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CDU/CSU FRAKTION IM DEUTSCHEN BUNDESTAG I AUSGABE 62 I 15.05.

2009

KOMMENTAR
Krisenbewältigung
durch Wachstumspolitik FRAKTION DIREKT
Von Norbert Röttgen

Die Frage, wem die


Bürger zutrauen,
THEMA DER WOCHE
den richtigen Weg
aus der Krise zu
weisen, ist wahl-
Faires Konzept zur
entscheidend. Uns
ist klar: Nur wenn Bankenrettung
wir dabei auf die
Leistungsbereit- Das Kabinett hat in dieser Woche einen Gesetzentwurf
schaft der zur Schaffung sogenannter Bad Banks auf den Weg
Bürgerinnen und gebracht. So schwer es jedem Einzelnen, der in dieser
Bürger setzen und Krise politische Verantwortung trägt, auch fällt, das
Norbert Röttgen diese auch an- Geld des Steuerzahlers in die Hand zu nehmen und
Erster Parlamentarischer erkennen, werden Institute zu retten, die uns in den vergangenen Jahren
Geschäftsführer
sie uns ihr Ver- durch unverantwortliches unternehmerisches Handeln,
trauen schenken. teilweise durch regelrechtes Zockerverhalten in diese
Insbesondere der wirtschaftlich ernste Lage gebracht haben: Zur Hilfe
Mittel-stand trägt mit großem Engagement, gibt es keine Alternative. Ein Bankenzusammenbruch
teilweise auch mit großem Verzicht, dazu in Deutschland hätte unabsehbare Folgen für unser
bei, die Durststrecke zu überwinden, Arbeits- Land, für unsere Wirtschaft, für Arbeitsplätze, für
plätze zu erhalten und die Wirtschaft wieder unseren Wohlstand. Volker Kauder
in Schwung zu bringen. Viele erwarten jetzt In der Diskussion um die Auslagerung von Risiken auf
zu recht von uns, dass wir ihre Bereitschaft, Bad Banks und um die Haftungsübernahme des Staates Vorsitzender der CDU/CSU-
die Krise überwiegend aus eigener Kraft zu für diese Risiken stehen für die Unionsfraktion zwei Bundestagsfraktion
bewältigen, durch steuerliche Entlastungen zentrale Aspekte im Vordergrund. Erstens muss die
honorieren, wenn wieder Wachstum entsteht. Kreditversorgung in unserem Land gewährleistet
Die Union verfolgt deshalb eine Strategie, die bleiben und dort, wo sie klemmt, wiederhergestellt werden. Die Kreditversorgung ist
Konsolidierung und Steuersenkungen nicht der Blutkreislauf unserer Wirtschaft, insbesondere des breiten Mittelstandes.
als Gegensätze, sondern als zwei Seiten Diejenigen Unternehmen, die sich nicht selbst am Kapitalmarkt finanzieren, sind auf
derselben Medaille begreift. Unser Konzept ein Funktionieren der Kreditwirtschaft angewiesen. Der dreistellige Milliardenbetrag,
basiert auf der Einsicht, dass nur durch mit dem der Bund ins Obligo gehen wird, wird unmittelbar der Eigenkapitalschonung
Leistungsanreize Wachstum entsteht und nur und Bilanzentlastung der Institute dienen. Er wird die Kreditvergabefähigkeit dieser
mit Wachstum die durch die Krise ent- Institute um das Vielfache des genannten Betrages erhöhen. Dies ist eine gewaltige
standenen Lasten wieder abgebaut werden Summe, die der Kreditversorgung unserer Wirtschaft wieder zur Verfügung stehen
können. Damit vertreten wir einen wird.
fundamental anderen Ansatz als unser partei- Zweitens tritt die Unionsfraktion in dieser Situation als Anwalt des Steuerzahlers auf.
politischer Gegner: Während die SPD Wir haben darauf bestanden, dass die Aktionäre der angeschlagenen Banken bis zum
Steuerpolitik als Verteilungspolitik versteht letzten Cent für die Hilfen, die sie in Anspruch nehmen, haften. Sie müssen die Kosten
(„den Reichen nehmen, um des den Armen für die Garantien des Bundes und die damit verbundene Bereinigung der Bilanzen voll
zu geben“) und damit Leistungsbereitschaft übernehmen. Die Banken müssen Gebühren zahlen, Rücklagen bilden und auch am
erstickt, ist Steuerpolitik für die Union schon Ende der Laufzeit, wenn sich ein weiterer Verlust herausstellen sollte, auch über ein
immer ein Instrument der Wirtschafts- und Ausschüttungsverbot von Dividenden diesen Verlust mittragen. Mit diesem Konzept
Gesellschaftspolitik gewesen, das Leistung können wir guten Gewissens sagen: Es gibt keine Hilfe aus Steuergeldern, die nicht dem
belohnt, damit Wachstum erzeugt und ureigenen Interesse des Steuerzahlers entspricht. Jede Hilfe wird angemessen bezahlt.
gleichzeitig der Gerechtigkeit dient. Es ist Die Aktionäre der Banken werden erst aus ihrem Risiko entlassen, wenn jede staatliche
absurd, allein durch Sparen Wachstum Inanspruchnahme zurückbezahlt worden ist.
generieren zu wollen. Eine fiskalistische Die Unionsfraktion setzt sich gleichzeitig für eine Konsolidierung unserer Landes-
Sparpolitik erreicht das glatte Gegenteil: Sie banken ein. Der Bund wird mit Hilfen bereit stehen, wenn am Ende des Re-
demotiviert und führt zu Stagnation. Die strukturierungsprozesses leistungsstarke öffentlich-rechtliche Banken mit einem lang-
Bürgerinnen und Bürger, nicht der Staat, sind fristig tragfähigen Geschäftsmodell stehen.
der Motor und die Wirtschaftskraft unseres
Landes.
>>> 60 JAHRE GRUNDGESETZ

