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Bewertungsrichtlinie Richtlinie zur Erfassung und Bewertung des Sachvermögens der Stadt Heilbronn Stand: Juni 2009

Bewertungsrichtlinie

Richtlinie zur Erfassung und Bewertung des Sachvermögens der Stadt Heilbronn

Stand: Juni 2009

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Bewertungsrichtlinie

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

3

1.

Geltungsbereich

5

2.

Rechtliche Grundlagen

6

3.

Allgemeines zur Eröffnungsbilanz

7

3.1

Grundsätzliche Bewertungskriterien nach § 62 E-GemHVO

7

3.1.1

Grundsatz der Anschaffungs- und Herstellungskosten

8

3.1.1.1

Anschaffungskosten

8

Unentgeltlicher Erwerb

9

3.1.1.2

Herstellungskosten

11

3.1.2

Ansatz von Erfahrungswerten in der Eröffnungsbilanz

11

3.1.3

AHK bei Werten zum Stichtag der Eröffnungsbilanz und 6 Jahre zurück

12

3.1.4

Altvermögen vor dem 31.12.1974

12

3.1.5

Anschaffungs- und Herstellungszeitpunkt

12

3.2

Laufende Bilanzierung

13

3.3

Bewertungsvereinfachungsmethoden

13

3.3.1

Festwertverfahren

13

3.3.2

Gruppenbewertung

15

4.

Bewertung der einzelnen Positionen des Sachvermögens

16

4.1

Immaterielle Vermögensgegenstände

16

4.2

Sachvermögen

18

4.2.1

Unbebaute Grundstücke

18

4.2.1.1

Grünflächen

20

4.2.1.2

Ackerland

22

4.2.1.3

Wald und Forsten

22

4.2.1.4

Sonstige unbebaute Grundstücke

23

4.2.2

Bebaute Grundstücke

24

4.2.2.1

Grund und Boden

25

4.2.2.2

Gebäude, Aufbauten, Betriebsvorrichtungen und Außenanlagen

25

4.2.2.2.1

Gebäude, Aufbauten

26

4.2.2.2.2

Betriebsvorrichtungen

27

4.2.2.2.3

Außenanlagen

27

4.2.3

Infrastrukturvermögen

29

4.2.3.1

Grund und Boden des Infrastrukturvermögens

29

4.2.3.2

Straßen, Wege, Plätze, Verkehrslenkungsanlagen

30

4.2.3.3

Bauwerke

33

5.

Bewertung der Aktiven Abgrenzungsposten

34

5.1

Aktive Rechnungsabgrenzung (RAP)

34

5.2

Sonderposten für geleistete Investitionszuschüsse

34

6.

Bewertung der Sonderposten und Rechnungsabgrenzungsposten (Passivseite)

35

6.1.1

Erhaltene Investitionszuschüsse

35

6.1.2

Bewertung von Schenkungen, Spenden und Erbschaften

36

6.2

Passive Rechnungsabgrenzung

36

Anlagen

 

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Bewertungsrichtlinie

Vorwort

Aufgrund der Regelungen für das „Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen“ (NKHR) in der Gemeindeordnung (GemO) auf der Basis des Gesetzes zur Reform des Gemeindehaushalts- rechts vom 04.05.2009 und dem Anhörungsentwurf der Gemeindehaushaltsverordnung (E- GemHVO) des Innenministeriums Baden-Württemberg vom 22.04.2009 haben die Gemeinden ihre Bücher in Form der doppelten Buchführung darzustellen (§ 77 Abs. 3 GemO). Aus § 95 Abs. 2 GemO wird ersichtlich, dass der Jahresabschluss aus einer Ergebnis-, Finanz- und aus einer Ver- mögensrechnung (Bilanz) besteht. Aufgrund dieser drei Bestandteile, die im NKHR abgebildet werden, spricht man auch von einer Drei- Komponentenrechnung.

== PPrroodduukktthhaauusshhaalltt
== PPrroodduukktthhaauusshhaalltt

Die Vermögensrechnung (Bilanz) beinhaltet die Gegenüberstellung von Vermögen und Finanzie- rungsmitteln. Sie ist mit der Bilanz des kaufmännischen Rechnungswesens vergleichbar, berück- sichtigt allerdings kommunale Besonderheiten. Sie ist in Kontenform aufzustellen.

Die Stadt hat zu Beginn des ersten Haushaltsjahres, in dem das neue Recht angewendet wird, eine Eröffnungsbilanz aufzustellen. Sie ist nach den für die Vermögensrechnung geltenden Regeln für den Jahresabschluss aufzustellen, wobei für die Eröffnungsbilanz in § 62 E-GemHVO Erleichte- rungen vorgesehen sind.

Das Vermögen ist in einer Vermögensübersicht nach § 55 Abs. 1 E-GemHVO aufzulisten, in der der Stand des Vermögens zu Beginn und zum Ende des Haushaltsjahres, die Zu- und Abgänge sowie die Zuschreibungen und Abschreibungen darzustellen sind.

Die Daten müssen erhoben werden (Inventur) und nach den Regelungen der E-GemHVO bewer- tet werden. Ziel ist, den Erfassungsprozess und das anschließende Bewertungsverfahren systema- tisch, zügig, nachprüfbar und zugleich wirtschaftlich zu gestalten.

Bei der Erfassung (Inventur) geht es zunächst darum, alle Vermögensgegenstände vollständig aufzunehmen. Dabei werden alle Informationen, die bei der Wertermittlung von Bedeutung sind, mit erfasst (z.B. das Anschaffungs- oder Herstellungsjahr). Welche Daten aufgenommen werden und in welcher Form dies geschieht, wird in einer gesonderten Inventurrichtlinie dargestellt.

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Bewertungsrichtlinie

Die Bewertung stellt den zweiten Schritt dar. Hierbei sind grundsätzlich die Anschaffungs- und Herstellungskosten des Vermögensgegenstandes abzüglich der Abschreibungen anzusetzen. Gleichzeitig stellt die E-GemHVO Wahlrechte zur Verfügung, die die Berücksichtigung von Erfah- rungswerten ermöglichen.

Ziel der vorliegenden Richtlinie ist es, die neuen Gesetzesgrundlagen zu erläutern und ein einheit- liches Vorgehen bei der Erfassung und Bewertung des städtischen Vermögens zu gewährleisten.

Da das Anlagevermögen bei der Stadt Heilbronn nicht homogen ist, können nur Grundlagen gere- gelt werden. Einzelheiten sind mit der Stadtkämmerei zu klären.

Fragen zu den rechtlichen Grundlagen beantwortet:

Frau Wingert (App. 2731) bei unbebauten Grundstücken Herr Bach (App. 3374) bei bebauten Grundstücken Herr Sommer (App. 2735) bei Infrastrukturvermögen

Fragen zu FI-AA beantwortet:

Herr Rückert (App. 3098), Frau Aman-Puscas (App. 2733)

Systemfragen zu FI-AA beantwortet das SAP-Team:

Herr Kolmar (App. 3698), Herr Hallmann (App. 3798), Frau Link (App. 4089)

Fragen zu den Kostenstellen beantwortet:

Herr Munz (App. 3634), Frau Montevago (App. 3432)

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Bewertungsrichtlinie

1. Geltungsbereich

Die Richtlinie gilt für alle Ämter, Stabsstellen und Institute der Stadt Heilbronn. Für die Führung der Anlagenbuchhaltung setzt die Stadt Heilbronn das SAP-Modul FI-AA ein.

Es ist grundsätzlich das gesamte städtische Vermögen nach Maßgabe dieser Richtlinie zu erfas- sen und zu bewerten. (Vollständigkeitsgrundsatz).

Das Anlagevermögen umfasst alle Gegenstände (sog. Vermögensgegenstände), die dazu be- stimmt sind, längerfristig bzw. dauernd dem Geschäftsbetrieb der Stadt Heilbronn zu dienen. Die Gegenstände müssen im Eigentum der Stadt Heilbronn stehen.

Vorräte sind gem. § 52 Abs. 3 E-GemHVO in der Eröffnungsbilanz beim Sachvermögen aufzufüh- ren. Da die Vorräte jedoch nicht dazu bestimmt sind, der Stadt Heilbronn längerfristig zu dienen, sondern dem Verbrauch unterliegen, sind Vorräte kein Teil der Anlagenbuchhaltung. Aus Wesent- lichkeitsgesichtserwägungen verzichtet die Stadt Heilbronn vereinfachend auf die Erfassung und Bewertung vorhandener Vorräte für die Eröffnungsbilanz. Vorräte gelten als verbraucht.

Die Vermögensgegenstände sind grundsätzlich einzeln zu erfassen und zu bewerten (Einzelbe- wertungsgrundsatz). Für die Ersterfassung lässt die E-GemHVO Wahlrechte zu. Die Erfassung der Vermögensgegenstände erfolgt in Exceltabellen, die in SAP eingespielt werden können.

Für bewegliche Vermögensgegenstände gelten zusätzliche Vereinfachungsregelungen. Danach sind diese nur dann zu bewerten, sofern sie sechs Jahre (nach 31.12.2004) vor Erstellung der Er- öffnungsbilanz angeschafft worden sind. Unbeschadet dessen sind diese, wie bisher, zu inventari- sieren. Die Erleichterung bezieht sich somit auf die Bewertung.

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2. Rechtliche Grundlagen

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Grundlagen der Bewertungsrichtlinie sind die Gemeindeordnung auf Basis des Gesetzes zur Re- form des Gemeindehaushaltsrechts vom 04.05.2009 und der Anhörungsentwurf der Gemeinde- haushaltsverordnung (E-GemHVO) für Baden-Württemberg, Stand 22.04.2009.

Eine weitere Grundlage dieser Richtlinie ist der von der AG Bilanzierung entwickelte und verab- schiedete Leitfaden zur Bilanzierung vom 19.05.2009. Für die Suche nach weitergehenden Rege- lungen, die über den Umfang dieser Richtlinie hinausgehen, wird generell auf diesen Leitfaden zur Bilanzierung verwiesen. Auf ihn kann über das städtische Intranet (Ämter Amt 20 NKHR NKHR im Überblick Rechtliche Grundlagen) zugegriffen werden. Möglicherweise auftretende Abweichungen zu dieser Richtlinie sind mit der Stadtkämmerei abzustimmen.

Auszüge aus den Rechtsgrundlagen sind als Anlage 1 beigefügt.

Nutzungsdauern von Vermögensgegenständen

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Bei Vermögensgegenstände des immateriellen Vermögens und des Sachvermögens – ohne Vorrä- te -, deren Nutzung begrenzt ist, sind die Anschaffungs- und Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Maßgeblich ist die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Es wird grundsätzlich in gleichen Jahresraten über die Nutzungsdauer des Vermögensgegenstandes ab- geschrieben (lineare Abschreibung). Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung wird die Abschrei- bung anteilig (ein zwölftel für jeden vollen Monat) berechnet.

Die Stadt Heilbronn wendet ab 01.01.2009 die vom Innenministerium herausgegebene Abschrei- bungstabelle an (Anlage 2). Sofern die Tabelle eine Spanne in der Nutzungsdauer vorsieht erfolgt eine Abstimmung mit der Stadtkämmerei.

Ist ein zu bilanzierender Gegenstand nicht in der Abschreibungstabelle aufgeführt, ist ein gleichar- tiger Gegenstand heranzuziehen oder eine Abstimmung mit der Stadtkämmerei vorzunehmen.

Aus einer abgelaufenen Nutzungsdauer kann kein Anspruch auf Neubeschaffung des Vermögens- gegenstandes abgeleitet werden.

In begründeten Fällen kann von der Nutzungsdauer abgewichen werden. Die Abweichung ist zu dokumentieren.

Kalkulatorische Verzinsung

Das Anlagekapital ist angemessen zu verzinsen. Dabei bleibt der aus Beiträgen und ähnlichen Entgelten sowie aus Beiträgen und Zuschüssen aufgebrachte Kapitalanteil außer Betracht, da die- ser als Ertrag jährlich aufgelöst wird. Der Zinssatz wird jährlich festgesetzt und bekannt gegeben. Der kalkulatorische Zins wird von den Restbuchwerten (Anschaffungs- und Herstellungskosten vermindert um die lineare Abschreibung) zum 01.01. eines Jahres berechnet. (Dies gilt nicht für Anlagen im Bau).

Geringwertige Wirtschaftsgüter

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§ 46 Abs. 2 Satz 2 E-GemHVO Anschaffungs- oder Herstellungskosten für selbständig nutzbare bewegliche Vermögensgegens- tände des Sachvermögens, die nach § 38 Abs. 4 nicht erfasst werden, sind im Jahr der Anschaf- fung als ordentlicher Aufwand auszuweisen.

Bei der Stadt Heilbronn werden bewegliche, selbständig nutzbare Vermögensgegenstände, deren Anschaffungs- und Herstellungskosten 410 EUR ohne Umsatzsteuer nicht überschreiten, als or- dentlicher Aufwand behandelt. Der Hinweis „ohne Umsatzsteuer“ bezieht sich ausschließlich auf die Ermittlung der Wertgrenzen.=

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3. Allgemeines zur Eröffnungsbilanz

Die Eröffnungsbilanz ist die erstmalige vollständige Darstellung des Vermögens und der Schulden der Kommunen auf der Basis des Neuen Kommunalen Haushaltsrechts. Diese Werte stellen die Ausgangsgröße für die zukünftige Bilanzierung dar (Vermögensstatus).

Für die Aufstellung der Eröffnungsbilanz ist das gesamte Vermögen zu erfassen und zu bewerten. Hierzu enthält die E-GemHVO generelle und spezielle Regelungen.

Insbesondere in § 62 E-GemHVO sind die Regelungen für die „Erstmalige Bewertung“ des Vermö- gens (Eröffnungsbilanz) enthalten.

Ebenso gelten die Vorschriften aus dem 8. Abschnitt E-GemHVO (Ansatz und Bewertung des Vermögens und der Schulden) für die Bewertung des Vermögens und für die Aufstellung der Eröff- nungsbilanz.

Unter Vermögen sind alle Vermögensgegenstände zu verstehen, die der Stadt Heilbronn länger- fristig dienen und die im Eigentum der Stadt sind. Dabei ist das zivilrechtliche (Übergang des Be- sitzes aufgrund eines vertraglich festgelegten Datums) und ergänzend das wirtschaftliche Eigen- tum entscheidend.

Für die Bilanzierungsfähigkeit eines Vermögensgegenstandes kommt es darauf an, dass dieser dem Vermögen der Kommune zuzurechnen ist. Dies ist dann der Fall, wenn die Kommune wirt- schaftliches Eigentum hat. Die Kommune ist wirtschaftlicher Eigentümer, wenn sie die tatsächliche Sachherrschaft über einen Vermögensgegenstand in einer Weise ausübt, dass dadurch der nach bürgerlichem Recht Berechtigte wirtschaftlich auf die gesamte Nutzungsdauer von der Einwirkung ausgeschlossen ist. Die tatsächliche Sachherrschaft über den Vermögensgegenstand hat i.d.R. derjenige, bei dem Besitz, Gefahr, Nutzen und Lasten der Sache liegen.

Beispiele für bilanzierungspflichtiges wirtschaftliches, aber nicht juristisches Eigentum:

Gebäude der Kommune auf fremden Grund und Boden, Erwerb von Vermögensgegenständen unter Eigentumsvorbehalt, geleaste Vermögensgegenstände unter bestimmten Voraussetzungen i.R. des Finanzierungsleasings.

Beispiel für nicht zu bilanzierendes juristisches, aber nicht wirtschaftliches Eigentum:

Fremde Gebäude auf eigenem Grund und Boden.

Sonderfall: Leasingverträge Unter Leasing versteht man einen miet- oder pachtähnlichen Vertrag (mit besonderen Ausgestal- tungsmerkmalen) zwischen Leasinggeber und Leasingnehmer über die Nutzung beweglicher und unbeweglicher Anlagegüter. Die Zuordnung der Vermögensgegenstände richtet nach dem Kriteri- um „wirtschaftliches Eigentum“. Dies beurteilt sich nach dem steuerrechtlichen Leasingerlass. Die Zuordnung zum Eigentum der Gemeinde stellt hierbei die seltene Ausnahme dar.

3.1 Grundsätzliche Bewertungskriterien nach § 62 E- GemHVO

Der § 62 E-GemHVO trifft Regelungen für die „Erstmalige Bewertung“ und geht vor allem auf die Besonderheiten der Bewertung bei der Eröffnungsbilanz ein. Die einzelnen Aussagen und Rege- lungen werden in diesem Kapitel aufgezeigt und erörtert.

