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I.

Kapitel: Einführung

Gott schuf den Menschen zur Gemeinschaft mit Ihm.


Durch den Sündenfall wurde diese Gemeinschaft
zerstört. Der sündige Mensch kann in der Gegenwart
Gottes nicht bestehen. Gottes Gerechtigkeit fordert
Strafe für die Sünde. Gleichzeitig ist Gott aber auch
Liebe (1.Joh 4,16). Seine Liebe verlangt nach der
Rettung des Sünders.

Das Studium der Soteriologie beschäftigt sich mit der


biblischen Lehre vom Heil. Unter "Heil" verstehen wir
alles, was Gott unternommen hat, um die gefallene Welt
zu erlösen. Im Heil ist alles eingeschlossen, was Gott
tat, um das Ziel, das Er vor Grundlegung der Welt mit
der Schöpfung hatte, zu erreichen.

Das Heil muß

von Gott annehmbar sein (damit die Gemeinschaft mit


Gott wieder hergestellt ist)
die Sünde und ihre Folgen (das "Unheil") beseitigen (sie
trennt den Menschen von Gott!)
das Todesurteil am Sünder vollstrecken (Gottes
Gerichtsurteil muß vollstreckt werden!)
Satan, den Urheber der Sünde, entmachten.
Aus dem Studium der Anthropologie wissen wir, daß die
Natur des Menschen völlig verderbt ist. Jede
Reformbestrebung, diese alte, sündige Natur zu
verbessern, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Jer 13,23 "Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder
ein Panther seine Flecken? So wenig könnt auch ihr
Gutes tun, die ihr ans Böse gewöhnt seid."
Und trotzdem hat Satan, der Gründer jeder Religion,
dem Menschen immer wieder einen eigenen Weg zur
"Erlösung" vorgegaukelt. Für jeden Menschen, ob reich
oder arm, gebildet oder ungebildet, hält er eine
passende Religion bereit (1.Mose 3,7). Sie ist aber
immer eine Lüge!

Joh 8,44 "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures
Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von
Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die
Wahrheit ist nicht in ihm.Wenn er Lügen redet, so
spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und
der Vater der Lüge."
Im Menschen, oder irgendwie vom Menschen
ausgehend, findet sich kein Heil. Er ist vollkommen auf
eine Erlösung von außen, ohne sein Zutun, angewiesen.
Am Kreuz auf Golgatha hat Jesus Christus der
Gerechtigkeit und der Liebe Gottes Genüge getan. Hier -
und nur hier! - findet sich das einzigartige Heil der Welt!

Apg 4,12 "Und in keinem andern ist das Heil, auch ist
kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen
gegeben, durch den wir sollen selig werden."
Untrennbar ist die Verbindung zwischen dem "Heil" und
dem "Heiland", der dieses Heil erwirkt hat. Sein Wesen
und Werk sind die Fundamente unseres Heils.

Es ist daher nicht möglich, das Heil (= Soteriologie)


ohne die Person und das Werk Jesu Christi (=
Christologie) zu betrachten; gleiches gilt auch für das
Studium der Christologie, welche nicht von der
Soteriologie zu trennen ist. Im Verlauf unserer
Betrachtung der Christologie werden wir den
"nahtlosen" Übergang in die Soteriologie bemerken
können.
Wenden wir uns der Christologie zu!

Was lehrt die Bibel über die Person und das Werk Jesu
Christi? In unserer Umgebung lassen sich viele
verschiedene Christusbilder finden. Für die einen ist Er
ein großer Lehrer, Mystiker oder das Vorbild
menschlicher Ideale schlechthin, für andere ist Er
Sozialrevolutionär, politischer Parteiführer oder auch -
eine gescheiterte, tragische Gestalt. Doch diese Vielfalt
der möglichen (falschen) Antworten ist nicht neu:

Mk 8, 27b-28 "Und auf dem Wege fragte er seine Jünger


und sprach zu ihnen: Wer sagen die Leute, daß ich sei?
Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes
der Täufer; einige sagen, du seist Elia; andere, du seist
einer der Propheten."
Von Anfang an war es die Taktik Satans, Jesus Christus,
wie Ihn uns die Heilige Schrift offenbart, durch einen
anderen, verfälschten Christus zu verdrängen.

2.Kor 11,4 "Denn wenn einer zu euch kommt und


einen anderen Jesus predigt, den wir nicht gepredigt
haben, oder ihr einen andern Geist empfangt, den ihr
nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium,
das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht
gern!"
Es bleibt das Ziel Satans, eines Tages den Antichristen
(nicht einen "Gegenchristus", sondern einen
"Ersatzchristus"!) an die Stelle Jesu Christi zu setzen
(2.Thess 2,4; Gal 1,6-9). Diese Entwicklung schreitet fort.
So veröffentlichte die Konferenz bekennender
Gemeinschaften im "Informationsbrief" der
Evangelischen Allianz (03.09.75) folgende Aufstellung
(heute teilweise überholt):
"Wir begegnen einem anderen Jesus

im Religionsunterricht der ersten Schuljahre, wenn


Jesus nicht anders als jeder gläubige Christ nur
aufgrund seines Glaubens als "Kind Gottes" bezeichnet
wird,
in vielen Predigten, wenn dort Jesus lediglich als Anwalt
des Menschen oder als Parteigänger der Entrechteten
gepriesen wird,
in der ökumenischen Missionstheologie, wenn sie von
Christus als dem redet, der 'in der Nacht der Religionen
schläft',
auf Kirchentagen, wenn dort das altkirchliche
Christusbekenntnis lächerlich gemacht werden darf mit
Worten wie: 'Die Kirche jubelte ihren Christus empor',
in gruppendynamischen Sitzungen, wenn in ihnen die
Gruppe die Rolle Christi als Erlöser zu spielen versucht
und an die Stelle seiner Vergebung die soziale Annahme
durch die Gemeinschaft tritt,
in dem sich heute rasch verbreitenden
'Christomarxismus' (d.h. einer Mischung biblischer und
atheistisch-marxistischer Gedanken), wenn Führer des
ökumenischen Rates der Kirchen Revolutionen und
Befreiungsbewegungen als Ausdruck des
Erlösungswerkes Christi heute begrüßen,
in religiösen Filmen, Schauspielen und Opern, wenn in
ihnen Jesus als Harlekin oder Superstar maskiert wird,
um mit Seiner Person Geschäfte zu machen."

ANREGUNG:

Die List Satans macht auch vor unserem Leben nicht


halt. Beachten wir die Predigten unserer Gemeinde, die
(modernen) Lieder der Sonntagsschule und
Jugendgruppe, unsere eigene Vorstellung von Jesus
Christus. Werden hier nicht einseitig uns besonders
bequeme Charakteristika Jesu Christi (über-)betont?
(z.B.: Freund <=> Herr!)

Wie wichtig ist es für uns, die wir als Gläubige und
Seine Nachfolger "Christen" heißen, daß wir hier klare
und biblisch begründete Aussagen über die Person und
das Werk Jesu Christi geben können! Doch wollen wir
uns immer vor Augen halten, daß wir auf Erden Ihn
niemals in Seiner Herrlichkeit (Kol 2,2-3) völlig begreifen
können.

1.Kor 13,12 "Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein


dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich
erkennen, wie ich erkannt bin."

II. Kapitel: Die Präexistenz Jesu Christi

Wollen wir die Person unseres Herrn studieren, so


schlagen wir unwillkürlich das NT auf. Die ersten Kapitel
der Evangelien berichten von Seiner Geburt. Doch wer
wurde geboren? Ist Seine Geburt der Anfang Seiner
Geschichte oder nur ein weiteres Kapitel Seiner
Biographie?

Unter der Präexistenz Jesu Christi verstehen wir Seine


personenhafte Existenz vor der Fleischwerdung
(Geburt). Wir beginnen hier unser Studium der
biblischen Aussagen über Christus, da diese Lehre
heilsentscheidende Wichtigkeit besitzt. Gibt es keine
Präexistenz Jesu Christi, so gibt es keine Trinität. Dann
wäre Jesus nicht Gott, sondern ein Lügner. Das
gesamte Heilsgeschehen am Kreuz und Ostermorgen,
unsere Errettung, beruht auf der Tatsache der ewigen
Existenz Jesu Christi.

1. Die Person Jesu Christi vor Seiner Fleischwerdung

a) Seine ewige Präexistenz

Als unser Herr auf dieser Erde lebte, gab Er selbst


immer wieder Zeugnis davon, daß Er bereits vor Seiner
Geburt existierte.

Joh 3,17+31 "Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die


Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die
Welt durch ihn gerettet werde. [...] Der von oben her
kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von
der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel
kommt, der ist über allen"
Joh 6,38 "Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht
damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen,
der mich gesandt hat."
Es verwundert uns nicht, daß besonders viele dieser
Verse im Johannesevangelium zu finden sind (z.B.: Joh
3,13+16; 6,33+42+50-51+58+62; 7,29; 8,23+42). Gerade
das Johannesevangelium hat zum Ziel, die Gottheit
unseres Herrn in besonderem Maße darzustellen. So
schreibt Johannes gegen Ende seines Buches:

Joh 20,31 "Diese aber sind geschrieben, damit ihr


glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und
damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem
Namen."
Doch wieweit läßt sich die Präexistenz Jesu Christi in
die Vergangenheit zurückverfolgen?

Joh 1,15 "Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft:


Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird
kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als
ich."
Zum Zeitpunkt der Geburt Jesu war Johannes bereits 6
Monate alt (Lk 1,26)! Jesus nennt in einem Gespräch mit
den Juden einen noch viel früheren Zeitpunkt:

Joh 8,58 "Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich,


ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich."
Er sagt nicht: "war ich", sondern benutzt das
präsentische "bin ich", was den schon immer
anhaltenden Aspekt unterstreicht. Die Juden
verstanden, daß Er sich mit dieser Aussage Gott
gleichstellte (2.Mose 3,14) - in ihren Augen eine
Gotteslästerung, die die sofortige Steinigung
rechtfertigte (Joh 8,59).

Wir finden die Existenz unseres Herrn vor der


Erschaffung der Welt:

Joh 17,5+24 "Und nun, Vater, verherrliche du mich bei


dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt
war. [...] Vater, ich will, daß wo ich bin, auch die bei mir
seien, die du mir gegeben hast; denn du hast mich
geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war."
Eph 1,4 "Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt
Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm
sein sollten;"
Nur ein ewiger Gott ist Gott! Nur wenn die Präexistenz
Jesu bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten zurückreicht, ist
Er wirklich Gott.
Kol 1,16-17 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im
Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das
Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder
Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm
geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in
ihm."
In diesen Versen lesen wir, daß alles durch Ihn
geschaffen ist. Also kann Er selbst nicht erschaffen
sein. Er ist ewig - ohne Anfang und Ende (Hebr 7,3).
Diese wunderbare Tatsache wurde im AT verkündigt, im
NT bestätigt und von unserem Herrn Jesus bezeugt:

Mi 5,1 "Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist


unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen,
der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und
von Ewigkeit her gewesen ist."
Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war
bei Gott, und Gott war das Wort."

ANREGUNG:

Das "Christkind in der Krippe", dem wir vor allem in der


Weihnachtszeit überall begegnen, erscheint so in einem
völlig neuen Licht! Der ewige Gott wird Mensch, auch
und gerade in aller Schwachheit und Abhängigkeit.

b) Seine Gottessohnschaft

Hier stellt sich die Frage nach dem Verhältnis Jesu


Christi zur ersten Person der göttlichen Trinität.

Joh 3,16-17 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß
er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn
glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige
Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die
Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die
Welt durch ihn gerettet werde."
Gal 4,4 "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott
seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das
Gesetz getan"
Zur Zeit des Alten Testaments konnte die Bezeichnung
"Sohn Gottes" auch für Menschen (2.Mose 4,22; Hosea
11,1) und für Engelwesen (Hiob 1,6) gebraucht werden.
Im NT hingegen ist "Sohn Gottes" oder einfach auch
"Sohn" ausschließlich der Titel unseren Herrn Jesus
Christus. Gott selbst nennt Ihn so und bekennt sich
öffentlich zu Ihm anläßlich Seiner Taufe (Mt 3,17) und
Seiner Verklärung (Mt 17,5 und Lk 9,35).

(1) der eingeborene Sohn

Die Einzigartigkeit des Offenbarungsverhältnisses Sohn


- Vater wird durch den Gebrauch des Adjektives
"eingeboren" betont.

Joh 3,16a "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß
er seinen eingeborenen Sohn gab,"
Noch an vier weiteren Stellen finden wir diese Aussage:
Joh 1,14+18; 3,18; 1.Joh 4,9. Das Verhältnis des Herrn zu
Seinem Vater ist einzigartig. Obwohl Er die Jünger beten
läßt...

Mt 6,9a "Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im


Himmel!"
...spricht Er nie von "unserem Vater", sondern von
"meinem Vater" und "eurem Vater":

Joh 20,17b "Geh aber hin zu meinen Brüdern und


sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem
Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott!"
Röm 8,16"Der Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist,
daß wir Gottes Kinder sind."
Gal 3,26 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes
Kinder in Christus Jesus."
Er nennt uns "Brüder", wir nennen Ihn stets "Herr"!

Dieses Vater-Sohn Verhältnis im Rahmen der göttlichen


Trinität ist einzigartig (einzig in seiner Art). Es
bezeichnet nicht ein Naturverhältnis, sondern ein dem
Naturverhältnis nachgezeichnetes
Offenbarungsverhältnis.

Immer wieder wurde versucht, den Beginn des


Offenbarungsverhältnisses festzulegen. Doch wir halten
fest: Jesus Christus wurde nicht Sohn Gottes, sondern
war, ist und bleibt es immer.

ANREGUNGEN:

Immer wieder werden die Geburt Jesu Christi oder Seine


Taufe als Zeitpunkte für den Beginn der
"Gottessohnschaft Christi" genannt. Doch Christus kam
nicht, um Sohn Gottes zu werden, sondern weil Er es
schon war. Und warum sollte gerade die Taufe durch
Johannes Anlaß einer solchen Veränderung sein? Auch
hierfür gibt es keinen Schriftbeleg!
Was bedeutet "heute" in Ps 2,7? (Vgl. Hebr 1,5; Apg
13,33; Röm 1,4)

(2) der Erstgeborene

Der "Erstgeborene" nahm im AT eine ganz besondere


Stellung ein. So erhielt der Erstgeborene einen
doppelten Anteil am väterlichen Erbe (5.Mose 21,17),
auch den besonderen Erstgeburtssegen (1.Mose 27-28).
Er nahm den 1. Platz ein, ihm war besondere Würde und
Vorrangstellung verliehen (1.Mose 43,33; 2.Mose 4,22).
So verwundert es nicht, daß auch das NT von Christus
als dem Erstgeborenen spricht.

Lk 2,7a "Und sie gebar ihren ersten Sohn..."


Doch bezieht sich Sein Erstgeburtsrecht nicht auf Seine
leibliche Geburt.

der Erstgeborene der Schöpfung


Kol 1,15 "Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene vor aller Schöpfung."
Hier wird das Verhältnis Jesu Christi zur Schöpfung
angesprochen. Er ist derjenige, nach dem sich alles
andere zu richten hat (der Erste in einer Reihe!).

der Erstgeborene der Neuschöpfung


Aufgrund der Auferstehung Christi finden wir:

Kol 1,18b"Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den


Toten, damit er in allem der Erste sei."
Auch in bezug auf unser geistliches Leben ist Er der
Erstgeborene:

Röm 8,29"Denn die er ausersehen hat, die hat er auch


vorherbestimmt, daß sie gleich sein sollten dem Bild
seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter
vielen Brüdern."

ANREGUNGEN:

Es gab im AT und NT auch vor der Auferstehung Jesu


Totenauferweckungen:
Sohn der Witwe zu Zarpat 1.Kön 17,17-24
Sohn der Schunemiterin 2.Kön 4,18-37
unbekannter Mann 2.Kön 13,20-21
Tochter des Jairus Mt 9,18-26
Lazarus Joh 11,32-45
Doch in all diesen Fällen handelt es sich um die
Wiederherstellung der sterblichen Person. Jesus
Christus ist der Erste, der in einem neuen Leib, dem
"Auferstehungsleib" auferstand und nicht mehr stirbt!

1.Kor 15,23 "Ein jeder aber in seiner Ordnung: als


Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die,
die Christus angehören;"
Studieren Sie Kol 1,16-19. Jesus Christus ist das Ziel,
auf das sich alles ausrichtet - ausrichten soll. Wie wird
dies in meinem Alltag deutlich? Was, wer oder wo ist
mein Maßstab, der meine Lebensausrichtung
bestimmt??

2. Das Werk Jesu Christi vor Seiner Fleischwerdung

Nachdem wir die Präexistenz unseres Herrn gesehen


haben, fragen wir nun nach Seinen Taten, Seinem Werk
in der Zeit vor Seiner Fleischwerdung.
Christus, als die 2. Person der göttlichen Trinität, hat
Anteil an allen Handlungen der Gottheit. Die
"Zusammenarbeit" des dreieinigen Gottes ist
vollkommen: Der Wille des Vaters wird durch das Wort,
den Sohn, ausgeführt und erhält sein Wesen durch den
Heiligen Geist. Wir beschränken unsere Betrachtung auf
diejenigen Werke, die ausdrücklich Christus
zugeschriebenwerden.

Christus ist Mittelpunkt des ewigen Ratschlusses Gottes

Eph 1,4 "Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt
Grund gelegt war, daß wir heilig und untadelig vor ihm
sein sollten; in seiner Liebe." "Denn in ihm hat er uns
erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir heilig
und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe."
Dieser Ratschluß umfaßt Erwählung, Schöpfung,
Erlösung, Gericht über alle Menschen - kurz: den
gesamten souveränen Willen Gottes (Eph 1,9).

a) Schöpfung

Gott hat durch Jesus Christus die Welt erschaffen.

1.Kor 8,6 "so haben wir doch nur einen Gott, den Vater,
von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und einen
Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir
durch ihn."
Hebr 1,2 "hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet
durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über
alles, durch den er auch die Welt gemacht hat."
In Hebr 1,10 wird das Psalmwort aus Ps 102,26
unmittelbar auf Christus bezogen:
Ps 102,26 "Du hast vorzeiten die Erde gegründet,
und die Himmel sind deiner Hände Werk."
Joh 1,3 "Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und
ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist."
Kol 1,16-17 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im
Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das
Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder
Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm
geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in
ihm."
Jesus Christus wird selbst als Schöpfer bezeichnet!

ANREGUNG:

Jesus Christus- mein Erschaffer und Erlöser! Er hat


wahrlich ein doppeltes Anrecht auf mein Leben (Jes
43,1)!

b) Erhaltung

Auch nach dem Sündenfall wurde die Schöpfung nicht


sich selbst überlassen. Kein "Zufall" bestimmt ihr
Schicksal, sondern Christus selbst erhält sie.

Kol 1,17 "Und er ist vor allem, und es besteht alles in


ihm."
Hebr 1,3a "Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und
das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit
seinem kräftigen Wort"
ANREGUNGEN:

In einer Zeit wachsender Unsicherheit dürfen wir gewiß


sein. Der Herr, der uns so liebt, daß er Sein Leben für
uns gab - Er selbst hält alles in Seiner Hand!
Jesus Christus ist auch der "Schöpfer" und "Erhalter"
meines geistlichen Lebens (Phil 1,6; Hebr 12,2).

c) Offenbarung

Joh 1,18 "Niemand hat Gott je gesehen; der


Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist,
der hat ihn uns verkündigt."
Jede Offenbarung Gottes dem Menschen gegenüber
geschieht durch Jesus Christus. So ist das Wort des AT
Beleg für das Wirken des präexistenten Christus.

1.Petr 1,11 "und haben geforscht, auf welche und


was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen
war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus
kommen sollten, und die Herrlichkeit danach."
Joh 1,14 "Und das Wort ward Fleisch..."
Dann könnten wir viel Zeit darauf verwenden, auf die
verschiedenen Theophanien (Christophanien)
einzugehen. Wir wollen jedoch lediglich auf die
"Eigentliche Theologie" verweisen, wo wir sahen, daß
wohl fast alle Erwähnungen Yahwes mit der 2. Person
der Trinität zu identifizieren sind. Nun gibt es noch eine
Reihe weiterer Theophanien: dem Abraham erscheint
Gott wie ein Mann (1.Mose 18,1-33), Jakob ringt mit Gott
(1.Mose 32,24-32) und auch die Ältesten Israels sehen
Gott (2.Mose 24,9-11). Wir haben Grund zur Annahme,
daß auch der "Fürst über die Engelheere" (Jos 5,13-15)
eine Christophanie ist. Prinzipiell gilt: jede sichtbare
Manifestation Gottes ist eine Christophanie.

Eine besondere Rolle spielt der "Engel des Herrn" (ca.


70x im AT).
Darüber, daß der "Engel des Herrn" (identisch mit "mein
Engel" und "Engel Gottes") Gott ist, besteht kein
Zweifel.

2.Mose 3,2+6 "Und der Engel des Herrn erschien ihm in


einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. [...] Und er
sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott
Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und
Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich,
Gott anzuschauen."
In 1.Mose 31,11+13 sagt der Engel Gottes: "Ich bin der
Gott, der..." und als solcher wird Er auch erkannt
(1.Mose 16,7+13; Ri 13,21-22). Abschließend sei noch
Sach 3,3-5 erwähnt, wo der Engel des Herrn Sünden
vergibt (vgl Mk 2,7). Nach dem oben Gesagten steht fest:
bei dem Engel des Herrn handelt es sich um eine
Erscheinung Jesu Christi.