60 Jahre Grundgesetz
– Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland
Dementsprechend stärkt das Grundgesetz die Freiheit
des Einzelnen, sein Leben und das seiner Familie eigen-
verantwortlich zu gestalten. Es schränkt zugleich die
Möglichkeiten ein, über das Leben anderer zu be-
stimmen. Die Freiheitsrechte des Grundgesetzes sind
liberale Abwehrrechte gegen staatlichen Zugriff. Die
Würde des Menschen und sein Recht auf Freiheit
müssen auch von einer von der Mehrheit der Be-
völkerung gewählten Regierung respektiert und ge-
schützt werden. Einem staatlichen Allmachtsanspruch,
wie er für totalitäre Systeme typisch ist, setzt das
Grundgesetz ein ausgeklügeltes System von Gewalten-
teilung und gegenseitiger Kontrolle staatlicher Tätigkeit
voraus. Das schafft die Voraussetzung für die beste und
weitestgehende Entfaltung individueller Freiheit.
Diesem Prinzip entsprechen auch unsere starke, auf
Interessensausgleich bedachte parlamentarische Demo-
Volker Kauder kratie und der Verzicht auf Volksentscheide auf
Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Bundesebene. Eine entscheidende Rolle spielt auch das
Bundesverfassungsgericht als Hüter der Verfassung.
Dieses Prinzip, die in Ordnung gesicherte Freiheit, hat
uns die stabilste und lebendigste Demokratie unserer
Vor wenigen Tagen, genauer gesagt am 8. Mai, hat sich Geschichte beschert. Im Laufe ihres 60-jährigen Be-
die Verabschiedung des Grundgesetzes zum 60. Mal stehens musste die Bundesrepublik unterschiedliche
gejährt. Das Grundgesetz ist die Basis, auf der sich die Bewährungsproben bestehen, und immer hat sich das
Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik überhaupt erst Grundgesetz als das richtige Fundament dafür erwiesen.
entwickeln konnte. Deshalb haben wir gleichzeitig das Das gilt insbesondere für die Wiedervereinigung: Als
60-jährige Bestehen des freiesten und demokratischsten die Mütter und Väter des Grundgesetzes sich an ihr
Staates auf deutschem Boden gefeiert. Werk machten, war nicht absehbar, wie lange die
Zwei bittere Erfahrungen standen den Frauen und Teilung Deutschlands andauern würde. Sie zu über-
Männern vor Augen, als sie am 1. September 1948 im winden, war jedoch der klare Auftrag, den sie bereits in
Parlamentarischen Rat im Bonner Museum Koenig der Präambel formulierten.
zusammenkamen, um eine Verfassung für den neuen Als die Ostdeutschen 1989 für ihre Rechte mutig auf die
deutschen Staat zu erarbeiten, der zu diesem Zeitpunkt Straße gingen, forderten sie Freiheit, Selbstbestimmung
noch nicht einmal gegründet war: Zum einen hatten sie und Wiedervereinigung. Sie forderten damit nichts
die Barbarei des Nationalsozialismus erlebt, zum anderes, als dass die Werte des Grundgesetzes auch für
anderen war ihnen das Scheitern der Weimarer sie gelten sollten. Mit der Wiedervereinigung wurden
Republik noch in lebendiger Erinnerung. „Nie wieder“ – somit der Auftrag des Grundgesetzes und der Wille der
der Wunsch, dass sich Derartiges niemals mehr wieder- überwältigenden Mehrheit der Bürger in Ost und West
holen dürfe, war die entscheidende Antriebskraft beim erfüllt.
Entwurf des Grundgesetzes. Inzwischen liegen auch diese Ereignisse beinahe
Der Nationalsozialismus hatte gezeigt, wohin die zwanzig Jahre zurück und bei allen bestehenden
Unterdrückung von Grund- und Menschenrechten Problemen kann man sagen: Das Grundgesetz hat sich
führen konnte. Ihre Garantie in den ersten 19 Artikeln in hervorragender Weise bewährt. Nicht ohne Stolz
bildet das Wertefundament des Grundgesetzes. Aus können wir registrieren, dass es in vielen Punkten zum
dieser Notwendigkeit spricht auch unser christliches Vorbild für neue Verfassungen in anderen europäischen
Menschenbild, demzufolge der Mensch zur Freiheit Ländern geworden ist. Ich bin sicher, auf dem festen
berufen und zur Verantwortung befähigt ist, jedoch Fundament des Grundgesetzes und unter Achtung der
immer auch schwach und verführbar bleibt. dort formulierten Prinzipien werden wir auch die
aktuelle Wirtschaftskrise meistern.

