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Wortstellung im Nebensatz

Je nach Form des Nebensatzes kommen unterschiedliche Wortstellungstypen vor:


Eingeleiteter Nebensatz = Spannsatz
Eingeleitete Nebensätze sind in der Regel Spannsätze. Die finite Verbform steht
letzter Stelle:

Er sagt, dass er ein Zimmer für uns reserviert.


Es ist besser, wenn du die Wahrheit sagst.

Eine Ausnahme bildet die Konjunktion als im Sinne von als ob, wie wenn. Hier
steht die finite Verbform im Konjunktiv direkt nach als an erster Stelle:

Es sah aus, als würde es gleich regnen.


Er schaute so verbissen in die Kamera, als hätte er Zahnschmerzen.
(Siehe auch irrealer Vergleichssatz)
Uneingeleiteter Nebensatz = Kernsatz oder Stirnsatz
Uneingeleitete Nebensätze sind Kernsätze wenn sie Subjekt- oder Objektsatz
sind. Die finite Verbform steht an zweiter Stelle:

Er sagt, er reserviere ein Zimmer für uns.


Es ist besser, du sagst die Wahrheit.

Uneingeleitete Nebensätze sind Stirnsätze, wenn sie Bedingungssatz oder


Einräumungssatz sind. Die finite Verbform steht an erster Stelle:

Reserviert er ein Zimmer für uns, müssen wir das selber nicht mehr tun.
Sagst du auch die Wahrheit, keiner wird dir glauben.
Infinitivkonstruktion = Spannsatz
Infinitivkonstruktionen haben die Wortstellung eines Spannsatzes. Der Infinitiv
steht wie die finite Verbform in einem „echten“ Nebensatz an letzter Stelle:

Er verspricht, ein Zimmer für uns zu reservieren.


Es ist besser, die Wahrheit zu sagen.

Stellung des Nebensatzes


Nebensätze stehen in Bezug auf den übergeordneten Satz in drei verschiedenen
Positionen:
Vordersätze stehen vor dem übergeordneten Satz.
Nachsätze stehen nach dem übergeordneten Satz
Zwischensätze sind in den übergeordneten Satz eingebettet.
Vordersatz Weil es regnete, blieben wir zu Hause.
Nachsatz Wir blieben zu Hause, weil es regnete.
Zwischensatz Wir blieben, weil es regnete, zu Hause.

Vordersatz

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Ein Vordersatz ist ein Nebensatz, der vor dem Hauptsatz (im Vorfeld) steht. Die
folgenden Arten von Nebensätzen können vor dem Hauptsatz stehen:
Subjektsätze
Dass ihr auch hier seid, freut uns.
Ob ich den Schlüssel wiederfinde, ist fraglich.
Wann wir ankommen werden, ist ungewiss.
Euch hier zu treffen freut uns sehr.
Objektsätze
Dass ihr uns nicht begleiten könnt, verstehen wir.
Ob wir auch eingeladen sind, wissen wir nicht.
Warum du erst so spät kommst, fragt er.
Sie enttäuschen zu müssen, bedauern wir sehr.
Ihre Freunde zu sehen, darüber freute sie sich sehr.
Er habe keine Zeit, sagte er.
Wie ihre Kräfte nachließen, fühlte sie.
(Ihn die Treppe heraufkommen hörte sie)
Adverbialsätze
Weil es regnet, spielen sie im Haus.
Obwohl er eine Grippe hatte, ging er schwimmen.
Ohne sich zu verabschieden, verließ er das Lokal.
Nicht mit allen Konjunktionen üblich, z.B. nicht mit sodass, als dass.
Prädikativsätze
Wie er ist, wird er immer bleiben.
Was sie ihn schon lange nennen wollte, nannte sie ihn jetzt (nämlich einen Trottel)

Die folgenden Arten von Nebensätzen können NICHT vor dem Hauptsatz stehen:

Weiterführende Nebensätze:
NICHT: Worüber ich mich sehr freue, hat er mich eingeladen.
NICHT: Was ihn sehr ärgerte, schrien die Kinder laut herum.

Attributsätze: siehe Stellung des Relativsatzes.


