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Diamanten der Verführung

Diamonds of Seduction 1
AMA-Ebook: Diamands of Seduction – Diamanten der Verführung

Einleitung

Kapitel 1 – Advanced Inner Game


1.1 Die innere Einstellung – Astradamus
1.2 Lebensfreude – H&MVVV
1.3 Führung – Astradamus
1.4 Der Wert von Handlungen – Winddancer
1.5 Schwache oder beschädigte Persönlichkeit – Eminenz
1.6 Soziale Konditionierung und die Macht der Masse – MTM

Special zu Kapitel 1:
Der Moment der Kunstfertigkeit (Übung) – VITAL

Kapitel 2 – Advanced Outer Game


2.1 Empathie – Winddancer
2.2 Get a second life - get a Frame – White Gekko
2.3 Ode an das direct Game – White Velvet
2.4 Kreative Game Items – Winddancer
2.5 Die Stimme als Werkzeug des Verführers – White Velvet
2.6 Die verschwiegene Lust - Geheime Kommunikation – Xajorkith
2.7 Kalibrierung - Yin und Yang der Verführung – Dreamcatcher

Special zu Kapitel 2:
Aus der Praxis – MoD

Kapitel 3 – Erfahrungswerte
3.1 Techniken und die Kehrseite- MTM
3.2 LTR for Dummies oder die perfekte Beziehung – Tobias99
3.3 Macht und Verantwortung – Yeyoking

Special zu Kapitel 3:
Der gejagte Jäger (Special) – White Velvet

FAQ

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Lieber Leser,

Das lustvolle Spiel der Verführung, welches uns fasziniert und zu begeistern weiß, trägt viele
Geheimnisse mit sich.

Einige werden durch die eigene Erfahrung entschlüsselt, andere werden auch in naher Zukunft
unsere Handlungen bestimmen, solange sie noch ein Rätsel darstellen.

Das vorliegende Ebook lüftet einige dieser Geheimnisse und bietet interessante Einsichten in die
einzigartige Welt der Verführung. Jeder einzelner Beitrag ist wertvoll: ein Diamant in seiner Reinform.

Entdeckt, geschliffen und poliert, wurde von jedem Beteiligten viel an Liebe investiert, um das
einzigartige Endergebnis schließlich in Deine Hände zu legen.

Zahlreiche Autoren haben durch ihren individuellen Einsatz ein Meisterwerk geschaffen.
Wahrlich, es sind Diamanten.

Diamonds of Seduction - Diamanten der Verführung

Die Autoren und alle Beteiligten wünschen Dir alles Gute und viel Erfolg!

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Die innere Einstellung
Astradamus

Eines jener Dinge, die das Leben so unberechenbar und spannend machen, ist die Tatsache, dass
man sich der nächsten Minute nie sicher sein kann. Jede anbrechende Minute bringt die Möglichkeit mit
sich, das eigene oder sogar mehrere Leben dauerhaft und unwiderruflich zu verändern. Die Begeisterung
dieser Tatsache findet ihre Grenzen jedoch regelmäßig darin, dass es der Fluch der Menschheit ist, stets
nur das Negative seines Lebens zu erblicken.

Sie nehmen ihr Leben als gegeben hin, übersehen ihre Möglichkeiten, wagen niemals etwas und
reagieren nur auf äußere Einflüsse, anstatt selbst zu agieren und das Zepter in die Hand zu nehmen.
Dabei bin ich zutiefst davon überzeugt, dass man sein Leben zu großen Teilen selbst bestimmen kann.
Was man aus seinem Leben macht, ist Sache der inneren Einstellung.

Die innere Einstellung bestimmt über das eigene Glück, die Ausstrahlung und das Wirken auf andere
Menschen. Ferner ist sie maßgeblicher Faktor für das Erreichen oder das Scheitern der eigenen Ziele und
die Überwindung von Hindernissen die sich auf dem Weg dahin in den Weg stellen. Die innere Einstellung
ist dein innerer Motor, die treibende Kraft für ein erfolgreicheres, zufriedeneres und glücklicheres Leben.
Deine Mitmenschen, deine Umgebung, deine Missgeschicke und das Ausmaß deines persönlichen
Erfolgs, alles ist Spiegelbild deiner persönlichen inneren Einstellung und somit steuerbar.

Warum glaubst du, passiert am Freitag den 13. fast ausnahmslos abergläubigen Menschen etwas
schlimmes? Warum glaubst du, gibt es Menschen bei denen alles was sie anfassen zu Gold wird?

Es gibt so etwas wie kosmische Ungerechtigkeit nicht. Es gibt nur Menschen mit unterschiedlichen
inneren Einstellungen. Natürlich sei an dieser Stelle erwähnt, dass es wirkliches Glück und schwere
Schicksalsschläge auch unabhängig von der inneren Einstellung geben kann, keine Frage. Aber
niemand ist ohne Grund dauerhaft erfolgreich oder unerfolgreich. Das ist ein Spiegelbild der inneren
Einstellung. Jeder Mensch hat die Macht, sein Schicksal, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und
es nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten. Und wie das funktioniert, davon handelt
dieser Artikel.

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Kapitel 1: Gehe deinen eigenen Weg

Zunächst ist es wichtig zu erkennen, dass sich jeder Mensch letztlich selbst der nächste ist.

Das ist eine fundamental wichtige Erkenntnis, sowohl für das eigene Glück als auch für das Glück
in Partnerschaften. Lerne zu agieren und nicht zu reagieren. Ein Fehler den unglaublich viele Menschen
machen, ist ihr eigenes Glück von Fremdfaktoren abhängig zu machen.

Das ist auch ein Denkfehler in vielen Beziehungen. Mir erzählte mal ein Bekannter, er sei glücklich,
wenn seine Freundin glücklich ist. Deswegen mache er alles um seine Freundin glücklich zu machen.
Im ersten Gedankengang fand ich, das klang durchaus logisch. Jedoch verbirgt sich hinter diesem
Belief ein durchaus schwerwiegender Fehler. Du machst deine Erfolge, deine Entwicklung, dein Glück
von ihr abhängig. Alle Glücksgefühle, die du dadurch bei ihr und damit dir hervorrufst, haben zwar
eine positive Einfärbung, du entwickelst dich aber nicht weiter. In deinem Kopf wird sie dadurch immer
höher auf dem Podest stehen als du. Es ist dadurch schon im ersten Gespräch wichtig, nicht sie dazu
zu bringen dich zu mögen (damit machst du alles letztlich von ihrem Urteil abhängig), sondern dafür
zu sorgen, dass sie sich bemüht, dass du sie magst. Dieses Mindset wird in der Community als „Ich
bin der Preis“ beschrieben. Letztlich klingt es schwerer als es eigentlich ist. Denn schließlich stehen
fast alle Frauen stundenlang im Bad und machen sich hübsch, bevor sie das Haus verlassen. Das tun
sie nicht ausschließlich aus Gründen der Eitelkeit. Es ist, wie der italienische Schauspieler Marcello
Mastroianni gesagt hat: „Der ganze Emanzipationsrummel hat nichts daran geändert, dass Frauen sich
schönmachen, um Männern zu gefallen.“.

Wenn sie sich also schön machen um Männern zu gefallen, warum sollten sie diese Einstellung im
Gespräch ändern? Eben.

Dein Glaube erschafft deine Realität! Das zu verstehen und zu verinnerlichen ist die wichtigste
Sache die PU vermitteln kann. Dein Glaube erschafft deine Realität!

Mystery zum Beispiel schwört auf seine indirekte Methode und seine Routinen. Und er hat damit
genauso recht wie, beispielsweise, David X mit seinen beiden Grundregeln:

1. Ich bin die wichtigste Person in dieser Beziehung


2. Wen kümmert es was sie denkt?

Viel unterschiedlicher könnten die beiden Systeme eigentlich gar nicht sein. Bei Mystery Modell geht
es, ganz vereinfacht gesagt, stets darum zu gucken in welcher Phase des Games man sich befindet;
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und ob sie sich so verhält, dass man die nächste Phase des Games einleiten kann. David X hingegen
interessiert sich gar nicht dafür, was die Frau tut oder denkt. Das äußert er auch ganz offen: „Wen
kümmert es, was sie denkt?!“.

Beide sind jedoch von ihrem System vollkommen überzeugt und handeln auch danach. Deswegen
funktioniert es für sie auch. Wenn du dein Game gefunden hast, und 100 % davon überzeugt bist, dann
fällst du auch nicht mehr aus dem Frame. Wenn dir jemand sagt, dass 2 mal 2 = 7 ist, dann glaubst du
ihm ja auch nicht. Egal wie überzeugt er wirkt. Und genauso sicher musst du dir bei deinem Game sein.
Dann stellen Shittests keine Hürde mehr dar für dich.

Ich persönlich habe mit der Methode von Mystery angefangen und durchaus gute Erfolge erlebt.
Gegen diese Methode ist im Prinzip wenig einzuwenden. Sie funktioniert. Jedoch entdeckte ich für mich
einen Nachteil: Man entwickelt sich nicht weiter. Du achtest nicht darauf, dich selbst weiter zu entwickeln.
Du weißt, wie du dich zu verhalten hast, wenn sich jemand einmischt in dein Game. Du hast vorgefertigte
Opener, vorgefertigte Antworten, ja sogar ein ganzes vorgefertigtes Gamemodell. Für Selbstständigkeit
und Individualität ist dabei kein wirklicher Platz. Ein Kennen lernen macht irgendwann einfach keinen
Spaß mehr.

Die Routinen dieser Methode dienen dabei oft als eine Art Schutzpanzer. Man hat Erfolg, ohne sich
großartig verändern und verbessern zu müssen. Kommt es dann allerdings zu einer Beziehung nützen
diese Routinen nicht mehr so viel. Dort kommt es auf Individualität und Charakter an. Und die oft fehlende
persönliche Entwicklung kommt früher oder später zum Vorschein.

Seinen eigenen Weg gehen – Das allein ist eigentlich schwierig genug für die meisten Menschen.
Sie gehen durchs Leben und nehmen es als gegeben hin. Sie verschwenden nicht einen Gedanken
daran, wer sie sind, was sie können oder wie sie sich selbst ändern können. Wie sollte das auch gehen?
Sie wissen ja gar nicht was sie werden wollen. Der erste Schritt um eine positive innere Einstellung zu
erreichen, wird daher die Selbstfindung sein:

Wer bist du?

Ja, so einfach es klingt, ist es nämlich gar nicht.

Welches sind deine besten Eigenschaften? Was hast du bisher unternommen um sie zu verbessern,
sie zu vermehren? Welches sind deine schlechtesten Eigenschaften? Was hast du bisher unternommen
sie in positive umzuwandeln? Wärst du gerne mit dir befreundet? Warum? Was sind deine Hobbies?
Ich meine richtige Hobbies, die Endorphine ausschütten und in denen du besser werden kannst? Was
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machst/kannst du sonst? Wo liegen deine Talente? Förderst du diese? Wer trifft deine Entscheidungen?
Denke über die letzte Frage genau nach! Sie ist durchaus wichtig. Reden dir andere Menschen in dein
Leben? Lässt du sie? Inwiefern lässt du dich davon beeinflussen? Lässt du dich von einer Sache, selbst
wenn du 100 % davon überzeugt bist, abbringen, wenn nur genügend Leute auf dich einreden?

Wie definierst du dich selbst? Es gibt 2 Arten der Selbstdefinition:

Die Leute, die sich über ihr Aussehen definieren – und jene, die es über ihren Geist/ihre Intelligenz
tun. Oft prägen sich diese Muster in der Pubertät und prägen die Persönlichkeit oft ein Leben lang.
Erfolgreiche Menschen mit einer guten inneren Einstellung sehen ihre Selbstdefinition als ganzes. Sie
achten auf ihr Aussehen, sie betreiben Körperpflege, machen sich Gedanken um ihre Kleidung, ihren
Körper und treiben Sport.

Sie tun allerdings auch etwas für ihren Geist. Das ist, meines Erachtens, sehr wichtig.

Tue was für deine Intelligenz und für deine Bildung. Spiele Schach, löse ein Sudoku, trainiere dein
logisches Denken. Schaue dir die Nachrichten an und/oder lies die Zeitung. Lese gute Bücher oder
schaue aufschlussreiche Reportagen. Allgemeinbildung, ein gewisses logisches Denkvermögen und ein
Grundverständnis von Kultur hat noch niemandem geschadet.

Ferner halte ich es für wichtig, Zeit in sein InnerGame zu investieren. Denke über dich nach! Welche
Fortschritte hast du in letzter Zeit gemacht? Und welche Fehler? Welche Ziele hast du und wie willst/wirst
du sie erreichen? Gönnst du dir Glück und Zufriedenheit?

Welche Ziele hast du?

Wer rastet der rostet. Um nicht zu rosten ist es von elementarer Bedeutung, sich in seinem Leben
Ziele zu setzen und diese zu verfolgen. Es ist egal, ob es große Ziele sind oder kleine. Aber glaube
daran, dass du es kannst UND es schaffst! Der wichtigste Punkt hierbei lautet:

„Deine Realität wird deine Wirklichkeit“. Wenn du nur fest genug daran glaubst, wenn du wirklich
daran glaubst und bereit bist alles dafür zu geben, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und dich
voll und ganz dafür zu verschreiben, dann ist fast alles möglich. Dann gibt es nicht die Möglichkeit
des Scheiterns. Dann gibt es nur eine neue Erkenntnis, wie man es nicht macht. Nicht mehr und nicht
weniger. Über eine Sache musst du dir im Klaren sein, Es wird dir niemals was geschenkt! Gewöhn
dich dran. Erfolg ist harte Arbeit. Vielleicht kennst du Leute, die Glück haben und immer alles schaffen,
scheiß drauf! Auch bei denen ist nicht alles Gold was glänzt. Arbeite für deinen Erfolg. Arbeite gut und
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arbeite hart. Arbeite jeden Tag und analysiere deine Erfolge. Erfolg ist nicht das Ergebnis von glücklichen
Umständen, sondern das Ergebnis von Arbeit, die Härter war als die von anderen. Das ist der Inhalt von
„Yes we can!“. Auf diesem Weg wird es immer wieder Menschen geben, die dir sagen deine Ziele seien
zu hoch oder andere wären viel besser als du und könnten diese Ziele eher schaffen. Sie wissen nicht
wovon sie sprechen. Deine Realität ist deine Wirklichkeit! Wenn du es wirklich willst und hart genug dafür
arbeitest, dann kannst du es auch schaffen.

Kapitel 2: Mit Rückschlägen umgehen

Auf deinem Weg wirst du vermutlich immer wieder mit Misserfolgen und Fehlschlägen zu kämpfen
haben. Das Schicksal kann dir Böse mitspielen und dir den Boden unter den Füßen wegreißen. Das
passiert den meisten Menschen irgendwann in ihrem Leben. Und jeder muss an diesem Punkt damit
umgehen. Nur wie?

Die Art und das Auftreten von Rückschlägen kann so unterschiedlich sein, wie nur irgend

Möglich. Das Spektrum reicht von nicht bestandener Prüfung, über Liebeskummer bis zum Tod
von nahen Angehörigen und Bekannten oder schweren Krankheiten. Solche Schicksalsschläge kommen
immer überraschend und sind demzufolge extrem schockierend. Zunächst benötigt man in diesen
Situationen Zeit. Diese Zeit dient zum verarbeiten, nachdenken und erholen. Diese Phase hat die Natur so
eingerichtet und sie ist wichtig und notwendig. Niemand ist immer gut drauf oder immer nur happy. Jeder
ist mal traurig, jeder mal schlecht gelaunt. Jeder hat mal ne schlechte Phase. Das ist menschlich. Damit
umzugehen will allerdings gelernt sein. Niemand kann was für deine Lage. Wenn du die Hilfe anderer
Menschen zu diesem Zeitpunkt noch nicht ertragen kannst, ist das nicht schlimm. Aber behandele die
Menschen trotz deiner Lage mit Höflichkeit und Respekt. Schäme dich nicht für deine Trauer oder deine
Hilflosigkeit. Wenn es dich wirklich übermannt, du nicht weiter weißt oder denkst das du Hilfe benötigst,
dann trau dich auch und suche dir Hilfe. Das ist weder schlimm noch peinlich. Erfolgreich ist alles was
hilft. Man muss nicht alles alleine schaffen. Falscher Stolz hat noch niemandem geholfen. In solchen
Situationen gibt es ein primäres Ziel: Wieder in die Spur zu kommen. Wenn dies besser mit Hilfe geht,
dann nimm diese auch in Anspruch. Schäme dich nicht dafür, sondern sein stolz auf dich, dass du
das Problem bekämpfst. Bei allem Verständnis für Trauer und Verarbeitungsphase sei jedoch trotzdem
erwähnt, dass es irgendwann reicht. Steh auf! Tief in deinem inneren weißt du, was zu tun ist. Sei stark
und steh auf. Und stehst du auch auf wackligen Beinen – nichts ist schlimmer als liegen zu bleiben. Fällst
du wieder hin, auch egal. Mund abputzen und erneut versuchen wieder aufzustehen. That´s the spirit!
Geht es um einen lieben Menschen, dann tu alles in deiner Macht stehende um ihm zu helfen. Geht es
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um dich, steh auf und überwinde die Krise. Nichts ist schlimmer, als den Rückschlag über sein Leben
bestimmen zu lassen. Habe ein Leben. Habe einen geregelten Tagesablauf und befolge ihn! Ziehe deine
Schlüsse und versuche dafür zu sorgen, dass du wieder hoch kommst und nicht wieder in dieses Loch
fällst. Ein erfolgreicher Mensch ist ein selbstkritischer Mensch. Er sucht Fehler, Ursachen und Lösungen
stets, zumindest auch, bei sich selbst. Und sie lassen ehemalige Rückschläge nicht über ihr künftiges
Leben entscheiden. Ich kenne viele solche Menschen: „Ich wurde enttäuscht, und kann mich nicht auf
etwas neues einlassen.“ Diese Aussage verhindert Verbesserung! Sie stehen ihrem Erfolg selbst im Weg,
weil sie neue Umstände nicht genießen können! Stehe dir nicht selbst im Weg, gönne dir deinen Erfolg.
Lasse dich nicht von Rückschlägen unterkriegen, lerne mit ihnen zu leben und schöpfe neue Kraft.

Kapitel 3: Limiting Beliefs – Der innere Feind des Fortschritts

Wir alle leben in einer Welt, in der es unmöglich ist alles zu Wissen. Je komplexer die Umstände
werden, je mehr Faktoren auf das Ergebnis einwirken und je schwerer dieses dann letztlich vorherzusehen
ist, desto größer wächst die Lücke dessen, was wir eigentlich wirklich wissen. Die Menschen wissen
nicht, ob Schicksal wirklich existiert. Ebenso wenig wissen die Menschen von der Existenz oder der
Nichtexistenz Gottes. Stattdessen Glauben wir.

Der Glaube prägt unseren Charakter, die Art und Weise wie wir unseren Fortschritt gestalten und wie wir
unsere Umwelt und unser Leben wahrnehmen. So ist es ganz normal, dass man sich in seinem Leben Werte
und Glaubenssätze aneignet, die einem dazu dienen die Welt besser zu verstehen. Fast alle Glaubenssätze
haben gemeinsam, dass man nicht sicher weiß, wie es denn tatsächlich ist. Daraus resultiert fast zwingend,
dass man an dieser Stelle anfällig wird, für eine Beeinflussung von außen. Wir werden erzogen von unseren
Eltern, den Lehrern, der Kindergartentante. Ferner prägt uns unser soziales Umfeld, die Gesellschaft, die
Medien. Die Fremdbeeinflussung von außen ist so enorm, dass man kaum die Möglichkeit bekommt, sich
zu den diversen Themen eine eigene Meinung zu bilden. Wir werden von Kindesbeinen an in vorgefertigte
Muster gezwängt, die später unsere Werte und unsere Glaubenssätze bilden.

Diese Werte und diese Glaubenssätze prägen deine Persönlichkeit und deinen Charakter, sie
werden zu deinen Überzeugungen, deinen Handlungen und bestimmen so letztlich über dein Glück,
deinen Lebensweg - dein Schicksal, wenn du so willst.

Und genau deswegen bin ich der festen Überzeugung, dass alles was in deinem Bewusstsein ist,
vielleicht nicht von dir erschaffen wurde, es jedoch in deiner Macht liegt, Verantwortung zu übernehmen
und dir deine eigene Freiheit, dein eigenes Glück selbstständig zu erschaffen.
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Limiting Beliefs bauen sich nur da auf, wo man die Verantwortung für sein Leben in andere Hände
gibt, sei es die von den Eltern, dem Partner, der Gesellschaft oder von wem auch immer. Nur dann besteht
die Gefahr, dass deine „Realität“ fremdbestimmt wird und mit deinem wirklichen Ich nicht in Kongruenz
steht. Da deine Realität aber fundamental von deinen Glaubenssätzen und deinem Wertesystem abhängt
ist es von gravierender Bedeutung, negative Glaubenssätze, sogenannte Limiting Beliefs aus deinem
Kopf zu verbannen.

Über viele Glaubenssätze, ich gehe hier mal bewusst nur auf die negativen ein, sind wir uns bewusst;
Beispiele dafür sind:

• Ich bin zu hässlich, um eine Frau wie diese zu kriegen


• Andere sind viel qualifizierter für diesen Job, warum sollte ich ihn bekommen?
• Ich habe Höhenangst; Ich habe Ansprechangst, ich habe Angst vor Spinnen

Glaubenssätze wie diese blockieren deinen Erfolg. Wie willst du deinem Gegenüber in einem
Vorstellungsgespräch glaubhaft versichern, dass du der Beste für diesen Job bist, wenn du selbst nicht
daran glaubst? Wie willst du eine Traumfrau verführen, wenn du der festen Überzeugung bist, sie sei viel
zu gut für dich? Wie willst du je den wundervollen Ausblick des Eifelturms genießen, wenn du glaubst die
Aussichtsform sei zu hoch für dich?

Diese Angst, diese Negativität, dieser Schwachsinn hält dich davon ab, ein besseres Leben zu
führen. Du lässt diese Sachen über dein Leben bestimmen, obwohl du zweifelsohne etwas anderes willst!
Tief in deinem Innersten, ganz tief in dir drin weißt du, dass du diese wundervolle Frau willst. Der Glaube,
du bist zu hässlich für diese Frau ist einer der am meisten verbreitesten Limiting Beliefs die es gibt,
weswegen ich nicht umhin komme, mich hier über die Bedeutung des Aussehens im Game zu äußern.

Bedeutung des Aussehens im Game

Die Bedeutung des Aussehens im Game ist wohl eines der am heißesten diskutierten Themen der
PickUp-Community.

Die eine Seite behauptet Aussehen spiele überhaupt keine Rolle für den Erfolg bei Frauen und
im Leben. Alles worauf es ankäme wäre ein gutes Game. Die andere Seite bestreitet dies energisch,
hervorgebracht wird vor allem, dass die erstgenannte Ansicht nur so argumentiert um ihre Produkte
besser zu verkaufen und dass es ja tausende Beispiele gebe, die beweisen dass Attraktive Menschen
erfolgreich und unattraktive Menschen unerfolgreich sind. Das sei angeblich unbestreitbar.

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Die Wahrheit jedoch liegt irgendwo dazwischen. Das Aussehen hat selbstverständlich einen Einfluss
auf den Erfolg im Game. Jedoch nur einen mittelbaren. Die Wahrheit ist, dass Aussehen dann keine
Rolle mehr spielt, wenn man keinen Einfluss mehr darauf hat. Hast du unreine Haut, fettige Haare, eine
hässliche Brille, 100 Kilo Übergewicht, ungeschnittene Fingernägel und üblen Geruch, dann sind deine
Chancen selbstverständlich nicht so hoch wie die von Brad Pitt. Wow, Wahnsinn. Was für eine Neuigkeit.
Niemand hat das je bestritten. Jemand der so aussieht, lässt sich gehen. Er schreibt sich selbst keinen
hohen Wert zu. Dies kann er auch unter keinen Umständen vermitteln.

Legst du allerdings Wert auf dein Äußeres, ein gepflegtes Erscheinungsbild, ein gutes Körpergefühl
und ein allgemein positives Auftreten, dann hat das Aussehen keinen Wert mehr im Game. Es spielt keine
Rolle, ob du gebräunte Haut hast oder eher Hell bist mit Sommersprossen. Es macht keinen Unterschied,
ob du groß oder eher klein bist. Dein äußeres Erscheinungsbild ist dann nämlich nur noch ein rein
subjektives Empfinden deinesGegenübers. Du bist gepflegt und holst das Beste aus dir heraus.

Dass du vielleicht nicht dem genauen Typ deines Targets entsprichst, interessiert nicht.

Das ist es, wenn du Frauen sagen hörst: „Eigentlich war er gar nicht mein Typ, aber er hatte das
gewisse Etwas!“. Ein gutes Game macht es möglich.

Glaubenssätze über dein Aussehen, die dich im Game zurückhalten können nur zweierlei sein:

• Wahr. Dann mach dich auf die Socken zur Typberatung. Nimm ab, kauf dir bessere Klamotten,
treibe mehr Sport und sorge dafür, dass du das Beste aus dir herausholst. Das steigert nicht nur deine
Chancen im Game sondern sorgt auch für ein besseres Körpergefühl und mehr Lebensqualität.
• Falsch. Bullshit. Viren des Geistes, die dich davon abhalten erfolgreich zu sein. Unfug, der sich in
dir Breit gemacht hat. Bist du ein gepflegter Mensch, der Wert auf sein Äußeres legt? Wenn ja, dann
spielt dein Aussehen überhaupt gar keine Rolle.

Schlechte Glaubenssätze über dein Aussehen sollten dir also entweder als Ansporn dienen, etwas
für dich selbst zu tun, das Beste aus dir herauszuholen und dein Leben zu verbessern – Du hast es in
der Hand. Oder, du solltest diesen Schwachsinn über Bord schmeißen und anfangen dein Leben zu
genießen. Denn wieder, du hast es selbst in der Hand.

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Limiting Beliefs verschlechtern deine Lebensqualität. Sie stehen dir im Weg, dein bestmögliches
Leben zu leben. Das zu erreichen, was du eigentlich könntest. Du versklavst dich vor deinen eigenen
Gedanken. Negativität und Begrenzungen haben in der Realität überhaupt nichts verloren. Sie sind nur
Produkt deines Geistes, deines Glaubens.

Der weltbekannte österreichische Psychiater Viktor Emil Frankl beispielsweise hatte fürchterliche
Höhenangst. Er weigerte sich jedoch sich dieser Angst hinzugeben. Anstatt ängstlich zu sein und große
Höhen zu meiden, unternahm er alles, seine Lebensqualität selbst zu steuern. Er nahm sogar Flugstunden
und bekam seine Angst so in den Griff.

Der Vorteil an den Glaubenssätzen, über die wir uns bewusst sind ist, dass wir die Möglichkeit
haben sie zu steuern und ihnen entgegenzuwirken.

Problematischer ist es eigentlich, wenn uns Glaubenssätze zurückhalten, die uns gar nicht so bewusst
sind, die wir als so normal empfinden, dass wir nie auf die Idee gekommen wären sie zu hinterfragen, als
zwei Beispiele seien hier genannt:

• Die monogame bzw. die polygame Beziehung zu Frauen


• Der Stellenwert der Romantik in einer Beziehung

Unsere soziale Prägung ist so fest in uns verankert, dass wir uns über den Sinn bestimmter Dinge
überhaupt keine Gedanken mehr machen. Wer bestimmt, dass man in einer Beziehung „treu“ sein muss?!
Aus welchem Grund nimmt die Mehrheit der Menschen solche „Grundsätze“ einfach als gegeben hin?
Überall bekommen wir dieses Thema vorgesetzt: von unseren Eltern, den Freunden, in Hollywood-Filmen:
„Du MUSST treu sein!!! Bist du es nicht, bist du ein schlechter Mensch!“. Ob dies wirklich so ist, oder
nicht spielt überhaupt gar keine Rolle. Es wurde uns vorgeschrieben und wir haben uns zu fügen. Da
wir dann selbst versuchen, uns in dieses vorgefertigte Schema zu zwängen verwundert es nicht, dass
dies oft nicht passt und wir uns unglücklich oder unzufrieden fühlen. Aber unsere soziale Prägung hat
uns ja beigebracht, dass wir es so hinzunehmen haben. Doch, auch das, ist ein Limiting Belief! Jeder
Mensch hat die Freiheit sein Leben so zugestalten, wie er es für richtig hält. Dein Glaube, deine Träume,
deine Wünsche erschaffen deine Realität! Habe keine Angst danach zu leben. Auch falsch verstandenes
PickUp führt zu falschen Glaubenssätzen: So glauben immer noch viele in der Community, sie müssten
sich der Monogamie verweigern und ihr Leben nach „Enigmas“ MLTR-Theorie leben oder stets und
ständig irgendwelche Frauen gamen und aufreißen, weil ihr Status als „PUA“ dies verlangt. Sie glauben,
sie dürften der Frau keine Drinks bezahlen oder etwas Romantik in einer Beziehung würde die Beziehung
sofort beenden, weil man ja zu sehr Nice-Guy ist.

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Dies alles sind Limiting Beliefs!!!

Ich zum Beispiel habe mich bei meiner Freundin bewusst dafür entschieden mit ihr die körperliche
Treue zu leben und genieße dies sehr. Weder fehlt mir etwas, noch habe ich „Angst“ etwas zu verpassen.
Wir leben dieses System, weil wir davon überzeugt sind und unsere Beziehung unter diesem Aspekt für
uns am besten funktioniert. Das bedeutet jedoch nicht, lieber Leser, dass dies auch für dich der richtige
Weg ist. Lebe dein Leben nach deinen Vorstellungen, nach deinen Prinzipien, nach deinen Regeln! Das
alleine macht dich glücklich. Alles was dich davon abhält ist ein limiting Belief und gehört über Bord
geschmissen. Dein Glaube erschafft deine Realität. Nur dann bist du in der Lage wirklich unabhängig
und glücklich zu sein! Dann gibst du die Verantwortung für deinen Erfolg nicht mehr ab, dann ist dein
Glück nicht mehr fremdbestimmt! Dann hast du die Möglichkeit, dein bestmögliches Leben zu leben!

Das dein Handeln und deine Realität allerdings möglichst im gesetzlichen Rahmen bleiben soll
sei an dieser Stelle zwar erwähnt, sollte jedoch selbstverständlich genug sein, um nicht weiter darauf
eingehen zu müssen.

Kapitel 4: Selbstrespekt und Frame

In den bisherigen drei Kapiteln habe ich versucht zu beschreiben, wie wichtig es für eine positive,
gesunde und erfolgreiche innere Einstellung ist, sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben,
mit Rückschlägen umgehen zu können und sich von negativen und belastenden Gedankengängen
befreien zu können.

Dieses Kapitel soll nun vom Selbstrespekt und dem dazugehörigen Frame handeln.

Selbstrespekt - Was ist das?


In meinem Verständnis ist Selbstrespekt die höchste Form, sich selbst einen Wert zuzuschreiben.
Wikipedia beschreibt Respekt als eine Form der Achtung und der Ehrerbietung gegenüber einer Person.
Selbstrespekt ist daher so etwas, wie Achtung und Ehrerbietung gegenüber der eigenen Person. Doch
um mich selbst zu achten, muss ich mir meiner Selbst auch wirklich bewusst sein. Insofern ist ein wichtiger
Teil des Selbstrespekts das Selbstbewusstsein.

Selbstbewusstsein
Stellt man auf die unmittelbare Wortbedeutung des Selbstbewusstseins ab, geht es darum sich
auf allen Ebenen der eigenen Persönlichkeit zu kennen; mit anderen Worten von sich selbst zu wissen
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wie man in bestimmten Situationen reagiert, welche Werte man vertritt und welche Fähigkeiten man hat,
welche Überzeugungen man an den Tag legt und die eigenen Stärken und auch Schwächen zu kennen.
Die eigenen Schwächen kennen die meisten Menschen. Man begegnet ihnen immer wieder im Alltag
und sie zeigen sich dort auch oft ziemlich deutlich. Ich plädiere an dieser Stelle wieder dafür, alles
daran zu setzen, erkannte Schwächen möglichst ergiebig und schnell in Stärken umzuwandeln. Aber
daran scheitert es bei vielen. Viele Menschen wissen nicht einmal, welche Stärken sie besitzen. Das,
was sie können und bisher erreicht haben wird häufig nicht wertgeschätzt und als Selbstverständlichkeit
eingeordnet. Oft wird sich sogar dafür geschämt, Erfolg zu haben: „Ja, da hatte ich doch nur Glück“,
„Das war ja auch wirklich leicht“, „Andere hätten das auch geschafft“. Sie entschuldigen sich beinahe
dafür, dass sie etwas geschafft haben.

Wenn man etwas erreicht hat, dann ist das immer ein Erfolg. Egal wie man es dreht und wendet. Und
wenn man nicht damit zufrieden ist, dann sollte man sich daranmachen, seine Ziele höher zu setzen und
auch diese zu erreichen. Das bisher geschaffte darf dabei aber auf keinen Fall missbilligt werden. Ein
Erfolg ist ein positiver Wert und dieser ist dem eigenen Bewusstsein auch ruhig selbst zuzuschreiben!
Jedoch sollte mit eigenen Erfolgen nicht geprahlt werden. Den richtige Umgang mit Erfolgen trägt man
mit sich selbst aus. Wenn ich der ganzen Welt offenbare wie toll ich doch alles geschafft habe fällt es
nicht nur schwer einen objektiven Blick auf die eigene Leistung zu wahren, sondern birgt ferner auch die
Gefahr mit sich, seine Anerkennung von außen holen zu wollen um sich besser zu fühlen. Das eigentlich
Starke, das erreichte Ziel, rückt somit in den Hintergrund und man rückt sich Selbst wieder in das Zentrum
der Fremdbewertung, lechzt nach Anerkennung. Erfolge mitteilen ist kein Problem. Jedoch sollte man
darauf achten nicht marktschreierisch und Aufmerksamkeitsfordernd rüber zu kommen. Selbstbewusste
Menschen haben so etwas nicht nötig. Wenn er neue Erkenntnisse über sich Selbst gewonnen hat, dann
setzt er sich ran und verarbeitet diese so gut es geht. Er braucht dafür nicht die Bewertung von anderen.
Er kennt sich schließlich selbst am besten.

Ein Selbstbewusster Mensch ist ebenso ein selbstkritischer Mensch, und deshalb ist es sehr wichtig
das du anfängst dich selbst zu durchleuchten:

„Wo sind meine Stärken, wo meine Schwächen?, Was kann ich gut, und was liegt mir überhaupt
nicht?“ Du kannst nur zu einem guten Selbstbewusstsein kommen, wenn du lernst dich gut einzuschätzen
und weißt was du dir zumuten kannst und welche Ziele du dir setzen kannst. Besonders bei den kritischen
Aspekten solltest du sehr genau sein.

Niemand ist perfekt, darüber solltest du dir im Klaren sein. Deswegen wird man auch bei allen Fehler
finden. Finde deine Fehler und lerne ein positives Verhältnis zu ihnen zu haben. DU musst grundsätzlich
zwischen deinen Handlungen und deinem Selbst differenzieren.
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Wenn du Fehler machst, bist du kein schlechterer Mensch deswegen.
Fehler sind gut, analysiere sie und verbessere dich dadurch.
Hast du dich verbessert, deine Stärken erkannt, dann stehe auch zu ihnen. Es ist nichts schlechtes daran.

Selbstwertgefühl
Ein weiterer Punkt, der meines Erachtens unumgänglich für den Selbstrespekt ist, ist das
Selbstwertgefühl. Unter dem Begriff Selbstwertgefühl wird gemeinhin der Wert verstanden, den wir uns
selbst im Vergleich mit anderen beimessen. Meines Erachtens ist ein gesundes Selbstwertgefühl, zu
großen Teilen das Resultat aus dem Selbstbewusstsein. Wenn ich selbst von mir weiß, welche Stärken
und welche Schwächen ich habe, wenn ich weiß welche Werte ich vertrete und welche Ziele ich verfolge,
dann bin ich auch in der Lage meinen Wert relativ objektiv mit dem von anderen Menschen zu beurteilen.
Ich weiß wie ich im Verhältnis zu anderen stehe und ich habe keine Scheu davor, mich mit ihnen in
Konkurrenz zu setzen. Ich schreibe mir meinen Wert selbst zu, und mache ihn nicht von Beurteilungen,
Aussagen und Beleidigungen anderer abhängig, auch wenn ich diese zur Kenntnis nehme und ihren Kern
auf einen Wahrheitsgehalt untersuche. Menschen mit hohem Selbstwertgefühl brauchen sich selbst nicht
stets und ständig zu beweisen oder andere zu beeindrucken. Sie wissen was sie können und welchen
wirklichen Wert sie haben. Sie bezweifeln nicht ihren Wert und streiten ihre positiven Eigenschaften nicht
ab, wenn sie mal ein Kompliment bekommen. Sie behandeln andere Menschen mit Respekt und haben
es nicht nötig, diese nieder zu machen um sich selbst besser zu fühlen. Wie die Definition von Respekt
schon sagt, ist es notwendig, sich selbst zu achten. Ich kann mich jedoch nur Achten, wenn ich mir selbst
auch den nötigen Wert zu schreibe.

Selbstvertrauen
Der dritte und letzte wichtige Punkt um sich selbst zu respektieren ist ein gesundes Selbstvertrauen.
Menschen mit Selbstvertrauen beeindrucken immer wieder durch ihr sicheres Auftreten. Sie schämen
sich nicht für die eigene Person oder das eigene Verhalten.

Sie blicken neuen Herausforderungen positiv entgegen, weil sie sich sicher sind eh eine Lösung zu
finden. Sie gehen locker mit Kritik um und sind in der Lage diese objektiv zu analysieren. Sie haben keine
Probleme damit auf andere Menschen zuzugehen und zu ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen
zu stehen. Sie verurteilen sich nicht für ihre eigenen Schwächen und versuchen immer eine Möglichkeit
zu sehen die Dinge zum positiven zu wenden. Menschen mit gutem Selbstvertrauen wagen viel, um viel
zu gewinnen. Und wenn sie mal nicht gewinnen, dann wissen sie damit umzugehen und ihre positiven
Schlüsse daraus zu ziehen.

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Der Frame eines Menschen mit diesen Eigenschaften

Der Abschnitt über den Frame eines Menschen mit diesen Eigenschaften soll nun die Frage
beantworten, wie sich diese Eigenschaften nach außen darstellen und man mit äußeren Einflüssen
umgehen soll. Ich habe bewusst den Selbstrespekt in diese drei Teile untergliedert. Sicherlich, die
Abgrenzung der drei Teile fällt extrem schwer und ist nicht unbedingt immer zu erkennen oder einzuhalten.
Doch darum geht es auch gar nicht. Wichtig ist es zu erkennen, dass der Selbstrespekt aus dem inneren
kommt. Unser ganzes Leben lang wurden wir von außen bewertet. In der Schule bekamen wir Noten
und sogar Bewertungen über unser Verhalten bzw. „Betragen“. Uns wurde gesagt wir sollen artig sein,
oder lieb. Für alles was wir taten wurden wir bewertet. Waren wir fleißig, war es gut. Waren wir faul, war
es schlecht.

Sicherlich ist das ein Teil der Erziehung und hat auch irgendwo seine Begründung. Negativer
Beigeschmack dieses Systems ist jedoch, dass wir unseren Selbstrespekt immer von den Bewertungen
anderer abhängig machen. Das dies jedoch regelmäßig einen bitteren Beigeschmack hat und auch
ganz und gar nicht richtig sein kann erklärt sich eigentlich von selbst. Nehmen wir uns als Beispiel
Vitali Klitschko und das erste Mädchen, in dass er sich verliebte. Sie jedoch nahm ihn nicht ernst und
machte sich regelmäßig über ihn lustig, weil er so viel Zeit in der Trainingshalle verbrachte und nicht wie
die anderen Jungs weg ging um Spaß zu haben und das Leben zu genießen. Er jedoch wollte dieses
Mädchen trotzdem erobern. Er schenkte ihr ein Foto von Boxhandschuhen, auf dessen Rückseite stand:
„Bitte lache nicht über mich. Eines Tages werde ich Weltmeister sein“. Okay, wie wir alle wissen war
das jetzt nicht das beste vorstellbare Game, so ist es aber passiert. Das Mädchen lachte nun erst recht
über ihn und wollte auch nichts weiter von ihm Wissen. Vitali jedoch störte sich nicht daran, er trainierte
weiter und trainierte härter. Und schlussendlich wurde er auch wirklich Weltmeister im Schwergewicht. Er
wusste um seine Stärken, er wusste dass er Ziele hat die er erreichen will, das nötige Talent, die Disziplin
und den Ehrgeiz um den steinigen Weg dorthin zu nehmen. Er machte sein Leben, sein Glück, seine
Selbstachtung nicht von anderen abhängig. Er ging seinen eigenen Weg. Wer weiß was passiert wäre,
wenn er den Sport aufgegeben hätte um diesem Mädchen zu gefallen?

Die Wichtigkeit des Selbstrespekts könnte kaum größer sein. Denn er bestimmt letztlich, wie du dein
Leben lebst. Wie andere mit dir umgehen und wie du deine Realität gestaltest. Wie Neil Strauss mal sagte:
„The best way to get the person you want is to not be afraid to lose them”. Der beste Weg eine Person zu
kriegen die du magst, ist keine Angst zu haben sie zu verlieren. Menschen mit Selbstrespekt haben dies
auch nicht nötig. Sie verbiegen sich nicht um anderen zu gefallen. Sie wissen um ihren Wert und machen
ihr Glück nicht von anderen abhängig. Sie lieben ihr Leben und stehen zu sich selbst. Da können andere
gerne dran teilnehmen, oder eben auch nicht. Oder, wie DeAngelo es mal ausdrückte: „I live in my reality
and you´re a guest“. Deswegen hat ein Mensch mit Selbstrespekt es auch nicht nötig einen fremden
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Frame anzunehmen um jemanden zu gefallen. Ein solcher Mensch lebt nach seinen Vorstellungen, nach
seinen Grundsätzen, nach seinem Charakter. Da sind ihm Shittests egal. Er repräsentiert seine eigene
Überzeugung. Wer oder was sollte das erschüttern?

Sein Frame ist beinhart und unerschütterlich. Er begegnet allen Menschen, wie auch sich selbst, mit
Respekt. Er weiß jedoch auch, dass es nicht nötig ist um den Respekt anderer Menschen zu betteln. Wen
ihm kein Respekt entgegengebracht wird, tut er es auch nicht bei anderen. Er begegnet allen Menschen
gleich. Er Vertraut auf seine Erfahrungen und seine bisherigen Erfolge. Ihm ist es dabei nicht wichtig dem
Gegenüber unter allen Umständen zu gefallen. Er ist wie er ist. Selbstredend weiß er sich zu benehmen
und ist weder übertrieben unhöflich noch laut oder grob. Er weiß um seinen Wert und genau deswegen
fällt es ihm leicht sich natürlich zu verhalten und nicht um die Wertschätzung und Komplimente von
anderen zu betteln. Er vertraut darauf, dass er gut ankommt so wie er ist. Das ist auch gut so. Wenn er sich
nämlich verstellen würde, könnte es leicht passieren dass er unkalibriert und inkongruent wirken würde.
Die Konsequenz daraus wären dauernde Shittests und drohende Manipulation mit der Folge, dass du
dieses Verhalten auf Dauer nicht halten könntest. Ganz einfach, weil es nicht deinem Charakter, deinem
Selbstbild und deinen Idealen entspricht. Das ist es nicht, was Selbstrespekt bedeutet. Menschen ohne
Selbstrespekt haben einen schwachen Frame.

Kapitel 5: Die Kausalität zwischen Regelmäßigkeit, Motivation und Erfolg

Wirft man mal einen Blick in ein Fremdwörterlexikon, lernt man, dass unter dem Wort „Kausalität“
eine Art Wirkungszusammenhang oder Ursächlichkeit verstanden wird.

Kausalität behandelt insofern den Zusammenhang von Ursache und Wirkung.

Abstrakt gesehen haben wir also auf der Ursachenseite eine Tat, die auf der „Erfolgsebene“ eine
Wirkung, also einen Erfolg (positiv oder negativ sei hier einmal dahingestellt) hervorruft. Dass ich dies
hier erwähne hat einen triftigen Grund! Erinnerst du dich an das erste mal in deinem Leben, dass du ein
Mädchen angesprochen hast? Oftmals geschieht dies mit wackligen Knien und zittriger Stimme. Man
weiß nicht was man sagen soll und Unsicherheit mach sich im Körper breit. Oftmals endet dieser Versuch
in dem Scheitern deines Vorhabens. Du hast halt noch keine Erfahrung auf diesem Gebiet gehabt.

