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Modul C Planung und Gestaltung Vorlesung: Handhabungs- und Montagetechnik Seite 11-1 © J. Wolfgang Ziegler

Modul C

Planung und

Gestaltung

Vorlesung: Handhabungs- und Montagetechnik

Seite 11-1

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11 Produktgestaltung und montage- und handhabungsfreundliches Design

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Prof. Dr.-Ing. J. Wolfgang Ziegler Fachhochschule Düsseldorf

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11 Produktgestaltung und montage- und handhabungsfreundliches Design

Mit dem Zusammenbau von Teilen entsteht ein mehr oder weniger komplexes Produkt. Je nach Anzahl der Einzelteile, der Schwierigkeit des Fügens und der Stückzahlanforderungen ergeben sich entsprechend umfangreiche Anlagen. Ehe man sich aber mit den Montage- und Handhabungsanlagen befasst, ist das Produkt zu durchleuchten und auf auto- matisierungsfreundliche Gestaltung zu prüfen. Automatisierungsfreundliche Produktgestaltung soll Fertigungsmittel einfacher und zuverlässiger machen, die Produktqualität sichern und die Herstellung von Produktvarianten begünstigen. Um alle Forderungen zu berücksichti- gen, braucht der Konstrukteur sehr viele Detailkenntnisse. Neben der fachlich-inhaltlichen Seite ist auch die zeitliche Abfolge der Schritte wichtig. Das ganze oder teilweise Zusammenführen (siehe Bild) der Entwicklungsphasen bis hin zum Produktionsanlauf wird auch als Simultaneous Engineering bezeichnet. Für etwa 70 % der späteren Herstellungs- kosten eines Produkts werden die Grundlagen beim Konstruktionsentwurf gelegt.

werden die Grundlagen beim Konstruktionsentwurf gelegt. sequentielle Bearbeitung Überlappende Bearbeitung
werden die Grundlagen beim Konstruktionsentwurf gelegt. sequentielle Bearbeitung Überlappende Bearbeitung
werden die Grundlagen beim Konstruktionsentwurf gelegt. sequentielle Bearbeitung Überlappende Bearbeitung

sequentielle Bearbeitung

Überlappende Bearbeitung

Simultaneous Engineering

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11.1 Produktstrukturierung

Viele Produkte sind mehrstufig aufgebaut und lassen sich in Baugruppen, Untergruppen und Bauelemente bzw. Einzel- teile gliedern. Man strebt an das Anlagensystem parallel zur Produktgestaltung zu konzipieren und beides aufeinander abzustimmen. Das Produkt sollte folgende Anforderungen bezügliche Montage- und Handhabungsfähigkeit genügen:

• Gliederung in funktionsfähige, entkoppelte und sich prüfbare Baugruppen

Vereinheitlichung von Bauteilen und Baugruppen

• Entwurf von Produktvarianten mit großer konstruktiver und technologischer Ähnlichkeit

• Einfache Fügebewegungen aus möglichst nur einer Richtung

Welche Produktstruktur sind möglich und vorteilhaft?

Kriterien Kriterien für für die die Produktstrukturierung Produktstrukturierung Bilde eigenständige Baugruppen!
Kriterien Kriterien für für die die Produktstrukturierung Produktstrukturierung
Bilde eigenständige
Baugruppen!
Vereinheitliche und
Standardisiere!
Senke die Teile-
Anzahl!
Baugruppen-
Montage-
Teileklassi-
Integration
Teile weg-
klassifizierung
reihenfolge
fizierung
lassen
Montagefamilien
Funktionsintegration
Teileintegration
Baukastenbauweise
Differentialbauweise
Integralbauweise
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11.1.1 Schachtelbauweise

Bei der Schachtelbauweise werden die funktionsbedingt notwendigen Bauteile derart zusammengesteckt, dass ihr Zusammenhalt durch Formpaarung gewahrt bleibt.

