauftrag später wissen wir, dass diese Gruppe nur ein
halbes Dutzend angehörige hat und sie hauptsächlich für Spezialaufträge angeheuert werden, wo maximaler
Schaden verursacht werden soll. Also schon fast mehr Runner als Söldner. Oder auch militärische Runner.
Autsch! Dazu noch Vukovs Privatarmee, die aber nich besonders schlagkräftig ist. Na, wenn das mal so
stimmt.

Da das ja bis jetzt alles recht einfach ist, kommt es noch besser. Das ganze U-Bahn Netz ist Critterverseucht
wie sonst was. Yamatetsu will deshalb das ganze Netz mit Giftgasfluten, und das am Montag, also in drei
Tagen. Aha? Scheint mir nich gerade ne gute Lösung zu sein. Die meisten Critter, die diesen Namen
verdienen, sind gegen Gifte Immun. Genau das machte ja ihre Bekämpfung so teuer und gefährlich. Einfach
ein paar giftige Köder auslegen oder einfach mal ne Gasbombe rein werfen ist nun mal nich. Damit erzeugt
man eigentlich nur noch mehr toxische Zonen. Na ja, ich muss ja nich alles verstehen.

Schön und was hat das nun mit uns und dem Auftrag zu tun? Die in der Kommunikationszentrale haben auch
die Daten und die können nich extrahiert werden, so lange Vukov seine Belagerung aufrechterhält. Aha?
Und wir sollen die Belagerung beenden. Ara! Aber da wir wohl keine Alternative haben, bleibt wohl uns nix
anderes übrig, als diesen Deal einzugehen. Drek auch!

11.04.2059 Freitagmittag Wladiwostok

Wir kriegen vom Prof ein paar Pläne und er stellt uns auch einen Führer zu Verfügung, der uns in die Nähe
der Anlage führen wird. Auf der Karte ist ein ehemaliges Forschungslabor eingetragen, dass nur wenige
Kilometer von der Station entfernt liegt. Irgendwelche Aktivsten hatten geglaubt, die armen Labortiere
befreien zu müssen. Zur Belohnung wurden sie gefressen. Und jetzt hampelte dort eine Kolonie von
mutierten Rhesusaffen herum. Und auf der anderen Seite war noch ein bekanntes Vampirnest. Wird ja immer
besser. Also schauen wir die Sache uns mal an. Ich stärke mich hier noch mit einem Kuchen und es kann
losgehen.

Unser Führer entpuppt sich als stinkender Troll. Nein, dass war jetzt nich rassistisch gemeint, der stinkt
nämlich wirklich. Örks. Da setze ich doch gleich mal meinen Filter auf. Für was hat man es denn. Anfangs
gibt es etwas Kuddelmuddel, bis er uns endlich in die Nähe der Anlage bringt. Oh, Heiliger Sankt Waschbär,
beschütze dein armes kleines Girlie auf seinem Weg in die Hölle, Amen! Ich stelle mir die Kleidung einer
schnuckeligen Schwertkämpferin vor. Also BH aus Metall, Röckchen aus Lederteilen. Stiefel und eben mein
Schwert. So tauche ich ein in die Hölle des Untergrundes von Wladiwostok. Alle meine Instinkte schalten
auf Rot. Verstand meint, dies wäre Wahnsinn, aber es ist leider notwendig.

Die Astrale Verschmutzung ist beinahe schon konsistent. Fast fühlbar. Das hier ist schon beinahe toxisch.
Und bald wird hier alles endgültig umkippen. Außer dem üblichen Krabbelzeugs gibt es auch Ratten, einige
fauchen mich an. Glub! Aber zuerst kommt nix wirklich schlimmes. Aber das ändert sich schnell. In einem
großen Becken sammelt sich Wasser. Mich graut es schon beinahe körperlich. Und meine Ahnungen trügen
mich nich im Geringsten. Die Verschmutzung nimmt beinahe körperliche Konturen an. Ich höre ein Flüstern.
Scheint aus jeder Richtung zu kommen. Ich gehe auf volle Abschirmung, ziehe die Beine an und versuche so
wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Hab Angst! Weia!

Und ich habe zu Recht Angst. Irgendwas verdichtet sich in dem schmutzigen Nebel um mich herum. Es
beginnt Formen anzunehmen, die wie verzerrte Schatten aussehen. „Hallo?“ Und da werde ich schon
angegriffen. „Iiiiiks!“ Ich hau voll drauf. Ramme meinen Waffenfokus in dieses Ding hinein und bringe es
dazu, sich aufzulösen. Lucky!

Nix wie weiter. Verfluchte Horrorshow hier. Nur wenige Meter weiter höre ich ein Platschen, als ob was sich
durch die Kanalisation sich bewegt. Platsch und Platsch. „Hallo?“ Irgendwie komme ich mir richtig blöd vor.
Langsam schwebe ich weiter. Da! Wieder dieses Platschen. Ich guck in einen Nebenkanal und sehe das
Ding. War vielleicht mal ein Mensch, jetzt sieht es mir nach Ghul aus. Mag keine Ghule. Einen kurzen

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Moment sehe ich mich wieder in der Ruine, Nackt, kaum Kontrolle über meinen geschundenen und
gequälten Körper. Wie ich verzweifelt versuche meinen Freund zu heilen, aber mir nur immer mehr Blut aus
der Nase läuft. Drek! Und wie ich sie kommen höre, diese scharrenden Geräusche. Ich hasse Ghule. Töten!
Vernichten! Ausrotten!

Das Vieh sieht das ähnlich und kommt auf mich zugestürmt. Friss meinen astralen Stahl, Kreatur! Und
verrecke! Manche Liberale meinen, sie sollten in speziellen Bezirken gehalten werden, mit ihrer
notwendigen Ration versorgt. Dreks Politiker! Ich sage, tötet sie alle, die Ghule, nich die Politiker, wobei
man bei manchen echt in Versuchung kommen könnte. Rottet sie aus! Keine Gnade diesen
Menschenfressern! Mein Stahl fährt durch die Duale Gestallt des Critters und vernichtet diesen Virenherd.
Ein weniger!

Und weiter. Hier und da huscht was duales vor mir weg. Ich beeile mich, will hier nich mehr lange sein.
Aber ich nähere mich langsam aber sicher dem Bereich, nur finde ich keine Möglichkeit nach unten zu
kommen. Obwohl ich sorgfältig Suche. Mir scheint das Schicksal einfach nich gewogen zu sein. Fies das!
Also suche ich eben weiter. Und dann kommt das nächste Gruselmonster. Und der macht mir wirklich Angst.
Weia!

Der labert was von suchen und verstecken. Lustiges Spiel. Aber keiner will mehr mit ihm spielen, weil
keiner die Niederlage verwinden kann. Huh? Er erklärt mir die Regeln. Ich muss mich verstecken, wenn er
mich findet, dann frisst er mich auf. Blödes Spiel! Er findet das nich witzig und greift an. Bonk! Das saß.
Und der Typ hat die Frechheit einfach sich aus der Astralebene zurück zu ziehen, bevor ich ihm ordentlich
eines überbraten kann. Dreks magisch aktiver Vampir! Hass die genau so wie Ghule. Mistviecher!
Seuchenherde! Jammert rum, dass ich unfair spiele. Ich streck ihm die Zunge raus und geh weiter. So ein
Doofsack!

Ein paar Schritte weiter finde ich endlich einen Zugang nach unten. Lucky! Nach ein paar Metern kommt
leider ein Hüter. Na so was! Ich scheine die Zentrale gefunden zu haben. He, dann klopf ich mal an.

11.04.2059 Freitagmittag Wladiwostok

Ich hau einmal doll gegen den Hüter, fliege etwas hoch und fange an zu warten. Nach sechs Sekunden
kommt eine wütende Hermi angeschossen. Ihre Astralgestalt ist ziemlich knapp bekleidet. Auf ihrem Top ist
Neo Anarchisten A drauf zu sehen. „He, mach ma keinen Streß, neh? Will nur quatschen. Der Prof schickt
mich, soll euch hier raus bringen. Check?“ Sie hat noch nen Elementar im Schlepptau, denn sie aber zügelt.
Wir reden ein paar Takte miteinander. Zuerst will sie mir nich so recht glauben. Aber mir gelingt es doch, sie
von meinen ehrlichen Absichten zu überzeugen. Und das ganz ohne Lied der guten Idee! Kann das auch so!
Echt!

Sie leben alle noch und sind zu viert. Über ihre Belagerer wissen sie nix. Die Nudel will nich so oft den Kopf
rausstrecken. So was Feiges. Aber wir sollen uns durch ne verdammte Armee mähen. Klar. Sie weiß nur,
dass sie diesen Zugang hier vermint haben. Na Super Toll! Der einzige Zugang zu dem wir recht einfach
kommen und der ist für uns nich passierbar. Sonst noch Infos. Nich? Schade. Wir sollen uns beeilen. Ja,
haben ja sonst nix zu tun, als sich mit ner verdammten Armee zu prügeln. Drek auch!

Hab inzwischen verdammt schlechte Laune. Jetzt darf ich noch weiter suchen. Ich geh einfach oben weiter
und komme schließlich an eine Stelle, wo zwei Typen mit nem MG auf nehm Dreibein stehen. Das Dreibein
ist ziemlich groß und einige Auswüchse scheinen Servomotoren zu sein. Billige Sentry. Scheinen die gerade
einzurichten. Als weiteres Problem ist hinter den Kerlen noch ein Wasserelementar, wahrscheinlich um auch
Astrale Eindringlinge aufzuhalten. An dem komm ich nich vorbei. Also wieder zurück. Der Vampir jammert
immer noch vor sich hin. Ich trete ihn im Vorbeiflug. Passiert natürlich nix. Bin trotzdem verdammt mies
drauf.

Also versuche ich das Problem zu umgehen. Rum und Num. Hin und Her. Bald hab ich gar keinen Plan
mehr, wo ich überhaupt bin. Das macht mich kirre! Dann höre ich komische Schritte. Mal vor, dann neben,
dann hinter mir. Aber zu sehen ist nix. Mag das gar nich. Vor mir wächst eine Art Erdelementar aus dem
Boden. Und hinter mir auch. Ara! Das weckt mehr als nur ungute Erinnerungen. Ich dresche dem vor mir

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eins ordentlich auf die Rübe. Aber das Ding bleibt stehen. Der von hinten nimmt mich in die Zange und
zentriert mir ordentlich eine. Autsch! Das hat wehgetan! OK, Botschaft verstanden, liebes Schicksal. Ich bin
hier unten unerwünscht. Verdammt böse Erinnerungen kommen in mir hoch und drohen mich zu
überwältigen. Durchbruch!

Ich geb dem vor mir noch mal herzhaft eins voll auf die Nuss. Es zerfällt. Aber der hinter mir will es wissen,
aber gewandt pariere ich, indem ich im Stand herumwirble und seinen Schlag blocke. Dann versuche ich den
Ausbruch, mit nem Salto drehe ich um mich selbst und spurte los. Ich spüre, wie es nach mir schlägt, aber
ich quetsche mich an die Decke und weiche voll aus. Dann ab durch die Mitte. Will hier raus! Panisch suche
ich einen Weg nach oben. Muss es doch geben. Will hier nich sterben. Heul!

Hab inzwischen total die Orientierung verloren. Husche hier und dort hin, immer in Bewegung bleiben.
Immer Ausschau haltend nach einem weg nach oben. Und endlich finde ich einen Gully! Lucky! Und durch.
Ara! Was für ein Horrortrip. Mein armes kleines Herzchen wummert so laut! Toki! Toki! Ich brauch ne
weile, bis ich halbwegs wieder klar denken kann. Dann suche ich meinen Körper. Und ab darin. Al scheint
sich schon Sorgen gemacht zu haben. Hätte mehrmals so komisch gezuckt. Hai! Hat ja auch ganz schön weh
getan. Aber jetzt bin ich ja wieder hier. Lucky! [Hab ja nur einen Karmapoolpunkt burnen müssen.]

Nachdem mein Herz nich mehr fünfhundert Schläge in der Minute macht, entspanne ich mich ein wenig. Mit
einem gesummten Lied der Heilung behandle ich meine schlimmsten Wunden. Tat das mal gut. Puh! So, ich
zeige Al, wo ich überall war. Und was für grauenerregende Dinge dort unten sind. Mega Weia! Ghule,
Vampire, Ratten, Ekelviecher, Gespenster und all das andere mistige Zeug. Mag das alles gar nich! Bin Fix
und Foxy, neh?

Ich trag in der Karte ein, wo ich überall gewesen bin. Und wo wir lieber nich lang gehen sollten. Die Deppen
haben ihren eigenen Fluchtweg vermint. Wodka macht Birne hohl! Find ich doof! Und was machen wir zwei
nun? So ganz allein, mit kaum Unterstützung? Al weis gerade auch keinen Rat. Ich auch nich! Heul!

Gespielt am 31.07.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker, Al,
Karma: 3 [Al 2]
Eingenommenes Geld: 0
Andenken für die Hall of Fame: Nix

Part III
Killerbee

11.04.2059 Freitagmittag Wladiwostok

Also rufe ich Radek an, wir brauchen Verstärkung! Jetzt! Jemand der sich mit Crittern auskennt, dass währe
Sahne. Radek verspricht Abhilfe zu schaffen. Happy! Wir kriegen einen zusätzlichen Mann gestellt, aber den
Critterjäger müssen wir uns selber zulegen. Na gut! Wir kriegen ne Nummer von nem Vasili. OK, ruf den
mal an. Der spricht sogar Englisch! Lucky! Ich verklickere ihm was Sache ist. Wir machen ein Treffen im
Kasparow Park aus. Ist ja nich weit von hier. Also auf geht’s. Unterwegs schmeißen wir noch Boris raus und
lüften den Wagen erstmal durch. Puh!