Nachsatz
Ein Nachsatz ist ein Nebensatz, der nach dem übergeordneten Satz (im Nachfeld) steht.
Im Prinzip können alle Arten von Nebensätzen nach dem übergeordneten Haupt- oder
Nebensatz stehen. Der Nachsatz ist die am häufigsten vorkommende Wortstellungsart.
Beispiele:
Subjektsätze
Fraglich ist, ob ich den Schlüssel wiederfinde.
Es freut uns sehr, euch hier zu treffen.
Objektsätze
Er sagt, dass er nicht weiß, ob wir auch eingeladen sind.
Wir bedauern sehr, Sie enttäuschen zu müssen.
Adverbialsätze
Er ging schwimmen, obwohl er eine Grippe hatte.
Er verließ das Lokal, ohne sich zu verabschieden.

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Prädikativsätze
Er wird immer bleiben, wie er ist.
Sie nannte ihn, was sie ihn schon lange nennen wollte.
Weiterführende Nebensätze
Er hat mich eingeladen, worüber ich mich sehr freue.
Die Preise sind gestiegen, was viele der Einführung des Euros zuschreiben.

Attributsätze: siehe Stellung des Relativsatzes.


Zwischensatz
Ein Zwischensatz ist ein Nebensatz, der in den übergeordneten Satz eingebettet ist. Er
steht im Mittelfeld des übergeordneten Satzes. Zwischensätze kommen verhältnismäßig
selten vor. In der Regel können nur die folgenden Nebensätze Zwischensatz sein:
Adverbialsätze
Er ging, obwohl er eine Grippe hatte, im kalten See schwimmen.
Sie schenkte ihrem Enkel, weil er Geburtstage hatte, ein Buch.
Er verließ, ohne sich zu verabschieden, das Lokal.

Attributsätze kommen ebenfalls innerhalb des übergeordneten Satzes vor. Siehe Stellung
des Relativsatzes.

Siehe auch Der Schaltsatz.

Zwischensatz im Nebensatz:

Wenn ein Zwischensatz in einen Nebensatz eingebettet wird, steht er im Allgemeinen


frühestens nach dem ersten Satzglied, das dem Einleitewort folgt:

Sie wollten nicht, dass ihr Sohn, nachdem er gegessen hatte, schwimmen ging.
Ihr solltet jetzt wegfahren, weil ihr, wenn ihr noch lange wartet, im Stau stehen werdet.

Ein Nebensatz kann im Prinzip auch direkt nach dem Einleitewort in einen Nebensatz
eingebettet werden. Dies erschwert aber meistens das Verständnis:

Ihr solltet jetzt wegfahren, weil, wenn ihr noch lange wartet, ihr im Stau stehen werdet.
Wortstellung im Hauptsatz
In einem komplexen Satz hängt die Stellung der finiten Verbform des Hauptsatzes von
der Position des Nebensatzes ab:
Nebensatz = Nachsatz oder Zwischensatz
Wenn der Nebensatz hinter dem Hauptsatz steht oder in ihn eingebettet ist, hat
der Hauptsatz als Aussagesatz die Wortstellung eines Kernsatzes: Die finite
Verbform des Hauptsatzes steht an zweiter Stelle:

Heute sind wir zu Hause geblieben, weil es regnete.


Wir sind heute, weil es regnete, zu Hause geblieben.
Nebensatz = Vordersatz
Wenn der Nebensatz vor dem Hauptsatz steht, steht die finite Verbform im

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Hauptsatz an erster Stelle:

Weil es regnete, sind wir heute zu Hause geblieben.

Wenn ein Korrelat wie z.B. dann, deshalb, so, das im Hauptsatz steht, verdrängt
es die finite Verbform von der ersten Stelle. Das Korrelat zählt nicht als eigenes
Satzglied, sondern es ist gewissermaßen eine zusammenfassende Wiederholung
des vorhergehenden Nebensatzes:

Weil es regnete, deshalb sind wir heute zu Hause geblieben.