Wenn wir die Handlungen des Engels des Herrn


betrachten, haben wir es direkt mit Werken Jesu Christi
zur Zeit des AT zu tun.

Zur Zeit des Auszuges aus Ägypten stellt Er sich


zwischen Ägypter und Israel (2.Mose 14,19) und geht
Israel bei der Landeinnahme Kanaans voraus (2.Mose
23,20+23; 32,34; 33,2). Immer wieder in der Geschichte
Israels wird deutlich: Er rettet und hilft den
Gottesfürchtigen (Ps 34,8). Dies wird besonders
deutlich, wenn wir Sein Handeln an Einzelpersonen
betrachten. So beschützt Er Hagar und ihren Sohn
(1.Mose 16,7-14; 21,17), hält Abraham von der Opferung
Isaaks zurück (1.Mose 22,9-19), beruft Mose und Gideon
(2.Mose 3,1-15; Ri 6,11-24), kündigt die Geburt Simsons
an (Ri 13,1-15), versorgt den erschöpften Elia (1.Kön
19,5-8), gibt Elia Anweisungen (2.Kön 1,3-15) und
bewahrt die Treuen im Feuerofen sowie Daniel in der
Löwengrube (Dan 3,28; 6,23).

Doch auch die andere Seite muß erwähnt werden:


Aufgrund der Sünde predigt Er dem Volk Gericht (Ri 2,1-
5). Er verflucht die Einwohner Meros (Ri 5,23) und
vollstreckt das Gericht an Assyrern und Israel (2.Kön
19,35; 1.Chr 21,1-30).

3. Die Sinnbilder für Jesus Christus im AT

Jesus Christus ist die Erfüllung alttestamentlicher


Heilsgeschichte, Verheißung und Prophetie. Lesen wir
das AT nicht nur geschichtlich, sondern von der
Erfüllung im NT her, so finden wir eine Vielzahl von
Sinnbildern, sogenannte Typen auf Christus hin.
Typologie bedeutet: "Lehre von der Vorbildlichkeit
alttestamentlicher Personen und Ereignisse für das
Neue Testament".

Das AT bietet eine Fülle solcher Typen, die wie ein


Schatten einen Körper Person und Werk Jesu Christi
vorzeichnen (Kol 2,17). Gottes Plan zur Erlösung der
Welt war längst vor der Fleischwerdung Christi fertig!
Aus der möglichen Fülle alttestamentlicher Sinnbilder
wollen wir nur einige im NT belegte erwähnen.
a) Seine Person

Die Person Jesu Christi ist u.a. durch folgende


Personen des AT vorgeschattet:

Adam:

Röm 5,14"Dennoch herrschte der Tod von Adam an bis


Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten durch
die gleiche Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild
dessen, der kommen sollte."
1.Kor 15,45+47 "Wie geschrieben steht: Der erste
Mensch, Adam, 'wurde zu einem lebendigen Wesen' und
der letzte Adam zum Geist, der lebendig macht. [...] Der
erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der zweite
Mensch ist vom Himmel."
Melchisedek:

Hebr 7,3 "Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne


Stammbaum, und hat weder Anfang der Tage noch Ende
des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt
Priester in Ewigkeit."
Mose:

5.Mose 18,15 "Einen Propheten wie mich wird dir der


Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen
Brüdern; dem sollt ihr gehorchen." (vgl. Apg 3,22)
Joh 1,17 "Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die
Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus
geworden."
David:

2.Sam 7,12-13 "Und der Herr verkündigt dir, daß der Herr
dir ein Haus bauen will. Wenn nun deine Zeit um ist und
du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir
einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe
kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen."
Lk 1,32-33 "Der wird groß sein und Sohn des
Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm
den Thron seines Vaters David geben, und er wird König
sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich
wird kein Ende haben."

b) Sein Werk

Folgende Typen deuten auf das Werk Jesu Christi hin:

Lamm:

2.Mose 12,3 "Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am


zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein
Lamm, je ein Lamm für ein Haus."
Joh 1,29 "Am nächsten Tag sieht Johannes, daß Jesus
zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm,
das der Welt Sünde trägt!"
1.Petr 1,18-19 "denn ihr wißt, daß ihr nicht mit
vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem
nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit
dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und
unbefleckten Lammes."
Opfer:

Hebr 9,14 "um wieviel mehr wird dann das Blut


Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den
ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen
reinigen von den toten Werken, zu dienen dem
lebendigen Gott!"
Hebr 10,14 "Denn mit einem Opfer hat er für immer
die vollendet, die geheiligt werden."
Schlange:

4.Mose 21,8 "Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir


eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange
hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll
leben."
Joh 3,14 "Und wie Mose in der Wüste die Schlange
erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden."

ANREGUNG:

Durch die Jahrhunderte hindurch wurde die erste


Verheißung des Messias (1.Mose 3,15) mehr und mehr
erweitert. Wie eine sich entfaltende Knospe entsteht ein
gewaltiges Bild des Messias. Jedes Buch des AT liefert
dazu seinen Beitrag.
1.Mose:
2.Mose:

3.Mose:

4.Mose:

5.Mose:

Könige:

Sprüche:

Jesaja:

der Same des Weibes


das Lamm
der Hohepriester

der Stern aus Jakob (König)

der Prophet

König aller Könige

Weisheit Gottes

der leidende und verherrlichte Gottesknecht

Versuchen Sie, diese Liste zu vervollständigen.

III. Kapitel: Der Glaube

In der Buße wendet sich der Sünder von der Sünde ab -


im Glauben wendet er sich Gott zu. Echte Bekehrung
geschieht nur dort, wo beide Elemente (Buße und
Glaube) vorkommen. Ausschließlich die Antwort auf die
Frage, ob der Sünder an Christus glaubt oder nicht,
entscheidet über sein Heil.

Hebr 11,6 "Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott


zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß
glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen,
ihren Lohn gibt."
Nur durch den Glauben ist es möglich, ein positives (=
bejahendes) Verhältnis zu Gott zu haben.
1. Die Definition des Glaubens

In Hebr 11 finden wir die Definition des Glaubens:

Hebr 11,1 "Es ist aber der Glaube eine feste


Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln
an dem, was man nicht sieht."

ANREGUNGEN:

Studieren sie die diesem Vers folgenden Beispiele der


Glaubenshelden aus dem AT. Sie illustrieren deutlich
das Wesen des Glaubens.
Auch in den Evangelien finden wir Vorbilder des
Glaubens:
Mt 8,11 "Als das Jesus hörte, wunderte er sich und
sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich
sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei
keinem gefunden!
Mt 15,28 "Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau,
dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und
ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde."

Der hebräische Begriff, den wir mit "glauben"


übersetzen, sowie die ursprüngliche Bedeutung des
griechischen Wortes pisteuo (=> glauben) enthält die
Bedeutung "vertrauen" oder auch "sich verlassen auf".

Abraham, der Vater der Gläubigen, "glaubte" - und dies


wird im NT an drei entscheidenden Stellen angeführt:

1.Mose 15,6 "Abram glaubte dem Herrn, und das


rechnete er ihm zur Gerechtigkeit." (1.mal "glauben"!)
Röm 4,3-5 "Denn was sagt die Schrift? 'Abraham hat
Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit
gerechnet worden.' Dem aber, der mit Werken umgeht,
wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern
aus Pflicht. Dem aber, der nicht mit Werken umgeht,
glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht,
dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit."
Gal 3,6-7 "So war es mit Abraham: 'Er hat Gott geglaubt,
und es ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden'.
Erkennt also: die aus dem Glauben sind, das sind
Abrahams Kinder."
Jak 2,21-23 "Ist nicht Abraham, unser Vater, durch
Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf
dem Altar opferte? Da siehst du, daß der Glaube
zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die
Werke ist der Glaube vollkommen geworden. So ist die
Schrift erfüllt, die da spricht: 'Abraham hat Gott
geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet
worden', und er wurde 'ein Freund Gottes' genannt."
Das Wort des Herrn, auf das sich der AT-Gläubige
verließ, wurde in Bethlehem Fleisch. So heißt "glauben"
im NT: "sich auf die Person Jesu Christi und Sein
vollendetes Werk verlassen". Daher ist Glaube kein
abstrakter Begriff im Rahmen religionsphilosophischer
Überlegungen, sondern eine lebendige Beziehung zu
Jesus Christus.

Der Glaube ist somit nicht ein blindes Annehmen von


vagen Angeboten. Er baut auf das sicherste Fundament,
nämlich auf die Person, das Werk und das Wort Jesu
Christi. Damit vertraut der Glaube dem allmächtigen
Sohn Gottes.

2.Tim 1,12 "Aus diesem Grund leide ich dies alles;


aber ich schäme mich dessen nicht; denn ich weiß, an
wen ich glaube, und bin gewiß, er kann mir bewahren,
was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag."

Umfassend könnte man Glaube wie folgt definieren:


Glaube ist die von Gott durch Sein Wort gewirkte
Überzeugung und das gehorsame Vertrauen auf das in
der Person und dem Werk Jesu Christi geschehene,
gnädige Heilshandeln Gottes.
Der Glaube legt die Hand auf das vollendete Werk Jesu
Christi und eignet es sich persönlich an.

Diesen Akt finden wir mit verschiedenen Bildern


beschrieben - besonders im Johannes-Evangelium:

Joh 1,12 "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er


Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen
Namen glauben,"
Joh 4,14 "wer aber von dem Wasser trinken wird, das
ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten,
sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird
in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das
ewige Leben quillt."
Joh 6,37 "Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu
mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht
hinausstoßen."
Joh 6,54 "Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der
hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten
Tage auferwecken."
Joh 8,12 "Da redete Jesus abermals zu ihnen und
sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt,
der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird
das Licht des Lebens haben."
Joh 10,9 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich
hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und
ausgehen und Weide finden."
Offb 3,20 "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.
Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür
auftun, zu dem werde ich hineingehen und das
Abendmahl mit ihm halten und er mit mir."

ANREGUNG:

Der Glaube "macht" nichts - er nimmt "Gemachtes" an


(Frau Dr. Wasserzug). Der Glaube nimmt das Heil - von
Jesus Christus vollbracht - an.

2. Der Ursprung des Glaubens

Die völlige Verderbtheit des gefallenen Menschen


schließt jede aktive Beteiligung des Menschen an
seinem Heil aus. So wie die Buße von Gott gewirkt ist,
ist auch der Glaube ein Werk des dreieinigen Gottes.

Eph 2,8-9"Denn aus Gnade seid ihr selig geworden


durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist
es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme."

a) gewirkt von Gott

Joh 6,29 "Jesus antwortete ihnen und sprach zu ihnen:


Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er
gesandt hat."
Röm 12,3"Denn ich sage durch die Gnade, die mir
gegeben ist, jedem unter euch, daß niemand mehr von
sich halte, als sich's gebührt zu halten, sondern daß er
maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des
Glaubens ausgeteilt hat."
Kol 2,12 "Mit ihm seid ihr begraben worden durch die
Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den
Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat
von den Toten."

b) gewirkt von Jesus Christus

Hebr 12,2 "und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger


und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte
Freude haben können, das Kreuz erduldete und die
Schande geringachtete und sich gesetzt hat zur Rechten
des Thrones Gottes."

c) gewirkt vom Heiligen Geist

Es ist der Heilige Geist, der uns vom Unglauben


überführt. Wer an seinem Unglauben festhält, widersteht
dem Wirken des Heiligen Geistes - und verharrt so in der
Sünde.

Joh 16,8-9 "Und wenn er kommt, wird er der Welt die


Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit
und über das Gericht; über die Sünde: daß sie nicht an
mich glauben;"

d) positive Antwort des Menschen an den dreieinigen


Gott

Glaube ist die positive Reaktion des Menschen der


Aktion Gottes gegenüber. Der Glaube muß also aus dem
Willen des Menschen kommen. Denken oder Fühlen
allein kann nie Glaube sein!

Wohl geht dem Glauben ein Kennen, Wissen, z.T. auch


eine gewisse Erkenntnis voraus. Nur Erkanntes kann ich
wollen. Wenn das aber alles ist, sprechen wir von einem
"Kopfglauben". Solchen Glauben finden wir auch bei
den Dämonen:

Jak 2,19 "Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust
recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern."
aber:

Röm 10,10 "Denn wenn man von Herzen glaubt, so


wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde
bekennt, so wird man gerettet."
Auch ein bloßer "Bejahungsglaube" genügt nicht! Dem
Wissen und Bejahen muß ein echter "Herzensglaube"
folgen. Ich muß mit der ganzen Persönlichkeit glauben -
glauben wollen.

Jak 2,17 "So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke
hat, tot in sich selber."
Es gibt für den Glauben eine göttliche Seite und ein
menschliche Seite:

ANREGUNG:

Unglaube kommt nicht aus dem Verstand, sondern aus


dem Herzen, aus dem Willen des Menschen.
Ps 14,1 "Die Toren sprechen in ihrem Herzen: 'Es ist
kein Gott'"
3. Die Wirkung des Glaubens

a) Glaube führt in den Besitz der geistlichen Güter

Hebr 6,12 "damit ihr nicht träge werdet, sondern


Nachfolger derer, die durch den Glauben und Geduld die
Verheißungen ererben."
Apg 15,9 "und er hat keinen Unterschied gemacht
zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen
gereinigt hatte durch den Glauben."
Apg 26,18 "um ihnen die Augen aufzutun, daß sie
sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der
Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung
der Sünden empfangen und das Erbteil samt denen, die
geheiligt sind durch den Glauben."
Röm 5,2 "durch ihn haben wir den Zugang im Glauben
zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der
Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben
wird."
Gal 3,2 "Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr
den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder
durch die Predigt vom Glauben?"
Gal 3,26 "Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes
Kinder in Christus Jesus."
Gal 5,6 "Denn in Christus Jesus gilt weder
Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern
der Glaube, der durch die Liebe tätig ist."
Eph 3,17 "daß Christus durch den Glauben in euren
Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und
gegründet seid."
Eph 6,16 "Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des
Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen
Pfeile des Bösen,"
Phil 3,9 "und in ihm gefunden werde, daß ich nicht
habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt,
sondern die durch den Glauben an Christus kommt,
nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott durch den
Glauben zugerechnet wird."
1.Petr 1,5"die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben
bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, daß sie
offenbar werde zu der letzten Zeit."
1.Joh 5,4 "Denn alles, was von Gott geboren ist,
überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der
die Welt überwunden hat."
Hebr 11,33-34 "Diese haben durch den Glauben
Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt,
Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des
Feuers Kraft ausgelöscht, sind der Schärfe des
Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften
gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben
fremde Heere in die Flucht geschlagen,"
"Wer glaubt, der hat!"

Auch hier können wir wieder das Johannes-Evangelium


mit seinen vielfältigen Beschreibungen heranziehen:

Joh 1,12 "Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er


Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen
Namen glauben,"
Joh 3,16 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er
seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn
glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige
Leben haben."
Joh 3,18 "Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet;
wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er
glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes
Gottes."
Joh 4,14 "wer aber von dem Wasser trinken wird, das
ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten,
sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird
in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das
ewige Leben quillt."
Joh 7,38 "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von
dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers
fließen."
Joh 8,12 "Da redete Jesus abermals zu ihnen und
sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt,
der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird
das Licht des Lebens haben."
Joh 10,9 "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich
hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und
ausgehen und Weide finden."

ANREGUNG:

Das Buch Josua illustriert Glauben. Zwei Prinzipien aus


Josua. Prüfen sie:

die "Fußsohlenregel" (1,3)


Wort - Glaube - Erfahrung (6,2+11+20) (Reihenfolge!)

b) Glaube führt zur Gewißheit

Hebr 11,1 "Es ist aber der Glaube eine feste


Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln
an dem, was man nicht sieht."
Röm 4,21"und wußte aufs allergewisseste: was Gott
verheißt, das kann er auch tun."
Der Glaube kann gewisse, sichere Tritte tun.

Ps 40,2-3 "Er zog mich aus der grausigen Grube, aus


lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße
auf einen Fels, daß ich sicher treten kann."

ILLUSTRATION:

Luther wurde vom Teufel gefragt, ob er fühle, daß ihm


seine Sünden vergeben seien. Er antwortete: "Nein, ich
fühle es nicht, ich weiss es aber, daß sie vergeben sind,
denn Gott sagt es in Seinem Wort."

c) Glaube führt zu guten Werken

Eph 2,10 "Denn wir sind sein Werk, geschaffen in


Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet
hat, daß wir darin wandeln sollen."
Jak 2,14-26 Glaube ohne Werke ist tot!

ANREGUNG:

Bedenken wir abschließend das Zeugnis des Apostel


Paulus:
Gal 2,20 "Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus
lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe
ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat
und sich selbst für mich dahingegeben."
2.Tim 4,7 "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe
den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten;"

IV.Kapitel: Die zwei Naturen Jesu Christi


Über der Inkarnation Jesu Christi liegt ein gewaltiges
Geheimnis.

1.Tim 3,16 "Und groß ist, wie jedermann bekennen


muß, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im
Fleisch,"
Jesus Christus wurde Mensch, ist aber Gott geblieben!

Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch -


dieses Geheimnis bleibt

dem menschlichen Verstand unerklärlich,


der wissenschaftlichen Forschung unzugänglich,
aber dem Glauben kostbare Erkenntnis!
Wenn wir die Evangelien aufmerksam durchlesen,
finden wir

"Gottes Sohn"
Mt 9x (1x von Jesus gebraucht)
Mk 4x (nie von Jesus gebraucht)
Lk 6x (nie von Jesus gebraucht)
Joh 11x (5x von Jesus gebraucht)
"Menschensohn"
Mt 32x (nur von Jesus gebraucht)
Mk 15x (nur von Jesus gebraucht)
Lk 26x (nur von Jesus gebraucht)
Joh 12x (10x von Jesus gebraucht)
Daraus schließen wir, daß sich Jesus Christus
einerseits bewußt als Menschensohn, andererseits im
Johannesevangelium bewußt als Gottessohn offenbarte.

Wir können Jesus Christus als den Gott-Mensch nicht


beweisen, nur aufgrund der Schrift bezeugen. Oft haben
Menschen versucht, Antwort auf die zentrale Frage des
Glaubens zu geben, die der Herr Jesus schon den
Pharisäern stellte:

Mt 22,42a "Was denkt ihr von dem Christus?


Wessen Sohn ist er?"
Petrus beantwortet sie in seinem Bekenntnis:

Mt 16,16 "Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du


bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!"
Der Herr Jesus versichert ihm dann, daß ihm dieses
Geheimnis nur durch Gottesoffenbarung zuteil wurde
und daß dieses Bekenntnis das Fundament ist, auf dem
Seine Gemeinde ruht.

In der Versuchung Jesu (Mt 4) versuchte der Teufel,


Jesus Christus zum Beweis Seiner Gottessohnschaft
herauszufordern - ohne Erfolg. Jesus gab nur einen
Erweis: bei der Ankündigung Seiner Auferstehung:

Mt 12,40 "Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein


böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen,
aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei
denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona
drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so
wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im
Schoß der Erde sein."
Joh 2,19 "Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht
diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn
aufrichten."
Die Auferstehung ist das Zeichen der Gottessohnschaft
Jesu Christi.

Röm 1,4 "und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist
als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von
den Toten."
Die Frage nach dem Christus ist aber
"heilsentscheidend". Von ihrer Antwort hängt unsere
ewige Errettung ab. Nur wenn Christus gleichzeitig Gott
und Mensch ist und als solcher am Kreuz auf Golgatha
starb, hat Sein Tod für uns Bedeutung.

Es ist daher nicht verwunderlich, daß diese Offenbarung


Gottes in der Heiligen Schrift Schlüssel zum Prüfen von
Geistern ist (1.Joh 4,1-3), aber Satan immer wieder
versucht, sie in Zweifel zu ziehen.

1. Die göttliche Natur

Wir sahen bereits im II. Kapitel unseres Studiums die


Präexistenz Jesu Christi. Sie ist Beweis Seiner
göttlichen Natur. Doch finden wir noch weitere Belege in
Seinem Anspruch, Seinen Namen und Titel, den
Eigenschaften und Werken, die Ihm zugeschrieben
werden, und nicht zuletzt darin, daß Er Anbetung
annimmt.

a) Sein Anspruch

Jesus Christus bezeugt Seine Gottheit. Die wohl


deutlichste Stelle ist:

Joh 10,30 "Ich und der Vater sind eins."


Er ist der Natur nach vollkommen dem Vater gleich. Die
Juden verstanden diesen Anspruch Jesu und wollten
Ihn wegen vermeintlicher Gotteslästerung steinigen (V.
33).
Doch auch bei anderen Gelegenheiten begegnet uns der
Anspruch des Herrn:

Joh 5,18 "Darum trachteten die Juden noch viel mehr


danach, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat
brach, sondern auch sagte, Gott sei sein Vater, und
machte sich selbst Gott gleich."
Joh 14,9 "Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei
euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich
sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige
uns den Vater?"
Joh 17,11b "erhalte sie in deinem Namen, den du mir
gegeben hast, daß sie eins seien wie wir."

