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15-16 Das Präteritum bezeichnet Vorgänge oder Zustände, "bei

denen kein Gegenwartsbewusstsein, sondern die Empfindung zeitlicher


Distanz, ihrer Zurückgelegenheit und Vergangenheit besteht, die für
den Sprecher also in den Bereich der Vor-zeit fallen" (J.ERBEN)
Das Präteritum gilt allgemein als das Tempus der Erzählung.

Das Perfekt wird von den vielen deutschen Sprachforschern als eine
perfektische Vergangenheitsform oder als "vollendete Gegenwart"
bezeichnet.

Die Eigenart des Perfekts zum Unterschiedvom Präteritum besteht


darin, dass das Perfekt das Geschehen der Vergangenheit mit der
Gegenwart verknüpft. Seine Bedeutungskomponentensind: l)
Ausbleiben des Geschehens im Redemoment; 2) Ablauf des
Geschehens vor dem Redemoment; 3) Aktualität im Redemoment.
Perfekt und Präteritum sind paradigmatische Synonyme, denn beide
Tempora weisen auf das Ausbleiben des Geschehens im Redemoment
und auf seinen Ablauf vor dem Redemoment hin. Auch syntagmatisch
unterscheiden sie sich nicht durch die temporale Bedeutung, so ndern
durch die Bindung an verschiedene Sprechsituation: das Prä teritum ist
ein Erzähltempus, das Perfekt dagegen –ein besprechendes Tempus.

Viele Sprachforscher betonen, dass das Präteritum im Gegensatz zum


Perfekt das Geschehen nicht als Einzelfaktum, so ndern als Glied in
einer Kette von Ereignissen schildert.

Das Präteritum bezeichnet dabei gewöhnlich die dauernden, das


Perfekt – die abgegrenzten,resultativen Vorgänge

17 Das Plusquamperfekt hat vorwiegend relativen zeitlichen Wert, es


bezeichnet die Vorzeitigkeit in der Vergangenheit, d.h. eine
vergangene Handlung, die einer andern vergangenen Handlung
vorangeht und in der Regel abgeschlossen ist. Dies ist
seine Hauptbedeutung: Als er bis 500 gezählt hatte, stand er auf. Als
„Partnerform“ des Plusquamperfekts erscheint gewöhnlich das
Präteritum.

Als Nebenbedeutung des Plusquamperfekts betrachten wir seinen


Gebrauch zum Ausdruck der Nachzeitigkeit, d.h. einer nachfolgenden
Handlung. Dann dient die Zeitform zur Betonung der
Abgeschlossenheit einer Handlu ng: Sie atmete tief aus und war
Sekunden später eingeschlafen.

18 .Das Futurum I bezeichnet die Ankündigung oder Vorausse he


eines erwarteten Geschehens, und zwar – im Gegensatz zum
futurischen Präsens – in einem gewissen Abstand (noch nicht
begonnen). das Futurum I kann eine gemilderte Behauptung, eine
Vermutung ausdrücken.
Das Futurum II ist ein relatives Tempus, dessen Grundbedeutung
der Ausdruck der Vorzukunft, d.h. der Vorzeitigkeit in der Zukunft ist .
zum Ausdruck einer Vermutung, die auf die Vergangenheit bezogen ist
(analog zur Verwendung des Futurs I):Sie wird krank gewesen sein
19 Die Kategorie des Modus gehört zu den prädikativen
(kommunikativ-grammatischen) Kategorien des Verbs. Der Modus (lat.
Modus = Art und Weise) ist als morphologische Kategorie des Verbs das
wichtigste sprachliche Mittel zum Ausdruck der Modalität. Modalität ist eine
funktional-semantische Kategorie, die das Verhalten des Redenden zur
Realität der Aussage ausdrückt.
Gewöhnlich werden im Deutschen drei Mod i unterschieden: der
Indikativ, der Konjunktiv und der Imperativ
20 In der Fachliteratur kommt aber auch die Überzeugung auf, dass
der Imperativ nicht mit dem Indikativ und dem Konjunktiv in eine
grammatische Kategorie zusammengehört, sondern ihnen als eine ganz
selbständige kategorielle Form gegenübersteht
Die Gegenüberstellungen
a) Imperativ - Indikativ
Konjunktiv
b) Konjunktiv -Indikativ
21 Der Konjunktiv stellt die Aussage als irreal hin. Der Konjunktiv dient
zum Ausdruck eines Wunsches, Zweifels, einer Möglichkeit,
Vermutung, Unsicherheit, Ungewissheit

22 Wesentlich ist (nach Walter FLÄMIG), dass die


verschiedenen Zeitformen des Konjunkti vs keine verschiedene
Zeitbedeutung haben: sie unterscheiden sich nicht temporal, sondern
vielmehr modal, d.h. nach der Möglichkeit oder Unmöglichkeit der
Verwirklichung des entsprechenden Sachverhalts. Deshalb spricht man
heute vom Konjunktiv I(Präsens, Perfekt, Futur I und II)oder dem
Konjunktiv der 1. Stammform und vom Konjunktiv II (Präteritum,
Plusquamperfekt, Konditionalis I und II) oder dem Konjunktiv der
2.Stammform.
23- 24 Das Hauptanwendungsgebiet des Konjunktivs I ist die indirekte
Rede; er drückt dort etwas "Vermitteltes" aus, eine Aussage, zu der
der Sprecher nicht Stellung nimmt, bei der er sich neutral verhält .