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3.1.1 Grundsatz der Anschaffungs- und Herstellungskosten

§ 62 Abs. 1 Satz 1 und 2 E-GemHVO

In der Eröffnungsbilanz nach Art. 13 Abs. 5 des Gesetzes zur Reform des Gemeindehaushalts- rechts sind die zum Stichtag der Aufstellung vorhandenen Vermögensgegenstände mit den An- schaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen nach § 46 E-GemHVO, an- zusetzen. Die Vermögensgegenstände dürfen auch mit Werten angesetzt werden, die vor dem Stichtag für die Aufstellung der Eröffnungsbilanz in Anlagenachweisen nach § 38 der Gemeinde- haushaltsverordnung vom 7. Februar 1973 (GBI. S. 33) in der zuletzt geltenden Fassung oder in einer Vermögensrechnung nach der Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums zur Vermögens-

rechnung vom 31. Oktober 2001 (GABI. S. 1108) nachgewiesen sind.

Grundsätzlich sind die Vermögensgegenstände in der Eröffnungsbilanz mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK) zu bewerten. Zeitwerte sind nicht zulässig.

Kostenrechnende Einrichtungen

Gemäß § 62 Abs. 1, Satz 2 werden aus Vereinfachungsgründen die für kostenrechnende Einrich- tungen bereits bestehenden Anlagennachweise zum Stichtag der Eröffnungsbilanz übernommen. In der laufenden Bilanzierung sind die Regelungen dieser Richtlinie anzuwenden. Für Betriebe gewerblicher Art sind gegebenenfalls wie bisher separate Steuerbilanzen zu erstellen. Bei Übernahme von Daten aus Anlagenachweisen ist zu gewährleisten, dass Vermögensgegens- tände nicht doppelt erfasst sind bzw. die Anlagenachweise vollständig geführt sind.

Je nachdem, ob die Herstellung oder die Anschaffung eines Vermögensgegenstands anzunehmen ist, handelt es sich bei den entsprechenden Aufwendungen um „Herstellungskosten“ bzw. „An- schaffungskosten“. Eine Unterscheidung zwischen Herstellung und Anschaffung eines Vermö- gensgegenstandes ist deshalb notwendig, weil die Höhe der Anschaffungskosten und der Herstel- lungskosten durchaus unterschiedlich sein kann.

3.1.1.1 Anschaffungskosten

§ 44 Abs. 1 E-GemHVO

Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegens- tand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermö- gensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Minderungen des Anschaffungs-

preises sind abzusetzen.

Nach § 44 Abs. 1 E-GemHVO (analog § 255 Abs. 1 HGB) gehören zu den Anschaffungskosten alle Aufwendungen für die Anschaffung eines Vermögensgegenstandes, insbesondere der Kaufpreis und die aufgewendeten Nebenkosten, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können (z.B. Kosten für den Abtransport (Fracht, Transportversicherung, Zölle), Kosten für die Montage und Verpackungskosten).

Zu den Anschaffungskosten gehören auch solche Zahlungen des Käufers an den Verkäufer, die von den Vertragsparteien nicht als Kaufpreis bezeichnet werden, gleichwohl aber dem Erwerb des Vermögensgegenstands dienen (Provisionen).

Anschaffungskosten können vor und nach dem Zeitpunkt der Anschaffung entstehen (z.B. Makler- gebühren, Notargebühren, Grundbuchgebühren, Vermessungskosten und Montagekosten).

Bei nachträglichen Anschaffungskosten muss ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Anschaf- fungsvorgang gegeben sein, ein zeitlicher Zusammenhang ist grundsätzlich nicht erforderlich.

Nach § 44 Abs.1 Satz 3 E-GemHVO (analog § 255 Abs. 1 Satz 3 HGB) sind die Anschaffungskos- ten um Preisnachlässe zu vermindern. Hierzu zählen z.B. Rabatte, Skonti und Boni.

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Nicht zu den Anschaffungskosten gehören die Gemeinkosten, die Finanzierungs- oder Geldbe- schaffungskosten, wie z.B. Kreditkosten.

Unentgeltlicher Erwerb

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Begriffsbestimmung Unentgeltlicher Erwerb = alle Geschäftsvorfälle/Vorgänge, bei denen die Kommune Vermögensge- genstände ohne finanzielle oder sonstige materielle Gegenleistung (z.B. Tausch) erhält.

Grundsätze

< Vollständiger Vermögensausweis Alle Vermögensgegenstände im Eigentum der Kommune sind in der Bilanz auszuweisen (unter Berücksichtigung der Vereinfachungsregeln für die Eröffnungsbilanz), auch wenn keine eigenen Anschaffungs- oder Herstellungskosten entstanden sind.

Wertermittlung Es gilt das Prinzip der wirklichkeitsgetreuen Bewertung. Die Bewertung der Vermögensgegenstän- de erfolgt analog der Ausführungen in dieser Richtlinie. Dabei können insbesondere auch die Ver- einfachungsregelungen für die Eröffnungsbilanz analog sowie die beschriebenen Verfahren zur Ermittlung von Erfahrungswerten herangezogen werden. Der Stichtag für die Wertermittlung ist gleich dem Zeitpunkt des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums auf die Kommune.

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< Bruttoprinzip mittels Bildung eines passiven Sonderpostens Die Bilanzierung des Vermögensgegenstandes erfolgt beim jeweiligen Bestandskonto nach dem Bruttoprinzip ergebnisneutral bei Zugang gegen einen sonstigen Sonderposten auf der Passivseite in Höhe des Wertzuwachses, also i.d.R. in gleicher Höhe.

< Abschreibung der Vermögensgegenstände und Auflösung der Sonderposten Alle abnutzbaren Vermögensgegenstände, also auch unentgeltlich erworbene, werden gemäß der E-GemHVO abgeschrieben. Die passiven Sonderposten werden analog über die betriebsgewöhn- liche Nutzungsdauer des korrespondierenden Vermögensgegensstandes aufgelöst.

Anwendungsfälle Auf Basis der o.g. Grundsätze werden im Folgenden lediglich Ausnahmen, Ergänzungen oder Be- sonderheiten der jeweiligen Beispiele dargestellt.

< Sachschenkungen Die AHK können aus der Spendenbescheinigung entnommen werden.

< Geldspenden Geldspenden mit einem investiven Verwendungszweck führen zu einer Bilanzverlängerung:

Aktivseite: Erhöhung der liquiden Mittel Passivseite: Behandlung wie bei erhaltenen Investitionszuschüssen. In Folge der Zweckbindung muss in einem weiteren Schritt ein Sachvermögenszugang erfolgen (bilanziell: Aktivtausch). Geldspenden mit einem konsumtiven Verwendungszweck werden ebenfalls in der Ergebnisrech- nung verbucht (ordentlicher Ertrag). Geldspenden ohne Verwendungszweck werden in der Ergeb- nisrechnung verbucht (außerordentlicher Ertrag).

< Erbschaften Es gelten die o.g. dargestellten Grundsätze sowie die Ausführungen zu Geldspenden analog.

< Umlegungen

Vorbemerkung:

Zu beachten sind die beiden Rollen der Kommune im Umlegungsverfahren.

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1.

Kommune als Umlegungsstelle

Alle Geschäftsvorfälle, die die Kommune als Umlegungsstelle abwickelt, sind ausschließlich er- gebniswirksam. Mehrzuteilungen, für die die Umlegungsstelle von Dritten einen Geldausgleich erhält, stellen au- ßerordentlichen Ertrag der Ergebnisrechnung dar. Minderzuteilungen, für die die Umlegungsstelle einen Geldausgleich an Dritte zu zahlen hat, stellen außerordentlichen Aufwand in der Ergebnisrechnung dar. Der auszugleichende Umlegungsvorteil stellt einen ordentlichen Ertrag in der Ergebnisrechnung dar. Auszugleichende Umlegungsnachteile sind als ordentlicher Aufwand zu behandeln. Der sich dar- aus ergebende Saldo ist der netto abgeschöpfte Umlegungsvorteil der Kommune, der im Jahr des Bescheiddatums ergebniswirksam wird.

2. Kommune als Umlegungsbeteiligte

Einwurfsgrundstücke der Kommune:

Alle alten/bisherigen Vermögensgegenstände (Einwurfsflurstücke) werden zum Zeitpunkt der Zutei- lung der neuen Flurstücke/Vermögensgegenstände in Abgang genommenen.

Abwicklungsvarianten:

Abwicklung über die Ergebnisrechnung (Verlängerung) im außerordentlichen Ergebnis Umbuchung, reiner Aktivtausch

Zuteilungsgrundstücke der Kommune:

Bei den zugeteilten Flurstücken der Kommune handelt es sich um neue Vermögensgegenstände, die zum Zeitpunkt der Zuteilung aktiviert werden.

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Wertermittlung der neuen Vermögensgegenstände:

< Baugrundstücke und alle sonstigen Flurstücke, für die ein Zuteilungswert festgesetzt wird, z.B. überörtliche Verkehrs- und Grünflächen.

< Zuteilungswert = AHK = Bilanzwert

< Es wird ein passiver Sonderposten in Höhe des Wertes der neuen VGG abzgl. Restbuchwert aller alten Vermögensgegenstände bzw. Summe Anlageabgänge gebildet.

< Abzugsbetrag der Sonderposten:

Da keine Beziehung zwischen alten und neuen Flurstücken bestehen, werden die Restbuch- werte der alten Vermögensgegenstände summiert und durch die Quadratmeter der neuen Vermögensgegenstände geteilt. Um diesen Durchschnittsbetrag wird der Sonderposten je Quadratmeter reduziert.

Örtliche Verkehrs- und Grünflächen (für Straßen, Ausgleichsmaßnahmen, Spielplätze,…):

Bodenrichtwert landwirtschaftlich genutzter Flächen zum Zeitpunkt des Zugangs = AHK = Bilanz- wert. Es wird ein passiver Sonderposten in Höhe des vollen Wertes (100 %) der neuen Verkehrs- und Grünflächen gebildet. Grund: die örtlichen Verkehrs- und Grünflächen gehen der Kommune immer ohne materielle Ge- genleistung zu.

Erschließungsmaßnahmen

Ermittlung der Anschaffungs- und Herstellungswerte der Vermögensgegenstände:

1. Tatsächliche AHK´s, zu liefern vom Erschließungsträger oder alternativ

2. Erfahrungswerte

Auf der Passivseite wird ein Sonderposten in gleicher Höhe gebildet und entsprechend der voraus- sichtlichen Nutzungsdauer der korrespondierenden Vermögensgegenstände aufgelöst.

Weitere Beispiele für unentgeltlichen Erwerb:

<

Übertragungen von Geld- und/oder Sachmitteln mit der Maßgabe, dieses (Stiftungs-) Vermö- gen auf Dauer zu erhalten.

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Flurneuordnungen

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Bau von Gehwegen durch Land oder Bund und anschließende Übereignung an die Kommune mit gleichzeitigem Übergang der Unterhaltungslast

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Herabstufung von Landes- oder Bundesstraßen zu Gemeindestraßen, damit Übereignung an die Kommune mit gleichzeitigem Übergang der Unterhaltungslast

Durch die Übertragung von Aufgaben im Rahmen der Verwaltungsreform auf die Kommunen erhaltenen Vermögensgegenstände

3.1.1.2 Herstellungskosten

§ 44 Abs. 2 E-GemHVO

Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inan- spruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung ent- stehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Ferti- gung. Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen auch die Verwaltungskosten einschließ- lich Gemeinkosten, angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Vermögens, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind, eingerechnet werden.

§ 44 Abs. 3 E-GemHVO

Zinsen für Fremdkapital gehören nicht zu den Herstellungskosten. Zinsen für Fremdkapital, das

zur Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstands verwendet wird, dürfen als Her- stellungskosten angesetzt werden, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.

Herstellung ist grundsätzlich die Schaffung eines bisher noch nicht vorhandenen Vermögensge- genstandes.

Zu den Herstellungskosten gehören alle Aufwendungen zur Fertigstellung eines Vermögensge- genstands.

Die Herstellungskosten setzen sich zusammen aus:

< den Materialkosten einschließlich der notwendigen Materialgemeinkosten (z.B. Kosten für Transport, Lagerung Material),

< den Fertigungskosten einschließlich der notwendigen Fertigungsgemeinkosten (z.B. Gehälter, Löhne für Techniker, Konstrukteure, Ingenieure, Energiekosten, Versicherungskosten, Fern- meldegebühren,… die nicht einzeln zugeordnet werden können),

< den Sonderkosten der Fertigung (z.B. Entwurfskosten, Spezialwerkzeuge)

< und dem Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit er durch die Herstellung des Vermö- gensgegenstandes veranlasst ist.

Nicht zu den Herstellungskosten gehören grundsätzlich

< Finanzierungs- (Geldbeschaffungs-) kosten nach § 44 Abs. 3 E-GemHVO (analog § 255 Abs. 3 HGB) sowie

< Zinsen für Fremdkapital,

< kalkulatorische Zinsen für Eigenkapital

< und Vertriebskosten.

Bauzeitzinsen werden für den Altbestand nicht aktiviert.

Eine Definition zur Abgrenzung von Anschaffungs- /Herstellungskosten und Erhaltungsaufwendun- gen findet sich im Bewertungslexikon, Anlage 3.

3.1.2 Ansatz von Erfahrungswerten in der Eröffnungsbilanz

Abweichend vom Grundsatz der Anschaffungs- und Herstellungskosten in § 62 Abs. 1 E-GemHVO dürfen Erfahrungswerte angesetzt werden, allerdings nur unter den gesetzlich vorgegebenen Be- dingungen:

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§

Wenn die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht oder nicht ohne unverhält-

nismäßigen Aufwand ermittelt werden können, sind abweichend von Abs. 1 den Preisverhältnis- sen zum Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt entsprechende Erfahrungswerte anzusetzen, vermindert um Abschreibungen nach § 46.

62 Abs. 2 Satz 1 E-GemHVO

Hierbei geht es vor allem um die Frage, wann ein unverhältnismäßig hoher Aufwand vorliegt. Dies wird durch das neue Kommunale Haushaltsrecht nicht definiert.

Entscheidend für einen unverhältnismäßigen Aufwand ist

< ob Daten quantitativ und qualitativ zur Verfügung stehen und

< ob der Aufwand der Datenermittlung im Verhältnis zum Nutzen steht.

In dieser Richtlinie werden hierbei pro Bilanzposition Hinweise gegeben.

3.1.3 AHK bei Werten zum Stichtag der Eröffnungsbilanz und 6 Jahre zurück

§

62 Abs. 2 Satz 2 E-GemHVO

Für den vor dem Stichtag der Aufstellung der Eröffnungsbilanz liegenden Zeitraum von sechs Jah- ren wird vermutet, dass die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ermittelt werden

können.

Es wird davon ausgegangen, dass die AHK der Vermögensgegenstände die innerhalb der 6 Jahre vor dem Bilanzstichtag (ab 01.01.2005) angeschafft wurden, bekannt sind.

3.1.4 Altvermögen vor dem 31.12.1974

§ 62 Abs. 3 E-GemHVO

Für Vermögensgegenstände, die vor dem 31. Dezember 1974 angeschafft oder hergestellt worden sind, können abweichend von Abs. 1 und 2 den Preisverhältnissen zum 1. Januar 1974 entspre-

chende Erfahrungswerte angesetzt werden, vermindert um Abschreibungen nach § 46.

Die Stadt Heilbronn hat sich entschieden, von diesem Wahlrecht uneingeschränkt Gebrauch zu machen, es sei denn, in dieser Richtlinie wird unter den jeweiligen Anlageklassen etwas anderes angegeben. Das Wahlrecht soll die Wertermittlung vereinfachen. Die Nutzungsdauern beziehen sich gleichwohl grundsätzlich auf den (nach objektivierbaren Kriterien) festgestellten Anschaf- fungszeitpunkt. Bei durchgeführten umfassenden Sanierungsmaßnahmen sind die Restnutzungs- dauern entsprechend zu verlängern.

3.1.5 Anschaffungs- und Herstellungszeitpunkt

Sofern für Vermögensgegenstände, die vor dem 31.12.2004 angeschafft oder hergestellt wurden, der Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zu ermitteln ist, wird auf Basis der Restnutzungsdauer ein errechneter Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt ermittelt. Ab diesem errechneten Anschaffungs- oder Herstellungszeit- punkt wird die Abschreibung über die Gesamtnutzungsdauer aktiviert.

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3.2 Laufende Bilanzierung

Unter die laufende Bilanzierung fallen alle Geschäftsvorfälle, die unterjährig stattfinden und zu bi- lanzieren sind.

Ansatz dem Grunde nach Anzusetzen sind alle Vermögensgegenstände nach Maßgabe dieser Richtlinie ab Ziffer 4.

Zugangsbewertung

Für die Zugangsbewertung gilt § 44 Abs. 1, 2 E-GemHVO i.V.m. den Erläuterungen unter Ziffer 3.1.1 dieser Richtlinie. Hierbei sind die Nutzungsdauern entsprechend der Anlage sowie den Erläu- terungen ab Ziffer 4 dieser Richtlinie anzusetzen. Bei bezuschussten Vermögensgegenständen sind die Regelungen zu den Sonderposten in dieser Richtlinie anzuwenden.