Erinnerst du dich noch an dein „Erstes Mal“? Wiederum ist man nervös, man weiß nicht wirklich wie
man vorgehen soll und ob man das, was man gerade fabriziert auch richtig macht. Diese Unsicherheit ist
wieder einmal auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen.
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Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Dieses Sprichwort ist genauso alt, wie es wahr ist!
Erfolg ist das positive Resultat persönlichen Handelns (Wikipedia).

Dieses positive Resultat ist aber eben nicht auf jedes Handeln zurückzuführen. Oftmals handeln wir
auch, ohne dass dies in einem Erfolg mündet. Wichtige Faktoren für das Erreichen eines Erfolgserlebnis
sind jedoch Regelmäßigkeit und Erfolg. Sie bilden die Ursache für den Erfolg.

Regelmäßigkeit

Eines der wichtigsten Punkte für Erfolg ist Regelmäßigkeit.

Profisportler trainieren jeden Tag mehrere Stunden um ihr Niveau zu halten und noch besser zu
werden. Man liest Bücher um seine Bildung zu verbessern oder verbessert seine Fähigkeiten im PU,
indem man immer und immer wieder versucht Frauen zu gamen.

Übung macht den Meister. Und Übung heißt konsequente Regelmäßigkeit. Man lernt nur mit seinen
Aufgaben. Je öfter man sie meistert, desto leichter fallen sie einem. Je mehr man es schleifen lässt, oder
je mehr man sein bereits vorhandenes Können oder Wissen vernachlässigt, desto schwerer wird es
einem bald fallen, seine früheren Leistungen wieder abzurufen. Fängt man, beispielsweise, an zu joggen,
dann fällt einem das erste Mal häufig sehr schwer, man kommt außer Atem und der Körper wirkt nach
einiger Zeit müde und lahm. Joggt man allerdings häufiger wird der Körper widerstandsfähiger gegen
diese Ermüdungserscheinungen und man läuft die gleiche Strecke bald mit Leichtigkeit.

Regelmäßigkeit bringt den Erfolg in jeder Lebenslage. Beim Sport, beim Lernen, beim Pick-Up und
in allen anderen Lebenslagen!

Motivation

Um die für den Erfolg so notwendige Regelmäßigkeit jedoch durchzuziehen muss ich motiviert sein.
Aus Gründen der Strukturierung nenne ich die Motivation hier nach der Regelmäßigkeit. Rein faktisch
jedoch steht sie davor.

Die Motivation ist dein Motor, dein Antrieb. Es kostet dich Energie aber es bringt dich zum Erfolg.
Wir alle kennen das Gefühl, wenn sich der innere Schweinehund meldet und wir lieber chillen wollen als
uns den Anstrengungen zu widmen die der Alltag für uns bereit hält.
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Doch genau an dieser Stelle ist es wichtig sich trotzdem aufzurappeln. Aufzustehen und sein Bestes zu
geben. Motivation ist der Schlüssel zur Regelmäßigkeit. Und Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg.
Die richtige Motivation setzt wiederum voraus, dass man seine Ziele kennt. Spätestens hier sollte man
sehen, wie die innere Einstellung in allen ihren Punkten miteinander zusammenhängt. Wenn man ein Ziel hat
und fest an das Erreichen glaubt, dann fällt es auch leichter sich immer wieder aufs Neue zu motivieren.

Insofern sollte man sich den Unterschied zwischen Gedanken und Gefühlen bewusst werden.

Der innere Schweinehund ist wie ein kleiner roter Teufel, der auf deiner Schulter sitzt und dir immer
wieder ins Ohr flüstert: „Bleib ruhig liegen, das ist doch kein Problem. Morgen strengst du dich dafür
doppelt so sehr an.“ Oder „einmal ausruhen hast du dir verdient! Es ist nicht schlimm, wenn du heute
mal nichts tust!“.

Das Gefühl fängt an sich in deinem Kopf festzusetzen und deine Gedanken zu übernehmen. Du
denkst kurz drüber nach und denkst danach wirklich, dass es kein Problem ist, solange du morgen
einfach doppelt so viel Gas gibst. Jedoch werden die Grenzen deiner Bereitschaft nicht von deinen
Gefühlen, sondern von deinen Gedanken gesetzt! Gefühle sind abhängig von Fremdfaktoren. Man hat oft
selten Einfluss auf seine Gefühlslage. Auf seine Gedanken allerdings schon. Trete mit deinen negativen
Gefühlen in Konflikt. Sehe nicht deine momentane Gefühlslage, sondern deine konkret anvisiertes Ziel!
Lerne deine Gedanken zu kontrollieren, dann kontrollierst du auch deine Gefühle. Lässt du allerdings
deine Gefühle deine Gedanken steuern, lässt du dich von Fremdeinflüssen lenken. Wenn der Teufel auf
deiner Schulter sitzt und dir mal wieder sagt, dass du die Handlung auf Morgen verschieben solltest,
schlag ihm vors Gesicht und handele erst recht! Hast du es dann getan, dann fühlst du dich besser.
Du weißt das ich recht habe! Wenn es dir richtig schwer fällt, dann handele erst recht. Du wirst es dir
danken. Entwickele diesen Ehrgeiz. Diesen Ehrgeiz besser zu sein als du es bisher warst. Den Ehrgeiz
jeden Tag zu versuchen ein Stück besser zu werden. Verlange mehr von dir als nötig ist. Verlange
mehr von dir als andere es von dir verlangen. DU handelst nicht für andere, sondern für dich. Werde dir
darüber bewusst! Verinnerliche dieses Denken, dann kannst du dich auch dauerhaft motivieren und du
wirst erfolgreicher leben!

Beste Grüße,
Astradamus

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Lebensfreude
Hearts and Minds

I. Was ist Lebensfreude?


II. Hindernisse
III. Lebensfreude gewinnen...
IV. ...und zeigen

I. Was ist Lebensfreude?

Habt Ihr schon einmal spielende Kinder beobachtet? Jeder Mensch kommt mit einer großen Portion
Neugier, Spieltrieb und der Fähigkeit, sich über ganz banale Dinge zu freuen, auf die Welt. Kinder freuen
sich über die Mitmenschen, die Welt, sich selbst. Viele Erwachsene haben diese Fähigkeiten verloren
und verlernt. Sie leben voller Sorgen – und das sieht man ihnen an. Bei einem (unter normalen Umständen
aufwachsenden) Kind ist der Spaß am Spiel noch nicht durch Neid, Selbstzweifel, Verlustangst, Scham
usw. geprägt. Doch irgendwann haben wir diese „Unschuld“ verloren.

Definition bei Wikipedia:


„Lebensfreude ist das subjektive Empfinden der Freude am eigenen Leben. In der Literatur findet sich
der Begriff oftmals kombiniert mit weiteren erstrebenswerten positiven Attributen, wie Selbstbewusstsein,
Vitalität, Kreativität und Glücklichsein. Lebensfreude wird als das Gegenteil von Depression beschrieben,
oder als das, was der Mensch anstrebt, will er eigene Depressionen überwinden.“

Ich stelle mir das so vor: Das Leben ist wie ein Kartenspiel. Man bekommt bestimmte Karten
ausgeteilt und spielt damit. Im Laufe des Lebens werden neue Karten gezogen, die man in sein Spiel
einbauen muss. Es gibt aber keinen endgültiges Gewinnen oder Verlieren, sondern nur ein temporäres;
wir bekommen und verlieren nämlich immer wieder ein paar Karten – und zum Schluss sind wir tot.

Lebensfreude besteht nun darin, einfach gerne zu spielen. Wenn die Karten gut sind, dann ist das
leicht. Die Herausforderung besteht darin, dennoch gerne zu spielen, auch wenn die eigenen Karten
nicht immer so gut sind, wie man sich das wünscht.

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Lebensfreude hat so auch etwas damit zu tun, dass man sich selbst wertzuschätzen weiß – die eigene
Existenz ist etwas ganz Besonderes. Dass wir überhaupt hier „zusammen sitzen und zusammen spielen
können“ ist in unserem meist ziemlich leeren und leblosen Universum eine unglaubliche Besonderheit.

Für Pick-up ist Lebensfreude interessant, weil sie Menschen, Männer und Frauen, attraktiv macht. Sie
macht sie attraktiv für das andere Geschlecht und hilft dabei, Freunde zu finden, Freundschaften zu behalten,
motiviert voranzukommen im Leben und andere zu inspirieren. Und natürlich: Um selbst glücklich zu sein.

Ihr könnt Euch ja mal in Eurem Bekanntenkreis umsehen: Es sind vor allem die Menschen, die
Lebensfreude (und damit verbunden: Tatendrang und Optimismus) ausstrahlen, die Erfolg mit Frauen
haben; und es sind oft die frustriert, unglücklich und zurückgezogen wirkenden Menschen, die wirkliche
Probleme mit Frauen haben.

II. Hindernisse

Ich will kurz und knapp ein paar Hindernisse aufzeigen, die Lebensfreude verhindern. Das Schema ist
meistens das Gleiche: Wir vergessen uns selbst, weil wir uns zu sehr an äußeren Faktoren orientieren.

1. Opfermentalität.
Wenn Du Dich dabei ertappst, ständig zu denken: „Warum immer ich?“ oder: „Warum immer die
anderen?“, dann bist Du Opfer der Opfermentalität. Du neigst dazu, die Rolle des Opfers als soziale Rolle
zu übernehmen – Opfer der Gesellschaft, der Gene, der Natur, des Schicksals. Das ist eine bequeme
Position, weil sie es Dir erlaubt, Verantwortung abzugeben und andere für Dein eigenes Unglück zu
beschuldigen. Aber diese Position ist nicht hilfreich, da sie dazu führt, dass Du Dich ohnmächtig und
hilflos fühlst und Deine eigene Möglichkeiten, etwas am gegenwärtigen Zustand zu ändern, übersiehst.
Selbst wenn Du wirklich Opfer geworden bist von etwas, das Du nicht kontrollieren kannst, dann liegt es
doch bei Dir, darüber zu hadern und zu jammern oder die Situation auch als Chance, Herausforderung
oder Moment in einem Prozess der Veränderung zu sehen.

2. Hängenbleiben in der Vergangenheit.


Viele Menschen neigen dazu, sich ständig im Spiegel der Vergangenheit zu betrachten: „Was wäre
nur gewesen, wenn damals nicht...“, oder: „Damals war ich so glücklich...“ Das ist auch eine Form der
Realitätsflucht. Und es ist ein Zeichen, dass Du keinen Frieden mit Deiner Vergangenheit geschlossen
hast. Deine Vergangenheit aber, das sind die Karten, die ausgeteilt sind und mit denen Du jetzt spielen
musst. Finde Dich damit ab, Du wirst eh noch einiges erleben und damit neue Karten erhalten.
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3. Angst vor der Zukunft.
Dass Menschen Angst vor der Zukunft haben, ist nichts Neues. Aber damit meine ich etwas ganz
Bestimmtes: Ich möchte einmal zwischen Angst und Furcht unterscheiden. Man fürchtet sich, wenn
man eine konkrete Bedrohung vor sich hat, wenn eine Prüfung naht, wenn ein Angehöriger schwer
erkrankt, wenn das eigene Unternehmen pleite geht. Das ist etwas anderes als Angst, die kein Objekt
hat: Wer nachts alleine durch einen unheimlichen Wald geht, der hat Angst. Es gibt keine Bedrohung,
er hat trotzdem Angst. Hast Du so eine Angst vor der Zukunft? Die Ursachen solcher Angst können
sehr komplex sein: Es mangelt an Urvertrauen in einen selbst und in andere, Zweifel nagen bezüglich
der eigenen Fähigkeiten. Ein Ausweg ist es, zu akzeptieren, dass man nie gegen alle Eventualitäten
gewappnet sein kann. Ein anderer, im Jetzt zu leben.

4. Lernen verlernt.
In der Schule erleben viele von uns, dass das Neue meist mit Stress, Prüfungen, stupider Arbeit,
gegebenenfalls Strafen verbunden ist. Wir verlieren die Neugier auf die Welt, wenn wir erwachsen
werden und wir verlernen dieses kindliche, unvoreingenommene Lernen, das aus jedem Teil der Welt
begierig alles Neue sieht und aufsaugt. So verlieren wir die Fähigkeit, über die Welt zu staunen; wir
verpassen das Neue, das uns weiterbringen könnte; und wir haben Angst vor dem Neuen, weil wir es mit
Arbeit und Prüfungsstress verbinden. Die Möglichkeit des Wachstums, der neuen Möglichkeiten und des
Zugewinns entgeht uns oft. Wenn wir uns unserer ureigensten Neugier und Lust am Lernen entfremden,
dann verlieren wir ein Stück von uns selbst.

5. Neid.
Wir leben in einer auf Konkurrenzdenken aufgebauten Gesellschaft, in der nicht nur jeder nach
Besserem strebt, sondern auch besser sein will (und muss!) als die anderen. Das setzt uns nur unter
unerträglichen Druck – es gibt immer jemanden, dem es besser geht als uns, der etwas besser kann
als man selbst. So ein Denken liegt uns auch in den Genen, vor allem uns Männern. Dabei vergessen
wir oft, dass erstens wir ständig neue Karten ziehen im Spiel des Lebens und dass sich jedes Blatt
schnell ändern kann; dass zweitens Erfolge oft nicht vergleichbar sind: Der eine hat eine schöne Frau,
der andere verdient viel Geld, der dritte hat ein langes und gesundes Leben, der vierte eine große,
harmonische Familie – wie könnte man entscheiden, wer „objektiv“ mehr hat als die anderen, wer „besser
dran“ ist? Das ist so, als ob der Wert Deiner Karten nur für Dich festzustehen scheint, für andere aber
etwas anderes bedeuten kann und sich im Laufe der Zeit ändern kann. Sieh Deinen Neid lieber als eine
sportliche Herausforderung.

6. Unrealistische Ansprüche und Ziele.


Dabei droht aber die Gefahr, sich zu viel vorzunehmen und frustriert zu sein, wenn man nicht all
das geschafft hat, was man wollte. Wer sich ambitionierte Ziele setzt, der kann es weit bringen. Wer
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sich zu ambitionierte Ziele setzt, wird frustriert abbrechen. Meistens nehmen wir uns aber zu viel vor.
Reduzierst Du Deine Ziele etwas, sagen wir um zehn Prozent, dann fühlst Du Dich durch Deine Erfolge
zum Weitermachen motiviert. Nachlegen kann man dann ja immer noch.

III. Lebensfreude gewinnen...

Im Prinzip wissen wir alle, wie wir uns über unser eigenes Leben freuen. Das haben wir nämlich als
Kind ständig gemacht! Die Welt war voller Wunder und alles war neu und aufregend. Damals waren wir
nicht so von inneren Zweifeln und frustrierenden Gedanken geplagt – und das, obwohl ein Kind viel mehr
Rückschläge hinnimmt, als die meisten Erwachsenen: Wie oft fällt ein Kind hin, bevor es laufen kann!
Wie oft macht ein Kind etwas falsch oder kaputt, weil es nicht weiß, wie Dinge funktionieren! Fast nichts
gelingt ihm von alleine, es wird ständig korrigiert, ist total abhängig! Und doch macht das dem Kind
kaum etwas aus, Fehler sind schnell vergessen, die Freude über das aufregende Neue, das die Welt ist,
überwiegt. Es ist die Intensität des Erlebens und das Gefühl, voranzukommen und Neues zu erleben, die
das Kind glücklich machen.

Wer sich jedoch zu sehr an äußeren Faktoren – dem eigenen sozialen Status, dem eigenen
Bankkonto, etc. – orientiert, der macht sich seelisch davon abhängig, weil er sich so unter Druck setzt.
Das ist ein leichter Weg, wirkliche Lebensfreude zu verlieren. Ich skizziere ein paar Aspekte, die dazu
beitragen können, Lebensfreude zu gewinnen. Ohne besondere Ordnung:

1. Hinter die sozialen Rollen und Masken blicken.


Wir sind oft durch die soziale Rolle und Position eines Menschen geblendet. Gerade beim Pick-
up müssen viele Jungs es erst neu lernen, dass auch schöne Frauen oft dieselben Komplexe und
Probleme haben wie andere Menschen auch. Das gilt auch für soziale Rollen: Wenn man es schafft,
hinter die Position zu sehen, die ein Mensch in der Gesellschaft einnimmt und die ihm eine Rolle,
gewissermaßen auch eine Maske gibt, dann kann man viele Situationen nüchterner betrachten. Der
beneidete reiche Banker entpuppt sich dann oft als ein überforderter, hilfloser Mitläufer, der eigentlich
fast schon bemitleidenswert ist. Der erfolgreiche Fußballspieler ist dann kein übermenschliches Idol
mehr, das vergöttert wird – sondern jemand, der das eigene Talent durch harte Arbeit ausgebaut hat
und dafür Respekt verdient. Wer durch die Masken und Rollen hindurchblickt, der wird etwas von sich
selbst in den anderen Menschen wiedererkennen und dadurch etwas Distanz verlieren. Es gibt nicht „die
da oben“ und „uns hier unten“. Es wird dann leichter, Menschen nicht zu beneiden. Und anderen kann
schneller verziehen werden. Das ist der erste Schritt, den sozialen Druck von sich zu nehmen. Menschen
gewinnen so wieder ein menschlicheres Gesicht.
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2. Dankbarkeit.
Oft vergessen wir, wie gut es uns selbst geht, weil wir uns nach außen hin orientieren. Dankbarkeit
hilft, einem das eigene Glück bewusst zu machen. Wer dankbar ist für das, was und wer er ist, und dass
er überhaupt ist, der stärkt die eigene Position und das eigene Selbstbewusstsein. Dazu muss man noch
nicht einmal jemandem gegenüber dankbar sein. Wer sich nicht bei Gott oder den eigenen Eltern oder
der Umwelt bedanken will – der kann einfach ganz allgemein die eigenen Stärken wertschätzen. Mit
Dankbarkeit ist also der anerkennende und wertschätzende Fokus auf einen selbst gemeint.

3. Vergebung.
Auch durch Zorn und Rachsucht macht man sich von äußeren Faktoren abhängig und wird
fremdbestimmt. Wer anderen Menschen vergeben kann, der schließt so nicht nur mit seiner Umwelt
Frieden, sondern auch mit sich selbst.

4. Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft.


Wer gibt, macht nicht nur andere Menschen glücklich, sondern auch sich selbst. Wir sind alle
fundamental zum Altruismus, also zu Kooperation und Hilfsbereitschaft veranlagt, da wir biologisch
gesehen Herdentiere sind: Evolutionär haben sich die reinen Egoisten nicht durchgesetzt. Wir sind
genetisch so eingerichtet, dass Helfen und Geben uns glücklich macht. Und es macht uns unsere Stärke
und unseren Reichtum bewusst. (Deswegen sind, meiner Meinung nach, Haustiere für viele Menschen
so wichtig: Weil sie dann endlich jemanden haben, den sie hemmungslos verwöhnen und glücklich
machen können.)

5. Musik und Tanz.


Überall auf der Welt und zu jeder Zeit gehören Musik und Tanz zum Leben dazu, was ein starkes
Indiz dafür ist, dass beides fundamentale Aspekte des menschlichen Lebens sind. Psychologie und
Neurowissenschaft haben bewiesen, dass Musik und Tanz nicht nur dazu beiträgt, die seelische Balance
zu erhalten, sondern auch Aufmerksamkeit, Selbstgefühl und sogar kognitive Fähigkeiten steigert.

6. Stolz sein.
Wir werden dazu erzogen, bescheiden zu sein und die eigenen Erfolge eher kleinzureden. Das ist
aber eigentlich nicht notwendig. Man darf sich den Stolz auf die eigenen Erfolge auch gönnen. Ansonsten
neigt man schnell dazu, hauptsächlich die eigenen Fehler und Nachteile zu betrachten. Vielleicht ist das
ein Problem, das in Deutschland stärker ausgeprägt ist als andernorts.

7. Genießen.
Im selben Zusammenhang haben wir oft ein schlechtes Verhältnis zu dem, was wir am Leben
genießen und es gibt viele Faktoren, die uns den Genuß verwehren. Viele Menschen halten Essen für eine
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Art Treibstoff, den man in sich hineinschüttet, um weiterarbeiten zu können. Andere behaupten, Sex wäre
nur dazu da, um Kinder zu zeugen. Andere wiederum halten Kleidung nur für eine Art Fell, der dazu da
ist, warm und trocken zu halten. Das eigene Leben, der eigene Körper wird so auf eine Arbeitsmaschine
reduziert, die nur an ihrer Funktionalität gemessen wird. Es ist aber ok und psychologisch bedeutsam,
sich etwas zu gönnen, das man genießen kann: Gut auszusehen. Gutes Essen. Sinnlichkeit genießen.
Damit ist nicht die gezielte Ablenkung gemeint, die man durch Fernsehen und Computerspiele gemeint.
Sondern die Art von Genuss, die uns unserer selbst bewusst macht.

8. Mehr erleben.
Wer möchte gerne auf ein Leben zurückblicken, das aus Büroarbeit und Fernsehen bestand? Es
gibt zwei Fehler, die oft gemacht werden und ein Leben verhindern, das einen erfüllt und stolz macht:
Besitzdenken und Fernsehen. Besitzdenken: Es ist psychologisch erwiesen, dass Menschen mehr
Freude empfinden und über ihre Erinnerungen glücklicher sind, wenn sie ihr Geld in schöne Erlebnisse
investieren als in Dinge. Wer sich Dinge kauft ist oft im Moment des Einkaufs glücklich und vielleicht noch
– wenn er keine Schuldgefühle hat – kurz danach immer noch; wer jedoch sein Geld so investiert, dass
er tolle Erlebnisse davon hat, der empfindet eine länger anhaltende Zufriedenheit, weil er auf schöne
Erinnerungen zurückblicken kann. Fernsehen: Das Fernsehen verhindert gerade schöne Erlebnisse, weil
es meist nur der Ablenkung dient.

9. Neues lernen.
Der Mensch ist von Natur aus neugierig. Unser modernes, effizienzorientiertes Denken jedoch
verhindert oft, dass man über seinen Tellerrand schaut und Dinge lernt, die nicht unmittelbar nützlich
sind. Doch ist mit Lernen oft – besonders wenn wir es freiwillig machen – ein Glücksgefühl verbunden:
Danach ist man weitergekommen, hat man sich weiterentwickelt. Endlich einmal etwas zu verstehen,
dieses berühmte „Aha!“-Erlebnis, kann ein enorm intensives Glücksgefühl sein. Wer aufhört zu lernen,
wird automatisch in seinem Leben auf der Stelle treten. Wer dagegen lernt, entwickelt nicht nur die
eigene Persönlichkeit, sondern versteht die Welt besser, hat mehr Gesprächsthemen, kann die eigene
Situation evtl. auch aus einem anderen Blickpunkt betrachten usw. Und dabei ist es fast schon egal,
was Ihr lernt. Mein Tip wäre, mindestens alle zwei Wochen ein Buch zu lesen und dabei darauf zu
achten, dass man etwas Neues aus diesem Buch lernt. Oder Weiterbildungen, Seminare, Workshops,
Kurse aller Art zu besuchen, tausend neue Skills zu lernen. Bücher geben einem Faktenwissen, Kurse
Anwendungswissen. Wenn Du Dir das Leben wie ein Rollenspiel vorstellst: Durch Lernen kannst Du
Deine Skills steigern! Und was ist befriedigender, als ein besserer Mensch zu werden?

10. Treibe Sport.


Treibe Sport!

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11. Hab Zeit für Deine Familie und Deine Freunde.
Du brauchst im Prinzip drei Arten von Menschen um Dich herum: Solche, mit denen Du ab und zu
unverbindlich Spaß haben, ausgehen kannst und mit denen Du eine nette Zeit verbringen kannst; solche,
mit denen Du etwas gemeinsam hast, die Dir ähnlich sind und denen Du Dich anvertrauen kannst; und
solche, die Du schon lange kennst und mit denen Du einige gemeinsame Erinnerungen teilst – denn die
können Dir besser Feedback geben, wer Du bist und wie Du Dich entwickelt hast. Diese „drei Arten“
können alle in denselben Personen zusammenkommen, müssen aber nicht.

12. Such Dir eine Gruppe, der Du angehören kannst.


Tritt in einen Verein ein, besuche einen Kurs, engagiere Dich in einer NGO, in einer politischen Partei,
in der Kirche etc. Zur Not gründest Du selbst eine! Dort findest Du Menschen, die Dich unterstützen, lernst
neue Skills und findest einen neuen Aspekt Deiner Identität heraus. Der Mensch ist kein Einzelgänger, sei
auch Du kein Einzelgänger.

Man kann die Liste noch beliebig fortsetzen: Die eigenen Erlebnisse positiv deuten; im „Jetzt“ leben;
eine in vielen Aspekten und Tätigkeiten begründete Identität aufbauen; ein positives Verhältnis zur
eigenen Familie aufbauen; lernen, zufrieden zu sein mit dem, was man hat und schmerzfrei verzichten zu
lernen; anderen Menschen ihre Erfolg gönnen; andere Menschen inspirieren; usw.

IV. ...und zeigen:

Hier ganz kurz ein paar Tips zur praktischen Anwendung, wie man Lebensfreude gewinnt, auslebt
und ausstrahlt:

• Lächeln.
• Sich selbst (zärtlich) berühren: Kaum etwas strahlt mehr Zufriedenheit und Freude aus, als Gesten,
mit denen man sich selbst berührt. Wir alle kennen etwa die ritualisierte Geste, sich nach dem Essen
über den Bauch zu streichen, um Zufriedenheit auszudrücken. Ähnlich: sich zurücklehnen und sich
mit der Hand über Kopf und Nacken streichen; usw.
• Mit der Musik mitgrooven. Wer depressiv ist, groovt nicht.
• Anderen Menschen helfen. Jede Großzügigkeit zahlt sich aus.
• Keine Vorwürfe machen, keine Anschuldigungen. Menschen machen Fehler, deswegen sind sie
noch keine Idioten. Nicht von einer falschen Handlung auf den Menschen schließen: Verzeihen.

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• Nicht auf eigenen Fehlern und Erlebnissen herumreiten: Wenn Du durch eine Prüfung durchfällst,
schlimm genug. Wenn Du Dir das immer wieder vor Augen führst, weil Du grübelst, jammerst oder
anklagst, dann ist es so, als ob Du immer wieder durch die Prüfung fällst.
• Höre auf, Dir auszumalen, Du würdest ständig alle Menschen enttäuschen. Wärst Du enttäuscht
von jemandem, der sich so verhält wie Du? Sicher nicht, oder?
• Mache eine Liste an Dingen, die Du machen möchtest und von denen Du glaubst, dass sie Dich
weiterbringen. Trage sie in Deinen Kalendar ein und mach sie. So kommst Du voran mit Deinem
Leben und hast etwas, worauf Du Dich freuen kannst.
• Reisen. Wer depressiv ist, der bleibt zu Hause. Reisen ist nicht nur ein Ausdruck von Lebensfreude
und Neugier, sondern bringt auch schöne Erinnerungen und befriedigt unsere angeborene, aber
manchmal verdrängte und unterdrückte Neugier auf die Welt.
• Stelle Fragen. Wer sich schämt und sich für unwürdig hält, der wird keine Fragen stellen. Gute,
anspruchsvolle, individuelle Fragen heben Dich auf Augenhöhe mit dem Gegenüber und bringen
Dich weiter. Stelle Fragen, durch die Du von Deinem Gegenüber lernen kannst!
• Lebe gesund.
• Lerne etwas Neues. Immer wieder. Vermeide soweit möglich langweilige Routinen. Mache etwas,
was Du vorher noch nie gemacht hast.
• Geh raus in die Natur. Wasser, Wälder und Berge haben eine beruhigende Wirkung auf uns
und können uns intensive ästhetische Erlebnisse geben. Immerhin sind sie unser „natürliches
Zuhause“.
• Behandle die Menschen auf Augenhöhe. Blicke auf niemanden herab, sei nicht herablassend,
diskriminierend, gehässig. Das ist nicht nur ein Zeichen für einen schwachen Charakter, sondern
erzeugt auch einen inneren Zwang, besser sein zu müssen. Respektiere sie und erwarte, dass sie
Dich respektieren.
• Stehe zu Deinen Gefühlen und Emotionen und zeige sie. Es hat keinen Sinn, seinen Frust, seine
Wut oder gar seine Freude oder Lust zu verstecken. Gefühle und Emotionen gehören zum Leben
dazu, wer sie erstickt, der hindert sich selbst am ganzen und intensiven Leben. Nein, Du sollst nicht
gleich losprügeln. Aber es ist ok, einfach einmal wütend mit der Faust auf den Tisch zu hauen und
alles rauszulassen.
• Höre auf, fernzusehen oder Dich anders abzulenken. Lebe intensiv und so, dass Du Dich
weiterentwickelst.

Manchmal sitzen die Ursachen für Depressionen und mangelnde Lebensfreude auch im Alltag, wenn
man gerade schwere Schicksalsschläge erlitten hat; oder sie sitzen tiefer, verankert im Unbewussten
oder in Erlebnissen der Kindheit. Dann wird eine Betreuung von professioneller Seite aus, durch einen
Coach oder einen Psychologen, besser helfen.

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Richtige Führung
Astradamus

Ob im Alltag, im Beruf oder in der Beziehung – ein guter PUA ist ein Mensch mit bestechenden
kommunikativen Fähigkeiten und ausgestattet mit einer sozialen Intelligenz, die es ihm erleichtert,
sich in verschiedenen Situationen stets schnell und gut zurecht zu finden. Er hat den Mut. zu seiner
Persönlichkeit zu stehen. Durch oftmals, jahrelange harte Arbeit hat er an seiner inneren Einstellung und
seiner Ausstrahlung gearbeitet und lebt dies mittlerweile auch problemlos erfolgreich aus. Dies bringt
jedoch auch Verantwortung mit sich. Verantwortung für die Mitmenschen in der eigenen Umgebung.
Wenige Menschen leben ihr Leben vollkommen selbstbestimmt. Sie warten förmlich darauf, dass jemand
kommt, der sie führt und der ihnen den richtigen Weg zeigt.

Führung ist eines der wichtigsten und doch am meisten missverstandenen Punkte im Umgang
mit Menschen, völlig gleich ob im Beruf, in der Verführung oder im freizeitlichen Umgang mit anderen
Menschen. Wie man es richtig macht, worauf es wirklich ankommt und welche häufigen Fehler man
vermeiden muss, davon handelt dieser Artikel.

1. Richtige Führung – Eine Sache des Charismas

Was genau ist es, das einen Menschen zu einer guten Führungspersönlichkeit macht?

Neben vielen Dingen, die man durch sein Verhalten nach außen trägt, ist eine charismatische
Ausstrahlung von elementarer Bedeutung. Aber was genau ist Charisma? Ist ein charismatisches
Auftreten erlernbar? Was genau macht einen charismatischen Menschen aus? Die richtige Antwort auf
diese Fragen ist wohl ein Zusammenspiel aus mehreren Eigenschaften, die jedoch alle eines gemeinsam
haben: Fast alle Menschen wünschen sich diese Eigenschaften und bewundern die Menschen, die diese
haben. Ein charismatischer Mensch schafft es Emotionen in uns hervorzurufen. Er bringt seine Gefühle,
seine Träume, seine Ziele in einer Weise zum Ausdruck, die andere Menschen anspricht. Mit einer
Eloquenz, die Lust auf „mehr“ macht und motiviert.

Denken wir nur einmal an den Wahlkampf von Barack Obama. Er verkörperte das, was sich die Menschen
in den Staaten, ja auf der ganzen Welt so wünschten: Den Wandel, die Hoffnung, den Neuanfang.

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Und dies tat er mit einer Echtheit, mit einer Glaubwürdigkeit, die die Menschen bewegte und sogar ohne
dabei selbst als marktschreierisch oder überheblich zu wirken. Er sprach mit einer Selbstverständlichkeit
aus wovon er träumte. Und dies tat er mit einer Leidenschaft, welche die Menschen ansteckte. Die
Idee vom „Wandel“ verbreitete sich weltweit wie ein Lauffeuer. Obama schaffte es in den Menschen
Emotionen hervorzurufen.

Nun ist dies wahrlich ein extremes Beispiel. Weder kann jeder der erste Schwarze Präsident werden,
noch gibt sich jedem die Möglichkeit Emotionen in diesem Maße hervorzurufen. Jedoch kann theoretisch
jeder die Menschen führen. Das Potenzial dazu hat prinzipiell jeder.

Und genau an dieser Stelle möchte ich ansetzen. Was wichtig ist für die nötige richtige Einstellung
versuche ich bereits in meinem Thread zur „inneren Einstellung“ darzulegen.

Gedanken und Handlungen verhalten sich kongruent. Ein charismatischer Mensch lebt sein Leben
nach seinen Vorstellungen. Er handelt nicht, um anderen zu gefallen, sondern um sich selbst treu zu
bleiben. Dabei fürchtet er nicht, dass seine Handlungen mit den Werten und Ansichten der Gesellschaft
auseinanderfallen könnte. Er handelt aus einer inneren Überzeugung, der er einhundertprozentige
Leidenschaft zollt. Er weiß um seine Stärken und auch um seine Schwächen. Er fürchtet keine
Herausforderungen, ist aber intelligent genug um Aussichtslosigkeit zu erkennen. Er lebt sein Leben
mit einer Offenherzigkeit, die seinesgleichen sucht. Er schert sich nicht um die Möglichkeit enttäuscht
zu werden. Er weiß, dass er nicht wirklich glücklich werden kann, wenn er sein Herz vor Emotionen
verschließt. Er nimmt das Leben mit seinen Risiken wie es ist und versteckt sich nicht hinter Sicherheit.
Er nimmt gewisse Risiken in Kauf, wenn er sich Erfolg verspricht.

Kurz gesagt: er liebt das Leben und er lebt das Leben.

2. Wertschätzung und Vertrauen.

Die wenigsten Menschen wissen wirklich, was sie wollen, in welche Bahnen ihr Leben laufen soll
oder wie sie ihre Ziele erreichen. Oftmals sind sie froh, wenn sie keine Verantwortung übernehmen
müssen und sich dem dazugehörigen Druck nicht aussetzen müssen.

Jedoch wollen alle Menschen eines mit Sicherheit: Sie wollen respektiert und geschätzt werden.
Sie wollen nicht mit Worten oder mit Taten herabgewürdigt werden. Sie leben ihr Leben in ihren Augen
so gut es eben geht und wollen dementsprechend mit dem nötigen Respekt behandelt werden. Die
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nötige Achtung, den nötigen Respekt zu bekommen ist eigentlich ganz leicht. Behandle Dein Gegenüber
genauso, wie Du auch gerne behandelt werden willst. Nimm ihn ernst, höre ihm zu. Wenn ihr Euch
unterhaltet darf es in diesem Moment nichts wichtigeres für Dich geben, als dieses Gespräch zwischen
Euch. Begegne deinem Gegenüber unvoreingenommen und ohne Vorurteile. Das ist es was einen sozial
hoch stehenden Menschen ausmacht. Es lohnt sich dem anderen etwas Vertrauen entgegenzubringen,
selbst wenn dieser es nicht einmal selbst bei sich schafft. Dies sorgt für Dankbarkeit und Vertrauen bei
den Menschen. Wenn wir Vertrauen in sie setzen, werden sie es uns mit Vertrauen danken. Das fördert
nicht nur einen gepflegten und schönen Umgang miteinander, sondern sorgt auch dafür, dass unsere
Vorstellungen leichter umgesetzt werden können. Dies ist eine Selbstverständlichkeit. Wir hören ja auch
lieber auf Menschen, denen wir Vertrauen und die wir wertschätzen, als auf Menschen die uns selbst
keinen Respekt entgegenbringen.

3. Autorität

Richtige Führung bedeutet ferner, sich nicht von anderen abhängig zu machen, sondern seinen
eigenen Weg durchzusetzen. Hierbei ist darauf zu achten, dass dominantes Verhalten nicht mit
Aggressivität verwechselt werden darf. Die Menschen sollen keine Angst vor Euch haben. Sie sollen und
sie werden Euch vielmehr dankbar dafür sein, dass Ihr Euch nicht schämt Verantwortung zu übernehmen
und die Dinge durchsetzt, die Ihr vorhabt. Es wird den Menschen vielleicht nicht immer gefallen wie Ihr es
macht, aber wenigstens macht Ihr es. Ihr braucht keine Angst davor zu haben. Macht was Ihr für richtig
haltet. Wenn es den anderen nicht gefällt, können sie ja Ihr Ding machen. Getreu dem alten Leitspruch:
„It´s my Way – or it is the Highway“. Gut gelebte Dominanz findet in einer Art und Weise statt, die vom
Umfeld nicht als unangenehm empfunden wird. Deine Handlungen werden insofern als entspannt,
selbstbewusst und angenehm empfunden. Dieses Handeln führt zu einer sozialen Positionierung eurer
Person, die die Menschen dazu bringen wird, sich mit ihrem Denken und Handeln nach Euch zu richten.
Dafür braucht man keine Aggressivität, nur eine gesunde innere Einstellung.

Und genau diese haben viele Menschen einfach nicht. Ihre Angst und ihre Unsicherheit resultiert in
dem fehlenden Mut Entscheidungen zu treffen. Vielleicht gibt es bessere Entscheidungen als eure. Aber
wenn es nicht einer wagt, über die Grenzen hinauszugehen, wird es immer an Fortschritt mangeln.

Jedoch wird es regelmäßig passieren, dass Eure Führungsposition in Frage gestellt und Eure
Entscheidungen angegriffen werden. Jeder Alphawolf muss hin und wieder einen Machtkampf
austragen, dass liegt in der Natur der Sache. Lebe damit. Egal in welche Richtung Deine Vorstellungen
laufen: Treffe Deine Entscheidungen! Wichtig ist dabei, dass Deine Entscheidungen das Resultat Deiner
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inneren Überzeugung sein müssen. Andernfalls wirst Du es später bereuen. Sind Deine Entscheidungen
allerdings das Resultat Deiner inneren Überzeugung, Deines Verstandes, Deiner Wünsche – Dann bist Du
ein Mann, der weiß was er will und dies auch lebt. Dies ist eine ungeheuer charismatische Eigenschaft.

Die Menschen in Deiner Umgebung, Dein Freundeskreis, Deine Freundin, Dein Date – ganz egal wer.
Jeder Mensch braucht Orientierung. Sie wollen wissen, ob der eingeschlagene Weg der beste ist und
testen deshalb die Grenzen aus. Das ist auch kein Problem. Aber deshalb müssen Eure Entscheidungen
durchdacht sein. Es wird nicht gefragt, ob eurer Idee gefolgt werden soll. Das vermittelt Unsicherheit und
die Angst vor wirklicher Verantwortung, die aus getroffenen Entscheidungen resultiert. Jedoch sollt Ihr
auch nicht über euren Partner bestimmen. Vielmehr ist es so, dass sich richtiges Führen daraus ergibt,
dass Ihr arrangiert:

„Nimm Dir Donnerstag nichts vor, wir beide machen etwas Schönes.“

Nicht selten wird hierauf die Frage: „Was denn?“ kommen.

„Es ist eine Überraschung, du darfst gespannt sein!“.

Mehr ist es oft gar nicht: Ihr führt, ohne jedoch über das Leben eurer Freundin bestimmt zu haben.
Sie wird sich darüber Freuen, dass Ihr Initiative gezeigt habt. Was an dem Abend letztlich passiert ist
dabei irrelevant.

Es wird dabei hin und wieder vorkommen, dass Euer Weg nicht gefällt. Und es wird vorkommen,
dass dies unmissverständlich zum Ausdruck gebracht wird. Frauen sind sehr gut darin. Lasst Euch davon
nicht beeinflussen. Hat der Kritiker recht mit seiner Kritik? Wenn ja, dann denke ich nach, was ich besser
machen kann. Wenn nein – „It is my way – or it ist he Highway!“. Das ist keine Drohung. Das ist Tatsache.

4. Das Ziel vor Augen haben

Ich kann jedoch andere nur wirklich führen, wenn ich mir selbst darüber im Klaren bin, was ich denn
eigentlich will und in welche Richtung meine Handlungen laufen sollen. Ich muss mir Ziele setzen, von denen
Ich überzeugt bin. Ziele, die ich selbst aus ganzem Herzen und aus tiefster Überzeugung für erstrebenswert
halte. Wenn ich Feuer in anderen wecken will, muss dieses Feuer in mir selbst lodern! Gute Führung entsteht
aus Überzeugung und Leidenschaft. Sie ist der sinnbildliche Funke, der überspringen muss.

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Richtige Führung hat insofern nichts mit dem „Ausnutzen“ der anderen Person zu tun, sondern mit
dem Entdecken von Potenzial und im Mut dieser Person Vertrauen zu schenken, und ihr die Möglichkeit
zu geben „mehr“ zu sein als das, was sie alleine kann. Führung bedeutet nicht, sich selbst zu bereichern,
sondern dafür zu sorgen, dass es allen Beteiligten besser geht. Der letzte Satz ist so wichtig, dass er
noch mal gelesen werden sollte.

Führung bedeutet nicht, sich selbst zu bereichern, sondern dafür zu sorgen, dass es allen Beteiligten
besser geht.

Führen kann sowohl delegieren und damit das Abgeben von Verantwortung sein, als auch die
Verantwortung für alles übernehmen. Um zu wissen, was das beste für die jeweilige Situation ist, muss
ich wissen in welche Richtung ich will. Oder um es mit den Worten von Seneca zu umschreiben: „Wer
nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, für den ist kein Wind ein günstiger.“

5. Subkommunikation

Um richtig zu führen muss ich nicht über den anderen bestimmen, indem ich ihm sage, was er zu tun
hat. Das zeugt oft nicht nur von mangelndem Respekt, sondern weckt auch regelmäßigen Widerstand
bei meinem Gegenüber.

Führung ist innerhalb der Szene häufig insofern missverstanden, dass der Handelnde seinen
Status mit Worten durchzusetzen versucht anstatt ihn zu leben. Wieder einmal gilt auch hier eine der
elementarsten Weisheiten, (die auch Enigmas Buch „Lob des Sexismus“ verwendet): „Das Wort ist der
Schatten der Tat“. (Demokrit ca. 400 v. Chr.)

Ich muss meinen Wert und meine Vorstellungen leben, anstatt ihnen verbal Ausdruck zu verleihen.
„Ich bin der Mann. Wenn ich dir sage du sollst mir was zu essen machen, dann solltest du dies auch tun“
oder „Dein Hintern ist zu dick, geh laufen“ bringt dauerhaft nicht den gewünschten Erfolg. Du würdest
auch nicht so behandelt werden wollen. Wenn dir an deiner Partnerin irgendetwas nicht passt, warte
nicht darauf, dass sich dieses Problem irgendwann von alleine lösen wird. Das wird nicht passieren.

Ihr ihre „Schwächen“ mitten ins Gesicht zu knallen wird das Problem nicht lösen. Selbst wenn sie,
was oft nicht geschehen wird - zur Veranschaulichung nehme ich das obige Beispiel mit dem zu dicken
Hintern- daraufhin anfängt ins Fitnessstudio zu gehen oder regelmäßig zu joggen, wird sie dies nicht aus
einer inneren Überzeugung heraus tun, sondern um es Dir recht zu machen. Unweigerlich wird dies häufig
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mit dem inneren Groll geschehen, dass sie das nur tut um Dir zu gefallen, aus Angst Dich zu verlieren oder
um Dir und Deinen Anforderungen zu genügen. Dies führt zu einer schlechten emotionalen Lage. Wie
bereits oben erwähnt geht richtiges Führen Hand in Hand mit Respekt, Zuneigung und, häufig, Liebe.

Wenn Du ihr das Gefühl gibst, dass sie ein wichtiger Teil deines Lebens ist und Du sie liebevoll und
mit Respekt behandelst, ergibt sich, mit richtiger Führung, die Möglichkeit alles zu erreichen. Richtiges
Führen beginnt schon mit der ersten Kommunikation einer sozialen Interaktion.

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass Menschen denen Du begegnest genauso auf dich reagieren wie
Du sie ansprichst? Achte das nächste mal drauf, wenn Du einen Laden betrittst und der Angestellten
freundlich und gut gelaunt mit einem „Hallo, wie geht’s?“ begegnest und vielleicht ein paar Scherze bringst.
Sie wird in den allermeisten Fällen deine Stimmung annehmen und dir freundlich gut gelaunt antworten.

Kommst Du allerdings mies gelaunt in den Laden und sagst nur beiläufig „Guten Tag“ ohne ihr weiter
Beachtung zu schenken, wird von ihr auch nicht mehr kommen. Es geht sogar soweit, dass die meisten
Menschen „Hallo“ auf ein „Hallo“ antworten und wenige Augenblicke später „Guten Tag“ antworten, wenn
sie mit „guten Tag“ begrüßt worden sind.