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>>> 60 JAHRE GRUNDGESETZ

Sechzig Jahre Grund- anderen Nationen mit gewachsener Selbstverständ-


gesetz sind für uns ein lichkeit eigen ist, steht auch uns Deutschen zu. Gerade
Grund zur Freude. Noch in diesen Krisenmonaten muss gelten: Wir stehen
nie zuvor in der zusammen.
deutschen Geschichte Das Grundgesetz war
konnten die Menschen nicht nur das Fundament
unseres Landes eine so für die Wiedergeburt der
lange Periode der Stabili- Demokratie im Westen
tät und des Friedens ge- Deutschlands nach 1945,
nießen. es ermöglichte auch die
Auch wenn das Grund- Wiedervereinigung 1990.
gesetz mancherlei Ver- Und es bereitete den Weg
änderungen erfahren hat: zur Einigung Europas. Die
Peter Ramsauer
sein Kern blieb unan- deutsche Wiederver-
Erster Stellvertretender getastet. Wir sind gut einigung gelang nicht
Vorsitzender der CDU/CSU- beraten, dafür zu sorgen, allein deshalb, weil das
dass dies auch in Zukunft Grundgesetz an diesem
Bundestagsfraktion so bleibt. Wir erteilen Arnold Vaatz Ziel festgehalten hatte.
also allen Überlegungen, Das Grundgesetz ermög-
mit diffusen Begründungen unser Grundgesetz mit Stellvertretender
lichte die Wiederver-
überflüssigen Zutaten zu befrachten, eine klare Ab- Fraktionsvorsitzender einigung auch wegen
sage. seines ungeheuren
Das Grundgesetz zog die Lehren aus den Schwächen
der Weimarer Republik und stellte ein starkes und Erfolgs: Es hatte Westdeutschland in Frieden und
glaubwürdiges Kontrastprogramm zu jenen zwölf Freiheit einen wirtschaftlichen und technischen Auf-
Jahren deutscher Geschichte dar, die im bittersten stieg ermöglicht, der in der deutschen Geschichte ohne
Sinne des Wortes Jahre des Unheils waren. Der Auf- Beispiel war.
bau eines neuen und demokratischen Staates fand Als sich die Menschen im Osten Deutschlands ihre
deshalb in einer Gesinnung statt, die politisches Freiheit erkämpft hatten, entschieden sie sich für das
Handeln anderen als nur menschlichen Maßstäben Grundgesetz. Sie beauftragten mit der ersten demo-
verantwortlich weiß. „Im Bewusstsein seiner Ver- kratischen Wahl in der damaligen DDR am 18. März
antwortung vor Gott und den Menschen“, so beginnt 1990 genau jene Parteien mit der Regierung, die sich
die Präambel des Grundgesetzes. in ihren Wahlprogrammen vorgenommen hatten, den
Das Grundgesetz hat uns klare Handlungsaufträge Osten Deutschlands geordnet aber zügig in den
gegeben. Den wohl wichtigsten haben wir erfüllt, Geltungsbereich des Grundgesetzes zu führen.
nämlich die Einheit Deutschlands zu vollenden. Dabei Man hört heute oft, das Grundgesetz sei den Ost-
wurde den Menschen in der ehemaligen DDR nichts deutschen „übergestülpt“ worden. Wer das sagt, erklärt
übergestülpt, wie der SPD-Vorsitzende meint. Die die Wähler vom 18. März nachträglich für unmündig;
letzte frei gewählte Volkskammer der DDR hatte die als seien sie irgendwem auf den Leim gegangen, oder
Übernahme des Grundgesetzes für das ganze Deutsch- als hätten sie nicht gewusst, was sie taten. Sie wussten
land in Freiheit beschlossen. genau, was sie taten und täten es heute in der gleichen
Das Jubiläum fällt in eine Wirtschaftskrise, wie es sie Situation wieder genau so. Darüber, ob man das
in der Geschichte der Bundesrepublik nie gegeben hat. Grundgesetz übernehmen solle oder nicht, wurde im
Jammern aber hilft nicht. Wir müssen uns den Mut, Vorfeld dieser Wahl leidenschaftlich diskutiert. Die
den Fleiß und den Willen unserer Eltern und Groß- Pro-und-Contra–Argumente haben sich kaum ge-
eltern zum Vorbild machen, anzupacken und die Dinge ändert. Viele Ostdeutsche aus der linken und der
zum Besseren zu wenden. Geben wir unseren Stärken grünen Ecke meinten damals – auch wenn sie kaum
Raum und Entfaltungsmöglichkeit im Rahmen der Erfahrung mit einer demokratischen Ordnung hatten –
Sozialen Marktwirtschaft! Dann werden wir die die Bundesrepublik sei bisher (von wem auch immer)
gegenwärtige Krise überwinden. Die falschen daran gehindert worden, sich eine gute Verfassung zu
Propheten, die den Menschen die gescheiterten geben, und sie könnten das Land endlich aus diesem
Rezepte der Staats- und Zwangswirtschaft als Ausweg unvollkommenen Zustand erlösen; und manche im
einreden möchten, wollen vergessen machen, dass alle Westen, die ein anderes Grundgesetz wollten, dafür
derartigen Versuche krachend gescheitert sind. aber vor 1990 nie eine Mehrheit fanden, dachten nun,
Das gemeinsame Vaterland verbindet zu gemeinsamer sie könnten die Ostdeutschen benutzen, um sich diesen
Anstrengung. Unserem Patriotismus hat das Grund- Traum zu erfüllen.
gesetz ein verlässliches Fundament gebaut. Ein Wenn jemandem in diesem Zusammenhang etwas
lebendiger und selbstbewusster Patriotismus, der übergestülpt wurde, dann vielleicht den DDR-Grünen
die 68er-Ideologie. Aber nicht den Ostdeutschen das
Grundgesetz.