Folgebewertung

Im Rahmen der Erstellung der zukünftigen Jahresabschlüsse sind die Vermögensgegenstände in der Vermögensrechnung auf folgende Gesichtspunkte hin zu prüfen:

< Existenz des zu bilanzierenden Vermögensgegenstands.

< Überprüfung der hinterlegten Nutzungsdauer auf ihre weitere Gültigkeit. Hierbei sind neue Erkenntnisse zu berücksichtigen.

< Überprüfung eines ggfs. vorhandenen außerplanmäßigen Abschreibungsbedarfs.

3.3 Bewertungsvereinfachungsmethoden

3.3.1 Festwertverfahren

§ 37 Abs. 2 E-GemHVO Vermögensgegenstände des Sachvermögens können, wenn sie regelmäßig ersetzt werden und ihr Gesamtwert für die Gemeinde von nachrangiger Bedeutung ist, mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert angesetzt werden, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt. Jedoch ist in der Re- gel alle fünf Jahre eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen.

Beim Festwert handelt es sich um einen gleich bleibenden Wertansatz in der Bilanz für eine in etwa in gleicher Bestandsgröße und Zusammensetzung benötigte Menge von Vermögensgegens- tänden bestimmter Art. Der Festwert kann bis zu vier Folgejahre unverändert angesetzt werden, wodurch die Inventur und Abschlussarbeiten erleichtert und vereinfacht werden können. Der Fest- wertbewertung liegt die Fiktion zu Grunde, dass die jährlichen Zugänge und der jährliche Verbrauch bzw. die Abgänge oder Abschreibungen sich in etwa ausgleichen, so dass die jährlichen Ersatzbeschaffungen sofort in voller Höhe als Aufwand behandelt und außerdem die gesamten Bewertungsarbeiten (Bestandsaufnahme, Abschreibungen, Abgrenzung zwischen Erhaltungs- und Herstellungsaufwand) eingespart werden können.

Beim Festwertansatz handelt es sich um ein Wahlrecht.

Beispiele

Bewegliche Vermögensgegenstände des Sachvermögens:

-

Verkehrslenkungsanlagen

-

Spielzeug in Kindergärten

-

Medienbestand in Bibliotheken

 

13

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Voraussetzungen für das Festwertverfahren

< Nur zulässig für Vermögensgegenstände des Sachvermögens

< Für die erstmalige Bildung des Festwertes ist eine körperliche Inventur notwendig (keine Schätzwerte)

< Vermögensgegenstände müssen regelmäßig ersetzt werden

< Der Verbrauch, alle Abgänge und die Abschreibungen müssen bis zum Bilanzstichtag durch entsprechende Zugänge regelmäßig ersetzt werden.

< Gesamtwert muss für die Gemeinde von nachrangiger Bedeutung sein

< Der Gesamtwert aller Festwerte der Gemeinde ist dann grundsätzlich von nachrangiger Be- deutung, wenn er an den dem Bilanzstichtag vorangegangenen fünf Bilanzstichtagen im Durchschnitt 10 v. H. der Bilanzsumme nicht überstiegen hat. Dabei sind beim Anhaltewert or- dentliche Abschreibungen aber keine außerplanmäßigen Abschreibungen zu berücksichtigen. Bei der Eröffnungsbilanz ist die Bilanzsumme als Berechnungsgröße der 10 % heranzuziehen. In den darauf folgenden Jahren ist jeweils der Durchschnitt der vorhandenen vorjährigen Bi- lanzsummen heranzuziehen.

< Geringe Veränderungen des Bestandes hinsichtlich Größe, Wert und Zusammensetzung

< Diese Voraussetzung muss insgesamt beurteilt werden. Unter Größe ist die mit dem einzelnen Festwert erfasste Menge zu verstehen. Die Zusammensetzung verlangt keine Gleichartigkeit, jedoch dürfen nur solche Gegenstände zu einem Festwert zusammengefasst werden, die keine unterschiedlichen, sondern wirtschaftlich und technisch vergleichbare Funktionen (Funktions- gleichheit) zu erfüllen haben.

Die Gegenstände müssen

< gleichartig und zusammen nicht wesensfremd sein,

< die gleichen technischen und wirtschaftlichen Zweckbestimmungen sowie

< betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern haben und

< annähernd gleich hohe Anschaffungs- und Herstellungskosten erfordern.

< Auch sind Gegenstände ausgeschlossen, die regelmäßig erheblichen Preisschwankungen unterliegen.

Alle fünf Jahre ist eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen.

=

Übersteigt der neu ermittelte Wert den bisherigen Festwert um mehr als 10 v.H., so ist der ermittel- te Wert als Festwert anzusetzen. Der bisherige Festwert ist solange um die Anschaffungs- und Herstellungskosten der im Festwert erfassten und im letzten Geschäftsjahr zugegangenen Vermö- gensgegenstände aufzustocken, bis der korrekte Wertansatz erreicht ist. Übersteigt der neu ermittelte Wert den bisherigen Wert um nicht mehr als 10 v.H., so kann der bisherige Festwert beibehalten werden. Ist der neu ermittelte Wert dauerhaft, d.h. spätestens nach einem Zeitraum von Jahren, mehr als 10 v.H. niedriger als der bisherige Festwert, so muss beim Sachvermögen der neuen Wert als Festwert angesetzt werden.

Ermittlung des Festwertes

< Ermittlung für Gegenstände des (abnutzbaren) Sachvermögens Der Festwert entspricht den AHK, abzüglich der i.d.R. hälftigen kumulierten ordentlichen Abschrei- bungen (Anhaltewert).

< Erstmalige Bildung des Festwertes Unter den oben genannten Voraussetzungen werden die Vermögensgegenstände sofort mit dem Festwert bewertet und mit diesem Wert in die Eröffnungsbilanz aufgenommen.

< Behandlung der Ersatzbeschaffungen und Veräußerungen von Gegenständen aus ei- nem Festwert Solange der Festwert betragsmäßig nicht erhöht werden muss, sind sämtliche Ersatzbeschaffun- gen von Gegenständen, für die ein Festwert besteht, im Jahr der Anschaffung oder Herstellung in vollem Umfang Aufwand.

=

14

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Werden aus dem Festwertbestand einzelne Gegenstände veräußert oder entnommen, so liegt in Höhe des Erlöses bzw. Entnahmewertes ein Ertrag vor.

Übergang vom Festwert zur Einzelbewertung

Der Übergang vom Festwert zur Einzelbewertung ist jederzeit im Rahmen der

Bewertungsstetigkeit zulässig.

3.3.2 Gruppenbewertung

Bei der Gruppenbewertung handelt es sich um eine Vereinfachungsregel, die sich auf die Bewer- tung bezieht. Mehrere Vermögensgegenstände können zu einer Gruppe zusammengefasst und mit einem gewogenen Durchschnittswert bewertet werden.

§ 37 Abs. 3 E-GemHVO Gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annä- hernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände können jeweils zu einer Gruppe zusam- mengefasst und mit dem gewogenen Durchschnittswert angesetzt werden.

Gruppenbewertung kann mit Festbewertung verbunden werden.

Bsp. bei der Stadt Heilbronn: Einrichtungsgegenstände für Schulklassen, Kindergärten, Schul- und Mehrzweckhallen.

Voraussetzungen für das Verfahren sind:

Es handelt sich um bewegliches Vermögen (Vorräte siehe S. 6). Zugehörigkeit zur gleichen Warengattung. Gleichheit in der Verwendbarkeit oder Funktion der Vermögensgegenstände. Die Preise der in der Gruppenbewertung zusammengefassten Vermögensgegenstände dürfen nicht wesentlich voneinander abweichen (max. Spielraum von 20% zwischen höchstem und niedrigstem Preis). Die Preise der Vermögensgegenstände müssen auf den gleichen Zeitpunkt bezogen sein. Es dürfen keine wesentlichen Qualitätsunterschiede der Vermögensgegenstände vorhanden sein. Alle Vermögensgegenstände werden nach der gleichen Methode abgeschrieben.

Besonders wertvolle Vermögensgegenstände sind regelmäßig einzeln zu bewerten.

=

15

= = = Stand: Juni 2009 =
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Stand: Juni 2009
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=

Bewertungsrichtlinie

4. Bewertung der einzelnen Positionen des Sach- vermögens

Allgemein Das Sachvermögen in der Vermögensrechnung untergliedert sich in unbebaute und bebaute Grundstücke, Infrastrukturvermögen, Bauten auf fremden Grundstücken, Kunstgegenstände, Kul- turdenkmäler, Maschinen und technische Anlagen, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstat- tung, Vorräte, Geleistete Anzahlungen, Anlagen im Bau.

Die einzelnen Vermögensgegenstände sind in der Anlagenbuchhaltung einer Anlageklasse zuzu- ordnen, damit die Zuordnung in der Bilanz korrekt erfolgt.

Die Anlagenübernummer wird verwendet, um einen systemseitigen Bezug zwischen zwei einzel- nen Anlagen herzustellen (z.B. eine Baumaßnahme und der dazu erhaltene Zuschuss)

Jeder Anlage ist eine Kostenstelle zuzuordnen, auf die die Verbuchung der Abschreibungen er- folgt. Diese ist wiederum einem Teilhaushalt zugeordnet und stellt so die Verknüpfung zum Haus- halt dar.

4.1 Immaterielle Vermögensgegenstände

Allgemein

§ 40 Abs. 3 E-GemHVO Für immaterielle Vermögensgegenstände, die nicht entgeltlich erworben wurden, darf ein Aktivpos- ten nicht angesetzt werden.

Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens dürfen als Aktivposten nur angesetzt werden, wenn sie entgeltlich erworben wurden. Wurden sie selbst geschaffen – häufig EDV- Programme – besteht ein Aktivierungsverbot.

Unter „immaterielle Vermögensgegenstände“ sind alle werthaltigen, abgrenzbaren und unkörperli- chen Vermögensgegenstände zu verstehen, die nicht Sachen i.S.v. § 90 BGB sind. Sie müssen einzeln existent sein und selbstständig bewertet werden können. Allen immateriellen Vermögens- gegenständen ist gemeinsam, dass sie physisch nicht existent sind, ggf. jedoch durch einen kör- perlichen Träger (z.B. CDs) vermittelt werden.

Beispiele:

< Lizenzen, Software

< Sonstige Nutzungsrechte

Immaterielle Vermögensgegenstände sind vor allem erworbene Softwarelizenzen und entgeltlich erworbene Individualsoftware. Als Software werden Rechnerprogramme, Programmbeschreibun- gen und Begleitmaterial zu System- und Anwendungssoftware bezeichnet. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen Software als selbständiger Vermögensge- genstand gilt und in welcher Höhe Ausgaben, die im Zusammenhang mit Software anfallen, zu aktivieren bzw. sofort als Aufwand zu erfassen sind. Nähere Erläuterungen zu Klassifizierung und Bewertung von Software finden sich im Bewertungslexikon.

Geleistete Investitionszuschüsse sind nicht als immaterieller Vermögensgegenstand, sondern als Sonderposten zu erfassen (siehe Ziffer 6.).

=

16

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
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=

Bewertungsrichtlinie

Anlagenklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

0500

Konzessionen

0510

Lizenzen

0520

DV-Software

0530

Ähnliche Rechte

0560

Sonstiges immaterielles Vermögen

Bewertungsgrundsatz

Die Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen erfolgt nach den allgemeinen Bilanzie- rungs- und Bewertungsgrundsätzen in § 62 Abs. 1 bis 3 sowie § 40 Abs. 3 E-GemHVO, d.h. die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind grundsätzlich mit Anschaffungskosten, ver- mindert um Abschreibungen, zu bewerten.

Sofern die immateriellen Vermögensgegenstände einem laufenden Werteverzehr unterliegen, wer- den die Abschreibungen wie folgt vorgenommen:

< Software entsprechend Nutzungsdauer

< Lizenzen entsprechend Geltungsdauer

< sonstiges immaterielles Vermögen i.d.R. maximal 10 Jahre

Geleistete Anzahlungen auf den Erwerb eines immateriellen Vermögensgegenstandes sind im Zeitpunkt ihrer Leistung in Ansatz zu bringen. Beim Eigentumsübergang beginnt die Nutzungsdau- er und diesem Zusammenhang eine Umbuchung in die jeweiligen Anlagenklasse.

Ein eigenständiges Konto für geleistete Anzahlungen auf immaterielles Vermögen ist grundsätzlich erforderlich. Hierbei sind unter den Anzahlungen auf immaterielle Vermögensgegenstände die von der Kommune an Dritte bereits geleisteten Vorauszahlungen für den Erwerb immaterieller Anlagen zu erfassen.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Aufgrund der kurzen Nutzungsdauern (Software i.d.R. 3-8 Jahre, sonstige max. 10 Jahre) sind die Anschaffungskosten zu ermitteln.

Grundsatz: Anschaffungskosten, da die Vermögensgegenstände i.d.R. aufgrund ihrer begrenz- ten Nutzungsdauern von über 6 Jahren bereits abgeschrieben sind.

Selbst geschaffene Vermögensgegenstände dürfen gemäß § 40 Abs. 3 E-GemHVO nicht ange- setzt werden.

Laufende Bilanzierung

Es gelten die Grundsätze unter Ziffer 3.2.

=

17

= = = Stand: Juni 2009 =
=
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=
Stand: Juni 2009
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=

Bewertungsrichtlinie

4.2 Sachvermögen

4.2.1 Unbebaute Grundstücke

Allgemein Als Vorarbeit für die eigentliche Bewertung wurden bereits sämtliche Grundstücke innerhalb der Gemarkung Heilbronn in einer Liste mit insbesondere folgenden Basisdaten erfasst:

< Gemarkung

< Flurstücksnummer

< Flurstücksgröße

< Nutzungsart

< Anschaffungsjahr

Grundlage für diese Listen war eine Auswertung aus dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB) ergänzt um die Werte der Gebäudebrandversicherung.

Diese Liste wird den Ämtern als Grundlage für die Erfassung und die Bewertung zur Verfügung gestellt.

Soweit Anschaffungsjahre ab 01.01.1975 ermittelbar sind, werden diese zu Grunde gelegt. Für alle Anschaffungsjahre vor dem 31.12.1974 gilt vereinfachend generell der 01.01.1974 als Anschaf- fungsjahr.

Es ist zu beachten, dass Grundvermögen auch außerhalb der Gemarkung Heilbronn zu erfassen und zu bewerten ist.

Datenquellen für die Erfassung und Bewertung Die erforderlichen Basisdaten für die Erfassung und die spätere Bewertung sind zunächst der zur Verfügung gestellten Liste zu entnehmen. Zusätzliche Informationen können folgenden Quellen entnommen werden:

< Automatisiertes Liegenschaftsbuch (ALB)

< Geo-Informationssystem (GIS)

< Kaufverträge des Amts für Liegenschaften und Stadterneuerung

< Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses der Stadt Heilbronn

< Kaufpreissammlungen

< Grundbücher, Grundakten

Für die Bewertung der Grundstücke sowie der Zuteilung der Grundstücke zu den Anlageklassen ist zunächst die Nutzungsart der Grundstücke von Bedeutung. Die Nutzungsarten können aus dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB) und dem städtischen Geo-Informationssystem (GIS) entnommen werden. Die Nutzungsart ergibt sich aus dem ALB.

Zu den unbebauten Grundstücken zählen mit Blick auf die Nutzungsarten

<

Grünflächen

<

Ackerland

<

Wald und Forstflächen

<

sonstige unbebaute Grundstücksflächen

 

18

= = = Stand: Juni 2009 =
=
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Stand: Juni 2009
=
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=

Bewertungsrichtlinie

Grundstücke mit mehreren Nutzungsarten:

< Untergeordnete Nutzungsarten gehen in der Hauptnutzungsart unter (z.B. eine Bushaltestelle auf einem Grundstück einer Schule)

< Wesentliche unterschiedliche Nutzungsarten sind über mehrere „fiktive Teilgrundstücke“ abzu- bilden. Dabei ist sicherzustellen, dass die Summe der Flächen der fiktiven Teilgrundstücke der Fläche des Originalgrundstücks entspricht. Es muss erkennbar und nachvollziehbar sein, wel- che fiktiven Teilgrundstücke zu einem Originalgrundstück gehören

Die der Stadt Heilbronn gewährten Erbbaurechte sind nicht zu bilanzieren. Der Erbbauzins stellt laufenden Aufwand dar. Umgekehrt ist ein von der Stadt eingeräumtes Erbbaurecht weiterhin als Grundstück in der Bilanz anzusetzen.