ANREGUNG:

Jesus Christus beansprucht eine dreifache Gleichheit


mit Gott:

Gleichheit des Ortes: Joh 17,5+11


Gleichheit der Natur: Joh 5,18; 10,30
Gleichheit der Existenz: Joh 8,58

b) Namen und Titel

(1) Sohn Gottes

Obwohl der Herr Jesus "Sohn Gottes" selten von sich


selbst gebraucht, ist dies ein weiterer Beleg Seiner
Gottheit.
Joh 10,36 "wie sagt ihr dann zu dem, den der Vater
geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst Gott -,
weil ich sage: Ich bin Gottes Sohn"
Mt 26,63-64a "Aber Jesus schwieg still. Und der
Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei
dem lebendigen Gott, daß du uns sagst, ob du der
Christus bist, der Sohn Gottes. Jesus spricht zu ihm: Du
sagst es."
Die Juden verstanden die Selbstbezeichnung Christi als
"Sohn Gottes" richtigerweise als Anspruch, Gott zu
sein.

(2) Gott

1.Joh 5,20 "Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes


gekommen ist und uns den Sinn dafür gegeben hat, daß
wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem
Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist
der wahrhaftige Gott und das ewige Leben."
An vielen Stellen der Heiligen Schrift wird Jesus
Christus eindeutig als Gott bezeichnet.

Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war
bei Gott, und Gott war das Wort."
Röm 9,5 "denen auch die Väter gehören, und aus denen
Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott
über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen."
Joh 1,18 "Niemand hat Gott je gesehen; der
Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist,
der hat ihn uns verkündigt."
Joh 20,28 "Thomas antwortete und sprach zu ihm:
Mein Herr und mein Gott!"
Tit 2,10b+13 "damit sie der Lehre Gottes, unseres
Heilands, Ehre machen in allen Stücken. [...] und warten
auf die selige Hoffnung und Erscheinung der
Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes
Jesus Christus"

(3) Jahwe

Die Gottheit Jesu Christi wird auch da deutlich, wo das


Neue Testament alttestamentliche Stellen über Jahwe
auf Ihn bezieht. Wir müssen jedoch bedenken, daß die
griechische Übersetzung (LXX) überall Jahwe durch
"Herr" ersetzt hatte. Dies folgte der Sitte der Juden und
sollte einen Mißbrauch des Namens Gottes
ausschließen.

Hebr 1,8a+10 "aber von dem Sohn: 'Gott, dein Thron


währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, [...]' Und: 'Du, Herr, hast
am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind
deiner Hände Werk."
Einige dieser Belege werden deutlicher, wenn wir die
NT-Verse mit den angesprochenen AT-Versen
vergleichen:

Lk 1,76b "Denn du wirst dem Herrn vorangehen, daß du


seinen Weg bereitest."
Mal 3,1 "Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor
mir her den Weg bereiten soll. [...] spricht der Herr
Zebaoth."
Mt 3,3 "Denn dieser ist's, von dem der Prophet Jesaja
gesprochen und gesagt hat: 'Es ist eine Stimme eines
Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg
und macht eben seine Steige!"
Jes 40,3 "Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet
dem Herrn den Weg, macht in der Steppe eine ebene
Bahn unserem Gott!"
Joh 12,41 "Das hat Jesaja gesagt, weil er seine
Herrlichkeit sah und redete von ihm."
Jes 6,1+5"In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich
den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron,
und sein Saum füllte den Tempel. [...] Da sprach ich:
Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und
wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich
habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen mit
meinen Augen."
Röm 10,13 "Denn wer den Namen des Herrn anrufen
wird, soll gerettet werden."
Joel 3,5 "Und es soll geschehen: wer des Herrn Namen
anrufen wird, der soll gerettet werden."
Der Jahwe des AT ist der Christus des NT! Diese
Botschaft verkündigten bereits die Engel den Hirten:

Lk 2,11 "denn euch ist heute der Heiland geboren,


welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids."
Sie ist bis heute Zentrum unseres Glaubens:

Röm 10,9"Denn wenn du mit deinem Munde bekennst,


daß Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst,
daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du
gerettet."

(4) Christus

"Christus" ist der Herrlichkeitstitel Jesu. Der Begriff


"Christus" ist die griechische Entsprechung zum
hebräischen maschiach und dem aramäischen
meschicha (in das Griechische übernommen als
Messias).
Joh 4,25 "Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, daß der
Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser
kommt, wird er uns alles verkündigen."
Christus bedeutet, genau wie Messias, "der Gesalbte":

Joh 1,41b "Wir haben den Messias gefunden, das


heißt übersetzt: der Gesalbte."
Er ist das Urbild und die Erfüllung jeder Salbung zur
Amtseinsetzung im AT. Gesalbt wurden Priester,
Propheten und Könige. Nennen wir unseren Heiland,
Jesus Christus, so bekennen wir, daß Jesus von
Nazareth der "Christus" ist - Gottes Sohn.

(5) Andere

Jesus Christus wird auch noch mit anderen Namen


benannt, die jedoch nur für Gott passend sind - ein
weiterer Beleg für die göttliche Natur Jesu Christi.
Wenden wir einen solchen Namen auf einen Menschen
an, so wird sich dieser als unwürdig erweisen.
Beispielhaft seien erwähnt:

Offb 19,16 "und trägt einen Namen geschrieben auf


seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller
Könige und Herr aller Herren."
Apg 3,14 "Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten
verleugnet und darum gebeten, daß man euch den
Mörder schenke,"

ANREGUNG:
Versuchen Sie, weitere Namen Jesu Christi zu finden.
Jemand zählte einmal 250 verschiedene Titel und
Bezeichnungen!

c) Eigenschaften

Jesus Christus besitzt die Eigenschaften Gottes:

Allmacht

Mt 28,18 "Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir


ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden."
Offb 1,8 "Ich bin das A und das O, spricht Gott der
Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der
Allmächtige."
Allgegenwart

Mt 28,20b "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis
an der Welt Ende."
Allwissenheit

Mt 9,4 "Als aber Jesus ihre Gedanken sah, sprach er:


Warum denkt ihr so Böses in euren Herzen?"
Joh 2,24-25 "Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an;
denn er kannte sie alle und bedurfte nicht, daß ihm
jemand Zeugnis gab vom Menschen; denn er wußte,
was im Menschen war."
Kol 2,3 "in welchem verborgen liegen alle Schätze der
Weisheit und der Erkenntnis."
Ewigkeit

Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war
bei Gott, und Gott war das Wort."
Joh 8,58 "Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich."
Heiligkeit

Hebr 7,26 "Denn einen solchen Hohenpriester


mußten wir auch haben, der heilig, unschuldig,
unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist
als der Himmel."
Lk 1,35 "darum wird auch das Heilige, das geboren
wird, Gottes Sohn genannt werden."
Wahrheit

Joh 14,6 "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die
Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater
denn durch mich."
Unveränderlichkeit

Hebr 13,8 "Jesus Christus gestern und heute und


derselbe auch in Ewigkeit."
Leben

Joh 14,6 "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die
Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater
denn durch mich."
Joh 1,4 "In ihm war das Leben, und das Leben war das
Licht der Menschen."
Liebe als Eigenschaft Gottes wird bei Jesus Christus
ganz besonders deutlich. Er liebt den Vater und lebt
daher in vollkommener Hingabe und Gehorsam. Liebe
und Gehorsam gehören untrennbar zusammen (vgl.
auch Joh 14,23).

Joh 14,31 "aber die Welt soll erkennen, daß ich den
Vater liebe und tue, wie mir der Vater geboten hat."
Jesus Christus liebt auch uns Menschen!
Eph 5,2 "und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns
geliebt hat und hat sich sich selbst für uns gegeben als
Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch."
1.Joh 3,16 "Daran haben wir die Liebe erkannt, daß
er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch
das Leben für die Brüder lassen."
Joh 15,12-13 "Das ist mein Gebot, daß ihr euch
untereinander liebet, wie ich euch liebe. Niemand hat
größere Liebe als die, daß er sein Leben läßt für seine
Freunde."
Diese Liebe ist bedingungslos. Er liebte uns schon in
unserem sündigen, verlorenen Zustand.

Röm 5,8+10b "Gott aber erweist seine Liebe zu uns


darin, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch
Sünder waren. [...] als wir noch Feinde waren,"

ANREGUNG:

Das "Jammern" Jesu ist ein besonderer Ausdruck


Seiner Liebe. Um wen jammerte Ihn? Wie wurde es
deutlich? Was bewirkte es? Schlagen Sie dabei nach: Mt
9,35-38 (vgl. Kap.10); 14,14; 20,34; Mk 1,41; 6,34; 8,2;
9,22+36; Lk 7,13; 10,33; 15,20.

d) Werke

Werke, die nur Gott tun kann, werden unserem Herrn


Jesus zugeschrieben:

Schöpfung

Joh 1,3 "Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und


ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist."
Kol 1,16 "Denn in ihm ist alles geschaffen, was im
Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das
Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder
Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm
geschaffen."
Erhaltung

Kol 1,17 "Und er ist vor allem, und es besteht alles in


ihm."
Hebr 1,3 "Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das
Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem
kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den
Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in
der Höhe"
Gericht

Joh 5,22+27-29 "Denn der Vater richtet niemand,


sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben, [...] und
er hat ihm Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten,
weil er der Menschensohn ist. Wundert euch darüber
nicht. Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den
Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und werden
hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung
des Lebens, die aber Böses getan haben, zur
Auferstehung des Gerichts."
Vergebung

Mk 2,5+7+10 "Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach


er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir
vergeben. [...] Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer
kann Sünden vergeben als Gott allein? [...] Damit ihr
aber wißt, daß der Menschensohn Vollmacht hat,
Sünden zu vergeben auf Erden - sprach er zu dem
Gelähmten:"
e) Anbetung

Anbetung gebührt nur Gott! Daher widersteht der Herr


Jesus auch der Versuchung des Satans:

Mt 4,9-10 "und sprach zu ihm: Das alles will ich dir


geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da
sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir Satan! denn es steht
geschrieben: 'Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott,
und ihm allein dienen."
Es wäre undenkbar, daß Christus Anbetung annehmen
würde, stünde sie Ihm nicht zu (vgl. Offb 19,10; 22,9).
Doch um eine solche Anbetung handelt es sich nach der
Stillung des Sturmes:

Mt 14,33 "Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder


und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!"
Selbst die Engel Gottes werden aufgefordert, Ihn
anzubeten:

Hebr 1,6 "Und wenn er den Erstgeborenen wieder


einführt in die Welt, spricht er: 'Und es sollen ihn alle
Engel Gottes anbeten."
Für uns ist die Anbetung des Sohnes
selbstverständlich:

Joh 5,23 "damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den
Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater
nicht, der ihn gesandt hat."
Eines Tages werden alle Ihn anbeten:

Phil 2,10-11 "daß in dem Namen Jesu sich beugen


sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und
unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen,
daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des
Vaters."

ANREGUNGEN:

Finden Sie noch weitere Belege für die Gottheit Christi!


Rüsten Sie sich mit Gottes Wort, bevor Sie
Rechenschaft über Ihren Glauben ablegen müssen (z.B.
im Gespräch mit Zeugen Jehovas, die die Gottheit Jesu
leugnen!)!
Der Name unseres Heilandes wird auf einer Stufe mit
dem Namen des Vaters genannt:
Mt 28,19 "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle
Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des
Sohnes und des heiligen Geistes."
2.Kor 13,13 "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen
Geistes sei mit euch allen!"

2. Die menschliche Natur

Die Heilige Schrift lehrt die menschliche Natur Jesu


Christi. Er war kein göttliches Scheinwesen, sondern
"richtiger" Mensch. Er mußte Mensch sein, um sterben
zu können. Ohne Seine menschliche Natur hätte Sein
Kommen in diese Welt nichts verändert.

Hebr 2,17 "Daher mußte er in allem seinen Brüdern


gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer
Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des
Volkes."
a) Name

In der Ankündigung der Geburt erhält Joseph den


Auftrag, das Kind "Jesus" zu nennen.

Mt 1,21a "dem sollst du den Namen Jesus geben, denn


er wird sein Volk retten von ihren Sünden."
Jesus ist der Name des menschgewordenen Sohnes
Gottes im NT. In ihm wird alles zusammengefaßt:

Phil 2,9-10 "Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat
ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß
in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie,
die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind."
Apg 4,12 "Und in keinem andern ist das Heil, auch ist
kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen
gegeben, durch den wir sollen selig werden."

ANREGUNG:

Der Name "Jesus" wird vor allem in den Evangelien


gebraucht, auch noch in der Apostelgeschichte in
Zusammenhang mit Seinem Tod und Seiner
Auferstehung. In den Briefen wird "Jesus" nur dort
verwandt, wo Seine Niedrigkeit betont werden soll.
Hebr 2,9 "den aber, der 'eine kleine Zeit niedriger
gewesen ist als die Engel', Jesus, sehen wir durch das
Leiden des Todes 'gekrönt mit Preis und Ehre'; denn
durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod
schmecken."
Daher wollen wir unseren erhöhten Herrn auch als "Herr
Jesus" oder "Jesus Christus" ansprechen. Nicht der
Zimmermann steht vor uns - sondern der erhöhte
Menschensohn, unser Erlöser und Heiland (2.Kor 5,16).

b) Geburt

Jesus Christus wurde von einer Frau geboren.

Gal 4,4 "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott
seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das
Gesetz getan,"
Die von der Bibel bezeugte Jungfrauengeburt Christi
haben wir bereits betrachtet.

Er hatte einen menschlichen Stammbaum:

Röm 1,3 "von seinem Sohn Jesus Christus, unserm


Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach
dem Fleisch,"

c) Entwicklung

Der Herr Jesus konnte als Sohn Gottes sagen: "Ich


bin!". Als Mensch war Er jedoch dem Wachstum und der
Entwicklung unterworfen.

Lk 2,40+52 "Das Kind aber wuchs und wurde stark,


voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. [...] Und
Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott
und den Menschen."
Er mußte auch lernen, jedoch tat Er dies nicht durch
Fehler und Strafe, sondern von Gehorsam zu Gehorsam:

Hebr 5,8 "Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im


Himmel!"

d) Wesen

Aus dem Studium der Offenbarung Gottes über den


Menschen (Anthropologie) kennen wir die drei
Funktionselemente des Menschen: Geist, Seele und
Leib.

Wir lesen vom Geist Jesu Christi:

Mk 8,12a "Und er seufzte in seinem Geist und sprach:


Was fordert doch dieses Geschlecht ein Zeichen?"
Lk 23,46a "Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle
meinen Geist in deine Hände!"
Joh 13,21 "Als Jesus das gesagt hatte, wurde er
betrübt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich,
wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich
verraten."
Die Seele Jesu Christi wird erwähnt in

Joh 12,27a "Jetzt ist meine Seele betrübt."


Mt 26,38 "Da sprach Jesus: Meine Seele ist betrübt bis
an den Tod; bleibt hier und wacht mit mir!"
Auch der Leib Jesu Christi wird ausdrücklich erwähnt.

Joh 2,21 "Er aber redete von dem Tempel seines


Leibes."
Hebr 2,14 "Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut
sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit
er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt
über den Tod hatte, nämlich dem Teufel,"
Hebr 10,5+10 "Darum spricht er, wenn er in die Welt
kommt: 'Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen
Leib aber hast du mir geschaffen. [...] Nach diesem
Willen sind wir geheiligt ein für allemal durch das Opfer
des Leibes Jesu Christi."
Das Wesen der menschlichen Natur Jesu Christi ist
auch nach Seiner Auferstehung noch vorhanden.

Lk 24,39 "Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's


selber. Faßt mich an und seht; denn ein Geist hat nicht
Fleisch und Knochen, wie ihr seht, daß ich sie habe."

e) "Schwachheiten"

In Seinem Leben auf dieser Erde hatte der Herr Jesus


die gleichen menschlichen Bedürfnisse und
Einschränkungen wie wir.

Müdigkeit

Joh 4,6 "Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun
Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am
Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde."
Hunger

Mt 4,2 "Und da er vierzig Tage und Nächte gefastet


hatte, hungerte ihn."
Durst

Joh 19,28 "Danach, als Jesus wußte, daß schon


alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt
würde: Mich dürstet."
Trauer

Joh 11,35 "Und Jesus gingen die Augen über."


Schlaf
Mt 8,24 "Und siehe, da erhob sich ein gewaltiger Sturm
auf dem See, so daß auch das Boot von Wellen
zugedeckt wurde. Er aber schlief."
Versuchung

Hebr 4,15 "Denn wir haben nicht einen


Hohenpriester, der nicht könnte mitleiden mit unserer
Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem
wie wir, doch ohne Sünde."
Ein typisch menschliches Bedürfnis ist das Beten. Es ist
Ausdruck der Abhängigkeit und Hilfsbedürftigkeit. An 25
verschiedenen Stellen berichtet das NT vom Gebet Jesu
Christi.

Hebr 5,7 "Und er hat in den Tagen seines irdischen


Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit
Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten
konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in
Ehren hielt."
Jesus Christus betete nicht nur, um ein Vorbild zu sein,
sondern weil Er zu den Menschen gehörte, von denen
Gott Gebet erwartet. Sein Gebet war keine Schau, kein
äußerliches Getue, sondern Er betete, weil Er es nötig
hatte. Hier schöpfte Er Kraft und Mut für die schweren
Prüfungen, vor denen Er stand.

f) Leiden und Sterben

Als Mensch war Er fähig, zu leiden und zu sterben.

Lk 22,44 "Und er rang mit dem Tode und betete heftiger.


Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die
Erde fallen."
Hebr 5,8 "So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch
an dem, was er litt, Gehorsam gelernt."
Joh 19,30 "Als nun Jesus den Essig genommen
hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt
und verschied."
Dieses Sterben Jesu Christi war eine freiwillige
Dahingabe Seines Lebens.

Joh 10,18 "Niemand nimmt es von mir, sondern ich


selbst lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe
Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot habe ich
empfangen von meinem Vater."
Hebr 9,14 "um wieviel mehr wird dann das Blut
Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den
ewigen Geist Gott dargebracht hat,"

g) Bezeichnung als Mensch

Jesus Christus hat sich selbst Mensch genannt und


wurde auch von anderen so bezeichnet.

Joh 8,40 "Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen


Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, wie ich sie
von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan."
Apg 2,22 "diesen Mann, der durch Gottes Ratschluß und
Vorsehung dahingegeben war, habt ihr durch die Hand
der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht."
1.Kor 15,21 "Denn da durch einen Menschen der Tod
gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen
die Auferstehung der Toten."
1.Tim 2,5 "Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen
Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Jesus
Christus."
3. Die Einheit der Person

Das Zu- und Miteinander der göttlichen und


menschlichen Natur Jesu Christi gehört wohl zu den
schwierigsten theologischen Aussagen für den
menschlichen Verstand. Wir sind allein auf die göttliche
Offenbarung in der Bibel angewiesen.

Nirgends lehrt die Bibel eine abstrakte Vereinigung der


göttlichen Natur mit der menschlichen.

Röm 1,3-4 "von seinem Sohn Jesus Christus,


unserm Herrn, der geboren ist aus dem Geschlecht
Davids nach dem Fleisch, und nach dem Geist, der
heiligt, eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft durch die
Auferstehung von den Toten."
Röm 8,3 "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es
durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: er
sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen
Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die
Sünde im Fleisch,"
1.Joh 4,2 "Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein
jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus in das
Fleisch gekommen ist, der ist von Gott."
Jesus Christus ist so Gott, als ob Er einzig und allein
nur Gott wäre; Er wurde aber auch so Mensch, als ob Er
einzig und allein nur Mensch wäre.

Das Wesen jeder Natur blieb bei der Vereinigung beider


Naturen unverändert, d.h. die beiden Naturen sind nicht
miteinander verschmolzen. Die Natur Christi war eine
göttliche und eine menschliche. Er war der Gott-
Mensch, hatte aber keine gottmenschliche
(theanthropische) Natur. Trotz Seiner zwei Naturen ist
die Persönlichkeit Jesu Christi unteilbar. Auch heute
vereinigt Jesus Christus diese beiden Naturen in sich.

Wir müssen erkennen, daß nur in der Vereinigung der


göttlichen und der menschlichen Natur in der Person
Jesu Christi die Erlösung möglich war. Wir wollen im
Glauben daran festhalten, auch wenn wir mit unserem
(begrenzten) Verstand vieles nicht begreifen können.

Ps 49,8-9+16a "Kann doch keiner einen andern auslösen


oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben - denn es
kostet zuviel, ihr Leben auszulösen; er muß davon
abstehen ewiglich - [...] Aber Gott wird mich erlösen"
Die Einheit der Person Jesu Christi (oder auch: die
hypostatische Union, d.h. hier: personale Einheit) wird
darin sichtbar, daß die Heilige Schrift von Ihm immer nur
in der Einzahl spricht, die Befähigung Christi durch die
beiden Naturen aufzeigt und die Eigenschaften der
einen Natur Seiner Person unter Benennung der
anderen zugeschrieben wird.

a) in der Bezeichnung

Die Heilige Schrift spricht von Christus in der Einzahl.


Wann immer Er sprach, war es nicht eine der beiden
Naturen, sondern die Person, in der beide Naturen
vereinigt sind.

Joh 17,23 "ich in ihnen und du in mir, damit sie


vollkommen eins seien und die Welt erkenne, daß du
mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst."
b) in der Befähigung

Die Person Jesus Christus wurde durch die beiden


Naturen befähigt. Zum einen befähigte die göttliche
Natur die Person Jesu so, daß der Mensch Jesus fähig
wurde zu wissen und zu tun, was göttlich ist.