11.1.2 Nestbau- und Schichtbauweise

Ist keine Deckelfunktion vorhanden, gibt es die Nest- und Schichtbauweise. Dabei ist es günstig, wenn Formelemente vorhanden sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken.

vorhanden sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken. Fügeteil Basisteil Fügerichtung Nestbauweise
vorhanden sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken. Fügeteil Basisteil Fügerichtung Nestbauweise
vorhanden sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken. Fügeteil Basisteil Fügerichtung Nestbauweise

Fügeteil

sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken. Fügeteil Basisteil Fügerichtung Nestbauweise Schichtbauweise
sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken. Fügeteil Basisteil Fügerichtung Nestbauweise Schichtbauweise

Basisteil

sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken. Fügeteil Basisteil Fügerichtung Nestbauweise Schichtbauweise
sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken. Fügeteil Basisteil Fügerichtung Nestbauweise Schichtbauweise
sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken. Fügeteil Basisteil Fügerichtung Nestbauweise Schichtbauweise
sind, die ein gegenseitiges Zentrieren bewirken. Fügeteil Basisteil Fügerichtung Nestbauweise Schichtbauweise
Fügerichtung Nestbauweise
Fügerichtung Nestbauweise
Fügerichtung
Fügerichtung
Fügerichtung Nestbauweise
Fügerichtung Nestbauweise
Fügerichtung Nestbauweise
Fügerichtung Nestbauweise

Nestbauweise

Fügerichtung Nestbauweise
Fügerichtung Nestbauweise

Schichtbauweise

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11.1.3 Differential- und Integralbauweise

Bei der Differentialbauweise werden die verschiedenen Stimmzungen einzeln und präzise aufgenietet. Somit ist eine Reparaturfähigkeit einzelner Zungen gegeben.

ist eine Reparaturfähigkeit einzelner Zungen gegeben. Einzeltonzunge Niet Differentialbauweise Bei der

Einzeltonzunge

Niet

Differentialbauweise

Bei der Integralbauweise besteht der Stimmkamm aus einem Stück. Die Montage ist einfacher als bei der Differentialbauweise.

Montage ist einfacher als bei der Differentialbauweise. Stimmkamm Basisteil Integralbauweise 11.1.4 Verbundbauweise

Stimmkamm

Basisteil

als bei der Differentialbauweise. Stimmkamm Basisteil Integralbauweise 11.1.4 Verbundbauweise Mit der

Integralbauweise

11.1.4 Verbundbauweise

Mit der Verbundbauweise, können Bauteile realisiert werden, die aus einer unlösbaren Verbindung mehrerer Komponenten aus unterschiedlichen Werkstoffen bestehen. Man unterscheidet:

Insert- Technik: Metallteile werden mit Kunststoff umspritzt (z.B. Metallnaben, Gewindeeinsätze, Lagerbuchsen). Outsert- Technik: Funktionselemente aus Kunst- stoff werden an eine Metallplatine angespritzt (z.B. Lager, Achsen, Federelemente, Schnapper, Stützen, Führungen).

Kunststoff
Kunststoff

Outsert-Technik

Metall

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11.1.5 Redesign

Oft entstehen bei einer konstruktiven Überarbeitung des Produktes, beim so genannten „Redesign“ Multifunktionsteile, da es nicht immer um neue Produkte geht. Oft existieren ältere Erzeugnisse, die sich auf dem Markt bewährt haben und die nun automatisch produziert werden sollen.

haben und die nun automatisch produzie rt werden sollen. Bockrad 1 angepresste Fläche 2 Federstahldraht 3
Bockrad 1 angepresste Fläche 2 Federstahldraht 3 Halteschale 4 Kopflager 5 Bodendeckel
Bockrad
1 angepresste Fläche
2 Federstahldraht
3 Halteschale
4 Kopflager
5 Bodendeckel
2 Federstahldraht 3 Halteschale 4 Kopflager 5 Bodendeckel Deutliche Erleichterungen erge ben sich bei der Montage,
2 Federstahldraht 3 Halteschale 4 Kopflager 5 Bodendeckel Deutliche Erleichterungen erge ben sich bei der Montage,

Deutliche Erleichterungen ergeben sich bei der Montage, wenn es gelingt, die immer aus mehreren Teilen beste- henden Gelenken durch integrierte Materialgelenke zu ersetzen.

Rationalisierungspotential

Zeit

Rationalisierungspotential Zeit Modul C Planung und Gestaltung Vorlesung: Handhabungs- und Montagetechnik Seite 11-7 ©

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Gestaltung

Zeit Modul C Planung und Gestaltung Vorlesung: Handhabungs- und Montagetechnik Seite 11-7 ©

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11.2 Maßnahmen zur montagegerechten Produktgestaltung

In Abhängigkeit von den möglichen Änderungen am Produkt können unterschiedliche Maßnahmen zur montagege- rechten Produktgestaltung durchgeführt werden. Im Schaubild ist die qualitative Zunahme des Rationalisierungs- potentials in Abhängigkeit von den zeitlich umsetzbaren Maßnahmen und des technischen Aufwand zur montage- gerechten Produktgestaltung dargestellt. Beim Design oder Redesign ist es günstig, wenn man in den Gestaltungs- bereichen Produkt, Baugruppe und Einzelteil denkt.