Oh, da fällt mir ja gerade noch was ein! „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Al!“ Ich überreiche ihm
die schwere Maschinenpistole, die ich noch in Hong Kong von Radek hab besorgen lassen. Die Diemaco
dürfte ihm etwas besser liegen als die Baphomet im Kaliber 10mm Norma. Die hat zwar mehr Power, schlägt
dafür aber ziemlich auf das Schlüsselbein. Er meint, er hätte heute gar kein Geburtstag. Weis ich doch, aber
ich kenne ja das Datum nich. Mein Findungsfest ist übrigens der 20 April, neh? Er freut sich trotzdem.
Happy!

Auch den anderen Runner sollen wir im Park treffen. Eine Gruppe Jugendlicher scheint gerade der Russen
liebsten Beschäftigung zu frönen. Saufen! Sonst ist nur ein Squatter zu sehen. Huh? Das ist doch Tien!
Happy! Ich fall ihm um den Hals und drücke den alten Haudegen erstmal. Snüff! Was hat er die letzte Zeit

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nur gemacht? War hier und da, hat Autos verschoben und andere Sachen gemacht. Er hat ne Ladung Autos
nach Wladiwostok gebracht. Gut, dass Tien mit von der Partie ist. Wir setzen uns auf ne freie Bank und
plaudern ein wenig. Ich hab etwas Hunger und esse nebenher noch eines der Sandwiches.

Tien ist ein Hobgoblin von etwa fünfundzwanzig bis dreißig Jahren. Er ist etwas kleiner als ich, aber sehr
viel breiter. Seine Zähne sehen etwas Strange aus, als ob man sie mit einer Feile zugespitzt hätte. Gruselig.
Nur wenig später kommt unser Critterjäger. Er ist ein etwas älterer Zwerg Ende dreißig. Er trägt einen
Stadttarnanzug und Stiefel. Er hat nen starken Akzent drauf. Ich trete als Miss Johnson auf, sozusagen und
führe die Verhandlungen. Ich verklickere was sein Job ist, also uns zum Ziel zu bringen und wieder zurück.
Dabei sich um die Critter kümmern und uns beim finalen Kampf unterstützen. Grundpreis dürfte 5K sein, er
muss sofort verfügbar sein, sind noch mal 5K und es wird Gefährlich, also weitere 5 bis 10K. Ich frage ihn,
was er haben will. 20K. Ist mir doch was zuviel. Wir verhandeln hin und her und einigen uns auf 17K. Fünf
jetzt, zwölf später. Deal!

Dann erkläre ich die Details, wir müssen zu einer Kommunikationszentrale, gebe die Koordinaten bekannt
und dort die Leute retten. Problem eins ist die Critterverseuchung in der Gegend. Problem 2 sind Vukovs
Leute und die Koreaner. Wobei die Koreaner wohl das Hauptproblem sind. Sollen ja voll die toughen
Spezialisten sein. Hoffentlich findet noch Deathdancer was heraus. So weit wäre dann alles klar. Wir
brauchen aber noch Kampfausrüstung. Vasili weiß Rat. Also los.

Wir fahren unter seiner Anleitung wieder mal durch die halbe Stadt. Hat voll die Ausdehnung. Seattle ist da
ja schon bald richtig kompakt. Schließlich kommen wir in ne Gegend, die mir seltsam Vertraut vorkommt.
Seine Connection heißt nich zufällig Friendly Karov? Doch! Drek! Also schreibe ich alles auf, was ich
brauche. Als erstes nen Stadttarnanzug mit Polymereinschüben, gescheite Stiefel, dazu so ne Anglerhose.
Hundert Schuss .357 Magnum mit Stahlmantel. Und ne Gasmaske. Die anderen bestellen ähnliches und
Vassili mit Tien im Schlepptau gehen einkaufen.

Nach ner Viertelstunde kommen sie schwer bepackt wieder raus. Über Vier K kostet uns der Spaß. Unsere
Spesen schrumpfen Spürbar weiter. Aber wir brauchen nun mal Ausrüstung. Bis jetzt sind wir nich im
Minus. Kriegen ja ne Menge Kohle dafür, oder in meinem Fall Aktien. Wir fahren erst mal wieder zum Park
zurück. Auf dem Weg dahin verkrümle ich mich in die letzte Reihe, zieh Schuhe und Hose aus und winde
mich in die Hose der BDU. Sie ist gebraucht, aber unbeschädigt und wohl auch gewaschen. Besser als gar
nix. Dann drücke ich neue Patronen in meine Magazine. Was uns wohl dort unten alles erwarten wird?
Eiskalte Schauer huschen mir über meinen Rücken. Hoffentlich geht alles klar.

Am Kasparow Park angekommen, wechseln wir das Auto und nehmen den Rover von Vasili. Soll uns recht
sein. So langsam brauchen wir die Infos über die Hunting Dragon Fraktion. Also rufe ich mal Death Dancer
an. Er meint, bis jetzt hätte er nur einen Typ an der Angel, der aber 5K für das Dossier will. Er selbst
versucht gerade billiger selber eines zu erstellen. Hm. Ich frag Vasili, wie lang wir noch brauchen, etwa ne
halbe Stunde. Deathdancer meint, er würde länger brauchen. Drek! Al ist auch dafür, lieber jetzt 5K springen
zu lassen, als später ein Dossier zu haben, dass uns rein gar nix mehr bringt. OK, also Deathdancer managet
die Sache und nach fünf Minuten haben wir die Daten. Mal gucken.

11.04.2059 Freitagmittag Wladiwostok Untergrund

Ich öffne das File und schau mir mal diese Jungs und auch Mädels an. Hunting Dragon aka Huang Ze ist in
China aufgewachsen und war dann bei der Koreanischen Armee. Er hat ne ziemlich fiese Narbe im Gesicht.
Ein Mann unter Vierzig. Kampf erfahren, viele Missionen. Ein harter Gegner.

Noriko Tadamori ist eine eigentlich recht gut aussehende Japanerin, sie war Mitglied in einer dieser
idealistischen Friedenschor Gruppen, die in ihrem jugendlichen Optimismus meinen, sie könnten die Welt
verbessern. War in China tätig und wurde wohl von der Realität überfahren. Nun ist sie eine Söldnerin und
wohl die Sani des Teams.

Byung-Ji Cho ist ein koreanischer Ork um die Vierzig. Veteran mit Vierzehn Jahren Kampferfahrung. Er
posiert auf einem Bild mit einer Schrotflinte. Sieht wie ein ziemlich harter Brocken aus, trotz seines Alters.
Um in dem Biz so alt zu werden, muss er wohl auch ein harter Brocken sein.

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Ji-Sung Bay ist ein ziemlich fieser Magier, Norm, Koreaner. Etwa um die Ende Dreißig. War Mitglied der
Sheng gu Rai. Irgendeiner koreanischen Widerstandsbewegung. Scheint es in China und Korea wohl
ziemlich häufig zu geben. Sein Markenzeichen sind Massenvernichtungszauber. Och! Der neutralisiert mich
so ziemlich. Fies das!

Yun-Ho Kang ist wohl ein Rigger und Technikerin. Heiliger Sankt Wachbär! Jetzt wird es aber wirklich
übel. Drohnen! Die könnten durchaus militärische Drohnen haben. Ich habe kurz das Bild einer angreifenden
Guardien vor meinem geistigen Auge. Das wir ein ziemlich hartes Problem sein. Na Toll auch! Sobald die
Dinger richtig Fett gepanzert sind, braucht man schon nen Raketenwerfer um die zu knacken.

Mi-Young Hong ist die Jüngste der Crew. Sie ist gerade mal 19 Jahre Jung und sie hat schon vier Jahre
Kampferfahrung. Ehemalige Kindersoldatin wie es aussieht. Drek! Das könnte ich sein. Ui!

Zusätzlich sind noch ein paar Missionen der Jungs und Mädels beigelegt, die ihnen zugeschrieben werden.
Sie haben hier zweimal schon für die Vory gearbeitet. Einmal haben sie einen Typ umgenietet, der sich mit
10 Leibwächtern in einem Wohnblock verschanzt hatte. Es gab bei dem Gefecht vierzig Tote, großteils eben
Unschuldige Mitbewohner, die ins Kreuzfeuer gerieten. Weia!

Ein anders mal haben sie im Fun Land, dass war mal ein Freizeitpark sich mit ner ausländischen Bande von
Schmugglern rum geschlagen. Dreißig Tote, darunter keine Zivilisten. Das lässt mich doch nun schwer
schlucken. Mega Weia! Zimperlich in der Wahl ihrer Mittel scheinen die nich zu sein. Für mich sehen die
eher wie ein Hitteam aus. Knallharte Runner mit Wetworkspezalisierung. Weniger wie Söldner. Sie haben
sicherlich einen sehr militärischen Background, aber sie sind in meinen Augen Top Runner. Das wird hart
werden. Kampftechnisch sind die uns weit überlegen.

Ich verklickere den anderen meine Bedenken bezüglich von Drohnen. Wir haben nix wirklich schweres
dabei. Da hilft wohl nix als Improvisieren. Wir besorgen uns beim nächsten Baumarkt schnell trocknende
Farbe, die wir in Einmachgläser füllen. Vielleicht können wir so die Sensoren Blenden. Und wir nehmen
noch ein paar Besenstile mit, falls die Monodraht als Perimetersicherung haben.

Endlich sind wir da. Zeit für ein Gebet. Ich knie nieder richte mein Blick zum Himmel und lege die Hände
einander. „Heiliger Sankt Wachbär und lieber Gott! Sieh auf dein kleines süßes Girlie, dass hier deine Werke
zu verrichten versucht. Bitte stehe mir in dieser bitteren und gefährlichen Stunde bei. Und Verzeihe, dass ich
dir eventuell ein paar Seelen zum richten schicken muss. Amen!“ Die anderen gucken mich etwas
befremdlich an. Aber mir ist das egal, fühle mich schon etwas leichter ums Herz. Weia, hab echt den
Bammel da runter zu gehen. Ui ui ui!

Als letztes ziehe ich mir noch die Anglerhose drüber und es kann losgehen. Einige Passanten machen dass
sie Richtung ganz weit weg laufen, als sie uns so schwer bewaffnet sehen. Besonders die Besenstile müssen
sie in Angst und Schrecken versetzen. Wir öffnen einen Kanaldeckel und gehen nach unten, ich bin an dritter
Position. Hier bin ich zwar Sicher, krieg aber rein gar nix mit. Weia!

Hier hatte es in der Nähe mal einen Chemieunfall gegeben und selbst unter der Gasmaske riecht es hier
ziemlich streng. Der Boden ist mit Unrat und Dingen bedeckt, von denen ich gar nich wissen will, was sie
sind. Bin ich froh, diesen Gummiüberzug zu haben. Saver Walking! Hihi! Al bleibt schließlich stehen und
meint er würde hinter uns was hören. Schritte! Er schlägt vor, dass ich ihn Unsichtbar mache und er
zurückbleibt. Na ja, wenn er meint. Also tanze ich hier in dieser schon beinahe toxischen Zone den Tanz des
Nich gesehen werdens, der mir überraschend gut gelingt. Kann das! Al ist nun Unsichtbar und bleibt zurück,
wir rücken weiter auf das Verteilerbecken vor, dass in der Nähe eines versteckten Eingangs zum U-Bahn
Netz führen soll. Vasili kennt sich hier ja aus. Hoffentlich täuscht der Gute Eindruck nich.

Schließlich sind von Hinten Kampfgeräusche zu hören. Und auch die beiden Männer vor mir Eröffnen das
Feuer. Drek! Seh nich mal, worauf die Überhaupt schießen. „Alles Klar“? frage ich Al. „Lage geklärt, war
ein Ghul!“ Ich hasse Ghule. Mag die gar nich! Auch vorne ist alles geklärt. So muss das sein. Das
Rückhaltebecken ist von den Viechern geräumt. Hier liegen noch die angeknabberten Überreste von Leichen.
Verdammte Menschenfresser. Tötet sie alle! Rottet sie aus! Diese Menschenverschlingende Seuchenherde.

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Es gibt ja immer Leute, die meinen Ghule wären nix weiter als Kranke Menschen, denen geholfen werden
muss. Weia!

Sakura hat mal nen Bericht aus der Chicago Zone herausgeschmuggelt, der die Ghule als halbwegs
zivilisierte Wesen zeigte, die tapfer um ihr Überleben kämpften. Und es gab dann auch einen kurzen
Aufschrei der Empörung, als die Ghulgemeinschaft den Strang III Bakterien zum Opfer viel. Aber seitdem
war es recht ruhig geworden. Dunkelzahn wollte ja auch diese Viecher in die Gesellschaft einführen. Einer
der Gründe, warum ich Vogel gewählt habe und nich den eigentlich recht sympathischen Drachen. Aber mit
seinem Eingliederungsprogramm für Ghule war er nich wählbar für mich. Aber viele Leute sahen das anders
oder kannten eventuell sein Programm gar nich. Na ja, aber das sind alles olle Kamellen. Zurück zum hier
und jetzt. Zum Glück hat keiner von den Jungs was von den Viechern sich was geholt, kann recht schnell
gehen. Weiter!

11.04.2059 Freitagmittag Wladiwostok Untergrund

In einem der seitlichen Kanäle finden wir einen Durchbruch nach unten. Ist unter Lumpen und anderem Zeug
getarnt worden. Kein Wunder, dass ich es hier nich gefunden habe. Im Hintergrund sind weitere Ghule zu
hören, aber sie haben ihre Lektion gelernt und lassen uns in Ruhe. Wir starren das Loch herunter. Von unten
muss das gut Einsehbar sein. Hm, auf alle Fälle gehe ich mal astral aufklären. Da ich mich in diesem
verseuchten Bereich befinde, will ich nich auf den Boden. Also lehne ich mich an Tien und er hält mich fest.