Die unbebauten Grundstücke sind in mindestens 2 Anlagestammsätze aufzuteilen. Ein Anlage- stammsatz für den Grund und Boden (Flurstück) und ein Anlagenstammsatz für den oberirdischen Teil (z.B. Aufwuchs, Aufbauten etc.). Ausgenommen hiervon ist Ackerland, für dass lediglich ein Anlagestammsatz angelegt wird.

Bewertungsgrundsatz

Es gelten die Anschaffungs- oder Herstellungskosten als Wertansatz. Auf die Erläuterungen unter Ziffer 3.1 wird verwiesen.

Bei Grundstücken erfolgt generell keine Abschreibung, da sie keinem Werteverzehr durch Abnutzung unterliegen.

Die Behandlung der Vermögensgegenstände bei rechtlich unselbständigen Stiftungen sowie Schenkungen / Erbschaften erfolgen analog dieser Richtlinie.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Die gesetzlichen Regelungen bezogen auf die Bewertung der Grundstücke bedeuten, dass als Erfahrungswerte generell die Bodenrichtwerte herangezogen werden können.

Bei den Bodenrichtwerten besteht allerdings die Problematik, dass es sich bei den Werten um Preisspannen handelt. Hier kann überwiegend auf den Durchschnitts-/Mittelwert zurückgegriffen werden. Bei den „Sahnestückchen“ der Kommune könnte allerdings ein höherer Wert oder eventu- ell auch prozentuale Zuschläge für die Lage, etc. berücksichtigt werden.

Grundsatz: Anschaffungskosten

 

vor 31.12.1974

01.01.1975

bis 31.12.2004

ab 01.01.2005

Verein-

Bodenrichtwerte

01.01.1975

bis 31.12.1997

Anschaffungskosten;

fachung

zum

Bodenrichtwerte zum jeweiligen Anschaffungszeitpunkt des Grundstückes;

01.01.1974;

01.01.1998

bis 31.12.2004

Einzelerfassung nach Anschaf- fungskosten aus der Kaufpreis- sammlung;

Für Flurstücke, die vom 01.01.1998 bis zum 31.12.2004 erworben wurden, werden die Anschaf- fungskosten vom Amt für Liegenschaften und Stadterneuerung ermittelt. Dazu bildet die automati- sierte Kaufpreissammlung von 1998 bis 2004 der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses des Vermessungs- und Katasteramtes die Grundlage. Ihr werden die Kaufpreise für die entsprechen- den Flurstücke entnommen.

= = = Stand: Juni 2009 =
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=
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Stand: Juni 2009
=
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Bewertungsrichtlinie

erneuerung ermittelt. Die Bewertung erfolgt sodann mit den für die jeweiligen Jahre geltenden Bo- denrichtwerten.

erneuerung ermittelt. Die Bewertung erfolgt sodann mit den für die jeweiligen Jahre geltenden Bo- denrichtwerten. Da nicht durchgehend für alle Stadtteile und Jahre entsprechende Bodenrichtwerte vorliegen, werden entsprechende Referenzwerte aus Kaufverträgen o.Ä. entnommen und extrapo-

liert.

Bodenrichtwerte vorliegen, werden entsprechende Referenzwerte aus Kaufverträgen o.Ä. entnommen und extrapo- liert.

Für die in der Zeit vor dem 01.01.1975 erworbenen Grundstücke gibt es keine hinreichende Daten- grundlage, insbesondere im Hinblick auf die Erwerbszeitpunkte. Entsprechend wird vom Wahlrecht gem. § 62 Abs. 3 E-GemHVO Gebrauch gemacht und die Bodenrichtwerte zum Stichtag 01.01.1974 in Ansatz gebracht. Dies betrifft die überwiegende Zahl der Grundstücke.

Ganz oder teilweise in anderen Flurstücken untergegangene Flurstücke werden mit den Anschaf- fungskosten zum Bewertungszeitpunkt bewertet.

Zur Thematik von Investitionszuweisungen vergleiche Ziffer 6.

Für gewährte Investitionszuschüsse für Grundstücke, die ab dem 01.01.2005 von der Stadt erwor- ben wurden, sind Sonderposten entsprechend der Ziffer 6 zu bilden.

Laufende Bilanzierung

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

In den folgenden Kapiteln werden die unterschiedlichen Arten der unbebauten Grundstücke aufge- führt und näher auf die Besonderheiten bei der Erfassung und Bewertung eingegangen. Dabei wird zwischen Grund und Boden sowie dem Aufwuchs etc. unterschieden.

4.2.1.1 Grünflächen

Allgemein Unter Grünflächen versteht man den in kommunalem Besitz befindlichen Grund und Boden, der als Parkanlage oder sonstige Erholungsfläche genutzt wird, einschließlich der zugehörigen Oberflä- chengewässer, des Aufwuchses, der Aufbauten und der Ausstattung. Die Nutzung ist nicht ge- werblich.

Da Grünflächen rechtlich klar vom Waldvermögen getrennt sind, ist ein waldartiger Bestand in Grünflächen immer diesen zuzurechnen und nicht dem Waldvermögen.

Spielplätze in Grünanlagen gelten als unselbständige Spielplätze.

Sofern keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1.

Anlageklassen in SAP

Anlageklasse.

Bezeichnung

1000

Grund und Boden bei Grünflächen

1010

Aufwuchs und Ausstattung von Grünflächen

Nutzungsarten: Grünanlage, Gartenland (unbebaut), Parkanlage, unselbständige Spielplätze, Gemeinflächen-Erholung. Hierbei ist eine Abgrenzung zur Gartenanlage ( gilt als bebautes Grund- stück) erforderlich.

Aufbauten: Wege und andere Einbauten, wie z.B. Bänke, Papierkörbe, Beeteinfassungen, Palisa- den, Beleuchtung u. Ä.;

Ausstattung: z.B. Spielgeräte, Gebäude/Bauten wie z.B. Pavillons, Wengerthäuser, Ruinen und Unterstände

=

20

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Aus Vereinfachungsgründen werden beim Altbestand Aufbauten und Ausstattungen wertmäßig im Wege eines Erfahrungswert berücksichtigt und nicht einzeln bewertet.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

a) Grund und Boden bei Grünflächen

Grundsätzlich soll der Grund und Boden der Grünflächen den jeweiligen Flurstücksnummern der Liegenschaftsverzeichnisse angeglichen sein.

Die Bewertung erfolgt auf der Datengrundlage des Gutachterausschusses.

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.1.

b) Aufwuchs, Aufbauten und Ausstattung bei Grünflächen

Grundsatz: Anschaffungs- und Herstellungskosten

 

vor 31.12.1974

01.01.1975 bis 31.12.2004

ab 01.01.2005

Verein-

Preisverhältnisse

Wenn die tatsächlichen Anschaf- fungs- und Herstellungskosten nicht oder nicht ohne unverhält- nismäßigen Aufwand ermittelt werden können, dann Erfah- rungswerte zum jeweiligen An- schaffungs-/Herstellungsjahr;

 

fachung

zum 31.12.1974;

Anschaffungs- und Herstel- lungskosten;

Für die Erfahrungswerte sind die Preisverhältnisse zum Anschaffungs- bzw. Herstellungsjahr für eine Neubepflanzung festzulegen. Hier kann beispielsweise ein qm-Durchschnittspreis kalkuliert werden, in welchem sämtliche Kosten für eine Neugestaltung einer Grünanlage enthalten sind. Der Aufwuchs kann so über die Fläche der Grünanlage ermittelt werden. Der Durchschnittspreis wird auf das Anschaffungs-/Herstellungsjahr rückindiziert. Dieser Erfahrungswert beinhaltet:

< Aufwuchs (Rasenfläche und Bewuchs)

< Aufbauten (Wege und andere Einbauten)

< Ausstattung (Spielgeräte, Gebäude / Bauten in Grünanlagen)

Baulichkeiten von untergeordnetem Wert (z.B. Pavillons, Wengerthäuser, Ruinen und Un- terstände) bleiben bei der Erstbilanzierung unberücksichtigt.

Laufende Bilanzierung

Erneuerungen Erneuerungen (in Abgrenzung zur Instandhaltung) stellen grundsätzlich AHK dar und fließen des- halb in die Bewertung ein. Allerdings sind Grunderneuerungen und Teilerneuerungen verschieden zu behandeln.

Bei Grunderneuerungen wird eine komplette Grünanlage neu gestaltet (Einebnung, u.U. neue Geländemodellierung, Erneuerung der Wege und der Ausstattung), lediglich der Baumbestand bleibt im Regelfall erhalten. Hier werden sämtliche Kosten als Herstellungskosten behandelt und erfasst (es entsteht ein neues Anlagegut). Der bisherige Anlagenwert (das alte Anlagegut) wird in Abgang genommen.

Werden nur Teile der Grünanlage erneuert (Teilerneuerung), so ist die Investition dem bestehen- den Anlagegut werterhöhend zuzubuchen. Der abgehende Teil ist ggfs. zu schätzen und in Abgang zu nehmen.

Im Übrigen gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

=

21

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

4.2.1.2 Ackerland

Allgemein Ackerland ist Grund und Boden, der landwirtschaftlich oder gartenbaulich kommerziell oder für eigene Zwecke genutzt wird.

Aufgrund der Tatsache, dass die durchschnittlichen Anschaffungskosten für Ackerland zum 01.01.1974 höher waren als zum Eröffnungsbilanzstichtag 01.01.2011, wird der Erfahrungswert (Bodenrichtwert) zum Eröffnungsbilanzstichtag angesetzt (niedrigerer beizulegender Wert). Sofern keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1.

Anlageklassen in SAP

Anlagekl.

Bezeichnung

1020

Ackerland

Nutzungsarten: Ackerland, Grünland (z.B. Streuobstwiesen, Naturschutzflächen, Biotope)

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Im Grundsatz gelten die Anschaffungs- und Herstellkosten. Zur Vereinfachung kann als Erfah- rungswert nach § 62 Abs. 2 Satz 1 und Abs. 3 E-GemHVO der Bodenrichtwert landwirtschaftlich genutzter Flächen angesetzt werden.

Der Aufwuchs z.B. bei Streuobstwiesen ist im Wert von Grund und Boden enthalten. Es erfolgt keine separate Bewertung.

Bewertung in der Folgebilanz

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

4.2.1.3 Wald und Forsten

Allgemein Unter Wald versteht man den Grund und Boden, der forstwirtschaftlich kommerziell oder für eigene Zwecke genutzt wird, sowie den Aufwuchs.

Sofern keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1

Datenermittlung für die Bewertung Die unter Ziffer 4.2.1 angeführten Basisdaten sind teilweise zu ergänzen:

< Gemarkung (gemeindeeigene und gemeindefremde Gemarkungen)

< Flurstücksnummer

< Flurstücksgröße

< Nutzungsart

< Gehölzfläche

Anlageklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

1040

Grund u. Boden bei Wald, Forst

1050

Aufwuchs bei Wald, Forst

Nutzungsarten:

Laubwald, Nadelwald, Mischwald, Gehölz

22

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
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=
=

Bewertungsrichtlinie

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

§ 62 Abs. 4 E-GemHVO Bei Waldflächen sind die Absätze 1 bis 3 mit der Maßgabe anzuwenden, dass 1. für den Aufwuchs zwischen 7.200 und 8.200 Euro je Hektar und 2. für die Grundstücksfläche 2.600 Euro je Hektar angesetzt werden können.

a) Grund und Boden bei Wald, Forst

Grundsatz: Anschaffungskosten

 

vor 31.12.1974

01.01.1975

bis 31.12.2004

ab 01.01.2005

Verein-

2.600

EUR je Hek-

2.600 EUR je Hektar; entspricht 0,26 EUR je m² (1 ha = 10.000 m²);

Anschaffungskosten;

fachung

tar; entspricht 0,26 EUR je m² (1 ha = 10.000 m²);

b) Aufwuchs bei Wald, Forst

Grundsatz: Anschaffungs- oder Herstellungskosten

 

vor 31.12.1974

 

01.01.1975

bis 31.12.2004

 

ab 01.01.2005

 

Verein-

 

7.200

EUR bis

 

7.200 EUR bis 8.200 EUR je

   

fachung

8.200

EUR je Hek-

Hektar; entspricht 0,72 EUR bis

Anschaffungs- und Herstel- lungskosten; Anm. M.E.

 
 

tar; entspricht 0,72 EUR bis 0,82 EUR

0,82 EUR je m²

 

macht

hier

auch

Durch-

(1 ha = 10.000 m²);

 

schnitt Sinn

   

je m²

     

(1 ha = 10.000 m²);

Grundsätzlich ist die gesamte, als Wald gekennzeichnete, Fläche mit dem Wert des Aufwuchses anzusetzen. Auf Grund von örtlichen Besonderheiten können Teilflächen unberücksichtigt bleiben, z.B. Fahrwege, Holzlagerplätze, Heide, Wacholderheide.

Der Wert des Aufwuchses bleibt als Festwert erhalten. Er unterliegt keiner Abschreibung.

Laufende Bilanzierung

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

4.2.1.4 Sonstige unbebaute Grundstücke

Allgemein Sonstige unbebaute Grundstücke sind anderweitig nicht genannter Grund und Boden.

Sofern keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1.

Anlagenklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

1060

Sonstige unbebaute Grundstücke

 

23

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Nutzungsarten: Unland, Bauplätze, Betriebsflächen Lagerplatz/Halde, Gemeinflächen-Wohnen (GF-Wohnen) (unbebaut), GF-Handel und Wirtschaft (unbebaut), Flugplätze, Gräben, Bahngelän- de, GF-öffentliche Zwecke, GF-Gewerbe und Industrie (unbebaut), Gemeinschaftsweiden, nicht landwirtschaftlich genutzte Wiesen, Grund und Boden, der Wohnbauten umgibt, soweit er nicht den Gebäuden zugeordnet ist, sowie die zugehörigen Oberflächengewässer, soweit sie keine wasser- baulichen Anlagen umfassen, Ausgleichsflächen, Biotope, Naturschutzflächen

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.1.

Laufende Bilanzierung

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

Besonderheiten bei Naturschutzflächen und Biotopen Biotope und Naturschutzflächen im Altbestand werden generell mit dem Erinnerungswert von 0 EUR bewertet. In der laufenden Bilanzierung gehen Biotope mit den Anschaffungskosten zu und werden sofort auf den niedrigeren beizulegenden Wert von 0 EUR wertberichtigt.

Besonderheiten bei Umlegungsverfahren Hinsichtlich der Bewertung von Grundstücken aus Umlegungsverfahren wird auf den allgemeinen Teil dieser Richtlinie verwiesen.

Bewertung der Gewässer Bei Gewässern, wird nur das Grundstück bewertet. Der Wasserlauf wird als natürlich vorhandenes Naturgut angesehen und nicht bewertet. Eine Abschreibung erfolgt ebenfalls nicht.

Zum Gewässer gehören:

< Fließgewässer nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG)

< Baggerseen, die keiner Bewirtschaftung unterliegen

< künstlich angelegte Gewässer einschließlich deren Uferstreifen und Bauwerke.

4.2.2 Bebaute Grundstücke

Allgemein Bebaute Grundstücke sind Grundstücke, auf denen sich benutzbare Gebäude befinden. Wird ein Gebäude in Bauabschnitten errichtet, so ist der fertig gestellte und bezugsfertige Teil als benutzba- res Gebäude anzusehen.

Zu den bebauten Grundstücken zählen entsprechend der Nutzungsart:

< Grundstücke mit Wohnbauten,

< Grundstücke mit sozialen Einrichtungen,

< Grundstücke mit Schulen,

< Grundstücke mit Kultur-, Sport-, Freizeit-, und Gartenanlagen,

< Grundstücke mit sonst. Dienst-, Geschäfts- und Betriebsgebäuden.

Die bebauten Grundstücke sind in 4 Anlagestammsätze aufzuteilen. Ein Stammsatz für den Grund und Boden (Flurstück), ein Stammsatz für Gebäude und Aufbauten, ein Stammsatz für Betriebsvor- richtungen und ein Stammsatz für Außenanlagen. Eine entsprechende Anlagenübernummer wird von der Stadtkämmerei vergeben.

Sofern im Bereich des Grund und Bodens keine weiteren Spezialregelungen aufgeführt sind, gel- ten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1.

=

24

= = = Stand: Juni 2009 =
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=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Anlagenklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

1200

Grundstücke mit Wohnbauten

1300

Grundstücke mit sozialen Einrichtungen

1400

Grundstücke mit Schulen

1500

Grundstücke mit Kultur-, Sport- und Gartenanlagen

1600

Grundstücke mit sonst. Dienst-, Geschäfts- und Betriebsgeb.

Die Behandlung der Vermögensgegenstände bei rechtlich unselbständigen Stiftungen sowie Schenkungen/Erbschaften erfolgen analog dieser Richtlinie.

4.2.2.1 Grund und Boden

Bewertungsgrundsatz

Es gelten die Ausführungen unter Ziffer 4.2.1.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Es gelten die Ausführungen unter Ziffer 4.2.1.