=> Das größte Rationalisierungspotential ist zu erreichen bei Maßnahmen, welche den Gesamtprodukt- aufbau betreffen. Diese Maßnahmen können jedoch nur längerfristig durchgeführt werden.

Maßnahmen am Einzelbauteil

Maßnahmen an Baugruppen

Maßnahmen an Baugruppen

Maßnahmen an Baugruppen
Maßnahmen an Baugruppen

Maßnahmen am Produktaufbau

Aufwand

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11.2.1 Vorgehensweise in der Praxis

Um zu testen, ob das zu montierende Produkt kostengünstig und qualitätsgerecht montiert werden kann, müssen mehrere Prüfschritte durchgeführt werden.

Schritt 1: Montageaufgabe vereinfachen! Verringerung der Teileanzahl und Teilevielfalt eines Produktes.

• Zusammenfassen von Funktionen durch Ausbildung von Multifunktionsteilen

Gleichteileverwendung, gleiche Bauelemente für verschiedene Funktionen

Montagefamilien bilden, um die technischen Anforderungen an das Montagesystem zu senken.

Schritt 2: Montageorganisation verbessern! Entwickeln von Zusammenbau-Alternativen für die Montageplanung.

• Beliebige Montagereihenfolgen entwickeln

Vermeidung von Zwangsfolgen im Montageablauf

• Konzipieren vieler eigenständiger Baugruppen

Schritt 3: Montagedurchführung erleichtern! Automatisierungsgerechte Gestaltung von Bauelementen und Baugruppen.

Füge- und verbindungsgerechte Gestaltung von Bauelementen

Handhabungs- und greifgerechte Werkstückgestaltung

• Vermeidung von fügefremden Arbeiten

Die Analyse und Bewertung von Produkten ist nicht einfach, weil nicht ohne weiteres feststellbar bzw. quantifizierbar ist, welche Eigenschaft, Bedingungen und Veränderungen an einem Objekt günstig und wirklicher Fortschritt sind. Die folgenden Empfehlungen können hierbei hilfreich sein.

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11.2.1.1 Empfehlungen für Einzel-, Baugruppen- und Produktgestaltung

Integriere Komponenten in andere Funktionsträger!

Vermeide separate Verbindungsmittel!

Vermeide oder erleichtere Orientierungsvorgänge!

Unterstütze das Zusammenstecken von Komponenten!

Verwende Standard-, Norm- und Gleichteile möglichst oft!

Vermeide Wirrteile im Haufwerk!

Verwende integrierende Herstellungsmethoden!

Vermeide fügefremde Arbeitsvorgänge!

Vermeide Montageoperationen!

Gestalte demontage- und recyclingfreundlich

Gestalte verpackungs- und transportgerecht!

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11.3 Fügehilfen (Maßtoleranzen)

Bauelemente, Werkstückträger und Montagevorrichtungen sind toleranzbehaftet und das führt beim Positionieren in einer Montagestation zu mehr oder weniger großen Positionierfehler. Damit das fügen störungsfrei ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich.

ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst
ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst
ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst
ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst
ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst
ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst
ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst
ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst
ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst
ablaufen kann, sind Füge- hilfen erforderlich. Die Fügepartner können in de n Passmaßen selbst

Die Fügepartner können in den Passmaßen selbst Maßabweichungen aufweisen, die eine vorgegebene Passung in Frage stellen. Durch Aneinanderreihen von Bauelementen können sich die Einzeltoleranzen derart addieren, dass die Fügbarkeit nicht mehr gegeben ist oder die Funktion im Produkt nicht erreicht wird.

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11.3.1 Füge- und Formtoleranzen (1/3)

Gestaltungsbereich Einzelteil Auch Formtoleranzen können in der Handhabungs- und Montagetechnik zu empfindlichen Störungen führen. Gestaltungsregeln für Einzelteile orientieren sich vor allem an Erleichterungen für das Handhaben, Greifen, Spannen, das richtige Tolerieren sowie dem Unterstützen von Fügeverrichtungen.