„Nich fummeln!“ Dann gehe ich in den Astralraum und winde mich in dem Loch nach unten. Hier sind ein
paar duale Schimmelpilze, die mir das Vorwärtskommen nich gerade leicht machen. Als erstes fällt mir ein
ziemliches Summen dort unten auf. Die Wände scheinen regelrecht zu glühen. Irgendwas Lebendiges,
Duales ist da drin. Was beim Heiligen Sankt Waschbär ist das nur? Würmer? Kein Plan! Im alten U-
Bahnschacht befinden sich zwei Typen, unterhalten sich leise auf Russisch, sind Bewaffnet und ziemlich
vercybert. Ich guck sie mir mal genauer an. Boah! Die sind vielleicht mal heftig drauf.

Und dann sehe ich ne kleine Nervkugel rumschwirren. Weia! Nix wie in Deckung. Scheint mich nich
gesehen zu haben. Lucky! Ich schau mir mal den Watcher an. Ui. Stufe 4 der nach oben offenen UCLA
Einstufung für magische Phänomene. Der Typ ist also mindestens so mächtig wie ich. Muss wohl diesem Je-
Son Bay gehören. Hoffe ich zumindest, nich das da noch mehr Magier herumtreiben. Wäre gar nich Sahne.
Nach dem die Kugel außer Sicht ist, schleiche ich mich ganz vorsichtig um die Ecke. Hier sind sechs weitere
auszumachen. Zwei Maschinengewehre stehen hinter einer Barrikade auf Lafetten hinter Deckung. An einem
PC sitzt jemand. Hm, das wird heftig werden. Aber da wir hier schon mal sind und ich echt nich den Bock
habe, dieses herrliche Ambiente des Untergrunds mit seiner bunten Artenvielfalt weiter kennen zu lernen,
wird das hier unser Einstiegspunkt sein.

Zurück in meinen Körper winde ich mich aus Tiens Armen und verklickere was Sache ist. Also weiter. Da
hier wahrscheinlich irgendwo Überwachungsgeräte installiert sind, öffne ich unter den ungläubigen Blicken
der meisten mein kleines Schminkset. Darin befindet sich mein Wanzenscanner. Ui? Der schlägt aus! Ich
zeige auf eine Stelle und tatsächlich findet Tien dort auch ein Wanze. Er deaktiviert sie mit meinem
Mikrowerkzeug. Gut! Al geht als erster runter, entdeckt dort unten noch eine Laserschranke. Und dann
passiert was Unheimliches. Krieg es von hier oben leider nich mit.

Aber die Würmer entpuppen sich als Sibirische Bienen. Diese Viecher ernähren sich irgendwie von
Elektrizität und im Moment saust in der Nähe eine der neuen Hochgeschwindigkeitsbahnen durch die
Tunnel. Al kommt wieder hoch und Tien geht runter und deaktiviert die Schranke. Ich verpasse beiden noch
einen Tanz des Nich gesehen werdens. Ich halte oben die Stellung mit Vasili. Die Ghule sind immer noch in
der Nähe. Wenn die kommen, kriegen die erst mal ne Menge Geschosse ab. Weiß das!

Die Jungs erledigen die beiden mit Tasern. Leider reagieren die Viecher auf die Entladung. So ein Scheiß!
Das war es dann mit dem Überraschungseffekt. OK, nix wie nach unten. Die beiden Körper der Getaserten
sind von Bienen bedeckt. Autsch! Das tut mir jetzt Leid. Das war keine Absicht. Tschuldigung! So ein Drek!
Hätte nich gedacht, dass diese komischen Bienen so drauf sind. Ui ui ui! Und jetzt kapiere ich das auch mit
dem Giftgas, dass die Kerle von Yamatetsu in die U-Bahn pumpen wollen. Die wollen damit keine

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Teufelsratten umnieten, oder ähnlich gegen Gift resistentes Paranormale Kroppzeug, sondern diese
verdammten Bienen. Volle Checkung!

Aber wir haben jetzt ganz andere Probleme. Al guckt mal vorsichtig um die Ecke, unsichtbar wohlgemerkt
und Sekundenbruchteile später pfeifen Kugeln durch die Kante, gefolgt von einem Feuerball! Drek auch.
Steh zum Glück weit genug hinten um nix abzukriegen. „Stoi!“ Rufe ich, aber die Antwort hört sich nich
Nett an. Al besetzt die Kante, um Deckung zu haben. Ich tanze das Lied des Rauches auf ne ziemlich üblen
Level und schleudere es in den Gang hinein. Der Schacht wird mit beißendem Rauch ausgefüllt, ich höre sie
husten, aber mir scheint, dass ich keinen durchschlagenden Erfolg hatte. Mano! Und obendrein
materialliesiert sich ein Feuerelementar. Glub. „Nicht schon wieder!“ Al hört sich gar nicht begeistert an.
„Verdammt, meine MP ist noch hinten.“ „Na, dann nimm halt meine.“ Weia! Ich zieh dann mein Katana und
mache mich bereit, dem Elementar einen warmen Empfang zu bereiten.

Al zieht einmal voll durch und akkurat hämmern die Stahlmantelgeschosse in den Körper des gerade
erschienen Elementars. Plopp! Und weg ist es. Ätsch! Ein weiterer Feuerball rauscht heran. Aber die
Flammen können uns nix anhaben. Endlich ist auch Tien angerückt. Vasili kommt mit nem Rucksack an, den
er mit einem Mantel umwickelt hat. Typisch Zwerg!

„Was nun?“ Da ist guter Rat teuer. Die sind in guter Deckung, haben ein MG auf uns ausgerichtet und wir
haben nur diese Kante als Deckung. Etwa Vierzehn Meter zu ihrer Barrikade. Das ist zu hart. Aber wir
müssen was tun, können nich hier Wurzeln schlagen. Tien schlägt einen Wagemutigen Plan vor. Der sieht
vor, dass ich dem Magier einen Mitgebe, sobald er auf Astralsicht geht. Tien will nämlich ne Thermorauch
Granate werfen. Er mit seinem Ultrasound ist ja davon nich so sehr betroffen. Hukay!

11.04.2059 Freitagmittag Wladiwostok Untergrund

Ich geh etwas zurück, um nich von Gegenmaßnahmen getroffen zu werden, während mein Körper hilflos an
der Wand liegt. Mit einer verkrampft wirkenden Bewegung aktivierte ich meinen Waffenfokus. Ui, hab echt
den vollen Bammel. Wenn das mal nur gut geht. Toki Toki! Mein armes Herzchen rast wie verrückt und
eigentlich sollte ich dringend mal pissen. Oh! Ich atme tief durch, konzentriere mich auf meine Abschirmung
und gehe in den Astralraum. Oh nö! Der Typ wartet schon auf mich. Find ich nich Sahne. Aber ich sause auf
ihm zu und zentriere ihm eines mit meinem Katana. Schlag aus Position 4, sauber ausgeführt. Allerdings
wird mein Schlag rapide von einem magischen Feld gestoppt. Finde ich nich Sahne. Der hat echt was drauf
und macht es mir echt nich leicht. Er versucht mehrmals zu zaubern und kommt einmal sogar damit durch.
Drek! Manablitz, tut weh! Der Kerl ist mir über. Ich verschwinde in meinen Körper. Das war jetzt voll knapp
gewesen. Ich deaktiviere so weit meine Speicher und Foki, nich das der Mistkerl die mir in aller Ruhe kaputt
macht. Die waren Mega teuer!

„Drek! Plan funzt nich!“ Ich erkläre warum. „Dann halt anders.“ Tien wirft die Termorauchgranate und trifft
ziemlich gut. Dann wirft er noch ne Defensiv Granate hinter her, kriegt aber im Gegenzug auch was ab.
Schüsse peitschen. Al und Tien tragen die Hauptlast des Kampfes. Ich schirme sie so gut wie möglich ab,
gehe zu Boden und robbe mich regelrecht in den Boden krallend vor. Vasili benutzt seinen Rucksack als
provisorische Deckung schießt mit seiner Mossberg Bullseye Schrotflinte in den Nebel. Drek! Sehe selber
nur wenig. Aber da! Ein Ork besetzt gerade wieder das Maschinengewehr, von dem ihm die Granate
vertrieben hat. Ich kann nich zulassen, dass die mit so ner schweren Waffe auf uns schießen. In meiner
Optischen Zielerfassung zentriere ich ihn als mein primäres Ziel. Das Universum reduziert sich auf meinen
Richtungspunkt. Ich ziehe den Abzug durch und ich treffe präzise den Ork. Er wird zurückgeschleudert. Blut
spritzt und bevor er auf den Boden aufschlägt, ist er tot. Ui! Sorry, aber ich muss auch an mein Leben denken
und an das meiner Chummer. Kugeln pfeifen mir um die Ohren. Weia! Fühl mich trotzdem Elend. Da
verkrampft sich mein Bauch und mein Herz ist schwer.

Wieder schlägt einer dieser Feuerbälle in uns rein. Vasili fängt leicht an zu kokeln. Der Großteil unser
Gegner scheinen die normalen Leute von Vukov zu sein, aber neben dem Magier scheint auch Mi-Jong Hong
dabei zu sein. Die geht ziemlich gut mit ihrem Sturmgewehr um. Immer wieder kommt sie aus der Deckung
hoch und schießt recht gut. Und das bekomme ich zu spüren. Sie kommt hoch, ich schieße auf sie und sie auf
mich. Ui! Meine Garbe geht vorbei, aber ihre Trifft. Autsch! Ich versuche mich zur Seite zu rollen. Weia!
Das brennt!

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Ich rolle noch gerade rechtzeitig in Deckung, bevor ein weiteres Inferno hoch geht. Eine Flammenwand ragt
vor uns hoch. Al wird es zu Blöd und er stürmt durch die Wand. Weia! Ich versuche die Blutung bei mir zu
stoppen und singe das Lied der Heilung. Nach wenigen Sekunden fällt die Wand in sich zusammen. Al hat
die Situation mit seinem Azzie Betäubungsschlagstock geklärt. Der Magier und die Frau sind betäubt, die
restlichen Leute sind mehr oder weniger tot. OK, sie sind Tot.

Tien will den Magier erschießen, aber ich finde das nich so richtig. Heute sind schon genug gestorben. Es
reicht! Widerwillig steckt der Hobgoblin die Waffe weg. Eine kurze Untersuchung bringt zu Tage, dass Je-
San Bay Opiumsüchtig ist. Weia! Die Frau hat es auch schwer erwischt, sie hat Verletzungen im Gesicht und
ihr fehlt ein Ohr. Ich singe für sie ein Lied der Heilung für sie. Ist ja so alt wie ich. Puh! So viele Tote.
Hoffentlich sind die eingeschlossenen Red Six Mitglieder das Blutvergießen Wert. Die Bunkertür sieht etwas
ramponiert aus, als hätte man versucht, sie zu öffnen.

Astral gehe ich hinein und klopfe an den Hüter. Sofort kommt die Frau wieder herausgeschossen, diesmal
gleich mit zwei Elementaren im Anhang. Ich verklickere ihr, was Sache ist. Sie ist anfangs misstrauisch, aber
ich kann sie doch noch überzeugen. Sie öffnet den Hüter für mich und bringt mich zu deren Chef. Das ist ein
schlaksiger Kerl, der gebrochen Englisch kann. Er stellt sich als Katznitzki vor. Boah, die haben hier alle so
schwer auszusprechende Namen. Da krieg ich noch nen Knoten in meine Zunge.

Katznitzki verklickert mir, dass, bevor sie gehen, müssen sie erst noch die Daten verschicken. Also dann mal
los, kann ja wohl nich so der Akt sein. Aber dazu müssen sie erst die Leitungen reparieren. Weia! Auch das
noch! Isoge! Der Kerl bestimmt einen Freiwilligen, ein Ork mit einem massiven Gewichtsproblem, der mit
hinausgeht. Ich flitze schon mal vor und geb den anderen Bescheid. Nich das es jetzt noch zu
Missverständnissen kommt. Nich so kurz vor unserem Ziel.

Jeden Moment kann Verstärkung kommen. Vier von diesen Hunting Dragon Knilchen hocken hier noch
irgendwo herum. Besonders über Drohnen mache ich mir sorgen. Zum Glück sind die Kabel in diesem
Bereich und nur wenige Meter von hier entfernt. Die beiden lösen die Verschalung an einem Kabelschacht
und beginnen mit dem Flicken. Ich sichere nach vorne und guck immer wieder, wie gut die in den
Kabelschächten vorankommen. Geht zum Glück recht fix. Währendessen haben die beiden anderen
Mitglieder ihr Zeug zusammen gepackt und wir können von hier verschwinden. Die Daten dann endlich zu
verschicken, dauert nur noch wenige Minuten. Fange voll an zu zappeln. Hab ein verdammt schlechtes
Gefühl. Notfalls haben wir noch zwei Geiseln als Verhandlungsgrundlage, aber auf deren Solidarität will ich
mich nich unbedingt verlassen.

Wie kommen wir am schnellsten hier nur wieder raus? Ich würde ja am liebsten durch den U-Bahntunnel
zurück, da scheint das Critterzeugs nich so massiv aufzutreten. Aber Vasili meint, der kürzeste Weg wäre
hier auch der Beste. Also wieder zurück durch das enge Loch in der Decke. Allerdings ist ein der
Computerfreaks etwas dicker, als wie er sein sollte. Zuviel Chips und Pizzas, lautet meine Diagnose. Ist ein
ziemlicher Akt ihn durch das Loch in der Decke zu stopfen. Wie gut das ich ein Magic Girlie bin. Mit Hilfe
von einem Tanz des Leicht seins, einem Seil und viel Kraft kriegen wir ihn durch die Öffnung gequetscht.
Wenn das mal nich zu ner Diät motiviert. Nach und nach klettern wir alle nach oben. Puh! Und weiter geht
es, durch die Kanalisation. Ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir unseren Van. Heiliger Sankt Waschbär
sei Dank! Das letzte was ich jetzt noch gebraucht hätte, wäre ne Auseinandersetzung mit Ghulen oder
anderem Critter Kroppzeug gewesen. Mag die alle nich.