Mt 17,2 "Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein


Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider
wurden weiß wie das Licht."
Mk 5,41 "und ergriff das Kind bei der Hand und sprach
zu ihm: Talita kum! - das heißt übersetzt: Mädchen, ich
sage dir, steh auf!"
Auf der anderen Seite befähigte die menschliche Natur
die Person Jesu so, daß der "Gottessohn" sterben
konnte. Er starb - aber nicht die göttliche Natur!

Mk 15,39 "Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm


gegenüber, und sah, daß er so verschied, sprach:
Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!"

c) in den Eigenschaften

Jede Natur Jesu Christi besitzt eigene Eigenschaften.


Der Person Jesu werden die Eigenschaften der einen
Natur, obwohl die andere Natur genannt wird,
zugeschrieben - ein klarer Beleg für die Einheit der
Person Jesu Christi.

1.Kor 2,8 "die keiner von den Herrschern dieser Welt


erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, so hätten
sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt."
Joh 3,13 "Und niemand ist gen Himmel aufgefahren
außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist,
nämlich der Menschensohn."
Joh 6,62 "Wie, wenn ihr nun sehen werdet den
Menschensohn auffahren dahin, wo er zuvor war?"
Röm 9,5 "denen auch die Väter gehören, und aus denen
Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott
über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen."
Hebr 1,3 "Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das
Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem
kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den
Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in
der Höhe"

ANREGUNG:

Während des Erdenlebens unseres H errn blieb die


göttliche Natur Seiner Person meistens verhüllt. Diese
Erniedrigung Jesu Christi ist in Phil 2,5-8 beschrieben.
Daß sich Christus selbst "entäußerte", bedeutet jedoch
nicht, daß Er in irgendeiner Weise aufgehört hätte, Gott
zu sein. Keine Seiner göttlichen Eigenschaften hat Er
während Seines Erdenlebens aufgegeben. Er verzichtete
nur auf den unabhängigen Gebrauch dieser
Eigenschaften. Er blieb Gott, auch als Er Mensch wurde.

Diese Erniedrigung darf aber nicht verkürzt gesehen


werden - etwa, daß man sie begrenzt auf das Verlassen
der Herrlichkeit beim Vater -, sondern muß auf die
gesamte Menschwerdung angewandt werden.

Zusammengefaßt beinhaltet die Erniedrigung Jesu


Christi:
Verhüllung der präexistenten Herrlichkeit:
Joh 17,5 "Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt
war."
Mt 13,55 "Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns?
Heißt nicht seine Mutter Maria? und seine Brüder
Jakobus und Josef und Simon und Judas?"

Fleischwerdung:
Phil 2,6-7 "Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht
für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte
sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den
Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch
erkannt."

Weitgehender Verzicht in Seinem Erdenleben, Gottheit


in Anspruch zu nehmen:
Mt 26,53 "Oder meinst du, ich könnte meinen Vater
nicht bitten, daß er mir sogleich mehr als zwölf
Legionen Engel schickte?"
Das bedeutet: Jesus Christus verzichtete auf den
unabhängigen Gebrauch der göttlichen Natur Seiner
Person.

Mt 26,39 "Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf


sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's
möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch
nicht wie ich will, sondern wie du willst!"
Joh 4,34 "Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die,
daß ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat,
und vollende sein Werk."
V. Kapitel: Der Tod Jesu Christi und seine Bedeutung

In den folgenden Kapiteln behandeln wir den Tod, die


Auferstehung und die Erhöhung Jesu Christi. In diesen
drei Abschnitten wird besonders deutlich, daß die Lehre
vom Heiland (Christologie) nicht von der Lehre vom Heil
(Soteriologie) zu trennen ist. Studieren wir den Tod
Christi, so müssen wir gleichzeitig nach seiner
Bedeutung für uns fragen.

1. Allgemeines zum Tod Jesu Christi

a) Biblisches Verständnis

Der Tod Jesu Christi ist gemeinsam mit der


Auferstehung die Heilstatsache, auf der unser Glaube
ruht. Er steht im Mittelpunkt des Heilsplanes Gottes.
Dieser zentrale Stellenwert wird in mancherlei Hinsicht
deutlich:

Der Tod Jesu Christi ist im AT vorgezeichnet. Wie ein


roter Faden zieht er sich durch die gesamte Offenbarung
des AT.
1.Mose 3,15 "Und ich will Feindschaft setzen zwischen
dir und dem Weibe und zwischen deinen Nachkommen
und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten,
und du wirst ihn in die Ferse stechen."
Das Passa (2.Mose 12), alle Opfer und viele Prophetien
sprechen vom Tod Jesu Christi.
Luk 24,25-27 "Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu
trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten
geredet haben! Mußte nicht Christus dies erleiden und
in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an bei Mose
und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der
ganzen Schrift von ihm gesagt war."
Der Tod Jesu Christi ist das Hauptthema des NT. Er ist
Höhepunkt der Evangelienberichte und nimmt in ihnen
auch den größten Raum ein (ca. 20%). Die
Apostelgeschichte und die Briefe nehmen häufig Bezug
auf das Kreuz Christi. Mehr als 175x ist der Tod Jesu
Christi im NT erwähnt.
Der Tod Jesu Christi ist der Hauptzweck Seiner
Fleischwerdung.
Hebr 9,26b "..., ist er ein für allemal erschienen, durch
sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben."
Hebr 2,14-15 "Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut
sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit
er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt
über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und erlöste, die
durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte
sein mußten."
Mk 10,45 "Denn auch der Menschensohn ist nicht
gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er
diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele."
Der Tod Jesu Christi ist die Grundlage des Evangeliums.
Die "Frohe Botschaft" lautet: Jesus Christus starb für
mich, damit ich leben kann.
1.Kor 15,1+3b "Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an
das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr
auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, [...]
Daß Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der
Schrift;"
Der Tod Jesu Christi ist notwendig für unsere Erlösung.
Joh 3,14-15 "Und wie Mose in der Wüste die Schlange
erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden,
damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben."
Joh 12,24 "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn
das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt
es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht."
Es gibt keine Erlösten - keine Frucht - ohne den Tod
Jesu Christi! Vergebung für den Sünder ist nur möglich,
weil Christus durch Seinen Tod die Schuld bezahlte
(Röm 3,25-26).

Der Tod Jesu Christi ist Gegenstand des Interesses im


Himmel.
jetzt:

Lk 9,30-31 "Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm;


das waren Mose und Elia. Sie erschienen verklärt und
redeten von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen
sollte."
einst:

Offb 5,8-9 "Und als es das Buch nahm, da fielen die


vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder
vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und
goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete
der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied: Du bist
würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel;
denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut
Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und
Sprachen und Völkern und Nationen"

ANREGUNG:

Der Tod Jesu Christi ist die wesentliche Grundlage des


Christentums. Andere Religionen basieren auf dem
Leben ihrer Gründer, das Christentum auf dem Tod des
Sohnes Gottes. In der modernen Theologie verlagert
sich die Betonung vom Tod auf das Leben Jesu (Leben
wie Er! Glauben wie Er!).

b) Verschiedene menschliche Heilsverständnisse

Zu allen Zeiten haben sich Menschen verschiedene


Vorstellungen gemacht, wie ihr Heil auszusehen hat. Wir
nennen nur einige:

Schon die Pharisäer lehnten das Heil in Jesus Christus


ab - ihrer Meinung nach brauchten sie Ihn nicht. Sie
glaubten sich durch das Halten der Gebote
(einschließlich der eigenen Zusätze) gerecht vor Gott.
Lk 18,11-12 "Der Pharisäer stand für sich und betete
so: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen
Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie die
Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den
Zehnten von allem, was ich einnehme."
Die Sadduzäer waren anderer Meinung als die Pharisäer.
Apg 23,8 "Denn die Sadduzäer sagen, es gebe keine
Auferstehung noch Engel und Geister; die Pharisäer
aber lehren beides."
Aber auch sie konnten mit einem Heiland, wie er sich in
Jesus Christus offenbarte, nichts anfangen. Da für sie
kein Jenseits existiert (vgl. auch Mt 22,23), wollten sie
einen ausschließlich religiös-politischen Messias.
Ähnliches wollten auch die Zeloten, die ihr Heil in der
Befreiung aus römischer Fremdherrschaft sahen.

Die Entwicklung der römischen Staatskirche (der


katholischen Kirche) führte zum Werden einer
Heilsanstalt. Nun verwaltete die Kirche das Heil (die
Gnade). Die unerschöpflichen Gnadenschätze der
Kirche setzen sich aus den Verdiensten Christi, Marias
und aller Heiligen zusammen. Weil nur die katholische
Kirche diese Schätze verwaltet und sie im Vollzug des
Sakramentes vermittelt, kann es außerhalb dieser Kirche
kein Heil geben. Wir wissen jedoch, daß das Heil keine
Substanz, sondern eine Person, Jesus Christus, ist.
Leider hat sich auch in der Kirche der Reformation ein
gewisser Sakramentalismus gehalten. Luther übernahm
die Kindertaufe der katholischen Kirche. Und noch
heute spiegelt der häufige Satz "Aber ich bin doch
getauft..." ein völlig falsches Heilsverständnis wieder.
In der der Reformation folgenden Zeit (der Orthodoxie)
finden wir einen bloßen Bejahungsglauben. Das reine
Fürwahrhalten rechtgläubiger Lehre sollte zum Heil
führen.
Für K. Barth und seine Schüler (Neoorthodoxie) galt:
"Christus ist der allein Verworfene". Glaubenshingabe
könne nicht retten, denn in Christi universalem
Erlösungswerk sei grundsätzlich allen Menschen Gnade
gewährt.
Für die weitgestreute Schülerschaft Bultmanns
(Neoliberalismus) ist Jesus nur ein Mensch - nicht der
Sohn Gottes. Er starb für Seine Idee. Dieses Opfer ist
aber ohne Bedeutung für uns, da Gott ein solches Opfer
gar nicht gefordert hat. Gott ist kein Tyrann, der ein
Versöhnungsopfer fordert. Bultmann forderte die
restlose Entmythologisierung für unsere Verkündigung.
In der modernistischen Verkündigung gibt es das
Rettungswerk Christi nicht mehr. Die Notwendigkeit der
Errettung, die ewige Verdammnis oder das ewige Heil
werden nicht mehr gepredigt. Nun geht die ganze
Energie in den Einsatz für das Diesseitige. Humanismus,
soziales Engagement und Umweltschutz stehen im
Vordergrund. Nun wird ein horizontales Evangelium
gepredigt. Aus der christlichen Diakonie (die dem
Menschen letztlich das Heil in Jesus Christus zeigen
will) wird eine rein gesellschaftliche Diakonie. In diesem
Zusammenhang ist auch das ökumenische
Heilsverständnis zu nennen. Aus biblischer
Evangelisation wurde Dialog und Einsatz für den
Minderprivilegierten. Heil wird in vielen Ländern (vor
allem in Latein- und Südamerika) in der Überwindung
ungerechter Herrschafts- und Besitzstrukturen gesehen
("Befreiungstheologie"). Die modernistische Auffassung
schlägt in vielen Richtungen zu Buche - so gehört auch
die feministische Theologie in diese Kategorie.
Als letztes wollen wir noch die Selbsterlösung als
Heilsverständnis von New Age nennen. Aus einer
Mischung evolutionärer Gedanken und den
Selbsterlösungsreligionen des fernen Ostens entsteht
das "neue Bewußtsein".
Wir verurteilen alle angesprochenen Heilsverständnisse.
Sie alle trennen das Heil (soteria) vom Heiland (soter)
Jesus Christus. Wenden wir uns nun dem biblischen
Verständnis unseres Heils zu.

ANREGUNG:

Oft wird "Heil" - als zu statisch empfunden - mit


"Rettung" übersetzt. Rettung ist ein dynamischer
Begriff. Hier werden Kräfte mobilisiert (Martinshorn
usw.). Wir wollen uns aber im klaren darüber sein, daß
Heil umfassender ist als Rettung. Im Heil ist "Heilung"
als Wiederherstellung eingeschlossen, was Rettung
vermissen läßt.
2. Der Tod Jesu Christi: Stellvertretung

a) Sündlosigkeit Jesu Christi

In verschiedenen Zusammenhängen haben wir bereits


die Sündlosigkeit Jesu Christi erwähnt. Sie ist für unser
Heil notwendig. Hätte Christus gesündigt, so hätte Sein
Tod keinerlei Bedeutung für uns. Unter Seiner
Sündlosigkeit verstehen wir die Tatsache, daß Christus
niemals etwas tat, was gegen die Heiligkeit Gottes
verstoßen hätte. Dies umfaßt natürlich auch das genaue
Einhalten des mosaischen Gesetzes, unter welchem Er
lebte. Im Studium der menschlichen Natur Jesu Christi
sahen wir bereits, daß Er auch den Einschränkungen
des Menschen, wie etwa Hunger und Müdigkeit, Durst
und Schmerzen unterworfen war. Doch war Er vor Gott
gerecht - durch die Erfüllung des Gesetzes.

Nachdem Er schon vor Seiner Geburt als "heilig"


angekündigt worden war (Lk 1,35), lebte Er heilig.
Niemand konnte Ihm eine Sünde nachweisen.

Joh 8,29+46 "Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er
läßt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm
gefällt. [...] Wer von euch kann mich einer Sünde
zeihen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt
ihr mir nicht?"
Joh 15,10 "Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt
ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte
und bleibe in seiner Liebe."
Mt 26, 59-60a "Die Hohenpriester aber und der ganze
Hohe Rat suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, daß
sie ihn töteten. Und obwohl viele falsche Zeugen
herzutraten, fanden sie doch nichts."
Unmittelbar vor Seinem Tod wird Seine Schuldlosigkeit
11x bestätigt (von Judas, mehrmals von Pilatus, seiner
Frau, Herodes, dem römischen Hauptmann und dem
Verbrecher am Kreuz). Auch haben wir keinen Bericht,
daß Jesus Christus auch nur einmal ein Sündopfer
dargebracht hat, obwohl wir häufig lesen, daß Er im
Tempel war. Er brauchte nicht zu opfern, denn Er war
ohne Schuld vor Gott.

Auch in den Briefen der inspirierten Schreiber des NT


finden wir klare Aussagen über Christi Sündlosigkeit:

2.Kor 5,21 "Denn er hat den, der von keiner Sünde


wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die
Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt."
1.Petr 2,22 "er, der keine Sünde getan hat und in
dessen Mund sich kein Betrug fand;"
1.Joh 3,5 "Und ihr wißt, daß er erschienen ist, damit er
die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde."
Hebr 7,26-27a "Denn einen solchen Hohenpriester
mußten wir auch haben, der heilig, unschuldig,
unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist
als der Himmel. Er hat es nicht nötig, wie jene
Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden
Opfer darzubringen"
Hebr 4,15 "Denn wir haben nicht einen
Hohenpriester, der nicht könnte mitleiden mit unserer
Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem
wie wir, doch ohne Sünde."
Jesus Christus ist in allem versucht worden, was auch
uns heute begegnet. Sicherlich stand Er nicht vor der
Versuchung, z.B. das Fernsehgerät zu mißbrauchen -
doch waren die Grundmuster der Versuchung die
gleichen. Die Formen der einzelnen Versuchungen
waren sicherlich verschieden, doch war ihr Prinzip
gleich.

Hebr 4,16 "Darum laßt uns hinzutreten mit


Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir
Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der
Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben."
Doch ist es nicht nur das Vorbild und der Trost, den wir
im sündlosen Leben Jesu Christi finden. Nur ein
unbeflecktes Opfer konnte zu unserem Schuldopfer
werden:

1.Petr 1,19 "sondern mit dem teuren Blut Christi als


eines unschuldigen und unbefleckten Lammes."

b) Stellvertretung

Stellvertretender Tod ist Tod, der von jemand für jemand


ertragen wird. Stellvertretung erfordert daher die
Befreiung dessen, an dessen Statt der Tod erduldet
wird.

Stellvertretender Tod ist uns aus dem AT gut bekannt. In


2.Mose 12 stirbt entweder der Erstgeborene oder ein
Lamm. In 3.Mose 1-5 finden wir die Identifikation mit
dem Opfertier, das an des Menschen Statt getötet wird.
Am großen Versöhnungstag (3.Mose 16) findet sich das
gleiche Grundmuster der Stellvertretung.

Jesus Christus ist unser Stellvertreter:

Jes 53,4-5 "Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud


auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den,
der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert
wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet
und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe
liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch
seine Wunden sind wir geheilt."
2.Kor 5,21 "Denn er hat den, der von keiner Sünde
wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die
Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt."
Beachten wir, daß die deutsche Übersetzung "für" die
verwandte griechische Präposition nur teilweise
wiedergibt. Deutlicher wird es mit der Übersetzung
"anstelle von".

Gal 3,13 "Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch
des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es
steht geschrieben: 'Verflucht ist jeder, da am Holze
hängt.'"
1.Petr 3,18 "Denn auch Christus hat einmal für die
Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten,
damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem
Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist."
Nur wenn meine Schuld Christus zugerechnet wird,
kann auch Seine Gerechtigkeit mir angerechnet werden.

Die Bedeutung der Stellvertretung geht aber noch


weiter: wir haben kein Recht mehr an unser eigenes
Leben.

2.Kor 5,14-15 "Denn die Liebe Gottes drängt uns, zumal


wir überzeugt sind, daß, wenn einer für alle gestorben
ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle
gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst
leben, sondern dem, der für sie gestorben und
auferstanden ist."
1.Petr 2,24 "der unsre Sünde selbst hinaufgetragen
hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde
abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine
Wunden seid ihr heil geworden."

3. Der Tod Jesu Christi: Versöhnung

Versöhnen ist das Zusammenbringen zweier Parteien,


die uneins sind. Ihr Verhältnis wechselt von Feindschaft
zu Frieden und Harmonie.

Seit dem Sündenfall steht die Menschheit unter dem


Zorn Gottes. Unsere Lage könnte gar nicht ernster sein.
Wir sind von Natur aus Feinde Gottes!

Joh 3,36 "Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige
Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird
das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt
über ihm."
Die Sünde steht zwischen dem Menschen und Gott.

Jes 59,2 "sondern eure Verschuldungen scheiden euch


von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein
Angesicht vor euch, daß ihr nicht gehört werdet."
In Christus ist uns die Sünde vergeben. Wir dürfen uns
ohne Angst vor Seinem gerechten Zorn Gott nahen. In
Christi Tod sind wir mit Gott versöhnt:

Röm 5,9-10 "Um wieviel mehr werden wir nun durch


ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt
durch sein Blut gerecht geworden sind! Denn wenn wir
mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines
Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wieviel mehr
werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir
nun versöhnt sind."
Nicht der Mensch hat sich mit Gott versöhnt, sondern
die alleinige Initiative ging von Gott aus. Wir haben
lediglich die Versöhnung empfangen. Der
Grundgedanke jeder heidnischen Religion ist: Der
Mensch versöhnt sich mit Gott. Die biblische Botschaft
lautet: "Gott versöhnt den Menschen mit sich selbst."
Nur Gott versöhnt - nicht der Mensch (der wird
versöhnt). "Versöhnen" wird nur in Bezug auf Gott aktiv
gebraucht, im Bezug auf den Menschen nur passiv!

Röm 5,11"Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns


auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch
den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben."
2.Kor 5,19 "Denn Gott war in Christus und versöhnte
die Welt mit sich selbst und rechnete ihnen ihre Sünden
nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der
Versöhnung."
Die durch Christi Tod geschaffene Versöhnung genügt,
um alles und jeden mit Gott zu versöhnen. Jeder kann
Frieden mit Gott erhalten.

Kol 1,20 "und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es


sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte
durch sein Blut am Kreuz."
Dies bedeutet jedoch nicht, daß automatisch jeder
versöhnt ist. Zur objektiven Tatsache des
Versöhnungswerkes Christi muß noch die subjektive
Annahme dieser Versöhnung durch den Menschen
kommen. Alles ist mit Gott versöhnt - aber nicht "alles"
nimmt diese Versöhnung an:

2.Kor 5,20 "So sind wir nun Botschafter an Christi


Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an
Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott!"
ANREGUNG:

In der Allversöhnungslehre (= Universalismus) spielt die


subjektive Annahme der durch Christus erwirkten
Versöhnung keine Rolle mehr. Nach dieser Irrlehre wird
jeder Mensch früher oder später mit Gott versöhnt. Dies
widerspricht dem Zeugnis der Heiligen Schrift!
2.Thess 1,8-9 "in Feuerflammen, Vergeltung zu üben an
denen, die Gott nicht kennen und die nicht gehorsam
sind dem Evangelium unseres Herrn Jesus. Die werden
Strafe erleiden, das ewige Verderben, vom Angesicht
des Herrn her und von seiner herrlichen Macht."

4. Der Tod Jesu Christi: Erlösung

Erlösung ist die Befreiung durch Los- und Ankauf.


Erlösung hat folglich zwei Seiten: den "Loskauf" und
den "Ankauf", die Befreiung von etwas und die
Befreiung zu etwas.

Tit 2,14 "der sich selbst für uns gegeben hat, damit er
uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich
selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten
Werken."
1.Thess 1,9 "Denn sie selbst berichten von uns,
welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie
ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu
dienen dem lebendigen und wahren Gott."
Dieser Herrschaftswechsel wurde erkauft. Das Lösegeld
war das Blut unseres Herrn.