Da fängt Führung bereits an. Richtige Führung bedeutet, deine Wünsche und Vorstellung auf andere
zu übertragen, dass sie in dem Glauben handeln, sie tun es aus ihrem freien Willen heraus. Um wieder
auf das obige Beispiel zurückzukommen:

Einer der besten Wege sie zum Sport zu bringen, ist ihr den Spaß daran zu zeigen. Lebe es ihr vor,
treibe mit ihr gemeinsam Sport. Zeige ihr, wie gut Du dich fühlst, nach dem Sport und wie viel Freude man
an einem sportlicheren und gesünderen Leben haben kann. So handelt sie letztlich aus eigenem Antrieb
und nicht in dem Gedanken, das nur für Dich zu tun. Das ist ein wundervoller Weg um Menschen nach
deinen Wünsche zu führen oder ihnen den richtigen Weg zur Lösung ihrer Probleme zu zeigen: Sage ihnen
nicht wie es geht – Bringe sie dazu selbst den Weg zu erkennen. Dies führt uns zum nächsten Punkt.

6. An die Emotion anknüpfen

Sinngemäß gibt es ein altes Sprichwort: „Ein weiser Mensch führt die Menschen so, dass sie denken
sie handeln selbst.“ Gute Führung entsteht da, wo nicht die Handlungen, sondern die damit verbundenen
Emotionen in den Vordergrund gerückt werden.

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Dies geschieht, indem man durch die Führung bei den Menschen Leidenschaft weckt und sie dazu
bringt positives Engagement aufrecht zu erhalten.

Führung ist umso effektiver, wenn sie es schafft, in dem Geführten ein Erfolgserlebnis zu wecken,
welches auf eigener Handlung beruht und nicht auf dem Gefühl etwas nur für andere zu tun.

Ein, zugegeben sehr simples, Beispiel könnte sein, dass man im Gespräch mit seiner Freundin
subkommunikativ ganz beiläufig erwähnt, wie toll doch ihr Abendessen geschmeckt hat, was sie zu
Deinem Geburtstag gemacht hat. Frauen sind sehr anfällig für unterschwellige Informationen in diesem
Format. So wird es ziemlich wahrscheinlich passieren, dass sie dich bald wieder mit diesem oder einem
anderen Essen überrascht. Dies tut sie jedoch nicht, weil Du sie dazu bestimmt hast, sondern, zumindest
in ihren Gedanken, aus eigenem Antrieb.

Sie tut es, um Dir einen Gefallen zu tun und Dich glücklich zu machen.

Erinnerst Du Dich? Führung bedeutet nicht, sich selbst zu bereichern, sondern dafür zu sorgen, dass
es allen Beteiligten besser geht. Führung bedeutet auch Handlungen zu bewerten. Wenn Dir etwas nicht
passt, sag es. Wenn Dir etwas gefällt, sag es. Nimm Deinen Anspruch nicht als Selbstverständlichkeit.
Selbst wenn etwas nicht zu deiner vollsten Zufriedenheit geschehen ist, meckere nicht nur. So etwas
verfehlt vollkommen jeden pädagogischen Zweck. Lobe erst, was gut gemacht wurde. Danach darf man
auch kritisieren. Bei Kritik ist jedoch stets auf den notwendigen Respekt achten. Wenn man die Menschen
mit Respekt und Höflichkeit behandelt, ist auch angebrachte Kritik kein Motivationshindernis. Ich meckere
nicht. Ich betone das Ziel. Wenn ein Freund zu mir kommt und mir davon erzählt, wie demotiviert er doch
gerade ist, dass er Angst hat zu scheitern und am liebsten alles an den Nagel hängen will, dann meckere
ich nicht an ihm herum. Ich motiviere ihn neu. Ich zeige ihm, was er mit Fleiß und Eigenantrieb erreichen
kann. Ich führe ihn in die richtige Richtung. Den Weg muss er jedoch alleine gehen.

7. Meine Lieblingsroutine: „Wie willst du das nur wieder gut machen?“

An dieser Stelle möchte ich den Beitrag nun mit meiner Lieblingsroutine schließen. Sie ist viele mal
fieldgetestet worden und hat bei mir eine Erfolgsquote von nahezu 100 % erreicht. Es ist verblüffend, wie
dieses einfache Mittel immer wieder funktioniert.

So, nun aber genug erzählt, nun zur Routine:

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Ich bringe diese Routine meistens mitten im Gespräch, nachdem ich ein Date vorgeschlagen habe.
Ein Beispiel:

Astradamus: „Hey, Ich will am Donnerstag ins Kino mir die neue Komödie ansehen, komm doch mit?“
HB: „Nein, tut mir Leid. Am Donnerstag habe ich leider schon etwas vor“

Das ist eine Situation die immer wieder mal vorkommen kann. Doch wie am besten darauf reagieren?
Ich reagiere in diesen Fällen häufig so:

Astradamus: „Oh, das ist natürlich schade. Ich hatte mich schon gefreut. Wie willst du denn das nur
wieder gut machen?“

Klingt komisch, ist aber so. Die meisten Menschen werden versuchen es wieder gut zu machen,
obwohl sie faktisch gar nichts falsch gemacht haben. Mit Aussprache des Satzes „Wie willst Du das nur
wieder gut machen?“ führst Du Dein Gegenüber. Ich bekam Massagen, Einladungen zum Essen und mir
wurden Drinks bezahlt.

Fazit: Mit dieser kleinen Routine holt man das Beste aus der Situation raus, ohne die Führung daran
zu verlieren. Mir hat sie bisher viele gute Stunden gebracht.

Viel Erfolg und Beste Grüße,


Astradamus

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Der Wert von Handlungen
Winddancer

„An ihren Handlungen wirst Du sie erkennen...“


„Action speaks louder than words!“

Sagen diese Zitate aus zwei ganz unterschiedlichen Quellen. Doch...ist es wirklich so? Werfen wir
mal einen Blick darauf. Wird dieselbe Handlung, von zwei unterschiedlichen Menschen ausgeführt, auch
als unterschiedlich wertvoll erachtet?

Zuerst die gute Nachricht: NEIN.


Jetzt die schlechte Nachricht: JA.

?!?

Jede Handlung von uns selbst und anderen Menschen kann nur im Licht unserer eigenen Erfahrungen
beurteilt werden. Grundsätzlich gibt es dabei kein „Gut“ oder „Böse“, sondern die Beurteilung kann sich
nur nach Kriterien wie Effizienz und Sinn richten. Beim Sinn wird`s knifflig, denn der kann nur aufgrund
des Zieles, das diese Person verfolgt, beurteilt werden.

Was eine Handlung wert ist, ist auch unterschiedlich, je nachdem, ob ich gerade dringend brauche
oder mir wünsche, was der andere tut. Und welchen Status der andere bei mir besitzt. Der Wert eines
Menschen entsteht nur in deinem Kopf!

Das Urteil meines Chefs ist für mich in der Arbeit entscheidend. Es hat in gewissem Maß Einfluss
auf mich. Doch in meiner Freizeit, wenn ich ihm zufällig auf der Straße über den Weg laufe, ist er nur ein
Mensch, ein Passant unter vielen für mich. Er hat keine Einfluss auf mich in dieser Situation.

Doch wenn Attraction oder gar Liebe im Spiel ist, dann wird Effizienz und Sinn nicht mehr strikt
sachlich beurteilt. Dann kommt uns etwas anderes ganz mächtig in die Quere - Idealisierungen. Die
Treppe geradewegs hinauf zum Podest. Dann werden selbst die einfachsten und banalsten Handlungen
ganz anders beurteilt: „Wie sie geht ist so süß.“ „Wie er eine Zigarette raucht ist voll männlich und stark.“
„Wie sie ihr Haar zurückwirft ist total sexy.“ „Wenn er über das Thema X spricht, fesselt er mich mit jedem
Wort.“ (selbst wenn es - von Außen betrachtet - das größte Geschwafel beinhaltet.)

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Handlungen gewinnen also enorm an Wert und werden in einem anderen Kontext gesehen.
Besonders deutlich ist das erfahrbar, wenn man nach der Trennung und der Loslösung wieder einen
Blick auf den/die andere wirft und plötzlich entsetzt feststellt:

„Was konnte ich nur an dem finden?“

Jetzt wird der/die andere viel nüchterner betrachtet, im Extremfall finden wir uns mit unserer Beurteilung
plötzlich am anderen Ende der Skala wieder. Dieselben Handlungen, doch ein ganz anderer Wert.

Doch wer ist schon verlässlich dabei, Handlungen zu setzen? Du hast sicher auch schon die
unterschiedlichsten Menschen kennengelernt, die alles mögliche vorhaben oder versprechen, doch dann
selten wirklich dazu stehen. Solche Menschen wirken zerfahren und kraftlos. Ihre Handlungen haben
keine Kraft und ihre Worte und Beteuerungen gehen zwischen all den anderen Ablenkungen unter.

Du wirst auch ein interessantes Phänomen entdecken. Die meisten Menschen sind es gewöhnt,
dass die Leute viel reden, wenn der Tag lang ist, aber nur selten wirklich Handlungen folgen lassen. Das
zieht sich von ganz normalen Menschen bis in die höchsten Kreise der Manager. Umso erstaunter sind
Menschen dann, wenn sie plötzlich auf jemanden treffen, der etwas ankündigt und es dann auch wirklich
durchführt.

Verwirrung macht sich breit - und ein wenig Angst. Aber auch Respekt. Plötzlich wirst Du anders
als der Einheitsbrei der Menschen wahrgenommen. Man kann sich auf Dich verlassen. Du handelst
(hoffentlich nach reiflicher Überlegung). Dein Gegenüber weiß - es hat Konsequenzen, eine Vereinbarung
mit Dir zu treffen, sein Wort zu brechen oder Dich um etwas zu bitten oder auf Deine Hilfe zu hoffen.
Deine Handlungen sind kraftvoll.

Das bedeutet nicht, dass Du immer makellos und ohne Fehler agieren sollst. Das ist nicht möglich.
Doch manchmal ist es besser, überhaupt zu handeln und etwas in Bewegung zu bringen, als tatenlos
zuzusehen, wie die Dinge ihren Lauf nehmen. Blindes Agieren ist hier also nicht gefragt. Doch mit dieser
Bewusstheit fordert Dich jede Handlung auch heraus. Denn wenn Du so Handeln willst, bist Du automatisch
dazu gezwungen, Dir genau zu überlegen, ob Du ein Versprechen gibst und welche Konsequenzen
Deine Handlungen haben. Du wirst nichts mehr leichtfertig versprechen oder gedankenlos Dich für
irgendetwas engagieren. Du teilst deine Ressourcen ein und konzentrierst Dich auf das, was du tust.
Du nimmst bewusster wahr und Du hältst dich an deine Regeln - die damit auf eine gewisse Art härter
werden als die Beurteilung anderer.

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Für Deinen Erfolg oder Dein Scheitern bist auch Du verantwortlich.

Wenn Du einer interessanten Frau gegenüber stehst und Attraction baut sich auf zwischen euch,
wird die Frau den Wert Deiner Handlungen spüren (oder sollte ich sagen erspüren?). Es wird sie erregen,
begeistern und diese Begeisterung wird sich mit Ehrfurcht und Liebe mischen. Sie weiß, dass sie sich
auf Dich verlassen kann. Dass ihr deine Stärke Halt geben kann in unsicheren Zeiten. Dass Du aber nicht
nur Strenge kennst, sondern auch Herzlichkeit und Verständnis. Dass Du, auch in einer Beziehung, einen
starken Weg gehst, ohne sie davon auszuschließen.

Menschen, die Dein bewusstes und kraftvolles Handeln nicht ertragen können, werden ausgesiebt
und einen Bogen um Dich machen. Denn das muss erst einmal verkraftet werden.

„Handle stets so, als wäre jede Deiner Handlungen deine letzte.“

Was bedeutet das? Stell dir vor, Du wüsstest, dass du morgen sterben wirst. Um wieviel intensiver
würde jeder deiner Handlungen sein? Dein Blick, der Duft, den Du atmest, wenn Du in den Wald gehst,
die Menschen, die Du triffst, ganz allgemein all die Dinge für die du Dich in den letzten Stunden deines
Lebens entscheidest, sie zu tun. Ja, es sind wahrscheinlich Handlungen, die Du vielleicht schon 1.000
mal gemacht hast. Doch nie waren sie so kraftvoll und intensiv. Wir nehmen intensiver wahr, wenn unsere
Zeit dafür begrenzt ist. Und alle, die Dir begegnen, würden diese Intensität spüren. Doch wir müssen
nicht erst sterben, damit unsere Handlungen Kraft besitzen - oder wieder kraftvoll werden. Doch dieser
Gedanke kann Dir dabei helfen, mit deiner Zeit sinnvoll umzugehen und sie nicht zu verschwenden.
Weder beim sargen, noch mit fragwürdigen Freunden oder zerstörerischen Beziehungen.

Wenn Du plötzlich bemerkst, dass selbst Deine einfachsten Handgriffe mit einem Leuchten in den
Augen der Frau belohnt werden, freu Dich. In diesem Augenblick bist Du für diese Frau etwas Besonderes
und was sie für Dich empfindet, spiegelt sich in ihrer Reaktion wider. Diese Reaktionen sind unlogisch,
kindisch, übertrieben und vielleicht mädchenhaft. Auch Du wirst vielleicht von einer leichten Berührung
elektrisiert, von dem Essen, das sie für Dich kocht angetan sein oder von der Schönheit ihres Halses,
wenn sie den Kopf wendet, während sie neben Dir schläft, fasziniert sein.

Nimm es als etwas Indivudielles. Der Wert dieser Handlungen liegt nur im Augenblick.
Winddancer

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Schwache oder beschädigte Persönlichkeit
Eminenz

Dieser Text richtet sich an Männer, die nicht ganz so sind wie die anderen. Damit meine ich konkret
chronisch schüchterne, depressive, psychotische, drogenabhängige und verwirrte Männer. Kurz – Typen
die echt ein Problem mit der Welt haben und die Welt mit ihnen. Ferner soll niemand aus den Beispielen
hier irgendeine Parallele zu mir ziehen. Sagen wir einfach mal, dass ich mich in diesem Bereich ziemlich
gut auskenne.

Einige von uns haben nicht das Glück, eine normale Kindheit oder halbwegs erträgliche
Lebensumstände zu haben, was sich zwangsläufig auf die Persönlichkeit und das damit stark
zusammenhängende Spiel mit den Frauen auswirkt. Darunter fallen nicht nur Missbrauchssituationen,
die einen sicherlich am Weitkommen hindern, sondern auch soziale Isolation, die aus vielen Gründen
resultieren kann – inklusive des eigenen Verhaltens.

Nun ist es aber so, dass in der Pickup-Theorie die meisten Mechanismen, die erklärt werden
(Attracton-Switches, Eskalationsstufen, Vibing, Push&Pull usw.) von halbwegs normalen Männern für
halbwegs normale Männer formuliert wurden. Du wirst feststellen, dass eine Menge von dem, was in
den Field Reports steht, für Dich unerreichbar erscheint, obwohl Du theoretisch die ganzen Mechanimen
kennst und auch anwenden kannst (bei Babes, die mäßig bis niedrig attraktiv sind). Da fehlt einfach
etwas, und zwar nicht nur die Kalibration.

Du bist dann nicht ganz normal (nicht nur meiner Meinung nach), wenn Du:

• depressiv bist oder chronisch dazu neigst, grundsätzlich mies gelaunt zu sein
• exzessive Gewaltphantasien hast
• Du einfach kein normales Gespräch führen kannst, weil Du entweder nicht antworten kannst,
oder Themen anreißt, die Leute zum Weglaufen bringen
• eine scheiß Kindheit hattest und Du Dich deswegen selbst hasst
• unfähig bist, irgendetwas zu machen, also ein massives Motivationsproblem hast
• meinst dass nichts von dem oben auf Dich zutrifft, Du aber dennoch unglaubliche Löcher in
Deiner Persönlichkeit hast – so dass Du Dir wünschst, jemand anders zu sein, eventuell jemand,
den Du kennst

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Wenn das so ist, dann nützt die ganze Theorie nicht viel, leider, denn Du bist ganz einfach nicht die
Zielgruppe. Hier ist es an der Zeit zu begreifen, dass nur ein brutaler, herzloser Drill Dich weiterbringen wird,
einer, der vielleicht sogar Jahre dauern wird, je nachdem, wie schlecht es um Dich bestellt ist. Aber man
sollte sich wirklich Gedanken machen, ob man diesen Weg durchziehen will, denn schön wird es nicht.

Interessant ist, dass Leute, die einen grundsätzlichen Standard auch nach einem Jahr nicht
hinbekommen (hier und da ein Kuss oder ein FC – und damit meine ich einen FC im Monat, zwei stabile
FBs) immer einen oder mehrere Aspekte in ihrer Persönlichkeit haben, die in ihrer Kindheit pervertiert
wurden. Welche es sind, wissen die Betroffenen ganz genau, auch wenn man sich dabei anstrengen
und ein bisschen nachdenken muss. Der allermeiste Bullshit passiert immer in der Kindheit. Ist diese
Vergangenheitsbewältigung bestanden, wird es Zeit, einzusehen, dass

ES SICH NICHT KOMPLETT WEGMACHEN LÄSST!

So sieht es aus, ein Depressiver bleibt für immer depressiv, nur dass er lernt, damit umzugehen
und sich – im Optimalfall – genau so fühlt, wie jeder andere auch. Und auch hier kommen wir zur Essenz
dessen, was für Dich wichtig ist.

Du musst ein gewisses Level erreichen (die „Normalität“), um Pickup wirklich passabel betreiben zu
können. Deine Persönlichkeit ist das Fundament der Entwicklung zum Player, und wenn das Fundament
porös ist, stürzt auch das Gebäude ein. Ich werde nun praktische Schritte auflisten, die dazu nötig sind,
sich zu stabilisieren. Das Ziel ist es, ein zumindest neutrales Gespräch mit Leuten führen zu können,
ohne dass die Leute verängstigt oder belästigt werden und ein grundsätzlich positives Lebensgefühl zu
bekommen. Begreife Folgendes.

Deine Realität ist verzerrt. Du passt nicht in die Realität anderer, sie stoßen Dich ab. Um Dich in ihre
Realität reinzulassen, musst Du zumindest neutral sein. Also, die Direktive #1 heißt:

Klappe halten.
Wenn Du irgendwo bist und ein Gespräch läuft, das interessant ist, sage nichts und höre zu. Es
könnte geil werden. Merke, was die Leute sagen, schreibe Dir vielleicht ein Paar Pointen auf, die cool
sind. Pointen sind cool, wenn Leute darüber lachen, Du musst erstmal nicht verstehen, warum. Sehe
Dir die Körperhaltung der Leute genau an, imitiere diese, wenn es möglich ist. Wenn Dich jemand
anspricht – super, versuche aber über humorvolle oder schöne Dinge zu sprechen. Vielleicht findest
Du es cool, über Gewalt, irgendwelche Horrorgeschichten oder perverse Phantasien zu sprechen, aber
Dein Gegenüber wahrscheinlich nicht. Achte darauf, was Du von Dir gibst. Leute mit einem Schaden
neigen dazu, sich geradezu zu prostituieren, wenn jemand nett zu ihnen sein will, sie erzählen nach ca.
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30 Sekunden bereits, dass sie depressiv sind oder eine schlechte Kindheit hatten oder Vergleichbares.
Die Leute werden weggehen und nicht mehr mit Dir reden wollen. Es ist ein normaler Vorgang, dass man
seinen Schmerz anderen zugänglich machen will und sich selbst damit entlasten will, aber verzichte
darauf. Erzähle nichts über Dich was negativ ist.

Finde ein Standardlächeln.


Schau mal in den Spiegel. Probiere, ein Lächeln zu finden, das sehr energiesparsam ist. Jeder
hat ein Standardlächeln, falls Dein Gesicht nicht gut aussieht probierst Du es vielleicht mit einer leicht
seitlichen Kopfhaltung. Das Standardlächeln ist immer sehr entspannt, man kann es immer aufsetzen,
und es wirkt immer glaubwürdig. Es ist eine Art halbes Lächeln, es sind weniger die Mundwinkel, sondern
vielmehr die Wangen, die nach oben gehen. Die Augen sind nicht ganz auf, aber auch nicht so zu,
dass man denkt Du wärst bekifft. Und Kiffen ist das Stichwort für den nächsten Part, der die meisten
Schwierigkeiten bereiten wird.

Kompletter Drogenentzug.
So gut wie jeder, der ein Problem mit seiner Persönlichkeit oder einem Aspekt davon hat, trinkt eine
Menge. Oder er kifft viel. Oder er zieht sich eine Line von der Länge der Chinesischen Mauer. Oder er
nimmt Medikamente, Stimmungsaufheller oder andere Dinge, die der Arzt einem verschrieben hat, damit
er endlich in die Pause gehen kann, anstatt sich wirklich mit dem Problem, mit Dir, zu beschäftigen.

Damit muss Schluß sein. Damit meine ich einen radikalen, völligen Cut. Kein Schluck Alkohol, kein
Joint, kein Schnee oder Pillen, Teile, Schnelles, Shots, Pilze oder irgendwas. Ich meine das ernst – nichts
wird mehr angefasst. Noch einmal – NICHTS. Kein Abendbier mit den Jungs. Wenn Du im Club bist, trinke
Wasser, das ist ohnehin gesünder als irgendetwas anderes. Dies ist ein ungeheurer Schritt, den man
über mindestens neun Monate halten muss. Du wirst merken, dass die ersten zwei Wochen wunderbar
gehen, und danach grausame Entzugserscheinungen auftreten. Die gehen vorbei. Ich wiederhole noch
einmal – kein schluck Bier und kein Zug am Joint mehr. Du musst mindestens drei Monate komplett clean
sein, um wirklich nüchtern zu werden. Nach einigen Monaten wird es zwangsläufig dazu kommen, dass
du wieder etwas trinkst oder rauchst, und Du wirst feststellen, dass der Rausch anders ist als vorher. Er
wird widerlich. Danach willst Du wahrscheinlich freiwillig nichts mehr anrühren.

Nach ungefähr drei Monaten wirst Du komplett nüchtern. Du wirst feststellen, dass Du unglaublich
schnell reagieren kannst, Dein Game wird präziser, erbarmungsloser. Du kannst auch mehr machen.
Vielleicht kannst Du dich sogar an den Mädchennamen Deiner Mutter erinnern, dann hast Du es sicherlich
geschafft!

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Mache mindestens ein Set am Tag.
Ohne Wenn und Aber. Ein Set am Tag wird gemacht, egal welches. Dies hebt die Laune und hält
Dich im Game.

Wenn Du diese drei Dinge hast, die Ruhe und die Kontrolle über das, was Du sagst, das Lächeln
und die Nüchternheit, alles zu reflektieren, was um Dich herum passiert und täglich eine Interaktion mit
Frauen hast, dann hast Du es schon fast geschafft. Im gleichen Maße, wie diese drei Dinge ausgeübt
werden, wird auch Deine Selbstsicherheit steigen und auch das Gefühl, es zu können. Diese wird dann
auch die restlichen Symptome Deiner defizitären Persönlichkeit ersetzen. Nicht jetzt oder morgen – aber
nach einiger Zeit wird es kommen. Spätestens in vier Monaten, meiner Beobachtung nach.

Sieh es so – wir müssen die Teile Deiner Persönlichkeit, die beschädigt sind, zerstören und durch
gesundes Material ersetzen. Das ist ein Drill, wie bei der Armee. Dort wird durch seelische Gewalt eine
Pussy zum Mann. Und hier wird ein sozial Behinderter zum Normalbürger. Jedes Zurückgreifen auf die
alten Strukturen (in Form von Alkoholkonsum oder dem Erzählen von Bullshit Unbekannten gegenüber)
ist ein Schritt zurück und muss deswegen unbedingt gemieden werden.

Ein wichtiger Aspekt ist die ständige Evaluation der eigenen Situation. Beobachte ganz genau, wie
viel besser die Leute auf Dich reagieren, sei dem Du ihnen mit dem Standardlächeln begegnest, keinen
Bullshit erzählst und nicht stoned bist. Achte mal darauf, wie sich Dein Gegenüber verhält, wenn Du das
Lächeln leicht intensivierst oder fallen lässt. Sie imitieren Dich auf einmal.

Das, was ich hier beschrieben habe, klingt sehr einfach und nachvollziehbar. Aber es ist extrem
hart umzusetzen. Die Gefahr von Rückfällen ist unglaublich hoch und Du wirst oft das Gefühl bekommen,
es nicht aushalten zu können. Das ist normal. Dein Ich wehrt sich gegen die Invasion der Werte des
Wunsch-Ichs, es ist ein Kampf. Es ist unbedingt nötig, Deine „alte“ Persönlichkeit soweit zu unterdrücken,
wie möglich. Nach einiger Zeit, wenn Du schon den Anschein einer normalen Person hast, kannst Du
darüber nachdenken, langsam loszulassen, um dein altes Ich in Deine neue Identität zu integrieren.
Nicht wenige werden sagen, dass dies nicht der richtige Weg sein kann – besonders die Natural-Game
Jungs („Bleib so, wie Du bist“, „Du bist super, zeige Dich nur“, „Du brauchst keine Routinen“ usw.). Du
weißt aber, dass dies der konsequente, richtige Weg ist. Töte den Psycho in Dir. Wenn Du einmal die
nötige Distanz hast, um Dich selbst zu betrachten, wie Du redest, was Du sagst, wie Du wirkst oder was
Du kannst.

Wenn Du dann nach einiger Zeit soweit bist, dass die meisten Deiner Begegnungen gut verlaufen,
kannst Du anfangen, an dem Game zu arbeiten. Jetzt hast Du nämlich das, was man dafür braucht –
Persönlichkeit. Mut, Tapferkeit und Ausdauer hast Du bewiesen, denn Du bist immer noch ein lächelnder,
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nüchterner und cooler Typ, von dem man keine miesen Geschichten zu erwarten hat. Jetzt wird es kein
Problem mehr, ca. vier bis fünf Mal die Woche in Clubs zu gehen und coole Leute kennen zu lernen.

Und noch etwas zum Abschluss – tue dir den Gefallen und verschwende hin und wieder einen
Gedanken an dein altes Ich. Nur so, als Abschreckung. Das treibt manche zur Höchstleistung. Interessant
wäre auch, mit Deiner neu erworbenen Distanz und Selbstkritik die Leute mal anzuschauen, die mit Dir
abhängen (und nicht selten genau so negativ drauf sind wie Du). Zusätzlich zu den oben beschriebenen
Schritten musst Du unbedingt am Frame arbeiten, dazu gibt es genug Material hier im E-Book.

Alles Liebe und Kuss (an die Stirn), Dein


Eminenz

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Soziale Konditionierung und die Macht der Masse:
MTM

1. Learning by doing?
2. Aussehen
3. Geld
4. Romantik
5. Sex
6. Gemeinsamkeiten
7. Wieso wir der sozialen Konditionierung vertrauen
8. Was wäre wenn...?

1. Learning by doing?

Wir als menschliche Wesen haben die Fähigkeit durch unseren Verstand erstaunlich schnell zu
lernen. Diese Fähigkeit hat uns zu dem gemacht, was wir jetzt sind und hebt uns von den Tieren ab, die
zwar auch lernen können, denen jedoch die analytischen Fähigkeiten fehlen um komplexe Situationen
wirklich verstehen und gedanklich kombinieren zu können, von A nicht nur auf B, sondern auch auf F, G
und U zu schliessen.

Auf welche Arten lernen wir Menschen?


Zusammengefasst setzt es sich aus 2 Kategorien zusammen:

1. Lernen aus eigener Erfahrung


2. Soziales Lernen/ Erlernen von Prozessen die als allgemeine Wahrheiten gelten

Im Endeffekt läuft es auf diese beiden Konzepte heraus. Entweder man lernt etwas durch die eigene
Erfahrung, verbucht dies als Referenzerlebnis und lernt daraus, oder man zieht diverse Referenzerlebnisse
aus Informationen von Außen.

Was ist die überwiegende und häufigste Art des Lernens?


Richtig, das soziale Lernen.

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Soziales Lernen war schon immer unabdingbar für das Überleben unserer Rasse, schon zu Zeiten
der Höhlenmenschen. Der erste Mensch, der damals einem hungrigen Säbelzahntiger gegenüber
gestanden hat, hat es entweder nicht überlebt oder aus erster Hand sehr schnell gelernt, dass das
Kätzchen was ihm da gerade gegenüber steht nicht unbedingt zum Spielen aufgelegt ist, sondern sich
vorgenommen hat ihn zum Abendessen dem Nachwuchs zu servieren. Weitere Menschen, die dieses
mitgekriegt haben, werden also daraus gelernt und einem Säbelzahntiger in Zukunft nicht mehr so
unbedarft gegenüber gestanden haben.

Auch heutige Beispiele zeigen die Beliebtheit sozialer Lernprozesse:

Hast du dir schon einmal eine geladene Waffe in den Mund gehalten und abgedrückt?
Bist du schon einmal aus einem Flugzeug aus 4.000 Metern Höhe gesprungen ohne Fallschirm?
Hast du schon einmal deine eigenen Ausscheidungen gegessen (seit du sagen wir 3 Jahre alt warst)?

Es würde mich sehr wundern, wenn du eine dieser Fragen ehrlich mit „Ja“ beantworten könntest
(und wenn es die Fallschirmfrage war, dann melde dich bitte bei mir und erklär mir das, okay?). Also
woher willst du wissen, dass es schlecht oder gar tödlich ist, wenn du es noch nicht probiert hast? Gut,
es gibt in allen 3 Fällen eine rationale Erklärung, warum es zumindest schädlich ist eine dieser Sachen
zu tun, aber auch Menschen denen diese Erklärungen nicht geläufig sind bzw. die die physikalischen
oder medizinischen Konzepte dahinter nicht verstehen lernen dies aus sozialer Überlieferung und sagen
schliesslich:

„Mein Gefühl sagt mir, dass ich es nicht tun sollte, dass es stimmt, was die Leute sagen…“

Okay, das Gefühl sagt es ihnen und in diesen Fällen hat das Gefühl sogar recht, aber was ist mit
nicht so eindeutigen Sachen wie zum Beispiel folgenden:

Hast du jemals eine fremde Frau auf offener Strasse angesprochen und sie dazu bewegt umgehend
mit dir ein Date zu haben?
Hast du schon jemals eine Frau völlig ignoriert und sie so völlig wild auf dich gemacht?
Hast du jemals eine Frau geküsst, die du gerade einmal 30 Sekunden lang kanntest (wohlgemerkt
eine junge, hübsche, intelligente Frau, keine Cracknutte)?
Bist du jemals in einen Club gegangen und plötzlich waren alle Augen auf dich gerichtet und du wusstest,
das wird dein Abend, weil deine Energie so stark war, dass sie fast den ganzen Raum erleuchtet hat?
Hast du jemals eine hübsche Frau, die du noch nicht einmal kanntest, ohne viel zu reden aus einer
Horde von sabbernden Männern herausgeholt und sie dann verführt?

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Viele Menschen sagen: „Das ist nicht möglich! Das kann ich mir nicht vorstellen! Das kann nicht
klappen! Mein Gefühl sagt mir das es nicht geht!“ Und plötzlich sehen diese Menschen, wie es jemand
tut und sie können es nicht glauben.

Das was sie gemeinhin als ihre Anschauungen, ihr Modell der Welt und ihre Realität kennen gerät
ins Wanken und im Zweifelsfall werden sie alle nötigen falschen Erklärungen und Vermutungen zum
Selbstschutz treffen um ihre Realität zu erhalten:

„Eine Frau die so etwas macht ist eine Schlampe!“


„Der Typ hatte nur Glück!“
„Der Typ sah viel besser aus als alle anderen Männer weit und breit, deswegen war er so attraktiv
für sie, aber bei mir würde das nicht funktionieren!“
„Das ist nichts für mich: Für mich gilt, „Kein Sex vorm ersten Kind“…“

Dieses Konzept nennt der Psychologe den „Ausgleich kognitiver Dissonanz“: Ein Mensch hat sich
ein Modell seiner Realität aufgebaut, einen Rahmen in dem er die Welt sieht und durch den er die Welt
versteht. Dieser Rahmen umfasst Dinge wie eigene Erfahrungen, Glaubenssätze (Zum Beispiel: „Ich bin
XXX, aber nicht YYY“ oder „Die Welt ist eine Scheibe!“), Ansichten und eine Vorannahme was möglich
ist und was nicht.

Mit dieser Realität leben diese Menschen viele Jahre und finden sich so in ihrer Welt zurecht – der
Rahmen gibt ihre selbstgesteckten Orientierungspunkte preis. Nun haben diese Menschen jahrelang
nach diesen bestimmten Bedingungen gelebt und sich daran gewöhnt sich in der Welt unter den von
ihnen angenommenen Bedingungen zurechtzufinden. Es geschieht aber, dass etwas passiert was ihre
Realität und ihr komplettes Weltbild mit einem Mal ins Wanken bringt:

Ich nehme einen Stein in die Hand und lasse ihn plötzlich in der Luft schweben. Ich befehle dem
Stein, dass er nun nach oben steigt und aus dem Stein wird plötzlich ein Vogel. Das alles tue ich vor
deinen Augen…

Es tritt eine kognitive Dissonanz auf, ein Missklang im Denken, da kein Abgleich mit irgendeiner rationalen
Erklärung stattfindet. Was ist jetzt die einfachere Alternative für dich? Dein gesamtes Konzept von Physik und
menschlichen Fähigkeiten zu überdenken, oder darauf zu pochen dass es auf jeden Fall ein Zaubertrick war
bzw. dass du 3,4 Promille hattest und die letzte Flasche Absinth wohl doch zuviel war? Mein Gott, natürlich
das letztere. Und in diesem Fall wird es wahrscheinlich sogar so gewesen sein, denn so sympathisch der
junge Herr Potter auch sein mag, genauso bin ich mir jedoch darüber im Klaren, dass es Fiktion ist und der
Mensch nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügt um diese Art der Magie auszuführen.
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Aber bei den Beispielen mit den Frauen treten andere Dinge in Kraft. Auch derartige Dinge
können deine Realität sprengen, aber es sind sozialdynamische Prozesse, die wenn man sie einmal
verstanden hat mit der nötigen Erfahrung auch selbst vollbringen kann, aber die Dissonanz tritt trotzdem
bei so vielen Menschen auf, da sie gefestigte auf eigenen Erfahrungen basierende Vorannahmen und
Moralvorstellungen haben, was das soziale Zusammenleben betrifft.

Wenn dieser Fall eintritt, dass dich falsche Glaubenssätze und halbwahre Vorannahmen behindern,
gibt es nur die Möglichkeit dies wahrzunehmen und abzuändern oder diese anzunehmen und niemals
den Erfolg zu haben, den man sich erwünscht. Deshalb ist es wichtig zunächst derartige Konzepte zu
verstehen, bevor man mit ihnen arbeiten kann.

Viele Vorannahmen die von Männern über Frauen getroffen werden, was bei ihnen funktioniert und
was nicht und was sie wollen entsteht aus sozialer Konditionierung durch das Elternhaus, durch den
sozialen Umgang, durch die Medien und letztendlich tragen auch die meisten Frauen oberflächlich
gesehen nicht gerade zur Lösung des Rätsels bei. So entwickelt sich in vielen Fällen eine Sicht auf
Frauen, die mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun hat und oft zu einer schädlichen Realität verkommt.

Wir werden im Folgenden ein paar Hauptkriterien unter die Lupe nehmen, was bei Frauen
anscheinend Wert hat und Anziehung erzeugt…

Viele Männer haben also bestimmte Vorannahmen, welche Werte eine Frau an einem Mann attraktiv
findet und wie Beziehungen entstehen, je weniger Erfahrung der Mann hat, desto öfter treten diese
Vorannahmen auf. Das Problem mit derartigen Vorannahmen ist allerdings oft, dass sie zu schädlichen
Glaubenssätzen führen, warum es für einen Mann nicht möglich ist eine bestimmte Frau zu verführen.

2. Aussehen:

Der Klassiker.

Frauen wollen einen gut aussehenden Mann, den sie vorzeigen können und mit ihm vor ihren
Freundinnen angeben können (im Extremfall). Ein gefährlicher Glaubenssatz und oft wird daraus
geschlossen: „Ich sehe nicht aus, wie diese männlichen Supermodels. Ich bin kein wirklich attraktiver
Typ, also habe ich keine Chance bei schönen Frauen!“

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Was passiert hier? Eine selbsterfüllende Prophezeiung: Wenn du selbst nicht daran glaubst, dass
du genug Wert hast um eine bestimmte Frau zu verführen, dann wirst du es auch nicht schaffen, weil
deine Ausstrahlung auch dementsprechend sein wird. Du siehst den Wert der Frau von vornherein als
höher an als deinen, denn sie hat ja dieses „gute Aussehen“ und SIE bewertet DICH auch danach, oder
nicht?

Aber was ist gutes Aussehen wirklich?


Ein Gimmick, ein nettes Extra - nichts weiter.

Wichtig ist nicht das reine Aussehen an sich, was uns von der Natur mitgegeben wurde, sondern die
Sicherheit die es einem im Laufe der Jahre gibt und das was man aus sich macht, da dies wiederum mit
Selbstverwirklichung zu tun hat. Warum hat es ein gutaussehender Mann leichter eine Frau anzusprechen?
Weil er weiss, dass er gut aussieht und daher im Regalfall entsprechende Erfahrung gemacht hat, die
ihm die Wirkung seines Aussehens bestätigen. Das fängt schon in der Kindheit an: „Uhhh, das ist aber
ein hübsches Kind!“ Und wenn du dieses hübsche Kind bist, kannst du deiner Tante wahrscheinlich vors
Schienbein hauen und es wird als süss empfunden, weil du eben hübsch bist.

In der Jugend tuscheln die Mädchen über dich, weil sie dich sehen und süss oder hübsch finden
und werden rot, wenn du sie ansprichst, weil du eben ein hübscher Junge bist (und das gerade für junge
Mädchen von grossem Wert ist , die kaum Erfahrungen haben und durch die Medien geprägt sind, wo
ständig schöne Menschen präsentiert und als Non-Plus-Ultra hingestellt werden, weil sie diesen Wert
nutzen können um bei ihren Freundinnen zu punkten und das wiederum der wichtigste Wert für die
meisten Mädchen in der Pubertät ist, nämlich der Vergleich mit Anderen Wer mehr darüber erfahren
möchte sollte sich◊als Standpunktbestimmung mal mit aktuellen Ergebnissen der sogenannten Gender-
Forschung auseinandersetzen).

Du sammelst also mit der Zeit als hübscher Mensch diese Referenzerlebnisse, die deine
Selbstsicherheit auf diesem Gebiet entstehen lassen und da die Medien ständig bemüht sind die
Schönsten der Schönen zu präsentieren wird es als ein hoher Wert angesehen. Da du diesen Wert hast,
hast du quasi in den meisten Fällen eine natürliche Selbstsicherheit und Souveränität zum Beispiel in
Flirtsituationen, weil du durch die Referenzerlebnisse weisst, dass du dich auf diesen Wert verlassen
kannst und eben das strahlst du aus.

Nehmen wir nun hingegen einen Menschen, der von der Natur nicht mit diesem guten Aussehen
gesegnet wurde. Er hat eben nicht diese Referenzerlebnisse aus der Kindheit und Jugend und im
schlimmsten Fall sieht er selbst sein Defizit in seinem Aussehen.

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„Ständig sieht man diese gutaussehenden Menschen im Fernsehen und in Zeitungen und sie führen
tolle Leben, haben tolle Partner und alles was sie sich wünschen. Ich sehe nicht aus, wie diese Menschen
und deshalb habe ich eben nicht dieses Leben und keinen tollen Partner.“

Genau das kann das Problem sein, wenn man eben nicht aussieht wie Brad Pitt oder Orlando Bloom:
Man sieht diesen Wert selbst als Problem an, hat diese Referenzerlebnisse nicht die ein hübscher Mensch
im Zweifelsfall hat (oder noch schlimmer: negative Referenzerlebnisse) und ist daher weder Selbstsicher
noch Souverän, weil man diesen Wert als ziemlich wichtig ansieht und man diesen Wert eben nicht hat.
Wenn jemand so denkt, strahlt er genau das aus – vielleicht nicht bewusst, aber unterbewusst mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

Aber was ist der wirkliche Wert von Aussehen?

Aussehen umfasst naturgegebene Metrik des Gesichts, Körperbau, Kleidung, gesundheitliche


Konstitution, Besonderheiten, etc. …Für die Metrik unseres Gesichts können wir nichts. Sie ist uns von
der Natur gegeben und uns deshalb darüber Gedanken zu machen ist völlig unnütz. Natürlich gibt es
heutzutage die plastische Chirurgie, aber ich lasse dich als Leser einfach selbst entscheiden was man
davon zu halten hat. Wenn man wirklich mit Missbildungen geboren ist unter denen man schwer leidet,
so ist das eine interessante Sache, aber solange das nicht der Fall ist kann ich jedem der so etwas in
Erwägung zieht nur raten sich über sein Selbstbewusstsein und sein Selbstwertgefühl Gedanken zu
machen. Körperbau ist auf der einen Seite naturgegeben, auf der anderen Seite kann man es aber durch
Sport beeinflussen. Natürlich kann man wenn man nur 1,60 m gross ist nicht durch irgendwelche Übungen
an Grösse gewinnen und jemand der vom Körpertyp Leptosom ist (also eher dünn und schmächtig) wird
wahrscheinlich Probleme haben sein Kreuz auf 1,50 m Breite zu trainieren. Aber diese Faktoren spielen
auch nur eine Rolle WENN DU SIE IN DEINEM KOPF ZU EINEM PROBLEM WERDEN LÄSST.

Wenn man Sport betreibt um seinen Körper zu formen und sich wohl zu fühlen ist das etwas Gutes
und zeigt, dass dir etwas an dir liegt, weil du etwas für deinen Körper und deine Gesundheit tust und
diese Einstellung erzeugt wirklich Attraktivität.

Sich aber Gedanken über naturgegebene Dinge zu machen die man nicht ändern kann ist unnütz
und dazu auch völlig unnötig.

Kleidung wiederum ist ein Faktor der eine Rolle spielt, aber auch hier kursieren viele Falschannahmen.
Kleidung sagt etwas über dich aus: Deinen Stil, deine Zugehörigkeit zu bestimmten Kreisen, die Grösse
deiner Geldbörse und ob dein Kleidungsstil zu deinem Auftreten kongruent ist oder nicht (ein Bankkaufmann
in Baggy Pants und XXXXL-Shirt hätte zum Beispiel Probleme die nötige Seriosität auszustrahlen, die ihm
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zum Beispiel ein Anzug verleiht). Aber auch hier ist es gefährlich in Statussymboldenken zu verfallen und
Dingen wie zum Beispiel Markenklamotten einen zu hohen Wert zuzuweisen. Wenn du diese Klamotten
trägst, weil sie dir gefallen und du es dir leisten kannst sie zu tragen und sie vor allem NICHT trägst um
etwas darzustellen was du nicht bist, so ist das völlig okay, aber in vielen Fällen ist das eben nicht der
Fall. Da wird dann das gefälschte Dolce & Gabbana T-Shirt aus dem Urlaub zur Schau getragen um
eben einen Wert darzustellen den man nicht hat (Erfolg und Reichtum). Warum das konterintuitiv ist
verstehen viele anscheinend nicht.

Gesundheitliche Konstitution kann in der Tat am Aussehen abgelesen werden. Ein trainierter Körper
strahlt mehr Gesundheit aus als der eines fettleibigen Menschen und makellose Haut wiederum zeugt von
einem vernünftigeren Leben, als eine vernarbte und von Falten durchsetzte Haut (gerade in jungen Jahren).
Diese Wertung läuft unterbewusst ab, aber in diesem Fall spielt es eine Rolle, weil deine Gesundheit ein
Wert ist, den du für dich erhalten solltest und der Umgang mit diesem Thema deine Liebe und Akzeptanz
zu dir selbst preisgibt. Und das wiederum lässt Rückschlüsse auf dein Selbstbewusstsein zu.

Allerdings sollte es sich von selbst verstehen, dass die eigene Gesundheit das wahrscheinlich höchste
Gut ist, was ein Mensch hat und sollte daher in jedem Fall gepflegt werden – nicht für Andere, sondern sich
selbst zuliebe. Das sind also die Kernfaktoren warum Aussehen in welchem Fall von Wert ist.

Natürlich sollte jeder aus Liebe zu sich selbst das Beste aus sich herausholen und natürlich sollte
man darauf achten, wie man sich kleidet, wie man sich pflegt und wie man seinen Körper trainiert, ABER
es ist müßig und völlig unnütz sich über Faktoren Gedanken zu machen die man nicht ändern kann.

Und natürlich: Ein gutaussehender Mensch mit einem tollen Körperbau, einem tollen Kleidungsstil
und guter Haut hat natürlich einen Vorsprung gegenüber jemanden der das nicht hat, aber wenn dieser
Mensch nicht das nötige Selbstbewusstsein hat und nicht weiss, was wirklich Anziehung erzeugt und
was nicht, dann wird Quasimodo höchstpersönlich ihm die Frau vor der Nase wegschnappen, wenn er
weiss worauf es ankommt.