Wie du heißt, das wollte er wissen.
Wenn ihr bereit seid, dann dürft ihr losfahren.
Ausnahme:
Nach mit wenn auch eingeleiteten Einräumungssätzen und nach uneingeleiteten
Einräumungssätzen steht die finite Verbform im Hauptsatz meistens nicht an
erster, sondern an zweiter Stelle:

Wenn es auch heftig regnete, sie gingen doch im Park spazieren.


Regnete es auch heftig, sie gingen doch im Park spazieren.

Stellungstypen: Kernsatz, Stirnsatz, Spannsatz

Nach der Stellung des finiten Verbs (= des nach Person und Numerus bestimmten Verbs)
werden deutsche Sätze in drei Grundtypen eingeteilt:
Kernsatz Das finite Verb steht an zweiter Stelle Sie kauft ein Auto.
Stirnsatz Das finite Verb steht an erster Stelle Kauft sie ein Auto?
Spannsatz Das finite Verb steht an letzter Stelle dass sie ein Auto kauft.
Der Kernsatz
In einem Kernsatz steht das finite Verb an zweiter Stelle:
Satzglied 1 Finites Verb Satzglied 2 Satzglied 3 Satzglied...
Sie kauft ein Auto.
Seine Frau kaufte ihm damals ein Auto.
Dieses Jahr blühen die Bäume sehr früh.
Kernsätze sind in der gesprochenen und der geschriebenen Sprache der weitaus am
häufigsten vorkommende Stellungstyp. Zu den Kernsätzen gehören vor allem:
Aussagesätze:
Der alte Mann hütet die Kinder seines Sohnes.
Es regnet heute wieder einmal den ganzen Tag.
Früher haben wir oft im Wald gespielt.
Ebenfalls Zweitstellung des finiten Verbs haben:
Ergänzungsfragen:
Wann kommen wir in Salzburg an?
Wieviel wiegt dieser Stein?
Uneingeleitete Subjekt- und Objektsätze:
(Er sagte), er könne nicht kommen.

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(Ich vermute), du hast Recht.
Der Stirnsatz
In einem Stirnsatz steht das finite Verb an erster Stelle:
Finites Verb Satzglied 2 Satzglied 3 Satzglied 4 Satzglied...
Kauft sie ein Auto?
Kaufte seine Frau ihm damals ein Auto?
Geht mir sofort aus dem Weg!
Zu den Stirnsätzen gehören:
Entscheidungsfragen (Ja/nein-Fragen):
Hütet der alte Mann die Kinder seines jüngsten Sohnes?
Regnet es heute wieder einmal den ganzen Tag?
Habt ihr früher oft im Wald gespielt?
Aufforderungssätze (Imperativsätze):
Pass bitte auf!
Spielt nicht im Wald!
Lasst uns mit dem Erreichten zufrieden sein!
Uneingeleitete Bedingungs- und Einräumungssätze:
Hätte ich Zeit, (würde ich euch begleiten).
Müssen wir auch sparen, (wir lassen es uns trotzdem schmecken).
Uneingeleitete irreale Wunschsätze:
Käme er doch endlich!
Hätte ich nur nichts gesagt!
Aussagesätze, wenn ein von ihnen abhängiger Nebensatz vor ihnen steht:
(Seit ich hier bin,) hat er noch kein einziges Wort gesagt.
(Trotzdem es regnete,) spielten die Kinder draußen im Hof. Siehe aber auch
Nebensatz im Vorfeld.
Der Spannsatz
In einem Spannsatz steht das finite Verb an letzter Stelle:
Satzglied 1 Satzglied 2 Satzglied 3 Satzglied 4 finites Verb
...dass sie ein Auto kauft.
...weil seine Frau es ihm damals kaufte.
...damit ihr mir sofort aus dem Weg geht.
Zu den Spannsätzen gehören
Eingeleitete Nebensätze:
...dass der alte Mann die Kinder seines jüngsten Sohnes hütet.
...weil es heute wieder einmal den ganzen Tag regnet.
der Wald, in dem ihr früher oft gespielt habt
Mit wenn Eingeleitete irreale Wunschsätze:
Wenn er doch endlich käme!
Wenn ich nur nichts gesagt hätte!
Infinitivkonstruktionen:
..., ihm damals ein Auto zu kaufen.
..., mir sofort aus dem Weg zu gehen.
Das finite Verb im Spannsatz steht nicht immer ganz am Schluss (siehe Die Besetzung
des Nachfeldes). Es steht aber immer nach der zweiten Stelle.
Anmerkung