1.Petr 1,18-19 "denn ihr wißt, daß ihr nicht mit


vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem
nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit
dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und
unbefleckten Lammes."
Offb 5,9 "und sie sangen ein neues Lied: Du bist
würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel,
denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut
Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und
Sprachen und Völkern und Nationen"
Mk 10,45 "Denn auch der Menschensohn ist nicht
gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er
diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele."
Eph 1,7 "In ihm haben wir die Erlösung durch sein
Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum
seiner Gnade."
Die Erlösung in Jesus Christus ist vollkommen. Sie
umfaßt alle Gebiete unseres Lebens, auch das des
Leibes.

Röm 8,23"Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst,


die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in
uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der
Erlösung unseres Leibes."
Die vollkommene Erlösung wird erst in der Zukunft
offenbar werden. Sie ist da, aber solange wir im Fleisch
leben, noch nicht sichtbar. Als Pfand haben wir den
Heiligen Geist:

Eph 1,14 "welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu


unsrer Erlösung, daß wir sein Eigentum würden zum
Lob seiner Herrlichkeit."

Durch das Blut Jesu Christi sind wir erlöst

vom Fluch des Gesetzes


Gal 3,13 "Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch
des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es
steht geschrieben: 'Verflucht ist jeder, der am Holze
hängt.'"
von den Forderungen des Gesetzes
Gal 4,5 "damit er die, die unter dem Gesetz waren,
erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen."
von der Macht der Sünde
1.Kor 15,56 "Der Stachel des Todes aber ist die
Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz."
Röm 7,14"Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist;
ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft."
Röm 6,14"Denn die Sünde wird nicht herrschen können
über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid,
sondern unter der Gnade."
von der Macht Satans
Hebr 2,14-15 "Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut
sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen, damit
er durch seinen Tod die Macht nähme dem, der Gewalt
über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, und die erlöste,
die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte
sein mußten."
Kol 1,13 "Er hat uns errettet von der Macht der
Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines
lieben Sohnes."
Durch die Erlösung sind wir befreit von allen
Bindungen! Zusammenfassend können wir sagen, daß
wir erlöst sind

von der Schuld der Sünde (durch das Gesetz


entstanden)
von der Macht der Sünde
aber noch nicht von der Gegenwart der Sünde. Satan ist
besiegt - aber noch am Werk.
ANREGUNGEN:

Mehr als 450 Stellen sprechen vom Blut Jesu Christi -


also ein wichtiges Thema der Heiligen Schrift (vgl. 1.Petr
1,19).

Zeugnis Gottes auf Erden


1.Joh 5,7+8 "Denn drei sind, die das bezeugen: der
Geist und das Wasser und das Blut; und die drei
stimmen überein."
Blut des neuen Bundes
Mt 26,28 "das ist mein Blut des Bundes, das vergossen
wird für viele zur Vergebung der Sünden."
Hebr 13,20 "Der Gott des Friedens aber, der den
großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den
Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen
Bundes,"
Grundlage der Erlösung
Eph 1,7 "In ihm haben wir die Erlösung durch sein
Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum
seiner Gnade."
Hebr 9,12 "Er ist auch nicht durch das Blut von
Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut
ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat
eine ewige Erlösung erworben."
Mittel zur Sündenvergebung
Hebr 9,14+22 "um wieviel mehr wird dann das Blut
Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den
ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen
reinigen von den toten Werken, zu dienen dem
lebendigen Gott! [...] Und es wird fast alles mit Blut
gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen
geschieht keine Vergebung."
1.Joh 1,7 "Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im
Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und
das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller
Sünde."
Rechtfertigung
Röm 5,9 "Um wieviel mehr werden wir nun durch ihn
bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch
sein Blut gerecht geworden sind!"
Gott nahe gebracht
Eph 2,13 "Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr
einst ferne wart, nahe geworden durch das Blut Christi."
Hebr 10,19 "Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch
das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das
Heiligtum,"
Grundlage des Friedens
Kol 1,20 "und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es
sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte
durch sein Blut am Kreuz."
erkauft zum Eigentum Gottes
Apg 20,28 "So habt nun acht auf euch selbst und auf
die ganze Herde, in der euch der heilige Geist eingesetzt
hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er
durch sein eigenes Blut erworben hat."
Offb 5,9b "... und hast mit deinem Blut Menschen für
Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und
Völkern und Nationen"
Grundlage der Gemeinschaft mit Gott und Gläubigen
Joh 6,56 "Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der
bleibt in mir und ich in ihm."
1.Kor 10,16 "Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist
der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot,
das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des
Leibes Christi?"
wir sind geheiligt
Hebr 13,12 "Darum hat auch Jesus, damit er das Volk
heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor
dem Tor."
bringt Sieg über Satan
Offb 12,11 "Und sie haben ihn überwunden durch
des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses
und haben ihr Leben nicht geliebt, bis hin zum Tod."
ewiges Thema der Anbetung der Erlösten im Himmel
Offb 5,9b+10 "und hast mit deinem Blut Menschen für
Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und
Völkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu
Königen und Priestern gemacht, und sie werden
herrschen auf Erden."

VI.Kapitel: Die Auferstehung Jesu Christi und ihre


Bedeutung

Die Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist ein so


wichtiges Ereignis in der Heilsgeschichte, daß das NT
über 100 mal darauf Bezug nimmt.

Um diese Wichtigkeit der Auferstehung weiß auch


Satan. So versuchte er von Anfang an, die Verbreitung
der Botschaft von der Auferstehung zu unterdrücken.

Mt 28,13-14 "Und sie kamen mit den Ältesten


zusammen, hielten Rat und gaben den Soldaten viel
Geld und sprachen: Sagt, seine Jünger sind in der Nacht
gekommen und haben ihn gestohlen, während wir
schliefen."

1. Die Notwendigkeit der Auferstehung Jesu Christi


a) Erfüllung der Schrift

Jesus Christus mußte von den Toten auferstehen, denn


Gott hält Seine Verheißungen. Jesus selbst hat immer
wieder nicht nur Seinen Tod, sondern auch Seine
Auferstehung angekündigt.

Joh 2,19 "Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht


diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn
aufrichten."
Erst nach der Auferstehung haben die Jünger dies
verstanden.

Joh 2,22 "Als er nun auferstanden war von den Toten,


dachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte,
und glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus
gesagt hatte."
Jesus Christus wies auf die Prophetien im AT hin.
Schon früher hatte Gott die Auferstehung des Messias
verheißen:

Lk 24,44-46 "Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine


Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei
euch war: Es muß alles erfüllt werden, was von mir
geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den
Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das
Verständnis, so daß sie die Schrift verstanden, und
sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, daß Christus
leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten
Tage;"
Petrus bezieht sich auf eine solche Stelle aus dem AT:
Ps 16,10 "Denn du wirst mich nicht dem Tode
überlassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger die
Grube sehe."
Apg 2,31 "hat er 's vorausgesehen und von der
Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod
überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht
gesehen."
Paulus erwähnt diese Notwendigkeit der Auferstehung
zu Beginn seines Auferstehungskapitels:

1.Kor 15,4 "und daß er begraben worden ist; und daß


er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;"

b) Hauptbestandteil des Evangeliums

Die Auferstehung Jesu Christi ist der wichtigste


Bestandteil der apostolischen Lehre. Was würde die
Lehre vom Tod Jesu Christi bedeuten, wenn Er nicht
auferstanden wäre?

Röm 8,34"Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier,


der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist,
der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt."
So durchzieht der Triumph der Auferstehung die Kapitel
der Apostelgeschichte.

Apg 2,24 "Den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die
Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, daß
er vom Tode festgehalten werden konnte."
Apg 2,32 "Diesen Jesus hat Gott auferweckt; dessen
sind wir alle Zeugen."
Apg 3,15 "aber den Fürsten des Lebens habt ihr getötet.
Den hat Gott auferweckt von den Toten; dessen sind wir
Zeugen."
Apg 3,26 "Für euch zuerst hat Gott seinen Knecht Jesus
erweckt und hat ihn zu euch gesandt, euch zu segnen,
daß ein jeder sich bekehre von seiner Bosheit."
Apg 4,10 "so sei euch und dem ganzen Volk Israel
kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr
gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat;
durch ihn steht dieser hier gesund vor euch."
usw. z.B.: 5,30; 10,40; 13,30+33+34+37; 17,31

Wir könnten auch sagen, daß die


Auferstehungsbotschaft die andere Hälfte des
Evangeliums ist.

1.Kor 15,3-4 "Denn als erstes habe ich euch


weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Daß
Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der
Schrift; und daß er begraben worden ist; und daß er
auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;"
Röm 6,5 "Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm
gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm
auch in der Auferstehung gleich sein."

ANREGUNGEN:

Wir predigen nur das halbe Evangelium, reden wir nur


vom Tod Jesu Christi, ohne dessen Auferstehung zu
erwähnen! Kreuz und Auferstehung gehören untrennbar
zusammen!
Beachten wir den Unterschied in der Kreuzesdarstellung
zwischen Protestanten und Katholiken. Letztere kennen
das Kruzifix nur mit Corpus!

c) Grundlage unseres Glaubens


Der Glaube kommt aus der Predigt (Röm 10,17). Weil
nun die Auferstehung Jesu Christi der wichtigste Punkt
der apostolischen Predigt ist, muß sie auch der
wichtigste Punkt unseres Glaubens sein.

Röm 10,9"Denn wenn du mit deinem Munde bekennst,


daß Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst,
daß ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du
gerettet."
Mit der Auferstehung Jesu Christi steht oder fällt unser
Glaube. Beachten wir die Aussagen in:

1.Kor 15,14 "Ist aber Christus nicht auferstanden, so


ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube
vergeblich."
1.Kor 15,15 "Wir würden dann auch als falsche
Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt
hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht
auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht
auferstehen."
1.Kor 15,17 "Ist Christus aber nicht auferstanden, so
ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren
Sünden."
1.Kor 15,18 "so sind auch die, die in Christus
entschlafen sind, verloren."
Wer die Auferstehung Jesu Christi leugnet, verliert das
Fundament seines Glaubens. Wer die Auferstehung in
ihrer Bedeutung schmälert, verschiebt die
Glaubensinhalte. Wir stehen auf festem Fundament und
bekennen:

1.Kor 15,20a "Nun aber ist Christus auferstanden von


den Toten"
2. Die Art und Weise der Auferstehung Jesu Christi

Wir sprechen von der "Auferstehung" Jesu Christi. Er


ist auferstanden.

Joh 11,25a "Jesus spricht zu ihr: Ich bin die


Auferstehung und das Leben."
Joh 10,18 "Niemand nimmt es von mir, sondern ich
selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe
Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot habe ich
empfangen von meinem Vater."
Joh 2,19+21 "Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn
aufrichten. [...] Er aber redete von dem Tempel seines
Leibes."
Gleichzeitig müssen wir jedoch von einer
"Auferweckung" Jesu Christi sprechen, denn die Schrift
bezeugt:

Apg 2,24 "Den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die
Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, daß
er vom Tode festgehalten werden konnte."
Und wir lesen von der Beteiligung des Heiligen Geistes:

Röm 8,11"Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von


den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der
Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure
sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist,
der in euch wohnt."
Die Auferweckung / Auferstehung Jesu Christi ist das
Werk des dreieinigen Gottes!
a) eine tatsächliche Auferstehung

Jesus Christus ist tatsächlich auferstanden. Dies


bedeutet, daß Er wirklich tot war. Der Versuch, die
Auferstehung zu schmälern durch die Behauptung,
Jesus Christus sei in der Kühle des Grabes aus einer
tiefen Ohnmacht aufgewacht, widerspricht der Heiligen
Schrift. Sie bezeugt: Jesus Christus war tot!

Mk 15,44-45 "Pilatus aber wunderte sich, daß er schon


tot sei, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er
schon lange gestorben sei. Und als er's erkundet hatte
von dem Hauptmann, gab er Josef den Leichnam."
Joh 19,33-34 "Als sie aber zu Jesus kamen und sahen,
daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine
nicht; sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in
seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus."
Es waren gerade die Feinde Jesu Christi, die Seinen
tatsächlichen Tod bestätigen, und die Seine
Auferstehung glaubhaft bezeugen (vgl. Wächter und
versiegeltes Grab!). Auch aus dem Mund des
wiedererstandenen Herrn haben wir ein direktes
Zeugnis:

Offb 1,18 "Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von
Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes
und der Hölle."

b) eine leibliche Auferstehung

Die Auferstehung Jesu Christi war eine leibliche


Auferstehung.

Apg 2,31 "hat er's vorausgesehen und von der


Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Tod
überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht
gesehen."
Als der Herr Jesus Seinen Jüngern erschien, zeigte sich
der Auferstandene mit einem Leib (Lk 24,36-43; Joh
20,25-28):

ein Geist hat nicht Fleisch und Bein


durchbohrte Hände
durchbohrte Füße (Mt 28,9)
offene Seite
Jesus Christus aß
Jesu eigenes Zeugnis über Seinen Zustand
Sein Leib war nach der Auferstehung nicht mehr im
Grab:

Lk 24,2-3 "Sie fanden aber den Stein weggewälzt von


dem Grab und gingen hinein und fanden den Leib des
Herrn Jesu nicht."
Derselbe Leib, der ins Grab gelegt wurde, auferstand!

Die leibliche Auferstehung dokumentiert den völligen


Sieg über den Tod (=> Trennung). Die Auferstehung (=>
Wiedervereinigung) ist der Triumph des Gekreuzigten!

ANREGUNGEN:

Paulus führt in 1.Kor 15 eine ganze Zeugenliste derer


auf, die den auferstandenen Herrn Jesus Christus mit
eigenen Augen gesehen haben.
1.Kor 15,5-8 "und daß er gesehen worden ist von
Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er
gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf
einmal, von denen die meisten heute noch leben, einige
aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden
von Jakobus danach von allen Aposteln. Zuletzt von
allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt
gesehen worden."
Es ist heute modern, zwar von der Auferstehung Jesu
Christi zu sprechen und sie als solche zu "bekennen",
doch spielt für die moderne Theologie das tatsächliche
Geschehen am Ostermorgen keine Rolle. Es ist daher
(vor allem bei Theologen) manchmal notwendig
nachzufragen, ob denn Christus leiblich auferstanden
sei, was dann meist ausweichend oder verneinend
beantwortet wird.

c) eine erstmalige Auferstehung

Die Auferstehung Jesu Christi war die erste ihrer Art.


Alle bisherigen Auferweckungen waren eine
Wiederherstellung der gleichen vergänglichen Natur wie
vor dem Tod des einzelnen. Sie waren begrenzt auf das
irdische, zeitliche Leben. Im Gegensatz dazu steht die
Auferstehung Christi im Herrlichkeitsleib. Er lebt in
Ewigkeit und wird den Tod nicht mehr sehen.

Offb 1,18 "Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von
Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes
und der Hölle."
Röm 6,9 "und wissen, daß Christus, von den Toten
erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über
ihn nicht herrschen."
Seinem Auferstehungsleib werden unsere
Auferstehungsleiber nachgebildet sein (vgl. S. 11-12).
3. Die Folgen der Auferstehung Jesu Christi

a) für Jesus Christus

Röm 1,4 "und nach dem Geist, der heiligt, eingesetzt ist
als Sohn Gottes in Kraft durch die Auferstehung von
den Toten."
Jesus Christus beweist mit Seiner Auferstehung Seine
Lehrautorität und die Berechtigung Seines Anspruchs,
Gottes Sohn zu sein. Nur in der Auferstehung gibt Er
das eindeutige Zeichen Seiner Göttlichkeit, das die
Pharisäer von Ihm verlangt hatten (Mt 12,38-42; Joh
2,13-22). Jesus Christus wurde nicht Gottes Sohn bei
der Auferstehung, sondern Er erwies sich durch die
Auferstehung als Sohn Gottes!

Die Auferstehung Christi zu leugnen würde bedeuten,


Seine Gottheit zu verneinen!

ANREGUNG:

Von Anfang an versuchte Satan, Christus dazu zu


verleiten, Seine Gottessohnschaft vor der Zeit zu
offenbaren (Mt 4). Auch unsere völlige Erlösung wird
erst nach unserem Tod sichtbar. Wird es uns manchmal
zu lang?

b) für die Gläubigen


(1) Rechtfertigung

Röm 4,25"welcher ist um unsrer Sünden willen


dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen
auferweckt."
Gott erweist durch die Auferweckung Seines Sohnes,
daß Er das Opfer auf Golgatha angenommen hat. Jesus
Christus ist unser Stellvertreter sowohl im Sterben als
auch in der Auferstehung.

Eph 2,5-6"auch uns, die wir tot waren in den Sünden,


mit Christus lebendig gemacht - aus Gnade seid ihr
selig geworden -; und er hat uns mit auferweckt und mit
eingesetzt im Himmel in Christus Jesus."
Damit zeigt Gott gleichzeitig, daß wir gerechtfertigt sind.
Nachdem unsere Schuld Christus zugerechnet wurde,
wird nun Seine Gerechtigkeit uns angerechnet.

ANREGUNG:

Der Christus für uns ist zum Christus in uns geworden.

der Gerechtmacher ist meine Gerechtigkeit


der Erlöser ist meine Erlösung
der Versöhner ist meine Versöhnung

(2) lebendige Hoffnung

1.Petr 1,3"Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn


Jesus Christus, der uns nach seiner großen
Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen
Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den
Toten."
Hiob 19,25 "Und ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und
als der letzte wird er über dem Staub sich erheben."
Die Auferstehung Jesu Christi ist die endlose
Fortsetzung Seiner Menschwerdung. Wir haben eine
lebendige Hoffnung, d.h. ein solides Fundament für
unsere Zukunft.

1.Tim 1,1 "Paulus, ein Apostel Christi Jesu nach dem


Befehl Gottes, unseres Heilands, und Christi Jesu, der
unsre Hoffnung ist,"
Die Schrift zeigt deutlich die Hoffnungslosigkeit der
Ungläubigen:

Hiob 8,13"So geht es jedem, der Gott vergißt, und die


Hoffnung des Ruchlosen wird verloren sein. Denn seine
Zuversicht vergeht, und seine Hoffnung ist ein
Spinnweb"
Hiob 11,20 "Aber die Augen der Gottlosen werden
verschmachten, und sie werden nicht entrinnen können,
und als ihre Hoffnung bleibt, die Seele auszuhauchen."
Spr 10,28"Das Warten der Gerechten wird Freude
werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren
sein."
Eph 2,12 "daß ihr zu jener Zeit ohne Christus wart,
ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremde
außerhalb des Bundes der Verheißung; daher hattet ihr
keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt."

ANREGUNG:

Alle Religionsstifter der Menschheitsgeschichte sind tot


- Jesus Christus, der Sohn Gottes, lebt!

(3) neues Leben

Wir wandeln in einem neuen Leben. Dabei handelt es


sich nicht um ein reformiertes altes Leben, sondern um
etwas völlig Neues!

2.Kor 5,17 "Darum: Ist jemand in Christus, so ist er


eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues
ist geworden!"
Der Wandel in einem neuen Leben ist eine Folge der
Auferstehung Jesu Christi.

Röm 6,4 "So sind wir ja mit ihm begraben durch die
Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von
den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in
einem neuen Leben wandeln."
Eph 2,6 "und er hat uns mit auferweckt und mit
eingesetzt im Himmel in Christus Jesus,"
An der Auferstehung Jesu Christi erkennen wir die
Größe der an uns wirkenden Kraft.

Eph 1,19-20 "und wie überschwenglich groß seine


Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner
Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus
gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten
auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im
Himmel"
Phil 3,10 "Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner
Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und
so seinem Tode gleichgestaltet werden, damit ich
gelange zur Auferstehung von den Toten."
Daher können wir anstelle von "Heiligungsleben" auch
"Siegesleben" sagen. Die Tatsache, daß wir im Sieg
leben können, ist eine Folge der Auferstehung! Am Ende
des Auferstehungskapitels 1.Kor 15 finden sich
folgende gewaltige Aussagen:

1.Kor 15,55-57 "Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist


dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde,
die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei
Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus
Christus!"

ILLUSTRATION:

Wir vergleichen unser altes und neues Leben mit einer


Raupe und einem Schmetterling. Die Raupe (altes
Leben) müht sich ab, zerstört mit ihrem Egoismus und
ist im übrigen völlig unfruchtbar. Beim Schmetterling
handelt es sich um das gleiche Tier, das jedoch eine
grundlegende Wandlung durchmachte. Der
Schmetterling tanzt durch die Luft, erweckt keine
Ekelgefühle und ist nützlich. Nur er kann sich
vermehren! Können wir uns Schmetterlinge vorstellen,
die sich wie Raupen verhalten? (Studieren Sie Eph 4,22-
24 mit den dann folgenden 5 Beispielen der Verse 25-
32!).

ANREGUNG:

"Die Kraft der Auferstehung" kann in unserem Leben


sichtbar werden. Es geht folglich nicht mehr um
krampfhafte Selbstbemühung (Schlagwort:
"Heiligungsstreß"), sondern um Christus in uns!
Studieren Sie unter diesem Aspekt die Aussagen der
Heiligen Schrift in Gal 5,22 und Phil 4,13.

(4) Fürsprecher

Durch die Auferstehung haben wir einen lebendigen


Fürsprecher vor Gott im Himmel.

Röm 8,34"Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier,


der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist,
der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt."
Hebr 7, 25 "Daher kann er auch für immer selig
machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für
immer und bittet für sie."
Wir brauchen diesen hohenpriesterlichen Dienst Jesu
Christi, der nur durch Seine Auferstehung möglich ist,
täglich.

ANREGUNG:

In den Dienst Jesu Christi als Fürsprecher erhalten wir


Einblick in Joh 17,15+17+20 (das "hohepriesterliche
Gebet"); Lk 22,31-33; und vor allem Hebr 9,24; 1.Joh 2,1;
Offb 12,10!