Gutes Aussehen ist ein Gimmick, ein minimaler Vorsprung gegenüber nicht so gut aussehenden
Menschen, aber im Endeffekt läuft es auf das hinaus was ein Mensch ausstrahlt und sub-kommuniziert.
Bei kleinen Mädchen (bis vielleicht 18 Jahre) mag das Aussehen des Mannes eine gewichtigere
Rolle spielen, weil sie noch sehr von der Sozialisation durch die Medien geprägt sind, aber wenn eine
erwachsene Frau ab 20 Jahren oder älter einen Mann in erster Linie nach dem Aussehen bewertet, dann
hat diese Person ein gewaltiges Problem mit ihrem Selbstbewusstsein, da sie ein Objekt zur Präsentation
sucht um gewisse eigene Unzulänglichkeiten zu überspielen, und keinen Partner. Diesen Frauen ist auf
jeden Fall aus dem Weg zu gehen – sie verraten sich durch ihre Oberflächlichkeit.
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3. Geld:

Noch so ein Thema, das sehr vielschichtig und sehr anfällig für falsche Deutungen ist. Viele Männer
denken, dass Geld ein ausschlaggebender Punkt ist um Frauen zu verführen. Und vorweg: Es gibt
einige Frauen die unbedingt einen Mann mit viel Geld haben wollen, aber um diese Frauen sollte man
einen Bogen machen – es sind Goldgräber, die sich auf Kosten des Mannes ein schönes Leben machen
wollen. Zu allem Überfluss scheint die Selbstverwirklichung der Frau völlig an ihnen vorübergegangen zu
sein, denn eine moderne Frau von heute hat es nicht mehr nötig von einem Mann abhängig zu sein – sie
kann gut auf eigenen Beinen stehen und braucht dazu keinerlei männliche Finanzierungshilfe. In meinen
Augen sind sowohl die Frauen die so etwas suchen, als auch die Männer die ihr Geld in den Rachen
einer solchen Frau werfen möchten zu bemitleiden.

Moderne Beziehungen sollten nicht auf Abhängigkeitsverhältnissen aufgebaut sein, wie es jahrelang
der Fall war, sondern eine Verbindung zweier Menschen sein, die sich gegenseitig schätzen, ergänzen
und in der Einheit wachsen. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass Liebe nicht auf Abhängigkeit beruhen
sollte, sondern erst in der Freiheit und Eigenständigkeit zweier Menschen im Umgang miteinander
wirklich Entfaltung finden kann.

Aber was ist es dann mit dem Geld, wenn es doch angeblich nicht wichtig ist um eine Frau für sich
zu gewinnen? Was sind die Werte, die Reichtum symbolisiert?

Sicherheit
Erfolg
Macht

Und diese Werte lassen wieder auf tiefere Eigenschaften schliessen wie zum Beispiel Willensstärke,
Schlauheit, Durchsetzungsvermögen und Konsequenz, denn das sind Eigenschaften die viele Menschen
haben, die erfolgreich im Beruf sind. Es sind Eigenschaften, die einen Mann für eine Frau attraktiv
erscheinen lassen, weil es die Eigenschaften von Führungspersönlichkeiten sind, von starken Menschen
auf die man sich verlassen kann, wenn es drauf ankommt (wir werden auf diese Eigenschaften später
eingehen, wenn wir uns mit maskuliner und femininer Polarität beschäftigen).

Das ist der Grund warum es attraktiv auf Frauen wirken kann, wenn ein Mann Geld hat, aber es ist
nicht zwingend notwendig wie viele denken und die Annahme das Frauen viel Geld kosten ist so ziemlich
das lächerlichste was ich je gehört habe: Viele tief frustrierte Männer sind anscheinend der Auffassung,
dass wenn man eine Frau kennenlernt es die Pflicht des Mannes ist ihr einen Drink zu spendieren.

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Wenn wir mal Abstand von der Frage nehmen woher diese Unsitte überhaupt kommt, so sollten wir
uns aber immerhin den Glaubenssatz dahinter anschauen: Ich muss mir ein Gespräch mit dieser Frau
erkaufen! Ich muss ihr zeigen dass ich für sie Sorgen kann und deshalb kauf ich ihr einen Drink!?!

AUTSCH!

Ich finde es in diesen Fällen nur absolut verständlich wenn Frauen Spielchen versuchen wie zum
Beispiel Aufforderungen wie

„Ach kauf mir erstmal nen Drink!“

Ich würde es wahrscheinlich ganz genauso machen, wenn ich eine attraktive Frau wäre und wüsste,
dass es genug Männer gibt, die sich selbst so wenig wert sind, dass sie der Überzeugung sind, sie
müssten sich die Akzeptanz und das Gespräch mit einer Frau erkaufen – natürlich wird das keiner der
Betroffenen zugeben, aber was ist es denn anderes auf unterbewusster Ebene?

Und versteh mich nicht falsch: Ich sage nicht, dass man einer Person die man gerne hat nicht etwas
ausgeben kann, wenn man es in dem Augenblick möchte - einfach um jemanden eine Freude zu machen
und nicht aus dem Schielen auf einen Zweck. Genauso verhält es sich doch mit Geschenken: Über
welches Geschenk freut man sich mehr? Über ein Geschenk, das von Herzen kommt und geschenkt
wird, weil dir dein Gegenüber eine Freude machen möchte, weil die Person dich gern hat, oder ein
Geschenk, was dir nur geschenkt wird, weil der Schenkende sich genötigt fühlt dir etwas zu schenken
oder noch schlimmer, sich deine Anerkennung erkaufen will?

Ganz klar: Der erste Fall ist eine schöne Geste, der zweite der Beweis für starke charakterliche
Defizite. Man braucht nicht viel Geld um erfolgreich bei Frauen zu sein, es reicht wenn man die oben
beschriebenen Qualitäten besitzt und ausstrahlt, die Geld symbolisiert. Geld zu haben und sich schöne
Sachen damit zu kaufen ist eine tolle Sache und es ist natürlich erstrebenswert erfolgreich zu werden
und gutes Geld zu verdienen, aber nicht um damit andere Menschen zu beeindrucken, sondern für dich
selbst und dein Wohlergehen.

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4. Romantik:

Ich möchte hier mal eine kleine (wohlgemerkt fiktive) Geschichte einfügen: Versetzen wir uns zurück
in unsere Jugend:

Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem sich etwas Entscheidendes bei uns verändert hat. Mädchen
waren auf einmal nicht mehr blöd, doof und sowieso irgendwie komisch, sondern irgendwie war da auf
einmal dieses seltsame Gefühl in der Magengegend, wenn die süsse Julia aus der 6c auf dem Schulhof
an uns vorbeiging. Wir träumten davon ihr nahe zu sein und fantasierten wie wir sie zu unserer festen
Freundin machen könnten. Und natürlich waren wir medial und gesellschaftlich geschulte Jugendliche,
so dass wir natürlich genau wussten was zu tun war: Ein Liebesbrief musste her. Oder eine Rose - ja das
war gut - eine Rose und ein Liebesbrief. Im Fernsehen, hatten sie das mal gezeigt – Mädchen stehen
auf sowas, na klar. Es ist so einfach! Dass wir noch nicht ein Wort mit Julia gewechselt hatten und das
Mädchen von unserer Existenz im Grunde genommen höchstens am Rande Notiz genommen haben
konnte, blendeten wir völlig aus.

Und das Unfassbare passierte, wenn wir dann wirklich den Mut hatten diesen Liebesbrief mit der
Rose abzugeben: Julia verliebte sich nämlich seltsamerweise nicht Hals über Kopf in uns, sondern war
mit dieser Situation ein klein wenig überfordert. Auf der pubertären Suche nach Anerkennung schien
sie es wohl für das Beste zu halten zunächst ihren Freundinnen davon zu erzählen, die es schliesslich
kichernd in der Parallelklasse rumerzählten. Unglücklicherweise kannten einige Schüler aus deiner
Klasse ein paar Schüler aus der Parallelklasse und bevor du wusstest wie dir geschah warst du der
Depp der gesamten Jahrgangsstufe 6.

Als du es aber dann schliesslich Ende der Jahrgangsstufe 11 geschafft hattest endlich dein bisschen
Selbstbewusstsein wiederzuerlangen, war dir eines ganz sicher klar: Diese Julia, die hatte echt einen
Dachschaden. Du warst einfach damals schon zu weit für dieses unreife Ding. Ein Glück, dass du ja jetzt
gemerkt hast, dass Nadine, die eine Jahrgangsstufe unter dir ist, ein wirklich tolles Mädchen ist. Und du
weisst natürlich wie man sich gegenüber tollen Mädchen zu verhalten hat: Du machst ihr Komplimente
und lädst sie auf ein gemeinsames Treffen ein. Sie sagt zu und du bist sehr glücklich darüber, weil
Nadine schon eine absolute Traumfrau ist, ganz anders als die anderen Mädels irgendwie.

Natürlich muss alles perfekt sein: Du hast ein kleines, italienisches Restaurant ausgesucht und da du
ja in den Sommerferien hart gearbeitet hast, hast du jetzt auch das Geld dazu sie einzuladen, was natürlich
absolut selbstverständlich ist, bei einem tollen Mädchen wie Nadine, ach komm, ich bitte dich…

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Der Abend verläuft „super“. Du hängst an ihren Lippen uns stellst dir vor, wie schön es wäre diese
zu küssen. Aber natürlich hörst du genauso gerne zu, wie sie dir gerade von der „voll tolligen“ Hello Kitty
Plüschhandtasche erzählt, die sie letztens für „nur“ 78,23 € bei Ebay ergattert hat. Du stimmst zu, dass
es ein sehr guter Kurs ist und verhältst dich auch sonst im Gespräch ganz Gentleman-like, wie du es
von deiner Mutter und aus zahlreichen Schnulzen, die du dir zu Forschungszwecken angeschaut hast,
gelernt hast. Auf dem Nachhauseweg würdest du sie gerne nehmen und küssen, weil du sie schon sehr
attraktiv findest, aber du weisst, dass dafür der Moment passen muss. Eine Sache die wohl geplant sein
will und die man nicht übers Kreuz brechen sollte. Schliesslich sollte ja schon eine gewisse romantische
Atmosphäre herrschen, wenn man ein tolles Mädchen wie Nadine küssen möchte.

Leider herrscht diese Atmosphäre irgendwie diesen Abend doch noch nicht und man verabschiedet
sich mit einer Umarmung an der Haustür. Nadine dankt höflich für den „netten Abend“ und du machst
dich mit Endorphinen beladen auf den Heimweg. Aber du weisst ganz genau Bescheid was los ist: Du
bist nur einen Schritt davon entfernt von deiner absoluten Traumfrau das Ja-Wort für eine Beziehung zu
erhalten und du weisst ganz genau, welche Waffe der Verführung für diesen Schritt am geeignetsten ist:

Das Liebesgeständnis per SMS!

Richtig… Liebesbriefe waren gestern (und zudem hast du noch ein etwas gespanntes Verhältnis
dazu, weil es da mal in der 6. Klasse einen recht unschönen Vorfall gab, an den du dich seltsamerweise
nicht mehr so richtig erinnern willst). Die Worte erscheinen wie von Zauberhand auf dem Display und du
weisst ganz genau, sie werden ihre Wirkung nicht verfehlen:

„Nadine, ich fand den Abend heute wirklich sehr schön und muss dir etwas gestehen… ich glaube
ich habe mich in dich verliebt! LG“

Das du nicht prompt eine Antwort kriegst hast du natürlich auch nicht erwartet. Wie aufgewühlt muss
dieses Mädchen doch nun sein, wie überwältigt von diesen Gefühlen, die sie nun verspüren wird, nach
dieser Offenbarung? Die Antwort die zwei Tage später kommt verwundert dich dann allerdings schon
ein wenig:

„Hey, ich fand es auch sehr schön und du bist auch ein wirklich netter Kerl, aber ich denke es ist
besser, wenn wir gute Freunde sein könnten. Gruß, Nadine“

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Du verstehst das alles einfach nicht. Du verkriechst dich in dein Zimmer und fängst an zu weinen.
Du legst die härteste Metalscheibe die du finden kannst in deinen CD Player, drückst auf „Play“ und
wechselst in den Modus „extrem schlecht drauf“. Als du am kommenden Wochenende siehst, wie Nadine
stark angetrunken mit dem grössten Vollidioten aus eurer Jahrgangsstufe rumknutscht, dem Typen, der
im Unterricht mit Vorliebe männliche Geschlechtsorgane auf die Tische malt und Mädels zur Begrüssung
standardmässig auf den Allerwertesten haut, fühlst du dich nun doch ein wenig verwirrt.

Aber du weisst ganz sicher: Auch du wirst irgendwann die Frau finden, die deine romantische Ader
zu schätzen weiss…

Ich hoffe inständig, dass sich niemand der das liest wirklich vollständig mit dieser Person
identifizieren kann. Natürlich ist diese Geschichte überspitzt formuliert und hoffentlich auch so keinem
wiederfahren, aber es geht um die Kerninhaltspunkte die ich hier beschreibe: Viele junge Männer haben
eine überromantisierte Vorstellung vom Umgang mit Frauen. Bei einigen zieht sich dies bis ins hohe
Alter und je älter der Mann wird, desto fataler wird es für ihn. Wenn es in früher Jugend passiert, ist es
noch eine relativ normale Sache. Beispiele wie das mit unserem Liebesbrief in der 6. Klasse sind noch
vergleichsweise harmlos und resultieren oft einfach aus der mangelnden Erfahrung in diesem Alter. Man
schnappt so etwas irgendwo auf, ist noch gehemmt im Umgang mit den Mädchen in Verliebtheitssituationen
und denkt es wäre eine ganz tolle Idee. Und es kann auch funktionieren in dem Alter, es kann eben
genauso gut passieren, dass das Mädchen es wirklich süss findet und dieser Liebesbrief sein Ziel nicht
verfehlt, aber mit zunehmenden Alter sollte auch die Sicht auf derartige Dinge realistischer werden.

Das Problem besteht darin, dass diese Männer in Verliebtheitssituationen dazu neigen, die Frau
gedanklich auf ein Podest zu stellen. Je mehr sie über die Frau nachdenken desto schlimmer wird es. In
Extremsituationen entwickelt sich daraus etwas, was man den Madonna-Whore-Complex nennt.

Die Unterteilung von Frauen in Heilige und Huren. Die Frau in die man verliebt ist wird völlig idealisiert
wahrgenommen und als „Heilige“ angesehen, die unfehlbar über allem steht und die Reinheit in Person
wiederspiegelt. Alle anderen Frauen im Umkreis können bei weitem nicht mithalten und werden als
verwerfliche „Huren“ betrachtet (im schlimmsten Fall).

Es ist eine schädliche Fixierung auf eine Frau, die aus einer überromantisierten Vorstellung
hervorgeht, lediglich im Kopf stattfindet und in den meisten Fällen fernab jeglicher Realität liegt. Eine
Sache muss klargestellt werden, damit hier nichts missverstanden wird: Ich möchte hier nicht das
Konzept von Romantik schlechtreden, sondern lediglich darauf hinweisen, dass es eine Medaille mit
zwei Seiten ist.

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Es kommt immer drauf an, aus welcher Richtung man darauf schaut: Wenn ein Mann eine Frau auf
ein gedankliches Podest stellt und Romantik als einen Zweck betrachtet um die Frau zu beeindrucken und
für sich zu gewinnen, wird es in der absolut überwiegenden Mehrheit der Fälle nach hinten losgehen.

Romantik kann funktionieren, wenn eine Frau so sehr auf dich steht, dass sie ansonsten nahezu
eingeschüchtert von dir ist und du ihr auf diesem Wege zeigen kannst: „Schau, es gibt keinen Grund
unsicher zu sein. Ich finde dich interessant und anziehend und wir können auf diesem Weg eine schöne
Zeit miteinander haben. Es ist vielleicht kitschig, aber was solls. Das ist meine weiche Seite, auch die
habe ich und ich kann dazu stehen. Ich geniesse es mit dir diese Zeit zu erleben.“

Die Gefahr ist so gross, das man Romantik als ein Mittel zum Zweck ansieht, da es uns von den
Medien ständig so gezeigt wird, als müsste es so sein. In den Filmen kriegen immer die romantischen
Männer die Frauen, die Männer, die eben Blumen schenken, ein Candlelightdinner vorbereiten, der Frau
jeden Wunsch von den Augen ablesen.

Und auch fast jede Frau träumt davon so etwas zu erleben, aber sie möchte es von ihrem Ritter auf
dem weissen Gaul empfangen und nicht vom Stallknecht. Wenn du also romantisch sein willst, weil du es
als etwas schönes empfindest, solltest du der Frau zunächst gezeigt haben, dass du die Qualitäten, die
Stärke und den Status dieses holden Ritters besitzt, bevor du die Kerzen anzünden kannst. Ansonsten
wirst du ihr wahrscheinlich danach höchstens noch ihre Schuhe putzen dürfen.

5. Sex

Ich möchte, dass du dir folgende Frage beantwortest:

Glaubst du, dass wenn du Sex mit einer Frau hast, sie mit dir schläft, weil sie dich nett findet oder dir
einen Gefallen tun möchte oder denkst du, dass sie es nicht vielleicht genauso oder mehr geniesst als du?
Hattest du zufällig schon einmal die Gelegenheit als einziger Mann einem Frauenabend beizuwohnen?
Ich hatte dieses interessante Erlebnis bereits und ich muss sagen, dass es nahezu erschreckend ist:
Irgendwann fangen die Mädels an zu vergessen, dass sich noch ein Mann im Raum befindet und fangen
an aus dem Nähkästchen zu plaudern – genauer gesagt aus dem sexuellen Nähkästchen. Glaubt nicht,
dass es eine Freundin im engeren Freundeskreis eurer Partnerinnen bzw. Ex-Partnerinnen gibt, die nicht
über eure Penislänge oder diverse sexuelle Vorlieben Bescheid weiss.

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Auch wenn die Frauen es oft verbergen oder verleugnen wollen: Frauen sprechen sehr viel intensiver,
detaillierter und offener über Sex als Männer – zumindest untereinander. Frauen sind sehr sinnliche
Wesen und Frauen LIEBEN Sex – guten Sex um genau zu sein. Trotzdem hält sich unter vielen Männern
hartnäckig der Glaubenssatz, man müsste eine Frau nahezu überreden um sie ins Bett zu kriegen, was
auf folgende Vorstellung schliessen lässt: Frauen mögen Sex nicht so sehr wie Männer, sondern tun es
eher ihnen zum Gefallen.

Absoluter Blödsinn.

Der Grund warum Frauen das allerdings ungerne zeigen, während viele Männer gerne lauthals
Abends in der Kneipe mit ihren häufig wechselnden Geschlechtspartnern prahlen ist dieser Gesellschaftlich
gesehen ist ein Mann der viele Frauen verführen kann und dies auch tut ein Player, ein Pimp oder ein
moderner Don Juan. Die Frau hingegen die viele männliche Sexualpartner hat, gilt als „Schlampe“. Die
Bezeichnung „männliche Schlampe“ ist kaum gebräuchlich und selbst wenn ist das Grundwort immer
noch weiblich. Der „Schlamperich“ wird nicht im sexuellen Kontext genannt.

Fällt dir etwas auf?

Wenn du eine Frau wärst und dieser enorme gesellschaftliche Druck auf dir lasten würde, dass
wenn du deinen Trieben und deinem Verlangen in eventuell auch unorthodoxer Weise nachgibst du
sofort einen negativen Stempel aufgedrückt kriegen würdest, wärest du nicht sehr viel vorsichtiger oder
würdest zumindest vermeiden offen darüber zu reden?

DAS ist die Realität mit der nahezu alle Frauen zu kämpfen haben und je hübscher die Frau ist,
umso schlimmer wird es für sie. Schuld sind nicht nur die Männer, die Frauen als Schlampen bezeichnen
und sich damit wenn sie ehrlich sind selbst herabsetzen, wenn sie insgeheim davon Träumen mit diesen
Frauen Sex zu haben (denn das tun die meisten, die so reden), sondern auch oder gerade die Frauen,
die aus Neid und mangelndem Selbstbewusstsein oder auch gesellschaftlicher Beeinflussung anderen
Frauen dieses Prädikat zuweisen. Diese Frauen wollen Gleichberechtigung, aber sind im gleichen
Atemzug darauf bedacht Frauen die eben zu ihrem Verlangen stehen an den Pranger zu stellen. Ich
überlasse jedem Selbst die Wertung.

Fakt ist jedoch: Frauen lieben Sex und tun es genauso gerne wie wir Männer, jedoch müssen Frauen
in den meisten Fällen erst in eine dementsprechende Stimmung gebracht werden. Hast du schonmal
von der Metapher gehört „Männer sind wie Ein-Aus-Schalter, Frauen sind wie Lautstärkeregler“ wenn es
um das Thema Sex geht. Das trifft es ganz gut denke ich. Wenn du einer aufgeschlossenen, reifen und
vernünftig aufgeklärten Frau zeigen kannst, dass sie dir vertrauen kann, dass du nicht einer von den
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Männern bist, der sie nur als Objekt und als „Schlampe“ sieht und der es nicht nötig hat gleich zu seinen
Kollegen zu rennen und damit zu prahlen, dass „Er“ mal wieder „zum Schuss gekommen ist“, sondern
wenn du ihr zeigst, dass es eine schöne Sache zwischen euch beiden ist, die euch beiden Bereicherung
und ein schönes Gefühl gibt, dass du nicht zu den Menschen gehörst, die über andere Personen urteilen
die zu ihrem Verlangen stehen und dies ausleben und wenn du ihr die Sicherheit gibst sich fallen zu
lassen, dann wird sie gerne Sex mit dir haben und es genauso geniessen wie du. Dann ist es eine Win-
Win-Situation, von der Beide profitieren können.

Aber wenn du das nicht kannst und Frauen weiterhin als „Schlampen“ oder gar „Huren“ bezeichnen
möchtest, solltest du dir vielleicht einmal überlegen woran es liegt, dass so viele Frauen extrem vorsichtig
sind, welchem Mann sie vertrauen können und welchem nicht.

6. Gemeinsamkeiten:

Hand aufs Herz: Was hältst du von Damenschuhen? Und nein, ich meine jetzt nicht ob du einen
Schuh- oder Fussfetisch oder Ähnliches hast, sondern ganz einfach wie du zu dem Thema „Damenschuhe“
stehst? Oder was hältst du von „Sex And The City“?

In den meisten Fällen wird die Antwort wahrscheinlich irgendwo zwischen „Ist mir völlig egal!“ und
„Was soll die blöde Frage?!?“ liegen, wenn du sie mir beantwortest. Aber wie oft passiert es, dass Männer
im Gespräch mit Frauen auf bestimmte Themen einsteigen, die Frauen vorgeben, nur um irgendwelche
scheinbaren (!) Gemeinsamkeiten herauszustellen:

Frau: „Hey, heute war ein schöner Tag – mein Kaninchen Karl hat heute mit mir geschmust!“
Mann: „Ummm, ja das ist echt cool. Meine Schwester hat auch ein Kaninchen, es heisst Bernd und
wenn du ihn hinter den Ohren kraulst schnurrt es fast wie eine Katze!“

WAS zur Hölle?

Die Frage die sich mir stellt ist folgende: Interessiert den Mann in diesem Beispiel das Thema
„Kaninchen und deren Pettinggewohnheiten“ wirklich, oder möchte er indem er darauf eingeht zeigen,
dass er etwas mit der Frau gemeinsam hat und bei dem von ihr vorgegebenen Thema mitreden kann?
Wenn der Mann seit Monaten damit hadert endlich dem städtischen Kaninchenzüchterverein beizutreten,
dann ist die Antwort völlig legitim, denn dann ist es ein Thema was ihn wirklich interessiert. Wenn er
allerdings diese Frage nur aus eben dem Grund der erzwungenen Gemeinsamkeit beantwortet und
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ansonsten mit Vorliebe Kaninchenleber zum Frühstück verspeist, so nennt man das in Fachkreisen auch
Selbstbetrug (was in meinen Augen sehr viel wahrscheinlicher ist).

Wir sind oft so sehr darauf fixiert Gemeinsamkeiten zu finden und eine gemeinsame Ebene zu
erreichen, dass wir dabei unseren Fokus aus den Augen verlieren. Warum ist das so? Gemeinsamkeiten
erzeugen ein Gefühl von Verständnis und eine Verbindung zwischen zwei Menschen. Wenn man die
gleichen Hobbies und die gleichen Interessen hat, hat man umgehend ein Gesprächsthema und fühlt sich
dadurch näher als zuvor, aber das Ganze ist mit Vorsicht zu geniessen: Es ist nicht verkehrt, wenn man
gemeinsame Leidenschaften teilt und sich darüber austauscht, vielleicht über diese Gemeinsamkeiten
auch eine Verbindung zueinander stärkt. Auch in einer Beziehung können gemeinsame Interessen von
Vorteil sein. Der Knackpunkt ist jedoch, dass diese Gemeinsamkeiten dann auch wirklich existieren
sollten und es nicht nach dem Schema abläuft, dass die Frau ein Thema anschneidet und du es dazu
nutzt eine Gemeinsamkeit herzustellen die eigentlich gar nicht existiert.

Wenn dich ein Thema nicht interessiert oder du diesem Thema abgeneigt gegenüberstehst, dann
sag es deinem Gegenüber. Wenn du das nämlich nicht tust, verleugnest du in gewisser Weise den Kern
deines Wesens und deine Überzeugungen und das sollte dir keine Person auf dieser Welt wert sein.

Wenn du es ehrlich sagst und dein Gegenüber es dann schliesslich nicht akzeptiert, dann solltest
du dich glücklich schätzen, denn du hast damit herausgefunden, dass diese Person nicht in der Lage ist,
deine Ehrlichkeit und deine Überzeugungen zu tolerieren und zu honorieren und von solchen Personen
sollte man Abstand nehmen.

Zusammenfassend:

Ehrliche Gemeinsamkeiten sind gut. Wenn man allerdings versucht mit Zwang Gemeinsamkeiten
herzuleiten und im schlimmsten Fall Gemeinsamkeiten erfindet, dann kommuniziert das auf einer tieferen
Ebene nur eines:

„Meine Überzeugungen und meine Realität sind nicht beständig genug um selbst für sich zu stehen,
so dass ich zu ihnen stehen kann, sondern ich muss mich meinem Gegenüber so anpassen, dass ich
seine Überzeugungen und Ansichten erreichen kann.“

Die Dinge die das kommuniziert sind reaktives Verhalten (anstatt pro-aktivem), Unsicherheit und
geringen Selbstwert. Auch wenn es in einigen Fällen nicht so hart gewertet werden wird, weil viele
Menschen so sind, ist dieses Verhalten in meinen Augen jedoch zu vermeiden.

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7. Wieso wir der sozialen Konditionierung vertrauen…

Wie schon zu Anfang des Kapitels erwähnt, besteht ein grosser Teil unseres Lernens also aus
sozialem Lernen und sozialer Konditionierung. Die Menschheit ist heutzutage sehr weit entwickelt und
hat viele Antworten auf unheimlich komplexe Fragestellungen gefunden, die noch vor hundert Jahren
oder mehr undenkbar gewesen wären. Wir fliegen mit Flugzeugen um den Erdball, wir fliegen mit
Raumschiffen ins All, wir bauen Gebäude die mehrere hundert Meter hoch sind und derzeit ist man
dabei herauszufinden wie man menschliche Klone erschafft. Wir leben also in einer hochentwickelten
Gesellschaft, die schon einige von Menschenhand geschaffene „Wunder“ hervorgebracht hat. Also
warum um alles in der Welt sollte man der Gesellschaft nicht vertrauen, wenn es um so simple Dinge wie
die eben oben besprochenen Annahmen im Bezug auf Frauen geht?

Wie schon zuvor erwähnt ist es so, dass Naturwissenschaftliche Themen oder auch bestimmte
Bereiche der Geisteswissenschaften, auf denen die Grundpfeiler unserer Gesellschaft aufgebaut sind,
logisch überprüfbar sind, nahezu uneingeschränkt Sinn ergeben und in den meisten Fällen nicht durch
emotionale Erfahrungen beeinflusst werden – das ist allerdings im Bezug auf Frauen anders.

Alles was wir Menschen tun ist darauf ausgerichtet, möglichst erfreulich zu sein und möglichst
wenig Schmerz oder Anstrengung zu bereiten. Egal was wir tun – die Bewegung geht immer hin zu der
Sache, die uns Freude verspricht. Selbst ein Masochist möchte Schmerzen erleiden, weil es ihm auf
einer anderen Ebene Freude bereitet. Wenn wir zwei Wege angeboten bekommen die anscheinend zum
selben Ziel führen, für welchen entscheiden wir uns? Für die schnelle und unkomplizierte Lösung, oder
für den langen, steinigen Weg?

Was aber, wenn diese schnelle und unkomplizierte Lösung gar keine wirkliche Lösung ist, sondern
sie im besten Fall nur dazu führt, dass andere Schwachpunkte versteckt und überspielt werden und man
im Endeffekt genauso oder schlechter dasteht als zuvor? Wir erleben es ständig in der Werbung und in
den Medien:

„Der schnelle Weg zum Glück“


„Die ganz große Freiheit…!“
„Kaufen sie dieses Produkt und sie werden sich gleich wohler fühlen“

…Weltschmerztabletten!

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Aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Halten wir wirklich den Stein der Weisen in Händen, wenn wir
die neue hyperkonzentrierte ultra Diätpastete in den Kühlschrank stellen und sind wir wirklich glücklicher
und zufriedener, wenn wir die neue Lebensversicherung abschliessen, die uns ganze 9,68 € Ersparnis
bietet? Vielleicht kurzfristig, aber was ist es denn wirklich mit allen schnellen „Blitzlösungen zum grossen
Glück“? Wir verdrängen etwas, wir suchen nach etwas womit wir uns zufrieden und gut und glücklich
fühlen können, aber wenn wir es dann haben, dann ist es oft schon wieder uninteressant und die ewige
Suche geht weiter. Die Medien und die Werbewelt wissen das und versuchen aus diesen Sehnsüchten
Geschäfte zu machen: Man bietet uns schnelle Lösungen für fast jedes Problem und erzählt uns, dass wir
ruhig weiter auf der Couch sitzen bleiben können, alles weiter so machen sollten wie zuvor und irgendwann
kommt das Glück schon von ganz alleine um mal spontan auf einen Schonkaffee vorbeizukommen.

Ist das die Antwort auf unsere Sehnsüchte und unsere Probleme?

Natürlich nicht – es kann nicht die Antwort sein, aber es lindert den Schmerz und verschafft kurzzeitige
Glücksgefühle und um damit dem steinigen Pfad aus dem Weg zu gehen, der vor uns liegt wenn wir uns
wirklich mit uns selbst beschäftigen und das Thema „glücklich sein“ zur Chefsache erklären, reicht es
sehr vielen Menschen anscheinend allemal aus.

Aber nun kommen wir wieder auf die Lernprozesse zurück:

Wenn du wirklich dauerhaften Erfolg im Leben und mit den Frauen haben willst, reicht es nicht
aus, wenn du dich auf soziales Lernen verlässt. Erlaube dir mutig zu sein und eigene Erfahrungen zu
machen auch entgegen der bestehenden Normen und Regeln und lerne selbst was für dich funktioniert
und was nicht. Nehm nicht die vorgekauten Scheinlösungen die sie dir zusammen mit deinen Eiern auf
einem Silbertablett servieren, sondern vertraue auf Kant, wenn er sagt „Habe Mut dich deines eigenen
Verstandes zu bedienen“. Auch dieses Buch kann keine Komplettlösung für deine Probleme sein,
sondern dir nur Denkanstösse liefern, die dir helfen werden eigene Erfahrungen zu machen und dich so
in die Richtung zu entwickeln in die du wirklich willst.

Ich habe in meinem Leben viele Menschen verloren, die mir sehr nahe standen und habe dadurch am
eigenen Leibe erfahren, wie kurz das Leben sein kann und wie wenig Zeit man hat, dass zu erreichen was
man will. Ich warte nicht mehr bis die grosse Freiheit kommt, die sie uns versprechen wenn wir nur einfach
lange genug abwarten, sondern handle und bin der Steuermann meines eigenen Schiffes. Eben das kann
ich dir auch empfehlen und es ist vielleicht philosophisch gesehen die tiefste Wahrheit dieses Buchs.

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8. Was wäre, wenn…?

Aber gehen wir einmal den Weg der Masse und lassen uns auf ein kleines Gedankenspiel ein: Was
wäre, wenn du auf einmal soviel Geld hättest, dass du dir alles kaufen könntest was du haben willst? Was
wäre, wenn du so Aussehen würdest wie eine perfekte Kreuzung aus Brad Pitt und Johny Depp und du
die Stilsicherheit eines Modezaren hättest? Du müsstest nichts dafür tun, du hättest es einfach…

Glaubst du, dass deine Probleme und deine Sorgen mit einem Mal gelöst wären und du plötzlich
der Mensch wärest, der du immer sein wolltest? Ich denke nicht. Tief in deinem Inneren würde immer
noch der Typ von früher leben, mit den gleichen Ängsten, den gleichen Selbstzweifeln und den gleichen
Ansichten wie zuvor. Wir Menschen mögen schnelle und simple Lösungen, haben unsere Träume und
hoffen, dass sie irgendwann in Erfüllung gehen und wir warten auf den Tag an dem uns die Wunderpille
vorbeigebracht wird, die wir nur schlucken müssen und alles kommt letztendlich zum wohlverdienten
Happy End. Genau so ist ein guter Hollywood-Film aufgebaut:

Ein Guter, ein Böser und am Ende siegt immer das Gute. Vielleicht kommen innerhalb des Films
Zweifel auf, aber am Ende gibt es immer ein Happy End und alle sind glücklich und zufrieden, weil das
Gute gesiegt hat und man sieht, dass unsere Gesellschaft funktioniert, das wir an das Richtige und an
das Gute glauben. Wie viele Menschen glauben, dass wenn sie das Spiel der Gesellschaft spielen, wenn
sie ihr Leben mit Lernen verbringen, einen guten Schulabschluss machen, einen guten Abschluss an
der Universität schaffen und einen tollen Job kriegen in dem sie viel Geld verdienen, dass dann alle ihre
Probleme gelöst wären und ihnen die Frauen nur so zufliegen würden? Und oft ist es auch so, dass ein
Mann mit einem guten Job, viel Geld und diesen ganzen Statussymbolen dann auch eine hübsche Frau
kriegt, die er liebt.

Aber was passiert, wenn der Herr des Hauses dann übers Wochenende auf Geschäftsreise ist und
sein Schatz mit ihren Freundinnen in die Disko zum Feiern geht? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch,
dass sie es sich von dem DJ oder dem Barkeeper oder irgendeinem anderen Mann, der ihr zeigt, dass er
ein wahrer Kerl ist und sich nimmt was er will, richtig besorgen lässt, weil sie zwar die Sicherheit und das
Geld geniesst, was der Ehemann ihr bieten kann, aber das emotionale Abenteuer und die Leidenschaft
einfach vermisst, weil der der sein Leben nur mit Lernen und Büchern verbracht hat in den seltensten
Fällen gelernt hat, was eine Frau wirklich braucht um vollständig glücklich zu sein. Die Zahl der Ehen die
an so einem Vorfall zerbrochen sind, dürfte astronomisch hoch sein.

Es ist toll wenn man zielstrebig ist und darauf bedacht später einmal erfolgreich zu sein und das
Leben zu führen was man gerne führen möchte, aber es hilft nicht zu glauben, dass wenn man dieses
Leben dann erreicht hat, alle Probleme plötzlich von selbst gelöst wären.
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Vertrau nicht darauf was die Gesellschaft dir mit ihren Wunderpillen verspricht. Es ist ein endloses
Netz von Stimulationen, die ausgesendet werden um uns immer weiter nach der nächsten schnellen
Lösung suchen zu lassen und es hat Keiner wirklich Schuld daran. Es ist keine grosse Verschwörung
oder etwas derartiges, es hat sich einfach durch unsere Natur und viele andere Faktoren so entwickelt
wie es jetzt ist.

Nicht alles ist verkehrt und vieles trägt dazu bei, dass unsere Gesellschaft nicht in heillosem Chaos
endet, aber man sollte nie aufhören kritisch zu sein und eigene Wege zu suchen und genau so ist es
mit Frauen. Diese sozialen Annahmen existieren und sind überall um uns herum verstreut, aber je mehr
man seine Augen öffnet und seine eigenen Erfahrungen macht, umso mehr sieht man, welche davon
stimmen und welche nicht. Deshalb ist es mir wichtig zu erwähnen, dass auch Ich meine Wahrheit nicht
als Allgemeingültigkeit hinstelle, sondern dich dazu ermutigen möchte, es mit eigenen Augen zu sehen,
zu überprüfen und deine eigenen Schlüsse zu ziehen…

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Der Moment der Kunstfertigkeit
Vital

Der Moment der Kunstfertigkeit – ist ein sehr interessanter Zustand, der periodisch bei jedem von
uns auftritt. Den Moment der Kunstfertigkeit kann man auch als Moment der Vollkommenheit beschreiben.
Es ist wichtig diesen Moment zu verstehen. Der Moment der Kunstfertigkeit hat fünf Eigenschaften:

1. Handlung aus dem Zustand der Natürlichkeit.


2. Nicht versuchen, machen!
3. Kein Innerer Dialog.
4. Völlige Wahrnehmung der Welt.
5. Optimaler Muskeltonus.

All diese Eigenschaften sind in jedem, wirklich in jedem Moment der Kunstfertigkeit vorhanden.
Und es ist nicht wichtig, wo sich dieser Moment einstellt, ob im Tee kochen oder in Gurken schneiden.
Diese bestimmenden Punkte sind da, sie sind für jeden von uns natürlich und sind in uns versteckt. Jetzt
werden wir lernen, den Moment der Kunstfertigkeit aus einem Kontext in den anderen zu transformieren,
und maximalen Nutzeffekt aus unseren Ressourcen herauszuholen.

Doch zuerst erzähle ich kurz über jeden Moment der Kunstfertigkeit, um Klarheit zu schaffen.

Natürlichkeit – das ist Natürlichkeit. Mache das, was du willst, und nicht das, was du machen musst
oder gezwungen bist, und du erreichst natürliches Benehmen (Kongruenz). Nicht versuchen, machen! –
es ist ein sehr wichtiger Punkt, der lässt uns lernen, anstatt zu faulenzen. „Ich habe versucht.“ – bedeutet
für mich: Ich habe nichts gemacht. „Ich habe gemacht, aber habe nicht das gewünschte Resultat
erreicht.“ - bedeutet: Ich habe eine sehr wichtige Erkenntnis erlangt. Fehler, die du machst, sind ein
Geschenk an dich, das deine Erfahrung vergrößert.

Nichtvorhandensein des Inneren Dialoges – damit ist alles gesagt.

Völlige Wahrnehmung der Welt – ist bekannt aus vielen Praktiken der Kampfkunst und Meditation.
Wahrnehmung der Welt als Ganzes, das heißt, wenn wir nicht fokussiert schauen, sehen wir viel mehr,
als nur ein Punkt.

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Optimaler Muskeltonus – das ist super. Unsere Muskeln haben drei Basiszustände: entspannt,
eingespannt und Bereitschaft. Um aus dem Zustand der Entspannung zu handeln, muss man sich
zuerst vorbereiten. Um aus dem Zustand der Einspannung zu agieren, muss man entspannen. Aus dem
Zustand der Bereitschaft handelnd, werden wir nur genau so viel Energie verbrauchen, wie nötig ist.

Übung „Moment der Kunstfertigkeit hervorrufen“ (Ich selbst habe diese Übung bei einem
Feuerlaufseminar kennengelernt.)

Ziel: Erzeugung des Moments im anderen Kontext. Diese Übung solltest Du in einer für dich
komfortablen Atmosphäre machen, da, wo Du Dich sicher und entspannt fühlst und wo man Dich nicht
stört. Am besten alleine zu Hause. Du brauchst eine Tätigkeit, die Du sehr GERNE ausführst und die Du
richtig GUT machst! Es ist völlig unwichtig, was das ist, ob programmieren mit C++, Fahrrad reparieren,
Malen oder Stickerei. Wichtig ist, dass es Deine Lieblingsbeschäftigung ist, die Du sehr gut und ordentlich
machst. Probiere festzustellen, wenn Du Deine Tätigkeit ausübst, ob sich irgendeiner oder alle der fünf
Punkte bemerkbar machen.

Erinnere Dich an diese Tätigkeit, an das letzte Mal, als Du es gemacht hast, konzentriere deine
Aufmerksamkeit... wie stellst du es Dir vor. Lass Dir genug Zeit dafür. Führe es Dir deutlich vor Augen.
Erinnere Dich an alles, an jede Kleinigkeit, wie ist es? Erinnere Dich, mit welcher Begeisterung und
Konzentration Du es ausführst. Was empfindest Du…?

Danach stell Dir die Situation / den Kontext vor, in der Du einen ähnlichen Zustand erreichen
möchtest. Es kann alles sein, zum Beispiel das Ansprechen der Frauen auf der Straße.

Jetzt musst Du Dir gleichzeitig zwei Bilder vorstellen. Auf dem einen davon machst Du deine
meisterhafte Tätigkeit, und auf dem anderen - das Ansprechen der Frauen auf der Straße. Wichtig:
Bild mit der neuen Situation (Ansprechen der Frauen) sollte sich rechts befinden, und das Bild mit dem
meisterhaftem Zustand links! (Wenn Du Linkshänder bist, vertausche die Bilder.)

Danach konzentriere Deine Aufmerksamkeit auf die Unterschiede zwischen diesen Bildern. Zum
Beispiel: „Meister“-Bild kann bei Dir hell und deutlich sein, aber das Bild mit dem Ansprechen der Frau
dunkler, unschärfer oder verschwommener. Außer der Helligkeit können es auch alle andere Parameter
sein: Kontrast, Farblichkeit, Lautstärke, Entfernung – alles was du empfindest!

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Nächster Schritt (schenk diesem Schritt die meiste Konzentration):
Du musst das neue Bild (Ansprechen der Frau) mit all seinen Eigenschaften genau so machen
wie das „Meister“-Bild. Stell dir gedanklich vor, wie Du mit einem Zauberstift die Helligkeit, Entfernung,
Lautstärke, Kontrast usw. in deinem neuen Bild veränderst. Mache es so lange, bis das Empfinden der
beiden Bilder gleich wird.

Wenn Du fertig bist, stelle Dir vor, wie Du Frauen ansprichst und wie eure Bekanntschaft sich weiter
entwickelt. Bemerke: Ist es angenehm für dich? Wenn alles ok ist, dann geh auf die Straße und lerne
Frauen kennen in einem Zustand, der sehr Deinem meisterhaften ähnelt. Für diese Aufgabe hast Du 30
Minuten Zeit. Es ist so, dass nicht bei jedem diese Übung sofort das nötige Ergebnis erzielt. Wenn Du
ein Mädchen ansprichst und Du merkst, es ist irgendwie nicht so, dann musst Du diese Übung noch
einmal wiederholen, solange bis Dein Zustand im Moment der Kunstfertigkeit dem Zustand, in dem Du
die Frauen ansprichst, sehr ähnelt. Drei, vier Mal wird meistens ausreichen.

Genieße diesen Zustand bewusst und falls nötig, korrigiere ihn ;=)

Viel Erfolg!
VITAL

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Empathie
Windddancer

Empathie gehört zu den sog. soft-skills und macht einen Teil des EQ (Emotional-Quotienten, ein Begriff,
den der Autor Daniel Golemann geprägt hat) aus. Mit Empathie erweiterst Du deine Kommunikations-
Fähigkeiten ganz entscheidend. Noch bevor der Mensch die ersten Laute und schließlich Sprachen
entwickelte um sich zu verständigen, kommunizierte er durch Körpersprache, Mimik und Gestik. Bis
heute haben wir das nicht abgelegt. Es steckt immer noch in uns und ob wir wollen oder nicht - wir teilen
uns dadurch mit. Vor, während, nach und auch ohne verbale Kommunikation. Selbst wenn Du noch kein
Wort mit einer Frau gewechselt hast, kannst Du als aufmerksamer Beobachter bereits einiges über ihre
Befindlichkeit herauslesen. Doch das erfordert Übung. Hier gleich eine Interessante, die Du mit einem
Freund, einem Wing oder auch mit einem Pivot oder einer weiblichen Freundin üben kannst:

Übung 1: Gedankenlesen

Setze Dich entspannt und bequem hin. Dein/e Parter/In sitzt Dir gegenüber. Eure Knie berühren sich
fast. Ihr solltet maximal so weit auseinander sitzen, dass Ihr euch ganz bequem an den Händen festhalten
könnt, oder Eure Handflächen sich berühren. Du beginnst jetzt damit, einfache Fragen zu stellen, auf die
Du die Antwort bereits kennst. Z.B. „Du heißt Nadine“, „Du bist eine Frau“, „Du hast blonde, lange Haare“.
„Du isst gerne Sauerkraut“ etc… Dein Übungspartner hat die Aufgabe, Dir nur durch seine Mimik „Ja“
oder „Nein“ Reaktionen zu zeigen. Anfangs kann das ruhig ein wenig übertrieben werden. Im Laufe der
Übung sollten die Reaktionen immer weiter zurückgenommen werden, bis sie ohne Übertreibung gezeigt
werden. Die Richtigkeit der Antworten wird immer wieder überprüft. Deine Aufgabe ist es jetzt, auf all die
kleinen Reaktionen zu achten, wenn ein „Nein“ kommt. Das könnte z.B. folgendes sein:

Ein leichtes Kopfschütteln, das Zucken der Oberlippe oder der Mundwinkel, eine leichte Bewegung
der Nasenflügel, eine schnelle Augenbewegung, ein leichtes Stirnrunzeln, ein kurzes Atem anhalten, eine
ganz leichte Bewegung der Finger, die Veränderung der Hautfarbe (blasser oder röter) oder der Atmung,
Schwitzen der Handflächen. Jeder Mensch hat eine Reihe von ganz speziellen Reaktionsmustern, die ein
„Nein“ oder „Ja“ signalisieren, ohne dass er dazu ein Wort sagen muss.