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Unter „finites Verb“ ist hier eine einzelne Verbform zu verstehen, die nach Person und
Numerus bestimmt ist. Bei mehrteiligen Prädikaten gilt stellungsmäßig nur die nach
Person und Numerus bestimmte Verbform als finites Verb. Siehe zum Beispiel die
Zweitstellung des finiten Verbs in den folgenden Sätzen:
Sie kauft ein Auto.
Sie hat ein Auto gekauft.
Sie möchte ein Auto kaufen.
Für die Stellung der anderen, nicht finiten Prädikatsteile (hier gekauft, kaufen) siehe
Wortstellung mehrteiliges Prädikat.
Die Wortstellung

Die Wortstellung beschreibt, wie die einzelnen Satzglieder (Subjekt, Prädikat, Objekt
usw.) in einem Satz angeordnet werden. Wie die Wörter innerhalb der Satzglieder
angeordnet werden, ist unter Der Satzgliedbau zu sehen.

Die zentrale Einheit im Satz ist das Prädikat, das immer mindestens aus einer finiten
Verbform besteht. Nach der Stellung dieses finiten Verbs können in der Wortstellung drei
verschiedene Stellungstypen unterschieden werden:
Kernsatz Das finite Verb steht an zweiter Stelle Sie kauft ein Auto.
Stirnsatz Das finite Verb steht an erster Stelle Kauft sie ein Auto?
Spannsatz Das finite Verb steht an letzter Stelle dass sie ein Auto kauft.
Wenn das Prädikat aus mehreren Teilen besteht, bildet es eine sogenannte Satzklammer,
die den Satz in verschiedene Stellungsfelder einteilt:
Satzklammer
Vorfeld ( Mittelfeld ) Nachfeld
Der Großvater hat seinem Enkel ein Buch geschenkt, das der Kleine sofort las.
Die Stellungsfelder können in unterschiedlicher Weise durch andere Satzglieder besetzt
sein.

Im Vorfeld kann jedes beliebige Satzglied stehen. In der Regel steht immer nur ein
Satzglied im Vorfeld:
Vorfeld (
Der Großvater hat seinem Enkel das Buch gestern geschenkt.
Seinem Enkel hat der Großvater das Buch gestern geschenkt.
Das Buch hat der Großvater seinem Enkel gestern geschenkt.
Gestern hat der Großvater seinem Enkel das Buch geschenkt.
Im Nachfeld steht ebenfalls nur ein Satzteil. Die Art der Satzteile, die im Nachfeld stehen
können, ist aber beschränkter:
) Nachfeld
Der Großvater hat seinem Enkel ein Buch gegeben, das der Kleine sofort las.
Die Diebe haben in der Nacht versucht über das Dach einzudringen.
Heute ist der Athlet schneller gerannt als gestern.
Das Mittelfeld kann im Prinzip von einer beliebigen Art und Anzahl von Satzgliedern
besetzt sein. Die Reihenfolge der Satzglieder im Mittelfeld ist relativ frei:

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( Mittelfeld )
Er hat seinem Enkel das Buch gestern geschenkt.
Er hat seinem Enkel gestern das Buch geschenkt.
Er hat das Buch seinem Enkel gestern geschenkt.
Er hat das Buch gestern seinem Enkel geschenkt.
Er hat gestern seinem Enkel das Buch geschenkt.
Er hat gestern das Buch seinem Enkel geschenkt.
Die Abfolge der Satzglieder im Mittelfeld wird dennoch durch verschiedene, einander
zum Teil widersprechende Regeln bestimmt. Neben grammatischen Faktoren spielen
auch Faktoren wie die Sprechsituation und die Absicht des Sprechers eine Rolle. Durch
das Zusammenspiel dieser Regeln und Faktoren ergeben sich viele verschiedene
mögliche Reihenfolgen.