Gut, und nun zu den Infos. Viele Menschen haben dafür sterben müssen. Jetzt will ich Resultate sehen. Auch
finde ich es Schade, dass wir Orek nich gefunden haben. Aber man kann ja wohl nich alles haben. Im Van
unterhalten wir uns. Die Infos sind etwas mager. Sie haben Daten über Aktivitäten in einem der Stillgelegten
Wartungshöfe des U-Bahnnetzes namens C-118. Das ist alles? Vukovs Leute scheinen dort einen massiven
Ausbau zu tätigen. Hm? Könnte das die Schattenzentrale von Yamatetsu sein? Jemand muss das ja managen.
Warum nich ein kleiner Vory namens Vukov, der hoch hinaus will? Könnte Sinn machen. Wäre Cool, wenn
wir jetzt endliche eine heiße Spur hätten. Wir haben ein neues Ziel! Lucky!

Gespielt am 07.08.2004
SL: Mr. Five

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Spieler und Chars: Racker, Al, Tien, Vasili
Karma: 4 (Al für Mut 5)
Eingenommenes Geld: 0
Andenken für die Hall of Fame: Nix

Part IV
Reparaturbahnhof C-118

11.04.2059 Freitagabend Wladiwostok

Als nächsten Schritt fahren wir die Leute der Red Six zu einer von ihnen gewünschten Adresse. Da ich
ziemlichen Druck drauf habe, frage ich, ob ich mal deren WC benutzen kann. Darf ich. Lucky! Die
Wohnung befindet sich im dritten Stock. Das ganze Gebäude macht den Eindruck einer Techno Kommune.
Überall liegen offen Kabel herum. Alles total Vernetzt. Hier und da sind Decker zu sehen, eingestöpselt oder
am herumschrauben. Da kann man richtig gierig werden, wenn man die ganzen Werte hier herumliegen
sieht. Jedenfalls macht Tien diesen Eindruck, der mit kommen wollte und jetzt wird mir auch klar warum,
neh?

Das WC hat noch nich mal ne richtige Türe, nur so einen Perlenvorhang. Oh nö! Aber ich muss ganz
dringend. Also beeile ich mich und nix wie weg hier. Tien hat dieses gierige Glitzern in den Augen. Die
Nuyenzeichen sind richtig zu sehen. Okidokili. Was nun? Wir schauen uns als erstes mal den Plan von dem
Reparaturbahnhof C-118 an. Für ne Schattenzentrale sieht es mir zu klein aus. Hat zwar Dusche,
Umkleideräume und die Werkstätten sind recht groß, da kann man einiges reinbauen. Die im Sendegebäude
war auch nich gerade Klein. Aber hier kann unmöglich zwei Kommandoteams, Wachen und die ganze
notwendige Infrastruktur untergebracht sein. Da es dummerweise die einzige Spur ist, die wir haben, gehen
wir der Sache mal nach.

Allerdings ruft uns Radek zu sich her. Er ist im Emporium, einem Vier Sterne Hotel in der Innenstadt. Sollen
kommen, haben sich neue Spuren ergeben. Also nix wie hin. Da ich dort nich mit meiner dreckigen BDU
hinein will, ziehe ich mich unterwegs in der hinteren Rückbank um. Wie gut, dass hier soviel Platz ist und
ich meine schnuckeliges China Blue dabei habe. Ich liebe dieses Kleid. Das Emporium ist ein wirklich
nobler Schuppen. Tien und Vasili fallen voll aus dem Rahmen, genau so wie das Auto. Aber ohne Probleme
kommen wir in die Lobby und ein Anzugträger gibt mir ne Schlüsselkarte. 1276. Auf in den zwölften Stock.
Im Fahrstuhl und in den Gängen ist enervierende Meditationsmusik zu hören. Gähn.

Aus dem Zimmer kommt uns ein Breitschultiger großer Anglo Norm entgegen. Trägt an einem Handgelenk
einen sehr großen Koffer. Was da wohl drin ist? Wissen will, jetzt! Aber leider hab ich keinen Röntgenblick.
Nur Superhelden haben so was, wie ich seit dem Superman Comic aus Dunkelzahns Nachlass weiß. Radek
hat ne ganze Zimmerflucht. Er ist im Hauptraum mit zwei Asia Norms zu finden. Radek sieht übernächtigt
aus. Weia! Der Mann braucht noch dringender Urlaub als ich. Ich sorge dafür, dass Vasili offiziell als unser
Führer eingestellt wird. Tien ist ja eh von Radek schon angestellt worden.

Wir erstatten Bericht, eben unsere mehr oder weniger Vergebliche Suche nach Orek, wie wir mit den Red
Six Kontakt aufgenommen haben, die größeren Peinlichkeiten bei unseren Aktionen lasse ich geflissentlich
mal außen vor. Und wie wir dann gegen Vukovs Leute und den Hunting Dragon Haufen gekämpft haben.
Und das wir jetzt eben diesen Reparaturbasis als Spur haben. Ich glaub zwar nicht, dass dies die
Schattenzentrale selbst ist, aber sie könnte damit in Verbindung stehen. Radek lobt uns für unsere Arbeit.
Meint, dass wir bis jetzt von allen Teams am meisten erreicht haben. Glub? Andere Teams? OK, die ganze
Aktion ist wohl zu wichtig, um nur ein Feuer im Eisen zu haben. Will gar keine Details wissen, aber
irgendwie wurmt mich das schon. Bin wohl nich gut genug. Weia!

Ich trink meine Cherry Coke aus und frag Radek, ob das Restaurant hier gut ist. Mein Magen knurrt
vernehmlich. Er weiß es nich, da er noch keine Gelegenheit hatte. Allerdings bin nur ich fein genug für ein
Vier Sterne Restaurant gekleidet. Na gut, suchen wir uns halt was anderes. Ein paar Blöcke weiter finden wir
was solides, was gut, aber nich zu fein ist. Viele Touris hier. Die Karte ist dreisprachig, aber mir fehlen die
Bilder der Japanischen Karten. Hm. Was nehm ich nur, was nehm ich nur. Tien empfiehlt mir Menu 78,
meint, dass wäre gut. Ich vertrau mal seinem Geschmack und lass mir das kommen. Schmeckt ganz gut.

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Eigentlich ein Wunder, dass ich hier ganz normal essen kann. Vor nich mal zwei Stunden habe ich einen Ork
getötet. Ein intelligentes Wesen getötet. Und mir ist nich der Appetit vergangen. Muss ich mir Sorgen
machen? Stumpfe ich so langsam ab? Gewöhne ich mich an das töten? Vierzehn Menschen habe ich
inzwischen vom Leben zum Tod befördert. Und ich bin gerade mal Neunzehn Jahre alt, schätze ich
zumindest. Mein Neunzehntes Findungsfest ist ja in neun Tagen. Weia! Ob ich doch so langsam toxisch
werde? Waschbär ist kein Kriegertotem, aber auch kein Friedenstotem. Ich kämpfe, wenn ich muss. Aber
hätte es nicht noch andere Möglichkeiten gegeben? Nun ja, der Magier hat mich neutralisiert und die
Umgebung war echt nich die beste zum Zaubern. Ich erforsche meine Gefühle, doch, es tut noch weh, einen
Menschen getötet zu haben. Aber wie lange noch? Wann werde ich abgestumpft sein? Die Zeit wird es
weisen.

11.04.2059 Freitagabend Wladiwostok

Nach dem Essen gehe ich erst mal mein Näschen pudern. Weia! Seh gar nich Sahne aus. Auch bei mir macht
sich so langsam der Stress der letzten Wochen bemerkbar. Vor einer Woche trieb ich noch Hilflos auf einem
Floß im Pacific. Wie schnell die Zeit vergeht. Nach dem Essen geht es wieder zu unserem Ziel. Auf dem
Weg dorthin ziehe ich mich wieder um. Weia! Drei Männer gucken mir da heimlich zu. Finde das gar nich
Sahne. Hentai!

Das Viertel in das wir fahren, ist ein heruntergekommenes Gewerbegebiet. Sieht alles alt und verbraucht aus.
Es gibt einen Oberirdischen Zugang in Form von einem Lagerhausartigen Gebäude zu dem
Reparaturbahnhof, der ja unterirdisch liegt. Hier stehen verdammt viele Lagerhäuser. Das Lagerhaus wird
von zwei anderen eingerahmt. Davor stehen zwei Vans und drei Leute. Alle leicht vercybert, wie ich mit
einem Blick feststelle. Es gibt zwei Rolltore und eine Tür nach drinnen, alles zu. Wir fahren weiter und
versuchen in die Hintergasse zu kommen. Leider ist das Unmöglich. Vasili als Ortskundiger geht mal
gucken. Er berichtet von einer Kamera und einem Wächter mit einer Schrotflinte. Jetzt bleibt es wieder mal
an mir hängen, die Sache weiter aufzuklären. Kann das!

Ich lehne mich zurück, aktiviere meinen Waffenfokus und nutze die Deckung der Lagerhäuser für eine
Annäherung. Und das war auch verdammt gut so. Denn zwei kleine Nervkugeln, auch Watcher genannt,
sausen hier kreuz und quer durch Kante. Sind ziemlich hektisch die Kleinen. Menschen sehe ich keine
weiteren, aber hier stehen vier weitere Vans und ein Wagen der Sedan Klasse herum. Und eine Drohne, sieht
verdammt nach einer Steel Lynx aus. Heiliger Sankt Waschbär!

Die schwer gepanzerte Drohne hat im Drehturm einen ziemlich dicken Lauf herausragen. Sieht beinahe nach
einem schweren MG im Kaliber .50BMG aus. Drek! Es könnte auch 7.62 Nato sein. Oder ein Russisches
Kaliber. Weis nich genau, hab aber trotzdem Bammel. Mag die gar nich!

Es führt noch eine Rampe nach unten. Gerade breit genug für einen LKW. Von hier aus kann ich leider nix
sehen. Also ziehe ich erst mal zurück, schlage einen Bogen und nähere mich von der anderen Seite tief.
Keller haben die leider nich, also muss es so gehen. Die Rampe macht einen Bogen und die Nervkugeln sind
mir zu aktiv, als dass ich hier runterhuschen könnte. Also zurück in meinen Körper. Ich mach die Jungs mit
den Details vertraut. Oberirdisches Eindringen wird hart werden.

Da bleibt uns wohl nix anderes übrig, als eine Unterirdische Annährung zu versuchen. Ich mach gleich mal
klar, dass ich lieber fünf Kilometer durch die U-Bahntunnel laufe, als auch nur einen Meter durch die
verfickte Kanalisation. Durch diese von Dreks Ghulen verseuchte Tunnel und Schächte kriegt mich keiner
mehr. Ne! Mag die nich!

Also fahren wir zu einer stillgelegten U-Bahnstation in etwa einen Kilometer Entfernung. Hier gibt es doch
noch Passanten und andere Zeugen, so mache ich meine Mendozza so klein wie möglich und renne dann in
den Treppenabgang. Tien hat das Vorhängeschloss geknackt und macht hinter und das Gatter wieder zu. Der
Bahnhof ist voll Unrat. Hier kommen wohl ab und zu auch andere Gäste her. Die Wände sind mit Graffiti
übersprüht. Die Schienen sind noch vorhanden und ohne Rost. Fahren hier noch Züge? Vasili meint nein, das
Netz wäre still gelegt. Na dann!

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Langsam rücken wir vor. Immer wieder halte ich nach Bewegungsmeldern Ausschau und habe auch meinen
Detektor an. Der Betonboden des Tunnelgrundes ist überraschend Frei von Unrat. Als ob hier jemand noch
die Schienen warten würde. Al meint, er würde was hören. Lauschend bleiben wir stehen. Da ist was. Aber
es ist zu leise um es richtig einordnen zu können. Mit der Waffe im Anschlag rücke ich vor. Schließlich
sehen wir, was diese Geräusche verursacht. Sieht aus wie ein Rhesusaffe. War mal mit meinem ersten
Patenkind letztes Jahr mal im Zoo, da habe ich die Viecher in nem Gehege gesehen. Aber dieser Affe ist
etwas größer, seine Hände enden in Krallen und seine Zähne sind viel zu groß. Er hat seltsame Narben an
seinen Muskelstrengen. Keine Ahnung, woher die kommen könnten.

Mit einem Schuss aus seiner Schallgedämpften Predator erledigt Al das Problem. Tot bricht der Affe
zusammen. „Nur nix anfassen. Die Dinger können sonst was übertragen.“ Hab aufgepasst. Weiter geht es
durch die Tunnel. Schließlich müssten wir laut Plan bald dort sein. Bewegungsmelder sind noch keine
aufgetaucht. Aber trotzdem lasse ich die anderen anhalten. Dann gehe ich einige Schritte vor und tanze den
Tanz des Überwachungselektronik entdecken. Und tatsächlich entdecke ich was an der Wand. Vorsichtig
schaue ich mir das an. Hm? Ein Relais? Dahinten ist noch mal eines. „Für was das wohl gut ist?“ Tien und
ich philosophieren ein wenig über Sinn und Zweck von solchen Relais, können aber nur spekulieren. An
Bewegungsmelder sind wir noch nich vorbei gekommen. Waren irgendwo Kameras? Haben nich jeden
Quadratzentimeter durchsucht. Ausschließen würde ich es nich.

„Da kommt was von vorne!“ Al weist in die Richtung und ich gehe hinter den nächsten Pfeiler in Deckung.
Auch die anderen suchen sich ein sicheres Plätzchen. Mit meinem Fernglas spähe ich um die Ecke. Und
tatsächlich sehe ich eine Drohne heranrollern. Sieht aus wie eine aufgemotzte Dobermann E. Schwer
gepanzert und mit einem Elektromotor versehen. Rein für den Indoor Einsatz ausgelegt, deswegen geht die
Geländegängigkeit gegen Null. Aus dem Drehturm ragt ein dicker Lauf heraus. Sofort nehme ich volle
Deckung. Der Motor wird leiser, die Drohne hält an. Als ob sie lauschen würde. Hat sie uns etwa erfasst?
Weia!