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Sobald Du der Meinung bist, dass Du die Reaktionen nun sicherer deuten kannst, geh auf die nächste
Stufe und stelle nun Fragen, deren Antwort Du nicht kennst. Die Fragen sollten aber noch immer eindeutig
mit JA oder NEIN zu beantworten sein. Du wirst dabei auch feststellen, dass Dein Partner sich manchmal
nicht sicher ist mit seiner Antwort. In diesem Fall wirst Du andere Signale erhalten. Zögern, Unsicherheit,
Verwirrung, eine Mischung unterschiedlicher Signale die rasch wechseln. Achte auch auf diese.

Nach etwa 15-20 Minuten wird gewechselt, dann ist der/die andere an der Reihe Dich mit Fragen
zu löchern. Diese kleine Übung eignet sich auch hervorragend, den anderen besser kennen zu lernen
(vor allem, wenn Du im Laufe der Übungen ein paar lustige und originelle Fragen einstreust). Daraus
lässt sich leicht ein kleines DHV in der Approach Phase des Isolierens und Comfort Herstellens machen.
C+f und Kino ergeben sich damit ganz von selbst. Für den Anfang ist es sinnvoll, dass Du dir dazu eine
ruhigere Umgebung aussuchst. Wenn Du bereits etwas geübter darin bist, kannst Du das natürlich auch
in einem Lokal oder an einem öffentlichen Ort versuchen. Ein lauter Club ist dafür allerdings definitiv nicht
geeignet.

OK, wenn Du alles richtig gemacht hast bist Du im Laufe der Zeit ein kleiner Gedankenleser
geworden. Du verblüffst damit HB`s und Freunde, wenn Du willst. Bereit für die nächste Übung?

Übung 2: Lüge oder Wahrheit?

Jetzt wird`s knifflig. Schau Dir im Fernsehen politische Diskussionen oder längere Interviews
an. Beobachte dabei - wie Du es bereits geübt hast (allerdings musst du diesmal ohne Händchen
halten auskommen) den Politiker oder Hollywoodstar bei seinen Aussagen und finde heraus, wann er
tatsächlich hinter seiner Aussage steht, wann er sich unwohl fühlt oder ausweicht und wann er definitiv
lügt, indem er unstimmige Signale sendet mit seiner Mimik. Die Übung lässt sich leicht während des
Tages unterbringen und Du verbesserst damit Deine Wahrnehmung und Empathie wieder um einen
großes Stück. Regelmäßige Übung vorausgesetzt wirst Du so in den meisten Fällen fähig sein nach
wenigen Sekunden mit großer Sicherheit sagen zu können, ob Dein Gegenüber lügt oder nicht.

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Übung 3: Die Bedürfnisse der Anderen

Mit dieser Übung erreichen wir langsam die Oberliga der Wahrnehmung und Empathie. Geh hinaus
- in Cafés, Restaurants, Kinos, öffentliche Verkehrsmittel - wo auch immer - und beobachte Menschen in
ihrem Verhalten. Schau Dir an, wie Pärchen miteinander umgehen. Haben sie oft Körperkontakt? Strahlen
sie sich gegenseitig an? Gestikulieren sie lebhaft? Spiegeln sie sich in ihrer Körpersprache? Machen sie
einen offenen und aufmerksamen Eindruck? Oder schaut der eine weg, während der andere spricht?
Sind die Bewegungen unsynchron? Will jemand etwas sagen, traut sich aber im letzten Moment doch
nicht? Woran erkennst Du dass jemand traurig, nachdenklich oder müde ist?

Vielleicht denkst Du dir jetzt - ein Buch über Körpersprache und soziales Verhalten und
Gruppendynamik wäre jetzt ganz gut.

Vergiss es.

Theorie und gestellte Fotos können Dir nie das vermitteln, was Du in der Praxis unter Menschen
lernen kannst. Geh raus unter Menschen!

Wenn Du dich darin übst, andere wahrzunehmen, wirst Du nicht nur Selbstsicherer werden, sondern
auch nicht mehr Gefahr laufen zu schnell in ein Fettnäpfchen zu treten. Natürlich gehört es auch dazu,
Fehler zu machen, sich zu verschätzen und mehr als einmal überrascht von der Reaktion des anderen
zu sein. Wichtig ist nur - trenne Beobachtung und Interpretation.

Verbunden mit etwas Kombinationsgabe und einem charmanten Auftreten wirst Du eines Tages
auf die feinen Signale deiner Begleitung ganz unbewusst mit solcher Geschwindigkeit und Sicherheit
reagieren können, dass den HB`s (und auch anderen Menschen) schlicht der Mund offen stehen bleibt.
Wenn Du damit zu unheimlich wirst, solltest Du vielleicht wieder ein-zwei Gänge zurückschalten, wenn
es um das Demonstrieren deiner Empathie geht. Auf jeden Fall geht von Empathie eine unheimliche
Attraction aus. Natürlich nur, wenn Du selbstsicher darin bist - nicht der AFC-artige Versuch der Frau auf
dem Podest jeden Wunsch von den Lippen abzulesen.

Eine kurze Szene die überall passieren könnte...

Du betrittst mit einem HB eine Pizzeria. Ihr seht Euch nach freien Plätzen um. Ein kürzes Zögern
verrät Dir, dass sie gerne einen Fensterplatz hätte. Du führst sie dort hin.

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PUA „Hier, ein Fensterplatz. Das fühlt sich gut an, oder?.“
HB: „Ja, danke.“

Ihr setzt euch. Du weißt, dass sie gerne Salamipizza isst und achtest auf ihre Reaktion, wo ihre
Blicke auf der Speisekarte hängen bleiben.
PUA: „ Ich nehme Spaghetti Carbonara. Eine Salamipizza mit Mais für dich?“
HB: (etwas verblüfft) „Ja, das wollte ich gerade bestellen.“

Als Ihr so sitzt, Euch angeregt unterhaltet und an Euren Drinks nippt, wird sie langsam immer
unruhiger, rutscht auf ihrem Platz hin und her. Du hast inzwischen herausgefunden, dass es die
typischen Zeichen dafür sind, dass sie auf die Toilette muss.

PUA:“Geh erst einmal in Ruhe auf die Toilette. Ich passe so lange auf deinen Platz auf.“
HB: (noch mehr erstaunt) „Ok, bin gleich wieder da!“

Usw… Das Beispiel ließe sich beliebig lange fortsetzen. Es soll Dir hier nur einen allgemeinen
Eindruck vermitteln. Empathie hilft Dir auch sehr gut dabei herauszufinden, wenn dem anderen etwas
auf dem Herzen liegt, er aber nicht so recht weiß wie (und ob) er es sagen soll. Hier kannst Du behutsam
ein Gespräch einleiten und die richtigen Worte finden. Der andere öffnet sich leichter und Frust oder
Mißverständnisse werden damit entschärft.

Empathie bereitet den Weg dazu, dass sich die Frau in Deiner Nähe wohl fühlt. Das ist eine Form
von Cold Reading, nur dass Du nicht ins Blaue hinein rätst, sondern es tatsächlicher Wahrnehmung
entspricht. So etwas macht unheimlich anziehend! Gelebte Empathie ist nichts anderes als ein Ausdruck
von Respekt. Du reagierst auf dein Gegenüber so, dass Du es damit wertschätzt. Du nimmst Bedürfnisse
vorweg und das sagt der Frau „Er nimmt mich wahr, er spürt, wie es mir geht und womit ich mich wohl
fühle. Er macht sich Gedanken um meine Bedürfnisse. Das fühlt sich ausgesprochen angenehm an. So
etwas hat noch nie ein Mann in diesem Ausmaß gemacht.“ Damit steigt Dein Wert. Es ist ein starker DHV,
ohne dass Du auch nur eine Geschichte erzählen musst.

Um die Wirkung zu verstehen brauchst Du dich nur in die umgekehrte Situation versetzen. Wenn die
Frau, mit der Du Zeit verbringst empathisch auf dich reagiert.

Sie bestellt meinen Lieblingsdrink „WOW, sie hat sich gemerkt was ich gerne trinke“.
Sie streichelt oder massiert mich an meinen angenehmsten Stellen, genau wie ich es mag „WOW,
sie geht auf mich ein, das fühlt sich gut an“.

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Sie überrascht mich in scharfen Dessous „WOW, sie hat sich gemerkt was mir gefällt, als wir das
letzte mal darüber gesprochen haben und setzt es um“.
Sie hört mir zu und baut mich auf, indem sie sanft auf mich eingeht und meine Stärken herausstreicht
„WOW, sie verbreitet gute Stimmung und baut mich auf!“.

Je mehr dieser „WOW`s!“ - umso mehr Attraction, und umso mehr möchten wir die Nähe des
Anderen genießen. Das ist bei Männern und Frauen gleich, nur die Bereiche die uns hier von Bedeutung
sind, weichen teilweise voneinander ab.

Mit Empathie auf eine Frau zu reagieren stellt den anderen auf eine Art und Weise in den Mittelpunkt,
wo er sich leicht geborgen fühlen kann. Menschen streben von Natur aus nach einem Ausgleich. Eine
Frau, der du derartig begegnest und die Du Empathisch behandelst, wird normalerweise ihrerseits
empathisch alles tun, um einen Ausgleich zu schaffen - also Dinge die sich für Dich sehr angenehm
anfühlen, Dir wichtig sind und bei denen Du dich wohl fühlst. In allen Bereichen Eurer Begegnung. Was
das bedetet muss ich hier nicht im Detail ausführen, Ihr könnt es Euch vorstellen.

Empathie ist keine Zauberkunst. Wir alle sind mehr oder weniger empathisch, sonst wäre ein erfolgreiches
Zusammenleben in welcher Gemeinschaft auch immer - unmöglich. Menschen, die über ein sehr hohes
Maß an Empathie verfügen, weisen meist eine oder mehrere der folgenden Eingenschaften auf:

• können sich gut in andere Menschen hineinversetzen und ihre Perspektive einnehmen, ohne
diese gleich zu bewerten.
• lernen die vielen Nuancen der Körpersprache und der Stimme zu erkennen und richtig
einzuschätzen.
• sind überdurchschnittlich sensibel und schaffen es, eine ev. Ich-bezogene Sensibilität in eine
feine Wahrnehmung nach außen umzuwandeln
• können sich gut an den Rhythmus und die Stimmungen anderer Menschen anpassen (Rapport
herstellen)
• erkennen leicht die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen (egal ob emotionale, physische,
intellektuelle,...) und gehen auf diese ein

Wenn Du es schaffst Deine Beobachtung so zu perfektionieren wie etwa Milton Eriksson, dann ist
es Dir auch möglich Gedanken, Beweggründe, Motivationen und Emotionen anderer Leute fast jederzeit
korrekt wiederzugeben, ohne dass diese auch nur ein Wort sagen müssen. Oder wie z.B. Thorsten
Havener, der damit öffentlich auftritt und (unter anderem) durch die genaue Beobachtung von Mimik und
Augenbewegungen genau sagen kann, an welchen Namen eine Frau gerade gedacht hat.

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Doch Empathie ist mehr als Kalibrierung. Auf den ersten Blick mag es vielleicht so aussehen, wirst
Du sagen, doch Kalibrierung bedeutet die Intensität der eigenen Reaktionen auf andere abzustimmen.
Es bedeutet ein regeln und anpassen auf die jeweiligen Erfordernisse. Erfolgreiche Empathie ist nicht
nur passive Anpassung. Es ist auch aktives Tun. Ja, in Empathie steckt sogar mehr Führungsqualität
als Du vielleicht annimmst. Sie ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, doch indem Du empathisch
auf andere Menschen reagieren kannst, führst Du. Menschen kommen zu Dir, weil sie sich verstanden
fühlen. Weil sie spüren und erfahren, dass Du sie mehr als die meisten anderen Menschen wahrnimmst.
Jeder möchte gerne wahrgenommen werden.

Empathie geht noch einen Schritt weiter als das Kalibrieren. Es enthält eine Mischung aus
Beobachtung, Erfahrung, Kombinationsgabe, Menschenkenntnis und schließlich ein Bauchgefühl, dem
Du nachgibst. Am Anfang passiert es wahrscheinlich vorwiegend aus dem Kopf heraus, doch später wird
es ein Gefühl, auf das Du dich einlässt. Du spürst die Stimmung in einem Raum und wirst Dir bewusst,
wie deine Handlungen das Klima darin beeinflussen können und werden. Wie Du ein Teil davon bist. Ob
die Stimmung ruhiger wird, oder hektischer, ob gute Laune, Hektik oder Traurigkeit vorherrschen soll und
wie Du mit den von den Anderen gesendeten Botschaften umgehen kannst und willst.

Was passiert wenn`s klappt?

Dumme Frage, oder? Ich WILL ja, dass es funktioniert, dass ich viel empathischer werde! Doch das
verändert einiges. Denn mit erhöhter Empathie nimmst Du auch viel mehr wahr. „Wo liegt das Problem?“
wirst Du jetzt vielleicht fragen. Deine Wahlmöglichkeiten vergrößern sich. Menschen öffnen sich und
Du nimmst das war. Das fühlt sich nicht immer angenehm an. Wo Du vielleicht bisher nicht darüber
nachdenken musstest wie Du mit einer Situation umgehst, kommen jetzt viel mehr Informationen durch
Deine feinere Wahrnehmung herein. Plötzlich sind mehr Dinge zu entscheiden. Das kann Dir schon
mal ganz schön zu schaffen machen und die Frage „Wie soll ich mich jetzt weiter auf diese Person
einlassen?“ mit all ihren Konsequenzen wird Dich sicher öfter beschäftigen als vorher.

Früher hättest du vielleicht den Club einfach verlassen, doch jetzt entschließt du Dich vielleicht,
noch einmal umzukehren und dem Mann oder der Frau in der Ecke zu helfen aus ihrem Stimmungstief
rauszukommen, bevor sie sich sinnlos betrinken oder an schlimmeres denken.

Ein hohes Maß an Empathie kann die intimsten Dinge zum Vorschein bringen. Darüber zu sprechen
- oder sie auch nur zu erkennen - ist nicht immer angenehm. Es kann für den anderen ziemlich peinlich
werden. Du wirst Dinge erfahren (und fühlen), die dich berühren werden. Du wirst lernen müssen Dich
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bewusst abzugrenzen. Und Du wirst Dir immer wieder mal eingestehen müssen, dass Du dem/der
Anderen nicht helfen kannst. Das kann hart sein. Ein Mensch, der sich von Dir durchschaut fühlt, kann
auch spontan Angst bekommen und das Weite suchen.
Das sind nur ein paar Punkte, die Du mit einem mehr an Empathie auch in Kauf nehmen musst. Es
soll Dir nur zeigen, dass eine feinere Wahrmehmung auch ihre Schattenseiten haben kann. Doch auch
daran kannst du wachsen und Erfahrungen sammeln. Sieh es als Herausforderung. Es lohnt sich auf
jeden Fall.

Empathie kann Dir eine unglaubliche Welt im Miteinander eröffnen. Öffne die Türe - und tritt ein.
Winddancer

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Get a second life – get a Frame
WhiteGekko

In diesem Beitrag möchte ich Euch eine sehr mächtige Waffe des PU vorstellen: Der Frame. Wollen
wir uns erstmal ein paar Fragen stellen, die wir anschließend beleuchten und verstehen wollen.

1. Was ist überhaupt ein Frame?


2. Was bringt mir ein Frame?
3. Wie finde ich den perfekten Frame für die richtige Situation?
4. Welche Frames passen zu mir und wie finde ich den passenden?

Was ist überhaupt ein Frame?

Um es ganz simpel auszudrücken, ein Frame ist wie eine Rolle eines Schauspielers. Die Fähigkeit
bestimme Charaktereigenschaften anzunehmen und diese GLAUBWÜRDIG zu verkörpern. Dein ganzes
Leben ist eigentlich ein Frame, du wurdest so erzogen. Deshalb sehen und bewerten wir auch alle
Situationen unterschiedlich. Nachdem wir diesen recht überschaubaren Teil eines Frames geklärt haben,
beleuchten wir nun den Nutzen eines Frames.

Was bringt mir ein Frame?

Ein Frame gibt Dir die Möglichkeit in bestimmten Situationen so zu handeln, dass Du bei deinem
gegenüber gut ankommst. Du kannst ein Konsolenspielhasser sein, triffst Du nun aber eine Person,
die Konsolenspiele hasst, kannst Du mit Hilfe des richtigen Frames mit ihm Kommunizieren. Ich höre
innerlich schon die Proteste wie: „Warum soll ich jemandem was vormachen? Sollte ich nicht meine
Meinung vertreten?“ Ganz richtig, das solltet ihr. ABER es gibt Situationen im Leben, wo man so einfach
viel besser fährt und sich keine Türen schließt.

Übertragen wir das Ganze nun mal auf PickUp. Eine typische Situation, wo man in einen Frame eintauchen
kann, wäre beispielsweise, dass du ein HB triffst, das von kleinen AFCs belästigt wird. Sie wird in Blocklaune
sein. Eine sehr mächtige Waffe wäre der –von mir sehr beliebte- Schwulen-Frame. Sie muss nicht denken
„Nicht schon wieder so eine Nervensäge.“ Wir überspringen direkt alle Blockaden und können unser geniales
Game fahren. Also sollten wir am besten Frames einsetzen, wenn wir daraus Vorteile für uns ziehen. Sei es
eine vertiefte Konversation oder doch einfach um Blockaden zu lösen und an die Person herankommen.

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Wie finde ich den perfekten Frame für die richtige Situation?

Ein wohl sehr schwerer Teil der Framebildung. Das Erste, was wir uns überlegen sollten: Was erwartet
mein Gegenüber? Stellen wir uns nun ein einfaches Szenario vor. Du wurdest zum Geschäftsessen
eingeladen. Dein Gegenüber ist begeisterter Zigarrenraucher. Erzähl ihm beispielsweise von deinem
letzen Kuba-Urlaub, wo du in einer Zigarrenfabrik sehen konntest, wie die Frauen Zigarren gerollte haben.
Und dass es doch große Kunst ist, weil du dich beim anschließenden Ausprobieren total ungeschickt
angestellt hast. Das ist Wissen, das jeder kennt, kein Fachwissen. Aber du zeigst deinem Gegenüber
Interesse an seiner Leidenschaft und kommst so auf eine gute Verhandlungsebene. Wenn du dich mit IHM
und gleichzeitig noch seinem Hobby beschäftigt hast, kannst du deine anschließenden Verhandlungen
nur optimieren, es wird leichter fallen.

Diese Situation finden wir überall wieder. Sei es in der Schule im Kunstunterricht. Du, der schlechteste
Zeichner überhaupt, punktest bei deiner Lehrerin durch Idiotenwissen und Interesse. Merken wir uns
also: Wir sollten über alles ein bisschen wissen. Wenn man im Leben aufmerksam beobachtet und zuhört,
findet man zu jeder Situation ein gewisses Wissen, mit dem man punkten kann. Spiel es doch einfach mal
selber mit dir durch. Mit wem hattest du eine bessere Zeit: Jemand, der gesagt hat „Puh, damit kenn ich
mich nicht aus, lass uns mal das Thema wechseln.“ oder jemand, der gesagt hat „Interessantes Thema,
leider kenne ich mich damit nicht so gut aus, aber …“

Gib was von dir Preis, lass dich auf deinen Gegenüber ein und staune, wie einfach du auf einmal
Zugang zu Menschen bekommst.

Welche Frames passen zu mir und wie finde ich den passenden?

Du kannst zu jeder Zeit jeden Frame benutzen. Das hört sich einfach an, ist aber eine große Kunst.
Wenn du es nicht glaubwürdig verkörpern kannst, dann lass es lieber. Aber man kann lernen wie man zu
jeder Zeit den perfekten Frame anwenden kann. Wir müssen uns mit unserer Umgebung beschäftigen,
zuhören und lernen wollen. Es wird oft Situation geben, wo wir sagen werden: „Wie langweilig, das
interessiert mich doch gar nicht, ich schalte jetzt mal ab.“

Wem geht das nicht oft so, gerade als Schüler oder Student sollte das ganze ausgeprägt sein. Aber
selbst der langweiligste Dreck kann uns irgendwann im Leben mal als Frame dienen. Aber kommen wir
zu der wichtigsten Frage im Moment: „Welchen Frame kann ich schon anwenden?“

Dies würde wohl mehrere hundert Seiten füllen. Um uns das zu ersparen, sollten wir uns einen Zettel
und Stift nehmen und einmal aufschreiben, über was wir Ahnung haben, über was wir wenig Ahnung
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haben und über was wir keine Ahnung haben. Alles was nun in der Spalte „Das weiß/kann ich“ steht, ist
für dich ein „perfekter“ Frame. Alles aus der Spalte „Das weiß/kann ich ein wenig“ kannst du als Frame
benutzen, bei dem du nicht zu hoch pokern solltest. Dann doch mal lieber sagen „Keine Ahnung, aber
erzähl mir etwas darüber.“

Die Spalte „Das weiß/kann ich gar nicht“ sollte uns langweilige Tage versüßen. Ein Frame ist nun
mittlerweile nichts anderes mehr als dein Wissen anzuwenden.

Der Frame im PickUp

Darauf habt Ihr jetzt lange genug gewartet. Und hier ist er nun der Guide für Frames in Bezug auf
PickUp: Das oben Erlernte bleibt. Wir müssen wissen, was wir tun. Aber sehen wir nun das Ganze als
eine Art Spiel an. Wir können die lustigsten Charaktere nachahmen und umsetzen und haben so ein sehr
spannendes und garantiert nicht langweilig werdendes Set.

Überlegen wir uns mal ein paar:

Mein Liebling: Der Schwulen-Frame, dafür solltest du dich ein bisschen mit Schwulen befassen und
vielleicht auch mal in eine Schwulen-Kneipe gehen.

Das Alien, das weit angereist ist, um seine Spezies auf der Erde zu verbreiten.

Die Welt der Charaktere steht dir offen. Beschäftige dich damit und bring sie wie ein Schauspieler
rüber. Ein Film mit guten Schauspielern kann nicht langweilig werden ….

WhiteGekko

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Ode an das Direct Game
WhiteVelvet

Es wird immer wieder behauptet, dass Indirect Game leichter sei und die meisten fangen unter
anderem deshalb damit und mit der Mystery Method an. Ich sehe das anders, das Gegenteil ist der Fall.
Indirect ist schwerer.

Beim Indirect Game öffnet Ihr mit irgendetwas Beliebigem, wie: „Wascht ihr euch vor oder nach der
Toilette die Hände?“ Ihr fragt die Ladys um ihre Meinung zu dem Thema und gebt Euch DESINTERESSIERT,
angeblich geht es Euch um das Thema. Irgendwann ist das Thema des Openers dann ausgelutscht und
nun fangen die Probleme an: Ihr müsst eine stabile Kommunikationslinie aufbauen, das Set halten und
drehen. Drehen insofern, als dass Ihr auf einmal doch INTERESSE an den Ladys habt und nicht an dem
Thema. Ginge es Euch nur um das Thema, wärt Ihr sofort danach ejected, denn das Thema ist ja nun
geklärt. Dieses Drehen, von irgendeinem allgemeinen Kram, auf eine persönliche Ebene zu kommen, ist
nicht ohne und für den Anfänger oft nicht machbar, weshalb er damit anfangs verdammt oft raus fliegt.

Beim Direct Game habt Ihr dieses Problem nicht. Ihr zeigt von vornherein Interesse an und spart
Euch das immer gleiche Gelaber über irgendetwas, was Euch nicht wirklich interessiert. Ihr geht mit
irgendeiner beiläufigen Bemerkung oder einem einfachen „Hi“ rein, stellt Euch kurz vor, wechselt sofort
auf ein persönliches Thema und seid mittendrin.

Das Problem hierbei ist, dass die meisten schlicht und ergreifend Angst haben, Frauen so direkt
anzusprechen und irgendwelche Ausreden erfinden. Grow some fucking balls! Tretet Euch selbst in den
Allerwertesten und macht es einfach! Ein anderer Grund, ist dass man am Anfang einfach unsicher ist
und nicht weiß was man sagen soll, die ganze Situation ist neu und ungewohnt. Das Indirect Game gibt
Euch dafür mit einfachen Openern und Routinen eine Struktur an die Hand, einen roten Faden an dem Ihr
Euch entlang hangeln könnt. Man kann damit die Sets quasi einfach abarbeiten nach dem Motto “Fake
it until you make it!”.

Es ist wie mit dem Laufen lernen, eigentlich könnt Ihr noch nicht aufrecht gehen, dafür fehlt Euch
die Übung und Erfahrung, aber das Indirect Game gibt Euch mit seinen Openern und Routinen zwei
mächtige Krücken an die Hand. Damit könnt Ihr Euch nun Fortbewegen, aber es ist kein Gehen, es ist
viel mehr ein Humpeln. Ihr kommt damit vorwärts und Ihr könnt damit auch durchaus Erfolg haben und
mit der Zeit wird dies Gehen vielleicht flüssiger, aber es ist und bleibt ein Gehen an Krücken. Wenn

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Ihr wirklich gut werden wollt, dann müsst Ihr die Krücken weg werfen um dann frei zu gehen. Nun gut,
Ihr werdet zu Anfang oft Straucheln und auch einige Male Hinfallen, aber das gehört dazu. Wichtig ist,
dass Ihr jedes Mal wieder aufsteht. Ihr werdet sehen, von Mal zu Mal lauft Ihr besser ohne Krücken. Ihr
werdet auch sehen, dass Ihr auf Mal Sachen machen könnt, die mit Krücken gar nicht möglich waren,
Ihr könnt z.B. viel schneller laufen, rückwärts Gehen, Sprünge machen, Saltos vollführen etc. Erst ohne
diese Krücken seid Ihr frei und könnt Euren eigenen Stil entwickeln, der ganz genau zu Euch passt weil
er exakt auf Euch zugeschnitten ist.

Dies offenbart einen weiteren Vorteil des Direct Games. Beim Indirect Game versteckt Ihr Eure
Lücken und Schwächen hinter auswendig gelernten Routinen, Ihr gebt vor jemand zu sein, der Ihr gar
nicht seid und versteckt Euch hinter einer Maske. Das Problem dabei ist, dass Frauen einen sechsten
Sinn für so etwas haben, und Ihr Euch sehr schnell alleine wieder findet, wenn sie herausbekommt, dass
eigentlich gar nicht Ihr das seid, sondern dass das alles auswendig gelernt ist und Ihr quasi nach Skript
handelt. Ihr seid nix anderes als ein Schauspieler. Frauen wollen aber keine Schauspieler, sie wollen
eigenständige, selbst denkende und handelnde Männer, Ihr wollt doch auch keine Schauspielerinnen,
oder? Natürlich könnt Ihr damit Erfolg haben, wenn Ihr ein verdammt guter Schauspieler seid und sie
merkt es vielleicht gar nicht. Aber Ihr könnt diese Maske nicht ewig aufrecht erhalten.

Wenn Leute mit Indirect aus einem Set in hohem Bogen rausfliegen, dann sagen sie oft, es würde an
der Kalibration liegen oder aber sie haben den falschen Opener, die falsche Routine verwendet. Oft ist
die Wahrheit aber ganz einfach, dass die Frau gespürt hat, dass irgendetwas an Euch nicht echt ist, Ihr
Gefühl warnt sie, also zieht sie sich zurück. Wenn sie es schafft einen Blick hinter die Maske zu werfen,
dann wird sie feststellen, dass hinter der strahlenden Persönlichkeit nur ein kleiner, verängstigter Junge
steckt, der eine blendende Maske hochhält und sich dahinter versteckt. Aber sie will keinen kleinen
verängstigten Jungen, sie will einen Mann! Deshalb schaut sie sich ganz schnell nach einem anderen
um und nicht weil euer Opener schlecht war!

Was Ihr tun müsst ist, aufstehen, die Angst hinter Euch zu lassen, die Maske weg zu schmeißen und
es einfach zu tun. Vielleicht werdet Ihr damit anfangs weniger Erfolg haben und Euch oft auf die Nase
legen, aber die Frauen, denen Ihr gefallt, denen gefallt Ihr nicht, weil Ihr Mystery oder wen auch immer
perfekt spielen könnt, denen gefallt Ihr um Eurer selbst wegen. Denen gefallt Ihr, weil Ihr seid wie Ihr seid.
Das wiederum ist Balsam für Euer Inner Game und je länger Ihr Direct macht, werdet Ihr merken, dass Ihr
immer aufrechter und natürlicher geht. Ihr spielt die Persönlichkeit nicht mehr, Ihr seid sie und Ihr habt
dabei unendlich viele Möglichkeiten. Ihr habt nicht nur den Vorrat an auswendig gelernten Routinen, und
die Panik, dass Euch die Munition ausgehen könnte, nein eure Kreativität und Spontaneität schenken
Euch einen unendlichen Schatz an Möglichkeiten. Nutzt ihn! Schmeißt eure Krücken weg. Lernt selbst
zu gehen. Erst durch den Verzicht auf jede Technik werdet Ihr wirklich gut und das gibt Euch ungeahnte
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Möglichkeiten. Ihr könnt auch nicht mehr als PUA entlarvt werden, weil Ihr streng genommen keiner mehr
seid. Ihr seid ein interessanter, selbstbewusster Mann, der interessante, hübsche Frauen anspricht das
ist alles. Deshalb diese Ode an das Direct Game.

Ein anderes Problem des Direct Games, was aber auch zugleich ein starker DHV ist, dass Ihr die
Frauen mit Eurem sehr selbstsicheren Auftreten schockt, aber auch zugleich flasht. Sie unterhält sich
nichts ahnend mit ihrer Freundin und dann geht Ihr einfach auf sie zu, sprecht sie sofort an, dringt
in ihre Welt ein und zeigt Interesse an ihr. Das kennt sie nicht, das macht sonst einfach keiner. Und
alleine schon dadurch, dass Ihr das macht, zeigt Ihr, dass Ihr anders als die anderen Männer seid. Ihr
demonstriert Selbstbewusstsein und redet nicht nur davon. Man hat damit sofort Attraction. Ihr müsst sie
nur erst mal wieder von der Palme runterholen auf die sie vor Schreck gesprungen ist. Ihr müsst ihr den
Weg zurück in die Normalität, auf bekanntes Territorium zeigen. Dazu langt es meist, sich schlicht und
ergreifend vorzustellen (Euren Wing natürlich auch, wenn Ihr einen dabei habt...), jedem die Hand geben
und ne einfache Follow Up Question zu stellen wie:

„Und was macht ihr, wenn ihr nicht gerade feiert? Lass mich raten du studierst...mhm...BWL...Du
siehst so streng und zielstrebig aus...“

Sowas in der Art. Und dann kann man ganz normal weiter gamen. Das spart Zeit, erzeugt mehr
Attraction und ist ein größerer Adrenalinkick als Indirect. Ihr müsst nur den inneren Schweinehund in
Euch besiegen, das ist alles.

Das vorneweg, aber wie fängt man nun mit spontanen Openern an? Ich persönlich mache mich
zu Anfang erst mal warm. Dazu stürme ich auf die Tanzfläche, tanze eine Runde, hab Spaß, strahle
gute Laune aus, pushe mein State und suche mir dann ein Mädel aus, was in meine Richtung guckt am
Rande der Tanzfläche steht, aber nicht tanzt. Dann Blickkontakt, mit dem Finger locken, worauf meist
ein schüchternes Kopfschütteln kommt, dann hin und mit: „Bist du schüchtern?“ ansprechen. Bei „Nein“,
na klar, Hand nehmen und ab auf die Tanzfläche. Bei „Ja“ „Okay tanzen kannst du nicht, aber kannst du
wenigstens reden?“ Dann eine kurze Unterhaltung aufbauen und gut ist. Um Closes geht es dabei gar
nicht, es geht nur darum ein paar einfache Warm Up Sets zu machen.

Wer nicht tanzen kann / möchte etc. kann sich alternativ ein Mädel suchen, welches alleine irgendwo
rumsitzt oder steht und mit: „Und wer hat dich denn alleine gelassen?“ ansprechen. Die Wahrscheinlichkeit
zu fliegen ist verdammt hoch, aber darum geht´s nicht. Ein paar Körbe am Anfang motivieren mich nur
umso mehr.

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Wenn Ihr so um die 3 Sets gemacht habt und warm seid, dann geht Ihr einfach durch den Club und
sucht Euch ein Target und guckt, ob Euch an der irgendwas auffällt, irgendein besonderes Kleidungsstück,
Accessoire etc. Ich geb mal ein paar Beispiele, was mir in der Vergangenheit spontan eingefallen ist.

„Nen Kreuz... Glaubst du an Gott?“


„Hi, die Farbe deines Tops gefällt mir. Schlumpfenblau, in der Farbe hab ich gestern mein
Badezimmer gestrichen...“ (Hab ich wirklich...)
„Du guckst aber böse, beißt du?... Also ich wäre für Leinenpflicht...“
„Nen getigerter Schal. Wow, hast dazu auch den passenden Slip an?“ (nee hatte sie nicht, er war lila...)

Sowas in der Art. Ihr beobachtet etwas, geht hin, kommentiert es auf eine lustige Art und Weise,
stellt Euch vor und seid drin. Am Anfang reicht es sich aus sicherer Entfernung was zu suchen, einen
Opener zu überlegen und hin.

Aber eigentlich ist es viel besser und das mache ich, wenn Ihr ein Mädel seht, einfach drauf zu gehen,
OHNE irgendeinen Plan zu haben, was Ihr sagen werdet und Euch dann, während Ihr geht, den Opener
zu überlegen. Klingt freaky, hat aber eine Menge Vorteile, Ihr überlegt und zögert nicht, verliert keine Zeit
und trainiert unter Zeitdruck spontan zu sein. So entstehen meine Opener. Natürlich hab ich noch nen
paar Back Ups in der Hinterhand, falls mir wirklich mal gar nix einfallen sollte. Es gibt da z.B. immer noch
das gute alte: „Hi, ich bin... und du?“ Sooo lang der Bart, aber einfach gesellschaftlich akzeptiert.

Es ist normal, dass man damit anfangs recht häufig crasht. Aber das tun alle. Ging mir nicht anders.
Weiter üben. Was Ihr auf alle Fälle lassen solltet ist: „Hi, du siehst nett aus, ich will dich kennen lernen...“
Finde ich total bescheuert, hat bei mir NIE funktioniert und hey, meine Oma sieht nett aus... Wenn Ihr
schon Komplimente macht, dann nicht wegen ihres Aussehens, damit outet Ihr Euch als hirnloser Gaffer.
Wenn Ihr lobt, dann lobt sie für ihren Charakter, Geschmack, Kleidungsstil etc. Ala:

„Wow, wo hast du das Top her? Das ist das perfekte Geburtstagsgeschenk für meine kleine
Schwester, das MUSS ich haben.” Oder: „Wow, du hast echt Ausstrahlung, ehrlich...“

Ich hoffe, da waren nen paar kleine Inspirationen für Euch dabei.

Also probiert direct, seid spontan, habt Spaß und der Erfolg wird mit Euch sein. Und vergesst
Mystery... Erinnert Euch an Euch selbst und Eure Stärken und arbeitet daran.

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Kreative Game Items
Winddancer

Viele von Euch kennen das - Ihr fangt mit PU an, beschäftigt Euch mit Peacocking, um aus der
Masse der langweiligen Männer und der gesichtslosen Masse heraus zu stechen. Um den speziellen
Touch zu bekommen, den Hingucker. Peacocking soll ja Eure persönliche Individualität unterstreichen.

Hüte werden in der Community zum „must have“ ...und was passiert? Plötzlich laufen unzählige von
Euch los und kaufen sich einen Hut. Oder Gürtel mit Leuchtschrift. Und schon wieder übernehmen das
viele von Euch...oder rosarote Krawatten...oder oder oder...

Es ist nichts Schlimmes daran, sich von anderen inspirieren zu lassen. Das gibt uns oft den
entscheidenden Kick, um einmal etwas Neues auszuprobieren. Doch in die Fußstapfen anderer zu treten
hat natürlich auch seinen Preis. Denn es sind die Ideen anderer. Es muss nicht zu Dir passen und vor
allem - Du bist damit immer ein Nachahmer. Wenn Du dich von anderen Männern abheben willst, dann
wird es wichtig, dass Du irgendwann Deinen Weg gehst und Deinen Stil findest.

Peacocking bezieht sich im klassischen Sinn vorwiegend auf Kleidung oder Accessoires die Du
an dir trägst. Doch besondere Gegenstände mit einer eigenen Geschichte, Dinge die faszinieren,
überraschen oder zu denen Du auch noch eine kleine Geschichte kennst, können dir den gewissen
Touch verleihen. Sie heben Dich ab, auf eine subtilere Art.

Wie das gehen kann, dazu zwei einfache Beispiele. Eurer Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Schlendert durch Flohmärke oder geht einmal in besondere Geschäfte, nicht nur in Fashion Stores. Natürlich
bedeutet dass, dass Ihr euch auf die Suche begebt, dass ihr die vorgegebenen Pfade anderer PUA`s
verlasst und damit euren Stil findet. Dabei wird es euch helfen darüber nachzudenken, ob das Item das Ihr
in Zukunft verwenden wollt wirklich zu Euch und eurer Persönlichkeit passt. Ob Ihr auch dahinter stehen
könnt (Stichwort Kongruenz). Das weckt das Interesse und die Neugierde von Frauen. Die Faszination, die
nach der Begegnung mit Euch zurückbleibt - daran wird sich die Frau noch lange erinnern.

Also - klingt ja alles ganz schön und gut - aber was bitte soll das sein?

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Beispiel 1:

Eine tragbare Sonnenuhr. Äh...wie bitte? Davon gibt es unter anderem 2 Ausführungen im Internet,
die mir besonders gut gefallen.

Version 1

Version 2

Version 1, die mit wenigen Handgriffen „aktiviert“ werden muss, und Version 2, die sich auch als
besonderer Anhänger gut macht und Fragen provoziert. Beide z.B. zu finden unter http://www.ritterladen.
de/schmuck/sonnenuhren/ Beide laden gleich einmal zu jeder Menge Kino ein. Wie man diesen
Gegenstand ganz fließend in sein Game integrieren kann, dazu gleich etwas mehr. Erst einmal sind die
Dinger echte Hingucker/Schmuckstücke/Schlüsselanhänger und Gesprächsthemen.

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Die Sonnenuhr in Version 1 lässt sich leicht als Opener mit C+F kombinieren.

PUA: (im Club) „Sag mal, kannst du eigentlich schon die Uhr lesen?“
HB: „Na klar, was für eine blöde Frage!“ will auf ihre Armbanduhr schauen.
PUA: Legt sanft seine Hand über die Uhr an ihrem Handgelenk, noch bevor sie einen Blick darauf
werfen kann und schüttelt lächelnd den Kopf. „DAS wäre etwas zu einfach.“
HB: WTF?
PUA: Zieht die Sonnenuhr aus der Tasche, richtet sie ein, hebt sie vor sein Gesicht und konzentriert
sich. Er kneift die Augen zusammen und nickt schließlich wissend. „Weißt du was das ist?“
HB: „Keine Ahnung...“
PUA: „Das ist eine tragbare Sonnenuhr. Mit ihr kann ich jederzeit die genaue Zeit ermitteln.“ (Pause)
„Jetzt zum Beispiel ist es gerade 21.50 Uhr.

Wie lässt sich in so einem Fall ohne Sonne eigentlich wirklich die Uhrzeit bestimmen? Ganz einfach
- Du schaust kurz vorher unauffällig auf deine Uhr, merkst Dir die Zeit und zählst 2-3 Minuten dazu, je
nach Gefühl.

HB schaut auf ihre Uhr/Handy und ist erblüfft. „Stimmt genau, wie hast du das gemacht?“
PUA: „Das verrate ich Dir, wenn ich dich ein wenig besser kennengelernt habe.“

Falls Sie in der ganzen Aufregung logisch bleibt und den Einwand bringt, dass es ja eine Sonnenuhr
ist und sie daher gar nicht in der Nacht in einem geschlossenen Raum funktionieren kann kannst du
z.B. in verschwörerischem Unterton mit einem Augenzwinkern antworten „Man muss nur das Geheimnis
kennen“. Zugegeben, das zählt zu den etwas außergewöhnlichen Approaches und Openern. Aber
genau das soll es ja sein. Nachdem Du ein interessantes Gespräch mit ihr geführt hast (indem Du ihr die
Handhabung der Sonnenuhr erklärst wenn Du willst - Kino!) lüftest Du schließlich das „Geheimnis“:

PUA: „OK, pass jetzt genau auf!“


HB: guckt gespannt und amüsiert, weil du ja inzwischen schon eine Menge Rapport aufgebaut hast
PUA: Nimmt wieder die Sonnenuhr (Version1) in die Hand, stellt sie ein, hält sie hoch vor sein
Gesicht. Dann schaut er, wie beiläufig vor den Augen der HB auf seine eigene Armbanduhr, setzt wieder
seinen kritischen Blick auf als wäre nichts gewesen, starrt die Sonnenuhr an und verkündet „Hmmmm...
jetzt ist es 22.30!“
HB: „Hey, was zum...!?!“ Boxt dem PUA scherzhaft auf den Arm. Beide lachen.

NC, KC oder FC nicht ausgeschlossen.

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Beispiel 2:

Schon seit Jahren schreibe ich fast ausschließlich mit Kugelschreibern, aus praktischen und
beruflichen Gründen. Eine Folge davon - die eigene Handschrift wird schlampiger. Mehr Stil hat da ein
schöner Füller (die Dinger sind heutzutage schon rar geworden) Eines Tages bin ich auf diesen hier
gestoßen:

Er ist massiv gefertigt, schwer und hat ein außergewöhnliches Design. Seine Hülle besteht aus einem
chinesischen Drachen, der sich um das gesamte Schreibgerät windet. Das war es, was mich angesprochen
hat. Dazu sollte man wissen, dass der Drache im Osten als Glückssymbol gilt und als DER Ausdruck von
Kraft und Energie schlechthin. Also - abgesehen davon, dass mir der Füller sehr gut gefällt drückt er für
mich persönlich auch Kraft und Energie aus. Ich schreibe sehr gerne mit ihm in dem Bewusstsein, dass
die Worte und Sätze, die ich damit auf dem Papier hinterlasse stets kraftvoll sein werden.

Auch hier ergibt sich die Möglichkeit, etwas Hintergrundwissen zu erzählen und so interessante
Gespräche zu führen. Themen wie Chinesische Sternzeichen, Feng Shui oder andere Spirituelle Themen
wecken sowieso das Interesse vieler Frauen. Wenn es ein Ausdruck deiner Lebensart ist, präsentierst du
dich als eine Persönlichkeit mit Stil und Interessen, die nicht dem Mainstream entsprechen. Ach ja, teuer
war er auch nicht. Es ist kein Markenfüller. Das Schreibgerät hat mich 35 Euro gekostet. Ihr seht also -
auch coole, außergewöhnliche Items müssen nicht zwangsläufig teuer sein.

Das sind nur 2 einfache Beispiele, die dir zeigen sollen, wie Du einen besonderen Stil für dich leben
kannst. Der Bezug zum Game ergibt sich ganz von selbst. Sei Kreativ, trau dich etwas und halte deine
Augen für besondere Dinge im Alltag offen. Schlag neue Wege ein. Leben deinen Stil und die Frauen
werden zu schätzen wissen, dass Du nicht ein Mann von der „Stange“ bist.

Grüße,
Winddancer

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Die Stimme als Werkzeug des Verführers
WhiteVelvet

Ich denke jeder von Euch kennt diese Situation: Ihr seid im Club, seht dieses Mädchen und wollt sie
ansprechen, aber Ihr wisst nicht was Ihr sagen sollt. Hektische Frage an den Wing: „Ich brauch einen
Opener, nenn mir irgendeinen Opener!“, aber der ist genauso ratlos wie Ihr. Der Puls steigt auf 180. Ihr
seid so aufgeregt, dass Ihr Euch gar nicht mehr konzentrieren könnt und anstelle irgend etwas zu sagen,
sprecht Ihr sie gar nicht an, weil Euch kein verdammter Opener eingefallen ist. Ich denke kann sich in
einer derartigen Situation wiederfinden und hat dieses so oder so ähnlich in seinen Anfangstagen erlebt.