Die Wortstellung wird hier unter den folgenden Gesichtspunkten beschrieben:


Stellungstypen Welche Wortstellung in welchen Sätzen?
Stellung des Prädikats Wo steht das Prädikat im Satz?
Satzklammer und Stellungsfelder Welches ist die primäre Satzeinteilung?
Vorfeld Welche Satzglieder stehen im Vorfeld?
Mittelfeld Wie ist die Wortabfolge im Mittelfeld?
Nachfeld Welche Satzglieder stehen im Nachfeld?
Anmerkung:

Die Wortstellung ist im Deutschen relativ frei und gleichzeitig sehr komplex, da sie von
verschiedenen einander beeinflussenden und zum Teil widersprechenden Kriterien
abhängig ist. Die meisten der hier beschriebenen Prinzipien der Wortstellung sind nicht
feste Regeln, sondern vielmehr Tendenzen. Die vorliegende Beschreibung kann deshalb
nicht vollständig sein. Sie soll nur die wichtigsten Grundregeln und Tendenzen aufzeigen.
Die Stellung des Prädikats

Die Stellung des Prädikats (= des zentralen Verbs) im Satz ist von der Satzart abhängig.
Das Prädikat kann an erster, zweiter oder letzter Stelle stehen.

Weiter muss zwischen einteiligen Prädikaten und den Prädikatsteilen in mehrteiligen


Prädikaten unterschieden werden.
Stellung einteiliges Prädikat
Stellung mehrteiliges Prädikat

Mehrere Verbformen am Satzende weil ich ihn kommen hören konnte


Stellung des einteiligen Prädikats
Die Stellung des Prädikats (= des zentralen Verbs) im Satz ist von der Satzart abhängig.
Ein einteiliges Prädikat steht zum Beispiel
in einem Aussagesatz an zweiter Stelle
in einer Entscheidungsfrage an erster Stelle
in einem eingeleiteten Nebensatz an letzter Stelle

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Satzart Beispiel Stellungstyp
Aussagesatz Dieser Zug fährt nach Mailand. Kernsatz
Entscheidungsfrage Fährt dieser Zug nach Mailand? Stirnsatz
Nebensatz dass der Zug nach Mailand fährt. Spannsatz
Stellung des mehrteiligen Prädikats
Bei der Wortstellung von mehrteiligen Prädikaten muss zwischen der finiten Verbform
(= der direkt in Person und Numerus bestimmten Verbform) und den anderen
Prädikatsteilen unterschieden werden.

Finites Verb

Das finite Verb steht an der gleichen Stelle wie das Verb eines einteiligen Prädikats (siehe
oben):
Satzart Beispiel Stellungstyp
Aussagesatz Dieser Zug ist nach Mailand gefahren. Kernsatz
Entscheidungsfrage Wird dieser Zug nach Mailand fahren? Stirnsatz
Nebensatz weil der Zug nach Mailand fahren sollte. Spannsatz
Ausnahme: weil der Zug nach Mailand hätte fahren sollen. Siehe Verbgruppe mit
Ersatzinfinitiv und Hilfsverb
Andere Prädikatsteile

Die anderen Prädikatsteile stehen im Kernsatz und im Stirnsatz in der Regel am Schluss
des Satzes. Sie bilden zusammen mit dem finiten Verb die Satzklammer:
Kernsatz
Finites Verb Andere Prädikatsteile
Dieser Zug ist nach Mailand gefahren.
Morgen wird er alles aufgeräumt haben.
Du darfst nicht so schnell fahren.
Die Sonne geht heute um 6.43 auf.
Die Regierung stellte mehr Geldmittel zur Verfügung.
Er war schon immer ihr bester Freund.
Stirnsatz
Finites Verb Andere Prädikatsteile
Ist dieser Zug nach Mailand gefahren?
Wird er morgen alles aufgeräumt haben?
Darfst du so schnell fahren?
Steh heute schon um 6 Uhr auf!
Stellte die Regierung mehr Geldmittel zu Verfügung?
War er schon immer ihr bester Freund?
(Ausnahmen siehe Besetzung des Nachfeldes)

Im Spannsatz stehen die anderen Prädikatsteile unmittelbar vor dem finiten Verb:

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Spannsatz
Andere Prädikatsteile Finites Verb
dieser Zug nach Mailand gefahren ist.
er morgen alles aufgeräumt haben wird.
du so schnell fahren darfst.
dass
die Sonne heute um 6.43 Uhr auf geht.
die Regierung mehr Geldmittel zur Verfügung stellte.
er schon immer ihr bester Freund war.