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>>> FINANZPOLITIK

Zu den Ergebnissen der Steuerschätzung Mai 2009


Die Steuerausfälle haben werden ihre Wirkung jetzt entfalten und die
ein erschreckendes schlimmsten Folgen für Unternehmen und Arbeit-
Ausmaß erreicht. Doch nehmer abmildern. Ein weiterer Schritt ist mit der
sie kommen nicht un- Einrichtung des Sondervermögens „Tilgungsfonds“
erwartet. Sie sind die getan. In diesen Fonds wird ein Teil der Bundesmittel
Folge der Finanz- und zur Bewältigung der Finanzmarkt- und Wirtschafts-
Wirtschaftskrise. Mit krise eingestellt. Diese werden nach festen Vorgaben
einer gemeinsamen mit den künftigen Gewinnen aus der Bundesbank
Kraftanstrengung werden getilgt.
wir die Auswirkungen
der Finanz- und Wirt- Langfristig kann nur eine schlüssige Wachstums- und
schaftskrise bewältigen. Beschäftigungsstrategie aus der Wirtschafts- und
Finanzkrise herausführen. Wir müssen uns daher auf
Die unionsgeführte die Haushaltskonsolidierung, auf die Förderung von
Michael Meister
Bundesregierung wird Innovationen und die Entlastung der Bürger
Deutschland aus dieser konzentrieren. Für andere Überlegungen wird es keine
Stellvertretender Krise ebenso sicher Spielräume geben.
Fraktionsvorsitzender herausführen wie sie das
Land seit 2005 aus der Die Union will eine Schuldenbremse für Bund und
desolaten Wirtschafts- Länder in das Grundgesetz aufnehmen. Die gegen-
und Haushaltslage herausgeführt hat. Die Union ist wärtigen Haushaltsbelastungen stehen nicht im Wider-
erfahren im Konsolidieren der Haushalte. spruch zur dringend notwendigen Schuldenbremse.
Die Union hat immer gesagt: Konjunkturelles Atmen
Der Euro muss stabil bleiben. Wir akzeptieren daher die des Haushalts muss erlaubt sein. Uns geht es um den
Regeln und den Geist des europäischen Stabilitäts- und strukturellen Haushaltsausgleich. Auch so gravierende
Wachstumspaktes und die sich daraus ergebenden Ereignisse wie die globale Finanzmarktkrise sind bei
Konsolidierungsfolgen für die Staatsfinanzen. Deutsch- unserer Position zur Schuldenbremse wohl berück-
land als größte Volkswirtschaft in Europa muss mit sichtigt. Mit der Schuldenbremse können wir den Pfad
gutem Beispiel vorangehen und seiner Vorbildfunktion der Konsolidierung erfolgreich bestreiten.
. als europäischer Stabilitätsanker gerecht werden. Dies
Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen allein werden
gilt gerade in diesen Zeiten, in denen die Stabilität des
Euro langfristig gesichert werden soll. uns keine ausgeglichenen Haushalte bescheren. Auch
wenn Steinbrück dies immer wiederholt. Die
Das Ziel eines ausgeglichenen Staats- und Bundeshaus- Wachstumskräfte müssen freigesetzt werden. Dazu
haltes bleibt unverändert gültig. Die Union bleibt bei sind weitere Strukturreformen etwa des Arbeits-
ihrer langfristig orientierten Finanzpolitik. Die marktes, aber auch im Steuerrecht erforderlich.
Konsolidierung der Haushalte ist ein Gebot der Deshalb sind niedrige, gerechte und vor allem einfache
Generationengerechtigkeit. Sie ist Fundament für dauer- Steuersysteme erforderlich.
haften Wohlstand und Voraussetzung für leistungsfähige
Sozialversicherungen in der Zukunft. Die auf- Mit Innovationen werden wir in Zukunft unser Geld
genommenen Schulden müssen jedoch konsequent ab- verdienen. Wir dürfen uns nicht von der Bewältigung
getragen und der Weg zu ausgeglichenen Haushalten der Krise lähmen lassen, sondern müssen zukunfts-
wieder fortgesetzt werden. gerichtet handeln. Deutschlands Schicksal liegt in der
Hand von qualifizierten Arbeitnehmern und Unter-
Kurzfristig helfen wir mit den Konjunkturpaketen. Sie nehmern, die innovative Produkte und Verfahren ent-
wickeln und sich damit auf umkämpften Märkten
behaupten. Diese gilt es zu fördern.