Irgendwann stellt Ihr fest, dass Opener vollkommen egal sind und Ihr mit allem das Set öffnen könnt.
Wenn mir ein Mädel gefällt, gehe ich sofort drauf zu, habe keinen Opener im Kopf und die drei Schritte
reichen, um mir spontan was einfallen zu lassen: „Hey schönes Top! Meine Schwester hat dasselbe. “,
oder sonst irgend etwas. Fällt mir nichts ein, reiche ich ihr einfach die Hand und sage: „Hi, ich bin...,
das neben mir ist der überaus charmante... und wer seid ihr?“. Follow up: „Und was macht ihr, wenn ihr
nicht gerade feiert? Lass mich raten, du studierst Lehramt, die Brille sieht so streng aus!“. Ich könnte
aber auch mit: „Hi, ich bin Mickey Maus und das ist mein Freund der überaus reizende Goofy. Und ihr
seid garantiert Mickey und Klarabella, oder?“ öffnen. Erstaunlicherweise ist der Effekt derselbe. Warum?
Warum fliege ich mit so einem Blödsinn nicht hochkantig raus? Nun das Geheimnis liegt nicht darin, WAS
ich sage, sondern WIE ich es sage.

Warum ist das so entscheidend? Ein ganz einfaches Beispiel, jemand sagt zu Euch schnell,
emotionslos und tonlos: „Ich liebe dich!“ Glaubt ihr ihm? Nein. Warum nicht?

Nun der verbale Inhalt dieser Worte ist tatsächlich: „Ich liebe dich!“, aber die Wahrheit sieht leider
ganz anders aus, denn jeder Mensch deutet den Inhalt der Worte darüber wie sie gesagt werden und
wie diese mit der Körpersprache koordiniert werden. Dies ist der nonverbale Teil einer Nachricht, er ist oft
der weitaus wichtigere. Interessanter Weise deuten wir einen Großteil davon unbewusst. Wir können oft
sagen, dass jemand lügt: Aber warum? „Das habe ich so im Gefühl.“, ist häufig die Antwort. Wie erwähnt,
ein Großteil davon wird unbewusst aufgenommen und entzieht sich damit der bewussten Wahrnehmung
und kann deshalb auch nicht bewusst abgeblockt werden. Hier liegt die große Chance des Verführers,
aber darauf gehe ich später noch genauer ein. Der gleiche Satz, von der gleichen Person, inbrünstig,
langsam, gefühlsvoll und von Herzen kommend hat eine ganz andere Wirkung.

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Ihr seht also, dass es sehr wichtig ist, WIE ihr etwas sagt. Ein Teil davon ist Gestik, Mimik und auch
Körpersprache, aber einen ganz gewaltigen Anteil daran hat eure Stimme: Ihr Klang, die Modulation, die
Art zu sprechen, die Betonung, die Pausen. Deshalb trainiert Eure Stimme. Achtet darauf, wie ihr etwas
sagt, beobachtet ihre Reaktion. Sprecht langsam, klar und deutlich, lasst bewusst Pausen um manche
Sachen zu unterstreichen, setzt Betonungen und achtet auf den Klang der Stimme.

Eine sehr gute Übung hierfür ist das Telefonieren. Ich weiß, die meisten Männer mögen nicht
telefonieren. Lernt es, zu lieben. Der Vorteil beim Telefonieren ist, dass es nichts gibt, was Euch ablenkt,
Ihr starrt nicht die ganze Zeit auf ihre prallen, überaus wohlgeformten AUGEN und schweift mit eurem
Blick ab oder wisst nicht wohin mit den Händen, nein, Ihr könnt einfach die Augen schließen und Euch
auf eure Stimme konzentrieren. Visualisiert Euch das, stellt es Euch vor, was Ihr ausstrahlen wollt, Ruhe,
Stärke, Kraft, Selbstvertrauen aber vor allem Vertrauen.

Leicht gesagt, schwer getan. Wie schafft man es nun konkret, Vertrauen auszustrahlen?

1. Eure Stimmung:

Achtet darauf, in was für einer Stimmung ihr Euch befindet. Seid Ihr unentspannt, verkrampft und/
oder aufgeregt? Gut, das ist bis zu einem gewissen Maß normal, aber bedenkt, dass Ihr dies auch
ausstrahlt. Das überträgt sich, wie ein Funken der überspringt, auf das Mädchen eurer Träume. Sie
merkt das, ganz egal ob sie Euch nun gegenüber steht oder Ihr durch den heißen Draht verbunden
seid. Deshalb bringt Euch in eine ruhige, entspannte, positive Stimmung. Freut Euch auf das Gespräch,
freut Euch auf das Mädchen, freut Euch auf die wunderschöne gemeinsame Zeit, die Ihr miteinander
verbringen werdet. Habt keine Zweifel, habt keine Furcht, denn das riecht sie 10 Meilen gegen den Wind.
Wozu Zweifel und Furcht? Was kann Euch denn passieren? Ist Euer Leben in Gefahr, Eure Existenz?
Nein! Na also. Ihr könnt nur gewinnen. Freut Euch auf den Gewinn. Es gibt verschiedenste Techniken,
Tricks und Methoden um ein solche entspannte Haltung zu erreichen. Gelingt Euch dies nicht aus dem
Stand, so verrate ich Euch hier einen uralten indischen Trick, die sogenannte Sonnenatmung. Dazu
nehmt Ihr Daumen und Zeigefinger der rechten Hand und drückt zuerst mit dem Daumen gegen den
rechten Nasenflügel, verschließt damit das rechte Nasenloch, atmet durch das linke tief ein, drückt
dann mit dem Zeigefinger gegen das linke Nasenloch und öffnet dabei mit dem Daumen das Rechte,
atmet durch das Rechte aus. Anschließend atmet ihr durch das rechte Nasenloch wieder ein, verschließt
dieses, öffnet das andere usw. Dies wiederholt Ihr in etwa zehn Mal und Ihr werdet merken, wie Ihr zur
Ruhe gekommen seid.

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2. Eure Körperhaltung:

Eure Körperhaltung beeinflusst euren Geist. Eine aufrechte, selbstbewusste Körperhaltung mit
aufrechtem Blick macht es Euch viel leichter auch selbstbewusst zu handeln und zu klingen, als eine
zusammengesunkene, verkrümmte, mit dem Blick den Boden gerichtete. Neben der psychischen gibt es
aber auch eine physische Komponente. Wenn ihr Euch aufrichtet, dann gebt ihr damit eurem Zwerchfell
die Möglichkeit, seine Kapazitäten ganz zu entfalten und eurer Stimme damit sehr viel mehr Druck und
Kraft zu geben. Das ist übrigens auch der Grund warum Sänger bei Auftritten immer stehen. Allerdings
muss diese Haltung für Euch auch entspannt sein, sprich nicht stramm stehen mit dem Hörer in Hab-
Acht-Stellung am Ohr, sondern locker, aber aufrecht und selbstbewusst. Entspannt Euch aber, habt
trotzdem eine Körperspannung. Am Besten, Ihr setzt Euch aufrecht hin und lümmelt Euch nicht in einen
Sessel. Gut, ich persönlich habe da noch eine ganz andere Marotte, ich telefoniere am liebsten in der
Badewanne, kein Scherz. Da bin ich herrlich entspannt, habe Zeit und bin total locker und ruhig sowieso.
Im übrigen ist es eine sehr intime und damit vertrauensweckende Situation. Auch wenn sie nicht weiß, wo
ich bin, meine Stimmung wird sich auf sie übertragen. Gut, für Dates ist das etwas ungeeignet. Obwohl?
Das wäre doch mal ein Anfang.

3. Euer Gesicht:

Ein Lächeln steckt an, niemand kann einem Lächeln widerstehen und nicht zurücklächeln.
Spätestens, dann wenn ihr es eine Minute haltet, werdet ihr eine positive Reaktion bekommen, probiert es
mal. Ein Lächeln steckt an, genau wie ein Lachen, es verbreitet Sympathie und öffnet Herzen. Es ist die
kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen. Das unglaubliche daran ist, es funktioniert auch, wenn
sie euch nicht sieht. Sie merkt es, warum auch immer, also lächelt, als ob ihr Werbung für ein Waschmittel
machen müsstet. Übrigens, ihr macht auch Werbung, Werbung für Euch.

4. Eure Bewegungen

Achtet auf Eure Bewegungen. Bewegt ihr Euch schnell und hektisch, so bekommt auch Eure
Stimme einen hektischen Klang. Mit hektischen Bewegungen verscheucht Ihr das Wild. Bewegt ihr Euch
hingegen ruhig und bedacht, so ist auch Eure Stimme ruhig und bedacht und vertrauenserweckend.

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5. Der Klang eurer Stimme, Stimmführung

Auch den Klang Eurer Stimme könnt Ihr beeinflussen. Jeder Mensch kann seine Stimme ganz anders
klingen lassen, nichts anderes machen auch Schauspieler. Mit etwas Übung könnt Ihr dies auch. Überlegt
Euch wie eine ruhige, vertrauenserweckende Stimme klingen soll und übt in dieser zu sprechen, so wie
ein Schauspieler, der eine Rolle übt. Allerdings: Ihr bleibt dabei Ihr selbst, Ihr benutzt nur eine andere
Stimme! Ich selbst habe einen sehr tiefen, warmen Bass, wenn meine Stimme vertrauenserweckend
klingen soll, dann gebe ich ihr eine sanfte warme Färbung und spreche ganz langsam, bewusst und
bedacht, setze bewusst Pausen und achte darauf, dass ich eine ganz ruhige, regelmäßige Atmung
habe. Nehmt Euch ein Blatt Papier, schreibt Euch auf, welche Attribute Ihr persönlich mit so einer Stimme
verbindet, wie muss sie für Euch klingen? Dann fangt an, diese Stimme zu modulieren und zu modellieren,
gebt ihr Gestalt, übt mit ihr zu sprechen. Wechselt auch im Alltag manchmal einfach so in diese neue
Stimme. Es ist mehr als die Stimme, dazu gehört auch das entsprechende Mindset und die ruhige und
entspannte Geisteshaltung von der ich eben sprach.

Ich denke die genannten Punkte sollten Euch einige Anhaltspunkte geben, wie eure Stimme
vertrauenserweckend klingen kann.

Wenn Ihr es schafft, Vertrauen auszustrahlen, dann erübrigt sich ganz vieles. Auf einmal sind Sachen
möglich, die Ihr vorher nie für möglich gehalten habt, eigentlich macht sie so etwas ja sonst nicht, aber
sie vertraut Euch einfach, warum weiß sie auch nicht...

Vertrauen, Vertrauen ausstrahlen, das ist der Schlüssel zu allem. Das ist das Geheimnis der wahrhaft
guten Verführer. Sie haben das gewisse Etwas.

Das Geniale ist, dass sie dieses unbewusst aufnimmt, es entzieht sich somit ihrer bewussten
Wahrnehmung, sie kann sich deshalb gar nicht dagegen wehren, weil sie es einfach nicht merkt. Das
Erstaunliche ist, dass Ihr dafür gar nicht mal unbedingt besonders viel Zeit braucht, manchmal langt
schon ein kurzer Moment. Ihr benötigt auch keine DHV Stories mehr, die Ihr Euch aus den Fingern
gesogen habt, denn ihr strahlt diesen Wert einfach über Eure Stimme und Euer Selbstbewusstsein aus.
Es gibt keine LMR mehr, denn sie vertraut Euch. Das ist die Macht der Stimme. Die Geheimwaffe des
Verführers.

Interessanter Weise muss sie dafür gar nicht mal verstehen was Ihr sagt. Habe vor einiger Zeit
mit einer Freundin geskypt, die zu dem Zeitpunkt gerade in den USA war, auf einmal schiebt ihr ihre
Gastmutter, die kein Deutsch versteht, einen Zettel zu, auf dem drauf stand: „He has got a sexy voice.“
Ich dachte nur „WTF???“. Sie hatte kein Wort verstanden und das nur im vorbeigehen gehört.
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Wie gesagt für diesen Eindruck braucht es auch nicht viel Zeit. Ein anderes Beispiel: Eine Ex von
mir hat angerufen, Mutter am Apparat. Ich habe nur gesagt: „Hi... hier ist ..., ist ... da, könntest du mir
die eben mal kurz geben? Danke.“ Anschließend meinte sie, dass ich eine verdammt sympathische
Stimme habe und wohl eine sehr gute Wahl bin. Ich habe mit der Frau doch noch nicht einmal drei Sätze
geredet...

Ich denke die Botschaft dieses Textes ist klar: „Achtet nicht so sehr darauf was Ihr sagt, sondern
vielmehr darauf WIE Ihr es sagt. Trainiert eure Stimme. Versucht all das auszustrahlen, was Ihr seid und
was Euch auszeichnet und attraktiv macht, aber vor allem versucht Vertrauen auszustrahlen.“

Habt Ihr das Vertrauen einer Frau, liegt Euch die Welt zu Füßen. Ich persönlich arbeite mit drei
Stimmen, zunächst einmal meine normale Stimme, dann die tiefe, verruchte, einschmeichelnde und
verschlagene Stimme des Verführers und die kraftvolle, starke Stimme, des selbstbewussten Anführers.

Ich würde Euch dafür gerne einige Beispiele geben, aber das muss man hören, das kann man nicht
beschreiben. Ich hoffe dieser Text hilft Euch weiter auf eurem Weg und richtet euren Fokus auf wichtigere
Dinge als Opener und Routinen, denn auch der genialste Opener verpufft einfach, wenn Ihr ihn falsch
rüber bringt. Benutzt eure Stimme und euren Kopf.

DAS IST ALPHA!


Velvet

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Die verschwiegene Lust - Geheime Kommunikation
Xajorkith

Menschen haben im Laufe ihrer Evolution eine bisher unübertroffene Art der Kommunikation
entwickelt: Ihre Sprache!

Derzeit gibt es auf der Welt knapp 7.000 lebendige Sprachen und viele Millionen einzelner Worte mit
denen wir unsere Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken können. Obwohl wir also eigentlich in der Lage
sein sollten alles zu sagen, was wir wollen, machen wir es nicht. So werden wir einem unsymphatischen
Vorgesetzten nicht offen die Meinung sagen, weil wir sonst unseren Job verlieren.

Neben diesen rein praktischen Erwägungen gibt es auch andere Gründe seine Gedanken
unausgesprochen zu lassen. Frauen fällt es zum Beispiel sehr viel schwerer offen zu ihrer sexuellen Lust
zu stehen als Männer. Sie verschweigen diese, um gesellschaftlich nicht als „Schlampe“ geächtet zu
werden.

In diesem Text behandle ich die Frage warum man trotzdem nichts verheimlichen kann und wie der
Wissende nonverbale Kommunikation verstehen und einsetzen kann.

In einem ersten Schritt unterscheiden wir verschiedene Arten mit unserer Umwelt zu
kommunizieren, also Informationen aufzunehmen und abzugeben. Obwohl jeder Mensch alle Arten
der Informationsgewinnung und -weitergabe einsetzt, hat er doch einen bevorzugten sogenannten
Sinneskanal. Sie sind:

der visuelle Sinneskanal (das Sehen)


der auditive Sinneskanal (das Hören)
der kinästhetische Sinneskanal (das Fühlen)
der olfaktorische Sinneskanal (das Riechen)

Im Folgenden Schritt will ich beleuchten was die einzelnen Typen voneinander unterscheidet.

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Visuell
Visuelle Menschen werden im Gespräch darauf achten, ob ihr Gesprächspartner sie anschaut. Daran
messen sie, ob er zuhört oder nicht. Außerdem messen sie Mimik und Gestik eine hohe Bedeutung zu.
Ein visuell geprägter Mensch speichert Informationen in Bildern. Sie werden also bei einem romantischen
Sonnenuntergang oder einem wohlgeformten Körper dahinschmelzen. Ein wohlklingendes Musikstück
wird sie hingegen kalt lassen.

Autiditv
Auditive Menschen hören ihre Umwelt. Sie werden also die Geschwindigkeit eines nahenden Autos
nicht mit ihren Augen abschätzen, sondern daran wie das Motorengeräusch lauter wird. Sie werden
einen Kuss oder ein Herz auf ihrem Kopfkissen nicht als Liebesbekundung wahrnehmen. Sie wollen die
magischen Worte „Ich liebe Dich“ hören um die Nähe zu ihrem Partner zu spüren.

Kinästhetisch
Kinästhetische Menschen sind gefühlsbetont. Sie achten sehr auf inneres Wohlbefinden und die
allgemeine Stimmung. Also wenn ein visueller Mensch seine Wohnung aufräumt und putzt damit es
sauber aussieht wird ein kinästhetischer Mensch eher „unordentlich“ Kleider auf dem Boden liegen
lassen weil ihm das das Gefühl vermittelt zuhause zu sein.

Olfaktorisch
Man soll gut riechen! Duscht ab und zu mal oder schabt zumindest zwei bis drei mal im Jahr
den gröbsten Dreck ab. Für den Verlauf meines Beitrags ist der olfaktorische Sinneskanal nicht von
Bedeutung und wird daher vernachlässigt.

Die unterschiedliche Wahrnehmung kann man am Beispiel des täglichen Zähneputzens


verdeutlichen. Wenn man an das letzte Mal Zähneputzen denkt kann man an die Farbe der Zahnpasta
und den Gesichtsausdruck im Spiegel denken. Man kann aber auch an das Surren der elektrischen
Zahnbürste, den Geschmack der Zahnpasta oder das frische Gefühl nach Beendigung des Putzvorgang
denken. Welchen Typ man vor sich hat, erkennt man auch an Schlüsselwörtern und damit aus dem
Gesprächsfluss.

Die folgende Übung dient dazu Schlüsselwörter dem richtigen Sinneskanal zuzuordnen:

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Doch bevor Ihr beginnt, bekommt Ihr hier einige Tipps, um das Beste aus der Übung rauszuholen.

• Setzt Euch bequem und aufrecht hin, wobei der Oberkörper gerade ist.
• Lenkt Euch nicht unnötig ab. Jegliche störende/ablenkende Musik solltet Ihr abdrehen, da hier
der auditive Sinnenkanal zu sehr angesprochen wird. Falls Ihr entspannende Musik kennt, könnt
Ihr jene natürlich ergänzend zur Übung im Hintergrund laufen lassen.
• Versucht Euch bewusst zu konzentrieren, bleibt aber entspannt.

Es folgt nun eine Liste an Wörtern.

Geht jedes Wort einzeln durch und stellt es Euch vor. Je aufmerksamer Ihr seid, desto besser
werdet ihr die Wörter einem der Sinnenkanäle zuteilen können.

Donnerwetter, berühren, abwimmeln, Horizont, rasseln, rattern, rauschen, Rücksicht, ins Auge
fassen, rau, schrill, sanft, von Angesicht zu Angesicht, totschweigen, den Ton angeben, mit der Tür ins
Haus fallen, Hals über Kopf, düstere Aussichten.

Versucht Euch bewusst auf den richtigen Sinnenkanal zu fokussieren.

Mit etwas Übung wird es Euch von Wort zu Wort leichter fallen.

Exkursion Augenmuster

Hier möchte ich noch kurz eine Besonderheit des menschlichen Auges und des menschlichen
Gehirns erläutern. Dies ist aber nur ein tendenzielles Signal und alleine betrachtet nicht aussagekräftig!
Die Besonderheit ist die Unterteilung des menschlichen Gehirns in eine linke und eine rechte Hirnhälfte.
Wenn man sich an etwas erinnert, das tatsächlich passiert ist, wird die rechte Gehirnhälfte aktiviert. Beim
Konstruieren einer Aussage, der keine tatsächliche Erinnerung zugrunde liegt, wird dagegen die linke
Gehirnhälfte benutzt. Nun können wir leider nicht sehen welche Hälfte grade bei unserem Gegenüber
arbeitet. Wir können dies aber anhand der Augenbewegungen, die diese Person beim Nachdenken
unwillkürlich macht, ablesen.

Wenn ein Mensch seine Augen nach rechts (vom Leser aus links) bewegt konstruiert er. Dies ist zum
Beispiel bei einer Lüge der Fall. Dabei unterscheiden wir außerdem rechts oben für visuell konstruierte
Gedanken, rechts mittig für auditiv konstruierte Gedanken und rechts unten für kinästhetisch konstruierte
Gedanken.
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Richtet er seine Augen hingegen nach links (vom Leser aus rechts) gelten die Angaben oben, mitte,
unten für tatsächliche visuelle, auditive und kinästhetische Erinnerungen. Es ist wohl selbstverständlich,
dass wir die bevorzugte Kommunikationsart unseres Gegenübers spiegeln, um das Gespräch für ihn
interessant und verständlich zu gestalten.

Wenn wir also mit einer Frau sprechen werden wir sie leichter attracten, weil der Kontakt leicht und
angenehm zu führen ist. Auch bei nicht so einfachen Themen.

Wir können viel schneller Rapport aufbauen, weil die Frau sich verstanden fühlt und wir können die
Werkzeuge eines Verführers, Cold Reading, Rich Description und Metaphern bzw. Routinen effektiver
einsetzen und so der Frau zeigen was wir wollen.

Unser Wissen können wir aber nicht nur einsetzen, um unsere Wünsche zu übermitteln. Wir können
durch unsere verbesserte Wahrnehmung auch die Wünsche der Frau verstehen, auch wenn sie sie nicht
direkt ausspricht, sondern sie nur ganz leicht durch ihren Sinneskanäle durchschimmern lässt.

Viel Spaß bei der Umsetzung!

Viele Grüße
Xajorkith

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Kalibrierung - das Yin und Yang der Verführung
Dreamcatcher

Eingangs sei gesagt, dass man sich die Kalibrierung der Verführung nicht durch theoretisches
Wissen aneignen kann. Deshalb gibt es zu diesem Thema auch kaum Literatur. Die instinktiv zur Situation
passende, richtige Handlung, ist nur durch viel Erfahrung im Umgang mit Frauen erlernbar.

Allerdings ist ein grundlegendes Verständnis davon, was die Kalibrierung nun eigentlich ist,
durchaus sinnvoll. Ebenso gibt es einige besondere Dinge, auf die ein Verführer achten kann, um seine
Kalibrierung gezielt zu verbessern. Diese Kenntnisse möchte ich hier gerne weitergeben.

Definition:

Kalibrierung ist die Fähigkeit, in jeder Interaktion zur eigenen Persönlichkeit passend und den
eigenen Zielen entsprechend zu agieren.

Grundlagen

1. Bewusst agieren, anstatt unbewusst reagieren!


Um diese Fähigkeit näher zu betrachten, schauen wir uns zunächst mal das an, was uns davon
abhält. Dabei ist mir in der obigen Definition besonders das Wörtchen „agieren“ wichtig. Vor allem solltest
Du dieses nicht mit dem Reagieren verwechseln. Hierzu ein kleiner bildlicher Vergleich: Ein Blatt, das
sich vom Winde treiben lässt, ist ausschließlich reaktiv. Es ändert seinen Kurs je nach Windrichtung
und hat kein bestimmtes Ziel. Es agiert nicht – sondern lässt den Wind die Flugbahn und den Punkt
bestimmen, an dem es landet

Eben dieses Problem haben die meisten angehenden Verführer. Sie lassen die Frauen über sich
bestimmen, sprich: Sie reagieren. Wenn eine Frau sie abweist werden sie unsicher. Jede folgende
Handlung entspringt aus der Unsicherheit heraus, die die Frau in ihnen ausgelöst hat. Sie werden zu
unbewusst Reagierenden. Bei außergewöhnlich schönen Frauen verhalten sich unbewusst reaktive
Typen anders, als bei ihren Kumpels:

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• Läuft sie auch nur an ihnen vorbei, verdrehen sie ihren Kopf bis um 180 Grad.
• Sie schenken ihr zu viel Aufmerksamkeit.
• Im Gespräch sind sie stiller als sonst oder aber sie markieren den lauten Macker, um ihre
Unsicherheit zu verdecken.
• Sie versuchen sie durch allerlei zu beeindrucken oder sogar ihr Mitleid zu erwecken
• Sie tun Dinge für sie, die sie für einen männlichen Bekannten nicht tun würden
• Sie machen sich allerlei Gedanken um sie. Solche wie „wann soll ich sie anrufen?“, „wie soll ich
bloß antworten?“, „was denkt sie wenn ich dies und das mache?“
• Viele Männer reagieren unnötig auf die bloße Präsenz einer Frau, ohne ihr Zutun! Gedankengänge
wie „die gibt mir bestimmt ein Korb wenn ich sie anspreche“ sind selbstblockierend.

Hier ist jede Handlung eine Reaktion auf die Frau, was eine Kalibration unmöglich macht. Es gilt also
zu erkennen: Wann reagiere ich unbewusst? Verhalte ich mich zu einer schönen Frau auffällig anders als
sonst? Beobachte dich selbst und Du wirst erkennen, ob Du reaktiv bist und an diesem wichtigen Punkt
arbeiten willst.

Erst ein Mensch, der bewusst handelt und sich nicht durch andere aus der Bahn werfen lässt, ist
fähig seine Verführung zu kalibrieren. Das ist die Grundlage für das Folgende. Denn erst wenn Du Herr
deiner Handlungen bist, kannst Du diese zweckgemäß anpassen.

2. Emotionale Kontrolle
Emotionen spielen bei der Verführung eine zentrale Rolle. Schließlich sind Frauen emotionale Wesen
und sie treffen emotionale Entscheidungen. Viele Männer scheitern an ihrem Irrglauben, eine Frau auf
logischer Ebene überzeugen zu wollen. „Talk to her emotions”, so lautet nicht umsonst ein bekannter
Leitsatz in der Welt der Verführer.

Um Zugang zu den Emotionen der Frau zu bekommen, ist es elementar wichtig, den Zugang zu den
eigenen Emotionen zu haben. Mein Ratschlag lautet hier deshalb:

Fühle!

Fürchte dich nicht vor deinen Gefühlen, sondern genieße sie. Blockiere sie nicht! Spüre diese
spannende Aufregung, wenn Du vor einer Frau stehst, die dir gefällt. Sehe es als Energie an, die durch
deinen gesamten Körper fließt.

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Diese emotionale Energie hat die herrliche Eigenschaft, dass sie sich auf andere überträgt. Bist
du z.B. amüsiert, wirst du sehr wahrscheinlich bald feststellen, dass auch dein Gesprächspartner
zunehmend amüsierter wird.

So passiert es mit Emotionen aller Art!

Wünscht Du dir also, dass Frauen etwas bestimmtes für dich empfinden, so prüfe zunächst, ob du
dieses Gefühl für dich selbst und für die Frauen hast! Blockierst Du eigene Gefühle, dann blockierst Du
auch die Gefühle deines Gegenübers für dich.

Auch hier ist es wichtig, nicht reaktiv zu sein. Begegnen dir deine Mitmenschen mit einer schlechten
Laune, so lerne, dich nicht anstecken zu lassen. Sei der Herr deiner Emotionen. Übernehme die Führung
auf emotionaler Ebene. Bist Du nicht grundlegend emotional reaktiv, so werden andere auf dich emotional
reagieren. Das ist eine Gesetzmäßigkeit.

Und wie Du diese nutzt, davon handelt der folgende Abschnitt.

Kalibrierung – Verständnis und Umsetzung

Das wichtigste noch einmal vorab: Kalibrierung ist reine Übungssache. Was ich dir hier geben
werde, sind lediglich Ideen, Richtlinien und Beispiele, die für deine Übung sinnvoll sein können.

Zunächst gehen wir etwas tiefer in die Materie. Was macht das männliche Wesen aus und was das
Weibliche? Betrachten wir mal das daoistische Symbol Yin und Yang. Yin steht dabei für das weibliche,
Yang für das männliche Wesen. Ebenso bedeutet Yin das Weiche, Nachgiebige, während Yang das
Harte, Unnachgiebige symbolisiert. Warum hole ich also so weit aus? Genauso verhält es sich zwischen
Mann und Frau!

Grundlegend verhalten sich Frauen eher passiv und nachgiebig, während es die Rolle des Mannes
ist, seinen Handlungen eine feste Substanz zu geben. Der Mann handelt durch eigene Intentionen, er
führt und macht die entscheidenden Schritte vorwärts, wenn es um die Verführung geht. Er hat einen
festen Frame und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Die Rolle der Frau dagegen ist es, ihm zu folgen oder auszuweichen. Für welche dieser beiden
Möglichkeiten sie sich schlussendlich entscheidet – das, lieber Verführer, liegt an deiner Kalibrierung.
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Nicht immer ist es nämlich gut mit der Art einer Dampfwalze die männliche, harte Substanz
auszuspielen. Denn genau wie am Yin und Yang Symbol ersichtlich ist, trägt die männliche Seite auch
einen kleinen, weiblichen Kern. Dieser steht für die Fähigkeit, auch als Mann zeitweise nachgeben zu
können, um dann wieder gezielt nach vorne zu treten. Oder auch für die Fähigkeit, sich bewusst auf
Emotionen von anderen einzulassen (emotional führen zu lassen), ohne die Kontrolle zu verlieren wie ein
Blatt im Wind. Wenn ich dafür ein Wort wählen würde, dann nannte ich es Flexibilität.

Um im richtigen Augenblick flexibel zu sein, ist ein Zugang zu den eigenen Gefühlen wichtig. Denn
diese verraten dir sehr viel über die Situation, während deine Gedanken dich viel öfter fehlleiten.

Der Indikator für den „richtigen Augenblick“ sind deine Gefühle! Das, was man einen guten Instinkt
nennt, ist meiner Meinung nach nichts anderes, als folgende höchst bewusste Reaktion:

der jetzige Augenblick-> deine Gefühle-> Du -> deine Handlung

Wenn Du in der Lage bist im Moment zu leben, Zugang zu den eigenen Gefühlen hast (emotionale
Kontrolle / siehe oben) und nicht-reaktiv handelst, dann wirst Du im passenden Augenblick auch die
passende Handlung parat haben!

Achte auf diese Eigenschaften, und Du schulst deine Kalibrierung. Mit diesem Hintergrundwissen
und ausreichend Übung wirst Du die Werkzeuge des Verführers viel effektiver einsetzen können.

Ein paar Beispiele:

Beispiel 1:
Energielevel

Du stehst an der Tanzfläche. Du siehst zwei schöne Frauen mit hoher Energie tanzen. Sie sind richtig
aufgedreht, lachen, und lassen sich von der Musik leiten. Hast Du Zugang zu deinen Emotionen, wirst
Du ihre Energie in dir spüren, wenn Du sie ansiehst. Da diese positiv ist, lässt Du dich bewusst (!) darauf
ein. Du fühlst den Rhythmus der Musik in dir, lächelst und tanzt sie an, während Du ihnen zuzwinkerst.
Sie lächeln zurück und Du bist bereits mitten im Set.

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Was passiert hier?

Gemäß unserer Symbolik handelst Du grundlegend männlich, indem Du den entscheidenden Schritt
unternimmst und die beiden antanzt. Du bist aber auch flexibel für die Situation und mit den beiden sofort
auf einer Wellenlänge. Du lässt dich bewusst von ihrer hohen Energie anstecken. Wärst du stocksteif
auf die beiden zugegangen, hätten sie dich wohl keines Blickes gewürdigt. Du passt dich ihrer Energie
an, gibst ihr innerlich nach, um sofort wieder die Führung zu übernehmen. Denn sobald Du im Set bist,
schnappst Du dir eine von beiden, legst die Hände um ihre Hüften und gibst ihnen den Rhythmus vor.

Beispiel 2:
Kino & emotionale Führung

Durch körperliche Berührung lässt Du eine Frau komfortabel in deiner Gegenwart fühlen. Sie erhöht
auch die sexuelle Spannung. Es ist männlich in die Offensive zu gehen und ihre Hand zu nehmen, den
Arm um sie zu legen oder sie ganz nebenbei und sanft mit der eigenen Hand zu streifen. Auch ihren
Hintern zu packen oder ihre Brüste.
Denn gemäß Yang, dem männlichen offensiven Wesen, bist du als Mann der jenige, der die
körperliche Intensität zwischen euch schrittweise zu erhöhen hat.

Doch auch Kino sollte gut kalibriert werden.

Wie schon im obigen Beispiel, spielt hier die emotionale Ebene eine wichtige Rolle. Bemerkst Du
eine negative Stimmung bei ihr, die sie mit ihrer Körpersprache unterstreicht – z.B. indem sie ihre Arme
verschränkt, so wird sie sich in diesem Moment wohl kaum umarmen lassen. In einer solchen Situation
bist Du gut beraten, dich emotional nicht führen zu lassen. Lasse ihre negativen Vibes an dir vorbeifliegen,
kämpfe nicht gegen sie an. Stattdessen, behalte auf männliche Weise deine feste Substanz und bleibe
positiv. Lade sie durch eigene positive Stimmung dazu ein, sich von dir zu mehr Offenheit leiten zu
lassen. Kalibriere deine Berührungen, indem Du sie intensivierst, je positiver die Stimmung zwischen dir
und der Frau wird.

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Praktisch orientierte Definitionen:

Je mehr die Frau dir nachgibt und dir folgt, (Yin), desto mehr erwartet sie von dir, dass Du den
offensiven, männlichen Gegenpart übernimmst (Yang) und sie so zügig wie möglich zum Höhenpunkt
eurer Begegnung führst – dem Sex.

Verschließt sich dagegen die Frau vor dir, so solltest du flexibel sein und ihr falls nötig deine
Aufmerksamkeit entziehen, indem Du dich z.B. anderen Frauen widmest oder deine Berührungen
runterschraubst. Dann wird sie wieder aus ihrer Deckung kommen (da sie sie ja nicht mehr benötigt),
so dass Du wieder offensiv werden kannst.

Wenn die oben genannten Grundeigenschaften erfült sind, dann ist die Kalibrierung also der Grad
deiner Offensive und deiner Flexibilität. Um im richtigen Augenblick offensiver oder defensiver zu werden,
musst Du die Emotionen der Frau lesen können und deine Empathie schulen.

Deshalb ist die Basis – der Zugang zu den eigenen Gefühlen und denen deiner Mitmenschen so
wichtig. Bewusst emotional zu sein, bewusst zu agieren und zu reagieren – darum geht es.

Mit der Zeit wirst Du ein Auge dafür bekommen, wann Du in die körperliche Offensive gehst und
wann du flexibel bist und die Führung auf der emotionalen Ebene übernimmst oder einen Schritt zurück
gehst. Ich erwähne es gerne noch einmal, Kalibrierung ist nur durch die Übung wirklich zu begreifen, und
nur auf der instinktiven Ebene kann sie wirklich gut sein.

Ein erfahrener Verführer handelt instinktiv. Er bemerkt die kleinsten Dinge und geht passend auf sie
ein oder ignoriert sie falls nötig.

Schärfe deinen Blick für das Zusammenspiel von Yin und Yang, das sich in jedem Detail im Verhältnis
zwischen Mann und Frau äußert.

Sei offensiv, aber stets flexibel!

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Beispiele aus der Praxis
Master of Disaster

1. Taktik bei sehr zurückhaltenden Mädchen


Ziel: Iri (20)
Wing: Eminenz

Sie befindet sich in ihrer Gruppe, die wir bereits sozialisiert haben, wirkt sehr verschlossen und es
ist kein richtiges commitment aus ihr herauszubekommen. Auf gewöhnliches C&F und spielerischen
Umgang steigt sie nicht ein und wirkt eher noch verschlossener und reservierter. Es fallen mir zwei Wege
ein, wie ich diesem süßem Mädchen wohl näher kommen könnte, ohne needy, aufdringlich oder arrogant
zu wirken. Die erste Idee ist ein Neg, den ich ihr hinwerfen will, um eine Qualification zu erzielen. Da dies,
bei ihr scheinbar zur völligen Verdammung führen könnte, entscheide ich mich für den Versuch, sie mit
cold reads aufzutauen, um über trust an sie heran zu kommen.

Punchline: „Ich habe dich beobachtet und ich glaube, etwas über dich zu wissen, (Vakuum) ich
könnte falsch liegen, aber ich nehme an, dass du ein sehr unzugänglicher Mensch bist. Zumindest am
Anfang. Du beobachtest erst mal von außen und bildest dir ein Urteil.

Du bist wie ein kleines Kind, was neugierig mit einem Stock (nehme ihren Arm und strecke ihn
aus) aus der Distanz in ein an der Wand hängendes Wespennest sticht, (lege den anderen Arm um ihre
Schulter), um zu sehen was passiert – aber immer in der Bereitschaft sofort wegzurennen, sobald eine
Wespe herauskommt.“ - by MoD

Nun, das hatte sie überrascht und plötzlich gab sie mir Commitment, bestätigte, fügte hinzu, war
„into me“ und eine interessante Unterhaltung entstand.

Fazit: Zurückhaltende, ja gar etwas abweisende Mädchen lassen sich über cold reading mit der
entsprechend rübergebrachten Punchline aufwärmen. Nicht als Opener gedacht, aber immer dann,
wenn eine Unterhaltung an Drive verliert oder ganz stockt und man schwierig an Attraction gelangt, da
eine starke Reserviertheit vorhanden ist. Kombiniert mit einer gelassenen Ausstrahlung und leaning back
noch wirksamer.

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Im weiteren Gespräch setzte ich ein SOI – „Du bist echt süß, aber leider auch ein Buch mit sieben
Siegeln – schade. (Vakuum) Zwei der Siegel habe ich bereits geöffnet, aber du verbirgst vieles, was du
nur Menschen preisgibst, denen du vertraust und die dich verstehen.“

Jetzt erzählte sie mir von ihrem Ex, der sie schlug und all das Drama, das daraus resultierte und
begann mich zu cold readen, indem sie sagte: „Du bist zwiespältig, denn du führst irgend etwas im
Schilde“

Wow, war das ein Shittest?

Ich entgegnete, dass ich im Schilde führe, sie näher kennen zu lernen, (Pull) aber nicht weiß, ob es
sich wirklich lohnt (Push) … Ich verzichtete auf eine Eskalation, da sie mit ihrem besten Freund da war,
der am Abend zuvor verlassen wurde und von daher ihre Aufmerksamkeit ihm galt. Ich spielte daher nur
die Zweite Geige und wollte die Toleranz nicht überstrapazieren. Rückzug war daher die beste Wahl.

2. Praxis - Streetgame bei extrem schönen Frauen


Direkt an Vivian (HB 9)
Wing: Eminenz

Plötzlich sah ich sie.

Eine Blondine – mit Traumkörper und hübschen Gesicht in der Warteschlange vom „Nordsee“
stehen. Eminenz und ich einigten uns auf eine solide 9. Ohne auch nur einen geringsten Plan zu haben,
ging ich auf sie zu und sprach sie mit einem direct an.

„Hi, an sich mach ich so was ja nicht, aber ich muss dich einfach ansprechen, sonst würde ich mir
den restlichen Tag den Kopf gegen die Wand hauen. – Wie ist dein Name?“ (EC –Vakuum)

Sie: „Vivian – ich hab aber einen Freund.“

Ich: „Das glaub ich gerne – schade, denn du machst echt nen sympathischen Eindruck, wünsch dir
noch nen schönen Abend.“ Smile - eject.

Eine gute Stunde später kommt mir wieder eine total heiße Blondine entgegen. Ich gehe erneut auf
sie zu und stelle im letzten Moment fest, dass es wieder Vivian ist.
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Ich: „Das gibts doch nicht, jetzt ist es mir schon wieder passiert mit Dir.“

Sie: lächelt „Kannste mal sehen, beim dritten Mal musste mir aber einen ausgeben.“ (sie hatte mich
immernoch in postiver Erinnerung)

Sie erzählte wieder von ihrem Freund und dass das nach wie vor gelte. Darauf antwortete ich mit
folgender Punchline, die ihren Frame eindrucksvoll bröckeln ließ.

MoD: „Ich fühle mich zwar geschmeichelt, dass du gleich ans Fremdgehen denkst, aber ich fand
dich erstmal nur nett.“ (Credit to Stefan Strecker)

Sie erzählte, dass sie sehr oft von Typen angesprochen wird und dies entweder plump oder
hintenrum passiert. Meine Art empfand sie aber als sehr ehrlich, offen und nicht aufdringlich. (wie denn
auch bei meiner gezielt eingesetzten BL)

Punchline2:

MoD: „Schönheit ist gewöhnlich, was mich aber viel mehr interessiert, wenn ich jemanden kennen
lerne, ist Energie und eine positive Ausstrahlung. Hey, ich kenn dich ja kaum, aber irgendwie bist du mir
mit deinem Lächeln total sympathisch.“

Das Gespräch vertiefte sich, wir waren auf einer Wellenlänge und die Chemie stimmte einfach. Es
ging über zehn aber gefühlte zwei Minuten, bis sie mich fürs Wochenende in ihren Stammclub einlud und
sich freuen würde, wenn ich vorbei käme.

Auf einen #C verzichtete ich, da ich Buyers Remorse vermeiden möchte und werde wohl am
Wochenende mal vorbeischauen, sie stellt mich bestimmt einigen Freundinnen vor, die sich über den
Social Proof von ihr herrlich bearbeiten lassen, falls sie sich wegen ihrem Boyfriend nicht verführen lässt
und blockt.

Verabschiedung mit Umarmung.


Gesamtdauer: 15 Min.

Fazit: Besonders attraktive Frauen sind in ihrem Alltag oft den „Anmachen“ von Männern ausgesetzt.
Da sich viele Typen aber nicht trauen es direct (also offen und Ehrlich) zu tun, werden sie oft, um
Unsicherheit zu verbergen mit, Sprüchen angequatscht. Dies riechen Frauen drei Kilometer gegen den
Wind und Du bis clever, wenn Di ihnen diesen Duft vorenthälst.
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Der beste Weg ist es also nicht, zu versuchen durch die Hintertür an sie heran zu kommen, sondern
die Tür einzutreten (denn auf der Straße haben die Leute sowieso wenig Zeit für indirektes, unsicheres
Geplänkel).

Aber bitte nicht falsch verstehen - wir haben einen freundlichen Frame, der durch äußerste Ehrlichkeit
gekennzeichnet ist. Diese Ehrlichkeit wird die Frau zu schätzen wissen und es euch hoch anrechnen.
Außerdem schüttet Ihr Selbstsicherheit in Kübeln über Sie aus und es ist gleichzeitig ein sehr gutes
Screening für Euch, ob die Frau damit umgehen kann - also brauchbar ist.

Geht auf sie zu, lächelt, spielt den etwas Unsicheren wenn ihr wollt, und sagt ähnliches wie: „Ich
musste dich einfach ansprechen - schöne Frauen sind meine Schwäche.“ Oder folgt dem Beispiel von
oben. Nach positiver Reaktion solltet ihr damit erweitern ins Persönliche zu gehen, dass Schönheit völlig
überbewertet wird und man nix dafür kann. Dass ihr nun herausfinden möchtet, ob sie innen genauso
schön ist wie außen - dass euch Energie und positive Ausstrahlung sowie Einstellung an einem Menschen
fasziniert (kurz: einen persönlichen Vibe erzeugen).

Bleibt auf eine gelassene, ruhige Art in eurem warmen, freundlichen Frame und ihr werdet überrascht
sein, welch positive Reaktionen ihr dafür von besonders attraktiven Frauen erhaltet.

Wagt es!

3. Eskalationsfenster öffnen

Szenario - Club

Ich laufe gerade durch einen Gang, der von einem Floor zum nächsten führt. Am Rand sitzt ein
attraktives, schwarzhaariges Mädchen mit ihrer Freundin, deren EC ich einfange. Sie hält den EC intensiv,
lang und lächelnd – ich handelte und halte seitlich zu ihr stehend vor ihr an.

MoD: „Schaust du jeden attraktiven Mann so an?“

Sie lachte, war auch ein klein wenig verwirrt, doch ihre BL war sehr offen und the Game was on:
Nachdem ich auch ihre Freundin Mareike die neben ihr saß, begrüßte, kam zum Glück unser Eminenz
und übernahm Mareike exzellent. Beschäftigte sie und entfernte sie schließlich komplett, sodass das
MöDchen freie Bahn hatte – Danke.
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Clarissa meinte, mich schon mal vor einem Jahr hier gesehen und sich sogar kurz mit mir unterhalten
zu haben. Erkannte mich gleich wieder und so war eine perfekte Bubble (Menschen mit Ausstrahlung,
die immer wieder aufs neue auf sich aufmerksam werden usw.) gefunden.

(Besser ist es, immer mit dem zu arbeiten, was man vorfindet, anstatt auf vorgefertige Sachen
zurück zu greifen. Wirkt natürlicher und der persönliche Vibe entsteht so am Schnellsten)

Wir isolierten uns in einen Raucherbereich mit Sofas, denn die Dame hat so was von Game und
scheint auch sehr dominant zu sein, weil sie mir eindrucksvoll suggerierte, wie sie des öfteren den Boden
mit Nice Guys aufwischt. Eminenz, der abgebrühte Hund, war mit seiner Mareike ebenfalls in diesem
Raum am Werke und ich unterhielt mich mit Clarissa zunächst über ihre Freundin Mareike, über ihre
sexuelle Lust und die Blockade sich auf Männer einzulassen.

