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2010

Grundbegriffe der Filmanalyse


Einstellungen:

1. Panorama- oder Weite Einstellung


Extreme Long Shot (ELS)

2. Totale Einstellung
Long Shot (LS)

3. Halbtotale Einstellung
Medium Long Shot (MLS)

4. Halbnahe Einstellung
Medium Shot (MS)
4.1.Amerikanische Einstellung

5. Nahe Einstellung
Medium Close Up (MCU)

6. Großeinstellung
Close Up (CU)

7. Detaileinstellung
Extreme Close Up (ECU)
1. Panorama oder Weite Einstellung
Extreme Long Shot (ELS)
In der Weiten Einstellung ist die Landschaft der Hauptbildgegenstand.
2. Totale Einstellung
Long Shot (LS)
In der Totalen ist eine Peson oder Personengruppe in voller Größe mit einem Größeren Teil ihrer
Umgebung zu sehen.
3. Halbtotale Einstellung
Medium Long Shot (MLS)
Die Halbtotale zeigt eine Person oder Gruppe in voller Größe oder gering angeschnitten sowie ihre
unmittelbare Umgebung.
4. Halbnahe Einstellung
Medium Shot (MS)
Die Halbnahe zeigt 1-3 Personen, meist in geschlossenen Räumen, die max. vom Kopf bis zum Knie
zu sehen sind sowie ihre unmittelbare Umgebung.
4.1.Amerikanische Einstellung
Medium Shot (MS)
Die Amerikanische ist eine spezielle Form der Halbnahen, in der der `Held´ bis zur Hüfte zu sehen
ist, die im klassischen Fall von der Waffe am Gürtel geziert wird.
5. Nahe Einstellung
Medium Close Up (MCU)
Die Nahe zeigt 1-2 Personen maximal bis zum Bauchnabel.
6. Großeinstellung
Close Up (CU)
Die Großeinstellung zeigt ein Objekt oder ein Portrait, das den Bildraum beinahe ausfüllt und schon
angeschnitten sein kann.
7. Detaileinstellung
Extreme Close Up (ECU)
Die Detaileinstellung zeigt einen kleinen Ausschnitt eines größeren Ganzen.
Erzählhaltungen

1.Beobachtende Kamera

2. Lebende Kamera (living camera)


1.Beobachtende Kamera

Statisch oder von den Bewegungen im Bild zum Mitschwenken


animiert

Die statische Kamera betont die Bewegungen im Bild. Man


unterscheidet offene und geschlossene Szenen, je nachdem, ob die
Bewegungen innerhalb des Bildes bleiben oder aus dem Bild
hinauslaufen.

Die mitschwenkende Kamera folgt den Darstellern oder Objekten in


ihren Bewegungen.
2. Lebende Kamera (living camera), auch „Entfesselte Kamera“
genannt

Aktiv, subjektiv und expressiv

Die Kamerabewegungen wirken autonom und selbständig,die


Kamera übernimmt eine eigenständige Rolle.

Die Kamerabewegungen passieren ohne sichtbaren Anlass im Bild


und wirken meist wie menschliche Bewegungen. Die Kamera wird so
personifiziert.
Kamerabewegungen:
Schwenk
horizontal oder vertikal
360°-Schwenk
Kamerafahrt
Mit Dolly, Steadycam, Kran, Fahr- oder Flugzeug
Horizontalfahrt, Parallelfahrt, Vertikalfahrt, 360°-Fahrt,..
Zoom
Imitierte Kamerafahrt, keine Perspektivveränderung
Handkamera
Bewegungen der filmenden Person werden übertragen
Perspektiven:
Perspektiven lassen sich nach der Höhe, in der die Kamera zum
Gefilmten positioniert ist, unterscheiden:

- Zentrale Perspektive (Augenhöhe)


- Vogelperspektive (Aufsicht)
- Froschperspektive (Untersicht)

Desweiteren lassen sich objektive und subjektive Perspektive


unterscheiden:

- Objektive Perspektive
Die objektive Perspektive beobachtet das Geschehen von außen.
- Subjektive Perspektive = point of view shot (POV)
Die subjektive Perspektive nimmt den Standpunkt einer Person im Bild ein und zeigt
das, was diese sieht.
- Angenäherte Subjektive
In der angenäherten Subjektiven ist die Kamera dicht neben der Person, deren Blickfeld
sie zeigen soll, positioniert. Eine leichte Verschiebung des Blickfeldes ist zu erkennen.
- Overshoulder
Die Overshoulder-Perspektive nimmt die Person, deren Blickwinkel `angenähert´
gezeigt wird, mit ins Bild. Diese Person ist von hinten und angeschnitten zu sehen. Die
Kamera schaut ihr über die Schulter.
Schnitt / Montage

Art der Übergänge:

Harter Schnitt
Weicher Schnitt
Unsichtbarer Schnitt

Aufblende
Abblende
Überblendung

Trickblende
Schnitt / Montage

Art der Übergänge:

Harter Schnitt - Ein Harter Schnitt macht eine Zäsur und fügt meist
unterschiedliche (zeitl., räuml., inhaltl.) Szenen aneinander.

Weicher Schnitt – Ein weicher Schnitt fügt Szenen oder Einstellungen, die
vergleichbar sind, sanft aneinander.