(5) Auferstehungshoffnung

Unsere Auferstehung (oder Verwandlung bei der


Entrückung) ist eine Folge der Auferstehung Jesu
Christi.
2.Kor 4,14 "denn wir wissen, daß der, der den Herrn
Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit
Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch."
1.Thess 4,14 "Denn wenn wir glauben, daß Jesus
gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die,
die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm
einherführen."
Die Auferstehung Jesu Christi ist das Vorbild unserer
Auferstehung.

Phil 3,21 "der unseren nichtigen Leib verwandeln wird,


daß er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach
der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen
kann."
1.Kor 15,47+49 "Der erste Mensch ist von der Erde
und irdisch; der zweite Mensch ist vom Himmel. [...] Und
wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so
werden wir auch tragen das Bild des himmlischen."
Und die Auferstehung Jesu Christi ist die Garantie für
unsere Auferstehung. Jesus Christus spielte bereits zu
Seiner Erdenzeit auf Seine Auferstehung an, als Er zu
Seinen Jüngern sagte:

Joh 14,19 "Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird
mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich
sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben."
Der Heilige Geist, der Jesus auferweckte, garantiert
auch unsere Auferweckung:

Röm 8,10-11 "Wenn aber Christus in euch ist, so ist der


Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist
Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn nun der Geist
dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in
euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten
auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig
machen durch seinen Geist, der in euch wohnt."

c) für die Ungläubigen

Auch für die Ungläubigen ist die Auferstehung Jesu


Christi die Ursache und Garantie ihrer zukünftigen
Auferstehung.

1.Kor 15,22 "Denn wie sie in Adam alle sterben, so


werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden."
Joh 5,28-29 "Wundert euch darüber nicht. Denn es
kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind,
seine Stimme hören werden, und werden hervorgehen,
die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens,
die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des
Gerichts."
Darüber hinaus ist die Auferstehung das unfehlbare
Zeugnis für das Weltgericht, nachdem Gott der ganzen
Menschheit die Erlösung angeboten hat.

Apg 17,31 "Denn er hat einen Tag festgesetzt, an


dem er den Erdkreis richten will mit Gerechtigkeit durch
einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat
jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von
den Toten auferweckt hat."

VII. Kapitel: Die Himmelfahrt und Erhöhung Jesu Christi


und ihre Bedeutung

Die Himmelfahrt und Erhöhung Jesu Christi können


nicht voneinander getrennt werden. Sie sind
Beschreibungen eines Geschehens, das von
unterschiedlicher Perspektive aus berichtet wird. Die
Himmelfahrt beschreibt das vom Menschen auf der Erde
beobachtete Geschehen, während die Erhöhung Jesu
Christi für den Menschen unsichtbar beim himmlischen
Vater stattfand. Wir müssen also Himmelfahrt und
Erhöhung, auch wenn wir sie getrennt behandeln, immer
als Einheit betrachten.

1. Die Himmelfahrt Jesu Christi

a) Definition

Unter "Himmelfahrt" verstehen wir die Rückkehr des


inkarnierten, gestorbenen und auferstandenen Jesus
Christus in den Himmel. Dies geschah in Gestalt Seines
Auferstehungsleibes und für die Jünger sichtbar. Die
Himmelfahrt ist also der vom Menschen zu
beobachtende Teil des Geschehens Himmelfahrt /
Erhöhung. Sie markiert den Übergang Christi von der
sichtbaren in die unsichtbare Welt!

Lk 24,51 "Und es geschah, als er sie segnete, schied er


von ihnen und fuhr auf gen Himmel."
Apg 1,9-10 "Und als er das gesagt hatte, wurde er
zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf
vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er
gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei
Männer in weißen Gewändern."
ANREGUNG:

"Himmelfahrt" und "Raumfahrt" können nicht in


Verbindung gebracht werden! (Vgl. Apg 1,11)
Apg 1,11 "Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht
ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von
euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so
wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren
sehen."

b) Zweck der Himmelfahrt Jesu Christi

In den Abschiedsreden Jesu (Joh 14-16) und dem


Hebräerbrief finden wir Aussagen über den Zweck der
Himmelfahrt.

(1) ein Heim zu bereiten

Joh 14,2-3 "In meines Vaters Hause sind viele


Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu
euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?
Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will
ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr
seid, wo ich bin."
Er ging zum Vater, um unseren ewigen Aufenthalt
vorzubereiten, der aber schon vorbereitet ist. Dieses
Wissen erfüllt unsere Herzen mit Erwartung und
Vorfreude.

Phil 3,20 "Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher


wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus
Christus,"

(2) den Heiligen Geist zu senden

Jesus Christus "fuhr gen Himmel", um uns den Heiligen


Geist zu senden.

Joh 16,7 "Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut
für euch, daß ich weggehe. Denn wenn ich nicht
weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich
aber gehe, will ich ihn zu euch senden."

(3) unser Vorläufer zu werden

Hebr 6,19-20 "Diese haben wir als einen sicheren und


festen Anker unsrer Seele, der auch hineinreicht bis in
das Innere hinter dem Vorhang. Dahinein ist der
Vorläufer für uns gegangen, Jesus, der ein
Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der
Ordnung Melchisedeks."
Der Herr Jesus hat uns den Weg gebahnt und uns die
Stätte bereitet!

(4) uns vor Gott zu vertreten

Als auferstandener und aufgefahrener Herr tritt Jesus


Christus im Himmel Seinen Dienst als Hoherpriester an.

Hebr 5,1 "Denn jeder Hohepriester, der von den


Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die
Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und
Opfer darbringe für die Sünden."
Hebr 9,24 "Denn Christus ist nicht eingegangen in
das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein
Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den
Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht
Gottes zu erscheinen;"
Wir werden den Dienst unseres Hohenpriesters später
noch genauer studieren.

2. Die Erhöhung Jesu Christi

a) Definition

Die Erhöhung ist jener Teil des Gesamtgeschehens


Himmelfahrt / Erhöhung, der dem menschlichen Auge
verborgen blieb. Unter der Erhöhung Christi verstehen
wir den Akt des Vaters, durch den Er Seinen Sohn zu
Seiner Rechten setzte. Diese Erhöhung fand im Himmel
statt.

Apg 2,33 "Da er nun durch die rechte Hand Gottes


erhöht ist und empfangen hat den verheißenen heiligen
Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr hier
seht und hört."
Phil 2,9 "Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm
einen Namen gegeben, der über alle Namen ist,"
Eph 1,20 "mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie
hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu
seiner Rechten im Himmel."
b) Bedeutung der Erhöhung Jesu Christi

(1) eingesetzt zum Haupt der Gemeinde

Eph 1,22-23 "Und alles hat er unter seine Füße getan


und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles,
welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles
in allem erfüllt."
Ein Leib kann notfalls auf Glieder verzichten - nicht aber
auf das Haupt. Wird der Leib von diesem getrennt, so ist
er tot. Wahre Gemeinde findet sich also nur dort, wo der
erhöhte Jesus Christus das Haupt ist. Im Leib kann aber
nur ein Wille regieren - der Wille des Hauptes!

Wir sehen auch, wie das Haupt - Christus - Seinem Leib


dient.

Eph 5,29 "Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch


gehaßt; sondern er nährt und pflegt es, wie auch
Christus die Gemeinde."
Kol 2,19 "und hält sich nicht an das Haupt, von dem her
der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und
zusammengehalten wird und wächst durch Gottes
Wirken."
Durch die Ausgießung des Heiligen Geistes kann
Christus in den Gläubigen wohnen. Außerdem sind so
der Gemeinde die Gaben gegeben (vgl. 1.Kor 12,4-11):

Eph 4,8+10-11"Darum heißt es: 'Er ist aufgefahren zur


Höhe und hat Gefangene mit sich geführt und hat den
Menschen Gaben gegeben. [...] Und er hat einige als
Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als
Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die
Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes.
Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden."

(2) erhöht über alles

Eph 1,20b-22a"... und eingesetzt zu seiner Rechten im


Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und
alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser
Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er
unter seine Füße getan ..."
Phil 2,9 "Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm
einen Namen gegeben, der über alle Namen ist,"
Eine wunderbare (für die Seinen) und zugleich
schreckliche (für die Gottlosen) Folge dieses "über
alles" ist,

Phil 2,10-11 "daß in dem Namen Jesu sich beugen


sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und
unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen,
daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des
Vaters."

ANREGUNG:

Mit der Erhöhung Jesu Christi dokumentiert Gott


gleichzeitig die Größe Seiner Kraft an uns:
Eph 1,19-20 "und wie überschwenglich groß seine
Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner
Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus
gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten
auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im
Himmel"
(3) gekrönt mit Preis und Ehre

Hebr 2,9 "Den aber, der 'eine kleine Zeit niedriger


gewesen ist als die Engel', Jesus, sehen wir durch das
Leiden des Todes 'gekrönt mit Preis und Ehre'; denn
durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod
schmecken."
Nach ca. 33 Erdenjahren kehrt Jesus Christus als Sieger
von Golgatha zum Vater in den Himmel zurück.
Gezeichnet mit den Wundmalen besteigt Er dort den
Thron. Welcher Unterschied zur Erniedrigung in Seiner
Erdenzeit! Wie war es damals?

Joh 1,11 "Er kam in sein Eigentum; und die Seinen


nahmen ihn nicht auf."
Lk 2,7 "Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte
ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie
hatten sonst keinen Raum in der Herberge."
Mt 8,20 "Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Gruben,
und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der
Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege."
Hebr 13,12-13 "Darum hat auch Jesus, damit er das Volk
heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor
dem Tor. So laßt uns nun zu ihm hinausgehen aus dem
Lager und seine Schmach tragen."
Die Menschen krönten Ihn mit der Dornenkrone (Mt
27,28-30) - nun ist Er gekrönt mit "Preis und Ehre". Der
himmlische Vater gab Ihm die Stellung, die Ihm gebührt.

Phil 2,9 "Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm
einen Namen gegeben, der über alle Namen ist,"
Ps 110,1 "Der Herr sprach zu meinem Herrn: 'Setze dich
zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel
deiner Füße mache.'"
Wir lesen über 10x vom "Sitzen zur Rechten Gottes". Bis
zur endgültigen Offenbarung Seines Sieges erfüllt Er
dort Sein dreifaches Amt.

ANREGUNG:

Wie der Tod Jesu Christi zu einer praktischen Erfahrung


in unserem Leben wurde, so können auch Seine
Auferstehung und Seine Erhöhung zu einer
wunderbaren, praktischen Erfahrung werden.
Phil 3,10 "Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner
Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und
so seinem Tode gleichgestaltet werden,"
Eph 2,6 "und er hat uns mit auferweckt und mit
eingesetzt im Himmel in Christus Jesus,"

VIII. Kapitel: Das Amt Jesu Christi

Jesus Christus ist der Messias, der Gesalbte Gottes.

Joh 20,31 "Diese aber sind geschrieben, damit ihr


glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und
damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem
Namen."
Apg 10,38 "wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat
mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und
hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der
Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm."
In Ihm ist jede Salbung des AT erfüllt. Im AT wurde der
Prophet, Priester und König gesalbt und so in seinen
Dienst eingesetzt und für ihn ausgerüstet.

1.Kön 19,15-16 "Aber der Herr sprach zu ihm: Geh


wieder deines Weges durch die Wüste nach Damaskus
und geh hinein und salbe Hasael zum König über Aram
und Jehu, den Sohn Nimschis, zum König über Israel
und Elisa , den Sohn Schafats, von Abel-Mehola zum
Propheten an deiner Statt."
3.Mose 8,12 "Und er goß von dem Salböl auf Aarons
Haupt und salbte ihn, daß er geweiht würde,"
1.Sam 16,13 "Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte
ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des
Herrn geriet über David von dem Tag an und weiterhin.
Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama."
Jes 61,1-2 "Der Geist Gottes ist auf mir, weil der Herr
mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute
Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu
verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit,
den Gebundenen, daß sie frei und ledig sein sollen; zu
verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag
der Vergeltung unsres Gottes, zu trösten alle
Trauernden,"
Die Salbung Jesu Christi geschah bei Seiner Taufe im
Jordan (Apg 10,37-38). Hier wurden die
alttestamentlichen Vorbilder auf Christus hin erfüllt. In
Ihm erkennen wir nun die Erfüllung des Propheten,
Hohenpriesters und Königs.

Als der Prophet offenbart Er Gott bei den Menschen.


Als der Hohepriester versöhnt Er den Menschen mit
Gott.
Als der König stellt Er die Autoritätsbeziehung zwischen
Gott und den Menschen wieder her.
Gott Gott Gott Gott
Sünde Prophet Hoherpriester
König
Mensch Mensch Mensch Mensch
Die drei Ämter Christi sind eng miteinander verbunden.
Sein prophetisches Wirken bereitete Seinen
hohenpriesterlichen Dienst vor, der wiederum
Voraussetzung zur Aufrichtung Seiner Königsherrschaft
war.

Joh 15,22 "Wenn ich nicht gekommen wäre und


hätte es ihnen gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun
aber können sie nichts vorwenden, um ihre Sünde zu
entschuldigen."
1.Petr 2,24 "der unsre Sünde selbst hinaufgetragen
hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde
abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine
Wunden seid ihr heil geworden."
1.Kor 12,3 "Darum tue ich euch kund, daß niemand
Jesus verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und
niemand kann Jesus den Herrn nennen außer durch den
heiligen Geist."

ANREGUNGEN:

Auch wir Gläubige sind gesalbt.


2.Kor 1,21 "Gott ist's aber, der uns fest macht samt
euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in
unsere Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat."
1.Joh 2,27-28 "Und die Salbung, die ihr von ihm
empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig,
daß euch jemand lehrt; sondern, wie euch seine
Salbung alles lehrt, so ist's wahr und ist keine Lüge, und
wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm."
Das dreifache Amt des Gesalbten ist im Heidelberger
Katechismus eindrücklich zusammengestellt (Frage 31):
"Warum ist er Christus, das ist ein Gesalbter, genannt?
Weil er von Gott dem Vater verordnet und mit dem
Heiligen Geist gesalbt ist zu unserm obersten Propheten
und Lehrer, der uns den heimlichen Rat und Willen
Gottes von unserer Erlösung vollkömmlich geoffenbart;
und zu unserm einzigen Hohenpriester, der uns mit dem
einzigen Opfer seines Leibes erlöst hat und immerdar
mit seiner Fürbitte vor dem Vater vertritt; und zu unserm
ewigen König, der uns mit seinem Wort und Geist
regiert und bei der erworbenen Erlösung schützt und
erhält."

1. Das prophetische Amt Jesu Christi

a) Definition

Der Begriff "Prophet" kommt aus der griechischen


Sprache und bedeutet soviel wie "Verkündiger" und
"Sprecher", dann in einem engeren Sinne auch
"Vorhersager". Die LXX benutzt "Prophet" als
Übersetzung des hebräischen nabi, einem Wort, dessen
Herkunft nicht zweifelsfrei zu klären ist. Neben nabi
(=Prophet) gebraucht das AT auch die Begriffe "Mann
Gottes" und "Seher / Schauer", die jedoch nicht
eindeutig von einander abgegrenzt werden können. In
1.Sam 9,9 finden wir einen Hinweis:

1.Sam 9,9 "Vorzeiten sagte man in Israel, wenn man


ging, Gott zu befragen: Kommt, laßt uns zu dem Seher
gehen! Denn die man jetzt Propheten nennt, die nannte
man vorzeiten Seher."
1.Chr 29,29 stellt dann gleich drei Begriffe
nebeneinander:

1.Chr 29,29 "Die Geschichte aber des Königs David,


die frühere und die spätere, siehe, die steht geschrieben
in der Geschichte des Samuels, des Sehers [roäh], und
in der Geschichte des Propheten [nabi] Nathan und in
der Geschichte Gads, des Sehers [chozäh],"
Der Gebrauch des hebräischen nabi wird durch
folgenden Vers besonders deutlich:

2.Mose 7,1-2 "Der Herr sprach zu Mose: Siehe, ich habe


dich zum Gott gesetzt für den Pharao, und Aaron, dein
Bruder, soll dein Prophet sein. Du sollst alles reden, was
ich dir gebieten werde; aber Aaron, dein Bruder, soll es
vor dem Pharao reden, damit er die Israeliten aus
seinem Lande ziehen lasse."
Mose nimmt hier die Stellung des Herrschenden ein,
Aaron die des Propheten, der die empfangene Botschaft
weitergibt.

2.Mose 4,16 "Und er soll für dich zum Volk reden; er


soll dein Mund sein, und du sollst für ihn Gott sein."
Das prophetische Amt umfaßt also zwei wichtige
Aufgaben:

die Aufnahme des Wortes und


die Weitergabe des empfangenen Wortes!
Der Prophet ist folglich eine berufene Person, die im
Auftrag Gottes das empfangene göttliche Wort an seine
Zeitgenossen weitergibt.

5.Mose 18,18 "Ich will ihnen einen Propheten, wie du


bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in
seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was
ich ihm gebieten werde."
Jer 1,9 "Und der Herr streckte seine Hand aus und
rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich
lege meine Worte in deinen Mund."

ANREGUNGEN:

Studieren Sie den Begriff "Prophet" in verschiedenen


Lexika. Schlagen Sie dabei auch die Begriffe "Seher",
"Schauer" und "Verkündiger" auf.
Wiederholen Sie bei dieser Gelegenheit aus der
Bibliologie das Kapitel: "Der Vorgang der Inspiration"

b) Verheißen im AT

Jesus Christus, der Prophet, war im AT verheißen.

5.Mose 18,15 "Einen Propheten wie mich wird dir der


Herr, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen
Brüdern; dem sollt ihr gehorchen."
Jedoch wurde Christus nicht erst in Seiner inkarnierten
Gestalt zum Propheten. Er war es bereits zur Zeit des
AT, ja schon von Ewigkeit her.

1.Petr. 1,11 "und haben geforscht, auf welche und


was für eine Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen
war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus
kommen sollten, und die Herrlichkeit danach."
Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war
bei Gott, und Gott war das Wort."
So erstreckt sich Sein Prophetenamt von Anfang an bis
in alle Ewigkeit.
Offb 19,13 "Und er war angetan mit einem Gewand,
das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort
Gottes."

c) Geoffenbart im NT

Die Verheißung des AT wird in Jesus Christus erfüllt.


Von Seinem Dienst als Prophet lesen wir im NT.

Apg 3,22 "Mose hat gesagt: 'Einen Propheten wie mich


wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren
Brüdern; den sollt ihr hören in allem, was er euch sagen
wird.'"
Hebr 1,2 "hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet
durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über
alles, durch den er auch die Welt gemacht hat."
Jesus Christus erfüllt Sein prophetisches Amt, indem Er
den Vater offenbart (Joh 14,9).

Joh 16,25 "Das habe ich euch in Bildern gesagt. Es


kommt die Zeit, daß ich nicht mehr in Bildern mit euch
reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von
meinem Vater."
Er tut dies auch durch die Weitergabe des empfangenen
Wortes (s. Definition)

Joh 8,26 "Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den


Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr
erkennen, daß ich es bin und nichts von mir selber tue,
sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich."
Joh 12,49-50 "Denn ich habe nichts aus mir selbst
geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der
hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soll.
Und ich weiß: sein Gebot ist das ewige Leben. Darum:
was ich rede, das rede ich so, wie es mir der Vater
gesagt hat."
Joh 17,8 "Denn die Worte, die du mir gegeben hast,
habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie
angenommen und wahrhaftig erkannt, daß ich von dir
ausgegangen bin, und sie glauben, daß du mich gesandt
hast."
So finden sich Zeugnis, Lehre und Predigt im Dienst
Jesu Christi:

Joh 18,37 "Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch


ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein
König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen,
daß ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der
Wahrheit ist, der hört meine Stimme."
Mt 4,23 "Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte
in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von
dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle
Gebrechen im Volk."
Die Reden Jesu Christi nehmen weiten Raum in den
Evangelienberichten ein. Ein Teil dieser Reden ist auch
im engeren Sinne "prophetisch", z.B. Mt 24-25. Die
Prophetien Jesu Christi waren nicht immer
Endzeitprophetien. Ein Teil Seiner Vorhersagen wurde
auch unmittelbar erfüllt, z.B.:

Mt 21,2 "und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf,


das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin
angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los
und führt sie zu mir!"
Mt 17,27 "Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben,
geh hin an den See und wirf die Angel aus, und den
ersten Fisch, der heraufkommt, den nimm; und wenn du
sein Maul aufmachst, wirst du ein Zweigroschenstück
finden; das nimm und gib's ihnen für mich und dich."
Falsche Propheten sollten nach dem Gesetz gesteinigt
werden (5.Mose 13,5+10). Christus erwies sich jedoch
als der wahre Prophet. Er selbst bezeichnet sich als
Prophet:

Mk 6,4 "Jesus aber sprach zu ihnen: ein Prophet gilt


nirgends weniger als in seinem Vaterland und bei seinen
Verwandten und in seinem Hause."
Lk 13,33 "Doch muß ich heute und morgen und am
folgenden Tage noch wandern; denn es geht nicht an,
daß ein Prophet umkomme außerhalb von Jerusalem."
Ein großer Teil der Evangelien besteht aus der
Verkündigung Jesu Christi und der Seinen
Prophetendienst unterstützenden und beglaubigenden
Zeichen und Wunder.