11.04.2059 Freitagabend Wladiwostok

Etwa zehn Sekunden rührt sie sich nicht, dann ist zu hören, wie sie mit mehreren Schritten wendet. Das war
jetzt knapp gewesen. Puh! Körperlich will ich nich näher ran, also verlasse ich meinen Körper und schleiche
mich Astral weiter an. Leider muss ich dazu meinen Zauber fallen lassen. Egal. Hätte mir hier eh nix genutzt.
Schließlich komme ich an eine Kreuzung. Hier verlaufen die Schienen kreuz und quer. Hier geht es zum
Wartungsbahnhof C-118 hinein. Ich mache mich so klein wie möglich und husche vorwärts. Meine Vorsicht
war nich umsonst. Eine Nervkugel kommt in mein Blickfeld. Sofort drücke ich mich in die Betonwand.
Verschmelze damit und warte ab. Zum Glück sieht die Nervkugel mich nich und ich orientiere mich wieder
nach hinten.

Hier gibt es noch eine kleine Überwachungsstation. Dort ist ein Ork, der Trid guckt. An einer Wand mache
ich ein Panel aus. Sieht durch die erhabenen Stellen wie eine Art Schaltplan aus. Ist das ein Plan für das U-
Bahnnetz? Keine Ahnung, wäre aber möglich und würde Sinn machen. Ich checke noch einen
Versorgungstunnel ab, aber auch hier wieder eine Nervkugel. Drek! Weiter trau ich mich nich rein und ziehe
mich zurück. Ich gebe meine Erkenntnisse weiter. Noch Näher ran wollen wir lieber nich gehen. Wir
brauchen Überwachungsgeräte, um mehr Infos zu erhalten. Abrücken!

Ohne Zwischenfälle kommen wir wieder an die Oberfläche. Radek hat uns die Nummer von einem gewissen
Tukov gegeben, so eine Art Schieber. Also fahren wir mal zu dem hin. Ist ein kleiner Laden für
Elektronikbedarf. Ziemlich eng alles. Tukov selber ist ein Kaukasischer Norm zwischen Dreißig und
Vierzig, der recht gut englisch kann. Das wirkliche Zeug ist in einem Hinterraum. Wir geben unsere
Bestellung auf und nach einer Stunde haben wir ein einsatzbereites Überwachungssystem. Mit Wehmut
denke ich an das System zurück, dass mir dieser Ultra fiese Gestaltwandler auf dem Schiff zerstört hat. Mit
dem ganzen Zeug düsen wir wieder zurück. Wir teilen uns auf, um die Sache schneller zu erledigen. Ich
werde die Oberirdischen Kameras installieren, Al und Tien die in den Schächten.

Mit einem Lied des Nich gesehen werdens und einem Lied des Leicht seins bereite ich mich vor. Ich nutze
die Rückwärtige Seiten aus, um nich von den Nervkugeln zufällig gesehen zu werden. Gegenüber den
Rolltoren des Lagerhauses, dass über dem C-118 Reparaturbahnhof liegt, bringe ich die erste Kamera an.

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Ruckzuck ist die justiert. Und weiter. Wieder das gleiche Spielchen von der anderen Seite. Ich richte gerade
die zweite Kamera auf den Hintereingang, als die Tür aufgeht. Schluck! Ich werde doch nich entdeckt sein?
Ne, der Typ ist nur eine Rauchen. Er unterhält sich mit dem anderen Wächter auf Englisch. Huh?

Ich spitze meine Öhrchen und lausche dem Gespräch. Einer scheint aus Boston zu kommen und die Arbeiten
sind bald beendet. Klar, wird ja bald alles mit Giftgas geflutet. Dann, dass die Koreaner sich nich gut genug
um die Affen gekümmert hätten. Sie würden immer noch in den Lüftungsschächten herum randalieren. Ihr
Geek Geek würde tierisch auf die Nerven gehen. Und sie hätten einen Gefangenen, um den sich Vukov bald
kümmern würde. Orek? Könnte sein. Dann tritt der Kerl den Nikostick aus und geht wieder rein. Hm.

Auch die Al und Tien haben ein Gespräch belauscht. Dort unten arbeiten Amerikaner. Machen den Eindruck
einer Kontruppe. Hm? Das passt jetzt gar nich ins Bild. Die Schattenzentrale kann das nich sein. Wirklich
nur die Versorgungsstation? Meine weibliche Intuition hat mich mal wieder nich getrogen. Aber irgendwie
passt das nich in mein Gesamtbild. Obwohl, es könnte auch ne Amerikanische Yamatetsu Tochter sein, oder
halt ne Firma, die einem aus der Mandrake Fraktion gehört. Revive Live ist ja auch mal für ne
Schattenzentrale benutzt worden. Hm. Aber das ist jetzt nicht unser aktuellstes Problem. Was machen wir
mit dem Gefangenen? Der soll ja zu Vukov gebracht werden, oder er holt ihn ab. Vielleicht hat der ja weitere
Infos.

Ich wäre für ne Befreiung unterwegs. Rein gehen würde uns zu sehr exponieren und würde vielleicht sogar
zu einer Verlegung der Zentrale führen. Jetzt kurz vor dem Ziel dürfen wir uns das nich erlauben. Schließlich
sind auch die anderen einverstanden. Wir warten, bis Vukov ihn abholt. Damit gehen wir zwar direkt gegen
die Vory vor, aber das haben wir ja schon eigentlich getan. Jetzt gilt es Nägel mit Köpfen zu machen. Aber
bitte keine Toten. Mag das nich!

Jetzt heißt es erst mal warten. Bin so langsam etwas Müde. War ein langer und anstrengender Tag. Vor
meinem geistigen Augen erscheint der von mir getötete Ork. Den ersten Meta, den ich umgebracht habe.
Weia! Hoffentlich werden das heute nich noch mehr! Vasili übernimmt es, auf den Laptop zu starren. Ich
krabble nach hinten und mach es mir bequem. Soweit es eben geht. Ich ziehe mir die Schuhe aus und rolle
mich zusammen. Nach kurzer Zeit bin ich eingeduselt.

11.04.2059 Freitagabend Wladiwostok

„Mandy! Da ist einiges an Bewegung!“ Vasili reißt mich aus einem angenehmen Traum. „Was los?“ Ich
nuschle ein wenig und richte mich auf. Oh! Nach etwa fünf Sekunden bin ich soweit aufnahmefähig. „Drei
Wägen sind vorgefahren.“ „Seh nur zwei?“ „Der dritte ist schon drin.“ „Ui? Lass mal gucken.“ Ich spule die
Aufzeichnung etwas zurück. Es sind drei Ford Amerikas, die vorfahren. Zwei sind noch draußen und es
stehen jetzt sechs Personen herum. Ein Wachwechsel hat noch nicht stattgefunden. Aber es können durchaus
zwölf Stunden Schichten sein. Gähn!

Ich lasse die Kamera etwas zurückfahren und schau mir an, wie ein dritter Ford Amerika hinein gefahren ist.
Von einem wichtigen Lidori wie Vukov erwarte ich etwas mehr Stil. Ich flitze kurz Astral hinaus, passe die
Watcher ab und gucke mir die Fahrzeuge von Innen an. Die sind Leer. OK! Wieder zurück. Ich wecke die
anderen beiden, die in unserem russischen Van pennen. Gemeinsam bereden wir unser weiteres vorgehen.
Abfangen scheint mir die Beste Option. Das Anhalten könnte schwierig werden. Aber da wir zwei große
Autos haben, ist das nicht so das Problem, finde ich zumindest. Hukay!

Zur Sicherheit bringe ich noch eine Wanze an einen der Fahrzeuge an. Falls wir sie Widererwarten verlieren
sollten. Nach einigen Minuten fährt dann wieder der gelbe Ford Amerika hinaus. Ich flitze schnell hin und
gucke, wie viele drin sind. Ein Ork Fahrer. Hinten ein gefesselter Ork und ein Norm. He, den gefesselten Ork
kenn ich doch! Das ist Kaprov, der Vory Ork, der Orek hinter her geschnüffelt hat. Drek auch. Vory gegen
Vory. Für wen hat der noch mal gearbeitet? Wohl nich für Vukov. Das verspricht interessant zu werden. Nix
wie zurück in meinen Körper. Die Fahrzeugkolonne setzt sich in Bewegung, wir mit etwas Abstand hinter
her. Tien folgt Parallel. Aber nich zu weit weg. Wäre nich cool, wenn er zu weit weg käme.

Wir haben immer noch das Problem, wie wir die Kolonne zum halten bringen. Bingo! Mein kleiner
Waschbär hat eine geniale Idee! Ja, kann so was auch mal haben. Also, ich weise Vasili an, kurz hier rein zu

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fahren. Ich verwandle mich in eine russische Politesse und dann den Wagen in einer der Polizeiwägen hier.
Hoffe nur, dass ich auch dieses komische Geschmiere, dass die hier Buchstaben schimpfen, richtig
geschrieben habe. Weia!

„Ich bring sie jetzt zum halten, macht euch bereit!“ Ich fahre die Scheibe hinunter und winke dem gelben
Ford Amerika zu, dass er anhalten soll. Macht er auch. Ich lasse mir schnell erklären, was Aussteigen und
Ausweiskontrolle auf Russisch heißt. Drek! Die reden hier so komisch. Kann sich doch kein Girlie so schnell
merken. Muss aber.

Der Wagen hält an und ich steige aus. Der Ork im gelben Ford Amerika steigt mit erhobenen Händen aus.
Hinten hält der zweite Ford Amerika. Al und Tien sind weiter hinten noch zu sehen. Der dritte Wagen hält
mit großem Abstand auch an. Jetzt heißt es schnell zu handeln, da er was auf Russisch sagt und ich keinen
Plan hab, was er mich fragt, geschweige denn, was ich darauf antworten sollte. Weia!

Also ziehe ich Blitzschnell meinen Taser und versuche ihn abzuschießen. Aber er sieht meine Bewegung
kommen und weicht dem Pfeil mit dem Draht gekonnt aus. Ey! Und dann überschlagen sich die Ereignisse.
Aus dem mittleren Wagen kommen zwei Typen heraus und auch aus dem gelben Ford kommt noch der
Norm heraus. Tien versucht einen der beiden zu überfahren, schafft es aber nich. Al springt heraus und will
die Sache mit dem Knüppel aus dem Sack erledigen. Eigentlich ne gute Idee. Einer schießt direkt mit der MP
auf mich und auch sonst fliegen mir nur noch so die Kugeln um die Ohren. Ich geh leicht getroffen in
Deckung, nachdem ich meinen Taser Leergeschossen habe, ohne auch nur irgendwas zu treffen. Menno!

Mit dem Azziestock knüppelt Al einen der Vorys nieder, aber die haben nen Gunslinger Zwerg dabei. Der
hat ne echte Sportpistole und kann damit auch umgehen. Weia! Vasili schnappt sich den Gunslinger Zwerg,
Al kämpft sich durch. Ich springe auf, um ihm zu helfen, sause um den Wagen und zentrier dem Ork eine.
Aber mein Knüppel prallt an seinem harten Schädel ab. Tien hat inzwischen gehalten und versucht den Typ
aus dem letzten Wagen zu geeken. So ein Trottel. Was war an, „Ich will keine Toten!“ nich zu verstehen
gewesen? Das letzte was wir jetzt noch gebrauchen können, ist ne Sonderkommission, wegen nem Massaker
auf der Straße und hier laufen noch jede Menge Zivilisten herum. Tun sie halt überall hier. Manch verirrte
Kugel könnte die Treffen. Ist ja nich so, dass ne Kugel einfach zu Boden fällt, wenn sie das Primäre Ziel nich
getroffen hat.

Da wir den einen Kerl auch nich gemeinsam niederringen können, fälle ich ihn mit einem Lied des Krieges.
Tien schießt weiter durch die Kante auf einen Flüchtigen. Was soll der Drek! So ein Idiot! Vasili ist auch
nich besser und rennt hinter dem inzwischen fliehenden Gunslinger nach. Zuerst versucht er ihn von hinten
abzustechen. Und als das nich klappt, zieht er ne leibhaftige Desert Eagle aus der Jacke. OK, der Zwerg hat
auch Hände wie Schaufeln. Aber trotzdem zerstört er damit eine Schaufensterscheibe und trifft mit der
zweiten Kugel den Fliehenden in den Rücken, der zwar nach vorne gestoßen wird, aber weiter Läuft. So was
Unnötiges!

„Feuer einstellen! Wir müssen hier weg!“ Die ganze Sache hat zwar keine Viertel Minute gedauert, aber ich
bin sicher, dass mindestens fünfzig Leute gerade hektisch den Notruf wählen. Mit Als Hilfe schaffen wir
Kaprov aus dem Wagen und schleppen ihn zu unseren Russen Van. Und nix wie ab durch die Mitte. Vasili
bricht die Verfolgung ab und rennt zu seinem Wagen. Gute Idee! Nix wie weg von hier. Das ging jetzt nich
so ab, wie ich das geplant hatte. Mein kleiner Waschbär ist ganz arg geknickt, dass der Plan nich so gefunzt
hat, wie ich das gerne gehabt hätte. Mir bleibt wohl nix anderes übrig, als mit Russisch anzufangen. Drek
auch. Das wäre dann die vierte Sprache. Und etwas Spanisch wollte ich auch noch lernen. He, ich könnte mir
bald ne neue Identität als Dolmetscherin aufbauen. Gute Idee das, wenn es so was überhaupt noch gäbe!

11.04.2059 Freitagabend Wladiwostok

Zum Glück spricht Kaprov Englisch. Lernen die hier in der Schule. Finde ich ne gute Idee. Er arbeitet für
Vladimir Kovalenko, der wiederum für den Zar Korodov arbeitet. Er hat die Aktivitäten von Vukov
untersuchen sollen, hat deswegen Orek gesucht, der ja auch was herausgefunden hatte. Aha! Er hat auch
diesen Bahnhof gefunden, leider ist er beim schnüffeln ertappt worden. Er weis zu berichten, dass dort unten
viel Zeug gelagert ist und das hier Züge ein und ausgefahren sind. Das ist wohl der letzte Beweis,

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Werkbahnhof C-118 ist nich die Geheimzentrale. Sonst weiß er leider auch nix neues. Hm. Hat sich das jetzt
gelohnt?