Grundstücke, die Gemeinbedarfsflächen darstellen (insbesondere Schulen, Kindergärten, Kinder- tagesstätten), sind mit den Wertverhältnissen der umliegenden Grundstücke abzüglich eines 30- prozentigen Abschlags zu bewerten.

Bei Miteigentumsanteilen an Flurstücken wird der städtische Anteil erfasst, bewertet und gemäß Teilungserklärung in die Anlagenbuchhaltung aufgenommen (prozentuale Übernahme).

Laufende Bilanzierung

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

Spezielle Regelungen für

< Grundstücke von Sportanlagen

< Grundstücke von selbständigen Spielplätzen

< für Grundstücke von Kleingartenanlagen

finden sich in Anlage 6

4.2.2.2 Gebäude, Aufbauten, Betriebsvorrichtungen und Außenanlagen

Allgemein Die Betriebsvorrichtungen und die Außenanlagen gelten aus Vereinfachungsgründen grundsätzlich bei der Erfassung des Altbestands als in den Gebäuden enthalten.

Ab dem 01.01.2005 müssen die Betriebsvorrichtungen und Außenanlagen separat erfasst werden, da diese im eigentlichen Sinne keine Gebäudebestandteile sind.

Die Nutzungsdauer für Außenanlagen beträgt pauschal 15 Jahre. Im Übrigen gelten die Ausfüh- rungen unter Ziffer 4.2.2.2.2. und Ziffer 4.2.2.2.3.

Kunst am Bau wird nicht separat berücksichtigt, sondern als Teil des Gebäudes behandelt und mit derselben Nutzungsdauer abgeschrieben.

=

25

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Anlagenklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

1250

Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei Wohnbauten

1350

Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei sozialen Einrichtungen

1450

Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei Schulen

1550

Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei Kultur-, Sport- und Gartenanlagen

1650

Gebäude, Aufbauten u. Betriebsvorrichtungen bei sonst. Dienst-, Geschäfts- und Betriebsgebäuden

4.2.2.2.1 Gebäude, Aufbauten

Datenquellen zur Erfassung und Bewertung

< Kaufverträge

< Kostenfeststellungen

< Verwendungsnachweise

< bestehende Anlagennachweise

Bewertungsgrundsatz

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2.

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2.

Grundsatz: Anschaffungs- und Herstellungskosten

 

vor 31.12.1974

01.01.1975 bis 31.12.2004

ab 01.01.2005

Verein-

Rückindizierte Ge-

Anschaffungs- und Herstel-

Anschaffungs- und Herstel- lungskosten;

fachung

bäudebrandversi-

lungskosten; sofern keine AHK ohne unverhältnismäßigen Auf- wand ermittelbar, rückindizierte

Gebäudebrandversicherungs-

cherungswerte, per Baukostenindex umgerechnet auf

 

den Stand

werte, per Baukostenindex (An-

01.01.1974;

lage 4) umgerechnet auf das Baujahr

Bewertungsverfahren

<

Grundlage der Bewertung ist der Gebäudebrandversicherungswert 1914.

 

<

Dieser Gebäudebrandversicherungswert wird mit Hilfe eines Baukostenindex auf 1974 (863,9 v.H.) bzw. das Erwerbsjahr in Deutsche Mark und anschließend in Euro (Teiler 1,95583) umge- rechnet.

<

Anschließend sind die Abschreibung und der Restbuchwert des Gebäudes zu ermitteln. Dabei beträgt die Nutzungsdauer entsprechend dem Gebäudetyp:

 

Gebäudetyp

Nutzungsdauer in Jahren

 

Gebäude aus Holz, Blechkonstruktionen, Glas- konstruktionen, Leichtbauweise

 

33

Gebäude, massiv

50

– 80

Gebäude, sonstige Bauweise (z.B. Garagen, Nebengebäude, Schuppen, Weinberghäuschen, Toilettenhäuschen, Gewächshaus, Pavillon)

20

– 40

Gebäude, teilmassiv

34

– 50

26

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Sind die Zeitpunkte von wesentlichen, umfassenden Modernisierungsmaßnahmen, die zu einer Verlängerung der Nutzungsdauer geführt haben, bekannt, sind diese bei der Neueinschätzung der sich hieraus verlängerten Nutzungsdauer entsprechend zu berücksichtigen. Bei selbständigen An- und Erweiterungsbauten sind deren Herstellungszeitpunkt zu ermitteln. Sie sind nach den für Ge- bäude geltenden Regeln gesondert zu bewerten.

Die Behandlung der Vermögensgegenstände bei rechtlich unselbständigen Stiftungen sowie Schenkungen/Erbschaften erfolgen analog dieser Richtlinie.

4.2.2.2.2 Betriebsvorrichtungen

Bis zum Jahr 2004 gelten aus Vereinfachungsgründen Betriebsvorrichtungen im Gebäudewert bereits enthalten (s. auch Ziffer 4.2.2.2).

Die neue E-GemHVO spricht keine Regelung für die Betriebsvorrichtung aus, so dass davon aus- gegangen werden kann, dass die Regelungen des Steuerrechts Anwendung finden:

Betriebsvorrichtungen bestehen aus technischen Anlagen, wenn sie zur Erstellung von Betriebs- leistungen dienen bzw. in so enger Beziehung zum Betrieb stehen, dass dieser unmittelbar damit betrieben wird. Betriebsvorrichtungen dienen nicht der Nutzung des Gebäudes, sondern der Nut- zung des Betriebes. Daher zählen auch fest mit Gebäuden verbundene bewegliche und unbeweg- liche Gegenstände zu dieser Vermögensgruppe (z.B. Hebebühnen, Lastenaufzüge, Autoaufzüge in Parkhäusern, spezieller Bodenbelag in Turnhallen, Klimaanlagen für Serverräume, Verkaufsauto- maten, Schauvitrinen, Tresoranlagen). Betriebsvorrichtungen sind aufgrund der Regelungen des Steuerrechts immer separat mit eigener Nutzungsdauer zu erfassen. Im Übrigen wird bzgl. der Abgrenzung von Betriebsvorrichtungen auf das Steuerrecht verwiesen.

Anlagenklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

3450

Technische Anlagen

3500

Betriebsvorrichtungen

Bewertungsgrundsatz

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2.

4.2.2.2.3 Außenanlagen

Bis zum Jahr 2004 sind aus Vereinfachungsgründen die Außenanlagen im Gebäudewert bereits enthalten. Neuanlagen werden über einen Zeitraum von 15 Jahren abgeschrieben (s. auch Ziffer

4.2.2.2.).

Zu den Außenanlagen zählen insb. Höfe, Wege und Einfriedungen, Parkplätze, nichtöffentliche Spielplätze usw., Beleuchtung, Gartenanlagen und Pflanzungen, die nicht zu den besonderen Be- triebseinrichtungen gehören, nicht mit einem Gebäude verbundene Freitreppen, Stützmauern, fest eingebauten Flaggenmaste usw. sowie sonstige Außenanlagen, z.B. Luftschutzaußenanlagen. Kosten für Teilabbrüche außerhalb der Gebäude, soweit sie nicht zu den Kosten für das Herrichten des Baugrundstücks gehören, werden ebenfalls unter dieser Kategorie erfasst.

Im übrigen wird auf die DIN 276 verwiesen.

Bewertungsgrundsatz

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2.

=

27

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Laufende Bilanzierung

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

Bei der Neuanlage selbständiger Spielplätze sind alle Kosten der Geländeformung und Bepflan- zung (wie der Aufwuchs bei Grünanlagen) dem Aufwuchs zuzuordnen und ohne Abschreibungen zu erfassen. Besondere Einbauten wie Palisaden, Beeteinfassungen u.a. sind den Aufbauten zu- zuordnen und damit abzuschreiben.

=

28

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

4.2.3 Infrastrukturvermögen

Allgemein Zum Infrastrukturvermögen gehören insbes. Straßen, Wege, Plätze, Brücken, Tunnel, Schienen- strecken, Kabelnetze, Energieübertragungsleitungen, Fernrohrleitungen, Wasserleitungen, Was- serstraßen, Häfen, Dämme und sonstige Wasserbauten.

Beim Infrastrukturvermögen ist der Grund und Boden und die zuzurechnenden Aufbauten, Be- triebseinrichtungen, Bauwerke, etc. separat zu bewerten. Es werden demnach regelmäßig mindes- tens zwei Anlagenstammsätze angelegt.

Nicht zu berücksichtigen ist das Infrastrukturvermögen, das bereits in die Ver- und Entsorgungs- betriebe ausgegliedert ist.

Im übrigen gelten die Ausführungen in Ziffer 4.2.1 Allgemein.

In den folgenden Kapiteln werden die unterschiedlichen Arten des Infrastrukturvermögens aufge- führt und näher auf die Besonderheiten bei der Erfassung und Bewertung eingegangen. Dabei wird unter den einzelnen Arten immer zuerst der Anlagestammsatz für den Grund und Boden des Infra- strukturvermögens angelegt.

4.2.3.1 Grund und Boden des Infrastrukturvermögens

Flurstücke und Grundstücke bei Straßen Flurstücke und Straßen werden als Gesamtheit geführt, d.h. die Grundstücksfläche entspricht der Straßenfläche.

Zu beachten ist, dass sich eine Straße aus mehreren Flurstücken zusammensetzen kann. Die ein- zelnen Flurstücke sind getrennt als einzelne Vermögensgegenstände in der Anlagenbuchhaltung zu führen. Mehrere Flurstücke einer Straße sind unter einer gemeinsamen Anlageübernummer zu führen (siehe Ziffer 4).

In den Fällen einer gemischten Nutzung des Flurstücks ist eine Aufteilung (z.B. nach qm) nur dann vorzunehmen, wenn es sich um völlig losgelöste Nutzungen handelt, z.B. Straßenkreuzung mit einem größeren Platz mit Brunnen. Eine Hauptnutzung des Flurstücks ist festzulegen. Die Auf- teilung nach qm ist in dem Feld „Bemerkungen“ in der Anlagenkarte zu vermerken. Diese Rege- lung ist auf ein Minimum zu beschränken. Zu beachten ist, dass Geo-Informationssysteme und Anlagenbuchhaltungen in der Regel eine Zuordnung über Flurstücksnummern vornehmen und diese in den Systemen gleich sein muss.

Anlagenklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

2000

Grund und Boden des Infrastrukturvermögens

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Es gelten die Ausführungen zu Ziffer 4.2.1 Allgemein. Als anzusetzender Erfahrungswert wird ge- nerell der landwirtschaftliche Bodenrichtwert zu Grunde gelegt.

Laufende Bilanzierung

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

=

29

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

4.2.3.2 Straßen, Wege, Plätze, Verkehrslenkungsanlagen

Allgemein Die Straße besteht aus folgenden Elementen:

< Straßenkörper

< Straßenzubehör

Für jeden dieser Bestandteile ist ein eigener Anlagenstammsatz anzulegen.

Zum Straßenkörper gehören gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 1 Straßengesetz Baden-Württemberg (StrG BW) Straßenuntergrund, -unterbau, -decke, Dämme, Gräben, Entwässerungsanlagen, Böschun- gen, Stützmauern, Durchlässe, Fahrbahnen, Haltestellenbuchten, Geh- und Radwege, Parkplätze, Trenn-, Seiten-, Rand- und Sicherheitsstreifen (mit Markierungen), Materialbuchten und Lärm- schutzanlagen. Dem Straßenkörper wird das Straßenbegleitgrün zugeordnet.

Unter das Straßenzubehör gemäß § 2 Abs. 3 Straßengesetz Baden-Württemberg (StrG BW) fallen Verkehrszeichen, Parkleitsysteme, Schilderbrücken, Verkehrsanlagen aller Art. Ebenso gehören Beleuchtung, Signalanlagen, Wegweisungen, zentrale Verkehrsrechner dazu.

Bei der Bewertung des Straßenkörpers wird keine Unterteilung der einzelnen Straßenschichten (Unterbau und Deckschicht) vorgenommen. Der Straßenkörper ist als ein Vermögensgegenstand anzusehen und einheitlich abzuschreiben. Hierfür spricht vor allem, dass einige Kostenanteile (z.B. Planungsleistungen, Vermessungsarbeiten, Abrechnungen) nur pauschal oder prozentual verteilt werden können. Kostenanteile, die dann aufgeteilt werden müssen, verursachen einen hohen Zu- satzaufwand bei der Abschreibung, bei dem Aufmaß und der Abrechnung. Außerdem wird durch zu viele einzelne Vermögensgegenstände eine korrekte Führung der Anlagebuchhaltung er- schwert.

Zu den Herstellungskosten beim Straßenbau gehören die Ausgaben für Erneuerungs-, Um-, Aus- und Neubauvorhaben.

Erneuerungsbauvorhaben dienen vorwiegend dem Deckenbau und verändern die bestehende Linienführung der Straße im Grund- und Aufriss nicht oder nur unwesentlich, so dass eine Ausfüh- rung ohne ausführliche Entwurfsunterlagen möglich ist. Die Arbeiten müssen deutlich über das Ausmaß einer Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeit hinausgehen.

Um-, Aus- und Neubauvorhaben setzen die Bearbeitung ausführlicher Bauentwürfe bezüglich Grund- und Aufrissgestaltung oder konstruktive Durchbildung voraus.

Beispiele und Einzelheiten der Abgrenzung des Herstellungs- vom Erhaltungsaufwand beim Stra- ßenbau sind in dem „Ausgabenblatt für Erneuerungsbauvorhaben" der vorläufigen Buchungsan- weisung für Bundesfernstraßen vom 2. Januar 1976 (VkBl. S. 136) enthalten. Darüber hinaus gel- ten auch die Ausführungen der RStO 01. Eingeschlossen sind ferner Kosten für Kanalisation und die Erschließung, soweit diese nicht den Wohn- und Nichtwohngebäuden zuzurechnen sind.

Anlagenklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

2180

Straßen, Wege, Plätze, Verkehrslenkungsanlagen

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 4.2.2 in Verbindung mit Ziffer 4.2.1 analog.

=

30

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Möglichkeiten für die Ermittlung der Herstellungsjahre

Sofern das Anschaffungs- bzw. Herstellungsjahr einer Straße nicht ermittelbar ist, kann auf folgen- de Vereinfachungen zurückgegriffen werden:

< Widmungsjahr Mit Inkrafttreten des Straßengesetzes am 01.04.1964 war eine Widmung der Straße erforder- lich. Das Widmungsjahr kann als fiktives Herstellungsjahr herangezogen werden.

< Baujahre der Kabel- und Entwässerungskanäle Die Baujahre der Kabel- und Entwässerungskanäle können ebenfalls als errechnetes Herstel- lungsjahr herangezogen werden. Aus verschiedenen Straßenakten und über Straßenverzeich- nisse können durch die Fachämter und Unterhaltungsstellen Baujahre für die Kanäle ermittelt werden.

< Erschließungsbeitragsabrechnungen Aus Erschließungsbeitragsakten sind ebenfalls die Herstellungsjahre und Anschaffungs- und Herstellungskosten zu entnehmen.

< Straßenverzeichnisse / Straßenkarten Aus verschiedenen Straßenakten und über Straßenverzeichnisse können durch die Fachämter und Unterhaltungsstellen Baujahre ermittelt werden.

< Verwendungsnachweise Aus den Verwendungsnachweisen bewilligter Zuweisungen aus dem Gemeindeverkehrsfinan- zierungsgesetz

(A) Bewertung des Straßenkörpers Für die Bewertung des Straßenkörpers wird in 2 Schritten vorgegangen:

Schritt 1: Einteilung der Straßen in Straßenarten und Festlegung der jeweiligen Nutzungs- dauer

Die Straßen sind, entsprechend ihres Ausbaustandards bzw. ihrer Verkehrsbeanspruchung, in verschiedene Straßenarten zu unterteilen. Hier wird an Anlehnung an die Richtlinien für die Stan- dardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen (RStO 01) in die nachfolgend aufgeführten 5 Ka- tegorien unterteilt.

Straßenart

Beschreibung

Nutzungsdauer

I

Schnellverkehrsstraße, Industriesammelstraße

25 - 30 Jahre

II

Hauptverkehrsstraße, Industriestraße, Straße im Gewerbegebiet

30

- 40 Jahre

III

Wohnsammelstraße, Fußgängerzone mit Ladeverkehr

40

- 50 Jahre

IV

Anliegerstraße befahrbarer Wohnweg, Fußgängerzone, Radwege

50

Jahre

V

nicht asphaltierte / betonierte Wege

15

- 20 Jahre

Um spezifische Gegebenheiten (z.B. historischer Stadtkern) Rechnung zu tragen, können diese vorgegebenen Straßenarten bei Bedarf erweitert werden.