Tolerieren sowie dem Unterstützen von Fügeverrichtungen. • Langloch • Gewindestück gekürzt • offenes
Tolerieren sowie dem Unterstützen von Fügeverrichtungen. • Langloch • Gewindestück gekürzt • offenes
• Langloch • Gewindestück gekürzt
• Langloch
• Gewindestück gekürzt
• offenes Lagerschild • elastische Werkstoffe
• offenes Lagerschild
• elastische Werkstoffe
von Fügeverrichtungen. • Langloch • Gewindestück gekürzt • offenes Lagerschild • elastische Werkstoffe
von Fügeverrichtungen. • Langloch • Gewindestück gekürzt • offenes Lagerschild • elastische Werkstoffe
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Füge- und Formtoleranzen (2/3)

Gestaltungsbereich Baugruppe Baugruppen sind geometrisch bestimmte Gebilde, die durch Fügen von mindestens zwei Einzelteilen entstanden sind und in eine Montageeinheit höherer Wertigkeit eingehen. Eine Verbesserung des Positionsverhaltens lässt sich durch maßliche Abstimmung und Ausbildung von Formelementen erreichen.

Abstimmung und Ausbildung von Formelementen erreichen. • Schnapphaken • Haken aus Kunststoff • Schnapphaken
• Schnapphaken • Haken aus Kunststoff
• Schnapphaken
• Haken aus Kunststoff
• Schnapphaken • Zentrierelemente
• Schnapphaken
• Zentrierelemente
Ausbildung von Formelementen erreichen. • Schnapphaken • Haken aus Kunststoff • Schnapphaken • Zentrierelemente
Modul C Planung und Gestaltung Vorlesung: Handhabungs- und Montagetechnik Seite 11-13 © J. Wolfgang Ziegler

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Füge- und Formtoleranzen (3/3)

Gestaltungsbereich Produkt Der Produktaufbau bestimmt ganz wesentlich die spätere Montage- und Handhabetechnologie. Fehler in der Produkt- gestaltung ziehen in der Regel auch Mängel in der Teile- und Baugruppengestaltung nach sich.

20 Teile
20 Teile
4 Teile
4 Teile
• Schnappverbindungen • Teilereduzierung • Teileintegration
• Schnappverbindungen
• Teilereduzierung
• Teileintegration

Redesign eines elektronischen Gerätes

Das neue Bauteil führt zu einer deutlichen Senkung der Montagezeit und schließlich auch zu einer Einsparung an technischen Ausrüstungen. Außerdem werden alle wichtigen Anforderungen erfüllt, wie

• viele Fügeflächen mit anderen Teilen (Schachtelbauweise)

• Montage durch einfache Fügebewegungen

Lagebeständigkeit

• gute Zugänglichkeit

• Zusammenhalt der Montageeinheit gewährleisten

Zentrierfähigkeit sowie Steifigkeit (Nestbau- und Schichtbauweise)

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11.4 Werkstückflussgerechte Gestaltung (1/3)

Werkstückflussgerechte gestalten heißt vor allem, das Ruhe- und Bewegungsverhalten von Werkstücken günstig zu beeinflussen sowie einfaches Ordnen und Speichern zu erreichen. Von besonderer Wichtigkeit ist das Vermeiden von Teilen, die Wirrgutverhalten aufweisen könnten. Werkstückflussgerecht gestalten bedeutet also:

Bilden von symmetrischen oder eindeutig asymmetrischen Werkstücken! Anbringen zusätzlicher Ordnungsmerkmale bzw. Formangleichung in möglichst vielen Symmetrieebenen. Ist eine Symmetrie nicht zu erreichen, so sind die Teile deutlich asymmetrisch auszubilden.

symmetrische symmetrische Werkstücke Werkstücke

symmetrische symmetrische Werkstücke Werkstücke

ungünstig

symmetrische symmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
symmetrische symmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
symmetrische symmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig

günstig

symmetrische symmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
symmetrische symmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
symmetrische symmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
asymmetrische asymmetrische Werkstücke Werkstücke

asymmetrische asymmetrische Werkstücke Werkstücke

ungünstig

asymmetrische asymmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
asymmetrische asymmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
asymmetrische asymmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig

günstig

asymmetrische asymmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
asymmetrische asymmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
asymmetrische asymmetrische Werkstücke Werkstücke ungünstig günstig
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Werkstückflussgerechte Gestaltung (1/3)