Kaprov meint, er könnte uns ja seinem Lideri vorstellen, also Vladimir Kovalenko. Ich hoffe mal nich, was
wir in Flügelkämpfe innerhalb der Korodov Vory hineingezogen werden. Genau genommen sind wir ja
eigentlich schon mitten drin. Ne Connection zur Unterwelt hier zu haben, könnte durchaus ein nich zu
unterschätzender Vorteil sein. Hukay!

Wir fahren wieder mal durch die Nacht. Gähn! Werde so langsam wieder etwas müde. Aber erstmal singe
ich ein Lied der Heilung auf mich. Weia! Werde bald in jedem Gefecht verwundet. Mit meinem
Taschensekretär surfe ich ein wenig im Matrix Light System und suche ein Programm, Russisch für
Anfänger. Finde was und lade es Kostenpflichtig runter. Hat keinen Wert, muss wenigstens ein paar Brocken
dieser Sprache sprechen. Kommunikation ist einfach zu wichtig, als das ich mich davon ausschließen könnte.
Weiß das!

Schließlich erreichen wir die genannte Adresse. Es ist ein Club namens Adaption. Die Schlangen davor sind
Gigantisch. Mega Weia! Hier ist mehr los als im Dante am Samstag Abend und das will was heißen. Drek!
Was ziehe ich jetzt nur so schnell an? Um mein Latexkleidchen aus Hong Kong anzuziehen, müsste ich auch
die Unterwäsche ausziehen. Kommt also hier nich in Frage. Mein China Blue ist auch deplaziert. Ist was für
First Class Hotels und zum Essen gehen. Nich für ne Zappelbox. Hm. Muss wohl in den sauren Apfel
beißen. Fühle mich gar nich wohl, als wir an der Schlange vorbeimarschieren. Hab ja nen Tarnanzug im
Stadtfleckenmuster an. Weia!

Aber wir kümmern uns nich um die Kommentare. He, ich versteh ja noch nich mal, was sie uns sagen. Ist in
dem Fall vielleicht auch besser so. Schließlich kommen wir zu den Türstehern. Die kennen Kaprov und
lassen uns mit rein. Drinnen müssen wir die Waffen abgeben. Taser, Glock Gl-1 Match, Hokai Poket
Dragon, Überlebensmesser und ausfahrbarer Schlagstock landen auf den Tresen. Krieg ne Marke
ausgehändigt. „Gut auf das Zeug aufpassen. Teuer das!“

Die Disco ist ein recht dunkler Ort. Neo Ruski Gothic der extra düsteren Ausprägung. Die Klientel ist auch
auf Dunkel getrimmt. Hautbleicher, Schwarze lange Haare und schwarze Tattoos, die perfekt aufgemalt sind.
Nich mal meine Sakura-chan würde die so elegant aufgetragen bekommen. Respekt. Wir fallen natürlich auf
wie Leute in militärischen Klamotten in einer Neo Gothik Disko. Weia!

Wir werden nach hinten zu einem VIP Bereich geführt. Hier ist nur ne kleine Tanzfläche und viele Tische in
Nischen. Vor ner weiterführenden Tür steht ein Norm Glatzkopf, der uns kritisch Mustert. Kaprov wechselt
ein paar Takte mit dem Kerl, der verschwindet kurz und wir dürfen eintreten. Es geht eine Treppe hoch, wo
man dann in einen Raum kommt, von dem man den Club wie in einer Loge überblicken kann. He, dass
kenne ich aus dem Trid!

Vladimir Kovalenko entpuppt sich als Ork von schwer schätzbarem Alter. Wir halten ein wenig Smalltalk.
Über unsere eigentliche Mission bleiben wir Vage. Wir suchen etwas, einen Unterirdischen Bunker oder
ähnliches. Vielleicht kann man sich ja gegenseitig helfen. Etwas Konkretes kommt erst mal nicht heraus.
Was aber auch nich so wichtig ist. Das Treffen diente dazu, um sich ein wenig zu beschnuppern. Ich krieg
ein Glas Wasser angeboten. Na das trinke ich doch auf ex. Glub? Das Glas Wasser entpuppt sich als Wodka.
Weia! Das Gesöff haut rein. Feuer!

Wir verabschieden uns und gewinnen Land. Puh! Im Wagen bringe ich erst mal alle Infos in eine Datei, die
ich Spickzettel taufe. So langsam verliere ich nämlich den Überblick, über die ganzen Leute hier. Wir fahren
zu Tiens Bude. Hat er von Dexter, seinem Schieberchummer aus Seattle, der wohl auf beiden Seiten des
Pazifiks aktiv ist. Der kommt auch noch kurz vorbei und redet ein paar Takte mit Tien. Er hat ein Portofolio
über militärische Drohnen dabei. Wir können jetzt genau sagen, was für ne verdammte Drohne dort unten
auf uns lauert, aber Schwachpunkte bekommen wir so auch nich raus. Menno, gar nich Sahne!

Als vorletztes rufe ich Deathdancer an, verklickere ihm die neusten Infos. Und auch das über diesen
seltsamen C-118 Bahnhof und die Amerikaner, die dort sind. Vielleicht kann er ja was herausfinden. Die
Infos die wir haben sind natürlich nich gerade üppig, aber Deathdancer wird das Kind schon schaukeln. Hoff

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ich zumindest. Dann schicke ich noch eine Voicemail an einen Briefkasten von mir. Erzähle, was passiert ist,
ohne Namen und Details zu nennen und schicke dann Sakura eine Nachricht, dass sie was abrufen kann.

Ich bin auf alle Fälle Fix und Foxi. Werfe meine Isomatte aus, den ich den ganzen Weg von Seattle bis nach
hier mitgeschleppt habe. Dann dusche ich noch kurz und kuschle mich dann in meinen Schlafsack. Bin zu
Müde, um mir Vorwürfe zu machen oder ein schlechtes Gewissen zu haben. Schlaf ein und bin weg. Nachti!

Gespielt am 14.08.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker, Al, Tien, Vasili
Karma: 3 (Vasili 4)
Eingenommenes Geld: 0
Andenken für die Hall of Fame: Nix

Rackers kleiner Spickzettel um den Überblick zu behalten

Unsere Mission:

Wir sollen für Tan Tien die neue Yamatetsu Schattenzentrale der Mandrake Fraktion ausfindig machen. Das
Primäre Ziel ist dabei die Extraktion von Mr. Walther Mandrake und Mr. Kyle Frakes bis spätesten den 23.
April, da am aller Wahrscheinlichkeit am 24 April eine Eigentümer Versammlung abgehalten werden wird,
die über den neuen Kurs von Yamatetsu bestimmen soll.

Die Mitspieler und Fraktionen

Die Pro Umzugsfraktion von Yamatetsu

Diese Fraktion ist für den Umzug des HQ von Japan nach Wladilowstok. Butterblume und der aktuelle CEO
Shibanokuji sind die mächtigsten Mitglieder dieser Fraktion. Auch stehen sie positiv der PPG gegenüber.

Die Mandrake Contra Umzugsfraktion

Diese Fraktion ist gegen den Umzug, sie wollen den Con in Japan halten, sei es nun aus Nationalstolz oder
schnöden Gewinnstreben. Professor Mandrake hat eine Expertise erstellt, die von einem Umzug abrät und
auch der PPG kritisch gegenüber steht.

Sie bauen hier irgendwo eine Schattenzentrale auf. Bahnhof C-118 dient als Nachschublager oder von dort
wird die Baustelle wohl mit Material und Nachschub versorgt. Im Bahnhof ist eine weitere Fraktion, die ich
nicht einzuordnen weis. Am besten Deathdancer darauf ansetzen. Die Arbeiter und Angestellten scheinen aus
Nordamerika zu kommen. Boston und Kalifornien sind als Herkunftsorte der Arbeiter gefallen.

In der Schattenzentrale selber müssen wir mit Team A und Team B rechnen. Beides sind Konzernkiller.
Team B hat mindestens fünf Mitglieder, die vier, die wir kennen und wahrscheinlich einen verdammt fähigen
Decker. Rudger führt dieses Team. Mag den gar nich!

Tan Tien

Das ist unser Auftraggeber. Ein kleiner Konzern in China, Stammsitz die alte Hauptstadt Beijing (Peking).
Sie forschen Hauptsächlich für andere Firmen. Bis jetzt konnten sie noch jeden Übernahmeversuch
abwehren und würden sehr von der PPG profitieren.

Die PPG

Dieses in der Schaffung befindliches Wirtschaftsbündnis ist eine Gruppe von Konzernen, die alle ihre
Stammsitze an Pazifikanrainerstaaten haben. Die Mitglieder werden sein: Eastern Tiger, Geatronics,
Federated Boing, Kwonsham Industrie, Lami Look Pagkaon, Malaysian Independant Bank, PacRim

160
Communications Unlimited, Shibata Construction and Engineering, Tan Tien, Universal Omnitech, Wuxing
Inc., und Yamatetsu.

Die Vory

Es gibt drei große Fraktionen in Wladiwostok, die jeweils von einem so genannten Zar angeführt werden.
Zar also gleich einem Capo vergleichbar. Die größte Fraktion gehört Sergei Bjermaldin. Die zweite
Korodov, die dick mit dem Militär und dem Schmuggel ins Ausland ist. Die dritte sind die Yuggart,
bestehend aus Usuris, dass sind hier die Ureinwohner und die sind fett drin im Schmuggel mit Telesma aus
Yakutien. Die Vory ist so ähnlich wie die Mafia aufgebaut. Die Titel heißen etwas anders, aber die Struktur
ist die Gleiche, nur haben die keinen Oberchef wie den Don. Und auch keine übergeordnete Comissione.

Die für uns wichtigste Fraktion ist die von Zar Korodov. Zu ihm gehört oder gehörte Vukov. Aber auch die
Kovalenko Geschwister. Natascha und Vladimir. Vladimir residiert im Adeption und scheint ein höherer
Lideri zu sein. Lideri ist der Titel des Caporegimes bei der Mafia und scheint ähnliche Aufgaben zu haben.
Auch ist er der Chef von Kaprov, den wir gerettet haben.

Vukov ist immer noch ein unbekannter Nenner. Arbeitet er auf eigene Faust oder auf direkte Order von Zar
Korodov? Sind die Kovalenko Geschwister dann die Abtrünnigen? Blick da noch nicht ganz durch. Vukov
ist auf alle Fälle ein ehemaliger Red Six und hat eventuell internationale Connection auf Matrixebene. Aber
das ist nur eine reine Spekulation von mir. Auf alle Fälle ist er mit drin und damit unser direkter Gegner

Die Red Six

Die Red Six sind hier in Wladiwostok beheimatete Neo Anarchisten. Orek Larson ist einer von ihnen, ebenso
wohl Michael Dubrov und Olga Dugawa, Natascha Sugawa. Einer der Anführer ist Professor Juri Simarov.
Ein Anführer ist auch Katznitzki. Ihre Ziele in dieser Beziehung sind schwer abzuschätzen. Kenn mich mit
dem Neo Anaracho Zeugs nich gut genug aus.

Part V
Assassins

12.04.2059 Samstagmorgen Wladiwostok

Uhm? Guck auf die Uhr, gerade mal sieben. Viel zu Früh. Ich höre Geräusche aus der Küche. Tien ist am
Rumwerkeln. Oh nö! Ich leg den Arm hoch, so das Augen und ein Ohr bedeckt sind und schlafe weiter.
Kann das. Im Waisenhaus habe ich gelernt, in einem Bett zu schlafen, wo noch jede menge andere Mädchen
mit drin waren.

Glmpf? Die Melodie meines Handy klingelt. „Moshi Moshi?“ nuschle ich. Deathdancer ist am Apparat, er
hat in Boston einiges gefunden, aber er hat ne Riesenauswahl an Verdächtigen. Ist nich so, dass in Boston
besonders wenige Firmen ihren Sitz hätten, neh? Er braucht weitere Infos. Puh! Damit kann ich auch nie
dienen, aber vielleicht wissen ja die Jungs was. Barfuss, nur mit nem T-Shirt und nem String Tanga
bekleidet, schlappe ich in die Küche und frage in die Runde, ob noch ein paar Infos bekannt wären. Der
Rigger von denen hieß Wayland oder so. Nich gerade die Super Info, aber besser als gar nix. Tien hat nen
Kaffee gekocht, wo man nen Löffel senkrecht reinstecken kann. Macht aber wach.

Ich such mir was zum Frühstück zusammen und fange an zu toasten. Dann frage ich mal, was mir nu machen
wollen. Wir müssen ja immer noch herausfinden, wo diese verdammte Schattenzentrale ist. Dafür dass wir
jetzt gerade mal drei Tage hier sind, haben wir schon einiges erlebt, neh? Ich zeig den anderen mal meinen
Spickzettel und meine Spekulationen. Wir kommen zu dem Schluss, dass wir einfach nich genug Infos
haben. Wir haben zwar den Standort von dem Versorgungsterminal, wenn man C-118 mal so nennen will,
aber über den Zug wissen wir nix. Aber vielleicht haben ja die unteren Kameras was aufgenommen. Also
sollten wir da mal nachgucken gehen.

Und wir haben noch ein anderes kleines Problem. Unser kleiner Überfall uferte ja gestern etwas mehr aus,
als es von mir geplant war. Asche über mein Köpfchen. Wir brauchen auf alle Fälle neue Nummernschilder

161
und Codes. Es gab ja genug Zeugen, die sich das eventuell gemerkt haben. Tien besorgt über Dexter ein Satz
Schilder und Codes für jedes unserer Fahrzeuge, muss dann aber leider gehen, er hätte noch ne andere
Verpflichtung, die er erfüllen müsste. Ja ne!