Mt 4,23 "Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte


in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von
dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle
Gebrechen im Volk."

d) Besonderheit des prophetischen Amtes Jesu Christi

Jesus Christus offenbarte Gott nicht nur durch Worte,


sondern auch durch Werke und durch Sein Wesen. Er
offenbarte Gott in sich und durch sich selbst!

Joh 1,18 "Niemand hat Gott je gesehen; der


Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist,
der hat ihn uns verkündigt."
Joh 1,1 "Im Anfang war das Wort, und das Wort war
bei Gott, und Gott war das Wort."
In Ihm ist alle Prophetie erfüllt. Während alle anderen
Propheten nur auf Ihn hinwiesen, ist Er das inkarnierte
Wort:

Lk 24,44 "Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine


Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei
euch war: Es muß alles erfüllt werden, was von mir
geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den
Propheten und in den Psalmen."
Joh 1,14 "Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter
uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit
als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade
und Wahrheit."

2. Das hohepriesterliche Amt Jesu Christi

a) Definition und Erfüllung in Jesus Christus

Gott überbrückt vermittelst des Opfers die Trennung


zwischen Gott und Menschen.

3.Mose 17,11 "Denn des Leibes Leben ist im Blut, und


ich habe es euch für den Altar gegeben, daß ihr damit
entsühnt werdet. Denn das Blut ist die Entsühnung, weil
das Leben in ihm ist."
Joh 3,16 "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er
seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn
glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige
Leben haben."
Der Priester bringt den Menschen Gott nahe. Auf
göttlichen Befehl hin ist er der Mittler zwischen Gott und
Mensch und vertritt den Menschen vor Gott.

(1) Nahebringer

Das deutlichste Bild für das Nahebringen des Menschen


zu Gott finden wir im Handeln des Hohenpriesters am
großen Versöhnungstag (3.Mose 16).

3.Mose 16,15+17 "Danach soll er den Bock, das


Sündopfer des Volks, schlachten und sein Blut
hineinbringen hinter den Vorhang und soll mit seinem
Blut tun, wie er mit dem Blut des Stieres getan hat, und
etwas davon auch sprengen gegen den Gnadenthron
und vor den Gnadenthron [...] Kein Mensch soll in der
Stiftshütte sein, wenn er hineingeht, Sühne zu schaffen
im Heiligtum, bis er herauskommt. So soll er Sühne
schaffen für sich und sein Haus und die ganze
Gemeinde Israel."
Diesen Dienst tat Jesus Christus für uns! Er ist unser
Nahebringer!

Hebr 9,12 "Er ist auch nicht durch das Blut von
Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut
ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat
eine ewige Erlösung erworben."
Eph 2,13 "Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr
einst ferne wart, nahe geworden durch das Blut Christi."

(2) Mittler

Der Hohepriester ist auch "Mittler". Er geht vom


Menschen zu Gott hin - und dann wiederum von Gott
zum Menschen zurück.

3.Mose 16,24 "und er soll sich mit Wasser abwaschen


an heiliger Stätte und seine eigenen Kleider anziehen
und wieder hinausgehen und sein Brandopfer und des
Volkes Brandopfer darbringen und sich und das Volk
entsühnen"
Zu den Mittleraufgaben gehören Segen, Lehre und die
Befragung Gottes durch das Los.

4.Mose 6,23 "Sage Aaron und seinen Söhnen und


sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie
segnet:"
Mal 2,7 "Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre
bewahren, daß man aus seinem Munde Weisung suche;
denn er ist ein Bote des Herrn Zebaoth."
2.Mose 28,30 "Und du sollst in die Brusttasche tun die
Lose 'Licht und Recht', so daß sie auf dem Herzen
Aarons seien, wenn er hineingeht vor den Herrn, daß er
die Entscheidungen für die Israeliten auf seinem Herzen
trage vor dem Herrn allezeit."
4.Mose 27,21 "Und er soll treten vor Eleasar, den
Priester, der soll für ihn mit den heiligen Losen den
Herrn befragen. Nach dessen Befehl sollen aus- und
einziehen er und alle Israeliten mit ihm und die ganze
Gemeinde."
Das NT offenbart uns Jesus Christus als unseren
Mittler!

1.Tim 2,5 "Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen
Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus
Jesus,"
Durch diesen vollkommenen Mittler können wir "zu Gott
kommen".
Hebr 7,25 "Daher kann er auch für immer selig
machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für
immer und bittet für sie."
Jesus Christus ist der Mittler des neuen Bundes - im
Gegensatz zu Mose, dem Mittler des alten.

Joh 1,17 "Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die
Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus
geworden."
Hebr 9,15 "Und darum ist er auch der Mittler des
neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen
ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem
ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe
empfangen."

(3) Vertreter

Aus Gottes Sicht ist der Priester der Vertreter des


Menschen vor Gott.

Hebr 5,1 "Denn jeder Hohepriester, der von den


Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die
Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und
Opfer darbringe für die Sünden."
2.Mose 28,12+29 "Und du sollst sie auf die
Schulterteile des Schurzes heften, daß es Steine seien
zum gnädigen Gedenken an die Israeliten, so daß Aaron
ihre Namen auf seinen beiden Schultern trage vor dem
Herrn, damit der Herr ihrer gedenke. [...] So soll Aaron
die Namen der Söhne Israels in der Brusttasche auf
seinem Herzen tragen, wenn er in das Heiligtum geht,
zum gnädigen Gedenken vor dem Herrn allezeit."
Der alttestamentliche Hohepriester trug die Namen der
12 Stämme Israels in Edelsteine graviert ständig in die
Gegenwart Gottes. Unser Hoherpriester, Christus, kennt
uns mit Namen.

Joh 10,3+14 "Dem macht der Türhüter auf, und die


Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit
Namen und führt sie hinaus. [...] Ich bin der gute Hirte
und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich."
Wir sind in Ihm in die Gegenwart Gottes versetzt!

Eph 2,6 "und er hat uns mit auferweckt und mit


eingesetzt im Himmel in Christus Jesus,"
Unser Herr vertritt uns vor Seinem Vater. In Ihm haben
wir den Fürsprecher vor dem Thron Gottes.

Joh 17,9+20 "Ich bitte für sie und bitte nicht für die
Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast; denn sie
sind dein. [...] Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern
auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben
werden."
1.Joh 2,1 "Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit
ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben
wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus,
der gerecht ist."
Hebr 9,24 "Denn Christus ist nicht eingegangen in
das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein
Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den
Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht
Gottes zu erscheinen;"
Hebr 7,25 "Daher kann er auch für immer selig
machen, die durch ihn zu Gott kommen, denn er lebt für
immer und bittet für sie."

ANREGUNGEN:
Ohne den Tod Jesu Christi kann kein Sünder selig
werden. Aber wo wären wir ohne Seine
hohepriesterliche Fürbitte?
Röm 8,33-34 "Wer will die Auserwählten Gottes
beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will
verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist,
ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten
Gottes ist und uns vertritt."
Studieren Sie das "Hohepriesterliche Gebet" Jesu
Christi in Joh 17!

b) Bedingungen und deren Erfüllung in Jesus Christus

Für den Hohenpriester hatte Gott eindeutige Kriterien


aufgestellt. Betrachten wir nun einige dieser
Bedingungen, und wie sie in Jesus Christus erfüllt
werden.

(1) der Hohepriester muß Mensch sein

Nur ein Hoherpriester, der Mensch ist, kann die


Menschen vor Gott vertreten. Nur er kann mitfühlen.

Hebr 5,1 "Denn jeder Hohepriester, der von den


Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die
Menschen zum Dienst vor Gott, damit er die Gaben und
Opfer darbringe für die Sünden."
Dies gilt auch für Christus:

Hebr 2,14a "Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut
sind, hat auch er's gleichermaßen angenommen,"
Hebr 2,17 "Daher mußte er in allem seinen Brüdern
gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer
Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des
Volkes."
Phil 2,7 "sondern entäußerte sich selbst und nahm
Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der
Erscheinung nach als Mensch erkannt."

(2) der Hohepriester muß von Gott berufen sein

Hebr 5,4 "Und niemand nimmt sich selbst die


hohepriesterliche Würde, sondern er wird von Gott
berufen wie auch Aaron."
Über dem Priestertum liegt kein Verdienst, sondern eine
göttliche Berufung. Nur ein solch "Gerufener" kann vor
Gott treten. Auch Christus ist von Gott berufen:

Hebr 5,5-6 "So hat auch Christus sich nicht selbst


die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern
der, der zu ihm gesagt hat: 'Du bist mein Sohn, heute
habe ich dich gezeugt.' Wie er auch an anderer Stelle
spricht: 'Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der
Ordnung Melchisedeks.'"

(3) der Hohepriester muß heilig sein

Mehrmals finden wir die Betonung der Heiligkeit des


Priesters. Er mußte für Gott abgesondert sein (= heilig!).

2.Mose 28,36 "Du sollst auch ein Stirnblatt machen aus


feinem Golde und darauf eingraben, wie man Siegel
eingräbt: 'Heilig dem Herrn'"
3.Mose 21,6 "Sie sollen ihrem Gott heilig sein und
nicht entheiligen den Namen ihres Gottes, denn sie
opfern die Feueropfer des Herrn, die Speise ihres
Gottes; darum sollen sie heilig sein."
3.Mose 21,18 "Denn keiner, an dem ein Fehler ist, soll
herzutreten, er sei blind, lahm, mit einem entstellten
Gesicht, mit irgendeiner Mißbildung"
Christus mußte heilig, ohne irgendein Fehl sein.

1.Petr 1,19 "sondern mit dem teuren Blut Christi als


eines unschuldigen und unbefleckten Lammes."
Hebr 4,15 "Denn wir haben nicht einen
Hohenpriester, der nicht könnte mitleiden mit unserer
Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem
wie wir, doch ohne Sünde."
Hebr 7,26-28 "Denn einen solchen Hohenpriester
mußten wir auch haben, der heilig, unschuldig,
unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist
als der Himmel. Er hat nicht nötig, wie jene
Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden
Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn
das hat er ein für allemal getan, als er sich opferte. Denn
das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die
Schwachheit an sich haben, dies Wort des Eides aber,
das erst nach dem Gesetz gesagt worden ist, setzt den
Sohn ein, der ewig und vollkommen ist."

(4) der Hohepriester muß ein Opfer haben

Der Hohepriester muß ein Opfer haben - er kann nicht


ohne das Blut eines Opfers vor Gott treten.

Hebr 5,3 "Darum muß er, wie für das Volk, so auch für
sich selbst opfern für die Sünden."
Jesus Christus hat nicht irgendetwas, sondern sich
selbst als Opfer dargebracht.
Hebr 7,27 "Er hat nicht nötig, wie jene
Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden
Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn
das hat er ein für allemal getan, als er sich opferte."
Hebr 9,12 "Er ist auch nicht durch das Blut von
Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut
ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat
eine ewige Erlösung erworben."
Hebr 9,14 "um wieviel mehr wird dann das Blut
Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den
ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen
reinigen von den toten Werken, zu dienen dem
lebendigen Gott!"
Hebr 9,26 "sonst hätte er oft leiden müssen vom
Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt, ist er
ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die
Sünde aufzuheben."
Hebr 10,10 "Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein
für allemal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi."
Hebr 10,14 "Denn mit einem Opfer hat er für immer
die vollendet, die geheiligt werden."
Der Wert des Opfers liegt im Blut. Daher mußte Christus
sterben.

3.Mose 17,11 "des Leibes Leben ist im Blut, und ich


habe es euch für den Altar gegeben, daß ihr damit
entsühnt werdet. Denn das Blut ist die Entsühnung, weil
das Leben in ihm ist."
So gipfelt das hohepriesterliche Amt Jesu Christi -
genau wie das AT-Priesteramt - im Opfer und in der
Fürbitte.
ANREGUNGEN:

Siehe das spezielle Studium der Opfer (3.Mose 1-7).


Studieren Sie ausführlich den großen Versöhnungstag
(3.Mose 16). Er ist eine gewaltige Anschauungspredigt
für das Versöhnungswerk Jesu Christi!

3.Mose 16,4
Hebr 9,26
Phil 2,7
3.Mose 16,15+21
Hebr 9,24
1.Joh 1,9

3.Mose 16,24
Hebr 9,18
Mt 24,30
Wie muß der alttestamentliche Hohepriester innerlich
bewegt gewesen sein, wenn er am Brandopferaltar
stehend das Opfertier schlachtete und dann mit dem
Blut ins Allerheiligste ging, um das Volk zu versöhnen.
Welch heilige Augenblicke am Kreuz von Golgatha, in
denen Gott Seinen sterbenden Sohn den Blicken der
Menschen durch eine Finsternis entzog!

c) Das melchisedek'sche Hohepriestertum Jesu Christi

Das Hohepriestertum Jesu Christi geht weit über das


des aaronitischen Hohenpriesters hinaus. Jesus
Christus ist Hoherpriester nach der Ordnung
Melchisedeks (vgl. zu Melchisedek 1.Mose14,18-20 und
Hebr 7,1-3).
Hebr 7,17 "Denn es wird bezeugt: 'Du bist ein
Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.'"
Die Priesterschaft nach der Ordnung Melchisedeks
unterscheidet sich von der aaronitischen Priesterschaft
und ist dieser überlegen. Durch Jesus Christus ist das
aaronitische Priestertum beendet. In allen Bereichen des
Priestertums fand eine radikale Veränderung statt.
Hierüber gibt der Hebräerbrief Auskunft:

das ewige, neue Priestertum (Hebr 7,11-28)


Hebr 7,24 "dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein
unvergängliches Priestertum"
der ewige, neue Bund (Hebr 8,6-7+13)
Hebr 13,20 "Der Gott des Friedens aber, der den
großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den
Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen
Bundes."
das ewige, neue Heiligtum (Hebr 9,1-28)
Hebr 9,11-12 "Christus aber ist gekommen als ein
Hoherpriester der zukünftigen Güter durch die größere
und vollkommenere Stiftshütte, die nicht mit Händen
gemacht ist, das ist: die nicht von dieser Schöpfung ist."
das ewige, neue Opfer (Hebr 10,11-18)
Hebr 10,12 "Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden
dargebracht, und sitzt nun für immer zur Rechten
Gottes."

(1) Wesen

Höhepunkt des Dienstes eines aaronitischen


Hohenpriesters war der große Versöhnungstag. Dieser
wurde jedes Jahr wiederholt und galt lediglich dem Volk
Israel, also national beschränkt.
3.Mose 16,34a"Das soll euch eine ewige Ordnung sein,
daß ihr Israel einmal im Jahr entsühnt wegen aller seiner
Sünden."
Hebr 9,7 "In den andern Teil aber ging nur einmal im
Jahr allein der Hohepriester, und das nicht ohne Blut,
das er opferte für die unwissentlich begangenen
Sünden, die eigenen und die des Volkes."
Jesus Christus, der Hohepriester nach der Ordnung
Melchisedeks, ist ein für allemal in das Heiligtum
eingegangen. Auch ist Sein Dienst nicht auf ein Volk
beschränkt - also universal.

Hebr 9,26 "sonst hätte er oft leiden müssen vom


Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt, ist er
ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die
Sünde aufzuheben."
1.Joh 2,2 "Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden,
nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die
der ganzen Welt."
Hebr 8,1 "Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon
wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der
da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im
Himmel"
Vor dem Thron Gottes vertritt Er Seine Auserwählten:

Röm 8,34"Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier,


der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist,
der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt."
Hebr 9,24 "Denn Christus ist nicht eingegangen in
das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein
Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den
Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Heiligtum
Gottes zu erscheinen;"
1.Joh 2,1 "Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit
ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben
wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus,
der gerecht ist."

(2) Dauer

Der aaronitische Hohepriester verließ die Gegenwart


Gottes im Allerheiligsten wieder. Jesus Christus wirkt
dort ununterbrochen weiter. Sein melchisedek'scher
Dienst ist ewig.

Hebr 7,24-25 "dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein


unvergängliches Priestertum. Daher kann er auch für
immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen;
denn er bleibt für immer und bittet für sie."

SCHLUSSBEMERKUNG:

Im Zusammenhang mit dem priesterlichen Dienst


unseres Herrn Jesus Christus kommt immer wieder die
Frage nach dem Geltungsbereich Seines Opfers auf. Gilt
Sein Tod nur den Auserwählten, oder starb Er für die
ganze Welt?

1.Tim 4,10 "Denn dafür arbeiten und kämpfen wir,


weil wir unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt
haben, welcher ist der Heiland aller Menschen,
besonders der Gläubigen."
Einige Verse könnten darauf hindeuten, daß Jesus
Christus nur für eine Schar Auserwählter gestorben ist
(z.B.: Mt 26,28; Mk 10,45; Joh 17,9; Eph 5,25). Wir lesen
aber:

Joh 1,29 "Am nächsten Tag sieht Johannes, daß Jesus


zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm,
das der Welt Sünde trägt!"
1.Joh 2,2 "Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden,
nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die
der ganzen Welt."
Tit 2,11 "Denn es ist erschienen die heilsame Gnade
Gottes allen Menschen."
1.Tim 2,6 "der sich selbst gegeben hat für alle zur
Erlösung, daß dies zu seiner Zeit gepredigt werde."
Jesus Christus ist für alle Menschen gestorben. Sein
Tod ist die Grundlage, aus der Gott dem Sünder
vergeben und ihn erneuern kann. Das Heil ist für alle
bereitgestellt, aber es wird nicht von allen angenommen
(vgl. 2.Kor 5,19-20).

3. Das königliche Amt Jesu Christi

a) Definition

In Seinem königlichen Amt stellt Jesus Christus die


Autoritätsbeziehung zwischen Gott und den Menschen
wieder her. Als König gehört Ihm alle Herrlichkeit und
Macht, wie z.B. die der Gesetzgebung (Legislative),
Regierung (Exekutive), und des Richteramtes
(Jurisdiktion).

b) Jesus Christus, der König

Jesus Christus ist im AT als König verheißen:


1.Mose 49,10 "Es wird das Zepter von Juda nicht
weichen noch der Stab des Herrschers von seinen
Füßen, bis daß der Held komme, und ihm werden die
Völker anhangen."
2.Sam 7,12-13 "Wenn nun deine Zeit um ist und du dich
zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir einen
Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen
wird; dem will ich sein Königtum bestätigen. Der soll
meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen
Königsthron bestätigen ewiglich."
Im NT wird Jesus Christus als der König geoffenbart.
Vor allem das Matthäusevangelium zeigt uns den
verheißenen König und Sein Königreich. Aber auch die
anderen Evangelien sprechen von Seiner
Königsherrschaft. Dies beginnt schon bei der Geburt
Jesu Christi und zieht sich bis zu Seiner Kreuzigung:

Lk 1,33 "und er wird ein König sein über das Haus


Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende
haben."
Lk 2,11 "denn euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids."
Mt 21,4-5 "Das geschah aber, damit erfüllt würde, was
gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: 'Sag der
Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig
und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem
Jungen eines Lasttiers."
Joh 18,36-37 "Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht
von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt,
meine Diener würden darum kämpfen, daß ich den
Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein
Reich nicht von dieser Welt. Da fragte ihn Pilatus: So
bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst
es, ich bin ein König."
Doch obwohl der König in Sein Eigentum kam, wurde Er
nicht (an-)erkannt (Joh 1,11). Sein eigener Herold
zweifelte an Ihm (Mt 11,3), und das Volk lehnte Ihn ab.

Joh 19,14-15 "Es war aber am Rüsttag für das


Passafest um die sechste Stunde. Und er spricht zu den
Juden: Seht, das ist euer König! Sie schrien aber: Weg,
weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen:
Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester
antworteten: Wir haben keinen König als den Kaiser."

ANREGUNG:

Bedenken Sie die gewaltige Anschauungslektion der


alttestamentlichen Theokratie (Sam / 1.+2. Kön / 1.+2.
Chr / Propheten)

(1) im Reich der Gnade

Die Inthronisation Jesu Christi ist die Hauptbedeutung


Seiner Erhöhung. Zur Rechten Gottes wartet Er auf die
sichtbare Verwirklichung Seiner Königsherrschaft.

Hebr 8,1 "Das ist die Hauptsache bei dem, wovon wir
reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da
sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel."
Ps 110,1 "Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich
zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel
deiner Füße mache."
Schon heute ist die Gemeinde Teil des Königreiches
Gottes.

Joh 18,36-37 "Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht


von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt,
meine Diener würden darum kämpfen, daß ich den
Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein
Reich nicht von dieser Welt."
Nur durch den Heiligen Geist, der an Pfingsten
ausgegossen wurde, kann Jesus Christus als König
anerkannt werden.

1.Kor 12,3 "Darum tue ich euch kund, daß niemand


Jesus verflucht, der durch den Geist Gottes redet; und
niemand kann Jesus den Herrn nennen außer durch den
heiligen Geist."
Das Reich Christi ist heute ein Reich der Gnade.

Hebr 4,16 "Darum laßt uns hinzutreten mit


Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir
Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der
Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben."

ANREGUNGEN:

Die Königsherrschaft Christi muß auch in unserem


Leben praktisch werden. Wie kommt diese Herrschaft
zustande? Wie weit konnte Er Seine Herrschaft in
unserem Leben aufrichten (konstitutionelle oder
absolute Monarchie)? Wie wirkt sie sich praktisch aus?
Zur Person Jesu Christi gehört auch immer Sein
Herrschaftsanspruch - Er ist König! In Verkündigung
und Liedgut unserer Gemeinden ist diese Wahrheit oft
vernachlässigt. Wie könnte sie z.B. in der Evangelisation
berücksichtigt werden?