Unsichtbarer Schnitt – Ein unsichtbarer oder auch kaschierter Schnitt wird


dadurch versteckt, dass ein Objekt oder Darsteller im Bild die Linse kurz verdeckt
und ein Schwarzbild entsteht, welches sich für einen unsichtbaren Schnitt eignet.
Schnitt / Montage

Art der Übergänge:

Aufblende, Abblende – Auf- und Abblenden können sowohl ins Weiß als
auch ins Schwarz blenden. Sie fassen eine Szene, die Schnitte enthalten kann, zu
einem zeitlichen Ablauf mit Anfang und Ende zusammen. Die Blende der Kamera
wurde auf- oder zugedreht, um diesen Effekt zu erzielen.

Überblendung – Eine Überblendung lässt die Gleichzeitigkeit von räumlich


und/oder zeitlich auseinanderliegenden Szenen zu. Während die eine Szene noch
nicht abgeblendet ist, wird die andere schon aufgeblendet, diese Überschneidung
schafft einen weichen, fließenden und damit häufig dynamischen Übergang.

Trickblende – Eine Trickblende schlägt den Übergang von einem Bild zum
anderen mit einer Animation.
Schnitt/Montage

Möglicher Anlass für eine Montage:

Ellipse
Blickachsenanschluß (Eyeline-Match)
Reaction Shot
Schuß-Gegenschuß-Verfahren (Shot-Reverse Shot,
SRS)
Zwischenschnitt
Schnitt/Montage

Möglicher Anlass für eine Montage:

Ellipse – Eine Ellipse bezeichnet das Auslassen von Handlungsteilen, die der Zuschauer
rekonstruieren kann. Wir sind an das Sehen von Ellipsen so gewöhnt, dass sie uns kaum als
Lücken erscheinen.

Blickachsenanschluß (Eyeline-Match) – Das Eyeline-Match bezeichnet eine


Montage, die erst eine Person, dann das, was diese sieht zeigt.

Reaction Shot – Ein Reaction Shot schneidet meist kurze Bilder zwischen, die eine
Reaktion auf das in der Haupteinstellung zu Sehende zeigen.

Schuß-Gegenschuß-Verfahren (Shot-Reverse Shot, SRS) – Shot-Reverse


Shot bezeichnet ein Hin- und Herschneiden zwischen zwei sich im selben Raum gegenüber
positionierten Einstellungen. Das Verfahren wird häufig genutzt, um Dialoge zu zeigen.

Zwischenschnitt – Zwischenschnitte werden gerne verwendet, um Informationen, die der


Handelnde bekommt (z.B. als Close up), für den Zuschauer zugänglich zu machen oder dem
Zuschauer mehr Information als dem Handelnden zu geben (Suspense). Auch ein Sprung in der
Einstellung auf das gleiche Objekt kann ein Zwischenschnitt sein (z.B. von der Totalen in die
Nahe). Zudem werden Zwischenschnitte eingesetzt, um einen Schnitt in der Haupteinstellung zu
kaschieren.
Schnitt/Montage

Logik und Methoden bei der Montage

Match Cut
Jump Cut
Assoziations- und Kontrastmontage
Cross Cutting, Parallelmontage
Schachtelmontage
Schnitt/Montage

Logik und Methoden bei der Montage

Match Cut – Beim Match Cut werden Einstellungen, die durch Farbe, Bewegung oder andere
einstellungsübergreifende Konstanten ähnlich sind, „passend“ zusammengefügt.

Jump Cut – Ein Jump Cut ist quasi das Gegenteil eines Match Cuts. Er betont die Diskontinuität
einer Szene durch Auslassung und/oder Einfügungen.

Assoziations- und Kontrastmontage – In der Assoziations- und Kontrastmontage


werden unterschiedliche (kontrastierende) Motive, die additiv einen Zusammenhang ergeben bzw.
eine Assoziation hervorrufen, aneinandergeschnitten.

Cross Cutting – Beim Cross Cutting wird zwischen mehren Handlungssträngen oder
Einstellungen schnell hin und her geschnitten. Es wird häufig im Showdown oder bei „Rettung in
letzter Sekunde“ verwendet. Die unterschiedlichen Sequenzen entwerfen das Bild einer Situation.

Parallelmontage - Die Parallelmontage ist eine dem Cross Cutting verwandte Methode, die
parallel laufende Handlungsstränge in längeren Sequenzen abwechselt. Die Handlungen müssen
nicht einer Situation angehören, können aber auf eine Zusammenführung der Stränge hinauslaufen.
Sie können in Raum und Zeit getrennt (z.B. Rückblende) oder nur über ein Thema verbunden sein.

Schachtelmontage – Die Schachtelmontage verwebt unterschiedliche zeitliche Ebenen, die


Rahmenhandlung mit der Haupthandlung.
Plansequenz – Eine Plansequenz ist eine längere Einstellung ohne Schnitte. Obwohl sie
meistens wohl gut `geplant´ sein muss, kommt der Begriff von dem französischen Wort Plan =
Einstellung.
In einer Plansequenz liegt das Augenmerk oft auf der Mise en Scène.

Mise en Scène – Mise en Scène bezeichnet allgemein die filmische Herangehensweise und
im engeren Sinne das Dirigieren und Inszenieren der im Bild vollzogenen Handlungen.