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>>> SPÄTABTREIBUNG

Neuregelung bei Spätabtreibungen: Bessere


Beratung, besserer Schutz des ungeborenen Lebens
außerdem Informationsmaterialien zum Leben mit be-
hinderten Kindern zu erstellen, inklusive Kontaktadressen
zu Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Der Arzt ist
zudem verpflichtet, diese Informationsmaterialien an die
betroffenen Eltern auszuhändigen. Bei einem Verstoß
gegen diese Pflichten droht dem Arzt ein Bußgeld von bis
zu 5.000 Euro.
Um den Eltern die Möglichkeit zu geben, ihre Ent-
scheidung in Ruhe abzuwägen, wird eine mindestens
dreitägige Bedenkzeit zwischen der Diagnose und der
schriftlichen Ausstellung der Indikationsbescheinigung
eingeführt. Eine Ausnahme besteht, wenn eine akute
Ilse Falk Johannes Singhammer erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Schwangeren
vorliegt.
Stellvertretende Vorsitzender der Arbeits- Es gehe darum, Frauen in einer existenziellen Notlage zu
Fraktionsvorsitzende gruppe Familie, Senioren, helfen und die Zahl der Spätabtreibungen zu verringern,
sagte Johannes Singhammer, der familienpolitische
Frauen und Jugend Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und einer der
Initiatoren des erfolgreichen Gruppenantrages in der
Plenardebatte. Singhammer betonte, dass den Frauen mit
Der Bundestag hat am Mittwoch mit 326 Stimmen bei der festgeschriebenen dreitätigen Beratungszeit keine
234 Gegenstimmen die Neuregelung für Spätab- Zwangsberatung oktroyiert werde. Es habe sich aber ge-
treibungen, also Abtreibungen nach der 12. Schwanger- zeigt, dass häufig ein Automatismus aus Pränatal-
schaftswoche, beschlossen. Mit dem angenommenen diagnostik, Befund einer Behinderung des Ungeborenen
Gesetz zur Änderung des Schwangerschaftskonflikt- und Schwangerschaftsabbruch entstehe. Zur Bewältigung
gesetzes wurde ein wichtiges Vorhaben der Unions- der Belastungen und Konflikte seien die Frauen dringend
fraktion nun in einem fraktionsübergreifenden Gesetz- auf die nun beschlossene Beratung und Unterstützung
entwurf vom Bundestag erfolgreich umgesetzt. Zwei angewiesen.
wichtige Ziele der Unionsfraktion werden erreicht: Die Vorsitzende der Gruppe der Frauen und Kirchen-
Erstens erhalten nun werdende Eltern, die mit der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ingrid
Diagnose konfrontiert werden, dass ihr ungeborenes Fischbach hob besonders hervor, dass darauf abgestellt
Kind schwer behindert ist, Hilfe und Unterstützung in werden solle, wie sich die Krankheit oder die Be-
dieser existenziellen Kon-fliktsituation. Und zweitens hinderung auf das Leben des Kindes, auf das gemeinsame
wird der Lebensschutz des Ungeborenen verbessert. Familienleben und auf die Eltern auswirken würde. Die
Um eine umfassende Beratung und Unterstützung der Eltern bräuchten eine fundierte Beratung, die über die
betroffenen Eltern zu gewährleisten, werden dem Arzt medizinischen Aspekte des Befundes hinausgehe. Die
mehrere Pflichten auferlegt: Er ist zu einer Beratung – stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ilse Falk unter-
im Einvernehmen mit der betroffenen Schwangeren – strich, dass es wichtig sei, den werdenden Eltern das
verpflichtet, wenn eine Behinderung des Ungeborenen Signal zu geben, dass sie in Ruhe über ihre Situation
vorliegt und/oder bei der Frau aus rein psychischen oder nachdenken könnten, um dann gut informiert und gut
körperlichen Gründen ein Schwangerschaftsabbruch bedacht eine Entscheidung zu treffen, die ein ganzes
vorgesehen ist. Zu dieser Beratung muss der be- Leben trage.
handelnde Arzt weitere Ärzte hinzuziehen, die mit der Die CSU-Abgeordnete Maria Eichhorn wies darauf hin,
Gesundheitsschädigung des Ungeborenen Erfahrung dass die Praxis der Spätabtreibung anders verlaufen sei,
haben. Gleichzeitig muss der Arzt auf weitergehende als der Gesetzgeber es bei der Neuregelung des § 218
Beratungsmöglichkeiten durch psychosoziale Be- StGB beabsichtigt hatte. Allein der Verdacht einer Be-
ratungsstellen hinweisen und die Schwangere mit ihrem hinderung sei heute Grund für eine Abtreibung, beklagte
Einverständnis zu psychosozialen Beratungsstellen und die CSU-Politikerin. Wenn der Abbruch im Schockzu-
Selbsthilfegruppen vermitteln. Die erfolgte Beratung der stand der Diagnose erfolge, gebe es Zweifel, so die Ana-
Schwangeren und die Vermittlung an eine Beratungs- lyse von Psychologen, ob die Abtreibung auf Dauer ver-
stelle, bzw. ihren Verzicht darauf, muss sich der Arzt kraftet werden könne, warb Eichhorn für den Sing-
schriftlich von der Schwangeren bestätigen lassen. Die hammer-Antrag.
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat Die Union hatte immer schon deutlich gemacht, dass die
bisher geltende Regelung unzureichend sei und in den
Koalitionsverhandlungen auf eine Neuregelung gedrängt.