Schritt 2: Bewertung der Straßen

Die Bewertung der Straßen erfolgt nach § 62 E-GemHVO, d.h. grundsätzlich zu den Anschaffungs- und Herstellungskosten. Wenn die Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht ermittelt werden können, müssen Erfahrungswerte herangezogen werden.

=

31

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Bewertungsgrundsatz: Anschaffungs- und Herstellkosten

 

vor 31.12.1974

01.01.1975 bis 31.12.2004

01.01.2005

bis

31.12.2010

Vereinfachung

Preisverhältnisse

Wenn die tatsächlichen AHK nicht oder nicht ohne unverhält- nismäßigen Aufwand ermittelt werden können, dann Preisver- hältnisse zum jeweiligen An- schaffungs-/Herstellungsjahr als Erfahrungswerte;

 

zum 01.01.1974;

Anschaffungs- und Her- stellungskosten;

Als Erfahrungswert gilt ein aktueller pauschalierter qm-Durchschnittspreis, in welchem vereinfa- chend die Anschaffungs- und Herstellungskosten der Straße, der Böschungen und sonstigen Teil- einrichtungen (z.B. Aufwuchs, Leitpfosten, Beschilderung, Gehweg, Gehwegeinfassung, Verkehrs- inseln, Signalanlagen etc.) einzurechnen sind.

Der Erfahrungswert ist für jede Straßenart vom Amt für Straßenwesen festzulegen.

Da davon ausgegangen wird, dass die Herstellungsjahre der Straßen ermittelbar sind (siehe Ver- einfachungen für die Ermittlung der Herstellungsjahre), muss dieser vorab ermittelte aktuelle Erfah- rungswert anhand des Baupreiskostenindex auf das jeweilige Herstellungsjahr rückindiziert wer- den. Der jeweilige Baupreiskostenindex befindet sich in Anlage 5

(B) Bewertung des Straßenzubehörs Das Straßenzubehör wird zur Bewertung in einfaches und hochwertiges Zubehör unterschieden.

Bis zum Stichtag der Eröffnungsbilanz wird der Wert des einfachen Straßenzubehörs in den Wert des Straßenkörpers mit eingerechnet (bei Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie beim m²- Durchschnittswert).

Als hochwertigem Zubehör gilt:

< Parkleitsysteme

< Schilderbrücken

< zentrale Verkehrsrechner

Das hochwertige Zubehör ist einzeln, getrennt zu erfassen und zu bewerten.

Laufende Bilanzierung

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

Nach dem Eröffnungsbilanzstichtag kann einfaches Zubehör auch weiterhin dem Straßenkörper zugerechnet werden, da eine getrennte Erfassung in der Praxis oft nicht möglich ist. Hochwertiges Zubehör muss getrennt erfasst werden.

Es werden folgende Nutzungsdauern für hochwertiges Zubehör empfohlen:

Vermögensgegenstand

Nutzungsdauer

Parkleitsysteme

15

Jahre

Schilderbrücken

15

- 20 Jahre

Zentrale Verkehrsrechner

12

Jahre

Bei einer Grunderneuerung der gesamten Straße (oder des gesamten Bauwerks) wird die bishe- rige in Abgang genommen. Die Investitionen stellen die neuen Anschaffungs- und Herstellungskos- ten dar.

=

32

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

4.2.3.3 Bauwerke

Zu den Bauwerken gehören u.a. Brücken, Tunnel (mit Brücken), Lärmschutzwände, Stützbauwer- ke, Trockenmauern, Unterführungen.

Die ingenieurtechnischen Bauwerke sind separat zu bewerten.

Brücken und Unterführungen Die für die Bewertung notwendigen Herstellungskosten und Baujahre der städtischen Brücken und Unterführungen werden aus den Bauwerksakten (Brückenbüchern) entnommen und um die bereits aufgelaufenen Abschreibungen vermindert in der Eröffnungsbilanz angesetzt.

Sonstige Bauwerke Soweit für die sonstigen Bauwerke keine Herstellungskosten ermittelbar sind, sind Erfahrungswerte aus der Herstellung vergleichbarer Bauwerke unter Beachtung eines Anpassungsbedarfs an die Besonderheiten der zu bewertenden ingenieurtechnischen Bauwerke anzusetzen.

Falls keine anderweitigen Erfahrungswerte vorliegen, können hilfsweise Pauschalsätze angewandt werden. Die nachfolgenden Werte beziehen sich auf das Jahr 1996 und sind auf das Anschaf- fungs-/Herstellungsjahr zu indizieren (Anlage 5).

< Trogbauwerke mit 1.000 EUR/qm

< Lärmschutzbauwerke mit 400 EUR/qm

< Stützbauwerke Trockenmauer mit 250,00 EUR/qm

Winkelstützmauer:

- Höhe von 0,80 m mit 150 EUR/lfdm

- Höhe von 1,25 m mit 200 EUR/lfdm

- Höhe von 2,00 m mit 380 EUR/lfdm

- Höhe von 2,50 m mit 560 EUR/lfdm

Ortbeton, d = 0,25 m

- Höhe von 1,00 m mit 230 EUR/lfdm

- Höhe von 2,00 m mit 370 EUR/lfdm

Stahlbetonplatten zwischen IP-Träger:

- Höhe von 2,00 m mit 560 EUR/lfdm

Sonderposten Für Beiträge Dritter sind Sonderposten zu bilden. Siehe Ziffer 6.

Für konstruktive Bauwerke gelten aufgrund ihrer Besonderheit spezielle Nutzungsdauern:

Bauwerk

Nutzungsdauer

Brücken und Unterführungen

80

- 100 Jahre

Brücken in überwiegender Holzbauweise

30

- 40 Jahre

Stützmauer

70

- 100 Jahre

Lärmschutzwände

30

- 50 Jahre

Lärmschutzwälle

Keine AfA, da keine Abnutzung

Anlagenklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

2020

Brücken und Tunnel und andere konstruktive Bauwerke

2360

Friedhöfe und Bestattungseinrichtungen

2380

Sonstige Bauten des Infrastrukturvermögens

Laufende Bilanzierung

Es gelten die Regelungen unter Ziffer 3.2.

=

33

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

5. Bewertung der Aktiven Abgrenzungsposten

5.1 Aktive Rechnungsabgrenzung (RAP)

Allgemein Mithilfe der aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden die im alten Geschäfts- jahr im Voraus gezahlten Aufwendungen und vereinnahmten Erträge über die Schlussbilanz in die Erfolgsrechnung des neuen Geschäftsjahres übertragen.

Im Unterschied hierzu werden auf den Konten „Sonstige Verbindlichkeiten“ und „Sonstige Forde- rungen“ Aufwendungen und Erträge des alten Geschäftsjahres erfasst, die erst im neuen Ge- schäftsjahr zu Ausgaben und Einnahmen werden. Sie stellen echte Verbindlichkeiten bzw. Forde- rungen dar, die durch Zahlung im neuen Geschäftsjahr beglichen werden.

Aktive Rechnungsabgrenzung

§ 48 Abs. 1 E-GemHVO Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite vor dem Abschlussstichtag geleistete Auszahlungen auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstel- len. Ferner darf ausgewiesen werden die als Aufwand berücksichtigte Umsatzsteuer auf am Ab- schlussstichtag auszuweisende oder von den Vorräten offen abgesetzte Anzahlungen.

Hierunter fallen Auszahlungen (z.B. Vorauszahlungen für Versicherungen, Mieten, Zinsen), die bereits im abzuschließenden Geschäftsjahr bezahlt und gebucht wurden, aber entweder nur zum Teil oder ganz dem neuen Geschäftsjahr wirtschaftlich (Aufwand) zuzurechnen sind.

Zum Bilanzstichtag sind die betreffenden Aufwandskonten durch eine „Aktive Rechnungsabgren- zung“ zu berichtigen. Sie stellt eine Leistungsforderung dar. So begründen z.B. Mietvorauszah- lungen einen Anspruch auf Nutzung der gemieteten Räume im neuen Haushaltsjahr.

Bei der Bildung von aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ist der Wesentlichkeitsgrundsatz zu beachten. Einzelheiten legt die Stadtkämmerei zu gegebener Zeit fest.

Zu beachten ist der in § 48 Abs. 1 Satz 2 E-GemHVO enthaltene Hinweis zur Umsatzsteuer.

5.2 Sonderposten für geleistete Investitionszuschüsse

Hier handelt es sich um von der Stadt gewährte Investitionszuschüsse an Dritte.

Auf dem Ansatz der bis 01.01.2011 gewährten Investitionszuwendungen und –zuschüsse in der Eröffnungsbilanz wird verzichtet (§ 62 Abs. 7 E-GemHVO)

Anlagenklasse in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

9200

Sonstige Sonderposten

Laufende Bilanzierung

Regelung wird noch getroffen

=

34

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

6. Bewertung der Sonderposten und Rechnungs- abgrenzungsposten (Passivseite)

=

Allgemein Erhaltene Investitionszuweisungen und Beiträge sind zu erfassen und mit dem bezuschussten Vermögensgegenstand durch eine gemeinsame Anlageübernummer zu verknüpfen. Hierdurch wird gewährleistet, dass die Auflösung der Zuweisungen entsprechend der Nutzungsdauer des bezu- schussten Vermögensgegenstandes erfolgt.

6.1.1 Erhaltene Investitionszuschüsse

Unter die erhaltenen Investitionszuschüsse (Abzugskapital) fallen Ertragszuschüsse. Hierunter versteht man Beiträge, Zuweisungen und Zuschüsse Dritter. Inhaltlich gehören zum Abzugskapital auch alle Arten öffentlich-rechtlicher Baukostenbeiträge nach Baugesetzbuch (BauGB) und Kom- munalabgabengesetz (KAG), Folgekostenbeiträge und Spenden für Investitionen.

Erhaltene Investitionszuschüsse werden als Sonderposten ausgewiesen. Der Vermögensgegenstand wird in voller Höhe der Anschaffungskosten (ohne Abzug des Zu- schusses) aktiviert. Korrespondierend wird auf der Passivseite in Höhe des Zuschusses ein Son- derposten gebildet. Der Sonderposten wird entsprechend dem Abschreibungszeitraum und dem Abschreibungssatz des zugeordneten Vermögensgegenstandes sukzessive aufgelöst. Insofern teilt der Sonderposten das Schicksal des bezuschussten Vermögensgegenstandes. Die durch die Auf- lösung des Sonderpostens entstehende Erträge werden in der Ergebnisrechnung aufgeführt, sie stehen den Aufwendungen aus Abschreibungen gegenüber.

Beispiel:

Baukosten für eine Schule in Höhe von 1.000.000 Euro Erhaltener Zuschuss in Höhe von 300.000 Euro Nutzungsdauer: 50 Jahre

< Erfassung des Vermögensgegenstandes (nach Fertigstellung) in Höhe von 1Mio. Euro in der Anlagenbuchhaltung.

< Erfassung der Zuweisung als separaten Vermögensgegenstand in der Anlagenbuchhaltung in Höhe von 300.000 Euro mit Verknüpfung zum Anlagengut über die Anlagenübernummer.

< jährliche Verbuchung der Abschreibung als Aufwand in Höhe von 20.000,00 Euro.

< jährliche Verbuchung der Auflösung des Zuschusses als Ertrag in Höhe von 6.000,00 Euro.

Die Aktivierung des Vermögensgegenstandes erfolgt bei Inbetriebnahme. Korrespondierend be- ginnt die Auflösung des Investitionszuschusses. Zeitpunkt und Verwendung können aufgrund des Verwendungsnachweises ermittelt werden. Trifft der Zuschuss erst viel später bei der Kommune ein, muss die Auflösung des Zuschusses auf die restliche Nutzungsdauer des Anlagengutes erfol- gen.

Zuweisungen, Zuschüsse, Beiträge usw., die für eine Anlage im Bau gedacht sind (die also noch nicht in Betrieb gegangen ist), werden gesondert unter AiB Sonderposten gebucht.

Zuweisungen und Zuschüsse, welche die Stadt ab dem 01.01.2005 erhalten hat, müssen zwingend mit dem Zuschussbetrag erfasst werden.

Hinsichtlich Sachverhalte im Rahmen von Erschließungsmaßnahmen wird auf den allgemeinen Teil der Richtlinie verwiesen.

=

35

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Anlagenklassen in SAP

Anlageklasse

Bezeichnung

9010

Sonderposten aus Zuwendungen Bund

9020

Sonderposten aus Zuwendungen Land

9030

Sonderposten aus Zuwendungen Gemeinden

9040

Sonderposten aus Zuwendungen Zweckverband

9050

Sonderposten aus Zuwendungen sonst. öff. B.

9060

Sonderposten aus Zuwendungen verb. Unternehmen

9070

Sonderposten aus Zuwendungen sonst. öff. S.

9080

Sonderposten aus Zuwendungen priv. Unternehmen

9090

Sonderposten aus Zuwendungen übriger Bereich

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Für nachfolgende Bereiche kann das Abzugskapital vor dem 01.01.2005 – bezogen auf die An- schaffungs- und Herstellungskosten – nach folgenden Pauschalsätzen (Erfahrungswerte im Sinne von § 62 Abs. 7 E-GemHVO) ermittelt werden:

Bezeichnung

Pauschalsatz

in %

Berufliche Schulen

35

Feuerwehr

30

Grund-, Haupt-, Realschulen

30

Gymnasien und Sonderschulen

40

Naturschutzgrundstücke

70

Turn- und Sporthallen

20

Sportplätze

15

Straßen, Wege, Plätze

75

Theater

40

Für alle anderen Bereiche sind die tatsächlich bewilligten Zuweisungen anzusetzen.

6.1.2 Bewertung von Schenkungen, Spenden und Erbschaften

Auf die Ausführungen im allgemeinen Teil dieser Richtlinie (Ziffer 3) wird verwiesen.

6.2 Passive Rechnungsabgrenzung

§ 48 Abs. 2 E-GemHVO Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten vor dem Abschlussstichtag erhaltene Einzahlungen auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Darunter fallen hauptsächlich die Grabnutzungsgebühren auf den Friedhöfen, die für die gesamte Nutzungszeit des jeweiligen Grabes am Anfang in voller Höhe bezahlt werden und in den einzel- nen Haushaltsjahren der Nutzungszeit anteilige Erträge darstellen.

=

36

= = = Stand: Juni 2009 =
=
=
=
Stand: Juni 2009
=
=
=

Bewertungsrichtlinie

Bewertung in der Eröffnungsbilanz

Datenquellen:

< Gebührenkalkulation

< Datenbank (WinFried)

Für die Eröffnungsbilanz besteht kein Wahlrecht. Entsprechend ist der Bestand in der Eröffnungs- bilanz zu ermitteln und zu dokumentieren. Hierbei ist vereinfachend wie folgt vorzugehen:

< Ermittlung der jeweilig eingenommenen Gebühren für Grabnutzungsrechte

< Ermittlung eines Durchschnittswertes für in Heilbronn anzusetzende Nutzungsdauern

< Ermittlung des Restbestandes in Folgejahren auf Basis der ermittelten durchschnittlichen Nut- zungsdauer

Laufende Bilanzierung

Passive Rechnungsabgrenzungsposten sind entsprechend § 48 Abs. 2 E-GemHVO zu bilden.

=

37

=

Anlagen zur Bewertungsrichtlinie

Anlage 1: Auszüge aus den Gesetzestexten

Anlage 2: Abschreibungstabelle Stand Febr. 2009

Anlage 3: Bewertungslexikon

Anlage 4: Indextabelle Gebäudeversicherung

Anlage 5: Baupreisindex Straßenbau

Anlage 6: Besonderheiten bei Sportanlagen, Spielplätzen,

=

Inhaltsverzeichnis

Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten

I. Gesetz zur Reform des Gemeindehaushaltsrecht vom 04.05.2009 (GemO)

 

§ 91 Erwerb und Verwaltung von Vermögen, Wertansätze

2

§ 92 Veräußerung von Vermögen

2

II.