Eine werkstückflussgerechte Gestaltung hat auch wesentlich zur Erhöhung der technischen Verfügbarkeit der Hand- habeeinrichtung beizutragen. Auch wenn sich Störungen in der Werkstückzuführung durch Verklemmen, Überein- anderschieben u.a. meist rasch beseitigen lassen, so ist doch der unbeaufsichtigte Ablauf nur bedingt realisierbar. Werkstückflussgerecht gestalten bedeutet also:

Vermeiden von Wirrgut, dass im Haufwerk zu unentwirrbarem Knäuel zusammenwächst! Insbesondere bei Drahtfedern genügt es schon, Spalte auf die Werkstückdicke abzustimmen.

Knäuel zusammenwächst! Insbesondere bei Drahtfedern genügt es schon, Spalte auf di e Werkstückdicke abzustimmen.
Knäuel zusammenwächst! Insbesondere bei Drahtfedern genügt es schon, Spalte auf di e Werkstückdicke abzustimmen.
Knäuel zusammenwächst! Insbesondere bei Drahtfedern genügt es schon, Spalte auf di e Werkstückdicke abzustimmen.
Knäuel zusammenwächst! Insbesondere bei Drahtfedern genügt es schon, Spalte auf di e Werkstückdicke abzustimmen.
Knäuel zusammenwächst! Insbesondere bei Drahtfedern genügt es schon, Spalte auf di e Werkstückdicke abzustimmen.
Knäuel zusammenwächst! Insbesondere bei Drahtfedern genügt es schon, Spalte auf di e Werkstückdicke abzustimmen.
Knäuel zusammenwächst! Insbesondere bei Drahtfedern genügt es schon, Spalte auf di e Werkstückdicke abzustimmen.
Knäuel zusammenwächst! Insbesondere bei Drahtfedern genügt es schon, Spalte auf di e Werkstückdicke abzustimmen.
Modul C Planung und Gestaltung Vorlesung: Handhabungs- und Montagetechnik Seite 11-16 © J. Wolfgang Ziegler

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Werkstückflussgerechte Gestaltung (1/3)

Empfindliche Werkstücke oder solche mit komplizierter Gestalt (z.B. keine ausgeprägte Auflageflächen, kein vorteil- haftes Gestaltmerkmal) können auch auf Werkstückträgern befestigt werden, auf denen sie die Fertigungseinrichtungen durchlaufen. Dadurch wird das Positionieren und Spannen einfacher. Werkstückflussgerecht gestalten bedeutet also:

Werkstückfolge sollte Fließgut- bzw. Quasifließgutcharakter haben! Werkstücke sind so zu gestalten, dass Eigenbewegungen ermöglicht oder begünstigt werden. Oder die Werkstücke werden durch Gurten zu Stückgut.

Werkstücke sollen sich raumsparend speichern lassen! Unter Beachtung der Einsatzforderungen anzuwendender Werkstückspeicher.

Begünstigung Begünstigung von von Eigenbewegungen Eigenbewegungen

Begünstigung Begünstigung von von Eigenbewegungen Eigenbewegungen

ungünstig

Begünstigung Begünstigung von von Eigenbewegungen Eigenbewegungen ungünstig günstig
Begünstigung Begünstigung von von Eigenbewegungen Eigenbewegungen ungünstig günstig

günstig

Begünstigung Begünstigung von von Eigenbewegungen Eigenbewegungen ungünstig günstig
Begünstigung Begünstigung von von Eigenbewegungen Eigenbewegungen ungünstig günstig
Gurten Gurten von von Fließgut Fließgut zu zu Stückgut Stückgut

Gurten Gurten von von Fließgut Fließgut zu zu Stückgut Stückgut

ungünstig

Gurten Gurten von von Fließgut Fließgut zu zu Stückgut Stückgut ungünstig günstig
Gurten Gurten von von Fließgut Fließgut zu zu Stückgut Stückgut ungünstig günstig

günstig

Gurten Gurten von von Fließgut Fließgut zu zu Stückgut Stückgut ungünstig günstig
Gurten Gurten von von Fließgut Fließgut zu zu Stückgut Stückgut ungünstig günstig
Modul C Planung und Gestaltung Vorlesung: Handhabungs- und Montagetechnik Seite 11-17 © J. Wolfgang Ziegler

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11.5 Die zehn Grundregeln

Eines der größten Probleme der montage- und handhabegerechten Produktgestaltung liegt sicherlich in der Auswahl der im konkreten Fall wirkungsvollsten Maßnahme und deren konkrete konstruktive Umsetzung. Die kompakteste Form mit den damit verbundenen größten Rationalisierungsauswirkungen stellen die folgenden 10 Grundregeln dar. Werden diese konsequent befolgt, ist für die Montage- und Handhabegerechtheit bereits viel erreicht.