(2) im Reich des Friedens


Nachdem Jesus Christus bei Seinem ersten Kommen
von Israel abgelehnt wurde, wird er bei Seinem zweiten
Kommen erkannt und angenommen werden. Auf dem
Thron Davids wird Er die Verheißungen an David und
Israel als königlicher Messias erfüllen. Dies geschieht
im Tausendjährigen Reich.

Sach 12,10 "Aber über das Haus David und über die
Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der
Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen,
den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn
klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden
sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den
Erstgeborenen."
Hos 3,5 "Danach werden sich die Israeliten bekehren
und den Herrn, ihren Gott, und ihren König David
suchen und werden mit Zittern zu dem Herrn und seiner
Gnade kommen in letzter Zeit."
Hes 37,24 "Und mein Knecht David soll ihr König
sein und der einzige Hirte für sie alle. Und sie sollen
wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten
und danach tun."
Durch die Ausgießung des Heiligen Geistes werden
auch diese Untertanen Jesu Christi wiedergeborene
Menschen sein.

Röm 11,26 "und so wird ganz Israel gerettet, wie


geschrieben steht: 'Es wird kommen aus Zion der
Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von
Jakob."
Sach 12,10 "Aber über das Haus David und über die
Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der
Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen,
den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn
klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden
sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den
Erstgeborenen."
Joel 3,1 "Und nach diesem will ich meinen Geist
ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und
Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume
haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen."
Dieses Reich wird ein Reich des Friedens sein.

Jes 9,5-6 "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist
uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner
Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-
Vater, Friede-Fürst; auf daß seine Herrschaft groß werde
und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und
in seinem Königreich, daß er's stärke und stütze durch
Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth."

ANREGUNG:

Das Friedensreich Christi (Millenium) ist noch nicht


verwirklicht. Die "Friedensbewegung" mißbraucht
Prophezeiungen auf dieses Reich, um politischen
Frieden bereits heute anzustreben. Die Gemeinde Jesu
Christi verkündigt lediglich den Frieden zwischen Gott
und dem Menschen durch den Tod und die
Auferstehung Jesu Christi - nicht einen politischen
Frieden, der erst nach dem zweiten Kommen Christi
unter dessen Herrschaft errichtet wird.

(3) im Reich der Herrlichkeit

In der neuen Schöpfung wird das ewige und


allumfassende Reich des Sohnes dem Vater untertan
sein.

1.Kor 15,28 "Wenn aber alles ihm untertan sein wird,


dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der
ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem."
Jesus Christus regiert vom Thron Gottes und des
Lammes:

Offb 22,1+3 "Und er zeigte mir einen Strom lebendigen


Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron
Gottes und des Lammes; [...] Und es wird nichts
Verfluchtes mehr sein. Und der Thron Gottes und des
Lammes wird in der Stadt sein, und seine Knechte
werden ihm dienen"
Dieses ewige Reich Gottes wird das Reich der
Herrlichkeit sein.

Offb 21,23 "Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch


des Mondes, daß sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit
Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm."

Exkurs: Die Konzile von Nicäa und Chalcedon

Die Frage nach dem Zu- und Miteinander der göttlichen


und menschlichen Natur der Person Jesu Christi hat
schon immer viele Theologen beschäftigt. Vor allem im
4. und 5. Jahrhundert stand sie im Mittelpunkt
theologischer Streitigkeiten. Freilich stand nicht die
ganze Kirchengeschichte dieser Jahre nur im Zeichen
dieser Auseinandersetzungen: das Leben der
Gemeinden ging in vollem Umfang weiter.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stand jedoch


die Frage nach dem Verhältnis Jesu Christi zum
himmlischen Vater. Die Theologen versuchten, mit den
Begriffen "wesenseins" und "wesensähnlich" dieses
innertrinitarische Verhältnis zu beschreiben. Beide
Begriffe unterscheiden sich im Griechischen nur durch
den einen Buchstaben "Jota" (i). Dabei handeltete es
sich nicht nur um ein abstraktes Theologengezänk.
Hinter diesen so ähnlichen Begriffen verbergen sich
zwei einander entgegengesetzte Grundauffassungen
des Christentums. Es ging um nichts weniger als um die
Sicherheit der durch Christus gewirkten Erlösung.
Deshalb können wir Dauer, Heftigkeit und allgemeine
Ausdehnung der Kämpfe verstehen. Wie meistens in der
Kirchengeschichte spielten nicht nur theologische
Überlegungen eine Rolle. Der Streit war vielschichtig.
Persönliche Mißgunst und Streben nach Macht spielten
die gleiche Rolle wie kulturelle und soziale
Unterschiede. Völlig trennen ließen sich diese Schichten
nie ganz; oftmals können wir sie nur erahnen.

Wir wollen die Entwicklung der Christologie in der


Frühen Kirche nur in groben Linien aufzeigen. So
behandeln wir zunächst den arianischen Streit, der zum
Konzil von Nicäa führte. Es ging um die Gottheit Christi.
Die christologischen Streitigkeiten in der Zeit zwischen
Nicäa und Chalcedon betrafen die Menschheit Jesu
Christi und vor allem das Zueinander der zwei Naturen.

1. Die Vorgeschichte

In vielen Kirchengeschichtsbüchern fängt der arianische


Streit im 4. Jahrhundert an. Dies ist nur bedingt richtig.
Eigentlich nahm er bereits im 2. Jahrhundert seinen
Ausgang. In der Auseinandersetzung mit heidnischen
Religionen und Philosophien versuchte man, den
Monotheismus des AT, Aussagen über Jesus Christus
im NT und die griechischen Vorstellungen über das
Wesen eines Gottes in Einklang zu bringen.

Für die griechische Philosophie war ein dreieiniger Gott,


zumal einer, der sich in Raum und Zeit offenbart,
undenkbar. So stand man vor der Schwierigkeit, den
Glauben an einen Gott mit der christlichen Lehre von
Vater, Sohn und Heiliger Geist in Einklang zu bringen.
Dabei entstanden zwei Strömungen, die eigentlich
einander entgegengesetzt waren, jedoch gemeinsam
haben, daß sie jeden Dreifaltigkeits-gedanken ablehnen.
Diese Strömungen nennt man zusammenfassend
Monarchianismus.

Die erste monarchianistische Strömung ging davon aus,


daß Christus nur ein vergöttlichter Mensch war. Man
dachte Ihn sich als einen Propheten, der zu einer
gewissen Zeit zwar mit göttlichen Kräften ausgestattet,
jedoch dadurch kein Gott geworden war. Jesus war ein
normaler Mensch, auf den der Christus wie eine Kraft
gekommen war (meist wird hier die Taufe Jesu als
Zeitpunkt genannt). Daher erhält diese Meinung den
Namen dynamistischer Monarchianismus.

Die zweite Richtung nahm ihren Anfang in Kleinasien.


Für sie war Christus kein vergöttlichter Mensch,
sondern eine Erscheinungsweise des einen Gottes.
Seine Menschheit (menschliche Natur) wurde ganz
abgelehnt. Für diese Gruppe gab es nur die eine Person
Gott, die sich auf drei verschiedene
Offenbarungsweisen (modi) zeigt. Daher erhält diese
Strömung die Bezeichnung modalistischer
Monarchianismus.

Wir erkennen in der Irrlehre des Monarchianismus den


menschlichen Versuch, das Wesen Jesu Christi
verstandesmäßig zu begreifen und auszudrücken. Beide
Strömungen verloren dabei eine Seite Seiner Person.
Der Monarchianismus wurde als Häresie verdammt.

2. Das Nicänum

Die Probleme des Monarchianismus kehren im 4.


Jahrhundert zurück. Hier mußte der Arianismus (so
genannt nach seinem Vertreter Arius) bekämpft und die
kirchliche Trinitätslehre bestätigt werden. Dies geschah
durch die ökumenischen Konzile von Nicäa (325) und
Konstantinopel (381).

a) Arius

Wie die Monarchianer ging auch Arius von einem


philosophischen Gottesbegriff aus. Da Gott unteilbar
und unveränderlich ist, kann Er auch keinem anderen
Seine Gottheit mitteilen. Für Arius bedeutete diese
Voraussetzung, daß Christus ein Geschöpf Gottes sein
muß. Christus ist also nicht ewig, nicht präexistent,
sondern vor der Schöpfung als Mittelwesen zwischen
Gott und Mensch geschaffen worden. Ihn hat dann
angeblich Gott zur Schöpfung Himmels und der Erde
benutzt. Auch für Arius war Jesus nicht Gott - nur
wesensähnlich mit Gott.
b) Alexander von Alexandria

Alexander von Alexandria war Arius' eigener Bischof. Er


exkommunizierte Arius aufgrund seiner Irrlehre im Jahre
320. Doch konnte auch dies nicht verhindern, daß sich
der Streit über den ganzen Orient ausbreitete. Auch
zukünftig war Alexander, unterstützt von seinem Diakon
Athanasius, einer der Hauptgegner des Arius.

Arius hielt Christus für etwas Geschaffenes. Da er Ihm


trotzdem göttliche Verehrung zubilligte, konnte man ihm
Götzendienst (Anbetung des Erschaffenen,
Gleichstellung von Geschöpf und Schöpfer) vorwerfen.
Hinzu kam, daß Christus zwar etwas anderes als Gott,
dennoch aber Gott sein sollte, was natürlich bedeutete,
daß man zwei Götter verehrte. (Übrigens gab es für
Arius noch weitere Mittelwesen).

Der wichtigste Einwand gegen Arius war jedoch, daß


seine Lehre von Christus das Heilswerk Christi
ausschloß. Er, der angeblich selbst geschaffen war,
konnte nicht die vollkommene Gotteserkenntnis
besitzen und vermitteln. Auch konnte Sein Tod und
Seine Auferstehung nicht Tod und Verdammnis
besiegen.

c) Das Konzil von Nicäa

Die Streitigkeiten um Arius gefährdeten die Einheit der


Kirche. Da dies auch die innere Stärke des römischen
Reiches gefährden mußte, berief Kaiser Konstantin nach
einem gescheiterten Schlichtungsversuch ein
allgemeines Konzil von Bischöfen aus dem gesamten
Kaiserreich nach Nicäa ein. Dies geschah im Jahr 325.

Hier behielten die Gegner des Arius die Oberhand. Die


Kirche bekennt:

"Wir glauben an einen Gott, allmächtigen Vater,


Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren, und an
einen Herrn, Jesus Christus, den Sohn Gottes, geboren
vom Vater, eingeboren, das heißt von des Vaters Wesen,
Gott von Gott, Licht von Licht, wahrhaftiger Gott vom
wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem
Vater in einerlei Wesen., durch den alles geschaffen ist,
was im Himmel und auf Erden ist, der um unser, der
Menschen, und um unsrer Seligkeit willen
herabgekommen und Fleisch, Mensch geworden ist, der
gelitten hat und am dritten Tage auferstanden ist,
aufgefahren in den Himmel, von dannen er kommen wird
zu richten Lebendige und Tote. Und an den Heiligen
Geist [...] Die da sagen: es gab eine Zeit, da er nicht war,
und ehe er geboren ward, war er nicht, und daß er aus
dem ward, was nicht ist, oder die ihn für eine andere
Hypostase oder Wesen halten oder sagen, Gottes Sohn
sei geschaffen oder veränderlich, die verdammt die
allgemeine Kirche."

Das Konzil legte auch noch weitere Dinge fest, die


Grundlage des kanonischen Rechts der katholischen
Kirche wurden (z.B. Aufgabe der Diakone, Abendmahl
an Sterbende außerhalb der Kirche, Aufteilung der
Kirche in Provinzen, usw.)
3. Zwischen Nicäa und Chalcedon

Auch das sorgfältigst formulierte Bekenntnis kann den


Glauben an die Offenbarung der Heiligen Schrift nicht
ersetzen. Keinem Bekenntnis ist es möglich, den
menschlichen Verstand von der Wahrheit der
Offenbarung zu überzeugen. Sie fassen das Ergebnis
theologischer Arbeit zusammen, umschreiben einen
Tatbestand, können aber die Person, um die es geht,
nicht erklären. Zwar versuchten Theologen zu jeder Zeit,
in das Geheimnis Gottes einzudringen, waren aber
damals - wie auch heute - zum Scheitern verurteilt.

Es kann uns also nicht verwundern, daß der arianische


Streit mit dem Beschluß von Nicäa nicht zu Ende ging.
Auch in den Jahrzehnten danach wogte er hin und her.
Häufig wurden mal die Gegner, mal die Befürworter
verbannt und ihres Amtes enthoben, nur um sie in einer
weiteren Phase wieder zurückzuholen und neu
einzusetzen. Der bereits erwähnte Athanasius, ein
brillanter Theologe und Alexanders Nachfolger als
Patriarch von Alexandrien, mußte wegen seines
Festhaltens am Nicänum fünfmal seinen Bischofssitz
verlassen und verbrachte fast zwanzig Jahre im Exil. Er
starb 373, hatte aber den endgültigen Sieg über den
Arianismus auf dem Konzil von Konstantinopel 381
entscheidend vorbereitet. Das Konzil von
Konstantinopel (381) erneuerte den Beschluß von Nicäa
und verurteilte den Arianismus endgültig.

Nun war die Frage nach der Natur Jesu Christi


annähernd geklärt. Doch es blieb die Frage: Wie
verhalten sich die menschliche und göttliche Natur Jesu
zueinander? Diese Frage wurde im folgenden, dem
christologischen Streit diskutiert.
a) Antiochien und Alexandrien

Apollinaris von Laodicea betonte im Kampf gegen die


Arianer die Gottheit Christi dermaßen, daß er dessen
Menschheit "opferte". Er glaubte, daß das Fleisch Jesu
nicht von der Jungfrau Maria stammte, sondern
göttliches Fleisch war, welches Jesus vom Himmel
mitgebracht hatte. Er wurde also nicht von Maria
geboren, sondern ist lediglich durch sie
hindurchgegangen.

Gegen Apollinaris wendet sich vor allem die


antiochenische Schule. Sie war streng wissenschaftlich
eingestellt und arbeitete im Gegensatz zur
alexandrinischen nicht allegorisch, sondern historisch-
grammatisch. Sie versuchte, die Heilige Schrift nach
ihrem ursprünglichen Sinn auszulegen. Die Christologie
Antiochiens betonte im Gegensatz zu Apollinaris die
Menschheit Jesu Christi. Gleichzeitig hielt sie jedoch an
Seiner Gottheit fest. Beide Naturen bestanden
nebeneinander, ohne daß die eine in der anderen
aufgegangen ist.

Apollinaris hingegen zählte zu den Vertretern der


alexandrinischen Theologie. Sie war stark vom
griechisch-philosophischen Einfluß geprägt und ganz
auf das Übernatürliche ausgerichtet. Sie geht von der
prinzipiellen Unvereinbarkeit des Göttlichen mit dem
Menschlichen aus.
b) Nestorius und Cyrill

Die Unterschiede der beiden oben dargestellten


Richtungen bilden den Hintergrund für die
Auseinandersetzungen zwischen Nestorius und Cyrill.
Nestorius, 428 Patriarch von Konstantinopel, gehört zu
den umstrittensten Gestalten der Kirchengeschichte.
Seine Verurteilung als Ketzer wird bis heute diskutiert.
Es gilt jedoch als sicher, daß der Kampf gegen ihn nicht
nur sachlich theologisch motiviert war. Besonders in
der Auseinandersetzung zwischen Nestorius und Cyrill
wird Theologie mit Machtstreben und persönlichen
Gründen vermischt. Ursprünglich entzündete sich der
Streit, als Nestorius sich gegen die immer stärker
werdende Marienverehrung aussprach. Er wandte sich
eindeutig dagegen, Maria als "Gottesgebärerin" zu
bezeichnen. Kein Mensch konnte Gott gebären, so
könnte Maria höchstens als "Christusgebärerin"
bezeichnet werden. Nestorius unterschied deutlich
zwischen der göttlichen und der menschlichen Natur
Christi. Daher wurde es ihm zum Vorwurf gemacht, er
lehre zwei Söhne und vernachlässige die Einheit der
Person.

Obwohl Cyrill, Patriarch von Alexandrien, und damit


Nestorius' Mitbewerber um die kirchliche Macht im
Orient, sich deutlich von der einseitigen Meinung
Apollinaris distanzierte, vertrat er doch die
alexandrinische Theologie. Er versuchte, beide
theologischen Strömungen, die antiochenische und
alexandrinische, zu vereinen. Gleichzeitig bekämpfte er
Nestorius außergewöhnlich hart. Hier betonte er
besonders die Einheit der Person Christi. Das
Paradoxon der zwei Naturen und der einen Person löste
auch er nicht.
c) Das Konzil von Chalcedon

Der Konflikt um Nestorius und das Zueinander der


Naturen Jesu Christi nahm an Schärfe zu. Im Verlauf
dieses Streites wurde auch vor Androhung körperlicher
Gewalt und deren Ausführung nicht zurückgeschreckt
(s. Räubersynode von Ephesus 449). Den Abschluß fand
die Diskussion erst in Chalcedon. Das Konzil von
Chalcedon (451) hat außerordentlich große Bedeutung.
Nestorius wurde zwar verdammt, nicht jedoch die
übrigen Antiochener. Hier wurde die antiochenische mit
der alexandrinischen Theologie vereinigt. Abendland
und Morgenland vereinigten sich in einer orthodoxen
Lehrformulierung.

Wie alle Bekenntnisse der Christenheit, so ist auch der


Konzilbeschluß von Chalcedon aus einer ganz
bestimmten geschichtlichen Situation hervorgegangen.
Niemals kann solch einem Bekenntnis der gleiche
Stellenwert eingeräumt werden wie der ewigen
Offenbarung Gottes in Seinem Wort. Zur Verdeutlichung
fügen wir einige Klammerbemerkungen in den Text ein:

"Wir bekennen ein und denselben Sohn (gegen


Nestorius, der angeblich zwei Söhne lehrte), unseren
Herrn Jesus Christus. Er ist vollkommen in der
göttlichen Natur (gegen den dynamistischen
Monarchianismus, Arius und Nestorius) und
vollkommen in der menschlichen Natur, wahrhafter Gott
und wahrhafter Mensch mit vernünftiger Seele und Leib
(gegen Apollinaris), mit dem Vater in einerlei Wesen der
göttlichen Natur nach (vgl. Nicänum) und von gleichem
Wesen wie wir nach der menschlichen Natur, in allem
uns gleich, doch ohne Sünde; der göttlichen Natur nach
ist er geboren vom Vater vor der Zeit, nach der
menschlichen Natur in der jüngsten Zeit um unsert- und
unserer Erlösung willen geboren von der Jungfrau
Maria, der Gottesgebärerin (Cyrill gegen Nestorius); ein
und derselbe Christus, Sohn, Herr, eingeboren,
offenbart in zwei Naturen (die abendländische
Theologie) ohne Vermischung, ohne Verwandlung (z.B.
gegen Apollinaris), unauflöslich, untrennbar (gegen
Nestorius), wobei der Unterschied der Naturen
keineswegs um der Einheit willen aufgehoben wird.
Vielmehr wird die Eigenart jeder der Naturen gewahrt,
und beide gehen zusammen zu einer Person und einer
Hypostase, nicht gesondert oder geteilt in zwei
Personen, sondern zu ein und demselben Sohn und
eingeborenen Gott, Logos, dem Herrn Jesus Christus."

Durch die Beschlüsse von Nicäa und Chalcedon besaß


die Kirche nun autoritative Zusammen-fassungen der
Lehre von Christus. Trotz dieser großen und für die
Kirchengeschichte wichtigen Leistung halten wir daran
fest, daß diese Texte niemals auf gleicher Stufe mit dem
inspirierten Wort Gottes stehen dürfen!

4. Weitere Entwicklungen

Wie schon nach Nicäa, so folgten auch auf Chalcedon


langanhaltende Streitigkeiten.Teils politisch motiviert,
teils von Gruppen entfacht, gegen die sich Chalcedon
aussprach, kam es zu weiteren Diskussionen. Wiederum
kann ein allgemein anerkanntes Bekenntnis den
Glauben an das Wort Gottes nicht ersetzen.
Der menschliche Verstand kann die Tatsache zweier
Naturen in einer Person nicht begreifen. So wehren sich
in den folgenden Jahren die Monophysiten gegen die
menschliche Natur Christi. So stellten sich einige von
ihnen, ganz wie Apollinaris, das Fleisch Christi
vergöttlicht vor. Auch wenn der Einfluß der
Monophysiten langsam schwand, blieb das Problem für
den menschlichen Verstand ungeklärt.

Auf den monophysitischen Streit folgte der


monotheletische Streit, in dem es um die Frage ging, ob
sich in Christus ein einziger oder zwei Willen vorfinden.

Erst Jahrhunderte später - im Mittelalter - wurden die


christologischen Streitigkeiten vorübergehend
abgeschlossen. Nicht etwa, weil sie gelöst wurden,
sondern weil andere Fragen in den Vordergrund traten
und alte Diskussionen verdrängten. Die Frage nach der
Person Jesu Christi ist bis heute für den menschlichen
Verstand unbegreiflich. Wir begegnen dieser Frage etwa
im Gespräch mit Zeugen Jehovas, die arianische
Standpunkte vertreten. Oder wir sprechen mit
Menschen, die beeinflußt von moderner Theologie,
zwischen dem historischen Jesus und dem
verkündigten Christus unterscheiden. Wie wichtig ist es
für uns, allein bei den Aussagen des Wortes Gottes zu
bleiben, auch wenn wir vieles mit unserem Verstand
nicht erfassen können.