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>>> TOURISMUS

Tourismuspolitisches Forum
„Zukunftschancen des Gastgewerbes“
Breite Übereinstimmung gab es darüber, dass die
touristische Auslandsvermarktung Deutschlands ange-
sichts des zunehmenden internationalen Wettbewerbs
intensiviert werden müsse. Hier ist eine weitere
kontinuierliche Erhöhung der Bundeszuwendung an
die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) geplant,
nachdem die CDU/CSU-Fraktion bereits in den letzten
Jahren eine Aufstockung durchgesetzt hat. Eine
wichtige Rolle spielten auch die Möglichkeiten zum
Abbau des teilweise langjährigen Investitionsstaus im
Gastgewerbe, vor allem im ländlichen Raum. Dafür
sollten die vielfältigen Förderprogramme der KfW
Bankengruppe von der Branche noch viel stärker ge-
nutzt werden.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion


Volker Kauder Volker Kauder wies auf die hohe Staatsverschuldung
Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschafts-
krise hin. Er plädierte dafür, die Unterstützung des
Bankensektors als notwendigen Schritt für den
Systemerhalt und nicht als Subvention einer einzelnen
Über 200 Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden und Branche zu begreifen, der nun weitere Subventionen
Politik diskutierten bei einem Tourismuspolitischen für andere Branchen folgen müssten. Die
Forum der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin Stabilisierung des Bankensystems sei ein wesentlicher
Chancen und Perspektiven des Hotel- und Gaststätten- Beitrag zur Schaffung von Rahmenbedingungen, die
gewerbes. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Touris- wieder ein Wirtschaftswachstum ermöglichten – auch
mus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Klaus Brähmig für Hotels und Gaststätten.
unterstrich in seiner Begrüßung, dass der Wirtschafts-
faktor Gastgewerbe mehr Unterstützung verdiene. In Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Ernst
den Reden und einer lebendigen Podiumsdiskussion Hinsken ging insbesondere auf die Aktivitäten der
wurden intensiv Vorschläge zur Verbesserung der Bundesregierung zur Entlastung bei den Rundfunk-
Rahmenbedingungen auf Bundes- und Landesebene gebühren ein, die in Hotels in Deutschland deutlich
erörtert. Vorgetragen wurde auch die Forderung nach über dem EU-Durchschnitt liegen. Der Ankündigung
der Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich bei den
für das Gastgewerbe. Die Vertreter der CDU/CSU- zuständigen Bundesländern dafür einzusetzen, ist
Fraktion sprachen sich für eine grundsätzliche Über- mittlerweile ein erstes Gespräch im Kanzleramt mit
prüfung des Anwendungsbereichs ermäßigter Mehr- Ländervertretern gefolgt. Im nächsten Monat wird es
wertsteuersätze nach der Bundestagswahl aus. Dabei hierzu ein Spitzengespräch der Bundeskanzlerin mit
soll insbesondere auch die europäische Wettbewerbs- den Ministerpräsidenten der Länder geben.
situation berücksichtigt werden.

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>>> VERANSTALTUNGEN

Kongress zum Einstieg von Menschen mit


Behinderungen ins Arbeitsleben
Die im Laufe des Kongresses aufgezeigten Fortschritte
betreffen etwa die neue Maßnahme „Unterstützte Be-
schäftigung“, die Klarstellung bei „ausgelagerten Werk-
stattplätzen“ und den „Beschäftigungszuschuss“. Alle
diese Maßnahmen zielen auf bessere Chancen für
Menschen mit Behinderungen ab, in Betrieben des all-
gemeinen Arbeitsmarktes zu arbeiten.