In der indirekten Rede werden alle Zeitformen des Konjunktivs gebraucht.


Sie haben relative zeitliche Bedeutung und bilden dieselben substituierbaren
(ersetzbaren) Gruppen wie in den irrealen Komparativsätzen:

Präsens, Präteritum drücken die Gleichzeitigkeit mit der Handlung des


einleitenden Satzes aus:

Perfekt, Plusquamperfekt – Vorzeitigkeit

Futur 1, Konditionalis 1 – die relative Zukunft, bevorstehende Handlung. In der


indirekten Rede verlieren die Zeitformen ihre hypothetische Bedeutung,
deshalb wird der Konjunktiv oft durch den Indikativ verdrängt.

Beim Konjunktiv II in der indirekten Rede distanziert sich der


Sprecher von der Aussage

25 Mit dem Imperativ wird eine Aufforderung ausgedrückt, die an eine oder mehrere
Personen gerichtet ist. Der Begriff dieses Modus wird oft nur als Befehl
aufgefasst. Da der Imperativ auch eine Bitte, einen Rat, eine
Aufmunterung, eine Mahnung, einen Aufruf, ein Verbot, eine
Warnung, eine Aufforderung u.a.ausdrücken kann.
Der Imperativ dient vor allem zum Ausdruck der
Kommunikationsaufgabe, er ist das wichti gste Mittel zur Bildung der
Aufforderungssätze. Der Imperativ ist an den Redemoment g ebunden,
deswegen entspricht es seinem Wesen, dass er nur eine Zeitform kennt
– das Präsens

26 Die Genera des Verbs(lat. genus = Geschlecht, Art und Weise,


Verhältnis) werden durch die Formen des Aktivs und des Pass ivs
ausgedrückt. Die beiden Darstellungsweisen ermöglichen dem
Sprecher, ein und denselben Sachverhalt in verschiedener Perspektive
sprachlich auszudrücken.

27 Das Aktiv gilt als die neutrale Grund form der Genera des Verbs. Im
Allgemeinen ist die Darstellung im Aktivagensb ezogen: D e r Täter oder
Urheber wird genannt und tritt als Subjekt im Nom inativ in
Erscheinung.
Das Passiv steht zur Verfügung, wenn es gilt, Täter, Urheber oder
Ursache (Agens) eines Sachverhalts in einer Äußerung ungenannt zu
lassen. Sofern in Passivsätzen ein Täter erwähnt wird, geschie ht dies
durch eine präpositionale Wortgruppe, niemals durch das syntaktische
Subjekt.
28 Das deutsche verfügt über ein Vorgangs - und ein
Zustandspassiv.
Das Vorgangspassiv kennzeichnet einen Vorgang, der an einem
Aktanten vollzogen wird; einen Prozess , für den durch die
Passivcharakteristik eine Begrenzung oder e in Abschluss nicht
angezeigt wird: Der Flughafen wird ausgebaut.Dem Künstler wurde
applaudiert. Über die Anweisun g ist diskutiert worden. Es wurde
gelacht.
Das Zustandspassiv kennzeichnet einen Zustand als Ergebnis
eines Vorgangs, ein Resultat, d as einen Prozess begrenzt oder
abschließt:Der Flughafen ist ausgebaut. Dem Kranken war geholfen.
Für die Verletzten ist gesorgt.
Die Struktur Finitum von sein + Partizip II(ist beleuchtet) wird
von manchen Grammatikern als adjektivisches Prädikativ erklärt.
Abhängig vom kommunikativen Bedeutungsgehalt werden drei
Arten der passiven Konstruktionen unterschieden:
1. agensbezogene oder das sogenannte dreigliedrige Passiv;
2. agensabgewandte oder das sog. zweigliedrige Passiv;
3. agensunabhängige Konstruktionen oder subjektlose Passivsätze.
29 Der subjektlose Passivsatz ist meistens eingliedrig. Durch
Aussparung des Agens und des Patiens r ückt die Handlung selbst in
den Mittelpunkt. Der subjektlose Passivsatz wird oft
das"unpersönliche Passiv" genannt, weil die entsprechenden Sätze mit
"es"beginnen können:Hier wird nicht geraucht. Es wird hier nicht
geraucht.
30 Die Nominalformen des Verbs(die infiniten Formen)
Dazu gehören beide Partizipien (I und II) und vier b zw. sechs
Infinitive. Was den Bedeutungsgehalt des Infinitivs Iund des Partizips
I anbetrifft, so ist er dem der finiten Formen gleich: sie bezeichnen
auch den Verlauf einer Tätigkeit,einenProzess, aber ohne Bezugnahme
auf den Täter, und überhaupt ohne unmittelbare B erührung mit dem
Kommunikationsprozess. Sie hab en keine Kategorieder Person und
des Modus, und die Kategorie des Tempu s (der Zeit) erscheintbei
ihnen auf den Moment des Redeaktes bezogen, sondern als
Gleichzeitigkeit mit dem Moment, der vom finiten Verb bezeichnet
wird