In nutze die Zeit, mich richtig anzuziehen und ein wenig Beauty Pflege zu betreiben. Und ich muss
unbedingt mal zum Friseur, aber das muss wohl leider noch warten. Weia! So! Fertig. Al macht derweil mal
einen kleinen Spaziergang. Könnte mir Vorstellen, dass er bei seiner Familie anruft. Nach ner halben Stunde
werden Nummernschilder und Codes geliefert. Ich zahle gerade mal 600 dafür, ist recht günstig. Im
Hinterhof montieren ich die Schilder, mit ein paar Steinen und Staub trimme ich sie auf alt. Und zum Schluss
noch mal herzhaft dagegen getreten. Perfekt. Auch die Codes einzuspielen ist ein Kinderspiel. Auf geht’s!

Wieder mal das gleiche Spielchen. Auf dem Weg dorthin büffle ich weiter in meinen gestern herunter
geladenen Russischkurs für Anfänger. Schon wieder ein Alphabet lernen. Ist inzwischen das sechste. Weia!
Die Daten unten zu bergen ist nich das Problem. Im Van gucken wir uns die Bilder an. Fehlanzeige! Total
nix. Keine Bewegung, Mist! Aber dafür haben die oberirdischen Kameras eine Lastwagenkolonne
aufgenommen. Lastwägen ohne Aufschrift. Ich geb die Nummernschilder durch und kann sogar die
Buchstaben mehr oder weniger benennen. Deathdancer checkt die Schilder mal ab.

Zehn Minuten später haben wir eine Adresse. Die Spedition ist keine zwanzig Minuten von hier. Sagaski
Transports. Das Areal ist von einem drei Meter hohen Sicherheitszaun umgeben. Darüber zwei Bahnen
Stacheldraht. Das Gebäude besteht aus vier Garagen für LKW und einem niedrigen Verwaltungsgebäude.
Auf dem Hof stehen zwei LKW mit Aufschrift Sagaski Transports. Davor stehen zwei Typen in BDU und
ner umgeschnallten MP. Das Tor ist zusätzlich mit einer Ausfahrbaren Sperre geschützt. Die Schlösser an
den Türen sind Handabdruckscanner. Für ne Spedition total überdimensioniert. Was mich zu dem Schluss
bringt, dass dies wahrlich keine normale Spedition ist.

Deathdancer meldet sich und meint, der Host dieser kleinen Firma wäre kälter als der Südpool im polaren
Winter, so viel Ice ist dort. Ein Astraler Blick offenbart zwei hektisch herumfliegende Nervkugeln. Trotzdem
erwäge ich eine kurze astrale Aufklärung. Wir fahren mehrere Blöcke weiter und ich geh mal hin. Im
Tiefflug pirsche ich mich an die Rückseite an. Aber kaum bin ich durch Zaun, kommt schon eine dieser
Nervkugeln zeternd angeschossen. Ich mache eines auf verflogenes Girlie und ziehe mich fix zurück. Drek
auch!

12.04.2059 Samstagmittag Wladiwostok

Ich flitze zurück in meinen Körper. „Was nun? Astral komme ich da nich rein. Die Nervkugeln sind auf
Zack.“ Wir gehen verschiedene Optionen durch, als wir mehrere Fahrzeuge auf das Areal fahren sehen. Drei
Stück, sechs Personen steigen aus, einer davon ist ein Albino. Schock! Die Verschwinden in dem Gebäude.
Ich mach noch schnell Fotos von den Leuten und gebe die Nummerschildern an Deathdancer weiter. Fünf
Minuten später wissen wir, dass die Schilder gefaked sind. Das Bild von dem Typ sende ich mal an Radek,
vielleicht kennt er den ja. Leider nich, also Bild an Deathdancer.

Aufgrund der doch hohen Sicherheit unterlassen wir einen Vorstoß auf das Gelände. Ist mir einfach zuviel
Opposition. Während die Jungs die Sache im Auge behalten, fange ich an, Lektion Nummer zwei aus meinen
Sprachkurs zu lernen. Noch ne Sprache, die in mein kleines Köpfchen muss. Und irgendwann will ich auch
noch etwas Spanisch lernen, wegen meinen Tarnidentitäten, wo ich meist als Hispanic laufe. Hab ja so nen
dunklen Teint und vielleicht waren meine Eltern ja auch angehörige dieser Rasse.

Nach einiger Zeit kommen die wieder raus und fahren los. Wir hinter her. Die fahren in die Innenstadt. Und
schließlich in ein Parkhaus. Ich bin inzwischen schon mit Lektion vier fertig und Qualmwolken kommen aus
meinen Ohren heraus. Overload! Da bin ich richtig froh, dass ich die Leute Astral beschatten kann. Die
Suchen sich einen Parkplatz und laufen los. Einer von denen ist magisch Aktiv, der Rest Vercybert. Der
Albino hat Hauptsächlich Headware, die anderen haben meist Kampfcyberware intus. Ich schätze mal, dass
sie uns so überlegen sind. Weia!

Die gehen in ein Restaurant. Und dort in ein Hinterzimmer. Mr. Johnson bittet zum Treffen. Was anderes
fällt mir dazu nich ein. Ich sag den Jungs bescheid und gehe dann wieder auf Posten. Der erste Runner ist ein

162
Ork, ziemlich bullig, schwer vercybert. Der zweite ein Norm, der typisch Kommiskopp. Nummer drei ein
Zwerg, der ziemlich aufgeregt wirkt und in seiner Begleitung ist eine Frau mit dem Namen Cassy, so nennt
der Zwerg sie auf alle Fälle, die zu einem erwacht und obendrein noch leicht vercybert ist. Zwischen der
Ankunft des Orks und der zwei letzten vergehen über eine halbe Stunde. Da wollte wohl jemand
Überpünktlich sein.

Der Raum selbst ist mit einen Hüter gesichert, ein Reinkommen für mich nich so einfach möglich. Ich trau
mich nich, ein Durchdringen zu riskieren. Hab zuviel Bammel davor. Nach ner Viertelstunde kommt der
Kerl wieder raus, die Runner bleiben erst mal drin. Kommen dann aber nach einer weiteren Viertelstunde
heraus. „Also, in einer Stunde im Kusaki.“ Meint der Ork. Gut zu wissen. Also zurück in meinen Körper und
gebe die Infos mal weiter. Der Ork geht zu einem großen Van, der ziemlich aufgemotzt aussieht. Die
Typische Runnerkarre eben. Die anderen nehmen Taxis. Auch der Johnson verschwindet wieder.

Von Deathdancer lasse ich noch die Reservierungsliste überprüfen. Mal gucken, wie die Russen ihren
Johnson nennen. Tukov. Wie lustig. Das Kusaki entpuppt sich als eine Bikerbar am Hafen. Ist ziemlich
schäbig. Jede menge Motorräder stehen draußen herum. Wir baldowern aus, das Al als Ork getarnt hinein
geht. Ich werde den Zauber auf ihn maskieren, so das Cassy nix mitbekommt. Obendrein werde ich eine
Wanze an dem Wagen des Orks anbringen, da mir das wie deren Mannschaftswagen aussieht. Hukay!

Im Wagen singe ich für Al das Lied des anders Aussehens und schicke ihn als Ork hinein. Ich büffle schon
mal Lektion fünf durch. Nach nicht allzu langer Zeit trudelt der Van ein. Der Ork steigt aus, sieht sich
aufmerksam um und geht dann in die Bar. Ich schnappe mir einen der Sender und schlendere langsam auf
den Van zu. Das Teil hat tatsächlich einen sehr guten Annährungsalarm, was auf gute Sensoren schließen
lässt. Auf alle Fälle fordert mich eine russisch sprechende Tonbandstimme auf, zu verschwinden. Hah, meine
Lektionen waren nich vergebens. Ich mach scheinbar einen Satz erschreckt zurück und laufe weiter. Die
Mütze tief ins Gesicht gezogen. Drek!

Nach und nach trudeln auch die anderen Runner ein. Die beiden Norms kommen auf Bikes, der Zwerg mit
nem Kabinenroller. Al gelingt es, das Gespräch zu belauschen. Die Runner verlassen die Bar und verstreuen
sich in alle Himmelsrichtungen. Erst jetzt erzählt Al, was er gehört hat. Diese Leute haben den Auftrag, uns
Aufzuspüren und zu geeken. Toll! Und das erzählt er jetzt. Mist, ich hätte eines der anderen Fahrzeuge
vielleicht verwanzen sollen. Aber zu spät. Und nun?

Wir überlegen hin und her, wie wir mit der Situation zu Rande kommen sollen. Vassili ist für liquidieren.
„Und was erreichen wir damit? Dieser Albino wird nur ein weiteres Team auf uns ansetzen, dass besser als
seine Vorgänger sein wird. Wir kennen sie jetzt und wissen, auf wen wir achten müssen. Ich bin dafür, dass
wir erst mal gar nix tun. Die finden uns wahrscheinlich eh nich.“ Also lassen wir die Sache erst mal auf sich
beruhen.

12.04.2059 Samstagabend Wladiwostok

Viel weiter sind wir in unserem eigentlichen Problem nicht gekommen. Auf alle Fälle habe ich erst mal
Hunger und gehen essen. Radek meldet sich zwischendurch und meint, er hätte diesen Albino als einen
gewissen Richard Simons identifiziert. Ist so eine Art Sonderressourcenmanager von Cocoran
Communications aus Boston. Ach sieh an. Daher weht also der Wind. Könnte wetten, dass die wiederum ne
Tochter von Yamatetsu sind. Wenn sicherlich noch die eine oder andere Firma dazwischen steht.

Danach schauen wir, ob unsere Kameras neue Daten haben. Und ja! Lucky! Diesmal ist ein Zug zu sehen.
Zwei U-Bahnwägen. Nachträglich gepanzert, vorne und hinten sie jeweils Rammen angebracht, Kuhfänger,
wie die aus den Westernfilmen, die ziemlich zerkratzt aussehen. In den Tunneln dort unten scheint es auch
größere Critter zu geben. Jetzt wissen wir wenigstens, wie die Wägen aussehen. Vorne und Hinten sind
jeweils Sensorkuppeln zu sehen. Aber seitlich und oben scheint ein einziger toter Winkel zu sein. Das ist
unsere Chance!

In meinem genialen Köpfchen manifestiert sich mal wieder ein perfekter Plan. Kann das! Aber dazu brauche
ich einen Super Sender. Durch den ganzen Beton, Stahl und Kabel ist ja ne Übertragung nich gerade Sahne.
Ich rufe Tukov an, also den kleinen Schieber, der Radek uns empfohlen hat. Der hat tatsächlich so was. Aber

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so etwas wäre nich besonders klein. Muss es auch nich. Und nen Elektromagnet. Hat er auch. Also nix wie
hin.

Der Sender ist wirklich ziemlich groß. Etwa zwanzig auf zwanzig Zentimeter. Weia! Und viel zu hoch.
Höher als zehn Zentimeter sollte es nich sein. Und das Gehäuse sollte so Stahlgrau sein. Tukov grummelt
etwas herum und will mich die Sache nich selber machen lassen. Kann so was nämlich gut! Vasili staubt auf
Geschäftskosten noch Werkzeug und ne MP ab. Jetzt sieht der Sender schön flach und abgeschrägt aus und
könnte auf den ersten und auch zweiten Blick als Normaler Bestandteil des Zuges durchgehen. Perfekt!

Auf dem Weg zum Bahnhof gehen wir noch in einen russischen Pedant zum Stuffer Shack. Ich hole mir nen
Sixpack Mineralwasser in diesen kleinen praktischen Flaschen. Dazu noch einige Sweeties und Riegel. So,
jetzt bin versorgt. Dann mal wieder umgezogen, Tänze des Nich gesehen werden und des Leicht seins
getanzt. Der stillgelegte Bahnhof ist leer und unbelebt. Wie es sein sollte. Al und Vasili sind oben und
werden der Bahn folgen. Mein Job wird es sein, zwischen zwei Säulen zu warten und wenn der Zug vorbei
kommt, den Sender zu befestigen. Und später ihn dann wieder zu bergen. Hoffe mal, dass mein kleiner Plan
aufgeht.

Zwischen zwei der tragenden Säulen begebe ich mich in Stellung, ich schwebe nach oben, Rücken zur einen,
Beine auf die andere abgestützt. Nich gerade die bequemste Position. Und dann beginnt die Warterei. Gähn!
Ich vertreibe mir die Zeit, in dem ich mir die Gestaltung meiner Mangas, die ich zur Verbündeten Formel
brauche, vorstelle. In meinem Geiste entwickele ich die Waschbär Geschichte, also die Story, welche die
Waschbärgestalt symbolisieren wird. Ich sehe das erste Panel richtig vor mir. Wird einen Busch zeigen, aus
dem ein paar Augen herausspähen. Das nächste Bild darunter, ein Lager mit Käfigen eingesperrter Tiere.
Und so setze ich im Geist die Geschichte Panel für Panel um. Ich erlaube mir den Luxus, meine Gedanken
und Ideen aufzuschreiben. Nach einer total ereignislosen Stunde, setze ich mir mein Sony Musicplayer auf
und höre mir ganz leise Japanischen Idol Syntho Pop an. Uaaahh!

Zäh verrinnt trotzdem die Zeit. Ab und zu mampfe ich einen der Riegel und nehme einen Schluck aus meiner
Mineralswasserflasche. Hoffentlich muss ich nich auf die Toilette, dass wäre echt peinlich, wenn ich gerade
pullern muss, das dann der Zug vorbeikommt. Aber noch stellt sich kein Bedürfnis ein. Bald schweifen
meine Gedanken ab. So ganz allein, in der Dunkelheit. Och, heute ist Samstagabend. Oh, wie gerne wäre ich
jetzt bei meiner Sakura-chan. Tanzen, dann kuscheln. Oh, mir wird ganz anders. Aber jetzt ist echt nich der
Ort, um romantische Gefühle aufzubauen. Die Umgebung wirkt wie ne kalte Dusche.