Ich versuche ein Eskalationsfenster zu öffnen, da der Vibe gerade am Hochpunkt war.

MoD: „Kannst mal bitte damit aufhören? Du machst es ja schon wieder. Hör auf mich so anzusehen,
sonst......(Vakuum).“

Sie: spingt voll rein, als ob sie nur darauf gewartet hätte „Sonst was...?“

EC – Finger ans Kinn – KC - später Makeout.

Sollte die Energie der Dame niedrig und auch die Eindeutigkeit ihrer IOI´s vom Verführer schlecht
einzuschätzen sein, könnte man in längeren Rapport gehen und danach ein Fenster zur Eskalation öffnen,
indem man sagt:

„Etwas interessiert mich aber noch an Dir…“ EC - Finger ans Kinn – Kuss.

Viel Erfolg,
Grüße, Master of Disaster (MoD)

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Techniken und die Kehrseite
MTM

1. Ein Anderer Weg


2. Was sind Techniken/Routinen X
3. Opener aus dem Lehrbuch X
4. C&F X
5. Push and Pull X
6. Neghits X
7. DHV X
8. Storytelling X
9. Frames X
10. … der Reset Knopf X
11. Dein Selbst kommt immer zum Vorschein

1. Ein Anderer Weg…

Im Kapitel „Soziale Konditionierung und die Macht der Masse“ haben wir uns damit beschäftigt,
wie die soziale Konditionierung sich in vielen Fällen auf die Interaktion mit Frauen durch vorgekaute
und oft falsche Glaubenssätze auswirken kann. Wir haben gesehen wie viele Vorannahmen oder auch
Ausreden bestehen, warum jemand nicht erfolgreich im Umgang mit Frauen ist und wie eine schädliche
gesellschaftliche Konditionierung daran teilhaben kann.

Viele Menschen handeln nach diesen Konditionierungen und deshalb ist es auch möglich mit
diesen Glaubenssätzen eine Partnerin zu finden, weil es das Spiel der Gesellschaft ist und es so viele
Mitspieler gibt. Wir wollen allerdings erreichen die Ausnahme von der Regel zu sein - ein Mensch der
attraktiv ist, weil er die Sicherheit aus seinen eigenen Regeln, Ansichten und Gesetzen zieht und nicht
aus Vorannahmen die ihm die Gesellschaft einredet wie er zu handeln hat.

Nun hat sich mit den Jahren eine neue Szene gebildet, die versucht einen anderen Weg zu gehen
und sich quasi logisch mit der Verführung von Frauen auseinandersetzt. Die sogenannte Pickup-Szene
entstand zunächst in Amerika und hat sich mit den Jahren über den ganzen Erdball verbreitet.

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Ansatzpunkt dieser Szene ist zunächst das Hinterfragen dieser gesellschaftlichen Konditionierungen
und letztendlich die Ausformulierung von bekannten Problemen die Männer mit Frauen haben zu
allgemein-logischen Lösungsansätzen.

Die PU-Szene nennt Männer, die versuchen Frauen nach den vorgekauten Regeln der Gesellschaft
zu verführen, die verweichlicht sind und sich verstellen um einer Frau zu gefallen „AFC’s“, was für
„Average Frustrated Chump“ (Frustrierter Durchschnittstyp) steht und von Ross Jeffries, einem Urvater
der sogenannten Community geprägt wurde. Dies geschieht in dem Wissen das man in den meisten
Fällen selbst lange Zeit zu diesen Männern gehört hat und der Absicht sich damit symbolisch von
diesen abzugrenzen. Männer die keinen Kontakt mit der PU Community jedoch trotzdem Erfolg bei
Frauen haben werden „Naturals“ genannt und deren Verhalten wird versucht zu analysieren und dieses
nachzuahmen.

Vorweg: So autonom wie sich die Pickup-Community darstellt oder sein will ist sie nicht und bei
genauerem Hinsehen zeigen sich auch hier an einigen Ecken und Enden wesentliche Schwachpunkte
und Denkfehler in der Methodik, jedoch gibt es auch genug gute Ansätze die hier formuliert wurden.

Wir werden uns im Folgenden exemplarisch mit einigen von diesen Ansätzen beschäftigen und
untersuchen warum diese Ansätze funktionieren und wo eventuelle Schwachpunkte im Denken
bestehen.

2. Was sind Techniken/Routinen?

Der ursprüngliche Grundgedanke im Pickup ist es, bestimmte Lösungen zu formulieren, welche
Verhaltensweisen Anziehung bei Frauen erzeugen. Viele dieser Lösungen sind auf dem gedanklichen
Grundsatz aufgebaut, dass eine Frau mit weiblichem Wesenskern (denn auch dies ist nicht immer
zwingend gegeben) sich von maskulinem Verhalten angezogen fühlt.

Grundausgangspunkt ist die Frage warum so viele Frauen auf Männer stehen, die im Jargon am
ehesten als „Arschloch“ zu bezeichnen sind, während nette Männer es oft schwer haben, mit einer
schönen Frau ein mehr als nur freundschaftliches Verhältnis aufzubauen.

Die „PUA’s“ (=Pickup Artists – Praktizierende Mitglieder der Community) versuchen durch
bestimmte Techniken, den Mr. Nice Guy im Bezug auf Frauen hinter sich zu lassen, jedoch ohne in
Arschlochverhalten zu verfallen.
131
Diese Techniken sind oft ein Weg zu kommunizieren, dass derjenige der sie anwendet anders
ist als die üblichen Verdächtigen, von denen schöne Frauen Abend für Abend auf die selbe oft sehr
uninspirierte Form angebaggert werden. Dieses Problem besteht in der Tat. Man frage nur einmal eine
hübsche junge Dame, wie oft sie schon gewisse Standardsprüche zu hören bekommen hat, von denen
die meisten Anwender wahrscheinlich überzeugt waren, damit unheimlich kreativ zu erscheinen. In dem
Sinne gehen PUler schon neue und interessantere Wege.

Bevor wir hier ins Detail gehen sollte der Fairness halber gesagt sein, dass das was wir im Folgenden
begutachten werden, lediglich ein Querschnitt über die bekanntesten im Pickup angewandten Techniken
ist und vieles zum sogenannten Routinengame gezählt wird.

Routinen sind Sätze, die so immer wieder in verschiedenen Gesprächskonstellationen und mit
immer unterschiedlichen Frauen angewandt werden können und es ziemlich wahrscheinlich machen,
dass eine bestimmte Reaktion des Gegenübers eintritt, auf die man dann schon vorbereitet ist und so
den Gesprächsverlauf in gewisser Weise leitet.

Ein weiterer Vorteil von Routinen, wenn man so will ist, dass diese vorgefertigten Satzkonstruktionen,
die oftmals von tausenden PUA’s weltweit erfolgreich angewandt werden, eine hohe Wahrscheinlichkeit
der Sicherheit geben, dass sie funktionieren. Insofern sind Routinen ein guter Weg für Menschen
mit Kontaktscheu oder Schwächen in gewissen Kommunikationssituationen gerade im Bezug auf
Frauen, zunächst hinter einer Maske der Sicherheit zu agieren um zu sehen, dass viele ihrer Ängste
völlig unbegründet sind und es leichter ist als man denkt sich mit Frauen zu unterhalten und Frauen
zu verführen. Dies kann hilfreich sein, da unheimlich viele Männer diese versteckten Ängste mit sich
herumtragen. Viele Männer würden wahrscheinlich lieber in Kriege ziehen, oder einen Löwen mit bloßen
Händen bekämpfen als eine fremde Frau auf offener Strasse anzusprechen.

Der Nachteil von Routinen ist, dass die Gefahr groß ist, dass sich viele allzu sehr an diese Stützhilfen
klammern und darüber ihr eigentliches Ich vergessen. Menschen die quasi ihr ganzes Verhalten in
Verführungssituationen auf einem Script aufbauen, was sie abspulen und was sie im Endeffekt nur zu
guten Schauspielern werden lässt und ihnen eventuell kurzfristige Erfolge beschert, da sie die Dinge
anwenden und nachstellen, die ihnen andere erfolgreich vorgegeben haben. Diese Menschen werden
süchtig nach vorgekauten Lösungsvorschlägen und suchen ständig nach Patentrezepten als Lösungen
für bestimmte Situationen. Sie kopieren nur und stellen ihr eigenes Ich im Sinne des kurzfristigen Erfolges
in den Hintergrund. Wir werden uns nun einen Überblick über die gängigen Methoden im PU verschaffen
und anschliessend diskutieren, warum die vielzitierte Wunderpille auch im Pickup nicht existiert, wie es
sich viele vielleicht wünschen…

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3. Opener aus dem Lehrbuch

Um Frauen zu verführen muss man sie zunächst ansprechen. Diese Weisheit gab es schon lange
bevor das Wort Pickup überhaupt erfunden wurde. Jedoch wird im PU Bereich selbst daraus nahezu
eine Wissenschaft gemacht. In puncto Ansprechen (auch „Approach“ genannt) wird unterteilt in

Indirekt, Direkt und Situational

Die Indirekte Methode schiebt einen Grund vor, warum man das Gespräch sucht. Die Bandbreite
reicht hier von einem halbwegs realistischen Grund, warum ein Gespräch „nötig“ ist bis hin zur
Fadenscheinigkeit.

Beispiele für die Indirekte Methode wären zum Beispiel auf offener Strasse Sätze wie:

„Entschuldigung, kommst du von hier? Ich bin übers Wochenende in der Stadt und du könntest mir
vielleicht eine gute Disco empfehlen…?“

„Sag mal, weisst du wo es hier zum XY-Platz geht?“

„Hey, warte mal… ich und mein Kumpel haben uns gerade über das Für und Wider von Kunstrasen
in Frauenduschen unterhalten… ganz kurz: Seid ihr dafür oder dagegen?“

Im Club könnte es so aussehen:

„Hey, wir hatten gerade ein Streitgespräch: Wer sind die besseren DJ’s? Männer oder Frauen?... Warum?“

Die Bandbreite reicht also vom simplen Vortäuschen eines Gesprächsgrundes bis hin zum
Gesprächseinstieg der so kalkuliert ist, dass er höchstwahrscheinlich einen Lacher hervorruft.

Der Vorteil vom indirekten Ansprechen ist, dass man oft auf „sozial verträgliche“ Art und Weise ein
Gespräch beginnen kann, ohne gleich alle Alarmglocken bei den Frauen schellen zu lassen, dass man
sie eventuell verführen möchte oder nur das eine im Sinn hat.

Der augenscheinliche Nachteil ist allerdings, dass diese indirekten „Opener“ oft nah an der Grenze
zur Lüge liegen und desweiteren auch nur dazu benutzt werden, damit jemand zunächst seine Absichten
vertuschen kann um erst einmal ins Gespräch zu kommen. In der Szene ist die Rede vom „Unter den
Radar schleichen“. In meinen Augen zeugen viele rein indirekte „Opener“ von Charakterschwäche, da
133
man seine eigentlichen Absichten aus Feigheit verdeckt und ein Interesse an einem Tatbestand vorgibt,
welches gar nicht existiert. Es ist eine Form der Schauspielerei, da man eine Rolle spielt und nicht aus
der eigentlichen Intention heraus handelt.

Eine Methode die wesentlich mehr Mut verlangt, jedoch auch wesentlich ehrlicher ist, ist die direkte
Methode. In den meisten Fällen weiss eine Frau, dass wenn ein wildfremder Mann sie anspricht, er gar
nicht wirklich wissen will wie der DJ heisst der da gerade auflegt, sondern einfach das Ziel verfolgt ein
Gespräch mit dieser Frau anzufangen um sie kennenzulernen.

Wäre es dann nicht ehrlicher gleich die Karten auf den Tisch zu legen und zu sagen, warum man
sie anspricht? Würde das nicht von charakterlicher Stärke zeugen und würde eben diese Stärke nicht
umgehend attraktiv wirken, weil es voraussetzt, dass man überzeugt von sich ist und weiss was man will?

Aus diesem Grund sprechen viele „PUA’s“ Frauen nicht mehr indirekt an, weil es in ihren Augen
(völlig zu Recht) eine Lüge ist, sondern eröffnen das Gespräch mit ihrer direkten Absicht:

„Hey, ich bin XY! Ich habe dich gerade gesehen und du gefällst mir, ich will dich kennenlernen!“
„Stop! Du bist niedlich… wie heisst du?“
„Hey, halt mal. Du siehst sympathisch aus, ich musste dich einfach ansprechen!“

Dies wären Beispiele für direkte Opener und ihr Nachteil ist ihr grosser Vorteil:

Es braucht schon eine Portion Mut um auf offener Strasse auf eine wildfremde Frau zuzugehen,
sie anzusprechen und ihr dabei umgehend zu kommunizieren, dass man sie interessant findet und sie
deshalb gerne kennenlernen möchte – Mut den sehr viele Männer nicht haben. Und genau das hebt
einen Mann positiv von der Masse ab: Ehrlichkeit, Mut und die Bereitschaft für das einzustehen woran
er glaubt.

Ein Problem der modernen Gesellschaft scheint es zu sein, dass wir immer mehr unsere Fähigkeit
verlieren auf fremde Menschen zuzugehen und immer kontaktscheuer werden - nicht umsonst erfreuen
sich Internetchatrooms so grosser Beliebtheit und Kontaktbörsen boomen wie noch nie.

Ich empfehle daher einige direkte „Approaches“ auszuprobieren und die Reaktionen zu beobachten.
Wenn die Absicht mit genügend Selbstbewusstsein rübergebracht wird, ist es letztendlich wahrscheinlich,
dass die Frau positiv überrascht ist, da ihr so etwas selten bis nie passiert.

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Zu guter letzt gibt es noch die situationsbedingten „Opener“. Einige Beispiele dafür wären
folgende:

Eine Frau steht an der Bushaltestelle und eure Blicke treffen sich, ihr haltet Blickkontakt und du
sagst:

„Wenn du mich schon so anschaust, dann trau dich wenigstens auch mich anzusprechen!“
(natürlich mit dem entsprechenden freundlichen Unterton in der Stimme)

Du stehst in der Disco an der Theke, es ist sehr voll und im Gedränge kommt dir eine Frau sehr nahe:
Du (mit gespielt ernster Miene): „Kannst du bitte aufhören mich anzugrapschen? Ich hab es wirklich satt
nur als Stück Fleisch gesehen zu werden…“

Diese beiden situationsbedingten „Opener“ sind schon Beispiele für eine Technik die sich C&F –
Cocky and Funny – nennt. Mehr dazu erfahren wir im nächsten Abschnitt.

Allgemein sei noch einmal zu Gesprächseinstiegen festgehalten, dass die beste Methode immer
noch die Ehrlichkeit und Natürlichkeit in Kombination mit einem gesunden Selbstbewusstsein und der
Bereitschaft zu dem was man will zu stehen ist.

Ein selbstbewusstes
„Hey ich bin XY!“

reicht im Grunde genommen völlig aus um einen Gesprächseinstieg zu finden und zeigt, dass du zu
dir und deiner Person stehst und keine Scheu hast auf Frauen zuzugehen und sie anzusprechen, wenn
du sie sympathisch findest. Indirektes Ansprechen führt entweder zu nix oder kommuniziert lediglich
Unsicherheit. Es kann funktionieren, weil man sich selbst wenn man eine Frau indirekt anspricht schon in
dem Punkt von vielen anderen Geschlechtsgenossen unterscheidet, dass man sich überhaupt traut die
Frau anzusprechen, aber der Beigeschmack wird immer so ausfallen:

Ich traue mich nicht, das was ich möchte direkt auszusprechen und muss daher erst einen Vorwand
finden, der es mir erlaubt mit dieser fremden Person die ich interessant finde zu reden.

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4. C & F

Diese Technik wurde von einem amerikanischen PUA namens David DeAngelo formuliert und
bedeutet frei übersetzt soviel wie „Arrogant und gleichzeitig Lustig“.

DeAngelo beobachtete folgendes Problem in der Kommunikation mit Frauen:

Wenn ein Mann zu Arrogant (= „cocky“) von sich selbst redet, erzeugt das eine gewisse
Abwehrreaktion. Arroganz wird als unsympathisch aufgefasst und oft auch als Angeberei verstanden.
Demzufolge ist reine Arroganz also eher kontraproduktiv, als das es Anziehung herstellt. Wenn ein Mann
hingegen zwar ständig Witze macht und versucht die Frauen zu unterhalten, ist dies zwar Lustig (=
„funny“), aber wird oft als das gesehen, was es in den meisten Fällen ist: Die Suche nach Akzeptanz.

Beide Verhaltensweisen für sich alleine genommen, wirken oft so als müsste man irgendetwas
beweisen oder kompensieren und dieses Verhalten wirkt nicht attraktiv. Wenn man diese beiden
Verhaltensweisen allerdings miteinander koppelt, kommt laut DeAngelo eine Art Humor raus, die auf
Frauen attraktiv wirkt, da sie die richtigen Attribute im richtigen Mischungsverhältnis kommuniziert.

Auch wird bei C&F oft mit der Umkehrung bestimmter Stereotype gearbeitet, bestimmte Vorurteile
die Frauen über Männer und ihr Verhalten haben umgedreht und in Richtung der Frauen zurückgeworfen.
Dies soll zusätzlich auf subkommunikativer Ebene zeigen, dass man die bestehenden Rollenklischees
zwar kennt, jedoch über diese Erhaben ist.

„Ich würde ein Mädchen wie dich vom Fleck weg heiraten [PAUSE]… naja und dann eine Woche
später scheiden lassen und mit der Hälfte deines Geldes auf die Malediven absetzen.“

„Ich brauche eine Frau die später mal viel Geld verdient… sie muss mich schon ernähren können,
so dass ich tagsüber ein Auge drauf werfen kann, was das Fernsehen so interessantes zu bieten hat.
Wenn du lieb bist und mir Geschenke machst, koche ich auch ab und an mal was!“

„Ja Süsse, ich weiss dass du am liebsten über mich herfallen würdest, aber wir kennen uns kaum.
Wofür hältst du mich bitteschön?“

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C&F ist dann richtig angewandt, wenn die Frau kurz zweifelt ob es ernst gemeint ist oder nicht, dann
aber letztendlich anfängt zu lachen, weil sie den Scherz verstanden hat. Oft geht das mit einem leichten
Schlag auf die Schulter und einem „Du bist doof!“ einher.

Der Vorteil an dieser Art der Kommunikation ist, dass es zum Einen lustig ist, zum Anderen aber
auch Selbstbewusstsein ausdrückt und eine Art Rollenspiel darstellt, mit dem man auf spielerische
Art und Weise die Unterhaltung führen (!) kann und so leichter in der Lage ist, sie in entsprechende
Richtungen zu lenken. Der zweite Vorteil ist, dass es eine emotionale Art der Unterhaltung ist und keine
wirklich rationale. Viele Frauen mögen diese emotionale Art der Kommunikation und Männer die diese Art
der Kommunikation beherrschen wirken in den meisten Fällen anziehend auf Frauen, welche zumindest
einen gewissen Sinn für Humor haben.

David DeAngelo hat diese Art der Kommunikation nicht erfunden, sondern lediglich daraus eine
Regel formuliert. Viele Männer die erfolgreich im Umgang mit Frauen sind, bedienen sich dieses
Kommunikationsprinzips, ohne nur zu ahnen, dass es in PU Kreisen als C&F bekannt ist.

5. Push and Pull

C&F erzeugt also eine positive Spannung in Gesprächen die man nahezu beliebig weiterführen
kann, indem man immer wieder das Gesagte bestätigt

„Hey, warum lachst du? Das war mein voller Ernst“ --> Spannungsaufbau

und/oder es schliesslich wieder relativiert

„Haha, das hast du wirklich geglaubt? War doch nur ein Scherz…“ --> Entspannung.

Hier kommt ein Prinzip zum Einsatz, was in PU Kreisen „Push and Pull“ gennant wird. Das heisst
übersetzt soviel wie „Heranziehen und Wegdrücken“ und beschreibt den Vorgang, auf der einen Seite
Spannung zu erzeugen um sie schliesslich wieder zurückzunehmen, dann erneut aufzubauen und das
Ganze weiter zu steigern.

Der Grundgedanke dahinter ist zum Einen, die Frau auf eine emotionale Achterbahnfahrt zu schicken,
daher eine Unterhaltung möglichst interessant und spielerisch zu gestalten, zum Anderen aber auch die
Annahme das Anziehung mit einem Seil beim Tauziehen zu vergleichen ist:
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Wenn ein Mann und eine Frau sich ständig von einander wegbewegen, reisst das Seil und die
Anziehung ist zerstört. Wenn allerdings der Mann und die Frau ständig nur übertrieben nett zueinander
sind, wird das sehr schnell langweilig für beide Seiten und es endet vielleicht in einer guten Freundschaft,
aber nicht im Liebesakt. Eine perfekte Verführung auf beiden Seiten wäre also ein ständiges spielerisches
Hin und Her, bei dem das Seil niemals locker wird, sondern ständig sexuelle Spannung besteht.

Push & Pull nimmt diese Annahme als Grundprinzip und arbeitet damit im Sinne der Erschaffung
(sexueller) Anziehung. Es ist ein spielerisches Hin und Her zwischen Mann und Frau das, wenn es von
2 Partnern gespielt wird die dieses Spiel beide beherrschen, einem regelrechten Tanz gleichkommt der
letztendlich in den meisten Fällen in der Entladung im Akt mündet.

Auf das Grundprinzip heruntergebrochen funktioniert Push & Pull folgendermaßen:

Man „zieht“ die Frau zu sich heran, indem man einen Hinweis fallen lässt, dass man sie attraktiv
finden bzw. Interesse an Ihr haben könnte und „stösst“ sie kurzerhand wieder ein Stück weg, damit sie
sich dir nicht zu sicher ist.

Eigentlich ist Push & Pull eine Technik, die oft meisterhaft von Frauen angewandt wird und hier zeigt
sich die Stärke des Wirkungsprinzips:

Eine Frau flirtet dich an, macht dir vielleicht Komplimente bis hin zu relativ eindeutigen „Einladungen“
und als du darauf eingehen willst, hält sie dich zurück, sagt dir, dass das was du vorhast „nichts wird“
und legt nach, das du ja „eigentlich nicht ihr Typ bist“ oder ähnliches. Anstatt jetzt die Schlüsse daraus
zu ziehen und nie wieder mit dieser Frau zu reden, was die LOGISCHEN Konsequenzen wären, führt es
auf einer EMOTIONALEN Ebene dazu, das du zunächst frustriert bist, aber schliesslich die Frau umso
mehr willst, weil du dir der Sache plötzlich beileibe nicht mehr sicher bist. Ein simples psychologisches
Prinzip, aber sehr wirkungsvoll.

Genau wie Push & Pull auf uns wirken kann ist es auch umgekehrt möglich. Für eine Frau liegt
es nur aufgrund der vorherrschenden Sozialisation, die davon ausgeht dass die Frau „auswählt“, sehr
viel näher diese Technik bewusst oder wesentlich öfter auch unbewusst anzuwenden um Anziehung
zu erzeugen und im Sinne von Preselektion gleichzeitig herauszufinden ob du ein Mann bist, der nicht
aufgibt, selbstbewusst ist und weiss was er will, oder ein Waschlappen, der sich beim leichtesten Anflug
von Gegenwind verzieht.

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Hier liegt auch gerade die Stärke dieser Technik: Es ignoriert das bestehende Rollenbild, arbeitet
mit Verwirrung und im besten Falle emotionalen Achterbahnfahrten seitens des Gegenübers und schafft
so Interesse und Anziehung. Richtig angewandt eine sehr wirksame Gesprächstechnik um Konversation
spannend zu gestalten, da man die Absichten eines Gesprächs im spielerischen (!) Sinne Unklar lässt.

Beispiele für geschicktes Push & Pull sind folgende:

Man trifft sich mit einer Frau zu einem Date mit ihr und ihr habt eine gute Zeit zusammen. Man flirtet
was das Zeug hält, aber sagt ihr im gleichen Atemzug „Ich hoffe du denkst nicht, dass da irgendetwas
zwischen uns laufen wird. Ich möchte nicht, dass unsere Freundschaft gefährdet wird“

Genauso funktioniert es fantastisch einer Frau zu erzählen, dass man sie „wirklich sehr gerne hat…“
und sie „wie eine kleine Schwester“ für dich ist. Natürlich sollte das alles in einem Tonfall rübergebracht
werden, der durchaus Zweifel an der Gesamtaussage zulässt.

6. Neghits & „Bitchshields“

Wenn es etwas in der PU-Community gibt, was wirklich umstritten ist, dann ist es die Anwendung
sogenannter „Neghits“. „Neghit“ setzt sich aus den Worten „Negative“ und „Hit“ zusammen und bezeichnet
eine negative Bemerkung um eine hübsche Frau, die allerdings sehr arrogant und eingebildet erscheint,
von ihrem hohen Ross herunterzuholen. „Erfinder“ dieser Technik ist ein PU-Guru namens Mystery – mit
einer eigenen MTV Show und einer Hauptrolle in der Buchdokumentation „The Game“ (dt.: „Die perfekte
Masche“) weltweit wahrscheinlich der bekannteste PUA.

Mystery hat sich auf die Verführung von Stripperinnen, Berühmtheiten und extrem hübschen Frauen
spezialisiert die alle ein, wie er es nennt, „Bitchshield“ mit sich herum tragen: Das bedeutet, dass
diese Frauen derart oft von Männern angesprochen werden, dass sie sich mit der Zeit eine arrogante
Art angewöhnt haben um sich in gewisser Weise vor den ständigen Anmachen diverser Männer zu
schützen. Diese „Maske“ wenn man so will ist allerdings nicht die wahre Persönlichkeit dieser Frauen
und sie sind auch in den meisten Fällen nicht so unfreundlich, wie sie auf den ersten Blick erscheinen,
es ist lediglich eine Art Schutzmechanismus um sich vor allzu flachen Anmachen zu schützen. Dieser
Schutzmechanismus dient desweiteren dazu quasi die Spreu vom Weizen zu trennen, nämlich zu sehen
ob ein Mann sich von der abweisenden Art einer Frau einschüchtern lässt oder nicht.

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Mystery’s Taktik um dieses „Bitchshield“ zu brechen ist es einen sogenannten „Neghit“ zu Anfang
der Kommunikation einzubauen, indem man bewusst ein Merkmal an der Frau herauspickt, was man
quasi niederredet und sich so möglichst unbeeindruckt von ihrer Schönheit und ihrer Art zeigt.

Beispiele für „Neghits“ sind zum Beispiel folgende:

„Hey, auch einen Kaugummi? Ist gut gegen Mundgeruch…“


„Ihhhh, hast du mich gerade angespuckt…?!?“
„Hey, cooles Top… ich habe heute schon 2 andere damit gesehen. Ist das jetzt modern?“

Dies könnte man endlos fortsetzen und es sollte klar sein, wie es funktioniert. Der psychologische
Gedanke dahinter ist, dass man sich von anderen Männern unterscheidet indem man nicht der hundertste
Mann des Abends ist, der ihr sagt wie schön ihre Brü… ähhm Augen sind und sie gleichzeitig in eine Art
Defensive drängt, in der sie sich verteidigen und somit qualifizieren muss.

Die Kehrseite der sogenannten „Negs“ ist allerdings, dass man immer ganz nah an einer ernsthaften
Beleidigung ist, gerade wenn man nicht weiss wie man diese Sprüche rüberzubringen hat. Desweiteren
ist es trotz aller psychologischer Finesse nach wie vor so, dass der Grundgedanke bestehen bleibt

„Die Frau steht höher als Ich, deshalb muss ich sie von ihrem Podest herunterholen!“.

Das ist ein sehr schädlicher Glaubenssatz und ein relativ weit verbreitetes Stigma auch und gerade
in der PU Szene.

7. DHV

Wert ist eine variable und individuelle Grösse. Was für den einen von Wert ist, ist für den anderen
völlig normal, trivial bis hin zu wertlos. Ein Glas Wasser hat für einen Verdurstenden in der Wüste
einen ungleich höheren Wert als für einen Menschen, der zuhause auf seinem Sofa hockt und nur zum
Wasserhahn gehen müsste um sich eben dieses Glas Wasser zu holen.

Wir Menschen suchen ständig nach Dingen die für uns von Wert sind und genauso ist es auch bei
der Partnerwahl: Werte nach denen die meisten Männer bei Frauen suchen sind zum Beispiel gutes
Aussehen, Offenheit, Humor, Einfühlungsvermögen, Intelligenz und Sexappeal. Diese Liste lässt sich
beliebig fortführen und jeder hat seine individuelle Vorstellung was für ihn von Wert ist.
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Wir fühlen uns zu Menschen und Dingen hingezogen, die für uns von hohem Wert sind und danach
suchen wir auch unsere Partner aus.

Hierbei gilt es zu beachten, dass wir zwar einerseits nach hohem Wert streben, wir aber gleichzeitig
auch überzeugt davon sein müssen, dass dieser Wert für uns erreichbar ist. Wir suchen also nach
Personen die einen hohen Wert für uns haben, diese Menschen müssen aber gleichzeitig für uns überhaupt
erreichbar erscheinen, damit wir uns von ihnen angezogen fühlen. Ein weibliches Supermodel erscheint
den meisten „normalen“ Männern so weit entfernt, dass sie höchstens für diese Frau schwärmen, aber
keine wirkliche Anziehung erfahren. Genauso verhält es sich bei den Frauen.

Wenn in der PU-Szene von DHV gesprochen wird, ist eine „Demonstration of High Value“ gemeint
(oder auch „Display High Value“), eine Demonstration, das man selbst über einen hohen Wert verfügt
bzw. diesen Wert der Frau kommuniziert. Das kann auf viele verschiedene Arten passieren:

Gutes Aussehen ist eine DHV


Humor und die Fähigkeit andere Menschen zum Lachen zu bringen ist eine DHV
Ein großer Freundes- und Bekanntenkreis ist eine DHV
Eine spezielle Fähigkeit ist eine DHV
Ein spezieller Wert, der bei der Frau hoch im Kurs steht ist eine DHV
Kreativität ist eine DHV

Diese Liste liesse sich noch endlos weiterführen.

Eine DHV ist immer eine Handlung, eine Geschichte oder ein Umstand der zeigt, dass du über hohen
Wert verfügst. Das kann zum Beispiel geschehen, indem du auf fremde Menschen zugehen kannst und
sie zum Lachen bringen kannst, oder indem du mit 2 hübschen Frauen eine Bar betrittst und dich andere
Frauen in der Gegenwart dieser Frauen sehen, so dass sie wissen, dass du begehrt und den Umgang
mit hübschen Frauen gewohnt bist.

Wichtig zu beachten ist, dass Angeberei keine DHV ist, sondern eher das Gegenteil.

Wenn du ausufernd erzählst wie viel du verdienst und wie viele Frauen etwas von dir wollen und was
für ein toller Kerl du doch bist, so wirkt das auf andere Menschen, als hättest du es nötig diese Dinge
zu erwähnen und das ist nicht attraktiv. Ein selbstsicherer und selbstbewusster Mensch hat es nicht
nötig anzugeben sondern hat andere Techniken um zu zeigen, dass er ein interessanter und begehrter
Mensch ist.

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8. Storytelling – Über die Macht einer gut erzählten Geschichte…

Es ist also nicht verkehrt zu zeigen, dass man eine interessante Person ist und einiges zu bieten hat,
jedoch wirkt es auf Menschen unsympathisch oder zu gedrängt, wenn man es in Form von Angeberei tut.
Viel effektiver als eine Botschaft gerade heraus zu vermitteln ist es, sie in eine interessante Geschichte zu
verpacken, die geschickt in ein Gespräch eingebettet wird.

Sie: Hmmm, ich war heute an der Eisdiele und da war so ein schmieriger Kellner, der hat sich für den
geilsten Typen auf der ganzen Welt gehalten…

Du: Hehe, ich glaube das ist normal bei Eisdielenverkäufern. Ich erinnere mich noch daran, als ich
damals in Italien war. In Neapel war so eine enge Gasse und da waren zwei Eisdielen gegenüber. Die
Eisverkäufer haben sich gegenseitig in Spielereien übertroffen, haben Eiskugeln durch die Luft geworfen
und jede hübsche Frau angemacht die vorbeilief. Meine Begleitung war natürlich gefundenes Fressen
für die Jungs und es ging auch gleich los: „A ciao bella…“ und so weiter.

Klar: Hübsches blondes Mädchen ist eine Einladung für die. Gottseidank war die Kleine gut drauf,
hat sich sofort bei mir in den Arm geworfen und den beiden die Zunge rausgestreckt. Im Endeffekt noch
Glück gehabt, dass die uns nicht mit Stracciatella bombardiert haben.

Aber viel wichtiger: Magst du Stracciatella?


Was ist in dieser Geschichte alles verpackt?

Du warst in Italien, bist also an Reisen interessiert. Du warst unterwegs mit einer hübschen, jungen
Dame, lässt aber offen in welcher Beziehung sie zu dir stand in diesem Moment. Du erzählst etwas
Witziges mit der Übertreibung am Ende und nutzt diese Übertreibung als Überleitung zu einer Frage um
das Gespräch weiterzuführen, dass heißt, dass du nicht zu lange auf einem Thema rumreitest, sondern
die Unterhaltung führst.

Im Gegensatz dazu steht so eine Erzählung:

Du: Weisst du, ich war letztens wieder in Italien, in Neapel um genau zu sein. Ich hatte eine hübsche
Blondine dabei, die total auf mich stand. 2 südländische Typen haben sie ständig angemacht, aber die
Kleine war einfach verrückt nach mir…“

Sie: Ähhhhm, okay…

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Die obere Geschichte ist interessant, witzig und sagt alle wichtigen Sachen aus. Die untere
Geschichte ist simple Angeberei und sorgt eher für unangenehme Stille im Gespräch als für einen guten
Vibe oder gar so etwas wie Anziehung.

Die Gabe eine interessante Geschichte zu erzählen ist allerdings schon an sich eine DHV.

Spannende Geschichtenerzähler sind überall beliebt und Geschichten erzählen ist eine Technik die
man dazu nutzen kann um Konversationen in bestimmte Richtungen zu lenken und so die führende Rolle
in Gesprächen zu führen. Diverse Techniken hierbei sind

Geschickte Pausensetzungen
Interessante und ungewöhnliche Gesprächsthemen und Pointen
Neugier beim Gegenüber wecken
Emotionale Wendungen
Und noch viele mehr

Diese Techniken sollen hier nicht Thema sein und würden den Rahmen sprengen. Es gibt sehr gute
Literatur zu dem Thema (siehe Anhang).

9. Frames – Gesprächsrahmen und Bedeutungen

Konversationen sind eine interessante Form der sozialen Dynamik. In nahezu allen Gesprächen ist
es so, dass es eine Person gibt die führt und eine die folgt. Diese Parts können schwanken oder auch
sehr eindeutig verteilt sein. In der krassesten Ausführung steht hier der Monolog.

Wenn man so will, finden alle Gespräche unter bestimmten Rahmenbedingungen statt:

Der sogenannte Metaframe („übergeordnete Rahmen“) bestimmt, welche Grundkonstellation durch


die aufeinandertreffenden Personen auftritt. So ist es zum Beispiel so, dass bei einem Gespräch zwischen
dem Chef und dem Auszubildenden zumeist der Chef bestimmt, wohin dass Gespräch gehen wird,
während in einer Konversation zwischen zwei Freunden im besten Fall ein „Hin und Her“ auftritt.

Wir sehen diese Gesprächsrahmen oft als gegeben an, das sind sie aber keineswegs immer. Man
spricht anders mit einem Menschen, von dem man eine hohe Meinung hat, als mit einem Menschen von
dem man nicht viel hält und der Lehrer spricht anders zur Klasse, als der Schüler zum Lehrer.
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Fakt ist aber, dass vieles davon in unserem Kopf passiert und deshalb bestimmt unser
Selbstbewusstsein und unsere Meinung von uns selbst den Gesprächsrahmen mit.

Wenn man im PU von Frames spricht, dann meint man Annahmen bzw. Gesprächsrahmen, die man
selber durch seine Glaubenssätze setzt. Da dies sehr kompliziert klingt, wollen wir dies anhand einiger
Beispiele veranschaulichen:

Stell dir vor, dass jede Frau auf diesem Planeten es darauf abgesehen hat, dich zu küssen. Du
sprichst mit ihnen und die Gespräche sind vielleicht trivial, aber du weisst ganz genau, dass sie es nur
auf das eine abgesehen haben.

Stell dir vor, du wärst einer der grössten Verführer aller Zeiten. Nehmen wir an du wärst Hugh Heffner
oder Casanova – wie würdest du auf eine Frau zugehen? Wir würdest du mit einer Frau sprechen? Wie
würdest du dich bewegen? Wie selbstsicher wärst du?

Natürlich entspricht dies (in den meisten Fällen) nicht der Realität, aber es kann eine interessante
Erfahrung sein, diese Annahmen für eine bestimmte Zeit in sein Denken aufzunehmen. Die oben
beschriebenen Frames haben zum Beispiel eines gemeinsam:

Sie treffen beide die Vorannahme, dass die Frau sich eh von dir angezogen fühlt und euch nicht
wiederstehen kann und wenn man diese Annahme im Kopf hat strahlt man dementsprechendes aus. Die
gesamte Mikrokommunikation in Form von Körpersprache, Tonalität, etc. wird selbstbewusster und eben
das sind Kriterien, die zum Erfolg führen können.

Man kann allerdings mit Frames auch einen Schritt weitergehen, diese ausformulieren und schliesslich
in Form von Rollenspielen ausleben. Dies kann sehr interessant sein, wenn man eine Flirtpartnerin hat,
die dementsprechend spontan und humorvoll ist.

„Wenn du ein Hund wärst, was für eine Rasse wärst du dann?“

Wäre zum Beispiel eine gute Einleitung um mit ihr über den Bereich Hunde, diverse
Gesprächsrollenspiele zu spielen, ihr zu erzählen, dass man sie eventuell aufnehmen würde, aber nur
wenn sie stubenrein ist und so weiter. All das erzeugt interessante Abwechslung in Gesprächen und
kann durchaus attraktiv wirken.

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10. Der Reset-Knopf

Dies sind die wichtigsten PU-Techniken sehr kurz im Überblick zusammengefasst.

Ich möchte mich hier lediglich auf diesen Überblick beschränken, da jeder der sich näher über
PickUp informieren möchte, dies über die einschlägige Literatur oder das Internet tun kann.

Viele der hier beschriebenen Techniken sind nicht nur hilfreich für den Umgang mit Frauen, sondern
auch mit Menschen im Allgemeinen. Diverse Themen mit denen sich die PU Szene noch beschäftigt und
die hier nicht behandelt bzw. zum Teil an späterer Stelle aufgegriffen werden, sind zum Beispiel das
sogenannte „Kino“ (d.h. der gezielte Einsatz von Berührungen, abgeleitet von Kinästhetik = Fühlen), das
Lesen von Körpersprache und die Anwendung diverser Kommunikationstechniken aus dem Bereich der
Neurolinguistischen Programmierung (kurz: NLP).

Pick Up unterteilt sich in die Teile „Outer Game“ und „Inner Game“. Die hier beschriebenen Techniken
beziehen sich auf das „äußere Spiel“ (vom Bereich „Frames“ mal abgesehen), d.h. die Anwendung
diverser Techniken oder auch „Werkzeuge“ in Verführungssituationen. Auf der anderen Seite steht
das „innere Spiel“, die innere Einstellung zu sich selbst und zu anderen Menschen, die als mindestens
genauso wichtig erachtet wird. In meinen Augen ist diese innere Einstellung sogar sehr viel wichtiger.

Die PU-Bewegung ist eine gute Sache und ein lange nötiger Austausch unter Männern, den die
Frauen uns schon seit Ewigkeiten voraus haben, denn Frauen sprechen im Gegensatz zu den meisten
Männern ständig über derartige Themen. Ich kann daher auch Jedem der sich noch nicht mit PU
beschäftigt hat ans Herz legen, sich in den diversen Foren und auch anderen Büchern zumindest einen
eigenen Überblick zu verschaffen.

Bei aller Sympathie für PU möchte ich allerdings einige Dinge anmerken, durch die in meinen Augen
gedankliche Probleme bei der Anwendung diverser „Outer Game“-Techniken entstehen können:

1. Oft ist es gerade bei Anfängern in diesen Bereichen so, dass sie zwar die Techniken anwenden,
aber viele dieser Techniken entstehen nach wie vor aus dem Glaubensgrundsatz „Die Frau wählt im
Endeffekt aus und ist daher in diesem Sinne höhergestellt als Ich!“

Alleine durch die Anwendung diverser Techniken ohne die entsprechende gesunde Einstellung dazu,
besteht also weiterhin das Problem die Frau auf ein gedankliches Podest zu heben und das wiederum
verhindert eine gesunde Begegnung auf Augenhöhe im gegenseitigen Respekt, wie es idealerweise der
Fall sein sollte.
145
2. Der Vorteil den Techniken in Form von (vorgefertigten) Routinen haben, ist das derjenige der
sie anwendet zunächst den lockeren Umgang mit Frauen hinter einer Maske lernen kann, wenn man
so will. Viele Männer die mit PU in Kontakt kommen, haben diese Sicherheit und Lockerheit in Flirt- und
Verführungssituationen nicht und müssen sich eben das erarbeiten – diesen Männern kommen eben
diese Routinen zu Gute.

Gefahr besteht allerdings dann, wenn diese Menschen sich zu sehr an Routinen klammern und
anfangen für jede Situation vorgefertigte Lösungsvorschläge zu suchen:

„Was soll ich sagen, wenn sie das sagt und was tun wenn sie jenes macht?“

Die Community spricht in fortgeschrittenen Fällen dieser Unselbstständigkeit von „sozialen


Robotern“, die lediglich vorgefertigte Programme abspulen anstatt selbst zu denken und zu handeln,
aus Angst Fehler zu machen.

3. Eben dieses Phänomen führt uns zum dritten Problempunkt:

Es ist egal, wie lange jemand dieses „Routinenspiel“ durchziehen kann und wie viele vorgefertigte
Lösungen er für alle erdenklichen Situationen in petto hat, irgendwann kommt der Punkt an dem ihm die
Lösungen ausgehen und die Maske fällt. Das mag Minuten nach dem ersten Kennenlernen passieren,
nach dem ersten Kuss, nach dem ersten gemeinsamen Sex oder auch erst nach Wochen oder Monaten,
aber der Zeitpunkt wird kommen, wenn die Maske fällt und dann steht dieser Mensch nur mit dem da,
was er selbst ist. Und wie sicher und zufrieden ein Mensch mit seinem Selbst ist, dass entscheidet die
Liebe zu sich selbst und die Arbeit an sich, das Wissen und die Akzeptanz über die eigenen Fähigkeiten
und Schwächen und letztendlich auf höchster Ebene der hundertprozentige Glaube an das eigene Ich.

Wir werden uns intensiv mit eben diesen inneren Prozessen und Anschauungen auseinandersetzen,
die hilfreich sind zu einem starken Selbstbewusstsein und einem gesunden Umgang mit sich selbst zu
gelangen und das stellt letztendlich eine wichtige Grundvoraussetzung für die Entstehung einer starken,
charismatischen und eigenständigen Persönlichkeit dar.

Ich empfehle an dieser Stelle, das gelernte zunächst sacken zu lassen und gewisse Teile des Buches
die in diesem Kapitel besprochen Techniken und Routinen fürs erste außer acht zu lassen, quasi den
„Reset“-Knopf zu drücken, wenn man so will. Einige dieser Techniken können hilfreich für interessante
Gesprächsführungen und den Umgang mit dem anderen Geschlecht sein, weshalb ich auch empfehlen
kann diese nach vollständiger Verarbeitung und Aufarbeitung dieses Buches wieder zu Rate zu ziehen
und sie quasi als Zusatz im Sinne der Erweiterung der eigenen Kommunikationsebenen zu nutzen.
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Wir wollen nun allerdings zunächst auf tiefer innerer Ebene ansetzen um letztendlich im weiteren
Voranschreiten zu erlernen, Anziehung aus uns selbst zu erschaffen und einen natürlich erfolgreichen
und unverkrampften Umgang mit Menschen im Allgemeinen und dem anderen Geschlecht im Speziellen
zu erreichen. Wenn wir das geschafft haben werden wir merken, dass diese Techniken ein gutes Stück
Wissen darstellen und wir sie gut und gerne als Extra und Zusatz nutzen können um eine Unterhaltung
aufzupeppen, wir Anziehung allerdings auf natürliche Art und Weise durch das Vertrauen in die eigene
Natur erzeugen.

11. Dein Selbst kommt immer zum Vorschein

Wir leben in einer Gesellschaft in der Personenkult betrieben wird wie niemals zuvor.

