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Bertold Brecht

Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg als Sohn eines Fabrikdirektors geboren. 1917

machte er Abitur: er studierte Medizin in München. 1918 leistete er Kriegs- und Sanitätsdienst. Das

gleiche Jahr schrieb er sein erstes Stück, „Baal". Als er 21 Jahre alt war, schrieb er auch „Trommeln in der

Nacht". Dieses Stück konzentrierte sich auf ein revolutionäres Thema, den Spartakusaufstand (la révolte

de Spartacus), es sprach über den Klassenkampf.

1923 wurde er Dramaturg an den Münchener Kammerspielen (le petit théâtre), 1924 am Deutschen

Theater. Ab 1924 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin. Schon 1926 begann er Marxismus zu

studieren. 1927 wurde er ein Mitglied einer dramaturgischen Gruppe, die Piscators Theater gründete.

1928 schrieb er „Die Dreigroschenoper". Die Uraufführung war am 31. August. Dieses sozialkritische

Stück war ein Welterfolg, weil es durch die Leichtfertigkeit (frivolité) der 20er Jahre gekennzeichnet war

(caractérisé). Deshalb übertraf dieses Stück alle anderen Stücke aus dieser Zeit!

1929 provozierte die Weltwirtschaftskrise Konflikte zwischen den linken proletarischen und den

nationalsozialistischen Kräften. Brecht war ein gutes Beispiel dafür: er bekannte sich zum Sozialismus.

Der Höhepunkt dieser Phase war Die Massnahme. Er versuchte, die marxistischen philosophischen und

politischen Gedanken in seine Stücke einzubauen. Nach dem Stück Die Massnahme wurde Die Mutter

1931 aufgeführt. Das war seine letzte Aufführung vor seiner Flucht (fuite) ins Exil, weil Hitler Kanzler

geworden war.

Ende Februar 1933, als die Nazis an die Macht kamen, floh er über Österreich in die Schweiz, nach

Dänemark, England, Schweden, in die Sowjetunion und die USA. Er musste sich auch bemühen, seine

Verwandten in Deutschland vor Nazis zu schützen. Aber diese Exiljahre waren eine Schaffungsperiode, in

der er viele wichtige Stücke schrieb.

1947 verliess er Amerika und kam er in die Schweiz. Zwei Jahre später kehrte er nach Ost-Berlin

zurück.

Dort

gründete

er

das

Berliner

Ensemble,

und

bis

1956

errang

er

internationalen

Ruf

(renommée). Er war auch ab 1950 Mitglied der Akademie der Künste in Ostberlin. 1954 wurde ihm der

Stalinfriedenspreis verliehen (accordé).

Brecht starb am 14. August 1956 in Berlin.

Seine wichtigsten Stücke sind:

Baal, 1918

Trommeln in der Nacht

Mann ist Mann, 1926

Die Dreigroschenoper, 1928

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, 1930

Die Mutter, 1932

Furcht und Elend des Dritten Reiches, 1935

Leben des Galilei, 1938/1939

Mutter Courage, 1939

Der unaufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui, 1941

Der gute Mensch von Sezuan, 1942

Der kaukasische Kreidekreis, 1945

Herr Puntila und sein Knecht Matti, 1948

Die Verurteilung des Lukullus, 1951