Die Kongressteilnehmer machten insbesondere anhand


der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit
Behinderungen den weiteren Handlungsbedarf deutlich.
Die Konvention fordert Inklusion, das bedeutet, ge-
meinsame Lebenswelten von Menschen mit und ohne
Behinderung von Anfang an. Teilnehmer bemängelten,
dass es noch immer nur einen geringen Anteil von
Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen an Regel-
Hubert Hüppe schulen gebe. Dieser liegt derzeit nur bei etwa 15 Pro-
Behindertenbeauftragter zent. Eine erfolgreiche Begleitung der Schülerinnen und
Schüler mit Behinderungen von der Schule ins Berufs-
leben finde nur selten statt. Übereinstimmend wurde
Für junge Menschen mit Behinderungen ist es häufig gefordert, dass Menschen mit Behinderungen in der
schwieriger als für Nichtbehinderte, erfolgreich ins beruflichen Bildung und im Arbeitsleben mehr Wahl-
Arbeitsleben zu starten. Der Kongress der CDU/CSU- möglichkeiten auch außerhalb von Sondereinrichtungen
Bundestagsfraktion „Was behindert Arbeit? II – Einstieg eröffnet werden müsse. Insbesondere das Persönliche
von Menschen mit Behinderungen ins Arbeitsleben ver- Budget für Arbeit, ausgelagerte Werkstattplätze und ein
bessern“ hat erzielte Fortschritte und bestehenden breiteres Angebot bei sogenannten „Werkerberufen“
politischen Handlungsbedarf deutlich gemacht. Auf Ein- wurden hierbei als Möglichkeiten genannt. Im Bereich
ladung des Vorsitzenden der CDU/CSU- des Studiums forderten Teilnehmer, Menschen mit
Bundestagsfraktion, Volker Kauder, und des Beauftragten Behinderungen auch nach einem ersten qualifizierenden
für die Belange der Menschen mit Behinderungen, Abschluss weiter zu fördern.
Hubert Hüppe, diskutierten mehr als 400 Teilnehmer über
bestehende Barrieren für einen erfolgreichen Berufsein- Der Kongress hat gezeigt, dass für eine selbstbestimmte
stieg von Schulabgängern, Auszubildenden und Hoch- Teilhabe von Menschen mit Behinderungen mitten in
schulabsolventen mit Behinderungen und wie diese be- der Gesellschaft bereits Einiges erreicht worden ist, eine
seitigt werden könnten. Gleichzeitig wurde deutlich, Menge aber noch zu tun bleibt. Ein Fortschritt der Dis-
welche Fortschritte in der Politik für Menschen mit Be- kussion auf dem Kongress war, dass nicht mehr darüber
hinderungen erzielt wurden. An diesem zweiten Kongress diskutiert wurde, ob Inklusion stattfinden solle, sondern
zum Thema nahmen auch Bundeswirtschaftsminister wie sie verwirklicht werden könnte. Die CDU/CSU-
Karl-Theodor zu Guttenberg und die stellvertretende Bundestagsfraktion wird sich weiter für Verbesserungen
Fraktionsvorsitzende Ilse Falk teil. Zum Auftaktkongress zugunsten der Betroffenen einsetzen.
hatte die Unionsfraktion im Oktober 2007 eingeladen.

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>>> ROHSTOFFKONGRESS

Entwicklungspolitik sichert Rohstoffversorgung


kohärenten Strategie aller betroffenen Ressorts und
Politikfelder. Bei vielen wichtigen Rohstoffen sei die
deutsche Volkswirtschaft gänzlich von Lieferungen aus
Entwicklungsländern abhängig, so dass auch der Ent-
wicklungszusammenarbeit eine zentrale Rolle in dieser
Strategie zukomme. Der Hauptgeschäftsführer des BDI,
Werner Schnappauf, betonte in seiner Rede, dass sich
diese Abhängigkeit – insbesondere bei der Herstellung
zukunftsträchtiger High-Tech-Produkte – in den
kommenden Jahren noch deutlich steigern werde.

Der Rohstoffexperte Professor Armin Reller von der


Universität Augsburg führte in seinem Vortrag über die
Herkunft der Rohstoffe den Teilnehmern vor Augen,
aus welchen ausgewählten Regionen diese knapper
Christian Ruck und Karl-Theodor zu Guttenberg werdenden Rohstoffe stammen: Die weltweiten
Ressourcen lägen zum großen Teil in Entwicklungs-
ländern wie dem Kongo, die wirtschaftlich wenig ent-
wickelt, sozial gespalten und politisch instabil seien.
Die Sicherung der deutschen Rohstoffversorgung war Die seltenen sogenannten „Gewürzmetalle“ wie Indium
das Thema des entwicklungspolitischen Forums der und Gallium seien nur in wenigen Schwellen- und Ent-
CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit dem Bundeswirt- wicklungsländern in hoher Konzentration abbaubar.
schaftsminister. Karl-Theodor zu Guttenberg. Der ent-
wicklungspolitische Sprecher der CDU/CSU- Alle Teilnehmer stellten fest, dass die Stabilität dieser
Bundestagsfraktion. Christian Ruck gab vor den knapp Staaten und damit unserer Rohstoffversorgungs-
200 Gästen den Wunsch und das Ziel aus, die Experten sicherheit nur mit einem stärkeren und strategisch aus-
der Wirtschafts- und Entwicklungspolitik mögen zu- gerichteten Engagement der deutschen Entwicklungs-
sammenfinden, um beide Politiksektoren zu verzahnen zusammenarbeit erhalten werden könne. Aufgabe der
und die vielfältigen Synergieeffekte einer solchen Entwicklungszusammenarbeit sei, die Rohstoff-
Kompetenzbündelung kenntlich und nutzbar zu machen. Förderung so zu gestalten, dass sowohl für die
Er und Laurenz Meyer als zuständige AG-Vorsitzende Industriestaaten, als auch für die rohstofffördernden
und der zuständige Berichterstatter Jürgen Klimke Entwicklungsländer eine Win-Win-Situation entstehe.
hatten eingeladen, um zu diskutieren, auf welchen Dazu müsse sie darauf hinwirken, dass die Rohstoffein-
Wegen dieses Ziel erreicht werden könnte. nahmen von den betreffenden Ländern entwicklungs-
orientiert eingesetzt, der Zugang zu den Rohstoffen fair
In seiner Eröffnungsrede betonte der stellvertretende und offen gestaltet, die Vertragsbeziehungen transparent
Fraktionsvorsitzende. Peter Ramsauer, dass es im Laufe aufgebaut und die Korruption verringert werden.
dieser Legislaturperiode bereits gelungen sei, die Ent-
wicklungszusammenarbeit nicht mehr nur als Armuts- Professor Josef Sayer, Geschäftsführer des kirchlichen
bekämpfung zu sehen, sondern auch unsere wirtschaft- Hilfswerks Misereor, betonte, dass diese Probleme für
lichen Interessen ins Blickfeld zu nehmen. Gerade in die Menschen vor Ort gelöst werden müssten: In den
Zeiten knapper Finanzmittel sei diese zweiseitige Entwicklungsländern verwandele sich der Ressourcen-
Interessenwahrnehmung der Entwicklungspolitik un- reichtum häufig in einen Ressourcenfluch. In vielen
abdingbar und müsse nun auf den Bereich der Rohstoff- Fällen sehe die Bevölkerung nichts von den Gewinnen,
sicherung erstreckt werden. die mit der Förderung der Rohstoffe erwirtschaftet
würden. Stattdessen leide sie unter Umweltzerstörung
Wirtschaftsminister zu Guttenberg erläuterte in seiner und schlechten Arbeitsbedingungen. Entwicklungs- und
Grundsatzrede, dass die Sicherung der deutschen Roh- auch Wirtschaftspolitik müssten darauf hinwirken, dass
stoffversorgung ein zentrales Thema des 21. Jahr- die Rohstoffeinnahmen tatsächlich zur Armutslinderung
hunderts sei. Daher bedürfe die Bundesregierung einer und zur gesellschaftlichen Stabilisierung in den Ent-
langfristig ausgerichteten, komplementären und wicklungsländern beitragen.