Die 10 wichtigsten Regeln der montagegerechten Produktgestaltung

• So wenig Teile wie möglich

Produktgestaltung • So wenig Teile wie möglich • Lineare Fügebewegungen • Fügen senkrecht von oben

• Lineare Fügebewegungen

• Fügen senkrecht von oben

• Keine biegeschlaffen Teile

• Keine separaten Verbindungselemente

Große Fügefreiräume

separaten Verbindungselemente • Große Fügefreiräume • Allseitige Zugänglichkeit • Greif- und

• Allseitige Zugänglichkeit

• Greif- und Ordnungsmöglichkeiten

• Vormontierbare Baugruppen

• Fügehilfen (z.B. Einführschrägen)

Modul C Planung und Gestaltung Vorlesung: Handhabungs- und Montagetechnik Seite 11-18 © J. Wolfgang Ziegler

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11.6 Handhabungsrelevante Eigenschaften

Die zahlreichen Eigenschaften unterschiedlicher Handhabeobjekte haben Einfluss auf deren Verhalten beim Handhaben. Die nachfolgend durchgeführten Betrachtungen sind auf Werkstücke in der Fertigung bezogen, da hier der größte Anwendungsbereich der Handhabeeinrichtungen liegt. Wesentliche Eigenschaften eines Handhabeobjekts sind Größe, Form, Masse, Werkstoff sowie Bearbeit- ungszustand und Oberflächenbeschaffenheit. Neben diesen Eigenschaften sind besonders noch solche von Interesse, die besondere Einfluss auf die Handhabung haben:

• Rollfähigkeit

• Gleitfähigkeit

• Standsicherheit

• Hängefähigkeit

• Stapelfähigkeit

• Schüttfähigkeit

• Empfindlichkeit

• Formstabilität

• Spezielle Werkstückeigenschaften

- klebrig, ölig, schmierig

- heiß, warm, kalt

- nicht abriebfest

Eigenschaften von zylindrischen Teilen

- klebrig, ölig, schmierig - heiß, warm, kalt - nicht abriebfest Eigenschaften von zylindrischen Teilen
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Handhabungsrelevante Eigenschaften von kubischer Teile

und Montagetechnik Seite 11-19 © J. Wolfgang Ziegler Handhabungsrelevante Eigenschaften von kubischer Teile
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Vorlesung: Handhabungs- und Montagetechnik

Seite 11-20

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11.7 Anhang

Richtlinien

VDI 2221:

Methodik zum Entwickeln und Konstruieren technischer Systeme und Produkte.

VDI 2860:

Düsseldorf: VDI-Verlag, 1986 Montage- und Handhabungstechnik – Handhabungsfunktionen, Handhabungseinrichtungen;

Begriffe, Definitionen, Symbole. Düsseldorf: VDI-Verlag, 1990 VDI 3237 Blatt 1: Fertigungsgerechte Werkstückgestaltung im Hinblick auf automatisches Zubringen, Fertigen und Montieren. Düsseldorf: VDI-Verlag, 1967 VDI 3237 Blatt 2: Fertigungsgerechte Werkstückgestaltung im Hinblick auf automatisches Zubringen, Fertigen und Montieren. Düsseldorf: VDI-Verlag, 1973

Literaturhinweise

Peter Konold/ Herberts Reger: Praxis der Montagetechnik (2. Auflage). Wiesbaden: Vieweg, 2003

Stefan Hesse/ Gerhard Mittag: Handhabetechnik. Heidelberg: Hüthig, 1989

Stefan Hesse: Fertigungsautomatisierung. Braunschweig/Wiesbaden: Vieweg, 2000

Krahn/Nörthemann/Hesse/Eh: Konstruktionselemente 3. Würzgurg: Vogel, 1999

Prof. R. D. Schraft: Vorl. Automatisierung in der Montage und Handhabungstechnik. Universität Stuttgart, SS 2005