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum die Boulevardpresse alles breittritt,
was irgendwelche Prominenten angestellt haben, warum sich die Modeindustrie sofort darauf stürzt,
wenn irgendeine Berühmtheit einen neuen „Trend“ ins Leben gerufen hat und wieso das Fernsehen
ständig darum bemüht ist, das Leben der Reichen und Schönen und was man für Geld alles kaufen kann
zu präsentieren?

Wir suchen krampfhaft nach Idolen, nach Vorbildern wie wir sein wollen und lassen uns in den
extremsten Fällen auf Irrwege leiten, die mit der Realität wenig zu tun haben.

Es ist nicht verkehrt Vorbilder zu haben, die uns anspornen an uns zu arbeiten oder uns Anhaltspunkte
geben wie wir bestimmte Dinge in unser Modell der Realität integrieren können, aber es gibt einen
Unterschied zwischen lernen durch Menschen die uns etwas voraus haben und blinder Verehrung.

Diese blinde Verehrung, die viele Menschen gegenüber irgendwelchen Stars und Sternchen
betreiben entspringt in den meisten Fällen einer gefährlichen Sehnsucht – der Sehnsucht nach dem Leben
eines anderen Menschen. Ob man nun ein Teil davon sein möchte, nach einem dementsprechenden
Leben strebt oder nur davon träumt tut wenig zur Sache.

Fakt ist jedoch: Je mehr jemand das Leben eines Anderen anhimmelt und danach strebt etwas zu
sein was jemand Anderes ist, desto unzufriedener ist dieser Mensch mit seinem eigenen Leben und
seinem eigenen Ich.

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Leider passt dieser Personenkult und die entsprechende blinde Verehrung genau in das Schema
der modernen Gesellschaft. Wir werden solange mit Reizen vollgepumpt, bis wir selbst kaum mehr
wissen wo wir stehen und wer wir eigentlich sind. Das ist der Grund für die Wunderpillenmentalität, die
uns umgibt und die Suche nach schnellen Lösungen zum „ganz großen Glück“, über die wir bereits im
Kapitel über die Soziale Konditionierung gesprochen haben.

Aber die Erkenntnis hinter all diesen Phänomenen ist diese: Man kann noch so sehr versuchen
nach etwas zu streben, was man nicht ist und man kann noch so sehr nach vorgefertigten Lösungen für
jegliche Situationen suchen, irgendwann erreicht man immer den Punkt, wo das gesamte Konstrukt in
sich zusammenbricht und man sich nur auf das Verlassen kann, was man Selbst ist.

DAS SELBST KOMMT IMMER ZUM VORSCHEIN!

Vielleicht dauert es eine gewisse Zeit, aber je näher wir andere Menschen an uns heranlassen und
je mehr wir von uns preisgeben, desto mehr tragen wir unsere wahre Identität nach außen.

Und hier kommt die Relevanz für sämtliche zwischenmenschliche Beziehungen und für die Interaktion
mit dem anderen Geschlecht im Speziellen ins Spiel:

Je mehr wir nach vorgefertigten Lösungen handeln und je mehr wir uns verstellen, desto tiefer fallen
wir, wenn unsere Maske zerbröckelt und unser Ich zum Vorschein kommt.

Das ist das Problem mit den gesellschaftlichen Annahmen, wie ein Mann sich Verhalten „muss“
um eine Frau für sich zu gewinnen und das Problem mit diversen PickUp-Routinen die bestimmte
Verhaltensweisen vorgeben, die von Menschen erfolgreich angewandt worden sind. Diese Menschen
sind aber deshalb erfolgreich, weil eben diese Verhaltensweisen für sie passend sind, weil sie damit
authentisch und kongruent rüberkommen und es mit ihrem Charakter zu vereinbaren ist. Mehr noch: Weil
es aus ihnen Selbst kommt.

Es gibt diverse Charakterzüge, die einen Menschen attraktiv machen und Andere die das Gegenteil
bewirken – das ist eine Wahrheit, die so trivial ist, dass sie nur schwer bestritten werden kann. Aber
darüber hinaus gibt es nicht „DIE“ Verhaltensweise, die garantierten Erfolg bringt. Man kann auf viele
verschiedene Arten zu demselben Ziel gelangen, wenn man mit sich, seiner Natur und seinem Selbst im
Reinen ist.

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Authentizität und wahres Selbst-Bewusstsein im eigentlichen Sinne sind Charakterzüge die auf
andere Menschen in den meisten Fällen auf natürliche und leichte Art und Weise attraktiv wirken, aber
es sind auch Charakterzüge, die selten geworden sind in der modernen Zeit und je höher das Selbst-
Bewusstsein und die Selbst-Akzeptanz eines anderen Menschen ist, desto mehr wird er Authentizität zu
schätzen wissen. Unsichere Menschen hingegen werden einen dafür beneiden und weil sie diesen Neid
nicht zugeben wollen oder können, mündet es in Verachtung und Verurteilung, aber ihre Verurteilung und
Verachtung ist in den meisten Fällen der sicherste Indikator für mangelndes Selbst-Bewusstsein.

Es ist wichtig das zu begreifen, denn die meisten Menschen handeln so, weil sie Angst davor
haben eigenes Unvermögen in bestimmten Bereichen einzugestehen, vor allem vor sich selbst. Dieses
Eingestehen nämlich bedeutet Schmerz auf tiefer Ebene und vor diesem haben viele Menschen fast
noch mehr Angst als vor dem Tod.

In diesem Sinne passt ein Zitat aus Michael Endes „Unendlicher Geschichte“ hervorragend:

„Wenn sie ihrem wahren Selbst ins Auge blicken, laufen die meisten Menschen davon…“

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LTR for Dummies oder die perfekte Beziehung?
tobias99

Hey Guys... ich möchte gerne einige Punkte ansprechen, die mir persönlich geholfen haben meine
bestehende LTR aus einem anderen Gesichtspunkt zu sehen, sowie werde ich auch einige Punkte
ansprechen, die mir aus vielen Posts in der Beziehungskiste aufgefallen sind.

Dieser Abriss – und es kann nur ein Abriss sein, denn das Thema würde sonst Bibliotheken
füllen, geht um Grundsätzliches: Um Projektion, Erwartungshaltung, pre-LTR, Chancen in der LTR zum
Weiterentwickeln bis zu den Idealen die uns die Medien einbläuen.

Wir gehen von dem harten Tobak der Spiritualität bis zur praktischen Umsetzung.

Jeder möge für sich das mitnehmen was für Ihn passt.

Projektionen
In der Psychoanalyse nach Sigmund Freud versteht man unter Projektion einen Abwehrmechanismus,
bei dem eigene, unerträgliche Gefühle und Wünsche einem anderen Menschen (oder Gegenstand)
zugeschrieben werden. Ein prominentes Beispiel ist die Paranoia.

„Projektion ist das Verfolgen eigener Wünsche in anderen.“


Sigmund Freud

Beispiel: Ein angehender Junge/Mann der eher in sich gekehrt ist und nicht aus seiner Haut heraus
kann lernt ein hippes Partygirl kennen, die sich sofort integriert und durch ihre einnehmende Art den SC
unterhält. Sie zieht den Pua in ihrem Bann, weil Sie das ist, was der Pua an Charaktereigenschaft gerne
hätte, derzeit aber nicht ist.

Das Wesen der Projektion


Grundsätzlich ist die Projektion eine Sache der Perspektive. Wer kennt das nicht wenn gesagt wird:
„Deine Umwelt spiegelt dich selbst.“

Etwas, was wir nach Außen hin ausstrahlen, dessen wir uns nicht bewusst sind, ist etwas, das in uns
ist, was erfahren werden will.

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Und das was wir erfahren, nehmen wir als Teil eines Lernprozesses/Erfahrungsprozesses in uns
wieder auf. Trotzdem fällt es uns zuweilen schwer, das widergespiegelte zu akzeptieren, bzw. dieses als
Lern und Weiterbildungsprozess zu begreifen.

Warum ist das so?

Wir sehen uns als Individuum, als getrennt von außen. Daher nehmen wir diesen Spiegel nur
unbewusst war. Die Getrenntheit ist nicht wirklich. Sie hat sich allerdings kulturgeschichtlich derart in
unseren Köpfen festgesetzt, dass sie als solche, als Getrenntheit, erlebt wird.

Trotzdem ist dieser Mechanismus des Getrenntseins wichtig, da wir nur lernen können wenn wir
etwas ins Außen stellen, nur dann können wir was erleben oder erfahren. Über uns.

Erwartungen
Eine Erwartung ist etwas, was derzeit nicht da ist. Dies ist die Definition.

Welche Vorraussetzungen müssen herrschen dass eine Erwartung eintritt? Was sagt die Spiritualität?
Es kann nur (!) das eintreten was potentiell da ist. Was potentiell nicht da ist, tritt nicht ein. Ergo ist die
Erwartung eine Form der Zuversicht, eine Form der Gewissheit und des Begreifens das etwas Bestimmtes
in der Zukunft eintritt.

Um weiter in der Spiritualität zu verweilen. Ich erwarte etwas, was im hier und jetzt nicht da, nicht
vorhanden ist. Da es aber nicht bereits da ist, tritt es auch nicht ein. Man kann nicht das erwarten, was
man sein will, wenn man es nicht ist. Die Erwartung und das Sein schließen sich einander aus.

Bsp.: Wenn ich mit Biegen und Brechen eine Freundin haben möchte, so werde ich (in aller Regel)
keine Freundin bekommen.

Warum?

Der Wunsch ist aus einem Mangel entsprungen. Dem Mangel an körperlichen, geistig-seelischer
Zuwendung. Ich denke jeder, der eine Zeit lang solo war (ist) kann dem Paradoxon folgen. Warum ist es
so, genau dann, wenn ich keine Freundin haben möchte, wenn ich mit mir selber zufrieden bin, wenn ich
mein Leben nach meinen Maßstäben lebe, warum ergeben sich dann erst die vorher so herbeigesehnten
Chancen“?

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Oder, ich habe eine Feundin, urplötzlich lerne ich jemanden kennen, der mich noch mehr
interessiert? Vielleicht hat sich auch jemand zigmal erfolglos bei seinem Traumjob beworben und auf
einmal, nachdem er bei einem Arbeitgeber unterschrieben hat, flattern weitere Gesprächseinladungen
ins Haus, von potentiell attraktiveren Arbeitgebern?

Hat Ähnliches wirklich noch niemand erlebt?

Menschen wundern sich immer und immer wieder, dass das, was man „erwartet“, nicht eintritt.
Vielmehr ist wichtig zu wissen, das man das sogenannte „Sein“ ist. Aus dem ausgereiften Sein werde ich
die Umwelt formen, aus der eigenen inneren Fülle, genau aus dieser kann ich das geben, was andere
brauchen.

Was heißt das in der LTR?

Projektionen und Erwartungen sind schleichendes Gift für eine LTR. Und diese Dinge laufen nicht
bewusst, diese laufen unbewusst ab. Und daher sind diese auch so gefährlich. Wir haben in unserem
inneren immer einen gegengeschlechtlichen Anteil, jeder Mann ist im inneren ein Stück weit feminin,
eine Frau maskulin. Wir neigen dazu unseren gegengeschlechtlichen Anteil auf die andere Person zu
übertragen. Was wir dann lieben, ist nicht die andere Person, sondern der eigene Anteil von uns den
wir übertragen haben. Wir lieben (oder auch nicht) uns selber, allerdings über den Umweg der anderen
Person in der Partnerschaft.

Wenn davon auszugehen ist, dass beide innerhalb der LTR jeweils sich selber über den Umweg
des Partners lieben, dazu noch eine gehörige Portion Emotion ins Spiel kommt, ist das die Eintrittskarte
in den Vergnügungspark der:

Abhängigkeit
Manipulation
Needyness
Besitzergreifung.

Was passiert üblicherweise am Anfang einer LTR? Man versucht sich von der besten Seite zu
zeigen, man richtet sein Verhalten unbewusst nach dem Partner, man verhält sich definitiv nicht so,
als ob man allein wäre. Der andere Partner macht das im Idealfall ebenso. Dabei ist das Verstellen
im Sinne des Versuches, dem Partner zu gefallen eine bestimmte Art der Selbstverleugnung. Und da
niemand diese Maske lange aufrechterhalten kann, da dieses Verstellen eine immense Energie kostet
sowie die eigene Psyche eine Selbstverleugnung nicht akzeptiert, kehren wir irgendwann zu unserem
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ursprünglichen Zustand zurück. Und dann passiert genau das, wenn es heißt: „Du hast dich verändert,
es passt nicht mehr, wir haben uns auseinandergelebt“, usw... Dabei sind die jeweiligen Partner zu ihrem
ursprünglichen Zustand zurückgekehrt. Zu dem was diese vor der Partnerschaft waren und nach der
Partnerschaft wieder sind. Sicher, man versucht sich, von der besten Seite zu zeigen, aber sich selbst
dem Partner zuliebe zurückzustellen bedeutet ein Verlust der eigenen Integrität und Authentizität. Der
Weg ist frei für Manipulation und Machtspielchen.

Wie entkomme ich diesem immer wiederkehrenden Phänomen?

Beide Partner müssen sich über ihre unbewussten Erwartungen und Projektionen an den anderen
im Klaren werden. Man muss sich denen bewusst werden, diese notfalls ansprechen. Noch wichtiger
ist meines Erachtens ein gemeinsames Ziel. Wie passt ein Mann, der ein weltmännisches Leben hat
mit einer Frau, die sehr häuslich ist, dauerhaft zusammen? Wie passt ein Partygirl, das möglichst lange
seinen Spaß ausleben will, mit einem Mann zusammen, dem ein Stall voll Kinder über alles geht? In einer
Partnerschaft müssen sich also beide! entwickeln. Entwickelt sich nur einer, driften die vorhandenen
Energien auseinander. Entwickelt sich niemand -> Stillstand.

Beides führt unweigerlich früher oder später zum Exitus der LTR.

Exkurs Needyness
Needyness

Fast alle Partnerschaften werden gegründet zur gegenseitigen Bedürfnis-Erfüllung. Dem Bedürfnis
nach Zweisamkeit aus Angst vor Einsamkeit. Dem Bedürfnis nach Geborgenheit aus Angst vor dem
Alleinsein. Dem Bedürfnis nach Sicherheit aus Angst vor dem Unwägbaren.

Diese Angst manifestiert sich in Needyness. Und Needyness vertreibt jegliche, wie auch immer
gestaltete Liebe. Needyness ist etwas was wir empfinden, wenn wir glauben, Außerhalb von uns gäbe es
etwas, was nicht in uns ist, was wir aber unbedingt brauchen. Brauchen um glücklich zu sein, glücklich
zu sein mit uns selbst. So leben wir einen „Needyness-austausch“ oder „Needyness-handel“ und nennen
dies „Liebe“. Gekoppelt an die Needyness ist die Erwartung, denn im Rahmen dieses Needyness-handels
liegt ja die Erwartung, dass das Gegenüber sich an den Handel hält. Tut er das nicht, sind alle Wege
offen für die Eifersucht, denn der „Handelspartner“ könnte ja wo anders seine „Geschäfte“ abwickeln.
Dass aus dieser Einstellung natürlich viel Schmerz und Leid hervorgeht, ist unumgänglich.

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Sollte man nicht für seine eigenen Glücks und Zufriedenheitsgefühle sorgen, sondern wir lassen
andere (den Partner) dafür sorgen, ist der Weg frei für eine der tiefsten emotionalen Abhängigkeiten:

Die Oneitis.

Weiteres wird passieren, wenn wir uns der unbewussten Erwartungshaltung nicht bewusst werden:
Wir werden ent-täuscht. Und Enttäuschung ist das Gegenteil von Täuschung. Und der Partner in dem wir
unsere Erwartungshaltung und Projektionen hineinprojeziert haben, ist (unbewusst) der Täuschende.

Statt aber dankbar zu sein dass wir ent-täuscht worden sind, sind wir am Boden zerstört bzw.
versuchen wir mit aller Gewalt die Illusion aufrechtzuerhalten, dass man doch so gut zueinander passte.
Erwartungen an den Partner fördern auch eine eingeschränkte Wahrnehmung in Bezug auf den Partner
und die Partnerschaft.

Sie verhindern, dass man seinen Partner so sehen und nehmen kann, wie er ist.

Stattdessen wird erwartet, wie er zu sein hat und man wird enttäuscht, wenn er nicht so ist, wie
man es von ihm erwartet. In Bezug auf Erwartungen könnte sich jeder selbst die Frage stellen, ob man
sich selbst seinen Erwartungen gegenüber genügt; was damit gemeint ist, ist, dass man nicht etwas
von jemanden erwartet, was man selbst nicht tut. Man sollte in der Partnerschaft auf jeden Fall über
Erwartungen sprechen. Die nicht ausgesprochenen Erwartungen sind die Gefährlichen, die, die Unglück
anrichten.

Erwartungen reduzieren?

Wenn man Erwartungen gegenüber Anderen sehr reduziert (das heißt, sich davon freimacht,
gewisse Verhaltensweisen zu erwarten), dann ist das eine hohe Form der Freiheit, dessen Geschenk
man sich selbst und jedem zukünftigem Partner seines Lebens macht.

Erwartungen erzeugen Druck für beide Seiten.


Druck auf sich selbst, Druck auf den Anderen.

Kommt noch hinzu dass man die Erwartungshaltung unbewusst aufbaut, der andere Partner
auch noch versucht der unausgesprochenen Erwartungshaltung gerecht zu werden, so führt der Weg
irgendwann in die Sackgasse, denn auch der andere Partner darf nicht so sein wie er eigentlich ist.
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Und der andere Partner wird gehen, wenn das Bedürfnis so zu „sein“ wie er ist größer wird, als der
unbewussten Erwartungshaltung des Gegenübers weiterhin gerecht zu werden.

Liebe als Heilmittel gegen Einsamkeit und Sicherheit?

Für Sicherheit ist nicht die Liebe zuständig, sondern das eigene innere Vertrauen, mit Hilfe des
Inneren Vaters und der Inneren Mutter. Diese Komponenten sind in jedem von uns vorhanden, denn
jeder hat Vater und Mutter in sich. Um es besser greifbar oder begreifbar zu machen ist der innere
Vater und die innere Mutter in uns das sogenannte Selbstvertrauen. Das Vertrauen in uns „Selbst“. Ist
dieser Zugang gestört, hören wir nicht auf das Innerste in uns, so werden wir nie lieben können. Nie
lieben können aus den richtigen Gründen. Ebensowenig ist die Liebe für die Vertreibung der Einsamkeit
zuständig; wer sich einsam fühlt, der begebe sich dafür besser unter Menschen und in Gesellschaft.
Auch die Heilung seelischer Wunden fällt nicht in die Zuständigkeit der Liebe; für so etwas gibt es
Therapeuten und geschulte Fachkräfte.

Wie wählt man dann eigentlich einen Partner im ursprünglichen Sinne?

Keine Wahl des Partners ist zufällig. Es sind unbewusste Muster und Raster, die wir anlegen. Ein
Abgleich zu unserer Persönlichkeit. Wir suchen Unseresgleichen. Partner die uns ähneln. Mit denen
werden wir eine längere Partnerschaft haben als mit denjenigen, in die wir unsere Erwartungen, was
wir sein möchten, hineinprojezieren. Da der Partner dieser Erwartungshaltung nicht dauerhaft gerecht
werden kann, ist Stress einprogrammiert. Der Partner enttäuscht uns, im positiven Sinne, denn wir haben
diesem Partner unser eigenes Befinden, unser eigenes Glück in dessen Hand gelegt.

Doch für die eigenen Emotionen, das eigene Glück sowie das eigene Befinden ist man selbst
verantwortlich und sonst niemand.

Es ist wichtig, emotionale Anhaftungen zu lösen. Viele Menschen haben aufgrund gesellschaftlicher
und angelernter Verhalten Schwierigkeiten mit der Übernahme von Selbstverantwortung, also damit,
Verantwortung für sich zu übernehmen. Immer scheinen die Anderen schuld zu sein. Auf der Ebene der
Partnerschaft, der engsten zwischenmenschlichen Beziehung, kann man diesbezüglich viel herauslesen
und lernen.

Seht die LTR als Chance zur Entwicklung.

Euer Partner zeigt Euch als Spiegel genau die Defizite in Euch auf, an denen Ihr grundsätzlich
arbeiten solltet. Und wen wundert es, dass das in aller Regel die Aspekte sind, die wir an uns selbst nicht
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mögen? Und wenn wundert es wenn diese Aspekte erst an die Oberfläche kommen wenn die Phase der
allgemeinen Schwärmerei vorbei ist? Sich diesen Aspekten zu stellen, daran gemeinsam zu arbeiten,
das ist der Übergang von der Schwärmerei zur echten Liebe. Und je bedingungsloser diese Liebe wird,
umso freier werden wir von Needyness, Erwartung und Projektion.

Liebe und die Medien

Das Thema Liebe und die LTR ist - neben dem Beruf - für die meisten Menschen das zentralste
in ihrem Leben. Nie waren die Erwartungen an die Liebe höher als heute. Unsere LTR soll uns einfach
alles geben, was wir uns wünschen. Einen Ausgleich für die Kälte unsere heutigen Zeit, die hohen
Anforderungen in Beruf und Alltag, und natürlich …soll sie dauern. Für immer und ewig. Romeo & Julia,
Mickey & Minnie Maus, Leonardo diCaprio & Kate Winslet lassen grüßen..

Die Liebe in den Medien besagt: Wenn ich nur erst den richtigen Partner gefunden habe, dann wird
er alle meine Bedürfnisse – geistige, körperliche, emotionale – dauerhaft erfüllen.

Wie bitte?

Alle meine Bedürfnisse? Dauerhaft?

Mein Bedürfnis nach Nähe, aber auch nach Freiheit? Mein Bedürfnis nach Kraft, Hoffnung, Mut,
aber auch nach Geborgenheit und Anlehnung? Nach leidenschaftlichem Sex und Aufregung, aber auch
nach Stabilität, Sicherheit und ruhiger Geborgenheit? Nach Glücklichsein auf Dauer, nach dem Gefühl,
dass mein Leben einen Sinn hat? Willkommen im Traumland der Medien

Wenn ich das alles so nacheinander aufzähle, Bamm! Bamm! Bamm!...

...dann schütteln wahrscheinlich alle die Köpfe, weil jedem verstandesmäßig klar ist, dass das so
nicht funktionieren wird - schon allein deshalb, weil die Widersprüche in den Anforderungen einfach zu
groß sind. Aber genau diese Ansprüche sind es, die wir - vor allem von den Medien - eingehämmert
bekommen und allzu häufig einfach als unsere eigenen übernehmen.

Bei jeder anderen Entscheidung im Leben sind wir bereit, Prioritäten zu setzen und Kompromisse
einzugehen. Jedem ist klar, dass ein Familienwagen andere Bedürfnisse befriedigt als ein zweisitziges
Cabrio. Jedem wird klar, dass qualifizierte Jobs in aller Regel nicht in einem Ballungsgebiet zu finden
sind, dass ich daher Kompromisse machen muss bezüglich Wohnort und Berufswunsch.

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Im Job selber muss ich wählen zwischen Einkommen und Arbeitszeit. Wähle ich ein hohes
Einkommen, dürfte jedem einleuchten, dass ich mich nicht nach einer 35Std. Woche ins Wochenende
verabschieden kann. Nur unsere LTRs überfrachten wir heillos mit viel zu vielen Erwartungen. (Und was
„Erwartungen“ anrichten, ist weiter oben schon besprochen) Weil wir dem Bild folgen, das uns von außen
suggeriert wird, dass eine LTR uns auf Dauer glücklich zu machen und uns alles das zu geben hat, was
wir sonst von nirgendwo zu bekommen meinen.

Der erste Schritt, sich aus diesem Kreislauf von überhöhten Erwartungen, Frustration und
Enttäuschung zu befreien, ist es, sich klarzumachen, dass langfristige Liebesbeziehungen vor allem
eines brauchen:

Entscheidung(en) und Kompromisse

Verabschiede dich zunächst mal von der Idee, dass es da Draußen irgendwo den perfekten Partner
oder die perfekte Partnerin gibt, mit der oder dem alles wie von alleine läuft. Oder Du jagst ein Leben lang
einem Phantom hinterher. Und glücklich wirst Du in dieser Zeit auch nicht.

Jeder Mensch ist ein Sammelsurium aus Stärken und Schwächen Du genauso wie jede® mögliche
Partner(in), die oder der für Dich in Frage kommt. Die wichtigste Frage, die Du Dir also stellen musst,
ist die nach Deinen ganz persönlichen Prioritäten im Leben. Das ist vielleicht die persönlichste Frage
überhaupt, die nur Du selbst beantworten kannst!

Wenn ich Dich in einem, in fünf, in zehn, in dreißig Jahren auf der Straße treffe, und Dein Leben ist
genau so verlaufen, wie Du es Dir wünschst, was würdest Du mir erzählen, wie Dein Alltag aussieht? Wo
und wie lebst Du? Mit wem? Bist Du verheiratet oder lebst Du überhaupt mit jemandem zusammen? Was
und wie arbeitest Du? Hast Du Kinder? Wie sieht Deine Freizeit aus? Wer sind Deine Freunde?

Je genauer Du dieses Bild für dich selbst ausmalst und immer wieder überprüfst, ob es das ist, was
Deinen Traum vom Leben ausmacht, desto mehr wirst du ein Gespür dafür entwickeln, was Dir wirklich
wichtig ist, was auf keinen Fall in Deinem Leben fehlen sollte. Leg Dir dabei selbst keinen Maulkorb um
nach dem Motto: dies geht ja sowieso nicht und jenes auch nicht. Fantasiere einfach ungehemmt. Und
dann stell Dir die Frage, wie der Mensch beschaffen sein müsste, mit dem Du genau diesen Traum
verwirklichen könntest, gemeinsam, ohne dass einer von Duch beiden dabei auf der Strecke bleibt oder
auf seine Lebensziele verzichten müsste.

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Werde dabei so konkret wie möglich und schau Dir die Medaille immer von beiden Seiten an.
Möchtest Du z. B. eine beruflich erfolgreiche, selbständige Frau an Deiner Seite haben? Dann mach
Dir klar, dass diese vermutlich nicht willens sein wird, in ihrer knapp bemessenen Freizeit mit Dir auf die
Piste zu gehen, die Socken vom Fußboden zu sammeln und Dein Abendessen vorzubereiten, wie Mama
das immer gemacht hat. Ah... Du bist kinderlieb, Du möchtest gerne eine ganze Fußballmannschaft von
kleinen Jungs haben? Stell Dich darauf ein, dass hemmungsloser leidenschaftlicher Sex etwas ist, was
Du eher am Wochenende erleben wirst. Nämlich dann, wenn Du Deinen Samstag damit verbracht hast
Deine Kinder im Zaum zu halten und Deine Frau zu entlasten.

Oder als Frau...

Hättest Du gerne einen guten, engagierten Vater für Deine Kinder? Dann streich Lebensziel
„Mann in Topverdienerposition“ besser aus Deiner Planung, solche Männer sind in der Regel weniger
daheim und wenn, dann nur selten an Legobausteinen interessiert. Es ist wie mit dem Fabeltier, die
eierlegende Wollmilchsau. Kompromisse zu machen und Entscheidungen zu treffen ist uns im berufliche
oder privatem Umfeld so selbstverständlich, und doch sind wir nur selten gewillt, diese auch in einer
Beziehung zu machen. Beschränke Dich abschließend auf maximal drei bis fünf Aspekte, die Dir wirklich
wichtig sind, und die Dein Partner oder Deine Partnerin auf jeden Fall mitbringen sollte. Um das Bild noch
konkreter werden zu lassen, kannst Du die Übung umdrehen und Dich fragen, was in Deinem Leben in
den nächsten Jahren keinesfalls passieren sollte - und darüber herauskristallisieren, über welche drei bis
fünf Eigenschaften oder Verhaltensweisen Dein Partner oder Deine Partnerin keinesfalls verfügen sollte.

Jetzt hast Du schon einen recht guten Überblick über Deine Prioritäten. Natürlich darfst Du
weiterhin eine Art Wunschliste im Kopf behalten: Eigenschaften, Verhaltensweisen usw. die zusätzlich
wünschenswert und erfreulich wären. Aber denk daran: sie laufen nicht mehr unter zwingend erforderlich.
Und sind somit auch kein Grund mehr, dauernd am anderen herumzumäkeln, solange er die Basics
erfüllt. Wenn er das nicht tut, ist es vielleicht Zeit für grundsätzliche Überlegungen. Ansonsten steck die
Zeit und Energie, die Du fürs Kritisieren aufwendest, lieber in andere Dinge.

Am Besten in Dich selbst! Das lohnt sich mehr!

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Macht und Verantwortung
Yeyoking

1. Definitionen

Macht: Bezeichnet die Fähigkeit von Individuen und Gruppen, auf das Verhalten und Denken
sozialer Gruppen oder Personen - in ihrem Sinn und Interesse – einzuwirken.
(Quelle: Wikipedia)

Auf das Kreismodell übertragen, welches ich weiter unten vorstelle, heißt das also: Die Möglichkeit
der Beeinflussung und Veränderung der Kreise/Kreisteile anderer Menschen.

(Eigen-)Verantwortung: Bedeutet die Möglichkeit, dass jemand für die Folgen eigener Handlungen
Rechenschaft tragen muß.
(Quelle: Wikipedia)

2. Problem

Mit fortschreitender PU-Entwicklung erschließt man sich immer mehr Techniken und Methoden,
die den eigenen Umgang mit anderen Menschen beeinflussen. Seien es „nur“ die Alpha-Eigenschaften,
Verführungswerkzeuge, oder sogar NLP – die eigenen Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten
werden immer komplexer und breit-gefächerter. Und damit auch die Möglichkeit, gezielt andere
Menschen zu beeinflussen. Speziell in der Verführung von Frauen führt das dann oft zu Verhaltensweisen
wie „Layen, nexten – layen, nexten – layen… “.

Man wendet alle möglichen Techniken an, verwendet RDs, setzt Anker, führt FBs & mLTRs und der
Grundsatz des „leave them better than you found them“ wird allzu gerne mal vergessen… Das Ergebnis
sind dann oft „PUAs“ die einen riesigen Haufen an gebrochenen Herzen hinter sich lassen. Den meisten
fehlt die innere Erfahrung und daraus resultierende Reife, um die Folgen der eigenen Handlungen
abschätzen zu können. Man verfügt über Macht und kann nicht mit ihr umgehen. Für alle, die das schon
befürchtet haben, hier das Spiderman-Zitat: „Aus großer Kraft folgt große Verantwortung.“ Und so
erschließt sich der Thementitel: „Macht und Verantwortung“.

162
3. Das Zwei-Kreise-Modell

Um den Zusammenhang zwischen den eigenen Handlungen, der eigenen Entwicklung und deren
Folgen besser erklären zu können, habe ich dazu ein schlichtes Modell entworfen. Es besteht im Grunde
aus zwei Kreisen, daher auch der kreative Modell-Name.

Warum zwei Kreise? Es gibt einen „inneren Kreis“, der die Persönlichkeit des Menschen und einen
„äußeren Kreis“, der die Auswirkung dieser darstellen soll. Es sieht zwar aus wie ein Kreis mit einem
Ring drumherum, doch dies ist im Grunde unzureichend, da die Persönlichkeit sich auch auf sich selbst
auswirkt. Es handelt sich also um einen Kreis in einem Kreis. Damit will ich mich jedoch in diesem Text
nicht beschäftigen, sondern ich beschränke mich auf die Wirkungen nach außen, dargestellt durch den
Ring drumherum. Der innere Kreis besteht aus zwei Teilen. Da sich dieser Text größtenteils auf PU und
Verführung bezieht, nenne ich die beiden Teile „Innergame“ und „Outergame“.

Der Innergame-Teil stellt vieles dar, wichtig für uns ist jetzt jedoch nur Folgendes:

• Die Werte und Prioritäten der Person, welche dem Sinngebungs- und Bewertungssystem des
Menschen als Grundlage dienen;
• Eine Art Einordnungssystem der Erfahrungen, aus dem das Weltbild resultiert;
• Die Moralischen Vorstellungen des Menschen;
• Die Denkschemata und Glaubenssätze

Der Outergame-Teil besteht aus den Handlungsmustern und Verhaltensweisen des Menschen.

In den Bildern ist der innere Kreis (die Persönlichkeit) rot markiert und der Ring drumherum, die
Auswirkung der Persönlichkeit blau gefärbt.

163
Jeder Mensch ist für sich selbst, seine Persönlichkeit und seine Handlungen verantwortlich. Er
schafft sich die Umstände des eigenen Lebens.
„Aber man wird doch in sein Leben hineingeboren! Wie soll man das eigene Elternhaus, das
eigene Umfeld, in das man geboren wurde, beeinflussen? Und das ist doch so fundamental für die
eigene Entwicklung!“

Die Eigenverantwortung des Menschen zieht sich über sein Leben hinaus. Ursachen werden nicht
plötzlich keine Wirkungen mehr haben, nur weil das Verursachende sich verändert.

Die Eigenverantwortungen der Menschen überschneiden sich dort, wo beide es jeweils zulassen.
Das Problem im PU ist, dass man durch die manipulativen Techniken der Frau gar keine Wahl läßt. Man
zwingt sie dazu, die Auswirkungen der Persönlichkeit des Verführers anzunehmen und den Einfluß auf
die eigene Persönlichkeit zuzulassen. Ich werde das im folgenden Beispiel deutlicher werden lassen:

AFC-Alex verfügt über eine sehr unausgereifte, wackelige und (im Macht-Sinne) schwache
Persönlichkeit.

Entsprechend gering ist deren Auswirkung auf die Persönlichkeiten anderer Menschen.

AFC-Alex fängt mit PU an und beginnt sich das „PickUp- Inner- und Outergame- Paket“ anzueignen. Er übernimmt
die in der Community gepredigten Werte und Moralvorstellungen; er ändert seine bisherigen Denkschemata und
Glaubenssätze zu Neuen; erschließt sich das PU-Einordnungssystem der Erfahrungen und ordnet das, was er erlebt
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hat, erlebt und erleben wird in dieses ein. Ebenso setzt er sich mit den PU-Handlungsmustern („Verführerwerkzeuge“,
Techniken, Routinen, Interaktionsmodelle, etc.) auseinander und verändert sein Verhalten entsprechend.

AFC-Alex ist nun PUA-Alex. Sein Einfluss auf seine Umwelt, die Auswirkungen seiner Persönlichkeit
haben sich entsprechend verändert.

PUA-Alex zieht nun also zum Sargen los (die Pflicht eines jeden PUAs!) und lernt HotBabe kennen.
HotBabe verfügt über eine weniger entwickelte (in Hinblick auf Manipulation und im Macht-Sinne)
Persönlichkeit als PUA-Alex.

Einen entsprechend großen Einfluß hat PUA-Alex auf HotBabe und deren Persönlichkeit. Er fährt
das volle Arsenal auf, all das Inner- und Outergame wird angewandt. HotBabe hat zwar einen festen
Freund, aber unser PUA will jetzt Sex mit ihr, also nimmt er solchen Einfluß auf ihre Moralvorstellungen und
Handlungsmuster, das die beiden kurze Zeit später in der gemütlichen Club-Lounge wild rummachen.
Er schafft es auch, ihr Einordnungssystem so zu ändern, das sie diese gesamte Erfahrung und Situation
gänzlich anders betrachtet, als sie es sonst tun würde und der Meinung ist, daß dies so vollkommen richtig
sei, denn immerhin hat sie jetzt etwas besseres als ihren Freund gefunden (dem Framing sei Dank!).

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4. Voraussetzungen

Um sich der eigenen Verantwortung zu stellen, bedarf es einer elementaren Sache:


Selbsterkenntnis.

Es geht in diesem Beitrag darum, daß Ihr Euch dieses ganzen Themas bewußt werdet. Euch müssen
die etwaigen Folgen eurer Handlungen bewußt sein. Wenn ich von etwas nicht weiß, kann ich dafür auch
nicht bewußt Verantwortung tragen. Logisch, oder? Bisher waren sie das vielleicht zu einem Großteil
nicht und eben das solltet Ihr ändern, wenn Ihr diesen weiteren Schritt der Persönlichkeitsentwicklung
gehen wollt. Lernt Euch selbst kennen. Findet heraus, WAS Ihr könnt und WIE Ihr das einsetzen müßt,
um WAS zu bewirken.

Das könnt Ihr als die fundamentale Aufgabe betrachten, die dieser Text beinhaltet. Seid Ihr mutig
genug dafür?

Denn das beinhaltet viele Facetten. Was ist, wenn Euch nicht gefällt, was eine bestimmte Handlung
bewirken kann? Zum Beispiel ein Freeze-Out. Man kann gezielt Verlustängste in einer Frau hervorrufen,
indem man sie zuerst dazu bringt, sich zu einem hingezogen zu fühlen (Attraction + Rapport herstellt)
und sich dann nicht bei ihr meldet, sie ignoriert, ihr die Aufmerksamkeit entzieht. Manch einer macht das
zur „Bestrafung“ und „Erziehung“ der Frau. Sie macht etwas, das ihm nicht passt, er entzieht sich ihr, bis
sie wieder ankommt und das Verhalten ändert. Das geht dann solange, bis die Frau (oder er) bemerkt,
wie kaputt und abhängig er sie damit macht. Man(n) stellt sich der Verantwortung dafür und beendet
das. Oder man traut es sich nicht. Aus Gründen der eigenen Abhängigkeit der Frau gegenüber; aus
Angst davor, keine Andere finden zu können, die einem so gefällt.

Ihr merkt, das Bewußtmachen der eigenen Verantwortung kann schmerzen. Die harte Schule der
Persönlichkeitsentwicklung.

Genauso beinhaltet dieses „Folgen abschätzen“ eine weitere Fähigkeit: Empathie. Denn nicht jede
Handlung bewirkt bei jeder Frau das Gleiche. Manch eine ist zu selbstbewußt, um sich manipulieren zu
lassen; oder gibt nichts auf Bärenjagd-Geschichten, mit denen man den eigenen „Wert demonstrieren“
will. Man muß sich in eine Frau einfühlen können (auch geistig), um abschätzen zu können, was die
eigenen Handlungen bei ihr bewirken.

Das Auseinandersetzen mit der Eigenverantwortung erfordert also nicht nur ständige Übung und
andauernde Selbstprüfung, sondern auch Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis.

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5. Fazit

Es wird also deutlich, daß die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit auch ein entsprechend
großes Macht-Potential mit sich bringt. Für diese erworbene Macht trägt man Verantwortung, ob man will
oder nicht. Im PU arbeitet man bewußt an sich selbst, neigt jedoch oft dazu, die (potentiell-) negativen
Auswüchse und Konsequenzen dessen auszublenden. Nicht sehr „alpha“ sich vor den Folgen der eigene
Handlungen drücken zu wollen, nicht wahr?

Wer das macht, muß mit den Konsequenzen leben. Es soll jedoch kein falscher Eindruck entstehen:
Die Folgen der Persönlichkeitsarbeit sind völlig neutral, doch es kommt einmal mehr darauf an, wie man
damit umgeht. Das wiederum hängt dann wieder von den eigenen Werten und all den anderen Facetten
der eigenen Persönlichkeit ab.

Durch PickUp lernt man andere Menschen zu manipulieren, ob und inwieweit Ihr das macht – das
bleibt Euch überlassen. Ebenso seid Ihr dafür verantwortlich, was Ihr von solcher Manipulation haltet.
Um auf das Beispiel von vorhin zurückzukommen: Natürlich kann es auch mal sein, daß HB’s Freund ein
Arschloch ist, sie schlägt etc. und PUA-Alex ihr nur einen Gefallen getan hat. Es kann aber auch genauso
gut sein, daß die beiden total glücklich miteinander waren und noch lange Zeit gewesen wären, wenn
PUA-Alex das nicht für Sex zerstört hätte. Auch hier wird wichtig, welche Absichten hinter dem eigenen
Verhalten stecken. Wer sich dem Ganzen völlig verschließt entgegnet:

„Das ist doch alles ihr Problem, nicht meines! Sie läßt es immerhin zu, das ich sie so beeinflusse.
Sie könnte ja auch an ihrer Persönlichkeit arbeiten, sodass ich das nicht so einfach könnte. So ist halt
das Leben!“

Stimmt. Ihr jedoch, Ihr wollt Euch entwickeln, Ihr wollt Macht. Ich frage euch, Ihr „Alphas“: Wie weit
seid ihr bereit euch eurer Eigenverantwortung zu stellen?

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Der gejagte Jäger
WhiteVelvet

Samstag abend, DVD ist zu Ende... Sie lacht, kurzes Rumgebalge, Geknutsche... Du guckst auf die
Uhr, 23 Uhr... FUCK... Du springst auf, schnappst dir dein Phone, rufst an... „Ja wir sind beim... illegale
Dachparty, saugeil...danach wollen wir noch ins...“ „Alles klar, ich spring nur kurz unter die Dusche
und komm vorbei...“ Sie steht auf, zieht sich an, verdammt geiler Hintern, geht in die Küche, fängt an
aufzuräumen...

Wasser marsch, Shampoo...fertig... Verflixt, das Handtuch...noch auf dem Balkon, einmal durch die
Wohnung, nackt...

„Hey, du brauchst hier nicht aufzuräumen, ich mach das schon...“ Keine Antwort... „Bist du sauer?
Kannst gerne mitkommen, aber du meintest selbst, du willst nicht, dass es irgendwer erfährt...Das ist deine
Entscheidung...Du weißt genau, was die denken, wenn wir da zusammen...“ „Mhm... ja nee iss schon okay,
geh du mal feiern, ich geh dann nach Hause...“ „Ist alles okay?...“ „Ja...“ Du siehst in ihre Augen und weißt,
dass nichts okay ist... Ihr seid nur Freunde. Sie weiß, dass sie dich nicht halten kann, weil nichts dich halten
kann... Du hast diesen Instinkt in dir, der dir sagt: „Go for it, go !!! Hunt ‚em, get ‚em, lay ‚em...“

Die wievielte ist sie eigentlich? In Gedanken fängst du an zu zählen...Eine Hand, zwei, drei, vier...
ach egal, spielt auch keine Rolle...

Sie schnappt sich ihre Tasche, Abschiedskuss und weg...Happy Valentine...Griff in den Schrank,
das rote Hemd, die schwarze Jeans, Gel, Kamm, Blick in den Spiegel, perfekt... Schlüssel, Handy,
Portmonaie, Kondome... und los!!! Yehhaaaw... Ladies, ich komme!!! Auf, auf ihr Jäger der Nacht, stets
auf der Jagd, stets aus auf neue Beute...ob blond oder brünett, Hauptsache im kurzen Schwarzen,
langbeinig und mit Topfigur...rastlos, atemlos, kaum erlegt, schon wieder auf der Pirsch, stets neue
Ziele...nie zufrieden, nie angekommen, ewig auf der Jagd...

Warum, warum wollen nur alle Jäger sein? Warum nicht eine jagen, sie in die Höhle schleifen und sie
aufs Neue erlegen, jede Nacht, ein und dieselbe Beute??? Warum nicht??? Warum? Warum wollt ihr nur
alle Jäger sein? Seht ihr nicht, dass es ein Fluch ist, der Fluch der ewig Gejagten?

Denkt mal drüber nach...

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Diamonds of Seduction - Diamanten der Verführung

Dieses Ebook ist das Ergebnis durchdringender Arbeit und bedingungsloser Liebe. Nur so war es
den daran beteiligten Advanced Member möglich ein Projekt entstehen zu lassen, dessen Umsetzung
wahrlich erstaunlich und begeisternd ist.

Ein herzliches Dankeschön gilt den beteiligten Autoren des Ebooks „Diamonds of Seduction -
Diamanten der Verführung“, welche durch ihren Einsatz und ihre Beiträge, einen entscheidenden Teil
dazu beigetragen haben, ein Meisterwerk zu schaffen.

Weiters gilt ein großes Lob allen weiteren Advanced Member, welche an diesem Projekt mitgewirkt
haben, insbesondere den Korrektoren für die Mühe, Zeit und Energie, welche sie investiert haben.

Das Pickup Forum diente uns als Kommunikationsplattform, wodurch eine Möglichkeit der
Zusammenarbeit geschaffen wurde und jene realisiert werden konnte. Auch hier ein Dankeschön.

Außerdem ist die Arbeit von Eminenz, welcher sich um die Covergestaltung, das Format und um
das Design gekümmert hat, sowie an Xajorkith, unseren Papabär, welcher sich um den Zusammenhalt
gekümmert und für den letzten Feinschliff gesorgt hat, zu erwähnen.

Vielen Dank für Euer Bemühen.

Das Autorenteam: Das Lektorat:

Astradamus Das Huhn


Dreamcatcher Dreamcatcher
Eminenz Hearts & Minds
Hearts & Minds Jon29
Master of Disaster Master of Disaster
MTM Puralesko
Tobias99 White Velvet
VITAL Winddancer
White Gekko
White Velvet
Winddancer
172 Xajorkith
Yeyoking