Arbeitsentwurf der Gemeindehaushaltsverordnung vom 21.12.2007 (E-GemHVO)

§ 2 Ergebnishaushalt

3

§ 34 Buchführung

4

§ 37 Inventar, Inventur

4

§ 38 Inventurvereinfachungsverfahren

5

§ 40 Vollständigkeit der Ansätze, Verrechnungs- und Bilanzierungsverbote, Vermögen

5

§ 43 Allgemeine Bewertungsgrundsätze

5

§ 44 Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden

5

§ 46 Abschreibungen

6

§ 52 Vermögensrechnung (Bilanz)

7

§ 55 Vermögensübersicht, Verbindlichkeitenübersicht

8

§ 62 Erstmalige Bewertung (Eröffnungsbilanz)

8

III. Handelsgesetzbuch (HGB)

 

§ 238 Buchführungspflicht

10

§ 239 Führung der Handelsbücher

10

§ 240 Inventar

10

§ 241 Inventurvereinfachungsverfahren

11

§ 242 Pflicht zur Aufstellung

11

§ 243 Aufstellungsgrundsatz

11

§ 247 Inhalt der Bilanz

12

§ 248 Bilanzierungsverbote

12

§ 249 Rückstellungen

12

§ 250 Rechnungsabgrenzungsposten

12

§ 253 Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden

13

§ 254 Steuerrechtliche Abschreibungen

13

§ 255 Anschaffungs- und Herstellungskosten

13

§ 256 Bewertungsvereinfachungsverfahren

14

§ 257 Aufbewahrung von Unterlagen. Aufbewahrungsfristen

14

IV. Bewertungsgesetz

 

§ 71 Begriff unbebaute Grundstücke

16

§ 74 Begriff bebaute Grundstücke

16

V. Verordnung über Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Wertermittlungsverordnung – WertV)

 

§ 16 Ermittlung des Ertragswerts der baulichen Anlagen

17

§ 19 Berücksichtigung sonstiger wertbeeinflussender Umstände

17

§ 23 Wertminderung wegen Alters

17

§ 24 Wertminderung wegen Baumängeln und Bauschäden

18

=

=

Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

I. Gesetz zur Reform des Gemeindehaushaltsrecht vom 04.05.2009 (GemO)

§ 91 Erwerb und Verwaltung von Vermögen, Wertansätze

(1) Die Gemeinde soll Vermögensgegenstände nur erwerben, wenn dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist.

(2) Die Vermögensgegenstände sind pfleglich und wirtschaftlich zu verwalten und ordnungsgemäß nachzuweisen. Bei Geldanlagen ist auf eine ausreichende Sicherheit zu achten; sie sollen einen angemessenen Ertrag bringen .

(3) Besondere Rechtsvorschriften für die Bewirtschaftung des Gemeindewalds bleiben unberührt.

(4) Vermögensgegenstände sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen, anzusetzen. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Rückzahlungsbetrag und Rückstellungen nur in Höhe des Betrags anzusetzen, der nach vernünftiger Beurteilung notwendig ist.

§ 92 Veräußerung von Vermögen

(1) Die Gemeinde darf Vermögensgegenstände, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht braucht, veräußern. Vermögensgegenstände dürfen in der Regel nur zu ihrem vollen Wert veräußert werden.

(2) Für die Überlassung der Nutzung eines Vermögensgegenstands gilt Abs. 1 entsprechend.

(3) Will die Gemeinde einen Vermögensgegenstand unter seinem vollen Wert veräußern, hat sie den Beschluss der Rechtsaufsichtsbehörde vorzulegen. Das Innenministerium kann von der Vorlagepflicht allgemein freistellen, wenn die Rechtsgeschäfte zur Erfüllung bestimmter Aufgaben dienen oder ihrer Natur nach regelmäßig wiederkehren oder wenn bestimmte Wertgrenzen oder Grundstücksgrößen nicht überschritten werden.

2

===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

II. Anhörungsentwurf der Gemeindehaushaltsverordnung vom

22.04.2009 (E-GemHVO)

§ 2 Ergebnishaushalt

(1) Der Ergebnishaushalt enthält als ordentliche Erträge

1. Steuern und ähnliche Abgaben,

2. Zuweisungen und Zuwendungen, Umlagen und aufgelöste Investitionszuwendungen und -beiträge,

3. sonstige Transfererträge,

4. öffentlich-rechtliche Entgelte,

5. privatrechtliche Leistungsentgelte,

6. Kostenerstattungen und Kostenumlagen,

7. Zinsen und ähnliche Erträge,

8. aktivierte Eigenleistungen und Bestandsveränderungen und

9. sonstige ordentliche Erträge;

10. Summe der ordentlichen Erträge (Summe Nummer 1 bis 9);

11. Personalaufwendungen,

12. Versorgungsaufwendungen,

13. Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen,

14. planmäßige Abschreibungen,

15. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

16. Transferaufwendungen und

17. sonstige ordentliche Aufwendungen;

18. Summe der ordentlichen Aufwendungen (Summe aus Nummern 11 bis 17);

19. ordentliches Ergebnis (Saldo aus Nummern 10 und 18);

20. Fehlbetragsabdeckung aus Vorjahren;

21. veranschlagtes ordentliches Ergebnis (Saldo aus Nummern 19 und 20);

22. außerordentliche Erträge;

23. außerordentliche Aufwendungen;

24. veranschlagtes Sonderergebnis (Saldo aus Nummern 22 und 23);

25. veranschlagtes Gesamtergebnis (Überschuss oder Fehlbetrag; Summe aus Nr. 21 und 24);

26. die Zuführung zur Rücklage aus Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses,

27. die Zuführung zur Rücklagen aus Überschüssen des Sonderergebnisses,

28. die Entnahme aus Rücklagen aus Überschüssen des ordentliche Ergebnisses nach §24 Abs. 1 Satz 1,

29. die Verwendung des Überschusses des Sonderergebnisses (Nr. 24) sowie Entnahme aus der Rücklage aus Überschüssen des Sonderergebnisses nach § 24 Abs. 2,

30. den Fehlbetragsvortrag auf das ordentliche Ergebnis folgender Haushaltsjahre nach § 24 Abs. 3 Satz 1

31. die Minderung des Basiskapitals nach § 25 Abs. 3 (Fehlbetragsabdeckung aus Vorjahren, soweit nicht nach Nummer 20 abgedeckt);

32. die Entnahme aus der Rücklage aus Überschüssen des Sonderergebnisses nach § 25 Abs. 4 Satz 1

33. die Minderung des Basiskapitals nach § 25 Abs. 4 Satz 2.

(2) Unter den Posten „außerordentliche Erträge“ und „außerordentliche Aufwendungen“ sind die außerhalb der gewöhnlichen Verwaltungstätigkeit anfallenden Erträge und Aufwendungen, insbes. Gewinne und Verluste aus Vermögensveräußerung, auszuweisen, soweit sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Von untergeordneter Bedeutung sind Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von geringwertigen beweglichen Vermögensgegenständen des Sachvermögens, die nach § 38 Abs. 4 nicht erfasst werden.

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3

===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

§ 34 Buchführung

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

(1) Die Buchführung dient

1. der Bereitstellung von Informationen für den Haushaltsvollzug und für die Haushaltsplanung,

2. der Aufstellung des Jahresabschlusses und der Durchführung des Planvergleichs und

3. der Überprüfung des Umgangs mit öffentlichen Mitteln im Hinblick auf Rechtmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit

(2) Zur Erfüllung der in Abs. 1 genannten Zwecke sind Bücher in Form der doppelten Buchführung zu führen, in denen

1.

alle Vorgänge, die zu einer Änderung der Höhe oder der Zusammensetzung des Vermögens und der Schulden führen, insbesondere Aufwendungen und Erträge sowie Auszahlungen und Einzahlungen

2.

die Lage des Vermögens und

3.

die sonstigen, nicht das Vermögen der Gemeinde berührenden wirtschaftlichen Vorgänge, insbes. durchlaufende Finanzmittel,

nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung aufgezeichnet werden. Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Verwaltungsvorfälle und über die wirtschaftliche Lage der Gemeinde vermitteln kann. Die Verwaltungsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung nachvollziehen lassen.

§ 37 Inventar, Inventur

(1) Die Gemeinde hat zu Beginn des ersten Haushaltsjahres mit einer Rechungsführung nach den Regeln der doppelten Buchführung und danach für den Schluss eines jeden Haushaltsjahres ihre Grundstücke, ihre Forderungen, Schulden und Rückstellungen, den Betrag ihres baren Geldes sowie ihre sonstigen Vermögensgegenstände genau zu verzeichnen und dabei den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände genau zu verzeichnen und dabei den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden anzugeben (Inventar). Körperliche Vermögensgegenstände sind durch eine körperliche Bestandsaufnahme zu erfassen, soweit in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist. Das Inventar ist innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen .

(2) Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens können, wenn sie regelmäßig ersetzt werden und ihr Gesamtwert für die Gemeinde von nachrangiger Bedeutung ist, mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert angesetzt werden, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt. Jedoch ist in der Regel alle fünf Jahre eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen.

(3) Gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annähernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände können jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst und mit dem gewogenen Durchschnittswert angesetzt werden.

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4

===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

§ 38 Inventurvereinfachungsverfahren

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

(1) Bei der Aufstellung des Inventars darf der Bestand der Vermögensgegenstände nach Art, Menge und Wert auch mit Hilfe anerkannter mathematisch-statistischer Methoden auf Grund von Stichproben ermittelt werden. Das Verfahren muss den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen. Der Aussagewert des auf diese Weise aufgestellten Inventars muss dem Aussagewert eines auf Grund einer körperlichen Bestandsaufnahme aufgestellten Inventars gleichkommen .

(2) Bei der Aufstellung des Inventars für den Schluss eines Haushaltsjahrs bedarf es einer körperlichen Bestandsaufnahme der Vermögensgegenstände für diesen Zeitpunkt nicht, soweit durch Anwendung eines den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechenden anderen Verfahrens gesichert ist, dass der Bestand der Vermögensgegenstände nach Art, Menge und Wert auch ohne die körperliche Bestandsaufnahme für diesen Zeitpunkt festgestellt werden kann .

(3) In dem Inventar für den Schluss eines Haushaltsjahrs brauchen Vermögensgegenstände nicht verzeichnet zu werden, wenn

1. die Gemeinde ihren Bestand auf Grund einer körperlichen Bestandsaufnahme oder auf Grund eines nach Abs. 2 zulässigen anderen Verfahrens nach Art, Menge und Wert in einem besonderen Inventar verzeichnet hat, das für einen Tag innerhalb der letzten drei Monate vor oder der ersten beiden Monate nach dem Schluss des Haushaltsjahrs aufgestellt ist, und 2. auf Grund des besonderen Inventars durch Anwendung eines den Grundsätzen ordnungs- mäßiger Buchführung entsprechenden Fortschreibungs- oder Rückrechnungsverfahrens ge- sichert ist, dass der am Schluss des Haushaltsjahrs vorhandene Bestand der Vermögens- gegenstände für diesen Zeitpunkt ordnungsgemäß bewertet werden kann. =

(4) Der Bürgermeister kann für selbständig nutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Sachvermögens bis zu einem Wert von 410 Euro ohne Umsatzsteuer Befreiungen von § 37 Abs.1 Sätze 1 und 3 vorsehen.

§ 40 Vollständigkeit der Ansätze, Verrechnungs- und Bilanzierungsverbote, Vermögen

(1) In der Vermögensrechnung sind die immateriellen Vermögensgegenstände, das Sachvermögen und das Finanzvermögen unbeschadet § 92 Abs. 1 Satz 1 GemO, die Kapitalposition, die Rückstellungen, die Verbindlichkeiten sowie die Rechnungsabgrenzungsposten vollständig auszuweisen und hinreichend aufzugliedern.

(2) Posten der Aktivseite dürfen nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen, Einzahlungen nicht mit Auszahlungen, Grundstücksrechte nicht mit Grundstückslasten verrechnet werden, soweit in dieser Verordnung nicht anderes bestimmt ist.

(3) Für immaterielle Vermögensgegenstände, die nicht entgeltlich erworben wurden, darf ein Aktivposten nicht angesetzt werden.

(4) Von der Gemeinde geleistete Investitionszuschüsse sollen als Sonderposten in der Vermögensrechnung ausgewiesen und entsprechend dem Zuwendungsverhältnis aufgelöst werden. Empfangene Investitionszuweisungen und Investitionsbeiträge können als Sonderposten in der Vermögensrechnung ausgewiesen und entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer aufgelöst werden.

§ 43 Allgemeine Bewertungsgrundsätze

(1) Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden gilt Folgendes:

1. Die Wertansätze in der Vermögensrechnung des Haushaltsjahres (Eröffnungsbilanz) müssen mit denen der Vermögensrechnung des Vorjahres (Schlussbilanz) übereinstimmen.

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===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

2. Die Vermögensgegenstände, Rückstellungen und Schulden sind, soweit nichts anderes bestimmt ist, zum Abschlussstichtag einzeln zu bewerten.

3. Es ist wirklichkeitsgetreu zu bewerten. Vorhersehbare Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, sind zu berücksichtigen, selbst wenn diese erst zwischen dem Abschlussstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind; Risiken und Verluste, für deren - Verwirklichung im Hinblick auf die besonderen Verhältnisse der öffentlichen Haushaltswirtschaft nur eine geringe Wahrscheinlichkeit spricht, bleiben außer Betracht. Gewinne sind nur zu berücksichtigen, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind.

4. Aufwendungen und Erträge des Haushaltsjahrs sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss zu berücksichtigen.

5. Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden sollen beibehalten werden.

(2) Von den Grundsätzen des Absatzes 1 darf nur in begründeten Ausnahmefällen abgewichen werden.

§ 44 Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden

(1) Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögens- gegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Minderungen des Anschaffungspreises sind abzusetzen.

(2) Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung. Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen auch die Verwaltungskosten einschließlich Gemeinkosten, angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Vermögens, soweit sie durch die Fertigung veranlasst sind, eingerechnet werden.

(3) Zinsen für Fremdkapital gehören nicht zu den Herstellungskosten. Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstands verwendet wird, dürfen als Herstellungskosten angesetzt werden, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen.

§ 46 Abschreibungen

(1) Bei Vermögensgegenständen des immateriellen Vermögens und des Sachvermögens ohne Vorräte, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Die planmäßige Abschreibung erfolgt grundsätzlich in gleichen Jahresraten über die Dauer, in der der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann (lineare Abschreibung). Ausnahmsweise ist eine Abschreibung mit fallenden Beträgen (degressive Abschreibung) oder nach Maßgabe der Leistungsabgabe (Leistungs- abschreibung) zulässig, wenn dies dem Nutzungsverlauf wesentlich besser entspricht. Maßgeblich ist die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die auf der Grundlage von Erfahrungswerten und unter Berücksichtigung von Beschaffenheit und Nutzung des Vermögensgegenstands zu bestimmen ist.

(2) Für Vermögensgegenstände nach Abs. 1 ist im Jahr der Anschaffung oder Herstellung der für dieses Jahr anfallende Abschreibungsbetrag um jeweils ein Zwölftel für jeden vollen Monat zu vermindern, der dem Monat der Anschaffung oder Herstellung vorangeht. Anschaffungs- und Herstellungskosten für selbständig nutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Sachvermögens, die nach § 38 Abs. 4 nicht erfasst werden, sind im Jahr der Anschaffung als ordentlicher Aufwand auszuweisen.

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6

===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

(3) Ohne Rücksicht darauf, ob ihre Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind bei Vermögensgegenständen im Falle einer voraussichtlich dauernden Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen, um die Vermögensgegenstände mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Stellt sich in einem späteren Jahr heraus, dass die Gründe für die Abschreibung nicht mehr bestehen, ist der Betrag dieser Abschreibung im Umfang der Werterhöhung unter Berücksichtigung der Abschreibungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, zuzuschreiben.

§ 52 Vermögensrechnung (Bilanz)

(1) Die Vermögensrechnung (Bilanz) ist in Kontoform aufzustellen.

(2) In der Bilanz sind mindestens die in den Absätzen 3 und 4 bezeichneten Posten in der angegebenen Reihenfolge gesondert auszuweisen.

(3) Aktivseite

1. Vermögen

1.1 Immaterielle Vermögensgegenstände;

1.2 Sachvermögen

1.2.1 Unbebaute Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte,

1.2.2 Bebaute Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte,

1.2.3 Infrastrukturvermögen,

1.2.4 Bauten auf fremden Grundstücken,

1.2.5 Kunstgegenstände, Kulturdenkmäler,

1.2.6 Maschinen und technische Anlagen, Fahrzeuge,

1.2.7 Betriebs- und Geschäftsausstattung,

1.2.8 Vorräte,

1.2.9 Geleistete Anzahlungen, Anlagen im Bau;

1.3 Finanzvermögen

1.3.1 Anteile an verbundenen Unternehmen,

1.3.2 Sonstige Beteiligungen an Kapitaleinlagen in Zweckverbänden oder anderen kommunalen Zusammenschlüsse,

1.3.3 Sondervermögen,

1.3.4 Ausleihungen,

1.3.5 Wertpapiere,

1.3.6 Öffentlich-rechtliche Forderungen,

1.3.7 Forderungen aus Transferleistungen,

1.3.8 Privatrechtliche Forderungen,

1.3.9 Liquide Mittel.

2. Abgrenzungsposten

2.1 Aktive Rechnungsabgrenzung,

2.2 Sonderposten für geleistete Investitionszuschüsse.

3. Nettoposition (nicht gedeckter Fehlbetrag)

(4) Passivseite:

1. Kapitalposition

1.1 Basiskapital;

1.2 Rücklagen

1.2.1 Rücklagen aus Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses,

1.2.2 Rücklagen aus Überschüssen des Sonderergebnisses,

1.2.3 Zweckgebundene Rücklagen;

1.3 Fehlbeträge des ordentlichen Ergebnisses

1.3.1 Fehlbeträge aus Vorjahren,

1.3.2 Jahresfehlbetrag, soweit eine Deckung im Jahresabschluss durch Entnahme aus den Ergebnisrücklagen nicht möglich ist;

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1.4 Sonderposten

1.4.1 für Investitionszuweisungen,

1.4.2 für Investitionsbeiträge,

1.4.3 für Sonstiges.