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>>> DATEN UND FAKTEN

Anteil der über 60-jährigen Gast-


studierenden steigt
WIESBADEN – Wie das Statistische
Bundesamt mitteilt, waren im Winter-
semester 2008/2009 an deutschen Hoch-
schulen 36 900 Gasthörer und -hörerinnen
gemeldet. Damit stieg die Zahl der Gast-
studierenden innerhalb der letzten zehn
Jahre um 7%. Auffällig ist, dass in den
letzten zehn Jahren der Anteil der älteren
Gasthörerinnen und -hörer immer mehr
zugenommen hat. Betrug im Winter-
semester 1998/1999 der Anteil der Gruppe
der über 60-jährigen an allen Gast-
studierenden 35%, so machte er im Winter-
semester 2008/2009 bereits 45% aus.
Dagegen sank der Anteil der jüngeren
Gaststudierenden. Im Wintersemester
1998/1999 waren noch 39% aller Gasthörer
und -hörerinnen unter 40 Jahre alt. Zehn
Jahre später lag der Anteil der unter 40-
jährigen bei 35%.
In den vergangenen zehn Jahren erhöhte
sich das Durchschnittsalter der Gast-
studierenden von 48 auf 51 Jahre. Damit
waren sie etwa doppelt so alt wie die
übrigen Studierenden.
Nach vorläufigen Ergebnissen des
Zeichnung: Tomicek
Statistischen Bundesamtes waren im
Wintersemester 2008/2009 1 996 000
Studentinnen und Studenten ordentlich
immatrikuliert. Im Vergleich dazu machten In fast jedem zehnten Haushalt ersetzen Handys das Festnetz
Gasthörer und -hörerinnen nur 2% aus.
Gaststudierende können auch ohne formale Rund 4 Millionen Privathaushalte in Deutschland waren Anfang 2008 nach
Hochschulreife an einzelnen Kursen und den aktuellen Ergebnissen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe mit
Lehrveranstaltungen der Hochschulen Mobiltelefonen ausgestattet, ohne zusätzlich über Festnetzanschlüsse zu ver-
teilnehmen. Zwar ist keine Abschluss- fügen. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) anlässlich
prüfung möglich, dennoch gestattet das des Welt-Telekommunikationstages am 17. Mai 2009 waren das mehr als 9%
Gaststudium wissenschaftliche Weiter- aller Haushalte. Im Jahr 2003 hatte der Anteil der Haushalte mit Handy ohne
bildung und ist damit ein wichtiges Festnetztelefon noch bei 4% gelegen. (Quelle: Destatis)
Element im Kontext des „Lebenslangen
Lernens“.

IMPRESSUM TERMINE
23. Mai 2009 13. Bundesversammlung,
Herausgeber
Dr. Norbert Röttgen MdB Deutscher Bundestag, Beginn: 12:00 Uhr.
Hartmut Koschyk MdB
CDU/CSU-Bundestagsfraktion 07. Juni 2009 Europawahl
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
17. Juni 2009 Sommerfest der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
V.i.S.d.P.: Dr. Christiane Schwarte im „Zollpackhof“ , Beginn: 18:00 Uhr.
Redaktion: Martin Kreienbaum
(verantw.) 17. Juni 2009 Kongress der AG Wirtschaftliche Zusammen-
Christine Maier (Layout) arbeit und Entwicklung „Afrika und Deutsch-
Telefon (030) 227 53015 land - nachhaltige Partnerschaft auf Augen-
Telefax (030) 227 56660 höhe“, Fraktionssitzungssaal, Beginn: 13:30
Uhr.

Ausgabe 62 I 15.05.2009 I www.cducsu.de I 09


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