Reihenfolge der anderen Prädikatsteile

Bei mehr als einem anderen Prädikatsteil gilt folgende Reihenfolge:

Infinitive und Partizipien stehen nach allen anderen Arten von Prädikatsteilen:

Die Regierung will mehr Geldmittel zur Verfügung stellen.


Ist er schon immer ihr bester Freund gewesen?
dass die Regierung mehr Geldmittel zur Verfügung gestellt hätte.

Unmittelbar vor dem Infinitiv oder dem Partizip stehen die abtrennbaren Teile von
trennbaren Verben, wobei die Trennung aufgehoben wird:

dass die Sonne heute um 6.43 Uhr aufgeht.


Ist die Sonne heute um 6.43 Uhr aufgegangen?
Er wollte überall Einfluss ausüben.
Mehrere Verbformen am Satzende
In komplexeren Sätzen können mehrere Verbformen am Satzende stehen.

Ich habe ihn aus dem Haus kommen sehen.


weil ich ihn aus dem Haus kommen sehen konnte.
Hat er die Kinder nicht gehen lassen wollen?
dass er von ihr eingeladen worden sein soll.

Dabei gilt, dass eine Verbform unmittelbar hinter der Verbform oder der Verbgruppe
steht, die von ihr abhängig ist.

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Er hat sie nicht gehen lassen wollen.
Er will sie nicht gehen lassen.

Er will sie nicht gehen lassen.


Er lässt sie nicht gehen.

Er lässt sie nicht gehen.


Sie geht.
...dass er von ihr gesehen worden sein soll.
Er soll von ihr gesehen worden sein .

Er soll von ihr gesehen worden sein .


Er ist von ihr gesehen worden.

Er ist von ihr gesehen worden.


Er wird von ihr gesehen.

Er wird von ihr gesehen.


Sie sieht ihn.
Diese Regel gilt für alle Stellungstypen (Kernsatz, Stirnsatz, Spannsatz). Im Spannsatz ist
die letzte Verbform die finite Verbform.

Ausnahme: Verbgruppe mit Ersatzinfinitiv und Hilfsverb

Von dieser Regel wird abgewichen, wenn die Verbgruppe einen Ersatzinfinitiv enthält
und dieser Ersatzinfinitiv vom Hilfsverb haben abhängig ist. In einem Nebensatz
(Spannsatz) müsste das finite Hilfsverb an letzter Stelle stehen. Es wird aber vor die
Verbgruppe gestellt:
obwohl ich euch hatte kommen hören NICHT obwohl ich euch kommen hören hatte
dass er die Kinder habe gehen NICHT dass er die Kinder gehen lassen wollen
lassen wollen habe
weil ihr hättet überfahren werden können NICHT weil ihr überfahren werden können
hättet
Wenn der Ersatzinfinitiv vom Hilfsverb werden abhängig ist, sind beide Stellungen
möglich:
weil ich euch werde kommen hören auch: weil ich euch kommen hören werde
an die man sich wird erinnern können auch: an die man sich erinnern können wird
dass er die Kinder wird gehen auch: dass er die Kinder gehen lassen wollen
lassen wollen wird

Konjunktiv und indirekte Rede


A. Die Konjunktivendungen

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Die Konjunktivendungen sind fett gedruckt. Wenn der Konjunktiv und der Indikativ die
gleiche Form haben, ist der Text unterstrichen! In diesem Fall musst du die Ersatzform
bilden (Konjunktiv II bzw. Würde-Form).