Nach einer halben Ewigkeit, es ist jetzt nach Mitternacht, vier Stunden warte ich jetzt schon, höre ich ein
Geräusch. Sofort fällt die Langeweile von mir ab, verstaue mein Sketchbook und mache die Musik aus. Yup.
Motorengeräusch. Sofort habe ich den Sender in der Hand uns spähe ins Dunkel. Da! Die Bahn rollt an. Hat
nen ziemlichen Zahn drauf. Das wird knapp werden. Habe ich mich etwa verschätzt? Auf alle Fälle muss ich
es probieren. Der Zug ist da und sause aus der Deckung. Rasend schnell braust der Zug unter mir vorbei. Ui
ui ui! Das wird verdammt knapp. Ich schalte den Magnet ein. Nur ein Versuch und der muss sitzen. Der
zweite Wagen ist nun unter mir. Dort! Gewandt setze ich den Sender zwischen zwei der Panzerplatten.
Perfekt!

Lucky! Ja Ta! Kann das! Aber jetzt ist es höchste Eisenbahn, wieder in Deckung zu gehen, bevor die
Sensoren mich erfassen können. Auch das gelingt mir. Waschbär ist mit mir! So, mein Part wäre erledigt.
Müde! Die Jungs setzen sich in Bewegung und ich fliege von hier weg. In der Nähe haben wir unseren Van
geparkt und ich geh hinein. Ich mach es mir bequem. Nach knapp einer Viertelstunde meldet sich Al. „Rate
mal, wo der Zug angehalten hat.“ „Hm, Geheimdienstzentrale?“ „Kalt.“ „Mitsuhama Uni?“ „Kalt.“
„Kasparow Park?“ „Bingo!“ „Is nich wahr?“ Doch, ist es. Wer hätte das Gedacht? Ich nich.

Aber da der Zug dort steht und ich wirklich Müde bin, mache ich erst mal ein Nickerchen. Ich stell die
Melodie meines Handys laut und bitte Al, mich anzurufen, wenn der Zug sich wieder in Bewegung setzt.
Und dann nicke ich ein.

Glub? „Moshi Moshi?“ Aha, der Zug bewegt sich wieder. Immerhin drei Stunden geschlafen. Lucky! Ich
sause nach unten und nehme wieder meine alte Position ein. Nach gerade mal zehn Minuten kommt der Zug
wieder angedonnert. Ui Ui Ui! Das wird verdammt knapp werden. Der Zug kommt heran und sofort stürze

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ich mich auf den Sender. Wieder nur ein Versuch und der muss klappen. Ich bin dran, deaktiviere den
Magnete und reise den Sender hoch. Puh! Das war knapp und in den Sensorschatten hinter die Säule. Lucky!

Feierabend! Für heute ist erst mal Schluss. Ich fahre mit dem Van im Autopilotmodus zu unserem
Unterschlupf. Auf dem Weg gucke ich, nach der nächsten Katholischen Kirche hier. Es gibt sogar mehrere.
Hätte ich nich gedacht. Ich suche mir die nächste aus. Um 10.30 haben die Gottesdienst. Merke ich mir vor.
Daheim stelle ich mir den Wecker und schlüpfe in den Schlafsack. Nachti!

13.04.2059 Sonntagmorgen Wladiwostok

Um Neun Uhr dreißig ist die Nacht zu Ende. Oh, Müde! Aber will mal wieder in die Kirche. Also aus dem
Schlafsack gekrabbelt und zur Dusche gewankt. Oh! Macht mich wach. Kaltes Wasser, da wird man richtig
Munter. So, Handtuch um gebunden und zurück zu meinen Koffer. Hab leider nix wirklich passendes zum
Anziehen. Das China Blue oder mein Latex Disco Bitch scheinen mir nich die richtig Wahl zu sein. Dann
eben Blue Jeans, Bluse und Jacke. Ich hinterlasse noch einen Zettel und los geht’s nach nem kleinen
Frühstück.

Die Kirche ist ziemlich klein, kaum mehr als eine Kapelle. Der Priester ist ein Elf. Jugendlich wie alle
unserer Art. Es sind gerade mal vier Gläubige anwesend, mit mir. Weia! Und einen Chor haben die hier auch
nich. Und von der Predigt verstehe ich so gut wie kein einziges Wort. Snüff. Aber egal. Hauptsache ich war
mal wieder in der Kirche und hab einen Gottesdienst besucht. An dem Kerzenständer zünde ich vierzehn
Kerzen an und bete genau so viele Ave Marias. Warum Vierzehn? Weil das die Anzahl der Menschen ist, für
deren Tod ich die Verantwortung trage. Danach zünde ich noch drei Kerzen für die Toten der USS Cromwell
an. Ruht in Frieden. In Seattle würde ich noch für ne richtige Totenfeier sorgen, versprochen!

Ich fühle mich etwas besser. Zurück im Versteck schiebe ich ein Fertiggericht in den Koch-O-Mat. Mjam
Mjam. OK, wie geht es weiter? Wir sollten mal gucken, wie die Zentrale von unten Gesichert ist. Der Zwerg
kennt eine Station in der Nähe, etwa zweieinhalb Kilometer bis zum Zielpunkt. Etwa zehn Minuten zu Fuß.
Häh? Kann ja wohl nich sein. Vasili meint, nich gehen, laufen. Nene. Is nich. Wir müssen da ganz vorsichtig
ran.

Wieder mal volle Kampfausrüstung. Mit dem Rover fahren wir hin. Ist wieder mal eine Sache von ein paar
Sekunden dort einzudringen. Die Tunnel sind hier still und leer. Langsam rücken wir vor. Ich Tanze den
Tanz des Überwachungselektronik Entdeckens. Etwa zweihundert Meter vor dem U-Bahnhof Kasparow
Park spricht mein Zauber an. Zwei Bewegungsmelder und etwas, was etwas Komplexer ist. Vielleicht eine
Sentry? Ist unter der Decke angebracht.

Ich tanze den Tanz des Nich gesehen werdens und bewege mich langsam nach vorne. Ist nur ne Kamera.
Langsam bewege ich mich zurück, mach die anderen beiden ebenfalls unsichtbar und wir Rücken leise nach
vorne. Um eine Biegung sehen wir den Bahnhof. Jemand hat Plastwände eingezogen, die nun die Gleise vom
restlichen Bereich trennen. Zwei Männer in Sicherheitsrüstungen halten Wache. Die unterhalten sich über
die momentane Situation hier. Sind wohl schon einige Zeit hier und müssen wohl noch drei Wochen bleiben.
Ein dritter kommt hinzu. Sie unterhalten sich wegen dem Giftgaseinsatz am Montag. Sie müssen hier in
Chemoanzügen Wache halten, während der Rest der Besatzung sich in die oberen Bereiche begeben darf,
weil es einfach nich chemisch zu isolieren ist. Sollte der Bahnhof die Schattenzentrale sein? Irgendwie
komisch.

Aber die Infos über Montag könnten wichtig sein. Nur zwei Wachen und die Sentry, die hier auch noch
herumsteht. Drohnenrigger scheinen die ja massig zu haben. Und wir kriegen ihren Firmennamen heraus.
Cocoran Communications. Sehr aufschlussreich. Und dass sie immer mal wieder Probleme mit dem
Netzwerk haben. Dann verschwindet der eine wieder und die beiden verfallen in dumpfes Brüten. Ich weiß ja
selber, wie unglaublich langweilig es hier unten sein kann. Aber jetzt nix wie weg. Langsam ziehen wir uns
zurück.

Rein theoretisch müssten hier die Kabel für die Matrixverbindung entlang laufen. Ich öffne einen der
Schächte und gucke mal rein. Ich finde auch ein Kabel. Mit nem Dongel käme Deathdancer vielleicht in
deren Matrixsystem. Über Tukov besorgen wir uns eines und schließen es an einem Verteilerkasten an, wo

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auch das Kabel dran hängt. Deathdancer dringt ein und kommt nach einigen Minuten mit einer
niederschmetternden Nachricht. Wir haben nich die Schattenzentrale gefunden. Das da hinten ist nix weiter,
als eine Art Verstärkerrelaisstation. Menno! Er war in deren System und hat sogar einen Plan von der
Anlage. Dominiert wird das ganze von einer Art unterirdischen Sende Empfänger Station von recht großen
Ausmaßen. Weia! Und ich dachte schon, wir wären endlich am Ziel. Mega Menno! Aber wenigsten haben
wir jetzt einen Firmennamen, nämlich Corcoran Communications. Den soll doch Deathdancer mal
überprüfen.

Gespielt am 28.08.2004
SL: Mr. Five
Spieler und Chars: Racker, Al, Vasili
Karma: 3 (Racker 4)
Eingenommenes Geld: 0
Andenken für die Hall of Fame: Nix

Part VI
Kampf um Daten

13.04.2059 Sonntagmittag Wladiwostok

Ui ui ui! Nimmt das denn hier gar keine Ende mehr? Weia! Finden wir was, ist es das Falsche. Hoffentlich
kommen wir über die Relaisstation an unser Ziel. Wir ziehen uns erst mal in Tiens Wohnung zurück. Dann
beginnen wir mit dem Planen. Deathdancer hat zum Glück nen Plan von dem Bahnhof, wie er in etwa jetzt
aussieht, aus den Daten herausfiltern können. Hm. Wird ne Haarige Sache werden. Zwei Wachen und eine
Sentry zum überwinden. Dann durch Tür in den ehemaligen Wartebereich. Dort steht so ein komisches
Gerät. Deathdancer meint, dass er darüber Zugang zur Zentrale bekommen könnte. Weia! Allerdings muss
dafür das Teil etwas modifiziert werden und das soll ich dann machen. Ob ich das gebacken kriege, mit
seiner Hilfe schon. Na gut!

Wird trotzdem ziemlich knifflig werden. Über eine Stunde gehen wir akribisch verschiedene
Vorgehensweisen durch. Schließlich einigen wir uns auf eine und erstellen dann eine Liste mit dem Zeug,
was wir dafür brauchen. Leider liegt mein Chemoanzug in Seattle, da liegt er gut. Aber für was gibt es
Tukov. Ein Gespräch später sind wir auf dem Weg zu ihm.

Unterwegs meldet sich Deathdancer und schickt mir ein File über Cocoran Communications. Das ist der
Provider und Mobilfunk Anbieter für die UCAS. In Seattle kennt die aber keine Sau, weil Renraku ja da dass
Netz exklusiv betreibt. Dieser Kon gehört zu den größeren. Hat ein A Einstufung und ist auf dem Weg AA
zu werden. Und sie sind Dick im Geschäft Asiatisch Pazifischen Raum in den Regionen, die nich so boomen.
Wie eben Wladiwostok, haben vor einigen Jahren die ganzen Rechte für diese Region für ein paar Flaschen
Wodka und einige großzügige Spenden bekommen. Wollte auch so recht sonst niemand haben. Aber jetzt ist
dieser Vertrag natürlich durch den Umzug von Yamatetsu Gold Wert. Hm, eigentlich profitieren die ja dann
eigentlich von einem Umzug. Warum zur Hölle unterstützten die nun die Fraktion von Yamatetsu, die gegen
den Umzug ist? Check ich nich!

Ohne von Assassinen aufgelauert zu werden, kommen wir in seinem Laden an. In seinem Hinterzimmer hat
er sogar noch ein paar passende Anzüge herumfahren. Dumm nur, dass die Warnorange sind. Etwas
schwarze Farbe tut ihnen gut. Ich probier mal einen an. Hab sie mir unbequemer vorgesellt. Allerdings sind
sie auch nicht gepanzert. Da probier ich einfach mal ne rumliegende schwere Weste an, die mir
normalerweise zwei Nummern zu groß wäre. Jetzt passt sie perfekt. Ich hüpfe ein wenig darin herum, geht
ganz gut.

Dann sprühe ich die Anzüge erst mal schwarz. Nachdem die Farbe trocken ist, sprühe ich graue Streifen
drauf, welche die typische menschliche Silhouette durchbrechen sollen. Kann so was! Dann nimmt jeder
noch ein Antidotpatch und was zum Flicken mit. Dazu noch kompakte Sauerstoffflaschen, um nich von
externer Luft abhängig zu sein. Dann besorgen wir uns noch Leihweise für 1K so ne kleine
Kontaminierungsanlage. Und so ein Zeug, mit dem man Ausrüstung einsprühen kann. Na, ob das was hilft?

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Schwer bepackt fahren wir wieder nach Hause. Ist schon später Nachmittag. Mir wird es gribblig, finde, wir
sollten die alten Karre abstoßen und uns was neues besorgen. Der Decker im Nacken kennt ja wenigstens die
Fahrzeugtypen, die wir benutzen. Sollten da was ändern. Will keinen Konflikt mit den Assassinnen Runner
riskieren. Mag niemanden töten. Habe die letzten Wochen zu viele Umgebracht, als das dies gut für mein
Seelenheil sein könnte. Also besorgen wir über Dexter uns ne neue Karre. Ein T-80, ne, ist kein Panzer, der
Typ heißt halt so.

Dann checken wir die Ausrüstung für Morgen schon mal durch. Ui, dass wird was werden. Letztendlich
hängt alles an mir. Hab voll den Bammel deswegen. Weia! Und mir fällt auf, dass wir nix haben, um Gas zu
analysieren. Wir sollten schon in etwa wissen, wann wir Gas ausgesetzt sind und wann nich. Tien schlägt
allen ernstes vor, dass wir dafür nen Straßenköter nehmen. Finde ich gar nich Sahne. Hab ne Viertelstündige
Diskussion mit ihm. Auch Tiere wegen so was zu töten, halte ich nich für richtig, die haben auch ne Seele.
Ratten könnte ich noch akzeptieren, sind ja Schädlinge und so. Straßenköter vielleicht auch, aber ich kenne
viele Kiddies aus meiner Zeit auf den Straßen, die Wauzies hatten und wie sehr sie an ihren klei