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===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

2. Rückstellungen (§ 41 Abs. 1 und 2)

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

2.1 Lohn- und Gehaltsrückstellungen,

2.2 Unterhaltsvorschussrückstellungen,

2.3 Instandhaltungsrückstellungen,

2.4 Stilllegungs- und Nachsorgerückstellungen für Abfalldeponien,

2.5 Gebührenüberschussrückstellungen,

2.6 Altlastensanierungsrückstellungen,

2.7 Rückstellungen für drohende Verpflichtungen aus Bürgschaften, Gewährleistungen, Beteiligungen und anhängigen Gerichtsverfahren.

2.8 Rückstellungen im Rahmen des Finanzausgleichs,

2.9 Rückstellungen für Gewerbesteuererstattungen,

2.10 Sonstige Rückstellungen bei Eigenbetrieben und Betrieben gewerblicher Art K==

3. Verbindlichkeiten

3.1 Anleihen,

3.2 Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen,

3.3 Verbindlichkeiten, die Kreditaufnahmen wirtschaftlich gleichkommen,

3.4 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,

3.5 Verbindlichkeiten aus Transferleistungen,

3.6 Sonstige Verbindlichkeiten.

4. Passive Rechnungsabgrenzung

§ 55 Vermögensübersicht, Verbindlichkeitenübersicht

(1) In der Vermögensübersicht und der Forderungsübersicht sind der Stand des Vermögens und der Forderungen zu Beginn und zum Ende des Haushaltsjahres, die Zu- und Abgänge sowie die Zuschreibungen und Abschreibungen darzustellen. Die Gliederung dieser Übersichten richtet sich nach den Aktivposten 1 und 2 der Vermögensrechnung (§ 52 Abs.3).

(2) In der Schuldenübersicht sind die Schulden der Gemeinde nachzuweisen. Anzugeben sind der Gesamtbetrag zu Beginn und Ende des Haushaltsjahres, die Restlaufzeit unterteilt in Laufzeiten bis zu einem Jahr, von einem bis fünf Jahren und von mehr als fünf Jahren. Die Schuldenübersicht ist wie der Passivposten 3 der Vermögensrechnung (§ 52 Abs. 4) zu gliedern.

§ 62 Erstmalige Bewertung (Eröffnungsbilanz)

(1) In der Eröffnungsbilanz nach Artikel 13 Abs. 5 des Gesetzes zur Reform des Gemeinde- haushaltsrechts sind die zum Stichtag der Aufstellung vorhandenen Vermögensgegenstände mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen nach § 46, anzusetzen. Die Vermögensgegenstände dürfen auch mit Werten angesetzt werden, die vor dem Stichtag für die Aufstellung der Eröffnungsbilanz in Anlagenachweisen nach § 38 der Gemeindehaushaltsverordnung vom 7. Februar 1973 (GBl. S. 33) in der zuletzt geltenden Fassung oder in einer Vermögensrechnung nach der Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums zur Vermögensrechnung vom 31. Oktober 2001 (GABl. S. 1108) nachgewiesen sind. Bei beweglichen Vermögensgegenständen, deren Anschaffung oder Herstellung länger als sechs Jahre vor dem Stichtag für die Eröffnungsbilanz zurückliegt, kann von einer Inventarisierung und Aufnahme in die Vermögensrechnung abgesehen werden.

(2) Wenn die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht oder nicht ohne unverhältnismäßigen Aufwand ermittelt werden können, sind abweichend von Abs. 1 den Preisverhältnissen zum Anschaffungs- oder Herstellungszeitpunkt entsprechende Erfahrungswerte anzusetzen, vermindert um Abschreibungen nach § 46. Für den vor dem Stichtag der Aufstellung der Eröffnungsbilanz liegenden Zeitraum von sechs Jahren wird vermutet, dass die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ermittelt werden können.

(3) Für Vermögensgegenstände, die vor dem 31. Dezember 1974 angeschafft oder hergestellt worden sind, können abweichend von Abs. 1 und 2 den Preisverhältnissen zum 1. Januar 1974 entsprechende Erfahrungswerte angesetzt werden, vermindert um Abschreibungen nach § 46.

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===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

(4) Bei Waldflächen sind die Absätze 1 bis 3 mit der Maßgabe anzuwenden, dass

1. für den Aufwuchs zwischen 7.200 und 8.200 Euro je Hektar und 2. für die Grundstücksfläche 2.600 Euro je Hektar angesetzt werden können.

(5) Als Wert von Beteiligungen und Sondervermögen ist, wenn die Ermittlung der tatsächlichen Anschaffungs-kosten einen unverhältnismäßigen Aufwand verursachen würde, das anteilige Eigenkapital anzusetzen.

(6) Für Sonderposten für erhaltene Investitionszuweisungen und -beiträge nach § 52 Abs. 4 Nr.1.4 gelten die Absätze 1 bis 3 entsprechend. Auf den Ansatz geleisteter Investitionszuschüsse in der Eröffnungsbilanz kann verzichtet werden; soweit ein Ansatz erfolgt, gelten die Absätze 1 bis 3 entsprechend.

(7) Die in der Eröffnungsbilanz nach den Absätzen 2 bis 6 angesetzten Werte für die Vermögensgegenstände gelten für die künftigen Haushaltsjahre als Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

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===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

III. Handelsgesetzbuch (HGB)

§

238 Buchführungspflicht

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

(1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.

(2) Der Kaufmann ist verpflichtet, eine mit der Urschrift übereinstimmende Wiedergabe der abgesandten Handelsbriefe (Kopie, Abdruck, Abschrift oder sonstige Wiedergabe des Wortlauts auf einem Schrift-, Bild- oder anderen Datenträger) zurückzubehalten.

§ 239 Führung der Handelsbücher

(1) Bei der Führung der Handelsbücher und bei den sonst erforderlichen Aufzeichnungen hat sich der Kaufmann einer lebenden Sprache zu bedienen. Werden Abkürzungen, Ziffern, Buchstaben oder Symbole verwendet, muss im Einzelfall deren Bedeutung eindeutig festliegen.

(2) Die Eintragungen in Büchern und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen müssen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden.

(3) Eine Eintragung oder eine Aufzeichnung darf nicht in einer Weise verändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist. Auch solche Veränderungen dürfen nicht vorgenommen werden, deren Beschaffenheit es ungewiss lässt, ob sie ursprünglich oder erst später gemacht worden sind.

(4) Die Handelsbücher und die sonst erforderlichen Aufzeichnungen können auch in der geordneten Ablage von Belegen bestehen oder auf Datenträgern geführt werden, soweit diese Formen der Buchführung einschließlich des dabei angewandten Verfahrens den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen. Bei der Führung der Handelsbücher und der sonst erforderlichen Aufzeichnungen auf Datenträgern muss insbesondere sichergestellt sein, dass die Daten während der Dauer der Aufbewahrungsfrist verfügbar sind und jederzeit innerhalb angemessener Frist lesbar gemacht werden können. Absätze 1 bis 3 gelten sinngemäß.

§ 240 Inventar

(1) Jeder Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes seine Grundstücke, seine Forderungen und Schulden, den Betrag seines baren Geldes sowie seine sonstigen Vermögensgegenstände genau zu verzeichnen und dabei den Wert der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden anzugeben.

(2) Er hat demnächst für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs ein solches Inventar aufzustellen. Die Dauer des Geschäftsjahrs darf zwölf Monate nicht überschreiten. Die Aufstellung des Inventars ist innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entsprechenden Zeit zu bewirken.

(3) Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe können, wenn sie regelmäßig ersetzt werden und ihr Gesamtwert für das Unternehmen von nachrangiger Bedeutung ist, mit einer gleichbleibenden Menge und einem gleichbleibenden Wert angesetzt werden, sofern ihr Bestand in seiner Größe, seinem Wert und seiner Zusammensetzung nur geringen Veränderungen unterliegt. Jedoch ist in der Regel alle drei Jahre eine körperliche Bestandsaufnahme durchzuführen.

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1

===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

(4) Gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annähernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände und Schulden können jeweils zu einer Gruppe zusammengefasst und mit dem gewogenen Durchschnittswert angesetzt werden.

§ 241 Inventurvereinfachungsverfahren

(1) Bei der Aufstellung des Inventars darf der Bestand der Vermögensgegenstände nach Art, Menge und Wert auch mit Hilfe anerkannter mathematisch-statistischer Methoden auf Grund von Stichproben ermittelt werden. Das Verfahren muss den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechen. Der Aussagewert des auf diese Weise aufgestellten Inventars muss dem Aussagewert eines auf Grund einer körperlichen Bestandsaufnahme aufgestellten Inventars gleichkommen.

(2) Bei der Aufstellung des Inventars für den Schluss eines Geschäftsjahrs bedarf es einer körperlichen Bestandsaufnahme der Vermögensgegenstände für diesen Zeitpunkt nicht, soweit durch Anwendung eines den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entsprechenden anderen Verfahrens gesichert ist, dass der Bestand der Vermögensgegenstände nach Art, Menge und Wert auch ohne die körperliche Bestandsaufnahme für diesen Zeitpunkt festgestellt werden kann.

(3) In dem Inventar für den Schluss eines Geschäftsjahrs brauchen Vermögensgegenstände nicht verzeichnet zu werden, wenn

1. der Kaufmann ihren Bestand auf Grund einer körperlichen Bestandsaufnahme oder auf Grund eines nach Abs. 2 zulässigen anderen Verfahrens nach Art, Menge und Wert in einem besonderen Inventar verzeichnet hat, das für einen Tag innerhalb der letzten drei Monate vor oder der ersten beiden Monate nach dem Schluss des Geschäftsjahrs aufgestellt ist, und 2. auf Grund des besonderen Inventars durch Anwendung eines den Grundsätzen ordnungs- mäßiger Buchführung entsprechenden Fortschreibungs- oder Rückrechnungsverfahrens gesichert ist, dass der am Schluss des Geschäftsjahrs vorhandene Bestand der Vermögens- gegenstände für diesen Zeitpunkt ordnungsgemäß bewertet werden kann.

§ 242 Pflicht zur Aufstellung

(1) Der Kaufmann hat zu Beginn seines Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs einen das Verhältnis seines Vermögens und seiner Schulden darstellenden Abschluss (Eröffnungsbilanz, Bilanz) aufzustellen. Auf die Eröffnungsbilanz sind die für den Jahresabschluss geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit sie sich auf die Bilanz beziehen.

(2) Er hat für den Schluss eines jeden Geschäftsjahrs eine Gegenüberstellung der Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahrs (Gewinn- und Verlustrechnung) aufzustellen.

(3) Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung bilden den Jahresabschluss.

§ 243 Aufstellungsgrundsatz

(1) Der Jahresabschluss ist nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung aufzustellen.

(2) Er muss klar und übersichtlich sein.

(3) Der Jahresabschluss ist innerhalb der einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen.

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1

===========================================================================================================================Stand: Juni 2009=

§ 247 Inhalt der Bilanz

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

(1) In der Bilanz sind das Anlage- und das Umlaufvermögen, das Eigenkapital, die Schulden sowie die Rechnungsabgrenzungsposten gesondert auszuweisen und hinreichend aufzugliedern.

(2) Beim Anlagevermögen sind nur die Gegenstände auszuweisen, die bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen.

(3) Passivposten, die für Zwecke der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag zulässig sind, dürfen in der Bilanz gebildet werden. Sie sind als Sonderposten mit Rücklageanteil auszuweisen und nach Maßgabe des Steuerrechts aufzulösen. Einer Rückstellung bedarf es insoweit nicht.

§ 248 Bilanzierungsverbote

(1) Aufwendungen für die Gründung des Unternehmens und für die Beschaffung des Eigenkapitals dürfen in die Bilanz nicht als Aktivposten aufgenommen werden.

(2) Für immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, die nicht entgeltlich erworben wurden, darf ein Aktivposten nicht angesetzt werden.

(3) Aufwendungen für den Abschluss von Versicherungsverträgen dürfen nicht aktiviert werden.

§ 249 Rückstellungen

(1) Rückstellungen sind für ungewisse Verbindlichkeiten und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Ferner sind Rückstellungen zu bilden für

1. im Geschäftsjahr unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung, die im folgenden Geschäfts- jahr innerhalb von drei Monaten, oder für Abraumbeseitigung, die im folgenden Geschäftsjahr nachgeholt werden,

2. Gewährleistungen, die ohne rechtliche Verpflichtung erbracht werden. Rückstellungen dürfen für unterlassene Aufwendungen für Instandhaltung auch gebildet werden, wenn die Instandhaltung nach Ablauf der Frist nach Satz 2 Nr. 1 innerhalb des Geschäftsjahrs nachgeholt wird.

(2) Rückstellungen dürfen außerdem für ihrer Eigenart nach genau umschriebene, dem Geschäftsjahr oder einem früheren Geschäftsjahr zuzuordnende Aufwendungen gebildet werden, die am Abschlussstichtag wahrscheinlich oder sicher, aber hinsichtlich ihrer Höhe oder des Zeitpunkts ihres Eintritts unbestimmt sind.

(3) Für andere als die in den Absätzen 1 und 2 bezeichneten Zwecke dürfen Rückstellungen nicht gebildet werden. Rückstellungen dürfen nur aufgelöst werden, soweit der Grund hierfür entfallen ist.

§ 250 Rechnungsabgrenzungsposten

(1) Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Ferner dürfen ausgewiesen werden

1. als Aufwand berücksichtigte Zölle und Verbrauchsteuern, soweit sie auf am Abschlussstichtag auszuweisende Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens entfallen,

2. als Aufwand berücksichtigte Umsatzsteuer auf am Abschlussstichtag auszuweisende oder von den Vorräten offen abgesetzte Anzahlungen.

(2) Auf der Passivseite sind als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag auszuweisen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

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Anlage 1_Auszüge aus den Gesetzestexten =

(3) Ist der Rückzahlungsbetrag einer Verbindlichkeit höher als der Ausgabebetrag, so darf der Unterschiedsbetrag in den Rechnungsabgrenzungsposten auf der Aktivseite aufgenommen werden. Der Unterschiedsbetrag ist durch planmäßige jährliche Abschreibungen zu tilgen, die auf die gesamte Laufzeit der Verbindlichkeit verteilt werden können.

§ 253 Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden

(1) Vermögensgegenstände sind höchstens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um Abschreibungen nach den Absätzen 2 und 3 anzusetzen. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Rückzahlungsbetrag, Rentenverpflichtungen, für die eine Gegenleistung nicht mehr zu erwarten ist, zu ihrem Barwert und Rückstellungen nur in Höhe des Betrags anzusetzen, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; Rückstellungen dürfen nur abgezinst werden, soweit die ihnen zugrundeliegenden Verbindlichkeiten einen Zinsanteil enthalten.

(2) Bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Der Plan muss die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Geschäftsjahre verteilen, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann. Ohne Rücksicht darauf, ob ihre Nutzung zeitlich begrenzt ist, können bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen werden, um die Vermögensgegenstände mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist; sie sind vorzunehmen bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung.

(3) Bei Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens sind Abschreibungen vorzunehmen, um diese mit einem niedrigeren Wert anzusetzen, der sich aus einem Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag ergibt. Ist ein Börsen- oder Marktpreis nicht festzustellen und übersteigen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten den Wert, der den Vermögensgegenständen am Abschlussstichtag beizulegen ist, so ist auf diesen Wert abzuschreiben. Außerdem dürfen Abschreibungen vorgenommen werden, soweit diese nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig sind, um zu verhindern, dass in der nächsten Zukunft der Wertansatz dieser Vermögensgegenstände auf Grund von Wertschwankungen geändert werden muss.

(4) Abschreibungen sind außerdem im Rahmen vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zulässig.

(5) Ein niedrigerer Wertansatz nach Abs. 2 Satz 3, Abs. 3 oder 4 darf beibehalten werden, auch wenn die Gründe dafür nicht mehr bestehen.

§ 254 Steuerrechtliche Abschreibungen

Abschreibungen können auch vorgenommen werden, um Vermögensgegenstände des Anlage- oder Umlaufvermögens mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der auf einer nur steuerrechtlich zulässigen Abschreibung beruht. § 253 Abs. 5 ist entsprechend anzuwenden.

§ 255 Anschaffungs- und Herstellungskosten

(1) Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen sind abzusetzen.

(2) Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung. Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen auch angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen

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