Indikativ Präsens Konjunktiv I


Ich singe Ich singe
Du singst Du singest
Er singt Er singe
Wir singen Wir singen
Ihr singt Ihr singet
Sie singen Sie singen

Der Konjunktiv I
steht

• bei Wünschen:
er verbiete das Raufen
• bei indirekter Rede:
sie sagen, er verbiete das Raufen

Bildung:

• Präsens: Präsensstamm des Verbs + Konjunktivendung


• Perfekt: Konjunktiv I von sein/haben + Partizip Perfekt
• Futur: Konjunktiv I von werden + Infinitiv

Der Konjunktiv II
steht

• bei Unmöglichkeit bzw. Unwirklichkeit:


Wir stellen uns vor, Elefanten würden nicht gejagt.
• als Ersatzform für den Konjunktiv I:
Er behauptet, Elefanten hätten ein gutes Gedächtnis.

Bildung:

• Präsens: Präteritumstamm (+ Umlaut) + Konjunktivendung


• Perfekt: Konjunktiv II von sein/haben + Partizip Perfekt
• Futur: Konjunktiv II von werden + Infinitiv

Indikativ Imperfekt Konjunktiv II

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Ich ging Ich ginge
Du gingst Du gingest
Er ging Er ginge
Wir gingen Wir gingen
Ihr gingt Ihr ginget
Sie gingen Sie gingen

Die Würde-Form
steht,

• wenn der Konjunktiv II und der Indikativ Imperfekt die gleiche Form haben.
Er behauptet, Elefanten hören => hörten => würden selbst tiefste Töne hören

Bildung:

• würde + Infinitiv

Dass-Sätze

• können in Kombination mit dem Konjunktiv stehen.


er meint, dass Elefanten in Sippen organisiert seien.
er meint, Elefanten seien in Sippen organisiert.

Bildung:

• dass + Konjunktiv

B. Die indirekte Rede

1. Modus
Das Verb der indirekten Rede erscheint im Konjunktiv

a) Direkte Rede
Die Wildhüterin sagt: „Die dicke Haut schützt die Elefanten. Ich glaube aber an einen
weichen Kern unter der harten Schale.“
b) Indirekte Rede
Die Wildhüterin sagt, die dicke Haut schütze die Elefanten; sie glaube aber an einen
weichen Kern unter der harten Schale.

2. Einleitendes Verb
Die indirekte Rede wird durch ein Verb des Sagens, Meinens, Denkens oder Fühlens
eingeleitet und durch ein Komma abgetrennt.

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a) Direkte Rede
„Ich schätze die treuen Augen der Elefanten.“
b) Indirekte Rede
Er sagt, er schätze die treuen Augen der Elefanten.

3. Nebensatz
Die indirekte Rede erscheint als Nebensatz.

• Ohne Konjunktion in Verb-Zweit-Stellung, wenn die direkte Rede ein Aussage-


oder Aufforderungssatz ist.

a) Direkte Rede:
Er sagt: „Der Elefant kühlt seinen Körper mit den großen Ohren.“
b) Indirekte Rede:
Er sagt, der Elefant kühle seinen Körper mit den großen Ohren.

• Mit der Konjunktion „dass“ in Verb-Letzt-Stellung.

a) Direkte Rede:
Er sagt: „Die Elefantenkuh kümmert sich sehr liebevoll um ihre Kinder.“
b) Indirekte Rede:
Er sagt, dass sich die Elefantenkuh sehr liebevoll um ihre Kinder kümmere.

• Ist die direkte Rede ein Fragesatz, so ist die Wiedergabe nur durch einen
eingeleiteten Nebensatz möglich.

a) Direkte Rede:
Er fragt: „Hat der Elefant ein gutes Gedächtnis?“
b) Indirekte Rede:
Er fragt, ob der Elefant ein gutes Gedächtnis habe.

4. Personenverschiebung
Oft ist bei der Verwandlung der direkten Rede in die indirekte Rede eine
Personenverschiebung nötig.

a) Direkte Rede:
Peter sagt: „Ich weiß, dass ein Elefant jeden Tag bis zu 150 kg Futter zu sich nimmt.“
b) Indirekte Rede:
Peter behauptet, er wisse, dass ein Elefant jeden Tag bis zu 150 kg Futter zu sich nehme.

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